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Self-Knowledge and God-Knowledge I
GA 90a

3 October 1904, Berlin

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Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, 1st ed.
  1. Self-Knowledge and God-Knowledge I, tr. SOL

59. Apokalypse I: Der Pfad der Erkenntnis Einführung in die Apokalypsen

59. Apokalypse I: Der Pfad der Erkenntnis Einführung in die Apokalypsen

[ 1 ] Diese Montage sollen sich zu recht intimen Zusammenkünften unserer theosophischen Gemeinde gestalten. Die Anwesenden sollen so viel wie möglich selbst zu Worte kommen. Ich glaube, dass dies am besten ist, um eine wirkliche Aussprache, ein Fragen und Antworten aus dem Kreise zu ermöglichen.

[ 1 ] Diese Montage sollen sich zu recht intimen Zusammenkünften unserer theosophischen Gemeinde gestalten. Die Anwesenden sollen so viel wie möglich selbst zu Worte kommen. Ich glaube, dass dies am besten ist, um eine wirkliche Aussprache, ein Fragen und Antworten aus dem Kreise zu ermöglichen.

[ 2 ] Über Apokalypsen möchte ich sprechen, weil dieses Thema geeignet ist, in die ganze Strömung, die wir die theosophische nennen, immer mehr und mehr hineinzuführen. Wir werden uns, wenn wir über Apokalypsen sprechen, über alle möglichen tiefergehenden, theosophischen Fragen zu unterhalten haben. Heute soll dazu nur eine kurze Einleitung gegeben werden. Wir werden dann auch Gelegenheit haben, uns über die verschiedensten Themen zu unterhalten.

[ 2 ] Über Apokalypsen möchte ich sprechen, weil dieses Thema geeignet ist, in die ganze Strömung, die wir die theosophische nennen, immer mehr und mehr hineinzuführen. Wir werden uns, wenn wir über Apokalypsen sprechen, über alle möglichen tiefergehenden, theosophischen Fragen zu unterhalten haben. Heute soll dazu nur eine kurze Einleitung gegeben werden. Wir werden dann auch Gelegenheit haben, uns über die verschiedensten Themen zu unterhalten.

[ 3 ] Von allen Apokalypsen ist die bekannteste die geheime Offenbarung des Johannes, die sich am Ende des Neuen Testamentes findet. Für diese Apokalypse sind ja Auslegungen in großer Anzahl vorhanden. Wer sich etwas in diese Auslegungen vertieft, wird finden, dass sie oft sehr tief ins Theologische hinein gehen; manche sind aber auch sehr flach. Ich selbst werde versuchen, Sie aus der mystischen Anschauung heraus in die Apokalypse des Johannes einzuführen und dann auch in andere Apokalypsen.

[ 3 ] Von allen Apokalypsen ist die bekannteste die geheime Offenbarung des Johannes, die sich am Ende des Neuen Testamentes findet. Für diese Apokalypse sind ja Auslegungen in großer Anzahl vorhanden. Wer sich etwas in diese Auslegungen vertieft, wird finden, dass sie oft sehr tief ins Theologische hinein gehen; manche sind aber auch sehr flach. Ich selbst werde versuchen, Sie aus der mystischen Anschauung heraus in die Apokalypse des Johannes einzuführen und dann auch in andere Apokalypsen.

[ 4 ] Man könnte vielleicht fragen, warum ich dieses Thema berühre. Die Zuhörer mögen sich aber klar sein darüber, dass wir tief in der Theosophie darin stecken werden, wir werden tiefe theosophische Fragen berühren, und wir würden kaum Worte finden, wenn in Anknüpfung an dieses Thema die Grundfragen und Grundziele noch besonders erörtert werden sollten.

[ 4 ] Man könnte vielleicht fragen, warum ich dieses Thema berühre. Die Zuhörer mögen sich aber klar sein darüber, dass wir tief in der Theosophie darin stecken werden, wir werden tiefe theosophische Fragen berühren, und wir würden kaum Worte finden, wenn in Anknüpfung an dieses Thema die Grundfragen und Grundziele noch besonders erörtert werden sollten.

[ 5 ] Wenn man über ein so hohes Thema spricht wie die Apokalypse, so muss vorausgesetzt sein, dass die hauptsächlichen Grundbegriffe des theosophischen Wissens und der theosophischen Ziele vorhanden sind, und dass Sie überzeugt davon sind, dass die Theosophie eine Berechtigung hat in der Welt und dass sie nicht bloß eine allgemein menschliche, sondern auch eine gute wissenschaftliche Grundlage hat. Man kann nicht über Apokalypsen sprechen, wenn man noch zweifelt, ob die Theosophie Aberglaube ist oder wirkliches Wissen ist. Über diese Grundfrage muss man klar sein. Die Fragen, welche dazugehören, der Theosophie den Boden zu bereiten, werden alle berührt werden. Ich werde nicht nur die Grundbegriffe der Theosophie geben, sondern es sollen auch die damit zusammenhängenden Fragen besprochen werden. Indem ich also über Apokalypsen spreche, möchte ich voraussetzen, dass im Allgemeinen die Grundlage der theosophischen Weltanschauung gegeben ist.

[ 5 ] Wenn man über ein so hohes Thema spricht wie die Apokalypse, so muss vorausgesetzt sein, dass die hauptsächlichen Grundbegriffe des theosophischen Wissens und der theosophischen Ziele vorhanden sind, und dass Sie überzeugt davon sind, dass die Theosophie eine Berechtigung hat in der Welt und dass sie nicht bloß eine allgemein menschliche, sondern auch eine gute wissenschaftliche Grundlage hat. Man kann nicht über Apokalypsen sprechen, wenn man noch zweifelt, ob die Theosophie Aberglaube ist oder wirkliches Wissen ist. Über diese Grundfrage muss man klar sein. Die Fragen, welche dazugehören, der Theosophie den Boden zu bereiten, werden alle berührt werden. Ich werde nicht nur die Grundbegriffe der Theosophie geben, sondern es sollen auch die damit zusammenhängenden Fragen besprochen werden. Indem ich also über Apokalypsen spreche, möchte ich voraussetzen, dass im Allgemeinen die Grundlage der theosophischen Weltanschauung gegeben ist.

[ 6 ] Was heißt es, über Apokalypsen zu sprechen? Zunächst möchte ich nur bemerken, dass eine Apokalypse eine ganz bestimmte Art und Weise der Weltanschauung ist. Man sieht in der Form einer Apokalypse die Welt. Derjenige, der selbst eine Apokalypse aussprechen kann, hat einen gewissen Standpunkt der Weltanschauung erreicht. Man kann eine Apokalypse anderer lesen, und man wird ungeheuer tiefe Wahrheiten dadurch erfahren. Man kann aber nicht, ohne eine bestimmte Stufe der Erkenntnis erreicht zu haben, aussprechen, was in einer Apokalypse enthalten ist. Es hat bei allen Völkern und zu allen Zeiten Apokalypsen gegeben. Auch wir in der Theosophie haben Apokalypsen.

[ 6 ] Was heißt es, über Apokalypsen zu sprechen? Zunächst möchte ich nur bemerken, dass eine Apokalypse eine ganz bestimmte Art und Weise der Weltanschauung ist. Man sieht in der Form einer Apokalypse die Welt. Derjenige, der selbst eine Apokalypse aussprechen kann, hat einen gewissen Standpunkt der Weltanschauung erreicht. Man kann eine Apokalypse anderer lesen, und man wird ungeheuer tiefe Wahrheiten dadurch erfahren. Man kann aber nicht, ohne eine bestimmte Stufe der Erkenntnis erreicht zu haben, aussprechen, was in einer Apokalypse enthalten ist. Es hat bei allen Völkern und zu allen Zeiten Apokalypsen gegeben. Auch wir in der Theosophie haben Apokalypsen.

[ 7 ] Wer kann nun in Apokalypsen sprechen? Ich will diese Frage beantworten, und das wird uns tiefer in das Wesen der Apokalypsen hineinführen als eine Definition. Der Pfad der Erkenntnis wird uns vorgeschrieben; es wird uns gesagt, wie wir zur Erkenntnis und dadurch zu einer wirklichen geistigen Wirksamkeit kommen. Sie haben vielleicht die Stufen verfolgt, die man durchzumachen hat, um den Pfad zu betreten und zu gehen. Sie wissen, dass man ganz bestimmte Eigenschaften auszubilden hat, um diejenige Freiheit des Blickes zu erlangen, die von uns wegschafft das bloß sinnlich Erkannte und uns einen Blick tun lässt in die geistige Welt. Dazu ist notwendig, dass der Mensch unterscheiden lernt zwischen dem «Ewigen» und dem ‹Zeitlichen›, dass er den Blick richtet nicht auf das Zeitliche, nicht auf das Vorübergehende, sondern auf das Ewige, auf das Bleibende, dass er dann seine ganze Empfindung gegenüber der Umwelt zu einer anderen werden lässt, nämlich dass ihm gewisse Dinge, die dem alltäglichen Menschen ungeheuer wichtig sind, unwichtig werden und dafür andere Dinge an Wichtigkeit gewinnen. Dasjenige, was der Alltagsmensch wichtig findet, wie die Befriedigung der Begierden und alles, wozu unser Eigennutz uns vorschreibt, das muss unwichtig werden. Wichtig muss werden, was uns als ewiges Ziel der Menschheit vorschwebt. Wir müssen einen Sinn haben für das Ideale, für das, was sich nicht bestimmen lässt nach allen möglichen Vorteilen, sondern von der Einsicht, dass es sich um den Menschen handelt, um des Menschen Willen. Wenn wir den Sinn haben für das Ideale, so müssen wir auch den Sinn ausbilden, dass wir es lieben lernen. Das Ideale ist ungeheuer wertvoll. Wie viele können aufrichtig in ihr Herz schauen und sich sagen, dass sie das Ideale wirklich aufrichtig lieben, wie man ein Kind oder einen geliebten Menschen liebt? Dazu ist das Ideale den Menschen viel zu wenig greifbar. Aber das Ungreifbare, das, was nur im Geist vorhanden ist, das müssen wir lieben lernen.

[ 7 ] Wer kann nun in Apokalypsen sprechen? Ich will diese Frage beantworten, und das wird uns tiefer in das Wesen der Apokalypsen hineinführen als eine Definition. Der Pfad der Erkenntnis wird uns vorgeschrieben; es wird uns gesagt, wie wir zur Erkenntnis und dadurch zu einer wirklichen geistigen Wirksamkeit kommen. Sie haben vielleicht die Stufen verfolgt, die man durchzumachen hat, um den Pfad zu betreten und zu gehen. Sie wissen, dass man ganz bestimmte Eigenschaften auszubilden hat, um diejenige Freiheit des Blickes zu erlangen, die von uns wegschafft das bloß sinnlich Erkannte und uns einen Blick tun lässt in die geistige Welt. Dazu ist notwendig, dass der Mensch unterscheiden lernt zwischen dem «Ewigen» und dem ‹Zeitlichen›, dass er den Blick richtet nicht auf das Zeitliche, nicht auf das Vorübergehende, sondern auf das Ewige, auf das Bleibende, dass er dann seine ganze Empfindung gegenüber der Umwelt zu einer anderen werden lässt, nämlich dass ihm gewisse Dinge, die dem alltäglichen Menschen ungeheuer wichtig sind, unwichtig werden und dafür andere Dinge an Wichtigkeit gewinnen. Dasjenige, was der Alltagsmensch wichtig findet, wie die Befriedigung der Begierden und alles, wozu unser Eigennutz uns vorschreibt, das muss unwichtig werden. Wichtig muss werden, was uns als ewiges Ziel der Menschheit vorschwebt. Wir müssen einen Sinn haben für das Ideale, für das, was sich nicht bestimmen lässt nach allen möglichen Vorteilen, sondern von der Einsicht, dass es sich um den Menschen handelt, um des Menschen Willen. Wenn wir den Sinn haben für das Ideale, so müssen wir auch den Sinn ausbilden, dass wir es lieben lernen. Das Ideale ist ungeheuer wertvoll. Wie viele können aufrichtig in ihr Herz schauen und sich sagen, dass sie das Ideale wirklich aufrichtig lieben, wie man ein Kind oder einen geliebten Menschen liebt? Dazu ist das Ideale den Menschen viel zu wenig greifbar. Aber das Ungreifbare, das, was nur im Geist vorhanden ist, das müssen wir lieben lernen.

[ 8 ] Dann ist eine weitere Eigenschaft, die wir auszubilden haben, die «Kontrolle der Gedanken». Wir dürfen nicht die Gedanken hin und her fluten lassen, sondern müssen uns in deren Beherrschung üben, sodass wir imstande sind, einen Gedanken so lange festzuhalten, als es notwendig ist, um durch ihn ganz bestimmte Kenntnisse zu erlangen und in einer bestimmten Weise durch ihn klar zu werden. Der Mensch muss sich darüber klar werden, dass die Gedanken in der Regel ihn beherrschen. Die Gedanken kontrollieren heißt: die Gedanken beherrschen. Wir dürfen uns nicht von diesem oder jenem Antrieb hinreißen lassen zu dieser oder jener Handlung. Wir müssen eine sichere Richtung erhalten. Wir müssen uns lediglich durch den Mittelpunkt in unserem eigenen Innern kontrollieren.

[ 8 ] Dann ist eine weitere Eigenschaft, die wir auszubilden haben, die «Kontrolle der Gedanken». Wir dürfen nicht die Gedanken hin und her fluten lassen, sondern müssen uns in deren Beherrschung üben, sodass wir imstande sind, einen Gedanken so lange festzuhalten, als es notwendig ist, um durch ihn ganz bestimmte Kenntnisse zu erlangen und in einer bestimmten Weise durch ihn klar zu werden. Der Mensch muss sich darüber klar werden, dass die Gedanken in der Regel ihn beherrschen. Die Gedanken kontrollieren heißt: die Gedanken beherrschen. Wir dürfen uns nicht von diesem oder jenem Antrieb hinreißen lassen zu dieser oder jener Handlung. Wir müssen eine sichere Richtung erhalten. Wir müssen uns lediglich durch den Mittelpunkt in unserem eigenen Innern kontrollieren.

[ 9 ] Das dritte ist, dass wir uns eine gewisse gleichmäßige Stimmung gegenüber den Ereignissen des täglichen Lebens aneignen, die den Menschen gewöhnlich einerseits himmelhoch jauchzend und andererseits zum Tode betrübt machen. Wir müssen einen gewissen ‹Gleichmut› haben sowohl den Ereignissen gegenüber, die uns in den Himmel heben, als auch gegenüber denjenigen, die uns in äußerste Betrübnis tauchen. Nur wenn wir in der Mittelstimmung durch die Ereignisse hindurchgehen, finden wir den Weg, um die Dinge erkenntnismäßig zu beurteilen.

[ 9 ] Das dritte ist, dass wir uns eine gewisse gleichmäßige Stimmung gegenüber den Ereignissen des täglichen Lebens aneignen, die den Menschen gewöhnlich einerseits himmelhoch jauchzend und andererseits zum Tode betrübt machen. Wir müssen einen gewissen ‹Gleichmut› haben sowohl den Ereignissen gegenüber, die uns in den Himmel heben, als auch gegenüber denjenigen, die uns in äußerste Betrübnis tauchen. Nur wenn wir in der Mittelstimmung durch die Ereignisse hindurchgehen, finden wir den Weg, um die Dinge erkenntnismäßig zu beurteilen.

[ 10 ] Sodann müssen wir das entwickeln, was wir ‹Duldsamkeit› nennen. Das ist ein Wort, das sich leicht ausspricht, aber viel mehr bedeutet, als man gewöhnlich denkt. Wie oft verurteilen wir im Leben, ohne zu fragen, warum dieser oder jener Mensch zu dieser oder jener Handlung gekommen ist. Wir müssen immer fragen: Wie und warum? Wir dürfen uns nicht zur Kritik hinreißen lassen. Verstehen, alles verstehen im weitesten Umfange müssen wir. Wenn wir diese Stimmung ausbilden, dann kommen wir in die Gemütslage, die in uns das Erkenntnisleben anfacht. Glauben Sie nicht, dass das Gemüt ohne Einfluss ist auf das Erkenntnisleben. Der Mensch von heute überschätzt den einseitigen Verstand und unterschätzt die Eigenschaften, die tiefer in der Seele liegen. Er glaubt überhaupt nicht, dass das Dinge sind, die zu einem Erkennen führen. Man kann ein großer Gelehrter sein, man kann ein großes Wissen haben und braucht trotzdem nicht die freie Beurteilung zu haben. Ein Weiser würde es ziemlich leicht haben, sich über ein Kind in seiner Einfalt erhaben zu fühlen. Es wäre aber ganz falsch, wenn er dieser Stimmung nachgeben würde. Der Weise weist den Gedanken ab, weiser zu sein als ein Kind. Wer darauf pocht, dass er verständiger, klüger ist als andere, der kann nie weise werden. Wer das Urteil eines anderen gleichmütig hinnimmt, der kann ein Weiser werden, der kann verstehen lernen dadurch, dass er sich ausschaltet und aus dem anderen heraus urteilt. Der Umstand aber, dass er das Einfältige versteht - und sei es das Einfältigste —, das ist erhebend, ist nützlich für das wirkliche Vorwärtskommen und bedingt durch die ungeheure Duldsamkeit.

[ 10 ] Sodann müssen wir das entwickeln, was wir ‹Duldsamkeit› nennen. Das ist ein Wort, das sich leicht ausspricht, aber viel mehr bedeutet, als man gewöhnlich denkt. Wie oft verurteilen wir im Leben, ohne zu fragen, warum dieser oder jener Mensch zu dieser oder jener Handlung gekommen ist. Wir müssen immer fragen: Wie und warum? Wir dürfen uns nicht zur Kritik hinreißen lassen. Verstehen, alles verstehen im weitesten Umfange müssen wir. Wenn wir diese Stimmung ausbilden, dann kommen wir in die Gemütslage, die in uns das Erkenntnisleben anfacht. Glauben Sie nicht, dass das Gemüt ohne Einfluss ist auf das Erkenntnisleben. Der Mensch von heute überschätzt den einseitigen Verstand und unterschätzt die Eigenschaften, die tiefer in der Seele liegen. Er glaubt überhaupt nicht, dass das Dinge sind, die zu einem Erkennen führen. Man kann ein großer Gelehrter sein, man kann ein großes Wissen haben und braucht trotzdem nicht die freie Beurteilung zu haben. Ein Weiser würde es ziemlich leicht haben, sich über ein Kind in seiner Einfalt erhaben zu fühlen. Es wäre aber ganz falsch, wenn er dieser Stimmung nachgeben würde. Der Weise weist den Gedanken ab, weiser zu sein als ein Kind. Wer darauf pocht, dass er verständiger, klüger ist als andere, der kann nie weise werden. Wer das Urteil eines anderen gleichmütig hinnimmt, der kann ein Weiser werden, der kann verstehen lernen dadurch, dass er sich ausschaltet und aus dem anderen heraus urteilt. Der Umstand aber, dass er das Einfältige versteht - und sei es das Einfältigste —, das ist erhebend, ist nützlich für das wirkliche Vorwärtskommen und bedingt durch die ungeheure Duldsamkeit.

[ 11 ] Eine weitere Eigenschaft ist dann zu entwickeln, die man in der Theosophie «Glauben» nennt. Wer glaubt, mit seiner Erkenntnis abgeschlossen zu haben, der kommt nicht weiter. Der Weise muss sich immer in die Stimmung versetzen, dass er eigentlich ungeheuer wenig weiß und dass ihn jeder Augenblick etwas ganz Neues lehren kann, dass ihm jede Äußerung des Lebens eine Offenbarung sein kann. Derjenige, der wirklich den Pfad der Erkenntnis geht, treibt das so weit, dass er sich sagt: Ich kann in der nächsten Minute etwas erfahren, das alles, was ich bisher geglaubt und angenommen habe, über den Haufen wirft. Im gewöhnlichen Leben wird man das nicht bis zum Extrem treiben, aber in dem Augenblick, wo man erkenntnissuchend sich irgendetwas nähert, da muss man es wirklich so weit bringen, dass man den Glauben an sein bisheriges Wissen aufgibt. Der Weise wird nie sagen: Das kann nicht sein -, sondern er wird sagen: Alles ist möglich. - Durch das, was ich schon weiß, darf ich also nie ein Urteil über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit von irgendetwas aufkommen lassen. Der Glaube an die Möglichkeit, fortzuschreiten zu immer neuen Offenbarungen, das ist eine Eigenschaft, die der Pfadsucher entwickeln muss.

[ 11 ] Eine weitere Eigenschaft ist dann zu entwickeln, die man in der Theosophie «Glauben» nennt. Wer glaubt, mit seiner Erkenntnis abgeschlossen zu haben, der kommt nicht weiter. Der Weise muss sich immer in die Stimmung versetzen, dass er eigentlich ungeheuer wenig weiß und dass ihn jeder Augenblick etwas ganz Neues lehren kann, dass ihm jede Äußerung des Lebens eine Offenbarung sein kann. Derjenige, der wirklich den Pfad der Erkenntnis geht, treibt das so weit, dass er sich sagt: Ich kann in der nächsten Minute etwas erfahren, das alles, was ich bisher geglaubt und angenommen habe, über den Haufen wirft. Im gewöhnlichen Leben wird man das nicht bis zum Extrem treiben, aber in dem Augenblick, wo man erkenntnissuchend sich irgendetwas nähert, da muss man es wirklich so weit bringen, dass man den Glauben an sein bisheriges Wissen aufgibt. Der Weise wird nie sagen: Das kann nicht sein -, sondern er wird sagen: Alles ist möglich. - Durch das, was ich schon weiß, darf ich also nie ein Urteil über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit von irgendetwas aufkommen lassen. Der Glaube an die Möglichkeit, fortzuschreiten zu immer neuen Offenbarungen, das ist eine Eigenschaft, die der Pfadsucher entwickeln muss.

[ 12 ] Sodann kommt eine Eigenschaft von selbst, eine Eigenschaft, die man als ‹Objektivität› oder als ‹Gleichgewicht› bezeichnet. Dies hilft uns hinweg über die Klippen des Lebens, die uns dazu verurteilen, überall eine scheinbare Wahrheit auszusprechen. Dieses Gleichgewicht ist nicht nur eine Summe von allem Übrigen. Wer weise werden will, muss im Gleichgewicht bleiben; er darf sich nicht aus der Bahn treiben lassen.

[ 12 ] Sodann kommt eine Eigenschaft von selbst, eine Eigenschaft, die man als ‹Objektivität› oder als ‹Gleichgewicht› bezeichnet. Dies hilft uns hinweg über die Klippen des Lebens, die uns dazu verurteilen, überall eine scheinbare Wahrheit auszusprechen. Dieses Gleichgewicht ist nicht nur eine Summe von allem Übrigen. Wer weise werden will, muss im Gleichgewicht bleiben; er darf sich nicht aus der Bahn treiben lassen.

[ 13 ] Hat man diese Eigenschaften in sich entwickelt, dann kommt die höchste, die auf der Vorstufe der Entwicklung erlangt werden kann, nämlich die, dass der Mensch die ‹Sehnsucht› hat, wirklich frei zu sein». Nur wenige Menschen haben die Sehnsucht, frei zu sein; alle wollen mehr oder weniger sich leiten lassen. Aber nicht derjenige, der sich leiten lässt, kann zur Erkenntnis kommen. Überlegen Sie, ob Sie geleitet sind durch sich selbst oder durch irgendeinen Anlass. Das Ideal, das uns vorschweben muss, ist das, dass wir nicht auf äußeren Anlass hin, sondern nur auf inneren Anlass hin etwas unternehmen. Dann haben wir den Willen, frei zu sein, frei zu sein von äußeren Verhältnissen. Frei werden kann man aber nur allmählich und nicht dadurch, dass man sich vornimmt, frei zu werden, sondern dadurch, dass man in seine Seele möglichst viel von dem gießt, was aus der Freiheit entsprungen ist. Wenn Sie sich nur mit den Dingen des alltäglichen Lebens beschäftigen, dann werden Sie niemals frei werden können. Sie sind geboren zu einem bestimmten Zeitpunkt des neunzehnten Jahrhunderts. Sie haben die Ereignisse erlebt, die im neunzehnten Jahrhundert abgelaufen sind; von alledem sind Sie beeinflusst. Und wenn Sie sich fragen, was Sie denken und fühlen, so werden Sie finden, dass das davon abhängt, dass Sie in eben diesem Jahrhundert geboren sind. Stellen Sie sich vor, Sie wären in Petersburg oder in Budapest geboren; da würden Sie ganz andere Gefühle und Gedanken haben. Gerade dadurch ist der Mensch unfrei. Er ist bestimmt durch dasjenige, was er an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit erlebt. Versuchen Sie einmal, sich die Gedanken vorzuhalten, die in einer Viertelstunde durch Ihren Kopf gehen, und wie viel davon übrigbleibt, wenn sie von Ort und von Zeit abstrahieren. Was frei macht, das sind inspirierte Schriften, die uns für Momente frei machen können von dem Alltagsleben. Wenn Sie «Licht auf den Weg» von Mabel Collins lesen, das scheinbar so einfach ist - Sie könnten geboren sein, an welchem Ort und zu welcher Zeit auch immer, selbst vor Jahrtausenden, die Sätze, die darin stehen, würden immer für Sie gelten. Nehmen Sie dagegen irgendein anderes Buch - es ist beeinflusst von gegenwärtigen Dingen und steht nicht über dem Horizont der Gegenwart. Dadurch, dass wir uns in inspirierte Bücher vertiefen, uns Dingen hingeben, die über Ort und Zeit erhaben sind, dadurch machen wir uns allmählich frei.

[ 13 ] Hat man diese Eigenschaften in sich entwickelt, dann kommt die höchste, die auf der Vorstufe der Entwicklung erlangt werden kann, nämlich die, dass der Mensch die ‹Sehnsucht› hat, wirklich frei zu sein». Nur wenige Menschen haben die Sehnsucht, frei zu sein; alle wollen mehr oder weniger sich leiten lassen. Aber nicht derjenige, der sich leiten lässt, kann zur Erkenntnis kommen. Überlegen Sie, ob Sie geleitet sind durch sich selbst oder durch irgendeinen Anlass. Das Ideal, das uns vorschweben muss, ist das, dass wir nicht auf äußeren Anlass hin, sondern nur auf inneren Anlass hin etwas unternehmen. Dann haben wir den Willen, frei zu sein, frei zu sein von äußeren Verhältnissen. Frei werden kann man aber nur allmählich und nicht dadurch, dass man sich vornimmt, frei zu werden, sondern dadurch, dass man in seine Seele möglichst viel von dem gießt, was aus der Freiheit entsprungen ist. Wenn Sie sich nur mit den Dingen des alltäglichen Lebens beschäftigen, dann werden Sie niemals frei werden können. Sie sind geboren zu einem bestimmten Zeitpunkt des neunzehnten Jahrhunderts. Sie haben die Ereignisse erlebt, die im neunzehnten Jahrhundert abgelaufen sind; von alledem sind Sie beeinflusst. Und wenn Sie sich fragen, was Sie denken und fühlen, so werden Sie finden, dass das davon abhängt, dass Sie in eben diesem Jahrhundert geboren sind. Stellen Sie sich vor, Sie wären in Petersburg oder in Budapest geboren; da würden Sie ganz andere Gefühle und Gedanken haben. Gerade dadurch ist der Mensch unfrei. Er ist bestimmt durch dasjenige, was er an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit erlebt. Versuchen Sie einmal, sich die Gedanken vorzuhalten, die in einer Viertelstunde durch Ihren Kopf gehen, und wie viel davon übrigbleibt, wenn sie von Ort und von Zeit abstrahieren. Was frei macht, das sind inspirierte Schriften, die uns für Momente frei machen können von dem Alltagsleben. Wenn Sie «Licht auf den Weg» von Mabel Collins lesen, das scheinbar so einfach ist - Sie könnten geboren sein, an welchem Ort und zu welcher Zeit auch immer, selbst vor Jahrtausenden, die Sätze, die darin stehen, würden immer für Sie gelten. Nehmen Sie dagegen irgendein anderes Buch - es ist beeinflusst von gegenwärtigen Dingen und steht nicht über dem Horizont der Gegenwart. Dadurch, dass wir uns in inspirierte Bücher vertiefen, uns Dingen hingeben, die über Ort und Zeit erhaben sind, dadurch machen wir uns allmählich frei.

[ 14 ] Die theosophische Bewegung will die Menschen frei machen, indem sie mit allwaltender Duldsamkeit von dem spricht, was für alle Menschen zu allen Zeiten gelten kann.

[ 14 ] Die theosophische Bewegung will die Menschen frei machen, indem sie mit allwaltender Duldsamkeit von dem spricht, was für alle Menschen zu allen Zeiten gelten kann.

[ 15 ] Das ist das, was der Pfadsucher entwickelt. Wenn er diese Eigenschaften bis zu einem gewissen Grade entwickelt hat, dann wird er reif für das, was man die Schülerschaft nennt.

[ 15 ] Das ist das, was der Pfadsucher entwickelt. Wenn er diese Eigenschaften bis zu einem gewissen Grade entwickelt hat, dann wird er reif für das, was man die Schülerschaft nennt.

[ 16 ] Dann kommt der Augenblick, wo er ein großes Erlebnis, von ungeheuer weittragender Bedeutung hat: Nämlich, er vernimmt von diesem Zeitpunkt an Eindrücke von der geistigen Welt, von einer ganz anderen Welt, von einer Welt, die hinter unserer Welt liegt, von der unsere Welt nur die Wirkung ist. Er tritt ein in die Welt des Geistigen. Von der anderen Seite blickt er dann die Welt an. Da hört für ihn das auf, was wir Raum und Zeit nennen. Es ist für ihn gleichgültig, dass er in dieser bestimmten Inkarnation lebt. Er könnte auch in einer anderen Inkarnation leben. Er könnte vor Jahrtausenden gelebt haben - wenn er auf das sieht, was er jetzt sieht, dann würde er es in derselben Weise sehen, ja, er könnte in der Zukunft leben, und er würde doch alles in derselben Weise erleben.

[ 16 ] Dann kommt der Augenblick, wo er ein großes Erlebnis, von ungeheuer weittragender Bedeutung hat: Nämlich, er vernimmt von diesem Zeitpunkt an Eindrücke von der geistigen Welt, von einer ganz anderen Welt, von einer Welt, die hinter unserer Welt liegt, von der unsere Welt nur die Wirkung ist. Er tritt ein in die Welt des Geistigen. Von der anderen Seite blickt er dann die Welt an. Da hört für ihn das auf, was wir Raum und Zeit nennen. Es ist für ihn gleichgültig, dass er in dieser bestimmten Inkarnation lebt. Er könnte auch in einer anderen Inkarnation leben. Er könnte vor Jahrtausenden gelebt haben - wenn er auf das sieht, was er jetzt sieht, dann würde er es in derselben Weise sehen, ja, er könnte in der Zukunft leben, und er würde doch alles in derselben Weise erleben.

[ 17 ] Das ist die erste Stufe der Schülerschaft. Einen solchen Menschen bezeichnet man als einen Heimatlosen; er ist herausgehoben aus der Heimav. Dafür spricht er auch Dinge aus, die sich nicht mehr auf diesen oder jenen Ort, auf dieses oder jenes Volk, auf diese oder jene Rasse beziehen, sondern er spricht Dinge aus, die sich auf alle Rassen, auf alle Zeiten und alle Völker beziehen.

[ 17 ] Das ist die erste Stufe der Schülerschaft. Einen solchen Menschen bezeichnet man als einen Heimatlosen; er ist herausgehoben aus der Heimav. Dafür spricht er auch Dinge aus, die sich nicht mehr auf diesen oder jenen Ort, auf dieses oder jenes Volk, auf diese oder jene Rasse beziehen, sondern er spricht Dinge aus, die sich auf alle Rassen, auf alle Zeiten und alle Völker beziehen.

[ 18 ] Die erste Stufe befähigt ihn, nur das Nächste zu sehen. Auf dieser Stufe überblickt er nur das, was einer sogenannten «Wurzelrasse angehört. Der Schüler sicht also das, was sich auf unsere gegenwärtige Wurzelrasse bezieht, zurück bis zu dem Zeitpunkt, wo die Atlantier verschwunden sind.

[ 18 ] Die erste Stufe befähigt ihn, nur das Nächste zu sehen. Auf dieser Stufe überblickt er nur das, was einer sogenannten «Wurzelrasse angehört. Der Schüler sicht also das, was sich auf unsere gegenwärtige Wurzelrasse bezieht, zurück bis zu dem Zeitpunkt, wo die Atlantier verschwunden sind.

[ 19 ] Dann beginnt die zweite Stufe der Schülerschaft, die nicht durch Theorie, nicht durch Begriffe und Ideen, sondern durch eine wirkliche Anschauung erlangt wird, dann beginnt er zu wissen, dass Reinkarnation und Karma Wahrheiten sind. Die theosophische Weltanschauung verbreitet nämlich die Anschauung, dass der Mensch nicht nur einmal in der Welt lebt, sondern viele Male, dass er sich immer wieder verkörpert und dass seine Handlungen in Beziehung miteinander stehen. Die einzelnen Leben hängen nach Ursache und Wirkung zusammen. Das kann man einsehen, wenn man das Leben verfolgt. Man wird auch theoretisch zu dieser Anschauung durchdringen können. Viele Anhänger der Theosophie stehen noch auf der Stufe, dass sie Reinkarnation und Karma nur als begriffliche und verstandesmäßige Erkenntnis für wahr halten. Die zweite Stufe der Schülerschaft hat aber das Wissen von der Wahrheit von Reinkarnation und Karma. Der Schüler vermutet die Wahrheit von Reinkarnation und Karma nicht -, er weiß sie.

[ 19 ] Dann beginnt die zweite Stufe der Schülerschaft, die nicht durch Theorie, nicht durch Begriffe und Ideen, sondern durch eine wirkliche Anschauung erlangt wird, dann beginnt er zu wissen, dass Reinkarnation und Karma Wahrheiten sind. Die theosophische Weltanschauung verbreitet nämlich die Anschauung, dass der Mensch nicht nur einmal in der Welt lebt, sondern viele Male, dass er sich immer wieder verkörpert und dass seine Handlungen in Beziehung miteinander stehen. Die einzelnen Leben hängen nach Ursache und Wirkung zusammen. Das kann man einsehen, wenn man das Leben verfolgt. Man wird auch theoretisch zu dieser Anschauung durchdringen können. Viele Anhänger der Theosophie stehen noch auf der Stufe, dass sie Reinkarnation und Karma nur als begriffliche und verstandesmäßige Erkenntnis für wahr halten. Die zweite Stufe der Schülerschaft hat aber das Wissen von der Wahrheit von Reinkarnation und Karma. Der Schüler vermutet die Wahrheit von Reinkarnation und Karma nicht -, er weiß sie.

[ 20 ] Nun kommt die dritte Stufe der Schülerschaft. Die Wiederverkörperung ist nicht eine ewige Sache. Vor der Mitte der lemurischen Zeit gab es noch nicht das, was wir Reinkarnation nennen, und nach der Mitte der sechsten Wurzelrasse wird diese Art der Reinkarnation wieder aufhören. Eine andere Art des Lebens und der Wiederverkörperung wird dann da sein. Bis zur Mitte der sechsten Wurzelrasse wird der Mensch reinkarniert. Die Wiederverkörperung wird dann abhängen von dem Willen des Menschen; heute ist sie unabhängig davon. Wir können sagen, ein erster und ein letzter Augenblick ist da, vor der Reinkarnation ein erster und nach der Reinkarnation ein letzter Augenblick. Vorher war der Mensch ein sich nicht Inkarnierender, und nachher wird er sein ein nicht mehr sich Reinkarnierender. Hinauszublicken über das Gebiet, wo es Reinkarnation gibt, das ist die Eigenschaft der dritten Stufe der Schülerschaft. «Schwan» nennt man diesen Schüler, diesen Chela auf der dritten Stufe. Wenn er zum Ersten und zum Letzten blickt, also zu dem, was höher ist als alle Reinkarnation, dann ist er fähig, Apokalypsen zu schreiben, in Apokalypsen zu sprechen. Was in irgendeiner Apokalypse steht, geht zunächst von solchen Initiierten aus, die nicht bloß die Reinkarnationszeit überblicken, sondern vom Ersten bis zum Letzten blicken. Zu zeigen, wie der Mensch in diese Reinkarnation hineingekommen ist und wie er wieder hinauskommt, das ist die Aufgabe jeder Apokalypse. Sie hat eine ferne Vergangenheit und eine ferne Zukunft zu schildern, und dadurch hat sie auch die Gegenwart eingeschlossen. In der Apokalypse des Johannes finden Sie die sieben Unterrassen unserer fünften Wurzelrasse geschildert, denn das, was von den sieben Gemeinden gesagt wird, bezieht sich auf die sieben Unterrassen der fünften Wurzelrasse. Die Ermahnungen, die der Apokalyptiker Johannes an die Gemeinden richtet, sind die Ermahnungen, die der Chela Johannes den einzelnen Unterrassen zuruft. Jede Unterrasse steht mit einer ganz bestimmten Himmelskonstellation in Zusammenhang. Daher wird gesprochen von sieben Sternen, die die sieben Engel darstellen: Die leiten die Genien der sieben Unterrassen. Dann wird man zum Ersten und zum Letzten geführt. Der Erste ist der Mensch, der vor der Reinkarnation dasteht, und der Letzte ist der, welcher nach der Überwindung der Reinkarnation noch dasteht.

[ 20 ] Nun kommt die dritte Stufe der Schülerschaft. Die Wiederverkörperung ist nicht eine ewige Sache. Vor der Mitte der lemurischen Zeit gab es noch nicht das, was wir Reinkarnation nennen, und nach der Mitte der sechsten Wurzelrasse wird diese Art der Reinkarnation wieder aufhören. Eine andere Art des Lebens und der Wiederverkörperung wird dann da sein. Bis zur Mitte der sechsten Wurzelrasse wird der Mensch reinkarniert. Die Wiederverkörperung wird dann abhängen von dem Willen des Menschen; heute ist sie unabhängig davon. Wir können sagen, ein erster und ein letzter Augenblick ist da, vor der Reinkarnation ein erster und nach der Reinkarnation ein letzter Augenblick. Vorher war der Mensch ein sich nicht Inkarnierender, und nachher wird er sein ein nicht mehr sich Reinkarnierender. Hinauszublicken über das Gebiet, wo es Reinkarnation gibt, das ist die Eigenschaft der dritten Stufe der Schülerschaft. «Schwan» nennt man diesen Schüler, diesen Chela auf der dritten Stufe. Wenn er zum Ersten und zum Letzten blickt, also zu dem, was höher ist als alle Reinkarnation, dann ist er fähig, Apokalypsen zu schreiben, in Apokalypsen zu sprechen. Was in irgendeiner Apokalypse steht, geht zunächst von solchen Initiierten aus, die nicht bloß die Reinkarnationszeit überblicken, sondern vom Ersten bis zum Letzten blicken. Zu zeigen, wie der Mensch in diese Reinkarnation hineingekommen ist und wie er wieder hinauskommt, das ist die Aufgabe jeder Apokalypse. Sie hat eine ferne Vergangenheit und eine ferne Zukunft zu schildern, und dadurch hat sie auch die Gegenwart eingeschlossen. In der Apokalypse des Johannes finden Sie die sieben Unterrassen unserer fünften Wurzelrasse geschildert, denn das, was von den sieben Gemeinden gesagt wird, bezieht sich auf die sieben Unterrassen der fünften Wurzelrasse. Die Ermahnungen, die der Apokalyptiker Johannes an die Gemeinden richtet, sind die Ermahnungen, die der Chela Johannes den einzelnen Unterrassen zuruft. Jede Unterrasse steht mit einer ganz bestimmten Himmelskonstellation in Zusammenhang. Daher wird gesprochen von sieben Sternen, die die sieben Engel darstellen: Die leiten die Genien der sieben Unterrassen. Dann wird man zum Ersten und zum Letzten geführt. Der Erste ist der Mensch, der vor der Reinkarnation dasteht, und der Letzte ist der, welcher nach der Überwindung der Reinkarnation noch dasteht.

[ 21 ] Johannes war in einer sogenannten Einweihungshülle. Er sagt ja auch, er war im Geiste. Und das, was da enthüllt wird, ist nichts anderes als die Inspiration eines im dritten Grade der Schülerschaft befindlichen Chelas, es ist eine Apokalypse des Schwans. Der Schwan ist derjenige, der die Verbindung herstellt zwischen den Höchstinspirierten und den Menschen. Das ist in den wichtigsten Sagen ausgedrückt.

[ 21 ] Johannes war in einer sogenannten Einweihungshülle. Er sagt ja auch, er war im Geiste. Und das, was da enthüllt wird, ist nichts anderes als die Inspiration eines im dritten Grade der Schülerschaft befindlichen Chelas, es ist eine Apokalypse des Schwans. Der Schwan ist derjenige, der die Verbindung herstellt zwischen den Höchstinspirierten und den Menschen. Das ist in den wichtigsten Sagen ausgedrückt.

[ 22 ] Heimatlos also wird der Schüler auf der ersten Stufe. Wer zum Schwan geworden ist, kann zu den höheren Offenbarungen gelangen. Es sind diejenigen, die in unsere Welt hineinkommen, die man aber nicht nach ihrem Namen fragen darf, weil sie aus einer jenseitigen Welt stammen. In einer großen, gewaltigen Allegorie, die gleichzeitig eine tief mystische Bedeutung hat, wird das zum Ausdruck gebracht. Es ist eine schr tiefe Wahrheit, die in der Lohengrin-Sage zum Ausdruck kommt; durch Lohengrin, der mit dem Schwan kommt, der also ein Schüler - ein Chela - dritten Grades war. Bei ihm finden sich große Wahrheiten. Wer die Sage von Lohengrin versteht, versteht erst die Weltgeschichte vom elften, zwölften, dreizehnten Jahrhundert.

[ 22 ] Heimatlos also wird der Schüler auf der ersten Stufe. Wer zum Schwan geworden ist, kann zu den höheren Offenbarungen gelangen. Es sind diejenigen, die in unsere Welt hineinkommen, die man aber nicht nach ihrem Namen fragen darf, weil sie aus einer jenseitigen Welt stammen. In einer großen, gewaltigen Allegorie, die gleichzeitig eine tief mystische Bedeutung hat, wird das zum Ausdruck gebracht. Es ist eine schr tiefe Wahrheit, die in der Lohengrin-Sage zum Ausdruck kommt; durch Lohengrin, der mit dem Schwan kommt, der also ein Schüler - ein Chela - dritten Grades war. Bei ihm finden sich große Wahrheiten. Wer die Sage von Lohengrin versteht, versteht erst die Weltgeschichte vom elften, zwölften, dreizehnten Jahrhundert.

[ 23 ] Nun habe ich Ihnen auseinandergelegt, woher das stammt, wer apokalyptisch sprechen kann, wer ein Bild entwerfen kann von der Welt, unabhängig von Raum und Zeit. Wir werden noch von der fernen Vergangenheit, von der Gegenwart, aber auch von der Zukunft sprechen. Das wird sich finden, wenn wir über die, durch die Theosophie sich enthüllende Apokalypse sprechen werden. Da werden wir dasjenige sehen, was der Mensch sich als großes Ziel vorsetzen kann, weil es wirklich ein großes Ziel ist.

[ 23 ] Nun habe ich Ihnen auseinandergelegt, woher das stammt, wer apokalyptisch sprechen kann, wer ein Bild entwerfen kann von der Welt, unabhängig von Raum und Zeit. Wir werden noch von der fernen Vergangenheit, von der Gegenwart, aber auch von der Zukunft sprechen. Das wird sich finden, wenn wir über die, durch die Theosophie sich enthüllende Apokalypse sprechen werden. Da werden wir dasjenige sehen, was der Mensch sich als großes Ziel vorsetzen kann, weil es wirklich ein großes Ziel ist.

[ 24 ] Aus der Fragenbeantwortung

[ 24 ] Aus der Fragenbeantwortung

[ 25 ] Der Materialist sagt, wir verfolgen die Tierheit bis zu der Stufe, wo sie Mensch geworden ist, und nun folgen wir auf einer gewissen höheren Stufe, dem Triebe, der im Menschen vorhanden ist.

[ 25 ] Der Materialist sagt, wir verfolgen die Tierheit bis zu der Stufe, wo sie Mensch geworden ist, und nun folgen wir auf einer gewissen höheren Stufe, dem Triebe, der im Menschen vorhanden ist.

[ 26 ] Das aber baut sich nicht auf Erkenntnis auf, das baut sich auf dem materialistischen Dogma auf. Man folgt nicht den Gesetzen der Natur, wenn man diese Gesetze der Natur dogmatisch auf einem ganz bestimmten Punkt abgrenzt und sagt: bis hierher und nicht weiter. Den Gesetzen kann man nur folgen, wenn man sie erkennt. Man muss die Erkenntnis der Gesetze verbinden mit dem Befolgen derselben.

[ 26 ] Das aber baut sich nicht auf Erkenntnis auf, das baut sich auf dem materialistischen Dogma auf. Man folgt nicht den Gesetzen der Natur, wenn man diese Gesetze der Natur dogmatisch auf einem ganz bestimmten Punkt abgrenzt und sagt: bis hierher und nicht weiter. Den Gesetzen kann man nur folgen, wenn man sie erkennt. Man muss die Erkenntnis der Gesetze verbinden mit dem Befolgen derselben.

[ 27 ] Ein Beispiel dafür: Der religiöse Mensch wird nicht bloß darauf bauen, dass er sagt: Ich lüge nicht, weil das mir Nachteil bringt oder mich verächtlich macht in den Augen der Mitmenschen. Er ist vielmehr der Überzeugung, dass die Lüge eine weitergehende Bedeutung hat, dass sie etwas ist, was gegen den göttlichen Weltengang verstößt und was seine Strafe, seine Wirkungen nach sich zieht. Wenn Sie die Wahrheit unterstützen, so unterstützen Sie die Förderung einer bestimmten Entwicklung. Schildern Sie die Ereignisse anders, als sie sind, so machen Sie dasselbe, wie wenn Sie einen Pflanzenkeim unterdrücken würden: Sie halten eine ganz bestimmte Entwicklungsrichtung zurück. Das erscheint nicht so schlimm, solange Sie kein Bewusstsein davon haben, dass man auch etwas im geistigen Wachstum zurückhalten kann. Der Okkultist aber sagt daher: Die Lüge ist ein Mord. Was sich als Lebewesen entwickelt hätte, das wird durch die Lüge getötet.

[ 27 ] Ein Beispiel dafür: Der religiöse Mensch wird nicht bloß darauf bauen, dass er sagt: Ich lüge nicht, weil das mir Nachteil bringt oder mich verächtlich macht in den Augen der Mitmenschen. Er ist vielmehr der Überzeugung, dass die Lüge eine weitergehende Bedeutung hat, dass sie etwas ist, was gegen den göttlichen Weltengang verstößt und was seine Strafe, seine Wirkungen nach sich zieht. Wenn Sie die Wahrheit unterstützen, so unterstützen Sie die Förderung einer bestimmten Entwicklung. Schildern Sie die Ereignisse anders, als sie sind, so machen Sie dasselbe, wie wenn Sie einen Pflanzenkeim unterdrücken würden: Sie halten eine ganz bestimmte Entwicklungsrichtung zurück. Das erscheint nicht so schlimm, solange Sie kein Bewusstsein davon haben, dass man auch etwas im geistigen Wachstum zurückhalten kann. Der Okkultist aber sagt daher: Die Lüge ist ein Mord. Was sich als Lebewesen entwickelt hätte, das wird durch die Lüge getötet.

[ 28 ] Die Teilung der Geschlechter steht im Zusammenhang mit Geburt und Tod.

[ 28 ] Die Teilung der Geschlechter steht im Zusammenhang mit Geburt und Tod.

[ 29 ] Die zweite Stufe der Schülerschaft löst den Zweifel und macht den Aberglauben unmöglich.

[ 29 ] Die zweite Stufe der Schülerschaft löst den Zweifel und macht den Aberglauben unmöglich.

[ 30 ] Die Untersuchung der Reinkarnation eines anderen Menschen muss völlig unpersönlich sein. Wird der Forscher gefragt, dann kann er sich darauf einlassen.

[ 30 ] Die Untersuchung der Reinkarnation eines anderen Menschen muss völlig unpersönlich sein. Wird der Forscher gefragt, dann kann er sich darauf einlassen.

[ 31 ] Auf die Frage, welcher Schüler würde in der Akasha-Chronik lesen können, möchte ich antworten: In der Akasha-Chronik lesen kann schon derjenige, der reif ist zur Schülerschaft. Es gibt zweierlei Lesen in der Akasha-Chronik: Das eigentliche Lesen wird schon möglich, wenn man überhaupt Schüler wird. Man muss aber erst buchstabieren gelernt haben. Die Akasha-Chronik wirft Spiegelbilder in die Astralebene. Sie befindet sich ja an der Grenze zwischen Rupa- und Arupa-Ebene. Man kann aber zum Beispiel den Kriegszug des Cäsars im Astralraum als Spiegelbild der Aufzeichnungen in der AkashaChronik finden.

[ 31 ] Auf die Frage, welcher Schüler würde in der Akasha-Chronik lesen können, möchte ich antworten: In der Akasha-Chronik lesen kann schon derjenige, der reif ist zur Schülerschaft. Es gibt zweierlei Lesen in der Akasha-Chronik: Das eigentliche Lesen wird schon möglich, wenn man überhaupt Schüler wird. Man muss aber erst buchstabieren gelernt haben. Die Akasha-Chronik wirft Spiegelbilder in die Astralebene. Sie befindet sich ja an der Grenze zwischen Rupa- und Arupa-Ebene. Man kann aber zum Beispiel den Kriegszug des Cäsars im Astralraum als Spiegelbild der Aufzeichnungen in der AkashaChronik finden.