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The Rudolf Steiner Archive

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Anthroposophy's Response
to Universal Questions
GA 108

17 January 1909, Pforzheim

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5. Über den Erkenntnispfad

5. Über den Erkenntnispfad

[ 1 ] Nach der Eröffnung des Pforzheimer Zweiges sind wir zum ersten Male hier wieder beisammen und werden die Zeit am besten ausfüllen, wenn wir gleich ein spirituelles Thema in Betracht ziehen, ein solches Thema, welches uns zeigen kann, daß der Mensch durch die Anthroposophie nicht nur Lehren aufnimmt, Gedanken aufnimmt, sondern in seinem Gefühls- und Empfindungsleben bereichert, beruhigt, gesichert wird. Wir dürfen uns nicht vorstellen, daß Lehren, Vorstellungen, Gedanken für unser Empfindungsleben unwichtig seien. Es ist zwar nun einmal so, daß gerade in unserer Zeit der Mensch sich sagen wird: An Gedanken, an Wissenschaft gibt es genug in der Welt und man brauchte nur dieses oder jenes Buch, das uns unterrichten soll über die Sternenwelt oder anderes, in die Hand zu nehmen, um Wissenschaft genug für den Verstand zu erhalten. Theosophie aber soll etwas sein für Gemüt oder Empfindung. Das ist gewiß richtig, und richtig ist es, daß die Wissenschaft, wie sie uns durch populäre Vorträge und Werke entgegentritt, wenig bieten kann für Gemüt und Herz. Man darf aber daraus nicht den Schluß ziehen, daß Lehren, Anschauungen und Erkenntnisse überhaupt wertlos seien.

[ 1 ] Nach der Eröffnung des Pforzheimer Zweiges sind wir zum ersten Male hier wieder beisammen und werden die Zeit am besten ausfüllen, wenn wir gleich ein spirituelles Thema in Betracht ziehen, ein solches Thema, welches uns zeigen kann, daß der Mensch durch die Anthroposophie nicht nur Lehren aufnimmt, Gedanken aufnimmt, sondern in seinem Gefühls- und Empfindungsleben bereichert, beruhigt, gesichert wird. Wir dürfen uns nicht vorstellen, daß Lehren, Vorstellungen, Gedanken für unser Empfindungsleben unwichtig seien. Es ist zwar nun einmal so, daß gerade in unserer Zeit der Mensch sich sagen wird: An Gedanken, an Wissenschaft gibt es genug in der Welt und man brauchte nur dieses oder jenes Buch, das uns unterrichten soll über die Sternenwelt oder anderes, in die Hand zu nehmen, um Wissenschaft genug für den Verstand zu erhalten. Theosophie aber soll etwas sein für Gemüt oder Empfindung. Das ist gewiß richtig, und richtig ist es, daß die Wissenschaft, wie sie uns durch populäre Vorträge und Werke entgegentritt, wenig bieten kann für Gemüt und Herz. Man darf aber daraus nicht den Schluß ziehen, daß Lehren, Anschauungen und Erkenntnisse überhaupt wertlos seien.

[ 2 ] Geisteswissenschaftliche Erkenntnisse sind etwas anderes als Lehren der äußeren Wissenschaft. Wenn wir sie richtig in uns wirken lassen, dann verwandeln sie sich in uns in Empfindung, in Gemütsimpulse, in Gesinnungen, und auf keine andere Weise können wir Mur, Sicherheit und Kraft im Leben gewinnen, als indem wir uns in diese Erkenntisse vertiefen. Es ist etwas ganz anderes, nur die äußeren sinnlichen Dinge und Vorgänge zu kennen und zu wissen, wie die Dinge geschehen, als hinter die sinnlichen Dinge zu den geistigen Vorgängen zu dringen. Durch die geistigen Vorgänge, wenn wir sie in der Seele wirken lassen, werden wir warm, gesund und stark. Wir erkennen den Zusammenhang zwischen uns und dem, was als Geist und Seele die ganze Welt durchzieht, woraus alle Erscheinungen fließen. Und so wollen wir zunächst uns einmal befassen mit der Verwandtschaft der äußeren sinnlichen Welt draußen, den sinnlichen Dingen, und unserer Seele. Wenn wir in unsere eigene Seele blicken, dann werden wir sozusagen diejenigen Dinge, die uns am nächsten angehen - Leiden, Freuden, Schmerzen und Lust -, finden, und es kann die Frage entstehen: Wenn die Geisteswissenschaft uns sagt, daß alles in der Welt durchgeistigt ist, dann könnte sie ja vielleicht davon reden, daß Leid und Freude, Lust und Schmerz auch in denjenigen Dingen vorhanden sind, die um uns herum sind, auch in denjenigen Dingen, die sonst den Menschen als gefühllos, schmerzlos, empfindungslos entgegentreten. - Wir müssen uns durch die Anthroposophie aneignen, über die Dinge um uns herum in der richtigen Art zu denken.

[ 2 ] Geisteswissenschaftliche Erkenntnisse sind etwas anderes als Lehren der äußeren Wissenschaft. Wenn wir sie richtig in uns wirken lassen, dann verwandeln sie sich in uns in Empfindung, in Gemütsimpulse, in Gesinnungen, und auf keine andere Weise können wir Mur, Sicherheit und Kraft im Leben gewinnen, als indem wir uns in diese Erkenntisse vertiefen. Es ist etwas ganz anderes, nur die äußeren sinnlichen Dinge und Vorgänge zu kennen und zu wissen, wie die Dinge geschehen, als hinter die sinnlichen Dinge zu den geistigen Vorgängen zu dringen. Durch die geistigen Vorgänge, wenn wir sie in der Seele wirken lassen, werden wir warm, gesund und stark. Wir erkennen den Zusammenhang zwischen uns und dem, was als Geist und Seele die ganze Welt durchzieht, woraus alle Erscheinungen fließen. Und so wollen wir zunächst uns einmal befassen mit der Verwandtschaft der äußeren sinnlichen Welt draußen, den sinnlichen Dingen, und unserer Seele. Wenn wir in unsere eigene Seele blicken, dann werden wir sozusagen diejenigen Dinge, die uns am nächsten angehen - Leiden, Freuden, Schmerzen und Lust -, finden, und es kann die Frage entstehen: Wenn die Geisteswissenschaft uns sagt, daß alles in der Welt durchgeistigt ist, dann könnte sie ja vielleicht davon reden, daß Leid und Freude, Lust und Schmerz auch in denjenigen Dingen vorhanden sind, die um uns herum sind, auch in denjenigen Dingen, die sonst den Menschen als gefühllos, schmerzlos, empfindungslos entgegentreten. - Wir müssen uns durch die Anthroposophie aneignen, über die Dinge um uns herum in der richtigen Art zu denken.

[ 3 ] Wir sehen zum Beispiel um uns herum die verschiedenen Pflanzen der Erde, Tiere und Mineralien. Nicht allein, daß die Tiere gleich uns Freude und Leid, Lust und Schmerz erleben; daran zweifelt niemand. Bei den Pflanzen und der scheinbar leblosen Welt der Steine könnten uns schon Zweifel kommen, ob da auch Gefühle, Lust, Freude und Schmerz enthalten seien. Das ist es eben, was wir uns als Empfindung gegenüber der ganzen uns umgebenden Welt aneignen müssen, daß alle Wesen nicht nur physisch mit uns verbunden sind, sondern die Wesen sind mit uns so verbunden, daß sie auch seelische Inhalte haben, wie wir seelischen Inhalt haben. Nur müssen wir uns in der richtigen Art einmal vertiefen in das, was geistige Forschung, geistige Erkenntnis darüber zu sagen hat. Es wird selbst von einem mehr sinnlichen Denken in unserer Zeit begriffen, daß auch in der Pflanze etwas Seelisches sei, ja man wird geneigt sein, zuzugeben, daß auch in einem scheinbar leblosen Stein etwas Seelisches sein könne. Wenn man überlegt, wird man aber dennoch leicht zu Irrtümern kommen, wenn man nicht auf die Forschung der Geisteswissenschaft Rücksicht nimmt, denn man kann leicht dazu kommen, zu sagen: Wenn ich einem Menschen in den physischen Leib schneide, so tut ihm das weh, ebenso beim Tiere; wenn ich eine Pflanze schneide, wird es ihr auch weh tun? - Und weiter möchte man meinen, wenn man einen Stein zerklopfe, müsse ihm das auch weh tun. Gerade dadurch, weil die Menschen, wenn sie über diese Dinge nachdenken, zu sehr meinen, es müsse alles bei anderen Wesen gerade so sein wie beim Menschen selber, gerade darum, weil die Menschen das glauben, können sie sich so schwer in die Erkenntnisse der Geisteswissenschaft hineindenken. Die Geisteswissenschaft läßt uns etwas ganz anderes über die Seelenwesenheit zum Beispiel von Pflanze und Stein erkennen. Da erscheint es, wenn wir die Pflanze betrachten, so, daß allerdings, wenn die Pflanze beschädigt war an Teilen, die aus der Erde in die Höhe wachsen, daß da für die Pflanze nicht etwa ein Schmerzgefühl eintritt; das tut ihr nicht weh, das Gegenteil ist der Fall. Dasjenige, was die eigentliche Pflanzenseele ist, das fühlt, wenn die über der Oberfläche der Erde befindlichen Teile der Pflanze zerstört werden, Lust, geradezu Freude. Schmerz beginnt erst für die Pflanzenseele, wenn wir die Pflanze aus der Erde herausreißen, wenn wir sie entwurzeln, und es tritt dann für die Pflanzenseele ein ähnlicher Schmerz ein, wie wenn wir zum Beispiel einem Menschen oder einem Tiere Haare ausreißen. Das ist etwas, was erst derjenige nach und nach in seiner Seele erleben kann, der den sogenannten Erkenntnispfad geht.

[ 3 ] Wir sehen zum Beispiel um uns herum die verschiedenen Pflanzen der Erde, Tiere und Mineralien. Nicht allein, daß die Tiere gleich uns Freude und Leid, Lust und Schmerz erleben; daran zweifelt niemand. Bei den Pflanzen und der scheinbar leblosen Welt der Steine könnten uns schon Zweifel kommen, ob da auch Gefühle, Lust, Freude und Schmerz enthalten seien. Das ist es eben, was wir uns als Empfindung gegenüber der ganzen uns umgebenden Welt aneignen müssen, daß alle Wesen nicht nur physisch mit uns verbunden sind, sondern die Wesen sind mit uns so verbunden, daß sie auch seelische Inhalte haben, wie wir seelischen Inhalt haben. Nur müssen wir uns in der richtigen Art einmal vertiefen in das, was geistige Forschung, geistige Erkenntnis darüber zu sagen hat. Es wird selbst von einem mehr sinnlichen Denken in unserer Zeit begriffen, daß auch in der Pflanze etwas Seelisches sei, ja man wird geneigt sein, zuzugeben, daß auch in einem scheinbar leblosen Stein etwas Seelisches sein könne. Wenn man überlegt, wird man aber dennoch leicht zu Irrtümern kommen, wenn man nicht auf die Forschung der Geisteswissenschaft Rücksicht nimmt, denn man kann leicht dazu kommen, zu sagen: Wenn ich einem Menschen in den physischen Leib schneide, so tut ihm das weh, ebenso beim Tiere; wenn ich eine Pflanze schneide, wird es ihr auch weh tun? - Und weiter möchte man meinen, wenn man einen Stein zerklopfe, müsse ihm das auch weh tun. Gerade dadurch, weil die Menschen, wenn sie über diese Dinge nachdenken, zu sehr meinen, es müsse alles bei anderen Wesen gerade so sein wie beim Menschen selber, gerade darum, weil die Menschen das glauben, können sie sich so schwer in die Erkenntnisse der Geisteswissenschaft hineindenken. Die Geisteswissenschaft läßt uns etwas ganz anderes über die Seelenwesenheit zum Beispiel von Pflanze und Stein erkennen. Da erscheint es, wenn wir die Pflanze betrachten, so, daß allerdings, wenn die Pflanze beschädigt war an Teilen, die aus der Erde in die Höhe wachsen, daß da für die Pflanze nicht etwa ein Schmerzgefühl eintritt; das tut ihr nicht weh, das Gegenteil ist der Fall. Dasjenige, was die eigentliche Pflanzenseele ist, das fühlt, wenn die über der Oberfläche der Erde befindlichen Teile der Pflanze zerstört werden, Lust, geradezu Freude. Schmerz beginnt erst für die Pflanzenseele, wenn wir die Pflanze aus der Erde herausreißen, wenn wir sie entwurzeln, und es tritt dann für die Pflanzenseele ein ähnlicher Schmerz ein, wie wenn wir zum Beispiel einem Menschen oder einem Tiere Haare ausreißen. Das ist etwas, was erst derjenige nach und nach in seiner Seele erleben kann, der den sogenannten Erkenntnispfad geht.

[ 4 ] Diese Dinge lassen sich durch das eigene Selbst nur erleben, wenn wir unsere Seele so umgestalten, daß die in ihr schlummernden echten Erkenntniskräfte erwachen. Dann beginnt für diese Seele die Möglichkeit, mitzufühlen nicht bloß mit den anderen Menschen, sondern mitzufühlen mit der ganzen übrigen Natur, und dann wird diese übrige Natur in einer wunderbaren Weise verständlich.

[ 4 ] Diese Dinge lassen sich durch das eigene Selbst nur erleben, wenn wir unsere Seele so umgestalten, daß die in ihr schlummernden echten Erkenntniskräfte erwachen. Dann beginnt für diese Seele die Möglichkeit, mitzufühlen nicht bloß mit den anderen Menschen, sondern mitzufühlen mit der ganzen übrigen Natur, und dann wird diese übrige Natur in einer wunderbaren Weise verständlich.

[ 5 ] Man könnte nun sagen: Ja, was haben wir von der geisteswissenschaftlichen Forschung, solange wir selbst solches nicht fühlen können. - Das wäre ein unrichtiger Einwand, wenn wir glaubten, Anthroposophie habe solange keine Bedeutung. Sie hat schon als Erzählung geistig-seelischer Tatsachen einen großen Wert. Und wenn solche Erkenntnisse zum Beispiel über das Verhältnis von Pflanzenleid und Pflanzenlust sprechen, dann sollen wir wohl nachdenken über diese Erkenntnisse und sollen solche Gedanken auf uns wirken lassen. Durch das bloße Nachdenken darüber werden die in uns befindlichen Kräfte herausgelockt und wir werden bald fühlen, daß es wirklich so ist, wie die Geisteswissenschaft sagt. Wir lernen aber dadurch, daß wir in die Weisheit der Natur hineinschauen, wissen, wie die Pflanzenseele Lust empfindet, wenn wir die Pflanze pflücken. Wir können eine Ahnung davon bekommen, wenn wir bedenken, was geschehen würde, wenn die Pflanze dabei Schmerzen empfinden könnte. Denken Sie nur daran, wie ein großer Teil der Wesen unserer Erde sich von den Pflanzen ernähren muß, und wie dann durch die Ernährung von Mensch und Tier über die Erde hin Schmerz ausgebreitet würde. Das ist nun nicht der Fall, sondern es geht Lust und Freude über die Erde hin, wenn das Tier auf der Weide grast. Und wer Erkenntnis hierüber hat, der fühlt ganze Ströme von Lust hinwehen über die Erde, wenn im Herbst die Sichel durch die Getreidehalme geht. Wenn das junge Tier die Milch des Muttertieres saugt, so bedeutet dies nicht Schmerz, sondern ein gewisses Lustgefühl. Wir sehen also hinein in die Weisheit der Natur, wenn wir dieses erleben.

[ 5 ] Man könnte nun sagen: Ja, was haben wir von der geisteswissenschaftlichen Forschung, solange wir selbst solches nicht fühlen können. - Das wäre ein unrichtiger Einwand, wenn wir glaubten, Anthroposophie habe solange keine Bedeutung. Sie hat schon als Erzählung geistig-seelischer Tatsachen einen großen Wert. Und wenn solche Erkenntnisse zum Beispiel über das Verhältnis von Pflanzenleid und Pflanzenlust sprechen, dann sollen wir wohl nachdenken über diese Erkenntnisse und sollen solche Gedanken auf uns wirken lassen. Durch das bloße Nachdenken darüber werden die in uns befindlichen Kräfte herausgelockt und wir werden bald fühlen, daß es wirklich so ist, wie die Geisteswissenschaft sagt. Wir lernen aber dadurch, daß wir in die Weisheit der Natur hineinschauen, wissen, wie die Pflanzenseele Lust empfindet, wenn wir die Pflanze pflücken. Wir können eine Ahnung davon bekommen, wenn wir bedenken, was geschehen würde, wenn die Pflanze dabei Schmerzen empfinden könnte. Denken Sie nur daran, wie ein großer Teil der Wesen unserer Erde sich von den Pflanzen ernähren muß, und wie dann durch die Ernährung von Mensch und Tier über die Erde hin Schmerz ausgebreitet würde. Das ist nun nicht der Fall, sondern es geht Lust und Freude über die Erde hin, wenn das Tier auf der Weide grast. Und wer Erkenntnis hierüber hat, der fühlt ganze Ströme von Lust hinwehen über die Erde, wenn im Herbst die Sichel durch die Getreidehalme geht. Wenn das junge Tier die Milch des Muttertieres saugt, so bedeutet dies nicht Schmerz, sondern ein gewisses Lustgefühl. Wir sehen also hinein in die Weisheit der Natur, wenn wir dieses erleben.

[ 6 ] Gegen solche Dinge darf man niemals einwenden: Ja, es kann aber unter Umständen zarter erscheinen, wenn man eine Pflanze mit der Wurzel ausgräbt und versetzt, anstatt die Blüte abzureißen. Gewiß, aber das ändert nichts an der Tatsache, daß dieses Entwurzeln dem eigentlichen Pflanzen-Seelischen Schmerz bereitet. Mutwilliges Abreißen der Blüten kann natürlich von gewissem Gesichtspunkt getadelt werden. Aber auch das ändert nichts daran, daß es der Pflanzenseele Lust bereitet. Es sieht sich eben alles von verschiedenen Standpunkten verschieden an. Es kann zum Beispiel vom Schönheitsstandpunkt aus ein Mensch denken, daß er sich die ersten grauen Haare ausreißen soll, und das mag ganz gerechtfertigt sein, aber weh tut es ihm doch. Aber auf anderes werden wir noch aufmerksam gemacht, wenn wir den Vergleich ernsthaft nehmen, daß das Ausreißen der Pflanzen so ist wie das Ausreißen der Haare der Menschen. Wir werden dann verstehen, was es heißt, wenn die Geisteswissenschaft hierbei nicht die einzelnen Pflanzen betrachtet, sondern sozusagen das Pflanzenwachstum der ganzen Erde ins Auge faßt. Wie die Haare zum ganzen Menschen gehören, so bilden die Pflanzen mit der Erde eine Einheit, und wir verstehen es auch und können es uns denken, daß, was wir in der Geisteswissenschaft beim Menschen das Ich nennen, nicht in der einzelnen Pflanze zu suchen ist, sondern im Mittelpunkt der Erde. Die Pflanze ist dadurch überhaupt kein Einzelwesen, sondern sie wird ein Teil eines großen Lebewesens, das also aus vielen einzelnen Lebewesen besteht, die aber alle im Mittelpunkt der Erde ihr Ich haben.

[ 6 ] Gegen solche Dinge darf man niemals einwenden: Ja, es kann aber unter Umständen zarter erscheinen, wenn man eine Pflanze mit der Wurzel ausgräbt und versetzt, anstatt die Blüte abzureißen. Gewiß, aber das ändert nichts an der Tatsache, daß dieses Entwurzeln dem eigentlichen Pflanzen-Seelischen Schmerz bereitet. Mutwilliges Abreißen der Blüten kann natürlich von gewissem Gesichtspunkt getadelt werden. Aber auch das ändert nichts daran, daß es der Pflanzenseele Lust bereitet. Es sieht sich eben alles von verschiedenen Standpunkten verschieden an. Es kann zum Beispiel vom Schönheitsstandpunkt aus ein Mensch denken, daß er sich die ersten grauen Haare ausreißen soll, und das mag ganz gerechtfertigt sein, aber weh tut es ihm doch. Aber auf anderes werden wir noch aufmerksam gemacht, wenn wir den Vergleich ernsthaft nehmen, daß das Ausreißen der Pflanzen so ist wie das Ausreißen der Haare der Menschen. Wir werden dann verstehen, was es heißt, wenn die Geisteswissenschaft hierbei nicht die einzelnen Pflanzen betrachtet, sondern sozusagen das Pflanzenwachstum der ganzen Erde ins Auge faßt. Wie die Haare zum ganzen Menschen gehören, so bilden die Pflanzen mit der Erde eine Einheit, und wir verstehen es auch und können es uns denken, daß, was wir in der Geisteswissenschaft beim Menschen das Ich nennen, nicht in der einzelnen Pflanze zu suchen ist, sondern im Mittelpunkt der Erde. Die Pflanze ist dadurch überhaupt kein Einzelwesen, sondern sie wird ein Teil eines großen Lebewesens, das also aus vielen einzelnen Lebewesen besteht, die aber alle im Mittelpunkt der Erde ihr Ich haben.

[ 7 ] Es darf hier niemand die Frage aufwerfen: Ja, haben denn alle diese Iche da Platz? - Gewiß, denn sie sind Geist und so können sie sich durchdringen. So wird unsere Erde ein Lebewesen. So wird uns jede einzelne Pflanze etwas, was aus einem großen übersinnlichen Lebewesen herauswächst, und das an der Oberfläche wird, was die Nägel oder Haare am Menschen sind. Und wenn wir eine solche Sache ernsthaft nehmen, dann reden wir nicht mehr bloß in trockenen Verstandesbegriffen von einem physischen Planeten, auf dem wir wohnen, sondern dann fühlen wir, daß nicht nur wir selbst Lebewesen sind, sondern daß wir verbunden sind mit einem großen Lebewesen, das unser Planet selber ist. Wir lernen auf das Geistige dieses Lebewesen achten und wir lernen, daß es mehr ist als ein Vergleich, wenn in dem Safte, der durch die Pflanze fließt, etwas gesehen wird wie das Blut, das durch den Menschenkörper fließt. Wir lernen das in unserem Gefühl verwandeln, indem wir die Dinge geistig auffassen.

[ 7 ] Es darf hier niemand die Frage aufwerfen: Ja, haben denn alle diese Iche da Platz? - Gewiß, denn sie sind Geist und so können sie sich durchdringen. So wird unsere Erde ein Lebewesen. So wird uns jede einzelne Pflanze etwas, was aus einem großen übersinnlichen Lebewesen herauswächst, und das an der Oberfläche wird, was die Nägel oder Haare am Menschen sind. Und wenn wir eine solche Sache ernsthaft nehmen, dann reden wir nicht mehr bloß in trockenen Verstandesbegriffen von einem physischen Planeten, auf dem wir wohnen, sondern dann fühlen wir, daß nicht nur wir selbst Lebewesen sind, sondern daß wir verbunden sind mit einem großen Lebewesen, das unser Planet selber ist. Wir lernen auf das Geistige dieses Lebewesen achten und wir lernen, daß es mehr ist als ein Vergleich, wenn in dem Safte, der durch die Pflanze fließt, etwas gesehen wird wie das Blut, das durch den Menschenkörper fließt. Wir lernen das in unserem Gefühl verwandeln, indem wir die Dinge geistig auffassen.

[ 8 ] Wenn wir eine Pflanze berühren, empfinden wir GeistigSeelisches, fühlen uns geborgen im Geistig-Seelischen. Und dann wird es für uns allmählich möglich werden, etwas dabei zu denken, wenn uns in der Geisteswissenschaft gesagt wird: Diese Erde hat mannigfaltige Verwandlungen durchgemacht. Man findet, wenn man in urferne Vergangenheiten zurückgeht, daß diese Erde ganz anders ausgesehen hat, daß zum Beispiel so festes Gestein wie heute, solche Felsmassen nicht vorhanden waren. Eine Zeit war da, wo die Erde zunächst nur bestanden hat aus Luft und Wasser und einem gewissen Wärmezustand. Erst nach und nach ist eine feste Masse aus Flüssigem und Weichem entstanden. Und wenn wir diese ganze Entwickelung betrachten, dann erscheint es uns so, wie wenn in der Tat die ganze Erdenentwickelung ein Wachsen und Gedeihen wäre. Einmal war die Erde jung, einmal wird sie alt und greisenhaft sein.

[ 8 ] Wenn wir eine Pflanze berühren, empfinden wir GeistigSeelisches, fühlen uns geborgen im Geistig-Seelischen. Und dann wird es für uns allmählich möglich werden, etwas dabei zu denken, wenn uns in der Geisteswissenschaft gesagt wird: Diese Erde hat mannigfaltige Verwandlungen durchgemacht. Man findet, wenn man in urferne Vergangenheiten zurückgeht, daß diese Erde ganz anders ausgesehen hat, daß zum Beispiel so festes Gestein wie heute, solche Felsmassen nicht vorhanden waren. Eine Zeit war da, wo die Erde zunächst nur bestanden hat aus Luft und Wasser und einem gewissen Wärmezustand. Erst nach und nach ist eine feste Masse aus Flüssigem und Weichem entstanden. Und wenn wir diese ganze Entwickelung betrachten, dann erscheint es uns so, wie wenn in der Tat die ganze Erdenentwickelung ein Wachsen und Gedeihen wäre. Einmal war die Erde jung, einmal wird sie alt und greisenhaft sein.

[ 9 ] Wir dürfen alle diejenigen Vorstellungen, die wir auf uns selbst anwenden, auch auf unsere Erde anwenden, dann werden wir verstehen, daß es in unserer Erdenentwickelung gewisse besonders wichtige Punkte gegeben hat. Wir werden uns solche wichtige Punkte unserer Erdentwickelung vor unsere Seele rücken können, wenn wir folgendes bedenken: Schon aus dem Pflanzenwuchs unserer Erde haben wir erkannt, daß die Erde, wenn wir sie ganz betrachten, ein Lebewesen ist. Ebensolche Lebewesen sind die verschiedenen anderen Himmelskörper, die zu uns in gewisser Beziehung stehen. Betrachten wir zunächst unsere Sonne und unseren Mond. Betrachten wir die Sonne. Sie alle wissen, was wir der Sonne verdanken. Sie alle wissen, daß, wenn Sie des Nachts geruht haben, wenn Sie in jenem Bewußtseinszustand waren, welcher für den Menschen dadurch herbeigeführt wird, daß astralischer Leib und Ich den physischen Leib und den Ätherleib verlassen, - Sie wissen, wenn der astralische Leib und das Ich wiederum zurückkehren, daß sie dann sozusagen alles dasjenige erwartet, was die Erde der Sonne verdankt. Was wäre die Erde ohne die Sonne? Die Sonne ist es, die um uns herum den ganzen Erdenstoff ausstattet mit Wärme und Licht. Aber wir haben in einer solchen Wirkung eines Himmelskörpers auf den anderen nicht bloß etwas Stoffliches und Materielles zu denken, wir müssen uns klar sein, daß diese Sonne nicht nur der physische Körper ist, der da im Weltenraum schwebt, sondern daß diese Sonne bevölkert ist von geistigen Wesenheiten, und daß uns mit jedem Sonnenstrahl nicht bloß physisches Licht, sondern geistige Wirkungen zuströmen.

[ 9 ] Wir dürfen alle diejenigen Vorstellungen, die wir auf uns selbst anwenden, auch auf unsere Erde anwenden, dann werden wir verstehen, daß es in unserer Erdenentwickelung gewisse besonders wichtige Punkte gegeben hat. Wir werden uns solche wichtige Punkte unserer Erdentwickelung vor unsere Seele rücken können, wenn wir folgendes bedenken: Schon aus dem Pflanzenwuchs unserer Erde haben wir erkannt, daß die Erde, wenn wir sie ganz betrachten, ein Lebewesen ist. Ebensolche Lebewesen sind die verschiedenen anderen Himmelskörper, die zu uns in gewisser Beziehung stehen. Betrachten wir zunächst unsere Sonne und unseren Mond. Betrachten wir die Sonne. Sie alle wissen, was wir der Sonne verdanken. Sie alle wissen, daß, wenn Sie des Nachts geruht haben, wenn Sie in jenem Bewußtseinszustand waren, welcher für den Menschen dadurch herbeigeführt wird, daß astralischer Leib und Ich den physischen Leib und den Ätherleib verlassen, - Sie wissen, wenn der astralische Leib und das Ich wiederum zurückkehren, daß sie dann sozusagen alles dasjenige erwartet, was die Erde der Sonne verdankt. Was wäre die Erde ohne die Sonne? Die Sonne ist es, die um uns herum den ganzen Erdenstoff ausstattet mit Wärme und Licht. Aber wir haben in einer solchen Wirkung eines Himmelskörpers auf den anderen nicht bloß etwas Stoffliches und Materielles zu denken, wir müssen uns klar sein, daß diese Sonne nicht nur der physische Körper ist, der da im Weltenraum schwebt, sondern daß diese Sonne bevölkert ist von geistigen Wesenheiten, und daß uns mit jedem Sonnenstrahl nicht bloß physisches Licht, sondern geistige Wirkungen zuströmen.

[ 10 ] Ein geistiger Austausch zwischen Sonne und Erde war immer da; er hat sich aber im Laufe der Erdenentwickelung wesentlich verändert. Während im Physischen durch viele, viele Millionen Jahre kein besonderer Unterschied in der Wechselwirkung zwischen Sonne und Erde eingetreten ist, so ist gerade im Geistigen ein bedeutungsvoller Punkt in dieser Wechselwirkung eingetreten. Hohe Wesenheiten sind es, die im Licht und in der Wärme der Sonne leben und von dort auf die Erde hereinwirken und uns Licht und Wärme zuströmen lassen.

[ 10 ] Ein geistiger Austausch zwischen Sonne und Erde war immer da; er hat sich aber im Laufe der Erdenentwickelung wesentlich verändert. Während im Physischen durch viele, viele Millionen Jahre kein besonderer Unterschied in der Wechselwirkung zwischen Sonne und Erde eingetreten ist, so ist gerade im Geistigen ein bedeutungsvoller Punkt in dieser Wechselwirkung eingetreten. Hohe Wesenheiten sind es, die im Licht und in der Wärme der Sonne leben und von dort auf die Erde hereinwirken und uns Licht und Wärme zuströmen lassen.

[ 11 ] Eine Sonnenwesenheit, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt ihren Schauplatz in der Sonne hatte, die man durch lange, lange Erdenzeiten nur schauen konnte, wenn man die Geister der Sonne hellseherisch schaute, sie hat sich zu einem gewissen Zeitpunkt von der Sonne zu der Erde herunterbegeben. Das ist dasjenige, was uns tief hineinschauen läßt in die geistige Erdenentwickelung: Durch das Ereignis, das wir nennen das Mysterium von Golgatha, oder mit anderen Worten, durch das Wandeln des Christus auf der Erde, hat sich der Geist, der bis dahin auf der Sonne war, mit der Erde vereinigt. Er hat sich verbunden mit der Erde. Und daß die Menschheit die Erdenzeit einteilt in eine vorchristliche und eine nachchristliche, das hat seinen Grund darin, daß jenes Lebewesen, das wir als Erde ansprechen, in der Tat eine wichtige Entwickelung durchgemacht hat durch das Erscheinen des Christus auf Erden. Was vorher bloß in der Sonne zu finden war, seither ist es im astralischen Leibe der Erde zu finden. Der Astralleib der Erde hat sich durch das Mysterium von Golgatha geändert: In demselben Augenblick, in dem das Blut aus den Wunden des Erlösers auf Golgatha geflossen ist, in demselben Augenblick fühlte sich der Christus-Geist mit dem Erdenleib vereinigt.

[ 11 ] Eine Sonnenwesenheit, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt ihren Schauplatz in der Sonne hatte, die man durch lange, lange Erdenzeiten nur schauen konnte, wenn man die Geister der Sonne hellseherisch schaute, sie hat sich zu einem gewissen Zeitpunkt von der Sonne zu der Erde herunterbegeben. Das ist dasjenige, was uns tief hineinschauen läßt in die geistige Erdenentwickelung: Durch das Ereignis, das wir nennen das Mysterium von Golgatha, oder mit anderen Worten, durch das Wandeln des Christus auf der Erde, hat sich der Geist, der bis dahin auf der Sonne war, mit der Erde vereinigt. Er hat sich verbunden mit der Erde. Und daß die Menschheit die Erdenzeit einteilt in eine vorchristliche und eine nachchristliche, das hat seinen Grund darin, daß jenes Lebewesen, das wir als Erde ansprechen, in der Tat eine wichtige Entwickelung durchgemacht hat durch das Erscheinen des Christus auf Erden. Was vorher bloß in der Sonne zu finden war, seither ist es im astralischen Leibe der Erde zu finden. Der Astralleib der Erde hat sich durch das Mysterium von Golgatha geändert: In demselben Augenblick, in dem das Blut aus den Wunden des Erlösers auf Golgatha geflossen ist, in demselben Augenblick fühlte sich der Christus-Geist mit dem Erdenleib vereinigt.

[ 12 ] Das muß man verstehen, um dasjenige, das uns aus der Geschichte des Christentums berichtet wird, im richtigen Sinne aufzufassen. Man kann sich fragen: Was war denn eines der wichtigsten Ereignisse in bezug auf die Ausbreitung des Christentums? Wenn man die Ausbreitung des Christentums ins Auge faßt, muß man sich sagen: Mehr zunächst als diejenigen, die in Palästina leibliche Genossen des Christus Jesus waren, mehr als diese haben tun können, hat Paulus getan, Paulus, der kein leiblicher Genosse des Christus Jesus war, der sogar die Christen verfolgt hat. Paulus wurde nicht ein Gläubiger dadurch, daß er an dem Leben und Leiden des Christus teilgenommen hat, sondern er wurde ein Kämpfer für Christus durch das Ereignis von Damaskus.

[ 12 ] Das muß man verstehen, um dasjenige, das uns aus der Geschichte des Christentums berichtet wird, im richtigen Sinne aufzufassen. Man kann sich fragen: Was war denn eines der wichtigsten Ereignisse in bezug auf die Ausbreitung des Christentums? Wenn man die Ausbreitung des Christentums ins Auge faßt, muß man sich sagen: Mehr zunächst als diejenigen, die in Palästina leibliche Genossen des Christus Jesus waren, mehr als diese haben tun können, hat Paulus getan, Paulus, der kein leiblicher Genosse des Christus Jesus war, der sogar die Christen verfolgt hat. Paulus wurde nicht ein Gläubiger dadurch, daß er an dem Leben und Leiden des Christus teilgenommen hat, sondern er wurde ein Kämpfer für Christus durch das Ereignis von Damaskus.

[ 13 ] Es wird in der Theologie viel Staub über das Ereignis von Damaskus aufgewirbelt. Aber niemand kommt anders zum Verständnis des Ereignisses von Damaskus als durch Geisteswissenschaft. Versuchen Sie das in Einklang zu bringen mit einigen wenigen Worten, die nun gesprochen werden. In dem Augenblick, als des Paulus Verstandesbewußtsein in höheres Bewußtsein verwandelt wurde, in dem Augenblick, was schaute er da? Er schaute in diesem Augenblick jenen Geist in der astralischen Welt, der der Erdengeist geworden war, er schaute den lebendigen Christus, der seit dem Ereignis von Golgatha mit der Erde vereinigt ist. Man frägt auch wohl: Was ist das Licht, das er sah, das man vorher nicht hätte sehen können? - Paulus hat zuerst den Christus kennengelernt, der seit dem Ereignis von Golgatha mit der Erde vereinigt ist. Und so dürfen wir diesen wichtigen Punkt in der Erde so einzeichnen, daß wir sagen: Es hat sich die Erde vorbereitet darauf, ein würdiger Leib zu werden für den ChristusGeist, und als die Erde vorbereitet war, hat sich der Christus-Geist mit der Erde vereint, und seit der Zeit wirkt der Christus-Geist in ihr. Christus hat nach dem Johannes-Evangelium gesagt: «Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen.» Der Mensch, der auf der Erde wandelt, der tritt die Erde mit Füßen. «Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen», das ist nur ein Ausdruck für das Geheimnis in diesem wichtigen Punkt unserer Erdenentwickelung.

[ 13 ] Es wird in der Theologie viel Staub über das Ereignis von Damaskus aufgewirbelt. Aber niemand kommt anders zum Verständnis des Ereignisses von Damaskus als durch Geisteswissenschaft. Versuchen Sie das in Einklang zu bringen mit einigen wenigen Worten, die nun gesprochen werden. In dem Augenblick, als des Paulus Verstandesbewußtsein in höheres Bewußtsein verwandelt wurde, in dem Augenblick, was schaute er da? Er schaute in diesem Augenblick jenen Geist in der astralischen Welt, der der Erdengeist geworden war, er schaute den lebendigen Christus, der seit dem Ereignis von Golgatha mit der Erde vereinigt ist. Man frägt auch wohl: Was ist das Licht, das er sah, das man vorher nicht hätte sehen können? - Paulus hat zuerst den Christus kennengelernt, der seit dem Ereignis von Golgatha mit der Erde vereinigt ist. Und so dürfen wir diesen wichtigen Punkt in der Erde so einzeichnen, daß wir sagen: Es hat sich die Erde vorbereitet darauf, ein würdiger Leib zu werden für den ChristusGeist, und als die Erde vorbereitet war, hat sich der Christus-Geist mit der Erde vereint, und seit der Zeit wirkt der Christus-Geist in ihr. Christus hat nach dem Johannes-Evangelium gesagt: «Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen.» Der Mensch, der auf der Erde wandelt, der tritt die Erde mit Füßen. «Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen», das ist nur ein Ausdruck für das Geheimnis in diesem wichtigen Punkt unserer Erdenentwickelung.

[ 14 ] Und wie unendlich tief wird uns die Einsetzung des Abendmahles unter diesem Gesichtspunkt, daß die Erde von da ab der Leib wurde des Christus! Wie bedeutsam wird durch die Hinweisung darauf das Wort: «Dies ist mein Leib», und das, was als Saft durch die Pflanzen fließt: «Dies ist mein Blut.» Wir lernen wörtlich zu nehmen, was nur richtig wörtlich genommen werden darf. So wird uns, wenn wir die Erde als lebendig betrachten, sie ein Lebewesen, das sozusagen nach und nach heranreift, um im richtigen Zeitpunkt reif zu werden zur Aufnahme der Christus-Seele.

[ 14 ] Und wie unendlich tief wird uns die Einsetzung des Abendmahles unter diesem Gesichtspunkt, daß die Erde von da ab der Leib wurde des Christus! Wie bedeutsam wird durch die Hinweisung darauf das Wort: «Dies ist mein Leib», und das, was als Saft durch die Pflanzen fließt: «Dies ist mein Blut.» Wir lernen wörtlich zu nehmen, was nur richtig wörtlich genommen werden darf. So wird uns, wenn wir die Erde als lebendig betrachten, sie ein Lebewesen, das sozusagen nach und nach heranreift, um im richtigen Zeitpunkt reif zu werden zur Aufnahme der Christus-Seele.

[ 15 ] So erscheint uns von allen Seiten her dasjenige, was uns als physischer Planet entgegentritt, geistig; es erscheint uns durchgeistigt. Wir lernen den Zusammenhang verstehen zwischen dem, was uns in der Alltäglichkeit begegnet, und dem Übersinnlichen. Und wenn wir den Blick wenden vom Pflanzenreich zum Steinreich, dann ist es nicht so, daß sich dem hellseherischen Bewußtsein Schmerz ergeben würde, wenn ein Stein zu Staub zerklopft wird; im Gegenteil: wenn Steine in Staub zerklopft werden, dann empfindet dasjenige, was wir die Steinseele nennen können, Lust und Freude. Derjenige, der das Schauen hat, der weiß, daß mit dem Zerklopfen der Steinwelt Freude ausströmt aus dem Gestein. Wenn man beispielsweise in einem Glas Wasser Salz auflöst, so verbreitet sich Lust in dem Wasser, weil die Salzteilchen auseinandergehen. Das Umgekehrte ist der Fall, wenn durch Abkühlen der Lösung das Salz wieder herauskristallisiert wird; durch Zusammendrängen der Gesteinsteile entsteht Schmerz. Und wir schauen wiederum tief hinein in die Art und Weise, wie der Eingeweihte zu uns spricht, wenn er so etwas den Menschen sagen will.

[ 15 ] So erscheint uns von allen Seiten her dasjenige, was uns als physischer Planet entgegentritt, geistig; es erscheint uns durchgeistigt. Wir lernen den Zusammenhang verstehen zwischen dem, was uns in der Alltäglichkeit begegnet, und dem Übersinnlichen. Und wenn wir den Blick wenden vom Pflanzenreich zum Steinreich, dann ist es nicht so, daß sich dem hellseherischen Bewußtsein Schmerz ergeben würde, wenn ein Stein zu Staub zerklopft wird; im Gegenteil: wenn Steine in Staub zerklopft werden, dann empfindet dasjenige, was wir die Steinseele nennen können, Lust und Freude. Derjenige, der das Schauen hat, der weiß, daß mit dem Zerklopfen der Steinwelt Freude ausströmt aus dem Gestein. Wenn man beispielsweise in einem Glas Wasser Salz auflöst, so verbreitet sich Lust in dem Wasser, weil die Salzteilchen auseinandergehen. Das Umgekehrte ist der Fall, wenn durch Abkühlen der Lösung das Salz wieder herauskristallisiert wird; durch Zusammendrängen der Gesteinsteile entsteht Schmerz. Und wir schauen wiederum tief hinein in die Art und Weise, wie der Eingeweihte zu uns spricht, wenn er so etwas den Menschen sagen will.

[ 16 ] Es werden die Dinge nicht so einfach gesagt. Man muß geistig etwas durchmachen, um zum Verständnis der größten religiösen Urkunden zu kommen. Es ist schon gesagt, daß auf der Erde ursprünglich kein festes Gesteinsreich existiert hat, die Erde war flüssig. Ihre Festigkeit ist erst entstanden, indem die Teile sich zusammenzogen, sich verfestigt haben. Was verdanken nun Menschen und Tiere dem, daß die Erde sich so verdichtet hat? Doch das, daß auf ihr Menschen und Tiere in der heutigen Weise leben können. Ohne den festen Grund und Boden hätte die Erde nicht den Grund für Menschen und Tiere abgeben können. Und nun stellen wir uns einmal so recht mit unserer Seele vor, daß es eigentlich ein seelischer Vorgang ist. Das hat man wenig begriffen, wenn man es nur mit dem Verstand des Physikers verfolgt. Erst wenn man mit dem Auge und Herzen des Geistes den Werdegang der Erde verfolgt, dann verspürt man, daß in dem, was dem Steinreich zugrunde liegt, sich ein seelischer Prozeß abspielte, während die Erde sich verfestigte. Es spielte sich Leid und Schmerz ab, und dem verdanken Menschen und Tiere, daß sie auf der Erde wohnen können.

[ 16 ] Es werden die Dinge nicht so einfach gesagt. Man muß geistig etwas durchmachen, um zum Verständnis der größten religiösen Urkunden zu kommen. Es ist schon gesagt, daß auf der Erde ursprünglich kein festes Gesteinsreich existiert hat, die Erde war flüssig. Ihre Festigkeit ist erst entstanden, indem die Teile sich zusammenzogen, sich verfestigt haben. Was verdanken nun Menschen und Tiere dem, daß die Erde sich so verdichtet hat? Doch das, daß auf ihr Menschen und Tiere in der heutigen Weise leben können. Ohne den festen Grund und Boden hätte die Erde nicht den Grund für Menschen und Tiere abgeben können. Und nun stellen wir uns einmal so recht mit unserer Seele vor, daß es eigentlich ein seelischer Vorgang ist. Das hat man wenig begriffen, wenn man es nur mit dem Verstand des Physikers verfolgt. Erst wenn man mit dem Auge und Herzen des Geistes den Werdegang der Erde verfolgt, dann verspürt man, daß in dem, was dem Steinreich zugrunde liegt, sich ein seelischer Prozeß abspielte, während die Erde sich verfestigte. Es spielte sich Leid und Schmerz ab, und dem verdanken Menschen und Tiere, daß sie auf der Erde wohnen können.

[ 17 ] Das ist die Tatsache, die zugrunde liegt, wenn Paulus, der nach seiner Einweihung in diese Dinge hineinschauen konnte, die Worte ausspricht: «Alle Kreatur leidet und seufzet unter dem Schmerz der allmählichen Verfestigung, alle Kreatur seufzt, der Vergeistigung harrend.» Er weist uns mit diesen tiefen Worten auf das Innere, auf das Gemüt des Erdenwesens hin. So wird uns alles durchseelt, wenn wir es im Lichte der Geisteswissenschaft betrachten, und nur dadurch, daß wir Seele und Geist in allem erblicken, wird uns nach und nach die Welt und alles um uns herum mehr und mehr verständlich. Uns wird dann verständlich, daß die Welt, wie wir sie um uns herum haben, wie die Physiognomie, wie der äußere Ausdruck des inneren Lebens ist. Dann werden wir begreifen lernen, daß die Welt überhaupt so aussieht, wie sie zunächst für den Menschen aussieht. Und weiter lernen wir begreifen, daß hinter allem Physischen eben das Seelisch-Geistige ist, das auch Ursprung von allem Physischen sein muß, und daß, wenn der Geistesforscher uns zurückführt, er uns zeigt, wie in ferner, urferner Vergangenheit aus dem Geistigen heraus sich nach und nach alles entwickelt hat. Der Mensch vor allen Dingen ist aus der geistigen Welt in die physische Welt allmählich heruntergestiegen, und man muß sich diesen Herunterstieg in die physische Welt nicht so grob vorstellen, wie eine materialistische Anschauung dies heute tut, sondern wir müssen uns fragen: Woher kommt denn überhaupt diese materielle Welt, die da rings um uns sich ausbreitet?

[ 17 ] Das ist die Tatsache, die zugrunde liegt, wenn Paulus, der nach seiner Einweihung in diese Dinge hineinschauen konnte, die Worte ausspricht: «Alle Kreatur leidet und seufzet unter dem Schmerz der allmählichen Verfestigung, alle Kreatur seufzt, der Vergeistigung harrend.» Er weist uns mit diesen tiefen Worten auf das Innere, auf das Gemüt des Erdenwesens hin. So wird uns alles durchseelt, wenn wir es im Lichte der Geisteswissenschaft betrachten, und nur dadurch, daß wir Seele und Geist in allem erblicken, wird uns nach und nach die Welt und alles um uns herum mehr und mehr verständlich. Uns wird dann verständlich, daß die Welt, wie wir sie um uns herum haben, wie die Physiognomie, wie der äußere Ausdruck des inneren Lebens ist. Dann werden wir begreifen lernen, daß die Welt überhaupt so aussieht, wie sie zunächst für den Menschen aussieht. Und weiter lernen wir begreifen, daß hinter allem Physischen eben das Seelisch-Geistige ist, das auch Ursprung von allem Physischen sein muß, und daß, wenn der Geistesforscher uns zurückführt, er uns zeigt, wie in ferner, urferner Vergangenheit aus dem Geistigen heraus sich nach und nach alles entwickelt hat. Der Mensch vor allen Dingen ist aus der geistigen Welt in die physische Welt allmählich heruntergestiegen, und man muß sich diesen Herunterstieg in die physische Welt nicht so grob vorstellen, wie eine materialistische Anschauung dies heute tut, sondern wir müssen uns fragen: Woher kommt denn überhaupt diese materielle Welt, die da rings um uns sich ausbreitet?

[ 18 ] Es gab für den Menschen eine Zeit, wo er durchaus geistig war, wo er eingebettet war in das Seelisch-Geistige. Der Mensch ist aus diesem Seelisch-Geistigen heraus eben entwickelt, und dies ist nach und nach geschehen. Wenn wir nur verhältnismäßig kurze Zeit zurückblicken - wenn die Zeiträume auch lang sind, für den Geistesforscher sind sie doch kurz zu nennen -, so finden wir, daß unsere Erde nicht immer so aussah wie heute, sondern ihr Anlitz durchaus verändert hat, vor allen Dingen durch das Ereignis der Sintflut, die in der Geisteswissenschaft unter dem Namen der atlantischen Überflutung genannt wird. Unter dieser atlantischen Überflutung haben wir uns zu denken, daß durch Luft- und Wasserwirkungen das Antlitz der Erde vollständig umgewandelt worden ist. Vorher wohnten die Menschen auf einem Gebiete der Erde, wo heute der Atlantische Ozean ist. Da war Land, da wohnten eigentlich einmal unsere Seelen in den vorhergehenden Verkörperungen in den atlantischen Leibern. Wenn wir den Menschen ganz im Anfange dieser atlantischen Zeiten geisteswissenschaftlich betrachten, so erscheint er uns seiner Seele nach ganz anders als heute. Er erscheint uns in den ersten atlantischen Zeiten so, daß er alles ganz anders wahrgenommen hat als später. Heute, wenn der Mensch während seines Tagwachens den Blick um sich wendet, so nimmt er um sich die Gegenstände in Farbe und Licht wahr. Wenn des Abends physischer und Ätherleib vom Ich und Astralleib verlassen werden, verschwindet diese Welt. Man nennt dies Bewußtlosigkeit.

[ 18 ] Es gab für den Menschen eine Zeit, wo er durchaus geistig war, wo er eingebettet war in das Seelisch-Geistige. Der Mensch ist aus diesem Seelisch-Geistigen heraus eben entwickelt, und dies ist nach und nach geschehen. Wenn wir nur verhältnismäßig kurze Zeit zurückblicken - wenn die Zeiträume auch lang sind, für den Geistesforscher sind sie doch kurz zu nennen -, so finden wir, daß unsere Erde nicht immer so aussah wie heute, sondern ihr Anlitz durchaus verändert hat, vor allen Dingen durch das Ereignis der Sintflut, die in der Geisteswissenschaft unter dem Namen der atlantischen Überflutung genannt wird. Unter dieser atlantischen Überflutung haben wir uns zu denken, daß durch Luft- und Wasserwirkungen das Antlitz der Erde vollständig umgewandelt worden ist. Vorher wohnten die Menschen auf einem Gebiete der Erde, wo heute der Atlantische Ozean ist. Da war Land, da wohnten eigentlich einmal unsere Seelen in den vorhergehenden Verkörperungen in den atlantischen Leibern. Wenn wir den Menschen ganz im Anfange dieser atlantischen Zeiten geisteswissenschaftlich betrachten, so erscheint er uns seiner Seele nach ganz anders als heute. Er erscheint uns in den ersten atlantischen Zeiten so, daß er alles ganz anders wahrgenommen hat als später. Heute, wenn der Mensch während seines Tagwachens den Blick um sich wendet, so nimmt er um sich die Gegenstände in Farbe und Licht wahr. Wenn des Abends physischer und Ätherleib vom Ich und Astralleib verlassen werden, verschwindet diese Welt. Man nennt dies Bewußtlosigkeit.

[ 19 ] In der ersten atlantischen Zeit war dies nicht so, da breitete sich nicht Bewußtlosigkeit aus um den Menschen herum, wenn er während der Nacht in einen anderen Zustand überging. Da tauchte damals alles das auf, was-Seele und Geist der physischen Welt ist. Der Mensch hatte zum Beispiel Blumen gesehen, bevor er einschlief. Im Schlafe nahm er wahr, was Geistig-Seelisches in der Blume war in der geistig-seelischen Welt. Dafür war das, was wir heute physisch nennen, dieäußeren Gegenstände, nicht so scharf abgetrennt wie heute, sondern der Mensch sah diese wie in Nebel und von Farbrändern umgeben. So sehen wir, wie auch die Seele nach und nach ihr Anschauen verändert hat. Und wenn wir noch weiter zurückgehen, so werden wir finden, daß die Seele ganz nur Geistiges gesehen hat, weil sich das Physische aus dem Geistigen noch nicht verdichtet hatte.

[ 19 ] In der ersten atlantischen Zeit war dies nicht so, da breitete sich nicht Bewußtlosigkeit aus um den Menschen herum, wenn er während der Nacht in einen anderen Zustand überging. Da tauchte damals alles das auf, was-Seele und Geist der physischen Welt ist. Der Mensch hatte zum Beispiel Blumen gesehen, bevor er einschlief. Im Schlafe nahm er wahr, was Geistig-Seelisches in der Blume war in der geistig-seelischen Welt. Dafür war das, was wir heute physisch nennen, dieäußeren Gegenstände, nicht so scharf abgetrennt wie heute, sondern der Mensch sah diese wie in Nebel und von Farbrändern umgeben. So sehen wir, wie auch die Seele nach und nach ihr Anschauen verändert hat. Und wenn wir noch weiter zurückgehen, so werden wir finden, daß die Seele ganz nur Geistiges gesehen hat, weil sich das Physische aus dem Geistigen noch nicht verdichtet hatte.

[ 20 ] Nun war dem Menschen sozusagen auf unserer Erde ein wichtiger Punkt seiner Entwickelung vorbehalten, und der lag gerade in der Mitte der atlantischen Entwickelung. In der Mitte der atlantischen Entwickelung würden die Menschen, wenn nicht ein gewisses Ereignis schon vorher eingetreten wäre, nicht aufgehört haben, die geistige Welt mit ihrem nächtlichen Bewußtsein zu sehen. Wenn nicht ein bestimmtes Ereignis eingetreten wäre, so würden die Menschen in der Mitte der atlantischen Zeit zum Beispiel nicht irgendeinen Gegenstand, eine Blume, gelb gesehen haben, sondern es wäre ihnen der Geist der Pflanze erschienen. Daß dies anders geschehen ist, das rührt davon her, daß der Mensch schon früher den Einfluß Luzifers und seiner Scharen über sich hatte ergehen lassen. Er würde sozusagen unbewußt gegenüber der äußeren physischen Welt gewesen sein; sie wäre ihm durchsichtig erschienen. Er hätte hinter ihr überall die geistige Welt gesehen.

[ 20 ] Nun war dem Menschen sozusagen auf unserer Erde ein wichtiger Punkt seiner Entwickelung vorbehalten, und der lag gerade in der Mitte der atlantischen Entwickelung. In der Mitte der atlantischen Entwickelung würden die Menschen, wenn nicht ein gewisses Ereignis schon vorher eingetreten wäre, nicht aufgehört haben, die geistige Welt mit ihrem nächtlichen Bewußtsein zu sehen. Wenn nicht ein bestimmtes Ereignis eingetreten wäre, so würden die Menschen in der Mitte der atlantischen Zeit zum Beispiel nicht irgendeinen Gegenstand, eine Blume, gelb gesehen haben, sondern es wäre ihnen der Geist der Pflanze erschienen. Daß dies anders geschehen ist, das rührt davon her, daß der Mensch schon früher den Einfluß Luzifers und seiner Scharen über sich hatte ergehen lassen. Er würde sozusagen unbewußt gegenüber der äußeren physischen Welt gewesen sein; sie wäre ihm durchsichtig erschienen. Er hätte hinter ihr überall die geistige Welt gesehen.

[ 21 ] Was trat nun dadurch ein, daß sich die physische Welt nicht wie eine durchsichtige Kristalldecke über die geistige Welt breitete, sondern daß sie undurchsichtig wurde? Dadurch, daß die geistige Welt verdeckt war, kam die Möglichkeit, daß noch ein anderer Einfluß ausgeübt werden konnte, der Einfluß des Ahriman, oder, wie Goethe ihn nennt, des Mephistopheles. Dadurch konnte derjenige Geist, der der ahrimanische genannt wird, eindringen, so daß zu einer gewissen Zeit Irrtum und Illusion eintraten. Dasjenige, was wir Maja nennen, Illusion, konnte sich hineinmischen in die Auffassung der Welt. So steht hinter all demjenigen, was in der physischen Welt ist, dasjenige, was die Bibel den Fürsten dieser Welt nennt. Sein Einfluß ist überall hineingemischt. Ohne diesen Einfluß würde die Materie durchsichtig erscheinen und würde hinter sich das Geistige zeigen. Nun aber ist für den Menschen durch all diese Vorgänge auch innerlich-seelisch eine gewaltige Veränderung eingetreten. Wenn wir den Menschen betrachten, wie er sich auf der Erde entwickelt hat, so sehen wir, wie in einer gewissen Zeit der luziferische, zu einer anderen Zeit der ahrimanische Einfluß sich geltend machte.

[ 21 ] Was trat nun dadurch ein, daß sich die physische Welt nicht wie eine durchsichtige Kristalldecke über die geistige Welt breitete, sondern daß sie undurchsichtig wurde? Dadurch, daß die geistige Welt verdeckt war, kam die Möglichkeit, daß noch ein anderer Einfluß ausgeübt werden konnte, der Einfluß des Ahriman, oder, wie Goethe ihn nennt, des Mephistopheles. Dadurch konnte derjenige Geist, der der ahrimanische genannt wird, eindringen, so daß zu einer gewissen Zeit Irrtum und Illusion eintraten. Dasjenige, was wir Maja nennen, Illusion, konnte sich hineinmischen in die Auffassung der Welt. So steht hinter all demjenigen, was in der physischen Welt ist, dasjenige, was die Bibel den Fürsten dieser Welt nennt. Sein Einfluß ist überall hineingemischt. Ohne diesen Einfluß würde die Materie durchsichtig erscheinen und würde hinter sich das Geistige zeigen. Nun aber ist für den Menschen durch all diese Vorgänge auch innerlich-seelisch eine gewaltige Veränderung eingetreten. Wenn wir den Menschen betrachten, wie er sich auf der Erde entwickelt hat, so sehen wir, wie in einer gewissen Zeit der luziferische, zu einer anderen Zeit der ahrimanische Einfluß sich geltend machte.

[ 22 ] Wenn wir zurückblicken in diejenige Zeit, in welcher der Mensch noch geistig war, wo das Feste sich noch nicht herauskristallisiert hatte, dann sehen wir, wie Naturkräfte und Menschheit noch nicht so getrennt waren wie heute. Sie standen sich zu jener Zeit noch viel näher, als die Erde noch mit wässerigem Element durchsetzt war. Als die Erde noch weicher war und der Mensch noch geistiger, da hatte Menschendenken und Menschenfühlen noch einen Einfluß auf die Naturkräfte. Wenn wir hinter die atlantische Zeit zurückgehen, so finden wir: Da der menschliche Wille böse wurde, hatte er einen ganz bestimmten Einfluß auf das Feuer, und es ging einstmals ein großer Teil der Erde dadurch zugrunde, daß die Menschen durch den luziferischen Einfluß, dem der Mensch in anderer Hinsicht ja seine Freiheit und Selbständigkeit verdankt, böse Instinkte entwickelte. Also das, was wir Naturkräfte nennen, hing in der atlantischen Zeit zusammen mit dem Fühlen des Menschen. Es ist nun das eingetreten, daß, nachdem die Menschen sozusagen durch den luziferischen Einfluß selbständig geworden waren, ihnen die Möglichkeit entzogen wurde, auf die Naturkräfte durch ihren Willen Einfluß zu haben. Es wurde dem Menschen allmählich der Einfluß auf die Naturkräfte entzogen. Das ging Hand in Hand mit dem Einfluß des Ahriman, daß dem Menschen die geistige Welt verhüllt wurde. Würde der Mensch noch die geistige Welt sehen können, so hätte er noch den Einfluß auf die Naturkräfte. Dem einzelnen Menschen wurde dieser Einfluß dadurch entzogen, der ganzen Menschheit jedoch nicht. Der einzelne Mensch hat auch heute tatsächlich sehr wenig direkten Einfluß auf die Naturkräfte, dafür aber die ganze Menschheit in ihrer Gesamtheit, und wenn wir uns die ganze Menschheit vor Augen stellen, dann werden wir dementsprechend auch sehen, daß es neben dem Karma des einzelnen ein Karma der ganzen Erde geben muß, der Gesamtmenschheit der Erde.

[ 22 ] Wenn wir zurückblicken in diejenige Zeit, in welcher der Mensch noch geistig war, wo das Feste sich noch nicht herauskristallisiert hatte, dann sehen wir, wie Naturkräfte und Menschheit noch nicht so getrennt waren wie heute. Sie standen sich zu jener Zeit noch viel näher, als die Erde noch mit wässerigem Element durchsetzt war. Als die Erde noch weicher war und der Mensch noch geistiger, da hatte Menschendenken und Menschenfühlen noch einen Einfluß auf die Naturkräfte. Wenn wir hinter die atlantische Zeit zurückgehen, so finden wir: Da der menschliche Wille böse wurde, hatte er einen ganz bestimmten Einfluß auf das Feuer, und es ging einstmals ein großer Teil der Erde dadurch zugrunde, daß die Menschen durch den luziferischen Einfluß, dem der Mensch in anderer Hinsicht ja seine Freiheit und Selbständigkeit verdankt, böse Instinkte entwickelte. Also das, was wir Naturkräfte nennen, hing in der atlantischen Zeit zusammen mit dem Fühlen des Menschen. Es ist nun das eingetreten, daß, nachdem die Menschen sozusagen durch den luziferischen Einfluß selbständig geworden waren, ihnen die Möglichkeit entzogen wurde, auf die Naturkräfte durch ihren Willen Einfluß zu haben. Es wurde dem Menschen allmählich der Einfluß auf die Naturkräfte entzogen. Das ging Hand in Hand mit dem Einfluß des Ahriman, daß dem Menschen die geistige Welt verhüllt wurde. Würde der Mensch noch die geistige Welt sehen können, so hätte er noch den Einfluß auf die Naturkräfte. Dem einzelnen Menschen wurde dieser Einfluß dadurch entzogen, der ganzen Menschheit jedoch nicht. Der einzelne Mensch hat auch heute tatsächlich sehr wenig direkten Einfluß auf die Naturkräfte, dafür aber die ganze Menschheit in ihrer Gesamtheit, und wenn wir uns die ganze Menschheit vor Augen stellen, dann werden wir dementsprechend auch sehen, daß es neben dem Karma des einzelnen ein Karma der ganzen Erde geben muß, der Gesamtmenschheit der Erde.

[ 23 ] Das ist eine Folge davon, daß einmal luziferischer und einmal ahrimanischer Einfluß da war. Denn dieses Wesen, das wir mit Ahriman bezeichnen, steht eben in einem geheimnisvollen Zusammenhang mit den Feuergewalten der Erde, welche sich von dem unmittelbaren Einfluß des einzelnen Menschen zurückgezogen haben. Diese Feuergewalten der Erde sind ein Lebenselement der ahrimanischen Geister und durch Ahrimans Einfluß ist das Gesamtkarma des gesamten Menschengeschlechts mit dem Karma Ahrimans in gewisser Weise verbunden. Wenn gewisse seelische Gesinnungen und Ereignisse in der Menschheitsentwickelung eintreten, dann macht sich auch wiederum der Zusammenhang zwischen den Menschen und dem Ahriman geltend, und das, was der Mensch früher selbst gekonnt hat, auf Naturereignisse Einfluß ausüben, das geschieht heute durch Ahriman und seine geistigen Genossen.

[ 23 ] Das ist eine Folge davon, daß einmal luziferischer und einmal ahrimanischer Einfluß da war. Denn dieses Wesen, das wir mit Ahriman bezeichnen, steht eben in einem geheimnisvollen Zusammenhang mit den Feuergewalten der Erde, welche sich von dem unmittelbaren Einfluß des einzelnen Menschen zurückgezogen haben. Diese Feuergewalten der Erde sind ein Lebenselement der ahrimanischen Geister und durch Ahrimans Einfluß ist das Gesamtkarma des gesamten Menschengeschlechts mit dem Karma Ahrimans in gewisser Weise verbunden. Wenn gewisse seelische Gesinnungen und Ereignisse in der Menschheitsentwickelung eintreten, dann macht sich auch wiederum der Zusammenhang zwischen den Menschen und dem Ahriman geltend, und das, was der Mensch früher selbst gekonnt hat, auf Naturereignisse Einfluß ausüben, das geschieht heute durch Ahriman und seine geistigen Genossen.

[ 24 ] Immer wenn Ahriman sich rührt, dann weist das auf nichts anderes hin, als daß in der Menschheitsgeschichte etwas vorging, was Ahriman angezogen hat, was ihn in Aufruhr und Wüten gebracht hat. In den Seelen der Menschen geht etwas vor, geht zum Beispiel vor, daß ein großer Teil der Menschen in den Materialismus verfällt. Das bewirkt, daß Ahriman sich in seinem Element rühren kann, daß er ein Lebenselement hat, denn menschlicher Materialismus ist ihm lieber, als wenn die Menschen sich vergeistigen. Ahriman weckt Stürme, Vulkanausbrücke und Erdbeben. Hier haben wir wieder etwas, wo wir sehen, wie Natur und Geist zusammenhängen. Es geht nichts vor auf der Erde, was nicht mit Geist zusammenhängt. Unsere Seele hängt mit ihren guten und bösen Taten zusammen mit dem, was in der Erde vor sich geht. Wenn richtend in Erdbeben die Erde tobt, dann dürfen wir niemals sagen, das hängt von dem Karma einzelner Menschen ab, sondern das ist Karma der Gesamtmenschheit. Jeder kann an sein eigenes Herz pochen und sagen: Mein Einzelkarma ist es auch, der einzelne mußte hier zugrunde gehen, weil gerade hier das Ventil der Erde sich öffnen mußte. In der Zukunft wird ihm das vergolten. - Eine materialistische Weltanschauung wird sagen, das sei abergläubisch, aber wer so sagt, der weiß nicht, wie kindisch er redet. Wie keine Blume wächst ohne geistigen Grund, ohne daß sie Ausdruck ist von Geist und Seele, so ist kein Erdbeben, kein Vulkanausbruch ohne geistigen Grund, ohne geistige Ursache. Wenn wir, wie gesagt, Karma ins Auge fassen, dann macht sich das für das ganze Menschenleben geltend.

[ 24 ] Immer wenn Ahriman sich rührt, dann weist das auf nichts anderes hin, als daß in der Menschheitsgeschichte etwas vorging, was Ahriman angezogen hat, was ihn in Aufruhr und Wüten gebracht hat. In den Seelen der Menschen geht etwas vor, geht zum Beispiel vor, daß ein großer Teil der Menschen in den Materialismus verfällt. Das bewirkt, daß Ahriman sich in seinem Element rühren kann, daß er ein Lebenselement hat, denn menschlicher Materialismus ist ihm lieber, als wenn die Menschen sich vergeistigen. Ahriman weckt Stürme, Vulkanausbrücke und Erdbeben. Hier haben wir wieder etwas, wo wir sehen, wie Natur und Geist zusammenhängen. Es geht nichts vor auf der Erde, was nicht mit Geist zusammenhängt. Unsere Seele hängt mit ihren guten und bösen Taten zusammen mit dem, was in der Erde vor sich geht. Wenn richtend in Erdbeben die Erde tobt, dann dürfen wir niemals sagen, das hängt von dem Karma einzelner Menschen ab, sondern das ist Karma der Gesamtmenschheit. Jeder kann an sein eigenes Herz pochen und sagen: Mein Einzelkarma ist es auch, der einzelne mußte hier zugrunde gehen, weil gerade hier das Ventil der Erde sich öffnen mußte. In der Zukunft wird ihm das vergolten. - Eine materialistische Weltanschauung wird sagen, das sei abergläubisch, aber wer so sagt, der weiß nicht, wie kindisch er redet. Wie keine Blume wächst ohne geistigen Grund, ohne daß sie Ausdruck ist von Geist und Seele, so ist kein Erdbeben, kein Vulkanausbruch ohne geistigen Grund, ohne geistige Ursache. Wenn wir, wie gesagt, Karma ins Auge fassen, dann macht sich das für das ganze Menschenleben geltend.

[ 25 ] Nur dann, wenn wir die geisteswissenschaftlichen Lehre nicht in Bewegung bringen, erscheint sie kühl und nur für den Verstand berechnet. Wenn wir aber unser Gefühl, unsere Gesinnung und unsere Empfindungen ganz von ihr durchdringen lassen, dann werden wir die Erde sehen als belebtes Wesen, durchseelt und durchgeistigt, werden sehen, daß mit diesem Erdenleib verbunden sind geistige Wesenheiten der verschiedensten Art, daß ein wichtiges Ereignis eingetreten ist, das in seiner Wirkung erst im Anfang steht: das Erscheinen des Christus auf Erden. Durch Christus ganz allein werden die Folgen der Macht Ahrimans vertrieben. Dadurch, daß Geisteswissenschaft die Menschenherzen mit jenem Christus-Geiste durchdringen wird, dadurch wird dasjenige, was als Gesamtmenschheitsgeist sich auf der Erde ausbreitet, es selbst können, daß die Erde auch in ihren Naturelementen zum Frieden und zur Eintracht geführt wird.

[ 25 ] Nur dann, wenn wir die geisteswissenschaftlichen Lehre nicht in Bewegung bringen, erscheint sie kühl und nur für den Verstand berechnet. Wenn wir aber unser Gefühl, unsere Gesinnung und unsere Empfindungen ganz von ihr durchdringen lassen, dann werden wir die Erde sehen als belebtes Wesen, durchseelt und durchgeistigt, werden sehen, daß mit diesem Erdenleib verbunden sind geistige Wesenheiten der verschiedensten Art, daß ein wichtiges Ereignis eingetreten ist, das in seiner Wirkung erst im Anfang steht: das Erscheinen des Christus auf Erden. Durch Christus ganz allein werden die Folgen der Macht Ahrimans vertrieben. Dadurch, daß Geisteswissenschaft die Menschenherzen mit jenem Christus-Geiste durchdringen wird, dadurch wird dasjenige, was als Gesamtmenschheitsgeist sich auf der Erde ausbreitet, es selbst können, daß die Erde auch in ihren Naturelementen zum Frieden und zur Eintracht geführt wird.

[ 26 ] Wenn alle Menschenherzen in wahrem Sinne den Christus-Geist erleben werden, dann wird die Kraft, die daraus strömen wird, so stark sein, daß sie Feuer und Wasser besänftigen wird. Dann wird der Christus-Geist Friede und Eintracht in die Naturelemente hineinschaffen, und die Erde selbst wird Ausdruck des Geistes sein. Der Erdenleib, der ein lebendiges Wesen ist, wird sanft und mild werden, um aufzusteigen mit Menschengeist und Menschenseele zu seiner Vergeistigung. Zu einem hohen geistigen Dasein wird die Erde aufsteigen. Man kann das als ein hohes, fernes Ideal hinstellen, aber wir können uns mit ihm in jedem Augenblick durchdringen. Kein Augenblick ist für die Entwickelung der Menschheit verloren, der so angewendet wird, daß die Menschen sich mit den Erkenntnissen und Willensimpulsen des Geistigen durchdringen.

[ 26 ] Wenn alle Menschenherzen in wahrem Sinne den Christus-Geist erleben werden, dann wird die Kraft, die daraus strömen wird, so stark sein, daß sie Feuer und Wasser besänftigen wird. Dann wird der Christus-Geist Friede und Eintracht in die Naturelemente hineinschaffen, und die Erde selbst wird Ausdruck des Geistes sein. Der Erdenleib, der ein lebendiges Wesen ist, wird sanft und mild werden, um aufzusteigen mit Menschengeist und Menschenseele zu seiner Vergeistigung. Zu einem hohen geistigen Dasein wird die Erde aufsteigen. Man kann das als ein hohes, fernes Ideal hinstellen, aber wir können uns mit ihm in jedem Augenblick durchdringen. Kein Augenblick ist für die Entwickelung der Menschheit verloren, der so angewendet wird, daß die Menschen sich mit den Erkenntnissen und Willensimpulsen des Geistigen durchdringen.