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The Rudolf Steiner Archive

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Kosmogonie
Die Theosophie anhand des Johannes-Evangelium
GA 94

2 November 1906, München

Vierter Vortrag

[ 1 ] Wir sind vorgestern in unserer Betrachtung dahingekommen, festzustellen, welche großen Gesichtspunkte im Johannes-Evangelium liegen. Heute wollen wir von den Beziehungen des Menschen zu der uns hier auf dieser Erde umgebenden Welt reden. Der Mensch sieht gewöhnlich sich selbst als ein viel zu einfaches Wesen an. In Wirklichkeit ist er aber ein sehr kompliziertes Gebilde. Eine Eigenart des Gegenwartsmenschen ist die Bequemlichkeit, die bis in unser Vorstellungswesen herauf wirkt. Die Wahrheit ist etwas Einfaches nur für jenen, der sich zuerst durch die Mannigfaltigkeit durchgerungen hat. Sie ist wie ein Faden, an dem viele, viele Perlen aufgereiht sind.

[ 2 ] Aus den öffentlichen Vorträgen haben wir bereits entnommen, wie der Mensch verwandt ist mit dem ihn umgebenden Kosmos, mit der ihn umgebenden irdischen Natur. Durch seinen physischen Leib ist er verwandt mit der mineralischen, sogenannten leblosen Welt, durch seinen Ätherleib mit der ganzen Pflanzenwelt, der Vegetation, durch seinen Astralleib mit allen tierischen Wesen. Erst durch das Ich-Bewußtsein erhebt er sich über die anderen drei Reiche. Ohne diesen Werdegang gründlich zu verstehen, und ohne zu verstehen, was eine Einweihung oder Erweckung ist, können wir nicht in die Tiefen des Johannes-Evangeliums dringen.

[ 3 ] Betrachten wir die drei Reiche der Natur um uns. Der Kristall hat kein Selbstbewußtsein, kein Ich in der physischen Welt. Diese Behauptung beruht auf klaren Erkenntnissen, die aus der okkulten Forschung stammen. Doch nur hier auf dieser Erde haben der Stein, die Pflanze, das Tier kein Selbstbewußtsein. Es taucht ja die Frage auf: bewußt sei doch alles? Wie das zu verstehen ist, kann uns erst durch okkultes Studium klarwerden. Gehen wir zunächst vom Bewußtsein des Menschen aus. Das Wesen des Menschen in seiner Viergliedrigkeit beruht darauf, daß er sein Bewußtsein in dieser physischen Welt hat, daß er seine vier Glieder in dieser Welt hat. Machen wir uns dies durch ein Schema klar:

physischen Welt Astralwelt Rupa-Devachan Arupa-Devachan
Mineral Physischer Leib Ätherleib Astralleib Ich
Pflanze Physischer Leib
Ätherleib
Astralleib Ich
Tier Physischer Leib
Ätherleib
Astralleib
Ich
Mensch Physischer Leib
Ätherleib
Astralleib
Ich

[ 4 ] Das Tier hat seine drei Leiber hier, sein Ich in der Astralwelt; das Tier hat darum keine individuelle Seele, sondern eine Gruppenseele. Wenn Sie des Menschen zehn Finger betrachten, sind sie alle belebt, aber nicht selbständig - sie sind nur ein Glied an dem ganzen Leibe. So wie wir das Ich der Finger in uns suchen müssen, so müssen wir in die astralische Welt hinaufgehen, um die gemeinsame Seele der Tiere zu finden. Die einzelnen Löwen sind Glieder des Löwen-Ich, der Löwen-Seele. Alle Löwen sind astralisch verbunden, von jedem geht ein Faden in die Astralwelt, wo das Ich sich befindet.

Lions

[ 5 ] Für den Materialisten ist das unglaublich; der Geistesforscher muß aber sagen: es ist wahr! Man kann der Gruppenseele der Tiere genau solch eine Evolution zuschreiben, wie dem menschlichen Ich in der physischen Welt. Wenn wir Gruppen von Tieren auf dem Astralplan verfolgen, dann sehen wir dort ihre Entwickelung so vor sich gehen, wie die des Menschen auf dem physischen Plan als Individuum.

[ 6 ] Die Pflanze hat ihren Astralleib in der Astralwelt, den physischen und Ätherleib in der physischen Welt und das Ich im unteren Devachan. Was ist aber die Wesenheit einer solchen Pflanzengruppe? Es haben gleichartige Pflanzen ihr Ich, ihre Gruppenseele im Devachan. Der Mensch im traumlosen Schlaf ist genau in derselben Lage wie die Pflanze ihr ganzes Leben lang. Die ganze Pflanzenwelt der Erde ist ein schlafendes Wesen; die Pflanze führt ein Traumleben.

[ 7 ] Betrachten wir den schlafenden Menschen: Im Bette liegt der physische und Ätherleib, der Astralleib befindet sich auf dem Astralplan und das Ich im traumlosen Schlaf im Devachan. Gehen wir zum Mineral über. Es hat seinen physischen Leib in der physischen Welt, seinen Ätherleib in der Astralwelt, den Astralleib in Rupa-Devachan, und das Ich ganz oben in Arupa-Devachan.

Unterer Devachan, Rupa: die Welt der geistigen Gestalten
Oberer Devachan, Arupa: die Welt, die noch nicht gestaltet ist

[ 8 ] Das Mineral denkt, fühlt und will wie der Mensch, nur nicht auf dem physischen Plan, sondern im Devachan. Es erstreckt nur seine leblosen Teile in die physische Welt. Das Verhältnis vom Mineral zu seiner Seele ist dasselbe, wie beim Menschen dasjenige von seinen Nägeln und Knochen zu seinem Ich. Ein Insekt, das über einen Fingernagel kröche und ihn für leblos hielte, weil es das ganze Individuum nicht überschaut, wäre mit einem Menschen zu vergleichen, der einen Kristall für leblos hielte. Der Kristall ist also ein Gegenstand, der einem Wesen zugehört, das hinaufreicht bis in die geistige Welt; so ist der Zusammenhang seiner physischen Erscheinung mit der geistigen Welt.

[ 9 ] Der Mensch hat seine vier Wesensglieder auf dem physischen Plan. Was am Menschen physischer Natur ist, bleibt physischer Leib, hat aber im Devachan für sich ein Bewußtsein, von dem der Mensch allerdings nichts weiß, das indessen in seinen Gliedern spukt. Ein anderes Bewußtsein hat der Ätherleib, das sich im unteren Devachan auslebt. Endlich hat auch der Astralleib ein ihm eigenes Bewußtsein auf dem Astralplan. So daß der Mensch also ein sehr kompliziertes Wesen ist. Folgendes Schema mag uns zur Erläuterung dienen:

Oberer Devachan: Physischer Leib
Unterer Devachan: Ätherleib
Astralplan: Astralleib
Physischer Plan: Ich

[ 10 ] Sein Ich ist heimisch in der physischen Welt; das kann ihm niemand streitigmachen. Weiter lebt im Menschen und gehört zu ihm dasjenige von seinem Astralleib, das ein unbewußtes Bewußtsein hat und heimisch ist auf dem Astralplan. Ferner besteht ein unbewußtes Bewußtsein des Ätherleibes auf dem unteren Devachanplan, und ein solches vom Ich im oberen Devachanplan. Das Wichtigste nun ist, daß der Mensch vom Ich aus in die anderen Körper hineinarbeitet, und daß dadurch erst die verschiedenen Bewußtseine ihm bewußt werden.

[ 11 ] Eine eigentümliche Verbindung des Menschen mit den verschiedenen Welten gibt es, die ein höchst wichtiges Mysterium ist. Lernt man das erkennen, dann weiß man allmählich, was eine Einweihung ist. Wenn der Mensch von seinem Ich aus hineinarbeitet in seinen Astralleib, dann steigt er hinauf zum Astralplan und wird ein Genosse aller astralischen Wesenheiten. Alles das, was ein Astralbewußstsein hat, ist rings um ihn. Wenn er mit seinem Ich in seinen Ätherleib hineinarbeitet, dann steigt er zugleich hinauf in die unteren Partien des Devachan; es tauchen dann um ihn herum ätherische Wesenheiten auf. Das ist ein großer und gewaltiger Moment: Er sieht das Licht nicht nur als Licht, sondern als den Träger lichtvoller Wesenheiten; mit den physischen Sonnenstrahlen dringen heran Engelwesenheiten, die das Licht als Leib haben. Das ist ein Ergebnis der Einweihung.

[ 12 ] Wenn der Mensch noch höher hinaufsteigt oder hinuntersteigt erinnert sei an das Goethe-Wort:

«Versinke denn! Ich könnt' auch sagen: steige!
’s ist einerlei ...»

[ 13 ] - dann ist der Augenblick da, wo er zunächst mit dem Urvater der Welt eins wird. Dann kann er sagen: «Ich und der Vater sind eins.» Dann tauchen Wesenheiten auf - noch höhere als die geschilderten. Nun stellen Sie sich eine Persönlichkeit vor, welche so hoch eingeweiht ist, daß sie in ihren eigenen Leibern bewußt die Natur der höheren Wesen trägt, wie dies Johannes an dem Christus Jesus erlebt. In dem Einen Christus Jesus sieht der Schreiber des JohannesEvangeliums die Wesenheiten der drei Welten. Und er läßt Philippus zu Nathanael sagen (Joh. 1, 45-51)

[ 14 ] «Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Josephs Sohn von Nazareth.

[ 15 ] Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? - Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!

[ 16 ] Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israeliter (also Eingeweihter im fünften Grad), an welchem kein Falsch ist.

[ 17 ] Nathanael spricht zu ihm: Woher kennest du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sah ich dich.»

[ 18 ] Dies unter dem Baume-Sein ist der okkulte Ausdruck für die Einweihung, das Geheimnis der Vervielfältigung und Erweiterung der Bewußtseine. Jetzt erst erwidert Nathanael:

[ 19 ] «Meister, Du bist Gottes Sohn» - also ein noch höherer Eingeweihter —, «und ein König in Israel.

[ 20 ] Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubest, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das sehen.

[ 21 ] Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich sage ich euch: Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinaufund herabfahren auf des Menschen Sohn.»

[ 22 ] Das heißt: dasjenige sehen, was seine vier Bewußtseine durchleuchtet. Der Mensch wird eine Leiter, auf welcher man sehen kann die Engel Gottes hinauf- und herabfahren. Auch in dieser physischen Welt gibt es höhere Wesenheiten als den Menschen. Der Mensch hatte früher, ehe er auf den physischen Plan herabstieg, zur Zeit als der «Blut-Rubikon» noch nicht überschritten war, eine Gruppenseele auf dem Astralplan. Der ganze Stamm lebte da in dieser Gruppenseele. Ebenso werden die Tiergruppenseelen später herabsteigen und sich individualisieren. Hier berühren wir ein hohes Mysterium, welches zu den sieben Geheimnissen gehört, die man die unaussprechlichen nennt.

[ 23 ] Eines dieser Geheimnisse ist das Geheimnis der Zahl. Wahr ist es, daß ganze Gruppen von Menschen eine Seele hatten. Das Geheimnis lautet: Aus dem Einen fließt es und wird zur Zahl: zahlreich wie die Körner der Ähren. Beim Herabsteigen einer solchen Gruppenseele geschieht dasselbe wie beim Samenkorn: ein Korn wird in die Erde gelegt, und es entsteht daraus die Ähre mit den vielen Körnern.

[ 24 ] Aber alles in der Welt ist in einer bestimmten Weise nur einmal vorhanden. So ist auch diese Menschheit, wie sie jetzt ist, nur einmal da. Nichts in der Welt wiederholt sich in gleicher Weise. In den Tiergruppenseelen haben wir solche zu sehen, die später Individualseelen werden, aber unter ganz anderen Verhältnissen als die Menschen, in einer ganz anderen Beschaffenheit. Gibt es nun auch Seelen, die schon Individualseelen waren und die dann wieder hinaufstiegen auf den Astralplan und zu Gruppenseelen geworden sind? - Ja, solche Seelen gibt es. Sie entstehen dann, wenn sich um einen Eingeweihten eine Anzahl von Menschen kosmisch zusammenfinden und wie die Glieder eines gemeinsamen Leibes werden. Eingeweihte werden so zu Volksseelen. So hatte das jüdische Volk, das auserwählte Volk, eine die Einzelnen verbindende gemeinsame Seele, die einmal Mensch war und wieder hinaufgestiegen und zur Volksseele geworden ist. Im Schoße des Vaters Abraham konnte sie ruhen.

[ 25 ] Denken Sie sich nun, der Mensch mache als Einzuweihender seine Entwickelung schneller durch. Er geht dann als Einzelseele denselben Weg, den jene Volksseele gemacht hat: Er wird Gruppenseele. Der Einzelne geht auf in einem solchen erweiterten Bewußtsein. Er ist dann in Wahrheit als Eingeweihter an kosmischem Werte gleich einer ganzen Volksseele. Das können Sie noch an den alten Benennungen sehen. Man nannte diese Stufe der Entwickelung mit dem Namen des ganzen Volkes, zum Beispiel Israeliter.

[ 26 ] In der persischen Mithras-Einweihung wurden sieben Stufen unterschieden. Der Eingeweihte des ersten Grades trug die Bezeichnung der Rabe. Er ist der Bote zwischen der physischen und der astralischen Welt. Dem Sinnbild des Raben ist bis in die ältesten Zeiten hinein Bedeutung beigelegt worden. Im Alten Testament wird der Prophet Elias von den Raben versorgt. Raben sind die Boten Wotans, die täglich über das Erdenrund fliegen und ihm berichten, was sie wahrgenommen haben. Auch der Kyffhäuserberg, in dem Barbarossa schlummert, wird von Raben umkreist, die ihm Nachricht geben sollen, wenn die Stunde des Erwachens für ihn gekommen ist.

[ 27 ] Der zweite Grad ist der des Okkulten. Dieser darf schon im inneren Heiligtum leben.

[ 28 ] Der Eingeweihte des dritten Grades, der Streiter, darf die okkulte Weisheit, die er in sich aufgenommen hat, in der Welt vertreten. Ein solcher Streiter ist Lohengrin. Auf diesen Grad wird in dem Buch von Mabel Collins «Licht auf den Weg» angespielt.

[ 29 ] Der vierte Grad ist der des Löwen. Das ist die Bezeichnung für einen Initiierten, der mit seinem Bewußtsein bis zur Stammesseele aufgestiegen ist. Daher stammt der Ausdruck: Löwe aus dem Stamme Juda.

[ 30 ] Im Eingeweihten des fünften Grades ist das Bewußtsein des Volkes selbst erwacht. Er trägt den Namen seines Volkes; in der Mithras-Einweihung heißt er also der Perser.

[ 31 ] Der Eingeweihte des sechsten Grades ist der Sonnenheld. Er kann so wenig von seiner Bahn abweichen wie die Sonne selbst.

[ 32 ] Die siebente Stufe ist die des Vaters. Es ist die Vereinigung mit dem Urgeist.

[ 33 ] Der «Perser» trägt also den Namen des ganzen Volkes; seine Individualseele wird zur Volksseele. Das Bild, das diese Stufe der Einweihung zum Ausdruck bringt, ist das Sitzen unter dem Baume. Diese Ausdrucksweise werden Sie überall in der okkulten Sprache finden. Buddha sitzt zum Beispiel unter dem Bodhi-Baume. Der Baum stammt von dem einen Samenkorn und ist zu den vielen geworden. So ist der Vorgang beim Eingeweihten; er hat die Fähigkeit erlangt, sich in jede einzelne Seele hineinzuversetzen. Wie wird nun also bei den Israeliten ein solcher genannt worden sein? «Israeliter» natürlich. Wie wir gesehen haben, erkennt Jesus den Nathanael als einen Eingeweihten des fünften Grades, als den, der ein Volksbewußtsein erlangt hat. Nathanael erkennt in Christus den höher Eingeweihten: «Rabbi, du bist Gottes Sohn.» Christus ist ein Eingeweihter des siebenten Grades, der sein Bewußtsein bis zum Vater erweitert hat: «Ich (oder das Ich-Bin) und der Vater (oder das Göttliche) sind Eines.» Er ist das Leben und das Licht der Menschen, denn er hat sein hohes Bewußtsein bis in den physischen Leib hereingebracht.

[ 34 ] Manche werden denken, eine solche Auslegung werde in das Evangelium hineinspintisiert. Viele, und meistens heutige Theologen, meinen, die Bibel müsse «schlicht» ausgelegt werden, womit eigentlich bequem gemeint ist. Das Evangelium ist aber nicht in der heute üblichen Weise und für Menschen geschrieben, die gewohnt sind, ein Buch höchstens einmal zu lesen und dann wieder aus der Hand zu legen. Das Evangelium ist für eine Zeit geschrieben, wo der Inhalt ein Lebensbuch darstellte, das wieder und immer wieder gelesen wird. So muß es gelesen und aufgenommen werden, denn erst dann wird man erkennen lernen, daß in jeder dieser hohen Wahrheiten immer eine noch höhere, und in jeder Erkenntnis eine noch tiefere Erkenntnis enthalten ist, und daß selbst der Weiseste in der Erkenntnis der religiösen Urkunden und in ihrem vollen Verständnis niemals auslernt. Früher trat man an diese Schriften so heran, daß man einen Satz lernte; danach hat man ihn oft und oftin der Seeleleben lassen, und wenn man dann das Glück, die seltene Gelegenheit hatte, einem Eingeweihten zu begegnen, so ließ man ihn sich noch von diesem erklären. Denn religiöse Urkunden, und ganz besonders das Johannes-Evangelium, sind geschrieben aus der Tiefe der Weisheit heraus, und können daher nicht tief genug erfaßt werden. Die Weisheit ist aber nicht da für die Bequemen. Die Weisheit ist da für diejenigen, die da suchen und forschen.

[ 35 ] Die ersten fünf Einweihungsstufen macht der Einzuweihende durch, während er auf dem Astralplan hinauf- oder hinuntersteigt. Dies ist ganz einerlei, denn hier gilt der hermetische Satz: Es ist oben alles so wie unten. Alles im Geistigen hat sein Gegenbild im Physischen. Steigen Sie so bis zum Astralplan, dann sind Sie in einer Volksseele darinnen, denn diese lebt auf dem astralischen Plan.

[ 36 ] Die sechste Stufe bedeutet so viel wie die anderen fünf zusammen: da steigt der Mensch in seinem Ätherleib auf und bewirkt dessen Entwickelung. Ein Volk entsteht immer aus dem anderen dadurch, daß der Astralleib anders wird; überall stehen hinter der Volksseele astralische Wesenheiten. Der Ätherleib der Menschheit und der des Einzelnen bleibt aber unverändert von Volk zu Volk; ein neuer Ätherleib entsteht erst bei dem Aufstieg von Rasse zu Rasse. Selbst der physische Leib ist der Veränderung unterworfen. Die alten Atlantier hatten einen ganz anderen und die ersten Lemurier hatten überhaupt noch keinen wirklichen physischen Leib. Der Sonnenheld umfaßt in seinem Bewußtsein eine ganze Menschenrasse wie einzelne Atome. Er ergreift mit seinem Bewußtsein die ganze Rasse. — Die siebente Stufe, die Vater-Einweihung, führt über die Rasse hinaus zur ganzen Erdenmenschheit, zu allen Völkern und Rassen des ganzen Planeten. Christus Jesus ist der Repräsentant dafür; er trägt die ganze Menschheit in sich. Darum heißt im Johannes-Evangelium die Menschheit die Braut, der eingeweihte Menschensohn der Bräutigam. Christus Jesus ist derjenige, der im Extrakt das Bewußtsein der ganzen Menschheit umfaßt. Damit sind wir dort angelangt, wo wir den vorigen Vortrag bei der Betrachtung der Hochzeit zu Kana abgeschlossen haben.