Kosmogonie
Die Theosophie anhand des Johannes-Evangelium
GA 94
31 Oktober 1906, München
Dritter Vortrag
[ 1 ] Im vorhergehenden Vortrag warfen wir einen Blick auf das Wesen der menschlichen Natur. Heute fahren wir in dieser Betrachtung fort. Haben wir den Sinn der Menschheitsentwickelung kennengelernt, so verstehen wir den Johanneischen Hauptgedanken besser. Dieser Entwickelungsgang der Menschheit ist das Thema der Eingangskapitel. Es will erstens sagen: dieser Christus Jesus ist es, den ich euch begreiflich machen will. Zweitens: der Entwickelungsgang der ganzen Menschheit wird in ganz bestimmter Weise von diesem Christus beeinflußt. Von Christus ab wurde der Entwickelungsgang des einzelnen Menschen auch ein ganz anderer. Wir müssen die Parallele zwischen dem Entwickelungsgang der ganzen Menschheit und dem des einzelnen Menschen recht deutlich begreifen.
[ 2 ] Im Menschen liegen die drei höchsten Wesensglieder heute noch unentwickelt. Die Durcharbeitung dieser Glieder tritt, je höher ihre Natur ist, um so später an den Menschen heran. Werfen wir einen Blick auf die Evolution der Menschheit auf Erden durch die verschiedenen Rassen hindurch. Die Hauptrassen der Urzeit sind die polarische, die hyperboräische, die lemurische. In der ersten Hauptrasse wird entwickelt der physische Leib, in der zweiten Hauptrasse der Ätherleib, in der dritten der Astralleib, Empfindungsleib. Soweit ist der Mensch in der lemurischen Zeit gediehen.
[ 3 ] Während der atlantischen Zeit, der vierten Hauptrasse, wird aus dem Empfindungsleib die Empfindungsseele herausgebildet, ferner die Verstandesseele und endlich, ganz gegen das Ende der Atlantis, die Bewußtseinsseele mit dem Ich, womit die fünfte Hauptrasse anhob, unsere jetzige Rasse. Vor dem Erwachen der Bewußtseinsseele waren die Hauptfähigkeiten des Menschen Sprache und Gedächtnis. Kombinieren, logisch schließen und rechnen konnte er noch nicht. Erst mit dem aufdämmernden Bewußtsein beginnt die fünfte Hauptrasse, deren Mission ist, Manas, das Geistselbst, den Menschen einzugliedern, es auszubilden. Beim Aufgehen des Manas entwickelt sich die erste Unterrasse dieser unserer Wurzelrasse. Es ist die indische vorvedische Kultur. Ihr folgt die persische, dann als dritte die chaldäisch-ägyptisch-hebräische, und als vierte die griechisch-lateinische. Wir selbst gehören zur fünften Unterrasse. Wir machen die fünfte Stufe der Manas-Entwickelung durch. Uns folgen wird die sechste Unterrasse mit noch anderen, höheren Aufgaben der menschlichen Entwickelung.
[ 4 ] Diesen allen ist die Aufgabe gemeinsam, das Manasprinzip zum Ausdruck zu bringen. Jede der Rassen tut dieses in besonderer Weise. Im einzelnen geschieht es etwa so:
[ 5 ] In der ersten Unterrasse hatte der Empfindungsleib oder Astralleib die allgemeine manasische Einfühlungsarbeit zu leisten. Unser heutiger physischer Leib umfaßt eine mannigfache komplizierte Summe von Organsystemen. In dem Zeitalter, in dem wir leben, umfaßt er das Knochen- und Muskelsystem. Die gesamten Sinnesapparate sind von den Kräften des physischen Leibes gebildet. Der Ätherleib bewirkt alles Vegetative, alle Organe, die der Ernährung, Verdauung, Fortpflanzung dienen. In diesen leiblichen Komplex baut der Astralleib das Nervensystem hinein. Alle unbewußten Bewegungen, alle Reflexe hängen von dem sympathischen Nervensystem ab, das sich symmetrisch zu beiden Seiten des Rückenmarks erstreckt. Den Teil, der sich in der Bauchhöhle ausbreitet, nennen wir den Solarplexus. In der lemurischen Zeit war das sympathische Nervensystem das eigentliche astralische Wahrnehmungsorgan. Es war damals von anderer Beschaffenheit und diente dem Hellsehen. Unter der Einwirkung der Empfindungsseele gliederte sich das Rückenmark ein, das dann unter dem Einfluß der Verstandesseele zum Gehirn wurde, indem sich die zwei Stränge des Rückenmarks an ihren Enden gleichsam aufplusterten und erweiterten. Das Vorderhirn bildete sich erst gegen Ende der atlantischen Epoche aus. Parallel mit dieser Entwikkelung ging eine andere, nämlich die höhere Ausbildung der Atmung und Blutzirkulation, der Ernährungs- und Wachstumsvorgänge.
[ 6 ] Das Stärkste am Menschen war beim Anbruch der fünften Wurzelrasse der Empfindungsleib, so daß in der ersten Unterrasse, der indischen, Manas in den Empfindungsleib hineingesenkt wird. Die Führer dieser Epoche suchten das alte Hellsehen in sich wieder zu erwecken. Die höheren Verstandeskräfte, die noch nicht stark genug waren, wurden ausgeschaltet. So wurde mit Hilfe des sympathischen Nervensystems ein traumartiges Hellsehen ausgebildet. Manas senkte sich in das sympathische Nervensystem und damit in den Empfindungsleib. Auf diese Weise wird die ganze herrliche Traumwelt des alten Indiens begreiflich, das große und weite, aber dämmrige und dumpfe Erfassen des Brahman, das Außer-sich-Sein des alten Yogasystems.
[ 7 ] In der zweiten Unterrasse steigt das Manas höher hinauf, steigt in die Empfindungsseele. Die Urperser stellen uns dieses dar. Bei ihnen lebt das Geistselbst oder Manas in der Empfindungsseele. Der erste Ausdruck davon ist das Sich-Entgegentreten von Welt und Seele, von Welt und Ich. Das ist ausgedrückt in dem Gegensatz der Geistgestalten von Ormuzd und Ahriiman. Der Mensch sucht den dadurch entstandenen Zwiespalt durch die Arbeit zu überwinden. Das Chaos, die ungeordnete Materie, soll überwunden werden von dem guten Gott, der hinführt zum Geistigen.
[ 8 ] Die dritte Unterrasse lebt sich dar in den ägyptischen, assyrischen, israelitischen Völkern. Das Manas oder Geistselbst steigt bis in die Verstandesseele hinauf. Manas in ihr sucht nunmehr die Welt um sich herum verstandesmäßig zu begreifen. Oder mit anderen Worten: der Mensch trachtet Manas im Kosmos zu finden. Daraus ergeben sich die weisheitsvollen Systeme der chaldäischen Astrologie, die Kombinationen zwischen den ewigen Gesetzen, welche den Kosmos und die Menschenschicksale leiten und bewegen. Hinauf zu den Sternen blickt der chaldäische Priesterweise, und es entsteht jenes wunderbare Wissen von den Planetenbewegungen. In besonderem Maße gilt aber das Walten von Manas bei dem einen Volke, dem auserwählten. Die Israeliten wenden das manasische Prinzip so an, daß das Volk selbst nach dem Verstande eingerichtet, als geschlossene Volksgemeinschaft geschaffen wird. Die Gesetzgebung des Moses, sie ist ein Abbild der Sternenweisheit der chaldäischen Priester.
[ 9 ] In der vierten Unterrasse, der griechisch-lateinischen, dringt das Geistselbst hinauf bis in die Bewußstseinsseele. Eben das ist das Erwachen des Bewußtseins, daß es sich selbst gleichsam am Schopfe packt. Das voll erwachte Bewußtsein legt nunmehr nicht nur seinen Verstand und sein Gemüt in die Welt, wie in Jehovas Gesetz, sondern in Hellas legt es sein ganzes Ich in seine Götter hinein, in reine Menschenbilder. Rom aber schafft sich sein idealisiertes Ich in seinem Staate wieder. Die griechischen Götter und der römische Staat sind also das Abbild dessen, was das Ich in sich hat und nun objektiv zu machen sucht.
[ 10 ] Die fünfte Unterrasse, das ist unsere anglo-germanische Rasse, die zum Ausdruck bringen soll das Geistselbst im Geistselbst, Manas in Manas. Das heißt, der Mensch wird begreifen lernen, was das Geistselbst eigentlich ist; der Mensch wird drinnenstehen in Manas. Manas wird endlich in sich selbst wirken. Heute begreifen nur wenige Menschen eigentlich das Manas. Das Denken mit dem Denken zu begreifen, das Denken im Denken zu erhaschen, die Ewigkeitsschlange fertig zu runden, das ist die Aufgabe der fünften Unterrasse. Das Denken ist das Organ, wo sich zunächst das menschliche Wesen wie an einem Zipfel ergreift. Dies im Menschen anzuregen, ist der Zweck meines Buches «Die Philosophie der Freiheit».
[ 11 ] Die sechste Unterrasse ist die künftige. Das Geistselbst dringt bis in Budhi hinauf; da scheint in Manas, wie ein Licht von oben, Budhi in den Menschen herein. Zuerst aber ist Budhi noch eine Gabe von oben. Diesem Hereinleuchten von Budhi entspricht der christliche Begriff der Gnade. Der Anfang des Einfließens geht bis in die vierte Unterrasse zurück. Diesen Zeitpunkt haben wir als den Anfang des Christentums zu bezeichnen. Und derjenige, der Budhi in die irdische Menschenwelt hereingebracht hat, ist der Christus Jesus. Und der Christus Jesus erschien als der Hereinbringer jener bisher völlig fremden Macht.
[ 12 ] Zusammenfassend sei gesagt: Was der Mensch sich während der fünf Rassen angeeignet hat, das ist Manas — Manas, das Geistselbst. Ihm kommt wie eine Gabe von oben Budhi entgegen, das entspricht der christlichen Grundidee der Gnade. Dieses also ist das Thema des Johannes-Evangeliums. Doch wie wurde dazu der Ansatz gemacht? Zwei Dinge müssen, mußten zusammenkommen, um Budhi wirklich wirkend werden zu lassen: erstens, die Menschen mußten als Träger der bisherigen Entwickelung nun ein aus Manas gebildetes Organ für Budhi haben. Sie mußten durstig sein nach Budhi, durstig, über den Verstand hinauszukommen. Gehirnentwickelung endet ohne Zusammenhang mit den höheren Gliedern immer in einer Sackgasse, sie kommt über manasische Entwickelung, über astrale Dinge nicht hinaus.
[ 13 ] Es gab solche Menschen, die aus dem Manas heraus der Budhi ein hochentwickeltes Seelenorgan entgegenbrachten. Das muß so sein. Es mag noch so viel Licht scheinen, wenn kein Auge da ist, wird es nicht wahrgenommen. So ist es auch mit Budhi. Es gab einen Namen für alle die Menschen, die ein solches Organ entwickelt hatten, die durstig waren nach der Budhi, einen Gattungsnamen: Johannes. Er ist auch besonders anwendbar auf den Täufer. Christus und Budhi ist dieselbe Strömung in geistiger Beziehung.
[ 14 ] Wir müssen nun auch das andere bedenken: Manas gestaltet auch den physischen Menschen um. Allmählich erstarkten die Organe, allmählich gliederte sich das erstarkende Rückenmark ein, und es bildeten sich immer neue Kraftzentren. Diesen geistigen Vorgängen mußten wie immer leibliche entsprechen. Die Aufgabe der fünften Hauptrasse war die Etablierung von Manas, dem entsprechend im Körper: die Bildung des Gehirns. Es steht bevor in der sechsten Hauptrasse: Etablierung von Budhi; Vollendung des Herzens als eines völlig willkürlichen Muskels. In der siebenten Hauptrasse: Etablierung von Atman; Vollendung des Atmens.
[ 15 ] Wir sahen, wie das Herz und die Atmungsorgane sich bildeten. Im Zirkulationssystem ist mit dem Herzen vorgebildet die BudhiEntwickelung. Das Herz steht nämlich erst am Anfange seiner Entwickelung. Vor dem Herzen steht die Anatomie wie vor einem Rätsel, denn es macht in ihre Theorie ein Loch. Das Herz ist ein quergestreifter Muskel, wie alle willkürlichen Muskeln es sind, dabei ist das Herz aber ein unwillkürlicher Muskel. Damit verhält es sich nun so, daß es eben zu einem willkürlichen bestimmt ist, und zwar in der Zukunft, wenn Budhi ausgebildet ist. Das Herz ist für die Zukunft organisiert, es wird dann ein überaus wichtiges Organ sein. Wie jetzt Manas im Menschen durch die Blutzirkulation genährt wird, so wird dann Manas im Herzen und vom Herzen aus wirken.
[ 16 ] Betrachten wir die geschichtliche Entwickelung vor und nach dem Hereinleuchten von Budhi. Richten wir vor allem unser Augenmerk auf das Blut. Das Blut wird vom Nervensystem beeinflußt. Erst indem die manasische Entwickelung weiterdringt, wird das Verhältnis zum Blut anders. In der Urzeit aller Völker haben wir die ganz besondere Erscheinung der sogenannten Nahehe. Wir haben die kleinen Volksgruppen, die alle innerhalb der Blutsverwandtschaft heiraten. Bei jedem Volke treffen wir aber den Übergang zur Fernehe, so daß eine intensive Blutmischung eintritt. Frühere Völkergruppen waren also stammverwandt; sie hatten einen gemeinsamen Ahnherrn, der besondere Verehrung genoß, zum Beispiel bei den deutschen Stämmen der Stammvater Tuisto.
[ 17 ] Die Sagen bewahren uns in getreuer Weise die Konflikte auf, die durch das Brechen der Blutsbande entstanden. Das Blut solcher in Nahehe lebender Volksgemeinschaften wurde beeinflußt durch die unteren Partien des Nervensystems. Dadurch war dem Menschen das Hellsehen und das intuitive Unterscheiden von Gut und Böse gegeben; er hatte einen sicheren moralischen Instinkt. Mit dem Augenblick, wo der Mensch aus der Nahehe heraustritt, tritt für ihn die Unmöglichkeit ein, sich von innen heraus, aus dem Sympathikus heraus, in das Hellsehen zu vertiefen. Mit der Fernehe hört die instinktive Führung auf und das äußere Gesetz beginnt. Der ursprüngliche moralische Instinkt verschwand mit der Fernehe; das äußere Gesetz mußte eintreten. Aus der Nacht des alten Instinktes heraus dämmerte ein moralisches Sternenlicht. Dann kam die mosaische Gesetzesreligion als Hüter der Moral. Diese wird endlich abgelöst durch ein neues Licht, das Christus-Licht, die spirituelle Führung.
[ 18 ] Was der moralische Instinkt für den einzelnen Stamm war, das ist Budhi oder das Christus-Prinzip für die ganze Menschheit. In Christus ist dieser Vorgang Fleisch geworden. Christus kam, als die Stammesblutsbande genügend gelockert waren, so daß der Stammesgott nunmehr zu einem Gott aller Menschen sich wandeln kann, Blutsbrüderschaft zur Pflicht gegen jeden Mitmenschen, Stammestreue zu Selbst- und Gottestreue erweitert werden konnte und sollte. Was das Sonnenlicht der Materie, was die intelligible Wahrheit dem Verstande, das ist das Christus-Licht in der Budhi, der von oben kommenden Gnade. Durch Budhi ist das Frühere nun nicht mehr maßgebend, weder der durch die Blutsbande gegebene Moralinstinkt noch das Priestergesetz, weder Moses noch überhaupt Stammesautoritäten, deren letzte Jehova war. Nun gilt der Satz: «Wer nicht verläßt Vater und Mutter und Bruder um meinetwillen, der kann nicht mein Jünger sein.» Das heißt, wer nicht vergißt die alten Stammesprinzipien, und die Blutsliebe nicht auf alle Menschen überträgt, der kann nicht Christus nachfolgen. Die alten Stammesgötter hatten unauflösliche Ehen mit ihren Völkern geschlossen, mit ihren Völkern mußten sie vergehen. Der Christus stellt in der Welt dar einen ganz neuen Geist, der in die Menschheit einzog, und dieser Geist verband sich mit der Menschenseele, die durch die ganze Evolution hindurchgeht. Die den Namen Johannes trugen, die führenden Menschen jener Zeit, waren so weit, mit größter Stärke die brennende Sehnsucht zu empfinden nach etwas, das oberhalb der bloßen Gesetzmäßigkeit und Gerechtigkeit liegt, das heißt, sie dürsteten nach dem neuen Menschensohne. Wer diese Sehnsucht befriedigte, das war der Christus, der Bräutigam der Menschheitsseele überhaupt, die Menschheit war die Braut. So ist Christus oder Budhi in der Tat der einig geborene Sohn Gottes: «Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen», war der Ausspruch Johannes des Täufers. Eines der größten Symbole für dieses Hochzeitsfest ist die Hochzeit zu Kana in Galiläa, einem Orte, wo allerlei Völker in buntem, internationalem Gemisch zusammenströmten. Wir sehen, wie dort ein Hochzeitsfest gefeiert wird. «Und die Mutter Jesu war auch da», so heißt es. Nie wird im Johannes-Evangelium die Mutter Jesu «Maria» genannt, ebensowenig wie der Schreiber des JohannesEvangeliums, der Jünger, den der Herr lieb hatte, «Johannes» genannt wird. Die Mutter Jesu ist nämlich die Menschenseele, und diese muß erst ausreifen, bis Christus in ihr wirken kann. Darum die Worte: «Weib, was habe ich mit dir zu schaffen. Meine Stunde ist noch nicht gekommen.» Niemals hätte eine so hohe Individualität wie Christus sonst so zu seiner leiblichen Mutter gesprochen.
[ 19 ] Das vierte Kapitel des Johannes-Evangeliums zeigt uns Jesus mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Hier haben Sie Jakob, den Repräsentanten der Stammesgottheit; den Brunnen: die alte Tradition, aus der geschöpft werden muß und die nicht befriedigt. «Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: «Wie bittest du von mir zu trinken, der du doch ein Jude bist und ich ein samaritisch Weib» (Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern).» Hier haben Sie das alte Gesetz. Aber an die Stelle dessen, was durch das Stammesblut floß, sollte ein neues Lebensprinzip treten: die Budhi. «Wer aber des Wassers trinkt, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet.»
[ 20 ] Der Menschengott vermählte sich der Menschenseele, die Budhi senkte sich in Manas hinab, und fortan konnte die Menschheit das Bewußtsein von Gut und Böse aus einem anderen Quell, dem Quell des «lebendigen Wassers», und nicht mehr aus dem Brunnen des Vaters Jakob, der mosaischen Gesetzgebung, schöpfen. Denn in diesem Sinne und in keinem anderen ist das Gespräch des Christus Jesus am Brunnen mit dem samaritischen Weibe zu verstehen.
[ 21 ] Wer war Christus? Und was hat er für die Evolution getan? Das sind die großen Fragen, an deren Beantwortung wir allmählich herantreten wollen. Manches ist jetzt vielleicht noch schwierig zu begreifen, darum müssen erst allmählich Töne angeschlagen werden, die noch stärker nachklingen werden.
| Erste Unterrasse | Geistselbst durchdringt den Empfindungsleib |
| Zweite Unterrasse | Geistselbst durchdringt die Empfindungsseele |
| Dritte Unterrasse | Geistselbst durchdringt die Verstandesseele |
| Vierte Unterrasse | Geistselbst durchdringt die Bewußtseinsseele |
| Fünfte Unterrasse | Geistselbst durchdringt das Geistselbst, Manas |
| Sechste Unterrasse | Geistselbst durchdringt den Lebensgeist, Budhi |
[ 22 ] Soweit strahlt Budhi hinein.
[ 23 ] Für die nächste, die sechste Runde, hätte Budhi alles das zu tun, was Manas in der fünften tat; auf ihr blieb Ende der fünften Hauptrasse und der vierten Unterrasse der Weltenzeiger stehen. In der siebenten Runde wäre dann Atman auszubilden.
| Erstes Hauptzeitalter | bildet aus den physischen Leib |
| Zweites Hauptzeitalter | bildet aus den Ätherleib |
| Drittes Hauptzeitalter | bildet aus den Empfindungsleib, Astralleib |
| Viertes Hauptzeitalter | bildet aus das Ich-Bewußtsein |
| Fünftes Hauptzeitalter | bildet aus Manas, Geistselbst |
