The Principle of Spiritual Economy
in Relation to Reincarnation
GA 109
25 May 1909, Berlin
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The Principle of Spiritual Economy in Relation to Reincarnation, tr. SOL
8. Der Gott des Alpha und der Gott des Omega
8. The God of Alpha and the God of Omega
[ 1 ] Mit Recht wird oftmals betont, daß Geisteswissenschaft nicht nur eine Theorie über die Welt, das Leben und den Menschen sein soll, sondern daß sie werden soll des Menschen tiefster Seeleninhalt: Lebensgehalt. Wenn man in der richtigen Gesinnung der Geisteswissenschaft gegenübertritt, so wird sie das durchaus im Menschen werden. Ausdrücklich sei betont, daß sie das nach und nach werden wird, denn Geisteswissenschaft gleicht dem, was wächst und sich entwickelt: erst ist der Keim da, der immer größer wird und damit immer wirksamer.
[ 1 ] It is often rightly emphasized that spiritual science should not only be a theory about the world, life, and human beings, but that it should become the deepest content of the human soul: the substance of life. If one approaches spiritual science with the right attitude, it will indeed become this in human beings. It should be expressly emphasized that this will happen gradually, for spiritual science is like something that grows and develops: first there is the seed, which grows larger and larger and thus more and more effective.
[ 2 ] Es ist aber so, daß niemand hoffen kann, daß er durch das bloß verstandesmäßige Begreifen der Geisteswissenschaft aus ihr das richtige Leben ziehen könnte. Äußerlich betrachtet erscheint es so, als ob Geisteswissenschaft eine Weltanschauung wäre, allerdings umfassender und großartiger als andere. Aber sie ist noch etwas anderes; denn welche Theorie würde jene umfassenden Anschauungen über Saturn, Sonne und Mond haben können? Welche Weltanschauungen würden heute wagen, ganz bestimmte Aussagen darüber zu machen? Sie bleiben bei abstrakten Begriffen stehen, wenn sie sich über dasjenige erheben, was sinnliche Augen sehen und sinnliche Ohren hören. Solche Weltauffassungen und Theorien haben unbestimmte Begriffe über das Göttliche, das hinter dem Wirklichen webt. Auch in bezug auf andere, weniger hochfliegende Wahrheiten, wie die Lehren von Reinkarnation und Karma, auch darin ist Geistesforschung weit voran alldem, was die Wissenschaft in bezug auf die Entwickelung des Menschen zu sagen wagt. Sie könnte zwar auch zu diesen Lehren kommen; denn wenn man die Konsequenzen der materialistisch-wissenschaftlichen Tatsachen wirklich ziehen wollte, so müßten Reinkarnation und Karma längst populäre Lehren sein. Aber weil man nicht wagt in der heutigen Wissenschaft, diese Konsequenzen zu ziehen, so macht man [davor} halt. Man spricht von naturgeschichtlicher und geschichtlicher Entwickelung, aber von der wahren Entwickelung der menschlichen Individualität, die von Leben zu Leben geht und welche die Menschenseele in die Zukunft hinüberträgt, davon will man nichts hören.
[ 2 ] However, no one can hope to derive the right way of life from spiritual science through mere intellectual understanding. Viewed externally, spiritual science appears to be a worldview, albeit more comprehensive and magnificent than others. But it is something else as well, for what theory could have such comprehensive views of Saturn, the sun, and the moon? What worldviews would dare to make definite statements about these things today? They remain stuck in abstract concepts when they rise above what the senses can see and hear. Such worldviews and theories have vague ideas about the divine that weaves behind the reality we experience. Even with regard to other, less lofty truths, such as the teachings of reincarnation and karma, spiritual research is far ahead of anything science dares to say about human development. It could also arrive at these teachings, for if one really wanted to draw the consequences of materialistic-scientific facts, reincarnation and karma would long since have become popular teachings. But because modern science does not dare to draw these conclusions, it stops short of doing so. People speak of natural and historical development, but they do not want to hear anything about the true development of human individuality, which passes from life to life and carries the human soul into the future.
[ 3 ] Diejenigen, die das Leben betrachten, müssen rein durch die Konsequenzen dieses Lebens auch zu der Lehre kommen, die durch die hellseherische Forschung bekundet wird: zu der Lehre von den vier Gliedern des Menschen. Aber weil die heutige Zeit in ihrem Denken so mutlos ist, wird diese Lehre nur von der Geisteswissenschaft verkündet. So hat Geisteswissenschaft auch als Lehre vieles voraus vor andern Weltanschauungen und Philosophien, die in der Gegenwart an den Menschen herantreten.
[ 3 ] Those who observe life must, purely through the consequences of this life, also arrive at the teaching that is revealed through clairvoyant research: the teaching of the four members of the human being. But because the present age is so despondent in its thinking, this teaching is proclaimed only by spiritual science. Thus, spiritual science as a teaching has much to offer over other worldviews and philosophies that approach people today.
[ 4 ] Aber alles das ist im Grunde genommen doch nicht die eigentliche Frucht der Geisteswissenschaft. Ihre Frucht besteht nicht darin, daß sie als befriedigende, weittragende Lehre hingenommen wird. Man kann die Frucht nicht haben ohne den Keim. Was wir heute als Frucht der anthroposophischen Weltanschauung entwickeln und was unsere Herzen beseligen und unsere Liebe warm machen kann: diese Frucht geisteswissenschaftlicher Weltanschauung kann man nicht haben ohne den Keim, das heißt die geisteswissenschaftliche Erkenntnis selber. Man sagt etwa: Was brauchen wir diese Vorstellungen über Reinkarnation und Karma, über die Glieder des Menschen und die Entwickelung der Welt? Es handelt sich um Entwickelung der Menschenliebe und einer edlen Gesinnung. - Gewiß handelt es sich darum, aber eine wahre, für die Welt fruchtbare Menschenliebe ist nur möglich auf der Grundlage der Erkenntnis, und zwar der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis.
[ 4 ] But all this is not, in the final analysis, the real fruit of spiritual science. Its fruit does not consist in its being accepted as a satisfying, far-reaching teaching. You cannot have the fruit without the seed. What we are developing today as the fruit of the anthroposophical worldview, and what can enliven our hearts and warm our love, cannot be had without the seed, that is, spiritual scientific knowledge itself. People say, for example: What do we need these ideas about reincarnation and karma, about the members of the human being and the development of the world? It is a matter of developing love for humanity and a noble disposition. Certainly that is true, but true love for humanity, fruitful for the world, is only possible on the basis of knowledge, namely spiritual scientific knowledge.
[ 5 ] Als Erkenntnis hat Geisteswissenschaft vieles vor den andern Weltanschauungen voraus. Wenn sie in uns wahrhaft innerlich erlebt wird, wenn wir uns nicht verdrießen lassen, in unseren Seelen immer wieder diese großen, umfassenden Gedanken zu erwecken, die Gedanken immer in uns herumtragen, dann sehen wir, daß diese Lehre in einem ganz bestimmten Sinn ein Lebensinhalt werden kann. Die geisteswissenschaftliche Lehre ist eine Summe von Ideen, die uns in übersinnliche Welten führen, und wir müssen uns deshalb bei unserem geisteswissenschaftlichen Denken aufschwingen zu höheren Welten. Eine jede geisteswissenschaftliche Stunde ist ein Hinausgreifen der Seele über das Alltägliche. Wir sind mit unserem Denken in dem Augenblick, wo wir uns der Lehre hingeben, hinausentrückt in eine andere Welt. Unser Ich ist dann vereint mit der geistigen Welt, und wenn wir bedenken, daß sie es ist, aus der unser Ich herausgeboren ist, so sind wir dann, wenn wir geisteswissenschaftlich denken, mit unserem Ich in unserer geistigen Heimat, bei dem Urquell, aus dem es stammt.
[ 5 ] As knowledge, spiritual science has much to offer that other worldviews do not. When it is truly experienced within us, when we do not allow ourselves to be discouraged from awakening these great, comprehensive thoughts in our souls again and again, when we carry these thoughts within us at all times, then we see that this teaching can become a purpose in life in a very specific sense. Spiritual science is a collection of ideas that lead us into supersensible worlds, and we must therefore lift ourselves up to higher worlds in our spiritual thinking. Every hour of spiritual science is a reaching out of the soul beyond the everyday. The moment we devote ourselves to the teaching, our thinking is transported to another world. Our ego is then united with the spiritual world, and when we consider that it is from this world that our ego was born, we are then, when we think spiritually, with our ego in our spiritual home, at the source from which it originated.
[ 6 ] Wenn wir dies in richtigem Sinne fassen, dann können wir wahrlich das geisteswissenschaftliche Denken mit demjenigen Bewußtseinszustande vergleichen, den wir - vom geistigen Standpunkte aus - als den Schlaf erkennen. Wenn der Mensch des Abends einschlummert und in eine geistige Welt hineinschläft, dann ist er mit seinem Ich auch in derjenigen Welt, aus der sein Ich herausgeboren ist, aus der es an jedem Morgen heraustritt, um innerhalb des Leibes in die Sinnenwelt hineinzutreten. Einstmals wird die Seele bewußt in dieser geistigen Welt darinnen sein; im normalen Menschenbewußtsein ist das Ich nicht bewußt darinnen. Warum? Deshalb, weil es im Lauf der Zeiten in seinem Bewußtsein für die geistige Welt immer schwächer geworden ist.
[ 6 ] If we understand this correctly, we can truly compare spiritual scientific thinking with the state of consciousness that we recognize, from a spiritual point of view, as sleep. When a person falls asleep in the evening and slips into a spiritual world, they are also in the world from which their ego was born, from which it emerges every morning to enter the sensory world within the body. Once upon a time, the soul will be consciously present in this spiritual world; in normal human consciousness, the ego is not consciously present there. Why? Because in the course of time, its consciousness of the spiritual world has become increasingly weaker.
[ 7 ] In der atlantischen Zeit sah sich das Ich im Schlafe umgeben von göttlich-geistigen Wesenheiten. Nach der atlantischen Katastrophe wurde das Ich herausversetzt in die Sinneswelt und verlor immer mehr die Fähigkeit, hineinzuschauen in diejenige Welt, in der es im Schlafe darinnen ist. Denn unsinnig ist der Gedanke, daß es am Abend auslöschen und am Morgen wieder auferstehen würde. Es ist in der geistigen Welt, nur nicht bewußt!
[ 7 ] In the Atlantean epoch, the ego saw itself surrounded by divine-spiritual beings during sleep. After the Atlantean catastrophe, the ego was displaced into the sensory world and increasingly lost the ability to look into the world in which it is present during sleep. For it is absurd to think that it would cease to exist in the evening and rise again in the morning. It is in the spiritual world, only not consciously!
[ 8 ] Geisteswissenschaftliches Denken macht uns stark, um nach und nach uns bewußt zu verbinden mit diesen geistigen Welten. Dadurch, daß uns Anthroposophie wenigstens im Denken in diese Welt hineinführt, hat sie gewisse Eigenschaften - wohltuende Eigenschaften mit dem Schlaf gemein. Im Schlaf hören alle Sorgen und Bekümmernisse auf, die aus den Dingen der Sinnenwelt heraus kommen. Wenn der Mensch schlafen kann und sein Denken ausgelöscht ist, vergißt er alle Sorgen. Das ist die wohltuendste Wirkung des Schlafes und sie beruht darauf, daß das Ich während des Schlafes die Strömungen der geistigen Welt in sich einfließen läßt. Diese Strömungen haben stärkende Kräfte und bringen es dahin, daß nicht nur während des Schlafes Vergessen der Sorgen und Kümmernisse eintritt, sondern daß auch jene Schädigungen unseres Organismus, die wir durch Sorgen und Kümmernisse empfangen, dadurch überwunden werden. Was diese schlimm gemacht haben, löscht jene geistige Macht aus, und daher die Erquickung, die Wiedergeburt, die jeder gesunde Schlaf gibt. Solche Eigenschaften hat geisteswissenschaftliches Denken mit dem Schlaf im höheren Sinn gemein.
[ 8 ] Spiritual scientific thinking makes us strong so that we can gradually connect consciously with these spiritual worlds. Because anthroposophy leads us into this world, at least in our thinking, it has certain qualities in common with sleep. In sleep, all the worries and cares that come from the things of the sensory world cease. When a person can sleep and their thinking is extinguished, they forget all their worries. This is the most beneficial effect of sleep, and it is based on the fact that during sleep the ego allows the currents of the spiritual world to flow into itself. These currents have strengthening powers and bring about not only the forgetting of worries and cares during sleep, but also the overcoming of the damage to our organism that we receive through worries and cares. What these have made bad is erased by that spiritual power, and hence the refreshment, the rebirth that every healthy sleep gives. Spiritual scientific thinking has these qualities in common with sleep in the higher sense.
[ 9 ] Die spirituellen Gedanken sind starke Gedanken, wenn wir sie lebensvoll erfassen. Wenn wir uns hinauferheben zu den Gedanken der Erdenvergangenheit und -zukunft und diese grandiosen Geschehnisse auf uns wirken lassen, dann wird unsere Seele gespannt hingezogen werden zu ihnen und sie wird über die Sorgen des Tages weit hinweggetragen werden. Gedanken, wie aus dem Karma, diesem Schicksalsplan, uns das Ideal unseres eigenen königlichen Willens erwächst, geben uns Mut und Kraft, so daß wir uns sagen: Mögen auch heute diese oder jene Hindernisse in meinem Leben unüberwindlich sein meine Kraft wächst von Inkarnation zu Inkarnation. Immer stärker wird der königliche Wille in mir, und alle Hemmnisse werden mir helfen, diesen Willen immer königlicher zu machen. Ich werde die Hemmnisse überwinden und daran wird sich mein Wille immer mehr entwickeln, meine Energie wird wachsen. Die Kleinlichkeiten des Lebens, all das Minderwertige des Daseins, werden schmelzen wie Reif an der Sonne, jener Sonne, die aufgeht in der Weisheit, die uns im spirituellen Denken durchdringt. Unsere Gefühlswelt wird durchwärmt, durchglüht, durchleuchtet; unser Dasein wird sich weiten und wir werden uns darin beseligt fühlen.
[ 9 ] Spiritual thoughts are powerful thoughts when we grasp them with our whole life. When we lift ourselves up to thoughts of the earth's past and future and allow these magnificent events to work upon us, our soul will be drawn to them and carried far away from the worries of the day. Thoughts such as those that arise from karma, this plan of destiny, in which the ideal of our own royal will grows, give us courage and strength, so that we say to ourselves: Even if these or those obstacles in my life are insurmountable today, my strength grows from incarnation to incarnation. The royal will within me becomes ever stronger, and all obstacles will help me to make this will ever more royal. I will overcome the obstacles, and in doing so my will will develop more and more, my energy will grow. The pettiness of life, all the inferiority of existence, will melt away like frost in the sun, that sun which rises in wisdom and permeates us in spiritual thinking. Our emotional world will be warmed, glowed through, illuminated; our existence will expand and we will feel blissful within it.
[ 10 ] Wenn wir solche Augenblicke wiederholen und auf uns wirken lassen, dann wird eine Stärkung unseres ganzen Daseins nach allen Richtungen hin daraus erfließen. Zwar nicht von heute auf morgen, aber in steter Wiederholung solcher Gedanken werden der Trübsinn, das Wehklagen über unser Schicksal, das trübselige Temperament nach und nach hinschwinden. Ein Heilmittel unserer Seele wird GeistErkenntnis sein! Und wenn sie das wird, wenn sich unser Dasein so weitet, dann pflanzt sie in uns die Gesinnung, welche die Frucht der Geist-Erkenntnis ist. Das, was sie so in uns erstehen läßt, muß betrachtet werden als das geisteswissenschaftliche Ideal. Aller Zwiespalt, alle Disharmonien des Lebens werden gegenüber den harmonischen Gedanken und Gefühlen, die einen energischen Willen nach sich ziehen, fallen. Damit erweist sich die Geistesforschung nicht bloß als Wissen und Lehre, sondern als Kraft des Lebens und als Inhalt unserer Seele. Wenn sie so verstanden wird, dann wird sie imstande sein, im Leben derart zu wirken, daß sie den Menschen allen Sorgen und Kümmernissen entreißt. Und so muß sie wirken in unserer Zeit, denn sie verdankt ihr Dasein nicht einer Willkür, sondern der Erkenntnis, daß sie notwendig ist.
[ 10 ] If we repeat such moments and allow them to have an effect on us, then a strengthening of our entire existence will flow from them in all directions. Not overnight, but through the constant repetition of such thoughts, the gloom, the lamentation over our fate, the gloomy temperament will gradually disappear. A remedy for our soul will be spiritual knowledge! And when it does, when our existence expands in this way, it will plant within us the attitude that is the fruit of spiritual knowledge. What it brings forth in us must be regarded as the ideal of spiritual science. All the conflicts and disharmonies of life will fall away in the face of harmonious thoughts and feelings that draw an energetic will in their wake. Thus spiritual research proves itself not merely as knowledge and teaching, but as a force of life and the content of our soul. When understood in this way, it will be able to work in life in such a way that it will rescue human beings from all worries and cares. And this is how it must work in our time, for it owes its existence not to arbitrariness, but to the recognition that it is necessary.
[ 11 ] Die Individualitäten, die dem normalen Dasein der Menschen weit vorangeschritten sind, die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen haben erkannt, daß Geisteswissenschaft in unsere Kultur einfließen muß, wenn diese nicht verdorren soll. Geisteswissenschaft ist ein neuer Lebenssaft, und die Menschheit muß von Zeit zu Zeit neue Lebenssäfte zugeführt bekommen. Geisteswissenschaft ist eine in unserer Zeit notwendige Strömung. Diejenigen, die ein Gefühl haben für diese großen Wahrheiten, sollen herbeieilen und die Wahrheiten aufnehmen, um eine Art Ferment zu sein für die übrige Menschheit, um Salz zu sein für das Geistesleben der ganzen Menschheit. Das muß der Strebende als eine Art Pflicht empfinden. Unschwer ist es zu erkennen, warum gerade in unserer Zeit von hoher Stelle aus der Ruf nach Geisteswissenschaft ergangen ist, um diejenigen zu sammeln, die offenes Herz und freien Verstand für sie haben. Wir haben an unserer Seele vorüberziehen lassen die nachatlantische Menschheit und haben die Kulturepochen verfolgt von der indischen bis zu unserer Zeit, der fünften Epoche. Wir sahen, wie während dieser Zeit die Menschen Stück für Stück das Bewußtsein der geistigen Welt verloren haben.
[ 11 ] Those individuals who are far advanced in the normal existence of human beings, the masters of wisdom and of the harmony of feelings, have recognized that spiritual science must flow into our culture if it is not to wither away. Spiritual science is a new lifeblood, and humanity must be supplied with new lifeblood from time to time. Spiritual science is a necessary current in our time. Those who have a feeling for these great truths should hasten to take them up, so that they may be a kind of ferment for the rest of humanity, a salt for the spiritual life of the whole of humanity. Those who strive must feel this as a kind of duty. It is not difficult to see why, especially in our time, the call for spiritual science has come from high places to gather those who have an open heart and a free mind for it. We have let the post-Atlantean humanity pass before our souls and have followed the cultural epochs from the Indian to our own, the fifth epoch. We have seen how, during this time, human beings have gradually lost their awareness of the spiritual world.
[ 12 ] In der ersten Epoche hatten die Menschen noch ein tiefes Sehnen nach der geistigen Welt. Die Sinnenwelt ist ihnen Maja, Illusion. Dann aber kamen Zeiten, die den Menschen zu äußerer, physischer Arbeit berufen haben. Er muß die Sinneswelt liebgewinnen, denn nur dann kann er sie bearbeiten. Nicht mehr darf der Mensch sagen, die äußere Welt ist nur Maja, sondern er muß sich mit seinen Kräften und seiner Weisheit in sie hineinvertiefen. Dadurch aber verliert er nach und nach das Bewußtsein von der geistigen Welt, und Zarathustra, der Initiator der persischen Kultur, muß seinen Schülern sagen: Die Kraft, die von der Sonne ausstrahlt als physische Kraft, ruft alles Lebende zum Dasein auf. Aber diese physische Kraft ist nicht das einzige. In der Sonne lebt Ahura Mazdao, das geistige Wesen der Sonne. - Es mußte den Menschen gezeigt werden, wie in allem Sinnlichen der äußere Ausdruck eines Geistigen gegeben ist.
[ 12 ] In the first epoch, human beings still had a deep longing for the spiritual world. The sensory world was Maya, illusion, to them. But then came times that called human beings to external, physical work. They had to learn to love the sensory world, for only then could they work with it. Human beings can no longer say that the outer world is only Maya; they must delve into it with their powers and wisdom. In doing so, however, they gradually lose their awareness of the spiritual world, and Zarathustra, the initiator of Persian culture, must say to his disciples: The power that radiates from the sun as physical power calls all living things into existence. But this physical force is not the only thing. Ahura Mazdao, the spiritual being of the sun, lives in the sun. It had to be shown to people how the outer expression of something spiritual is present in everything sensory.
[ 13 ] So kam es, daß zuerst in der persischen Kultur aufging jene Stimmung: Das, was von der Sonne beleuchtet wird, ist zwar Maja, aber hinter dieser Maja ist der Geist zu suchen. Die geistige Welt ist immer um mich herum, aber mit sinnlichen Augen und Ohren kann ich sie nicht erleben, nur mit übersinnlichem Bewußtsein. Wenn dieses Bewußtsein erweckt wird, dann kann ich auch im sinnlichen Dasein den großen Geist der Sonne mit allen seinen Unterwesen, die zur Sonne gehören, erkennen. Es kommt eine Zeit, wo meine Seele das nicht erkennen wird. —- Aber schwierig war es, dies den Menschen voll zu überliefern. Sie müssen in immer neuen Verkörperungen nach und nach reif gemacht werden, um hinter allem Physischen ein GöttlichGeistiges zu erkennen, um zu erkennen, daß die ganze Natur davon durchdrungen ist.
[ 13 ] Thus it came about that the following mood first arose in Persian culture: What is illuminated by the sun is indeed Maya, but behind this Maya the spirit must be sought. The spiritual world is always around me, but I cannot experience it with my physical eyes and ears, only with supersensible consciousness. When this consciousness is awakened, then I can also recognize in physical existence the great spirit of the sun with all its sub-beings that belong to the sun. There will come a time when my soul will no longer recognize this. — But it was difficult to convey this fully to people. They must be gradually matured in ever new incarnations in order to recognize the divine-spiritual behind everything physical, to recognize that the whole of nature is permeated by it.
[ 14 ] Der Mensch konnte in diesem Leben das Göttliche erkennen, aber er konnte nicht dieses Bewußtsein in die Zeit zwischen Tod und einer neuen Geburt hinübernehmen. Denn das war das Eigenartige in dieser Zeit, daß das Bewußtsein des Menschen zwischen Tod und einer neuen Geburt immer dunkler wurde. Nehmen wir eine Seele von einem Inder der alten Zeit. Wenn sie hinüberging durch den Tod und in der andern Welt war, so lebte sie noch in einer verhältnismäßig hellen Welt innerhalb geistiger Wesenheiten. In der persischen Kultur war das schon weniger der Fall. Die Welt zwischen Tod und neuer Geburt war dunkler geworden. Hindernisse türmen sich auf zwischen Seele und Seele, und einsam fühlt sich die Seele. Sie kann sozusagen nicht die Hand hinüberreichen zur andern Seele. Das ist das Schwere und Dunkle dieses Lebens in der geistigen Welt, daß man nicht gemeinsam mit andern gehen kann.
[ 14 ] Human beings could recognize the divine in this life, but they could not carry this consciousness over into the time between death and a new birth. For it was peculiar to that time that human consciousness became increasingly dark between death and a new birth. Let us take the soul of an Indian of ancient times. When it passed through death and entered the other world, it still lived in a relatively bright world among spiritual beings. In Persian culture, this was already less the case. The world between death and rebirth had become darker. Obstacles pile up between souls, and the soul feels lonely. It cannot, so to speak, reach out its hand to another soul. This is the heaviness and darkness of this life in the spiritual world, that one cannot walk together with others.
[ 15 ] Während der ägyptischen Zeit war schon ein großer Teil der Kraft für die Seele verloren, die sie befähigte, andern Seelen die Hand zu reichen; so viel, daß die ägyptische Seele sich sehnte nach Erhaltung des Leibes. Er sollte in der Mumie erhalten bleiben. Das kam daher, weil die Seele spürte: Die Kraft, die ich mitnehme in dieses Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ist gering. Man will den Leib erhalten, damit die Seele auf ihn herabschauen kann wie auf etwas, das zu ihr gehört und so die Kraft ersetzen, die sie drüben nicht mehr erhielt. Solche Kulturerscheinungen wie die Mumifizierung hängen tief zusammen mit der Entwickelung der menschlichen Seele.
[ 15 ] During the Egyptian period, much of the power that enabled the soul to reach out to other souls had already been lost, so much so that the Egyptian soul longed for the preservation of the body. It was to be preserved in the mummy. This was because the soul sensed that the power it took with it into this life between death and new birth was small. People wanted to preserve the body so that the soul could look down on it as something that belonged to it and thus replace the power it no longer received on the other side. Cultural phenomena such as mummification are deeply connected with the development of the human soul.
[ 16 ] Der Ägypter hatte die Vorstellung, daß er sich im Tode mit Osiris vereinigt. Er sagte sich: Einstmals, in alten Zeiten, konnte die Seele drüben schauen. Jetzt hat sie die Kraft verloren, aber sie kann sich dafür einen Ersatz schaffen, wenn sie hier im Leben sich solche Eigenschaften aneignet, daß sie Osiris immer ähnlicher wird. Dann wird sie selbst eine Art Osiris und wird mit ihm nach dem Tode vereint sein. So hatte sich die Seele durch Anklammern an Osiris einen Ersatz zu schaffen versucht für das, was sie nicht mehr aus alten Zeiten erhalten konnte. Aber was Osiris der Seele nicht geben kann, das zeigt die ägyptische Legende, die sagt, daß Osiris einst mit den Menschen zusammen die Erde bewohnte. Dann aber wurde er von seinem bösen Bruder Seth in einen Kasten gesperrt, wie in einen Sarg. Das will sagen, daß Osiris einstmals, als die Menschen noch geistiger waren, mit ihnen zusammen war auf der Erde; doch dann mußte er in der geistigen Welt verbleiben, weil er zu gut war für die physische Menschengestalt. Ein solches Wesen muß die Seele werden, ein Wesen, das zu gut ist für die Menschengestalt, wenn diese Seele sich einen Ersatz verschaffen wollte für die geistige Kraft des Schauens zwischen Tod und neuer Geburt. Durch das Ähnlichwerden mit Osiris konnte die Seele drüben ihre Einsamkeit überwinden, doch sie konnte nicht das, was sie so erhielt in der geistigen Welt durch die Gemeinschaft mit Osiris, wieder mitbringen in eine neue Verkörperung, denn Osiris paßte ja nicht hinein in diese sinnlich-physische Verkörperung. Erträglich machte sich die Seele das Dasein zwischen Tod und neuer Geburt, aber sie konnte nichts von dem mitbringen in eine neue Inkarnation.
[ 16 ] The Egyptians believed that they would be united with Osiris in death. They said to themselves: Once, in ancient times, the soul could see over there. Now it has lost its power, but it can create a substitute for itself if it acquires such qualities here in life that it becomes more and more like Osiris. Then it will itself become a kind of Osiris and will be united with him after death. In this way, by clinging to Osiris, the soul tried to create a substitute for what it could no longer obtain from ancient times. But what Osiris cannot give the soul is revealed in the Egyptian legend, which says that Osiris once lived on earth together with human beings. But then he was locked in a box, like a coffin, by his evil brother Seth. This means that Osiris once lived with humans on earth when they were more spiritual, but then he had to remain in the spiritual world because he was too good for the physical human form. Such a being must become the soul, a being that is too good for the human form, if this soul wants to find a substitute for the spiritual power of vision between death and new birth. By becoming similar to Osiris, the soul was able to overcome its loneliness, but it could not bring back into a new incarnation what it had received in the spiritual world through its communion with Osiris, for Osiris did not fit into this sensual-physical incarnation. The soul made its existence between death and rebirth bearable, but it could bring nothing of this with it into a new incarnation.
[ 17 ] Das war die schwere Gefahr, in der die Menschheit damals schwebte, daß die Inkarnationen immer schlechter wurden. Denn nichts Neues konnte hinzukommen an geistiger Kraft. Nur das, was aus alter Zeit geblieben war, konnte ausgebildet werden. Das war ausgereift in der griechisch-römischen Zeit. Wie von der Blüte die Frucht trat das zutage in der herrlichen Kunst der Griechen. Das war die schönste Frucht dessen, was der Menschheit als altes Erbgut mitgegeben war aus Urzeiten. Aber damit war verknüpft Dunkelheit und Finsternis in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, und recht hatte der vornehme Grieche, wenn er sagte: Lieber ein Bettler auf Erden, als ein König im Reich der Schatten! - Jawohl, in dieser Welt der griechischen Lande und der römischen Staaten, wo der Mensch so viel besaß, was seine Sinne beglückte und befriedigte, in dieser Welt war es, wo er nichts mitnehmen konnte in das Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 17 ] This was the grave danger in which humanity found itself at that time, that incarnations would become increasingly worse. For nothing new could be added to spiritual power. Only what had remained from ancient times could be developed. This had reached maturity in the Greek-Roman period. Like fruit from a blossom, this came to light in the magnificent art of the Greeks. This was the most beautiful fruit of what had been given to humanity as an ancient heritage from primeval times. But this was linked to darkness and gloom in the life between death and new birth, and the noble Greek was right when he said: Better to be a beggar on earth than a king in the realm of shadows! Yes, in this world of the Greek lands and the Roman states, where man possessed so much that delighted and satisfied his senses, in this world it was where he could take nothing with him into the life between death and new birth.
[ 18 ] Dann kam das Ereignis von Golgatha, jenes Ereignis, das nicht nur Bedeutung hat für die äußere physische Welt, sondern für alle die Welten, die der Mensch durchlebt. In dem Augenblick, wo das Blut aus den Wunden des Erlösers floß, als der Leichnam am Kreuze hing, erschien der Christus in der Unterwelt und entfachte das Licht, das wiederum sehend machte die Seelen da unten. Und von jenem Augenblicke an war es, daß die Seele einsehen konnte, daß auch wiederum von da unten Kraft kommen kann für die äußere Welt. Nicht mehr vereint sich die Seele mit dem Osiris, um Ersatz zu haben für das verlorene Schauen, sondern von nun an konnte sie sich sagen: Ich finde auch da unten das Christus-Licht, das, was sich hineinversenkt hat in die Erde, denn der Christus ist der Geist der Erde geworden. Und ich sauge Kraft im Leben zwischen Tod und neuer Geburt aus dem Geistigen heraus, solche Kraft, die ich mitbringen kann, wenn ich zu neuer Geburt auf die Erde zurückkehre. - Was war aber notwendig, damit diese Kraft in richtiger Weise einströme? Dazu war notwendig, daß sich in bezug auf das Sinnliche ein völliger Umschwung vollzog.
[ 18 ] Then came the event of Golgotha, that event which has significance not only for the outer physical world, but for all the worlds that man passes through. At the moment when the blood flowed from the wounds of the Redeemer as his body hung on the cross, Christ appeared in the underworld and kindled the light that restored sight to the souls below. And from that moment on, the soul was able to see that power could also come from below for the outer world. The soul no longer united itself with Osiris in order to have a substitute for the lost vision, but from then on it could say to itself: I also find the Christ light down there, that which has sunk into the earth, for Christ has become the spirit of the earth. And I draw strength in life between death and new birth from the spiritual, such strength that I can bring with me when I return to earth for a new birth. But what was necessary for this strength to flow in the right way? For this it was necessary that a complete reversal took place in relation to the sensory world.
[ 19 ] Fragen wir uns, was diese alten Inder empfanden, wenn sie sagten: Diese Welt ist Maja, die große Täuschung, und wenn ich durch meine Sinne mich mit ihr verbinde und sie wahrnehme, dann bin ich selbst der großen Täuschung verfallen. Nur wenn ich mich abziehe von ihr und mich erhebe zu dem, was jenseits vom Sinnlichen liegt, wenn ich mich zu dem uralten Geistigen erhebe, dann bin ich in der Welt der Götter! Allein dadurch, daß ich mich von der Außenwelt zurückziehe, komme ich durch mein Inneres, das mir wie ein altes Erbstück geblieben ist von diesen geistigen Welten, zurück zu meiner alten Heimat. Ich muß zurückgehen in dieses uralt heilige Land, aus dem ich hineingeschritten bin in die Sinnenwelt. Ich kann nur dadurch zurückkommen, daß ich mein Geistiges wirken lasse, wenn es den Blick ablenkt von der Außenwelt. - Das konnte man in jener Zeit: man konnte den Schritt zurückwenden. Es war noch so viel in diesem Innern geblieben von der Kraft, zu den alten Göttern aufzuschauen, daß bei Anwendung dieser Kraft der Weg zu den Göttern gefunden werden konnte. So fand der Inder seine Devas, aus denen alles entsprungen ist.
[ 19 ] Let us ask ourselves what these ancient Indians felt when they said: This world is Maya, the great deception, and when I connect with it through my senses and perceive it, then I myself have fallen prey to the great deception. Only when I withdraw from it and rise to what lies beyond the sensory, when I rise to the ancient spiritual, am I in the world of the gods! Only by withdrawing from the outer world do I return to my ancient home through my inner being, which has remained to me like an ancient heirloom from these spiritual worlds. I must return to this ancient sacred land from which I stepped into the world of the senses. I can only return by allowing my spiritual nature to work when it distracts my gaze from the outer world. This was possible in those days: one could turn back. There was still so much left in the inner being of the power to look up to the ancient gods that, by applying this power, the way to the gods could be found. Thus the Indian found his devas, from whom everything sprang.
[ 20 ] Nun kam die persische Zeit, in der die menschliche Seele nicht mehr so viel hatte von der Kraft, die wie ein Erbgut aus der alten Zeit war. Hätte jetzt die Seele gesagt: Ich lenke meine Schritte zurück, ich will nicht in dieser Welt bleiben -, so würde sie nicht mehr die alten Götter gefunden haben. Dazu reichte die Kraft nicht mehr aus. Das ist mit der Fortentwickelung der Menschheit verbunden. Versuchte jetzt die Seele den Blick hinwegzulenken über die äußere Welt und sie bloß als Maja anzusehen, so hätte das dazu geführt, nicht die hohen Götter zu sehen, sondern nur die untergeordneten Devas, die schlimmen geistigen Wesenheiten, die nicht zu den hohen Göttern gehören, und die in das Böse herabgefallen sind. Dies hätten die Seelen gefunden. Weil diese Gefahr vorlag, mußte der Seele gezeigt werden, wie sie, nicht sich abwendend von der Sinneswelt, sondern ausgehend von ihr, in ihr mehr sehen kann, wie die Sinneswelt ein äußerer Ausdruck für ein Geistiges ist. Wenn sich der Blick zur Sonne emporwendet, so lernt die Seele in ihr nicht bloß die äußere physische Sonnenkraft sehen, sondern Ahura Mazdao, den Sonnengott, und dadurch wird die Seele fähig, auch innerhalb der Sinnenwelt etwas vom GöttlichGeistigen zu wissen.
[ 20 ] Then came the Persian era, in which the human soul no longer possessed so much of the power that was like a legacy from ancient times. If the soul had now said, “I will turn my steps back, I do not want to remain in this world,” it would no longer have found the old gods. It no longer had the strength to do so. This is connected with the further development of humanity. If the soul had now tried to turn its gaze away from the outer world and regard it merely as Maya, this would have led to it not seeing the high gods, but only the subordinate devas, the evil spiritual beings who do not belong to the high gods and who have fallen into evil. This is what the souls would have found. Because this danger existed, the soul had to be shown how, instead of turning away from the sensory world, it could see more in it, how the sensory world is an outer expression of something spiritual. When the gaze turns toward the sun, the soul learns to see in it not merely the external physical power of the sun, but Ahura Mazdao, the sun god, and through this the soul becomes capable of knowing something of the divine spirit even within the sensory world.
[ 21 ] Die persische Seele war schwach geworden für die geistigen Kräfte, die zu den alten Göttern zurückführten, und sie mußte erst erzogen werden, durch den Schleier des Materiellen, der über dem Geistigen liegt, hindurchzuschauen. In der Außenwelt verbargen sich ihr die schlechten Asuras, aber sie konnte noch nicht die guten geistigen Wesenheiten schauen, die hinter der Maja sind. Deshalb kehrt sich zwischen der indischen und der persischen Kultur alle Namengebung für das Geistige um. Devas sind in der indischen Kultur die guten Wesen, in der persischen sind die Devas die schlechten Götter geworden. Das ist der wahre Grund dieser Umänderung; er lebt in der Fortentwickelung der menschlichen Seele. Sie war immer stärker geworden in bezug auf die äußere, aber immer schwächer in bezug auf die innere Welt. Aber nun wurde von denjenigen, die die Menschheitsentwickelung zu leiten haben, das Kommende vorbereitet.
[ 21 ] The Persian soul had become weak in relation to the spiritual forces that led back to the ancient gods, and it first had to be educated to see through the veil of the material that lies over the spiritual. The evil Asuras were hidden from her in the outer world, but she could not yet see the good spiritual beings behind the Maya. That is why all the names for spiritual beings are reversed between Indian and Persian culture. In Indian culture, the Devas are good beings, while in Persian culture, the Devas have become evil gods. This is the true reason for this change; it lives in the further development of the human soul. It had become stronger and stronger in relation to the outer world, but weaker and weaker in relation to the inner world. But now those who are responsible for guiding human evolution prepared what was to come.
[ 22 ] Als Zarathustra gelernt hatte, den Blick zur Sonne emporzuwenden und in der Sonnenaura den Sonnengott zu schauen, da wußte er bereits, daß das kein anderer als der Christus-Geist ist, der sich vorläufig nur von außen offenbaren kann. In seiner Seele auf der Erde konnte der Mensch noch nicht die Christus-Wesenheit erblicken. Was als Ahura Mazdao früher in der Sonne gesehen ward, das muß herabsteigen auf die Erde. Erst dann kann der Mensch lernen, durch sein Inneres wieder einen Deva, ein Göttlich-Geistiges, in sich selber zu sehen. Das Leben im Menschenleibe war in der persischen Zeit noch nicht fähig, den Christus-Geist aufzunehmen und sich damit zu durchdringen. Das mußte langsam und allmählich kommen. Wir müssen uns mit dem Gedanken bekanntmachen, daß sich die Götter nur dem offenbaren können, der sich zu einem Empfänger der Götter bereitet. Nur zu der Menschheit, die sich vorbereitet hatte, konnte der Deva kommen, der durch das Innere geschaut werden konnte.
[ 22 ] When Zarathustra learned to turn his gaze upward toward the sun and to see the sun god in the sun's aura, he already knew that this was none other than the Christ spirit, who for the time being can only reveal himself from outside. In his soul on earth, man could not yet see the Christ being. What was seen earlier in the sun as Ahura Mazdao must descend to earth. Only then can man learn to see again within himself, through his inner being, a deva, a divine spirit. Life in the human body was not yet capable of receiving the Christ spirit and permeating itself with it in the Persian era. This had to come slowly and gradually. We must familiarize ourselves with the idea that the gods can only reveal themselves to those who prepare themselves to receive them. Only to humanity, which had prepared itself, could the deva come, who could be seen through the inner being.
[ 23 ] Alles in der Menschheitsentwickelung geschieht langsam und allmählich; nicht überall schreitet sie in der gleichen Weise vorwärts. Nach der atlantischen Flut waren die Völker nach dem Osten gezogen. Dieser oder jener Teil der atlantischen Nachkommen war in dieser oder jener Gegend geblieben, und diese Völker hatten sich verschieden entwickelt. Wodurch war der Inder fähig geworden, eine lebendige Empfindung zu haben für die geistige Welt? Dadurch, daß die Ich-Entwickelung einen ganz besonderen Gang genommen hat. Das Ich ist tief drinnen geblieben in der geistigen Welt, so daß es geneigt war, wenig Zusammenhang mit der physischen Welt zu finden. Das war die Eigentümlichkeit des Inders, daß er diesen Hang zum Geistigen der Vorzeit hatte und wenig Zusammenhang hatte mit der physischen Welt, mit der er sein Ich nicht in Verbindung bringen wollte. Daher blühen die Errungenschaften der äußeren Kultur nicht im Osten; die Völker dort haben keine Erfindungsgabe dafür. Im Westen hatte der Mensch mehr die Begabung, in der Außenwelt Hand anzulegen, da er die Aufgabe hatte, sie durchzuarbeiten. Persien bildete da gewissermaßen die Grenze zwischen Westen und Osten. Mehr im Osten blieben die Menschen, die den Blick wenig auf das äußere Sinnliche richteten. Daher konnte es kommen, daß sechshundert Jahre vor Christi für den Osten noch eine Lehre notwendig wurde, wie die des Buddha. Er mußte an diesen Punkt der Weltentwickelung hingestellt werden, weil er in den Seelen die Sehnsucht nach den geistigen Welten der Vorzeit wach erhalten sollte. Darum mußte er predigen gegen den Durst, in die physische Welt hineinzukommen. Und darum predigt er in einer Zeit, in der die Seele zwar noch den Hang, aber nicht mehr die Fähigkeit hatte, sich in die geistigen Welten zu erheben. Buddha predigt den Menschen die hohen Wahrheiten über das Leid, und er bringt ihnen die Erkenntnisse, die die Seelen hinwegheben über diese Welt des Leides.
[ 23 ] Everything in human evolution happens slowly and gradually; it does not progress in the same way everywhere. After the Atlantic flood, the peoples had migrated to the East. This or that part of the Atlantean descendants had remained in this or that region, and these peoples had developed differently. How did the Indians become capable of having a living feeling for the spiritual world? Because the development of the I took a very special course. The I remained deep within the spiritual world, so that it was inclined to find little connection with the physical world. It was the peculiarity of the Indian that he had this inclination toward the spiritual of ancient times and had little connection with the physical world, with which he did not want to connect his I. That is why the achievements of external culture do not flourish in the East; the peoples there have no inventive talent for this. In the West, human beings had more of a talent for working with the external world, since they had the task of working through it. Persia formed, so to speak, the border between West and East. People who paid little attention to the external senses remained more in the East. That is why, six hundred years before Christ, a teaching such as that of the Buddha was still necessary for the East. He had to be placed at this point in world development because he was to keep alive in souls the longing for the spiritual worlds of the past. That is why he had to preach against the thirst to enter the physical world. And that is why he preached at a time when the soul still had the inclination but no longer the ability to rise to the spiritual worlds. Buddha preached the high truths about suffering to people, and he brought them the knowledge that lifts souls out of this world of suffering.
[ 24 ] Für die westliche Welt wäre diese Lehre unmöglich gewesen. Für sie mußte eine solche da sein, die dem Hang zur sinnlichen Welt gewachsen war. Der Westen mußte eine Lehre haben, die da sagte: In der äußeren Welt müßt Ihr so arbeiten, daß die Kräfte dieser Welt in den Dienst der Menschen gestellt werden. Aber Ihr könnt auch die Früchte dieses Lebens hineinnehmen in die geistige Welt nach dem Tode.
[ 24 ] This teaching would have been impossible for the Western world. For them, there had to be a teaching that was equal to their inclination toward the sensual world. The West needed a teaching that said: In the outer world, you must work in such a way that the forces of this world are placed at the service of humanity. But you can also take the fruits of this life into the spiritual world after death.
[ 25 ] Man faßt gewöhnlich das Eigenartige des Christentums nicht richtig auf. In der römischen Welt fand es wenig Anklang bei denen, die die Schätze und Reichtümer dieser Welt genießen konnten, dagegen vielen Anklang bei denen, die die Arbeit in der sinnlichen Welt [zu tun} hatten. Trotz aller Arbeit in dersinnlichen Welt, innerhalb der physischen Welt, wußten diese, daß sie hier etwas entwickeln, was sie mitnehmen können nach dem Tode. Das war das hohe Gefühl, das diejenigen beseelte, die das Christentum annahmen. Die Menschen konnten sich sagen: Indem du den Christus als dein Ideal hinstellst, wirst du etwas entwickeln in dieser Welt, was selbst durch den Tod nicht zerstört werden kann. - Dieses Bewußtsein konnte sich nur dadurch ausbilden, daß der Christus wirklich auf der Erde war, nicht als Devawesenheit, sondern als Wesenheit, die in einem Menschenleib sich verkörperte, so daß ein jeder Mensch sie zum Vorbild und Ideal nehmen konnte. Aber dazu mußten der Impuls und die Kraft geschaffen werden. Und Zarathustra schaffte die Vorbedingungen dafür. Er hatte so viel durchgemacht, daß er vorbereitet war, diese Mission zu übernehmen.
[ 25 ] People usually do not understand the uniqueness of Christianity correctly. In the Roman world, it found little resonance among those who could enjoy the treasures and riches of this world, but it found great resonance among those who had to work in the sensory world. Despite all their work in the sensual world, within the physical world, they knew that they were developing something here that they could take with them after death. This was the high feeling that inspired those who accepted Christianity. People could say to themselves: By setting Christ as your ideal, you will develop something in this world that cannot be destroyed even by death. This awareness could only develop because Christ was truly on earth, not as a deity, but as a being incarnated in a human body, so that every human being could take him as a model and ideal. But for this, the impulse and the power had to be created. And Zarathustra created the preconditions for this. He had gone through so much that he was prepared to take on this mission.
[ 26 ] Der Zarathustra, der in Persien in der Sonnenaura den Gott der Sonne erblickte, hatte sich in früheren Verkörperungen wohl vorbereiten müssen, um diesen Gott erblicken zu können. Er hatte schon in der Zeit, die noch erfüllt war von den Lehren der heiligen Rishis, hohe, erhabene Inkarnationserlebnisse hinter sich. Er war eingeweiht in die Lehren der heiligen Rishis. Er hatte sie nach und nach empfangen in sieben aufeinanderfolgenden Inkarnationen. Dann wurde er geboren in einem Leibe, der blind und taub war und möglichst wenig Beziehung zur Außenwelt hatte. Als ein Mensch, der geradezu unempfänglich war für äußere Sinneseindrücke, mußte Zarathustra geboren werden; und da kam ihm aus seinem Innern heraus die Erinnerung an die Lehre der heiligen Rishis, die er einstmals empfangen hatte. Und gerade da konnte der große Sonnengott etwas in ihm anzünden, was über die Lehre der Rishis hinausging. Das erstand wieder bei der nächsten Inkarnation und da war es, wo Ahura Mazdao sich von außen dem Zarathustra offenbarte.
[ 26 ] Zarathustra, who saw the sun god in Persia in the sun's aura, must have had to prepare himself well in earlier incarnations in order to be able to see this god. He had already had high, sublime incarnation experiences in the time that was still filled with the teachings of the holy Rishis. He was initiated into the teachings of the holy Rishis. He had received them gradually in seven successive incarnations. Then he was born in a body that was blind and deaf and had as little contact with the outside world as possible. As a person who was virtually impervious to external sensory impressions, Zarathustra had to be born; and then the memory of the teachings of the holy Rishis, which he had once received, came to him from within. And it was precisely then that the great Sun God was able to ignite something in him that went beyond the teachings of the Rishis. This arose again in his next incarnation, and it was there that Ahura Mazdao revealed himself to Zarathustra from outside.
[ 27 ] So hatte Zarathustra viel durchgemacht, ehe er der Lehrer und Inspirator des persischen Volkes wurde. Dann wissen wir, daß er Moses und Hermes zu Schülern hatte und daß er seinen Astralleib dem Hermes, seinen Ätherleib dem Moses gab. Von Moses geht aus die aus der Akasha-Chronik geflossene Lehre von dem «Ich bin der Ich-bin» Ejeh asher ejeh. So hat Zarathustra sich langsam vorbereitet zu einem noch viel größeren und gewaltigeren Opfer. Als der Astralleib des Zarathustra wieder erschien in Hermes und der Ätherleib in Moses, da konnte sich das Ich, das sich immer weiterentwickelt hatte, bei der neuen Verkörperung einen Astral- und Ätherleib bilden, entsprechend dem vollkommenen Ich. Und Zarathustra wurde innerhalb der alten chaldäischen Lande wiedergeboren, sechshundert Jahre vor Christi, und wurde Lehrer des Pythagoras - als Zarathos oder Nazarathos. Er bereitet dann innerhalb der chaldäischen Kultur vor auf den Impuls, der in die Welt kommen soll. Das finden wir wieder in jener Stimmung, die sich in dem Teil der Bibel ausdrückt, in dem gesagt wird: die Weisen des Morgenlandes kommen den Christus zu begrüßen als den neuen Stern der Weisheit, der aufgegangen war. Zarathustra hat gelehrt, daß der Christus kommen werde, und diejenigen, die als Schüler dieser bedeutsamen Zarathustra-Lehre verblieben, die wußten, wann der Zeitpunkt des großen Impulses von Golgatha kommen werde.
[ 27 ] Thus, Zarathustra had gone through much before he became the teacher and inspirer of the Persian people. We know that he had Moses and Hermes as disciples and that he gave his astral body to Hermes and his etheric body to Moses. From Moses came the teaching of “I am that I am” (Ejeh asher ejeh), which flowed from the Akashic Records. Thus Zarathustra slowly prepared himself for an even greater and more powerful sacrifice. When Zarathustra's astral body reappeared in Hermes and his etheric body in Moses, the I, which had continued to develop, was able to form an astral and etheric body in the new incarnation, corresponding to the perfect I. And Zarathustra was reborn within the ancient Chaldean lands, six hundred years before Christ, and became the teacher of Pythagoras—as Zarathos or Nazarathos. He then prepared within the Chaldean culture for the impulse that was to come into the world. We find this again in the mood expressed in the part of the Bible where it is said that the wise men of the East came to greet Christ as the new star of wisdom that had risen. Zarathustra taught that Christ would come, and those who remained as disciples of this significant Zarathustra teaching knew when the time of the great impulse from Golgotha would come.
[ 28 ] Nun ist zwischen denjenigen, die also in der Welt dastehen - einem Buddha, Zarathustra, Pythagoras -, immer ein gewisser Zusammenhang. Denn was in der Welt wirkt, ist ja eine Kraft, ist Tatsache. Die Geister wirken zusammen, sie werden nicht umsonst zusammen in einem Zeitalter geboren. So greifen ineinander die großen Impulse der Menschheitsentwickelung. Zarathustra wies hin auf denjenigen, der durch das Ereignis von Golgatha bewirken sollte, daß die Menschen die Welt der Devas durch die Kraft ihres eigenen Innern finden können, immer mehr und mehr, je weiter sie sich in die Zukunft hinein entwickeln und die Schritte nach vorwärts richten können. Und zur selben Zeit sagte der Buddha: Ja, es ist eine geistige Welt, der gegenüber alle Sinneswelt Maja ist. Lenkt Eure Schritte zurück in die Welt, in der Ihr waret, bevor der Durst nach irdischem Dasein erwachte, und Ihr werdet finden Nirvana, das Ruhen im Göttlichen! - Das ist der Unterschied in der Lehre des Buddha und des Zarathustra. Der Buddha lehrt, daß der Mensch durch Zurücklenkung der Schritte zum Göttlichen kommen kann, und der Zarathustra lehrt als Zarathos: Es wird die Zeit kommen, da wird das Licht sich verkörpern innerhalb der Erde selbst, und dadurch wird die Seele, wenn sie vorwärtsschreitet, näher dem Göttlichen kommen. — Buddha sagt: Im Zurückschreiten — Zarathustra sagt: Im Vorwärtsschreiten wird die Seele den Gott finden.
[ 28 ] Now there is always a certain connection between those who stand in the world in this way—a Buddha, Zarathustra, Pythagoras. For what works in the world is a force, it is a fact. The spirits work together; they are not born together in an age for no reason. Thus the great impulses of human evolution intertwine. Zarathustra pointed to the one who, through the event of Golgotha, would enable human beings to find the world of the devas through the power of their own inner being, more and more as they develop into the future and are able to take steps forward. And at the same time, the Buddha said: Yes, it is a spiritual world, compared to which the entire sensory world is Maya. Turn your steps back to the world where you were before the thirst for earthly existence awakened, and you will find Nirvana, rest in the Divine! This is the difference between the teachings of Buddha and Zarathustra. Buddha teaches that man can attain the divine by turning his steps back, and Zarathustra teaches as Zarathos: The time will come when light will incarnate within the earth itself, and through this the soul, as it progresses, will come closer to the divine. Buddha says: In stepping backward—Zarathustra says: In stepping forward, the soul will find God.
[ 29 ] Ob man den Gott sucht im Alpha oder im Omega: man findet ihn. Ob man zurück- oder vorwärtsschreitet: zu Gott kommt man! Aber mit erhöhten menschlichen Kräften sollen die Menschen ihn finden. Diejenigen Kräfte, die nötig sind, den Gott des Alpha zu finden, sind die Urkräfte des Menschen. Die Kräfte aber, die nötig sind, den Gott des Omega zu finden, die muß sich der Mensch selber erringen auf der Erde. Es ist nicht einerlei, ob man zurück zum Alpha oder vorwärts zum Omega geht. Wer nur den Gott finden will, nur hineinkommen will in die geistige Welt, der mag vorwärts- oder rückwärtsgehen, aber wem daran liegt, daß die Menschheit die Erde in einem erhöhten Zustande verlasse, der muß den Weg zum Omega weisen.
[ 29 ] Whether one seeks God in Alpha or Omega, one will find Him. Whether one steps backward or forward, one will come to God! But human beings must find Him with heightened human powers. The powers necessary to find the God of Alpha are the primal powers of human beings. But the powers necessary to find the God of Omega must be attained by human beings themselves on Earth. It is not the same whether one goes back to the Alpha or forward to the Omega. Those who only want to find God, who only want to enter the spiritual world, may go forward or backward, but those who care that humanity leaves the earth in an elevated state must point the way to the Omega.
[ 30 ] Das tat Zarathustra. Er bahnte den Weg für jene Menschheit, die Hand anlegen sollte an die Kräfte der Erde selber. Das vollste Verständnis brachte Zarathustra dem Buddha entgegen, denn beide suchten ja ein und dasselbe. Was muß Zarathustra tun? Er muß die Möglichkeit herbeiführen, daß der Christus-Impuls zur Erde hinabsteigen kann. Zarathustra wird wiedergeboren als Jesus von Nazareth, und durch das, was in der vorangehenden Inkarnation geschehen war, konnte sich Zarathustra mit mancherlei, was übriggeblieben war durch die spirituelle Ökonomie, vereinigen. Die Welt ist tief und die Wahrheit kompliziert!
[ 30 ] This is what Zarathustra did. He paved the way for those human beings who were to lay hands on the forces of the earth itself. Zarathustra had the fullest understanding of the Buddha, for both sought the same thing. What must Zarathustra do? He must bring about the possibility for the Christ impulse to descend to earth. Zarathustra is reborn as Jesus of Nazareth, and through what had happened in his previous incarnation, Zarathustra was able to unite himself with many things that had been left behind by spiritual economy. The world is deep and the truth is complicated!
[ 31 ] Und einverleibt wurde dem Jesus von Nazareth auch die auf verschiedenen Wegen fortgeführte Wesenheit des Buddha, denn in dem, der viel wirken soll, wirkt viel. Das Ich des Jesus verließ bei der Taufe im Jordan den physischen, Äther- und Astralleib, und der Sonnengott, der Christus-Geist zieht ein und lebt drei Jahre in den Leibern des Jesus von Nazareth. So hatte Zarathustra hingearbeitet darauf, die Menschheit zu einem Empfänger des Christus-Impulses zu machen.
[ 31 ] And the essence of the Buddha, which had continued in various ways, was also incorporated into Jesus of Nazareth, for in him who is to accomplish much, much is at work. At his baptism in the Jordan, the I of Jesus left the physical, etheric, and astral bodies, and the Sun God, the Christ Spirit, entered and lived for three years in the bodies of Jesus of Nazareth. Thus, Zarathustra had worked toward making humanity a recipient of the Christ impulse.
[ 32 ] Damit war ein wichtiger Moment der Erdenentwickelung gekommen. Es war jetzt möglich geworden, daß die Menschen den Gott in ihrem Innern finden konnten, und sie konnten jetzt etwas mitbringen aus diesem Leben zwischen Tod und neuer Geburt in die neue Verkörperung hinein. Und jetzt sind schon Seelen da, die stark genug empfinden: Ich war in einer Welt, in der das Christus-Licht geleuchtet hat. - Daß das in mancher Seele dunkel geahnt wird, das macht den Menschen fähig, heute das Wort der Geisteswissenschaft zu verstehen. Weil es heute solche Menschen gibt, sagten sich die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen, dürfen wir hoffen, daß sie die Wahrheiten der Geisteswissenschaft empfinden und daß sie dieselben zu ihrem Lebensinhalte machen werden. Weil die Meister dies wissen, übertrugen sie denen, die Verständnis dafür hatten, die Mission, die Anthroposophie in der Gegenwart zu verkünden.
[ 32 ] This marked an important moment in the development of the earth. It had now become possible for people to find God within themselves, and they could now bring something from this life between death and new birth into their new incarnation. And now there are already souls who feel strongly enough: I was in a world where the light of Christ shone. The fact that this is dimly sensed in many souls enables people today to understand the words of spiritual science. Because such people exist today, the masters of wisdom and harmony of feeling said to themselves that we may hope that they will feel the truths of spiritual science and make them the content of their lives. Because the masters know this, they entrusted those who had the understanding for it with the mission of proclaiming anthroposophy in the present age.
[ 33 ] Es ist eine Notwendigkeit, daß Geisteswissenschaft jetzt beginnt, eine geistige Strömung in unserer Gegenwart zu werden. Die Seelen für sie hat der Christus selber vorbereitet, und eine völlige Gewähr für ihr Bleiben ist die Tatsache, daß das Christus-Licht, nachdem es einmal entzündet ist, nicht mehr erlöschen kann. Mit diesem Gefühl der Notwendigkeit der anthroposophischen Geistesströmung erfüllen wir uns, und dann stehen wir im rechten Sinne darinnen und sie wird uns als unverrückbares Ideal vor Augen stehen.
[ 33 ] It is necessary that spiritual science now begin to become a spiritual current in our present time. Christ himself has prepared the souls for it, and a complete guarantee for its permanence is the fact that once the light of Christ has been kindled, it can never be extinguished. We fill ourselves with this sense of the necessity of the anthroposophical spiritual current, and then we stand within it in the right sense, and it stands before us as an unshakeable ideal.
[ 34 ] Ja, eine menschliche Persönlichkeit mußte sich so weit entwickeln, daß ermöglicht wurde, daß das Licht hinabsteigen und in einem Menschenleibe sagen konnte: «Ich bin das Licht der Welt!»
[ 34 ] Yes, a human personality had to develop to such an extent that it became possible for the light to descend and say in a human body: “I am the light of the world!”
[ 35 ] Es leuchtete zuerst hinab in die Seele Zarathustras und sprach zu dieser Seele, und diese Seele begriff das Licht der Welt und hat sich für dasselbe hingeopfert, damit es eine Stätte fand, um den Menschen aus einem irdischen Leibe heraus sagen zu können: «Ich bin das Licht der Welt!»
[ 35 ] It first shone down into the soul of Zarathustra and spoke to this soul, and this soul understood the light of the world and sacrificed itself for it, so that it might find a place to say to human beings from an earthly body: “I am the light of the world!”
