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On the Astral World and Devachan
GA 88

2 November 1903, Berlin

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Über die astrale Welt und das Devachan, 1st ed.
  1. On the Astral World and Devachan, tr. SOL

19. Über Frühere Gottesvorstellungen

19. Über Frühere Gottesvorstellungen

[ 1 ] Ich möchte heute von gewissen Erscheinungen sprechen, die zusammenhängen mit dem Zustand, der etwa in der Mitte der dritten Runde, der dritten Zeitepoche der Erdenentwicklung, eintritt und in dem die bisher ätherischen, feineren Menschenrassen dichter, stofflicher werden. Es entwickelt sich das Vorstellungsvermögen. In der ersten Wurzelrasse war erst das Empfindungsvermögen ausgebildet; die Menschen konnten empfinden, sie konnten den Unterschied wahrnehmen zwischen kalt und warm, zwischen hell und dunkel, zwischen naß und trocken, aber sie konnten noch nicht sich Dinge vorstellen, sie hatten noch nicht die Möglichkeit, die Gegenstände, die draußen sind, in sich zu wiederholen, das heißt in sich geistige Gegenbilder zu den Gegenständen draußen zu schaffen. Das tritt erst bei der dritten Wurzelrasse ein. Auf der einen Seite sehen wir da heraufkommen das Vorstellungsvermögen und auf der anderen Seite das Grob-Stoffliche, das sich ausdrückt in dem Fortpflanzungsvermögen und in dem Auftreten der Gegensätze des Männlichen und Weiblichen.

[ 1 ] Ich möchte heute von gewissen Erscheinungen sprechen, die zusammenhängen mit dem Zustand, der etwa in der Mitte der dritten Runde, der dritten Zeitepoche der Erdenentwicklung, eintritt und in dem die bisher ätherischen, feineren Menschenrassen dichter, stofflicher werden. Es entwickelt sich das Vorstellungsvermögen. In der ersten Wurzelrasse war erst das Empfindungsvermögen ausgebildet; die Menschen konnten empfinden, sie konnten den Unterschied wahrnehmen zwischen kalt und warm, zwischen hell und dunkel, zwischen naß und trocken, aber sie konnten noch nicht sich Dinge vorstellen, sie hatten noch nicht die Möglichkeit, die Gegenstände, die draußen sind, in sich zu wiederholen, das heißt in sich geistige Gegenbilder zu den Gegenständen draußen zu schaffen. Das tritt erst bei der dritten Wurzelrasse ein. Auf der einen Seite sehen wir da heraufkommen das Vorstellungsvermögen und auf der anderen Seite das Grob-Stoffliche, das sich ausdrückt in dem Fortpflanzungsvermögen und in dem Auftreten der Gegensätze des Männlichen und Weiblichen.

[ 2 ] Diese Entwicklung ist mit noch etwas anderem verknüpft, und zwar mit etwas, das uns ein tieferes Verständnis der Gottesvorstellung geben kann. Es hat in jener Zeit eine Gottesvorstellung noch nicht gegeben; erst von der dritten Wurzelrasse an konnte eine Gottesvorstellung aufdämmern, erst dann konnte ein Gottesbewußtsein entstehen. Wir verstehen das nur, wenn wir den Prozeß, [wie sich die Gottesvorstellung entwickelte,] als einen realen fassen. Wenn wir versuchen zu verstehen, wie die Gottesvorstellungen in der Menschheit begannen Platz zu fassen, so finden wir, daß man zunächst überall eine Religionsform konstatieren kann, die sich unterscheidet von dem Polytheismus und von den anderen Religionsformen. Deshalb wurde dafür ein besonderes Wort geprägt: Henotheismus. Henotheismus war die ursprüngliche Religionsform, die wir in dieser Zeit überall finden. Die Vielgötterei ist erst etwas Späteres. Die ursprüngliche Form der Gottesvorstellung ist die Anbetung und Verehrung einer Urgottheit. Diese Vorstellung unterscheidet sich aber von der späteren Vorstellung eines Einheitsgottes, dem Monotheismus, da sie nicht so bestimmt ausgebildet ist, da sie schwankend ist und verschwimmende Gestalt hat. Es ist eine unbestimmte Gottesvorstellung, die überall auftritt. Klar ausgedrückt müßte ich sagen: Ursprünglich stellten sich die Völker nicht einen Gott vor, sondern ein Göttliches, sie stellten sich vor, daß ein Unbestimmtes dem Weltenall zugrundeliegt, und daß dieses Unbestimmte göttlich ist. Woher und wie kamen die Menschen zu dieser Vorstellung, daß der Urgrund der Welt göttlich ist? Man hat verschiedene Hypothesen aufgestellt und nicht finden können, woher dieser Gedanke kommt. Der Henotheismus, so wie man ihn heute findet bei den sogenannten wilden Völkern, ist nicht die ursprüngliche Form dieser Gottesvorstellung, denn bei diesen Völkern haben wir es nicht mit direkten Nachfahren dieser alten Kulturen zu tun.

[ 2 ] Diese Entwicklung ist mit noch etwas anderem verknüpft, und zwar mit etwas, das uns ein tieferes Verständnis der Gottesvorstellung geben kann. Es hat in jener Zeit eine Gottesvorstellung noch nicht gegeben; erst von der dritten Wurzelrasse an konnte eine Gottesvorstellung aufdämmern, erst dann konnte ein Gottesbewußtsein entstehen. Wir verstehen das nur, wenn wir den Prozeß, [wie sich die Gottesvorstellung entwickelte,] als einen realen fassen. Wenn wir versuchen zu verstehen, wie die Gottesvorstellungen in der Menschheit begannen Platz zu fassen, so finden wir, daß man zunächst überall eine Religionsform konstatieren kann, die sich unterscheidet von dem Polytheismus und von den anderen Religionsformen. Deshalb wurde dafür ein besonderes Wort geprägt: Henotheismus. Henotheismus war die ursprüngliche Religionsform, die wir in dieser Zeit überall finden. Die Vielgötterei ist erst etwas Späteres. Die ursprüngliche Form der Gottesvorstellung ist die Anbetung und Verehrung einer Urgottheit. Diese Vorstellung unterscheidet sich aber von der späteren Vorstellung eines Einheitsgottes, dem Monotheismus, da sie nicht so bestimmt ausgebildet ist, da sie schwankend ist und verschwimmende Gestalt hat. Es ist eine unbestimmte Gottesvorstellung, die überall auftritt. Klar ausgedrückt müßte ich sagen: Ursprünglich stellten sich die Völker nicht einen Gott vor, sondern ein Göttliches, sie stellten sich vor, daß ein Unbestimmtes dem Weltenall zugrundeliegt, und daß dieses Unbestimmte göttlich ist. Woher und wie kamen die Menschen zu dieser Vorstellung, daß der Urgrund der Welt göttlich ist? Man hat verschiedene Hypothesen aufgestellt und nicht finden können, woher dieser Gedanke kommt. Der Henotheismus, so wie man ihn heute findet bei den sogenannten wilden Völkern, ist nicht die ursprüngliche Form dieser Gottesvorstellung, denn bei diesen Völkern haben wir es nicht mit direkten Nachfahren dieser alten Kulturen zu tun.

[ 3 ] Gehen wir zu den Lemuriern, so treffen wir auf einen Zeitpunkt, wo der Übergang stattfindet von dem allgemeinen Wirken der kosmischen Weisheit zu dem Wirken von Kama-Manas in der einzelnen Menschenseele. Vorher ist die Weisheit ein universelles Wesen, ein Wesen, das gleichsam über dem Ganzen schwebt als Geist. Es ist noch nicht sehr verschieden von dem Universalgeist, der während der Mondepoche gewirkt hat. Gerade in der lemurischen Zeit geschieht das Einträufeln des Allgeistes in die menschlichen Seelen. Stellen Sie sich das so vor: Vorher sahen die Lemurier den einheitlichen Geist, den sie sich noch nicht vorstellen konnten, außer sich; er schwebte über ihnen. Und in ihrer weiteren Entwicklung finden sie dasselbe in sich, was sie früher außer sich haben wahrnehmen können; sie finden es in sich selbst, in ihrer eigenen Seele widergespiegelt. Vor ihrer Entwicklung zu vorstellenden Wesen war das Schauen der Lemurier ein halb-astrales Schauen; die Einheits-Gottheit sahen sie über sich schwebend. Indem sie jetzt in sich sehen, spiegelt sich das, was sie früher außer sich sahen, in ihrer eigenen Seele. Es ist der Inhalt, der früher draußen war, derselbe, der jetzt in der eigenen Seele aufleuchtet. Die erste Gottesvorstellung ist nichts anderes als eine Wiederholung dieses Prozesses. Die Überreste einer solchen Religion können Sie in der ältesten indischen Religion finden.

[ 3 ] Gehen wir zu den Lemuriern, so treffen wir auf einen Zeitpunkt, wo der Übergang stattfindet von dem allgemeinen Wirken der kosmischen Weisheit zu dem Wirken von Kama-Manas in der einzelnen Menschenseele. Vorher ist die Weisheit ein universelles Wesen, ein Wesen, das gleichsam über dem Ganzen schwebt als Geist. Es ist noch nicht sehr verschieden von dem Universalgeist, der während der Mondepoche gewirkt hat. Gerade in der lemurischen Zeit geschieht das Einträufeln des Allgeistes in die menschlichen Seelen. Stellen Sie sich das so vor: Vorher sahen die Lemurier den einheitlichen Geist, den sie sich noch nicht vorstellen konnten, außer sich; er schwebte über ihnen. Und in ihrer weiteren Entwicklung finden sie dasselbe in sich, was sie früher außer sich haben wahrnehmen können; sie finden es in sich selbst, in ihrer eigenen Seele widergespiegelt. Vor ihrer Entwicklung zu vorstellenden Wesen war das Schauen der Lemurier ein halb-astrales Schauen; die Einheits-Gottheit sahen sie über sich schwebend. Indem sie jetzt in sich sehen, spiegelt sich das, was sie früher außer sich sahen, in ihrer eigenen Seele. Es ist der Inhalt, der früher draußen war, derselbe, der jetzt in der eigenen Seele aufleuchtet. Die erste Gottesvorstellung ist nichts anderes als eine Wiederholung dieses Prozesses. Die Überreste einer solchen Religion können Sie in der ältesten indischen Religion finden.

[ 4 ] Nun gehen wir herüber zu der atlantischen Rasse. Der Lemurier konnte nicht nur sehen, sondern sich auch ein geistiges Gegenbild des Gesehenen schaffen. Es ist etwas anderes, sich ein Bild zu schaffen und dieses Bild dann mit sich herumzutragen. Das Gedächtnis ist erst ausgebildet worden bei der atlantischen Rasse. In der ersten Wurzelrasse wurde das Empfindungsvermögen, in der zweiten das Anschauungsvermögen, in der dritten das Vorstellungsvermögen ausgebildet, und erst die vierte Wurzelrasse konnte die Vorstellungen behalten und hat dadurch das Gedächtnis ausgebildet. Wenn Sie sich das vorhalten, daß bei den Atlantiern vorzugsweise das Gedächtnis ausgebildet wurde, so können Sie sich denken, daß bei ihnen auch die Religion ganz bestimmte Formen annehmen mußte.

[ 4 ] Nun gehen wir herüber zu der atlantischen Rasse. Der Lemurier konnte nicht nur sehen, sondern sich auch ein geistiges Gegenbild des Gesehenen schaffen. Es ist etwas anderes, sich ein Bild zu schaffen und dieses Bild dann mit sich herumzutragen. Das Gedächtnis ist erst ausgebildet worden bei der atlantischen Rasse. In der ersten Wurzelrasse wurde das Empfindungsvermögen, in der zweiten das Anschauungsvermögen, in der dritten das Vorstellungsvermögen ausgebildet, und erst die vierte Wurzelrasse konnte die Vorstellungen behalten und hat dadurch das Gedächtnis ausgebildet. Wenn Sie sich das vorhalten, daß bei den Atlantiern vorzugsweise das Gedächtnis ausgebildet wurde, so können Sie sich denken, daß bei ihnen auch die Religion ganz bestimmte Formen annehmen mußte.

[ 5 ] Die lemurische Menschenrasse ging zugrunde, sie ging über in die atlantische Rasse, welche das Gedächtnis entwickelt hat. Mit ihrem vorzüglichen Gedächtnis erinnerten die Atlantier sich an die Bilder, welche sich ihre Vorfahren, die Lemurier, gemacht hatten. Das ist ungefähr so [vorzustellen], wie wenn Sie zum Beispiel im Wassertropfen die Sonne sich spiegeln sehen, aber nicht die Sonne selbst sehen. Daher entwickelten die Atlantier ein zweifaches Bewußtsein: In unseren Vorfahren ergriff das Göttliche Platz; sie waren unsere Ahnen, in deren Seelen Göttliches lebte. - Das war die Zeit, in der man begann, die Ahnen zu verehren; der Ahnenkult trat da auf. Die Ahnen wurden verehrt, weil man das Göttliche in deren Seelen aufblitzen sah. Eine Abart der Ahnenverehrung ist die spätere Heroenverehrung: Theseus, Iason und so weiter; auch das gehört zur Verehrung der Vorfahren. Damit wird aber auch die Vielheit der Götter eingeführt. Wir finden da das Einfließen der wirklichen Geistigkeit in die Menschenseele — Erinnerung, Ausbildung des Gedächtnisses — innerhalb der vierten Menschenrasse, innerhalb der Zeit der Atlantier.

[ 5 ] Die lemurische Menschenrasse ging zugrunde, sie ging über in die atlantische Rasse, welche das Gedächtnis entwickelt hat. Mit ihrem vorzüglichen Gedächtnis erinnerten die Atlantier sich an die Bilder, welche sich ihre Vorfahren, die Lemurier, gemacht hatten. Das ist ungefähr so [vorzustellen], wie wenn Sie zum Beispiel im Wassertropfen die Sonne sich spiegeln sehen, aber nicht die Sonne selbst sehen. Daher entwickelten die Atlantier ein zweifaches Bewußtsein: In unseren Vorfahren ergriff das Göttliche Platz; sie waren unsere Ahnen, in deren Seelen Göttliches lebte. - Das war die Zeit, in der man begann, die Ahnen zu verehren; der Ahnenkult trat da auf. Die Ahnen wurden verehrt, weil man das Göttliche in deren Seelen aufblitzen sah. Eine Abart der Ahnenverehrung ist die spätere Heroenverehrung: Theseus, Iason und so weiter; auch das gehört zur Verehrung der Vorfahren. Damit wird aber auch die Vielheit der Götter eingeführt. Wir finden da das Einfließen der wirklichen Geistigkeit in die Menschenseele — Erinnerung, Ausbildung des Gedächtnisses — innerhalb der vierten Menschenrasse, innerhalb der Zeit der Atlantier.

[ 6 ] Nun kommen wir zur fünften Menschenrasse. Bei ihr entwickelt sich die Denkkraft. Die Atlantier haben nicht in dem Sinne gerechnet wie wir, denn dazu ist die Denkkraft nötig, die Logizität. Sie wissen, daß 2 x 2 = 4 ist; das wissen Sie, das haben Sie sich durch das Denken erworben. Der Atlantier hatte das noch nicht. Wenn er Zwei hatte und dann noch einmal Zwei, so rechnete er nicht: 2x2 = 4, sondern er sagte: Wie viele waren es in früheren Fällen, wenn die Dinge so nebeneinander gelegen haben? — Die Vorstellungen des Atlantiers waren also an das Gedächtnis gebunden. Vor dem Gedächtnis des Atlantiers lag das ganze Leben und auch das seiner Vorfahren. Das ist nicht zu verwechseln mit der AkashaChronik, sondern es war menschliches Gedächtnis. Früher empfanden die Menschen mit ihrer ganzen Natur; es war nicht wie bei uns heute, wo man zuerst etwas berühren muß. Heute haben wir Denkregeln, zum Beispiel 2 x 2 = 4, und wir richten uns danach.

[ 6 ] Nun kommen wir zur fünften Menschenrasse. Bei ihr entwickelt sich die Denkkraft. Die Atlantier haben nicht in dem Sinne gerechnet wie wir, denn dazu ist die Denkkraft nötig, die Logizität. Sie wissen, daß 2 x 2 = 4 ist; das wissen Sie, das haben Sie sich durch das Denken erworben. Der Atlantier hatte das noch nicht. Wenn er Zwei hatte und dann noch einmal Zwei, so rechnete er nicht: 2x2 = 4, sondern er sagte: Wie viele waren es in früheren Fällen, wenn die Dinge so nebeneinander gelegen haben? — Die Vorstellungen des Atlantiers waren also an das Gedächtnis gebunden. Vor dem Gedächtnis des Atlantiers lag das ganze Leben und auch das seiner Vorfahren. Das ist nicht zu verwechseln mit der AkashaChronik, sondern es war menschliches Gedächtnis. Früher empfanden die Menschen mit ihrer ganzen Natur; es war nicht wie bei uns heute, wo man zuerst etwas berühren muß. Heute haben wir Denkregeln, zum Beispiel 2 x 2 = 4, und wir richten uns danach.

[ 7 ] Das religiöse Bewußtsein in der fünften Wurzelrasse muß sich herausbilden unter dem Einfluß des Denkens. Der Mensch der fünften Rasse sucht nicht nur, das wahrzunehmen, was um ihn herum ist, er sucht nicht nur zu einem Empfinden zu kommen, sondern er sucht es [gedanklich] zu ergreifen. Ihm wird das Denken ein wichtiges Mittel, um zur Weisheit zu dringen. Damit löst er sich, weil das Gedächtnis übertönt wird, von der Vergangenheit immer mehr und mehr ab. Die Verehrung des Alten verschwindet, und nur das, was tief innerlich in der Seele als Manas lebt und als Manas sich ankündigt, wird dasjenige, an das die Verehrung sich heftet. Daher kommt die fünfte Menschenrasse dahin, das Manas als das Göttliche zu erkennen.

[ 7 ] Das religiöse Bewußtsein in der fünften Wurzelrasse muß sich herausbilden unter dem Einfluß des Denkens. Der Mensch der fünften Rasse sucht nicht nur, das wahrzunehmen, was um ihn herum ist, er sucht nicht nur zu einem Empfinden zu kommen, sondern er sucht es [gedanklich] zu ergreifen. Ihm wird das Denken ein wichtiges Mittel, um zur Weisheit zu dringen. Damit löst er sich, weil das Gedächtnis übertönt wird, von der Vergangenheit immer mehr und mehr ab. Die Verehrung des Alten verschwindet, und nur das, was tief innerlich in der Seele als Manas lebt und als Manas sich ankündigt, wird dasjenige, an das die Verehrung sich heftet. Daher kommt die fünfte Menschenrasse dahin, das Manas als das Göttliche zu erkennen.

[ 8 ] Die fünfte Menschenrasse treibt daher auch nicht mehr Polytheismus, sondern sie strebt danach, die Meisterschaft des Innern zu gewinnen und den göttlichen Mittelpunkt des Menschen zu erkennen. Daher haben wir in der fünften Menschenrasse die großen Meister: Laotse, Konfuzius, Buddha, Moses, Zarathustra und so weiter. Dadurch wurde die Menschheit losgelöst von dem Vergangenen und von der Verehrung ihrer Ahnen, [und es beginnt die Verehrung] der in der Zeit sich verwirklichenden göttlichen Weisheit.

[ 8 ] Die fünfte Menschenrasse treibt daher auch nicht mehr Polytheismus, sondern sie strebt danach, die Meisterschaft des Innern zu gewinnen und den göttlichen Mittelpunkt des Menschen zu erkennen. Daher haben wir in der fünften Menschenrasse die großen Meister: Laotse, Konfuzius, Buddha, Moses, Zarathustra und so weiter. Dadurch wurde die Menschheit losgelöst von dem Vergangenen und von der Verehrung ihrer Ahnen, [und es beginnt die Verehrung] der in der Zeit sich verwirklichenden göttlichen Weisheit.

[ 9 ] Wenn Sie nun die mythologischen Vorstellungen der Griechen in ihrem tieferen Sinne auffassen, so werden Sie sehen, wie in der Stufenfolge der griechischen Gottheiten merkwürdigerweise ein volles Bewußtsein von der Aufeinanderfolge dieser religiösen Vorstellungen lebt. Wir müssen uns vorstellen, daß die Kraft, die bei den Lemuriern über allem schwebt, die als einheitliche Weisheit im Raume lebt, [von den Griechen] Uranos genannt wird. Uranos wird abgelöst von Kronos, dem Gotte der Zeit, von dem Gotte, der im Gedächtnis lebt; er verschlingt fortwährend seine Kinder. Er repräsentiert die ganze Ahnen-Göttlichkeit. Dann folgt Zeus, der vermenschlichte Gott, der Gott des Heroentums; er ist eine Abart desselben Prinzips. Dann kommt der Kult des Dionysos. Dionysos ist der Strebende, Leidende, Empfindende, der denkende Mensch selbst. Er ist so dargestellt, daß er ursprünglich getötet, zerstückelt wird, dann wieder auferstanden ist und nun wieder in der Welt emporstrebt. Er ist der Repräsentant der Meisterschaft, der Mahatmaschaft, der Repräsentant der Gottesvorstellung der fünften Rasse. So haben sich in der griechischen Vorstellung diese drei Stufen erhalten: Uranos — Henotheismus; Kronos und Zeus Polytheismus; Dionysos — Mahatmaschaft. Das wird Ihnen eine Aufklärung darüber sein, warum die Dionysos-Religion in Griechenland eine Geheimreligion war.

[ 9 ] Wenn Sie nun die mythologischen Vorstellungen der Griechen in ihrem tieferen Sinne auffassen, so werden Sie sehen, wie in der Stufenfolge der griechischen Gottheiten merkwürdigerweise ein volles Bewußtsein von der Aufeinanderfolge dieser religiösen Vorstellungen lebt. Wir müssen uns vorstellen, daß die Kraft, die bei den Lemuriern über allem schwebt, die als einheitliche Weisheit im Raume lebt, [von den Griechen] Uranos genannt wird. Uranos wird abgelöst von Kronos, dem Gotte der Zeit, von dem Gotte, der im Gedächtnis lebt; er verschlingt fortwährend seine Kinder. Er repräsentiert die ganze Ahnen-Göttlichkeit. Dann folgt Zeus, der vermenschlichte Gott, der Gott des Heroentums; er ist eine Abart desselben Prinzips. Dann kommt der Kult des Dionysos. Dionysos ist der Strebende, Leidende, Empfindende, der denkende Mensch selbst. Er ist so dargestellt, daß er ursprünglich getötet, zerstückelt wird, dann wieder auferstanden ist und nun wieder in der Welt emporstrebt. Er ist der Repräsentant der Meisterschaft, der Mahatmaschaft, der Repräsentant der Gottesvorstellung der fünften Rasse. So haben sich in der griechischen Vorstellung diese drei Stufen erhalten: Uranos — Henotheismus; Kronos und Zeus Polytheismus; Dionysos — Mahatmaschaft. Das wird Ihnen eine Aufklärung darüber sein, warum die Dionysos-Religion in Griechenland eine Geheimreligion war.

[ 10 ] Die Griechen verbargen diesen Kult in den Mysterien. Aischylos wurde vor Gericht gefordert, weil er Geheimnisse der Mysterien verraten habe, indem er sie auf die Bühne gebracht hat. Er konnte aber nachweisen, daß er gar nicht in die Mysterien eingeweiht war. Sokrates mußte sterben, weil man glaubte, daß seine Lehren aus den Mysterien heraus gegeben waren. Es wurde immer für den Verrat der Mysterien die Todesstrafe verhängt. Wo in der griechischen Mythe von dem Herabsteigen in die Unterwelt gesprochen wird, bedeutet dies immer eine Einweihung; es bedeutet, daß die Betreffenden Mysten waren. Dionysos steigt hinunter in die Unterwelt. Das bedeutet: er war Myste; ebenso Herakles. Jeder Mythos bedeutet etwas ganz Bestimmtes, nicht etwas Willkürliches. Man brauchte nicht zu glauben, sondern man wußte es; man wußte es durch die Einweihung. Die Einweihung brachte den Betreffenden dazu, die Bedeutung des Mythos wirklich anerkennen zu können. Der Eingeweihte der fünften Wurzelrasse ist voll ausgefüllt von der Anschauung, daß in ihm das fünfte Menschheitsprinzip sich zum Dasein ringt, daß er Träger des Menschentums der fünften Wurzelrasse ist. Dadurch kommt er auch zur Anerkennung des Mahatmatums.

[ 10 ] Die Griechen verbargen diesen Kult in den Mysterien. Aischylos wurde vor Gericht gefordert, weil er Geheimnisse der Mysterien verraten habe, indem er sie auf die Bühne gebracht hat. Er konnte aber nachweisen, daß er gar nicht in die Mysterien eingeweiht war. Sokrates mußte sterben, weil man glaubte, daß seine Lehren aus den Mysterien heraus gegeben waren. Es wurde immer für den Verrat der Mysterien die Todesstrafe verhängt. Wo in der griechischen Mythe von dem Herabsteigen in die Unterwelt gesprochen wird, bedeutet dies immer eine Einweihung; es bedeutet, daß die Betreffenden Mysten waren. Dionysos steigt hinunter in die Unterwelt. Das bedeutet: er war Myste; ebenso Herakles. Jeder Mythos bedeutet etwas ganz Bestimmtes, nicht etwas Willkürliches. Man brauchte nicht zu glauben, sondern man wußte es; man wußte es durch die Einweihung. Die Einweihung brachte den Betreffenden dazu, die Bedeutung des Mythos wirklich anerkennen zu können. Der Eingeweihte der fünften Wurzelrasse ist voll ausgefüllt von der Anschauung, daß in ihm das fünfte Menschheitsprinzip sich zum Dasein ringt, daß er Träger des Menschentums der fünften Wurzelrasse ist. Dadurch kommt er auch zur Anerkennung des Mahatmatums.

[ 11 ] Je tiefer man die Dinge betrachtet, desto mehr kommt man auf den inneren Fortgang der geistigen Menschheitsentwicklung. Jetzt wird es nicht mehr so unbegreiflich erscheinen, wenn ich oft von Geheimnissen gesprochen habe. Sie sehen ja, die Theosophie ist nichts anderes als ein fortwährendes Enthüllen geheimer Weltenzusammenhänge. Diejenigen Geheimnisse, welche die Theosophie heute enthüllen kann, sind noch ganz elementar. Sie sind aber etwas, was den Menschen schon tief hineinstellt in einen großen Zusammenhang, der ihm das Dasein auf der einen Seite klein erscheinen läßt wie eine kleine Perle in einer großen Muschel, aber auf der anderen Seite groß, wenn er auf das höhere Selbst reflektiert und sich seine Inkarnationen wie die Gesamtheit der Perlen vorstellt. Die Theosophie macht uns nicht klein, wie die moderne Naturwissenschaft uns klein machen will, die da sagt: Im ganzen Universum sind Millionen von Erden, die alle bewohnt sind, und von diesen ist unsere Erde ein Staubkorn. — Auch die Theosophie sagt, der Mensch ist ein solches Staubkorn, aber in dem Menschen lebt auch das Göttliche. Dieser göttliche Funke, den wir im Mittelpunkt unseres Bewußitseins finden, ist nicht in uns entstanden, sondern er ist von außen in uns hereingezogen; er ist dasselbe, was draußen im Makrokosmos lebt.

[ 11 ] Je tiefer man die Dinge betrachtet, desto mehr kommt man auf den inneren Fortgang der geistigen Menschheitsentwicklung. Jetzt wird es nicht mehr so unbegreiflich erscheinen, wenn ich oft von Geheimnissen gesprochen habe. Sie sehen ja, die Theosophie ist nichts anderes als ein fortwährendes Enthüllen geheimer Weltenzusammenhänge. Diejenigen Geheimnisse, welche die Theosophie heute enthüllen kann, sind noch ganz elementar. Sie sind aber etwas, was den Menschen schon tief hineinstellt in einen großen Zusammenhang, der ihm das Dasein auf der einen Seite klein erscheinen läßt wie eine kleine Perle in einer großen Muschel, aber auf der anderen Seite groß, wenn er auf das höhere Selbst reflektiert und sich seine Inkarnationen wie die Gesamtheit der Perlen vorstellt. Die Theosophie macht uns nicht klein, wie die moderne Naturwissenschaft uns klein machen will, die da sagt: Im ganzen Universum sind Millionen von Erden, die alle bewohnt sind, und von diesen ist unsere Erde ein Staubkorn. — Auch die Theosophie sagt, der Mensch ist ein solches Staubkorn, aber in dem Menschen lebt auch das Göttliche. Dieser göttliche Funke, den wir im Mittelpunkt unseres Bewußitseins finden, ist nicht in uns entstanden, sondern er ist von außen in uns hereingezogen; er ist dasselbe, was draußen im Makrokosmos lebt.

[ 12 ] Es ist keine besondere Weisheit, zu der Feuerbach gekommen ist, [wenn er meint]: Die Alten hatten unrecht, wenn sie sagten, die Gottheit habe den Menschen nach ihrem Ebenbilde geschaffen, denn der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. — Ganz richtig, der Mensch schafft die Gottheit wieder aus sich heraus. Aber: das ist die Gottheit, die das schafft. So dürfen wir sagen: Feuerbach hat recht, nur daß er sich nicht selbst recht gibt. Was ich Ihnen immer wieder sagte: Gedankenkontrolle ist das, was nötig ist. Und Gedankenkontrolle besteht nicht nur darin, daß ein Gedanke klar ist, sondern daß jeder Gedanke einen Kontrollgedanken hat. Man sollte nie einen Gedanken denken oder aussprechen, ohne den dazugehörigen Kontrollgedanken anzuwenden. Der Mensch wirkt Wunder, wenn er sich nicht gestattet, nur einseitige Gedanken zu fassen.

[ 12 ] Es ist keine besondere Weisheit, zu der Feuerbach gekommen ist, [wenn er meint]: Die Alten hatten unrecht, wenn sie sagten, die Gottheit habe den Menschen nach ihrem Ebenbilde geschaffen, denn der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. — Ganz richtig, der Mensch schafft die Gottheit wieder aus sich heraus. Aber: das ist die Gottheit, die das schafft. So dürfen wir sagen: Feuerbach hat recht, nur daß er sich nicht selbst recht gibt. Was ich Ihnen immer wieder sagte: Gedankenkontrolle ist das, was nötig ist. Und Gedankenkontrolle besteht nicht nur darin, daß ein Gedanke klar ist, sondern daß jeder Gedanke einen Kontrollgedanken hat. Man sollte nie einen Gedanken denken oder aussprechen, ohne den dazugehörigen Kontrollgedanken anzuwenden. Der Mensch wirkt Wunder, wenn er sich nicht gestattet, nur einseitige Gedanken zu fassen.