Basic Elements of Esotericism
GA 93a
5 November 1905, Berlin
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Basic Elements of Esotericism, tr. SOL
XXXI
Lecture XXXI
[ 1 ] Unserer fünften Wurzelrasse, der jetzigen nachatlantischen Menschheit, ist die atlantische vorangegangen, auf dem jetzt versunkenen Kontinent zwischen Europa und Amerika. Die Atlantier sind in keiner Weise zu vergleichen mit denjenigen Menschen, die heute den Erdball bewohnen. Denn selbst die Überbleibsel jener alten Rasse haben verschiedenes gelernt von den späteren Bewohnern des fünften Kontinents, und wir könnten uns daher den Zustand jener Kultur nicht daraus konstruieren. Im Anfange der atlantischen Kultur gab es keine Werkzeuge. Durch die hellseherischen Kräfte war es dem Atlantier möglich, sich die Erde dienstbar zu gestalten. Die Zubereitung der Metalle findet sich aber erst gegen Ende der atlantischen Zeit.
[ 1 ] Our fifth root race, the present post-Atlantean humanity, was preceded by the Atlantean race, on the now sunken continent between Europe and America. The Atlanteans cannot be compared in any way with the people who inhabit the globe today. For even the remnants of that ancient race learned different things from the later inhabitants of the fifth continent, and we cannot therefore construct the state of that culture from this. At the beginning of Atlantean culture, there were no tools. Through their clairvoyant powers, the Atlanteans were able to make the earth subservient to them. However, the preparation of metals only appeared towards the end of the Atlantean period.
[ 2 ] Von der atlantischen Bevölkerung wurde eine kleine Gruppe ausgesondert, so wie sie jetzt wieder in der Theosophischen Gesellschaft ausgesondert werden soll. Ihre Aufgabe war es, eine neue Kultur hinüberzutragen in die fünfte Wurzelrasse. Den Ort, wo jene wohnten, die dazu ausersehen waren, eine kleine Kolonie, abgesondert von der übrigen Kultur, anzulegen, würden Sie im heutigen England und Irland finden. Da wohnten dazumal die Ursemiten. Das waren die ersten Menschen, die imstande waren, verstandesmäßig zu denken. Alles Vorstellen der Atlantier war noch ein bildhaftes. Die Wölbung der Stirne nach vorne, die Bildung des Denkhirns, trat zuerst auf bei der ursemitischen Bevölkerung, die keine Ähnlichkeit hatte mit den jetzigen Semiten. Diese ursemitische Bevölkerung, die sozusagen das Denken erfand, die wanderte durch Europa hindurch nach Asien hinüber und begründete zunächst dort eine Kultur. Die Ursemiten bildeten die fünfte Unterrasse der Atlantier. Die sieben Unterrassen der atlantischen Wurzelrasse waren folgende: Erstens die der Rmoahals, zweitens die der Tlavatlis, drittens die der Urtolteken, viertens die der Urturanier, fünftens die der Ursemiten, sechstens die der Urakkadier, siebentens die der Urmongolen.
[ 2 ] A small group was separated from the Atlantean population, just as they are now to be separated again in the Theosophical Society. Their task was to carry a new culture over into the fifth root race. The place where those who were chosen to establish a small colony, separated from the rest of the culture, lived can be found in present-day England and Ireland. That is where the Proto-Semites lived at that time. They were the first people who were capable of thinking rationally. All Atlantean thinking was still pictorial. The forward curvature of the forehead, the formation of the thinking brain, first appeared in the Ur-Semitic population, which bore no resemblance to the present-day Semites. This Ur-Semitic population, which invented thinking, so to speak, migrated through Europe to Asia and first established a culture there. The Ur-Semites formed the fifth sub-race of the Atlanteans. The seven sub-races of the Atlantean root race were as follows: first, the Rmoahals; second, the Tlavatlis; third, the Urtoltecs; fourth, the Urturanians; fifth, the Ur-Semites; sixth, the Urakkadians; and seventh, the Urmongols.
[ 3 ] Von der fünften Unterrasse der Atlantier stammt also die fünfte Wurzelrasse ab. Wenn wir einen Blick hinüberwerfen nach Asien, so finden wir da zunächst als erste Unterrasse der fünften Wurzelrasse, der alten indischen Rasse, jenes Volk, welches später mehr nach Süden wanderte und dort die Stammväter bildete der späteren Inder. Die wesentlichste Eigenschaft dieses nach dem nördlichen Indien hin lebenden Stammvolkes war, daß es in bezug auf die materielle Kultur keinen rechten Sinn entwickelte. Es hatte geistige Anschauungen höchster Art mit einem ganz und gar unentwickelten Sinn für die materielle Kultur. Weltabgewandt waren die alten Inder; ihre Seele war der atlantischen noch vollständig ähnlich darin, daß sie in sich eine unendlich herrliche Bilderwelt entwickeln konnte. Durch Jogaübung, aus dem Inneren heraus, entwickelte sich bei ihnen später eine fein ausgebildete, uns heute gelehrt erscheinende Anschauung von der Welt. Davon sind in der äußeren Überlieferung nur noch Bruchstücke vorhanden. Die Veden und die Bhagavad Gita geben von den gewaltigen Anschauungen der Inder kein richtiges Bild mehr, sondern nur noch Nachklänge. Auch in der Vedantaphilosophie ist nur noch ein ganz abstrakter Nachklang der ursprünglich wörtlich gelehrten Anschauung der Inder überliefert.
[ 3 ] The fifth root race thus descends from the fifth subrace of the Atlanteans. If we look across to Asia, we find there, as the first subrace of the fifth root race, the ancient Indian race, that people who later migrated further south and formed the progenitors of the later Indians. The most essential characteristic of this ancestral people living in northern India was that they did not develop a true sense of material culture. They had spiritual views of the highest order with a completely undeveloped sense of material culture. The ancient Indians were detached from the world; their soul was still completely similar to that of the Atlanteans in that it could develop an infinitely wonderful world of images within itself. Through yoga practice, from within, they later developed a finely developed view of the world that seems learned to us today. Only fragments of this remain in the external tradition. The Vedas and the Bhagavad Gita no longer give a true picture of the powerful views of the Indians, but only echoes. Even in Vedanta philosophy, only a very abstract echo of the Indians' originally literally taught view has been handed down.
[ 4 ] Denken Sie sich den Sinn, der dann in der späteren Kabbalistik herausgekommen ist in einer Form, die sich auf andere Dinge, mehr auf knifflige Kleinigkeiten erstreckte, denken Sie sich diesen Sinn angewendet auf hohe Weltgedanken. Wenn später der Jude darüber nachdenken konnte in der Kabbalistik, so rührte das davon her, daß die spätere jüdische Geheimlehre nur noch ein verkommenes Abbild, ein Nachklang ist jenes feinverzweigten Gedankensystems der uralten Inder. Und das, was Brahmanenlehre wurde, das ist durchaus nicht nur Religion in dem Sinne, wie die späteren Systeme, sondern Wissenschaft, Dichtung und Religion in einem einzigen großen Ganzen. Das alles war wie die feinste Auslese, wie der herausgezogene Extrakt dessen, was sich in der alten atlantischen Kultur entwickelt hatte.
[ 4 ] Imagine the meaning that later emerged in Kabbalistic thought in a form that extended to other things, more to tricky details, and imagine this meaning applied to lofty world ideas. When the Jews were later able to reflect on this in Kabbalistic thought, it was because the later Jewish secret doctrine was only a degenerate reflection, an echo of the finely branched system of thought of the ancient Indians. And what became Brahmanism is by no means only religion in the sense of later systems, but science, poetry, and religion in a single great whole. All this was like the finest selection, like the extracted essence of what had developed in the ancient Atlantean culture.
[ 5 ] Auch die europäischen Völker waren von der Atlantis herübergekommen in den Westen und nach Mitteleuropa. Da entwickelte sich eine ganz andere Lehre. Da waren Völkerschaften übriggeblieben, die noch nicht dazu auserwählt waren, neue Kulturen zu begründen, aber in der Anlage auch das hatten, was in Indien so großartig zum Ausdruck kam, was nur hier auf einer viel, viel älteren Stufe stehengeblieben ist. Was von Europa ausgegangen war, das rückte immer weiter und weiter gegen Asien vor. Eine gemeinschaftliche Lehre bildete die Grundlage und ist hier in Europa in einer gewissen Grobbheit geblieben.
[ 5 ] The European peoples had also come over from Atlantis to the West and to Central Europe. There, a completely different teaching developed. There remained peoples who had not yet been chosen to found new cultures, but who also had the potential for what had been so magnificently expressed in India, which had only remained at a much, much older stage here. What had originated in Europe advanced further and further towards Asia. A communal teaching formed the basis and remained here in Europe in a certain crudeness.
[ 6 ] Die indische Lehre kam heraus in den Veden. «Veda» bedeutet dasselbe wie «Edda». Nur ist das in den Veden Enthaltene eine feinere Ausbildung dessen, was in gröberer Weise hier in Europa als Edda zurückgeblieben ist, und erst am Ende des Mittelalters Aufzeichnung gefunden hat. Wir müssen uns vorstellen, daß diese ursprüngliche große geistige Lehre durch die nachrückenden Völkerschaften eine gewisse Veränderung erfahren hat. Ihre ursprüngliche Größe bestand in der Erfassung der gewaltigen, göttlichen Einheit, die durch die indischen Schauer erkannt wurde. Das war nicht mehr der Fall bei der nächsten, der persischen Rasse. Ein anderer Zug dieser uralten indischen Anschauung ist der, daß der Zeitbegriff in ihr fast vollständig fehlt. In der zweiten Unterrasse, der urpersischen, tritt gleich der Zeitbegriff hervor. Die Zeit wird von dem Inder zwar erkannt, aber mehr gleichförmig; der Begriff der Geschichte, des Fortschreitens vom Unvollkommenen zum Vollkommenen aber fehlt. Beherrscht war das Denken von der Anschauung, daß alles aus der göttlichen Vollkommenheit emaniert wird.
[ 6 ] The Indian teaching came out in the Vedas. “Veda” means the same as “Edda.” Only what is contained in the Vedas is a finer development of what has remained here in Europe in a coarser form as Edda, and was only recorded at the end of the Middle Ages. We must imagine that this original great spiritual teaching underwent a certain change through the succeeding peoples. Its original greatness consisted in the comprehension of the mighty, divine unity that was recognized by the Indian sages. This was no longer the case with the next race, the Persian race. Another feature of this ancient Indian view is that the concept of time is almost completely absent from it. In the second sub-race, the ancient Persian, the concept of time immediately comes to the fore. Time is recognized by the Indian, but in a more uniform way; the concept of history, of progress from the imperfect to the perfect, is missing. Thinking was dominated by the view that everything emanates from divine perfection.
[ 7 ] Das persische Denken wird beherrscht vom Gedanken der Zeit. Zervan Akarana ist eine Hauptgottheit bei den Persern, und das ist eigentlich die Zeit. Wie kam man zum Begriff der Zeit? Wer wie der uralte Inder vor allem die ureinheitliche Gottheit sucht, muß sie sich als das absolut Gute vorstellen. Das Böse, das Unvollkommene in der Welt, das war für den alten Inder nichts als Illusion; Illusion war ein sehr wichtiger Begriff. Diese Alten sagten: Es gibt in der Welt überhaupt nichts Unvollkommenes und Böses. Wenn ihr glaubt, daß es etwas Böses gibt, so habt ihr die Welt nicht genug illusionsfrei angesehen. Der Rost zum Beispiel, der das Eisen frißt, ist anderswo ein großes Gutes; ihr müßt nur suchen, wo. Wenn ihr einen Verbrecher durch den Schleier der Illusion betrachtet, wird er euch als solcher erscheinen; seht ihr aber von der Illusion ab, so werdet ihr erkennen, daß es das Böse gar nicht gibt. - Diese Lehre hängt innig zusammen mit einer Weltabgewandtheit.
[ 7 ] Persian thinking is dominated by the idea of time. Zervan Akarana is a major deity among the Persians, and he is actually time. How did the concept of time come about? Anyone who, like the ancient Indians, seeks above all the primordial deity must imagine it as the absolute good. Evil, imperfection in the world, was nothing but illusion for the ancient Indians; illusion was a very important concept. These ancients said: There is nothing imperfect or evil in the world at all. If you believe that there is something evil, then you have not looked at the world without enough illusion. Rust, for example, which eats away at iron, is a great good elsewhere; you only have to look for where. If you look at a criminal through the veil of illusion, he will appear to you as such; but if you look beyond the illusion, you will realize that evil does not exist at all. This teaching is closely connected with a world-renunciation.
[ 8 ] Anders war es in der zweiten Unterrasse. Da, bei den uralten persischen Völkern wurde das Gute in den Weltprozeß gelegt, an das Ziel gestellt. Es wurde gesagt: Das Gute muß erkämpft werden. Die Welt ist gut und böse - Ormuzd und Ahriman -, und was das Böse überwindet, das ist Zervan Akarana, die Zeit. - So kommt Gutes und Böses als Entwickelungsprinzip in die frühpersische Weltanschauung hinein. Die Zarathustra-Lehre fußt auf dieser Stellung des Bösen in der Welt, und auf dem Zeitbegriff: Der Mensch ist in das Leben hineingestellt, um das Böse zu überwinden. — Diese Anschauung hängt damit zusammen, daß die zweite Unterrasse keine weltabgewandte war, sondern eine arbeitende. Tätig, wirksam in verschiedenen Zweigen der menschlichen Betätigung, den Blick auf die äußere Welt gerichtet, darauf bedacht, wie man aus der Welt heraus selbst das Gute schaffen könne, so war die zweite Unterrasse. Daher treten bei den Persern eine Fülle von Gottheiten auf; nicht Eigenschaften des einen Gottes, sondern eine Fülle von Gottheiten, weil die Welt, wenn man sie nicht als Illusion, sondern als Wirklichkeit betrachtet, eine Fülle, eine Mannigfaltigkeit bietet. Es waren mehr oder weniger persönlich-geistige Gottheiten, die man dort verehrte.
[ 8 ] It was different in the second sub-race. There, among the ancient Persian peoples, good was placed in the world process, set as the goal. It was said: Good must be fought for. The world is good and evil—Ormuzd and Ahriman—and what overcomes evil is Zervan Akarana, time. Thus good and evil enter the early Persian worldview as principles of development. The teachings of Zarathustra are based on this position of evil in the world and on the concept of time: human beings are placed in life in order to overcome evil. — This view is related to the fact that the second sub-race was not one that turned away from the world, but one that worked. Active, effective in various branches of human activity, with their gaze directed toward the outer world, concerned with how to create good out of the world itself, such was the second sub-race. This is why the Persians have a multitude of deities; not attributes of the one God, but a multitude of deities, because the world, when viewed not as an illusion but as reality, offers abundance and diversity. The deities worshipped there were more or less personal-spiritual deities.
[ 9 ] Die ursprünglichen Initiatoren, die auch die altindische Lehre begründeten, waren auch die Lehrer der zweiten Unterrasse, der uralten persischen Rasse. Sie paßten hier die ganze Lehre einer arbeitenden Rasse an. Sie schufen diejenige Religion, die durch die verschiedenen Zarathustras ihre Ausbildung erlangte.
[ 9 ] The original initiators, who also founded the ancient Indian teachings, were also the teachers of the second sub-race, the ancient Persian race. Here they adapted the entire teaching to a working race. They created the religion that was developed by the various Zarathustras.
[ 10 ] Eine weitere Initiation erfolgte noch weiter nach Vorderasien hinein: bis nach Ägypten, bis zu den Babyloniern, Assyrern, Chaldäern, diesen Stammyvätern der Araber. Da wurde dann die dritte Unterrasse ausgebildet. Diese dritte Unterrasse war nun eine solche, welche vorzugsweise die beiden Richtungen — das Innere des Menschen und das Äußere - miteinander in Einklang zu bringen suchte. Ob Sie die Grundanschauung dieser dritten Unterrasse in Chaldäa oder Ägypten suchen, überall finden Sie ein starkes Bewußtsein von dem Zusammenhang der menschlichen Arbeit mit den Naturkräften. Das ist ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zu der persischen Rasse. In Persien haben Sie die zwei Mächte, das Gute und das Böse, die den Kampf miteinander bestehen. Jetzt versucht der Mensch, die verschiedenen Naturkräfte oder Wesenheiten in seinen Dienst zu bringen. Was sich als persische Religion herausbildete, war vorzüglich auf die menschliche Tüchtigkeit gebaut. Jetzt, innerhalb der dritten Unterrasse, trat das Bewußtsein auf, daß man nicht nur durch körperliche Kraft und moralisches Verhalten, sondern am besten durch Kenntnisse die Natur bewältigen könne. In solchen Ländern, wo ein kunstvoll gehegter Ackerbau betrieben wurde, wie in Ägypten und Chaldäa, entwickelte sich dieses Zusammenbringen der himmlischgeistigen Mächte mit dem, was der Mensch arbeitet. Kenntnis der meteorologischen Umgebung und der Gestirne entwickelte sich da. Der Mensch suchte Kraft für die Arbeit in der Erkenntnis der Natur. So kam es, daß er den Blick nach den Sternen lenkte und daß Astronomie in Zusammenhang gebracht wurde mit dem Menschen auf der Erde. Des Menschen Ursprung wurde in den Sternen gesucht. So kam es, daß wir es in diesem Sinne zum erstenmal mit Wissenschaft zu tun haben. Jetzt, in der dritten Unterrasse, haben wir statt innerer Anschauung praktisches Wissen. Daher hören wir von großen Eingeweihten, welche die Geometrie, die Kunst des Feldmessens, technische Fähigkeiten lehrten. Die Befruchtung des menschlichen Tuns mit der vom Himmel herabgeholten Weltanschauung tritt in der dritten Unterrasse auf. Damit war etwas gegeben, was die ganze Auffassung des menschlichen Lebens in eine Art Himmelskunde rückte. Bei den verschiedenen Völkern kam dies verschieden zum Ausdruck. Bei den Ägyptern wurden Osiris, Isis und Horus als die Vertreter astronomischer Erscheinungen aufgefaßt.
[ 10 ] A further initiation took place even further into the Near East: as far as Egypt, to the Babylonians, Assyrians, Chaldeans, these tribal fathers of the Arabs. There, the third sub-race was trained. This third sub-race was one that sought to harmonize the two directions—the inner and the outer—within the human being. Whether you look for the basic view of this third sub-race in Chaldea or Egypt, everywhere you will find a strong awareness of the connection between human work and the forces of nature. This is a significant difference compared to the Persian race. In Persia, you have the two powers, good and evil, fighting each other. Now man tries to bring the various forces of nature or entities into his service. What developed as the Persian religion was based primarily on human ability. Now, within the third sub-race, the awareness arose that nature could be mastered not only through physical strength and moral behavior, but best of all through knowledge. In countries where agriculture was practiced with great skill, such as Egypt and Chaldea, this bringing together of the heavenly spiritual powers with human work developed. Knowledge of the meteorological environment and the stars developed there. Man sought strength for his work in the knowledge of nature. Thus it came about that he turned his gaze to the stars and that astronomy was brought into connection with man on earth. Man's origin was sought in the stars. Thus it came about that we are dealing with science in this sense for the first time. Now, in the third sub-race, we have practical knowledge instead of inner intuition. Hence we hear of great initiates who taught geometry, the art of surveying, and technical skills. The fertilization of human activity with a worldview brought down from heaven occurs in the third sub-race. This gave rise to something that shifted the entire conception of human life into a kind of astronomy. This found different expressions among different peoples. Among the Egyptians, Osiris, Isis, and Horus were regarded as representatives of astronomical phenomena.
[ 11 ] Drei verschiedene Unterrassen bildeten sich in Asien aus. Vom atlantischen Ausgangspunkte ging unter Führung von Eingeweihten eine Kolonie nach Asien hinüber. Ein besonderes Ergebnis ist die altindische Kultur, ein zweites die altpersische, das dritte Ergebnis ist die chaldäisch-ägyptische Kultur; sie alle haben einen gemeinschaftlichen Initiationsherd. In Europa aber bleiben immer Reste zurück von dem, was in Asien in den drei großen Kulturen so großartig hervorbricht. Diese einzelnen Kulturen sind durchaus in Europa in der mannigfaltigsten Weise durcheinander geschichtet. Auch in Europa gab es Eingeweihte, die gegen Ende des besprochenen Zeitraumes Mysterienschulen ausbildeten: man nannte sie Druiden; Drys bedeutet Eiche. Die starke Eiche war das Symbol der uralten europäischen Gelehrtenpriester. Denn was im Norden die Völker beherrschte, war der Gedanke, daß diese ihre alte Kultur doch untergehen werde. Die Götterdämmerung wurde gelehrt, und die Zukunft des Christentums kam bei den nordischen Propheten großartig zum Ausdruck in dem, was später die Siegfried-Sage wurde. Vergleichen Sie diese mit der Achilleus-Sage.
[ 11 ] Three different sub-races formed in Asia. From the Atlantic starting point, a colony crossed over to Asia under the leadership of initiates. One particular result is ancient Indian culture, a second is ancient Persian culture, and the third result is Chaldean-Egyptian culture; they all have a common source of initiation. In Europe, however, remnants always remain of what emerges so magnificently in Asia in the three great cultures. These individual cultures are thoroughly intermingled in Europe in the most diverse ways. In Europe, too, there were initiates who formed mystery schools towards the end of the period under discussion: they were called Druids; Drys means oak. The strong oak was the symbol of the ancient European scholar-priests. For what dominated the peoples of the north was the idea that their ancient culture would eventually perish. The twilight of the gods was taught, and the future of Christianity was magnificently expressed by the Nordic prophets in what later became the Siegfried saga. Compare this with the Achilles saga.
[ 12 ] Achill ist unverwundbar am ganzen Leibe, bis auf die Ferse, Siegfried bis auf die Stelle zwischen den Schultern. Unverwundbarsein in solcher Weise bedeutet Eingeweihtsein. In Achill haben Sie den Eingeweihten der vierten Unterrasse, welche im aufsteigenden Bogen der menschlichen Kulturentwickelung liegt; daher sind alle höchsten Teile des Achill unverwundbar, nur die Ferse, die niedere Natur ist verwundbar, ähnlich wie Hephaistos lahm ist. Der deutsche Siegfried war auch ein Held der vierten Unterrasse, aber verwundbar zwischen den Schulterblättern. Hier ist seine verwundbare Stelle, wo erst derjenige, der das Kreuz trägt, sich unverwundbar macht. In Siegfried geht da das Göttliche zugrunde, die nordischen Götter gingen dem Untergange entgegen (Götterdämmerung). Das gibt der nordischen Sage den tragischen Zug, daß sie nicht nur auf die Vergangenheit hinweist, sondern auf die Götterdämmerung, auf die Zeit, die kommen soll. Die Druiden gaben den Menschen die Lehre von den untergehenden nordischen Göttern. Daher wird noch symbolisch im Kampf des Bonifatius gegen die Eiche der Kampf gegen die alte Priesterschaft, die Druiden, dargestellt.
[ 12 ] Achilles is invulnerable all over his body except for his heel, Siegfried except for the spot between his shoulders. Being invulnerable in this way means being initiated. In Achilles, you have the initiate of the fourth sub-race, which lies in the ascending arc of human cultural development; therefore, all the highest parts of Achilles are invulnerable, only the heel, the lower nature, is vulnerable, similar to how Hephaistos is lame. The German Siegfried was also a hero of the fourth sub-race, but vulnerable between the shoulder blades. Here is his vulnerable spot, where only he who bears the cross makes himself invulnerable. In Siegfried, the divine perishes; the Norse gods went to their doom (Götterdämmerung). This gives the Norse saga its tragic aspect, in that it refers not only to the past, but also to the twilight of the gods, to the time that is to come. The Druids taught people about the decline of the Norse gods. Therefore, Boniface's battle against the oak tree symbolically represents the battle against the old priesthood, the Druids.
[ 13 ] Man kann auch überall im Norden die Spuren dessen nachweisen, was drüben in Asien zum Ausdruck gekommen ist. Zum Beispiel sind Muspelheim und Niflheim ein Gegenstück zu Ormuzd und Ahriman. Der Riese Ymir, aus dem die ganze Welt gemacht wird, korrespondiert mit der Zerstückelung des Osiris in Ägypten. Bis ins einzelnste kann man bei den europäischen Völkern im Norden und den anderen Kulturen diesen Zusammenhang verfolgen. Als sich im Süden von Europa die vierte Unterrasse herausentwickelte, da waren auch die nordischen Stämme in die vierte Stufe herübergekommen, so daß Tacitus viel Verwandtes dort bei den Germanen fand. Irmin zum Beispiel ist dieselbe Gestalt wie unten im Süden Herkules. Auch von einer Art Isis-Dienst dort im Norden erzählt uns Tacitus. So leben ältere Stufen der Kultur dem entgegen, was als Christentum heraufkommen wird.
[ 13 ] Traces of what has been expressed in Asia can also be found everywhere in the North. For example, Muspelheim and Niflheim are counterparts to Ormuzd and Ahriman. The giant Ymir, from whom the whole world is made, corresponds to the dismemberment of Osiris in Egypt. This connection can be traced in every detail among the European peoples in the north and other cultures. When the fourth subrace developed in southern Europe, the Nordic tribes had also reached the fourth stage, so that Tacitus found much that was familiar among the Germanic peoples. Irmin, for example, is the same figure as Hercules in the south. Tacitus also tells us of a kind of Isis cult in the north. Thus, older stages of culture live in opposition to what will emerge as Christianity.
[ 14 ] Denken Sie sich so Europa, Mittelasien, Ägypten übersät mit dem, was sich unter dem Einflusse der Initiationsschulen ausgebildet hatte. Diese Initiationsschulen schickten jetzt aus ihrer Mitte den Begründer der vierten Unterrasse aus, die in ihrem Schoße sich lange vorbereitet hatte. Das ist diejenige Persönlichkeit, welche die Bibel Abraham nennt; sie stammt aus Ur in Chaldäa und ist herausgebildet wie ein Extrakt der drei alten Kulturen. Die Aufgabe, die in Abraham repräsentiert wird, ist, in das Menschliche hereinzutragen alles das, was draußen verehrt wurde; Eingeweihte zu schaffen, die einen großen Wert legen auf das Menschliche, um Persönlichkeitskulte zu begründen. Daher treten persönliche Eigenschaften bei den jüdischen Patriarchen auf. Mit List und Verschlagenheit geht es eigentlich her. Ein Jakob erhält die Superiorität dadurch, daß er mit List und Verschlagenheit das, was er will, seinem Bruder abnimmt. Es ist die Wirklichkeit, aus der sich unsere gegenwärtige Kultur entwickelt; sie ist auf den Verstand und die Habsucht gegründet. In grandioser Weise kommt das wie eine Art von Morgendämmerung in den Erzählungen des Alten Testamentes heraus. Eine gewaltigere Darstellung des Ursprungs kann es gar nicht geben. Esau ist noch behaart, das heißt, er stellt den Menschheitstypus dar, der noch mehr im Physischen befangen ist; Jakob stellt den dar, der sich auf seinen Verstand und seine List verläßt und dadurch das erreicht, was sich tatsächlich in der menschlichen Natur jetzt entwickelt. Eine Überwindung der physischen Kraft durch den Verstand wird hier inauguriert. Die Initiatoren setzen nicht immer etwas Großes, sondern das, was notwendig kommen muß, in die Welt. «Israel» bedeutet: der die Menschen zum unsichtbaren Gott führt, der im Inneren lebt. Isra-el: El = das Ziel; Isra = der unsichtbare Gott. Bisher war er ein Sichtbarer, sei es der Schaubare in den großen Visionen der Inder, sei es der zum Guten und Bösen Drängende wie bei den Persern, sei es der, welcher in den Sternen, im Universum seinen Körper hatte: er wurde empfunden als etwas Sichtbares.
[ 14 ] Imagine Europe, Central Asia, and Egypt littered with what had developed under the influence of the initiation schools. These initiation schools now sent forth from their midst the founder of the fourth sub-race, which had long been preparing in their bosom. This is the personality whom the Bible calls Abraham; he comes from Ur in Chaldea and is formed like an extract of the three ancient cultures. The task represented in Abraham is to bring into humanity everything that was revered outside; to create initiates who attach great value to humanity in order to establish personality cults. This is why personal characteristics appear in the Jewish patriarchs. It is actually a matter of cunning and craftiness. Jacob gains superiority by using cunning and deceit to take what he wants from his brother. This is the reality from which our present culture has developed; it is based on the intellect and greed. In a grandiose way, this comes out like a kind of dawn in the stories of the Old Testament. There could not be a more powerful representation of the origin. Esau is still hairy, which means he represents the type of humanity that is still more caught up in the physical; Jacob represents the one who relies on his intellect and cunning and thereby achieves what is actually developing in human nature now. The overcoming of physical strength by the intellect is inaugurated here. The initiators do not always bring something great into the world, but rather that which must necessarily come. “Israel” means: he who leads people to the invisible God who lives within. Isra-el: El = the goal; Isra = the invisible God. Until now, he was visible, whether as the visible one in the great visions of the Indians, as the one urging good and evil as with the Persians, or as the one who had his body in the stars, in the universe: he was perceived as something visible.
[ 15 ] Und nun haben Sie die jüdische Initiation dargestellt in Joseph und den zwölf Brüdern. Es ist eine schöne, gewaltige Allegorie. Das Allegorische kommt jetzt auf; der Verstand wird, da wo er wirken will, Allegoriker.
[ 15 ] And now you have depicted the Jewish initiation in Joseph and the Twelve Brothers. It is a beautiful, powerful allegory. The allegorical now comes to the fore; the intellect becomes allegorical where it wants to work.
[ 16 ] Zunächst wird dargestellt, wie Joseph eingeweiht wird: Er wird hinausgehoben aus dem gewöhnlichen Leben, verkauft für zwanzig Silberlinge und in die Zisterne geworfen; da bleibt er drei Tage lang. Das ist der Ausdruck der Initiation. Dann kommt er nach Ägypten und wirkt dort erfrischend. Und nun haben Sie in feiner Art angedeutet den Umschwung, der damals eintrat von der Sternengotteskunde zu der Menschenkunde. Joseph wurde ausgestoßen, weil er Träume hatte. Er hatte den Traum: Vor ihm neigten sich Sonne, Mond und elf Sterne. Die elf Sterne sind die elf Zeichen des Tierkreises. Er empfindet sich als den zwölften. Das Symbol der Sternenreligion wird jetzt in das Menschliche hinübergeführt. In den zwölf Brüdern, dem Ausgangspunkt der zwölf Stämme, wird die Sternengotteskunde heruntergeleitet in das Persönliche. Nun, du wirst doch nicht behaupten wollen - sagt der Vater -, daß vor dir sich neigen werden deine Brüder. - Da haben wir den Umschwung gegeben: Es wird übersetzt die Himmelssternenkunde in eine Kunde, die haftet am Persönlich-Menschlichen. Das findet seine Ausbildung im Mosaismus.
[ 16 ] First, Joseph's initiation is depicted: he is lifted out of ordinary life, sold for twenty pieces of silver, and thrown into a cistern, where he remains for three days. This is the expression of initiation. Then he comes to Egypt and has a refreshing effect there. And now you have subtly hinted at the shift that took place at that time from the study of the gods of the stars to the study of human beings. Joseph was cast out because he had dreams. He had the dream: the sun, moon, and eleven stars bowed down before him. The eleven stars are the eleven signs of the zodiac. He feels himself to be the twelfth. The symbol of the star religion is now transferred to the human realm. In the twelve brothers, the starting point of the twelve tribes, the study of the star gods is brought down to the personal level. Now, you will not want to claim, says the father, that your brothers will bow down before you. Here we have the turning point: the knowledge of the stars in the heavens is translated into a knowledge that is attached to the personal and human. This finds its expression in Mosaic law.
[ 17 ] Aus den drei alten Kulturen wird durch Initiation der jüdischen Patriarchen diese vierte Kultur, das Urjüdische abgeleitet, von welchem dann tatsächlich alles herstammt, was wir als vierte Unterrasse haben, denn es gehören dazu auch die althellenische und altrömische Kultur. Auch das Griechische und das Römische (römisches Recht) sind groß geworden gerade durch das persönliche Element, bis dann dieser Gedanke inkarniert und in die Höhe gehoben erscheint im Christentum. So kommt gerade in dieser kleineren Abzweigung die eigentliche Strömung der vierten Unterrasse zum Vorschein. Die griechisch-lateinische Strömung ist eine Höherbildung der jüdischen; das Persönliche wird hier gesteigert. Es widerspricht einander nicht dieser Abstieg bis zum tiefsten Punkt und dann der Aufstieg.
[ 17 ] From the three ancient cultures, through the initiation of the Jewish patriarchs, this fourth culture, the original Jewish culture, is derived, from which everything that we have as the fourth subrace actually originates, for it also includes the ancient Hellenic and ancient Roman cultures. Greek and Roman (Roman law) also became great precisely because of the personal element, until this idea was incarnated and elevated in Christianity. Thus, it is precisely in this smaller branch that the actual current of the fourth subrace comes to the fore. The Greek-Latin stream is a higher development of the Jewish stream; the personal element is heightened here. This descent to the lowest point and then the ascent do not contradict each other.


[ 18 ] Überall können wir das beobachten [innerhalb der vierten Unterrasse]. Das Persönliche mußte tatsächlich so zum Ausdruck kommen, wie es in der Esau- und Jakob-Sage geschildert ist, um dann seine Läuterung im schönen Menschentum der Griechen und in der Größe des Römertums zu finden. In Odysseus überwindet noch die Verschlagenheit die alte Priesterkultur. Aus dieser Kultur heraus kann sich erst das Christentum entwickeln, das tatsächlich alle alten Kulturen in sich schließt und sie daher auch aufnehmen kann. Jesus Christus wird seinem Ursprunge nach nach Galiläa verlegt. «Galiläer» bedeutet: der «Fremdling», der eigentlich nicht dazugehört; Galiläa bedeutete eine kleine Enklave, wo jemand erzogen werden konnte, der in seinem Volksmilieu nicht nur das Jüdische, sondern alle alten Kulturen aufzunehmen hatte.
[ 18 ] We can observe this everywhere [within the fourth sub-race]. The personal had to be expressed in the way described in the legend of Esau and Jacob in order to find its purification in the beautiful humanity of the Greeks and in the greatness of Roman civilization. In Odysseus, cunning still overcomes the old priestly culture. It is only out of this culture that Christianity can develop, which actually encompasses all ancient cultures and can therefore also absorb them. Jesus Christ is transferred to Galilee according to his origins. “Galilean” means “the stranger” who does not really belong; Galilee was a small enclave where someone could be educated who had to absorb not only Jewish culture but all ancient cultures in his ethnic milieu.
[ 19 ] Aus dem Zusammenstoß zwischen dem Römertum und den nordischen Völkerschaften entwickelte sich nun die fünfte Unterrasse, in der wir selbst leben. Sie hat noch von den alten Initiationsschulen einen Einschlag erhalten im Maurentum, im Arabertum, das von Asien her kam. Es ist immer derselbe Einfluß derselben Initiatorenschule. Wir können verfolgen, wie die Mönche Irlands, wie auch diejenigen, die wissenschaftlich arbeiten, ganz und gar inspiriert sind von der maurisch-arabischen Wissenschaft. Das gibt denselben Grundcharakter in neuer Form, so wie er hier aufgenommen werden konnte. Das Christentum findet erst hier seinen wirklichen Ausdruck. Es ist bloß durchgegangen durch das Altgriechische, solange sich die fünfte Kultur noch vorbereitet hat, und faßt dann hier festen Boden, gliedert sich ein in eine Reihe von Nationen. Alles wurde damals durchströmt und inspiriert vom Christentum. Unsere heutige Zeit mit ihrer materialistischen Kultur ist die letzte radikale Ausprägung dessen, was damals inauguriert wurde. Die Entstehung dieser neuen Kultur ist symbolisch dargestellt in der Lohengrin-Sage. Lohengrin ist der Initiator des Städtetums, und das Städteleben, das sich zu einer neuen Kulturetappe hinaufarbeitet, ist symbolisiert in Elsa von Brabant.
[ 19 ] The clash between Roman culture and the Nordic peoples gave rise to the fifth sub-race, in which we ourselves live. It has still been influenced by the ancient initiation schools in Moorish culture and in Arab culture, which came from Asia. It is always the same influence from the same school of initiators. We can see how the monks of Ireland, as well as those who work scientifically, are completely inspired by Moorish-Arabic science. This gives the same basic character in a new form, as it could be taken up here. Christianity only finds its real expression here. It merely passed through ancient Greek while the fifth culture was still preparing itself, and then took root here, integrating itself into a series of nations. Everything at that time was permeated and inspired by Christianity. Our present age, with its materialistic culture, is the last radical expression of what was inaugurated at that time. The emergence of this new culture is symbolically represented in the Lohengrin legend. Lohengrin is the initiator of urbanism, and urban life, which is working its way up to a new stage of culture, is symbolized in Elsa of Brabant.
[ 20 ] In alle diese Strömungen schieben sich noch andere hinein, zum Beispiel die Mongolenstämme. Was ursprünglich vom Westen herübergekommen war, war verwandt mit dem, was mit den Hunnen vom Osten her kam. So kam etwas Verwandtes von Osten und Westen hier zusammen: mongolische und germanische Völkerstämme. Die ursprünglich vom Westen kamen, waren auch zurückgebliebene Nachkommen der Atlantier, so wie die vom Osten herkommenden Mongolen. Im Grunde waren beide Strömungen verwandt. Es ist immer eine Strömung, die die andere durchkreuzt. Beide haben aber einen gemeinsamen Mutterboden, da sie beide aus der Atlantis stammen.
[ 20 ] Other currents also pushed their way into all of these, for example the Mongol tribes. What had originally come over from the West was related to what came from the East with the Huns. Thus, something related came together here from the East and West: Mongolian and Germanic tribes. Those who originally came from the west were also the remaining descendants of the Atlanteans, as were the Mongols who came from the east. Basically, both currents were related. It is always one current that crosses the other. However, both have a common mother soil, since they both originate from Atlantis.
[ 21 ] Hier im Norden nun bekommt alles, was aus älteren Zeiten geblieben ist, eine festere Bildung. Zu derselben Zeit, in der das jüdische Prophetentum besteht, in den Jahrhunderten vor Christus, finden wir hier den Hinweis auf einen großen uralten atlantischen Initiierten, auf Wod-Wodha-Odin. Das ist ein modernisiertes Atlantiertum in einer neuen Gestalt, ein Atavismus, ein Rückschlag ins Atlantiertum. Und das geschieht überall, drüben in Asien auch. In Asien ist das W ein B, Wodha = Bodha = Buddha. Der Buddhismus ist drüben in Asien dieselbe Erscheinung, die als ein Rückschlag in die atlantische Zeit auftritt. Daher finden wir den Buddhismus am ausgebreitetsten bei den Überresten der Atlantier, bei den mongolischen Völkern. Und wo er am großartigsten, säulenartig auftritt, in Tibet, da haben wir einen modernen, monumentalen Ausdruck alter atlantischer Kultur.
[ 21 ] Here in the north, everything that has remained from older times is now taking on a more solid form. At the same time as Jewish prophecy existed, in the centuries before Christ, we find here references to a great ancient Atlantean initiate, Wod-Wodha-Odin. This is a modernized Atlanteanism in a new form, an atavism, a throwback to Atlanteanism. And this is happening everywhere, including over in Asia. In Asia, the W is a B, Wodha = Bodha = Buddha. Buddhism in Asia is the same phenomenon, appearing as a throwback to the Atlantean era. That is why we find Buddhism most widespread among the remnants of the Atlanteans, among the Mongolian peoples. And where it appears most magnificently, like a pillar, in Tibet, we have a modern, monumental expression of ancient Atlantean culture.
[ 22 ] Solche Völkerzusammenhänge muß man kennen, dann versteht man auch die Geschichte. Als Attila, der Kämpfer für den Monotheismus, in Europa erschien, machte er erst vor dem Christentum halt, weil ihm da etwas Größeres entgegentrat, als die Hunnen es hatten. Der Monotheismus der Hunnen war als Ausfluß einer atlantischen Kultur von einer Großartigkeit, wie sie sie bei keinem der anderen Völker auf ihren Wegen fanden. Nur das Christentum imponierte den Hunnen. Manche Einzelheiten in der geschichtlichen Entwickelung werden verstanden aus diesen großen Betrachtungen heraus.
[ 22 ] One must be aware of such connections between peoples in order to understand history. When Attila, the fighter for monotheism, appeared in Europe, he stopped short of Christianity because he encountered something greater than what the Huns had. The monotheism of the Huns, as an outflow of Atlantean culture, was of a grandeur that they found in none of the other peoples on their paths. Only Christianity impressed the Huns. Some details in historical development can be understood from these broad considerations.
[ 23 ] Der bekannte Reisende Peters fühlt wohl, daß das alte Bodhatum und das Wotantum zusammenfließen können, aber er weiß nicht, daß wir in Europa nicht bloß Uraltes zu vertreten haben, sondern etwas Neues, einen neuen Wirbel. In den alten Teil des Wirbels schlägt herein das Allerneueste, die in die Zukunft weisende Weisheit. Diese verhält sich zur alten Weisheit wie das helle Tagesbewußtsein zum Trancezustand. Bei vollkommen hellem Tagesbewußtsein werden die künftigen Völker eine spirituelle Kultur entwickeln, die anders sein wird als die alte. Deshalb darf auch Theosophie nicht ein Übertragen von Altem, von Buddhismus und Hinduismus sein; dies würde doch zusammenbrechen. Ein Neues muß aus den Keimen, die im Osten von Europa schlummern, hervorgehen, ein ZusammenschlieBen mit alledem, was hier erarbeitet worden ist.
[ 23 ] The well-known traveler Peters senses that the old Bodhatum and the Wotantum can flow together, but he does not know that we in Europe do not merely represent the ancient, but also something new, a new vortex. The newest, the wisdom pointing to the future, strikes into the old part of the vortex. This relates to the old wisdom as bright daytime consciousness relates to the trance state. With perfectly clear daytime consciousness, the peoples of the future will develop a spiritual culture that will be different from the old one. Therefore, theosophy must not be a transfer of the old, of Buddhism and Hinduism; this would collapse. Something new must emerge from the seeds that lie dormant in Eastern Europe, a union with all that has been developed here.
[ 24 ] Die eigentliche [zukünftige Kultur] liegt in den aufkeimenden Völkerelementen Osteuropas. Wir selber in Mitteleuropa sind die Vorposten. Es muß sich im Osten Europas das Stoffliche, das Menschenmaterial finden für das, was hier vorpostlich begründet wird.
[ 24 ] The actual [future culture] lies in the burgeoning elements of the peoples of Eastern Europe. We ourselves in Central Europe are the outposts. The material, the human material for what is being established here as an outpost must be found in Eastern Europe.
[ 25 ] Die Rosenkreuzerschulen lehrten immer, daß Mittel- und Westeuropa bloß Vorposten sind dessen, was sich im europäischen Osten entwickeln wird, was aus der Befruchtung von Volkstum und europäischem Wissen hervorgehen wird. Bei To/stoj ist alles befruchtet durch die westeuropäische Kultur, aber anders als bei anderen Menschen vor ihm. Er spricht in gewaltiger, einfacher Weise aus, was kein Kant und kein Spencer hätten aussprechen können. Was hier überreif erscheint, das erscheint bei ihm allerdings noch unvollkommen. Aber so ist es immer mit dem, was Keim ist. Nicht aus der fein ausgebildeten Pflanze, sondern aus dem Keim wächst die neue, zukünftige Pflanze.
[ 25 ] The Rosicrucian schools have always taught that Central and Western Europe are merely outposts of what will develop in Eastern Europe, what will emerge from the fertilization of folklore and European knowledge. In Tolstoy, everything is fertilized by Western European culture, but differently than in other people before him. He expresses in a powerful, simple way what neither Kant nor Spencer could have expressed. What seems overripe here still appears imperfect in his work. But that is always the case with what is a seed. It is not from the finely developed plant, but from the seed that the new, future plant grows.
[ 26 ] Was man auch erlebt, man kann mit tiefer Befriedigung auf die Zukunft schauen. Denn so wie der Kristall sich aus der Lauge erst herausentwickelt, nachdem die Lauge stark umgerührt worden ist, so kann sich auch dort erst etwas herausentwickeln dadurch, daß große Umwälzungen kommen.
[ 26 ] Whatever one experiences, one can look to the future with deep satisfaction. For just as the crystal only develops from the lye after the lye has been stirred vigorously, so too can something only develop there as a result of great upheavals.

