Egyptian Myths and Mysteries
in Relation to the Active Spiritual Forces of the Present
GA 106
12 September 1908, Leipzig
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Egyptian Myths and Mysteries, tr. SOL
Zehnter Vortrag
Tenth Lecture
[ 1 ] Es gibt viele Mythen und Sagen der alten Ägypter, welche in der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung wohlbekannt waren und auch wieder bekannt werden, welche aber eigentlich nicht vermittelt sind in der äußerlichen, geschichtlichen Tradition, die von den Ägyptern meldet. Einige dieser Mythen sind uns dann in jener Form geschichtlich erhalten, in der sie in Griechenland heimisch wurden, denn der größere Teil der nicht auf den Zeus und seine Familie bezüglichen Sagen Griechenlands ist aus den ägyptischen Mysterien herübergekommen. Und wir werden uns heute zu beschäftigen haben mit allerlei Sagenhaftem, das wir brauchen, wenn auch eine heutige Kulturgeschichte behauptet, daß eigentlich wenig für die Menschen in der griechischen Mythologie enthalten sei.
[ 1 ] There are many myths and legends of the ancient Egyptians that were well known in the spiritual scientific worldview and are becoming known again, but which are not actually conveyed in the external, historical tradition reported by the Egyptians. Some of these myths have been preserved for us in the form in which they became established in Greece, for the greater part of Greek legends not relating to Zeus and his family originated in the Egyptian mysteries. And today we will have to deal with all kinds of legends that we need, even if contemporary cultural history claims that there is actually little in Greek mythology that is relevant to human beings.
[ 2 ] Wozu mußten wir uns denn anschauen sozusagen die andere Seite der menschlichen Entwickelung, das heißt die geistige Seite? Alles, was wir auf dem physischen Plan sehen, bleibt immer Ereignis, Tatsache des physischen Plans. Aber in der Geisteswissenschaft interessiert uns nicht nur dasjenige, was auf dem physischen Plan lebt, sondern auch alles das, was in den geistigen Welten vorgeht.
[ 2 ] Why did we need to look at the other side of human development, so to speak, that is, the spiritual side? Everything we see on the physical plane always remains an event, a fact of the physical plane. But in spiritual science, we are not only interested in what lives on the physical plane, but also in everything that goes on in the spiritual worlds.
[ 3 ] Wir wissen ja aus dem, was wir in geisteswissenschaftlichen Vorträgen gehört haben, was mit dem Menschen sich abspielt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wir brauchen uns nur zu erinnern, daß der Mensch im 'Tode übergeht in den Bewußtseinszustand, den wir Kamaloka nennen, in dem der Mensch, wenn er auch ein geistiges Wesen geworden ist, festgehalten wird durch den astralischen Leib. Es ist das die Zeit, wo der Mensch noch etwas verlangt von der physischen Welt, wo er leidet darunter, wo er etwas entbehrt dadurch, daß er nicht mehr in der physischen Welt ist. Dann kommt die Zeit, in welcher der Mensch sich vorzubereiten hat auf ein neues Leben: der Bewußtseinszustand des Devachan, wo der Mensch nicht mehr unmittelbar mit der physischen Welt, mit dem, was physische Eindrücke sind, zusammenhängt. Wollen wir uns vorstellen, wie sich das Kamalokaleben von dem Devachanleben unterscheidet, so können wir zwei Beispiele betrachten.
[ 3 ] We know from what we have heard in spiritual science lectures what happens to human beings between death and a new birth. We need only remember that at death, human beings pass into the state of consciousness we call Kamaloka, in which, even though they have become spiritual beings, they are held back by the astral body. This is the time when human beings still demand something from the physical world, when they suffer from being deprived of something because they are no longer in the physical world. Then comes the time when man must prepare himself for a new life: the state of consciousness of Devachan, where man is no longer directly connected with the physical world, with what physical impressions are. If we want to imagine how Kamaloka life differs from Devachan life, we can consider two examples.
[ 4 ] Wir wissen, daß der Mensch, wenn er gestorben ist, nicht gleich mit seinem Sterben seine Begierden und Wünsche verliert. Nehmen wir an, der Mensch ist im Leben ein Feinschmecker gewesen, der einen großen Genuß empfunden hat an leckeren Speisen. Wenn er gestorben ist, verliert sich nicht sogleich diese Genußsucht, dieser Wunsch nach leckeren Speisen. Der Mensch hat ja diese Wünsche nicht in dem physischen Leibe, sondern im Astralleib. Daher, weil der Mensch nach dem Tode den Astralleib behält, behält er auch den Wunsch, aber ihm fehlt das Organ, um diese Wünsche zu befriedigen: der physische Leib. Der Wunsch nach der Speise hängt nicht ab vom physischen Leib, sondern vom Astralleib, und da tritt nach dem Tode eine wahre Gier auf im Menschen nach demjenigen, was ihn im Leben am meisten befriedigte. Daher leidet der Mensch nach dem Tode so lange, bis er sich den Wunsch nach dem Genuß abgewöhnt hat, bis er abgeworfen hat alles, was er durch die physischen Organe an Begierden großgezogen hat. So lange befindet sich der Mensch im Kamaloka. Dann beginnt die Zeit, wo der Mensch nicht mehr Ansprüche dieser Art erhebt, die nur durch physische Organe befriedigt werden können. Dann geht er ein ins Devachan.
[ 4 ] We know that when a person dies, they do not immediately lose their desires and wishes. Let us assume that a person was a gourmet during their life who took great pleasure in delicious food. When he dies, this hedonism, this desire for delicious food, is not immediately lost. The person does not have these desires in the physical body, but in the astral body. Therefore, because the person retains the astral body after death, he also retains the desire, but he lacks the organ to satisfy these desires: the physical body. The desire for food does not depend on the physical body, but on the astral body, and after death a true craving arises in humans for what satisfied them most in life. Therefore, humans suffer after death until they have lost the desire for pleasure, until they have cast off everything that they have nurtured through their physical organs. As long as this lasts, the person remains in Kamaloka. Then begins the time when the person no longer makes demands of this kind, which can only be satisfied through physical organs. Then he enters Devachan.
[ 5 ] In demselben Maße, in dem der Mensch aufhört an die physische Welt gefesselt zu sein, in demselben Maße beginnt er ein Bewußtsein. für die devachanische Welt zu erlangen. Sie leuchtet immer mehr und mehr auf. Nur hat er dort heute noch kein Ich-Bewußtsein wie in diesem Leben. Er ist dort noch nicht selbständig. Im Devachanleben fühlt sich der Mensch wie ein Glied, wie ein Organ der ganzen geistigen Welt. So wie die Hand sich als Glied am physischen Organismus nur fühlen würde, wenn sie fühlte, so fühlt der Mensch in seinem Devachanbewußtsein: Ich bin ein Glied der geistigen Welt, ein Glied auch der höheren Wesen. Er wird erst seiner Selbständigkeit entgegenwachsen. Aber er arbeitet auch jetzt schon dort mit am Kosmos, er arbeitet mit am Pflanzenreich aus der geistigen Welt heraus. Der Mensch arbeitet an allem mit, nicht aus eigener Berechnung, sondern als dienendes Glied der geistigen Welt. Wenn wir nun so schildern dasjenige, was der Mensch zwischen Tod und einer neuen Geburt erlebt, so dürfen wir uns nicht vorstellen, daß die Ereignisse der devachanischen Welt nicht auch einer Veränderung unterlägen. Die Menschen haben so im geheimen das Bewußtsein, daß hier unsere Erde zwar veränderlich sei, daß drüben aber, jenseits des Todes, alles gleich bleibe. Das ist gar nicht der Fall. Wenn heute so geschildert wird der Aufenthalt im Devachan, so bedeutet das, daß dieses ungefähr der heutige Zustand des Devachan ist. Aber erinnern wir uns, wie es wat, als unsere Seelen in der Zeit der ägyptischen Kultur verkörpert waren. Damals sahen wir auf die gigantischen Pyramiden und auf die anderen großen Bauwerke hin. In früheren Zeiten sah es auf dieser Seite, der physischen Seite, ganz, ganz anders aus. Denken wir daran, wie sich das Antlitz der Erde seit damals sehr, sehr verändert hat. Wir brauchen nur die materialistische Wissenschaft zu verfolgen, und wir werden finden, wie zum Beispiel vor wenigen Jahrtausenden ganz andere Tiere in Europa waren, wie Europa ganz anders aussah. Das Antlitz der Erde ändert sich fortwährend, und daher kommt es, daß der Mensch immer wieder in neue Daseinsverhältnisse tritt. Das erscheint jedem ganz einleuchtend. Aber, wenn man die Verhältnisse der geistigen Welt schildert, dann glauben die Menschen so leicht, daß dasjenige, was in der geistigen Welt geschehen ist, wenn sie etwa tausend Jahre vor Christus gestorben sind, daß das, was sich drüben zugetragen hat, ganz genau dasselbe gewesen wäre wie dasjenige, was sich heute zuträgt, wenn sie heute wiedergeboren werden und heute wieder sterben.
[ 5 ] To the same extent that the person ceases to be bound to the physical world, to the same extent he begins to gain consciousness of the Devachanic world. It shines more and more brightly. Only, he does not yet have the ego-consciousness that he has in this life. He is not yet independent there. In Devachan life, the human being feels like a limb, like an organ of the entire spiritual world. Just as the hand would only feel itself as a limb of the physical organism if it had feeling, so the human being feels in his Devachan consciousness: I am a member of the spiritual world, a member also of the higher beings. He will only grow toward his independence. But even now he is already working there with the cosmos, he is working with the plant kingdom from the spiritual world. Man works with everything, not out of his own calculation, but as a serving member of the spiritual world. When we describe what humans experience between death and a new birth, we must not imagine that the events of the devachanic world are not also subject to change. Humans have a secret awareness that although our Earth is changeable, everything remains the same on the other side of death. This is not the case at all. When the stay in Devachan is described in this way today, it means that this is approximately the present state of Devachan. But let us remember what it was like when our souls were incarnated during the Egyptian culture. At that time, we looked up at the gigantic pyramids and other great buildings. In earlier times, things looked very, very different on this side, the physical side. Let us think of how the face of the earth has changed very, very much since then. We need only follow materialistic science to find, for example, that a few thousand years ago there were completely different animals in Europe, and that Europe looked completely different. The face of the earth is constantly changing, and that is why human beings always enter into new conditions of existence. This seems quite obvious to everyone. But when one describes the conditions of the spiritual world, people are so quick to believe that what happened in the spiritual world when they died, say, a thousand years before Christ, that what happened over there was exactly the same as what is happening today, when they are reborn today and die again today.
[ 6 ] Genau wie der physische Plan sich ändert, so ändern sich tatsächlich die Verhältnisse in der anderen Welt. Der Aufenthalt im Devachan war etwas ganz anderes als heute, wenn man eintrat ins Devachan aus dem ägyptischen Leben oder aus dem griechischen Leben. Auch da geht eine Evolution vor sich. Es ist ja nur natürlich, daß wir jetzt die gegenwärtigen Verhältnisse des Devachan schildern; die Verhältnisse haben sich aber geändert. Wir können das schon annehmen, wenn wir auf dasjenige hinblicken, was uns die letzten Vorträge und ihre Schilderungen gebracht haben.
[ 6 ] Just as the physical plane changes, so too do the conditions in the other world. The stay in Devachan was quite different from today when one entered Devachan from Egyptian or Greek life. There, too, an evolution is taking place. It is only natural that we now describe the present conditions of Devachan; but the conditions have changed. We can already assume this when we look at what the last lectures and their descriptions have brought us.
[ 7 ] Wir haben gesehen, wie der Mensch, wenn wir weiter zurückgehen, bis zur atlantischen Zeit mehr in der geistigen Welt lebte, wie er während des Schlafens in der geistigen Welt verkehrte. Wir fanden, daß das dann immer mehr abnimmt. Wenn wir jedoch weit genug zurückgehen, dann finden wir, daß der Mensch da überhaupt in der geistigen Welt lebt. In alten Zeiten ist auch der Unterschied zwischen Schlaf und Tod kein so großer. In urferner Vergangenheit haben die Menschen lange Schlafperioden gehabt. Das fiel ungefähr mit dem Zeitraum zusammen, der heute dutch eine Inkarnation und durch das Leben nach dem Tode durchlaufen wird. Dadurch, daß der Mensch herunterstieg auf den physischen Plan, wurde er auch immer mehr verstrickt in diesen physischen Plan. Es ist gezeigt worden, wie der Inder in eine hohe Welt blickte, wie der Mensch in Persien schon versuchte, den physischen Plan zu erobern. Immer weiter stieg der Mensch herunter, und eine Ehe zwischen Geist und Materie, zwischen den geistigen Welten und dem physischen Plan war eingetreten in der griechisch-lateinischen Zeit. Je mehr sich der Mensch hereinlebte in die Mitte dieser letzten Epoche, um so mehr lernte er lieben die physische Welt und an ihr Interesse gewinnen. Damit änderte sich aber auch alles, was wir Erlebnisse nennen zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 7 ] We have seen how, when we go further back to the Atlantean time, human beings lived more in the spiritual world, how they moved in the spiritual world during sleep. We found that this then gradually diminished. However, if we go back far enough, we find that human beings lived entirely in the spiritual world. In ancient times, the difference between sleep and death was not so great. In the distant past, human beings had long periods of sleep. This coincided roughly with the period that is now called an incarnation and is passed through by life after death. As humans descended to the physical plane, they became increasingly entangled in it. It has been shown how the Indians looked up to a higher world and how the Persians already attempted to conquer the physical plane. Human beings descended further and further, and a marriage between spirit and matter, between the spiritual worlds and the physical plane, came about in the Greco-Latin period. The more human beings lived in the midst of this last epoch, the more they learned to love the physical world and take an interest in it. But this also changed everything we call experiences between death and rebirth.
[ 8 ] Wenn wir bis in die erste Zeit der nachatlantischen Epoche zurückgehen, da finden wir, daß die Menschen wenig Interesse haben an dem physischen Plan. Die Eingeweihten der damaligen Zeit konnten entrückt werden in hohe Welten, in die devachanischen Welten, und sie teilten dann ihre Erlebnisse den anderen Menschen mit. In dem Menschen, der mit allen Gedanken, mit allen Sinnen sich hinauf entrückt fühlte in die wahre Welt, in die eigentliche Heimat, bewirkte dies, daß er wenig Interesse hatte an den Verhältnissen des physischen Planes. Wenn er aber aufrückte in das Devachan, nachdem er sich kaum mit der physischen Welt verbunden hatte, dann besaß er im Devachan ein verhältnismäßig helles Bewußtsein. Wenn dann ein solcher Mensch in der persischen Kultur sich wiederum inkarnierte, dann fühlte er sich schon mehr verwachsen mit der physischen Materie, da war es so, daß er einbüßte an Klarheit des Bewußtseins im Devachan. In der ägyptisch-chaldäischen Zeit, wo der Mensch anfing die äußere physische Welt lieb zu gewinnen, da war es so, daß er im Devachan schon ein sehr getrübtes, schattenhaftes Bewußtsein hatte. Dieses Bewußtsein war zwar der Art nach immer noch höher als das Bewußtsein in der physischen Welt, aber dem Grade nach sinkt es immer mehr herunter und wird immer dunkler bis zur griechisch-lateinischen Zeit. In dieser Zeit wurde das devachanische Bewußtsein immer dunkler und schattenhafter. Es war nicht ein Traumbewußtsein; das war es niemals. Es war ein Bewußtsein, auf das man aufmerken konnte; es war noch ein Bewußtsein, dessen sich der Mensch bewußt war. Eine Verdunkelung dieses Bewußtseins fand also mit dem Fortgang der Entwickelung statt.
[ 8 ] If we go back to the earliest period of the post-Atlantean epoch, we find that people had little interest in the physical plane. The initiates of that time could be transported to higher worlds, to the devachanic worlds, and they then shared their experiences with other people. In people who felt themselves being transported with all their thoughts and senses into the true world, into their real home, this meant that they had little interest in the conditions of the physical plane. But when they advanced into the devachan, having hardly connected with the physical world, they possessed a relatively clear consciousness in the devachan. When such a person then reincarnated in the Persian culture, he felt more attached to physical matter, and so he lost some of the clarity of consciousness he had had in Devachan. In the Egyptian-Chaldean period, when people began to love the outer physical world, they already had a very clouded, shadowy consciousness in Devachan. This consciousness was still higher in nature than the consciousness in the physical world, but it sank lower and lower in degree and became darker and darker until the Greek-Latin period. During this period, the Devachanic consciousness became increasingly dark and shadowy. It was not a dream consciousness; it never was. It was a consciousness that one could pay attention to; it was still a consciousness of which man was aware. An darkening of this consciousness therefore took place as evolution progressed.
[ 9 ] Die Mysterien waren im wesentlichen dafür da, es dem Menschen möglich zu machen, daß er nicht nur ein schattenhaftes Bewußtsein in der geistigen Welt hatte, sondern das Bewußtsein wieder aufzuhellen. Denken wir uns, es hätte keine Mysterien gegeben, es wären keine Eingeweihten dagewesen. Dann würde der Mensch ein immer dämmerhafteres, immer schattenhafteres Bewußtsein gehabt haben in den geistigen Welten. Einzig dadurch, daß parallel mit der Verdunkelung des Bewußtseins im Devachan die Einweihung in die Mysterien ging, und damit die Aneignung gewisser Fähigkeiten, mit denen auserlesene Menschen schon hineinsahen in die geistigen Welten in heller Klarheit, einzig dadurch, daß die Eingeweihten in Mythen und Sagen darüber berichten konnten, ist sozusagen eine Schattierung von Hellerem, von Lichterem hineingekommen in das devachanische Bewußtsein zwischen Tod und einer neuen Geburt. Bei allen denjenigen aber, die sich schon so recht hineingefunden hatten in die physische Welt, war es so, daß sie schon empfunden haben dieses Abdämmern des Bewußtseins in der geistigen Welt, und es ist kein Märchen, es ist Wahrheit, daß der Eingeweihte in den eleusinischen Mysterien eine ganz besondere Erfahrung hat machen können. Das Einweihungsprinzip ist, daß der Mensch schon während des Lebens in die Welten des Geistes steigen und erfahren kann, was da vor sich geht. Der damalige Eingeweihte hat in der Tat unmittelbar von den Schatten in der geistigen Welt erfahren können. Es ist wirklich ein Ausspruch eines Eingeweihten, wenn es heißt: Oh, besser ein Bettler in der physischen Welt als ein König im Reiche der Schatten. Dieser Ausspruch ist aus den Erfahrungen der Eingeweihten heraus gesprochen. Solche Dinge können wir nicht tief genug nehmen, und wir verstehen sie erst dann, wenn wir die Tatsachen der geistigen Welt kennen.
[ 9 ] The mysteries were essentially there to enable human beings not only to have a shadowy consciousness in the spiritual world, but also to brighten up their consciousness again. Let us imagine that there had been no mysteries, that there had been no initiates. Then human beings would have had an increasingly dim, increasingly shadowy consciousness in the spiritual worlds. It was only because the initiation into the mysteries took place parallel to the darkening of consciousness in Devachan, and with it the acquisition of certain abilities with which select individuals were already able to see into the spiritual worlds in bright clarity, solely because the initiates were able to report on this in myths and legends, did a shading of something brighter, something lighter, enter into the devachanic consciousness between death and a new birth. But for all those who had already found their way into the physical world, it was so that they already felt this dimming of consciousness in the spiritual world, and it is no fairy tale, it is truth, that the initiate in the Eleusinian mysteries was able to have a very special experience. The principle of initiation is that human beings can ascend into the spiritual worlds during their lifetime and experience what goes on there. The initiates of that time were indeed able to experience the shadows in the spiritual world directly. It is truly a saying of an initiate when he says: Oh, better to be a beggar in the physical world than a king in the realm of shadows. This statement is spoken from the experience of the initiates. We cannot take such things deeply enough, and we only understand them when we know the facts of the spiritual world.
[ 10 ] Jetzt wollen wir das, was gestern in abstrakter Form angedeutet worden ist, in eine konkretere Form bringen.
[ 10 ] Now let us put into a more concrete form what was indicated yesterday in abstract form.
[ 11 ] Wäre nichts anderes eingetreten als das Heruntersteigen der Menschen in die physische Welt, immer dunkler wäre das Bewußtsein geworden zwischen Tod und einer neuen Geburt. Die Menschen hätten zuletzt den Zusammenschluß mit der geistigen Welt vollständig verloren. Nun mag es noch so sonderbar erscheinen demjenigen, der auch nur noch ein klein wenig angekränkelt ist im Inneren von irgendeiner Form des Materialismus, wahr ist es doch, was ich jetzt sagen werde. Wäre jetzt nichts eingetreten in der Entwickelung der Menschheit, dann wäre die Menschheit geistig dem Tode verfallen. Aber es ist eine Möglichkeit der Aufhellung des Bewußtseins zwischen Tod und einer neuen Geburt vorhanden, und diese Aufhellung kann entweder durch die Einweihung selbst errungen werden, oder heute schon in einem niedrigeren Grade dadurch, daß der Mensch schon in diesem Leben teilnimmt an der geistigen Welt, daß er schon Erlebnisse hat, die nicht mit seinen Leibern absterben, die mit ihm verbunden bleiben in seinem ewigen Wesenskern, auch in der geistigen Welt. Dafür sorgten nun die Mysterien, die ganze geistige Entwickelung, es sorgten dafür die großen Eingeweihten vor Christus und vor allem die Wesenheit selbst, die wir als Christus kennen. Alle anderen Eingeweihten waren in gewisser Weise Vorläufer des Christus, es waren Vorausgesandte, die auf das Erscheinen des Christus hinwiesen.
[ 11 ] If nothing else had happened except for humans descending into the physical world, consciousness would have become increasingly darker between death and a new birth. Humans would have ultimately lost all connection with the spiritual world. Now, it may seem strange to those who are even slightly afflicted by some form of materialism, but what I am about to say is true. If nothing had happened in the development of humanity, humanity would have fallen into spiritual death. But there is a possibility of enlightenment of consciousness between death and a new birth, and this enlightenment can be achieved either through initiation itself or, already today, to a lesser degree, through that human beings already participate in the spiritual world in this life, that they already have experiences that do not die with their bodies, that remain connected with them in their eternal core of being, even in the spiritual world. This was ensured by the mysteries, by the entire spiritual development, by the great initiates before Christ, and above all by the Being itself whom we know as Christ. All other initiates were in a sense precursors of Christ; they were forerunners who pointed to the appearance of Christ.
[ 12 ] Es soll die Erscheinung der Christus-Gestalt jetzt einmal geschildert werden. Denken wir uns einen Menschen, der nie etwas gehört hätte von dem Christus, welcher niemals die Geheimnisse des Johannes-Evangeliums in sich hätte aufnehmen können, der niemals sich hätte sagen können: Ich will dem Christus, der da lebt und wirkt, nachleben, seine Grundsätze will ich aufnehmen in meine Wesenheit. -— Denken wir uns also, der Christus wäre einem solchen niemals nahegetreten, er würde jenen Schatz nicht mit in die geistige Welt nehmen können, den der Mensch heute mitnehmen muß, wenn er die Verdunkelung seines Bewußtseins vermeiden will. Dasjenige, was der Mensch mitnimmt als Christus-Vorstellungen, das ist eine Kraft, die das Bewußtsein nach dem Tode hell macht, die den Menschen errettet vor dem Schicksal, das die Menschen gehabt hätten, wenn nicht Christus erschienen wäre. Wenn Christus nicht erschienen wäre, so würde das Menschenwesen zwar erhalten bleiben, aber das Bewußtsein würde sich nach dem Tode nicht erhellen können. Das ist dasjenige, was dem Auftreten des Christus die eigentliche Bedeutung gibt, daß dem Wesenskern des Menschen etwas einverleibt wird, was eine weite Bedeutung hat. Das Ereignis von Golgatha bewahrt den Menschen vor dem geistigen Tode, wenn er es mit seinem eigenen Wesen identifiziert.
[ 12 ] Let us now describe the appearance of the Christ figure. Let us imagine a person who had never heard anything about Christ, who had never been able to take in the secrets of the Gospel of John, who had never been able to say to himself: I want to follow the Christ who lives and works, I want to take his principles into my being. Let us imagine, then, that Christ never came near such a person, that he could not take with him into the spiritual world the treasure that human beings must take with them today if they want to avoid the darkening of their consciousness. What man takes with him as ideas about Christ is a power that illuminates consciousness after death, that saves man from the fate that would have befallen him if Christ had not appeared. If Christ had not appeared, human beings would have continued to exist, but their consciousness would not have been able to become clear after death. This is what gives the appearance of Christ its real significance, that something of far-reaching importance is incorporated into the core of the human being. The event of Golgotha saves human beings from spiritual death if they identify it with their own being.
[ 13 ] Wir dürfen nun nicht glauben, daß die anderen großen Menschheitsführer nicht eine ähnliche Bedeutung hätten. Es handelt sich nicht darum, daß ein ausschließliches Dogma für das Christentum in Anspruch genommen werden soll. Das wäre ein Verstoß gegen das wahre Christentum, denn derjenige, der die Tatsachen kennt, der weiß, daß auch in den alten Mysterien das Christentum gelehrt worden ist. Und ein solches Wort, wie Augustinus es sprach, ist tief wahr: «Was man gegenwärtig die christliche Religion nennt, bestand schon bei den Alten und fehlte nicht in den Anfängen des Menschengeschlechtes, bis Christus im Fleische erschien, von wo an die wahre Religion, die schon vorher vorhanden war, den Namen der christlichen erhielt.» Es kommt nicht darauf an, daß man es so nennt, sondern daß man recht versteht die Bedeutung des Christus-Impulses. Und wie der Christus die Gestalt war, die auftrat beim tiefsten Punkt der Entwickelung, so war es auch bei Buddha, Hermes und den anderen großen Wesenheiten so, daß sie durchaus das prophetische Bewußtsein hatten, daß der Christus kommen werde, daß er in ihnen selber lebte.
[ 13 ] We must not believe that other great leaders of humanity did not have a similar significance. It is not a question of claiming exclusive dogma for Christianity. That would be a violation of true Christianity, for anyone who knows the facts knows that Christianity was also taught in the ancient mysteries. And a statement such as that made by Augustine is profoundly true: “What is now called the Christian religion already existed among the ancients and was not lacking in the beginnings of the human race until Christ appeared in the flesh, from which point on the true religion, which already existed, received the name of Christian.” It does not matter what one calls it, but that one understands correctly the meaning of the Christ impulse. And just as Christ was the figure who appeared at the lowest point of evolution, so it was with Buddha, Hermes, and the other great beings, that they had the prophetic consciousness that Christ would come, that he lived in them themselves.
[ 14 ] Insbesondere können wir das sehen, wenn wir es an der Gestalt des Buddha studieren, und wir müssen uns klarmachen, was er war. Was war denn Buddha eigentlich? Wir müssen da etwas berühren, was nur unter Schülern der Geisteswissenschaft gesagt werden kann. Die Menschen, auch die Theosophen, stellen sich die Geheimnisse der Reinkarnation gewöhnlich viel zu einfach vor. Man darf sich nicht vorstellen, daß irgendeine Seele, die heute in ihren drei Leibern verkörpert ist, einfach in einer vorhergehenden Inkarnation sich verkörperte und dann wieder in einer vorhergehenden Inkarnation, der dann wieder eine solche voranging, immer nach demselben Schema. Die Geheimnisse liegen viel komplizierter. Trotzdem sich A. P. Blavatsky viel Mühe gab, ihren intimen Schülern zu zeigen, wie kompliziert diese Geheimnisse liegen, wird das heute doch noch nicht richtig verstanden. Man stellt sich einfach vor, daß eine Seele immer wieder in einen Körper geht. So einfach liegt das nicht. Wir können oftmals eine historische Gestalt nicht in ein solches Schema bringen, wenn wir sie richtig verstehen wollen. Wir müssen da vielfach viel komplizierter zu Werke gehen.
[ 14 ] We can see this particularly clearly when we study the figure of Buddha, and we must realize what he was. What was Buddha actually? We must touch upon something here that can only be said among students of spiritual science. People, even theosophists, usually imagine the mysteries of reincarnation to be much too simple. One must not imagine that any soul that is embodied today in its three bodies simply incarnated in a previous incarnation and then again in a previous incarnation, which was preceded by another, always according to the same pattern. The mysteries are much more complicated. Despite A. P. Blavatsky's best efforts to show her close students how complicated these mysteries are, they are still not properly understood today. People simply imagine that a soul goes into a body again and again. It is not that simple. We often cannot fit a historical figure into such a pattern if we want to understand them properly. We often have to take a much more complicated approach.
[ 15 ] Wir treffen schon in der Atlantis Wesen, die um den Menschen herum sind wie die heutigen Mitmenschen, die der Mensch dann aber sah und kennenlernte, wenn er leibentrückt war oben in der geistigen Welt. Es ist schon gesagt worden, wie er da den Thor, den Zeus, den Wotan, den Baldur als wirkliche Genossen kennengelernt hat. Bei Tage lebte er in der physischen Welt, aber im anderen Bewußtseinszustand lernte er geistige Wesenheiten kennen, die nicht denselben Entwickelungsgang durchmachten wie er. Der Mensch hatte in der Urzeit der Erde auch noch nicht einen so dichten Leib wie heute; von einem Knochengerüst war in einer bestimmten Zeit noch keine Rede. Den atlantischen Leib hat man nur bis zu einem gewissen Grade mit physischen Augen sehen können. Aber es gab Wesen, die nur soweit herunter kamen, daß sie sich durchaus nur in einem Ätherleibe inkarnierten. Dann gab es Wesen, die damals, als die Luft noch durchsetzt war von Wasserdünsten, sich noch verkörperten. Damals, als der Mensch noch in der Wasser-Nebel-Atmosphäre lebte, waren ihnen diese Verkörperungen noch möglich. Eine solche Gestalt war zum Beispiel der spätere Wotan. Er sagte sich: Wenn der Mensch sich so verkörpert in dieser lichtflüssigen Materie, dann kann ich das auch tun. - Es nahm ein solches Wesen Menschengestalt an und ging in der physischen Welt herum. Aber als dann die Erde immer dichter wurde und auch der Mensch immer dichtere Formen annahm, da sagte sich Wotan: Nein, in diese dichte Materie gehe ich nicht hinein. — Er blieb dann in unsichtbaren Welten, in erdenentrückteren Welten. Das war überhaupt so mit den göttlichgeistigen Wesen.
[ 15 ] In Atlantis, we already encounter beings who surround humans like our fellow human beings today, but whom humans saw and got to know when they were spiritually elevated in the spiritual world. It has already been said how he got to know Thor, Zeus, Wotan, and Baldur as real companions there. During the day, he lived in the physical world, but in another state of consciousness, he got to know spiritual beings who had not undergone the same course of development as he had. In the primeval times of the earth, human beings did not yet have such dense bodies as they do today; at a certain stage, there was no question of a skeleton. The Atlantean body could only be seen to a certain extent with physical eyes. But there were beings who only descended far enough to incarnate in an etheric body. Then there were beings who, at that time when the air was still filled with water vapors, still embodied themselves. At that time, when human beings still lived in the water-mist atmosphere, such incarnations were still possible for them. One such being was, for example, the later Wotan. He said to himself: If human beings can incarnate themselves in this light-fluid matter, then I can do the same. Such a being took on human form and walked around in the physical world. But then, as the earth became denser and humans took on denser forms, Wotan said to himself: No, I will not enter this dense matter. He then remained in invisible worlds, in worlds more removed from the earth. This was the case with all divine-spiritual beings.
[ 16 ] Von da an konnten sie aber etwas anderes tun. Dafür konnten sie mit Menschen, die ihnen entgegenkamen, die sich von unten herauf entwickelten, mit denen konnten sie eine Art Verbindung eingehen. Denken wir uns das so: Der Entwickelungsgang des Menschen war so, daß er auf dem tiefsten Punkt der Entwickelung ankam. Bis zu diesem Punkte gingen die Götter in Gemeinschaft mit den Menschen mit. Dann aber schlugen Sie einen anderen Weg ein, der für die Menschen auf dem physischen Plan unsichtbar war. Aber wenn es Menschen gab, die ein Leben nach der Anordnung von Eingeweihten führten und die dadurch ihre feineren Leiber läuterten, dann kamen sie den Göttern gewissermaßen entgegen; so daß der Mensch, der im Fleisch verkörpert war, wenn er sich läuterte, das so tun konnte, daß er imstande war, überschattet zu werden von einem solchen Wesen, das nicht bis zum physischen Leibe heruntersteigen konnte. Der physische Leib wäre zu grob gewesen für ein solches Wesen. Für einen solchen Menschen trat das ein, daß der Astralleib und der Ätherleib durchsetzt wurden von einem solch höheren Wesen, das sonst keine Menschengestalt für sich selber gehabt hat, das aber in ein anderes Wesen hineinfuhr und durch ein anderes Wesen sich verkündete.
[ 16 ] From then on, however, they were able to do something else. They were able to enter into a kind of connection with people who came toward them, who were developing from below. Let us think of it this way: The course of human development was such that it reached its lowest point. Up to this point, the gods accompanied the humans. But then they took a different path, one that was invisible to humans on the physical plane. But if there were people who lived their lives according to the instructions of initiates and thereby purified their finer bodies, they came, as it were, to meet the gods; so that when the human being embodied in the flesh purified himself, he was able to do so in such a way that he was able to be overshadowed by such a being who could not descend to the physical body. The physical body would have been too coarse for such a being. For such a person, the astral body and the etheric body were permeated by such a higher being, which otherwise had no human form for itself, but which entered into another being and manifested itself through another being.
[ 17 ] Wenn wir diese Erscheinung kennen, dann werden wir uns die Inkarnation doch nicht so einfach vorstellen. Es kann durchaus einen Menschen geben, der die Wiederverkörperung eines früheren Menschen ist, der sich hoch entwickelt hat, der seine drei Leiber soweit geläutert hat, daß er nun ein Gefäß ist einer höheren Wesenheit. Und so wurde Buddha ein Gefäß für Wotan. Dieselbe Wesenheit, die Wotan genannt wurde in den germanischen Mythen, die trat als Buddha wieder auf. Buddha und Wotan sind sogar sprachlich verwandt. Wir können sagen, daß vieles von demjenigen, was die Geheimnisse der atlantischen Zeit waren, damit überging auf das, was der Buddha verkündigen konnte. Und damit steht es im Einklange, daß dasjenige, was der Buddha erlebte, etwas ist, was die Götter erlebt hatten in jenen geistigen Sphären, was auch die Menschen erlebt hatten, als sie noch selbst in jenen Sphären waren. Als so die Lehre des Wotan wieder auftrat, da war sie eine Lehre, die wenig Rücksicht nahm auf den physischen Plan, die nur betonen mußte, daß der physische Plan eine Stätte des Schmerzes ist und daß die Erlösung davon viel bedeute — denn es sprach viel von der Wotanwesenheit im Buddha. Deshalb haben das tiefste Verständnis für die Buddhalehren diejenigen gezeigt, die Nachzügler waren aus der Atlantis. Es sind unter der asiatischen Bevölkerung solche zurückgeblieben, die als Rassen durchaus stehengeblieben sind auf der atlantischen Stufe. Natürlich mußten sie äußerlich mit der Erdenentwickelung fortschreiten. In den mongolischen Völkern ist viel von der Atlantis zurückgeblieben; sie sind Nachzügler der alten Bevölkerung der Atlantis. Der stationäre Zug in der mongolischen Bevölkerung ist eine solche Erbschaft aus der Atlantis. Daher dienen die Lehren des Buddha vorzugsweise solchen Völkerschaften, und der Buddhismus hat große Fortschritte bei diesen Völkern gemacht.
[ 17 ] If we are familiar with this phenomenon, then we will not find it so easy to imagine incarnation. There may well be a human being who is the reincarnation of a former human being who has developed highly, who has purified his three bodies to such an extent that he is now a vessel for a higher being. And so Buddha became a vessel for Wotan. The same being who was called Wotan in Germanic mythology reappeared as Buddha. Buddha and Wotan are even linguistically related. We can say that much of what were the secrets of the Atlantean era was transferred to what Buddha was able to proclaim. And so it is consistent that what Buddha experienced is something that the gods had experienced in those spiritual spheres, which humans had also experienced when they themselves were still in those spheres. When the teachings of Wotan reappeared, they were teachings that took little account of the physical plane, emphasizing only that the physical plane is a place of suffering and that liberation from it means a great deal — for there was much of the Wotan presence in the Buddha. That is why those who were latecomers from Atlantis showed the deepest understanding of the Buddha's teachings. Among the Asian population there are those who have remained behind, who as races have remained entirely at the Atlantean stage. Of course, outwardly they had to progress with the development of the earth. Much of Atlantis has remained in the Mongolian peoples; they are stragglers from the ancient population of Atlantis. The stationary tendency in the Mongolian population is such an inheritance from Atlantis. Therefore, the teachings of Buddha are particularly suited to such peoples, and Buddhism has made great progress among them.
[ 18 ] Die Welt schreitet fort, sie geht ihren Gang. Derjenige, der hineinschauen kann in die Weltenentwickelung, der wählt nicht, der sagt nicht, ich habe mehr Geschmack an diesem oder jenem, der sagt: Das sind geistige Notwendigkeiten, welche Religion ein Volk hat. Und dadurch, daß die europäische Bevölkerung sich in die physische Welt verstrickte, dadurch ist es ihr unmöglich, sich hineinzufühlen in den Buddhismus, sich zu identifizieren mit dem Innersten der Lehre des Buddha. Der Buddhismus konnte niemals eine Menschheitsreligion werden. Für denjenigen, der sehen will, gibt es da keine Sympathie oder Antipathie, sondern nur ein Urteilen nach den Tatsachen. Ebenso falsch, wie es wäre, aus einem Zentrum Asiens heraus, wo noch andere Völker sitzen, das- Christentum ausbreiten zu wollen, ebenso falsch ist der Buddhismus für die europäische Bevölkerung. Keine Religionsanschauung ist richtig, die nicht für die innersten Bedürfnisse der Zeit geschaffen ist; eine solche kann niemals einen Kulturimpuls geben. Das sind Dinge, die man begreifen muß, wenn man die Zusarmmenhänge wirklich verstehen will.
[ 18 ] The world progresses, it follows its course. Those who can look into the development of the world do not choose, they do not say, I prefer this or that, they say: These are spiritual necessities, which religion a people has. And because the European population has become entangled in the physical world, it is impossible for them to empathize with Buddhism, to identify with the innermost teachings of Buddha. Buddhism could never become a religion for all of humanity. For those who want to see, there is no sympathy or antipathy, but only judgment based on facts. Just as it would be wrong to try to spread Christianity from a center in Asia, where other peoples live, so Buddhism is wrong for the European population. No religious view is correct unless it is created for the innermost needs of the time; such a view can never give a cultural impulse. These are things that must be understood if one really wants to understand the connections.
[ 19 ] Aber man darf nicht glauben, daß die historische Erscheinung des Buddha sich alles dessen bewußt gewesen wäre, was in seiner Erscheinung vorlag. Wenn ich das alles auseinandersetzen wollte, brauchte ich mehrere Stunden dazu. Wir haben die Kompliziertheit des histotischen Buddha noch lange nicht erschöpft. In dem Buddha lebte noch etwas. Es ist nicht nur eine Wesenheit, die herüberkam aus der atlantischen Zeit, und die sich in dem verkörperte, der nebenbei auch noch ein menschlicher Buddha war; außer diesem war in ihm noch etwas anderes enthalten, etwas, von dem er sagen konnte: Das kann ich noch nicht umfassen, das ist etwas, was mich beseelt, aber ich nehme nur daran teil. - Das ist die Christus-Wesenheit. Sie beseelte schon die großen Propheten. Sie war eine wohlbekannte Wesenheit in den älteren Mysterien, und immer wies man überall auf den hin, der da kommen werde.
[ 19 ] But one must not believe that the historical figure of the Buddha was aware of everything that was present in his appearance. If I wanted to explain all this, I would need several hours. We are still far from exhausting the complexity of the historical Buddha. There was something else living in the Buddha. It is not just an entity that came over from the Atlantean era and embodied itself in someone who also happened to be a human Buddha; there was something else in him, something of which he could say: I cannot yet comprehend this, it is something that animates me, but I only participate in it. This is the Christ being. It already animated the great prophets. It was a well-known being in the older mysteries, and everywhere people pointed to the one who was to come.
[ 20 ] Und er kam! Aber er kam wiederum, indem er sich fügte den historischen Notwendigkeiten, welche der Evolution zugrundeliegen. In einem physischen Leibe hätte er sich ohne weiteres nicht verkörpern können. Es war noch möglich, daß er sich wie in einer Art Unterbewußtsein verkörpern konnte in dem Buddha. Aber wandelnd auf der Erde konnte er sich nur verkörpern, wenn ein physischer Leib und ein Ätherleib und ein Astralleib besonders zubereitet waren. Der Christus hatte die größte Kraft der Wirkung, aber verkörpern konnte er sich nur, wenn ein physischer Leib, Ätherleib und Astralleib durch eine andere Wesenheit vollständig geläutert und gereinigt worden waren. Und so konnte die Verkörperung des Christus nur so geschehen, daß eine Wesenheit auftrat, die sich so hoch entwickelt hatte. Das war Jesus von Nazareth. Er war so hoch gekommen in seiner Entwickelung, daß er in der Lage war, während seines Lebens seinen physischen Leib, Ätherleib und Astralleib so zu läutern, daß es ihm möglich war, im dreißigsten Jahre seines Lebens diese Leiber zu verlassen, aber so, daß sie noch lebensfähig, noch brauchbar waren für eine höhere Wesenheit. Oft, wenn ich dies ausgesprochen habe, daß eine hohe Stufe der Entwickelung notwendig war, damit Jesus seine Leiber opfern konnte, machten die Menschen einen sehr merkwürdigen Einwand: Aber das sei doch gar kein Opfer, was könne man sich Schöneres denken? Man könne doch nicht von einem großen Opfer sprechen, wenn es sich darum handelte, einer so hohen Wesenheit seine Leiber zu überlassen. — Ja, schön ist es auch, und es wäre das Opfer nicht groß, wenn man es so abstrahierte. Aber man möchte antworten: Man mache es einmal so; das Opfer wolle wohl jeder bringen, aber man wolle es einmal probieren. — Es ist nötig, ungeheure Kräfte zu haben, um seine Leiber so zu läutern, daß man sie lebensfähig verlassen kann. Um diese Kräfte zu erlangen, dazu sind die Opfer notwendig. Jesus von Nazareth mußte schon eine außerordentlich hohe Individualität sein, damit er das konnte. Das Johannes-Evangelium deutet an, wann Jesus seinen physischen Leib, Ätherleib und Astralleib verließ und einging in die geistige Welt und das Christus-Wesen hineinfuhr in die dreifache Leiblichkeit. Das geschah bei der Taufe des Jesus im Jordan. Da geschah etwas sehr Bedeutungsvolles in der Leiblichkeit des Jesus von Nazareth. Wiederum muß das, was ich jetzt sage, ein Greuel sein für ein materialistisches Gemüt. Es ging etwas Besonderes vor, selbst in dem physischen Leibe des Jesus von Nazareth. Wenn wir das verstehen wollen, was da vorging in dem Moment der Taufe, als der Christus in den Jesus hineinfuhr, da müssen wir uns eines einmal vor die Seele führen, was recht sonderbar erscheinen wird, aber doch wahr ist.
[ 20 ] And he came! But he came again, submitting himself to the historical necessities that underlie evolution. He could not have incarnated in a physical body without further ado. It was still possible for him to incarnate in the Buddha, as it were in a kind of subconsciousness. But walking on earth, he could only incarnate if a physical body, an etheric body, and an astral body had been specially prepared. Christ had the greatest power of action, but he could only incarnate when a physical body, etheric body, and astral body had been completely purified and cleansed by another being. And so the incarnation of Christ could only take place when a being appeared who had developed so highly. That was Jesus of Nazareth. He had advanced so far in his development that during his life he was able to purify his physical body, etheric body, and astral body to such an extent that in the thirtieth year of his life he was able to leave these bodies, but in such a way that they were still viable and usable for a higher being. Often, when I have said that a high stage of development was necessary for Jesus to sacrifice his bodies, people have made a very strange objection: But that is no sacrifice at all, what could be more beautiful? One cannot speak of a great sacrifice when it is a matter of surrendering one's bodies to such a high being. Yes, it is beautiful, and the sacrifice would not be great if one abstracted it in this way. But one might reply: Let us do it once; everyone would be willing to make the sacrifice, but let us try it once. It is necessary to have tremendous powers to purify one's bodies so that one can leave them behind and still remain alive. Sacrifices are necessary to attain these powers. Jesus of Nazareth had to be an extraordinarily high individuality to be able to do this. The Gospel of John indicates when Jesus left his physical body, etheric body, and astral body and entered the spiritual world, and when the Christ being entered into the threefold body. This happened at the baptism of Jesus in the Jordan. Something very significant happened in the physical body of Jesus of Nazareth. Again, what I am about to say must be abhorrent to a materialistic mind. Something special took place, even in the physical body of Jesus of Nazareth. If we want to understand what happened at the moment of baptism, when Christ entered into Jesus, we must first bring to mind something that will seem quite strange, but is nevertheless true.
[ 21 ] Im Laufe der Menschheitsevolution haben sich einzelne Organe nach und nach entwickelt, mehr und mehr herausgebildet. Wir haben gesehen, wie, als die Organe bis zur Hüftmitte gekommen waren, bestimmte Strukturen und Funktionen im Menschen eintraten. Es ist in diesem immer mehr Selbständigwerden der menschlichen Individualität auch eine Verhärtung des Knochensystems eingetreten. Je selbständiger der Mensch wurde, desto mehr verhärtete sich auch sein Knochensystem, desto mehr wuchs aber auch die Gewalt des Todes. Darauf müssen wir jetzt achten, wenn wir das Folgende in der richtigen Weise verstehen wollen. Woran liegt es denn überhaupt, daß der Mensch sterben muß, daß der Leib ganz und gar verwest? Das liegt daran, daß im menschlichen Leibe etwas verbrannt werden kann: die Knochen. Es hat das Feuer eine Gewalt auch über die menschliche Knochensubstanz. Der Mensch hat keine Gewalt, wenigstens keine bewußte Gewalt über seine Knochen. Diese Gewalt liegt noch außerhalb der Macht des Menschen. In dem Augenblick, in dem in der Jordantaufe der Christus in den Leib des Jesus von Nazareth einzog, in dem Augenblick wurde das Knochensystem dieser Wesenheit etwas ganz anderes als bei anderen Menschen. Das war ein Fall, der sich vorher niemals und auch nachher niemals bis auf heute ereignet hat. Es fuhr mit der Christus-Wesenheit in die Jesus-Wesenheit etwas herein, das Macht hatte über die Kräfte, die Knochen verbrennen. Heute ist es noch nicht in die Willkür des Menschen gestellt, die Knochen aufzubauen. Diese Gewalt aber griff bis in die Knochen hinein. Bis in. die Knochen hinein griff die bewußte Gewalt der Christus-Wesenheit; das gehört zum Sinn der Johannestaufe. Damit war in die Erde etwas verpflanzt, was man nennen kann die Oberherrschaft über den Tod, denn mit den Knochen ist der Tod erst in die Welt. gekommen. Dadurch, daß die Gewalt über die Knochen einzog in den menschlichen Leib, damit ist die Überwindung des Todes in die Welt gekommen. Damit wird ein tiefstes Mysterium ausgesprochen, damit war ein Heiligstes, ein im höchsten Maße Heiligstes, in das Knochensystem des Jesus von Nazareth durch den Christus eingezogen. Daher durfte es nicht angetastet werden. Daher mußte sich das Schriftwort erfüllen: Ihr dürft ihm kein Bein zerbrechen. — Da hätte in die Gotteskräfte Menschengewalt eingegriffen. Wir sehen hier in ein ganz tiefes Mysterium der Menschheitsentwikkelung.
[ 21 ] In the course of human evolution, individual organs developed gradually, becoming more and more differentiated. We have seen how, when the organs reached the middle of the hips, certain structures and functions entered into the human being. In this increasing independence of the human individuality, a hardening of the skeletal system also took place. The more independent humans became, the more their skeletal system hardened, but the more the power of death also grew. We must now pay attention to this if we want to understand what follows in the right way. Why is it that humans must die, that the body decays completely? It is because there is something in the human body that can be burned: the bones. Fire also has power over the substance of human bones. Man has no power, at least no conscious power, over his bones. This power lies beyond the power of man. At the moment when Christ entered the body of Jesus of Nazareth at the baptism in the Jordan, the skeletal system of this being became something completely different from that of other human beings. This was a case that had never happened before and has never happened since, even to this day. Something entered the Jesus being with the Christ being that had power over the forces that burn bones. Today, it is not yet within human power to build bones. But this power reached into the bones. The conscious power of the Christ being reached into the bones; this is part of the meaning of John's baptism. With this, something was transplanted into the earth that can be called the supremacy over death, for it is with the bones that death first came into the world. Through the power over the bones entering the human body, the overcoming of death came into the world. This expresses a profound mystery: something most sacred, something of the highest order, entered into the bone structure of Jesus of Nazareth through Christ. That is why it could not be touched. That is why the words of Scripture had to be fulfilled: “You shall not break a bone of him.” Human power would have interfered with the powers of God. Here we see a very profound mystery of human development.
[ 22 ] Und damit kommen wir zu gleicher Zeit auf einen sehr bedeutungsvollen Begriff des esoterischen Christentums, der uns zeigen kann, wie dieses Christentum mit den höchsten Wahrheiten durchtränkt ist. Wir kommen zu dem, was uns außerdem noch in der Taufe entgegentritt. Dadurch, daß die Christus-Wesenheit von den drei Leibern Besitz ergriff, von dem, worin früher die Ich-Wesenheit des Jesus war, dadurch war nun eine Wesenheit mit der Erde verknüpft, die früher einen Wohnplatz gehabt hat auf der Sonne. Bis zu dem Momente war sie früher mit der Erde verbunden gewesen, als die Sonne hinausging aus der Erde. Der Christus ist damals mit hinausgegangen und konnte seine Gewalt von da an nur entwickeln von außen auf die Erde herein. Im Momente der Taufe vereinigte sich der hohe Christus-Geist im vollen Sinne wieder mit der Erde. Vorher wirkte er von außen, überschattete die Propheten und wirkte in den Mysterien. Jetzt war er in einem physischen Menschenleibe auf der Erde selbst verkörpert. Und wenn ein Wesen von einem fernen Punkte des Weltenalls durch Jahrtausende hätte heruntersehen können, dann würde ein solches Wesen, das nicht nur die physische Erde gesehen hätte, sondern auch ihre geistigen Strömungen, ihren Astralleib und Ätherleib, bedeutungsvolle Vorgänge gesehen haben in dem Moment der Johannestaufe und in dem Momente, wo das Blut aus den Wunden Christi floß auf Golgatha. Der Astralleib der Erde wurde dadurch gründlich verändert. Er nahm in diesem Momente etwas anderes auf, nahm andere Farben an. Es wurde der Erde eine neue Kraft einverleibt. Das, was früher von außen wirkte, wurde mit der Erde wieder verbunden, und dadurch wird die Anziehungskraft zwischen Sonne und Erde so stark werden, daß sich Sonne und Erde wieder vereinigen werden, und der Mensch mit den Sonnengeistern. Der Christus war es, der die Möglichkeit gab, daß die Erde sich wieder vereinigen kann mit der Sonne und dann im Schoße der Gottheit ist.
[ 22 ] And this brings us at the same time to a very significant concept of esoteric Christianity, which can show us how this Christianity is imbued with the highest truths. We come to what else we encounter in baptism. Through the fact that the Christ Being took possession of the three bodies, of that in which the I-being of Jesus had previously been, a Being was now linked to the earth that had previously had its dwelling place on the sun. It had been connected to the earth until the moment when the sun left the earth. Christ went out with it and from then on could only develop his power from outside, into the earth. At the moment of baptism, the high Christ Spirit reunited with the earth in the full sense. Before that, he worked from outside, overshadowed the prophets, and worked in the mysteries. Now he was incarnated in a physical human body on earth itself. And if a being from a distant point in the universe had been able to look down for thousands of years, then such a being, who would have seen not only the physical Earth but also its spiritual currents, its astral body and etheric body, would have seen significant events at the moment of John's baptism and at the moment when the blood flowed from Christ's wounds on Golgotha. The astral body of the Earth was thoroughly changed by this. At that moment, it took on something else, took on different colors. A new power was incorporated into the Earth. That which previously acted from outside was reconnected with the earth, and through this the gravitational pull between the sun and the earth will become so strong that the sun and the earth will reunite, and human beings with the sun spirits. It was Christ who made it possible for the earth to reunite with the sun and then be in the bosom of the Godhead.
[ 23 ] Das ist der Vorgang, der sich vollzog, und seine Bedeutung. Dies mußten wir vorausschicken, um verständlich zu machen, welch Bedeutungsvolles in die Erde eintrat mit dem Christus. Und wir können dadurch begreifen, wie in der Tat durch die Vereinigung mit dem Christus der Mensch etwas aufnehmen kann, wodurch das Bewußtsein des Menschen nach dem Tode wieder aufgehellt werden kann. Wenn wir uns das vor Augen halten, dann werden wir auch begreifen können, wie eine Evolution da ist für die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Fragen wir nun, um wessentwillen das alles geschehen ist eigentlich ?
[ 23 ] This is the process that took place and its significance. We had to say this first to make it clear how significant it was when Christ came to Earth. And we can understand how, through union with Christ, humans can take in something that can brighten their consciousness after death. If we keep this in mind, we will also be able to understand how there is an evolution between death and new birth. Let us now ask ourselves, for whose sake did all this actually happen?
[ 24 ] Erst lebte der Mensch im Schoße der Gottheit. Dann stieg er herunter auf den physischen Plan. Wäre er oben geblieben, er hätte niemals sein heutiges Selbstbewußtsein erlangt. Er hätte nie ein Ich erhalten. Nur im physischen Leibe konnte er das Selbstbewußtsein in seiner hellen Klarheit entfachen. Es mußten äußere Gegenstände ihm entgegentreten, er mußte sich unterscheiden können von den Gegenständen, er mußte hinuntersteigen in die physische Welt. Nur um des Ichs des Menschen willen ist es geschehen, daß der Mensch heruntergestiegen ist. Der Mensch ist seinem Ich nach von den Göttern abstammend. Es ist heruntergestiegen aus der geistigen Welt; es ist geschmiedet worden an den physischen Leib, damit es hell und klar werden kann. Gerade das, was als die verhärtete Materie des Menschenleibes aufgetreten ist, das hat dem Menschen sein selbstbewußtes Ich gegeben, das hat ihm möglich gemacht, sich Erkenntnis zu erwerben. Es hat ihn aber auch geschmiedet an die Erdenmasse, an die Felsenmasse.
[ 24 ] First, man lived in the bosom of the Godhead. Then he descended to the physical plane. If he had remained above, he would never have attained his present self-consciousness. He would never have received an I. Only in the physical body could he kindle self-consciousness in its bright clarity. External objects had to confront him, he had to be able to distinguish himself from objects, he had to descend into the physical world. It was only for the sake of the human ego that man descended. Man is descended from the gods in terms of his ego. It descended from the spiritual world; it was forged to the physical body so that it could become bright and clear. Precisely that which appeared as the hardened matter of the human body gave human beings their self-conscious I, made it possible for them to acquire knowledge. But it also forged them to the earth mass, to the rock mass.
[ 25 ] Der Mensch hatte, bevor er sein Ich erlangte, physischen Leib, Ätherleib und Astralleib erlangt. Als sich in diesen drei Leibern nach und nach das Ich entwickelte, gestaltete es diese drei Leiber um. Man muß sich dabei klarmachen, daß an dem physischen Leibe alle höheren Glieder des Menschen arbeiten. Daß der physische Leib so ist, das hängt davon ab, daß Ätherleib, Astralleib und Ich an ihm arbeiten. Alle Organe des physischen Leibes hängen in einer gewissen Weise davon ab, daß auch die höheren Glieder verändert worden sind. Die zurückgebliebenen Wesenheiten sind zu den verschiedenen Tierformen geworden, zum Beispiel zu den Vögeln, durch Dominieren des Astralleibes. Dadurch, daß das Ich immer selbstbewußter wurde, hat es auch den Astralleib verändert. Es ist schon gesagt worden, daß sich Menschen absonderten. Dasjenige, was man als apokalyptische Tiere bezeichnet, sind Typen, bei denen dieses oder jenes höhere Glied die Oberhand hat. Das Ich hat die Oberhand erhalten bei den MenschMenschen. Nun sind alle Organe angepaßt den höheren Gliedern des Menschen. Indem das Ich einzog in den Astralleib, diesen ganz durchtränkte, haben sich in dem Menschen und in den Tieren, die sich später abzweigten, gewisse Organe gebildet. So zum Beispiel rührt ein bestimmtes Organ davon her, daß überhaupt ein Ich eingezogen ist auf der Erde. Auf dem Monde war kein Ich verknüpft mit den Wesen der Menschheitsevolution. Gewisse Organe hängen zusammen mit dieser Entwickelung: die Galle und die Leber. Die Galle ist der physische Ausdruck des Astralleibes. Sie ist nicht mit dem Ich verknüpft, aber das Ich wirkt auf den Astralleib, und aus dem Astralleibe wirken die Kräfte auf die Galle.
[ 25 ] Before acquiring its ego, man had acquired a physical body, an etheric body, and an astral body. As the ego gradually developed in these three bodies, it transformed them. It must be clearly understood that all the higher members of the human being work on the physical body. The fact that the physical body is as it is depends on the etheric body, the astral body, and the ego working on it. All the organs of the physical body depend in a certain way on the higher members also having been transformed. The entities that remained behind became the various animal forms, for example birds, through the domination of the astral body. As the ego became more and more self-conscious, it also changed the astral body. It has already been said that human beings separated. What are called apocalyptic animals are types in which this or that higher member has the upper hand. The ego has gained the upper hand in human beings. Now all organs are adapted to the higher members of the human being. As the ego entered the astral body and completely permeated it, certain organs formed in humans and in the animals that later branched off. For example, a certain organ originates from the fact that an ego entered the earth at all. On the moon, no ego was connected with the beings of human evolution. Certain organs are connected with this development: the gall and the liver. The gall is the physical expression of the astral body. It is not connected with the ego, but the ego acts upon the astral body, and from the astral body the forces act upon the gall.
[ 26 ] Jetzt fassen wir das ganze Bild zusammen, welches der Eingeweihte dem Ägypter so klarmachte: Der Ich-bewußte Mensch ist gefesselt worden an den Erdenkörper. Stelle dir vor den Menschen, gefesselt von den Erdenfelsen, das heißt, gefesselt an den physischen Leib und in der Evolution ist etwas entstanden, was nagt an seiner Unsterblichkeit! Stelle dir die Funktionen vor, welche die Leber bewirkt haben: sie sind dadurch entstanden, daß der Leib geschmiedet wurde an den Felsen der Erde. Da nagt der Astralleib daran.
[ 26 ] Now let us summarize the whole picture that the initiate made so clear to the Egyptians: The ego-conscious human being has been bound to the earthly body. Imagine human beings bound to the rocks of the earth, that is, bound to the physical body, and in the course of evolution something has arisen that gnaws at their immortality! Imagine the functions that the liver has brought about: they arose because the body was forged to the rocks of the earth. The astral body gnaws at it.
[ 27 ] Das ist das Bild, das in Ägypten dem Schüler gegeben wurde, und das herübergewandert ist nach Griechenland als die Prometheussage. Nicht mit groben Händen muß man einen solchen Mythus anfassen. Man darf ein solches Bild nur nicht wie einen Schmetterling des Staubes berauben. Wir müssen den Staub an den Flügeln lassen, wir müssen den Tau auf der Blüte lassen. Diese Bilder lassen sich nicht zerren und quälen. Wir dürfen nicht sagen: Prometheus bedeutet dies oder jenes; wir müssen versuchen, die wirklichen okkulten Tatsachen hinzustellen, und dann versuchen die Bilder zu verstehen, die entstanden sind aus den okkulten Tatsachen heraus und die übergegangen sind in das Bewußtsein des Menschen.
[ 27 ] This is the image that was given to the student in Egypt, and which migrated to Greece as the Prometheus myth. One must not touch such a myth with coarse hands. One must not rob such an image of its substance like a butterfly of its dust. We must leave the dust on the wings, we must leave the dew on the flower. These images cannot be torn and tortured. We must not say: Prometheus means this or that; we must try to present the real occult facts, and then try to understand the images that arose from the occult facts and passed into human consciousness.
[ 28 ] Der ägyptische Eingeweihte führte seinen Schüler bis zu der Stufe, wo er begreifen konnte die Ich-Entwickelung des Menschen. Ein solches Bild sollte seinen Geist formen. Die Tatsachen aber sollte der Schüler nicht mit groben Fäusten anfassen, sondern das Bild sollte licht und lebendig vor ihm stehen, und der ägyptische Eingeweihte wollte nicht banale, trockene Begriffe hineinpressen in Wahrheiten, sondern etwas in Bildern darstellen, was er geben konnte. Vieles hat bei der Prometheussage die Dichtung getan, hat verschönert und hat verziert, und wir dürfen nicht mehr hineinlegen, als die okkulten Tatsachen sind, und dem nur künstlerischen Tun seine feinen Gestaltungskräfte lassen. Nun wollen wir noch auf etwas anderes hindeuten. Der Mensch, als er auf der Erde ankam, war noch nicht Ich-begabt. Bevor das Ich in den Astralleib hineingeheimnißt worden ist, hatten andere Kräfte von dem Astralleib Besitz. Dann ist der lichtflüssige Astralleib durchzogen worden von dem Ich. Bevor das Ich darinnen war, waren die astralen Kräfte von den göttlich-geistigen Wesen von außen hineingesendet worden in den Menschen. Der Astralleib war auch da, aber durchglüht von göttlich-geistigen Wesen. Rein und hell war der Astralleib und umfloß dasjenige, was als physischer und Ätherleib als Anlage da war. Er umfloß und durchfloß es; rein war der Fluß des Astralleibes. Mit dem Eintritt des Ich aber war der Egoismus hineingetreten, und verdunkelt war der Astralleib worden, verloren war der reine Goldfluß des Astralleibes, immer mehr war er verloren, bis der Mensch heruntergestiegen war auf den tiefsten Punkt des physischen Planes in der griechisch-lateinischen Zeit.
[ 28 ] The Egyptian initiate led his pupil to the stage where he could understand the development of the human ego. Such an image was to shape his mind. But the student was not to grasp the facts with crude fists; rather, the image was to stand light and alive before him, and the Egyptian initiate did not want to press banal, dry concepts into truths, but to represent in images what he could give. Much has been done in the Prometheus legend by poetry, which has embellished and decorated it, and we must not put into it more than the occult facts are, leaving only the artistic activity its fine creative powers. Now let us point to something else. When human beings arrived on earth, they were not yet endowed with the ego. Before the ego was mysteriously incorporated into the astral body, other forces possessed the astral body. Then the light-fluid astral body was permeated by the ego. Before the ego was there, the astral forces had been sent into the human being from outside by divine spiritual beings. The astral body was also there, but it was permeated by divine spiritual beings. The astral body was pure and bright and surrounded what was there as the physical and etheric bodies. It surrounded and permeated it; the flow of the astral body was pure. But with the entry of the ego, egoism entered, and the astral body became darkened. The pure golden flow of the astral body was lost, and it was lost more and more until human beings had descended to the lowest point of the physical plane in the Greco-Latin period.
[ 29 ] Da mußten die Menschen daran denken, wieder zu gewinnen den reinen Fluß des Astralleibes, und es entstand in den Eleusinischen Mysterien dasjenige, was man nannte: das Suchen nach der ursprünglichen Reinheit des Astralleibes. Den Astralleib wieder in seinem ursprünglich reinen Goldfluß herzustellen, das wollten die Eleusinischen Mysterien, das wollten auch die Ägypter. Das Suchen nach dem goldenen Fluß war eine der Proben der ägyptischen Einweihungen: und das ist uns erhalten in der wunderbaren Sage des Aufsuchens des Goldenen Vlieses durch Jason und die Argonauten.
[ 29 ] Then people had to think about regaining the pure flow of the astral body, and in the Eleusinian Mysteries there arose what was called the search for the original purity of the astral body. The Eleusinian Mysteries wanted to restore the astral body to its original pure golden flow, and so did the Egyptians. The search for the golden stream was one of the trials of the Egyptian initiations, and this has been preserved for us in the wonderful legend of Jason and the Argonauts' quest for the Golden Fleece.
[ 30 ] Wir haben die Entwickelung gesehen: Als die unteren Organe noch in ihrer Form den Kähnen glichen, von denen wir gesprochen haben, da hatte der astralische Leib in der Wassererde noch den goldenen Glanz. In der Wassererde hatte der Mensch seinen golddurchleuchteten Astralleib. Das Suchen nach diesem Astralleib ist dargestellt in dem Argonautenzug. Das Suchen nach dem Goldenen Vlies müssen wir in einer feinen, subtilen Weise zusammenbringen mit der ägyptischen Mythe.
[ 30 ] We have seen the development: when the lower organs still resembled the boats we have spoken of, the astral body still had its golden glow in the watery earth. In the water earth, man had his astral body illuminated by gold. The search for this astral body is depicted in the Argonaut expedition. We must bring the search for the Golden Fleece together with the Egyptian myth in a subtle way.
[ 31 ] Äußere historische Tatsachen sind verknüpft mit geistigen Tatsachen. Man darf nicht glauben, daß das bloß Symbol ist. Der Argonautenzug hat wirklich stattgefunden, geradeso wie der 'Trojanische Krieg stattgefunden hat. Äußere Vorgänge sind Physiognomien für innere Vorgänge; alles das sind historische Vorgänge. Immer wieder bei den griechischen Einzuweihenden hat innerlich die historische Tatsache stattgefunden: der Zug nach dem Goldenen Vlies, die Erringung des reinen Astralleibes.
[ 31 ] Outer historical facts are linked to spiritual facts. One must not believe that this is merely symbolic. The Argonauts' quest really took place, just as the Trojan War took place. Outer events are physiognomies for inner events; all of these are historical events. Again and again, the historical event took place inwardly in the Greek initiates: the quest for the Golden Fleece, the attainment of the pure astral body.
[ 32 ] Das ist dasjenige, was wir uns vor die Seele führen wollten, und von wo ausgehend wir noch einiges aus den Mysterien kennenlernen und dann finden werden, wie die ägyptischen Mysterien mit dem heutigen Leben zusammenhängen.
[ 32 ] That is what we wanted to keep in mind, and from that starting point we will learn more about the mysteries and then discover how the Egyptian mysteries relate to life today.
