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Basic Elements of Esotericism
GA 93a

5 November 1905, Berlin

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XXXI

XXXI

[ 1 ] Unserer fünften Wurzelrasse, der jetzigen nachatlantischen Menschheit, ist die atlantische vorangegangen, auf dem jetzt versunkenen Kontinent zwischen Europa und Amerika. Die Atlantier sind in keiner Weise zu vergleichen mit denjenigen Menschen, die heute den Erdball bewohnen. Denn selbst die Überbleibsel jener alten Rasse haben verschiedenes gelernt von den späteren Bewohnern des fünften Kontinents, und wir könnten uns daher den Zustand jener Kultur nicht daraus konstruieren. Im Anfange der atlantischen Kultur gab es keine Werkzeuge. Durch die hellseherischen Kräfte war es dem Atlantier möglich, sich die Erde dienstbar zu gestalten. Die Zubereitung der Metalle findet sich aber erst gegen Ende der atlantischen Zeit.

[ 1 ] Unserer fünften Wurzelrasse, der jetzigen nachatlantischen Menschheit, ist die atlantische vorangegangen, auf dem jetzt versunkenen Kontinent zwischen Europa und Amerika. Die Atlantier sind in keiner Weise zu vergleichen mit denjenigen Menschen, die heute den Erdball bewohnen. Denn selbst die Überbleibsel jener alten Rasse haben verschiedenes gelernt von den späteren Bewohnern des fünften Kontinents, und wir könnten uns daher den Zustand jener Kultur nicht daraus konstruieren. Im Anfange der atlantischen Kultur gab es keine Werkzeuge. Durch die hellseherischen Kräfte war es dem Atlantier möglich, sich die Erde dienstbar zu gestalten. Die Zubereitung der Metalle findet sich aber erst gegen Ende der atlantischen Zeit.

[ 2 ] Von der atlantischen Bevölkerung wurde eine kleine Gruppe ausgesondert, so wie sie jetzt wieder in der Theosophischen Gesellschaft ausgesondert werden soll. Ihre Aufgabe war es, eine neue Kultur hinüberzutragen in die fünfte Wurzelrasse. Den Ort, wo jene wohnten, die dazu ausersehen waren, eine kleine Kolonie, abgesondert von der übrigen Kultur, anzulegen, würden Sie im heutigen England und Irland finden. Da wohnten dazumal die Ursemiten. Das waren die ersten Menschen, die imstande waren, verstandesmäßig zu denken. Alles Vorstellen der Atlantier war noch ein bildhaftes. Die Wölbung der Stirne nach vorne, die Bildung des Denkhirns, trat zuerst auf bei der ursemitischen Bevölkerung, die keine Ähnlichkeit hatte mit den jetzigen Semiten. Diese ursemitische Bevölkerung, die sozusagen das Denken erfand, die wanderte durch Europa hindurch nach Asien hinüber und begründete zunächst dort eine Kultur. Die Ursemiten bildeten die fünfte Unterrasse der Atlantier. Die sieben Unterrassen der atlantischen Wurzelrasse waren folgende: Erstens die der Rmoahals, zweitens die der Tlavatlis, drittens die der Urtolteken, viertens die der Urturanier, fünftens die der Ursemiten, sechstens die der Urakkadier, siebentens die der Urmongolen.

[ 2 ] Von der atlantischen Bevölkerung wurde eine kleine Gruppe ausgesondert, so wie sie jetzt wieder in der Theosophischen Gesellschaft ausgesondert werden soll. Ihre Aufgabe war es, eine neue Kultur hinüberzutragen in die fünfte Wurzelrasse. Den Ort, wo jene wohnten, die dazu ausersehen waren, eine kleine Kolonie, abgesondert von der übrigen Kultur, anzulegen, würden Sie im heutigen England und Irland finden. Da wohnten dazumal die Ursemiten. Das waren die ersten Menschen, die imstande waren, verstandesmäßig zu denken. Alles Vorstellen der Atlantier war noch ein bildhaftes. Die Wölbung der Stirne nach vorne, die Bildung des Denkhirns, trat zuerst auf bei der ursemitischen Bevölkerung, die keine Ähnlichkeit hatte mit den jetzigen Semiten. Diese ursemitische Bevölkerung, die sozusagen das Denken erfand, die wanderte durch Europa hindurch nach Asien hinüber und begründete zunächst dort eine Kultur. Die Ursemiten bildeten die fünfte Unterrasse der Atlantier. Die sieben Unterrassen der atlantischen Wurzelrasse waren folgende: Erstens die der Rmoahals, zweitens die der Tlavatlis, drittens die der Urtolteken, viertens die der Urturanier, fünftens die der Ursemiten, sechstens die der Urakkadier, siebentens die der Urmongolen.

[ 3 ] Von der fünften Unterrasse der Atlantier stammt also die fünfte Wurzelrasse ab. Wenn wir einen Blick hinüberwerfen nach Asien, so finden wir da zunächst als erste Unterrasse der fünften Wurzelrasse, der alten indischen Rasse, jenes Volk, welches später mehr nach Süden wanderte und dort die Stammväter bildete der späteren Inder. Die wesentlichste Eigenschaft dieses nach dem nördlichen Indien hin lebenden Stammvolkes war, daß es in bezug auf die materielle Kultur keinen rechten Sinn entwickelte. Es hatte geistige Anschauungen höchster Art mit einem ganz und gar unentwickelten Sinn für die materielle Kultur. Weltabgewandt waren die alten Inder; ihre Seele war der atlantischen noch vollständig ähnlich darin, daß sie in sich eine unendlich herrliche Bilderwelt entwickeln konnte. Durch Jogaübung, aus dem Inneren heraus, entwickelte sich bei ihnen später eine fein ausgebildete, uns heute gelehrt erscheinende Anschauung von der Welt. Davon sind in der äußeren Überlieferung nur noch Bruchstücke vorhanden. Die Veden und die Bhagavad Gita geben von den gewaltigen Anschauungen der Inder kein richtiges Bild mehr, sondern nur noch Nachklänge. Auch in der Vedantaphilosophie ist nur noch ein ganz abstrakter Nachklang der ursprünglich wörtlich gelehrten Anschauung der Inder überliefert.

[ 3 ] Von der fünften Unterrasse der Atlantier stammt also die fünfte Wurzelrasse ab. Wenn wir einen Blick hinüberwerfen nach Asien, so finden wir da zunächst als erste Unterrasse der fünften Wurzelrasse, der alten indischen Rasse, jenes Volk, welches später mehr nach Süden wanderte und dort die Stammväter bildete der späteren Inder. Die wesentlichste Eigenschaft dieses nach dem nördlichen Indien hin lebenden Stammvolkes war, daß es in bezug auf die materielle Kultur keinen rechten Sinn entwickelte. Es hatte geistige Anschauungen höchster Art mit einem ganz und gar unentwickelten Sinn für die materielle Kultur. Weltabgewandt waren die alten Inder; ihre Seele war der atlantischen noch vollständig ähnlich darin, daß sie in sich eine unendlich herrliche Bilderwelt entwickeln konnte. Durch Jogaübung, aus dem Inneren heraus, entwickelte sich bei ihnen später eine fein ausgebildete, uns heute gelehrt erscheinende Anschauung von der Welt. Davon sind in der äußeren Überlieferung nur noch Bruchstücke vorhanden. Die Veden und die Bhagavad Gita geben von den gewaltigen Anschauungen der Inder kein richtiges Bild mehr, sondern nur noch Nachklänge. Auch in der Vedantaphilosophie ist nur noch ein ganz abstrakter Nachklang der ursprünglich wörtlich gelehrten Anschauung der Inder überliefert.

[ 4 ] Denken Sie sich den Sinn, der dann in der späteren Kabbalistik herausgekommen ist in einer Form, die sich auf andere Dinge, mehr auf knifflige Kleinigkeiten erstreckte, denken Sie sich diesen Sinn angewendet auf hohe Weltgedanken. Wenn später der Jude darüber nachdenken konnte in der Kabbalistik, so rührte das davon her, daß die spätere jüdische Geheimlehre nur noch ein verkommenes Abbild, ein Nachklang ist jenes feinverzweigten Gedankensystems der uralten Inder. Und das, was Brahmanenlehre wurde, das ist durchaus nicht nur Religion in dem Sinne, wie die späteren Systeme, sondern Wissenschaft, Dichtung und Religion in einem einzigen großen Ganzen. Das alles war wie die feinste Auslese, wie der herausgezogene Extrakt dessen, was sich in der alten atlantischen Kultur entwickelt hatte.

[ 4 ] Denken Sie sich den Sinn, der dann in der späteren Kabbalistik herausgekommen ist in einer Form, die sich auf andere Dinge, mehr auf knifflige Kleinigkeiten erstreckte, denken Sie sich diesen Sinn angewendet auf hohe Weltgedanken. Wenn später der Jude darüber nachdenken konnte in der Kabbalistik, so rührte das davon her, daß die spätere jüdische Geheimlehre nur noch ein verkommenes Abbild, ein Nachklang ist jenes feinverzweigten Gedankensystems der uralten Inder. Und das, was Brahmanenlehre wurde, das ist durchaus nicht nur Religion in dem Sinne, wie die späteren Systeme, sondern Wissenschaft, Dichtung und Religion in einem einzigen großen Ganzen. Das alles war wie die feinste Auslese, wie der herausgezogene Extrakt dessen, was sich in der alten atlantischen Kultur entwickelt hatte.

[ 5 ] Auch die europäischen Völker waren von der Atlantis herübergekommen in den Westen und nach Mitteleuropa. Da entwickelte sich eine ganz andere Lehre. Da waren Völkerschaften übriggeblieben, die noch nicht dazu auserwählt waren, neue Kulturen zu begründen, aber in der Anlage auch das hatten, was in Indien so großartig zum Ausdruck kam, was nur hier auf einer viel, viel älteren Stufe stehengeblieben ist. Was von Europa ausgegangen war, das rückte immer weiter und weiter gegen Asien vor. Eine gemeinschaftliche Lehre bildete die Grundlage und ist hier in Europa in einer gewissen Grobbheit geblieben.

[ 5 ] Auch die europäischen Völker waren von der Atlantis herübergekommen in den Westen und nach Mitteleuropa. Da entwickelte sich eine ganz andere Lehre. Da waren Völkerschaften übriggeblieben, die noch nicht dazu auserwählt waren, neue Kulturen zu begründen, aber in der Anlage auch das hatten, was in Indien so großartig zum Ausdruck kam, was nur hier auf einer viel, viel älteren Stufe stehengeblieben ist. Was von Europa ausgegangen war, das rückte immer weiter und weiter gegen Asien vor. Eine gemeinschaftliche Lehre bildete die Grundlage und ist hier in Europa in einer gewissen Grobbheit geblieben.

[ 6 ] Die indische Lehre kam heraus in den Veden. «Veda» bedeutet dasselbe wie «Edda». Nur ist das in den Veden Enthaltene eine feinere Ausbildung dessen, was in gröberer Weise hier in Europa als Edda zurückgeblieben ist, und erst am Ende des Mittelalters Aufzeichnung gefunden hat. Wir müssen uns vorstellen, daß diese ursprüngliche große geistige Lehre durch die nachrückenden Völkerschaften eine gewisse Veränderung erfahren hat. Ihre ursprüngliche Größe bestand in der Erfassung der gewaltigen, göttlichen Einheit, die durch die indischen Schauer erkannt wurde. Das war nicht mehr der Fall bei der nächsten, der persischen Rasse. Ein anderer Zug dieser uralten indischen Anschauung ist der, daß der Zeitbegriff in ihr fast vollständig fehlt. In der zweiten Unterrasse, der urpersischen, tritt gleich der Zeitbegriff hervor. Die Zeit wird von dem Inder zwar erkannt, aber mehr gleichförmig; der Begriff der Geschichte, des Fortschreitens vom Unvollkommenen zum Vollkommenen aber fehlt. Beherrscht war das Denken von der Anschauung, daß alles aus der göttlichen Vollkommenheit emaniert wird.

[ 6 ] Die indische Lehre kam heraus in den Veden. «Veda» bedeutet dasselbe wie «Edda». Nur ist das in den Veden Enthaltene eine feinere Ausbildung dessen, was in gröberer Weise hier in Europa als Edda zurückgeblieben ist, und erst am Ende des Mittelalters Aufzeichnung gefunden hat. Wir müssen uns vorstellen, daß diese ursprüngliche große geistige Lehre durch die nachrückenden Völkerschaften eine gewisse Veränderung erfahren hat. Ihre ursprüngliche Größe bestand in der Erfassung der gewaltigen, göttlichen Einheit, die durch die indischen Schauer erkannt wurde. Das war nicht mehr der Fall bei der nächsten, der persischen Rasse. Ein anderer Zug dieser uralten indischen Anschauung ist der, daß der Zeitbegriff in ihr fast vollständig fehlt. In der zweiten Unterrasse, der urpersischen, tritt gleich der Zeitbegriff hervor. Die Zeit wird von dem Inder zwar erkannt, aber mehr gleichförmig; der Begriff der Geschichte, des Fortschreitens vom Unvollkommenen zum Vollkommenen aber fehlt. Beherrscht war das Denken von der Anschauung, daß alles aus der göttlichen Vollkommenheit emaniert wird.

[ 7 ] Das persische Denken wird beherrscht vom Gedanken der Zeit. Zervan Akarana ist eine Hauptgottheit bei den Persern, und das ist eigentlich die Zeit. Wie kam man zum Begriff der Zeit? Wer wie der uralte Inder vor allem die ureinheitliche Gottheit sucht, muß sie sich als das absolut Gute vorstellen. Das Böse, das Unvollkommene in der Welt, das war für den alten Inder nichts als Illusion; Illusion war ein sehr wichtiger Begriff. Diese Alten sagten: Es gibt in der Welt überhaupt nichts Unvollkommenes und Böses. Wenn ihr glaubt, daß es etwas Böses gibt, so habt ihr die Welt nicht genug illusionsfrei angesehen. Der Rost zum Beispiel, der das Eisen frißt, ist anderswo ein großes Gutes; ihr müßt nur suchen, wo. Wenn ihr einen Verbrecher durch den Schleier der Illusion betrachtet, wird er euch als solcher erscheinen; seht ihr aber von der Illusion ab, so werdet ihr erkennen, daß es das Böse gar nicht gibt. - Diese Lehre hängt innig zusammen mit einer Weltabgewandtheit.

[ 7 ] Das persische Denken wird beherrscht vom Gedanken der Zeit. Zervan Akarana ist eine Hauptgottheit bei den Persern, und das ist eigentlich die Zeit. Wie kam man zum Begriff der Zeit? Wer wie der uralte Inder vor allem die ureinheitliche Gottheit sucht, muß sie sich als das absolut Gute vorstellen. Das Böse, das Unvollkommene in der Welt, das war für den alten Inder nichts als Illusion; Illusion war ein sehr wichtiger Begriff. Diese Alten sagten: Es gibt in der Welt überhaupt nichts Unvollkommenes und Böses. Wenn ihr glaubt, daß es etwas Böses gibt, so habt ihr die Welt nicht genug illusionsfrei angesehen. Der Rost zum Beispiel, der das Eisen frißt, ist anderswo ein großes Gutes; ihr müßt nur suchen, wo. Wenn ihr einen Verbrecher durch den Schleier der Illusion betrachtet, wird er euch als solcher erscheinen; seht ihr aber von der Illusion ab, so werdet ihr erkennen, daß es das Böse gar nicht gibt. - Diese Lehre hängt innig zusammen mit einer Weltabgewandtheit.

[ 8 ] Anders war es in der zweiten Unterrasse. Da, bei den uralten persischen Völkern wurde das Gute in den Weltprozeß gelegt, an das Ziel gestellt. Es wurde gesagt: Das Gute muß erkämpft werden. Die Welt ist gut und böse - Ormuzd und Ahriman -, und was das Böse überwindet, das ist Zervan Akarana, die Zeit. - So kommt Gutes und Böses als Entwickelungsprinzip in die frühpersische Weltanschauung hinein. Die Zarathustra-Lehre fußt auf dieser Stellung des Bösen in der Welt, und auf dem Zeitbegriff: Der Mensch ist in das Leben hineingestellt, um das Böse zu überwinden. — Diese Anschauung hängt damit zusammen, daß die zweite Unterrasse keine weltabgewandte war, sondern eine arbeitende. Tätig, wirksam in verschiedenen Zweigen der menschlichen Betätigung, den Blick auf die äußere Welt gerichtet, darauf bedacht, wie man aus der Welt heraus selbst das Gute schaffen könne, so war die zweite Unterrasse. Daher treten bei den Persern eine Fülle von Gottheiten auf; nicht Eigenschaften des einen Gottes, sondern eine Fülle von Gottheiten, weil die Welt, wenn man sie nicht als Illusion, sondern als Wirklichkeit betrachtet, eine Fülle, eine Mannigfaltigkeit bietet. Es waren mehr oder weniger persönlich-geistige Gottheiten, die man dort verehrte.

[ 8 ] Anders war es in der zweiten Unterrasse. Da, bei den uralten persischen Völkern wurde das Gute in den Weltprozeß gelegt, an das Ziel gestellt. Es wurde gesagt: Das Gute muß erkämpft werden. Die Welt ist gut und böse - Ormuzd und Ahriman -, und was das Böse überwindet, das ist Zervan Akarana, die Zeit. - So kommt Gutes und Böses als Entwickelungsprinzip in die frühpersische Weltanschauung hinein. Die Zarathustra-Lehre fußt auf dieser Stellung des Bösen in der Welt, und auf dem Zeitbegriff: Der Mensch ist in das Leben hineingestellt, um das Böse zu überwinden. — Diese Anschauung hängt damit zusammen, daß die zweite Unterrasse keine weltabgewandte war, sondern eine arbeitende. Tätig, wirksam in verschiedenen Zweigen der menschlichen Betätigung, den Blick auf die äußere Welt gerichtet, darauf bedacht, wie man aus der Welt heraus selbst das Gute schaffen könne, so war die zweite Unterrasse. Daher treten bei den Persern eine Fülle von Gottheiten auf; nicht Eigenschaften des einen Gottes, sondern eine Fülle von Gottheiten, weil die Welt, wenn man sie nicht als Illusion, sondern als Wirklichkeit betrachtet, eine Fülle, eine Mannigfaltigkeit bietet. Es waren mehr oder weniger persönlich-geistige Gottheiten, die man dort verehrte.

[ 9 ] Die ursprünglichen Initiatoren, die auch die altindische Lehre begründeten, waren auch die Lehrer der zweiten Unterrasse, der uralten persischen Rasse. Sie paßten hier die ganze Lehre einer arbeitenden Rasse an. Sie schufen diejenige Religion, die durch die verschiedenen Zarathustras ihre Ausbildung erlangte.

[ 9 ] Die ursprünglichen Initiatoren, die auch die altindische Lehre begründeten, waren auch die Lehrer der zweiten Unterrasse, der uralten persischen Rasse. Sie paßten hier die ganze Lehre einer arbeitenden Rasse an. Sie schufen diejenige Religion, die durch die verschiedenen Zarathustras ihre Ausbildung erlangte.

[ 10 ] Eine weitere Initiation erfolgte noch weiter nach Vorderasien hinein: bis nach Ägypten, bis zu den Babyloniern, Assyrern, Chaldäern, diesen Stammyvätern der Araber. Da wurde dann die dritte Unterrasse ausgebildet. Diese dritte Unterrasse war nun eine solche, welche vorzugsweise die beiden Richtungen — das Innere des Menschen und das Äußere - miteinander in Einklang zu bringen suchte. Ob Sie die Grundanschauung dieser dritten Unterrasse in Chaldäa oder Ägypten suchen, überall finden Sie ein starkes Bewußtsein von dem Zusammenhang der menschlichen Arbeit mit den Naturkräften. Das ist ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zu der persischen Rasse. In Persien haben Sie die zwei Mächte, das Gute und das Böse, die den Kampf miteinander bestehen. Jetzt versucht der Mensch, die verschiedenen Naturkräfte oder Wesenheiten in seinen Dienst zu bringen. Was sich als persische Religion herausbildete, war vorzüglich auf die menschliche Tüchtigkeit gebaut. Jetzt, innerhalb der dritten Unterrasse, trat das Bewußtsein auf, daß man nicht nur durch körperliche Kraft und moralisches Verhalten, sondern am besten durch Kenntnisse die Natur bewältigen könne. In solchen Ländern, wo ein kunstvoll gehegter Ackerbau betrieben wurde, wie in Ägypten und Chaldäa, entwickelte sich dieses Zusammenbringen der himmlischgeistigen Mächte mit dem, was der Mensch arbeitet. Kenntnis der meteorologischen Umgebung und der Gestirne entwickelte sich da. Der Mensch suchte Kraft für die Arbeit in der Erkenntnis der Natur. So kam es, daß er den Blick nach den Sternen lenkte und daß Astronomie in Zusammenhang gebracht wurde mit dem Menschen auf der Erde. Des Menschen Ursprung wurde in den Sternen gesucht. So kam es, daß wir es in diesem Sinne zum erstenmal mit Wissenschaft zu tun haben. Jetzt, in der dritten Unterrasse, haben wir statt innerer Anschauung praktisches Wissen. Daher hören wir von großen Eingeweihten, welche die Geometrie, die Kunst des Feldmessens, technische Fähigkeiten lehrten. Die Befruchtung des menschlichen Tuns mit der vom Himmel herabgeholten Weltanschauung tritt in der dritten Unterrasse auf. Damit war etwas gegeben, was die ganze Auffassung des menschlichen Lebens in eine Art Himmelskunde rückte. Bei den verschiedenen Völkern kam dies verschieden zum Ausdruck. Bei den Ägyptern wurden Osiris, Isis und Horus als die Vertreter astronomischer Erscheinungen aufgefaßt.

[ 10 ] Eine weitere Initiation erfolgte noch weiter nach Vorderasien hinein: bis nach Ägypten, bis zu den Babyloniern, Assyrern, Chaldäern, diesen Stammyvätern der Araber. Da wurde dann die dritte Unterrasse ausgebildet. Diese dritte Unterrasse war nun eine solche, welche vorzugsweise die beiden Richtungen — das Innere des Menschen und das Äußere - miteinander in Einklang zu bringen suchte. Ob Sie die Grundanschauung dieser dritten Unterrasse in Chaldäa oder Ägypten suchen, überall finden Sie ein starkes Bewußtsein von dem Zusammenhang der menschlichen Arbeit mit den Naturkräften. Das ist ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zu der persischen Rasse. In Persien haben Sie die zwei Mächte, das Gute und das Böse, die den Kampf miteinander bestehen. Jetzt versucht der Mensch, die verschiedenen Naturkräfte oder Wesenheiten in seinen Dienst zu bringen. Was sich als persische Religion herausbildete, war vorzüglich auf die menschliche Tüchtigkeit gebaut. Jetzt, innerhalb der dritten Unterrasse, trat das Bewußtsein auf, daß man nicht nur durch körperliche Kraft und moralisches Verhalten, sondern am besten durch Kenntnisse die Natur bewältigen könne. In solchen Ländern, wo ein kunstvoll gehegter Ackerbau betrieben wurde, wie in Ägypten und Chaldäa, entwickelte sich dieses Zusammenbringen der himmlischgeistigen Mächte mit dem, was der Mensch arbeitet. Kenntnis der meteorologischen Umgebung und der Gestirne entwickelte sich da. Der Mensch suchte Kraft für die Arbeit in der Erkenntnis der Natur. So kam es, daß er den Blick nach den Sternen lenkte und daß Astronomie in Zusammenhang gebracht wurde mit dem Menschen auf der Erde. Des Menschen Ursprung wurde in den Sternen gesucht. So kam es, daß wir es in diesem Sinne zum erstenmal mit Wissenschaft zu tun haben. Jetzt, in der dritten Unterrasse, haben wir statt innerer Anschauung praktisches Wissen. Daher hören wir von großen Eingeweihten, welche die Geometrie, die Kunst des Feldmessens, technische Fähigkeiten lehrten. Die Befruchtung des menschlichen Tuns mit der vom Himmel herabgeholten Weltanschauung tritt in der dritten Unterrasse auf. Damit war etwas gegeben, was die ganze Auffassung des menschlichen Lebens in eine Art Himmelskunde rückte. Bei den verschiedenen Völkern kam dies verschieden zum Ausdruck. Bei den Ägyptern wurden Osiris, Isis und Horus als die Vertreter astronomischer Erscheinungen aufgefaßt.

[ 11 ] Drei verschiedene Unterrassen bildeten sich in Asien aus. Vom atlantischen Ausgangspunkte ging unter Führung von Eingeweihten eine Kolonie nach Asien hinüber. Ein besonderes Ergebnis ist die altindische Kultur, ein zweites die altpersische, das dritte Ergebnis ist die chaldäisch-ägyptische Kultur; sie alle haben einen gemeinschaftlichen Initiationsherd. In Europa aber bleiben immer Reste zurück von dem, was in Asien in den drei großen Kulturen so großartig hervorbricht. Diese einzelnen Kulturen sind durchaus in Europa in der mannigfaltigsten Weise durcheinander geschichtet. Auch in Europa gab es Eingeweihte, die gegen Ende des besprochenen Zeitraumes Mysterienschulen ausbildeten: man nannte sie Druiden; Drys bedeutet Eiche. Die starke Eiche war das Symbol der uralten europäischen Gelehrtenpriester. Denn was im Norden die Völker beherrschte, war der Gedanke, daß diese ihre alte Kultur doch untergehen werde. Die Götterdämmerung wurde gelehrt, und die Zukunft des Christentums kam bei den nordischen Propheten großartig zum Ausdruck in dem, was später die Siegfried-Sage wurde. Vergleichen Sie diese mit der Achilleus-Sage.

[ 11 ] Drei verschiedene Unterrassen bildeten sich in Asien aus. Vom atlantischen Ausgangspunkte ging unter Führung von Eingeweihten eine Kolonie nach Asien hinüber. Ein besonderes Ergebnis ist die altindische Kultur, ein zweites die altpersische, das dritte Ergebnis ist die chaldäisch-ägyptische Kultur; sie alle haben einen gemeinschaftlichen Initiationsherd. In Europa aber bleiben immer Reste zurück von dem, was in Asien in den drei großen Kulturen so großartig hervorbricht. Diese einzelnen Kulturen sind durchaus in Europa in der mannigfaltigsten Weise durcheinander geschichtet. Auch in Europa gab es Eingeweihte, die gegen Ende des besprochenen Zeitraumes Mysterienschulen ausbildeten: man nannte sie Druiden; Drys bedeutet Eiche. Die starke Eiche war das Symbol der uralten europäischen Gelehrtenpriester. Denn was im Norden die Völker beherrschte, war der Gedanke, daß diese ihre alte Kultur doch untergehen werde. Die Götterdämmerung wurde gelehrt, und die Zukunft des Christentums kam bei den nordischen Propheten großartig zum Ausdruck in dem, was später die Siegfried-Sage wurde. Vergleichen Sie diese mit der Achilleus-Sage.

[ 12 ] Achill ist unverwundbar am ganzen Leibe, bis auf die Ferse, Siegfried bis auf die Stelle zwischen den Schultern. Unverwundbarsein in solcher Weise bedeutet Eingeweihtsein. In Achill haben Sie den Eingeweihten der vierten Unterrasse, welche im aufsteigenden Bogen der menschlichen Kulturentwickelung liegt; daher sind alle höchsten Teile des Achill unverwundbar, nur die Ferse, die niedere Natur ist verwundbar, ähnlich wie Hephaistos lahm ist. Der deutsche Siegfried war auch ein Held der vierten Unterrasse, aber verwundbar zwischen den Schulterblättern. Hier ist seine verwundbare Stelle, wo erst derjenige, der das Kreuz trägt, sich unverwundbar macht. In Siegfried geht da das Göttliche zugrunde, die nordischen Götter gingen dem Untergange entgegen (Götterdämmerung). Das gibt der nordischen Sage den tragischen Zug, daß sie nicht nur auf die Vergangenheit hinweist, sondern auf die Götterdämmerung, auf die Zeit, die kommen soll. Die Druiden gaben den Menschen die Lehre von den untergehenden nordischen Göttern. Daher wird noch symbolisch im Kampf des Bonifatius gegen die Eiche der Kampf gegen die alte Priesterschaft, die Druiden, dargestellt.

[ 12 ] Achill ist unverwundbar am ganzen Leibe, bis auf die Ferse, Siegfried bis auf die Stelle zwischen den Schultern. Unverwundbarsein in solcher Weise bedeutet Eingeweihtsein. In Achill haben Sie den Eingeweihten der vierten Unterrasse, welche im aufsteigenden Bogen der menschlichen Kulturentwickelung liegt; daher sind alle höchsten Teile des Achill unverwundbar, nur die Ferse, die niedere Natur ist verwundbar, ähnlich wie Hephaistos lahm ist. Der deutsche Siegfried war auch ein Held der vierten Unterrasse, aber verwundbar zwischen den Schulterblättern. Hier ist seine verwundbare Stelle, wo erst derjenige, der das Kreuz trägt, sich unverwundbar macht. In Siegfried geht da das Göttliche zugrunde, die nordischen Götter gingen dem Untergange entgegen (Götterdämmerung). Das gibt der nordischen Sage den tragischen Zug, daß sie nicht nur auf die Vergangenheit hinweist, sondern auf die Götterdämmerung, auf die Zeit, die kommen soll. Die Druiden gaben den Menschen die Lehre von den untergehenden nordischen Göttern. Daher wird noch symbolisch im Kampf des Bonifatius gegen die Eiche der Kampf gegen die alte Priesterschaft, die Druiden, dargestellt.

[ 13 ] Man kann auch überall im Norden die Spuren dessen nachweisen, was drüben in Asien zum Ausdruck gekommen ist. Zum Beispiel sind Muspelheim und Niflheim ein Gegenstück zu Ormuzd und Ahriman. Der Riese Ymir, aus dem die ganze Welt gemacht wird, korrespondiert mit der Zerstückelung des Osiris in Ägypten. Bis ins einzelnste kann man bei den europäischen Völkern im Norden und den anderen Kulturen diesen Zusammenhang verfolgen. Als sich im Süden von Europa die vierte Unterrasse herausentwickelte, da waren auch die nordischen Stämme in die vierte Stufe herübergekommen, so daß Tacitus viel Verwandtes dort bei den Germanen fand. Irmin zum Beispiel ist dieselbe Gestalt wie unten im Süden Herkules. Auch von einer Art Isis-Dienst dort im Norden erzählt uns Tacitus. So leben ältere Stufen der Kultur dem entgegen, was als Christentum heraufkommen wird.

[ 13 ] Man kann auch überall im Norden die Spuren dessen nachweisen, was drüben in Asien zum Ausdruck gekommen ist. Zum Beispiel sind Muspelheim und Niflheim ein Gegenstück zu Ormuzd und Ahriman. Der Riese Ymir, aus dem die ganze Welt gemacht wird, korrespondiert mit der Zerstückelung des Osiris in Ägypten. Bis ins einzelnste kann man bei den europäischen Völkern im Norden und den anderen Kulturen diesen Zusammenhang verfolgen. Als sich im Süden von Europa die vierte Unterrasse herausentwickelte, da waren auch die nordischen Stämme in die vierte Stufe herübergekommen, so daß Tacitus viel Verwandtes dort bei den Germanen fand. Irmin zum Beispiel ist dieselbe Gestalt wie unten im Süden Herkules. Auch von einer Art Isis-Dienst dort im Norden erzählt uns Tacitus. So leben ältere Stufen der Kultur dem entgegen, was als Christentum heraufkommen wird.

[ 14 ] Denken Sie sich so Europa, Mittelasien, Ägypten übersät mit dem, was sich unter dem Einflusse der Initiationsschulen ausgebildet hatte. Diese Initiationsschulen schickten jetzt aus ihrer Mitte den Begründer der vierten Unterrasse aus, die in ihrem Schoße sich lange vorbereitet hatte. Das ist diejenige Persönlichkeit, welche die Bibel Abraham nennt; sie stammt aus Ur in Chaldäa und ist herausgebildet wie ein Extrakt der drei alten Kulturen. Die Aufgabe, die in Abraham repräsentiert wird, ist, in das Menschliche hereinzutragen alles das, was draußen verehrt wurde; Eingeweihte zu schaffen, die einen großen Wert legen auf das Menschliche, um Persönlichkeitskulte zu begründen. Daher treten persönliche Eigenschaften bei den jüdischen Patriarchen auf. Mit List und Verschlagenheit geht es eigentlich her. Ein Jakob erhält die Superiorität dadurch, daß er mit List und Verschlagenheit das, was er will, seinem Bruder abnimmt. Es ist die Wirklichkeit, aus der sich unsere gegenwärtige Kultur entwickelt; sie ist auf den Verstand und die Habsucht gegründet. In grandioser Weise kommt das wie eine Art von Morgendämmerung in den Erzählungen des Alten Testamentes heraus. Eine gewaltigere Darstellung des Ursprungs kann es gar nicht geben. Esau ist noch behaart, das heißt, er stellt den Menschheitstypus dar, der noch mehr im Physischen befangen ist; Jakob stellt den dar, der sich auf seinen Verstand und seine List verläßt und dadurch das erreicht, was sich tatsächlich in der menschlichen Natur jetzt entwickelt. Eine Überwindung der physischen Kraft durch den Verstand wird hier inauguriert. Die Initiatoren setzen nicht immer etwas Großes, sondern das, was notwendig kommen muß, in die Welt. «Israel» bedeutet: der die Menschen zum unsichtbaren Gott führt, der im Inneren lebt. Isra-el: El = das Ziel; Isra = der unsichtbare Gott. Bisher war er ein Sichtbarer, sei es der Schaubare in den großen Visionen der Inder, sei es der zum Guten und Bösen Drängende wie bei den Persern, sei es der, welcher in den Sternen, im Universum seinen Körper hatte: er wurde empfunden als etwas Sichtbares.

[ 14 ] Denken Sie sich so Europa, Mittelasien, Ägypten übersät mit dem, was sich unter dem Einflusse der Initiationsschulen ausgebildet hatte. Diese Initiationsschulen schickten jetzt aus ihrer Mitte den Begründer der vierten Unterrasse aus, die in ihrem Schoße sich lange vorbereitet hatte. Das ist diejenige Persönlichkeit, welche die Bibel Abraham nennt; sie stammt aus Ur in Chaldäa und ist herausgebildet wie ein Extrakt der drei alten Kulturen. Die Aufgabe, die in Abraham repräsentiert wird, ist, in das Menschliche hereinzutragen alles das, was draußen verehrt wurde; Eingeweihte zu schaffen, die einen großen Wert legen auf das Menschliche, um Persönlichkeitskulte zu begründen. Daher treten persönliche Eigenschaften bei den jüdischen Patriarchen auf. Mit List und Verschlagenheit geht es eigentlich her. Ein Jakob erhält die Superiorität dadurch, daß er mit List und Verschlagenheit das, was er will, seinem Bruder abnimmt. Es ist die Wirklichkeit, aus der sich unsere gegenwärtige Kultur entwickelt; sie ist auf den Verstand und die Habsucht gegründet. In grandioser Weise kommt das wie eine Art von Morgendämmerung in den Erzählungen des Alten Testamentes heraus. Eine gewaltigere Darstellung des Ursprungs kann es gar nicht geben. Esau ist noch behaart, das heißt, er stellt den Menschheitstypus dar, der noch mehr im Physischen befangen ist; Jakob stellt den dar, der sich auf seinen Verstand und seine List verläßt und dadurch das erreicht, was sich tatsächlich in der menschlichen Natur jetzt entwickelt. Eine Überwindung der physischen Kraft durch den Verstand wird hier inauguriert. Die Initiatoren setzen nicht immer etwas Großes, sondern das, was notwendig kommen muß, in die Welt. «Israel» bedeutet: der die Menschen zum unsichtbaren Gott führt, der im Inneren lebt. Isra-el: El = das Ziel; Isra = der unsichtbare Gott. Bisher war er ein Sichtbarer, sei es der Schaubare in den großen Visionen der Inder, sei es der zum Guten und Bösen Drängende wie bei den Persern, sei es der, welcher in den Sternen, im Universum seinen Körper hatte: er wurde empfunden als etwas Sichtbares.

[ 15 ] Und nun haben Sie die jüdische Initiation dargestellt in Joseph und den zwölf Brüdern. Es ist eine schöne, gewaltige Allegorie. Das Allegorische kommt jetzt auf; der Verstand wird, da wo er wirken will, Allegoriker.

[ 15 ] Und nun haben Sie die jüdische Initiation dargestellt in Joseph und den zwölf Brüdern. Es ist eine schöne, gewaltige Allegorie. Das Allegorische kommt jetzt auf; der Verstand wird, da wo er wirken will, Allegoriker.

[ 16 ] Zunächst wird dargestellt, wie Joseph eingeweiht wird: Er wird hinausgehoben aus dem gewöhnlichen Leben, verkauft für zwanzig Silberlinge und in die Zisterne geworfen; da bleibt er drei Tage lang. Das ist der Ausdruck der Initiation. Dann kommt er nach Ägypten und wirkt dort erfrischend. Und nun haben Sie in feiner Art angedeutet den Umschwung, der damals eintrat von der Sternengotteskunde zu der Menschenkunde. Joseph wurde ausgestoßen, weil er Träume hatte. Er hatte den Traum: Vor ihm neigten sich Sonne, Mond und elf Sterne. Die elf Sterne sind die elf Zeichen des Tierkreises. Er empfindet sich als den zwölften. Das Symbol der Sternenreligion wird jetzt in das Menschliche hinübergeführt. In den zwölf Brüdern, dem Ausgangspunkt der zwölf Stämme, wird die Sternengotteskunde heruntergeleitet in das Persönliche. Nun, du wirst doch nicht behaupten wollen - sagt der Vater -, daß vor dir sich neigen werden deine Brüder. - Da haben wir den Umschwung gegeben: Es wird übersetzt die Himmelssternenkunde in eine Kunde, die haftet am Persönlich-Menschlichen. Das findet seine Ausbildung im Mosaismus.

[ 16 ] Zunächst wird dargestellt, wie Joseph eingeweiht wird: Er wird hinausgehoben aus dem gewöhnlichen Leben, verkauft für zwanzig Silberlinge und in die Zisterne geworfen; da bleibt er drei Tage lang. Das ist der Ausdruck der Initiation. Dann kommt er nach Ägypten und wirkt dort erfrischend. Und nun haben Sie in feiner Art angedeutet den Umschwung, der damals eintrat von der Sternengotteskunde zu der Menschenkunde. Joseph wurde ausgestoßen, weil er Träume hatte. Er hatte den Traum: Vor ihm neigten sich Sonne, Mond und elf Sterne. Die elf Sterne sind die elf Zeichen des Tierkreises. Er empfindet sich als den zwölften. Das Symbol der Sternenreligion wird jetzt in das Menschliche hinübergeführt. In den zwölf Brüdern, dem Ausgangspunkt der zwölf Stämme, wird die Sternengotteskunde heruntergeleitet in das Persönliche. Nun, du wirst doch nicht behaupten wollen - sagt der Vater -, daß vor dir sich neigen werden deine Brüder. - Da haben wir den Umschwung gegeben: Es wird übersetzt die Himmelssternenkunde in eine Kunde, die haftet am Persönlich-Menschlichen. Das findet seine Ausbildung im Mosaismus.

[ 17 ] Aus den drei alten Kulturen wird durch Initiation der jüdischen Patriarchen diese vierte Kultur, das Urjüdische abgeleitet, von welchem dann tatsächlich alles herstammt, was wir als vierte Unterrasse haben, denn es gehören dazu auch die althellenische und altrömische Kultur. Auch das Griechische und das Römische (römisches Recht) sind groß geworden gerade durch das persönliche Element, bis dann dieser Gedanke inkarniert und in die Höhe gehoben erscheint im Christentum. So kommt gerade in dieser kleineren Abzweigung die eigentliche Strömung der vierten Unterrasse zum Vorschein. Die griechisch-lateinische Strömung ist eine Höherbildung der jüdischen; das Persönliche wird hier gesteigert. Es widerspricht einander nicht dieser Abstieg bis zum tiefsten Punkt und dann der Aufstieg.

[ 17 ] Aus den drei alten Kulturen wird durch Initiation der jüdischen Patriarchen diese vierte Kultur, das Urjüdische abgeleitet, von welchem dann tatsächlich alles herstammt, was wir als vierte Unterrasse haben, denn es gehören dazu auch die althellenische und altrömische Kultur. Auch das Griechische und das Römische (römisches Recht) sind groß geworden gerade durch das persönliche Element, bis dann dieser Gedanke inkarniert und in die Höhe gehoben erscheint im Christentum. So kommt gerade in dieser kleineren Abzweigung die eigentliche Strömung der vierten Unterrasse zum Vorschein. Die griechisch-lateinische Strömung ist eine Höherbildung der jüdischen; das Persönliche wird hier gesteigert. Es widerspricht einander nicht dieser Abstieg bis zum tiefsten Punkt und dann der Aufstieg.

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[ 18 ] Überall können wir das beobachten [innerhalb der vierten Unterrasse]. Das Persönliche mußte tatsächlich so zum Ausdruck kommen, wie es in der Esau- und Jakob-Sage geschildert ist, um dann seine Läuterung im schönen Menschentum der Griechen und in der Größe des Römertums zu finden. In Odysseus überwindet noch die Verschlagenheit die alte Priesterkultur. Aus dieser Kultur heraus kann sich erst das Christentum entwickeln, das tatsächlich alle alten Kulturen in sich schließt und sie daher auch aufnehmen kann. Jesus Christus wird seinem Ursprunge nach nach Galiläa verlegt. «Galiläer» bedeutet: der «Fremdling», der eigentlich nicht dazugehört; Galiläa bedeutete eine kleine Enklave, wo jemand erzogen werden konnte, der in seinem Volksmilieu nicht nur das Jüdische, sondern alle alten Kulturen aufzunehmen hatte.

[ 18 ] Überall können wir das beobachten [innerhalb der vierten Unterrasse]. Das Persönliche mußte tatsächlich so zum Ausdruck kommen, wie es in der Esau- und Jakob-Sage geschildert ist, um dann seine Läuterung im schönen Menschentum der Griechen und in der Größe des Römertums zu finden. In Odysseus überwindet noch die Verschlagenheit die alte Priesterkultur. Aus dieser Kultur heraus kann sich erst das Christentum entwickeln, das tatsächlich alle alten Kulturen in sich schließt und sie daher auch aufnehmen kann. Jesus Christus wird seinem Ursprunge nach nach Galiläa verlegt. «Galiläer» bedeutet: der «Fremdling», der eigentlich nicht dazugehört; Galiläa bedeutete eine kleine Enklave, wo jemand erzogen werden konnte, der in seinem Volksmilieu nicht nur das Jüdische, sondern alle alten Kulturen aufzunehmen hatte.

[ 19 ] Aus dem Zusammenstoß zwischen dem Römertum und den nordischen Völkerschaften entwickelte sich nun die fünfte Unterrasse, in der wir selbst leben. Sie hat noch von den alten Initiationsschulen einen Einschlag erhalten im Maurentum, im Arabertum, das von Asien her kam. Es ist immer derselbe Einfluß derselben Initiatorenschule. Wir können verfolgen, wie die Mönche Irlands, wie auch diejenigen, die wissenschaftlich arbeiten, ganz und gar inspiriert sind von der maurisch-arabischen Wissenschaft. Das gibt denselben Grundcharakter in neuer Form, so wie er hier aufgenommen werden konnte. Das Christentum findet erst hier seinen wirklichen Ausdruck. Es ist bloß durchgegangen durch das Altgriechische, solange sich die fünfte Kultur noch vorbereitet hat, und faßt dann hier festen Boden, gliedert sich ein in eine Reihe von Nationen. Alles wurde damals durchströmt und inspiriert vom Christentum. Unsere heutige Zeit mit ihrer materialistischen Kultur ist die letzte radikale Ausprägung dessen, was damals inauguriert wurde. Die Entstehung dieser neuen Kultur ist symbolisch dargestellt in der Lohengrin-Sage. Lohengrin ist der Initiator des Städtetums, und das Städteleben, das sich zu einer neuen Kulturetappe hinaufarbeitet, ist symbolisiert in Elsa von Brabant.

[ 19 ] Aus dem Zusammenstoß zwischen dem Römertum und den nordischen Völkerschaften entwickelte sich nun die fünfte Unterrasse, in der wir selbst leben. Sie hat noch von den alten Initiationsschulen einen Einschlag erhalten im Maurentum, im Arabertum, das von Asien her kam. Es ist immer derselbe Einfluß derselben Initiatorenschule. Wir können verfolgen, wie die Mönche Irlands, wie auch diejenigen, die wissenschaftlich arbeiten, ganz und gar inspiriert sind von der maurisch-arabischen Wissenschaft. Das gibt denselben Grundcharakter in neuer Form, so wie er hier aufgenommen werden konnte. Das Christentum findet erst hier seinen wirklichen Ausdruck. Es ist bloß durchgegangen durch das Altgriechische, solange sich die fünfte Kultur noch vorbereitet hat, und faßt dann hier festen Boden, gliedert sich ein in eine Reihe von Nationen. Alles wurde damals durchströmt und inspiriert vom Christentum. Unsere heutige Zeit mit ihrer materialistischen Kultur ist die letzte radikale Ausprägung dessen, was damals inauguriert wurde. Die Entstehung dieser neuen Kultur ist symbolisch dargestellt in der Lohengrin-Sage. Lohengrin ist der Initiator des Städtetums, und das Städteleben, das sich zu einer neuen Kulturetappe hinaufarbeitet, ist symbolisiert in Elsa von Brabant.

[ 20 ] In alle diese Strömungen schieben sich noch andere hinein, zum Beispiel die Mongolenstämme. Was ursprünglich vom Westen herübergekommen war, war verwandt mit dem, was mit den Hunnen vom Osten her kam. So kam etwas Verwandtes von Osten und Westen hier zusammen: mongolische und germanische Völkerstämme. Die ursprünglich vom Westen kamen, waren auch zurückgebliebene Nachkommen der Atlantier, so wie die vom Osten herkommenden Mongolen. Im Grunde waren beide Strömungen verwandt. Es ist immer eine Strömung, die die andere durchkreuzt. Beide haben aber einen gemeinsamen Mutterboden, da sie beide aus der Atlantis stammen.

[ 20 ] In alle diese Strömungen schieben sich noch andere hinein, zum Beispiel die Mongolenstämme. Was ursprünglich vom Westen herübergekommen war, war verwandt mit dem, was mit den Hunnen vom Osten her kam. So kam etwas Verwandtes von Osten und Westen hier zusammen: mongolische und germanische Völkerstämme. Die ursprünglich vom Westen kamen, waren auch zurückgebliebene Nachkommen der Atlantier, so wie die vom Osten herkommenden Mongolen. Im Grunde waren beide Strömungen verwandt. Es ist immer eine Strömung, die die andere durchkreuzt. Beide haben aber einen gemeinsamen Mutterboden, da sie beide aus der Atlantis stammen.

[ 21 ] Hier im Norden nun bekommt alles, was aus älteren Zeiten geblieben ist, eine festere Bildung. Zu derselben Zeit, in der das jüdische Prophetentum besteht, in den Jahrhunderten vor Christus, finden wir hier den Hinweis auf einen großen uralten atlantischen Initiierten, auf Wod-Wodha-Odin. Das ist ein modernisiertes Atlantiertum in einer neuen Gestalt, ein Atavismus, ein Rückschlag ins Atlantiertum. Und das geschieht überall, drüben in Asien auch. In Asien ist das W ein B, Wodha = Bodha = Buddha. Der Buddhismus ist drüben in Asien dieselbe Erscheinung, die als ein Rückschlag in die atlantische Zeit auftritt. Daher finden wir den Buddhismus am ausgebreitetsten bei den Überresten der Atlantier, bei den mongolischen Völkern. Und wo er am großartigsten, säulenartig auftritt, in Tibet, da haben wir einen modernen, monumentalen Ausdruck alter atlantischer Kultur.

[ 21 ] Hier im Norden nun bekommt alles, was aus älteren Zeiten geblieben ist, eine festere Bildung. Zu derselben Zeit, in der das jüdische Prophetentum besteht, in den Jahrhunderten vor Christus, finden wir hier den Hinweis auf einen großen uralten atlantischen Initiierten, auf Wod-Wodha-Odin. Das ist ein modernisiertes Atlantiertum in einer neuen Gestalt, ein Atavismus, ein Rückschlag ins Atlantiertum. Und das geschieht überall, drüben in Asien auch. In Asien ist das W ein B, Wodha = Bodha = Buddha. Der Buddhismus ist drüben in Asien dieselbe Erscheinung, die als ein Rückschlag in die atlantische Zeit auftritt. Daher finden wir den Buddhismus am ausgebreitetsten bei den Überresten der Atlantier, bei den mongolischen Völkern. Und wo er am großartigsten, säulenartig auftritt, in Tibet, da haben wir einen modernen, monumentalen Ausdruck alter atlantischer Kultur.

[ 22 ] Solche Völkerzusammenhänge muß man kennen, dann versteht man auch die Geschichte. Als Attila, der Kämpfer für den Monotheismus, in Europa erschien, machte er erst vor dem Christentum halt, weil ihm da etwas Größeres entgegentrat, als die Hunnen es hatten. Der Monotheismus der Hunnen war als Ausfluß einer atlantischen Kultur von einer Großartigkeit, wie sie sie bei keinem der anderen Völker auf ihren Wegen fanden. Nur das Christentum imponierte den Hunnen. Manche Einzelheiten in der geschichtlichen Entwickelung werden verstanden aus diesen großen Betrachtungen heraus.

[ 22 ] Solche Völkerzusammenhänge muß man kennen, dann versteht man auch die Geschichte. Als Attila, der Kämpfer für den Monotheismus, in Europa erschien, machte er erst vor dem Christentum halt, weil ihm da etwas Größeres entgegentrat, als die Hunnen es hatten. Der Monotheismus der Hunnen war als Ausfluß einer atlantischen Kultur von einer Großartigkeit, wie sie sie bei keinem der anderen Völker auf ihren Wegen fanden. Nur das Christentum imponierte den Hunnen. Manche Einzelheiten in der geschichtlichen Entwickelung werden verstanden aus diesen großen Betrachtungen heraus.

[ 23 ] Der bekannte Reisende Peters fühlt wohl, daß das alte Bodhatum und das Wotantum zusammenfließen können, aber er weiß nicht, daß wir in Europa nicht bloß Uraltes zu vertreten haben, sondern etwas Neues, einen neuen Wirbel. In den alten Teil des Wirbels schlägt herein das Allerneueste, die in die Zukunft weisende Weisheit. Diese verhält sich zur alten Weisheit wie das helle Tagesbewußtsein zum Trancezustand. Bei vollkommen hellem Tagesbewußtsein werden die künftigen Völker eine spirituelle Kultur entwickeln, die anders sein wird als die alte. Deshalb darf auch Theosophie nicht ein Übertragen von Altem, von Buddhismus und Hinduismus sein; dies würde doch zusammenbrechen. Ein Neues muß aus den Keimen, die im Osten von Europa schlummern, hervorgehen, ein ZusammenschlieBen mit alledem, was hier erarbeitet worden ist.

[ 23 ] Der bekannte Reisende Peters fühlt wohl, daß das alte Bodhatum und das Wotantum zusammenfließen können, aber er weiß nicht, daß wir in Europa nicht bloß Uraltes zu vertreten haben, sondern etwas Neues, einen neuen Wirbel. In den alten Teil des Wirbels schlägt herein das Allerneueste, die in die Zukunft weisende Weisheit. Diese verhält sich zur alten Weisheit wie das helle Tagesbewußtsein zum Trancezustand. Bei vollkommen hellem Tagesbewußtsein werden die künftigen Völker eine spirituelle Kultur entwickeln, die anders sein wird als die alte. Deshalb darf auch Theosophie nicht ein Übertragen von Altem, von Buddhismus und Hinduismus sein; dies würde doch zusammenbrechen. Ein Neues muß aus den Keimen, die im Osten von Europa schlummern, hervorgehen, ein ZusammenschlieBen mit alledem, was hier erarbeitet worden ist.

[ 24 ] Die eigentliche [zukünftige Kultur] liegt in den aufkeimenden Völkerelementen Osteuropas. Wir selber in Mitteleuropa sind die Vorposten. Es muß sich im Osten Europas das Stoffliche, das Menschenmaterial finden für das, was hier vorpostlich begründet wird.

[ 24 ] Die eigentliche [zukünftige Kultur] liegt in den aufkeimenden Völkerelementen Osteuropas. Wir selber in Mitteleuropa sind die Vorposten. Es muß sich im Osten Europas das Stoffliche, das Menschenmaterial finden für das, was hier vorpostlich begründet wird.

[ 25 ] Die Rosenkreuzerschulen lehrten immer, daß Mittel- und Westeuropa bloß Vorposten sind dessen, was sich im europäischen Osten entwickeln wird, was aus der Befruchtung von Volkstum und europäischem Wissen hervorgehen wird. Bei To/stoj ist alles befruchtet durch die westeuropäische Kultur, aber anders als bei anderen Menschen vor ihm. Er spricht in gewaltiger, einfacher Weise aus, was kein Kant und kein Spencer hätten aussprechen können. Was hier überreif erscheint, das erscheint bei ihm allerdings noch unvollkommen. Aber so ist es immer mit dem, was Keim ist. Nicht aus der fein ausgebildeten Pflanze, sondern aus dem Keim wächst die neue, zukünftige Pflanze.

[ 25 ] Die Rosenkreuzerschulen lehrten immer, daß Mittel- und Westeuropa bloß Vorposten sind dessen, was sich im europäischen Osten entwickeln wird, was aus der Befruchtung von Volkstum und europäischem Wissen hervorgehen wird. Bei To/stoj ist alles befruchtet durch die westeuropäische Kultur, aber anders als bei anderen Menschen vor ihm. Er spricht in gewaltiger, einfacher Weise aus, was kein Kant und kein Spencer hätten aussprechen können. Was hier überreif erscheint, das erscheint bei ihm allerdings noch unvollkommen. Aber so ist es immer mit dem, was Keim ist. Nicht aus der fein ausgebildeten Pflanze, sondern aus dem Keim wächst die neue, zukünftige Pflanze.

[ 26 ] Was man auch erlebt, man kann mit tiefer Befriedigung auf die Zukunft schauen. Denn so wie der Kristall sich aus der Lauge erst herausentwickelt, nachdem die Lauge stark umgerührt worden ist, so kann sich auch dort erst etwas herausentwickeln dadurch, daß große Umwälzungen kommen.

[ 26 ] Was man auch erlebt, man kann mit tiefer Befriedigung auf die Zukunft schauen. Denn so wie der Kristall sich aus der Lauge erst herausentwickelt, nachdem die Lauge stark umgerührt worden ist, so kann sich auch dort erst etwas herausentwickeln dadurch, daß große Umwälzungen kommen.

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