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The Rudolf Steiner Archive

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Cosmogony
GA 94

6 June 1906, Paris

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Zehnter Vortrag

Zehnter Vortrag

[ 1 ] Dem Okkultisten geht es niemals darum, Dogmen aufzustellen. Er erzählt, was er gesehen hat, was er erforscht hat auf dem astralen Plan und auf dem geistigen Plan, oder was Meister, die als solche von ihm erkannt sind, ihm enthüllt haben. Er hat nicht den Ehrgeiz, zu bekehren, sondern er will den in ihm selbst erweckten Sinn auch bei anderen erwecken und sie fähig machen, ebenfalls zu schauen.

[ 1 ] Dem Okkultisten geht es niemals darum, Dogmen aufzustellen. Er erzählt, was er gesehen hat, was er erforscht hat auf dem astralen Plan und auf dem geistigen Plan, oder was Meister, die als solche von ihm erkannt sind, ihm enthüllt haben. Er hat nicht den Ehrgeiz, zu bekehren, sondern er will den in ihm selbst erweckten Sinn auch bei anderen erwecken und sie fähig machen, ebenfalls zu schauen.

[ 2 ] Es soll hier die Rede sein von dem astralischen Menschen, wie er dem hellsichtigen Schauen erscheint. Der Astralmensch umschließt die ganze seelische Welt der Empfindungen, der Leidenschaften, Emotionen und Triebe. Sie zeigen sich für den inneren Sinn in Formen und Farben. Der Astralleib selbst ist ein wolkenähnliches eiförmiges Gebilde, das den Menschen umfließt und einhüllt. Wir können es innerlich wahrnehmen.

[ 2 ] Es soll hier die Rede sein von dem astralischen Menschen, wie er dem hellsichtigen Schauen erscheint. Der Astralmensch umschließt die ganze seelische Welt der Empfindungen, der Leidenschaften, Emotionen und Triebe. Sie zeigen sich für den inneren Sinn in Formen und Farben. Der Astralleib selbst ist ein wolkenähnliches eiförmiges Gebilde, das den Menschen umfließt und einhüllt. Wir können es innerlich wahrnehmen.

[ 3 ] Beim physischen Menschen handelt es sich darum, den Stoff und die Form ins Auge zu fassen. Der Stoff erneuert sich innerhalb von sieben Jahren, die Form bleibt erhalten. Denn hinter dem Stofflichen steht ein übersinnlicher Baumeister. Dieser Baumeister ist der Ätherleib. Ihn sehen wir nicht, wir sehen nur sein Werk, den Leib. Das physische Auge sieht im Organismus nur, was abgeschlossen und nicht das, was im Zustand des Werdens ist.

[ 3 ] Beim physischen Menschen handelt es sich darum, den Stoff und die Form ins Auge zu fassen. Der Stoff erneuert sich innerhalb von sieben Jahren, die Form bleibt erhalten. Denn hinter dem Stofflichen steht ein übersinnlicher Baumeister. Dieser Baumeister ist der Ätherleib. Ihn sehen wir nicht, wir sehen nur sein Werk, den Leib. Das physische Auge sieht im Organismus nur, was abgeschlossen und nicht das, was im Zustand des Werdens ist.

[ 4 ] Das Gegenteil ist der Fall, wenn man die Imagination vom Astralleib hat, das heißt von seinem eigenen Astralleib. Wir empfinden ihn von innen durch unsere Leidenschaften und die verschiedenen Seelenregungen.

[ 4 ] Das Gegenteil ist der Fall, wenn man die Imagination vom Astralleib hat, das heißt von seinem eigenen Astralleib. Wir empfinden ihn von innen durch unsere Leidenschaften und die verschiedenen Seelenregungen.

[ 5 ] Die Fähigkeit des Hellsehers besteht nun darin: von außen sehen zu lernen, was wir im gewöhnlichen Leben von innen fühlen. Dann übertragen sich Empfindungen, Leidenschaften und Gedanken in lebendige und sichtbare Formen. Es ist das, was die Aura rings um die physische Hülle bildet, eine Lichtform.

[ 5 ] Die Fähigkeit des Hellsehers besteht nun darin: von außen sehen zu lernen, was wir im gewöhnlichen Leben von innen fühlen. Dann übertragen sich Empfindungen, Leidenschaften und Gedanken in lebendige und sichtbare Formen. Es ist das, was die Aura rings um die physische Hülle bildet, eine Lichtform.

[ 6 ] Auf die gleiche Weise, wie der Ätherleib den physischen Leib aufbaut, gestalten die Gefühle den Astralleib. Alles, was in der Aura lebt, drückt sich darin aus. Jede menschliche Aura hat ihre speziellen Nuancen, ihre vorherrschenden Farben. Über dieser Grundfarbe spielen alle anderen Farben; so hat zum Beispiel das melancholische Temperament eine blaue Färbung. Aber in die Aura ergießen sich von außen her so viele verschiedene Eindrücke, daß der Beobachter sich leicht täuschen kann, besonders bei Beobachtung seiner eigenen Aura.

[ 6 ] Auf die gleiche Weise, wie der Ätherleib den physischen Leib aufbaut, gestalten die Gefühle den Astralleib. Alles, was in der Aura lebt, drückt sich darin aus. Jede menschliche Aura hat ihre speziellen Nuancen, ihre vorherrschenden Farben. Über dieser Grundfarbe spielen alle anderen Farben; so hat zum Beispiel das melancholische Temperament eine blaue Färbung. Aber in die Aura ergießen sich von außen her so viele verschiedene Eindrücke, daß der Beobachter sich leicht täuschen kann, besonders bei Beobachtung seiner eigenen Aura.

[ 7 ] Der Hellseher sieht seine eigene Aura umgekehrt, also das Äußere als das Innere und das Innere als das Äußere, weil er von außen sieht. Was sieht er nun?

[ 7 ] Der Hellseher sieht seine eigene Aura umgekehrt, also das Äußere als das Innere und das Innere als das Äußere, weil er von außen sieht. Was sieht er nun?

[ 8 ] Alle Religionsgründer waren vollendete Hellseher und geistige Menschheitsführer, und ihre moralischen Grundsätze wurden zu Lebensregeln, die durch astrale und geistige Wahrheiten bestimmt waren. Daraus erklären sich die Ähnlichkeiten aller Religionen. Eine solche Ähnlichkeit existiert beispielsweise zwischen dem achtgliedrigen Pfad des Buddha und den acht Seligpreisungen des Christus. Beiden liegt nämlich die Wahrheit zugrunde, daß der Mensch jedesmal, wenn er eine Tugend entwickelt, auch eine neue Wahrnehmungsfähigkeit ausbildet. Warum aber sind es gerade acht Stufen? Deshalb, weil es, wie der Hellseher weiß, acht Möglichkeiten zur Ausbildung von Hellseherorganen gibt.

[ 8 ] Alle Religionsgründer waren vollendete Hellseher und geistige Menschheitsführer, und ihre moralischen Grundsätze wurden zu Lebensregeln, die durch astrale und geistige Wahrheiten bestimmt waren. Daraus erklären sich die Ähnlichkeiten aller Religionen. Eine solche Ähnlichkeit existiert beispielsweise zwischen dem achtgliedrigen Pfad des Buddha und den acht Seligpreisungen des Christus. Beiden liegt nämlich die Wahrheit zugrunde, daß der Mensch jedesmal, wenn er eine Tugend entwickelt, auch eine neue Wahrnehmungsfähigkeit ausbildet. Warum aber sind es gerade acht Stufen? Deshalb, weil es, wie der Hellseher weiß, acht Möglichkeiten zur Ausbildung von Hellseherorganen gibt.

[ 9 ] Die Wahrnehmungsorgane des Astralleibes heißen im Okkultismus Lotusblumen, heilige Räder, Chakrams. Das sechzehnspeichige Rad oder die sechzehnblättrige Lotusblume befindet sich in der Gegend des Kehlkopfes. In sehr alten Zeiten drehte sich diese Lotusblume in einer bestimmten Richtung, nämlich entgegengesetzt der Bewegung der Ührzeiger, das heißt von rechts nach links. Beim heutigen Menschen steht dieses Rad still; es dreht sich nicht mehr. Aber beim Hellseher fängt es tatsächlich wieder an sich zu bewegen, und zwar in umgekehrter Richtung, von links nach rechts. Nun waren acht von sechzehn Blättern einst sichtbar. Die acht dazwischenliegenden waren verborgen. In der Zukunft sollen sie alle sichtbar werden. Denn die ersten acht sind der unbewußten höheren Wahrnehmung zu verdanken, die acht neuen der bewußten, die aus der persönlichen Anstrengung entspringt. Und es sind genau diese acht neuen Blätter, welche die Seligpreisungen des Christus zur Entwickelung bringen.

[ 9 ] Die Wahrnehmungsorgane des Astralleibes heißen im Okkultismus Lotusblumen, heilige Räder, Chakrams. Das sechzehnspeichige Rad oder die sechzehnblättrige Lotusblume befindet sich in der Gegend des Kehlkopfes. In sehr alten Zeiten drehte sich diese Lotusblume in einer bestimmten Richtung, nämlich entgegengesetzt der Bewegung der Ührzeiger, das heißt von rechts nach links. Beim heutigen Menschen steht dieses Rad still; es dreht sich nicht mehr. Aber beim Hellseher fängt es tatsächlich wieder an sich zu bewegen, und zwar in umgekehrter Richtung, von links nach rechts. Nun waren acht von sechzehn Blättern einst sichtbar. Die acht dazwischenliegenden waren verborgen. In der Zukunft sollen sie alle sichtbar werden. Denn die ersten acht sind der unbewußten höheren Wahrnehmung zu verdanken, die acht neuen der bewußten, die aus der persönlichen Anstrengung entspringt. Und es sind genau diese acht neuen Blätter, welche die Seligpreisungen des Christus zur Entwickelung bringen.

[ 10 ] Der Mensch besitzt noch eine andere Lotusblume, die mit den zwölf Blättern. Sie hat ihren Sitz in der Herzgegend. Einst waren nur sechs Blätter sichtbar. Die Erwerbung von sechs Tugenden wird die sechs anderen Blätter in der Zukunft zur Entfaltung bringen. Diese sechs Tugenden sind: Gedankenkontrolle, Initiativkraft, seelisches Gleichgewicht, Positivität, die erlaubt, jedem Ding die beste Seite abzugewinnen, eine von Vorurteilen freie Gesinnung und schließlich die Harmonie des Seelenlebens. Alsdann werden sich die zwölf Blütenblätter in Bewegung setzen. In ihnen drückt sich der heilige Charakter der Zwölfzahl aus, den wir wiederfinden in den zwölf Aposteln, in den zwölf Gefährten des Artus — und jedesmal handelt es sich um Schöpfertum, um Tätigkeit. Und so verhält es sich, weil alles auf der Welt sich in zwölf verschiedenen Nuancen entwickelt. In Goethes Gedicht «Die Geheimnisse», in dem das Ideal der Rosenkreuzer sich ausspricht, finden wir dafür ein neues Beispiel. Nach einer Erklärung des Dichters, die Goethe selbst jungen Leuten gegeben hat, repräsentiert jeder der zwölf Ritter des Rosenkreuzes eine religiöse Strömung.

[ 10 ] Der Mensch besitzt noch eine andere Lotusblume, die mit den zwölf Blättern. Sie hat ihren Sitz in der Herzgegend. Einst waren nur sechs Blätter sichtbar. Die Erwerbung von sechs Tugenden wird die sechs anderen Blätter in der Zukunft zur Entfaltung bringen. Diese sechs Tugenden sind: Gedankenkontrolle, Initiativkraft, seelisches Gleichgewicht, Positivität, die erlaubt, jedem Ding die beste Seite abzugewinnen, eine von Vorurteilen freie Gesinnung und schließlich die Harmonie des Seelenlebens. Alsdann werden sich die zwölf Blütenblätter in Bewegung setzen. In ihnen drückt sich der heilige Charakter der Zwölfzahl aus, den wir wiederfinden in den zwölf Aposteln, in den zwölf Gefährten des Artus — und jedesmal handelt es sich um Schöpfertum, um Tätigkeit. Und so verhält es sich, weil alles auf der Welt sich in zwölf verschiedenen Nuancen entwickelt. In Goethes Gedicht «Die Geheimnisse», in dem das Ideal der Rosenkreuzer sich ausspricht, finden wir dafür ein neues Beispiel. Nach einer Erklärung des Dichters, die Goethe selbst jungen Leuten gegeben hat, repräsentiert jeder der zwölf Ritter des Rosenkreuzes eine religiöse Strömung.

[ 11 ] Man findet gleicherweise diese Wahrheiten in den Zeichen und Symbolen, denn diese Symbole sind nicht willkürliche Erfindungen, sondern entsprechen Realitäten. Zum Beispiel das Symbol des Kreuzes, wie dasjenige der Swastika, ist die Darstellung des vierblättrigen Chakram des Menschen. Und die zwölfblättrige Lotusblume findet ihren Ausdruck im Symbol des Rosenkreuzes und der zwölf Gefährten. Der Dreizehnte unter ihnen, der unsichtbare Gefährte, der sie alle eint, das ist die Wahrheit, das einende Band aller Religionen. Jeder Neubeginn, jede neue religiöse Offenbarung, ist ein «Dreizehnter», der eine neue Synthese der zwölf Nuancen der geistigen Wahrheit gibt.

[ 11 ] Man findet gleicherweise diese Wahrheiten in den Zeichen und Symbolen, denn diese Symbole sind nicht willkürliche Erfindungen, sondern entsprechen Realitäten. Zum Beispiel das Symbol des Kreuzes, wie dasjenige der Swastika, ist die Darstellung des vierblättrigen Chakram des Menschen. Und die zwölfblättrige Lotusblume findet ihren Ausdruck im Symbol des Rosenkreuzes und der zwölf Gefährten. Der Dreizehnte unter ihnen, der unsichtbare Gefährte, der sie alle eint, das ist die Wahrheit, das einende Band aller Religionen. Jeder Neubeginn, jede neue religiöse Offenbarung, ist ein «Dreizehnter», der eine neue Synthese der zwölf Nuancen der geistigen Wahrheit gibt.

[ 12 ] Aus dieser Wahrheit sprießen die Riten und kultischen Zeremonien der Religionen hervor. Auf dem Grunde aller Riten und aller durch die Hellseher eingerichteten Kulte ist es die göttliche Weisheit, die spricht. Durch sie drückt sich die Astralwelt in der physischen Welt aus. Der Ritus repräsentiert wie in einem Abglanz das, was sich in den höheren Welten ereignet. Diese Tatsache findet sich im Ritus der Freimaurer ebenso wie in den Religionen Asiens. Bei der Geburt einer neuen Religion gibt ein Eingeweihter die Grundlagen, auf denen das Ritual des äußeren Kultus sich aufbaut. Mit der Menschheitsevolution entwickelt sich der Ritus, lebendiges Bild der geistigen Welt, bis hin zu den Sphären der künstlerischen Produktion. Denn die Kunst geht gleicherweise aus der Astralwelt hervor - und der Ritus wird Schönheit. Das geschah bekanntlich zur Zeit der griechischen Kultur.

[ 12 ] Aus dieser Wahrheit sprießen die Riten und kultischen Zeremonien der Religionen hervor. Auf dem Grunde aller Riten und aller durch die Hellseher eingerichteten Kulte ist es die göttliche Weisheit, die spricht. Durch sie drückt sich die Astralwelt in der physischen Welt aus. Der Ritus repräsentiert wie in einem Abglanz das, was sich in den höheren Welten ereignet. Diese Tatsache findet sich im Ritus der Freimaurer ebenso wie in den Religionen Asiens. Bei der Geburt einer neuen Religion gibt ein Eingeweihter die Grundlagen, auf denen das Ritual des äußeren Kultus sich aufbaut. Mit der Menschheitsevolution entwickelt sich der Ritus, lebendiges Bild der geistigen Welt, bis hin zu den Sphären der künstlerischen Produktion. Denn die Kunst geht gleicherweise aus der Astralwelt hervor - und der Ritus wird Schönheit. Das geschah bekanntlich zur Zeit der griechischen Kultur.

[ 13 ] Die Kunst ist ein astraler Vorgang, dessen Ursprung vergessen worden ist. Ein klares Beispiel dafür finden wir in den Mysterien und bei den Göttern der Griechen. In den Mysterien schildert der Hierophant die menschliche Entwickelung in ihren drei Phasen: Tiermensch, eigentlicher Mensch und Gottmensch - der wahrhafte Übermensch und nicht der falsche Übermensch Nietzsches. In diesen drei Typen vermittelte er den Einzuweihenden ein lebendiges Bild, wie er es aus dem Astrallicht empfing. Zugleich fanden diese drei übersinnlichen Typen ihren Ausdruck in der Dichtung und in der bildenden Kunst durch folgende drei Symbole: erstens den tierischen Typus, den Satyr; zweitens den menschlichen Typus, Hermes oder Merkur; drittens den göttlichen Typus, Zeus, Jupiter. Jeder von ihnen, mit allem was ihn umgibt, repräsentiert einen ganzen Menschheitszyklus. Auf diese Weise übertrugen die Schüler der Mysterien in die Kunst, was sie im Astrallicht gesehen hatten.

[ 13 ] Die Kunst ist ein astraler Vorgang, dessen Ursprung vergessen worden ist. Ein klares Beispiel dafür finden wir in den Mysterien und bei den Göttern der Griechen. In den Mysterien schildert der Hierophant die menschliche Entwickelung in ihren drei Phasen: Tiermensch, eigentlicher Mensch und Gottmensch - der wahrhafte Übermensch und nicht der falsche Übermensch Nietzsches. In diesen drei Typen vermittelte er den Einzuweihenden ein lebendiges Bild, wie er es aus dem Astrallicht empfing. Zugleich fanden diese drei übersinnlichen Typen ihren Ausdruck in der Dichtung und in der bildenden Kunst durch folgende drei Symbole: erstens den tierischen Typus, den Satyr; zweitens den menschlichen Typus, Hermes oder Merkur; drittens den göttlichen Typus, Zeus, Jupiter. Jeder von ihnen, mit allem was ihn umgibt, repräsentiert einen ganzen Menschheitszyklus. Auf diese Weise übertrugen die Schüler der Mysterien in die Kunst, was sie im Astrallicht gesehen hatten.

[ 14 ] Der Höhepunkt des Menschenlebens liegt gegenwärtig um das fünfunddreißigste Jahr herum. Warum ist das so? Warum beginnt Dante seine Reise mit fünfunddreißig Jahren, in der Mitte des Menschenlebens? Weil zu diesem Zeitpunkt der Mensch, dessen Aktivität bis dahin auf die Ausarbeitung der leiblichen Hüllen konzentriert war, zu den geistigen Regionen aufsteigt und seine Aktivität darauf verwenden kann, schauend zu werden. So wird auch Dante mit fünfunddreißig Jahren hellsehend. Zu diesem Zeitpunkt hören die physischen Kräfte auf, den geistigen Einfluß für sich in Anspruch zu nehmen. Diese vom Leiblichen frei gewordenen Kräfte können sich jetzt in Hellsichtigkeit verwandeln.

[ 14 ] Der Höhepunkt des Menschenlebens liegt gegenwärtig um das fünfunddreißigste Jahr herum. Warum ist das so? Warum beginnt Dante seine Reise mit fünfunddreißig Jahren, in der Mitte des Menschenlebens? Weil zu diesem Zeitpunkt der Mensch, dessen Aktivität bis dahin auf die Ausarbeitung der leiblichen Hüllen konzentriert war, zu den geistigen Regionen aufsteigt und seine Aktivität darauf verwenden kann, schauend zu werden. So wird auch Dante mit fünfunddreißig Jahren hellsehend. Zu diesem Zeitpunkt hören die physischen Kräfte auf, den geistigen Einfluß für sich in Anspruch zu nehmen. Diese vom Leiblichen frei gewordenen Kräfte können sich jetzt in Hellsichtigkeit verwandeln.

[ 15 ] Wir berühren hier ein tiefes Mysterium: das Gesetz der Umbildung der Organe. Die ganze Entwickelung des Menschen geht durch eine Umbildung der Organe hindurch. Was bei ihm den höheren Stand erreicht hat, ist das Resultat des verwandelten niedrigsten. So müssen auch die Fortpflanzungsorgane verwandelt werden.

[ 15 ] Wir berühren hier ein tiefes Mysterium: das Gesetz der Umbildung der Organe. Die ganze Entwickelung des Menschen geht durch eine Umbildung der Organe hindurch. Was bei ihm den höheren Stand erreicht hat, ist das Resultat des verwandelten niedrigsten. So müssen auch die Fortpflanzungsorgane verwandelt werden.

[ 16 ] Mit der Trennung der Geschlechter hat sich auch der Astralleib geteilt: in eine untere Partie, die den physischen Fortpflanzungsorganismus hervorbringt, und eine obere Partie, die den Gedanken, die Imagination, das Wort entzündet.

[ 16 ] Mit der Trennung der Geschlechter hat sich auch der Astralleib geteilt: in eine untere Partie, die den physischen Fortpflanzungsorganismus hervorbringt, und eine obere Partie, die den Gedanken, die Imagination, das Wort entzündet.

[ 17 ] Das Fortpflanzungsorgan, die Zeugungskraft, und das stimmliche Organ, das schöpferische Wort, bildeten einst ein Ganzes. Man begreift das einigende Band dieser zwei Pole da, wo sie noch ein einziges Organ bildeten. Der negative tierische Pol und der positive göttliche Pol waren einst vereinigt und haben sich getrennt.

[ 17 ] Das Fortpflanzungsorgan, die Zeugungskraft, und das stimmliche Organ, das schöpferische Wort, bildeten einst ein Ganzes. Man begreift das einigende Band dieser zwei Pole da, wo sie noch ein einziges Organ bildeten. Der negative tierische Pol und der positive göttliche Pol waren einst vereinigt und haben sich getrennt.

[ 18 ] Der dritte Logos ist die schöpferische Macht des Wortes, wie sie zu Beginn des Johannes-Evangeliums zum Ausdruck kommt. Sein Widerhall ist das menschliche Wort. In den alten Mythen und Legenden hat diese Tatsache einen tiefen Ausdruck gefunden in der Beschreibung des hinkenden Vulkan. Seine Aufgabe war, das heilige Feuer zu hüten. Er hinkt, weil der Mensch bei der Einweihung etwas von seinem physischen Körper einbüßen muß - der untere Teil des Körpers kommt aus einer Vergangenheit, die verschwinden muß. Die niedere menschliche Natur muß fallen, um sich in der Folgezeit zu einem um so höheren Grad zu erheben. So hat sich der Mensch im Laufe seiner Entwickelung in ein Unteres und ein Oberes gespalten.

[ 18 ] Der dritte Logos ist die schöpferische Macht des Wortes, wie sie zu Beginn des Johannes-Evangeliums zum Ausdruck kommt. Sein Widerhall ist das menschliche Wort. In den alten Mythen und Legenden hat diese Tatsache einen tiefen Ausdruck gefunden in der Beschreibung des hinkenden Vulkan. Seine Aufgabe war, das heilige Feuer zu hüten. Er hinkt, weil der Mensch bei der Einweihung etwas von seinem physischen Körper einbüßen muß - der untere Teil des Körpers kommt aus einer Vergangenheit, die verschwinden muß. Die niedere menschliche Natur muß fallen, um sich in der Folgezeit zu einem um so höheren Grad zu erheben. So hat sich der Mensch im Laufe seiner Entwickelung in ein Unteres und ein Oberes gespalten.

[ 19 ] Auf gewissen Bildern des Mittelalters sieht man den Menschen durch eine Linie in zwei Teile gespalten. Die linke obere Partie und der Kopf sind über dem Strich, die rechte obere Partie und die untere Körperpartie sind unter dem Strich. Diese Linie zeigt die Vergangenheit und die Zukunft des menschlichen Körpers an. Die Lotusblume mit zwei Blütenblättern befindet sich unter der Stirn an der Nasenwurzel. Das ist ein noch nicht entwickeltes Astralorgan, das sich eines Tages zu zwei Fühlern oder Flügeln entwickeln wird. Ein Symbol dafür sieht man schon in den zwei Hörnern, die sich auf der Stirn des Moses finden.

[ 19 ] Auf gewissen Bildern des Mittelalters sieht man den Menschen durch eine Linie in zwei Teile gespalten. Die linke obere Partie und der Kopf sind über dem Strich, die rechte obere Partie und die untere Körperpartie sind unter dem Strich. Diese Linie zeigt die Vergangenheit und die Zukunft des menschlichen Körpers an. Die Lotusblume mit zwei Blütenblättern befindet sich unter der Stirn an der Nasenwurzel. Das ist ein noch nicht entwickeltes Astralorgan, das sich eines Tages zu zwei Fühlern oder Flügeln entwickeln wird. Ein Symbol dafür sieht man schon in den zwei Hörnern, die sich auf der Stirn des Moses finden.

[ 20 ] Von oben nach unten gesehen, vom Kopf zum Fortpflanzungsorgan, ist der Mensch zusammengesetzt und je zur Hälfte wesensgleich, das ist das Produkt der Vergangenheit. Von links nach rechts ist er symmetrisch: das ist Gegenwart und Zukunft. Aber diese beiden symmetrischen Partien haben nicht den gleichen Wert.

[ 20 ] Von oben nach unten gesehen, vom Kopf zum Fortpflanzungsorgan, ist der Mensch zusammengesetzt und je zur Hälfte wesensgleich, das ist das Produkt der Vergangenheit. Von links nach rechts ist er symmetrisch: das ist Gegenwart und Zukunft. Aber diese beiden symmetrischen Partien haben nicht den gleichen Wert.

[ 21 ] Warum sind wir für gewöhnlich Rechtshänder? Die rechte Hand, die von den beiden diejenige ist, die heute am aktivsten arbeitet, ist dazu bestimmt, sich später zurückzubilden. Die linke Hand ist das Organ, das überleben wird, wenn die zwei Flügel an der Stirn sich entwickelt haben werden. Das Gehirn der Brust wird das Herz sein, das ein Bewußtseinsorgan sein wird. Und es wird drei Organe für die Fortbewegung geben.

[ 21 ] Warum sind wir für gewöhnlich Rechtshänder? Die rechte Hand, die von den beiden diejenige ist, die heute am aktivsten arbeitet, ist dazu bestimmt, sich später zurückzubilden. Die linke Hand ist das Organ, das überleben wird, wenn die zwei Flügel an der Stirn sich entwickelt haben werden. Das Gehirn der Brust wird das Herz sein, das ein Bewußtseinsorgan sein wird. Und es wird drei Organe für die Fortbewegung geben.

[ 22 ] Bevor der Mensch sich aufrichtete, gab es eine Zeit, wo er auf allen vieren ging. Das ist der Ursprung des Rätsels, das die Sphinx aufgab. Sie fragte: Welches Wesen geht in seiner Kindheit auf allen vieren, in der Mitte seines Lebens auf zwei, im Alter auf drei Beinen? Ödipus antwortet ihm: Das ist der Mensch, der in der Tat als Kind auf allen vieren geht und als Greis sich auf einen Stock stützt. In Wirklichkeit bezieht sich das Rätsel und seine Lösung auf die Entwickelung der ganzen Menschheit: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wie man sie in den alten Mysterien kannte. Vierfüßig in einer verflossenen Epoche seiner Evolution, hält sich der Mensch heute aufrecht auf zwei Beinen. In der Zukunft wird er fliegen und wird sich tatsächlich dreier Hilfsmittel bedienen: Die zwei Flügel, die sich aus der zweiblättrigen Lotusblume entwickeln, werden das Organ seines Bewegungswillens sein, und außerdem das umgewandelte Werkzeug der linken Brustseite und der linken Hand. Solcherart werden die Werkzeuge der zukünftigen Fortbewegung sein.

[ 22 ] Bevor der Mensch sich aufrichtete, gab es eine Zeit, wo er auf allen vieren ging. Das ist der Ursprung des Rätsels, das die Sphinx aufgab. Sie fragte: Welches Wesen geht in seiner Kindheit auf allen vieren, in der Mitte seines Lebens auf zwei, im Alter auf drei Beinen? Ödipus antwortet ihm: Das ist der Mensch, der in der Tat als Kind auf allen vieren geht und als Greis sich auf einen Stock stützt. In Wirklichkeit bezieht sich das Rätsel und seine Lösung auf die Entwickelung der ganzen Menschheit: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wie man sie in den alten Mysterien kannte. Vierfüßig in einer verflossenen Epoche seiner Evolution, hält sich der Mensch heute aufrecht auf zwei Beinen. In der Zukunft wird er fliegen und wird sich tatsächlich dreier Hilfsmittel bedienen: Die zwei Flügel, die sich aus der zweiblättrigen Lotusblume entwickeln, werden das Organ seines Bewegungswillens sein, und außerdem das umgewandelte Werkzeug der linken Brustseite und der linken Hand. Solcherart werden die Werkzeuge der zukünftigen Fortbewegung sein.

[ 23 ] Ebenso wie die rechte Seite und die rechte Hand werden die gegenwärtigen Zeugungsorgane sich zurückbilden, und der Mensch wird, wie wir es weiter oben gesehen haben, seinesgleichen durch das Wort hervorbringen. Sein Wort wird im Ätherkörper seinesgleichen formen.

[ 23 ] Ebenso wie die rechte Seite und die rechte Hand werden die gegenwärtigen Zeugungsorgane sich zurückbilden, und der Mensch wird, wie wir es weiter oben gesehen haben, seinesgleichen durch das Wort hervorbringen. Sein Wort wird im Ätherkörper seinesgleichen formen.