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On the Astral World and Devachan
GA 88

2 December 1903, Berlin

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Über die astrale Welt und das Devachan, 1st ed.
  1. On the Astral World and Devachan, tr. SOL

6. Kamaloka

6. Kamaloka

[ 1 ] An dieser astralen Welt, die wir nun kennengelernt haben, hat der Mensch auch während seines physischen Lebens Anteil. Täglich und stündlich nehmen wir teil an den Vorgängen der astralen Welt. Wir haben die Vorgänge und Wesenheiten kennengelernt, welche in der Astralwelt von denjenigen angetroffen werden können, deren Blick für diese Astralwelt geöffnet ist. Heute soll wiederum ein besonderer Gegenstand herausgehoben werden; wir wollen heute dasjenige näher betrachten, was die Theosophie «Kamaloka» nennt.

[ 1 ] An dieser astralen Welt, die wir nun kennengelernt haben, hat der Mensch auch während seines physischen Lebens Anteil. Täglich und stündlich nehmen wir teil an den Vorgängen der astralen Welt. Wir haben die Vorgänge und Wesenheiten kennengelernt, welche in der Astralwelt von denjenigen angetroffen werden können, deren Blick für diese Astralwelt geöffnet ist. Heute soll wiederum ein besonderer Gegenstand herausgehoben werden; wir wollen heute dasjenige näher betrachten, was die Theosophie «Kamaloka» nennt.

[ 2 ] Wenn wir verstehen wollen, was Kamaloka ist, so müssen wir uns vor allen Dingen darüber klar sein, daß wir innerhalb unserer Entwicklung schon durch viele Inkarnationen hindurchgegangen sind, daß unserer gegenwärtigen Inkarnation im Fleische viele andere vorangegangen sind und viele andere nachfolgen werden. Das Wesentliche ist, daß wir in dieser Inkarnation, in diesem irdischen Leben unsere Aufgaben zu erfüllen haben.

[ 2 ] Wenn wir verstehen wollen, was Kamaloka ist, so müssen wir uns vor allen Dingen darüber klar sein, daß wir innerhalb unserer Entwicklung schon durch viele Inkarnationen hindurchgegangen sind, daß unserer gegenwärtigen Inkarnation im Fleische viele andere vorangegangen sind und viele andere nachfolgen werden. Das Wesentliche ist, daß wir in dieser Inkarnation, in diesem irdischen Leben unsere Aufgaben zu erfüllen haben.

[ 3 ] Es ist ganz falsch, wenn behauptet wird, die Theosophie lenke vom Leben ab oder sie wolle den Menschen in eine Art von Wolkenkuckucksheim führen, sie predige eine vom tatsächlichen Leben sich abkehrende Askese. Das wäre eine ganz falsche Auffassung von dem, was die theosophische Bewegung will. Die Theosophie betrachtet vielmehr gerade dieses Leben als das Instrument, als das Werkzeug, dessen wir uns bedienen müssen, um unsere höchsten geistigen Aufgaben in der Entwicklung zu erfüllen. Wer sich vom Leben zurückzieht, wer nicht die geistigen Kräfte auch im Physischen anwendet, der erfüllt die Aufgaben nicht, die er auf der Erde hat. Deshalb gehört es zu den Idealen der Theosophie, daß wir aus unserem physischen Dasein für das höchste geistige Leben den größtmöglichen Nutzen ziehen.

[ 3 ] Es ist ganz falsch, wenn behauptet wird, die Theosophie lenke vom Leben ab oder sie wolle den Menschen in eine Art von Wolkenkuckucksheim führen, sie predige eine vom tatsächlichen Leben sich abkehrende Askese. Das wäre eine ganz falsche Auffassung von dem, was die theosophische Bewegung will. Die Theosophie betrachtet vielmehr gerade dieses Leben als das Instrument, als das Werkzeug, dessen wir uns bedienen müssen, um unsere höchsten geistigen Aufgaben in der Entwicklung zu erfüllen. Wer sich vom Leben zurückzieht, wer nicht die geistigen Kräfte auch im Physischen anwendet, der erfüllt die Aufgaben nicht, die er auf der Erde hat. Deshalb gehört es zu den Idealen der Theosophie, daß wir aus unserem physischen Dasein für das höchste geistige Leben den größtmöglichen Nutzen ziehen.

[ 4 ] Wir wissen, verehrte Anwesende — und wir müssen das heute vor aussetzen —, daß dasjenige, was der menschliche Geist ist, was das eigentliche wahre Selbst in uns ist, daß das nicht einmal, sondern unzählige Male innerhalb des irdischen Daseins verkörpert wird. Wir wissen, daß unser gegenwärtiges irdisches Dasein sich angeschlossen hat an unzählige frühere und daß an dieses jetzige Leben weitere Verkörperungen sich anschließen werden. Die Frage müssen wir nun stellen: Was vollbringt das menschliche Selbst in der Zeit zwischen zwei Verkörperungen? Wie hat das menschliche Selbst Anteil an den anderen Welten, die nicht wie unsere physische Welt sind? — Allein dadurch, daß es in der entsprechenden Weise durch die anderen Welten pilgert, ist es imstande, aus dem physischen Dasein den größtmöglichen Nutzen für seine Entwicklung zu ziehen. Die Welten, durch die das menschliche Selbst in der Zwischenzeit zwischen zwei Verkörperungen pilgert, sind zunächst das Kamaloka und dann das Devachan. Wenn die physischen Hüllen [nach dem Tode] von dem Menschen abgefallen sind, dann tritt er ein in die Welt, welche wir in der Theosophie «Kamaloka», den «Ort des Verlangens» nennen. Und hat er sich da eine Weile aufgehalten, dann durchpilgert er die höhere geistige Welt, das Devachan, das wir auch die «Welt des Geistigen» nennen. Durch diese Welten also pilgert die menschliche Seele nach ihrer irdischen Pilgerschaft. Will man nun verstehen, welchen Anteil an der ganzen menschlichen Seelenpilgerschaft diese beiden anderen Welten, Kamaloka und Devachan, haben, dann muß man vor allem an die Aufgaben denken, die der Mensch in seinem irdischen Dasein zu vollbringen hat. Diese sind immer in den Geheimwissenschaften gelehrt worden und werden uns heute auch durch die Theosophie gelehrt.

[ 4 ] Wir wissen, verehrte Anwesende — und wir müssen das heute vor aussetzen —, daß dasjenige, was der menschliche Geist ist, was das eigentliche wahre Selbst in uns ist, daß das nicht einmal, sondern unzählige Male innerhalb des irdischen Daseins verkörpert wird. Wir wissen, daß unser gegenwärtiges irdisches Dasein sich angeschlossen hat an unzählige frühere und daß an dieses jetzige Leben weitere Verkörperungen sich anschließen werden. Die Frage müssen wir nun stellen: Was vollbringt das menschliche Selbst in der Zeit zwischen zwei Verkörperungen? Wie hat das menschliche Selbst Anteil an den anderen Welten, die nicht wie unsere physische Welt sind? — Allein dadurch, daß es in der entsprechenden Weise durch die anderen Welten pilgert, ist es imstande, aus dem physischen Dasein den größtmöglichen Nutzen für seine Entwicklung zu ziehen. Die Welten, durch die das menschliche Selbst in der Zwischenzeit zwischen zwei Verkörperungen pilgert, sind zunächst das Kamaloka und dann das Devachan. Wenn die physischen Hüllen [nach dem Tode] von dem Menschen abgefallen sind, dann tritt er ein in die Welt, welche wir in der Theosophie «Kamaloka», den «Ort des Verlangens» nennen. Und hat er sich da eine Weile aufgehalten, dann durchpilgert er die höhere geistige Welt, das Devachan, das wir auch die «Welt des Geistigen» nennen. Durch diese Welten also pilgert die menschliche Seele nach ihrer irdischen Pilgerschaft. Will man nun verstehen, welchen Anteil an der ganzen menschlichen Seelenpilgerschaft diese beiden anderen Welten, Kamaloka und Devachan, haben, dann muß man vor allem an die Aufgaben denken, die der Mensch in seinem irdischen Dasein zu vollbringen hat. Diese sind immer in den Geheimwissenschaften gelehrt worden und werden uns heute auch durch die Theosophie gelehrt.

[ 5 ] Es sind ganz bestimmte Aufgaben, welche das menschliche Selbst zu übernehmen und durchzuführen hat innerhalb seiner Erdenpilgerschaft. Der Mensch hat bestimmte Tugenden auszubilden, die er nicht außerhalb der Erdenpilgerschaft ausbilden kann. Sieben solcher Tugenden sind es. Mit den Anlagen zu diesen Tugenden kam der Mensch auf die Erde, und am Ende seiner Erdenpilgerschaft soll er diese sieben Tugenden voll entwickelt haben.

[ 5 ] Es sind ganz bestimmte Aufgaben, welche das menschliche Selbst zu übernehmen und durchzuführen hat innerhalb seiner Erdenpilgerschaft. Der Mensch hat bestimmte Tugenden auszubilden, die er nicht außerhalb der Erdenpilgerschaft ausbilden kann. Sieben solcher Tugenden sind es. Mit den Anlagen zu diesen Tugenden kam der Mensch auf die Erde, und am Ende seiner Erdenpilgerschaft soll er diese sieben Tugenden voll entwickelt haben.

[ 6 ] Wenn ich einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich sagen: Stellen wir uns einen Menschen vor, der der Anlage nach mit dem größten Wohlwollen für die Mitmenschen ausgestattet ist, einen ganz freigebigen Menschen, der aber ganz arm ist und deshalb nicht in der Lage ist, von dieser seiner mildtätigen Anlage Gebrauch zu machen. So ist auch der menschliche Charakter seiner Anlage nach ein im höchsten Grade vollendeter; der Mensch kann aber noch keinen wirklichen Gebrauch davon machen. Nun stellen wir uns vor, dieser Mensch zieht in ein noch unbebautes, fernes Land und versucht, es produktiv zu machen; er erzeugt durch harte Arbeit dort so viel, daß er sich nun die Mittel erwirbt, die er, wenn er zurückkommt in sein ursprüngliches Land, nun seinen Mitmenschen zugutekommen lassen kann. Nun kann er das ausführen, was als Anlage der Freigebigkeit in ihm enthalten war.

[ 6 ] Wenn ich einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich sagen: Stellen wir uns einen Menschen vor, der der Anlage nach mit dem größten Wohlwollen für die Mitmenschen ausgestattet ist, einen ganz freigebigen Menschen, der aber ganz arm ist und deshalb nicht in der Lage ist, von dieser seiner mildtätigen Anlage Gebrauch zu machen. So ist auch der menschliche Charakter seiner Anlage nach ein im höchsten Grade vollendeter; der Mensch kann aber noch keinen wirklichen Gebrauch davon machen. Nun stellen wir uns vor, dieser Mensch zieht in ein noch unbebautes, fernes Land und versucht, es produktiv zu machen; er erzeugt durch harte Arbeit dort so viel, daß er sich nun die Mittel erwirbt, die er, wenn er zurückkommt in sein ursprüngliches Land, nun seinen Mitmenschen zugutekommen lassen kann. Nun kann er das ausführen, was als Anlage der Freigebigkeit in ihm enthalten war.

[ 7 ] Die Anlagen zu sieben solcher Tugenden liegen im Menschen bei seiner ersten Verkörperung. Nach Millionen von Jahren wird er wieder hinausziehen aus seiner Erdenpilgerschaft, und diese Anlagen werden dann zu Tugenden ausgebildet sein. Er wird dann diese Fähigkeiten verwenden können in einer zukünftigen planetarischen Entwicklung. Diese sieben Tugenden sind:

[ 7 ] Die Anlagen zu sieben solcher Tugenden liegen im Menschen bei seiner ersten Verkörperung. Nach Millionen von Jahren wird er wieder hinausziehen aus seiner Erdenpilgerschaft, und diese Anlagen werden dann zu Tugenden ausgebildet sein. Er wird dann diese Fähigkeiten verwenden können in einer zukünftigen planetarischen Entwicklung. Diese sieben Tugenden sind:

1. Gerechtigkeit
2. Urteilsenthaltsamkeit
3. Starkmut
4. Klugheit

1. Gerechtigkeit
2. Urteilsenthaltsamkeit
3. Starkmut
4. Klugheit

[ 8 ] Das sind die vier niederen Tugenden. Die Klugheit faßt alles das zusammen, was uns befähigt, über unsere irdischen Verhältnisse ein Urteil zu fällen und dadurch selbst einzugreifen in den Gang der irdischen Verhältnisse. Durch das Sich-Erarbeiten dieser Fähigkeiten gewinnt der Mensch die Kraft, durch die er kraftvoll und führend in die Welt eingreifen kann.

[ 8 ] Das sind die vier niederen Tugenden. Die Klugheit faßt alles das zusammen, was uns befähigt, über unsere irdischen Verhältnisse ein Urteil zu fällen und dadurch selbst einzugreifen in den Gang der irdischen Verhältnisse. Durch das Sich-Erarbeiten dieser Fähigkeiten gewinnt der Mensch die Kraft, durch die er kraftvoll und führend in die Welt eingreifen kann.

[ 9 ] Die drei höheren Tugenden sind:

[ 9 ] Die drei höheren Tugenden sind:

Glaube
Hoffnung
Liebe.

Glaube
Hoffnung
Liebe.

[ 10 ] Goethe hat es ausgedrückt mit den Worten: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis». Wenn der Mensch in allem, was er sehen und hören kann, nur ein Sinnbild sieht für ein Ewiges, das es ausdrückt, dann hat er den «Glauben». Das ist die erste der drei höheren Tugenden. Die zweite ist, ein Gefühl dafür zu entwickeln, daß der Mensch nie auf dem Punkte stehenbleiben soll, auf dem er steht, ein Gefühl dafür, daß wir heute Menschen der fünften Rasse sind, später aber uns höherentwickeln werden. Das ist die Hoffnung. Wir haben also den Glauben an das Ewige, und dann das Vertrauen, die Hoffnung auf die höhere Entwicklung. Die letzte Tugend ist die, welche als letztes Ziel unseres Kosmos auszubilden ist, es ist die Liebe. Deshalb nennen wir auch unsere Erde den «Kosmos der Liebe». Was wir in uns entwickeln müssen, indem wir der Erde angehören, das ist die Liebe, und wenn wir unsere Erdenpilgerschaft vollendet haben werden, dann wird die Erde ein Kosmos der Liebe sein. Die Liebe wird dann eine selbstverständliche Kraft aller menschlichen Wesen sein. Sie wird mit einer solchen Selbstverständlichkeit auftreten, wie beim Magneten die magnetische Kraft der Anziehung und Abstoßung selbstverständlich ist.

[ 10 ] Goethe hat es ausgedrückt mit den Worten: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis». Wenn der Mensch in allem, was er sehen und hören kann, nur ein Sinnbild sieht für ein Ewiges, das es ausdrückt, dann hat er den «Glauben». Das ist die erste der drei höheren Tugenden. Die zweite ist, ein Gefühl dafür zu entwickeln, daß der Mensch nie auf dem Punkte stehenbleiben soll, auf dem er steht, ein Gefühl dafür, daß wir heute Menschen der fünften Rasse sind, später aber uns höherentwickeln werden. Das ist die Hoffnung. Wir haben also den Glauben an das Ewige, und dann das Vertrauen, die Hoffnung auf die höhere Entwicklung. Die letzte Tugend ist die, welche als letztes Ziel unseres Kosmos auszubilden ist, es ist die Liebe. Deshalb nennen wir auch unsere Erde den «Kosmos der Liebe». Was wir in uns entwickeln müssen, indem wir der Erde angehören, das ist die Liebe, und wenn wir unsere Erdenpilgerschaft vollendet haben werden, dann wird die Erde ein Kosmos der Liebe sein. Die Liebe wird dann eine selbstverständliche Kraft aller menschlichen Wesen sein. Sie wird mit einer solchen Selbstverständlichkeit auftreten, wie beim Magneten die magnetische Kraft der Anziehung und Abstoßung selbstverständlich ist.

[ 11 ] Nach und nach, durch verschiedene Verkörperungen hindurch, muß der Mensch diese Tugenden entwickeln. Ungefähr auf der Mitte dieses Weges ist er jetzt angelangt. Was diese Tugenden einmal sein werden, ist von der christlichen Theologie richtig so bezeichnet worden: «Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehöret hat und keinem Menschen ins Herz gekommen ist»; das soll bedeuten, daß niemand sich eine Vorstellung machen kann, in welch vollendeter Weise diese Tugenden einmal in dem Vollendeten vorhanden sein werden. Von Stufe zu Stufe arbeiten wir uns in den verschiedenen Verkörperungen. Wir steigen gleichsam mit der Anlage zu diesen sieben Tugenden aus der geistigen Welt herunter und müssen diese Tugenden im Leben ausbilden, um sie dann wirklich zu haben. So ist das irdische Leben nichts anderes als das Hindurchziehen durch ein Land, um daran zu arbeiten, die Anlagen in wahre Fähigkeiten umzusetzen. Wer hineinzieht in dieses Land, der muß sich zunächst hingeben an die Arbeit, und während der Arbeit wird er vielleicht nicht hinblicken können auf jenes hohe Ziel. Er entwickelt die Tugenden, indem er mit den anderen Menschen in Verbindung tritt, um so Starkmut, Gerechtigkeit, Hoffnung, Liebe und so weiter auszubilden. Er kommt mit anderen Menschen zusammen, und er muß diese Begegnungen benützen zur Ausbildung der Tugenden. Um die Tugenden auszubilden, muß der Mensch heruntersteigen aus der geistigen Welt in die physische Welt. Er wird verstrickt in dasjenige, was die physische Welt enthält, und immer enthält diese auch das Astrale, die Welt der Begierden, der Lüste: Kamaloka.

[ 11 ] Nach und nach, durch verschiedene Verkörperungen hindurch, muß der Mensch diese Tugenden entwickeln. Ungefähr auf der Mitte dieses Weges ist er jetzt angelangt. Was diese Tugenden einmal sein werden, ist von der christlichen Theologie richtig so bezeichnet worden: «Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehöret hat und keinem Menschen ins Herz gekommen ist»; das soll bedeuten, daß niemand sich eine Vorstellung machen kann, in welch vollendeter Weise diese Tugenden einmal in dem Vollendeten vorhanden sein werden. Von Stufe zu Stufe arbeiten wir uns in den verschiedenen Verkörperungen. Wir steigen gleichsam mit der Anlage zu diesen sieben Tugenden aus der geistigen Welt herunter und müssen diese Tugenden im Leben ausbilden, um sie dann wirklich zu haben. So ist das irdische Leben nichts anderes als das Hindurchziehen durch ein Land, um daran zu arbeiten, die Anlagen in wahre Fähigkeiten umzusetzen. Wer hineinzieht in dieses Land, der muß sich zunächst hingeben an die Arbeit, und während der Arbeit wird er vielleicht nicht hinblicken können auf jenes hohe Ziel. Er entwickelt die Tugenden, indem er mit den anderen Menschen in Verbindung tritt, um so Starkmut, Gerechtigkeit, Hoffnung, Liebe und so weiter auszubilden. Er kommt mit anderen Menschen zusammen, und er muß diese Begegnungen benützen zur Ausbildung der Tugenden. Um die Tugenden auszubilden, muß der Mensch heruntersteigen aus der geistigen Welt in die physische Welt. Er wird verstrickt in dasjenige, was die physische Welt enthält, und immer enthält diese auch das Astrale, die Welt der Begierden, der Lüste: Kamaloka.

[ 12 ] Wir können nicht unsere Klugheit so [umfassend] ausbilden, daß sie die ganze Welt erschüttert. Nein, wir müssen zufrieden sein, daß wir an dem Ort und zu der Zeit, in die wir hineingeboren sind, in entsprechender Weise wirken können. Galilei, Giordano Bruno haben in ihrem Volk und in ihrer Zeit ihre höheren Seelenkräfte, ihr Kama-manas ausgebildet. Giordano Brunos Verstand taugte für sein Volk und für seine Zeit. Würde er in ein anderes Volk gesetzt worden sein und zu einer anderen Zeit geboren worden sein, so hätte er andere Fähigkeiten haben müssen. Der Mensch ist durch seine Aufgaben mit der physischen Umwelt verstrickt, und so ist es auch mit unseren höheren Fähigkeiten; wir sind in jeder Inkarnation auf ein enges Gebiet beschränkt. Auch unser Verstand und unsere höheren Seelenkräfte sind auf ein gewisses eng begrenztes Gebiet beschränkt, und erst recht unsere Wünsche, Begierden, unsere Leidenschaften und Instinkte.

[ 12 ] Wir können nicht unsere Klugheit so [umfassend] ausbilden, daß sie die ganze Welt erschüttert. Nein, wir müssen zufrieden sein, daß wir an dem Ort und zu der Zeit, in die wir hineingeboren sind, in entsprechender Weise wirken können. Galilei, Giordano Bruno haben in ihrem Volk und in ihrer Zeit ihre höheren Seelenkräfte, ihr Kama-manas ausgebildet. Giordano Brunos Verstand taugte für sein Volk und für seine Zeit. Würde er in ein anderes Volk gesetzt worden sein und zu einer anderen Zeit geboren worden sein, so hätte er andere Fähigkeiten haben müssen. Der Mensch ist durch seine Aufgaben mit der physischen Umwelt verstrickt, und so ist es auch mit unseren höheren Fähigkeiten; wir sind in jeder Inkarnation auf ein enges Gebiet beschränkt. Auch unser Verstand und unsere höheren Seelenkräfte sind auf ein gewisses eng begrenztes Gebiet beschränkt, und erst recht unsere Wünsche, Begierden, unsere Leidenschaften und Instinkte.

[ 13 ] Wir müssen das, was wir mitgebracht haben aus dem Geistigen, in die Wünsche hineingießen. Wenn ich das Höchste will, so muß ich das Höchste mit dem Wunsche umgeben. Um seine Aufgaben in der physischen Welt zu erfüllen, muß der Mensch zusammenwachsen mit der physischen Welt, und er bildet eine Art von Schale um sich, durch die er zusammenhängt mit der Welt der Wünsche und Begierden. Wie Sie mit den Gegenständen der physischen Welt so zusammenhängen, daß Sie sich an ihnen stoßen, so hängen Sie durch Ihre Wünsche, Begierden und Leidenschaften mit der Welt des Astralischen zusammen. Und wie Sie unmittelbar mit dem Tode sich aus der Welt des Physischen loslösen, so müssen Sie nach dem Tode auch von der astralen Welt nach und nach sich losreißen. Mit denjenigen Menschen, mit denen der Mensch zusammenwirkte, ist er zusammengewachsen. Er muß diese Schale erst abstreifen. Das geschieht im Kamaloka. Hat der Mensch die Erdenhülle unmittelbar mit dem Tode verloren, so ist er noch verbunden mit der Welt seiner Wünsche, Begierden und Leidenschaften. Durch eine Leidenschaft, durch die er noch innig verbunden ist mit diesem irdischen Dasein, hat er eine Zeit der Auseinandersetzung mit diesem irdischen Dasein durchzumachen. Dieses nennen wir den Aufenthalt im Kamaloka.

[ 13 ] Wir müssen das, was wir mitgebracht haben aus dem Geistigen, in die Wünsche hineingießen. Wenn ich das Höchste will, so muß ich das Höchste mit dem Wunsche umgeben. Um seine Aufgaben in der physischen Welt zu erfüllen, muß der Mensch zusammenwachsen mit der physischen Welt, und er bildet eine Art von Schale um sich, durch die er zusammenhängt mit der Welt der Wünsche und Begierden. Wie Sie mit den Gegenständen der physischen Welt so zusammenhängen, daß Sie sich an ihnen stoßen, so hängen Sie durch Ihre Wünsche, Begierden und Leidenschaften mit der Welt des Astralischen zusammen. Und wie Sie unmittelbar mit dem Tode sich aus der Welt des Physischen loslösen, so müssen Sie nach dem Tode auch von der astralen Welt nach und nach sich losreißen. Mit denjenigen Menschen, mit denen der Mensch zusammenwirkte, ist er zusammengewachsen. Er muß diese Schale erst abstreifen. Das geschieht im Kamaloka. Hat der Mensch die Erdenhülle unmittelbar mit dem Tode verloren, so ist er noch verbunden mit der Welt seiner Wünsche, Begierden und Leidenschaften. Durch eine Leidenschaft, durch die er noch innig verbunden ist mit diesem irdischen Dasein, hat er eine Zeit der Auseinandersetzung mit diesem irdischen Dasein durchzumachen. Dieses nennen wir den Aufenthalt im Kamaloka.

[ 14 ] Wie die irdisch-physische Welt aus verschiedenen Gebieten besteht, so besteht auch die astrale Welt aus verschiedenen Gebieten, und diese können wir gliedern nach den sieben Tugenden, die ich genannt habe. Dadurch, daß wir diese Tugenden ausbilden, sind wir in einer ganz bestimmten Weise mit der Welt des Astralischen verstrickt und verkettet.

[ 14 ] Wie die irdisch-physische Welt aus verschiedenen Gebieten besteht, so besteht auch die astrale Welt aus verschiedenen Gebieten, und diese können wir gliedern nach den sieben Tugenden, die ich genannt habe. Dadurch, daß wir diese Tugenden ausbilden, sind wir in einer ganz bestimmten Weise mit der Welt des Astralischen verstrickt und verkettet.

[ 15 ] Der Mensch muß lernen, Gerechtigkeit bewußt zu üben. Das kann er nur durch Überwinden der astralen Kräfte. Gerechtigkeit kann es nur geben in einer Welt, wo die Einzelnen Sonderwesen sind; nur von Einzelwesen zu Einzelwesen ist Gerechtigkeit möglich. Bewußt muß ich mich zu anderen Einzelwesen [gerecht] verhalten. Ich muß mich also zuerst als Sonderwesen fühlen, um gegenüber den Mitmenschen Gerechtigkeit üben zu können. Vorbedingung dazu ist das Abgesondertsein des einen von dem anderen. Erst sondert sich der Mensch als Einzelwesen ab, und dieses Sondersein führt es zu einem Kampf ums Dasein. Der Kampf ums Dasein ist der Gegensatz, der entgegengesetzte Pol zur Gerechtigkeit, er muß überwunden werden durch die Tugend der Gerechtigkeit. Abstreifen muß der Mensch alles, was gegen den anderen Menschen sich stellt, abstreifen alle Untugenden, welche aus dem Kampf ums Dasein entspringen. Die Region, in der die Kräfte des Kampfs ums Dasein walten, ist die dunkelste Region des Kamaloka. In ägyptischen Urkunden wird uns erzählt von dieser Region, die schwarz ist wie die Nacht, in der die Wesen hilflos herumirren. «Hier ist keine Luft, kein Wasser, hier vermag kein Mensch mit Ruhe im Herzen zu leben.»

[ 15 ] Der Mensch muß lernen, Gerechtigkeit bewußt zu üben. Das kann er nur durch Überwinden der astralen Kräfte. Gerechtigkeit kann es nur geben in einer Welt, wo die Einzelnen Sonderwesen sind; nur von Einzelwesen zu Einzelwesen ist Gerechtigkeit möglich. Bewußt muß ich mich zu anderen Einzelwesen [gerecht] verhalten. Ich muß mich also zuerst als Sonderwesen fühlen, um gegenüber den Mitmenschen Gerechtigkeit üben zu können. Vorbedingung dazu ist das Abgesondertsein des einen von dem anderen. Erst sondert sich der Mensch als Einzelwesen ab, und dieses Sondersein führt es zu einem Kampf ums Dasein. Der Kampf ums Dasein ist der Gegensatz, der entgegengesetzte Pol zur Gerechtigkeit, er muß überwunden werden durch die Tugend der Gerechtigkeit. Abstreifen muß der Mensch alles, was gegen den anderen Menschen sich stellt, abstreifen alle Untugenden, welche aus dem Kampf ums Dasein entspringen. Die Region, in der die Kräfte des Kampfs ums Dasein walten, ist die dunkelste Region des Kamaloka. In ägyptischen Urkunden wird uns erzählt von dieser Region, die schwarz ist wie die Nacht, in der die Wesen hilflos herumirren. «Hier ist keine Luft, kein Wasser, hier vermag kein Mensch mit Ruhe im Herzen zu leben.»

[ 16 ] Die Enthaltsamkeit des Urteils, die Urteilsenthaltsamkeit gegenüber der Umgebung, das ist die zweite Tugend, die geübt werden muß. Gewöhnlich urteilt der Mensch nach Sympathie und Antipathie, mit der er anderen gegenübersteht. Nach und nach lernt er erkennen, daß, wenn man einen Menschen begreifen will, man über Sympathie und Antipathie hinauskommen muß, sie überwinden muß. Und wie die Gerechtigkeit als Gegenpol den Kampf uns Dasein hat, so hat die Enthaltsamkeit des Urteils als entgegengesetzte Untugend das Sich-Hingeben an alle Reize der Außenwelt. Antipathie und Sympathie müssen abgestreift werden in der zweiten Region von Kamaloka.

[ 16 ] Die Enthaltsamkeit des Urteils, die Urteilsenthaltsamkeit gegenüber der Umgebung, das ist die zweite Tugend, die geübt werden muß. Gewöhnlich urteilt der Mensch nach Sympathie und Antipathie, mit der er anderen gegenübersteht. Nach und nach lernt er erkennen, daß, wenn man einen Menschen begreifen will, man über Sympathie und Antipathie hinauskommen muß, sie überwinden muß. Und wie die Gerechtigkeit als Gegenpol den Kampf uns Dasein hat, so hat die Enthaltsamkeit des Urteils als entgegengesetzte Untugend das Sich-Hingeben an alle Reize der Außenwelt. Antipathie und Sympathie müssen abgestreift werden in der zweiten Region von Kamaloka.

[ 17 ] Die Tugend des Starkmutes kann nur der entwickeln, der nicht bewahrt ist vor Versuchung. Wir können diese Tugend nur dadurch entwickeln, daß die ihr entgegensetzten Pole da sind und wir in sie hineinverstrickt sind. Tag für Tag, Stunde für Stunde sind wir den Versuchungen ausgesetzt. Das müssen wir auf der dritten Stufe ablegen, indem wir in dieser Region die Tugend des Starkmutes entwickeln.

[ 17 ] Die Tugend des Starkmutes kann nur der entwickeln, der nicht bewahrt ist vor Versuchung. Wir können diese Tugend nur dadurch entwickeln, daß die ihr entgegensetzten Pole da sind und wir in sie hineinverstrickt sind. Tag für Tag, Stunde für Stunde sind wir den Versuchungen ausgesetzt. Das müssen wir auf der dritten Stufe ablegen, indem wir in dieser Region die Tugend des Starkmutes entwickeln.

[ 18 ] Klugheit kann nur dadurch ausgebildet werden, daß der Mensch durch unzählige Irrtümer hindurchgeht. Goethe sagt: «Es irrt der Mensch, solang er strebt.» — So wie das Kind dadurch lernt, daß es sich beim Fallen verletzt, so haben alle großen Menschen aus Erfahrungen gelernt, die sie durch Irrtümer gemacht haben. Das geschieht in der vierten Region des Kamaloka.

[ 18 ] Klugheit kann nur dadurch ausgebildet werden, daß der Mensch durch unzählige Irrtümer hindurchgeht. Goethe sagt: «Es irrt der Mensch, solang er strebt.» — So wie das Kind dadurch lernt, daß es sich beim Fallen verletzt, so haben alle großen Menschen aus Erfahrungen gelernt, die sie durch Irrtümer gemacht haben. Das geschieht in der vierten Region des Kamaloka.

[ 19 ] Nun die höheren Tugenden. Die erste ist der Glaube; das ist das Erkennen des Ewigen im Zeitlichen und Irdischen, die Anschauung, daß alles Vergängliche nur ein Gleichnis ist. Die verschiedenen Weltanschauungen sind fortlaufende Versuche, die Menschen da oder dort, dieser oder jener Nation, auf den verschiedensten Wegen zur Erkenntnis des Ewigen zu führen. Der Mensch muß durch den Buchstaben zum Geist vordringen, vom Dogma zur wahren, inneren Erkenntnis. Der Mensch wird immer in Versuchung kommen, in ein umgrenztes Buchstabenfeld verstrickt zu sein. Weil wir im Leben notwendigerweise ein Glied eines bestimmten Zeitalters sind, so müssen wir erst das ablegen, was unserer Zeit zum Dogma geworden ist, um zu der Wahrheit zu kommen, welche sich in allen Weltanschauungen und Religionen ausspricht. In der fünften Region treffen wir die Frommen, die Buchstabengläubigen aller religiösen Bekenntnisse, aller Weltanschauungen: buchstabengläubige Hindus, buchstabengläubige Mohammedaner, buchstabengläubige Christen und auch Theosophen, die an den Buchstaben glauben.

[ 19 ] Nun die höheren Tugenden. Die erste ist der Glaube; das ist das Erkennen des Ewigen im Zeitlichen und Irdischen, die Anschauung, daß alles Vergängliche nur ein Gleichnis ist. Die verschiedenen Weltanschauungen sind fortlaufende Versuche, die Menschen da oder dort, dieser oder jener Nation, auf den verschiedensten Wegen zur Erkenntnis des Ewigen zu führen. Der Mensch muß durch den Buchstaben zum Geist vordringen, vom Dogma zur wahren, inneren Erkenntnis. Der Mensch wird immer in Versuchung kommen, in ein umgrenztes Buchstabenfeld verstrickt zu sein. Weil wir im Leben notwendigerweise ein Glied eines bestimmten Zeitalters sind, so müssen wir erst das ablegen, was unserer Zeit zum Dogma geworden ist, um zu der Wahrheit zu kommen, welche sich in allen Weltanschauungen und Religionen ausspricht. In der fünften Region treffen wir die Frommen, die Buchstabengläubigen aller religiösen Bekenntnisse, aller Weltanschauungen: buchstabengläubige Hindus, buchstabengläubige Mohammedaner, buchstabengläubige Christen und auch Theosophen, die an den Buchstaben glauben.

[ 20 ] Die nächste Tugend ist diejenige, die das Christentum «Hoffnung» genannt hat. Hoffnung kann der Mensch nur ausbilden, wenn er an eine Fortentwicklung glaubt. Nach und nach können wir das begreifen lernen durch die theosophische Lehre, die uns hinführt zu dem Gedanken der Fortentwicklung. Gewaltig war schon die menschliche Entwicklung vor unserer Zeit. Noch größer ist der Ausblick in eine zukünftige höhere Entwicklung für den Chela. Er entwickelt ein Gefühl dafür, daß der Mensch nicht stehenbleiben darf bei den endlichen, den begrenzten Idealen, bei den Idealen, die nur seiner Zeit angehören. Sehen Sie sich Sokrates an oder Robespierre oder die Idealisten unserer Zeit. Versuchen Sie, ob deren Ideale für irgendein anderes Volk, für irgendein anderes Zeitalter gepaßt hätten. Versuchen Sie, ob die Ideale und Hoffnungen eines Kolumbus in einer anderen Zeit und in einem anderen Volke in die Wirklichkeit hätten umgesetzt werden können. Diese Beschränkung auf eine Zeit oder auf ein Volk, das muß der Mensch in dieser lichtvollen sechsten Region des Kamaloka abstreifen.

[ 20 ] Die nächste Tugend ist diejenige, die das Christentum «Hoffnung» genannt hat. Hoffnung kann der Mensch nur ausbilden, wenn er an eine Fortentwicklung glaubt. Nach und nach können wir das begreifen lernen durch die theosophische Lehre, die uns hinführt zu dem Gedanken der Fortentwicklung. Gewaltig war schon die menschliche Entwicklung vor unserer Zeit. Noch größer ist der Ausblick in eine zukünftige höhere Entwicklung für den Chela. Er entwickelt ein Gefühl dafür, daß der Mensch nicht stehenbleiben darf bei den endlichen, den begrenzten Idealen, bei den Idealen, die nur seiner Zeit angehören. Sehen Sie sich Sokrates an oder Robespierre oder die Idealisten unserer Zeit. Versuchen Sie, ob deren Ideale für irgendein anderes Volk, für irgendein anderes Zeitalter gepaßt hätten. Versuchen Sie, ob die Ideale und Hoffnungen eines Kolumbus in einer anderen Zeit und in einem anderen Volke in die Wirklichkeit hätten umgesetzt werden können. Diese Beschränkung auf eine Zeit oder auf ein Volk, das muß der Mensch in dieser lichtvollen sechsten Region des Kamaloka abstreifen.

[ 21 ] Damit der Mensch die «Liebe» lernt, muß er im Endlichen anfangen. Um einen höheren Begriff der Liebe zu lernen, muß er mit dem Kleinen anfangen, mit dem Vergänglichen und dem Endlichen und sich weiterentwickeln. Die Liebe muß eine Selbstverständlichkeit, eine selbstverständliche Kraft werden. Sie muß das Ziel sein und das Streben der Menschen. Wenn der Mensch die Liebe entwickelt, dann erlebt er sich in der siebenten und höchsten Region des Kamaloka.

[ 21 ] Damit der Mensch die «Liebe» lernt, muß er im Endlichen anfangen. Um einen höheren Begriff der Liebe zu lernen, muß er mit dem Kleinen anfangen, mit dem Vergänglichen und dem Endlichen und sich weiterentwickeln. Die Liebe muß eine Selbstverständlichkeit, eine selbstverständliche Kraft werden. Sie muß das Ziel sein und das Streben der Menschen. Wenn der Mensch die Liebe entwickelt, dann erlebt er sich in der siebenten und höchsten Region des Kamaloka.

[ 22 ] Sieben Läuterungsfeuer gibt es im Kamaloka, durch die die Seele hindurchziehen muß. Dann steigt sie auf in das Devachan, wo es wiederum sieben Regionen gibt. Nur das, was Frucht eines hohen Ideals ist, das kann mit hinübergenommen werden in ein neues Dasein, in eine neue Verkörperung. Was an Ort und Zeit gebunden ist, das muß abfallen im Kamaloka.

[ 22 ] Sieben Läuterungsfeuer gibt es im Kamaloka, durch die die Seele hindurchziehen muß. Dann steigt sie auf in das Devachan, wo es wiederum sieben Regionen gibt. Nur das, was Frucht eines hohen Ideals ist, das kann mit hinübergenommen werden in ein neues Dasein, in eine neue Verkörperung. Was an Ort und Zeit gebunden ist, das muß abfallen im Kamaloka.

[ 23 ] So hat der Mensch, je nachdem, ob er die eine oder die andere Läuterung durchzumachen hat, die sieben Regionen des Kamaloka zu durchlaufen. Wenn ein Mensch zum Beispiel Starkmut ausbilden und deshalb gestärkt werden muß gegenüber Wünschen und Verlangen, so wird er in der Region, in der er das Negative läutern kann, erwachen. Die übrigen Regionen wird er mehr schlafend durchgehen. Das ist dasjenige, was die Theosophie den Aufenthalt im Kamaloka nennt. Was wir auf der Pilgerfahrt unseres irdischen Lebens durchzumachen haben, ermöglicht uns, daß wir von Entwicklungsstufe zu Entwicklungsstufe gehen und daß wir in den Zwischenzuständen [zwischen dem Tod und einer neuen Geburt] durch Seelenläuterungsorte hindurchgehen müssen und die Schlacken in Kamaloka abstreifen.

[ 23 ] So hat der Mensch, je nachdem, ob er die eine oder die andere Läuterung durchzumachen hat, die sieben Regionen des Kamaloka zu durchlaufen. Wenn ein Mensch zum Beispiel Starkmut ausbilden und deshalb gestärkt werden muß gegenüber Wünschen und Verlangen, so wird er in der Region, in der er das Negative läutern kann, erwachen. Die übrigen Regionen wird er mehr schlafend durchgehen. Das ist dasjenige, was die Theosophie den Aufenthalt im Kamaloka nennt. Was wir auf der Pilgerfahrt unseres irdischen Lebens durchzumachen haben, ermöglicht uns, daß wir von Entwicklungsstufe zu Entwicklungsstufe gehen und daß wir in den Zwischenzuständen [zwischen dem Tod und einer neuen Geburt] durch Seelenläuterungsorte hindurchgehen müssen und die Schlacken in Kamaloka abstreifen.

[ 24 ] Erst dem Sehenden erscheinen die verschiedenen Orte in Kamaloka verständlich. Für den Chela kommt die Stufe, wo er die Helle verstehen lernt, der Augenblick, in welchem unser Auge für die astrale Welt geöffnet wird. Was in der physischen Welt ist, ist dann nicht mehr da. Er sieht die Sonne um Mitternacht glänzen. Die anderen Menschen können die Sonne nicht um Mitternacht glänzen sehen. Es ist dies kein Symbol, es ist so wörtlich wie nur möglich zu verstehen: Für das astrale Auge wird die Sonne um Mitternacht sichtbar. Der Chela kann diese Schwelle überschreiten, er erkennt das, was der Mensch normalerweise nur sieht, wenn er die Pforte des Todes überschreitet. Das ist nicht Theorie, sondern es ist wirkliche Erfahrung, von der so erzählt werden kann, wie zum Beispiel jemand Ihnen seine Erlebnisse erzählen kann, der eine Reise nach Amerika gemacht hat. Daß es solche höheren Welten gibt, davon hatten die materialistischen Weltanschauungen und Gesinnungen der letzten Jahrhunderte wenig Ahnung. Wieder ein Bewußtsein davon zu erwecken, daß es solche höheren Welten gibt, das hat sich die Theosophie zur Aufgabe gemacht. Daß eine solche Kunde notwendig ist, besonders in unserer gegenwärtigen Kultur, das hat der Theosophischen Gesellschaft ihren Ursprung gegeben. Es ist notwendig, daß wiederum die Stimme einer höheren Welt in diese unsere Welt hineintönt. Wir müssen hingeführt werden zu dem, was die sieben Tugenden uns lehren und was durch sie gelernt werden kann. Wir müssen erkennen, wie diese Tugenden ausgebildet werden können.

[ 24 ] Erst dem Sehenden erscheinen die verschiedenen Orte in Kamaloka verständlich. Für den Chela kommt die Stufe, wo er die Helle verstehen lernt, der Augenblick, in welchem unser Auge für die astrale Welt geöffnet wird. Was in der physischen Welt ist, ist dann nicht mehr da. Er sieht die Sonne um Mitternacht glänzen. Die anderen Menschen können die Sonne nicht um Mitternacht glänzen sehen. Es ist dies kein Symbol, es ist so wörtlich wie nur möglich zu verstehen: Für das astrale Auge wird die Sonne um Mitternacht sichtbar. Der Chela kann diese Schwelle überschreiten, er erkennt das, was der Mensch normalerweise nur sieht, wenn er die Pforte des Todes überschreitet. Das ist nicht Theorie, sondern es ist wirkliche Erfahrung, von der so erzählt werden kann, wie zum Beispiel jemand Ihnen seine Erlebnisse erzählen kann, der eine Reise nach Amerika gemacht hat. Daß es solche höheren Welten gibt, davon hatten die materialistischen Weltanschauungen und Gesinnungen der letzten Jahrhunderte wenig Ahnung. Wieder ein Bewußtsein davon zu erwecken, daß es solche höheren Welten gibt, das hat sich die Theosophie zur Aufgabe gemacht. Daß eine solche Kunde notwendig ist, besonders in unserer gegenwärtigen Kultur, das hat der Theosophischen Gesellschaft ihren Ursprung gegeben. Es ist notwendig, daß wiederum die Stimme einer höheren Welt in diese unsere Welt hineintönt. Wir müssen hingeführt werden zu dem, was die sieben Tugenden uns lehren und was durch sie gelernt werden kann. Wir müssen erkennen, wie diese Tugenden ausgebildet werden können.

[ 25 ] Die letzte Aufgabe ist: «Weisheit in der Liebe» und «Liebe in der Weisheit». Liebe in der Weisheit ist es, was der Mensch nach der Ausbildung der sieben Tugenden erlangen wird und was er mit hinaustragen kann aus dieser Weltentwicklung. Dies finden Sie schon ausgesprochen in der Salomonischen Weisheit in den Worten: «Und weil ich gebetet habe um Klugheit, ward sie mir gegeben, und weil ich gefleht habe um Weisheit, ist der Geist der Weisheit zu mir gekommen. Und ich habe gelernt, diesen Geist der Weisheit höher zu achten als Fürstentümer und Königreiche».

[ 25 ] Die letzte Aufgabe ist: «Weisheit in der Liebe» und «Liebe in der Weisheit». Liebe in der Weisheit ist es, was der Mensch nach der Ausbildung der sieben Tugenden erlangen wird und was er mit hinaustragen kann aus dieser Weltentwicklung. Dies finden Sie schon ausgesprochen in der Salomonischen Weisheit in den Worten: «Und weil ich gebetet habe um Klugheit, ward sie mir gegeben, und weil ich gefleht habe um Weisheit, ist der Geist der Weisheit zu mir gekommen. Und ich habe gelernt, diesen Geist der Weisheit höher zu achten als Fürstentümer und Königreiche».

[ 26 ] Das ist dasjenige, worauf es ankommt: Nicht asketisch uns von dem physischen Dasein zurückzuziehen, sondern es zu einem höheren zu erheben; die «Reiche der Welt» zu hegen und zu pflegen und dasjenige zu entwickeln, was das Mittelalter «Spiritus sapientiae» nannte — Geist der Weisheit. Und mit dem Geist der Weisheit werden die Menschen hinausziehen zu einem neuen planetarischen Dasein.

[ 26 ] Das ist dasjenige, worauf es ankommt: Nicht asketisch uns von dem physischen Dasein zurückzuziehen, sondern es zu einem höheren zu erheben; die «Reiche der Welt» zu hegen und zu pflegen und dasjenige zu entwickeln, was das Mittelalter «Spiritus sapientiae» nannte — Geist der Weisheit. Und mit dem Geist der Weisheit werden die Menschen hinausziehen zu einem neuen planetarischen Dasein.

[ 27 ] Das alles können wir in der astralen Welt erfahren. Einen kleinen Blick zu geben in diese astrale Welt, die unserer physischen Welt am nächsten steht, das war der Zweck dieser Vorträge. Das nächste Mal wollen wir über die geistige Welt sprechen, die Welt des Devachan.

[ 27 ] Das alles können wir in der astralen Welt erfahren. Einen kleinen Blick zu geben in diese astrale Welt, die unserer physischen Welt am nächsten steht, das war der Zweck dieser Vorträge. Das nächste Mal wollen wir über die geistige Welt sprechen, die Welt des Devachan.