Cosmogony
GA 94
28 May 1906, Paris
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Kosmogonie, 2nd ed.
Vierter Vortrag
Vierter Vortrag
[ 1 ] Jeden denkenden Menschen muß eine Erscheinung interessieren, welche die äußere Wissenschaft nicht zu erklären weiß: das Traumleben. Was ist, vom Okkulten aus gesehen, der Traum? Er ist das Überbleibsel eines Zustandes, der auf eine vorgeschichtliche Periode zurückgeht. Um uns einen Begriff davon zu verschaffen, wollen wir einige andere Erscheinungen betrachten: Organe, die eigentlich nicht mehr zum physischen Leben notwendig sind, die rudimentären Charakter haben, und von denen die Naturwissenschaft nicht weiß, wozu sie da sind.
[ 1 ] Jeden denkenden Menschen muß eine Erscheinung interessieren, welche die äußere Wissenschaft nicht zu erklären weiß: das Traumleben. Was ist, vom Okkulten aus gesehen, der Traum? Er ist das Überbleibsel eines Zustandes, der auf eine vorgeschichtliche Periode zurückgeht. Um uns einen Begriff davon zu verschaffen, wollen wir einige andere Erscheinungen betrachten: Organe, die eigentlich nicht mehr zum physischen Leben notwendig sind, die rudimentären Charakter haben, und von denen die Naturwissenschaft nicht weiß, wozu sie da sind.
[ 2 ] Es handelt sich einmal um einen Muskel der Ohrmuschel, der beim Menschen stark verkümmert ist, zum anderen um die sogenannte Nickhaut, eine Art drittes Augenlid. Ferner gibt es den sogenannten Wurmfortsatz am Blinddarm, der nicht nur keine Aufgabe zu erfüllen hat, sondern auch zu Krankheiten führen kann. Den Okkultisten interessiert nun besonders die Zirbeldrüse, die sich im Gehirn befindet und die Form eines kleinen Tannenzapfens hat. Die Naturwissenschaft meint, daß diese Organe einmal eine Aufgabe gehabt haben und dann degeneriert sind. Das ist in einem gewissen Sinne der Fall, nur dürfen wir uns das nicht einfach im darwinistischen Sinne vorstellen. Die Zirbeldrüse ist das Relikt eines Organes, das beim Vormenschen von größter Wichtigkeit war, eines Wahrnehmungsorganes. Es war eine Art Außenhirn, das zugleich als Antenne für Auge und Ohr diente. Dieses Organ hat es beim Vormenschen in einer früheren Periode gegeben, zu einer Zeit, da die Erde noch halb flüssig, halb dampfförmig und mit dem Monde verbunden war. In diesem teils flüssigen, teils gasförmigen Element schwamm der Mensch wie ein Fisch und lenkte sich mit Hilfe jenes Organs. Seine Wahrnehmungen hatten einen hellseherischen, bildhaften Charakter. Die warmen Strömungen riefen in ihm einen Eindruck von hellem Rot und starkem Wohlklang hervor. Die kalten Strömungen erweckten grüne und blaue Farben, silberglänzende und flüssige Klänge.
[ 2 ] Es handelt sich einmal um einen Muskel der Ohrmuschel, der beim Menschen stark verkümmert ist, zum anderen um die sogenannte Nickhaut, eine Art drittes Augenlid. Ferner gibt es den sogenannten Wurmfortsatz am Blinddarm, der nicht nur keine Aufgabe zu erfüllen hat, sondern auch zu Krankheiten führen kann. Den Okkultisten interessiert nun besonders die Zirbeldrüse, die sich im Gehirn befindet und die Form eines kleinen Tannenzapfens hat. Die Naturwissenschaft meint, daß diese Organe einmal eine Aufgabe gehabt haben und dann degeneriert sind. Das ist in einem gewissen Sinne der Fall, nur dürfen wir uns das nicht einfach im darwinistischen Sinne vorstellen. Die Zirbeldrüse ist das Relikt eines Organes, das beim Vormenschen von größter Wichtigkeit war, eines Wahrnehmungsorganes. Es war eine Art Außenhirn, das zugleich als Antenne für Auge und Ohr diente. Dieses Organ hat es beim Vormenschen in einer früheren Periode gegeben, zu einer Zeit, da die Erde noch halb flüssig, halb dampfförmig und mit dem Monde verbunden war. In diesem teils flüssigen, teils gasförmigen Element schwamm der Mensch wie ein Fisch und lenkte sich mit Hilfe jenes Organs. Seine Wahrnehmungen hatten einen hellseherischen, bildhaften Charakter. Die warmen Strömungen riefen in ihm einen Eindruck von hellem Rot und starkem Wohlklang hervor. Die kalten Strömungen erweckten grüne und blaue Farben, silberglänzende und flüssige Klänge.
[ 3 ] Die Zirbeldrüse spielte also beim Urmenschen eine ganz entscheidende Rolle. Aber mit der Mineralisierung der Erde erschienen andere Wahrnehmungsorgane, und bei uns hat die Zirbeldrüse keinen ersichtlichen Zweck mehr.
[ 3 ] Die Zirbeldrüse spielte also beim Urmenschen eine ganz entscheidende Rolle. Aber mit der Mineralisierung der Erde erschienen andere Wahrnehmungsorgane, und bei uns hat die Zirbeldrüse keinen ersichtlichen Zweck mehr.
[ 4 ] Vergleichen wir mit diesem Organ das Phänomen des Traumes. Der Traum ist eine rudimentäre Funktion unseres Lebens, anscheinend ohne Nutzen und Zweck; aber in Wirklichkeit ist er eine absterbende Funktion, eine Funktion, die einmal eine ganz andere Art bewirkt hat, die Welt wahrzunehmen.
[ 4 ] Vergleichen wir mit diesem Organ das Phänomen des Traumes. Der Traum ist eine rudimentäre Funktion unseres Lebens, anscheinend ohne Nutzen und Zweck; aber in Wirklichkeit ist er eine absterbende Funktion, eine Funktion, die einmal eine ganz andere Art bewirkt hat, die Welt wahrzunehmen.
[ 5 ] Bevor die Erde mineralisch wurde, war sie nur für das astrale Hellsehen wahrnehmbar. Alle Wahrnehmung ist relativ und ist nur ein Symbol. Die zentrale Wahrheit ist dem göttlichen Menschen wahrnehmbar, aber sie ist unaussprechlich. Es ist dasjenige, was Goethe so wunderbar ausgedrückt hat in den Worten: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.»
[ 5 ] Bevor die Erde mineralisch wurde, war sie nur für das astrale Hellsehen wahrnehmbar. Alle Wahrnehmung ist relativ und ist nur ein Symbol. Die zentrale Wahrheit ist dem göttlichen Menschen wahrnehmbar, aber sie ist unaussprechlich. Es ist dasjenige, was Goethe so wunderbar ausgedrückt hat in den Worten: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.»
[ 6 ] Die astrale Vision - und das ist auch noch der Traum von heute ist eine Allegorie und zugleich ein Symbol.
[ 6 ] Die astrale Vision - und das ist auch noch der Traum von heute ist eine Allegorie und zugleich ein Symbol.
[ 7 ] Betrachten wir Beispiele von Träumen, die durch physische und körperliche Ursachen hervorgerufen werden:
[ 7 ] Betrachten wir Beispiele von Träumen, die durch physische und körperliche Ursachen hervorgerufen werden:
[ 8 ] Ein Student träumt, daß ein Kamerad ihm beim Eintritt ins Kolleg einen Stoß gegeben hat, daß ein Duell die Folge ist und daß er von einem Schuß getroffen wird. Er erwacht und sieht, daß die Ursache des Traumes ein umgestürzter Stuhl ist.
[ 8 ] Ein Student träumt, daß ein Kamerad ihm beim Eintritt ins Kolleg einen Stoß gegeben hat, daß ein Duell die Folge ist und daß er von einem Schuß getroffen wird. Er erwacht und sieht, daß die Ursache des Traumes ein umgestürzter Stuhl ist.
[ 9 ] Man hört im Traum den Schritt eines trabenden Pferdes — eine Gehörwahrnehmung, hervorgerufen durch das Ticken einer Uhr.
[ 9 ] Man hört im Traum den Schritt eines trabenden Pferdes — eine Gehörwahrnehmung, hervorgerufen durch das Ticken einer Uhr.
[ 10 ] Eine Frau träumt von einem Pastor, der predigt und der Flügel hat - es ist ein Hahn, der kräht und Kikeriki macht.
[ 10 ] Eine Frau träumt von einem Pastor, der predigt und der Flügel hat - es ist ein Hahn, der kräht und Kikeriki macht.
[ 11 ] Gibt es so Traumwahrnehmungen, die vom Körper kommen, so gibt es auch andere, die von der astralen und von der geistigen Welt kommen. In solchen Wahrnehmungen liegt der Ursprung der Mythen.
[ 11 ] Gibt es so Traumwahrnehmungen, die vom Körper kommen, so gibt es auch andere, die von der astralen und von der geistigen Welt kommen. In solchen Wahrnehmungen liegt der Ursprung der Mythen.
[ 12 ] Die Gelehrten führen heutzutage den Ursprung der Mythen auf die dichterische Umdeutung von Naturerscheinungen zurück. Wer aber die Entstehung der Mythen im Volk studiert, der sieht, daß sie nicht auf solche Weise entstanden sind. Die Mythen und Legenden sind alle ursprünglich astrale Bilder, welche die Tradition entstellt, umformt und weiterbildet.
[ 12 ] Die Gelehrten führen heutzutage den Ursprung der Mythen auf die dichterische Umdeutung von Naturerscheinungen zurück. Wer aber die Entstehung der Mythen im Volk studiert, der sieht, daß sie nicht auf solche Weise entstanden sind. Die Mythen und Legenden sind alle ursprünglich astrale Bilder, welche die Tradition entstellt, umformt und weiterbildet.
[ 13 ] Hier ein Beispiel: die Legende von der Mittagsfrau. Wenn die Landleute, die in der Ernte arbeiten, in der drückenden Sommerhitze über Mittag nicht nach Hause gehen und auf der Erde schlafen, um sich auszuruhen, erscheint ihnen eine Frau, die ihnen eine Reihe von Rätseln vorlegt. Wenn der Schläfer oder die Schläferin sie auflösen kann, erwachen sie befreit; wenn nicht, so tötet sie die Frau, zerteilt sie mit einer Sichel. Die Legende fügt hinzu, daß das Phantom durch ein rückwärts aufgesagtes Vaterunser beschworen werden kann.
[ 13 ] Hier ein Beispiel: die Legende von der Mittagsfrau. Wenn die Landleute, die in der Ernte arbeiten, in der drückenden Sommerhitze über Mittag nicht nach Hause gehen und auf der Erde schlafen, um sich auszuruhen, erscheint ihnen eine Frau, die ihnen eine Reihe von Rätseln vorlegt. Wenn der Schläfer oder die Schläferin sie auflösen kann, erwachen sie befreit; wenn nicht, so tötet sie die Frau, zerteilt sie mit einer Sichel. Die Legende fügt hinzu, daß das Phantom durch ein rückwärts aufgesagtes Vaterunser beschworen werden kann.
[ 14 ] Die Geheimwissenschaft belehrt uns, daß diese Mittagsfrau eine Astralform ist, eine Art Inkubus, der im Schlaf erscheint und den Menschen bedrückt. Das rückwärts aufgesagte Paternoster ist eine Spiegelung davon, daß in der Astralwelt alles in umgekehrter Reihenfolge, wie in einem Spiegel, sich reflektiert. Ludwig Laistner bemerkt in seinem Buch «Das Rätsel der Sphinx», daß die Legende von der Sphinx sich ursprünglich bei allen Völkern findet. Er beweist außerdem, daß alle diese Legenden einer Art Hellschlaf entstammen, der Realitäten wahrnimmt, und daß die Sphinx ein eigentlicher Dämon ist.
[ 14 ] Die Geheimwissenschaft belehrt uns, daß diese Mittagsfrau eine Astralform ist, eine Art Inkubus, der im Schlaf erscheint und den Menschen bedrückt. Das rückwärts aufgesagte Paternoster ist eine Spiegelung davon, daß in der Astralwelt alles in umgekehrter Reihenfolge, wie in einem Spiegel, sich reflektiert. Ludwig Laistner bemerkt in seinem Buch «Das Rätsel der Sphinx», daß die Legende von der Sphinx sich ursprünglich bei allen Völkern findet. Er beweist außerdem, daß alle diese Legenden einer Art Hellschlaf entstammen, der Realitäten wahrnimmt, und daß die Sphinx ein eigentlicher Dämon ist.
[ 15 ] Der Traumzustand oder die Wahrnehmung der realen Welt in einem astralen Bild - das ist der Ursprung aller Mythen. Die Mythen sind die Astralwelt, geschaut in symbolischen Visionen.
[ 15 ] Der Traumzustand oder die Wahrnehmung der realen Welt in einem astralen Bild - das ist der Ursprung aller Mythen. Die Mythen sind die Astralwelt, geschaut in symbolischen Visionen.
[ 16 ] Historisch gesehen verschwindet die Mythenschöpfung, wenn das logische und intellektuelle Leben sich entfaltet. Der Mensch der Gegenwart lebt nur durch seine Sinne und durch seinen Verstand, welcher die Sinneswahrnehmungen verarbeitet. Der Mensch der Zukunft wird leben durch den zum vollen Wachbewußtsein erwachten Intellekt, und zu gleicher Zeit in der astralen und geistigen Welt. Daher wird im Rosenkreuzertum gelehrt: Erst mußt du ein klar denkender Mensch sein, dessen helles Tagesbewußtsein völlig intakt bleibt; dann kannst du dir das astrale Bewußtsein hinzuerwerben. Damit stehen wir an der Eingangspforte zu einer großen, bedeutsamen Menschheitszukuntft.
[ 16 ] Historisch gesehen verschwindet die Mythenschöpfung, wenn das logische und intellektuelle Leben sich entfaltet. Der Mensch der Gegenwart lebt nur durch seine Sinne und durch seinen Verstand, welcher die Sinneswahrnehmungen verarbeitet. Der Mensch der Zukunft wird leben durch den zum vollen Wachbewußtsein erwachten Intellekt, und zu gleicher Zeit in der astralen und geistigen Welt. Daher wird im Rosenkreuzertum gelehrt: Erst mußt du ein klar denkender Mensch sein, dessen helles Tagesbewußtsein völlig intakt bleibt; dann kannst du dir das astrale Bewußtsein hinzuerwerben. Damit stehen wir an der Eingangspforte zu einer großen, bedeutsamen Menschheitszukuntft.
[ 17 ] Die Trance der hypnotisierten Person und des Mediums ist nur ein atavistisches Phänomen, gebunden an die Herabdämpfung des Bewußtseins. Der Hellseher, der Initiierte, ist nicht ein Gleichgewichtsgestörter, ein Visionär; er besitzt schon den Bewußtseinsgrad der Menschen der Zukunft, er ist ebenso solide verankert mit der Erde wie der nüchterne Erdenmensch, und seine Vernunft ist ebenso klar, ebenso sicher. Aber sein Blick schaut in zwei Welten.
[ 17 ] Die Trance der hypnotisierten Person und des Mediums ist nur ein atavistisches Phänomen, gebunden an die Herabdämpfung des Bewußtseins. Der Hellseher, der Initiierte, ist nicht ein Gleichgewichtsgestörter, ein Visionär; er besitzt schon den Bewußtseinsgrad der Menschen der Zukunft, er ist ebenso solide verankert mit der Erde wie der nüchterne Erdenmensch, und seine Vernunft ist ebenso klar, ebenso sicher. Aber sein Blick schaut in zwei Welten.
[ 18 ] Es ist ein Gesetz der Evolution, daß bestimmte Organe absterben müssen, damit sich neue Organe entwickeln. So war es auch mit der Zirbeldrüse. Sie steht im Zusammenhang mit dem Lymphsystem. Sie war einst ein äußeres Wahrnehmungsorgan, das man beim Embryo im Mutterleibe als Öffnung noch finden kann, und beim neugeborenen Kinde erinnert die weiche Stelle oben am Schädel noch an die einstige menschliche Konstitution.
[ 18 ] Es ist ein Gesetz der Evolution, daß bestimmte Organe absterben müssen, damit sich neue Organe entwickeln. So war es auch mit der Zirbeldrüse. Sie steht im Zusammenhang mit dem Lymphsystem. Sie war einst ein äußeres Wahrnehmungsorgan, das man beim Embryo im Mutterleibe als Öffnung noch finden kann, und beim neugeborenen Kinde erinnert die weiche Stelle oben am Schädel noch an die einstige menschliche Konstitution.
[ 19 ] Der Traum spielt für unser heutiges Bewußtsein eine analoge Rolle wie die Zirbeldrüse für die Physiologie des menschlichen Körpers. Er ist der letzte Rest eines rudimentär gewordenen Hellsehens. .
[ 19 ] Der Traum spielt für unser heutiges Bewußtsein eine analoge Rolle wie die Zirbeldrüse für die Physiologie des menschlichen Körpers. Er ist der letzte Rest eines rudimentär gewordenen Hellsehens. .
[ 20 ] Ein anderes Problem, das dem Neophyten in den okkulten Bruderschaften zum Bewußtsein gebracht wurde, erwächst aus der Frage, warum es in der Welt überhaupt eine aufsteigende und eine absteigende Entwickelung gibt. Warum existiert das Böse? Das ist eine schwierige Frage, die weder die Wissenschaft noch die Religion in Wahrheit gelöst hat. Von ihrer Lösung hängt aber auch das ganze Erziehungsproblem ab. Das Böse ist nichts Absolutes, es ist ein Mittel zur Entwickelung der individuellen Wesenhaftigkeit und der Freiheit.
[ 20 ] Ein anderes Problem, das dem Neophyten in den okkulten Bruderschaften zum Bewußtsein gebracht wurde, erwächst aus der Frage, warum es in der Welt überhaupt eine aufsteigende und eine absteigende Entwickelung gibt. Warum existiert das Böse? Das ist eine schwierige Frage, die weder die Wissenschaft noch die Religion in Wahrheit gelöst hat. Von ihrer Lösung hängt aber auch das ganze Erziehungsproblem ab. Das Böse ist nichts Absolutes, es ist ein Mittel zur Entwickelung der individuellen Wesenhaftigkeit und der Freiheit.
[ 21 ] Der Materialist gibt nicht zu, daß die Gedanken, die wir an der Natur heranbilden, zuvor in dieser enthalten sind. Er glaubt, daß wir sie in sie hineinlegen.
[ 21 ] Der Materialist gibt nicht zu, daß die Gedanken, die wir an der Natur heranbilden, zuvor in dieser enthalten sind. Er glaubt, daß wir sie in sie hineinlegen.
[ 22 ] Die Rosenkreuzer des Mittelalters stellten ein Glas Wasser vor den Neophyten und sagten zu ihm: Damit dieses Wasser im Glas sein kann, muß es jemand hineingetan haben. Ebenso verhält es sich aber mit den Ideen, die wir in der Natur finden. Sie müssen hineingelegt worden sein durch die göttlichen Geister, die Gehilfen des Logos.
[ 22 ] Die Rosenkreuzer des Mittelalters stellten ein Glas Wasser vor den Neophyten und sagten zu ihm: Damit dieses Wasser im Glas sein kann, muß es jemand hineingetan haben. Ebenso verhält es sich aber mit den Ideen, die wir in der Natur finden. Sie müssen hineingelegt worden sein durch die göttlichen Geister, die Gehilfen des Logos.
[ 23 ] Die Gedanken, die wir aus der Welt ziehen, finden sich in Wahrheit in ihr. Alles, was wir schaffen, ist notwendigerweise darin eingeschlossen.
[ 23 ] Die Gedanken, die wir aus der Welt ziehen, finden sich in Wahrheit in ihr. Alles, was wir schaffen, ist notwendigerweise darin eingeschlossen.
[ 24 ] Es ist eine falsche Idee mancher Mystiker, den Wert des physischen Leibes herabzusetzen. Er hat denselben Wert wie der Astralleib, er soll der Tempel der Seele werden.
[ 24 ] Es ist eine falsche Idee mancher Mystiker, den Wert des physischen Leibes herabzusetzen. Er hat denselben Wert wie der Astralleib, er soll der Tempel der Seele werden.
[ 25 ] Betrachten wir die wunderbare Struktur des Schenkelknochens, des Knochens, der den ganzen Körper stützt und dessen Flächen derart miteinander verknüpft sind, daß sie mit der kleinstmöglichen Stoffmasse die größtmögliche Festigkeit erreichen. Kein Ingenieur könnte ein solches Wunder bewirken. Im Vergleich zum physischen Leib ist der Astralleib, der Entstehungsherd unserer Leidenschaften, roh und ungeformt.
[ 25 ] Betrachten wir die wunderbare Struktur des Schenkelknochens, des Knochens, der den ganzen Körper stützt und dessen Flächen derart miteinander verknüpft sind, daß sie mit der kleinstmöglichen Stoffmasse die größtmögliche Festigkeit erreichen. Kein Ingenieur könnte ein solches Wunder bewirken. Im Vergleich zum physischen Leib ist der Astralleib, der Entstehungsherd unserer Leidenschaften, roh und ungeformt.
[ 26 ] Die physische Welt ist der Ausdruck einer inkarnierten Weisheit, der göttlichen Weisheit.
[ 26 ] Die physische Welt ist der Ausdruck einer inkarnierten Weisheit, der göttlichen Weisheit.
[ 27 ] Die Rosenkreuzer lehren, daß die Erde einst ein Planet der Weisheit war, während die heutige Erde der Planet der Liebe genannt werden könnte. Die Aufgabe des Menschen ist es, für dasjenige, was noch unvollkommen in ihm ist, das gleiche zu tun, was die göttliche Weisheit ihrerseits für seinen physischen Leib getan hat. Er muß seinen Astralleib und die Umwelt veredeln.
[ 27 ] Die Rosenkreuzer lehren, daß die Erde einst ein Planet der Weisheit war, während die heutige Erde der Planet der Liebe genannt werden könnte. Die Aufgabe des Menschen ist es, für dasjenige, was noch unvollkommen in ihm ist, das gleiche zu tun, was die göttliche Weisheit ihrerseits für seinen physischen Leib getan hat. Er muß seinen Astralleib und die Umwelt veredeln.
[ 28 ] Die Involution ist dasjenige, was in uns eingezogen ist ohne unser Bewußtsein und ohne unseren Willen, unter dem Einfluß der göttlichen Weisheit. Die Evolution ist alles, was wir daraus hervorgehen lassen sollen für die äußere Welt durch unser Bewußtsein und unseren Willen.
[ 28 ] Die Involution ist dasjenige, was in uns eingezogen ist ohne unser Bewußtsein und ohne unseren Willen, unter dem Einfluß der göttlichen Weisheit. Die Evolution ist alles, was wir daraus hervorgehen lassen sollen für die äußere Welt durch unser Bewußtsein und unseren Willen.
[ 29 ] Warum arbeitet der Mensch an der Umgestaltung der Natur? Die Götter haben die Felsen geschaffen, die Menschen die Pyramiden. Die Pyramide wird im Laufe der Jahrhunderte zugrunde gehen, aber die Idee, welche die Pyramide geschaffen hat, wird sich weiterentwickeln. Was heute die Kathedrale ist, wird ebenfalls eine andere Form annehmen. Der Grund, auf dem Raffael gemalt hat, wird zu Staub zerfallen; aber die Seele Raffaels und die Ideen, die seine Gemälde repräsentieren, werden immer lebendig sich weiter entwikkelnde Kräfte sein. Die Kunst von heute wird die Natur von morgen sein und in ihr wieder aufblühen. So wird aus der Involution die Evolution.
[ 29 ] Warum arbeitet der Mensch an der Umgestaltung der Natur? Die Götter haben die Felsen geschaffen, die Menschen die Pyramiden. Die Pyramide wird im Laufe der Jahrhunderte zugrunde gehen, aber die Idee, welche die Pyramide geschaffen hat, wird sich weiterentwickeln. Was heute die Kathedrale ist, wird ebenfalls eine andere Form annehmen. Der Grund, auf dem Raffael gemalt hat, wird zu Staub zerfallen; aber die Seele Raffaels und die Ideen, die seine Gemälde repräsentieren, werden immer lebendig sich weiter entwikkelnde Kräfte sein. Die Kunst von heute wird die Natur von morgen sein und in ihr wieder aufblühen. So wird aus der Involution die Evolution.
[ 30 ] Hier liegt der Kreuzungspunkt des Göttlichen und Menschlichen und die doppelte Macht, die Gott zum Menschen führt und den Menschen zu Gott aufsteigen läßt.
[ 30 ] Hier liegt der Kreuzungspunkt des Göttlichen und Menschlichen und die doppelte Macht, die Gott zum Menschen führt und den Menschen zu Gott aufsteigen läßt.
