Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I
Theosophie, Christologie und Mythologie
GA 90a
21 May 1904, Berlin
25. Zur Apokalypse I
[ 1 ] Gestern kamen wir zu dem Punkt, wo die Erde überging in die Vergeistigung; die reifen Menschen machen es mit und gehen zurück mit ihr zur Sonne.
[ 2 ] Die Modenkräfte sind ausgeschieden, nicht mehr da. Diese Entwicklung führt zunächst zu einer immer stärkeren Vergeistigung; dann erst erhebt sich der Mensch mit seinem Planeten in den astralischen, dann in den devachanischen Zustand. Die Sonne mit der Erde vergeistigt sich. Dies machen nicht mit die Wesen, die nicht gesorgt haben für solch eine Spiritualisierung. Zunächst kann ja kein Klumpen zurückbleiben, alles astralisiert sich, aber die Unreifen bilden eine Art von Auswurf in diesem Entwicklungsstadium. Es gibt ein solches Astralisches, welches rein, edel, höher als das Physische ist.
[ 3 ] Aber ein anderes Astralisches, in dem diejenigen Wesen sind, die bösartiger und tiefer sind als die der physischen Entwicklung.
- devachanisch
- astralisch
- physisch
[ 4 ] - unter der physischen stehende astralische Welt In dieser Welt sind die Wesen, die drin sind, nicht in solch einem physischen Körper, wie ein Mensch, aber sie haben eine furchtbare Kraft des Bösen. In ihr hausen alle Mächte, die sich unserer Entwicklung entgegen stämmen. In ihr haust der Geist Mammon, der Geist der Hindernisse, der überall bremst, wo es einen Fortschritt geben will. Er ist heute schon tätig.
[ 5 ] Wenn nun die Erde selber in einen astralischen Zustand übergeht, dann müssen alle diejenigen Wesen, die nicht in die höhere astralische Welt gehen konnten, hinuntergehen in diese tiefere.
[ 6 ] So haben wir nach den Posaunen eine Welt, die herausgeworfen ist, und dies ist eine Welt der Finsternis. Im astralischen Leibe sind dort alle Wesen vorhanden, die nicht konnten den Reifegrad erlangen, um in die Sonne hineinzusteigen. Vor der lemurischen Entwicklung ist der Mensch in den physischen Leib hinuntergestiegen. Damals waren eigentümliche Wesen geistiger Art mit Erde in Verbindung. Jeder der planetarischen Stufen hat eine Menschheitsstufe sich entwickeln sehen: auf Mond, Sonne, Saturn ...
[ 7 ] Es gibt solche Wesen, die im bestimmten planetarischen Zustand nicht fertig wurden mit ihrer Entwicklung. So auch auf dem Monde. Die wurden auf die Erde herüberversetzt. Die Welt schreitet hinaus über eine gewisse Stufe, aber gewisse Wesen bleiben zurück. Die nicht reif gewordenen Engel standen zwischen Mensch und Engel; luziferische Scharen. Sie waren diejenigen, die die Menschen zurückgezogen haben in ihrer Entwicklung, die ein tieferes Verstrickt-Sein in die Materie bewirkt haben. So ist mit dem Menschen die luziferische Entwicklung verknüpft. Sie hat ihr Gutes und Schlimmes. Das Gute besteht darin, dass der Mensch ohne die luziferische Einwirkung kein freies Wesen hätte werden können. Er hat sich unabhängig gemacht von der unmittelbaren Lenkung durch höhere Wesen. Aber dadurch wurde möglich der Fall ins Böse. Zum Heil der Menschen haben also auch die luziferischen Wesen ein Opfer gebracht, indem sie ihre Entwicklung zurückgehalten haben.
[ 8 ] Jetzt ist es anders. Die Verhältnisse liegen ganz anders vor der Mitte einer Entwicklung und nachher. Die materialistischen Menschen bringen also jetzt kein Opfer, sondern im Gegenteil die fortschrittlichen. - Nicht schematisieren.
[ 9 ] Worin besteht das Positive, das die luziferischen Wesen getan haben?
[ 10 ] Auf dem Saturn hatte der Mensch nur in Anlage einen physischen Leib.
Sonne ätherischer Leib
Mond astralischer Leib
Erde Ich
[ 11 ] Das Physische ist das älteste Glied, das am meisten Umwandlungen gemacht hat. Wunderbau des Herzens, Gehirns usw.
[ 12 ] Sonne Mond auf Erde Ich-Aura.
[ 13 ] Wären die luziferischen Wesen nicht da gewesen in lemurischer Zeit, wo das Ich anfing sich zu entwickeln, wären die höheren Wesenheiten beim Menschen geblieben. Und Jahve /Lücke in der Mitschrift]
[ 14 ] Die luziferischen Wesen konnten sich nicht beteiligen an der Entwicklung des Ich, nur an dem astralischen Leib. Sodass dahin die Wirkung der luziferischen Wesen hineinkam. Sie gaben dem astralischen Leib Selbstständigkeit, aber auch die Möglichkeit, ins Böse zu fallen. Dadurch machen luziferische Wesen eine gewisse Entwicklung durch. Sie holen nach im astralischen Leib des Menschen, was sie auf dem Mond versäumt haben, und erreichen, was sie dort hätten erreichen sollen. Sie können im Menschen stellvertretend durchmachen, was sie versäumt haben auf dem Mond. Sie kommen mit uns weiter. Wenn die Erde sich mit der Sonne vereinigt, wird es solche luziferischen Wesen geben, die mit ihr sich mit der Sonne vereinen. Und so, indem der Mensch arbeitet an der Veredelung seiner Triebe, kann er Luzifer erlösen. Aber nur so weit er sich erlösen lässt. Es wird solche geben, die sich sträuben, die bleiben während der Erdenzeit in dem Zustand, in dem sie waren, als sie auf die Erde kamen. Sie werden ausgeworfen und erscheinen als die böse astralische Welt. Dort taucht auf die Gruppe der luziferischen Wesenheiten, die nicht weiter hat kommen wollen. Ausgeworfen wird die alte Schlange, und es tritt hervor der erste der Drachen. Beim Eintreten der Erde in die Sonne ist es das Zurückgebliebene.
[ 15 ] Aber es gibt noch andere Zurückgebliebene: Die Menschen, die nicht weiter kommen. Es gibt solche, die nichts dafür können, die nicht kommen zum Zustand der Erweckung, der nötig ist zur Spiritualität. Sie bleiben Sklaven ihrer tierischen Instinkte. Wenn sie auch nichts dafür können, so sind sie doch eine böse Macht. Das ist das zweite der Tiere, die in der Tierheit Steckengebliebenen, ausgeworfen als das zweite der Tiere. Die «alte Schlange» sagt die Apokalypse - die luziferischen Wesen - erscheint vom Himmel herunter; der zweite Drache steigt aus dem Meere, das ist das, was in der Entwicklung der Erde selber zurückgeblieben ist in niederer Natur, «das Tier in seiner Gesamtheit - im Instinkte zurückgeblieben.
[ 16 ] Jetzt noch die dritte Art von Wesen, die zurückbleiben. Das sind solche, die sich auf der Erde die Anlage erwerben zum schwarzen Magier. Sie bleiben innerhalb der Menschheit zurück, entwickeln Fähigkeiten, die hineinführen in die übersinnliche Natur, aber sie gebrauchen diese Fähigkeit im Dienste schwarzer Magie. Nicht im Instinkt, sondern im vollen Bewusstsein haben sie sich abgewendet und geben fleischliche Materie her für Sorat. Er inkarniert sich in ihnen als ihre Gruppenseele. Die Menschen werden die Verfleischung sein des Sonnendämons. Wann werden sie hervortreten?
[ 17 ] Stellen wir uns den weiteren Entwicklungsverlauf der Erde vor. Vereinigung mit Sonne. Dadurch, dass sich nicht alles reif gemacht hat, muss der Mensch noch einmal zur Physis zurück. Noch einmal trennt sich das Sonnenhafte. Hier liegt auch eine Rettungsmöglichkeit für die aus Instinkt Zurückgebliebenen. Die reif Gewordenen beschließen in dem Augenblick der höchsten Vereinigung, noch einmal einen anderen Weltenkörper zu bilden neben der Sonne, und da aufzunehmen die Wesen, die zurückgeblieben sind, um beim nächsten Zyklus der Sonne wieder zurückgenommen zu werden.
[ 18 ] Dieser jetzige Zyklus bedeutet was? Ein jeder Weltenkörper muss Wiederholungen durchmachen von dem, was er schon durchgemacht hat. Bevor die Erde in die Lage kam, als Erde anzufangen, musste sie wiederholen [Lücke in der Mitschrift]
[ 19 ] Nachdem sich die Erde mit der Sonne vereinigt hat, muss sie die künftigen planetarischen Entwicklungen wie prophetisch vorausnehmen. Eine Vorausnahme des Jupiter-, Venus-, Vulkan-Zustandes. Während des vorausgenommenen Jupiter-Zustandes treten die Wesen heraus, und die Jupiter-Erde ist da neben der Sonne. Auf der Jupiter-Erde haben die Wesen Gelegenheit, zurückgenommen zu werden; die Unterzustände sind nur in Andeutungen da, und auf dem Vulkan-Zustand geht alles ineinander über. Also erleben wir nach unserer Erde eine Jupiter-Erde. Da haben sogar die schwarzen Magier - Sorat - eine Möglichkeit zur Sonne zurückzukehren. Aber eine Anzahl wird es nicht tun. Und jetzt, da sie auf der Jupiter-Erde zurückgeblieben sind, auch eine Anzahl Menschen, vergeistigt sich die Erde wiederum. Noch einmal beschließen die, die sich spiritualisiert haben, zurückzukehren und bilden eine Zwischenerde. Noch einmal lassen sich einige Sorat-Wesen erlösen; andere sträuben sich hartnäckig auf der Venus-Erde noch; und für die gibt es keine Möglichkeit der Erlösung mehr auf der Vulkan-Erde. Der sechste, der Venus-Zwischenzustand, ist also das Entscheidende. Erst im sechsten Zustande des Venus-Erdenplaneten kommt dieses Entscheidende. In diesem gibt es wieder etwas, was den Unterrassen parallel geht, also wartet die Entwicklung auf den kleinsten Zyklus, also auf den sechsten Unterzustand dort, um noch zu erretten. Und erst da, im sechsten Unterzustand des sechsten Hauptzustands des Venuszyklus ist alles aus: 666.
[ 20 ] Die also ihre Leiblichkeit hergeben, um den Sonnendämon als ihre Gruppenseele zu inkarnieren, haben hier endgültig beschlossen, ihre Kräfte in den Dienst des Bösen zu stellen. Der erste Drache ist also kein Mensch - Luzifer. Der zweite auch nicht - Tier. Aber im eminentesten Sinne sind es Menschen, die sich dem Sorat ergeben haben. 666 ist also nicht eines Tieres Zeichen, sondern eines Menschen. «Hier ist Weisheit.»
[ 21 ] Der Apokalyptiker hat also wohl gewusst, was wir kennen als die Entwicklung der Erde durch 7x7x7 Zustände. Wahrhaftig ist diese Apokalypse ein Abriss der ganzen Entwicklung. Betrachten wir die Venus-Erde. Bunt her geht es. Auf der Jupiter-Erde lassen sich noch viele retten. Für die Venus-Erde bleibt das schlechteste Menschenmaterial zurück. Da ist aber auch nicht viel zu hoffen. Die, welche sich spiritualisieren, haben nur beschränkte Macht zum Retten. Die Kräfte reichen nicht aus zum Retten. Die Schlechtesten müssen warten auf den künftigen Jupiter und die künftige Venus, auf denen die spirituellen Menschen stärkere Kräfte haben. Also herrscht das Wüsteste auf dieser Venus-Erde. Da muss in der Tat vieles ausgestoßen werden; es muss überwunden werden das Laster, für das keine Macht ist, es zu erlösen. Das zeigt sich dem ApokaIyptiker als das Hinunterstoßen in den Abgrund des bösen Babylon. Das Weib - der Geist der Venus-Erde - ist ganz erfüllt von bösen Lastern. So ist der Sturz der Venus-Erde in dem Fall von Babylon vorausgesehen.
[ 22 ] Die Menschen, die versucht haben zu retten, was noch zu retten ist, entwickeln sich weiter; es erhebt sich zu einem letzten ErdenZustand, zur Vulkan-Erde, was die Reife erlangt hat. Da ist alles gereinigt und geläutert.
[ 23 ] Auf welchem Gebiete ist heute der Mensch schöpferisch? Er ist fähig, die leblosen Naturkräfte in seinen Dienst zu stellen, indem er eine Leinwand bemalt, indem er Marmor behaut. Aber er kann nicht den Marmor lebendig machen. Er beherrscht nicht das Lebendige, er bemeistert die leblose Natur. Im weißmagischen Sinn wird er erst auf dem künftigen Jupiter Pflanzenkräfte beherrschen können.
[ 24 ] Was wird aus den Kathedralen, Domen werden, aus den RaffaelMadonnen? Ihre physische Materialität wird zerfallen - Leonardos Abendmahl. Hinschwinden werden sie aber nicht. Analog dazu die heutigen Kristalle, die sich aus den Bergen herausgestalten. Der Ausspruch der ägyptischen Weisen: [Lücke in der Mitschrift] So, wie wir heute bauen und Kunstwerke verfertigen, sind früher im Kosmos nach und nach die Formen ausgearbeitet worden. Dies wächst jetzt als Naturwesen aus der Erde heraus. Wenn die Erde an ihren Zielpunkt angelangt sein wird, werden die Kunstwerke herauswachsen wie Naturprodukte aus der sich erneuernden Erde. Die Madonna auf der Leinwand wird vergehen, aber heutige Menschenarbeit wird den Wohnplatz geben, in den spätere Menschheit hineingeboren wird. Diesen Wohnplatz nennt der Apokalyptiker das «Neue Jerusalem». Da wird die menschliche Arbeit auferstehen. Die Keime zum Neuen Jerusalem werden die hineingelegte menschliche Arbeit sein. So entsteht die neue Erde, und diese wird bewohnt werden können von Menschen, die hineinpassen in diesen neuen Zustand, die Schritt gehalten haben mit der Entwicklung. Diese Menschen werden sich sagen können: Das ist die Stätte für uns, die wir aus der Weisheit Liebe entwickelt haben werden, sodass Friede sein kann. ‹Jeru Salem› bedeutet die «Stätte des Friedens›.
