Occult Truths of Old Myths and Legends
Griechische und Germanische Mythologie
GA 92
8 Juli 1904, Berlin
3. Sakramentalismus Dädalus und Ikarus
[ 1 ] Ist das Wissen von dem, was die Theosophie lehrt, überhaupt etwas, was für weitere Kreise von einer besonderen Wichtigkeit und Bedeutung ist, oder ist Theosophie etwas, was nur für einige, besonders sich dafür Interessierende bestimmt sein kann? Diese Frage führt auf ein Thema, das sehr selten besprochen wird, das aber einmal besprochen werden muß: das ist der sogenannte Sakramentalismus und die besondere Aufgabe unserer gegenwärtigen Wurzelrasse. Die Frage ist: Was ist Sakramentalismus, und wie verhält sich unsere rein menschliche Aufgabe dazu? - Man könnte fragen: Was hat es für eine Bedeutung für irgendeinen Handwerksmann, der den ganzen Tag in einer Tischlerwerkstätte arbeitet, wenn er weiß, daß Lohengrin einstmals als ein Abgesandter des heiligen Gral die wichtigsten Kulturbewegungen des Mittelalters inspiriert hat? Was hat überhaupt all das Reden von diesen hohen geistigen, idealen Zielen für eine Bedeutung für die breite Masse? - Die ganze Frage beantwortet sich dann, wenn man das Wesen des Sakramentalismus versteht.
[ 2 ] Ich möchte heute, anknüpfend an die Anschauungen der Griechen, über die Entstehung unserer gegenwärtigen, nachatlantischen Wurzelrasse im Verhältnis zu der vorhergehenden, der atlantischen Wurzelrasse, sprechen und daran einiges andere anknüpfen über die Bedeutung des Sakramentalismus. Sie alle kennen die Sage von Dädalus und Ikarus und auch die Sage von Theseus. Ich möchte kurz den ungeheuer tiefen Sinn berühren, der in der DädalusIkarus-Sage steckt. Man erzählt, daß einst ein Mensch gelebt hat mit Namen Dädalus, der imstande war, Kunstwerke zu schaffen, die lebten, Statuen, die sehen und hören konnten, Maschinen, die sich selbst bewegten. Das alles verstand Dädalus. Er war angesehen im ganzen Lande, aber er war auch außerordentlich ehrgeizig. Er hatte einen Schwestersohn, Talos, den er unterrichtete und der ihn bald übertraf in gewisser Beziehung. Es wird uns geschildert, daß Talos imstande war, Töpferscheiben zu benützen, und daß er auch gewisse Künste beherrschte, die dem Dädalus fremd waren. Talos studierte zum Beispiel die Kinnbacken einer Schlange und hatte die Idee, aus den Zähnen der Schlange eine Säge zu formen. So wurde er der Erfinder der Säge. Wenn wir das einander gegenüberstellen, was uns als Charakter bei Dädalus und was uns als Charakter bei Talos entgegentritt, so werden wir sehen, daß es sich bei Dädalus um Dinge handelt, die unserer fünften Wurzelrasse schon fremd geworden sind. Dagegen erfindet Talos solche Dinge, die zu den technischen Fertigkeiten der fünften Wurzelrasse gehören. Wenn wir einen Vergleich ziehen zu der vierten Wurzelrasse, den Atlantiern, so sehen wir, wie die Atlantier imstande waren, die VrilKraft anzuwenden, so wie wir den Dampf zum Antrieb von Lokomotiven, Maschinen und so weiter benutzen. Diese Kunst ist in der nachatlantischen Zeit verlorengegangen. Dagegen hat unsere Zeit die moderne Fähigkeit, unorganische Objekte zu Maschinen zusammenzufügen. Diesen Übergang will uns die Sage zeigen. Dädalus bringt es dann dazu, daß er sich eine Art von Flügel machen kann, womit er sich über die Erde zu erheben vermag. Sein Sohn Ikarus will das auch machen, aber es gelingt ihm nicht, er geht dabei zugrunde. Diese Gegenüberstellung soll aus dem griechischen Geist heraus zeigen, daß die verschiedenen Epochen unserer Erdentwicklung verschiedene Aufgaben haben. Wollte eine Epoche der Erdentwicklung eine Aufgabe übernehmen, die nur für eine andere taugt, so würde sie dabei zugrundegehen. Alles an seinem Ort, alles zu seiner Zeit.
[ 3 ] Nun hat die griechische Sage mit der Dädalus-Sage noch etwas anderes verknüpft. Dädalus geht, nachdem er Talos getötet hat, nach Kreta zu Minos. Dort ist ein Ungeheuer, der Minotaurus. Der Minotaurus steht im Gegensatz zur Sphinx. Der Minotaurus hat einen Stierkopf mit menschlichem Körper, die Sphinx hat einen Menschenkopf mit tierischem Körper. Der Minotaurus soll gehemmt werden in seinen verheerenden Wirkungen. Dädalos soll ihn bannen; das kann er, indem er ihm ein Labyrinth baut. Der Minotaurus muß mit Menschen ernährt werden. Alle neun Jahre müssen ihm sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen geopfert werden. Mit der Minotaurus-Sage steht die Theseus-Sage in Verbindung. Theseus war der Sohn des Ägeus. Dieser hatte bestimmt, daß Theseus das Schwert und die Sandalen unter einem großen Felsstück hervorholen sollte, die der Vater dort verborgen hatte. Nachdem Theseus in Athen verschiedenes vollbracht hatte, geht er nach Kreta, um den Minotaurus zu überwinden und die Stadt Athen von der Lieferung der sieben Jünglinge und der sieben Jungfrauen zu befreien. In Kreta wurde von Seiten der Griechen immer etwas ganz besonderes gesucht. In Kreta soll auch Lykurg gelernt und seine Verfassung für eine Art kommunistisches Gemeinwesen erhalten und nach Sparta gebracht haben, denn in Kreta soll es eine Verfassung gegeben haben, die in allen alten Priesterstaaten heimisch war; es waren Überreste des alten atlantischen PriesterKommunismus, der auf jeden persönlichen Besitz verzichtet. Mit jeder ursprünglichen Religionsgründung hängt eine Art Kommunismus zusammen. Nach Kreta sieht sogar noch Plato als dem Sitz einer mustergültigen Verfassung. Diese Priesterverfassung ist ein Überbleibsel der alten atlantischen Gestaltung. Dädalus konnte das, was in Kreta schädlich war, bannen, weil er mit dem atlantischen Leben bekannt war. In dem Minotaurus haben wir den Repräsentanten der schwarzen Magie in Kreta zu sehen. Das soll jetzt aufhören. Jetzt wollen die Athener nicht mehr die sieben Jünglinge und die sieben Jungfrauen nach Kreta schicken. Das Schiff des Theseus fuhr hinaus mit schwarzen Segeln. Er wollte nach Überwindung des Minotaurus ein weißes Segel hissen statt des früheren schwarzen. Die schwarze Magie sollte weiß werden. Mit Hilfe des Fadens der Ariadne gelingt Theseus das Unternehmen, und er kehrt nach Athen zurück, [aber er vergaß, die weißen Segel zu setzen]. Die Griechen waren aber noch nicht so weit, daß sie des weißen Pfades vollkommen würdig waren. Liebe soll regieren im Ariadnefaden. Es wird aber in jener Zeit schon auf das Christentum so hingedeutet, daß das Liebesprinzip - Ariadne - durch Bacchus geraubt wird, der noch nicht dieses Prinzip ausgebildet hat, welches durch das Christentum verbreitet werden soll. Theseus galt wie Herkules als ein Held, als ein Sonnenläufer, als ein im sechsten Grade Initiierter.
[ 4 ] Ein solcher Sagenkomplex wurde in Griechenland Volksgut. Das Volk als solches kannte diese Sagen. Warum suchten die Priester in die Sagen die Weltengeheimnisse hineinzulegen? Jeder Priester hätte es als etwas Unheiliges, ja als eine unmögliche Profanation empfunden, irgend etwas in die Dichtung einfließen zu lassen, was nicht einen tiefen Sinn hatte. Dabei war der Priester sich klar darüber, daß der tiefe Sinn dem Volke nicht ohne weiteres aufgehen konnte. Dem Volke erzählte man die Fabel, das Märchen, den Mythos; in ihnen lag der tiefe Sinn. Das ist das Grundkennzeichen der ganzen Dichtung der Alten. Je weiter wir zurückgehen, desto tiefer wird der Sinn. Eine Dichtung, die nicht einen tiefen Sinn hätte, gibt es in jenen Zeiten nicht. Erst spätere Zeiten kamen ab von dieser Priesteranschauung und brachten Werke hervor, die nichts mehr von diesen spirituellen Geheimnissen hatten. Selbst auf dem Markte sollten nur Dinge vorgetragen werden, die herausgeflossen sind aus dem spirituellen Leben. Wenn wir uns das vor Augen halten, so können wir sagen, eine andere Führung als die der Priester gab es damals noch nicht. Erst später wird der Priesterkönig durch den weltlichen König abgelöst. Damit folgt der Übergang der alten priesterlichen Königsstaaten in weltliche Königsstaaten — Archont heißt Verwalterkönig.
[ 5 ] Ein Beispiel für diese Anschauung ist die Sage von der Gründung des römischen Staates. Man dachte im Altertum über Geschichte nicht so, daß man äußere Ereignisse erzählte. Erst seit Herodot wird Geschichte als Chronik erzählt. Vorher gab es das nicht. Alles wurde in symbolischer Darstellung gegeben. Was Augen sehen und Ohren hören, sollte damals noch etwas Höheres bedeuten, es sollte der Ausdruck des Spirituellen sein. Wenn der Priester klarzumachen versuchte, woher das Volk der Römer seinen Ursprung hat, dann erzählte er das folgende: Immer, wenn etwas derartiges sich verwirklicht, treten die sieben heiligen Prinzipien in der Welt in Wirkung. Alles geschieht in der Aufeinanderfolge der sieben Prinzipien. Zuerst steigt aus dem Himmel der göttliche Gründer. Dann entnimmt der Priester das, was lebendig ist an der Sache; das lebt dann als Kama. Dann wird in dem Kama das Manas, der Verstand, geboren. Der Leib, der selbst ein Heiliges ist, lebt im Himmel. Unheilig ist er nur, wenn er mißbraucht wird. Das sind die vier unteren Prinzipien. Dann müssen die drei oberen hineinkommen. Etwas, was vollkommener, vollständiger ist, muß hineinsteigen.
[ 6 ] So ging es auch bei der Gründung der Stadt Rom. Zuerst kam Romulus; er kam aus himmlischen Sphären, er war der Gründer. Rom war eine Gründungsstadt des alten Troja. König Numitor von Alba Longa war der Nachkomme des mit trojanischen Flüchtlingen in Latium gelandeten Aeneas. Wir brauchen nur die Worte zu verstehen: «alba longa» ist das weiße, lange Kleid der katholischen Priester. Amulius heißt: der Unbeweibte, der Priester. Eine Priesterstadt als Tochterstadt von Troja war also Rom. Numitor ist der Willensmensch. Der wird zunächst verbannt in den Wald, wird aber der Stammvater der Gründer der Stadt Rom. Romulus ist der Gründer der römischen Kultur, der erste König. Er wird auch versetzt unter die Götter unter dem Namen Quirinus. Der zweite König ist Numa Pompilius. Der dritte König ist Tullus Hostilius; er ist der Repräsentant von Kama; da herrscht der Krieg; es entwikkelt sich dasjenige, was man in der Theosophie als Kama-Rupa zu bezeichnen hat. Der vierte König ist Ancus Martius; er ist der Repräsentant von Kama-Manas. Technische Dinge werden da gemacht. Als das vierte Prinzip reif war, wurde die etruskische Kultur herbeigerufen. Tarquinius Priscus, der fünfte König, bringt Manas hinein. Die großen Bauten und Wasserleitungen legte er an. Das, was man Manas nennt, das ist vertreten in Tarquinius Priscus. Das sechste Prinzip ist Budhi. Es bewirkt die Segnungen des menschlichen Zusammenlebens durch Liebe und Gerechtigkeit. Servius Tullius ist der sechste König der Römer. Er war derjenige, der Ordnung schaffte, der Gesetze gab, die denen der Etrusker entsprachen. Der siebente König ist Tarquinius Superbus, der Erhabene, der aber heruntergestürzt ist.
[ 7 ] So sah der Priester die Entstehung der Stadt Rom an. Das war nicht etwa eine Interpretation, sondern es war eine Wirklichkeit. Die Städte waren so geleitet, daß die sieben Prinzipien die Richtlinien des Herrschens waren. Wenn etwas auf der Erde gedeihen soll, dann muß es in der Ordnung der sieben Prinzipien geschaffen werden. Niemals hätte ein Priester etwas getan, was erst sein Nachfolger hätte tun sollen. Das war alles aufgezeichnet in den Büchern der Tempel, die man die Sibyllinischen Bücher nannte. Das war gleichsam der Plan der Geschichte. Die Priester hatten sich zu richten nach den Sibyllinischen Büchern.
[ 8 ] Hier haben wir es zu tun mit einer Verwirklichung spiritueller Kräfte, die lebten in dieser Priesterkultur. Wir sehen, daß die Welt gelenkt und geleitet wurde durch Spiritualität. Erst später verlor man das Verständnis für die spirituelle Regentschaft. Es wird uns erzählt von dem etruskischen Hauptgott Tages, der aus der Erde heraufgestiegen sei beim Umackern des Feldes mit dem Pfluge. Technische Bauten und Kunstgewerbe waren das Merkmal der etruskischen Kultur. Jeder Stein der etruskischen Baukunst zeigt, daß da etwas Besonderes ist. Es wurde erstrebt, mit dem wenigsten Material die größten Lasten tragen zu können. Es ist das Prinzip, das der etruskischen Baukunst, den Gewölbe- und Bogen-Bauten zugrundeliegt. Heruntergestiegen ist diese spirituell geleitete Kultur auf den physischen Plan. Persönliche Tüchtigkeit gewinnt nun den Vorrang. Jegliches Bewußtsein hört auf, daß ein Zusammenhang besteht zwischen der niedersten Verrichtung und dem Spirituellen. Für den Okkultisten ist es klar, ob ein Mensch, der an einer bestimmten Stelle steht, etwas gehört hat von den göttlichen Intentionen und Absichten und ob er etwas aufgenommen hat von dem, was ausgeflossen ist aus dem Spirituellen, denn ein solcher Mensch tut auch das Alltäglichste in einer ganz anderen Weise als ein anderer, bei dem das nicht der Fall ist. Die Weihe, die sich von den höheren Sphären auf das irdische Leben ergießt, gießt sich nicht so aus bei denen, die nur an dem physischen Plane haften. Es ist das Wesen des Sakramentalismus, daß der Mensch das Alltägliche mit spiritueller Weihe erfüllt. Die alten Sagen hatten den Sinn, die Seelen der Menschen in die richtigen Schwingungen zu versetzen, so daß sie mit spiritueller Kraft erfüllt waren. Die einfachste Handlung eines naiven Gemütes kann dadurch geheiligt werden. Das ist etwas, was wirksam ist und immer wieder wirksam sein wird. Wer das weiß, der weiß auch, daß bei unserer Kultur eine Umkehr notwendig ist. Man mag sich noch so sehr bemühen, diesen physischen Plan in Harmonie, in Ordnung zu bringen, es wird fehlschlagen, solange man nur auf dem physischen Plane arbeitet; wird auf der einen Seite Harmonie geschaffen, so wird auf der anderen Seite Disharmonie entstehen. Lassen Sie aber das Spirituelle wirken, so werden Sie sehen, daß das Alltägliche in einer ganz anderen Weise angefaßt wird. Das ist Sakramentalismus.
[ 9 ] Dieser Gedanke liegt auch dem christlichen Sakramentalismus zugrunde: die Heilung vom spirituellen Plane aus. Ein Sakrament ist eine physische Handlung, die so verrichtet wird, daß in ihr sich symbolisch ein geistiger Vorgang ausdrückt. Es ist eine Symbolik, die ihre Rechtfertigung auf höheren Planen hat. Nichts ist im Sakrament willkürlich. Alles ist bis ins Kleinste hinein ein Abbild eines höheren okkulten Vorganges. Derjenige, der ein Sakrament verstehen will, bei dem das Zeremoniell ein Abbild ist eines geistigen Vorganges, der muß sich bekanntmachen mit dem, was da zugrundeliegt. Es ist ein okkulter Vorgang, der den äußeren Augen entzogen ist. Bei jedem Sakramentalismus vollzieht sich nicht nur etwas Verstandesmäßiges, sondern es vollzieht sich etwas, was eine reale, okkulte Bedeutung hat. Nehmen wir zum Beispiel die okkulte Bedeutung des Feuers. Feuer hat es in den frühesten Entwicklungsepochen nicht gegeben. Es konnte erst entstehen, als die Erde so weit verdichtet war, daß sich aus der irdischen Materie heraus dieses Feuer schlagen ließ. Daher wird uns die Erfindung des Feuers als ein Vorgang unserer fünften Wurzelrasse geschildert.
[ 10 ] Prometheus hat das Feuer vom Himmel zur Erde gebracht. Das Hervorbringen des Feuers hat unserer Kultur ihren Charakter gegeben. Machen Sie sich klar, wie es wäre, wenn wir kein Feuer hätten. In den ersten Zeitepochen hatte man noch kein Feuer gehabt. Unsere Entwicklung verdankt dem Feuer alles Verstandesmäßige, alles Technische. Das Feuer ist dasjenige, was herunterführt auf den physischen Plan. Die materielle Kultur verdanken wir dem Feuer. Die Priester mußten daher etwas Besonderes im Feuer sehen. Daher haben in der zweiten nachatlantischen Kulturepoche die persischen Magier im Feuer vor allem dasjenige gesehen, was im Sakrament wirken muß. Was hat der persische Priester auf seinem Altar zeremoniell verwirklicht? Der Okkultismus weiß, daß es sieben Zoroaster gegeben hat. Der Zoroaster der Geschichte ist der siebente. Der persische Magier hatte eine besondere Art, das Feuer hervorzubringen. Dieser Vorgang war das Abbild der großen kosmischen Entstehung des Feuers. Da stand der persische Magier mit seinem Thyrsus und machte seine Zeremonien, die jeder Okkultist wohl kennt, aber auch nur der Okkultist. Dieser Vorgang war ein Abbild der großen kosmischen Entstehung des Feuers. Als man nicht mehr verstand in den Priesterschulen, mit dem Thyrsus das Feuer zu erzeugen, wurde wenigstens ein Naturfeuer gesucht. Zunächst haben sie da das Feuer durch den Blitz geschaffen, und dann haben sie es durch das sogenannte ewige Feuer fortgepflanzt, das immer nur aneinander entzündet werden durfte. Das Feuer, das durch die Natur gewonnen wird, soll wirksamer sein als das künstlich erzeugte. Als im Jahre 1826 in England und im Jahre 1828 in Hannover eine Tierseuche aufgetreten war, haben die Menschen Holz genommen und damit Feuer gerieben, weil sie glaubten, daß die damit gekochten Kräuter wirksamer seien.
[ 11 ] Der Mensch muß wiederum spirituelles Leben schaffen bis in jeden Handgriff und jeden Schritt hinein; und das wieder einzuführen, ist die Aufgabe und das Bestreben der spirituellen Bewegung. Der Sakramentalismus der früheren Zeit muß wiederkommen. Man muß wissen, daß es ein anderes ist, aus dem Geiste heraus zu handeln, als aus dem Materiellen heraus zu handeln. Spirituelles Leben wieder ausströmen zu lassen, das ist unser Ziel.
