Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I
Theosophie, Christologie und Mythologie
GA 90a
undatierte Mitschrift, 1904, Berlin
56. Die Gestaltung des Menschen II
[ 1 ] Während der lemurischen Zeit ist etwas geschehen, das seit vielen Millionen Jahren zum Wichtigsten gehört: Das eigentliche Ich des Menschen hat Wohnung genommen im menschlichen Körper. Des Menschen eigentliche Seele war weiter als die Körper, die damals schon aufgebaut waren. Bevor die Körper fertig waren, hatten die Seelen auf anderen Planeten eine andere Entwicklung. Pitris: verschiedene Grade der Entwicklung. Anderer Bewusstseinsgrad. Dieses Bewusstsein, was wir jetzt haben, ist allmählich aufgebaut.
[ 2 ] Durch lange Zeiträume hindurch haben wir das, was jetzt auf der Erde ist, auf dem Mond entwickelt. Dann schlief es hinüber. Wenn der Mensch seine Erdlaufbahn antritt, ist er weiter als die Erde. Er muss im Verein mit anderen hohen Wesen Körper bauen. «Die Erde war wüst und wirr.» Es müssen aus dem Material die Formen aufgebaut werden; dies geschieht in den drei ersten Runden. Er baut Formen auf, wie man ein Haus aufbaut. Eine Art Verwandtschaft mit der irdischen Materie bewirkt es. Wenn er die vierte Runde beginnt, sind die Körper so weit bereit, dass das gesamte physische System — Knochen-, Muskel-, Verdauungs-, Blutzirkulationssystem - fertig ist. Das menschliche Gehirn noch in der Anlage. Die vierte Runde ist dafür, um für das Bewusstsein dieses körperliche Organ aufzubauen.
[ 3 ] Drei Hauptstadien zunächst:
[ 4 ] Erstens: rein Geistiges, arupa, formlos; zweitens: geistiger Gestaltungszustand, rupa, Astralzustand. Am Ende des astralen Zustandes ist im Innersten
1. ein arupes Wesen
2. umhüllt von Gedankenkörper oder rupa
3. von einem astralen Körper oder Empfindungskörper.
[ 5 ] Nun beginnt er die physische Gestaltung damit, dass er in zunächst feinster Materie, in Äther einen Abdruck dessen bildet, was er astralisch war. In früherer planetarischer Entwicklung hatte der Mensch einen ganz anderen Ätherkörper, der denjenigen, den wir jetzt kennen, aber aufgebaut hat, im vierten Zustand der vierten Runde, als die Erde selbst Ätherstoff war. Er ist Schablone des physischen Körpers, in ungefähr der Farbe der Pfirsichblüte. Während dieser Zeit war der Ätherleib der einzige menschliche Körper. Es war die erste Wurzelrasse, feinstoffliche Menschen schwebten in dem Ätherraum und vermehrten sich, indem einer aus dem anderen hervorging.
[ 6 ] Immer dichter und dichter, sieben Stufen macht der Mensch durch — Rassen -, und nun kommt der zweite Zustand, der Luftmensch. Der Äther zieht die Luft an, durchsetzt sich mit ihr, bildet Körper. Was wir in Märchen finden, beruht auf uralter Erinnerung. Hyperboreer nennt man sie: «Und der Herr machte die Winde zu seinen Boten.» Heißt: Er bildetet den seelischen Geistern einen Körper aus Luft. Hyperboreer wurde immer dichter; Luft war sehr dick damals; dennoch waren die Menschen wunderbar schön. Äthermenschen waren leuchtende Feuergestalten. Die astralische Erde wäre für ein physisches Auge ganz dunkel gewesen; während der Äthererde hätte sie zu glänzen begonnen. Die feurigen Gestalten werden so charakterisiert: «Und Gott sprach, es werde Licht.»
[ 7 ] Die Lemurier sind so wichtig, weil in der Mitte dieser wichtige Abschnitt lag. Frühere Katastrophen waren nicht so gewaltsam, weil die Erde noch nicht so dicht war. Hyperboreer durch Umlagerung der Hitze, indem der Kontinent vom Nordpol zum Süden.
[ 8 ] Wassergeschwängerte, dichte Materie: Darin waren erste Lemurier gestaltet; nicht so dicht wie niedere Quallentiere - man nennt sie «Eier-sich-fortpflanzende Menschen, genauso wie gewisse Tiere, Amöben, zunächst Einkerbungen haben, in denen sich der Kern verteilt, dann schnürt es sich ab. Dadurch war der Mensch damals materiell unsterblich, er teilt sich, doch geht nicht unter, sodass der Mensch materiell als solcher unsterblich ist. Damals umschwebten noch Pitri den Körper; erst in der Mitte der lemurischen Zeit kann er Besitz ergreifen. Er hatte alles, nur nicht das richtige Gehirn. Nun entstand ein Ansatz dazu. Feuernebel war eiweißartig geworden, Gehirnansatz entstand und Seele konnte Besitz ergreifen. Nur die sehr vorgerückten Pitri konnten nun von innen heraus den Körper bilden. Sogenannte Söhne des Feuernebels, Arhats, Initiierte, und zwar von höchsten Wesenheiten. Weniger starke Pitris hätten noch nicht Körper gestalten können. Erste Vertreter der Weisheit. Es hätten jetzt auch andere Pitris Besitz ergreifen können, aber dann hätten nicht solche Wesen entstehen können wie jetzt. Der Mensch wäre nie zur vollen Freiheit gelangt; hätte dumpfes Bewusstsein gehabt. Gegen das Ende der zweiten lemurischen Zeit fangen erst an, sich weitere Pitris zu verkörpern.
[ 9 ] Jene Körper aber, die damals von Pitris nicht bewohnt wurden, entwickelten sich zur Tierheit. Wäre im Körper kein Gehirn, könnte kein hochentwickelter Pitri darin wirken auf unserm irdischen Plan. Dieses In-der-Tierheit-sich-Entwickeln bezeichnen alle Religionen als Sündenfall. Auf Kosten des Gehirns ist der übrige Mensch hinuntergedrängt in die Tierheit. Indem der Mensch innerlich Besitz ergreift, muss er sich Sinne entwickeln, um wahrzunehmen. Der Sündenfall schafft das erste Karma.
[ 10 ] Äußerlich physisch waren die ersten Menschen viel vollkommener, aber dumpfer. Damals gab es keine Affen; diejenigen Körper, die bewohnt wurden, entwickelten sich nun zu Menschen; die unbewohnten verkamen; es waren seelenlose, amanasische. Während der zweiten lemurischen Zeit wird also ein entwickelter Bewusstseinszustand dadurch erreicht, dass er tiefer in die Sinnlichkeit sinkt. Die Aufgabe der achten Runde, der ganzen irdischen Entwicklung, ist die Erreichung dieses Bewusstseinszustandes.
[ 11 ] Auf dem Monde hatte er eine niedrige, früher noch niedriger [Lücke in der Mitschrift]
[ 12 ] So entwickelt er durch sieben Planeten sieben Bewusstseinszustände. Als sie vom Monde hinüberwandern, hatten sie Traumtrance, vorher Pflanzentrancen, vorher Tieftrancen. Sieben Planeten oder Bewusstseinszustände. Sieben Reiche, sieben Rassen.
