Inner and Outer Evolution
GA 91
? August 1904, Graal
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Kosmologie und menschliche Evolution, 1st ed.
8. Evolution und Involution
8. Evolution und Involution
[ 1 ] Man muss ein paar Begriffe sich aneignen, um zu begreifen, wie Selbsterkenntnis zur Welterkenntnis wird. Zunächst ein einfacher Begriff. Betrachten wir ein Liliensamenkorn und dann die ganze Lilie. Die Kraft der ganzen Lilie ist im Samenkorn drinnen. Wenn wir den Kern in die Erde versenken, ist die Kraft in ihm drin imstande, Erde, Wasser, Luft so zu gruppieren, dass die Lilie wird. Das Materielle kommt aus der Umgebung, aber die organisierende Kraft aus der Lilie.
[ 1 ] Man muss ein paar Begriffe sich aneignen, um zu begreifen, wie Selbsterkenntnis zur Welterkenntnis wird. Zunächst ein einfacher Begriff. Betrachten wir ein Liliensamenkorn und dann die ganze Lilie. Die Kraft der ganzen Lilie ist im Samenkorn drinnen. Wenn wir den Kern in die Erde versenken, ist die Kraft in ihm drin imstande, Erde, Wasser, Luft so zu gruppieren, dass die Lilie wird. Das Materielle kommt aus der Umgebung, aber die organisierende Kraft aus der Lilie.
[ 2 ] Ähnlich müssen wir die Pitri-Natur vorstellen nach einem Pralaya. In Form eines Samens haben wir ihn nach einem großem Pralaya. Er ist nur wahrnehmbar im Anfang und am Ende seiner Entwicklung auf dem Budhi-Plan und in der Mitte auf dem Nirwana-Plan. Dennoch hat er die Kraft in sich, wenn er in die Materie kommt, sie so zu organisieren wie der Liliensame.
[ 2 ] Ähnlich müssen wir die Pitri-Natur vorstellen nach einem Pralaya. In Form eines Samens haben wir ihn nach einem großem Pralaya. Er ist nur wahrnehmbar im Anfang und am Ende seiner Entwicklung auf dem Budhi-Plan und in der Mitte auf dem Nirwana-Plan. Dennoch hat er die Kraft in sich, wenn er in die Materie kommt, sie so zu organisieren wie der Liliensame.
[ 3 ] Halten wir fest: Pitri ganz Kraft ohne Materie; demgegenüber haben wir den Menschen in seiner materiellen Ausgestaltung. In gewisser Beziehung ähnlich. Nach der siebten Runde, wenn der Mensch im Nirwana angelangt sein wird, wird er wieder Samennatur haben, aber eine andere. Alles, was er hier erlebt hat, wird er in den Samen hinübernehmen. Wir haben den Zustand, in dem alles in einem Punkt zusammengerollt ist: Involution; und den, wo entfaltet ist: Evolution.
[ 3 ] Halten wir fest: Pitri ganz Kraft ohne Materie; demgegenüber haben wir den Menschen in seiner materiellen Ausgestaltung. In gewisser Beziehung ähnlich. Nach der siebten Runde, wenn der Mensch im Nirwana angelangt sein wird, wird er wieder Samennatur haben, aber eine andere. Alles, was er hier erlebt hat, wird er in den Samen hinübernehmen. Wir haben den Zustand, in dem alles in einem Punkt zusammengerollt ist: Involution; und den, wo entfaltet ist: Evolution.
[ 4 ] Samen der Lilie — Involution entfaltete Lilie — Evolution
[ 4 ] Samen der Lilie — Involution entfaltete Lilie — Evolution
[ 5 ] Es sind Zustände, die relativ zueinander sind, [sie bedingen sich] gegenseitig. Wenn der Mensch, wie er ist, ins Nirwana käme, wäre er nicht imstande, alles das zu entfalten, was er kann. Eine Seite des Wesens ist immer in Evolution, die andere in Involution.
[ 5 ] Es sind Zustände, die relativ zueinander sind, [sie bedingen sich] gegenseitig. Wenn der Mensch, wie er ist, ins Nirwana käme, wäre er nicht imstande, alles das zu entfalten, was er kann. Eine Seite des Wesens ist immer in Evolution, die andere in Involution.
[ 6 ] Gehen wir das Mittelalter hindurch, die Zeit des Augustinus bis Luther und Calvin. Wenig von äußerer Wissenschaft war damals, aber mehr mystisch-innerliches Leben. Dieses war daher in Evolution; Verstand in Involution. — Spätere Zeit: Verstandesleben [tritt hervor] und Mystisches tritt zurück. Verstandesleben: Evolution; Mystisches: Involution. Was damals im Keim war, ging jetzt auf. — Im Leben ist die Tätigkeit unserer Sinne in Evolution - nach dem Tode haben wir keine Sinne, aber alles, was wir durch sie erfahren haben, wird richtig ausgebreitet. Involution und Evolution.
[ 6 ] Gehen wir das Mittelalter hindurch, die Zeit des Augustinus bis Luther und Calvin. Wenig von äußerer Wissenschaft war damals, aber mehr mystisch-innerliches Leben. Dieses war daher in Evolution; Verstand in Involution. — Spätere Zeit: Verstandesleben [tritt hervor] und Mystisches tritt zurück. Verstandesleben: Evolution; Mystisches: Involution. Was damals im Keim war, ging jetzt auf. — Im Leben ist die Tätigkeit unserer Sinne in Evolution - nach dem Tode haben wir keine Sinne, aber alles, was wir durch sie erfahren haben, wird richtig ausgebreitet. Involution und Evolution.
[ 7 ] Wir haben gar keine Zeit, alles, was wir sehen, zu verarbeiten, nur einen kleinen Teil verarbeiten wir. Daraus ist zu sehen, wie viel wir involvieren, aufnehmen, wie viel sich ausbreiten muss, evolvieren im Devachan. Daraus ist zu sehen, warum die Zeit im Devachan so lang sein muss. Und wiederum: Was im Devachan vorbereitet wird durch diese Ausbreitung, wird Anlage bei der Geburt und evolviert im nächsten Leben. Also, es ist ein fortwährendes Equilibrieren zwischen Involution und Evolution. Und das ganz zu durchdringen ist Aufgabe der theosophischen Versenkung. Sie entspricht einem Weltprozess. Der Mensch springt gewöhnlich von einem Eindruck zum andern, nimmt Eindruck um Eindruck auf; dass er sie ausbreitet im Devachan wird davon abhängen, dass er sie schon im Leben festhält. Das gewöhnliche Leben ist eine Art geistige Involution, das Meditations-Leben eine Art geistige Evolution.
[ 7 ] Wir haben gar keine Zeit, alles, was wir sehen, zu verarbeiten, nur einen kleinen Teil verarbeiten wir. Daraus ist zu sehen, wie viel wir involvieren, aufnehmen, wie viel sich ausbreiten muss, evolvieren im Devachan. Daraus ist zu sehen, warum die Zeit im Devachan so lang sein muss. Und wiederum: Was im Devachan vorbereitet wird durch diese Ausbreitung, wird Anlage bei der Geburt und evolviert im nächsten Leben. Also, es ist ein fortwährendes Equilibrieren zwischen Involution und Evolution. Und das ganz zu durchdringen ist Aufgabe der theosophischen Versenkung. Sie entspricht einem Weltprozess. Der Mensch springt gewöhnlich von einem Eindruck zum andern, nimmt Eindruck um Eindruck auf; dass er sie ausbreitet im Devachan wird davon abhängen, dass er sie schon im Leben festhält. Das gewöhnliche Leben ist eine Art geistige Involution, das Meditations-Leben eine Art geistige Evolution.
[ 8 ] Ebenso wie Evolution und Involution eine wesentliche Rolle spielen beim Verstehen der Weltordnung, ebenso die Triplizität.
[ 8 ] Ebenso wie Evolution und Involution eine wesentliche Rolle spielen beim Verstehen der Weltordnung, ebenso die Triplizität.
[ 9 ] Denken wir uns eine Kugel, eine Glaskugel, kompakt, sie ist eine Einheit, hält zusammen. Denken wir sie in unzählige Teile geteilt, die alle gleich sind: Die Glaskugel wird auseinanderfallen, ein Häufchen sein. Wenn sie es nicht tut, muss sie von Kräften gehalten sein, die da machen, dass sie im Raum schwebt. /unleserliches Wort] Kugel, die aus vielen Teilen besteht; Kräfte, die sie halten — Form.
[ 9 ] Denken wir uns eine Kugel, eine Glaskugel, kompakt, sie ist eine Einheit, hält zusammen. Denken wir sie in unzählige Teile geteilt, die alle gleich sind: Die Glaskugel wird auseinanderfallen, ein Häufchen sein. Wenn sie es nicht tut, muss sie von Kräften gehalten sein, die da machen, dass sie im Raum schwebt. /unleserliches Wort] Kugel, die aus vielen Teilen besteht; Kräfte, die sie halten — Form.
[ 10 ] Das aufs ganze Universum angewendet: ursprünglich eines, dann in Millionen Teile geteilt; und dann die Formen, der anordnende Geist. — Das erste, unendlichmal Zerteilte ist:
[ 10 ] Das aufs ganze Universum angewendet: ursprünglich eines, dann in Millionen Teile geteilt; und dann die Formen, der anordnende Geist. — Das erste, unendlichmal Zerteilte ist:
[ 11 ] a) I. Logos, ursprüngliche Kraft, auf der alles /unleserliches Wort]: Vater, b) II. die Kräfte, die zusammenhalten: Wort, Sohn, c) IIL. das Ordnende, der heilige Geist.
[ 11 ] a) I. Logos, ursprüngliche Kraft, auf der alles /unleserliches Wort]: Vater, b) II. die Kräfte, die zusammenhalten: Wort, Sohn, c) IIL. das Ordnende, der heilige Geist.
[ 12 ] Namentlich war das in Gebrauch beim größten christlichen Esoteriker: Dionysius Areopagita, Schüler und Initiierter des Apostels Paulus. — Man nennt ihn Pseudo-Dionysius, weil [die Lehren] erst im sechsten Jahrhundert aufgeschrieben worden sind.
[ 12 ] Namentlich war das in Gebrauch beim größten christlichen Esoteriker: Dionysius Areopagita, Schüler und Initiierter des Apostels Paulus. — Man nennt ihn Pseudo-Dionysius, weil [die Lehren] erst im sechsten Jahrhundert aufgeschrieben worden sind.
[ 13 ] Es gab ein Losungswort unter den Christen: «Von Mund zu Ohr.» Mit Geschriebenem kann man Missbrauch treiben, die wirklich Eingeweihten haben nicht aufgeschrieben. Dionysius war Vorsteher einer Mystenschule. Bei solch entwickelten Menschen geschieht es, dass sie im Devachan nicht so lang bleiben wie andere Menschen. Sie können bald zu neuer Inkarnation zurückkehren. Die Vorsteher der Initiationsschulen tun es gewöhnlich; diese Schulen haben oft das Glück, denselben Vorsteher durch viele Jahrhunderte zu behalten. So war es hier. Und erst im sechsten Jahrhundert, als man mehr damit hielt, dass Lehren aufgeschrieben werden, wurden sie hier aufgeschrieben.
[ 13 ] Es gab ein Losungswort unter den Christen: «Von Mund zu Ohr.» Mit Geschriebenem kann man Missbrauch treiben, die wirklich Eingeweihten haben nicht aufgeschrieben. Dionysius war Vorsteher einer Mystenschule. Bei solch entwickelten Menschen geschieht es, dass sie im Devachan nicht so lang bleiben wie andere Menschen. Sie können bald zu neuer Inkarnation zurückkehren. Die Vorsteher der Initiationsschulen tun es gewöhnlich; diese Schulen haben oft das Glück, denselben Vorsteher durch viele Jahrhunderte zu behalten. So war es hier. Und erst im sechsten Jahrhundert, als man mehr damit hielt, dass Lehren aufgeschrieben werden, wurden sie hier aufgeschrieben.
[ 14 ] Von diesem Dionysos sind die ursprünglichen Lehren der christlichen Esoterik; man kann bei ihm das Christentum in seiner ursprünglichen Gestalt lernen, und zu diesem gehört diese Interpretation der höchsten Wesenheiten.
[ 14 ] Von diesem Dionysos sind die ursprünglichen Lehren der christlichen Esoterik; man kann bei ihm das Christentum in seiner ursprünglichen Gestalt lernen, und zu diesem gehört diese Interpretation der höchsten Wesenheiten.
[ 15 ] Der Vater offenbart sich zunächst im höheren Wesen, dann im Spiegelbild:
[ 15 ] Der Vater offenbart sich zunächst im höheren Wesen, dann im Spiegelbild:
Atma — Vater
Budhi - Wort
Manas — Geist und in der Körperlichkeit:
Ätherkörper — Vater
Astralkörper — Wort
Kama-Manas — Geist, der niedere.
Atma — Vater
Budhi - Wort
Manas — Geist und in der Körperlichkeit:
Ätherkörper — Vater
Astralkörper — Wort
Kama-Manas — Geist, der niedere.
[ 16 ] Bei [Johannes]: Drei sind, die da zeugeten auf Erden: das Blut — Lebensprinzip —, das Wasser — Astrales — und der Geist — KamaManas —; und drei sind, die da zeugeten im Himmel: der Vater, das Wort und der himmlische Geist: Atma — Budhi - Manas.
[ 16 ] Bei [Johannes]: Drei sind, die da zeugeten auf Erden: das Blut — Lebensprinzip —, das Wasser — Astrales — und der Geist — KamaManas —; und drei sind, die da zeugeten im Himmel: der Vater, das Wort und der himmlische Geist: Atma — Budhi - Manas.
[ 17 ] So wurde damals schon in Athen die Gnosis, Esoterik, gelehrt. Kanzelrede war exoterisch, Priesterlehre: esoterisch.
[ 17 ] So wurde damals schon in Athen die Gnosis, Esoterik, gelehrt. Kanzelrede war exoterisch, Priesterlehre: esoterisch.
