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Human Development and Christ-Knowledge
GA 100

16 June 1907, Kassel

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Theosophie und Rosenkreuzertum I

Theosophie und Rosenkreuzertum I

[ 1 ] Das Ziel dieser Vorträge soll sein, einen Überblick zu geben über das, was man gewohnt ist, Theosophie zu nennen. Diese Theosophie muß im umfassendsten Sinne ein neuer Kulturimpuls werden; sie ist etwas, wonach sich die Menschheit seit langer Zeit sehnt und muß Antwort geben auf die von allen Seiten her brennende Frage, welche die Menschheit stellt. Doch ist sie in unserer Gegenwart noch vielfach etwas, was man nicht nur widerlegen will, sondern was man als etwas Fragwürdiges, ja als etwas Verrücktes ansieht, wie die Träumereien von einigen phantastischen Köpfen.

[ 1 ] Das Ziel dieser Vorträge soll sein, einen Überblick zu geben über das, was man gewohnt ist, Theosophie zu nennen. Diese Theosophie muß im umfassendsten Sinne ein neuer Kulturimpuls werden; sie ist etwas, wonach sich die Menschheit seit langer Zeit sehnt und muß Antwort geben auf die von allen Seiten her brennende Frage, welche die Menschheit stellt. Doch ist sie in unserer Gegenwart noch vielfach etwas, was man nicht nur widerlegen will, sondern was man als etwas Fragwürdiges, ja als etwas Verrücktes ansieht, wie die Träumereien von einigen phantastischen Köpfen.

[ 2 ] Freilich, wenn man diese Phantasten selbst frägt, was sie mit der Theosophie wollen und sich von ihr versprechen, dann ist die Antwort eine ziemlich umfassende. Vor allen Dingen wird das, was heute als träumerisch angesehen wird, von dem, der es in seinem Lebensnerv erkannt hat, als etwas angesehen, was sicher schon in zwanzig bis fünfzig Jahren eine ungeheure Bedeutung haben wird für das menschliche Empfinden, Denken, Wollen und Tun.

[ 2 ] Freilich, wenn man diese Phantasten selbst frägt, was sie mit der Theosophie wollen und sich von ihr versprechen, dann ist die Antwort eine ziemlich umfassende. Vor allen Dingen wird das, was heute als träumerisch angesehen wird, von dem, der es in seinem Lebensnerv erkannt hat, als etwas angesehen, was sicher schon in zwanzig bis fünfzig Jahren eine ungeheure Bedeutung haben wird für das menschliche Empfinden, Denken, Wollen und Tun.

[ 3 ] Es gibt nichts, wohinein nicht diese Theosophie als Impuls leuchten könnte und zu leuchten berufen wäre.

[ 3 ] Es gibt nichts, wohinein nicht diese Theosophie als Impuls leuchten könnte und zu leuchten berufen wäre.

[ 4 ] Daß es heute in unserer Zeit die verschiedensten Fragen gibt: Gesundheits-, soziale, Frauen-, Erziehungsfragen, ist ja bekannt. Noch eine größere Fülle von Antworten gibt es. Wenn man aber sachlich alle diese Fragen und ihre Antworten prüft, kommt man zu der Einsicht, daß die Fragen zwar richtig gestellt sind von unserer Zeitkultur - sie werden von den Zeitverhältnissen gestellt —, daß aber die Antworten auf diese Fragen so ohne weiteres von unserer Zeit nicht gegeben werden können.

[ 4 ] Daß es heute in unserer Zeit die verschiedensten Fragen gibt: Gesundheits-, soziale, Frauen-, Erziehungsfragen, ist ja bekannt. Noch eine größere Fülle von Antworten gibt es. Wenn man aber sachlich alle diese Fragen und ihre Antworten prüft, kommt man zu der Einsicht, daß die Fragen zwar richtig gestellt sind von unserer Zeitkultur - sie werden von den Zeitverhältnissen gestellt —, daß aber die Antworten auf diese Fragen so ohne weiteres von unserer Zeit nicht gegeben werden können.

[ 5 ] Demjenigen, welcher Augen und Ohren vor den Fragen der Zeit verschließt, wird klar, daß sich ihm überall Hindernisse in den Weg stellen. Es wird eine Zeit kommen, wo die Menschen gewahr werden, daß es noch viel mehr Fragen gibt: die Tatsache vom inneren und äußeren Kriege der Menschheit, von Schmerzen und Leiden, von zertretenen Hoffnungen auf allen Gebieten, stellt diese Fragen. Die Antwort zu geben, kann nur die Theosophie imstande sein.

[ 5 ] Demjenigen, welcher Augen und Ohren vor den Fragen der Zeit verschließt, wird klar, daß sich ihm überall Hindernisse in den Weg stellen. Es wird eine Zeit kommen, wo die Menschen gewahr werden, daß es noch viel mehr Fragen gibt: die Tatsache vom inneren und äußeren Kriege der Menschheit, von Schmerzen und Leiden, von zertretenen Hoffnungen auf allen Gebieten, stellt diese Fragen. Die Antwort zu geben, kann nur die Theosophie imstande sein.

[ 6 ] Die Menschen, welche den Kopf hängen lassen, die zwar ihre Pflicht tun, aber nicht wissen, wozu sie all die Arbeit verrichten, und bei denen sich diese zerfahrene Stimmung ausprägt bis zur Verzweiflung, ja sogar bis in die physische Gesundheit hinein, in den Erscheinungen der Neurasthenie, werden immer zahlreicher.

[ 6 ] Die Menschen, welche den Kopf hängen lassen, die zwar ihre Pflicht tun, aber nicht wissen, wozu sie all die Arbeit verrichten, und bei denen sich diese zerfahrene Stimmung ausprägt bis zur Verzweiflung, ja sogar bis in die physische Gesundheit hinein, in den Erscheinungen der Neurasthenie, werden immer zahlreicher.

[ 7 ] Dies alles soll hier nur angedeutet werden. Der Hauptgedanke soll vor unsere Seele treten: Theosophie ist nichts, was innerhalb einiger müßiger Köpfe Platz greifen soll, die nichts Besseres zu tun haben, sondern sie soll in das praktische Leben eingreifen.

[ 7 ] Dies alles soll hier nur angedeutet werden. Der Hauptgedanke soll vor unsere Seele treten: Theosophie ist nichts, was innerhalb einiger müßiger Köpfe Platz greifen soll, die nichts Besseres zu tun haben, sondern sie soll in das praktische Leben eingreifen.

[ 8 ] Freilich, auch die Theosophische Gesellschaft hat in den dreißig Jahren ihres Bestehens ihre Kinderkrankheiten und alle möglichen Dinge durchzumachen gehabt, welche an ihrer Bedeutung haben zweifeln lassen; aber sie wird sich aus diesen Krankheiten herausarbeiten und zeigen, was sie zu leisten vermag. Eine alles umfassende Angelegenheit, eine universelle Sache muß die Theosophie werden, weil sie die Antwort geben soll auf die Fragen, die schließlich die Grundfragen alles Daseins sind, und darauf hinweisen, wie der heutige Mensch diese Fragen verstehen soll; verstehen, warum es in der Welt überhaupt Religionen und Wissenschaften gibt. Was wir auch immer tun, auf gewisse Grundfragen geht es zurück, wenn es Kunst, Wissenschaft und praktisches Wirken geben soll, und diese Grundfragen müssen in irgendeiner Weise gelöst werden. Alle Religionen waren Versuche, auf diese Fragen Antwort zu geben, eine Antwort, die aber immer dem Intellekt und der Kulturstufe der Völker angepaßt war.

[ 8 ] Freilich, auch die Theosophische Gesellschaft hat in den dreißig Jahren ihres Bestehens ihre Kinderkrankheiten und alle möglichen Dinge durchzumachen gehabt, welche an ihrer Bedeutung haben zweifeln lassen; aber sie wird sich aus diesen Krankheiten herausarbeiten und zeigen, was sie zu leisten vermag. Eine alles umfassende Angelegenheit, eine universelle Sache muß die Theosophie werden, weil sie die Antwort geben soll auf die Fragen, die schließlich die Grundfragen alles Daseins sind, und darauf hinweisen, wie der heutige Mensch diese Fragen verstehen soll; verstehen, warum es in der Welt überhaupt Religionen und Wissenschaften gibt. Was wir auch immer tun, auf gewisse Grundfragen geht es zurück, wenn es Kunst, Wissenschaft und praktisches Wirken geben soll, und diese Grundfragen müssen in irgendeiner Weise gelöst werden. Alle Religionen waren Versuche, auf diese Fragen Antwort zu geben, eine Antwort, die aber immer dem Intellekt und der Kulturstufe der Völker angepaßt war.

[ 9 ] Theosophie will keine Religion sein, sie hat nichts zu tun mit einer Sekte, sie agitiert nicht.

[ 9 ] Theosophie will keine Religion sein, sie hat nichts zu tun mit einer Sekte, sie agitiert nicht.

[ 10 ] Religion ist, wie Sie wissen, so alt wie das menschliche Streben. Wenn wir die verschiedenen Religionen bei den verschiedenen Völkern durchschauen, kommen wir zu der Überzeugung, daß all die verschiedenen Religionen versucht haben, Antwort zu geben auf die Fragen: Was ist, erstens, der Wesenskern des Menschen? Zweitens, des Menschen Bestimmung? Drittens: Was reicht über dieses physische Dasein hinaus?

[ 10 ] Religion ist, wie Sie wissen, so alt wie das menschliche Streben. Wenn wir die verschiedenen Religionen bei den verschiedenen Völkern durchschauen, kommen wir zu der Überzeugung, daß all die verschiedenen Religionen versucht haben, Antwort zu geben auf die Fragen: Was ist, erstens, der Wesenskern des Menschen? Zweitens, des Menschen Bestimmung? Drittens: Was reicht über dieses physische Dasein hinaus?

[ 11 ] In bezug auf diese Fragen haben gerade wir heutigen Menschen eine merkwürdige Zeit hinter uns, die viele Menschen hat irre werden lassen an der Religion. Fragen wir uns einmal: Wie viele Menschen gibt es heute, die wohl Religion brauchen, aber sie nicht haben können? Einige von uns können noch in Zeiten zurückblicken, wo die Religion noch wirklich empfundenes Leben war, wo die Religion noch viel mehr Geltung hatte, ja in viel höherem Maße, als es bei einzelnen besonders religiös veranlagten Naturen noch heute der Fall ist. In den letzteren ist noch etwas von dem warmen Gefühl vorhanden, welches durch Jahrtausende gegangen ist. Das Bedürfnis, die Sehnsucht nach dem, was man die geistige Welt nennt, das heißt die Sehnsucht nach Religion, ist auch heute noch vorhanden; ja, bei den wahrsten Naturen ist diese Sehnsucht nach Befriedigung sogar immer größer geworden. Ein solcher Mensch wird sagen: Als ich ein Kind war, da hatte ich noch den rechten Glauben. Dann aber wurde es anders. Da lernte ich die sogenannte Wissenschaft kennen und ihre Tatsachen, und ich mußte, da diese zum Beispiel ganz anders erzählen, wie die Welt entstanden ist, tief zweifeln an dem, was ich als Kind geglaubt hatte! - Und dann kam das andere: eine tief traurige Stimmung des Lebens, wo die Seele wie zerrissen ist, wo die Seele öde in die Welt blickt und keine Aufklärung erhält über den inneren Zwiespalt. Daher die Zerrissenheit zwischen religiöser Sehnsucht und Befriedigung der Seele, daher die heutige Tragik. Vielleicht ist das aber noch das bessere, was in diesen Seelen Platz greift, besser als das andere: daß nämlich der Mensch überhaupt nicht mehr frägt, das Fragen sich ganz abgewöhnt, daß er oberflächlich wird und im Alltagsdasein bloß so hinlebt.

[ 11 ] In bezug auf diese Fragen haben gerade wir heutigen Menschen eine merkwürdige Zeit hinter uns, die viele Menschen hat irre werden lassen an der Religion. Fragen wir uns einmal: Wie viele Menschen gibt es heute, die wohl Religion brauchen, aber sie nicht haben können? Einige von uns können noch in Zeiten zurückblicken, wo die Religion noch wirklich empfundenes Leben war, wo die Religion noch viel mehr Geltung hatte, ja in viel höherem Maße, als es bei einzelnen besonders religiös veranlagten Naturen noch heute der Fall ist. In den letzteren ist noch etwas von dem warmen Gefühl vorhanden, welches durch Jahrtausende gegangen ist. Das Bedürfnis, die Sehnsucht nach dem, was man die geistige Welt nennt, das heißt die Sehnsucht nach Religion, ist auch heute noch vorhanden; ja, bei den wahrsten Naturen ist diese Sehnsucht nach Befriedigung sogar immer größer geworden. Ein solcher Mensch wird sagen: Als ich ein Kind war, da hatte ich noch den rechten Glauben. Dann aber wurde es anders. Da lernte ich die sogenannte Wissenschaft kennen und ihre Tatsachen, und ich mußte, da diese zum Beispiel ganz anders erzählen, wie die Welt entstanden ist, tief zweifeln an dem, was ich als Kind geglaubt hatte! - Und dann kam das andere: eine tief traurige Stimmung des Lebens, wo die Seele wie zerrissen ist, wo die Seele öde in die Welt blickt und keine Aufklärung erhält über den inneren Zwiespalt. Daher die Zerrissenheit zwischen religiöser Sehnsucht und Befriedigung der Seele, daher die heutige Tragik. Vielleicht ist das aber noch das bessere, was in diesen Seelen Platz greift, besser als das andere: daß nämlich der Mensch überhaupt nicht mehr frägt, das Fragen sich ganz abgewöhnt, daß er oberflächlich wird und im Alltagsdasein bloß so hinlebt.

[ 12 ] Liegt es nun an den Religionen, daß es so gekommen ist? Nein! Mit Händen zu greifen ist es, daß dies nicht so ist; denn jede Religion, ja selbst die alten Mythen und Sagen, haben die Mittel und Wege, das Herz zurückzuführen, jede Seele wieder lebendig zu machen, wenn sie nur will. Wer hätte es geglaubt, daß solche gewaltigen Impulse aus den alten Mythen, die doch jahrtausendelang ausgestorben schienen und ein fast verborgenes, unbekanntes Dasein führten, auferstehen könnten, wie in den Dramen von Richard Wagner?

[ 12 ] Liegt es nun an den Religionen, daß es so gekommen ist? Nein! Mit Händen zu greifen ist es, daß dies nicht so ist; denn jede Religion, ja selbst die alten Mythen und Sagen, haben die Mittel und Wege, das Herz zurückzuführen, jede Seele wieder lebendig zu machen, wenn sie nur will. Wer hätte es geglaubt, daß solche gewaltigen Impulse aus den alten Mythen, die doch jahrtausendelang ausgestorben schienen und ein fast verborgenes, unbekanntes Dasein führten, auferstehen könnten, wie in den Dramen von Richard Wagner?

[ 13 ] Eine neue Religion braucht nicht begründet zu werden, denn die Zeit dafür ist vorüber; aber eine neue Stellungnahme des Menschen zu ihr, ein neues Verständnis ist nötig geworden. Was anders geworden ist, das ist der menschliche Geist, die menschliche Seele, das menschliche Herz.

[ 13 ] Eine neue Religion braucht nicht begründet zu werden, denn die Zeit dafür ist vorüber; aber eine neue Stellungnahme des Menschen zu ihr, ein neues Verständnis ist nötig geworden. Was anders geworden ist, das ist der menschliche Geist, die menschliche Seele, das menschliche Herz.

[ 14 ] Versuchen wir uns einmal in den Entwickelungsgang der menschlichen Seele hineinzuversetzen, so werden wir uns im Verlauf dieser Vorträge davon überzeugen können, daß unsere Seelen schon oft hier auf dem physischen Plane waren, daß sie sich erst nach und nach zu der Stufe entwickelt haben, auf der sie heute stehen. Das mag Ihnen zunächst grotesk erscheinen, aber alle unsere Seelen haben die tiefen Wahrheiten, wie sie uns heute vorgetragen werden, schon oft in ihren früheren Leben gehört.

[ 14 ] Versuchen wir uns einmal in den Entwickelungsgang der menschlichen Seele hineinzuversetzen, so werden wir uns im Verlauf dieser Vorträge davon überzeugen können, daß unsere Seelen schon oft hier auf dem physischen Plane waren, daß sie sich erst nach und nach zu der Stufe entwickelt haben, auf der sie heute stehen. Das mag Ihnen zunächst grotesk erscheinen, aber alle unsere Seelen haben die tiefen Wahrheiten, wie sie uns heute vorgetragen werden, schon oft in ihren früheren Leben gehört.

[ 15 ] Sie werden zum Beispiel hier die Lehre von der Wiederverkörperung kennenlernen; aber so wie Sie heute mir zuhören, so haben früher Ihre Seelen zugehört jenen gerade in unserer Gegend lebenden und lehrenden Druiden. Schon diese alten Druidenlehrer haben die Lehre von der Wiederverkörperung in engeren Kreisen gepflegt, diese uralte Weisheit über die Rätsel des Lebens. Sie sind hinausgegangen zu denen, welche in ihrer Seele das Bedürfnis nach tieferer Erkenntnis fühlten. Hätten aber diese alten Lehrer damals so gesprochen, wie ich heute spreche, dann hätten es Ihre Seelen damals gar nicht verstehen können, denn dazu wäre damals der Geist noch nicht entwickelt gewesen. Damals gab es für den menschlichen Geist noch kein logisches Denken. Was es aber gab, das war die Möglichkeit, durch Bilder aufzufassen. Und deshalb sprachen diese Lehrer in Bildern sich aus, und diese Bilder sind das, was Sie heute als Sagen und Mythen kennen. Hätten unsere Seelen diese Lehren damals nicht gehört, dann könnten wir es heute nicht verstehen, wenn uns die Wahrheit heute in neuer Form gelehrt würde.

[ 15 ] Sie werden zum Beispiel hier die Lehre von der Wiederverkörperung kennenlernen; aber so wie Sie heute mir zuhören, so haben früher Ihre Seelen zugehört jenen gerade in unserer Gegend lebenden und lehrenden Druiden. Schon diese alten Druidenlehrer haben die Lehre von der Wiederverkörperung in engeren Kreisen gepflegt, diese uralte Weisheit über die Rätsel des Lebens. Sie sind hinausgegangen zu denen, welche in ihrer Seele das Bedürfnis nach tieferer Erkenntnis fühlten. Hätten aber diese alten Lehrer damals so gesprochen, wie ich heute spreche, dann hätten es Ihre Seelen damals gar nicht verstehen können, denn dazu wäre damals der Geist noch nicht entwickelt gewesen. Damals gab es für den menschlichen Geist noch kein logisches Denken. Was es aber gab, das war die Möglichkeit, durch Bilder aufzufassen. Und deshalb sprachen diese Lehrer in Bildern sich aus, und diese Bilder sind das, was Sie heute als Sagen und Mythen kennen. Hätten unsere Seelen diese Lehren damals nicht gehört, dann könnten wir es heute nicht verstehen, wenn uns die Wahrheit heute in neuer Form gelehrt würde.

[ 16 ] So macht die Seele durch Jahrtausende gewaltige Fortschritte, immer neue Gestalt nimmt sie an, und deshalb muß auch die Wahrheit in immer neuer Gestalt an sie herangebracht, ihr verkündet werden. Ich will Ihnen ein zweites Beispiel anführen.

[ 16 ] So macht die Seele durch Jahrtausende gewaltige Fortschritte, immer neue Gestalt nimmt sie an, und deshalb muß auch die Wahrheit in immer neuer Gestalt an sie herangebracht, ihr verkündet werden. Ich will Ihnen ein zweites Beispiel anführen.

[ 17 ] Gehen wir einmal in der Menschheitsentwickelung zurück bis zu den Ägyptern, Chaldäern, Babyloniern. Als diese die’Iräger der Kultur waren, da sahen sie nicht Sonne und Sterne als rein physische Körper an. Wenn heute ein materialistischer Astronom sich die Himmelskörper betrachtet, so sieht er eben nur physische Körper in ihnen, sonst aber nichts. Die Erde ist für ihn auch nur solch ein physischer Weltenkörper, auf dem der Mensch herumkrabbelt, wie die Mücke auf unserer Hand.

[ 17 ] Gehen wir einmal in der Menschheitsentwickelung zurück bis zu den Ägyptern, Chaldäern, Babyloniern. Als diese die’Iräger der Kultur waren, da sahen sie nicht Sonne und Sterne als rein physische Körper an. Wenn heute ein materialistischer Astronom sich die Himmelskörper betrachtet, so sieht er eben nur physische Körper in ihnen, sonst aber nichts. Die Erde ist für ihn auch nur solch ein physischer Weltenkörper, auf dem der Mensch herumkrabbelt, wie die Mücke auf unserer Hand.

[ 18 ] Ganz anders war es bei den alten ägyptischen Astronomen. Wenn der alte ägyptische Sterndeuter einen Stern ansah, dachte er nicht an einen rein physischen Körper, sondern der Stern bedeutete für ihn etwas ganz anderes als für den heutigen Menschen. Wenn er zum Beispiel den Namen Merkur aussprach, tat er das mit Ehrfurcht. Er dachte da gar nicht daran, den physischen Himmelskörper anzusprechen, ebensowenig wie Sie denken, einen Körper aus Papiermache anzusprechen. Alles, was das Auge sah, war für diese Zeit nur der äußere Ausdruck eines Geistigen. So war der physische Stern Merkur für die alten Astronomen der Ausdruck für den Geist des Merkur. Sie müssen das nicht verstandesmäßig, sondern mit dem Gemüt auffassen, sonst haben Sie keinen Begriff von dem Seeleninhalt eines solchen Astronomen. Es gab nichts, was nicht für ihn der Ausdruck eines Geistigen war. Er sagte: Alles ist Geist, ünd ich als Geist bin ein Teil dieses Geistes.

[ 18 ] Ganz anders war es bei den alten ägyptischen Astronomen. Wenn der alte ägyptische Sterndeuter einen Stern ansah, dachte er nicht an einen rein physischen Körper, sondern der Stern bedeutete für ihn etwas ganz anderes als für den heutigen Menschen. Wenn er zum Beispiel den Namen Merkur aussprach, tat er das mit Ehrfurcht. Er dachte da gar nicht daran, den physischen Himmelskörper anzusprechen, ebensowenig wie Sie denken, einen Körper aus Papiermache anzusprechen. Alles, was das Auge sah, war für diese Zeit nur der äußere Ausdruck eines Geistigen. So war der physische Stern Merkur für die alten Astronomen der Ausdruck für den Geist des Merkur. Sie müssen das nicht verstandesmäßig, sondern mit dem Gemüt auffassen, sonst haben Sie keinen Begriff von dem Seeleninhalt eines solchen Astronomen. Es gab nichts, was nicht für ihn der Ausdruck eines Geistigen war. Er sagte: Alles ist Geist, ünd ich als Geist bin ein Teil dieses Geistes.

[ 19 ] Diese Empfindung müssen Sie sich vor Augen halten. Die Weisen der früheren Zeiten, man muß sie verstehen, muß das verstehen, was die gewußt haben über die Vorgänge des geistigen Raumes. Und wer sich in diese Empfindung hinein vertieft, der weiß, wie unendlich erhaben diese Anschauung über unsere heutige materialistische Anschauung ist. Die Weisen der damaligen Zeit muß man erst verstehen, man muß ergründen, was sie über die Vorgänge des geistigen Raumes gewußt haben; dann erst merkt man, wie ungeheuer der Unterschied ist, und wie unendlich bedeutungsvoll jene alten Weisheitslehren waren. Das mag dem materialistischen Sinn unserer Zeit, der nur die rein physische Auffassung der Astronomie kennt, lächerlich erscheinen, aber es ist SO.

[ 19 ] Diese Empfindung müssen Sie sich vor Augen halten. Die Weisen der früheren Zeiten, man muß sie verstehen, muß das verstehen, was die gewußt haben über die Vorgänge des geistigen Raumes. Und wer sich in diese Empfindung hinein vertieft, der weiß, wie unendlich erhaben diese Anschauung über unsere heutige materialistische Anschauung ist. Die Weisen der damaligen Zeit muß man erst verstehen, man muß ergründen, was sie über die Vorgänge des geistigen Raumes gewußt haben; dann erst merkt man, wie ungeheuer der Unterschied ist, und wie unendlich bedeutungsvoll jene alten Weisheitslehren waren. Das mag dem materialistischen Sinn unserer Zeit, der nur die rein physische Auffassung der Astronomie kennt, lächerlich erscheinen, aber es ist SO.

[ 20 ] Wie kommt es nun, daß jetzt dem Menschen der Sinn für das geistige Leben, das allem physischen Leben zugrunde liegt,abhanden gekommen ist? Und warum mußte das so kommen?

[ 20 ] Wie kommt es nun, daß jetzt dem Menschen der Sinn für das geistige Leben, das allem physischen Leben zugrunde liegt,abhanden gekommen ist? Und warum mußte das so kommen?

[ 21 ] Wenden wir einmal den Blick auf das, was uns in nächster Nähe umgibt. Könnten Sie das, was damals den Menschen auf Schritt und Tritt umgeben hat, mit dem vergleichen, was heute den Menschen umgibt, so würden Sie finden: Damals besaß der Mensch nur die allernotdürftigsten Mittel, um sein Leben auf dieser Erde zu fristen; dafür aber hatte er noch mehr Sinn für das Geistige. Dieser Sinn für die geistige Welt mußte zurücktreten, um dem Menschen die Möglichkeit zu geben, die jetzige Herrschaft über die Erde zu erringen. Alle unsere Fortschritte in Technik und Industrie waren nur möglich durch unsere materialistisch gewordene Weltanschauung, und dadurch, daß eben der Geist, die übersinnliche Welt, zurücktrat. Also auf Kosten der geistigen Anschauung errang sich der Mensch im Laufe der letzten Jahrhunderte die Herrschaft über die physische Welt. Es ist ein urewiges Gesetz der Menschheit, daß Fähigkeiten, die auf dem einen Gebiete erworben werden, nur durch Zurücktreten von Fähigkeiten auf einem andern Gebiete gewonnen werden können. Niemals hätte der Mensch zum Beispiel die Verkehrsmöglichkeiten von heute schaffen können, wenn nicht die andern Fähigkeiten zurückgetreten wären. Um alles das, was uns heute umgibt, zu erwerben, mußte der Sinn für das Geistige zurücktreten. Zur Eroberung der physischen Welt also mußte das zurücktreten, wovon der Mensch einst erfüllt war.

[ 21 ] Wenden wir einmal den Blick auf das, was uns in nächster Nähe umgibt. Könnten Sie das, was damals den Menschen auf Schritt und Tritt umgeben hat, mit dem vergleichen, was heute den Menschen umgibt, so würden Sie finden: Damals besaß der Mensch nur die allernotdürftigsten Mittel, um sein Leben auf dieser Erde zu fristen; dafür aber hatte er noch mehr Sinn für das Geistige. Dieser Sinn für die geistige Welt mußte zurücktreten, um dem Menschen die Möglichkeit zu geben, die jetzige Herrschaft über die Erde zu erringen. Alle unsere Fortschritte in Technik und Industrie waren nur möglich durch unsere materialistisch gewordene Weltanschauung, und dadurch, daß eben der Geist, die übersinnliche Welt, zurücktrat. Also auf Kosten der geistigen Anschauung errang sich der Mensch im Laufe der letzten Jahrhunderte die Herrschaft über die physische Welt. Es ist ein urewiges Gesetz der Menschheit, daß Fähigkeiten, die auf dem einen Gebiete erworben werden, nur durch Zurücktreten von Fähigkeiten auf einem andern Gebiete gewonnen werden können. Niemals hätte der Mensch zum Beispiel die Verkehrsmöglichkeiten von heute schaffen können, wenn nicht die andern Fähigkeiten zurückgetreten wären. Um alles das, was uns heute umgibt, zu erwerben, mußte der Sinn für das Geistige zurücktreten. Zur Eroberung der physischen Welt also mußte das zurücktreten, wovon der Mensch einst erfüllt war.

[ 22 ] So sehen wir um das 16. Jahrhundert herum die Menschen den Blick für die geistige Welt verlieren, und sehen, wie der materialistische Sinn die Menschheit erfaßt. Und wer glaubt, daß er selber nicht mitten darinsteht in diesem Materialismus, der irrt sich.

[ 22 ] So sehen wir um das 16. Jahrhundert herum die Menschen den Blick für die geistige Welt verlieren, und sehen, wie der materialistische Sinn die Menschheit erfaßt. Und wer glaubt, daß er selber nicht mitten darinsteht in diesem Materialismus, der irrt sich.

[ 23 ] Die Aufgabe der Geisteswissenschaft ist nicht, etwas zu negieren, sie übt keine Kritik an der schlechten Welt von heute; sie zeigt vielmehr, daß das Herabsteigen in die Materie eine Notwendigkeit war. Es mußte der große Horizont des Geisteslebens der Menschheit so lange zurücktreten; und damit hängt es auch zusammen, daß die alte Art des Verständnisses für geistige Dinge abhanden gekommen ist. Die Wahrheiten waren da in jenen alten, früheren Gestaltungen. Wie sie aber heute dem Verständnis der Menschen nahegebracht werden können, das will die Geisteswissenschaft zeigen. Das ist es, worauf es ihr ankommt. So ist Theosophie nichts anderes als ein Instrument, um die tiefsten Wahrheiten für den heutigen menschlichen Geist verständlich zu machen, um sie in ihren Tiefen zu erfassen.

[ 23 ] Die Aufgabe der Geisteswissenschaft ist nicht, etwas zu negieren, sie übt keine Kritik an der schlechten Welt von heute; sie zeigt vielmehr, daß das Herabsteigen in die Materie eine Notwendigkeit war. Es mußte der große Horizont des Geisteslebens der Menschheit so lange zurücktreten; und damit hängt es auch zusammen, daß die alte Art des Verständnisses für geistige Dinge abhanden gekommen ist. Die Wahrheiten waren da in jenen alten, früheren Gestaltungen. Wie sie aber heute dem Verständnis der Menschen nahegebracht werden können, das will die Geisteswissenschaft zeigen. Das ist es, worauf es ihr ankommt. So ist Theosophie nichts anderes als ein Instrument, um die tiefsten Wahrheiten für den heutigen menschlichen Geist verständlich zu machen, um sie in ihren Tiefen zu erfassen.

[ 24 ] Heute muß wieder auf den Geist hingewiesen werden. Man darf nicht dabei bleiben, zu sagen, wie wir es «so herrlich weit gebracht» haben. Die Wahrheit ist jederzeit zugänglich, und sie ist auf verschiedene Art zu begreifen.

[ 24 ] Heute muß wieder auf den Geist hingewiesen werden. Man darf nicht dabei bleiben, zu sagen, wie wir es «so herrlich weit gebracht» haben. Die Wahrheit ist jederzeit zugänglich, und sie ist auf verschiedene Art zu begreifen.

[ 25 ] Wenden wir unseren Blick zurück zu dem alten Indien, nach Ägypten, Griechenland, in die Zeit der Begründung des Christentums: Es sind immer die gleichen alten Wahrheiten, die in verschiedenen Formen auftreten. Immer gab es Führer der Menschheit, die vorgesorgt haben dafür, daß zu bestimmten Zeiten die Wahrheiten, die mit den untergehenden Kulturen verblaßt waren, der Menschheit neu mitgeteilt wurden. Zu diesen Führern gehören alle großen Religionsstifter.

[ 25 ] Wenden wir unseren Blick zurück zu dem alten Indien, nach Ägypten, Griechenland, in die Zeit der Begründung des Christentums: Es sind immer die gleichen alten Wahrheiten, die in verschiedenen Formen auftreten. Immer gab es Führer der Menschheit, die vorgesorgt haben dafür, daß zu bestimmten Zeiten die Wahrheiten, die mit den untergehenden Kulturen verblaßt waren, der Menschheit neu mitgeteilt wurden. Zu diesen Führern gehören alle großen Religionsstifter.

[ 26 ] Bevor unsere neuere Zeit heraufkam, vor Kopernikus und jenem 16. Jahrhundert, da wurde auch in Europa schon Vorsorge getroffen, daß die Grundlagen für eine neue Art der Wahrheitsverkündigung gelegt wurden. Um dieses 16. Jahrhundert herum gab es einige Menschen, welche die Zeichen der Zeit zu deuten verstanden. Schon 1459 stiftete, mit ganz wenigen Menschen, eine höhere geistige Individualität, in der Außenwelt Christian Rosenkreutz genannt, eine Geheimschule zur Pflege der Weisheit, keiner neuen Weisheit, aber der alten Weisheit in einer solchen Form, wie sie die Menschen jetzt brauchten. Das ist die Weisheit der Rosenkreuzer, die damals zuerst gepflegt wurde. Es ist, wie gesagt, nichts Neues; es ist die uralte Weisheit, aber in der Form, in der sie die jetzige Menschheit braucht.

[ 26 ] Bevor unsere neuere Zeit heraufkam, vor Kopernikus und jenem 16. Jahrhundert, da wurde auch in Europa schon Vorsorge getroffen, daß die Grundlagen für eine neue Art der Wahrheitsverkündigung gelegt wurden. Um dieses 16. Jahrhundert herum gab es einige Menschen, welche die Zeichen der Zeit zu deuten verstanden. Schon 1459 stiftete, mit ganz wenigen Menschen, eine höhere geistige Individualität, in der Außenwelt Christian Rosenkreutz genannt, eine Geheimschule zur Pflege der Weisheit, keiner neuen Weisheit, aber der alten Weisheit in einer solchen Form, wie sie die Menschen jetzt brauchten. Das ist die Weisheit der Rosenkreuzer, die damals zuerst gepflegt wurde. Es ist, wie gesagt, nichts Neues; es ist die uralte Weisheit, aber in der Form, in der sie die jetzige Menschheit braucht.

[ 27 ] Wie verhält sich nun diese Weisheit der Rosenkreuzer zum Christentum? Es ist gar kein Unterschied da zwischen der echten christlichen Lehre und derjenigen der Rosenkreuzer. Man braucht nur das Christentum in seinem Kern zu verstehen, dann hat man die Theosophie der Rosenkreuzer. Man braucht keine neue Religion zu begründen, man muß vielmehr das Christentum so auffassen, wie es die ersten Christen verstanden haben. Die wenigsten Menschen aber wissen noch etwas von den Geheimnissen der ersten christlichen Entwickelung. Selbst die offizielle Theologie hat keine Ahnung mehr davon. Da finden wir Paulus selbst als den tiefsten Kenner der christlichen Geheimnisse, der jene gewaltigen Wahrheiten lehrte, welche durch Jahrtausende die Menschheit leiten sollten. Dieser Paulus hatte in Athen eine Schule gegründet, deren Vorsteher Dionysius der Areopagite war. Dieser Dionysius war ein wirklicher Schüler des Paulus.

[ 27 ] Wie verhält sich nun diese Weisheit der Rosenkreuzer zum Christentum? Es ist gar kein Unterschied da zwischen der echten christlichen Lehre und derjenigen der Rosenkreuzer. Man braucht nur das Christentum in seinem Kern zu verstehen, dann hat man die Theosophie der Rosenkreuzer. Man braucht keine neue Religion zu begründen, man muß vielmehr das Christentum so auffassen, wie es die ersten Christen verstanden haben. Die wenigsten Menschen aber wissen noch etwas von den Geheimnissen der ersten christlichen Entwickelung. Selbst die offizielle Theologie hat keine Ahnung mehr davon. Da finden wir Paulus selbst als den tiefsten Kenner der christlichen Geheimnisse, der jene gewaltigen Wahrheiten lehrte, welche durch Jahrtausende die Menschheit leiten sollten. Dieser Paulus hatte in Athen eine Schule gegründet, deren Vorsteher Dionysius der Areopagite war. Dieser Dionysius war ein wirklicher Schüler des Paulus.

[ 28 ] Jene Lehren des Dionysius sind immer lebendig gewesen und wurden immer gelehrt, insbesondere auch denen, welche das lebendige Wort des Christus hinaustragen sollten in alle Welt. Würden die Menschen auf jenem Standpunkt des Dionysius stehengeblieben sein, so hätte man keine neue Form gebraucht. Aber es kam die neue Zeit herauf und damit die Notwendigkeit, so zu lehren, daß das Christentum feststehe, daß keine Wissenschaft etwas dagegen einzuwenden vermöge. Das ist das Streben der Rosenkreuzertheosophie. Daher ist die Rosenkreuzertheosophie diejenige Form der Religion, welche für uns heute angemessen ist.

[ 28 ] Jene Lehren des Dionysius sind immer lebendig gewesen und wurden immer gelehrt, insbesondere auch denen, welche das lebendige Wort des Christus hinaustragen sollten in alle Welt. Würden die Menschen auf jenem Standpunkt des Dionysius stehengeblieben sein, so hätte man keine neue Form gebraucht. Aber es kam die neue Zeit herauf und damit die Notwendigkeit, so zu lehren, daß das Christentum feststehe, daß keine Wissenschaft etwas dagegen einzuwenden vermöge. Das ist das Streben der Rosenkreuzertheosophie. Daher ist die Rosenkreuzertheosophie diejenige Form der Religion, welche für uns heute angemessen ist.

[ 29 ] Nur wer das Christentum richtig versteht, kann eine Ahnung davon haben, was sein ewig lebendiger Gehalt ist.

[ 29 ] Nur wer das Christentum richtig versteht, kann eine Ahnung davon haben, was sein ewig lebendiger Gehalt ist.

[ 30 ] Würden wir heute in die Lage versetzt, von allen Seiten hier zu hören, was diese Rosenkreuzertheosophie über das wahre Christentum zu sagen hat, die wissenschaftlichen Tatsachen würden den dort geschilderten Vorgängen nicht widersprechen. Es kommt darauf an, daß die Religion in keinem Widerspruch befunden werden könne mit den wissenschaftlichen Tatsachen, und daß diese wissenschaftlichen Tatsachen mit ihr in Einklang gebracht werden.

[ 30 ] Würden wir heute in die Lage versetzt, von allen Seiten hier zu hören, was diese Rosenkreuzertheosophie über das wahre Christentum zu sagen hat, die wissenschaftlichen Tatsachen würden den dort geschilderten Vorgängen nicht widersprechen. Es kommt darauf an, daß die Religion in keinem Widerspruch befunden werden könne mit den wissenschaftlichen Tatsachen, und daß diese wissenschaftlichen Tatsachen mit ihr in Einklang gebracht werden.

[ 31 ] Was will uns nun diese Rosenkreuzertheosophie bringen? Erkenntnis höherer Welten, das heißt derjenigen Welten, denen der Mensch noch angehören wird, wenn dieser unser physischer Leib schon zerfallen sein wird; Erkenntnis des Lebens, Erkenntnis des Wesens des Todes und der menschlichen Entwickelung. So wird sie den Menschen eine Wiederbefestigung bringen in bezug auf religiöse Wahrheiten und religiöses Leben.

[ 31 ] Was will uns nun diese Rosenkreuzertheosophie bringen? Erkenntnis höherer Welten, das heißt derjenigen Welten, denen der Mensch noch angehören wird, wenn dieser unser physischer Leib schon zerfallen sein wird; Erkenntnis des Lebens, Erkenntnis des Wesens des Todes und der menschlichen Entwickelung. So wird sie den Menschen eine Wiederbefestigung bringen in bezug auf religiöse Wahrheiten und religiöses Leben.

[ 32 ] Keiner sollte sagen: Ich stehe fest auf dem Boden der alten Lehren, und mir genügen diese. Was kümmern mich die Zweifler! - Es gibt nichts Egoistischeres und kein unchristlicheres Urteil als dieses. Denn was heute vielleicht noch möglich ist: daß eine Anzahl Menschen noch zurückgehalten werden auf dem Boden der alten Religionen, das wird in nicht allzuferner Zukunft nicht mehr möglich sein. Wer hineinzuschauen vermag in das, was jetzt die großen sozialen Wellen aufwerfen will, der wird nicht so urteilen; der wird sehen, daß die Verkündigung der 'Theosophie nicht etwas ist, worüber man streitet. Wer denken kann, weiß, daß Geisteswissenschaft da ist, um die brennendsten Fragen zu beantworten, und daß sie tatsächlich auf alle Fragen eine Antwort zu geben vermag. Man kann ja im Grunde genommen alles beweisen und alles bestreiten, aber darauf kommt es nicht an: über ein Heilmittel kann man nicht streiten, es kommt lediglich auf den Erfolg an, den man damit hat. Und genau so geht es mit der Geisteswissenschaft. Die Menschheit braucht die Spiritualität als Heilmittel, und nur wenn dieses Heilmittel einströmt, kann die Gesundung der Menschheit erfolgen. Sie ist ein Entwickelungsfaktor und Lebensspender für unsere Kultur.

[ 32 ] Keiner sollte sagen: Ich stehe fest auf dem Boden der alten Lehren, und mir genügen diese. Was kümmern mich die Zweifler! - Es gibt nichts Egoistischeres und kein unchristlicheres Urteil als dieses. Denn was heute vielleicht noch möglich ist: daß eine Anzahl Menschen noch zurückgehalten werden auf dem Boden der alten Religionen, das wird in nicht allzuferner Zukunft nicht mehr möglich sein. Wer hineinzuschauen vermag in das, was jetzt die großen sozialen Wellen aufwerfen will, der wird nicht so urteilen; der wird sehen, daß die Verkündigung der 'Theosophie nicht etwas ist, worüber man streitet. Wer denken kann, weiß, daß Geisteswissenschaft da ist, um die brennendsten Fragen zu beantworten, und daß sie tatsächlich auf alle Fragen eine Antwort zu geben vermag. Man kann ja im Grunde genommen alles beweisen und alles bestreiten, aber darauf kommt es nicht an: über ein Heilmittel kann man nicht streiten, es kommt lediglich auf den Erfolg an, den man damit hat. Und genau so geht es mit der Geisteswissenschaft. Die Menschheit braucht die Spiritualität als Heilmittel, und nur wenn dieses Heilmittel einströmt, kann die Gesundung der Menschheit erfolgen. Sie ist ein Entwickelungsfaktor und Lebensspender für unsere Kultur.

[ 33 ] Mit äußeren Einrichtungen ist es nicht getan; sie sind ausnahmslos nur auf das Physisch-Körperliche gerichtet. Die Gesundung der Seele und des Geistes ist es, was die Theosophie anstrebt. Geisteswissenschaft ist nichts Willkürliches, sie wird von der Zeit und ihren Problemen verlangt. Alles, was sie uns sagt, ist die gemeinsame Lehre derer, die auf diesem Gebiete geforscht haben.

[ 33 ] Mit äußeren Einrichtungen ist es nicht getan; sie sind ausnahmslos nur auf das Physisch-Körperliche gerichtet. Die Gesundung der Seele und des Geistes ist es, was die Theosophie anstrebt. Geisteswissenschaft ist nichts Willkürliches, sie wird von der Zeit und ihren Problemen verlangt. Alles, was sie uns sagt, ist die gemeinsame Lehre derer, die auf diesem Gebiete geforscht haben.

[ 34 ] Wir werden durch die Geisteswissenschaft in höhere Welten geführt, in welche das sinnliche Auge nicht hineinschauen kann, aber in denen die Ursachen zu den Wirkungen in dieser physischen Welt liegen. Die Erkenntnis des Ewigen in der Menschennatur, des Wesenskernes in einem jeden von uns selbst, der geistigen Welten und ihrer Hierarchien wird sie uns bringen. Und indem wir diese kennenlernen, werden wir die Bestimmung des Menschen kennenlernen. Das wahre Wesen der Menschennatur ist es, was uns beschäftigen soll. Wir werden Welten kennenlernen, die vorhanden sind, die aber mit unseren bloß physischen Sinnen nicht begriffen werden können. Mancher wird vielleicht sagen: Was du uns da erzählst, das ist ja alles recht schön, aber wir können doch nichts davon wissen. — Die Antwort auf diesen Einwand hat schon Fichte gegeben. Denken Sie sich, Sie kommen als einzig Schauender in eine Welt von Blindgeborenen, und Sie erzählen diesen von Farben, dann werden die auch sagen: Das ist ja alles dummes Zeug, was du da redest, das gibt es ja gar nicht. - Könnte man nun aber die Blindgeborenen mit Erfolg operieren, dann würden sie eben diese Welt der Farben und des Lichtes erfahren.

[ 34 ] Wir werden durch die Geisteswissenschaft in höhere Welten geführt, in welche das sinnliche Auge nicht hineinschauen kann, aber in denen die Ursachen zu den Wirkungen in dieser physischen Welt liegen. Die Erkenntnis des Ewigen in der Menschennatur, des Wesenskernes in einem jeden von uns selbst, der geistigen Welten und ihrer Hierarchien wird sie uns bringen. Und indem wir diese kennenlernen, werden wir die Bestimmung des Menschen kennenlernen. Das wahre Wesen der Menschennatur ist es, was uns beschäftigen soll. Wir werden Welten kennenlernen, die vorhanden sind, die aber mit unseren bloß physischen Sinnen nicht begriffen werden können. Mancher wird vielleicht sagen: Was du uns da erzählst, das ist ja alles recht schön, aber wir können doch nichts davon wissen. — Die Antwort auf diesen Einwand hat schon Fichte gegeben. Denken Sie sich, Sie kommen als einzig Schauender in eine Welt von Blindgeborenen, und Sie erzählen diesen von Farben, dann werden die auch sagen: Das ist ja alles dummes Zeug, was du da redest, das gibt es ja gar nicht. - Könnte man nun aber die Blindgeborenen mit Erfolg operieren, dann würden sie eben diese Welt der Farben und des Lichtes erfahren.

[ 35 ] Dasselbe gilt auch für den obigen Einwand. Wer einen solchen Einwand macht, der steht eben auf dem gleichen Standpunkt, welcher dem eines Blindgeborenen entspricht. Es sollte daher niemand sagen: Das gibt es nicht. Denn kein Mensch hat das Recht, von «Grenzen der Erkenntnis» zu reden, wie seinerzeit Du Bois-Reymond. Es gibt so viele Welten, als wir Organe haben, diese wahrzunehmen, unendlich viele Welten; wir können sie nur heute noch nicht wahrnehmen, weil wir noch keine Organe dafür haben. Die Welt ist nicht nur dem Raume nach, sondern auch intensiv unendlich: für jeden Sinn gibt es eine Welt. Jetzt sind sie für uns unergründlich, aber sie sind da; sind da, wo wir selber sind. Uns brauchen nur die Augen dafür geöffnet zu werden, denn sie sind mitten unter uns.

[ 35 ] Dasselbe gilt auch für den obigen Einwand. Wer einen solchen Einwand macht, der steht eben auf dem gleichen Standpunkt, welcher dem eines Blindgeborenen entspricht. Es sollte daher niemand sagen: Das gibt es nicht. Denn kein Mensch hat das Recht, von «Grenzen der Erkenntnis» zu reden, wie seinerzeit Du Bois-Reymond. Es gibt so viele Welten, als wir Organe haben, diese wahrzunehmen, unendlich viele Welten; wir können sie nur heute noch nicht wahrnehmen, weil wir noch keine Organe dafür haben. Die Welt ist nicht nur dem Raume nach, sondern auch intensiv unendlich: für jeden Sinn gibt es eine Welt. Jetzt sind sie für uns unergründlich, aber sie sind da; sind da, wo wir selber sind. Uns brauchen nur die Augen dafür geöffnet zu werden, denn sie sind mitten unter uns.

[ 36 ] Das Wort Christi: «Suchet nicht nach dem Reiche Gottes, denn das Reich Gottes ist mitten unter euch», ist ganz wörtlich zu verstehen. Ganz in diesem Sinne spricht auch die Geisteswissenschaft von den geistigen Welten. Und immer hat es Eingeweihte gegeben, welche die Mittel und Wege kannten, um in diese Reiche der Himmel einzutreten. Alle Religionen sprechen von ihnen. Die Geisteswissenschaft ist nur das Mittel, um uns diese Grundwahrheit aller Religionen wieder aufzuschließen. Alles, was wir hier um uns herum sehen und wahrnehmen, ist eine Folge und Wirkung desjenigen, was in den geistigen Welten vor sich geht. Alles, was sich auf Erden kundgibt, ist nur Ausgestaltung dessen, was in den geistigen Welten wirkt und lebt.

[ 36 ] Das Wort Christi: «Suchet nicht nach dem Reiche Gottes, denn das Reich Gottes ist mitten unter euch», ist ganz wörtlich zu verstehen. Ganz in diesem Sinne spricht auch die Geisteswissenschaft von den geistigen Welten. Und immer hat es Eingeweihte gegeben, welche die Mittel und Wege kannten, um in diese Reiche der Himmel einzutreten. Alle Religionen sprechen von ihnen. Die Geisteswissenschaft ist nur das Mittel, um uns diese Grundwahrheit aller Religionen wieder aufzuschließen. Alles, was wir hier um uns herum sehen und wahrnehmen, ist eine Folge und Wirkung desjenigen, was in den geistigen Welten vor sich geht. Alles, was sich auf Erden kundgibt, ist nur Ausgestaltung dessen, was in den geistigen Welten wirkt und lebt.

[ 37 ] Das offizielle Christentum hat längst verlernt, die Tiefen der religiösen Urkunden zu verstehen. So mußte die Geisteswissenschaft die Aufgabe übernehmen, den Schlüssel zu den vergessenen Wissensschätzen zu bringen und der Menschheit, die am Scheidewege steht, dadurch das Heilmittel zu reichen. Doch sie kennt keinen Fanatismus; sie erzählt nur, sie legt das Wesen des Menschen klar und zeigt, welches sein Schicksal ist nach dem Tode, zeigt, wie seine Seele sich außerhalb des physischen Körpers entwickelt. Sie schildert, was in den höheren Welten vorgeht, spricht von den Entwickelungsphasen der Erde und der andern Planeten, beleuchtet den bisherigen und den künftigen Lebensweg des Menschen. Sie weist hin auf das, was er durchzumachen haben wird, bis er das Menschenziel erreicht.

[ 37 ] Das offizielle Christentum hat längst verlernt, die Tiefen der religiösen Urkunden zu verstehen. So mußte die Geisteswissenschaft die Aufgabe übernehmen, den Schlüssel zu den vergessenen Wissensschätzen zu bringen und der Menschheit, die am Scheidewege steht, dadurch das Heilmittel zu reichen. Doch sie kennt keinen Fanatismus; sie erzählt nur, sie legt das Wesen des Menschen klar und zeigt, welches sein Schicksal ist nach dem Tode, zeigt, wie seine Seele sich außerhalb des physischen Körpers entwickelt. Sie schildert, was in den höheren Welten vorgeht, spricht von den Entwickelungsphasen der Erde und der andern Planeten, beleuchtet den bisherigen und den künftigen Lebensweg des Menschen. Sie weist hin auf das, was er durchzumachen haben wird, bis er das Menschenziel erreicht.

[ 38 ] Wir wollen das Wesen des Menschen und jener Welten zu erfassen suchen, denen er entstammt. Das ist das Gebiet der Erkenntnisse, zu denen uns die Geisteswissenschaft führt.

[ 38 ] Wir wollen das Wesen des Menschen und jener Welten zu erfassen suchen, denen er entstammt. Das ist das Gebiet der Erkenntnisse, zu denen uns die Geisteswissenschaft führt.

[ 39 ] Man könnte nun einwenden: Das ist ja alles doch nur für den sogenannten Seher da, der schon hineinschauen kann in die geistigen Welten. Was nützt uns das? Uns sind sie ja nicht zugänglich!

[ 39 ] Man könnte nun einwenden: Das ist ja alles doch nur für den sogenannten Seher da, der schon hineinschauen kann in die geistigen Welten. Was nützt uns das? Uns sind sie ja nicht zugänglich!

[ 40 ] Darauf kann man antworten: Wohl gibt es manche Methoden der Schulung, die nur für den Geistesforscher geeignet sind und einen solchen Einwand berechtigt erscheinen lassen. Doch der Weg der Rosenkreuzerschulung ist ein anderer. Zum Eindringen in die geistigen Welten gehört allerdings das Auge des Sehers und das Ohr des Eingeweihten, aber zum Begreifen gehört nur die gewöhnliche Logik. Alles, was der Geistesforscher sagt, ist dem logischen Verstande zugänglich; es genügt der gewöhnliche gesunde Menschensinn, um diese Dinge zu begreifen. Wer es nicht kann, dem fehlt es eben an Logik. Wohl braucht es das Auge des Geistesforschers zum Auffinden der geistigen Geheimnisse. Zum Begreifen des im Sinne des Rosenkreuzertums Geschilderten genügt die gewöhnliche Logik.

[ 40 ] Darauf kann man antworten: Wohl gibt es manche Methoden der Schulung, die nur für den Geistesforscher geeignet sind und einen solchen Einwand berechtigt erscheinen lassen. Doch der Weg der Rosenkreuzerschulung ist ein anderer. Zum Eindringen in die geistigen Welten gehört allerdings das Auge des Sehers und das Ohr des Eingeweihten, aber zum Begreifen gehört nur die gewöhnliche Logik. Alles, was der Geistesforscher sagt, ist dem logischen Verstande zugänglich; es genügt der gewöhnliche gesunde Menschensinn, um diese Dinge zu begreifen. Wer es nicht kann, dem fehlt es eben an Logik. Wohl braucht es das Auge des Geistesforschers zum Auffinden der geistigen Geheimnisse. Zum Begreifen des im Sinne des Rosenkreuzertums Geschilderten genügt die gewöhnliche Logik.

[ 41 ] Wer das nicht einsehen kann, darf sein Versagen nicht der Schulung zuschreiben. Sein mangelndes Begreifen liegt nicht an dem Umstand, daß er kein Seher ist, sondern ihm fehlt es an gesundem Auffassungsvermögen und an konsequentem Denken. Vielen ist die Logik allerdings unbekannt. So sagt zum Beispiel ein Musiker der jetzigen Zeit, das Nachdenken sei eine mißliche Sache. — Auch unsere Gelehrtenwelt denkt nur ein Stück weit. Wenn aber der Mensch seinen Verstand richtig anwendet, wird er dazu gelangen, auch die höheren Weisheiten und Wahrheiten zu begreifen und in sich lebendig zu machen. Und wenn Sie weiter fragen: Was nützt uns das nun? - so ist die Antwort: Nichts kann uns gegeben werden, das von größerer Bedeutung ist als die Erkenntnis der Geisteswissenschaft. Wir werden dadurch erst zu wahren Menschen, und werden dadurch auch in der Gegenwart ein zufriedenes Herz, eine zur Harmonie mit sich selbst kommende Seele erringen.

[ 41 ] Wer das nicht einsehen kann, darf sein Versagen nicht der Schulung zuschreiben. Sein mangelndes Begreifen liegt nicht an dem Umstand, daß er kein Seher ist, sondern ihm fehlt es an gesundem Auffassungsvermögen und an konsequentem Denken. Vielen ist die Logik allerdings unbekannt. So sagt zum Beispiel ein Musiker der jetzigen Zeit, das Nachdenken sei eine mißliche Sache. — Auch unsere Gelehrtenwelt denkt nur ein Stück weit. Wenn aber der Mensch seinen Verstand richtig anwendet, wird er dazu gelangen, auch die höheren Weisheiten und Wahrheiten zu begreifen und in sich lebendig zu machen. Und wenn Sie weiter fragen: Was nützt uns das nun? - so ist die Antwort: Nichts kann uns gegeben werden, das von größerer Bedeutung ist als die Erkenntnis der Geisteswissenschaft. Wir werden dadurch erst zu wahren Menschen, und werden dadurch auch in der Gegenwart ein zufriedenes Herz, eine zur Harmonie mit sich selbst kommende Seele erringen.

[ 42 ] Mit Redensarten kommt man bier nicht weit, man muß mit dem Ringen nach Erkenntnis Ernst machen und sich in die Nöte und Probleme des Lebens vertiefen. Unentwegt muß man von einem Bereich des geistigen Lebens in den andern zu dringen versuchen: dann quillt daraus hervor die Einsicht in das Ganze der Welt- und Menschheitsentwickelung. Und die überwältigende Größe dieses Geschehens ergreift nicht nur unser Herz, sie weckt in uns neue Fähigkeiten, sie macht uns geschickt für die Aufgaben des täglichen Lebens. Denn es quillt unmittelbare Kraft aus der Geisteswissenschaft, etwas, das zu einem unverlierbaren Gute wird und uns zu schöpferischen Menschen macht.

[ 42 ] Mit Redensarten kommt man bier nicht weit, man muß mit dem Ringen nach Erkenntnis Ernst machen und sich in die Nöte und Probleme des Lebens vertiefen. Unentwegt muß man von einem Bereich des geistigen Lebens in den andern zu dringen versuchen: dann quillt daraus hervor die Einsicht in das Ganze der Welt- und Menschheitsentwickelung. Und die überwältigende Größe dieses Geschehens ergreift nicht nur unser Herz, sie weckt in uns neue Fähigkeiten, sie macht uns geschickt für die Aufgaben des täglichen Lebens. Denn es quillt unmittelbare Kraft aus der Geisteswissenschaft, etwas, das zu einem unverlierbaren Gute wird und uns zu schöpferischen Menschen macht.

[ 43 ] Erst wenn Sie die geistige Welt kennenlernen, können Sie auch die materielle verstehen. Geisteswissenschaft ist nicht etwas für Sonderlinge, sondern gerade etwas für die Praktischsten unter den Praktikern.

[ 43 ] Erst wenn Sie die geistige Welt kennenlernen, können Sie auch die materielle verstehen. Geisteswissenschaft ist nicht etwas für Sonderlinge, sondern gerade etwas für die Praktischsten unter den Praktikern.

[ 44 ] Alles Dasein ist Geist. So wahr wie Eis Wasser ist, so wahr ist auch die Materie Geist. Ob Mineral, ob Pflanze, ob Tier oder Mensch, sie sind Geist in verdichteter Form.

[ 44 ] Alles Dasein ist Geist. So wahr wie Eis Wasser ist, so wahr ist auch die Materie Geist. Ob Mineral, ob Pflanze, ob Tier oder Mensch, sie sind Geist in verdichteter Form.

[ 45 ] In diesem Sinne werden wir durch die Rosenkreuzertheosophie zum Verständnis der geistigen Grundlagen der Welt geführt. Sie macht uns nicht zu Eigenbrötlern, sondern zu Freunden des Daseins, denn sie sieht nicht auf das Alltagsleben herab, entfremdet uns unseren irdischen Aufgaben nicht, sie verbindet uns mit ihnen. Sie spornt uns an zum werktätigen Schaffen, weil sie weiß, daß jede Handlung, wie auch jedes Wesen, ein Ausdruck des Geistes ist.

[ 45 ] In diesem Sinne werden wir durch die Rosenkreuzertheosophie zum Verständnis der geistigen Grundlagen der Welt geführt. Sie macht uns nicht zu Eigenbrötlern, sondern zu Freunden des Daseins, denn sie sieht nicht auf das Alltagsleben herab, entfremdet uns unseren irdischen Aufgaben nicht, sie verbindet uns mit ihnen. Sie spornt uns an zum werktätigen Schaffen, weil sie weiß, daß jede Handlung, wie auch jedes Wesen, ein Ausdruck des Geistes ist.