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Human Development and Christ-Knowledge
GA 100

26 June 1907, Kassel

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Theosophie und Rosenkreuzertum XI

Theosophy and Rosicrucianism XI

[ 1 ] Gestern kamen wir in der Schilderung der Entwickelung unserer verschiedenen Erdenzustände bis zu dem Punkt, an dem wir uns klar wurden, wie die vereinigten drei Weltenkörper — Sonne, Mond und Erde — sich nacheinander getrennt haben. Wir begannen einerseits damit und machten Halt an dem Punkte, wo der Mond sich von der Erde losgelöst hat; andrerseits suchten wir ihn auch zu erreichen, indem wir von unserer Zeit ausgingen und zurückgehend durch die Atlantis zu diesem selben Punkte gelangten. Machen wir uns nun klar, in welchem Zustande wir da die Erde selbst haben. Man muß dabei lange, lange Zeiträume im Auge haben, die Millionen von Jahren in Anspruch nehmen; dann wird man sich auch nicht mehr so stark wundern über die großen Veränderungen, die im Weltenall wie auch auf der Erde vor sich gehen.

[ 1 ] Yesterday, in our account of the evolution of our various Earth states, we reached the point where we came to understand how the three united celestial bodies—the Sun, the Moon, and the Earth—separated one after the other. We began on the one hand and paused at the point where the Moon detached itself from the Earth; on the other hand, we also sought to reach that point by starting from our own time and moving backward through the Atlantean era to arrive at that same point. Let us now clarify the state in which we find the Earth itself at that point. One must keep in mind very long periods of time, spanning millions of years; then one will no longer be so surprised by the great changes taking place in the universe as well as on Earth.

[ 2 ] Wollen wir nun die abgetrennte Erde noch einmal genauer ins Auge fassen. Sie ist noch eingehüllt in einer Luftmasse, die aber ganz anders aussah als unsere heutige Luft. Sie müssen sich nicht etwa denken, daß diese Luft so etwas war wie ein glühender Ofen in seinem Inneren, obwohl die Temperatur eine viel höhere war als heute. Es waren auch viele der Stoffe, die heute fest sind, flüssig in der Erde vorhanden. Eine Luft, dicht angefüllt mit Dünsten der verschiedensten Substanzen, umhüllte die Erde, etwas, was man als Feuerluft etwa bezeichnen kann, ein Wiederholungszustand des früheren Mondenzustandes. Als die Erde nach der Trennung vom heutigen Mond selbständig geworden war, da war sie von einer merkwürdigen Atmosphäre umgeben, die man als Feuerluft bezeichnen könnte. Dadurch, daß sich die Erde von der Atmosphäre, die mit dem Mond fortgegangen war, befreit hatte, wurden die Wesen fähig, gewisse höhere Stufen zu erreichen. Innerhalb dieser Atmosphäre hatten die vorgeschrittensten Tiermenschen eine höhere Stufe erreicht, als sie auf dem Monde hatten, aber nur jene, welche später zu Menschen geworden sind. Eine große Anzahl dieser Tiermenschen blieb auf der Mondstufe stehen. Und die Folge davon war, daß sie nicht bloß stehenblieben, sondern, weil jetzt ganz neue Verhältnisse eintraten — denn es konnte nur auf dem Monde noch Tiermenschen geben —, sanken sie um eine halbe Stufe herunter und wurden Tiere, die es damals auf dem Monde noch nicht gegeben hat. So haben wir zwei Reiche: Menschen, und das zurückgebliebene Tiermenschenreich, das allmählich heruntersank zu Tieren.

[ 2 ] Let us now take a closer look at the separated Earth. It was still enveloped in a mass of air, though this air looked quite different from the air we have today. You must not imagine that this air was like a glowing furnace at its core, although the temperature was much higher than it is today. Many of the substances that are solid today were also present in the Earth in a liquid state. An atmosphere densely filled with vapors of the most diverse substances enveloped the Earth—something that could be described as “fire-air,” a state reminiscent of the Moon’s earlier condition. When the Earth became independent after separating from what is now the Moon, it was surrounded by a peculiar atmosphere that could be described as “fire-air.” Because the Earth had freed itself from the atmosphere that had departed with the Moon, the beings became capable of reaching certain higher stages. Within this atmosphere, the most advanced animal-men had reached a higher stage than they had on the Moon, but only those who later became human. A large number of these animal-men remained at the lunar stage. And the consequence of this was that they did not merely remain there, but—because entirely new conditions now arose (for animal-men could only still exist on the Moon)—they descended half a stage and became animals that had not yet existed on the Moon at that time. Thus we have two kingdoms: humans, and the backward animal-human kingdom, which gradually sank down to the level of animals.

[ 3 ] Ebenso war es mit den Pflanzentieren. Eine gewisse Anzahl hatte sich höher entwickelt, zu Tieren; andere sind stehengeblieben und wurden Pflanzen. Und das Pflanzenmineralreich hat sich eben so verteilt, daß einige zu schweren Mineralien geworden sind, und andere sich zu Pflanzen hinaufentwickelt haben. Es ist nicht alles nach einem Maßstabe entstanden; was wir heute als Tiere kennen, ist zum Beispiel zum Teil so entstanden, daß die Menschentiere sich hinunterentwickelt, und zum Teil so, daß die Pflanzentiere sich hinaufentwickelt haben. Ebenso haben wir im Pflanzenreich nebeneinander Pflanzenmineralien im Aufstieg und Pflanzentiere im Abstieg. Die Pflanzen, die heute vorzugsweise unsere ästhetische Pflanzendecke bilden, sind jene, die entstanden sind durch Hinaufentwickelung der Pflanzenmineralien des Mondes, das Veilchen zum Beispiel. Dagegen ist alles, was uns wie moderig anklingt, in absteigender Entwickelung, während unsere grünen Laubpflanzen in der Zukunft höhere Stufen erreichen werden.

[ 3 ] The same was true of the plant-animals. A certain number had evolved further into animals; others remained at that stage and became plants. And the plant-mineral kingdom has divided itself in such a way that some have become heavy minerals, while others have evolved into plants. Not everything arose according to a single standard; what we know today as animals, for example, arose in part because human animals regressed, and in part because plant animals evolved upward. Similarly, in the plant kingdom we have, side by side, plant minerals in ascent and plant animals in descent. The plants that today primarily form our aesthetic plant cover are those that arose through the upward development of the plant-minerals of the Moon—the violet, for example. In contrast, everything that strikes us as musty is in a state of descending development, while our green leafy plants will reach higher stages in the future.

[ 4 ] Unsere Mineralien haben sich überhaupt auf der Erde entwickelt. Auf dem Monde gab es noch nichts Mineralisches, wie es heute ist. Dies ist das heruntergesunkene Pflanzenmineralreich, das als feste Kruste sich der Erde einlagerte. In der Zeit, in welcher die Erde den Mond hinauswarf, war das, was zurückblieb und später Mineral, festes Metall und so weiter wurde, selbst noch ganz und gar eine flüssige Masse. Was damals schon fest war, wurde eben in den Weltenraum hinausgeschleudert, weil sich die Erde nicht hätte höherentwickeln können, wenn sie diese Substanzen für sich behalten hätte. Dann entstanden Einschlüsse derjenigen Metalle, die am ehesten fest wurden. Merkwürdige Formen hatten sie zum Teil. Was Ihnen heute als Granit, als Gneis im Gebirge begegnet, zeigte damals noch ganz deutlich, daß es entstanden ist, indem sich Pflanzenwesen heruntergebildet haben, Steine geworden sind.

[ 4 ] Our minerals developed entirely on Earth. On the Moon, there was nothing mineral in the sense that we understand it today. This is the plant-mineral kingdom that sank down and became embedded in the Earth as a solid crust. At the time when the Earth ejected the Moon, what remained behind—and later became minerals, solid metals, and so on—was itself still entirely a liquid mass. Whatever was already solid at that time was simply hurled out into space, because the Earth could not have evolved further if it had retained these substances for itself. Then inclusions formed of those metals that were most likely to solidify. Some of them had peculiar shapes. What you encounter today as granite or gneiss in the mountains clearly showed back then that it was formed when plant beings degenerated and became stones.

[ 5 ] Im Grunde genommen können Sie daraus entnehmen, daß auf der Sonne und auf dem Monde alles Gesteinreich noch Pflanzenreich war. Nicht das Pflanzenreich hat sich aus dem Gesteinreich entwickelt, sondern die Steine aus dem Pflanzenreich! Was Sie heute als Steinkohle herausgraben, ist ja nur eine Summe von versteinerten Pflanzen, von Pflanzen also, die zugrunde gingen, vermoderten und Steine wurden, so daß sie heute als zu Stein gewordene Pflanzen herausgegraben werden können. Würden Sie noch weiter zurückgehen, so würden Sie sehen, daß auch die dichtesten Steine einst Pflanzen waren und aus der Pflanze, durch Herunterentwickelung ins Steinreich, erst entstanden sind. Für den Seher stellt sich da folgendes heraus. Wenn Sie den Gneis untersuchen, so sagt Ihnen der Mineraloge, er besteht aus Feldspat, Hornblende und Glimmer. Dann muß der Mineraloge Halt machen. Der Seher sagt: Was im Gneis als Feldspat sich findet, zeigt sich dem geistigen Auge noch klar als das Festgewordene der Pflanzen im Stengel und den grünen Blättern, woraus sich die Pflanze aufgebaut hat; und die Glimmeranlage hat etwas zu tun mit dem, was sich heute noch in den Kelchblättern und Blumenkronen der Pflanzen bildet. Wenn also heute ein Okkultist ein Stück Gneis ansieht, wird er sagen: Das ist versteinerte Pflanze, und wie heute die Pflanzen Blätter und Blüten und so weiter haben, so ist die Glimmeranlage herrührend von alten Kelch- und Blumenblättern. — Und so können wir von allen Mineralien sagen, wie sie sich von alten Pflanzen her gebildet haben. Denn Pflanzen waren es ja, die von dem Monde herübergekommen sind, und erst in der flüssigen Erdmasse haben sie sich verdichtet. So wie wenn Sie ein Gefäß mit Wasser vor sich haben und das Wasser anfängt, sich zu verfestigen, Eis zu bilden, haben sich da immer mehr feste Einschlüsse gebildet. Und immer mehr bildete sich damit die feste Erdkruste aus der flüssigen Erde heraus. Je weiter wir gehen, um so höher und reiner werden die Wesen; diejenigen, welche nicht hinaufkommen konnten, versteinerten. Ebenso war es bei den Tieren und bei den Menschen. Der Mensch kam so weit, daß er seinen Leib in einem noch höheren Grade umbilden konnte.

[ 5 ] Basically, you can conclude from this that on the Sun and the Moon, the entire mineral kingdom was once the plant kingdom. It was not the plant kingdom that evolved from the mineral kingdom, but rather the stones that evolved from the plant kingdom! What you excavate today as coal is, after all, merely a collection of fossilized plants—plants that perished, decayed, and turned into stones, so that today they can be excavated as plants turned to stone. If you were to go back even further, you would see that even the densest stones were once plants and only came into being from the plant through a process of downward evolution into the mineral kingdom. For the seer, the following becomes apparent. When you examine gneiss, the mineralogist tells you that it consists of feldspar, hornblende, and mica. Then the mineralogist must stop. The seer says: What is found in the gneiss as feldspar still appears clearly to the spiritual eye as the solidified substance of the plants in the stem and the green leaves, from which the plant was built up; and the mica structure has something to do with what is still formed today in the sepals and corollas of plants. So when an occultist looks at a piece of gneiss today, he will say: This is a fossilized plant, and just as plants today have leaves and flowers and so on, so the mica structure originates from ancient sepals and petals. — And so we can say of all minerals how they were formed from ancient plants. For it was plants that came over from the Moon, and only in the liquid earth mass did they solidify. Just as when you have a vessel of water before you and the water begins to solidify, forming ice, more and more solid inclusions formed there. And with this, the solid earth’s crust formed more and more out of the liquid earth. The further we go, the higher and purer the beings become; those who could not ascend became fossilized. It was the same with animals and with humans. Human beings advanced to the point where they could transform their bodies to an even higher degree.

[ 6 ] Diese Mondmenschen bewegten sich im Urmeer schwebend-schwimmend daher; sie waren veranlagt zu diesem Herumschwimmen. Das mag sich ja für den heutigen Menschen höchst sonderbar ausnehmen, aber es ist doch wahr. Und rückhaltlos sei es gesagt: gar nicht möchte ich manche dieser grotesk scheinenden Beschreibungen lindern. Über die Wahrheiten wird immer gelacht, wenn sie zuerst auftreten.

[ 6 ] These moon people moved about in the primordial ocean, floating and swimming; they were predisposed to this kind of swimming. This may seem highly strange to modern humans, but it is nonetheless true. And let it be said without reservation: I have no desire whatsoever to tone down some of these descriptions, which may seem grotesque. The truth is always laughed at when it first appears.

[ 7 ] Der Mensch, der im Urmeer herumschwamm, hatte noch keine Augen, die da sehen konnten wie heute; veranlagt waren sie ja schon auf dem Saturn, aber da unten in dem Urmeer brauchte der Mensch noch nicht zu sehen; er mußte sich anders orientieren. In dem Urmeer war auch alles enthalten, was er verzehrte, um sein Dasein zu fristen. Da gab es auch Tiere, die ihm freundlich, andere, die ihm nicht freundlich gesinnt waren. Und dann war das Urmeer an manchen Stellen warm, an andern kalt. Die einen Stellen konnte der Mensch vertragen, die andern nicht. Damals hatte der Mensch noch ein Organ, das heute im Kopfe drinnen ist, kirschkerngroß, die Zirbeldrüse; doch ist es im eigentlichen Sinne keine Drüse. Dieses Organ war einstmals mächtig groß entwickelt; es ist ein Organ gewesen, mit dem der Mensch sich im Urmeer orientieren konnte: da ragte es wie eine Art Laterne aus dem Kopfe heraus. Der Mensch bewegte sich so, daß er dazu dieses vorneliegende laternenartige Gebilde benutzte; es war ein fein empfindendes Organ, ein Wärmeorgan, wodurch er die Wärme, die ihm zuträglich war oder nicht, wahrnehmen konnte. Es war ein Orientierungsorgan, das aber nicht ein Sehorgan war. Es war ihm dienlich, wenn er da herumschwamm. Später brauchte es der Mensch nicht mehr; da schrumpfte es zusammen.

[ 7 ] The human being who swam about in the primordial sea did not yet have eyes capable of seeing as they do today; the potential for them had already been established on Saturn, but down there in the primordial sea, the human being did not yet need to see; he had to find his bearings in other ways. The primordial sea also contained everything he consumed to sustain his existence. There were animals there that were friendly to him, and others that were not. And then the primordial sea was warm in some places, cold in others. Man could tolerate some places, but not others. At that time, man still had an organ that is now inside the head, the size of a cherry pit, the pineal gland; yet it is not a gland in the strict sense. This organ was once highly developed; it was an organ with which man could orient himself in the primordial sea: there it protruded from the head like a kind of lantern. Humans moved in such a way that they used this lantern-like structure located at the front; it was a highly sensitive organ, a heat-sensing organ, through which they could perceive heat that was beneficial or harmful to them. It was an organ of orientation, but not a visual organ. It served him well as he swam about. Later, humans no longer needed it; so it shrank away.

[ 8 ] Damals konnte noch nicht die Rede sein von einer Anlage zum Ich. Der Mensch war noch in bezug auf alles, was er tat, unter der Leitung höherer geistiger Mächte. Wir können ihn etwa vergleichen mit dem heutigen Tiere. Unsere heutigen Tiere sehen wir geisteswissenschaftlich etwa in folgender Weise an: Vom Tiere unterscheidet sich der Mensch dadurch, daß er eine individuelle Seele hat; jeder Mensch hat seine individuelle Seele, sein individuelles Ich. Das ist nicht so beim Tier; da haben ganze Gruppen von Tieren eine Seele. Zum Beispiel alle Tiere, die zur Löwenart gehören, haben eine Seele, und die lebt in der Astralwelt. Ebenso haben alle Tiere, die Tigerart haben, eine Seele zusammen. Daher sprechen wir beim Tiere von Gruppenseelen. Alle Pferde zusammen haben eine Gruppenseele; die gehören zusammen. Wie die einzelnen Finger zur Hand, so verhalten sich die Tiere zu ihrer Gruppenseele. Daher können wir auch nicht von einer individuellen Verantwortlichkeit sprechen. Erst wenn eine individuelle Seele vorhanden ist, sprechen wir davon, daß eine Seele gut oder böse sein kann. Der Mensch der damaligen Zeit hatte noch eine Art Gruppenseele, die noch im Schoße der Gottheit lagerte. So daß wir uns klar sein müssen: was heute in uns lebt, gab es auch damals schon, aber nicht im Menschenkörper drinnen. Der Mensch hat seinen Ursprung in zwei Strömungen: Was vom Mond herübergekommen war und sich weiter ausgebildet hatte, war der Tiermensch da unten; aber was heute in Ihnen lebt als einzelne Seele, das war oben, bei der Gottheit, nur Ihr Leib war unten, im Urmeer. Später haben sich die beiden vereinigt; da stieg die Seele herunter und durchgeistigte Ihren Leib als individuelle Seele.

[ 8 ] At that time, there was no question of a capacity for the ego. In everything he did, man was still guided by higher spiritual powers. We can compare him, for example, to today’s animals. From a perspective of Spiritual Science, we view today’s animals roughly as follows: Humans differ from animals in that they possess an individual soul; every human has their own individual soul, their own individual ego. This is not the case with animals; there, entire groups of animals share a single soul. For example, all animals belonging to the lion species have a soul, and that soul lives in the astral world. Likewise, all animals of the tiger species share a single soul. That is why we speak of group souls in the animal kingdom. All horses together have a group soul; they belong together. Just as the individual fingers belong to the hand, so do the animals belong to their group soul. Therefore, we cannot speak of individual responsibility. Only when an individual soul is present do we speak of a soul being good or evil. The human of that time still had a kind of group soul that was still nestled in the bosom of the Deity. So we must be clear: what lives within us today already existed back then, but not inside the human body. Humanity has its origin in two currents: what had come over from the Moon and developed further was the animal-man down there; but what lives within you today as an individual soul was up above, with the Deity—only your body was down below, in the primordial sea. Later, the two united; then the soul descended and spiritualized your body as an individual soul.

[ 9 ] Denken Sie sich ein Gefäß mit Wasser; darinnen sind viele, viele Wassertropfen, aber man kann sie nicht unterscheiden. Wenn Sie jetzt viele hundert Schwämmchen nehmen und da hineintauchen, so haben Sie die Tropfen individualisiert, die erst in der Wassermasse darinnen waren. So denken Sie sich Ihre Geistigkeit schwebend über dem Urmeer. Vergleichen Sie nun die im Schoße der Gottheit ruhende Seele mit dem Wassertropfen: die Leiber nehmen die Seelen auf wie die Schwämmchen die Wassertropfen; dadurch wurden die Seelen selbständig, wie das Wasser individualisiert wurde durch die Schwämmchen. Unten das Urmeer mit den schwebend-schwimmenden Leibern oben die Seelen. Das konnte man nicht besser schildern, als daß man sagte: «Und der Geist der Gottheit brütete über den Wassern», das heißt, er arbeitete das, was unten war, soweit aus, daß die Seelentropfen aufgenommen werden konnten.

[ 9 ] Imagine a vessel filled with water; within it are many, many drops of water, but they cannot be distinguished from one another. If you now take many hundreds of small sponges and dip them into the water, you have separated the drops that were previously part of the mass of water inside. In the same way, imagine your spirituality floating above the primordial sea. Now compare the soul resting in the bosom of the Deity with the drop of water: the bodies receive the souls just as the sponges receive the drops of water; thereby the souls became independent, just as the water was individualized by the sponges. Below, the primordial sea with the bodies floating and swimming; above, the souls. This could not be better described than by saying: “And the Spirit of God hovered over the waters,” that is, it worked upon what was below to the extent that the drops of soul could be received.

[ 10 ] Die Leiber selber mußten sich schwebend erhalten, und dazu brauchten die Wesen ein Organ. Der Mensch hatte damals noch keine Lunge, aber er hatte eine Art Schwimmblase; dadurch erhielt er sich im Urmeere schwimmend. Die Fische, die auf dieser Stufe zurückgeblieben sind, haben noch heute Schwimmblasen und keine Lungen. Nach und nach, als die Luft sich von den Wassern reinigte, und der Mensch über die Wasser hinaufgelangen konnte und ein Luftatmer wurde, sind seine Lungen entstanden. Das war ein langer Prozeß, ein Prozeß durch Jahrmillionen, wo der Mensch allmählich die Luft durch Lungen dann aufnahm. Dadurch war das physische Gebilde gegeben, das die Seele in sich selber aufnehmen konnte. Je mehr der Mensch ein Lungenatmer wurde, desto mehr wurde er fähig, die Seele aufzunehmen. Das können Sie nicht besser ausdrücken als mit den Worten: Und Gott hauchte dem Menschen den Odem ein, und er ward eine individuelle Seele. — Damit wird der Mensch zu gleicher Zeit fähig, etwas auszubilden, was er früher niemals hätte bilden können: er wird fähig, rotes Blut zu bilden. Früher waren alle Menschen so veranlagt, dieselbe Temperatur zu haben wie ihre Umgebung; waren sie mehr von Wärme umgeben, so waren sie dieser Wärme angemessen. Früher gab es überhaupt noch kein rotes Blut; die Tiere, die über den Amphibien stehen, sind in noch viel späterer Zeit zurückgebliebene Menschenkörper. Erst nach der Zeit, wo der Mensch sich zu einem Bildner von rotem Blut entwickelt hat, haben sich auch Tiere entwickelt zu solchen, die rotes Blut haben. Ebensowenig wie sich jemals eine Pflanze aus einem Stein entwickelt hat, sondern wie sich der Stein aus der Pflanze bildete, so hatte sich das Tier aus dem Menschen herausentwickelt. Alles Niedere hat sich aus dem Höheren herausentwickelt; das ist die Evolutionslehre. Erst mußte sich der Mensch zu einem rotblütigen Wesen umwandeln, dann konnte er die Tiere zurücklassen. In den Tieren sehen Sie im buchstäblichen Sinne dieStufen ausgebreitet, die wir zurückgelassen haben. Der Mensch sieht in einem jeden Tiere mehr oder weniger ein zurückgelassenes Stück seiner selbst. Das hat Paracelsus so wunderschön ausgedrückt: Wenn wir um uns umher blicken, sehen wir gleichsam die Buchstaben eines Alphabets; nur im Menschen sind sie zu einem Wort vereinigt; daher liegt in ihm der Sinn dessen, was um ihn herum ausgebreitet ist. Sodann müssen Sie eines in Betracht ziehen. Ein scheinbar unbeträchtlicher, aber für die Geisteswissenschaft außerordentlich wichtiger Prozeß vollzog sich dazumal; er begann im Grunde schon mit dem ersten Auftreten der Erde, als sie noch mit dem Mond zusammen war: das ist ein gewisses Zusammenwirken von Mars und Erde. Während der ganzen ersten Erdhälfte strrömten Kräfte des Mars auf die Erde ein; daher bezeichnet man die erste Hälfte geradezu als den Marszustand der Erde. Und mit diesem Durchgang durch den Mars ist das Eisen verknüpft, das von da ab eine ganz neue Rolle in dem Erdprozeß spielt.

[ 10 ] The bodies themselves had to remain afloat, and to do so, these beings needed an organ. At that time, humans did not yet have lungs, but they had a kind of swim bladder; this allowed them to float in the primordial sea. Fish, which have remained at this stage, still have swim bladders today and no lungs. Gradually, as the air became purified from the waters, and humans were able to rise above the waters and became air-breathers, their lungs developed. This was a long process, a process spanning millions of years, during which humans gradually began to take in air through their lungs. This provided the physical form capable of receiving the soul within itself. The more humans became lung-breathers, the more capable they became of receiving the soul. This cannot be better expressed than with the words: “And God breathed the breath of life into man, and he became an individual soul.” — With this, humans simultaneously become capable of forming something they could never have formed before: they become capable of forming red blood. In the past, all human beings were predisposed to have the same temperature as their surroundings; if they were surrounded by more heat, they adapted to that heat. In the past, there was no red blood at all; the animals that stand above the amphibians are human bodies that remained behind at a much later time. Only after the time when humans had developed into producers of red blood did animals also develop into beings that have red blood. Just as a plant has never developed from a stone, but rather the stone formed from the plant, so the animal developed out of the human. Everything lower has evolved from the higher; that is the theory of evolution. First, humanity had to transform itself into a red-blooded being; only then could it leave the animals behind. In animals, you see, in the literal sense, the stages spread out that we have left behind. In every animal, human beings see, to a greater or lesser extent, a part of themselves that has been left behind. Paracelsus expressed this so beautifully: When we look around us, we see, as it were, the letters of an alphabet; only in human beings are they united into a word; therefore, the meaning of what is spread out around them lies within them. Then you must take one thing into consideration. A seemingly insignificant but, for Spiritual Science, extraordinarily important process took place back then; it essentially began with the very first appearance of the Earth, when it was still united with the Moon: this is a certain interaction between Mars and Earth. Throughout the entire first half of the Earth’s existence, forces from Mars streamed into the Earth; hence the first half is referred to as the Earth’s Mars state. And linked to this passage through Mars is iron, which from that point on plays an entirely new role in the Earth’s development.

[ 11 ] Bei den Pflanzen spielt das Eisen eine viel äußerlichere Rolle. Aber Sie sehen, wie die Dinge zusammengreifen: kosmisch geht die Erde durch den Mars hindurch, er gibt ihr das Eisen. Da wurde das Eisen zu den Funktionen angeregt, die es jetzt hat. Da tritt das Eisen im Blut auf. Und mit dem eisenhaltigen Blut ist das Aggressive im Menschen verbunden, das, wodurch er ein Krieger wird auf der Erde. Das hat die griechische Mythe gefühlt, und sie bezeichnet daher den Mars als den Kriegsgott.

[ 11 ] In plants, iron plays a much more external role. But you can see how things are interconnected: cosmically, the Earth passes through Mars, and Mars provides it with iron. There, iron was stimulated to perform the functions it now has. There, iron appears in the blood. And the aggressive aspect of the human being is connected to this iron-rich blood—that which makes him a warrior on Earth. The Greek myth sensed this, and therefore designates Mars as the god of war.

[ 12 ] Dadurch wird dieser Menschenkörper fähig, ein Ich aufzunehmen; denn ohne rotes, warmes Blut kann kein Körper ein Ich-Träger werden; das ist außerordentlich wichtig. Lungenatmung ist die Voraussetzung des warmen, roten Blutes. Und dann entstanden die nötigen Prozesse auf der Erde, die sich dem Blute eingliederten. So hat der Mensch sich allmählich entwickelt, daß er ein lungenatmendes, rotblütiges Wesen geworden ist, und dann die andern Geschöpfe, die niederen Warmblütler, zurückgelassen hat. Im Okkultismus werden die Tiere nicht bloß in der gewöhnlichen Art unterschieden, sondern wir nennen noch ein anderes Merkmal. Wir unterscheiden sie in innerlich tönende, solche, die eigenen Schmerz und Freude in Tönen zum Ausdruck bringen können, und in nichttönende. Wenn Sie heruntergehen zu niedereren Tieren, hören Sie zwar auch Töne, doch sind es nur äußerliche, die auf Aneinanderreiben von Organen oder auf äußerliche klimatische Einflüsse zurückzuführen sind; das Äußere tönt bei ihnen. Erst die Tiere, die sich damals abgezweigt haben, als der Mensch sich zu einem warmblütigen Wesen entwickelt hat, waren so, daß sie selbst ihren Schmerz und ihre Freude heraustönen konnten. Damals wurde ja auch des Menschen Kehlkopf zu einem tönenden Organ umgewandelt. Dadurch, daß außen die flüssige Erde sich umwandelte in eine Kruste, ging ein innerlicher Prozeß im Menschen vor sich: Parallel mit der äußerlichen Verfestigung bildete sich innerlich aus den weichen Teilen ein Knochen- und Knorpelskelett. Knochenwesen hat es früher nicht gegeben. Die äußeren Mineralien sind das Gegenbild zu den Knochen. Die Erde hat diese Epoche in den Felsmassen festgehalten; der Mensch hat sie in den Knochen. Immer mehr wird der Mensch jetzt aus einem in der waagrechten Haltung gehenden Wesen zu einem aufrechtgehenden. Er wendet sich so um, daß seine vorderen Gliedmaßen Arbeitsorgane werden, und nur seine andern der Fortbewegung dienen. Das hängt beides zusammen. Kein Wesen, das nicht einen tönenden Kehlkopf und einen aufrechten Gang hat, kann ein Ich-Wesen sein.

[ 12 ] This enables the human body to accommodate an “I”; for without warm, red blood, no body can become a vessel for the “I”; this is of the utmost importance. Lung respiration is the prerequisite for warm, red blood. And then the necessary processes arose on Earth that became integrated into the blood. Thus, human beings gradually developed into lung-breathing, red-blooded beings, leaving behind the other creatures, the lower warm-blooded animals. In occultism, animals are not merely distinguished in the usual way; we also identify another characteristic. We distinguish them into those that make internal sounds—those capable of expressing their own pain and joy through sounds—and those that do not. If you look at lower animals, you do hear sounds, but these are only external ones resulting from the rubbing of organs or external climatic influences; the external aspects make the sounds in them. Only the animals that branched off at the time when humans developed into warm-blooded beings were such that they could themselves express their pain and joy through sound. At that time, the human larynx was also transformed into a sound-producing organ. As the liquid earth on the outside transformed into a crust, an internal process took place within humans: Parallel to the external solidification, a skeleton of bone and cartilage formed internally from the soft tissues. There were no bone-bearing beings in earlier times. The external minerals are the counterpart to the bones. The Earth has preserved this epoch in the rock masses; humanity has it in the bones. Human beings are now increasingly transforming from creatures that walk in a horizontal posture into upright walkers. They turn themselves so that their front limbs become working organs, and only their other limbs serve for locomotion. These two aspects are interconnected. No being that does not possess a vocal larynx and an upright gait can be a self-aware being.

[ 13 ] Die Tiere haben die Anlagen dazu gehabt, aber sie sind zurückgegangen. Daher haben sie sich nicht umwandeln können zu solchen Wesen, die eine Sprache haben, denn sie ist geknüpft an einen aufrechten Kehlkopf. Wir können das an einer ganz groben Tatsache ermessen. Gewiß ist mancher Hund gelehriger als ein Papagei; aber der Papagei lernt mehr, weil sein Kehlkopf mehr aufrecht liegt. Papageien und Stare lernen etwas sprechen, weil sie einen aufrechten Kehlkopf haben.

[ 13 ] Animals had the potential for this, but it has regressed. Therefore, they have not been able to evolve into beings capable of language, since language is linked to an upright larynx. We can gauge this from a very basic fact. Certainly, some dogs are more teachable than a parrot; but the parrot learns more because its larynx is more upright. Parrots and starlings learn to speak somewhat because they have an upright larynx.

[ 14 ] So sehen Sie, wie die Erde und der Mensch zu immer weiteren Entwickelungsstufen schreiten. Zu gleicher Zeit wird auch die Atmosphäre anders; es entwickelt sich jener Zustand, wo die Erde nur noch von einer Nebelluft umgeben ist. Das war in der Zeit, als die Lemurier ihren Kontinent zerstieben sahen und nach Atlantis hinüberwanderten; sie wurden dadurch Atlantier. Während der Phase dieses Fortschritts, in welcher der Mensch die ersten Elemente der Sprache sich aneignete, die zwar nur Empfindungslaute waren, trat auch die Seele immer mehr hervor. Der Atlantier hatte im wesentlichen sich ein dumpfes Hellsehen bewahrt. Nun hatten sich bei ihm die Augen in dem Maße herausgebildet, als der Mensch, aus dem unterirdischen Meere heraufgekommen, jenes Sonnenlichtes teilhaftig wurde, das ihm durch die Nebelmassen hindurch erschien. Er wurde physisch immer mehr sehend und wahrnehmend; dafür ging aber das alte Hellsehen immer mehr in ihm zurück. Erst im letzten Drittel der atlantischen Zeit hatte sich an einem Punkte der Erdoberfläche die fortgeschrittenste Rasse unter den Atlantiern herausgebildet. Es war das ein bedeutsamer Abschluß dieser Epoche.

[ 14 ] Thus you can see how the Earth and humankind are advancing to ever higher stages of development. At the same time, the atmosphere is also changing; a state is developing in which the Earth is surrounded only by a misty atmosphere. This was during the time when the Lemurians saw their continent disintegrate and migrated to Atlantis; they thereby became Atlanteans. During this phase of progress, in which humanity acquired the first elements of language—which were, admittedly, merely sounds of sensation—the soul also came increasingly to the fore. The Atlantean had essentially retained a dim form of clairvoyance. By this time, his eyes had developed to the extent that, as the human being emerged from the subterranean seas, he began to partake of the sunlight that appeared to him through the masses of mist. He became physically more and more sighted and perceptive; in return, however, the old clairvoyance receded more and more within him. It was not until the last third of the Atlantean era that the most advanced race among the Atlanteans had emerged at a point on the Earth’s surface. This marked a significant conclusion to that epoch.

[ 15 ] Die Atlantier, die mehr nach dem Westen hinübergezogen waren, wurden durch die damaligen Verhältnisse innerlich neutrale Naturen, kalt, gleichgültig; das wurde die kupferfarbige Bevölkerung Amerikas. Die andern, die mehr nach dem Süden hinüberwanderten, wurden zur schwarzen Negerbevölkerung, und jene, die sich mehr nach dem Osten wandten, bildeten später die gelbe, malayische Bevölkerung. An den ungünstigsten Punkten, von denen aus man nicht weiter fortschreiten konnte, hatten diese Völkermassen sich konzentriert. Dort aber, wo Irland ist, und westlich davon, wo heute Meer ist, hatte der Mensch sich am weitesten entwickeln können. Da waren jene Mischungen von Warm und Kalt, durch welche der Menschenkörper am weitesten vorwärtskommen konnte. Aus der damals noch magischen Willenskraft entwickelte sich in der ersten Anlage ein unausgesprochenes IchEmpfinden. Gerade an diesem Zeitpunkt lernte der Mensch zum ersten Male «Ich» zu sich sagen. Dann lernten da die Menschen in der ersten Anlage zählen, rechnen, ein beginnendes Urteilsvermögen zu entwickeln, das Kombinatorische. Es gab aber immer auch unter ihnen fortgeschrittene Wesen, die Führer der Menschheit, die sich zu den Menschen so verhielten, wie Wesen eines höheren Reiches. Die waren die Lehrer und Leiter geworden und gaben den Anlaß zu dem Zug nach dem Osten. — Von jenem Punkt in der Nähe des heutigen Irland aus bis weiter östlich und nach Asien hinüber waren schon überall Völkersiedlungen. Nun gingen die fortgeschrittensten Bevölkerungsmassen nach dem Osten hinüber und bildeten auf ihrem Wege überall eine Art Kolonie. Die mächtigste, mit der höchst entwickeltsten Kultur, war in der Nähe der heutigen Wüste Gobi. Von dort gingen später einzelne Teile nach den verschiedensten Gegenden der Welt, ein Teil nach dem heutigen Indien; sie trafen dort schon Völkerschaften an, gelb-bräunliche, und vermischten sich zum Teil mit ihnen.

[ 15 ] The Atlanteans who had migrated further west became, due to the conditions of the time, people of a neutral disposition, cold and indifferent; they became the copper-skinned population of America. The others, who migrated further south, became the black Negro population, and those who turned more toward the east later formed the yellow, Malay population. These masses of people had concentrated at the most unfavorable points, from which it was impossible to proceed any further. But where Ireland is today, and to the west of it, where there is now sea, humanity had been able to develop the most. There were those mixtures of warmth and cold through which the human body could advance the furthest. From the willpower, which was still magical at that time, an unspoken sense of self began to develop. It was precisely at this point that human beings first learned to say “I” to themselves. Then, in their earliest stages, people there learned to count, to calculate, to develop a nascent capacity for judgment, and combinatorial thinking. But there were always advanced beings among them as well—the leaders of humanity—who behaved toward people as beings from a higher realm. They had become the teachers and leaders and were the impetus for the migration toward the East. — From that point near present-day Ireland, further eastward, and across to Asia, there were already settlements of peoples everywhere. Now the most advanced masses of people moved eastward and formed a kind of colony everywhere along their way. The most powerful, possessing the most highly developed culture, was located near what is now the Gobi Desert. From there, individual groups later went to the most diverse regions of the world, some to what is now India; there they encountered peoples of a yellowish-brown complexion and intermingled with them to some extent.

[ 16 ] Das war nach der atlantischen Flut, als diese Kolonie nach Süden ging und dort die erste Kultur der nachatlantischen Zeit begründete, die erste Kultur unserer Zeitepoche. Die fortgeschrittensten Lehrer, die da mit hinunterzogen, die ersten großen Lehrer des alten Indien, sie nennt man die alten indischen Rishis. Die heutigen Inder sind die Nachkommen jener alten Bevölkerung, aber wir müssen weit zurückgehen in Zeiten, die dunkel vor der Geschichtsbetrachtung liegen, wenn wir die Spuren ihrer Kultur treffen wollen. Die Veden gehören schon einer späteren Zeit an; denn damals zeichnete man noch nichts auf. Das alte indische Volk stellt die erste Kulturgruppe nach der atlantischen Zeit dar; daher standen sie auch dem Atlantier noch am nächsten. Der Atlantier war eine Art Träumer; dumpf war sein Bewußtsein, nichts hatte er an Urteilskraft und Selbstbewußtsein; wie ein Träumer, halb unbewußt ging er umher. Die alten Inder waren die ersten, die diesen Zustand überwunden hatten, die aber doch noch halb darinnen wurzelten. Daher hatte der alte Inder in sich die Sehnsucht nach dem Erleben des alten Geisterlandes und jenem Schauen, das den Atlantiern noch eigen war. Die alte indische Jogaschulung bestand noch darin, daß sie in einer Art von Herabdämpfen des Bewußtseins den Menschen zurückversetzte in die Zeit, wo die Menschen noch die Geister um sich herum geschaut haben. Nach dieser Zeit des Hellsehens der alten Atlantier sehnte sich der Inder zurück, und die Rishis lehrten ihn in ihrer Jogaschulung die Methoden, die jetzt aber doch in einer andern Weise ausgebildet wurden. Der Atlantier hatte noch nicht die Urteilskraft entwickelt; in Indien hatte man schon Urteilskraft, aber man liebte sozusagen das, was man überwunden hatte, und man wußte es wieder hervorzurufen, das Bewußtsein herabzudämpfen und sich wieder zu erinnern an das, was man früher geschaut hatte. In ihren höchsten Repräsentanten hat sich die indische Kultur das noch bewahrt. Der Inder suchte sein Bewußtsein nicht zu erhöhen, sondern es traumhaft herabzudämpfen; daher das Untätige des indischen Wesens. Und es wäre ein grober Nachteil, sogar schädlich, wenn in höherem Grade das indische Leben die heutige Kultur ergriffe.

[ 16 ] This was after the Atlantic Flood, when this colony migrated south and established there the first culture of the post-Atlantic era—the first culture of our epoch. The most advanced teachers who went down there with them, the first great teachers of ancient India, are known as the ancient Indian Rishis. Today’s Indians are the descendants of that ancient population, but we must go far back into times that lie in the darkness before the scope of history if we wish to find traces of their culture. The Vedas already belong to a later period; for in those days, nothing was yet recorded. The ancient Indian people represent the first cultural group after the Atlantean era; hence they were also closest to the Atlanteans. The Atlantean was a kind of dreamer; his consciousness was dull, he had no power of judgment or self-awareness; like a dreamer, he wandered about half-unconscious. The ancient Indians were the first to have overcome this state, yet they were still half-rooted in it. Hence, the ancient Indian harbored within himself a longing to experience the old spirit realm and that vision which was still characteristic of the Atlanteans. The ancient Indian yoga training still consisted in a sort of dimming of consciousness that transported the person back to the time when people could still see the spirits around them. The Indian longed to return to this time of clairvoyance of the ancient Atlanteans, and the Rishis taught him in their yoga training the methods, which were now, however, developed in a different way. The Atlanteans had not yet developed the power of judgment; in India, people already possessed this power, but they loved, so to speak, what they had overcome, and they knew how to evoke it again—to dampen their consciousness and recall what they had once seen. Indian culture has preserved this in its highest representatives. The Indian did not seek to elevate his consciousness, but rather to dampen it in a dreamlike manner; hence the passivity of the Indian character. And it would be a grave disadvantage, even harmful, if Indian life were to take hold of today’s culture to a greater degree.

[ 17 ] In der ersten Zeit hatten die Menschen überhaupt noch keine Mineralien gesehen; der Atlantier sah durchaus noch die Mineralien am undeutlichsten. Für ihn war die Geisterwelt da in seinen Visionen; sie war es, die in allem lebte. Er sah den Menschen umschrieben in Farben, in sympathischen Farben, wenn er ihm sympathisch war. Solch eine Welt suchte sich der Inder wieder hervorzuzaubern. Aber gerade darin besteht der menschliche Fortschritt, daß der Mensch immer mehr ein Verhältnis gewinnen muß zu dem, was hier in der Welt der Stofflichkeit vorhanden ist. Die Atlantier brauchten noch keine Werkzeuge; sie orientierten sich durch ihre Seherkraft; sie maßen den physischen Werkzeugen keine Bedeutung zu. Der Inder ist darin noch ein Nachzügler der Atlantier; daher ist ihm die physische Welt Maja, eine Art von Täuschung, von Lüge. Er hat nichts übrig für die Welt der äußeren Sinne. Er sagt: Erhebe dich zu der Welt des traumhaft Geistigen.

[ 17 ] In the early days, people had never seen minerals at all; the Atlantean, in particular, perceived minerals most indistinctly. For him, the spirit world was present in his visions; it was this world that lived within everything. He saw people surrounded by colors—pleasant colors, if he found them likable. The Indian sought to conjure up such a world once again. But human progress consists precisely in the fact that human beings must increasingly develop a relationship to what exists here in the material world. The Atlanteans did not yet need tools; they oriented themselves through their power of vision; they attached no significance to physical tools. In this respect, the Indian is still a laggard behind the Atlanteans; therefore, the physical world is maya to him, a kind of deception, a lie. He has no time for the world of the external senses. He says: Rise up to the world of the dreamlike spiritual.

[ 18 ] Der Fortschritt von diesem Indertum zu einer späteren Zeit bestand darin, daß in dem nächsten Kulturkreis, dem persischen, der noch vor Zarathustra liegt, die Menschheit zuerst schätzen lernte, was äußere Wirklichkeit ist. Das war eine zweite Kolonie, die von Gobi ausging, die ein urfernes Reich in Vorderasien begründete, aus dem das Reich des Zarathustra hervorging. Der Perser wird gewahr, daß es hier eine Welt gibt, in der er zu wirken hat. Das Göttliche erscheint ihm als etwas, mit dem er sich verbinden muß. Zwei Gottheiten stehen da vor seiner Seele: Ormuzd und Ahriman. Die Materie erscheint ihm noch als etwas, das er zu überwinden hat, woran er seine Kräfte messen muß. Aus der geistigen Welt nimmt er noch die Kräfte, die er braucht, um hier in dieser Welt zu arbeiten. Die Welt erscheint ihm als etwas Finsteres, das mit Hilfe des Lichtes des Guten umgewandelt werden muß. — Der Inder gründete eine Wissenschaft der bloß geistigen Welt, die ihm aber nichts sagte über die äußere Wirklichkeit. Beim Perser ist die äußere Wirklichkeit etwas anderes, das stetig durch Arbeit umgewandelt werden muß.

[ 18 ] The progress from this Indian stage to a later period consisted in the fact that, in the next cultural sphere—the Persian one, which predates Zarathustra—humanity first learned to appreciate what external reality is. This was a second colony that originated in the Gobi, which founded a very ancient empire in the Near East, from which the empire of Zarathustra emerged. The Persian becomes aware that there is a world here in which he must act. The divine appears to him as something with which he must connect. Two deities stand before his soul: Ormuzd and Ahriman. Matter still appears to him as something he must overcome, against which he must measure his strength. From the spiritual world he still draws the forces he needs to work here in this world. The world appears to him as something dark that must be transformed with the help of the light of goodness. — The Indian founded a science of the purely spiritual world, which, however, told him nothing about external reality. For the Persian, external reality is something else, something that must be constantly transformed through work.

[ 19 ] Die dritte Kolonie, die von Gobi ausging, zog weiter nach Vorderasien und gründete den chaldäisch-babylonisch-ägyptischen Kulturkreis. Diese Völker haben neben der früheren Wissenschaft des Geistes jetzt schon eine Wissenschaft der irdischen Welt. Bei den Agyptern entstand eine Astrologie, eine Geometrie, durch die sie lernten, wie man die Erde behandelt und bebaut. Die Wissenschaft dehnte sich aus auf das, was der alte Inder noch als die Welt der Täuschung bezeichnete. Jetzt ist die Welt der Täuschung eine Welt des schärfsten Nachdenkens, sinnlichen Nachdenkens. Wenn der Inder sich in die Sternenwelt vertiefte, war sie ihm nur der Ausdruck des Geistigen. Der Chaldäer aber hatte eine Liebe für die körperliche Welt; sie war ihm das Glied der Gottheit, wo hinein man sich arbeitet, wo hinein man sich vertieft. Und dieses Hineinarbeiten vom Göttlichen in das Sinnliche, das sehen wir in der babylonisch-assyrischen Kultur.

[ 19 ] The third colony, which originated in the Gobi, moved on to the Near East and established the Chaldean-Babylonian-Egyptian cultural sphere. In addition to the earlier science of the spirit, these peoples now also possessed a science of the earthly world. Among the Egyptians, astrology and geometry emerged, through which they learned how to treat and cultivate the earth. Science expanded into what the ancient Indian still called the world of illusion. Now the world of illusion is a world of the sharpest thinking, of sensory thinking. When the Indian immersed himself in the world of the stars, it was for him merely the expression of the spiritual. The Chaldean, however, had a love for the physical world; for him it was the limb of the Deity into which one works, into which one immerses oneself. And this working from the divine into the sensory—that is what we see in Babylonian-Assyrian culture.

[ 20 ] Wir gelangen nun dazu, den vierten Kulturkreis zu betrachten, den wir den griechisch-lateinischen nennen. Da ist der Mensch selbst für die äußere Betrachtung schon gewonnen. Bei den Ägyptern wußte man bereits, daß die Welt kein Chaos ist, sondern sinnvoll erbaut durch unermeßliche Zeitenläufe hindurch. Die Sphinx und die Pyramide drücken große kosmische Wahrheiten aus. Sein Wissen davon geheimnißte der alte Ägypter in das Bild hinein; er schuf die Sphinx, die wie ein Rätsel der Entwickelung vor uns steht: der Entwickelung des höheren Menschlichen aus den früheren tierischen Zuständen. Das war für den Ägypter die Weisheit, die er auf seine Art in die Welt hinein aussprach. Und eine Maßausrechnung können Sie bei ihm finden, die vom Himmel heruntergeholt ist. Die Städte waren so eingerichtet, daß der Ägypter in ihrem Bau eine heilige Ordnung zum Ausdruck brachte, die ihm vorgeschrieben war; ein Abbild der Ordnung des Himmels versuchte der Ägypter da zu geben. Aber das Individuell-Menschliche war noch nicht darin begriffen. Das sehen Sie erst in der griechischen Kunst erblühen, wo der Mensch sich bereits erfaßt als unmittelbare Wirklichkeit und wo er ein Ebenbild seiner selbst im Raume schaffen will.

[ 20 ] We now come to the fourth cultural sphere, which we call the Greco-Latin one. Here, humanity itself has already been won over to an external perspective. The Egyptians already knew that the world is not chaos, but has been meaningfully constructed over immeasurable ages. The Sphinx and the Pyramid express great cosmic truths. The ancient Egyptians encoded their knowledge of this into the image; they created the Sphinx, which stands before us like a riddle of evolution: the evolution of the higher human from earlier animal states. For the Egyptians, this was the wisdom they expressed to the world in their own way. And you can find in their work a system of measurement that has been brought down from heaven. The cities were laid out in such a way that the Egyptians expressed in their construction a sacred order that had been prescribed to them; the Egyptians sought to give an image of the order of heaven there. But the individual human element was not yet included in this. You see this blossom only in Greek art, where the human being already grasps himself as immediate reality and where he seeks to create an image of himself in space.

[ 21 ] Immer vertrauter macht sich der Mensch mit dem, was der Inder als Maja bezeichnete. Der Mensch tritt sich selbst entgegen. Er schafft eine Welt innerhalb dessen, was der Inder Illusion genannt hat, und er ist sich bewußt , daß er diese Welt ohne Hilfe der Götter schaffen muß. Er verbindet sich immer mehr mit der äußeren Wirklichkeit und schafft aus eigenen Kräften das Göttliche in die äußere Wirklichkeit hinein. Aber wenn Sie die griechische Polis studieren, sehen Sie noch nichts von dem, was Rechtsbegriff ist. Das mußte der Mensch erst begründen im Römischen Reich als römisches Recht, in dem privaten Zusammenleben mit den andern, als römischer Bürger.

[ 21 ] Humanity is becoming increasingly familiar with what the Indians called maya. Humanity confronts itself. It creates a world within what the Indians called illusion, and it is aware that it must create this world without the help of the gods. They become increasingly connected to external reality and, through their own efforts, bring the divine into that external reality. But if you study the Greek polis, you will see nothing yet of what constitutes the concept of law. Humanity first had to establish this in the Roman Empire as Roman law, in private coexistence with others, as Roman citizens.

[ 22 ] So gelangt der Mensch immer mehr zum Verständnis dessen, was sich hier in der äußeren Wirklichkeit vollzieht.

[ 22 ] In this way, human beings come to understand more and more what is taking place here in external reality.

[ 23 ] Der fünfte Kulturkreis sind wir selbst mit unserer materialistischen Zivilisation. Es ist die Zeit, in welcher der Mensch am tiefsten heruntergestiegen ist in die äußere Welt. Vergleichen Sie unsere Zeit mit den früheren: Wohl wissen wir die Kräfte der geistigen Welt anzuwenden auf unsere äußere Umgebung; überall tragen wir die geistige Welt hinein. Aber vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus hat das eine eigentümliche Perspektive. Erinnern Sie sich an die Zeit, in der der Mensch sich noch zwischen zwei Steinen das Mehl gemahlen hat. Er verwendet wenig Geisteskräfte darauf. Aber im alten Ägypten und Chaldäa vertiefte er sich in die Himmelsweisheit; viel ist ihm da noch gesagt worden über den geistigen Sinn des Sternenhimmels und der Erde selber. Der Grieche schuf noch hinein in diese Welt der Wirklichkeit die idealisierte Menschengestalt.

[ 23 ] The fifth cultural epoch is our own, with our materialistic civilization. It is the era in which humanity has descended deepest into the external world. Compare our time with earlier ones: we certainly know how to apply the forces of the spiritual world to our external environment; we bring the spiritual world into everything. But from the standpoint of Spiritual Science, this has a peculiar perspective. Recall the time when human beings still ground their flour between two stones. They expended little spiritual energy on this. But in ancient Egypt and Chaldea, they immersed themselves in the wisdom of the heavens; there, much was still told to them about the spiritual meaning of the starry sky and the Earth itself. The Greeks still created the idealized human form within this world of reality.

[ 24 ] Und wie ist das Bild unserer Zeit? Viel geistige Kraft wird da angewendet, um unsere Naturwissenschaft mit ihren technischen Anwendungen hervorzubringen. Aber wie groß ist denn der Unterschied, ob Sie sich mit primitiven Mitteln, oder unter Zuhilfenahme von Telephon, Maschinen und so weiter die Nahrungsmittel von Amerika herüberschaffen, die doch nur dazu dienen, um dasselbe Bedürfnis zu befriedigen, welches auch das Tier hier befriedigt? Versuchen Sie einmal zu prüfen, wieviel von dem Geschaffenen dem Geistesleben dient, und wieviel Geisteskraft gebraucht wird für das materielle Leben. Welch ungeheure Geisteskraft muß die Menschheit heute entwickeln, um materielle Bedürfnisse zu befriedigen! Es ist kein großer Unterschied, wenn das Tier hingeht und Graß frißt, oder wenn man sich durch allerlei Mittel die Nahrungsmittel von Amerika und Australien herübeschafft. Aber das ist keine abfällige Kritik, das muß so sein. So untertauchen mußte der Mensch in diese Welt. Der Inder sah die Welt noch als Illusion an; der heutige Mensch sieht diese Welt als die einzige Wirklichkeit an. Wir sind am tiefsten heruntergestiegen und haben dadurch die größten Fortschritte gemacht auf dem physischen Plan. Aber dieser Herunterstieg darf auch im geistigen Sinne kein vergeblicher sein!

[ 24 ] And what is the picture of our time? A great deal of mental energy is expended to produce our natural sciences with their technical applications. But how great is the difference between obtaining food from America using primitive means, or with the aid of telephones, machines, and so on—food that serves only to satisfy the same need that animals here satisfy? Try to examine how much of what has been created serves spiritual life, and how much spiritual energy is expended on material life. What immense spiritual energy must humanity expend today to satisfy material needs! There is no great difference between an animal going out to graze and humans using all manner of means to transport food from America and Australia. But this is not a disparaging criticism; it must be so. Humanity had to immerse itself in this world to this extent. The Indian still viewed the world as an illusion; modern humanity views this world as the only reality. We have descended the deepest and have thereby made the greatest progress on the physical plane. But this descent must not be in vain, even in the spiritual sense!

[ 25 ] Innerhalb unserer Zeit ist ein neues Element aufgetreten, das geradezu hineingepflanzt ist in das erste Drittel der nachatlantischen Zeit: es ist das Aufkommen des Christentums — der bedeutsamste Einschnitt in der Entwickelung der Erde überhaupt. Alles, was früher gewesen ist, ist für den Okkultismus nur Vorbereitung gewesen für das Christentum. Buddha, Hermes und so weiter sind nur prophetische Hindeutungen auf das Christentum, das gerade die Menschheit erheben soll aus der tiefsten Verstrickung in die Materie. Und es wird den Menschen wieder herausheben aus dieser Verstrickung. Jetzt beginnt wiederum der Aufstieg aus der Materie. Und die Aufgabe der Geisteswissenschaft ist, mitzuhelfen an diesem Aufstieg in die geistige Welt hinauf.

[ 25 ] A new element has emerged in our time, one that is virtually embedded in the first third of the post-Atlantean era: it is the rise of Christianity—the most significant turning point in the history of the Earth. Everything that came before was, for occultism, merely a preparation for Christianity. Buddha, Hermes, and so on are merely prophetic foreshadowings of Christianity, which is precisely intended to lift humanity out of its deepest entanglement with matter. And it will lift humanity out of this entanglement once again. Now the ascent out of matter begins anew. And the task of Spiritual Science is to assist in this ascent into the spiritual world.

[ 26 ] Der nächste Zeitraum unserer nachatlantischen Kultur wird zwar noch mehr Entdeckungen bringen; aber der Mensch wird in der äußeren Welt immer mehr nur die Buchstaben sehen. Ein wahres Christentum wird von der Außenwelt so sprechen, wie wir von dem sprechen, was verdichteter Geist ist, und aus der Materie heraus wird uns der Geist wiederum aufgehen. Nicht werden wir von der Außenwelt sagen, sie sei Illusion, wir werden sie völlig haben und nichts verlieren, und dennoch hinaufsteigen zu geistig Höherem. Und zu dieser Entwickelung wird das Christentum den größten Beitrag zu liefern haben. Schon in dem sechsten Zeitraum wird das, was heute für wenige verkündet wird, imstande sein, große Menschenmassen zu ergreifen und sie mit sich fortzureißen; und damit wird die Menschheit die Einsicht erlangen in die geistige Welt. Was heute Gedanke ist, wird in der Zukunft eine Kraft sein. In der sechsten Kulturperiode werden viele diese Gedankenkraft haben. Was sich heute theosophisches Christentum nennt, wird sich ausbreiten über große Menschenmassen. Immer kräftiger werden diese Gedanken werden; schöpferisch werden sie wirken bis auf die menschliche Gestalt. — Früher hat der menschliche Leib ganz anders ausgesehen als heute; Sie wären erstaunt, wenn ich Ihnen diesen früheren Leib schildern würde. Aber dadurch, daß der Körper noch weich war, hatte das Ich einen viel größeren Einfluß auf dessen Gestaltung. Von dem Einfluß des Willens der Seele auf den menschlichen Leib ist dem Menschen heute nur noch ein ganz spärlicher Rest zurückgeblieben: Wenn Sie einen Schreck erleben, werden Sie bleich, weil der innere Seelenzustand bis ins Blut dringt; die Körperfarbe verändert sich. Aber Sie könnten bei andern Körperzuständen sehen, wie wenig Gewalt nur der Mensch heute über seinen Körper hat. Beim Aufstieg wird das wiederum anders werden; der Körper wird sich immer weicher und weicher gestalten, und der Mensch wird wieder seinen Einfluß auf den Leib gewinnen, wenn er in sich immer kräftiger die Gedanken werden läßt, die heute erst spärlich auftreten; die werden dann den Körper selbst umgestalten können. Der Mensch wird wiederum seinen Körper selbst bilden können, allerdings erst in einer sehr fernen Zukunft.

[ 26 ] The next phase of our post-Atlantean culture will indeed bring even more discoveries; but in the outer world, human beings will increasingly see only the letters. True Christianity will speak of the external world in the same way that we speak of what condensed spirit is, and from matter the spirit will once again dawn upon us. We will not say that the external world is an illusion; we will possess it fully and lose nothing, and yet ascend to spiritual heights. And Christianity will have the greatest contribution to make to this development. Already in the sixth epoch, what is proclaimed today to only a few will be able to capture the hearts of great masses of people and carry them along; and through this, humanity will gain insight into the spiritual world. What is thought today will be a force in the future. In the sixth cultural epoch, many will possess this power of thought. What is today called Theosophical Christianity will spread among vast masses of people. These thoughts will grow ever stronger; they will work creatively even upon the human form. — In the past, the human body looked quite different from what it does today; you would be astonished if I were to describe this earlier body to you. But because the body was still soft, the ego had a much greater influence on its form. Today, only a very faint remnant remains of the soul’s will’s influence on the human body: When you experience a fright, you turn pale because the inner state of the soul penetrates into the blood; the body’s color changes. But you could see, in other physical states, how little power a person has over their body today. With the ascent, this will change again; the body will become softer and softer, and the human being will regain influence over the body if they allow the thoughts that today arise only sparingly to grow ever stronger within themselves; these will then be able to transform the body itself. The human being will once again be able to shape their own body, though only in a very distant future.

[ 27 ] Die Geschlechtlichkeit wurde dem Menschen erst aufgedrückt während der lemurischen Zeit; vorher war er ein zweigeschlechtliches Wesen, männlich und weiblich zugleich. Mit der Eingliederung des Ich zerfällt der Mensch in zwei Geschlechter. Diesen Moment werden wir noch genauer kennenlernen, wenn wir den Gang des menschlichen Blutes näher beleuchten werden. Dann werden wir auf dieses Problem der Geschlechterteilung zu sprechen kommen, und auch darauf, daß das, was heute Geschlechtertrennung ist, wiederum verschwinden wird.

[ 27 ] Sexuality was first imposed on human beings during the Lemurian era; before that, they were hermaphroditic beings, both male and female at the same time. With the integration of the ego, human beings split into two sexes. We will examine this moment in greater detail when we take a closer look at the course of human blood. Then we will address this issue of the division of the sexes, and also the fact that what is today a separation of the sexes will eventually disappear again.

[ 28 ] So blicken wir auf eine Zukunft hin, in welcher der Mensch wiederum ganz anders auf den Leib zurück wird wirken können.

[ 28 ] Thus, we look forward to a future in which humans will once again be able to influence the body in a completely different way.

[ 29 ] Was ist es zum Beispiel, wenn dem Menschen die Schamröte ins Gesicht steigt? Was ist denn das? Ein letzter Rest von dem, was der Mensch früher als Einfluß auf seinen Leib hatte. Immer mehr wird der Mensch wieder bewußt in seinen Leib hineinarbeiten können. Und dann wird die Zeit kommen, wo der Mensch fähig sein wird, seinen Herzmuskel zu einem willkürlichen Muskel zu machen. Die Wissenschaft stellt Ihnen das Herz so dar, als ob es ein bloßer physischer Apparat, eine Pumpe sei. Aber das Blut strömt nicht nur durch den Leib, weil das Herz das Blut durchpumpt, sondern alles, was im Blute ist, hängt von der Seele ab. Das Blut pulsiert unter den verschiedenen Gefühlen schneller oder langsamer, und das Blut ist es, das die Herzbewegung hervorruft. Aber in der Zukunft wird der Mensch einen bewußten Einfluß auf das Herz gewinnen; daher ist das Herz ein Organ, das heute erst im Anfange seiner Entwickelung steht. Ein Muskel der geistigen Entwickelung ist das Herz, ein Organ, durch das der höher gestiegene Mensch sich zu seinem Ausdruck bringt und dadurch auf seinen ganzen übrigen Körper schöpferisch wirkt.

[ 29 ] What, for example, happens when a blush of shame rises to a person’s face? What is that? It is a last remnant of what humans once had as influence over their bodies. Increasingly, humans will be able to consciously work into their bodies again. And then the time will come when a person will be able to turn their heart muscle into a voluntary muscle. Science presents the heart to you as if it were merely a physical apparatus, a pump. But the blood does not flow through the body merely because the heart pumps it; rather, everything in the blood depends on the soul. The blood pulses faster or slower under the influence of various emotions, and it is the blood that causes the heart’s movement. But in the future, human beings will gain a conscious influence over the heart; therefore, the heart is an organ that is only at the beginning of its development today. The heart is a muscle of spiritual development, an organ through which the spiritually advanced human being expresses himself and thereby exerts a creative influence on the rest of his body.

[ 30 ] Das Herz ist erst im Anfange seiner Entwickelung; daher ist es auch für die materialistische Wissenschaft ein Kreuz. Die materialistische Wissenschaft sagt Ihnen: Alle Muskeln, mit denen Sie sich bewegen, sind quergestreifte Muskeln; alle die Muskeln, die unwillkürlich sind, zum Beispiel die, die mit dem Verdauungssystem zusammenhängen, sind langgestreift. Das Herz ist nun ein eigentümliches Organ, welches diese ganze Rechnung auf den Kopf stellt. Es ist ein unwillkürlicher Muskel, und es hat quergestreifte Muskelfasern: weil es auf dem Wege ist zu einer höheren Entwickelung, darum hat es heute schon quergestreifte Fasern.

[ 30 ] The heart is only at the beginning of its development; that is why it is such a headache even for materialistic science. Materialistic science tells you: All the muscles you use to move are striated muscles; all the muscles that are involuntary, for example those associated with the digestive system, are smooth muscles. The heart, however, is a peculiar organ that turns this entire theory on its head. It is an involuntary muscle, yet it possesses striated muscle fibers: because it is on the path to a higher stage of development, it already has striated fibers today.

[ 31 ] Ich werde Ihnen morgen noch zeigen, wie gewisse Dinge sich aufklären, wenn wir sie im Lichte der Geisteswissenschaft betrachten.

[ 31 ] Tomorrow I will show you how certain things become clear when we view them in the light of Spiritual Science.

[ 32 ] So wirkt Theosophie lichtverbreitend auf das, was um uns herum ist. Alles, was Materie geworden ist, erlösen wir aus seinem heutigen erstarrten Zustand. Das ist der Erlösungsgedanke in seinem tiefsten Wesen begriffen! Der Mensch hat sich immer höher entwickelt; er ließ dabei immer gewisse Reiche zurück. Er wird mächtig werden, und er wird das, was er zurückgelassen hat, wieder erlösen, und er wird die Erde miterlösen. Er darf sie aber nicht verachten, sondern muß sich mit ihr verbinden, wenn er ihr die Erlösung bringen will.

[ 32 ] Thus, Theosophy acts as a light that illuminates everything around us. We redeem everything that has become matter from its current state of rigidity. This is the concept of redemption understood in its deepest essence! Humanity has developed ever higher; in doing so, it has always left certain realms behind. It will become powerful, and it will redeem what it has left behind, and it will help redeem the Earth. However, it must not despise it, but must unite with it if it wishes to bring redemption to it.