Human Development and Christ-Knowledge
GA 100
17 June 1907, Kassel
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Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis, 2nd ed.
Theosophie und Rosenkreuzertum II
Theosophie und Rosenkreuzertum II
[ 1 ] Nachdem wir gestern in einer Art von Einführung über Ziel und Wesen der geisteswissenschaftlichen Bewegung gesprochen haben, wollen wir heute direkt in das Wesen dieser Wissenschaft selbst eindringen. Es hat das ja den Nachteil, daß für diejenigen, die noch nicht mit diesen Dingen vertraut sind, etwas Schockierendes daraus resultieren kann; aber man muß Geduld haben und sich klar sein, daß manches, was für den ersten Anfang geradezu unsinnig scheint, sich im Laufe der Zeit als etwas In-sich-Haltbares und Begreifliches ausnehmen wird.
[ 1 ] Nachdem wir gestern in einer Art von Einführung über Ziel und Wesen der geisteswissenschaftlichen Bewegung gesprochen haben, wollen wir heute direkt in das Wesen dieser Wissenschaft selbst eindringen. Es hat das ja den Nachteil, daß für diejenigen, die noch nicht mit diesen Dingen vertraut sind, etwas Schockierendes daraus resultieren kann; aber man muß Geduld haben und sich klar sein, daß manches, was für den ersten Anfang geradezu unsinnig scheint, sich im Laufe der Zeit als etwas In-sich-Haltbares und Begreifliches ausnehmen wird.
[ 2 ] Von dem uns gestellten Thema werden wir zunächst die Betrachtung über das Wesen des Menschen durchzunehmen haben.
[ 2 ] Von dem uns gestellten Thema werden wir zunächst die Betrachtung über das Wesen des Menschen durchzunehmen haben.
[ 3 ] Dieser Mensch, der wir selber sind, soll vor unsere Seele treten. Er ist ein sehr kompliziertes Wesen, das komplizierteste, das überhaupt in der uns bekannten Welt uns entgegentreten kann. Daher ist zu allen Zeiten dieser Mensch von den Tiefersehenden Mikrokosmos genannt worden, im Gegensatz zum Makrokosmos, zum Weltenall, Paracelsus hat einen sehr schönen Vergleich gebraucht, um das Wesen des Menschen bildlich auszudrücken: Seht euch an die Natur, die euch umgibt, und denkt euch jedes Wesen — Pflanze, Tier, Stein — als je einen Buchstaben eines Alphabetes, und aus diesen Buchstaben ein Wort geschrieben, so habt ihr den Menschen.
[ 3 ] Dieser Mensch, der wir selber sind, soll vor unsere Seele treten. Er ist ein sehr kompliziertes Wesen, das komplizierteste, das überhaupt in der uns bekannten Welt uns entgegentreten kann. Daher ist zu allen Zeiten dieser Mensch von den Tiefersehenden Mikrokosmos genannt worden, im Gegensatz zum Makrokosmos, zum Weltenall, Paracelsus hat einen sehr schönen Vergleich gebraucht, um das Wesen des Menschen bildlich auszudrücken: Seht euch an die Natur, die euch umgibt, und denkt euch jedes Wesen — Pflanze, Tier, Stein — als je einen Buchstaben eines Alphabetes, und aus diesen Buchstaben ein Wort geschrieben, so habt ihr den Menschen.
[ 4 ] In dieser Beziehung werden wir das Goethe-Wort bewahrheitet finden: Man muß die ganze Natur verstehen, um den Menschen zu begreifen. — Zunächst soll das, was ich heute sage, sozusagen nur eine Skizze vom Wesen des Menschen sein. Wie eine Kohlezeichnung zum Bilde sich verhält, so soll sich die heutige Ausführung verhalten zu dem, was wir in den nächsten Tagen über das Wesen des Menschen durchnehmen werden.
[ 4 ] In dieser Beziehung werden wir das Goethe-Wort bewahrheitet finden: Man muß die ganze Natur verstehen, um den Menschen zu begreifen. — Zunächst soll das, was ich heute sage, sozusagen nur eine Skizze vom Wesen des Menschen sein. Wie eine Kohlezeichnung zum Bilde sich verhält, so soll sich die heutige Ausführung verhalten zu dem, was wir in den nächsten Tagen über das Wesen des Menschen durchnehmen werden.
[ 5 ] Wenn wir mit unseren physischen Sinnen als irdisches Wesen den Menschen betrachten, wie er so vor uns steht, wenn unsere Augen ihn sehen und unsere Hände ihn tasten, so ist er vom Standpunkt des Materialisten als ganzer Mensch aufgefaßt, als ein Wesen in einer Ganzheit. Für eine tiefersehende, das heißt für eine geistige Auffassung der Welt, ist das aber nur ein kleiner Teil des Menschen, den wir hier mit den physischen Sinnen wahrnehmen können; es ist derjenige Teil des Menschen, den der Anatom zergliedert und zerlegt, und den er in dieser Weise mit dem Verstande zu begreifen sucht, den er bis ins einzelne, in nur noch mit dem Mikroskop wahrnehmbare Zellen zerlegt, wodurch er sich ein Bild zu machen sucht von dem Bau und der Wirkungsart der einzelnen Organe.
[ 5 ] Wenn wir mit unseren physischen Sinnen als irdisches Wesen den Menschen betrachten, wie er so vor uns steht, wenn unsere Augen ihn sehen und unsere Hände ihn tasten, so ist er vom Standpunkt des Materialisten als ganzer Mensch aufgefaßt, als ein Wesen in einer Ganzheit. Für eine tiefersehende, das heißt für eine geistige Auffassung der Welt, ist das aber nur ein kleiner Teil des Menschen, den wir hier mit den physischen Sinnen wahrnehmen können; es ist derjenige Teil des Menschen, den der Anatom zergliedert und zerlegt, und den er in dieser Weise mit dem Verstande zu begreifen sucht, den er bis ins einzelne, in nur noch mit dem Mikroskop wahrnehmbare Zellen zerlegt, wodurch er sich ein Bild zu machen sucht von dem Bau und der Wirkungsart der einzelnen Organe.
[ 6 ] Alles das rechnet man in der Wissenschaft zum physischen Leibe. Diesen physischen Leib sieht man aber heute sehr häufig falsch an, indem man glaubt, das, was im Leben vor einem steht als Mensch, sei nur dieser physische Leib. Aber das ist gar nicht der Fall, sondern höhere Glieder der Menschennatur sind damit eng verbunden, wirken durch diesen physischen Leib hindurch und lassen ihn erst so erscheinen, wie er uns eben als Mensch in jedem unserer Mitmenschen entgegentritt. Dieser physische Leib würde ganz anders aussehen, wenn wir ihn von den höheren Gliedern der Menschennatur trennen könnten. Ihn, diesen physischen Leib, hat der Mensch gemeinsam mit der ganzen mineralischen Welt. Alle die Stoffe und alle die Kräfte, die zwischen den einzelnen mineralischen Stoffen ihr Spiel treiben, Eisen, Arsen, Kohle und so weiter, spielen auch in den Stoffen des menschlichen Leibes, des physischen Leibes der Tiere und der Pflanzen.
[ 6 ] Alles das rechnet man in der Wissenschaft zum physischen Leibe. Diesen physischen Leib sieht man aber heute sehr häufig falsch an, indem man glaubt, das, was im Leben vor einem steht als Mensch, sei nur dieser physische Leib. Aber das ist gar nicht der Fall, sondern höhere Glieder der Menschennatur sind damit eng verbunden, wirken durch diesen physischen Leib hindurch und lassen ihn erst so erscheinen, wie er uns eben als Mensch in jedem unserer Mitmenschen entgegentritt. Dieser physische Leib würde ganz anders aussehen, wenn wir ihn von den höheren Gliedern der Menschennatur trennen könnten. Ihn, diesen physischen Leib, hat der Mensch gemeinsam mit der ganzen mineralischen Welt. Alle die Stoffe und alle die Kräfte, die zwischen den einzelnen mineralischen Stoffen ihr Spiel treiben, Eisen, Arsen, Kohle und so weiter, spielen auch in den Stoffen des menschlichen Leibes, des physischen Leibes der Tiere und der Pflanzen.
[ 7 ] Wir werden ohne weiteres hingewiesen auf die höheren Glieder der menschlichen Natur, wenn wir uns einmal klarmachen, worin der gewaltige Unterschied zwischen diesem physischen Leib und den andern physischen Stoffen, die uns in der mineralischen Welt umgeben, besteht. Sie wissen alle, daß dieser wunderbare Bau des physischen Leibes das in sich birgt, was wir Innenleben, Bewußtsein, Lust und Leid, Freude, Liebe und Haß nennen; daß in diesem physischen Leibe nicht nur Stoffe der mineralischen Welt enthalten sind, sondern auch Gedanken. Sie sehen wohl die Röte der Wangen und die Farbe der Haare, aber Sie sehen nicht, was sich in diesem physischen Leibe abspielt an Lust und Leid, an Freude und Schmerz und so weiter. Alles das sehen wir nicht, aber doch spielt sich alles innerhalb der Hautumhüllung ab. Das ist schon der klarste und unwiderlegbarste Beweis, daß außer diesem Leibe noch etwas anderes da sein muß als nur die physischen Stoffe.
[ 7 ] Wir werden ohne weiteres hingewiesen auf die höheren Glieder der menschlichen Natur, wenn wir uns einmal klarmachen, worin der gewaltige Unterschied zwischen diesem physischen Leib und den andern physischen Stoffen, die uns in der mineralischen Welt umgeben, besteht. Sie wissen alle, daß dieser wunderbare Bau des physischen Leibes das in sich birgt, was wir Innenleben, Bewußtsein, Lust und Leid, Freude, Liebe und Haß nennen; daß in diesem physischen Leibe nicht nur Stoffe der mineralischen Welt enthalten sind, sondern auch Gedanken. Sie sehen wohl die Röte der Wangen und die Farbe der Haare, aber Sie sehen nicht, was sich in diesem physischen Leibe abspielt an Lust und Leid, an Freude und Schmerz und so weiter. Alles das sehen wir nicht, aber doch spielt sich alles innerhalb der Hautumhüllung ab. Das ist schon der klarste und unwiderlegbarste Beweis, daß außer diesem Leibe noch etwas anderes da sein muß als nur die physischen Stoffe.
[ 8 ] Wenn Sie die Träne perlen sehen, so ist die Träne der rein physische Ausdruck der Trauer, die sich im Inneren abspielt. Schauen Sie nun die Welt der Mineralien an. Stumm blickt Sie diese Welt der Mineralien an. Keine Freude, kein Schmerz, nichts von alledem ist wahrzunehmen. Der Stein hat kein Gefühl, kein Bewußtsein wie wir. Für den Geisteswissenschafter ist dieser Stein zu vergleichen mit den Nägeln an unseren Fingern oder mit den Zähnen. Betrachten Sie einen Fingernagel, auch er hat kein Gefühl, keine Empfindung; und doch ist der Nagel ein Glied von uns. So wie wir etwas in uns haben müssen, was dies veranlaßt, daß sich Nägel und Zähne bilden, so gibt es auch in der Welt etwas, was die Mineralien bildet. Die Nägel haben selbst kein Bewußtsein, aber sie gehören zu etwas, was Bewußtsein hat. Kriecht ein Käferchen über den Nagel, so wird zum Beispiel für diesen Käfer der Nagel vielleicht ein Mineral sein. So ist es, wenn wir über die Erde kriechen und nicht merken, daß ein Bewußtsein hinter dieser mineralischen Erde liegt; denn genau so, wie hinter dem Nagel ein Bewußtsein liegt, so auch hinter den Mineralien. Wir werden noch sehen, daß es eine Welt und daß es ein Bewußtsein gibt, welches der mineralischen Welt zugrunde liegt. Dieses Ich-Bewußtsein der mineralischen Welt liegt so hoch über uns, wie etwa das Bewußtsein des Käfers, der über unseren Fingernagel kriecht, überragt wird von unserem Bewußtsein, welches hinter dem Nagel liegt.
[ 8 ] Wenn Sie die Träne perlen sehen, so ist die Träne der rein physische Ausdruck der Trauer, die sich im Inneren abspielt. Schauen Sie nun die Welt der Mineralien an. Stumm blickt Sie diese Welt der Mineralien an. Keine Freude, kein Schmerz, nichts von alledem ist wahrzunehmen. Der Stein hat kein Gefühl, kein Bewußtsein wie wir. Für den Geisteswissenschafter ist dieser Stein zu vergleichen mit den Nägeln an unseren Fingern oder mit den Zähnen. Betrachten Sie einen Fingernagel, auch er hat kein Gefühl, keine Empfindung; und doch ist der Nagel ein Glied von uns. So wie wir etwas in uns haben müssen, was dies veranlaßt, daß sich Nägel und Zähne bilden, so gibt es auch in der Welt etwas, was die Mineralien bildet. Die Nägel haben selbst kein Bewußtsein, aber sie gehören zu etwas, was Bewußtsein hat. Kriecht ein Käferchen über den Nagel, so wird zum Beispiel für diesen Käfer der Nagel vielleicht ein Mineral sein. So ist es, wenn wir über die Erde kriechen und nicht merken, daß ein Bewußtsein hinter dieser mineralischen Erde liegt; denn genau so, wie hinter dem Nagel ein Bewußtsein liegt, so auch hinter den Mineralien. Wir werden noch sehen, daß es eine Welt und daß es ein Bewußtsein gibt, welches der mineralischen Welt zugrunde liegt. Dieses Ich-Bewußtsein der mineralischen Welt liegt so hoch über uns, wie etwa das Bewußtsein des Käfers, der über unseren Fingernagel kriecht, überragt wird von unserem Bewußtsein, welches hinter dem Nagel liegt.
[ 9 ] Dieses Bewußtsein der mineralischen Welt schreibt die Rosenkreuzerphilosophie einer Welt zu, die sie die Vernunftwelt nennt; dort liegt das Bewußtsein der Mineralien, und dort urständet auch die menschliche Vernunft, derzufolge wir uns Gedanken bilden. Aber die Gedanken, die in uns leben, sind ein höchst trügerisches Ding; die Gedankenwelt des Menschen verhält sich zu den Wesenheiten dieser Vernunftwelt etwa wie unser Schatten an der Wand zu uns selbst. Wie der Schatten an der Wand doch nicht ich selbst bin, sondern eben nur der Schatten von mir, so sind die Gedanken der Menschen nur Schattenbilder von der Welt des Geistes. Aber daß ein Gedanke hier gefaßt wird, das hat seinen Grund darin, daß in der Vernunftwelt wirklich eine schaffende Wesenheit ist, die diesen Gedanken produziert. Es ist eine Welt, wo unsere Gedanken wirkliche Wesenheiten sind, denen man dort begegnet, wie man hier den andern Menschen begegnet. Das ist für den Eingeweihten die obere Devachanwelt, das Arupa Devachan der Inder, oder auch die obere Mentalwelt, das ist die Vernunftwelt der Rosenkreuzer. Wenn ein Eingeweihter durch diese physische Welt geht, spricht zu ihm auf jedem Stück Erde Leben, und er fühlt in allem die Manifestationen einer andern Welt. Da wir nun in unserem physischen Leibe nichts anderes sind als Stücke dieser physischen Welt, haben wir auch ein untergeordnetes physisches Bewußtsein, das hinaufreicht bis in die obere Vernunftwelt, eben bis dahin, wo auch das Bewußtsein der mineralischen Welt liegt.
[ 9 ] Dieses Bewußtsein der mineralischen Welt schreibt die Rosenkreuzerphilosophie einer Welt zu, die sie die Vernunftwelt nennt; dort liegt das Bewußtsein der Mineralien, und dort urständet auch die menschliche Vernunft, derzufolge wir uns Gedanken bilden. Aber die Gedanken, die in uns leben, sind ein höchst trügerisches Ding; die Gedankenwelt des Menschen verhält sich zu den Wesenheiten dieser Vernunftwelt etwa wie unser Schatten an der Wand zu uns selbst. Wie der Schatten an der Wand doch nicht ich selbst bin, sondern eben nur der Schatten von mir, so sind die Gedanken der Menschen nur Schattenbilder von der Welt des Geistes. Aber daß ein Gedanke hier gefaßt wird, das hat seinen Grund darin, daß in der Vernunftwelt wirklich eine schaffende Wesenheit ist, die diesen Gedanken produziert. Es ist eine Welt, wo unsere Gedanken wirkliche Wesenheiten sind, denen man dort begegnet, wie man hier den andern Menschen begegnet. Das ist für den Eingeweihten die obere Devachanwelt, das Arupa Devachan der Inder, oder auch die obere Mentalwelt, das ist die Vernunftwelt der Rosenkreuzer. Wenn ein Eingeweihter durch diese physische Welt geht, spricht zu ihm auf jedem Stück Erde Leben, und er fühlt in allem die Manifestationen einer andern Welt. Da wir nun in unserem physischen Leibe nichts anderes sind als Stücke dieser physischen Welt, haben wir auch ein untergeordnetes physisches Bewußtsein, das hinaufreicht bis in die obere Vernunftwelt, eben bis dahin, wo auch das Bewußtsein der mineralischen Welt liegt.
[ 10 ] Also unser physischer Körper ist mineralischer Natur seiner Stofflichkeit nach, und das Bewußtsein von diesem physischen Körper liegt auch da, wo das Bewußtsein dieser mineralischen Welt zu suchen ist.
[ 10 ] Also unser physischer Körper ist mineralischer Natur seiner Stofflichkeit nach, und das Bewußtsein von diesem physischen Körper liegt auch da, wo das Bewußtsein dieser mineralischen Welt zu suchen ist.
[ 11 ] Was ist denn aber nun der Unterschied zwischen diesem physischen Körper und einem Mineral, zum Beispiel dem Bergkristall? Wenn wir unseren Leib mit einem Kristall vergleichen, so finden wir ohne weiteres, daß er im Vergleich mit diesem doch ein sehr kompliziertes Ding ist. Vergegenwärtigen wir uns einmal, was für ein Unterschied ist zwischen einem Mineral und einem lebenden Wesen. Den Stoffen nach besteht gar kein Unterschied, denn es kommen im lebenden Wesen genau dieselben Stoffe vor wie im Mineral, nur der Aufbau ist ein viel komplizierterer.
[ 11 ] Was ist denn aber nun der Unterschied zwischen diesem physischen Körper und einem Mineral, zum Beispiel dem Bergkristall? Wenn wir unseren Leib mit einem Kristall vergleichen, so finden wir ohne weiteres, daß er im Vergleich mit diesem doch ein sehr kompliziertes Ding ist. Vergegenwärtigen wir uns einmal, was für ein Unterschied ist zwischen einem Mineral und einem lebenden Wesen. Den Stoffen nach besteht gar kein Unterschied, denn es kommen im lebenden Wesen genau dieselben Stoffe vor wie im Mineral, nur der Aufbau ist ein viel komplizierterer.
[ 12 ] Wenn Sie das Mineral in seiner Form vor sich haben, so bleibt es dasselbe Mineral durch sich selbst. Das ist aber nicht so beim lebendigen Wesen, bei Pflanze, Tier und Mensch. Sobald sich nämlich der Stoff so kompliziert, daß er sich nicht mehr durch sich selbst halten kann, also in sich selbst zerfallen müßte, dann gibt es etwas, was in diesem Stoff wenn er eben zu kompliziert wird, um sich durch sich selbst halten zu können -, etwas, was ihn an diesem Verfall hindert, und dann haben wir das vor uns, was wir ein lebendes Wesen nennen. Daher sagt die Geisteswissenschaft: Ein lebendes Wesen würde von selbst in die einzelnen Komponenten seines Stoffes zerfallen, wenn nicht in ihm selbst der Verhinderer dieses Verfalles vorhanden wäre. Und das, was dieses lebende Wesen jeden Augenblick am Zerfall des Stoffes hindert, also den Verhinderer dieses Zerfalles, nennen wir den Äther- oder Lebensleib, der aber ein Gebilde ganz anderer Natur ist als die physischen Stoffe, aus denen der physische Leib besteht, der aber die Fähigkeit hat, in jedem Lebewesen die komplizierten physischen Stoffe zu bilden und zu erhalten und am Zerfall zu verhindern. Was sich so rein äußerlich in einem Organismus äußert, nennen wir Leben. Dieser Äther- oder Lebensleib oder Bildekräfteleib kann mit physischen Augen nicht wahrgenommen werden, wohl aber durch den ersten Grad der hellseherischen Schau, und die Aufgabe des Sehers ist es, sich so heranzubilden, daß er diesen Ätherleib eben sehen kann, wie wir mit den physischen Augen den physischen Leib sehen. Auch die moderne Naturwissenschaft sucht wohl nach diesem Ätherleib, aber nur durch Spekulation sucht sie sich eine Vorstellung davon zu machen und spricht zum Beispiel von der Lebenskraft, Lebensenergie.
[ 12 ] Wenn Sie das Mineral in seiner Form vor sich haben, so bleibt es dasselbe Mineral durch sich selbst. Das ist aber nicht so beim lebendigen Wesen, bei Pflanze, Tier und Mensch. Sobald sich nämlich der Stoff so kompliziert, daß er sich nicht mehr durch sich selbst halten kann, also in sich selbst zerfallen müßte, dann gibt es etwas, was in diesem Stoff wenn er eben zu kompliziert wird, um sich durch sich selbst halten zu können -, etwas, was ihn an diesem Verfall hindert, und dann haben wir das vor uns, was wir ein lebendes Wesen nennen. Daher sagt die Geisteswissenschaft: Ein lebendes Wesen würde von selbst in die einzelnen Komponenten seines Stoffes zerfallen, wenn nicht in ihm selbst der Verhinderer dieses Verfalles vorhanden wäre. Und das, was dieses lebende Wesen jeden Augenblick am Zerfall des Stoffes hindert, also den Verhinderer dieses Zerfalles, nennen wir den Äther- oder Lebensleib, der aber ein Gebilde ganz anderer Natur ist als die physischen Stoffe, aus denen der physische Leib besteht, der aber die Fähigkeit hat, in jedem Lebewesen die komplizierten physischen Stoffe zu bilden und zu erhalten und am Zerfall zu verhindern. Was sich so rein äußerlich in einem Organismus äußert, nennen wir Leben. Dieser Äther- oder Lebensleib oder Bildekräfteleib kann mit physischen Augen nicht wahrgenommen werden, wohl aber durch den ersten Grad der hellseherischen Schau, und die Aufgabe des Sehers ist es, sich so heranzubilden, daß er diesen Ätherleib eben sehen kann, wie wir mit den physischen Augen den physischen Leib sehen. Auch die moderne Naturwissenschaft sucht wohl nach diesem Ätherleib, aber nur durch Spekulation sucht sie sich eine Vorstellung davon zu machen und spricht zum Beispiel von der Lebenskraft, Lebensenergie.
[ 13 ] Wie stellt sich denn nun dieser Ätherleib für das hellseherische Auge, also für den Hellseher dar?
[ 13 ] Wie stellt sich denn nun dieser Ätherleib für das hellseherische Auge, also für den Hellseher dar?
[ 14 ] Wenn Sie zum Beispiel ein Ding der mineralischen Welt, sagen wir einen Bergkristall, mit dem Auge des Sehers betrachten, und zu diesem Zweck den physischen Stoff ausschalten durch eine Art Ablenkung der Aufmerksamkeit, dann sehen Sie in dem Raume, den der physische Kristall einnimmt, nichts. Der Raum ist leer. Betrachten Sie aber auf dieselbe Weise irgendein lebendes Wesen, also Pflanze, Tier oder Mensch, dann ist dieser Raum, den der physische Körper einnimmt, nicht leer, sondern noch immer ausgefüllt mit einer Art Lichtgestalt, und das ist eben der vorhin erwähnte Ätherleib. Dieser Ätherleib ist nicht bei allen Lebewesen gleich, sondern sogar außerordentlich verschieden, auch in bezug auf die Form und das Größenverhältnis verschieden zu dem physischen Körper des betreffenden Lebewesens, und zwar ganz nach der Entwickelungsstufe, auf der das Lebewesen steht. Bei den Pflanzen ist dieser Ätherleib noch ganz anders geformt als die Pflanze selbst; beim Tier ist er der äußeren Tierform schon ähnlicher, und beim Menschen stellt sich der Ätherleib als eine Lichtgestalt dar, die der Form nach fast genau dem physischen Leibe entspricht. Sieht man sich zum Beispiel ein Pferd von diesem Standpunkte aus an, so sieht man außerhalb des Kopfes, vor der Stirn, diesen Ätherleib ziemlich weit herausragen in Form einer Lichtgestalt, die sich aber der Form des Pferdekopfes ungefähr anpaßt, während Sie beim heutigen Durchschnittsmenschen den Ätherleib nur oberhalb des Kopfes und zu beiden Seiten desselben ganz wenig herausragen sehen.
[ 14 ] Wenn Sie zum Beispiel ein Ding der mineralischen Welt, sagen wir einen Bergkristall, mit dem Auge des Sehers betrachten, und zu diesem Zweck den physischen Stoff ausschalten durch eine Art Ablenkung der Aufmerksamkeit, dann sehen Sie in dem Raume, den der physische Kristall einnimmt, nichts. Der Raum ist leer. Betrachten Sie aber auf dieselbe Weise irgendein lebendes Wesen, also Pflanze, Tier oder Mensch, dann ist dieser Raum, den der physische Körper einnimmt, nicht leer, sondern noch immer ausgefüllt mit einer Art Lichtgestalt, und das ist eben der vorhin erwähnte Ätherleib. Dieser Ätherleib ist nicht bei allen Lebewesen gleich, sondern sogar außerordentlich verschieden, auch in bezug auf die Form und das Größenverhältnis verschieden zu dem physischen Körper des betreffenden Lebewesens, und zwar ganz nach der Entwickelungsstufe, auf der das Lebewesen steht. Bei den Pflanzen ist dieser Ätherleib noch ganz anders geformt als die Pflanze selbst; beim Tier ist er der äußeren Tierform schon ähnlicher, und beim Menschen stellt sich der Ätherleib als eine Lichtgestalt dar, die der Form nach fast genau dem physischen Leibe entspricht. Sieht man sich zum Beispiel ein Pferd von diesem Standpunkte aus an, so sieht man außerhalb des Kopfes, vor der Stirn, diesen Ätherleib ziemlich weit herausragen in Form einer Lichtgestalt, die sich aber der Form des Pferdekopfes ungefähr anpaßt, während Sie beim heutigen Durchschnittsmenschen den Ätherleib nur oberhalb des Kopfes und zu beiden Seiten desselben ganz wenig herausragen sehen.
[ 15 ] Was nun die Substantialität des Ätherleibes anbelangt, so macht man sich gewöhnlich falsche Vorstellungen von der Stofflichkeit dieses Ätherleibes. Auch in der Theosophischen Gesellschaft ist viel Irriges und Verwirrendes geredet und geschrieben worden über diesen Ätherleib, aber das gehört zu den Kinderkrankheiten der Theosophischen Gesellschaft und muß überwunden werden. Um sich eine richtige Vorstellung von der Stofflichkeit des Ätherleibes zu machen, folgen Sie mir bitte in einem Vergleich.
[ 15 ] Was nun die Substantialität des Ätherleibes anbelangt, so macht man sich gewöhnlich falsche Vorstellungen von der Stofflichkeit dieses Ätherleibes. Auch in der Theosophischen Gesellschaft ist viel Irriges und Verwirrendes geredet und geschrieben worden über diesen Ätherleib, aber das gehört zu den Kinderkrankheiten der Theosophischen Gesellschaft und muß überwunden werden. Um sich eine richtige Vorstellung von der Stofflichkeit des Ätherleibes zu machen, folgen Sie mir bitte in einem Vergleich.
[ 16 ] Denken Sie sich, Sie hätten hundert Mark und würden immer mehr und mehr davon ausgeben; dann wird das Vermögen immer dünner und dünner, und schließlich haben Sie nichts mehr. Das wäre also der dünnste Zustand des Vermögens. Aber es gibt einen noch dünneren, indem man das Nichts des Besitzes noch mehr vermindert, indem man negatives Vermögen, also Schulden macht. Man kann also das Vermögen noch vermindern, denn nun hätte man weniger als Nichts, wenn man zum Beispiel zehn Mark Schulden macht.
[ 16 ] Denken Sie sich, Sie hätten hundert Mark und würden immer mehr und mehr davon ausgeben; dann wird das Vermögen immer dünner und dünner, und schließlich haben Sie nichts mehr. Das wäre also der dünnste Zustand des Vermögens. Aber es gibt einen noch dünneren, indem man das Nichts des Besitzes noch mehr vermindert, indem man negatives Vermögen, also Schulden macht. Man kann also das Vermögen noch vermindern, denn nun hätte man weniger als Nichts, wenn man zum Beispiel zehn Mark Schulden macht.
[ 17 ] Oder denken Sie sich das auf etwas anderes angewandt. Denken Sie sich eine Schlacht mit ihrem ungeheuren Getöse; gehen Sie nun weiter weg davon, dann wird das Getöse schwächer und schwächer, es wird stiller und stiller, bis Sie gar nichts mehr davon hören. Vermindert man nun dieses Nichtshören: es wird stiller als still, lautloser als lautlos nun, eine solche Ruhe gibt es in der Tat. Und sie ist etwas im höchsten Grade Beseligendes, wenn sich das auch der gewöhnliche Mensch nicht so leicht wird vorstellen können.
[ 17 ] Oder denken Sie sich das auf etwas anderes angewandt. Denken Sie sich eine Schlacht mit ihrem ungeheuren Getöse; gehen Sie nun weiter weg davon, dann wird das Getöse schwächer und schwächer, es wird stiller und stiller, bis Sie gar nichts mehr davon hören. Vermindert man nun dieses Nichtshören: es wird stiller als still, lautloser als lautlos nun, eine solche Ruhe gibt es in der Tat. Und sie ist etwas im höchsten Grade Beseligendes, wenn sich das auch der gewöhnliche Mensch nicht so leicht wird vorstellen können.
[ 18 ] Denken Sie sich aber nun diese Beispiele einmal angewendet auf die Dichtigkeit des Stoffes, dann haben Sie ja zunächst einmal die allgemein bekannten drei Aggregatzustände: fest, flüssig, gas- oder luftförmig; aber dabei dürfen wir nicht stehenbleiben, entsprechend dem oben angeführten Beispiel vom Vermögen. Wie wir da das Vermögen zu einem negativen Vermögen verdünnen können, so wird auch hier der Stoff immer dünner und dünner, über den gasförmigen Zustand hinaus immer dünner. Und so denken Sie sich eine Art von Stoff, der entgegengesetzt wäre dem physischen Stoffe; dann kommen Sie zu einer ungefähren Vorstellung von dem, woraus der Äther besteht.
[ 18 ] Denken Sie sich aber nun diese Beispiele einmal angewendet auf die Dichtigkeit des Stoffes, dann haben Sie ja zunächst einmal die allgemein bekannten drei Aggregatzustände: fest, flüssig, gas- oder luftförmig; aber dabei dürfen wir nicht stehenbleiben, entsprechend dem oben angeführten Beispiel vom Vermögen. Wie wir da das Vermögen zu einem negativen Vermögen verdünnen können, so wird auch hier der Stoff immer dünner und dünner, über den gasförmigen Zustand hinaus immer dünner. Und so denken Sie sich eine Art von Stoff, der entgegengesetzt wäre dem physischen Stoffe; dann kommen Sie zu einer ungefähren Vorstellung von dem, woraus der Äther besteht.
[ 19 ] Wie das negative Vermögen die umgekehrten Bedingungen des positiven hat — Plusvermögen macht reich, Minusvermögen macht arm; je mehr Vermögen ich habe, desto mehr kann ich kaufen, je weniger Vermögen ich habe, desto weniger kann ich mir kaufen -, so hat auch der Weltenäther, von dem ja der Ätherleib eines jeden Lebewesens ein Teil ist, eben auch die umgekehrten Eigenschaften des physischen Stoffes. Wie der feste Stoff das Bestreben hat, auseinanderzufallen, so ist der Ätherleib bestrebt, alles zusammenzuhalten und den physischen Körper, den er durchdrungen hat, am Zerfall zu verhindern. Dieser Zerfall in die einzelnen Grundstoffe tritt bei jedem Lebewesen sofort ein, sobald der Ätherleib aus dem physischen Leibe heraustritt, oder mit andern Worten, wenn der physische Tod des Lebewesens eintritt. So haben wir damit die Materie verfolgt in eine Welt hinein, wo sie die entgegengesetzte Wirkung hat wie unsere physische Materie.
[ 19 ] Wie das negative Vermögen die umgekehrten Bedingungen des positiven hat — Plusvermögen macht reich, Minusvermögen macht arm; je mehr Vermögen ich habe, desto mehr kann ich kaufen, je weniger Vermögen ich habe, desto weniger kann ich mir kaufen -, so hat auch der Weltenäther, von dem ja der Ätherleib eines jeden Lebewesens ein Teil ist, eben auch die umgekehrten Eigenschaften des physischen Stoffes. Wie der feste Stoff das Bestreben hat, auseinanderzufallen, so ist der Ätherleib bestrebt, alles zusammenzuhalten und den physischen Körper, den er durchdrungen hat, am Zerfall zu verhindern. Dieser Zerfall in die einzelnen Grundstoffe tritt bei jedem Lebewesen sofort ein, sobald der Ätherleib aus dem physischen Leibe heraustritt, oder mit andern Worten, wenn der physische Tod des Lebewesens eintritt. So haben wir damit die Materie verfolgt in eine Welt hinein, wo sie die entgegengesetzte Wirkung hat wie unsere physische Materie.
[ 20 ] Wenn ich sage, daß beim Menschen der Ätherleib ähnlich dem physischen Leib aussieht, so komme ich zu einer Tatsache, die man kennen muß, und die hier erwähnt werden soll, da wichtige Folgerungen daraus für die späteren Vorträge entstehen. Dieser Ausspruch bedarf nämlich einer sehr wichtigen Einschränkung, denn in Wahrheit ist nämlich der Ätherleib sehr verschieden vom physischen Leibe und diesem eigentlich nur in seinem oberen Teile, im Kopfteil, ähnlich; sehr verschieden aber ist er vom physischen Leibe in der Hinsicht, daß er ein diesem entgegengesetztes Geschlecht hat: der Ätherleib des Mannes ist nämlich weiblich, und umgekehrt, der des Weibes männlich. Jeder Mensch ist also zweigeschlechtlich; das physische Geschlecht ist nur ein äußerer Ausdruck, der seinen entgegengesetzten Pol im Ätherleibe hat. Wie ein Magnet Nordpol und Südpol hat, wie es beim Magneten gar keinen Nordpol allein gibt, so auch hier Pol und Gegenpol.
[ 20 ] Wenn ich sage, daß beim Menschen der Ätherleib ähnlich dem physischen Leib aussieht, so komme ich zu einer Tatsache, die man kennen muß, und die hier erwähnt werden soll, da wichtige Folgerungen daraus für die späteren Vorträge entstehen. Dieser Ausspruch bedarf nämlich einer sehr wichtigen Einschränkung, denn in Wahrheit ist nämlich der Ätherleib sehr verschieden vom physischen Leibe und diesem eigentlich nur in seinem oberen Teile, im Kopfteil, ähnlich; sehr verschieden aber ist er vom physischen Leibe in der Hinsicht, daß er ein diesem entgegengesetztes Geschlecht hat: der Ätherleib des Mannes ist nämlich weiblich, und umgekehrt, der des Weibes männlich. Jeder Mensch ist also zweigeschlechtlich; das physische Geschlecht ist nur ein äußerer Ausdruck, der seinen entgegengesetzten Pol im Ätherleibe hat. Wie ein Magnet Nordpol und Südpol hat, wie es beim Magneten gar keinen Nordpol allein gibt, so auch hier Pol und Gegenpol.
[ 21 ] Dieser Äther- oder Lebensleib, auch Bildekräfteleib genannt, ist also das zweite Glied der menschlichen Wesenheit und bleibt von der Geburt bis zum Tode innig verbunden mit dem physischen Leibe des Menschen, und das Herauslösen dieses Lebensleibes aus dem physischen Körper ist eben der Tod.
[ 21 ] Dieser Äther- oder Lebensleib, auch Bildekräfteleib genannt, ist also das zweite Glied der menschlichen Wesenheit und bleibt von der Geburt bis zum Tode innig verbunden mit dem physischen Leibe des Menschen, und das Herauslösen dieses Lebensleibes aus dem physischen Körper ist eben der Tod.
[ 22 ] Der physische Leib wird erst aufgebaut von dem Ätherleib; dieser Ätherleib ist sozusagen der Architekt des physischen Leibes. Wenn Sie sich ein Bild dafür machen wollen, so nehmen Sie das Bild von Wasser und Eis. Wenn das Wasser sich abkühlt, nimmt es eine andere Form an, es wird zu Eis. Und genau wie aus dem Wasser Eis entsteht durch Verdichtung, so ist aus dem physischen Leibe der Ätherleib herausgegliedert.
[ 22 ] Der physische Leib wird erst aufgebaut von dem Ätherleib; dieser Ätherleib ist sozusagen der Architekt des physischen Leibes. Wenn Sie sich ein Bild dafür machen wollen, so nehmen Sie das Bild von Wasser und Eis. Wenn das Wasser sich abkühlt, nimmt es eine andere Form an, es wird zu Eis. Und genau wie aus dem Wasser Eis entsteht durch Verdichtung, so ist aus dem physischen Leibe der Ätherleib herausgegliedert.
[ 23 ] Eis: Wasser, Physischer Leib: Ätherleib; das heißt, die Kräfte des Ätherleibes sind greifbar, physisch wahrnehmbar geworden im physischen Leibe. Geradeso wie im Wasser auch schon die Kräfte lagen, welche sich dann in dem festen Eise äußern, so liegen im Ätherleib alle die Kräfte zum Aufbau des physischen Leibes schon darinnen. So liegt also schon im Ätherleib zum Beispiel eine Kraft, aus der sich das Herz, der Magen, das Gehirn und so weiter herausgliedern. So ist für jedes Organ unseres physischen Leibes im Ätherleib eine Anlage vorhanden; aber diese Anlagen sind keine Stoffe, sondern Kräfteströmungen. Diesen Ätherleib nun hat der Mensch gemeinsam mit allen Pflanzen und allen Tieren, also mit allen physischen Wesenheiten, die eben Leben äußern.
[ 23 ] Eis: Wasser, Physischer Leib: Ätherleib; das heißt, die Kräfte des Ätherleibes sind greifbar, physisch wahrnehmbar geworden im physischen Leibe. Geradeso wie im Wasser auch schon die Kräfte lagen, welche sich dann in dem festen Eise äußern, so liegen im Ätherleib alle die Kräfte zum Aufbau des physischen Leibes schon darinnen. So liegt also schon im Ätherleib zum Beispiel eine Kraft, aus der sich das Herz, der Magen, das Gehirn und so weiter herausgliedern. So ist für jedes Organ unseres physischen Leibes im Ätherleib eine Anlage vorhanden; aber diese Anlagen sind keine Stoffe, sondern Kräfteströmungen. Diesen Ätherleib nun hat der Mensch gemeinsam mit allen Pflanzen und allen Tieren, also mit allen physischen Wesenheiten, die eben Leben äußern.
[ 24 ] Nun kann man fragen: Haben die Pflanzen eine Art Bewußtsein in dem Sinne, wie wir für die Welt der Mineralien ein Bewußtsein gefunden haben? — Wir haben ja vorhin gesehen, daß das Bewußtsein der Mineralien in der oberen Vernunftwelt gefunden wird durch die Geistesforschung, wo ja auch unsere Gedanken urständen.
[ 24 ] Nun kann man fragen: Haben die Pflanzen eine Art Bewußtsein in dem Sinne, wie wir für die Welt der Mineralien ein Bewußtsein gefunden haben? — Wir haben ja vorhin gesehen, daß das Bewußtsein der Mineralien in der oberen Vernunftwelt gefunden wird durch die Geistesforschung, wo ja auch unsere Gedanken urständen.
[ 25 ] So wie unsere Finger nicht ein selbständiges Bewußtsein haben, sondern wie das Bewußtsein eines Fingers zum Bewußtsein des ganzen Menschen gehört, ebenso gehören die Pflanzen auch zu einem Bewußtsein, und dieses liegt nun in der unteren Vernunftwelt, der Gestirnwelt, der himmlischen Welt, des Rupa Devachan. Wenn der Geistesforscher diese Welt betritt, dann begegnet er dort den Seelen der Pflanzen. Die Seelen der Pflanzen sind dort ebensolche Wesen wie wir hier; und diese Wesen verhalten sich zu den Pflanzen etwa, wie eben der Mensch sich zu seinen Fingern verhält.
[ 25 ] So wie unsere Finger nicht ein selbständiges Bewußtsein haben, sondern wie das Bewußtsein eines Fingers zum Bewußtsein des ganzen Menschen gehört, ebenso gehören die Pflanzen auch zu einem Bewußtsein, und dieses liegt nun in der unteren Vernunftwelt, der Gestirnwelt, der himmlischen Welt, des Rupa Devachan. Wenn der Geistesforscher diese Welt betritt, dann begegnet er dort den Seelen der Pflanzen. Die Seelen der Pflanzen sind dort ebensolche Wesen wie wir hier; und diese Wesen verhalten sich zu den Pflanzen etwa, wie eben der Mensch sich zu seinen Fingern verhält.
[ 26 ] In dieser unteren Devachanwelt ist also das Bewußtsein der Pflanzen verankert. In ihr wurzeln die Kräfte, die allem Wachstum und allem organischen Aufbau zugrunde liegen. In ihr wurzeln also auch die Kräfte, die unseren eigenen physischen Leib aufbauen; das heißt also, die Kräfte unseres Ätherleibes, den wir ja schon als den Architekten des physischen Leibes bezeichnet haben. Dieses Bewußtsein der Pflanzenwelt, das ist ein ungemein viel höheres und weisheitsvolleres als das Bewußtsein des Menschen.
[ 26 ] In dieser unteren Devachanwelt ist also das Bewußtsein der Pflanzen verankert. In ihr wurzeln die Kräfte, die allem Wachstum und allem organischen Aufbau zugrunde liegen. In ihr wurzeln also auch die Kräfte, die unseren eigenen physischen Leib aufbauen; das heißt also, die Kräfte unseres Ätherleibes, den wir ja schon als den Architekten des physischen Leibes bezeichnet haben. Dieses Bewußtsein der Pflanzenwelt, das ist ein ungemein viel höheres und weisheitsvolleres als das Bewußtsein des Menschen.
[ 27 ] Das wird Ihnen ohne weiteres klarwerden, wenn Sie bedenken, wie weise nicht nur des Menschen physischer Leib, sondern aller von einem Ätherleibe durchdrungenen Wesen, also aller Lebewesen, aufgebaut ist. Welche ungeheure Weisheit gehört dazu, den einfachsten physischen Leib irgendeines Lebewesens aufzubauen, geschweige denn das kunstvollste Gebilde aller irdischen Lebewesen: den menschlichen Leib!
[ 27 ] Das wird Ihnen ohne weiteres klarwerden, wenn Sie bedenken, wie weise nicht nur des Menschen physischer Leib, sondern aller von einem Ätherleibe durchdrungenen Wesen, also aller Lebewesen, aufgebaut ist. Welche ungeheure Weisheit gehört dazu, den einfachsten physischen Leib irgendeines Lebewesens aufzubauen, geschweige denn das kunstvollste Gebilde aller irdischen Lebewesen: den menschlichen Leib!
[ 28 ] Betrachten Sie nur einmal zum Beispiel den menschlichen Oberschenkelknochen in seinem oberen Teile, wie wunderbar nach allen Regeln der Baukunst die einzelnen Knochenbälkchen aneinandergegliedert sind! Der Oberschenkelknochen ist gerade an dieser Stelle durchaus ein viel komplizierteres Gebilde, als wie er uns äußerlich betrachtet erscheint; er ist zusammengesetzt aus einem Gerüste von Balken, die in ihrer Winkelstellung zueinander derartig weisheitsvoll gefügt sind, daß mit dem kleinsten Maß von Stoff es erreicht ist, daß der ganze Körper getragen werden kann. Wahrlich ein größeres Kunstwerk als der komplizierteste Brückenbau, und keine Ingenieurkunst der Welt kann etwas Derartiges nachmachen. Oder betrachten Sie den Bau des Herzens; es ist so weisheitsvoll gebaut, daß der Mensch mit all seiner Weisheit ein rechtes Kind ist gegen die Weisheit, die sich darin offenbart. Und was hält dieses menschliche Herz alles aus, trotzdem die Torheit des Menschen es fast täglich zu ruinieren versucht, zum Beispiel durch unsere sogenannten Genußmittel, Kaffee, Alkohol, Nikotin.
[ 28 ] Betrachten Sie nur einmal zum Beispiel den menschlichen Oberschenkelknochen in seinem oberen Teile, wie wunderbar nach allen Regeln der Baukunst die einzelnen Knochenbälkchen aneinandergegliedert sind! Der Oberschenkelknochen ist gerade an dieser Stelle durchaus ein viel komplizierteres Gebilde, als wie er uns äußerlich betrachtet erscheint; er ist zusammengesetzt aus einem Gerüste von Balken, die in ihrer Winkelstellung zueinander derartig weisheitsvoll gefügt sind, daß mit dem kleinsten Maß von Stoff es erreicht ist, daß der ganze Körper getragen werden kann. Wahrlich ein größeres Kunstwerk als der komplizierteste Brückenbau, und keine Ingenieurkunst der Welt kann etwas Derartiges nachmachen. Oder betrachten Sie den Bau des Herzens; es ist so weisheitsvoll gebaut, daß der Mensch mit all seiner Weisheit ein rechtes Kind ist gegen die Weisheit, die sich darin offenbart. Und was hält dieses menschliche Herz alles aus, trotzdem die Torheit des Menschen es fast täglich zu ruinieren versucht, zum Beispiel durch unsere sogenannten Genußmittel, Kaffee, Alkohol, Nikotin.
[ 29 ] Zur Ausführung eines solchen Wunderbaues wie den des physischen Leibes sind Kräfte nötig, die sich hinauferstrecken bis in die Astralwelt, und erst die Wesenheiten dieser Astralwelt sind, trivial gesprochen, so gescheit, daß sie einen solchen physischen Leib aufbauen können.
[ 29 ] Zur Ausführung eines solchen Wunderbaues wie den des physischen Leibes sind Kräfte nötig, die sich hinauferstrecken bis in die Astralwelt, und erst die Wesenheiten dieser Astralwelt sind, trivial gesprochen, so gescheit, daß sie einen solchen physischen Leib aufbauen können.
[ 30 ] Und nun kommen wir zum dritten Glied der menschlichen Wesenheit. Die Pflanzen haben einen physischen Leib und einen Ätherleib; sie haben aber etwas nicht, was Tiere und Menschen haben: sie haben nicht Leid, nicht Lust, keine Schmerzen und keine Empfindung. Das ist der Unterschied von Tier und Mensch einerseits und den Pflanzen andererseits. Der Unterschied beruht darauf, daß in Tier und Mensch sich Innenvorgänge abspielen. Die neuere Wissenschaft hat ja sogar auch den Pflanzen aus den Vorgängen, welche man bei ihnen beobachtet, Empfindung zusprechen wollen. Es ist jammervoll, wenn man sieht, was für ein Unfug mit Begriffen getrieben wird, denn hier finden keinerlei innere Vorgänge statt wie bei einer jeden Empfindung; diese «Empfindung» müßte man mit demselben Rechte auch dem blauen Lakmuspapier zuschreiben. Aber das kommt davon, wenn man die Empfindung hier in der physischen Welt sucht. In der physischen Welt kann man keine Empfindung bei einem derartigen Phänomen, wie es sich an manchen Pflanzen zeigt, finden; da muß man in die himmlischen Welten gehen. Eingeschaltet soll hier werden, um Mißverständnissen vorzubeugen, daß bei den sogenannten reagierenden Pflanzen, zum Beispiel der Mimose, dieser Reizvorgang sich nicht als Empfindung spiegelt in der physischen Welt, sondern nur in der niederen Vernunftwelt, wo sich ja das Bewußtsein der Pflanzen befindet. Hier unten in der physischen Welt hat nur der Mensch und das Tier Begierde und Leidenschaften, Freuden und Schmerzen. Warum? Weil sie außer dem physischen Leib und Ätherleib auch noch den Astralleib haben, das dritte Glied der menschlichen Wesenheit.
[ 30 ] Und nun kommen wir zum dritten Glied der menschlichen Wesenheit. Die Pflanzen haben einen physischen Leib und einen Ätherleib; sie haben aber etwas nicht, was Tiere und Menschen haben: sie haben nicht Leid, nicht Lust, keine Schmerzen und keine Empfindung. Das ist der Unterschied von Tier und Mensch einerseits und den Pflanzen andererseits. Der Unterschied beruht darauf, daß in Tier und Mensch sich Innenvorgänge abspielen. Die neuere Wissenschaft hat ja sogar auch den Pflanzen aus den Vorgängen, welche man bei ihnen beobachtet, Empfindung zusprechen wollen. Es ist jammervoll, wenn man sieht, was für ein Unfug mit Begriffen getrieben wird, denn hier finden keinerlei innere Vorgänge statt wie bei einer jeden Empfindung; diese «Empfindung» müßte man mit demselben Rechte auch dem blauen Lakmuspapier zuschreiben. Aber das kommt davon, wenn man die Empfindung hier in der physischen Welt sucht. In der physischen Welt kann man keine Empfindung bei einem derartigen Phänomen, wie es sich an manchen Pflanzen zeigt, finden; da muß man in die himmlischen Welten gehen. Eingeschaltet soll hier werden, um Mißverständnissen vorzubeugen, daß bei den sogenannten reagierenden Pflanzen, zum Beispiel der Mimose, dieser Reizvorgang sich nicht als Empfindung spiegelt in der physischen Welt, sondern nur in der niederen Vernunftwelt, wo sich ja das Bewußtsein der Pflanzen befindet. Hier unten in der physischen Welt hat nur der Mensch und das Tier Begierde und Leidenschaften, Freuden und Schmerzen. Warum? Weil sie außer dem physischen Leib und Ätherleib auch noch den Astralleib haben, das dritte Glied der menschlichen Wesenheit.
[ 31 ] Für den Seher stellt sich der Astralleib so dar, daß der ganze Mensch eingehüllt ist in eine eiförmige Wolke, und in dieser Wolke drückt sich eine jede Empfindung aus, jeder Trieb, jede Leidenschaft. Dieser Astralleib ist also der Träger von Lust und Leid, Freude und Schmerz. Mit diesem dritten Glied verhält es sich anders als mit dem physischen Leib und Ätherleib. Wenn nämlich der Mensch schläft, liegt im Bett nur der physische Leib und Ätherleib, während sich der Astralleib mit dem Ich herausgehoben hat; wenn dagegen der Astralleib und der ÄÄtherleib heraustreten aus dem physischen Leibe, dann tritt der Tod ein, und damit ja der Zerfall des physischen Leibes.
[ 31 ] Für den Seher stellt sich der Astralleib so dar, daß der ganze Mensch eingehüllt ist in eine eiförmige Wolke, und in dieser Wolke drückt sich eine jede Empfindung aus, jeder Trieb, jede Leidenschaft. Dieser Astralleib ist also der Träger von Lust und Leid, Freude und Schmerz. Mit diesem dritten Glied verhält es sich anders als mit dem physischen Leib und Ätherleib. Wenn nämlich der Mensch schläft, liegt im Bett nur der physische Leib und Ätherleib, während sich der Astralleib mit dem Ich herausgehoben hat; wenn dagegen der Astralleib und der ÄÄtherleib heraustreten aus dem physischen Leibe, dann tritt der Tod ein, und damit ja der Zerfall des physischen Leibes.
[ 32 ] Warum heißt dieses Wesensglied nun Astralleib? Es gibt dafür gar keinen treffenderen Ausdruck. Warum? Dieses Wesensglied hat eine wichtige Aufgabe, und diese wichtige Aufgabe müssen wir uns klarmachen. Dieser Astralleib ist in der Nacht kein Müßiggänger, denn in der Nacht arbeitet er, wie der Seher sehen kann, an dem physischen und Ätherleib. Während des Tages nutzen Sie den physischen und Ätherleib ab, denn alles, was Sie tun, ist ja Abnützung des physischen Leibes, und der Ausdruck dieser Abnützung ist ja die Ermüdung. Das nun, was Sie während des Tages abnutzen, das bessert der Astralleib während der Nacht wieder aus. Tatsächlich schafft der Astralleib während des Schlafes die Ermüdung hinweg. Daraus ergibt sich die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Schlafes. Der Seher kann diese Ausbesserung bewußt vornehmen. Das Erquickende des Schlafes beruht darauf, daß der Astralleib am physischen und Ätherleib richtig gearbeitet hat. Weil der Astralleib aber erst in den physischen und ÄÄtherleib zurückkehren muß, tritt die Erquickung des Schlafes erst allmählich, das heißt etwa eine Stunde nach dem Erwachen auf.
[ 32 ] Warum heißt dieses Wesensglied nun Astralleib? Es gibt dafür gar keinen treffenderen Ausdruck. Warum? Dieses Wesensglied hat eine wichtige Aufgabe, und diese wichtige Aufgabe müssen wir uns klarmachen. Dieser Astralleib ist in der Nacht kein Müßiggänger, denn in der Nacht arbeitet er, wie der Seher sehen kann, an dem physischen und Ätherleib. Während des Tages nutzen Sie den physischen und Ätherleib ab, denn alles, was Sie tun, ist ja Abnützung des physischen Leibes, und der Ausdruck dieser Abnützung ist ja die Ermüdung. Das nun, was Sie während des Tages abnutzen, das bessert der Astralleib während der Nacht wieder aus. Tatsächlich schafft der Astralleib während des Schlafes die Ermüdung hinweg. Daraus ergibt sich die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Schlafes. Der Seher kann diese Ausbesserung bewußt vornehmen. Das Erquickende des Schlafes beruht darauf, daß der Astralleib am physischen und Ätherleib richtig gearbeitet hat. Weil der Astralleib aber erst in den physischen und ÄÄtherleib zurückkehren muß, tritt die Erquickung des Schlafes erst allmählich, das heißt etwa eine Stunde nach dem Erwachen auf.
[ 33 ] Mit diesem Heraustreten des Astralleibes während des Schlafes ist noch etwas anderes, Wichtiges verbunden. Wenn nämlich der Astralleib während des wachen Tageslebens mit der Außenwelt in Verbindung tritt, muß er zusammenleben mit dem physischen und Ätherleib; aber während er sich vom Körper loslöst, also während des Schlafes, ist er von dieser Fessel des physischen und Ätherleibes befreit. Und da tritt etwas Wunderbares ein: da reichen die Kräfte des Astralleibes bis in die Gestirnenwelt, wo die Seelenwesenheiten der Pflanzen sind, und aus dieser Welt nimmt er seine Kraft. Der Astralleib ruht in der Welt, in der die Gestirne eingebettet sind. Das ist die Welt der Sphärenharmonie der Pythagoreer. Sie ist eine reale Wirklichkeit und keine Phantasie. Wenn man bewußt in dieser Welt lebt, dann hört man die Sphärenharmonien, dann hört man klingen die Kräfte und Verhältnisse der Sterne zueinander. Goethe war in diesem Sinne ein Eingeweihter, und aus diesem Geiste heraus ist auch der Beginn des «Prologes im Himmel» aus «Faust» zu verstehen:
[ 33 ] Mit diesem Heraustreten des Astralleibes während des Schlafes ist noch etwas anderes, Wichtiges verbunden. Wenn nämlich der Astralleib während des wachen Tageslebens mit der Außenwelt in Verbindung tritt, muß er zusammenleben mit dem physischen und Ätherleib; aber während er sich vom Körper loslöst, also während des Schlafes, ist er von dieser Fessel des physischen und Ätherleibes befreit. Und da tritt etwas Wunderbares ein: da reichen die Kräfte des Astralleibes bis in die Gestirnenwelt, wo die Seelenwesenheiten der Pflanzen sind, und aus dieser Welt nimmt er seine Kraft. Der Astralleib ruht in der Welt, in der die Gestirne eingebettet sind. Das ist die Welt der Sphärenharmonie der Pythagoreer. Sie ist eine reale Wirklichkeit und keine Phantasie. Wenn man bewußt in dieser Welt lebt, dann hört man die Sphärenharmonien, dann hört man klingen die Kräfte und Verhältnisse der Sterne zueinander. Goethe war in diesem Sinne ein Eingeweihter, und aus diesem Geiste heraus ist auch der Beginn des «Prologes im Himmel» aus «Faust» zu verstehen:
Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich, wie am ersten Tag.
Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich, wie am ersten Tag.
[ 34 ] Man kennt Goethe sehr wenig und weiß meist nicht, daß er eingeweiht war, sondern sagt einfach: Ein Dichter braucht solche Bilder. - Aber Goethe wußte, daß die Sonne in einem Reigen darinnensteht, und daß sie als Sonnengeist tönt! Daher bleibt Goethe auch in diesem Bilde und spricht weiter:
[ 34 ] Man kennt Goethe sehr wenig und weiß meist nicht, daß er eingeweiht war, sondern sagt einfach: Ein Dichter braucht solche Bilder. - Aber Goethe wußte, daß die Sonne in einem Reigen darinnensteht, und daß sie als Sonnengeist tönt! Daher bleibt Goethe auch in diesem Bilde und spricht weiter:
Horchet! horcht dem Sturm der Horen!
Tönend wird für Geistesohren
Schon der neue Tag geboren.
Felsentore knarren rasselnd,
Phöbus’ Räder rollen prasselnd;
Welch Getöse bringt das Licht!
Es drommetet, es posaunet,
Auge blinzt und Ohr erstaunet,
Unerhörtes hört sich nicht.
Horchet! horcht dem Sturm der Horen!
Tönend wird für Geistesohren
Schon der neue Tag geboren.
Felsentore knarren rasselnd,
Phöbus’ Räder rollen prasselnd;
Welch Getöse bringt das Licht!
Es drommetet, es posaunet,
Auge blinzt und Ohr erstaunet,
Unerhörtes hört sich nicht.
[ 35 ] In dieser Gestirnwelt lebt der Astralleib während der Nacht. Und während er am Tage in eine Art Disharmonie kommt mit den weltlichen Dingen, ist er in der Nacht, während des Schlafes, wieder eingebettet in den Schoß der Sternenwelt. Und dann kommt er morgens zurück mit dem, was er sich aus dieser Welt mitgebracht hat an Kräften. Die Harmonie der Sphären bringt man sich aus dieser Astralwelt mit, wenn man herauskommt aus dem Schlafe. In der Gestirnwelt, der Astralwelt, hat der Astralleib seine wahre Heimat, und deshalb ist er auch so genannt worden: Astralleib. — So haben wir nun drei Glieder der menschlichen Wesenheit kennengelernt: Physischen Leib, Ätherleib, Astralleib.
[ 35 ] In dieser Gestirnwelt lebt der Astralleib während der Nacht. Und während er am Tage in eine Art Disharmonie kommt mit den weltlichen Dingen, ist er in der Nacht, während des Schlafes, wieder eingebettet in den Schoß der Sternenwelt. Und dann kommt er morgens zurück mit dem, was er sich aus dieser Welt mitgebracht hat an Kräften. Die Harmonie der Sphären bringt man sich aus dieser Astralwelt mit, wenn man herauskommt aus dem Schlafe. In der Gestirnwelt, der Astralwelt, hat der Astralleib seine wahre Heimat, und deshalb ist er auch so genannt worden: Astralleib. — So haben wir nun drei Glieder der menschlichen Wesenheit kennengelernt: Physischen Leib, Ätherleib, Astralleib.
[ 36 ] Das vierte Glied, das Ich, wollen wir das nächste Mal kennenlernen. Das Ich ist dasjenige Glied, das den Menschen zur Krone der Schöpfung macht und das ihn über das Tier erhebt.
[ 36 ] Das vierte Glied, das Ich, wollen wir das nächste Mal kennenlernen. Das Ich ist dasjenige Glied, das den Menschen zur Krone der Schöpfung macht und das ihn über das Tier erhebt.
[ 37 ] Das Tier hat noch nicht ein solches Bewußtsein wie der Mensch; es hat zwar auch ein Bewußtsein, ebensogut wie wir das bei der Pflanze gesehen haben und beim Mineral; aber dieses Bewußtsein der Tiere liegt in der Astralwelt. Das vierte Glied des Menschen, dieses Ich, das gliedert sich mit den drei andern Gliedern zusammen zu der heiligen Vierheit des Menschen, von der alle alten Schulen reden.
[ 37 ] Das Tier hat noch nicht ein solches Bewußtsein wie der Mensch; es hat zwar auch ein Bewußtsein, ebensogut wie wir das bei der Pflanze gesehen haben und beim Mineral; aber dieses Bewußtsein der Tiere liegt in der Astralwelt. Das vierte Glied des Menschen, dieses Ich, das gliedert sich mit den drei andern Gliedern zusammen zu der heiligen Vierheit des Menschen, von der alle alten Schulen reden.
[ 38 ] So hat der Mensch den physischen Leib gemeinschaftlich mit dem Mineral, den Ätherleib gemeinschaftlich mit der Pflanze, und den Astralleib gemeinschaftlich mit dem Tier. Das Ich hat er allein; und das hebt ihn über alles andere hinaus. Im Menschen finden wir gewissermaßen eine Essenz von alledem, was wir um uns herum ausgebreitet sehen. In der Tat: einen Mikrokosmos! Deshalb müssen wir, wenn wir den Menschen erkennen wollen, zuerst das erkennen, was uns umgibt.
[ 38 ] So hat der Mensch den physischen Leib gemeinschaftlich mit dem Mineral, den Ätherleib gemeinschaftlich mit der Pflanze, und den Astralleib gemeinschaftlich mit dem Tier. Das Ich hat er allein; und das hebt ihn über alles andere hinaus. Im Menschen finden wir gewissermaßen eine Essenz von alledem, was wir um uns herum ausgebreitet sehen. In der Tat: einen Mikrokosmos! Deshalb müssen wir, wenn wir den Menschen erkennen wollen, zuerst das erkennen, was uns umgibt.
[ 39 ] So müssen wir uns die drei Wesensglieder, diese drei Körper, als drei Hüllen denken, die aus den verschiedensten Regionen heraus gewoben sind, und in diesen Hüllen wohnen wir, das heißt, das Ich, mit den höheren Gliedern der menschlichen Wesenheit, unserem unsterblichen Teil.
[ 39 ] So müssen wir uns die drei Wesensglieder, diese drei Körper, als drei Hüllen denken, die aus den verschiedensten Regionen heraus gewoben sind, und in diesen Hüllen wohnen wir, das heißt, das Ich, mit den höheren Gliedern der menschlichen Wesenheit, unserem unsterblichen Teil.
