The Apocalypse of John
GA 104
20 June 1908, Nuremberg
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The Apocalypse of John, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
[ 1 ] Gestern konnten wir am Ende unserer Betrachtung hinweisen auf das, was spezifisch christliche und was spätere, also etwa christlich-rosenkreuzerische Einweihung zunächst in einem großen bedeutsamen Symbolum gibt. Wir haben auf die Bedeutung dieses Symbolums hingewiesen, dieses Einweihungszeichens, das man auch als den Menschensohn bezeichnet, der die sieben Sterne in seiner rechten Hand hat, der das scharfe zweischneidige Schwert hat in seinem Munde. Wir haben gesehen, daß diese Einweihung den Menschen in einem gewissen höheren Grade sehend macht innerhalb seines Ich und seines astralischen Leibes, außerhalb des physischen und des Ätherleibes. Wir werden alles dies noch genauer besprechen.
[ 1 ] Yesterday we were able to point out at the end of our meditation what is specifically Christian and what is later, i.e. roughly Christian Rosicrucian, in terms of the initials in a large, significant symbol. We have pointed out the significance of this symbol, this sign of initiation, which is also referred to as the Son of Man, who has the seven stars in his right hand and the sharp, two-edged sword in his mouth. We have seen that this initiation makes man aware, to a certain higher degree, within his ego and his astral body, outside of the physical and etheric bodies. We shall discuss all this in more detail.
[ 2 ] Durch eine jegliche Einweihung aber gelangt der Mensch dazu, das, was man nur mit geistigem Blicke, mit geistigen Augen überschauen kann, was nur für das übersinnliche Wahrnehmen durchsichtig ist, das nun wirklich zu überschauen, zu erkennen. Nun gehört zu dem ersten und wichtigsten, was der im christlichen Sinne Einzuweihende zu erkennen hat, die Entwickelung der Menschheit in unserem Zeitalter, damit ein jeder im höheren Maße die Aufgaben des Menschen einsehen kann. Denn alles, was höhere Erkenntnis, was höhere Vollkommenheit dem Menschen geben soll, hängt mit der Frage zusammen: Was bin ich und wozu bin ich bestimmt in unserem Zeitalter? Die Beantwortung dieser Frage ist es, die zunächst von großer Wichtigkeit ist.
[ 2 ] Through each initiation, however, the human being comes to really see and recognize that which can only be seen with spiritual eyes, which is only transparent to supersensible perception. Now, one of the first and most important things that the person to be initiated in the Christian sense has to recognize is the development of humanity in our age, so that everyone can understand the tasks of man to a higher degree. For everything that is to give man higher knowledge, higher perfection, is connected with the question: What am I and what am I destined for in our age? It is the answer to this question that is of great importance in the first instance.
[ 3 ] Jede Einweihungsstufe führt auf einen erhöhten Standpunkt der menschlichen Betrachtung. Schon in der ersten Stunde konnten wir ja darauf hinweisen, wie stufenweise der Mensch hinaufgeht, zuerst in das, was wir die imaginative Welt nennen, wo er im christlichen Sinne die sieben Siegel erkennen lernt, dann bis zu dem, was wir die inspirierte Erkenntnis nennen, wo er die «Posaunen» hört, und endlich zu einer noch höheren Stufe, wo er die wahre Bedeutung und Wesenheit der Geistwesen zu durchschauen vermag, die Stufe der sogenannten Zornesschalen. Jetzt aber müssen wir sozusagen eine bestimmte Einweihungsstufe ins Auge fassen. Wir denken uns den Menschen gerade bis zu jener Stufe der Einweihung gelangt, wo das mit ihm geschehen ist, was am Schluß des letzten Vortrages geschildert wurde. Wir denken uns ihn gerade an der Grenze, wo ihm, zwischen den feinsten Wesenheiten unserer physischen Welt und der nächsthöheren, der astralischen Welt, gestattet ist, wie auf einem Gipfel zu stehen und herunterzuschauen. Was kann der Mensch auf diesem ersten Gipfel der Einweihung erschauen?
[ 3 ] Each stage of initiation leads to a higher point of view of human observation. Already in the first lesson we were able to point out how man gradually ascends, first into what we call the imaginative world, where he learns to recognize the seven seals in the Christian sense, then to what we call inspired knowledge, where he and finally to an even higher level, where he is able to see through the true meaning and essence of spiritual beings, the level of the so-called bowls of wrath. But now we have to consider a specific level of initiation, so to speak. We imagine that the person has reached the level of initiation where what was described at the end of the last lecture has happened to him. We imagine him at the very boundary where, between the finest entities of our physical world and the next higher, the astral world, he is allowed to stand as if on a summit and look down. What can a person see at this first summit of initiation?
[ 4 ] Da sieht er im Geiste alles das, was geschehen ist, seiner inneren Wesenheit nach, seitdem die atlantische Flut die alte Atlantis zerstört hat und der nachatlantische Mensch ins Dasein getreten ist. Da sieht er, wie sich die Kulturkreisläufe einander folgen bis zu dem Zeitpunkt, wo auch unser Zeitalter einen Untergang nehmen wird, um ein neues heraufzuführen. Durch das Wasser der atlantischen Flut ist zugrunde gegangen die alte Atlantis. Durch das, was wir nennen den Krieg aller gegen alle, durch furchtbar verheerende moralische Verwickelungen wird unser Zeitalter seinen Untergang finden. Und dieses große Zeitalter von der atlantischen Flut an bis zum gewaltigen Krieg aller gegen alle, das teilen wir wieder ein in sieben aufeinanderfolgende Haupt-Kulturepochen, in sieben Kulturzeiträume, wie aus dem vorstehenden Schema ersichtlich ist. An dem einen Ende denken wir uns die große atlantische Flut, am entgegengesetzten Ende den großen Weltkrieg, und das teilen wir in sieben Unterzeitalter, in sieben Kulturepochen. Die ganze Epoche, die diese sieben Unterzeitalter enthält, ist wieder der siebente Teil eines längeren Zeitalters, so daß Sie sich vorzustellen haben sieben solche Glieder wie unser Zeitalter zwischen Flut und Krieg, zwei nach vorn, nach dem großen Krieg, und vier nach rückwärts vor der atlantischen Flut. Unser Zeitalter, das nachatlantische, ist also das fünfte große Zeitalter.
[ 4 ]Then he sees in his mind's eye everything that has happened since the Atlantic flood destroyed the ancient Atlantis and the post-Atlantic man came into existence, according to his inner being. He sees how the cycles of civilization follow one another until the time comes when our age will also meet its demise, in order to give rise to a new one. The old Atlantis was destroyed by the waters of the Atlantic flood. Our age will meet its demise through what we call the war of all against all, through terribly devastating moral complications. And this great age, from the Atlantic flood to the mighty war of all against all, we again divide into seven successive main cultural epochs, into seven cultural periods, as can be seen from the above scheme. At one end we have the great Atlantic flood, at the opposite end the great world war, and that we divide into seven sub-ages, into seven cultural epochs. The entire epoch containing these seven sub-eras is again the seventh part of a longer epoch, so that you have to imagine seven such links as our epoch between the flood and the war, two forward, after the great war, and four backward before the Atlantic flood. Our epoch, the post-Atlantic epoch, is therefore the fifth great epoch.
[ 5 ] Man muß wiederum auf einen noch höheren Gipfel der Einweihung hinaufsteigen, dann übersieht man diese siebenmal sieben Zeitalter. Sie sind zu überschauen, wenn man an der Grenze der astralischen und der geistigen, der devachanischen Welt angelangt ist. Und so geht es stufenweise hinauf. Wir werden sehen, welches die noch höheren Stufen sind.
[ 5 ] One must again ascend to an even higher summit of initiation, then one overlooks these seven times seven epochs. They can be seen when one has reached the boundary of the astral and the spiritual, the devachanic world. And so it goes up step by step. We will see what the even higher steps are.
[ 6 ] Jetzt müssen wir festhalten, daß man zunächst einen Gipfel erreichen kann, auf dem uns, wie von einem Berge aus die weite Ebene, die sieben Kulturzeitalter der nachatlantischen Zeit sichtbar werden. Wir alle kennen sie ja schon, diese Kulturzeitalter. Wir wissen, daß, als die atlantische Flut die alte Atlantis hinweggeschwemmt hatte, als erstes die altindische Kultur aufblühte und daß sie abgelöst wurde von der urpersischen Kultur. Wir wissen, daß die assyrisch-babylonisch-chaldäisch-ägyptisch-jüdische Kultur darauf folgte, auf diese das vierte Kulturzeitalter, das griechisch-lateinische, und darauf das fünfte, das unsrige, in dem wir leben. In dem sechsten, das auf das unsrige folgen wird, wird in einer gewissen Beziehung in der Frucht aufgehen müssen, was wir an geistiger Kultur zu bauen haben. Das siebente Kulturzeitalter spielt sich ab vor dem Krieg aller gegen alle. Da sehen wir diese furchtbare Verwüstung der Kultur herankommen und sehen das kleine Häuflein von Menschen, das verstanden hat, das spirituelle Prinzip in sich aufzunehmen und das sich hinwegretten wird gegenüber der allgemeinen Zertrümmerung durch den Egoismus.
[ 6 ] Now we have to realize that one can first reach a summit from which, as from a mountain, the wide plain of the seven cultural ages of the post-Atlantic period becomes visible. We all already know these cultural epochs. We know that when the Atlantic flood had swept away the old Atlantis, the ancient Indian culture flourished first and that it was followed by the ancient Persian culture. We know that the Assyrian-Babylonian-Chaldean-Egyptian-Jewish culture followed, and that the fourth cultural epoch, the Greek-Latin, followed that, and that the fifth, the one we live in, followed that. In the sixth, which will follow the one we live in, what we have to build in terms of spiritual culture will, in a certain respect, have to be absorbed into the fruit. The seventh cultural epoch is taking place before the war of everyone against everyone. We see this terrible devastation of culture approaching and we see the small group of people who have understood how to absorb the spiritual principle within themselves and who will save themselves from the general destruction caused by selfishness.
[ 7 ] Wir leben also in dem fünften der Unterzeitalter, wie gesagt. Wie Städte und Dörfer und Wälder vom Gipfel eines Berges aus, so erscheint von dem Gipfel der Einweihung aus die Folge dieser Kulturzeitalter. Ihre Bedeutung sehen wir ein. Sie stellen dar, was sich ausdehnt auf unserem physischen Plan als Menschheitskultur. Deshalb sprechen wir auch von Kulturzeitaltern im Gegensatz zu Rassen. Alles das, was etwa verknüpft ist mit dem Rassenbegriff, ist noch Überbleibsel des Zeitraumes, der dem unseren vorangegangen ist, des atlantischen. Wir leben im Zeitraum der Kulturepochen. Die Atlantis war der Zeitraum, wo sich nach und nach sieben aufeinanderfolgende große Rassen bildeten. Natürlich, die Früchte dieser Rassenbildung ragen herein auch in unser Zeitalter, daher spricht man auch heute noch von Rassen. Das sind aber schon Verwischungen jener scharfen Trennungen in der atlantischen Zeit. Heute hat schon der Kulturbegriff den Rassenbegriff abgelöst. Daher sprechen wir von der alten indischen Kultur, von welcher die Kultur, die uns in den Veden angekündigt wird, nur ein Nachklang ist. Die uralt-heilige indische Kultur ist die erste Morgenröte der nachatlantischen Kultur, sie folgt unmittelbar auf die atlantische Zeit.
[ 7 ] We therefore live in the fifth sub-age, as I said. From the summit of initiation, the sequence of these cultural ages appears as if we were looking at towns and villages and forests from the top of a mountain. We can see their significance. They represent what expands on our physical plane as human culture. That is why we speak of cultural epochs in contrast to races. Everything that is associated with the concept of race is a remnant of the period that preceded our own, the Atlantean period. We live in the period of cultural epochs. The Atlantean period was the period in which seven successive great races gradually formed. Of course, the fruits of this racial formation also extend into our own age, which is why we still speak of races today. However, these are already blurring of those sharp divisions in the Atlantic period. Today, the concept of culture has already replaced the concept of race. Therefore, we speak of the ancient Indian culture, of which the culture that is announced to us in the Vedas is only an echo. The ancient-holy Indian culture is the first dawn of the post-Atlantic culture, it follows immediately after the Atlantic time.
[ 8 ] Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, wie der Mensch lebte in jener Zeit, die jetzt mehr als acht- oder neuntausend Jahre hinter uns liegt. Wenn wir von den realen Zeiträumen sprechen, so gelten diese Zahlen. Diese Kultur, von der wir hier sprechen, stand unmittelbar unter dem Einfluß der atlantischen Flut oder der großen Eiszeitepoche, wie sie in der modernen Wissenschaft genannt wird. Die Atlantis war untergegangen nach und nach, ein Brocken nach dem andern war verschlungen worden von der Flut. Und nun lebte ein Menschengeschlecht auf der Erde, von dem sich ein Teil zu der höchsten Entwickelungsstufe heraufgearbeitet hatte, die zu erreichen war. Das war das uralt indische Volk, ein Menschengeschlecht, das damals drüben im fernen Asien wohnte und mehr in der Erinnerung an alte vergangene Zeiten lebte als in der Gegenwart. Das ist das Große und Gewaltige jener Kultur, von der die schriftlichen Aufzeichnungen wie die Veden und die Bhagavad Gita nur noch Nachklänge sind, daß die Menschen in der Erinnerung an das lebten, was sie in der atlantischen Zeit selber erlebt hatten. Denken Sie an den ersten Vortrag dieses Zyklus. Da wurde gesagt, daß die Menschen in jener Zeit zum großen Teil befähigt waren, ein gewisses dämmerhaftes Hellsehen zu entwickeln. Die Menschen waren nicht beschränkt auf diese physisch-sinnliche Welt. Sie lebten zwischen göttlich-geistigen Wesenheiten. Sie sahen diese göttlich-geistigen Wesenheiten um sich. Darin bestand der Übergang von der atlantischen Zeit zur nachatlantischen, daß der Blick der Menschen von der geistigen, astralisch-ätherischen Welt abgeschlossen und beschränkt wurde auf diese physische Welt. Die erste Kulturepoche zeichnete sich dadurch aus, daß die Menschen Sehnsucht hatten, tiefe Sehnsucht nach dem, was ihre Vorfahren in der alten Atlantis geschaut, wovor sich aber das Tor zugeschlossen hatte. Uralte Weisheit haben unsere Vorfahren mit ihren geistigen Augen, wenn auch dämmerhaft, geschaut. Sie wohnten unter Geistern, gingen mit Göttern und Geistern um. So fühlten sie, diese Menschen der uralt-heiligen indischen Kultur: sie sehnten sich mit allen ihren Fasern darnach, zurückzuschauen, zu sehen das, was die Vorfahren gesehen hatten, wovon uralte Weisheit kündete. Und so erschien das Land, das eben aufgetreten war vor den physischen Blicken der Menschen — die Felsen der Erde, die jetzt erst sichtbar geworden waren, die früher noch geistig geschaut wurden —, all das Äußere erschien ihnen geringer als das, woran sie sich erinnern konnten. Maja, die große Illusion, wurde alles das genannt, was die physischen Augen sehen konnten, die große Täuschung, aus der man heraus wollte. Und die Besten dieses ersten Zeitalters sollten durch jene Einweihungsmethode, von der es einige Überbleibsel im Yoga gibt, hinaufgehoben werden zu der Stufe ihrer Vorfahren. Daraus ging eine religiöse Grundstimmung hervor, die mit den Worten wiedergegeben werden kann: Wertlose eitle Täuschung ist das, was uns hier umgibt im äußeren Sinnenschein. Das Wahre, Echte ist oben in der geistigen Welt, die wir verlassen haben. — Die geistigen Führer des Volkes waren diejenigen, welche sich hinaufversetzen konnten in die Regionen, in denen man früher lebte. Das war die erste Epoche der nachatlantischen Zeit. Und alle Epochen der nachatlantischen Zeit sind dadurch charakterisiert, daß der Mensch immer mehr verstehen lernte die äußere sinnliche Wirklichkeit, immer mehr erkennen lernte: Was uns hier gegeben ist für die äußeren Sinne, ist nicht als bloßer Schein zu behandeln, es ist eine Gabe der geistigen Wesen, und nicht umsonst haben uns die Götter die Sinne gegeben. Das, was hier auf der Erde eine Kultur der materiellen Welt begründet, muß nach und nach eingesehen werden.
[ 8 ] Let us once again visualize how man lived in that time, which is now more than eight or nine thousand years behind us. If we speak of the real periods of time, these numbers apply. This culture, of which we speak here, was directly influenced by the Atlantic flood or the great ice age epoch, as it is called in modern science. Atlantis had gradually sunk, one chunk after another had been swallowed up by the flood. And now a race of men lived on the earth, a part of which had worked its way up to the highest level of development that could be achieved. This was the ancient Indian people, a race that lived over there in distant Asia and lived more in the memory of ancient times than in the present. The greatness and power of that civilization, of which the written records such as the Vedas and the Bhagavad Gita are only echoes, is that people lived in the memory of what they themselves had experienced in the Atlantean time. Think of the first lecture in this cycle. It was said that people in that time were largely able to develop a certain dimmed clairvoyance. People were not limited to this physical-sensual world. They lived among divine spiritual beings. They saw these divine spiritual beings around them. The transition from the Atlantean time to the post-Atlantean time consisted in the fact that people's view of the spiritual, astral-etheric world became closed and limited to this physical world. The first cultural epoch was characterized by the fact that people had a longing, a deep longing for what their ancestors in ancient Atlantis had seen, but from which the door had closed. Our ancestors had seen ancient wisdom with their spiritual eyes, even if only dimly. They lived among spirits and interacted with gods and ghosts. This is how they felt, these people of the ancient and sacred Indian culture: they longed with all their being to look back and see what their ancestors had seen and of which ancient wisdom told them. And so the land that had just appeared before the physical eyes of men - the rocks of the earth that had only now become visible, which were formerly still seen spiritually - all that appeared to them to be less than what they could remember. Maja, the great illusion, was what the physical eyes could see, the great deception from which one wanted to escape. And the best of this first age were to be raised by that initiation method, of which there are some remnants in yoga, to the level of their ancestors. From this arose a basic religious sentiment that can be expressed as follows: The vain deception that surrounds us here in the external world is worthless. The truth and the real are above in the spiritual world that we have left. The spiritual leaders of the people were those who could transport themselves to the regions where people used to live. That was the first epoch of the post-Atlantic period. And all epochs of the post-Atlantic period are characterized by the fact that man learned to understand more and more the reality of the outer senses, to recognize more and more: What is given to us here for the outer senses is not to be treated as mere appearance, it is a gift of the spiritual beings, and it is not for nothing that the gods have given us the senses. What establishes a culture of the material world here on earth must be gradually understood.
[ 9 ] Was der alte Inder noch als Maja angesprochen hat, wovor er geflohen ist, wovon er sich zurücksehnte, das sprachen diejenigen, die der zweiten Epoche angehörten, als ihr Arbeitsfeld an, als etwas, was sie zu bearbeiten hatten. Und so haben wir jetzt die uralt-persische Epoche, die etwa fünftausend Jahre zurückliegt, jene Kulturepoche, in welcher den Menschen das Land um sie herum zwar zunächst wie feindlich erschien, aber nicht mehr wie früher als Illusion, die man zu fliehen habe, sondern als ein Arbeitsfeld, dem man den eigenen Geist einzuprägen hat. Vom Bösen, von einer dem Guten gegnerischen Macht ist diese Erde beherrscht in ihrer materiellen Beschaffenheit, von dem Gotte Ahriman. Er beherrscht sie, aber der gute Gott Ormuzd hilft den Menschen — in seinen Dienst stellen sich die Menschen. Wenn sie seinen Willen ausführen, dann verwandeln sie diese Welt in einen Acker der oberen geistigen Welt, dann prägen sie der sinnlich-wirklichen Welt das ein, was sie selbst im Geist erkennen. Ein Arbeitsfeld war für die zweite Epoche die physisch-reale, die sinnlich-reale Welt. Für den Inder war die sinnliche Welt noch Täuschung, Maja. Für den Perser war sie zwar von bösen Dämonen beherrscht, aber doch eine solche Welt, aus der der Mensch auszutreiben hatte die bösen und der er einzugliedern hatte die guten geistigen Wesenheiten, die Diener des Lichtgottes Ormuzd.
[ 9 ] What the ancient Indian still spoke of as Maja, what he fled from, what he longed for, that was spoken by those who belonged to the second epoch as their field of work, as something they had to work on. And so we now have the ancient Persian epoch, which dates back about five thousand years, the cultural epoch in which the land around them initially appeared hostile to people, but no longer as an illusion to flee, but as a field of work in which one's own spirit had to be imprinted. This earth is ruled in its material nature by evil, by a power opposed to good, by the god Ahriman. He rules it, but the good god Ormuzd helps people — people place themselves in his service. When they carry out his will, they transform this world into a field in the upper spiritual world, and they shape the real world of the senses according to what they themselves recognize in the spirit. One field of work for the second epoch was the physical and real world. For the Indian, the sensual world was still deception, Maja. For the Persian, it was ruled by evil demons, but still such a world from which man had to expel the evil and integrate the good spiritual beings, the servants of the god of light Ormuzd.
[ 10 ] Und in der dritten Epoche kommt der Mensch noch näher der äußeren sinnlichen Wirklichkeit. Da ist sie ihm nicht mehr eine bloß feindliche Macht, die er zu überwinden hat. Der Inder hat hinaufgeschaut zu den Sternen und sich gesagt: Ach, alles was da ist, was ich mit äußeren Augen sehen kann, ist doch nur Maja, Täuschung. — Die chaldäischen Priester sahen den Lauf, die Stellungen der Sterne und sagten sich: Indem ich die Stellungen der Sterne sehe und ihren Lauf verfolge, wird mir das zu einer Schrift, aus der ich den Willen der göttlich-geistigen Wesen erkenne. Ich erkenne das, was die Götter wollen, in dem, was sie getan haben. — Nicht mehr Maja war ihnen die physisch-sinnliche Welt, sondern wie die Schrift des Menschen der Ausdruck seines Willens ist, so war ihnen das, was in den Sternen am Himmel steht, was in den Kräften der Natur lebt, eine Götterschrift. Und mit Liebe begannen sie zu entziffern die Schrift der Natur. So entsteht jene wunderbare Sternenkunde, die die Menschen heute kaum mehr kennen. Denn was man heute als Astrologie kennt, ist durch ein Mißverstehen der Tatsachen entstanden. Tiefe Weisheit in der Sternenschrift ist es, was dem alten Chaldäerpriester als Astrologie geoffenbart wurde, als die Geheimnisse dessen, was er mit Augen sah. Das betrachtete er als Offenbarung eines Inneren, Durchgeistigten. Und was wurde die Erde für den Ägypter? Wir brauchen nur auf die Erfindung der Geometrie hinzudeuten, wo der Mensch lernte die Erde einzuteilen nach den Gesetzen des Raumes, nach den Regeln der Geometrie. Da wurden die Gesetze in der Maja erforscht. In der uralt persischen Kultur hat man die Erde umgeackert, jetzt lernte man sie einteilen nach den Gesetzen des Raumes. Die Gesetze beginnt man zu erforschen und man tut noch mehr. Man sagt sich: Nicht umsonst haben die Götter in den Sternen uns eine Schrift hinterlassen, nicht umsonst haben die Götter uns ihren Willen kundgegeben in den Naturgesetzen. Wenn der Mensch durch sein eigenes Arbeiten das Heil bewirken will, dann muß er in den Einrichtungen, die er hier macht, eine Nachbildung schaffen dessen, was er aus den Sternen erforschen kann. — Oh, könnten Sie zurücksehen in die Arbeitskammern der ägyptischen Eingeweihten! Das war ein anderes Arbeiten als heute auf dem Gebiete der Wissenschaft. Da waren die Eingeweihten die Wissenschafter. Sie erforschten den Gang der Sterne und erkannten die Regelmäßigkeit in dem Stand und Lauf der Sterne und in der Einwirkung ihrer Stellungen auf das, was unten auf der Erde sich vollzog. Sie sagten sich: Wenn diese oder jene Konstellation am Himmel ist, so muß unten dieses oder jenes vor sich gehen im Staatsleben, und wenn eine andere Konstellation kommt, muß auch etwas anderes geschehen. Nach einem Jahrhundert werden gewisse Konstellationen da sein, sagten sie, und dann muß ein dem Entsprechendes vor sich gehen. — Und für Jahrtausende hinaus wurde vorausbestimmt, was zu tun ist. So entstand das, was man als die Sibyllinischen Bücher bezeichnet. Was darinnensteht, ist kein Wahn. Nach sorgfältigen Beobachtungen haben die Eingeweihten niedergeschrieben, was für Jahrtausende hinaus zu geschehen hat, und ihre Nachfolger wußten: Das ist einzuhalten. Und sie taten nichts, was nicht in diesen Büchern für die Jahrtausende hinaus nach dem Lauf der Sterne vorgezeichnet war. Sagen wir, es habe sich darum gehandelt, irgendein Gesetz zu machen. Da hat man nicht abgestimmt wie bei uns, da holte man Rat bei den heiligen Büchern, in denen aufgeschrieben war, was hier auf der Erde geschehen muß, damit es ein Spiegel dessen sei, was in den Sternen geschrieben ist, und was in den Büchern stand, das führte man aus. Der ägyptische Priester wußte, als er diese Bücher schrieb: Meine Nachfolger werden ausführen, was darinnensteht. — Von der Notwendigkeit der Gesetzmäßigkeit waren sie überzeugt.
[ 10 ] And in the third epoch, man comes even closer to external sensual reality. It is no longer a mere hostile power that he has to overcome. The Indian looked up at the stars and said to himself: Ah, everything that is there, that I can see with my external eyes, is only maja, deception. The Chaldean priests observed the course and position of the stars and said to themselves: By observing the positions of the stars and following their course, I can create a script from which I can recognize the will of the divine spiritual beings. I recognize what the gods want in what they have done. — The physical, sensual world was no longer Maya to them. Just as the writing of a human being is the expression of his will, so for them what is written in the stars in the sky, what lives in the forces of nature, was a divine writing. And with love they began to decipher the writing of nature. Thus arose that wonderful science of the stars, which is hardly known to people today. For what is known today as astrology arose from a misunderstanding of the facts. It is the deep wisdom of the starry writing that was revealed to the old Chaldean priest as astrology, as the secrets of what he saw with his eyes. He regarded this as the revelation of something inner and spiritual. And what did the earth become for the Egyptians? We need only point to the invention of geometry, where man learned to divide the earth according to the laws of space, according to the rules of geometry. There the laws were explored in the Maja. In the ancient Persian culture, the earth was plowed up; now it was learned to divide it according to the laws of space. The laws are beginning to be studied and more is being done. People say to themselves: it is not for nothing that the gods have left us a writing in the stars, it is not for nothing that the gods have made their will known to us in the laws of nature. If man wants to bring about salvation through his own work, then he must create a replica in the institutions he sets up here of what he can research from the stars. Oh, if you could look back into the working chambers of the Egyptian initiates! Their work was different from that of today in the field of science. Then the initiates were the scientists. They studied the course of the stars and recognized the regularity in the position and course of the stars and in the effect of their positions on what was taking place on the earth below. They said to themselves: When this or that constellation is in the sky, then this or that must happen in the life of the state below, and when another constellation comes, something else must also happen. After a century, certain constellations will be there, they said, and then something corresponding to that must happen. — And for millennia to come, it was determined what was to be done. This is how the Sibylline Books came about. What they say is not a delusion. After careful observation, the initiates wrote down what had to happen for thousands of years, and their successors knew that this had to be adhered to. And they did nothing that was not prescribed in these books for the millennia to come according to the course of the stars. Let us say that it was a matter of making some law or other. They did not vote on it as we do, they consulted the sacred books, in which was written what had to happen here on earth so that it would be a mirror of what was written in the stars, and what was in the books was carried out. The Egyptian priest knew when he wrote these books: My successors will carry out what is written in them. They were convinced of the necessity of the law.
[ 11 ] Die vierte Kulturepoche hat sich aus dieser dritten herausentwickelt. Es haben sich nur spärliche Reste dieser prophetisch wirkenden Kunst der Ägypter bewahrt. Einen solchen Rest können Sie noch sehen. Man hat nämlich, wenn man diese prophetisch wirkende Kunst im alten Ägypterland hat üben wollen, den nächsten Zeitraum in sieben Teile eingeteilt und gesagt: Der erste muß dies enthalten, der zweite das, der dritte jenes und so weiter. — Danach verfolgten die Nachkommen, was zu geschehen hat. Aber das war eben das Hauptcharakteristikum der dritten Kulturepoche. Die vierte zeigte nur noch schwache Nachklänge davon. Sie können nun diese schwachen Nachklänge noch erkennen, wenn Ihnen der Ursprung der alten römischen Kultur erzählt wird. Äneas, Sohn des Anchises aus Troja, einer Stätte der dritten Epoche, wandert aus und kommt zuletzt nach Alba Longa. In diesem Namen ist angedeutet eine Stätte uralter heiliger Priesterkultur: Alba Longa oder die lange Alba, die Stadt einer Priesterkultur, von der die Kultur Roms ausgehen sollte. Im Meßkleid der katholischen Priester haben wir noch einen Nachklang davon erhalten. Da wurde vorausgezeichnet noch in alter Priesterweise eine siebengliedrige Kulturepoche. Oh, diese sieben römischen Königszeiten waren vorausgezeichnet! Und die Geschichtsschreiber des neunzehnten Jahrhunderts haben wieder einmal sich einen bösen Streich spielen laslen im Hinblick auf diese sieben Königszeiten. Sie sind darauf gekommen, daß in dem profanen materiellen Sinn es mit diesen römischen Königen nichts ist; aber was dahintersteckt, daß hier eine nach der heiligen Siebenzahl prophetisch vorausgegliederte Kultur der Sibyllinischen Bücher nachgezeichnet ist, darauf konnten sie nicht kommen.
[ 11 ] The fourth cultural epoch has developed out of the third. Only scant remnants of this prophetic art of the Egyptians have survived. You can still see one such remnant. If you wanted to practice this prophetic art in ancient Egypt, you divided the next period into seven parts and said: the first must contain this, the second that, the third that, and so on. — Then the descendants followed what happened. But that was precisely the main characteristic of the third cultural epoch. The fourth showed only weak echoes of it. You can still recognize these weak echoes when the origin of ancient Roman culture is told to you. Aeneas, son of Anchises of Troy, a site of the third epoch, migrates and finally comes to Alba Longa. This name indicates a place of ancient, holy priestly culture: Alba Longa or the long Alba, the city of a priestly culture from which the culture of Rome was to originate. We still have an echo of this in the vestments of Catholic priests. In the old priestly manner, a seven-part cultural epoch was predicted. Oh, these seven Roman periods of kingship were foretold! And the historians of the nineteenth century have once again allowed themselves to be tricked with regard to these seven royal periods. They have come to the conclusion that in the profane material sense, these Roman kings are nothing; but what is behind it, that here a culture of the Sibylline books, prophetically pre-arranged according to the holy number seven, is traced, they could not come up with.
[ 12 ] Hier ist nicht der Ort, uns einzulassen auf die einzelnen Könige. Sie würden an den einzelnen Königen sehen können, an Romulaus, Numa Pompilius, Tullus Hostilius und so weiter, wie sie genau dem entsprechen, was die aufeinanderfolgenden Kulturepochen nach den sieben Prinzipien sind, die sich uns auf so verschiedenen Gebieten zeigen.
[ 12 ] This is not the place to get involved with the individual kings. You would be able to see from the individual kings, from Romulaus, Numa Pompilius, Tullus Hostilius and so on, how they correspond exactly to what the successive cultural epochs are according to the seven principles that show themselves to us in so many different fields.
[ 13 ] So hatte man allmählich in der dritten Epoche die Maja zu durchdringen vermocht mit dem Menschengeist. Vollendet wurde das in der vierten Kulturepoche. Sehen Sie sich die griechisch-lateinische Kultur an, wo in den wunderbaren Kunstwerken der Mensch in der äußeren materiellen Welt ein völliges Abbild seiner selbst schafft, wo er im Drama seine menschlichen Schicksale entstehen läßt wie bei Aischylos. Sehen Sie sich dagegen an, wie man in der ägyptischen Kultur noch den Götterwillen erforscht. Jene Eroberung der Materie, wie wir sie in der griechischen Zeit sehen, bedeutet noch eine Stufe mehr, auf der der Mensch das materielle Dasein liebgewinnt, und vollends ist der Mensch in der römischen Zeit auf den physischen Plan herausgetreten. Wer das versteht, der weiß auch, daß wir darin das völlige Heraustreten des Persönlichkeitsprinzips zu erblicken haben. Daher trat in Rom zuerst das auf, was wir den Rechtsbegriff nennen, wo wir den Menschen zuerst als Bürger vor uns haben. Nur eine verworrene Wissenschaft kann die Jurisprudenz zurückführen auf allerlei vorhergehende Zeiten. Was man vorher unter Recht verstand, war etwas anderes. Viel richtiger schildert das Alte Testament in den Zehn Geboten das alte Gesetz. Was da der Gott befahl, das gehörte zu dem, was die Rechtsbegriffe enthielt. Es ist ein Unding in unserer Zeit, daß man die Rechtsbegriffe zurückführen will bis Hammurabi und so weiter. In Rom zuerst wird das eigentliche Recht, wird der eigentliche Begriff des Menschen als Bürger zur Geltung gebracht. In Griechenland noch war der Bürger Mitglied des Stadt-Staates. Der Athener, der Spartaner war als Bürger viel mehr denn als Einzelmensch. Er fühlte sich als Glied des Stadt-Staates. In Rom erst wurde der einzelne Mensch der Bürger, da konnte er es erst werden. Das ließe sich in allen Einzelheiten nachweisen. Das, was wir heute ein Testament nennen, gab es in dieser Bedeutung nicht vor der alten Römerzeit. Das Testament in seiner heutigen Bedeutung entstand damals erst, weil da erst der einzelne Mensch maßgebend sein sollte in seinem egoistischen Willen, um diesen Willen auf seine Nachkommen übergehen zu lassen. Vorher waren andere Impulse als der persönliche Wille da, die das Ganze zusammenhielten. So ließe sich an vielen Beispielen nachweisen, wie der Mensch heraustrat auf den physischen Plan. |
[ 13 ] Thus, in the third epoch, the Mayans had gradually been able to penetrate the human spirit. This was accomplished in the fourth cultural epoch. Look at Greco-Latin culture, where in the marvelous works of art man created a complete image of himself in the external material world, where he allowed his human destinies to arise in drama, as with Aeschylus. In contrast, look at how in Egyptian culture they were still investigating the will of the gods. The conquest of matter, as we see it in Greek times, means a further step in which man comes to love material existence, and in Roman times man has fully emerged onto the physical plane. Anyone who understands this also knows that we have to see the complete emergence of the personality principle in it. Therefore, it was in Rome that what we call the concept of law first arose, where we first have man before us as a citizen. Only a confused science can trace jurisprudence back to all kinds of previous times. What was previously understood by law was something else. The Old Testament describes the ancient law much more correctly in the Ten Commandments. What God commanded there belonged to what contained the concepts of law. It is absurd in our time to want to trace legal concepts back to Hammurabi and so forth. In Rome, the actual right, the actual concept of the human being as a citizen, was first brought to bear. In Greece, the citizen was still a member of the city-state. The Athenian, the Spartan was much more a citizen than an individual. He felt he was a member of the city-state. It was only in Rome that the individual human being became a citizen. This could be demonstrated in detail. What we call a will today did not exist in this sense before ancient Roman times. The will in its present-day sense only emerged at that time, because it was only then that the individual human being was to be decisive in his selfish will in order to pass this will on to his descendants. Before that, there were other impulses besides personal will that held the whole together. Many examples could be given of how man emerged on the physical plane.
[ 14 ] Wir leben jetzt im fünften, in jenem Zeitraum, wo die Kultur noch tiefer als bis zum Menschen heruntergestiegen ist. Wir leben in der Zeit, wo der Mensch der Sklave ist der äußeren Verhältnisse, des Milieus. In Griechenland wurde der Geist dazu verwendet, um die Materie zu vergeistigen, und die vergeistigte Materie tritt uns entgegen in einer Apollo-Gestalt, einer Zeus-Gestalt, in den Dramen eines Sophokles und so weiter. Da ist der Mensch hinausgestiegen auf den physischen Plan, aber noch nicht hinuntergestiegen unter den Menschen. Auch in Rom noch ist das der Fall. Das tiefe Heruntersteigen unter die Sphäre des Menschlichen ist jetzt erst geschehen. In unserer Zeit ist der Geist der Sklave der Materie geworden. Unendlich viel Geist ist verwendet worden in unserem Zeitraum, um den äußeren Plan in seinen Naturkräften zu durchdringen, um diesen äußeren physischen Plan sozusagen zu einer möglichst bequemen Stätte für den Menschen zu machen. Vergleichen wir einmal die alten Zeiten mit unserer Zeit. In diesen alten Zeiten sah der Mensch die große Sternenschrift der Götter, aber mit welch primitiven Mitteln wurden die Kulturerrungenschaften jener Zeit, die Pyramiden, die Sphinxe hergestellt! Wie nährte sich der Mensch! Und was hat er sich alles an äußeren Kulturmitteln bis heute erobert! Welche Kraft des Geistes gehörte dazu, um die Dampfmaschine zu ersinnen und herzustellen, um die Eisenbahn, den Telegraphen, das Telephon und so weiter auszudenken! Ungeheure Kräfte des geistigen Lebens mußten verwendet werden, um diese rein materiellen Kulturmittel zu erfinden und herzustellen. Und wozu werden sie verwendet? Ist es für das spirituelle Leben im wesentlichen ein Unterschied, ob in einer Urkultur ein Mensch zwischen zwei Steinen das Getreide zerrieb, wozu natürlich sehr geringe geistige Kräfte verbraucht wurden, oder ob wir imstande sind, nach Amerika zu telegraphieren, um von dorther große Getreidemengen zu bekommen und sie durch wunderbar ausgedachte Mühlen zu Mehl zu zerreiben? Einfach für den Magen ist der ganze Apparat in Bewegung gesetzt. Machen wir uns klar, welche Unsummen geistiger Lebenskräfte hineingesteckt werden in die bloß materielle Kultur. Von der spirituellen Kultur wird noch sehr wenig durch die äußeren Kulturmittel befördert. Der Telegraph wird in, sagen wir, anthroposophischen Angelegenheiten sehr selten verwendet. Wenn Sie einen statistischen Vergleich aufstellen würden zwischen dem, was für die materielle Kultur verwendet wird, und dem, was dem spirituellen Leben zugute kommt, dann würden Sie begreifen, daß der Geist unter das Menschliche hinuntergetaucht ist, ein Sklave geworden ist des materiellen Lebens. So haben wir im entschiedensten Sinne einen absteigenden Kulturweg bis in unsere Zeit, in die fünfte Kulturepoche hinein, und immer tiefer und tiefer würde es hinuntergehen. Deshalb muß vor dem völligen Hinuntergleiten in die Materie die Menschheit durch einen neuen Impuls bewahrt werden. So tief ist vorher noch niemals das Wesen des Menschen hinuntergestiegen in die Materie. Ein starker, der stärkste der Erdenimpulse mußte kommen. Das war die Erscheinung des Christus Jesus, die den Anstoß gab zu neuem spirituellem Leben. Was wir im geistigen Leben während des Abstieges an aufwärtssteigenden Kräften haben, das verdanken wir jenem gewaltigen Impulse, der durch Christus Jesus kam. Innerhalb dieses Abstieges in die Materie waren immer spirituelle Impulse vorhanden. Da entfaltete sich, zuerst langsam, dann mehr und mehr das christliche Leben, das heute erst im Anfang ist, das aber in der Zukunft zu einer ungeheuren Glorie emporsteigen wird, weil die Menschheit erst in der Zukunft die Evangelien begreifen wird. Wenn man sie aber vollständig verstehen wird, dann wird man sehen, welche Unsumme spirituellen Lebens in diesen Evangelien vorhanden ist. Je mehr sich das Evangelium in seiner wahren Gestalt ausbreiten wird, um so mehr wird die Menschheit wiederum die Möglichkeit haben, trotz aller materiellen Kultur ein spirituelles Leben zu entfalten, hinaufzusteigen wiederum in die geistigen Welten.
[ 14 ] We now live in the fifth, in that period when culture has descended even lower than man. We live in the time when man is the slave of external circumstances, of the environment. In Greece, the spirit was used to spiritualize matter, and spiritualized matter confronts us in an Apollo form, a Zeus form, in the dramas of a Sophocles and so on. There man has risen to the physical plane, but has not yet descended among men. Even in Rome this is still the case. The deep descent below the sphere of the human has only now happened. In our time, the spirit has become the slave of matter. An infinite amount of spirit has been used in our time to penetrate the outer plan in its natural forces, to make this outer physical plan, so to speak, as comfortable a place as possible for man. Let us compare the ancient times with our own time. In those ancient times, man saw the great star writing of the gods, but with what primitive means the cultural achievements of that time, the pyramids, the sphinxes were created! How did man feed himself! And what a wealth of external means of culture he has acquired to this day! What power of the spirit was needed to conceive and produce the steam engine, to invent the railroad, the telegraph, the telephone, and so on! Enormous powers of the spiritual life had to be applied to invent and produce these purely material means of culture. And what are they used for? Is there essentially any difference for the spiritual life between the time when man ground his grain between two stones, which of course required very little spiritual effort, and the time when we are able to telegraph to America to get large quantities of grain from there and grind it into flour with the help of marvelously devised mills? The whole apparatus is set in motion simply for the sake of the stomach. Let us realize what enormous sums of spiritual life forces are invested in mere material culture. Very little of the spiritual culture is yet furthered by the outer means of culture. The telegraph is very rarely used in, let us say, anthroposophical matters. If you were to make a statistical comparison between what is used for material culture and what benefits spiritual life, you would realize that the spirit has descended below the human, becoming a slave to material life. Thus we have in the most decisive sense a descending cultural path down to our time, into the fifth cultural epoch, and it would go deeper and deeper. Therefore, humanity must be saved from a complete slide into matter by a new impulse. Never before has the essence of man descended so deeply into matter. A strong, the strongest of the earth impulses had to come. The appearance of Christ Jesus provided the impetus for a new spiritual life. We have the mighty impulse that came through Christ Jesus to thank for the forces of ascent in our spiritual life during the descent. Spiritual impulses were always present during this descent into matter. The Christian life developed, slowly at first, then more and more. Today it is only just beginning, but in the future it will rise to tremendous glory because humanity will only in the future understand the Gospels. But when they are fully understood, then people will see what an enormous amount of spiritual life is present in these gospels. The more the gospel spreads in its true form, the more humanity will have the opportunity to develop a spiritual life despite all material culture, to ascend again into the spiritual worlds.
[ 15 ] Was sich nun also von Zeitraum zu Zeitraum in der nachatlantischen Kultur entwickelt, das stellt sich der Apokalyptiker so vor, daß es sich ausdrückt in kleineren Gemeinschaften, und so werden ihm diese kleineren Gemeinschaften, die auf der äußeren Erde im Raum verteilt sind, zu Repräsentanten dieser Kulturepochen. Wenn er spricht von der Gemeinde oder Kirche zu Ephesus, so meint er: Ich nehme an, daß zu Ephesus eine solche Gemeinde lebte, die in gewisser Beziehung wohl das Christentum angenommen hat. Aber weil sich alles nach und nach entwickelt, so bleibt immer von jeder Kulturepoche etwas zurück. In Ephesus haben wir zwar eine Eingeweihtenschule, aber wir haben die christliche Lehre da so gefärbt, daß man noch überall die altindische Kultur erkennen kann. — Er will uns zeigen die erste Epoche in der nachatlantischen Zeit. Diese erste Epoche in der nachatlantischen Zeit ist also repräsentiert in der ephesischen Gemeinde, und das, was zu verkünden ist, soll in einem Briefe an die Gemeinde von Ephesus verkündet werden. Wir müssen uns das ungefähr so vorstellen: Der Charakter jener fernen indischen Kulturepoche blieb natürlich, er setzte sich fort in verschiedenen Kulturströmungen. In der Gemeinde von Ephesus haben wir noch etwas von diesem Charakter. Von dieser Gemeinde wurde das Christentum so erfaßt, daß es noch von dem typischen Charakter der altindischen Kultur bestimmt wurde.
[ 15 ] The developments that take place in post-Atlantean culture from period to period are imagined by the apocalypticist in such a way that they express themselves in smaller communities, and so these smaller communities, spread throughout the outer earth in space, become representatives of these cultural epochs. When he speaks of the community or church at Ephesus, he means: I assume that such a community lived at Ephesus, which in a certain respect had indeed adopted Christianity. But because everything develops gradually, something always remains of each cultural epoch. In Ephesus we have an initiatic school, but we have colored the Christian teaching there so much that one can still recognize the ancient Indian culture everywhere. — He wants to show us the first epoch in the post-Atlantic period. This first epoch in the post-Atlantic period is thus represented in the Ephesian community, and that which is to be proclaimed is to be proclaimed in a letter to the community of Ephesus. We have to imagine it something like this: the character of that distant Indian cultural epoch remained natural, it continued in various cultural currents. In the community of Ephesus, we still have something of this character. Christianity was embraced by this community in such a way that it was still determined by the typical character of ancient Indian culture.
[ 16 ] So haben wir in jedem dieser Briefe einen Repräsentanten einer der sieben nachatlantischen Kulturepochen angesprochen. In jedem Briefe wird gesagt: Ihr seid so und so! Diese und jene Seite eures Wesens entspricht dem, was im Sinne des Christentums ist, das andere muß anders werden. — So sagt der Apokalyptiker zu einer jeden Kulturepoche, was beibehalten werden kann und was nicht mehr stimmt und anders werden soll.
[ 16 ] Thus, in each of these letters, we have addressed a representative of one of the seven post-Atlantic cultural epochs. In each letter it is said: You are like this! This and that side of your nature corresponds to the spirit of Christianity, the other must become different. — This is what the apocalyptic says to each cultural epoch, what can be retained and what is no longer right and should become different.
[ 17 ] Versuchen wir einmal, ob nun wirklich in den sieben aufeinanderfolgenden Briefen etwas enthalten ist von dem Charakter der sieben aufeinanderfolgenden Kulturepochen. Versuchen wir einmal zu verstehen, wie diese Briefe gehalten sein mußten, wenn sie dem entsprechen sollten, was eben gesagt worden ist. Der Apokalyptiker denkt sich: In Ephesus ist eine Gemeinde, eine Kirche. Sie hat das Christentum angenommen, aber sie zeigt das Christentum in einer Färbung, wie die erste Kulturepoche noch war, fremd dem äußeren Leben, nicht von Liebe erfüllt für das, was die eigentliche Aufgabe ist des nachatlantischen Menschen. — Daß sie die Anbetung der groben Sinnlichkeit verlassen hat, daß sie sich gewandt hat zum geistigen Leben — so sagt der, der die Briefe an die Gemeinde richtet —, das gefalle ihm an ihr. Wir erkennen, was der Apokalyptiker damit sagen wollte, in dem Umstand, daß Ephesus die Stätte war, wo der Mysteriendienst der keuschen Diana gepflegt wurde. Er deutet darauf hin, daß die Abkehr von der Materie dort in besonderer Blüte stand, die Abkehr vom sinnlichen Leben und die Hinwendung zum Geistigen. «Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlassen hast», die Liebe, die die erste nachatlantische Kultur haben muß, die darin sich äußert, die Erde als Acker anzusehen, in den hinein verpflanzt werden muß der göttliche Same.
[ 17 ] Let us now try to see if there is really something in the seven consecutive letters about the character of the seven consecutive cultural epochs. Let us try to understand how these letters should be written if they are to correspond to what has just been said. The apocalyptic thinks: In Ephesus there is a community, a church. It has accepted Christianity, but it shows Christianity in a coloration that still characterizes the first cultural epoch, alien to the outer life, not filled with love for what is the actual task of post-Atlantic man. That she has abandoned the worship of coarse sensuality, that she has turned to the spiritual life – so says he who addresses the letters to the community – that pleases him about her. We recognize what the apocalyptic wanted to say by this from the fact that Ephesus was the place where the mystery cult of the chaste Diana was cultivated. He points out that the turning away from matter was particularly flourishing there, the turning away from the sensual life and the turning towards the spiritual. “But I have against you that you have left your first love,” the love that the first post-Atlantic culture must have, which expresses itself in seeing the earth as a field into which the divine seed must be transplanted.
[ 18 ] Wie charakterisiert sich denn derjenige, der diesen Brief diktiert? Er charakterisiert sich als Vorläufer des Christus Jesus, gleichsam als Führer der ersten Kulturepoche. Der Christus Jesus spricht gleichsam durch diesen Führer oder Meister der ersten Kulturepoche, jener Epoche, wo der Eingeweihte hinaufsah zu den jenseitigen Welten. Er sagt von sich, daß er die sieben Sterne in seiner Rechten hält und die sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind nichts anderes als Symbole für die sieben höheren geistigen Wesenheiten, welche die Führer der großen Kulturepochen sind. Und von den sieben Leuchtern ist es im besonderen ausgedrückt, daß es geistige Wesenheiten sind, die man nicht in der sinnlichen Welt sehen kann. So ist auch in der Joga-Einweihung in klaren Worten auf sie hingedeutet, hingedeutet aber auch darauf, daß niemals der Mensch im Sinne der Entwickelung wirkt, wenn er die äußeren Werke haßt, wenn er von der Liebe zu den äußeren Werken abläßt. Die Gemeinde zu Ephesus hat die Liebe zu den äußeren Werken verlassen. So wird ganz richtig in der Apokalypse des Johannes angegeben: Du hassest die Werke der Nikolaiten. — «Nikolaiten» ist nichts anderes als eine Bezeichnung für diejenigen Menschen, die das Leben bloß in der sinnlichen Materie zum Ausdruck bringen. Es gab in der Zeit, auf die sich dieser Brief bezieht, eine Sekte der Nikolaiten, die alles, was dem Menschen wert sein soll, nur in dem äußeren, fleischlichen, sinnlichen Leben sahen. Das sollst du nicht, sagt derjenige, der den ersten Brief inspiriert. Aber nicht von der ersten Liebe lassen, sagt er auch, denn dadurch, daß du die Liebe zur äußeren Welt hast, belebst du diese äußere Welt, holst du sie hinauf zum geistigen Leben. — Derjenige, der Ohren hat zu hören, der höre: Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben, nicht bloß vom vergänglichen Baum, sondern vom Baum des Lebens —, das heißt, der wird imstande werden, zu vergeistigen, was hier im Sinnlichen ist, um es hinaufzuführen zum Altar des geistigen Lebens.
[ 18 ] How does the person who dictated this letter characterize himself? He characterizes himself as the forerunner of Christ Jesus, as it were, as the leader of the first cultural epoch. Christ Jesus speaks, as it were, through this leader or master of the first cultural epoch, that epoch when the initiate looked up to the worlds beyond. He says of Himself that He holds the seven stars in His right hand and the seven golden lampstands. The seven stars are nothing other than symbols for the seven higher spiritual beings who are the guides of the great cultural epochs. And the seven lampstands are specifically mentioned because they are spiritual beings that cannot be seen in the material world. In the Yoga Initiation, too, they are clearly indicated, but it is also pointed out that a person never works in the sense of evolution if he hates external works, if he abandons love for external works. The community at Ephesus has abandoned love for external works. Thus it is quite correctly stated in the Apocalypse of John: You hate the deeds of the Nicolaitans. “Nicolaitans” is nothing more than a term for those people who express life only in sensual matter. At the time to which this letter refers, there was a sect of Nicolaitans who saw everything that should be valuable to man only in the external, carnal, sensual life. “You must not do that,” says the one who inspired the first letter. But do not let go of the first love, he also says, because by having love for the outer world, you enliven that outer world, you bring it up to the spiritual life. He who has ears to hear, let him hear: To him who overcomes I will give to eat, not of the perishable tree, but of the tree of life, that is, he will be able to spiritualize what is here in the sensual in order to lead it up to the altar of spiritual life.
[ 19 ] Der Repräsentant der zweiten Kulturepoche ist die Gemeinde oder Kirche zu Smyrna. Diese redet der Führer der Menschheit an in seinem zweiten Vorfahren, in dem Inspirator und Meister der uralt-persischen Kultur. Die Gesinnung der uralt-persischen Kultur ist diese: Einstmals ist der Gott des Lichtes gewesen, der hatte einen Feind, die äußere Materie, den finsteren Ahriman. Zuerst war ich verbunden mit dem Lichtgeist, mit dem ersten, der da war. Da wurde ich eingegliedert in die Welt der Materie, in welche sich einfügte die zurückgebliebene feindliche Gewalt: Ahriman. Und nun werde ich gemeinsam mit dem Lichtgeist bearbeiten die Materie und ihr den Geist eingliedern; dann wird nach Besiegung der bösen Gottheit die gute, die Licht-Gottheit wieder erscheinen. — «Ich bin derjenige, der der Erste ist und der Letzte», derjenige, der tot wird im materiellen Leben und wiederum lebendig in der geistigen Auferstehung. So lesen wir im zweiten Brief: «Ich bin der Erste und der Letzte, der da ist und der da war und der da kommt, der wieder lebendig geworden ist» (Offenbarung Johannis 2, 8). Es würde zu weit führen, jeden Satz in dieser Weise durchzugehen, aber den einen müssen wir doch noch genauer anführen, den Satz, der uns da genau charakterisiert, wie man sich als Mitglied der Gemeinde zu Smyrna verhält, wenn man sie umgestaltet ins christliche Prinzip. Da heißt es, daß man dem Tode Leben gibt, daß man das Tote durchgeistigt. Man geht nicht unter in dem Toten. Ginge man unter, dann würde der Tod ein Ereignis für den Menschen sein, das ihn zu einem geistigen Leben führt, in dem sich nicht die Früchte dieses irdischen Lebens finden könnten. Nehmen wir einen Menschen, der sein Leben nicht so angewendet hat, daß er die echten Früchte herausziehen kann. Er nimmt keine Früchte mit ins geistige Leben. Aber nur von diesen Früchten kann er im geistigen Dasein leben. Wenn er also keine Früchte mitbrächte, so würde er den «zweiten Tod» erleben. Dadurch, daß er dieses irdische Feld bearbeitet, dadurch wird er gerettet vor dem «zweiten Tod»: «Wer Ohren hat zu hören, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod» (Offenbarung Johannis 2,11).
[ 19 ] The representative of the second cultural epoch is the community or church of Smyrna. This is addressed by the leader of humanity in his second ancestor, in the inspirer and master of the ancient Persian culture. The attitude of the ancient Persian culture is this: Once there was a god of light who had an enemy, the outer matter, the dark Ahriman. First I was connected with the spirit of light, with the first one that was there. Then I was incorporated into the world of matter, into which the remaining hostile power: Ahriman, was incorporated. And now I will work together with the spirit of light on matter and incorporate the spirit into it; then, after the defeat of the evil deity, the good, the deity of light, will reappear. — “I am the one who is the first and the last,” the one who dies in material life and comes to life again in spiritual resurrection. Thus we read in the second letter: “I am he that liveth, and was dead; and, behold, I am alive for evermore, Amen; and have the keys of hell and of death” (Revelation 1: life; and, behold, I am alive for evermore, Amen; and have the keys of hell and of death). It would be going too far to go through each sentence in this way, but there is one sentence that we must quote in more detail, the sentence that characterizes exactly how a member of the community of Smyrna behaves when it is transformed into a Christian principle. It says that one gives life to death, that one spiritualizes the dead. One does not perish in the dead. If one were to perish, then death would be an event for man that leads him to a spiritual life in which the fruits of this earthly life cannot be found. Take a person who has not applied his life in such a way that he can draw out the genuine fruits. He takes no fruits with him into the spiritual life. But he can only live on these fruits in the spiritual realm. If he did not bring any fruit, he would experience the “second death.” By working this earthly field, he is saved from the “second death”: “He who has ears to hear, let him hear what the Spirit says to the churches. He who overcomes shall not be hurt by the second death” (Revelation of John 2:11).
[ 20 ] Nun gehen wir weiter, zur Gemeinde zu Pergamus. Sie ist der Repräsentant jener Epoche der Menschheit, die mehr und mehr heraustrat auf den physischen Plan, wo der Mensch in der Sternenschrift sah, was sein Geist ergründen konnte. Das ist dem Menschen in der dritten Kulturepoche gegeben. Der Mensch wirkt durch das, was in seinem Innern ist. Dadurch, daß er ein Inneres hat, kann er das Äußere erforschen. Nur weil er mit einer Seele begabt war, konnte er die Sternenbahn erforschen, die Geometrie erfinden. Das nannte man die Erforschung durch das Wort, das in der Apokalypse des Johannes ausgedrückt ist durch «das Schwert des Mundes». Derjenige, der diesen Brief schreiben läßt, deutet daher darauf hin, daß die Gewalt dieser Epoche ein scharfes Wort ist, ein scharfes, zweischneidiges Schwert. Das ist das Hermes-Wort der alten Priester, ist das Wort, durch das man die Naturkräfte und Sterne erforschte im alten Sinn, das ist diejenige Kultur, die vorzugsweise durch die inneren astralisch-seelischen Kräfte des Menschen gewonnen wird hier auf dem physischen Plan. Wenn sie noch in jener alten Form gewonnen wird, ist sie wirklich ein sehr zweischneidiges Schwert. Da steht die Weisheit hart an der Kante zwischen dem, was weiße und schwarze Magie ist, zwischen dem, was in die Seligkeiten führt, und dem, was ins Verderben mündet. Deshalb sagt er, daß er wohl weiß, daß da, wo die Repräsentanten dieser Epoche wohnen, auch des Satans Stuhl ist. Das deuter auf alles das hin, was hinwegführen kann von den wirklichen großen Zielen der Entwickelung. Und die «Lehre Balaams» ist keine andere als die Lehre der schwarzen Zauberer, denn das ist die Lehre der Volksverschlinger. Die Volksverschlinger, die Volkszerstörer sind die schwarzen Magier, die nur im Dienste ihrer eigenen Persönlichkeit arbeiten und alle Gemeinschaft zerstören, daher alles, was im Volke lebt, verschlingen. Aber das Gute dieser Kultur besteht darin, daß der Mensch gerade da beginnen kann, seinen Astralleib zu reinigen und zu verklären. Das nennt man das «verborgene Manna». Dasjenige, was bloß für die Welt ist, umgeändert in Gottesspeise, was nur für den egoistischen Menschen ist, umgewandelt in Göttliches, das nennt man «verborgenes Manna». Alle die Symbole hier zeigen an, daß der Mensch seine Seele reinigt, um zum reinen Träger von Manas sich zu machen.
[ 20 ] Now we move on to the community of Pergamus. It represents the epoch of humanity that increasingly emerged on the physical plane, where man saw in the starry writing what his mind could fathom. This is given to man in the third cultural epoch. Man works through what is within him. It is because he has an inner being that he can explore the outer world. It is only because he was endowed with a soul that he could study the path of the stars and invent geometry. This was called exploration through the word, which in the Apocalypse of John is expressed by “the sword of the mouth”. The person who wrote this letter therefore suggests that the force of this epoch is a sharp word, a sharp, double-edged sword. This is the Hermes word of the ancient priests, it is the word through which one studied the forces of nature and the stars in the old sense, it is the kind of culture that is primarily won through the inner astral-spiritual powers of the human being here on the physical plane. When it is still won in that old way, it really is a very double-edged sword. Here wisdom stands close to the edge between what is white and black magic, between what leads to bliss and what leads to ruin. That is why he says that he well knows that where the representatives of this epoch dwell is also the seat of Satan. This points to everything that can lead away from the real great goals of development. And the “doctrine of Balaam” is none other than the doctrine of the black magicians, for that is the doctrine of the devourers of the people. The devourers of the people, the destroyers of the people, are the black magicians who work only in the service of their own personality and destroy all community, therefore devour everything that lives in the people. But the good thing about this culture is that man can start right there to purify and transfigure his astral body. This is called the “hidden manna”. That which is merely for the world, changed into the food of the gods, that which is only for the selfish man, transformed into the divine, that is called “hidden manna”. All the symbols here indicate that man purifies his soul in order to become a pure carrier of Manas.
[ 21 ] Dazu ist es allerdings noch notwendig, durchzugehen durch die vierte Kulturepoche. Da erscheint der Erlöser, Christus Jesus, selber. Es ist die Gemeinde zu Thyatira. Da kündigt er sich an als der «Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen und seine Füße gleich wie Messing». Jetzt kündigt er sich an als Sohn Gottes, jetzt ist er der Führer der vierten Kulturepoche, wo der Mensch heruntergestiegen ist auf den physischen Plan, wo er selbst in den äußeren Kulturmitteln sein Abbild geschaffen hat. Jetzt ist die Periode gekommen, wo die Gottheit selber Mensch, selber Fleisch, selber Person wird, das Zeitalter, in dem der Mensch bis zu dem Grade der Persönlichkeit heruntergestiegen ist, wo in den Bildhauerwerken der Griechen die individualisierte Gottheit als Persönlichkeit erscheint, wo im römischen Bürger die Persönlichkeit auf den Weltenplan tritt. Dieses Zeitalter mußte zu gleicher Zeit einen Impuls dadurch erhalten, daß das Göttliche in Menschengestalt erscheint. Der herabgestiegene Mensch konnte nur gerettet werden dadurch, daß der Gott selber als Mensch erscheint. Der «Ich-bin» oder das Ich im astralischen Leib mußte den Impuls des Christus Jesus erhalten. Was früher nur im Keim sich zeigte, das Ich oder «Ich-bin», sollte auf den äußeren Plan der Weltgeschichte treten. Der Sohn Gottes darf daher als Führer der Zukunft sagen: «Und alle Gemeinden sollen erkennen den Ich-bin, der die Herzen und Nieren prüfet» (Offenbarung Johannis 2, 23). Auf das «Ich-bin», auf das vierte Glied der menschlichen Wesenheit, wird hier Gewicht gelegt. «Wie ich von meinem Vater empfangen habe; und ich will ihm geben den Morgenstern» (Offenbarung Johannis 2, 28).
[ 21 ] To do this, however, it is still necessary to go through the fourth cultural epoch. There the Redeemer, Christ Jesus, appears in person. It is the church at Thyatira. There he announces himself as the “Son of God, who has eyes like flames of fire and his feet like brass”. Now he announces himself as the Son of God, now he is the leader of the fourth cultural epoch, where man has descended to the physical plane, where he himself has created his image in the external means of culture. Now the period has come when the deity itself becomes human, itself becomes flesh, itself becomes a person, the age in which man has descended to the level of the personality, where in the sculptures of the Greeks the individualized deity appears as a personality, where in the Roman citizen the personality enters the world plan. This age had to receive an impulse at the same time through the appearance of the Divine in human form. Descended man could only be saved through the appearance of the God Himself as man. The “I am” or the I in the astral body had to receive the impulse of Christ Jesus. What formerly only showed itself in the germ, the I or “I am”, was to enter the outer plane of world history. Therefore the Son of God, as the Leader of the future, may say: “And all the churches shall recognize the I AM, who tests the hearts and kidneys” (Revelation of John 2, 23). Here emphasis is laid on the “I AM”, on the fourth link of the human entity. “As I have received from my Father, so I give to him the morning star“ (Revelation of John 2:28).
[ 22 ] Was bedeutet hier «Morgenstern»? Wir wissen, die Erde geht hindurch durch den Saturn, die Sonne, den Mond, die Erde, den Jupiter, die Venus und den Vulkan. So spricht man es gewöhnlich aus und so ist es auch richtig. Ich habe aber auch schon darauf hingewiesen, daß die Erdenentwickelung zerfällt in die Marszeit und in die Merkurzeit wegen des geheimnisvollen Zusammenhangs, der da in der ersten Hälfte des Erdzustandes zwischen Erde und Mars und in der zweiten Hälfte zwischen Erde und Merkur besteht. Daher setzt man an Stelle der Erde auch Mars und Merkur. Man sagt, die Erde geht durch in ihrer Entwickelung durch Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus. So haben wir also als das Gestirn, das als das eigentlich Tonangebende, als die Kraft im zweiten Zeitraum der Erde sich darstelit, den Merkur. Der Merkur ist der Stern, der uns repräsentiert die richtunggebende Kraft, als Richtung nach aufwärts, die der Mensch einschlagen muß.
[ 22 ] What does ‘morning star’ mean here? We know that the Earth passes through Saturn, the Sun, the Moon, the Earth, Jupiter, Venus and Vulcan. That is the usual way of saying it and it is also correct. But I have already pointed out that the evolution of the earth is divided into the Martian and Mercury periods because of the mysterious connection that exists between the earth and Mars in the first half of the earth's state and between the earth and Mercury in the second half. Therefore, Mars and Mercury are also used in place of the earth. It is said that the earth goes through its development through Saturn, Sun, Moon, Mars, Mercury, Jupiter, Venus. So we have Mercury as the star that presents itself as the actual tone-setting power in the second period of the earth. Mercury is the star that represents the guiding force, as the direction upwards that man must take.
[ 23 ] Hier komme ich an eine Stelle, wo wir sozusagen ein kleines Geheimnis lüften müssen, das im Grunde genommen nur an dieser Stelle gelüftet werden darf. Man hat nämlich im Okkultismus für diejenigen, die die Geisteswissenschaft nur mißbrauchen würden und namentlich in älteren Zeiten mißbraucht hätten, immer gehabt das, was man nennen möchte eine Maske. Man hat sich nicht direkt ausgedrückt, sondern hat hingestellt etwas, was die wahre Sachlage verhüllen sollte. Nun hat sich die mittelalterliche Esoterik nicht anders zu helfen gewußt als durch grobe Mittel. Sie hat den Merkur Venus genannt und die Venus Merkur. In Wahrheit müßten wir, wenn wir im Sinne der Esoterik sprechen wollen, wie es der Apokalyptiker getan hat, den Merkur als Morgenstern ansprechen. Er meint mit Morgenstern den Merkur: Ich habe deinem Ich gegeben die Richtung nach aufwärts, durch den Morgenstern, den Merkur. — Sie können auch noch in gewissen, wirklich die Sachlage treffenden Büchern des Mittelalters finden, daß die Sterne unseres Planetensystems so aufgezählt werden: Saturn, Jupiter, Mars, und auf die Erde folgen nicht wie jetzt Venus, Merkur, sondern umgekehrt Merkur, Venus. Daher heißt es hier: «Wie Ich von meinem Vater empfangen habe; und will ihm geben den Morgenstern.»
[ 23 ] Here I come to a point where we have to reveal a little secret, so to speak, which basically can only be revealed at this point. In occultism, those who would only misuse spiritual science and would have done so in the past have always had what one might call a mask. They did not express themselves directly, but presented something that was intended to conceal the true state of affairs. Now, medieval esotericism knew of no other way to help itself than by using crude means. It called Mercury Venus and Venus Mercury. In truth, if we want to speak in the sense of esotericism, as the apocalyptic did, we would have to address Mercury as the morning star. By morning star he means Mercury: I have given your I the upward direction, through the morning star, Mercury. — You can also find in certain books of the Middle Ages, which really hit the mark, that the stars of our planetary system are listed as follows: Saturn, Jupiter, Mars, and the Earth is not followed by Venus and Mercury, as it is now, but by Mercury and Venus in reverse order. Therefore it says here: “As I have received from my Father; and will give him the morning star.”
[ 24 ] Und jetzt müßten wir kommen in unsere Epoche herein, der wir angehören, und wir müßten uns fragen: Erfüllt sich denn diese Offenbarung des Apokalyptikers bis in unsere Zeit herein? — Wenn sie sich erfüllen würde, müßte zu uns sprechen derjenige, der durch die vier vorhergehenden Epochen gesprochen hat, und wir müßten seine Stimme verstehen lernen, müßten uns hineinfinden können in das, was unsere Aufgabe ist für das spirituelle Leben. Soll es eine spirituelle Geistesströmung geben und soll sie Weltmystik verstehen, dann muß diese Strömung, insofern sie übereinstimmen soll mit der Apokalypse des Johannes, das erfüllen, was der Sprecher, der große Inspirator, fordert von dieser Epoche. Was fordert er, und wer ist er? Können wir ihn erkennen? Versuchen wir es. «Und dem Engel der Gemeinde zu Sardes schreibe» — wir selbst müssen uns hier angesprochen fühlen —: «Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne» (Offenbarung Johannis 3, 1). Was sind sie hier, die sieben Geister und die sieben Sterne? Im Ton des Apokalyptikers ist der Mensch, wie er uns hier erscheint, ein äußerer Ausdruck der sieben menschlichen Prinzipien, die wir aufgezählt haben. Das Prinzip des physischen Leibes, von dem der äußere physische Leib der Ausdruck ist, das Prinzip des Lebensleibes, dessen Ausdruck der Ätherleib ist, das Prinzip des astralischen Leibes, der umgewandelt Manas ergibt, Buddhi oder der umgewandelte Ätherleib, Atma oder der umgewandelte physische Leib, und mitten drinnenstehend das Ich-Prinzip: das sind die sieben geistigen Ingredienzien, in welche die göttliche Wesenheit des Menschen wie in Glieder eines Fächers auseinandergelegt ist. Nach dem technischen Ausdruck des Okkultismus nennt man diese sieben Prinzipien die sieben Geister des Gottes im Menschen. Und die sieben Sterne, das sind die Sterne, nach denen wir verstehen, was der Mensch heute ist und was er in der Zukunft werden soll. Wenn wir sie aufzählen, die aufeinanderfolgenden Sterne der Erdenverkörperung: Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus und Vulkan, dann sind das die sieben Sterne, die uns die Entwickelung des Menschen verständlich machen. Der Saturn hat dem Menschen die Anlage zu seinem physischen Leibe, die Sonne die zu seinem ätherischen, der Mond jene zum astralischen Leib und die Erde hat ihm das Ich gegeben. Die drei nächstfolgenden, Jupiter, Venus, Vulkan, bilden die geistigen Wesensglieder des Menschen aus. Verstehen wir den Ruf des Geistes, der diese sieben Sterne und die sieben Geister Gottes, die siebengliedrige Natur in der Hand hat, dann treiben wir im Sinne des Apokalyptikers Anthroposophie. Nichts anderes heißt Anthroposophie treiben, als zu wissen, daß hier hingedeutet wird auf die fünfte menschliche Entwickelungsepoche der nachatlantischen Zeit, zu wissen, daß wir in unserer Zeit, wo man am tiefsten heruntergestiegen ist in die Materie, in das spirituelle Leben wieder hinaufschreiten sollen im Gefolge der großen Individualität, welche die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne uns zur Führerschaft gibt, damit wir uns zurechtfinden auf dem Wege.
[ 24 ] And now we should enter into our epoch, to which we belong, and we should ask ourselves: Does this revelation of the apocalypticist fulfill itself into our time? If it were to be fulfilled, the one who spoke through the four previous epochs would have to speak to us, and we would have to learn to understand his voice, we would have to be able to find our way into what our task is for spiritual life. If there is to be a spiritual movement of minds and if it is to understand world mysticism, then this movement, insofar as it is to agree with the Apocalypse of John, must fulfill what the speaker, the great inspirer, demands of this epoch. What does he demand, and who is he? Can we recognize him? Let us try. “And to the angel of the church in Sardis write” — we ourselves must feel addressed here —: “These things says he who has the seven Spirits of God and the seven stars” (Revelation of John 3:1). What are they here, the seven spirits and the seven stars? In the tone of the apocalyptic, man, as he appears to us here, is an external expression of the seven human principles that we have enumerated. The principle of the physical body, of which the external physical body is the expression; the principle of the life body, of which the ether body is the expression; the principle of the astral body, which when transformed yields manas, or buddhi, or the transformed ether body; the atma, or the transformed physical body; and standing in the midst, the ego principle. these are the seven spiritual ingredients into which the divine essence of man is divided, like the blades of a fan. In occult terminology, these seven principles are called the seven spirits of God in man. And the seven stars are the stars by which we understand what man is today and what he should become in the future. If we list them, the successive stars of earthly embodiment: Saturn, Sun, Moon, Earth, Jupiter, Venus and Vulcan, then these are the seven stars that make the development of the human being understandable to us. Saturn has given man the disposition for his physical body, the Sun for his etheric body, the Moon for his astral body, and the Earth has given him the I. The next three, Jupiter, Venus and Vulcan, develop the spiritual elements of the human being. If we understand the call of the spirit that holds these seven stars and the seven spirits of God, the seven-part nature in its hand, then we are practising anthroposophy in the sense of the apocalyptic. There is nothing else to anthroposophy but to know that here is indicated the fifth human developmental epoch of the post-Atlantic period, to know that in our time, when we have descended the furthest into matter, we are to ascend again in the spiritual life in the wake of the great individuality, who gives us the seven Spirits of God and the seven stars for leadership, so that we may find our way on the path.
[ 25 ] Und wenn wir diesen Weg gehen, bringen wir in den sechsten Zeitraum hinein das richtige spirituelle Leben der Weisheit und der Liebe. Dann wird das, was wir uns erarbeiten als anthroposophische Weisheit, zum Liebesimpuls des sechsten Zeitraumes, der repräsentiert wird durch die Gemeinde, die schon in ihrem Namen sich als Repräsentant des sechsten Zeitraumes ausdrückt: die Gemeinde der Bruderliebe, Philadelphia. Alle diese Namen sind nicht umsonst gewählt. Der Mensch wird sein Ich entwickeln zur richtigen Höhe, so daß er selbständig wird und in Freiheit die Liebe jedem anderen Wesen entgegenbringt im sechsten Zeitraum, der repfäsentiert ist durch die Gemeinde Philadelphia. Das soll als spirituelles Leben des sechsten Zeitraumes vorbereitet werden. Da werden wir das individuelle Ich in höherem Grade in uns gefunden haben, so daß keine äußere Kraft mehr in uns hineinspielen kann, wenn wir es nicht wollen; so daß wir zuschließen können und niemand ohne unseren Willen aufschließt, und wenn wir aufschließen, keine entgegengesetzte Macht zuschließt. Das ist der «Schlüssel Davids». Deshalb spricht derjenige, der den Brief inspiriert, daß er den Schlüssel Davids hat. «Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut und niemand schließt zu, der zuschließet und niemand tut auf» — «Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen» — das Ich, das in sich selbst sich gefunden hat (Offenbarung Johannis 3, 7).
[ 25 ] And when we follow this path, we bring the true spiritual life of wisdom and love into the sixth epoch. Then what we develop as anthroposophical wisdom becomes the impulse of love for the sixth epoch, represented by the community that already expresses itself in its name as a representative of the sixth epoch: the Community of Brotherly Love, Philadelphia. All these names have not been chosen in vain. Human beings will develop their ego to the proper height, so that they become independent and freely extend love to every other being in the sixth epoch, which is represented by the Philadelphia community. This is to be prepared as the spiritual life of the sixth epoch. There we will have found the individual ego within us to a higher degree, so that no external force can act upon us anymore unless we will it; so that we can lock it, and no one can unlock it without our will, and when we unlock it, no opposing power can lock it. This is the “key of David.” That is why the one who inspired the letter says that he has the key of David. “And to the angel of the church in Philadelphia write: Thus says the Holy One, the True One, who has the key of David, who opens and no one shuts, who shuts and no one opens”—“Behold, I have set before you an open door, and no one can shut it”—the Self that has found itself within itself (Revelation 3:7).
[ 26 ] Und der siebente Zeitraum wird diejenigen, die gefunden haben dieses spirituelle Leben, scharen um den großen Führer; er wird sie vereinigen um diesen großen Führer. Sie werden bereits so weit dem spirituellen Leben angehören, daß sie sich unterscheiden werden von denen, die abgefallen sind, von denen, die lau sind, «nicht kalt und nicht warm». Das Häuflein, welches die Spiritualität gefunden hat, wird verstehen den, der da sagen darf, indem er sich zu erkennen gibt: Ich bin derjenige, der in sich schließt das wirkliche Endwesen, nach dem alles zusteuert. — Denn dieses Endwesen, das bezeichnet man mit dem Worte «Amen». Daher Kapitel 3, 14: «Und dem Engel der Gemeinde zu Laodizea schreibe: Das saget der Amen» — derjenige, der in seiner Wesenheit die Wesenheit des Endes darstellt.
[ 26 ] And the seventh period will gather those who have found this spiritual life around the great Leader; he will unite them around this great Leader. They will already belong so fully to the spiritual life that they will be distinct from those who have fallen away, from those who are lukewarm, “neither cold nor hot.” The small group that has found spirituality will understand the one who may say, by revealing himself: I am the one who embodies the true ultimate being toward which everything is heading. — For this final being is designated by the word “Amen.” Hence chapter 3, 14: “And to the angel of the church in Laodicea write: Thus says the Amen”—he who in his essence represents the essence of the end.
[ 27 ] So sehen wir, wie in der Apokalypse des Johannes gegeben ist der Inhalt einer Einweihung. Und die erste Stufe schon dieser Einweihung, wo wir den inneren Fortgang der sieben nachatlantischen Zeiten sehen, wo wir noch den Geist des physischen Planes sehen, zeigt uns, daß wir es zu tun haben mit einer Einweihung des Willens. Denn bis in unsere Zeit herein kann dieser Inhalt befeuernd wirken auf unseren Willen, wenn wir erkennen, daß wir hinhorchen sollen auf die Inspiratoren, die uns lehren, wenn wir verstehen lernen, was die sieben Sterne und die sieben Geister Gottes bedeuten, wenn wir verstehen lernen, daß wir die spirituelle Erkenntnis in die Zukunft hineintragen sollen.
[ 27 ] Thus we see how the content of an initiation is presented in the Apocalypse of John. And the very first stage of this initiation, where we see the inner progression of the seven post-Atlantean epochs, where we still see the spirit of the physical plane, shows us that we are dealing with an initiation of the will. For right up to our own time, this content can have an inspiring effect on our will if we recognize that we should listen to the inspirers who teach us, if we learn to understand what the seven stars and the seven spirits of God signify, if we learn to understand that we are to carry spiritual knowledge into the future.
