Human Development and Christ-Knowledge
GA 100
25 June 1907, Kassel
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Human Development and Christ-Knowledge, tr. SOL
Theosophie und Rosenkreuzertum X
Theosophy and Rosicrucianism X
[ 1 ] Heute wollen wir die Umwandlung des alten Mondes in unsere Erde einmal in Betracht ziehen. Vorher müssen wir aber noch hinweisen auf eine wichtige Erscheinung der Mondenentwickelung selber. Als diese ihrem Ende zuging, als also alles das mehr oder weniger sich abgespielt hatte, was ich gestern beschrieben habe, hat eine Wiedervereinigung des alten Mondes mit der Sonne selbst stattgefunden. Es fiel sozusagen dieser alte Mond wiederum in die Sonne zurück, so daß es jetzt wieder den einheitlichen Körper gab. Dann ging dieser Körper wiederum über in eine Art Schlafzustand des Planetendaseins, und es trat neuerdings hervor die vierte Metamorphose; das war nicht etwa gleich dasjenige, was unsere Erde darstellt, sondern es bereitete sich erst langsam der Zustand unserer Erde vor. Wir können uns am besten bei unserer Erde über ein kosmisches Gesetz klarwerden: daß die späteren Zustände in einer gewissen Beziehung das wiederholen müssen, was vorher schon da war. Bevor unsere Erde nach dem Aufwachen so recht unsere Erde werden konnte, mußte sie noch einmal kurz wiederholen den Zustand des Saturn, der Sonne und des Mondes. Allerdings verlief diese Entwickelung in einer etwas andern Weise als bei den drei Planeten selber.
[ 1 ] Today we want to consider the transformation of the ancient Moon into our Earth. But first we must point out an important aspect of the Moon’s development itself. As this development drew to a close—that is, once everything I described yesterday had more or less taken place—a reunification of the old Moon with the Sun itself occurred. This old Moon, so to speak, fell back into the Sun, so that there was now once again a unified body. Then this body entered a sort of dormant state of planetary existence, and the fourth metamorphosis emerged anew; this was not immediately what our Earth represents, but rather the state of our Earth was only slowly being prepared. We can best understand a cosmic law through our Earth: that later states must, in a certain sense, repeat what was already there before. Before our Earth could truly become our Earth after awakening, it had to briefly repeat once more the states of Saturn, the Sun, and the Moon. However, this development unfolded in a somewhat different way than with the three planets themselves.
[ 2 ] Wir haben gehört, daß auf dem Saturn die erste Anlage vorhanden war zu den Sinnesapparaten, die wir in uns tragen. Bei der ersten Wiederholung waren diese Sinnesformationen schon so weit vorgeschritten, daß eine Art menschlicher Gestalt sich herausbildete; doch hatte bei dieser Metamorphose jener automatische Sinnesapparat noch keinen Ätherleib. Bei der Wiederholung des Sonnenzustandes gliederte sich der Ätherleib ein, und bei der dritten Umwandlung, der Wiederholung des Mondenzustandes, der Astralleib. In der dritten Phase haben wir wiiederum Sonne und Mond getrennt im Weltenraume schwebend. Die Wesen waren etwas höher entwickelt, weil sie immer mehr der Vorbereitung dessen entgegengingen, was sie auf der Erde durchmachen sollten. Zu den drei Leibern, welche die Tiermenschheit auf dem Monde hatte, gesellte sich das vierte Glied hinzu, das Ich. Das ging aber nicht so schnell vonstatten. Während die Erde ihre Saturnzeit durchmachte, mußte der ganze menschliche automatische Sinnesapparat die Gestalt ausbilden, die es ermöglichte, daß dann das Ich aufgenommen wurde. Der Ätherleib bildete sich während der Sonnenwiederholung so um, daß er Träger des Ich werden konnte; und während der Mondwiederholung gestaltete sich auch der Astralleib so um, daß er das Ich aufnehmen konnte. Es war so, daß diese Glieder gleichsam warteten auf die Aufnahme eines Ich.
[ 2 ] We have heard that on Saturn the first rudiments of the sensory organs we possess today were already present. By the first repetition, these sensory formations had advanced to such an extent that a kind of human form began to take shape; yet during this metamorphosis, that automatic sensory apparatus did not yet have an etheric body. During the repetition of the solar state, the etheric body took shape, and during the third transformation—the repetition of the lunar state—the astral body. In the third phase, we again have the Sun and Moon floating separately in space. The beings were somewhat more highly developed because they were increasingly preparing for what they were to undergo on Earth. The four bodies that the animal-humanity possessed on the Moon were joined by a fourth member, the ego. But this did not happen so quickly. While the Earth was undergoing its Saturn period, the entire human sensory apparatus had to develop the form that would enable the ego to be received. During the Sun cycle, the etheric body transformed itself so that it could become the bearer of the I; and during the Moon cycle, the astral body also transformed itself so that it could receive the I. It was as if these members were waiting, so to speak, to receive an I.
[ 3 ] Was wir schon haben verfolgen können, war ein Heraustrennen von Sonne und Mond. Dann haben wir es zu tun da, wo es schon nahe unserer eigenen Entwickelung zugeht, mit einer Auseinanderspaltung von Mond und Erde. Aus dem alten Mond werden zwei Körper: der eine, der aus dem schlechtesten Material bestand, das an Wesenheiten und Substanzen vorhanden war, wurde hinausgeworfen in den Weltenraum; der andere ist unsere heutige Erde. Was die Wesen gehindert hätte, eine weitere Entwickelung durchzumachen, mußte ausgeschieden werden, und das bildete den heutigen Mond. Erst dann war die Erde als ein selbständiger Weltenkörper da. Wir stehen hiermit vor gewaltigen kosmischen Ereignissen: die Trennung der Sonne von Erde plus Mond; und dann wiederum die Trennung der Erde vom Mond. Diese zwei Ereignisse bereiteten unsere gegenwärtige Entwickelung vor.
[ 3 ] What we have already been able to trace was a separation of the Sun and the Moon. Then, as we approach our own evolution, we are dealing with a splitting of the Moon and the Earth. The ancient moon split into two bodies: one, consisting of the worst material available in terms of beings and substances, was cast out into space; the other is our present-day Earth. Whatever would have prevented the beings from undergoing further development had to be eliminated, and this formed the present-day moon. Only then did the Earth exist as an independent celestial body. We are thus faced with momentous cosmic events: the separation of the Sun from the Earth and the Moon; and then, in turn, the separation of the Earth from the Moon. These two events paved the way for our present development.
[ 4 ] Ich habe Sie bis zu dem Punkte geführt, wo unsere Erde eine selbständige Kugel wurde. Ich möchte Sie jetzt von einer andern Seite her zu diesem Punkte führen, damit Sie genau orientiert sind, wo dieser Punkt für unsere Erde liegt.
[ 4 ] I have guided you up to the point where our Earth became an independent sphere. I would now like to guide you to this point from a different angle, so that you have a clear understanding of where this point lies for our Earth.
[ 5 ] Gehen wir jetzt einmal von der unmittelbaren Gegenwart in die Vergangenheit zurück; gehen wir also zunächst aus von der Gestalt der Erde, die Sie alle kennen. Selbst die Naturwissenschaft weist hin auf beträchtliche Unterschiede zwischen dem früheren und dem heutigen Aussehen der Erde. Es beruht zwar alles auf Hypothese, aber wir können erfreut sein, daß sich heute schon die Naturwissenschaft mit der Geisteswissenschaft etwas darin begegnet. Die Naturwissenschaft sagt: In den Gegenden, wo wir heute leben, waren riesige Urwälder mit einem Klima, wie es heute am Äquator herrscht; mächtige Tiere waren da anzutreffen. Ganz anders hatte das Antlitz der Erde ausgesehen nach dem, was die Naturwissenschaft heute sagt. Nach dem Tropenklima, das damals herrschte, vor dem heutigen gemäßigten, war die Glazial- oder Eiszeit, und so weiter. Das sind Dinge, die Sie in jedem Geologiebuch bereits finden können. Ich erzähle das, um Sie darauf hinzuweisen, wie wir uns durchaus vergegenwärtigen müssen, daß sich das Antlitz der Erde in gewissen Zeiträumen mächtig ändert und ganz anders aussieht. Die Naturwissenschaft, die nur den kombinierenden Verstand, ihre Apparate und so weiter zur Verfügung hat, kann nur auf eine Reihe von Jahrtausenden auf das äußerliche Aussehen unserer Erde zurückblicken. Wenn aber der Seher zurückschaut, muß er es zwar in einer etwas andern Weise schildern, aber es wird schon jene Harmonie zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft einmal kommen. Die Naturwissenschaft weist uns schon heute auf die Tatsache hin, die der Seher mit Entschiedenheit behaupten muß, daß das Antlitz der Erde sich nicht nur verändert hat in bezug auf Pflanzen und so weiter, sondern daß ganz andere Gebiete unserer Erde von Land oder Meer bedeckt waren, als es heute der Fall ist. So hat Huxley darauf aufmerksam gemacht, daß ein ganzer Teil von Großbritannien bereits viermal unter Wasser gestanden hat. Dementsprechend sieht das Antlitz unserer Erde immer wieder ganz anders aus. — Sie finden zum Beispiel im «Kosmos», Heft 10, eine Abhandlung über die sogenannte alte Atlantis, wo ein Gelehrter, der ganz auf dem Boden der Naturwissenschaft steht, aus der Konfiguration des Pflanzen- und Tierreiches in Europa und Amerika nachweist, daß, was heute Atlantischer Ozean ist, früher Land gewesen sein muß, und daß in jenen Zeiten große Teile von Afrika nicht Land, sondern Meer gewesen sein müssen. Dafür aber bestand im Westen von uns das Land Atlantis, das sich zwischen Europa und Amerika ausbreitete.
[ 5 ] Let us now move from the immediate present back into the past; let us begin, then, with the form of the Earth that you all know. Even natural science points to considerable differences between the Earth’s appearance in the past and today. Although it is all based on hypothesis, we can be glad that natural science and Spiritual Science are already finding common ground in this regard. Natural science says: In the regions where we live today, there were vast primeval forests with a climate like that which prevails today at the equator; mighty animals were to be found there. The face of the Earth had looked quite different, according to what natural science says today. Following the tropical climate that prevailed back then, before today’s temperate climate, came the glacial or Ice Age, and so on. These are things you can already find in any geology textbook. I am telling you this to point out that we must certainly bear in mind that the face of the Earth changes dramatically over certain periods of time and looks quite different. Natural science, which has at its disposal only the combinatory intellect, its instruments, and so on, can look back only a few millennia at the external appearance of our Earth. But when the seer looks back, he must describe it in a somewhat different way; yet that harmony between natural science and Spiritual Science will one day come to pass. Natural science already points out to us today the fact that the seer must assert with certainty: that the face of the Earth has not only changed in terms of plants and so on, but that entirely different regions of our Earth were covered by land or sea than is the case today. Huxley, for example, has pointed out that an entire part of Great Britain has already been submerged four times. Accordingly, the face of our Earth looks quite different time and again. — For example, in *Kosmos*, issue 10, you will find an essay on so-called ancient Atlantis, in which a scholar grounded entirely in the natural sciences demonstrates, based on the configuration of the plant and animal kingdoms in Europe and America, that what is now the Atlantic Ocean must have been land in the past, and that in those times large parts of Africa must have been sea rather than land. Instead, the land of Atlantis existed to the west of us, stretching between Europe and America.
[ 6 ] Der Gelehrte kommt zwar nur dazu, von einer Pflanzen- und Tierwelt zu sprechen, aber das ist ja auch ganz natürlich. Selbst wenn Überreste da sein sollten von jenen alten Menschen, unseren Vorfahren — sie müssen sich auf dem Boden des Atlantischen Ozeans finden lassen —, so kann man ja heute noch nicht den Meeresboden so weit durchforschen. Der Geistesforscher sieht zurück bis in der Zeiten Wende und weiß, daß wirklich dazumal die alte Atlantis, von der sogar Plato noch berichtet, vorhanden war. Es war im wesentlichen die ganze Fläche, die heute Ozean ist, die alte Atlantis, und da wohnten die physischen Vorfahren des heutigen Menschengeschlechts. Allerdings sahen sie ziemlich anders aus, als es sich die heutige Naturwissenschaft vorstellt. Doch dürfen wir sie keineswegs vergleichen mit dem heutigen Affengeschlecht; die Atlantier waren seelisch und auch körperlich sehr verschieden von dem heutigen Menschen, aber Affen waren sie nicht. Das Affengeschlecht gab es damals noch nicht, das ist erst zu einer späteren Zeit entstanden, und nicht anders als auf die Weise, daß gewisse Menschenformen in der damaligen Zeit zurückgeblieben sind auf der damaligen Entwickelungsstufe, und dann heruntergesunken sind auf eine noch niedrigere Stufe. Der Darwinismus macht nämlich einen Fehler, der aber sehr einfach einzusehen ist. Wenn jemand zwei Leute sieht, von denen er hört, sie seien verwandt, der eine sei ein unvollkommener Mensch, während der andere, der seine Fähigkeiten gut angewendet hat, ein vorzüglicher Mensch ist, wird er nicht sagen: blutsverwandt sind sie, also stammt der vollkommene Mensch von dem unvollkommenen ab. — So aber ist die Schlußfolgerung der Darwinisten. Es stehen jedoch der Vollkommene und der Unvollkommene nebeneinander: nur hat sich der eine hinaufentwickelt, indem er seine Fähigkeiten gut angewendet hat, der andere hat sie heruntergetrieben, ist in Dekadenz geraten. So auch stehen sich die von den Menschen abgezweigten Affen und die Menschen selbst gegenüber. Der Affe, der dem Menschen begegnet, erscheint diesem wie eine Karikatur eines Menschen, nicht wie ein Mensch. — So war zur Zeit der Atlantis ein ganz anderer Menschenschlag vorhanden, dieser hat sich höher entwickelt. Gewisse Wesen blieben dabei zurück. Und weil die Erde sich verändert, so blieben auch sie nicht auf jener Stufe stehen, sondern sie kamen herunter, verkümmerten und wurden zu der Karikatur des Menschen, zu dem Affengeschlecht. So sind die niederen Wesen verkommene höhere, die in Dekadenz geraten sind.
[ 6 ] The scholar can only speak of the flora and fauna, but that is only natural. Even if there were to be remains of those ancient people, our ancestors—which would have to be found on the floor of the Atlantic Ocean—we are still unable to explore the ocean floor to that extent today. The spiritual researcher looks back to the dawn of time and knows that ancient Atlantis, which even Plato still speaks of, truly existed back then. Essentially, the entire area that is now ocean was ancient Atlantis, and that is where the physical ancestors of the present human race lived. Admittedly, they looked quite different from the mental image of modern science. Yet we must by no means compare them to the modern ape species; the Atlanteans were very different from modern humans, both spiritually and physically, but they were not apes. The ape species did not yet exist at that time; it only emerged at a later period, and only in the sense that certain human forms of that era remained at the developmental stage of that time and then degenerated to an even lower level. Darwinism, in fact, makes a mistake, but one that is very easy to see. If someone sees two people whom they hear are related—one an imperfect human, while the other, who has made good use of their abilities, is an excellent human—they will not say: “They are blood relatives, so the perfect human descends from the imperfect one.”—Yet this is the conclusion of the Darwinists. Yet the perfect and the imperfect stand side by side: only one has evolved upward by making good use of his abilities, while the other has driven them downward and fallen into decadence. So too do the apes, from whom humans branched off, and humans themselves stand in contrast to one another. The ape that encounters a human appears to him as a caricature of a human, not as a human. — Thus, at the time of Atlantis, a completely different type of human existed; this one had developed to a higher level. Certain beings lagged behind. And because the Earth changes, they too did not remain at that level, but descended, atrophied, and became a caricature of humanity, the ape species. Thus, the lower beings are degenerate higher beings who have fallen into decadence.
[ 7 ] Wenn wir den Menschen der Atlantis selbst betrachten, werden wir uns am besten klar, wie er lebte, wenn wir auf seine seelischen Eigenschaften eingehen.
[ 7 ] If we consider the people of Atlantis themselves, we can best understand how they lived by examining their spiritual qualities.
[ 8 ] Was der heutige Mensch kann — logisch denken, rechnen und so weiter —, ist alles später entstanden. Logik, Urteilsvermögen, das alles war dem Atlantier noch völlig fremd. Dafür hatte der Atlantier eine Eigenschaft der Seele, die heute beträchtlich zurückgegangen ist, nämlich ein schier unbegreifliches Gedächtnis. So rechnen, daß er nach der Regel gelernt hätte: zwei mal zwei ist vier, und aus seinem Urteil heraus diese Rechnung immer wieder vollzogen hätte, das gab es nicht. Aber er konnte sich das, was es gibt, wenn man zwei mal zwei zusammenlegt, merken und sich immer wieder daran erinnern. Das hängt nun zusammen mit einer völlig andern physischen Beschaffenheit jenes alten Kontinentes selber. Wenn Sie sich diesen Kontinent seiner physischen Beschaffenheit nach vorstellen wollen, bekommen Sie am besten ein Bild davon, wenn Sie an ein Gebirgstal denken, das von dichten Wasserdämpfen und Nebelmassen angefüllt ist. Es gab für den Atlantier niemals eine wasserfreie Luft. Die Luft war immer geschwängert mit Wasser. Die alten Atlantier haben sich die Erinnerung daran erhalten, als sie nach Europa herüberkamen; daher nennen sie das Land, in welchem die Vorfahren lebten, Niflheim. Erst gegen das Ende des letzten Drittels der atlantischen Zeit fingen die Menschen an, gewahr zu werden, daß sie ein Ich sind. Die Anlage dazu war schon längst vorhanden und ein gewisses Gefühl davon auch. Aber klar und deutlich aussprechen: Ich bin ein Ich —, das lernte man erst im letzten Drittel der atlantischen Zeit. Dies hängt zusammen mit dem Verhältnis des Ätherleibes zum physischen Leibe. Wenn Sie diese beiden Leiber betrachten, sehen Sie, daß sie sich ungefähr decken, nur ragt der Ätherleib etwas über den physischen Leib hinaus. Es gibt nun zwischen den Augenbrauen eine Stelle, die ein Mittelpunkt für gewisse Kräfte und Strömungen des ÄÄtherleibes ist. Zu ihm gehört nun hinzu ein ganz bestimmter Punkt im physischen Gehirn, Beide müssen sich decken, und darauf beruht die Fähigkeit, sich als ein Ich zu empfinden; darauf beruht auch die Fähigkeit, zu rechnen, kombinieren zu können und so weiter. Bei den Idioten zum Beispiel ist die Berührung dieser Punkte im Kopf nicht vorhanden, da decken sie sich nicht. In dem Augenblick, wo sie auseinanderfallen, ist die Urteilskraft des Menschen nicht mehr ordentlich vorhanden. Bei dem Atlantier war es noch das Normale, daß diese beiden Punkte auseinanderlagen. So ist es heute noch bei den Tieren; wenn Sie den Pferdekopf ansehen, finden Sie beide Punkte noch weit auseinanderliegend. Bei dem Atlantier ragte der Ätherkopf hervor, und der physische Kopf hatte eine zurückliegende Stirn.
[ 8 ] What modern humans are capable of—logical thinking, arithmetic, and so on—all developed later. Logic, judgment—all of that was still completely foreign to the Atlantean. Instead, the Atlantean possessed a quality of the soul that has declined considerably today, namely a memory that is almost incomprehensible. To calculate in such a way that he had learned the rule: two times two is four, and to perform this calculation over and over again based on his judgment—that did not exist. But they could memorize what happens when you add two and two together and recall it again and again. This is connected to a completely different physical nature of that ancient continent itself. If you want to create a mental image of this continent in terms of its physical nature, the best way to picture it is to think of a mountain valley filled with dense water vapor and masses of fog. For the Atlanteans, there was never such a thing as water-free air. The air was always saturated with water. The ancient Atlanteans retained the memory of this when they came over to Europe; that is why they call the land where their ancestors lived Niflheim. It was not until the end of the last third of the Atlantean era that people began to realize that they are an “I.” The predisposition for this had long been present, as had a certain sense of it. But to articulate clearly and distinctly: “I am an ‘I’”—this was only learned in the last third of the Atlantean era. This is connected with the relationship of the etheric body to the physical body. If you observe these two bodies, you will see that they roughly correspond, though the etheric body extends slightly beyond the physical body. There is now a spot between the eyebrows that serves as a focal point for certain forces and currents of the etheric body. Associated with this is a very specific point in the physical brain; both must coincide, and upon this rests the ability to perceive oneself as an “I”; upon this also rests the ability to calculate, to reason, and so on. In idiots, for example, the connection between these points in the head is absent; they do not coincide. The moment they diverge, the person’s power of judgment is no longer properly functioning. In the Atlantean, it was still normal for these two points to be separated. This is still the case today with animals; if you look at a horse’s head, you will find both points still far apart. In the Atlantean, the etheric head protruded, and the physical head had a receding forehead.
[ 9 ] Dafür aber hatte der Atlantier noch etwas anderes, das allerdings mit der Eingliederung des physischen Leibes in den Ätherleib wieder verlorenging. Er hatte noch ein altes, dumpfes Hellsehen entwickelt, während er wirklich nicht bis fünf zählen konnte. Alles Urteilen, das er hatte, kam ihm aus seinem Erinnerungsvermögen an unglaublich ferne Zeiten. Und jenes alte Hellsehen stellte sich dar als eine gewisse Steigerung unseres gegenwärtigen Traumlebens. Denken Sie sich dieses Traumleben aufs höchste gesteigert, dann würden Sie zu dem Anschauungsvermögen, zu dem alten dumpfen, traumhaften Hellsehen des Atlantiers aufsteigen. Wenn der Atlantier durch das Land ging, sah er zwar schon den Menschen innerhalb seiner physischen Grenzen, so ungefähr wie wir ihn heute sehen, aber das war in gewisser Beziehung noch nebelhaft verschwommen; er sah aber noch etwas anderes. Wenn Sie heute einem Menschen begegnen, sehen Sie nichts Besonderes von seinem Innenwesen, nur was seine Miene ausdrückt: ist seine Miene finster, so schließen Sie auf sein Traurigsein und können daraus etwas von seiner Seele erraten. Wenn aber der Atlantier einem Menschen begegnete, der etwas Arges gegen ihn im Sinne hatte, tauchte ihm zum Beispiel eine braunrote Vision auf; wenn jener ihn liebte, eine bläulichrote Vision. Eine Art Farbenvision stimmte mit dem Seelenzustand des andern überein; man sah noch etwas von dem, was im Inneren des Menschen sich zutrug. Wenn der Atlantier ging und es tauchte vor ihm ein fürchterlich rotbrauner Nebel auf, so lief er davon, denn er wußte: da kommt — es war vielleicht noch meilenweit weg — ganz bestimmt ein gefährliches Tier, das mich fressen will.
[ 9 ] But the Atlantean possessed something else in return, though this was lost with the integration of the physical body into the etheric body. He had developed an ancient, dim form of clairvoyance, even though he could not actually count to five. All the judgment he possessed came to him from his memory of incredibly distant times. And that ancient clairvoyance presented itself as a certain intensification of our present dream life. Imagine this dream life heightened to the utmost, and you would ascend to the visual perception, to the ancient, dim, dreamlike clairvoyance of the Atlantean. When the Atlantean walked through the land, he did indeed see the human being within his physical boundaries, much as we see him today, but in a certain sense this was still hazy and blurred; yet he saw something else as well. When you meet a person today, you see nothing special of their inner being, only what their expression conveys: if their expression is gloomy, you infer that they are sad and can guess something of their soul from this. But when the Atlantean met a person who harbored ill will toward him, a brown-red vision would appear to him, for example; if that person loved him, a bluish-red vision. A kind of color vision corresponded to the other person’s state of mind; one could still perceive something of what was taking place within the person. If the Atlantean was walking and a dreadful reddish-brown mist appeared before him, he would run away, for he knew: there is—perhaps still miles away—most certainly a dangerous animal coming that wants to devour me.
[ 10 ] Sogar eine physische Grundlage hatte das alte atlantische Hellsehen. Der Mensch betrachtete nämlich nur die nächsten Blutsverwandten als zu sich gehörig, aber in einem viel höheren Maße, als das später der Fall war; nur ganz kleine Gemeinden, die kaum über den Familienkreis hinausgingen. Und es war die Hauptsache, daß man innerhalb dieser kleinen Blutsverwandtschaften heiratete. Dieses Heiraten innerhalb der engsten Blutsbrüderschaft ergab eine solche Blutmischung, daß der Ätherleib für das Geistige empfänglich bleiben konnte. Hätte es der Atlantier versucht, aus dieser Blutsverwandtschaft herauszuheiraten, so würde die Hellseherfähigkeit unterdrückt worden sein; er wäre im astralen Sinne ein Idiot geworden. In den Blutsbrüderschaften zu bleiben war etwas, das Sittlichkeit, Moralität war. Bevor man sein einzelnes Ich recht erfühlte, sagte man überhaupt zu der ganzen Blutsbrüderschaft: Das bin Ich. — Wie der einzelne Finger an der Hand, so betrachtete sich der einzelne Mensch zugehörig zur Blutsverwandtschaft. Hierauf beruht aber noch etwas anderes. Der Atlantier erinnerte sich nicht nur an das, was er selbst erlebte, sondern auch an das, was sein Vater, Großvater, Urgroßvater und so weiter bis weit in die Generationen hinauf erlebt hatten, bis hin zum Begründer der Familie. Alles, was von dort herstammend fortlebte, wurde als eine Einheit empfunden. Das wird Ihnen zeigen, wie enorm das Gedächtnis des Atlantiers entwickelt war. Alles beruhte auf dem Gedächtnis. Wir werden später hören, wie der Menschheit das Gedächtnis gerade durch das Durchbrechen der nahen Ehe verlorenging.
[ 10 ] Ancient Atlantean clairvoyance even had a physical basis. For people regarded only their closest blood relatives as belonging to their own circle, but to a much greater extent than was later the case; only very small communities that barely extended beyond the family circle. And the main thing was that people married within these small blood kinships. This marriage within the closest blood brotherhood resulted in such a mixing of blood that the etheric body could remain receptive to the spiritual. Had the Atlantean attempted to marry outside this blood kinship, the ability to see would have been suppressed; he would have become an idiot in the astral sense. Remaining within the blood brotherhoods was a matter of morality and ethics. Before one truly felt one’s individual self, one would say of the entire blood brotherhood: “This is me.” — Just as a single finger belongs to the hand, so the individual human being regarded himself as belonging to the blood kinship. But there is something else based on this. The Atlantean remembered not only what he himself had experienced, but also what his father, grandfather, great-grandfather, and so on had experienced, stretching far back through the generations, all the way to the founder of the family. Everything that lived on from that time was perceived as a single entity. This will show you how enormously developed the memory of the Atlantean was. Everything was based on memory. We will hear later how humanity lost its memory precisely through the breaking of the close-kin marriage.
[ 11 ] Zu einer solchen Seele braucht es notwendig eine ganz andere physische Natur, ist auch eine andere Umgebung notwendig, wie jenes alte Niflheim, an das sich die alten Germanen erinnern. Keineswegs beruhen Sagen und Mythen auf dem, was man Volksdichtung oder Volksphantasie nennt. Woher diese Sagen kommen, können Sie jetzt sehen. Bei den Atlantiern gab es noch ein altes, dumpfes Hellsehen; dort haben sich diese Begebenheiten wirklich abgespielt, die später wieder erzählt wurden und sich erhalten haben, wenn auch vielfach verkümmert, in den Sagen und Mythen der Völker.
[ 11 ] Such a soul necessarily requires a completely different physical nature; it also requires a different environment, such as that ancient Niflheim remembered by the ancient Germanic peoples. By no means are legends and myths based on what is called folk poetry or folk imagination. You can now see where these legends come from. Among the Atlanteans there was still an ancient, dim form of clairvoyance; these events actually took place there, were later retold, and have been preserved—albeit often in a distorted form—in the legends and myths of the peoples.
[ 12 ] Das Herüberwandern der Atlantier nach Osten hat sich in wunderbarer Weise in einem Sagenkreis Europas erhalten. Auf dem Kontinent der alten Atlantis konnte der Mensch nicht «Ich» zu seiner einzelnen Persönlichkeit sagen. Daher gab es dort auch nicht jenen Egoismus, der später die Grundlage der sozialen Ordnung gebildet hat. Dem Atlantier gehörte noch das, was die ganze Blutsverwandtschaft besaß, und er fühlte sich nur als ein Glied innerhalb dieser Blutsverwandtschaft. Dann begann die Wanderung nach dem Osten. Immer mehr trat das Ich-Bewußtsein im Menschen hervor und damit die Selbstsucht. Der Mensch lebte vorher viel mehr in der Außenwelt als im Innern; es gehörte die Natur noch zu ihm. Wie in der Natur darinnen, ihr zugehörig, fühlte sich der Mensch. Nun, mit dem Erlangen des Ich-Bewußtseins, wurde es immer enger und enger um ihn, immer mehr scheidet er sich heraus, immer fremder wird er da, und immer stärker tritt das Ich hervor. Das war zu gleicher Zeit verknüpft mit einem Naturvorgang. Wenn der alte Atlantier hinaufsah zum Himmel, konnte er die Sonne so nicht sehen, wie wir sie sehen; dichte Nebelmassen füllten die Luft an. Einen mächtigen Hof mit Regenbogenfarben erblickte er, wenn er auf die Sonne oder den Mond schaute. Dann kam die Zeit, wo der Atlantier die Sonne und den Mond als solche sah. Eine Erscheinung aber kannte der Atlantier überhaupt noch nicht: das war der Regenbogen selbst. Erst als die Wasser der Atlantis die Luft verließen, als eine Verteilung von Regen und Sonnenschein sich bildete wie heute, lernte man die’ Tatsache des Regenbogens kennen. In jener wassergeschwängerten Atmosphäre gab es keinen Regenbogen. Nun erinnern Sie sich, daß die alte atlantische Flut große Länderstrecken freigelegt hat; dieses Freiwerden großer Strecken ist in großartiger Weise in der Sage und besonders in der Bibel erhalten. Denken Sie nur an die tiefe Wahrheit, die in der Bibel enthalten ist, wenn Sie lesen: «Und Noah sah, als die Wasser abgezogen waren, den Regenbogen.» Mit dem Reinwerden der Luft von den alten atlantischen Nebeln war erst die Sonne in ihrer freien heutigen Gestalt für den Menschen hervorgerreten. Das ging parallel mit dem Einengen, dem Zusammenschnüren des Menschen zu seiner Selbstheit, seiner Ichheit. — Aus Gründen, die tief liegen, bezeichnet man in der Geistesweisheit das den Raum durchflutende Licht als das ätherische Gold, und das Gold sieht man an als das dicht gewordene Sonnenlicht. Die alten Atlantier wußten von ihren atlantischen Lehrern, daß das Sonnenlicht und das Gold etwas miteinander zu tun haben, und dies war das Bild, das sie empfingen: Das Sonnenlicht, das Sonnengold kommt heraus! Es umkleidet euch mit dem Ring, der das Selbst herauslöst, der bewirkt, daß ihr euch nicht mehr selbstlos in der Natur fühlt. — Bei den Atlantiern war das Selbst noch in den Nebelwolken verstreut; jetzt legt es sich wie ein Ring um den Menschen herum.
[ 12 ] The migration of the Atlanteans eastward has been wonderfully preserved in the folklore of Europe. On the continent of ancient Atlantis, human beings could not say “I” in reference to their individual personalities. Consequently, the egoism that later formed the basis of social order did not exist there. The Atlantean still possessed what the entire bloodline possessed, and he felt himself to be merely a member within that bloodline. Then the migration to the East began. The sense of “I” emerged more and more in human beings, and with it, selfishness. Previously, human beings lived much more in the outer world than in their inner world; nature still belonged to them. Human beings felt as though they were within nature, belonging to it. Now, with the attainment of ego-consciousness, things became ever more confined around them; they increasingly separated themselves from it, grew ever more alien to it, and the ego emerged ever more strongly. This was linked at the same time to a natural process. When the ancient Atlantean looked up at the sky, he could not see the sun as we see it; dense masses of fog filled the air. He beheld a mighty halo of rainbow colors when he looked at the sun or the moon. Then came the time when the Atlantean saw the sun and the moon as such. But there was one phenomenon the Atlantean did not yet know at all: that was the rainbow itself. It was only when the waters of Atlantis left the air, when a distribution of rain and sunshine formed as it does today, that people came to know the reality of the rainbow. In that water-laden atmosphere, there was no rainbow. Now recall that the ancient Atlantean flood exposed vast tracts of land; this emergence of vast tracts is magnificently preserved in legend and especially in the Bible. Just think of the profound truth contained in the Bible when you read: “And Noah saw the rainbow when the waters had receded.” It was only as the air was cleansed of the ancient Atlantean mists that the sun emerged for humanity in its free, present-day form. This occurred in parallel with the constriction, the binding of the human being into its selfhood, its ego. — For reasons that lie deep within, spiritual wisdom refers to the light flooding through space as ethereal gold, and gold is regarded as sunlight that has become dense. The ancient Atlanteans knew from their Atlantean teachers that sunlight and gold are connected, and this was the image they received: The sunlight, the sun’s gold, is emerging! It encircles you with the ring that separates the self, which causes you to no longer feel at one with nature. — Among the Atlanteans, the self was still scattered in the misty clouds; now it wraps itself around the human being like a ring.
[ 13 ] Die Nebel der Atlantis verlassen die Luft, werden heruntergedrückt und erscheinen als die Flüsse im Westen. Der Rhein selbst ist für den atlantischen Nachfahren nichts anderes als die Nebelmassen, die gesunken sind und nun herunterrinnen. In dem Rhein sieht er die Wassermassen, die noch durchdrungen waren vom Sonnenlicht; das Sonnengold ahnte er im Rhein, das Sonnengold, das in selbstloser, ursprünglicher Weise in der alten Atlantis gewirkt hat. Das war ihm der Nibelungenschatz im Rhein, und feindlich ist ihm der, welcher den Nibelungenschatz für sich haben will.
[ 13 ] The mists of Atlantis leave the air, are pressed downward, and appear as the rivers in the West. To the Atlantean descendant, the Rhine itself is nothing other than the masses of mist that have sunk and are now flowing downward. In the Rhine he sees the masses of water that were still permeated by sunlight; he sensed the sun’s gold in the Rhine, the sun’s gold that had worked in an unselfish, primal way in ancient Atlantis. That was the Nibelung treasure in the Rhine to him, and hostile to him is the one who wants the Nibelung treasure for himself.
[ 14 ] Nicht klar sich bewußt, aber inspiriert von dieser mächtigen, umfassenden Tatsache war Richard Wagner, der bis ins Musikalische hinein dieses darstellt. Erinnern Sie sich an das Vorspiel im Rheingold: was ist der mächtige Orgelpunkt in Es-Dur anderes als der Punkt des Einschlags des Ich in die Menschheit? Aber so wenig die Pflanze die Gesetze weiß, wonach sie wächst, so wenig braucht der Dichter das Wissen. So müssen wir den schaffenden Künstler auffassen, der von Kräften, die hinter ihm stehen, inspiriert wird. Hier hat ein bedeutender Künstler gefühlt, was der Menschheit wieder einverleibt werden muß. — So sehen wir, wie vorgesorgt ist, daß auch in der Kunst derselbe Geist in die Kultur einströmt, welcher der 'Theosophie zugrunde liegt. Von zwei Seiten her geschieht es. So muß man das Leben im Ganzen betrachten.
[ 14 ] Richard Wagner was not consciously aware of it, but was inspired by this powerful, all-encompassing fact, which he expressed even in his music. Recall the prelude to *Rheingold*: what is the powerful pedal point in E-flat major other than the moment when the “I” strikes humanity? But just as the plant is unaware of the laws by which it grows, so too does the poet have no need for such knowledge. This is how we must view the creative artist, who is inspired by forces standing behind him. Here, a significant artist has sensed what must be reincorporated into humanity. — Thus we see how it is ensured that in art, too, the same spirit flows into culture that underlies ‘theosophy.’ It happens from two sides. Thus one must view life as a whole.
[ 15 ] Wir haben den Menschen jetzt bis in die Atlantis zurückverfolgt. Betrachten wir noch einige Einzelheiten. Damals baute man die Häuser nicht so wie heute, sondern man konnte in viel höherem Maße ausnutzen, was in der Natur selbst vorhanden war. Felsenmassen, die man durch Mitbenützung der dort befindlichen Bäume umgestaltet hatte, fügte man zusammen, so daß naturhaft wirkende Häuser die Wohnungen der Menschen waren. Immer mehr finden wir den Menschen mit Hellseherkraft begabt, je weiter wir zurückgehen; immer mehr treffen wir bei ihm ein Bilderbewußtsein. In Bildern sieht er visionär vor seiner Seele aufsteigen die Gefühle der Wesen, die um ihn herum sind. Auch der Wille ist in der ersten Zeit beim Atlantier noch ganz anders ausgebildet. Heute kann Ihr Wille die Finger spreizen; das ist etwas, was mit der heutigen Kraft der Vorstellung zusammenhängt. In der ersten atlantischen Zeit war der Körper noch eine viel weichere Masse. Der Atlantier konnte die Finger nicht nur ausstrecken, sondern auch länger oder kürzer machen; er hätte leicht seine Hand wachsen machen können. Wenn er eine Pflanze hatte, die klein war, konnte er durch eine Anstrengung seines Willens sie größer werden lassen. Ihm stand eine Art Magie zu Gebote. Auch hatte er ein eigentümliches Verhältnis zur Tierwelt: er nahm etwas wahr, was später nicht mehr wahrgenommen werden konnte. Mit seinem Blick konnte er eine faszinierende Gewalt über die Tiere ausüben.
[ 15 ] We have now traced humanity back to Atlantis. Let us consider a few more details. In those days, houses were not built as they are today; instead, people were able to make much greater use of what was available in nature itself. Massive rock formations, which had been reshaped by incorporating the trees found there, were joined together so that houses with a natural appearance served as people’s dwellings. The further back we go, the more we find humans endowed with clairvoyant powers; the more we encounter a pictorial consciousness in them. In images, they see the feelings of the beings around them rising before their souls in a visionary way. The will, too, was developed quite differently in the early days of the Atlantean. Today, your will can spread your fingers; this is something connected to the power of the mental image today. In the early Atlantean era, the body was still a much softer mass. The Atlantean could not only stretch out his fingers but also make them longer or shorter; he could easily have made his hand grow. If he had a plant that was small, he could make it grow larger through an effort of his will. A kind of magic was at his command. He also had a peculiar relationship with the animal world: he perceived something that could no longer be perceived later on. With his gaze, he could exert a fascinating power over the animals.
[ 16 ] Gehen wir noch weiter zurück, so kommen wir in eine Zeit, wo selbst die Atlantis noch nicht da war, wo die Menschen auf einem Kontinent lebten, den man Lemurien nennt. Südwärts vom heutigen Asien dehnte sich dieser Kontinent aus bis nach Afrika und Australien hinüber; den bewohnten unsere Vorfahren, als sie noch Lemurier waren. Sie hatten einen viel weicheren Körper als die Atlantier, und der Wille war bei ihnen viel mächtiger ausgebildet als bei den Atlantiern. Dafür aber war der Boden unter den Lemuriern ein recht unsicherer: er wurde fortwährend durcheinandergeworfen von Feuerausbrüchen, vulkanischen Gewalten. Eine Art Feuerland war dies alte Lemurien. Gehen wir noch weiter in seine Anfänge zurück, so kommen wir zu einem Zeitpunkt, wo das Knochensystem überhaupt erst begann sich herauszugliedern aus der knochenlosen Masse. Dann kommen wir in die Zeit, wo die Erde überhaupt das heutige Mineralreich noch nicht herausgebildet hatte: alles, was heute in den Bergen drinnen ist, haben wir da in einem fortwährenden Hinfließen und Hinrinnen.
[ 16 ] If we go back even further, we arrive at a time when even Atlantis did not yet exist, when humans lived on a continent called Lemuria. South of present-day Asia, this continent stretched all the way to Africa and Australia; our ancestors inhabited it when they were still Lemurians. They had much more delicate bodies than the Atlanteans, and their will was far more powerfully developed than that of the Atlanteans. On the other hand, the ground beneath the Lemurians was quite unstable: it was constantly thrown into turmoil by eruptions and volcanic forces. This ancient Lemuria was a sort of land of fire. If we go even further back to its beginnings, we arrive at a point in time when the skeletal system was only just beginning to emerge from the boneless mass. Then we come to the era when the Earth had not yet formed the mineral kingdom as we know it today: everything that is now found within the mountains was then in a state of constant ebb and flow.
[ 17 ] Und je weiter wir den Weg der Erdenentwickelung zurückverfolgen, um so höhere Wärmegrade treffen wir an. Da kommen wir zu Zeiten, in denen die Gestaltungen, die heute festes Land sind, so hinrannen, wie heute Quecksilber oder Blei bei einer höheren Temperatur hinrinnen würden. Das Festwerden entwickelt sich erst bei den Lemuriern. Immer dichter und dichter werden die Nebelmassen. Wir haben es nicht mehr zu tun bloß mit einem Nebelmeer, sondern mit einem dichten Glutmeer von Wasserdämpfen, in denen alle möglichen Substanzen aufgelöst sind und hin und her wirbeln. Allerdings in gewissen Partien dieses Wasserdampfes war schon die Möglichkeit geboten, daß der damalige menschliche Vorfahr leben konnte; nur waren damals die Wesen ganz anders geartet. Wir kommen also zu einem Zeitpunkt hinauf, wo der Mensch in einer Art von Urmeer lebte, in einem warmen, wässerig-feurigen Element. Der Kern der Erde war wie von einem Urmeer umgeben, in dem die Keime zu allem enthalten waren, was später sich entwickelt hat. So sah es also auf der Erde aus, unmittelbar nachdem der Mond herausgeflogen und selbständig geworden war.
[ 17 ] And the further back we trace the course of Earth’s evolution, the higher the temperatures we encounter. We arrive at times when the formations that are now solid land flowed just as mercury or lead would flow today at a higher temperature. Solidification did not begin until the time of the Lemurians. The masses of mist become denser and denser. We are no longer dealing merely with a sea of mist, but with a dense, glowing sea of water vapor in which all manner of substances are dissolved and swirl back and forth. However, in certain parts of this water vapor, conditions already existed that allowed the human ancestors of that time to live; only, the beings were of a very different nature back then. We thus arrive at a point in time when humanity lived in a kind of primordial sea, in a warm, watery-fiery element. The Earth’s core was as if surrounded by a primordial sea containing the seeds of everything that later developed. This, then, was the state of the Earth immediately after the Moon had broken away and become independent.
[ 18 ] Wir haben einen Einblick in eine Entwickelung gewonnen bis zu dem Zeitpunkte hin, wo zuerst die Sonne sich von der Erde und von dem Mond getrennt hat, dann der Mond von der Erde sich abtrennte und die Erde in dem Zustand ließ, den ich Ihnen eben beschrieben habe.
[ 18 ] We have gained insight into a process leading up to the point when, first, the Sun separated from the Earth and the Moon, then the Moon separated from the Earth, leaving the Earth in the state I have just described to you.
[ 19 ] Wir werden morgen diesen Vorgang, den wir soeben von zwei Seiten her zusammengefügt haben, noch einmal betrachten, und auch den weiteren Fortgang des Menschen und der Erde bis in unsere Zeit hinein.
[ 19 ] Tomorrow we will revisit this process, which we have just pieced together from two perspectives, and also examine the further development of humanity and the Earth up to the present day.
