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The Rudolf Steiner Archive

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The Principle of Spiritual Economy
in Relation to Reincarnation
GA 109

3 June 1909, Budapest

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10. Die Theosophie des Rosenkreuzers

10. Die Theosophie des Rosenkreuzers

[ 1 ] Es wird in diesem Zyklus meine Aufgabe sein, Ihnen ein Bild theosophischer Weltanschauung darzulegen, und zwar soll dieses vom Gesichtspunkte der sogenannten Rosenkreuzermethode aus gegeben werden. Und ich bitte Sie, diese Bezeichnung: «Rosenkreuzermethode» nicht dahin mißzuverstehen, daß etwa gesprochen werden soll über eine geschichtliche Entwickelung des Rosenkreuzertums, daß eine historische Darstellung darüber gegeben werden soll. Die Bezeichnung «Rosenkreuzermethode» soll nur sagen, daß Theosophie dargestellt werden soll nach jener Methode, nach der sie immer in den Geheimschulen Europas dargestellt worden ist seit dem 13. und 14. Jahrhundert, und die man eben die Rosenkreuzerschulung nennt.

[ 1 ] Es wird in diesem Zyklus meine Aufgabe sein, Ihnen ein Bild theosophischer Weltanschauung darzulegen, und zwar soll dieses vom Gesichtspunkte der sogenannten Rosenkreuzermethode aus gegeben werden. Und ich bitte Sie, diese Bezeichnung: «Rosenkreuzermethode» nicht dahin mißzuverstehen, daß etwa gesprochen werden soll über eine geschichtliche Entwickelung des Rosenkreuzertums, daß eine historische Darstellung darüber gegeben werden soll. Die Bezeichnung «Rosenkreuzermethode» soll nur sagen, daß Theosophie dargestellt werden soll nach jener Methode, nach der sie immer in den Geheimschulen Europas dargestellt worden ist seit dem 13. und 14. Jahrhundert, und die man eben die Rosenkreuzerschulung nennt.

[ 2 ] Sie wissen, daß 'Theosophie dasjenige ist, was sich in alten Zeiten als Wahrheit über die Menschheit ergossen hat, um in den Herzen überall einen Grundstock menschlicher Erkenntnis zu bilden. Je weiter wir aber zurückgehen, je geheimer werden diese Erkenntnisse gehalten. Warum? Ich werde in diesen Vorträgen darauf noch zurückkommen, warum diese universelle Weisheit einzelnen, die reif dazu befunden wurden, in geheimen Schulen und Pflegestätten mitgeteilt worden ist. Einzelnen, die nicht nur zu lernen, sondern etwas mit sich vorzunehmen hatten, was ihre ganze Seele umwandelte, so daß sie hellsichtig wurden. Dadurch erhielten sie Einsicht in höhere Welten. Und solche wurden dann hinausgeschickt, gleichsam als Sendboten, die berufen waren, die andern zu lenken und zu leiten. Nun besteht aber der Fortschritt darin, daß immer mehr Menschen da sind, die durch ihr Urteil und durch ihren Verstand fähig sind, diese Weisheit zu begreifen. Daher ist es notwendig geworden, daß immer mehr von dem öffentlich bekanntgegeben wird, was früher geheimgehalten wurde.

[ 2 ] Sie wissen, daß 'Theosophie dasjenige ist, was sich in alten Zeiten als Wahrheit über die Menschheit ergossen hat, um in den Herzen überall einen Grundstock menschlicher Erkenntnis zu bilden. Je weiter wir aber zurückgehen, je geheimer werden diese Erkenntnisse gehalten. Warum? Ich werde in diesen Vorträgen darauf noch zurückkommen, warum diese universelle Weisheit einzelnen, die reif dazu befunden wurden, in geheimen Schulen und Pflegestätten mitgeteilt worden ist. Einzelnen, die nicht nur zu lernen, sondern etwas mit sich vorzunehmen hatten, was ihre ganze Seele umwandelte, so daß sie hellsichtig wurden. Dadurch erhielten sie Einsicht in höhere Welten. Und solche wurden dann hinausgeschickt, gleichsam als Sendboten, die berufen waren, die andern zu lenken und zu leiten. Nun besteht aber der Fortschritt darin, daß immer mehr Menschen da sind, die durch ihr Urteil und durch ihren Verstand fähig sind, diese Weisheit zu begreifen. Daher ist es notwendig geworden, daß immer mehr von dem öffentlich bekanntgegeben wird, was früher geheimgehalten wurde.

[ 3 ] Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde durch äußere Verhältnisse, die wir noch kennenlernen werden, die Notwendigkeit herbeigeführt, eine große Menge, eine bedeutende Summe von Erkenntnissen der Geheimwissenschaft zum Heil und Fortschritt der Menschheit in die Öffentlichkeit einfließen zu lassen. Im 19. Jahrhundert sagten sich die Hüter dieses Wissens: In früheren Zeiten haben die Mitteilungen über geistige Dinge, wie sie in den Religionen oder anderswie an den Menschen herangekommen sind, genügt, um die Bedürfnisse des Menschen in bezug auf das Ewige zu befriedigen. Doch die Bedürfnisse der Menschheit ändern sich. - Und so mußten diese Hüter der Urweltweisheit erkennen, daß immer mehr Menschen in der Zukunft da sein werden, deren Seelen nicht mehr befriedigt werden können durch die alten Formen der Mitteilung geistiger Belange. Für solche nun ist es möglich, in der Theosophie Befriedigung zu finden. Es entspringt die Theosophie, diese neue Form der Mitteilung, der in der neueren Zeit beobachteten Wahrnehmung eines Menschheitsbedürfnisses. Die Hüter des geheimen Wissens haben natürlich gewußt, daß solche Zeiten kommen würden, aber erst in einem bestimmten Zeitpunkt war es nötig, die Vorbereitung zum Einfließenlassen dieser Weisheit zu treffen und sich zu sagen: Wir müssen Sorge tragen, daß diese Geheimnisse auch von dem Verstande des 19. und 20. Jahrhunderts erfaßt werden können. — Dies geschah im 13. und 14. Jahrhundert. Sehr wenige waren es damals, die dieses Zeitpunktes der Vorbereitung innerhalb Europas gewahr wurden. Es waren die ersten Rosenkreuzer, diejenigen, die sich geschart haben um eine bedeutsame Individualität, die unter dem Schlagnamen «Christian Rosenkreutz» bekannt ist. Christian Rosenkreutz, er war es, der sich im deutlichsten Sinne sagen konnte: Wir haben in den Mysterien ein Wissen, einen Weisheitsschatz erhalten von dem Übersinnlichen. Lassen wir es dabei bewenden, so dürfen wir hoffen, daß wir auch in Zukunft das machen können, was bisher geschehen ist: daß wir einzelne, in unseren Schulen herangereifte Menschen, wenn sie die Geheimnisse der Urweltweisheit gelernt und geschaut haben, hinausschicken, um andere zu belehren. Diese alte Methode der Verbreitung der Urweltweisheit soll fortgesetzt werden, aber es muß noch anderes vorbereitet werden. - Er war imstande, sich sagen zu können: Eine weit größere Menge von Menschen wird kommen, die verlangen wird nach der Urweltweisheit. Wir könnten sie in der Form mitteilen, die wir jetzt dafür haben. Doch um sie so anzunehmen, dazu gehört ein hoher Grad des Glaubens und der Anerkennung unserer Autorität, der aber immer mehr und mehr in der Menschheit verschwinden wird. Je mehr die Urteilskraft in den Menschen wachsen wird, desto weniger werden sie den Lehrern so wie früher glauben. - Für die frühere Form der Mitteilung war Glauben und Vertrauen die Voraussetzung. Jetzt mußte man sich sagen: Es werden Leute kommen, die selbst werden prüfen wollen dasjenige, was ihnen mitgeteilt wird. Diese werden sagen: Wir wollen denselben logischen Verstand, den wir bei Betrachtung der Sinneswelt gebrauchen, anwenden bei dem, was ihr uns sagt. Zugegeben, daß zum Erforschen des Geistigen auch noch etwas anderes notwendig ist als dieser Verstand, so wollen wir doch mit demselben prüfen. - Deshalb war es im Beginn unserer Zeit[epoche] notwendig, die Urweltweisheit in neue Formen zu gießen. Das war die Arbeit der Rosenkreuzer: die Urweltweisheit so zu gestalten, daß sie nach und nach die Anpassung finden konnte an den modernen Geist und die moderne Seele.

[ 3 ] Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde durch äußere Verhältnisse, die wir noch kennenlernen werden, die Notwendigkeit herbeigeführt, eine große Menge, eine bedeutende Summe von Erkenntnissen der Geheimwissenschaft zum Heil und Fortschritt der Menschheit in die Öffentlichkeit einfließen zu lassen. Im 19. Jahrhundert sagten sich die Hüter dieses Wissens: In früheren Zeiten haben die Mitteilungen über geistige Dinge, wie sie in den Religionen oder anderswie an den Menschen herangekommen sind, genügt, um die Bedürfnisse des Menschen in bezug auf das Ewige zu befriedigen. Doch die Bedürfnisse der Menschheit ändern sich. - Und so mußten diese Hüter der Urweltweisheit erkennen, daß immer mehr Menschen in der Zukunft da sein werden, deren Seelen nicht mehr befriedigt werden können durch die alten Formen der Mitteilung geistiger Belange. Für solche nun ist es möglich, in der Theosophie Befriedigung zu finden. Es entspringt die Theosophie, diese neue Form der Mitteilung, der in der neueren Zeit beobachteten Wahrnehmung eines Menschheitsbedürfnisses. Die Hüter des geheimen Wissens haben natürlich gewußt, daß solche Zeiten kommen würden, aber erst in einem bestimmten Zeitpunkt war es nötig, die Vorbereitung zum Einfließenlassen dieser Weisheit zu treffen und sich zu sagen: Wir müssen Sorge tragen, daß diese Geheimnisse auch von dem Verstande des 19. und 20. Jahrhunderts erfaßt werden können. — Dies geschah im 13. und 14. Jahrhundert. Sehr wenige waren es damals, die dieses Zeitpunktes der Vorbereitung innerhalb Europas gewahr wurden. Es waren die ersten Rosenkreuzer, diejenigen, die sich geschart haben um eine bedeutsame Individualität, die unter dem Schlagnamen «Christian Rosenkreutz» bekannt ist. Christian Rosenkreutz, er war es, der sich im deutlichsten Sinne sagen konnte: Wir haben in den Mysterien ein Wissen, einen Weisheitsschatz erhalten von dem Übersinnlichen. Lassen wir es dabei bewenden, so dürfen wir hoffen, daß wir auch in Zukunft das machen können, was bisher geschehen ist: daß wir einzelne, in unseren Schulen herangereifte Menschen, wenn sie die Geheimnisse der Urweltweisheit gelernt und geschaut haben, hinausschicken, um andere zu belehren. Diese alte Methode der Verbreitung der Urweltweisheit soll fortgesetzt werden, aber es muß noch anderes vorbereitet werden. - Er war imstande, sich sagen zu können: Eine weit größere Menge von Menschen wird kommen, die verlangen wird nach der Urweltweisheit. Wir könnten sie in der Form mitteilen, die wir jetzt dafür haben. Doch um sie so anzunehmen, dazu gehört ein hoher Grad des Glaubens und der Anerkennung unserer Autorität, der aber immer mehr und mehr in der Menschheit verschwinden wird. Je mehr die Urteilskraft in den Menschen wachsen wird, desto weniger werden sie den Lehrern so wie früher glauben. - Für die frühere Form der Mitteilung war Glauben und Vertrauen die Voraussetzung. Jetzt mußte man sich sagen: Es werden Leute kommen, die selbst werden prüfen wollen dasjenige, was ihnen mitgeteilt wird. Diese werden sagen: Wir wollen denselben logischen Verstand, den wir bei Betrachtung der Sinneswelt gebrauchen, anwenden bei dem, was ihr uns sagt. Zugegeben, daß zum Erforschen des Geistigen auch noch etwas anderes notwendig ist als dieser Verstand, so wollen wir doch mit demselben prüfen. - Deshalb war es im Beginn unserer Zeit[epoche] notwendig, die Urweltweisheit in neue Formen zu gießen. Das war die Arbeit der Rosenkreuzer: die Urweltweisheit so zu gestalten, daß sie nach und nach die Anpassung finden konnte an den modernen Geist und die moderne Seele.

[ 4 ] Was ist Theosophie nach Rosenkreuzermethode? Theosophie an sich ist immer und überall dasselbe. Ein Theosoph nach Rosenkreuzerart ist heute ein Theosoph des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine Weisheit ist in ihren Formen genau dem angepaßt, was heute die Menschen verstehen wollen und was sie haben müssen. Was ist das Spezifische unserer Zeit? Der Gang der Menschheitsentwickelung war ja so, daß die Menschen immer mehr und mehr sich befreunden mußten mit der äußeren physischen Wirklichkeit. Blicken Sie zurück in alte Zeiten, zum Beispiel auf die alte ägyptische Kultur, mit welch einfachen Mitteln und Kräften die Menschen arbeiteten, ihre Bauwerke selbst aufführten, ihre persönlichen Bedürfnisse befriedigten. Schauen Sie sich dagegen unser heutiges Leben an, mit seinem ganzen raffinierten Aufwand von Arbeitsleistung für das physische Behagen. Welch eine ungeheure Summe von Geisteskraft und Gedankenarbeit wird da für tägliche physische Bedürfnisse verschwendet! Es war natürlich nötig, ja geradezu die Aufgabe der westlichen Welt, die äußere Kultur so zu gestalten, die äußere Natur so zu beherrschen, daß der physische Plan wirklich vom Menschengeist beherrscht wird. Eine solche Welt, wie die unsrige es geworden ist, braucht andere Mittel, um die Weisheit der Geheimschulen aufnehmen zu können, als jene alte Zeit. Wenn wir dagegen das Wissen der Chaldäer und ihre Erkenntnisse in bezug auf spirituelles Wissen vergleichen mit unserem heutigen Wissen, dann stehen allerdings die Chaldäer turmhoch über uns. Wir bewundern heute einen Kopernikus, einen Galilei, das, was die äußere Wissenschaft zu verzeichnen hat, aber das ist alles Kinderspiel gegenüber der alten Weisheit der Chaldäer. Für den heutigen Forscher ist der Planet Mars zum Beispiel ein äußerer Körper eben, dessen Gang und Bewegung man bemessen kann; die Chaldäer aber wußten dazu noch, welche Kräfte und Wesen mit dem Mars zusammenhängen, welcher göttliche Wille das alles lenkt, welcher Zusammenhang zwischen diesen Kräften und dem Menschen besteht. Das Geheimnisvolle, das Walten dieser geistigen Kräfte war ihnen kund. Deshalb ist der heutige Forscher so hilflos gegenüber dem inneren Wesen dieser alten chaldäischen Kultur. Die äußeren Mittel zu ihrer Erforschung, die hat er, die inneren aber nicht. ’Theosophen und Rosenkreuzer haben die spirituellen inneren Mittel, um in ihren Geist einzudringen.

[ 4 ] Was ist Theosophie nach Rosenkreuzermethode? Theosophie an sich ist immer und überall dasselbe. Ein Theosoph nach Rosenkreuzerart ist heute ein Theosoph des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine Weisheit ist in ihren Formen genau dem angepaßt, was heute die Menschen verstehen wollen und was sie haben müssen. Was ist das Spezifische unserer Zeit? Der Gang der Menschheitsentwickelung war ja so, daß die Menschen immer mehr und mehr sich befreunden mußten mit der äußeren physischen Wirklichkeit. Blicken Sie zurück in alte Zeiten, zum Beispiel auf die alte ägyptische Kultur, mit welch einfachen Mitteln und Kräften die Menschen arbeiteten, ihre Bauwerke selbst aufführten, ihre persönlichen Bedürfnisse befriedigten. Schauen Sie sich dagegen unser heutiges Leben an, mit seinem ganzen raffinierten Aufwand von Arbeitsleistung für das physische Behagen. Welch eine ungeheure Summe von Geisteskraft und Gedankenarbeit wird da für tägliche physische Bedürfnisse verschwendet! Es war natürlich nötig, ja geradezu die Aufgabe der westlichen Welt, die äußere Kultur so zu gestalten, die äußere Natur so zu beherrschen, daß der physische Plan wirklich vom Menschengeist beherrscht wird. Eine solche Welt, wie die unsrige es geworden ist, braucht andere Mittel, um die Weisheit der Geheimschulen aufnehmen zu können, als jene alte Zeit. Wenn wir dagegen das Wissen der Chaldäer und ihre Erkenntnisse in bezug auf spirituelles Wissen vergleichen mit unserem heutigen Wissen, dann stehen allerdings die Chaldäer turmhoch über uns. Wir bewundern heute einen Kopernikus, einen Galilei, das, was die äußere Wissenschaft zu verzeichnen hat, aber das ist alles Kinderspiel gegenüber der alten Weisheit der Chaldäer. Für den heutigen Forscher ist der Planet Mars zum Beispiel ein äußerer Körper eben, dessen Gang und Bewegung man bemessen kann; die Chaldäer aber wußten dazu noch, welche Kräfte und Wesen mit dem Mars zusammenhängen, welcher göttliche Wille das alles lenkt, welcher Zusammenhang zwischen diesen Kräften und dem Menschen besteht. Das Geheimnisvolle, das Walten dieser geistigen Kräfte war ihnen kund. Deshalb ist der heutige Forscher so hilflos gegenüber dem inneren Wesen dieser alten chaldäischen Kultur. Die äußeren Mittel zu ihrer Erforschung, die hat er, die inneren aber nicht. ’Theosophen und Rosenkreuzer haben die spirituellen inneren Mittel, um in ihren Geist einzudringen.

[ 5 ] Die großen Namen unserer wissenschaftlichen Autoritäten, von denen man heute liest, wie sie die Tonzylinder und -scherben ausgraben, auf denen die alte babylonische Weisheit eingeprägt ist, sie stehen dem gegenüber wie ein dreijähriges Kind vor einem elektrischen Apparat. Der Forscher weiß nicht, was anfangen mit dem, was er da ausgräbt: so gewaltig, so weit hinausdringend war damals das spirituelle Wissen. Der äußeren Wissenschaft aber war es erst möglich, mit dem Verstande und durch die äußeren Mittel unserer Kultur das zu schaffen, was wir heute - und mit Recht - als die großen Kulturfortschritte der letzten Jahrhunderte bewundern. Eine solche Zeit aber braucht eine andere Art des Denkens, des Empfindens, um das Geistige zu verstehen. Hier darf vielleicht eine Warnung eingeflochten werden. Man spricht heute so viel von höheren oder tieferen Entwickelungsgraden. Man streitet sich herum, ob der Buddha oder der Christus größer sei. Aber das ist ganz gleichgültig. Darauf kommt es nicht an. Nicht, ob die assyrische höher oder unsere Weisheit tiefer steht, ist wichtig. Wir leben in der materialistisch gesinnten Gegenwart und wir brauchen das Einfließen des spirituellen Wissens in unsere Kultur, damit das Sehnen der Menschheit darnach befriedigt werde. Und in solcher Art, wie der heutige Mensch dieses Wissen braucht, gibt es ihm die Rosenkreuzerweisheit. Das, was hier gesagt wird, klingt vielleicht etwas gewagt, aber bitte, nehmen Sie es jetzt hin, später wird sich das alles klären. Ist doch die rosenkreuzerische Weisheit mehr mißverstanden worden als irgend etwas anderes in der Welt.

[ 5 ] Die großen Namen unserer wissenschaftlichen Autoritäten, von denen man heute liest, wie sie die Tonzylinder und -scherben ausgraben, auf denen die alte babylonische Weisheit eingeprägt ist, sie stehen dem gegenüber wie ein dreijähriges Kind vor einem elektrischen Apparat. Der Forscher weiß nicht, was anfangen mit dem, was er da ausgräbt: so gewaltig, so weit hinausdringend war damals das spirituelle Wissen. Der äußeren Wissenschaft aber war es erst möglich, mit dem Verstande und durch die äußeren Mittel unserer Kultur das zu schaffen, was wir heute - und mit Recht - als die großen Kulturfortschritte der letzten Jahrhunderte bewundern. Eine solche Zeit aber braucht eine andere Art des Denkens, des Empfindens, um das Geistige zu verstehen. Hier darf vielleicht eine Warnung eingeflochten werden. Man spricht heute so viel von höheren oder tieferen Entwickelungsgraden. Man streitet sich herum, ob der Buddha oder der Christus größer sei. Aber das ist ganz gleichgültig. Darauf kommt es nicht an. Nicht, ob die assyrische höher oder unsere Weisheit tiefer steht, ist wichtig. Wir leben in der materialistisch gesinnten Gegenwart und wir brauchen das Einfließen des spirituellen Wissens in unsere Kultur, damit das Sehnen der Menschheit darnach befriedigt werde. Und in solcher Art, wie der heutige Mensch dieses Wissen braucht, gibt es ihm die Rosenkreuzerweisheit. Das, was hier gesagt wird, klingt vielleicht etwas gewagt, aber bitte, nehmen Sie es jetzt hin, später wird sich das alles klären. Ist doch die rosenkreuzerische Weisheit mehr mißverstanden worden als irgend etwas anderes in der Welt.

[ 6 ] So wie die Dinge sich abspielten, geschah es, daß einst die große Individualität des Christian Rosenkreutz voraussah, welche Forderungen des Verständnisses tatsächlich von seiten der rationalistisch denkenden Menschen kommen würden, und wie es schon damals notwendig geworden war, alles geistige Wissen in eine Form zu gießen, die sich zu dem gestalten würde, was die Forderung der heutigen Zeit ist. Wir müssen uns klarmachen, daß die Rosenkreuzer es viel schwerer hatten als irgendeine ähnliche Bewegung von früher, denn ihr anfängliches Wirken im 13. und 14. Jahrhundert fiel in die Zeit des immer näher herankommenden Materialismus hinein. Alle die modernen Errungenschaften, wie Dampfmaschinen, Telegraph und so weiter mußten den Menschen vollends auf den physischen Plan herausstellen. Die Rosenkreuzer hatten zu arbeiten für ein Zeitalter, das mathematisch denken muß. Sie mußten in diesem Sinne ihre Vorbereitungen treffen, mußten daher auch am meisten mißverstanden werden. Über Rosenkreuzerei können Siesich deshalbauch nicht unterrichten durch das, was öffentlich darüber bekanntgegeben wird. Nichts von dem, was im Rosenkreuzertum gepflegt wurde, ist eigentlich in dieser Literatur zu finden. Die tiefsten spirituellen Wahrheitsinhalte der Rosenkreuzer wurden so aufgefaßt, als ob man Spirituelles in alchimistischen Küchen mit Retorten und so weiter zubereiten könne. Durch diese Auffassung der Alchimie kam jenes materialistische Zerrbild des Rosenkreuzertums zustande, wie es heute geboten wird. Vorzubereiten hatten die Rosenkreuzer eine Wissenschaft, durch welche sie nach und nach ihre Weisheit in die Welt einfließen lassen konnten.

[ 6 ] So wie die Dinge sich abspielten, geschah es, daß einst die große Individualität des Christian Rosenkreutz voraussah, welche Forderungen des Verständnisses tatsächlich von seiten der rationalistisch denkenden Menschen kommen würden, und wie es schon damals notwendig geworden war, alles geistige Wissen in eine Form zu gießen, die sich zu dem gestalten würde, was die Forderung der heutigen Zeit ist. Wir müssen uns klarmachen, daß die Rosenkreuzer es viel schwerer hatten als irgendeine ähnliche Bewegung von früher, denn ihr anfängliches Wirken im 13. und 14. Jahrhundert fiel in die Zeit des immer näher herankommenden Materialismus hinein. Alle die modernen Errungenschaften, wie Dampfmaschinen, Telegraph und so weiter mußten den Menschen vollends auf den physischen Plan herausstellen. Die Rosenkreuzer hatten zu arbeiten für ein Zeitalter, das mathematisch denken muß. Sie mußten in diesem Sinne ihre Vorbereitungen treffen, mußten daher auch am meisten mißverstanden werden. Über Rosenkreuzerei können Siesich deshalbauch nicht unterrichten durch das, was öffentlich darüber bekanntgegeben wird. Nichts von dem, was im Rosenkreuzertum gepflegt wurde, ist eigentlich in dieser Literatur zu finden. Die tiefsten spirituellen Wahrheitsinhalte der Rosenkreuzer wurden so aufgefaßt, als ob man Spirituelles in alchimistischen Küchen mit Retorten und so weiter zubereiten könne. Durch diese Auffassung der Alchimie kam jenes materialistische Zerrbild des Rosenkreuzertums zustande, wie es heute geboten wird. Vorzubereiten hatten die Rosenkreuzer eine Wissenschaft, durch welche sie nach und nach ihre Weisheit in die Welt einfließen lassen konnten.

[ 7 ] Aus alledem ersehen Sie, daß, wenn wir den heutigen Menschen Theosophie vortragen, wir ihnen Rosenkreuzertheosophie vortragen müssen. Mit der Anwendung älterer Formen könnten wir einige Menschen gewinnen, aber das müßten Menschen sein, die nicht mit allen Fasern ihres Seins mit der heutigen Welt und Kultur zusammenhängen. Es gibt solche Egoisten, die sich der Gegenwartsaufgabe entziehen; wir wollen diese Gegenwart und ihre Formen aber ernst nehmen. Wir müssen unser Zeitalter so nehmen, wie es ist, aber geistig auf es einzuwirken suchen. In diesem Sinne hat die Rosenkreuzertheosophie ihre Aufgabe aufzufassen.

[ 7 ] Aus alledem ersehen Sie, daß, wenn wir den heutigen Menschen Theosophie vortragen, wir ihnen Rosenkreuzertheosophie vortragen müssen. Mit der Anwendung älterer Formen könnten wir einige Menschen gewinnen, aber das müßten Menschen sein, die nicht mit allen Fasern ihres Seins mit der heutigen Welt und Kultur zusammenhängen. Es gibt solche Egoisten, die sich der Gegenwartsaufgabe entziehen; wir wollen diese Gegenwart und ihre Formen aber ernst nehmen. Wir müssen unser Zeitalter so nehmen, wie es ist, aber geistig auf es einzuwirken suchen. In diesem Sinne hat die Rosenkreuzertheosophie ihre Aufgabe aufzufassen.

[ 8 ] Im Laufe der Verhandlungen des Kongresses haben Sie ja Gelegenheit gehabt zu sehen, wie fruchtbar diese Theosophie zu wirken vermag; zum Beispiel wie sie eingreift in die Medizin. Lassen Sie nur die Medizin sich so materialistisch weiterentwickeln: wenn Sie vierzig Jahre voraussehen könnten, Sie würden erschrecken, in welch brutaler Weise diese Medizin vorgehen wird, bis zu welchen Formen des Todes die Menschen von dieser Medizin da kuriert würden. - Wie erforscht denn die Medizin heute die Wirkung ihrer Heilmittel? Nun, an dem Menschenmaterial, das sie in den Spitälern und anderwärts findet, also durch äußerliche Beobachtung. Spirituelle Weisheit aber ist eine solche, die in die inneren Zusammenhänge des Geistigen hineinwirkt, die weiß, was im Physischen dem Spirituellen entspricht. Eine völlige Neuschöpfung alles medizinischen Wissens wird ausgehen von dem, was man Rosenkreuzerei nennt. Dieses ist aber nur ein Gebiet. Vergleichen Sie unsere komplizierten Lebensbedingungen von heute mit denen der alten Chaldäer. Denken Sie, welch eine Summe von Verstandeskraft und Kombinationsvermögen aufgewendet wird, um einen Scheck, den man in New York ausstellt, in Tokio einzulösen. Eine so geartete Zeit, die eine solche Kultur mit solchen Mitteln über den Erdball hin gesponnen hat, die braucht andere spirituelle Methoden als frühere Zeiten. Der Okkultist weiß dieses. Es reicht einfach das heutige Denken nicht aus, um das Chaos der äußeren Verhältnisse und Aufgaben, in die der Mensch immer mehr hineingeraten wird, zu bezwingen. Das Denken wird erstarren. Heute stehen wir in einer Übergangszeit, aber bald wird das Denken nicht mehr flüssig und geschmeidig genug sein, um die komplizierten Verhältnisse einzufangen und umzugestalten. Warum wir also Theosophie verbreiten? Um praktische Wirkungen zu erzielen. Theosophische Gedanken machen das Denken elastischer, flüssiger, ermöglichen raschere Überschau über größere Zusammenhänge. So hat das Rosenkreuzertum alle Gebiete des Lebens zu befruchten. Damit Sie sehen, wie praktisch Theosophie wirkt, nehmen Sie das kleine Heftchen, das ich über «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» geschrieben habe. Das darin Enthaltene können Sie einfach ohne Rosenkreuzertheosophie nicht wissen. Nicht Theorie soll sie bleiben, sondern ein Handanlegen an das praktische tägliche Leben soll sie werden. Suchen Sie das in den früheren Formen der Theosophie: es ist einfach nicht da. Die Rosenkreuzertheosophie ist da, um des Menschen geistige Sehnsuchten zu befriedigen, und auch um den Geist einfließen zu lassen in die täglichen Verrichtungen. Rosenkreuzertheosophie ist nicht da für den Salon oder den Einsiedler, sondern für die ganze Menschheitskultur.

[ 8 ] Im Laufe der Verhandlungen des Kongresses haben Sie ja Gelegenheit gehabt zu sehen, wie fruchtbar diese Theosophie zu wirken vermag; zum Beispiel wie sie eingreift in die Medizin. Lassen Sie nur die Medizin sich so materialistisch weiterentwickeln: wenn Sie vierzig Jahre voraussehen könnten, Sie würden erschrecken, in welch brutaler Weise diese Medizin vorgehen wird, bis zu welchen Formen des Todes die Menschen von dieser Medizin da kuriert würden. - Wie erforscht denn die Medizin heute die Wirkung ihrer Heilmittel? Nun, an dem Menschenmaterial, das sie in den Spitälern und anderwärts findet, also durch äußerliche Beobachtung. Spirituelle Weisheit aber ist eine solche, die in die inneren Zusammenhänge des Geistigen hineinwirkt, die weiß, was im Physischen dem Spirituellen entspricht. Eine völlige Neuschöpfung alles medizinischen Wissens wird ausgehen von dem, was man Rosenkreuzerei nennt. Dieses ist aber nur ein Gebiet. Vergleichen Sie unsere komplizierten Lebensbedingungen von heute mit denen der alten Chaldäer. Denken Sie, welch eine Summe von Verstandeskraft und Kombinationsvermögen aufgewendet wird, um einen Scheck, den man in New York ausstellt, in Tokio einzulösen. Eine so geartete Zeit, die eine solche Kultur mit solchen Mitteln über den Erdball hin gesponnen hat, die braucht andere spirituelle Methoden als frühere Zeiten. Der Okkultist weiß dieses. Es reicht einfach das heutige Denken nicht aus, um das Chaos der äußeren Verhältnisse und Aufgaben, in die der Mensch immer mehr hineingeraten wird, zu bezwingen. Das Denken wird erstarren. Heute stehen wir in einer Übergangszeit, aber bald wird das Denken nicht mehr flüssig und geschmeidig genug sein, um die komplizierten Verhältnisse einzufangen und umzugestalten. Warum wir also Theosophie verbreiten? Um praktische Wirkungen zu erzielen. Theosophische Gedanken machen das Denken elastischer, flüssiger, ermöglichen raschere Überschau über größere Zusammenhänge. So hat das Rosenkreuzertum alle Gebiete des Lebens zu befruchten. Damit Sie sehen, wie praktisch Theosophie wirkt, nehmen Sie das kleine Heftchen, das ich über «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» geschrieben habe. Das darin Enthaltene können Sie einfach ohne Rosenkreuzertheosophie nicht wissen. Nicht Theorie soll sie bleiben, sondern ein Handanlegen an das praktische tägliche Leben soll sie werden. Suchen Sie das in den früheren Formen der Theosophie: es ist einfach nicht da. Die Rosenkreuzertheosophie ist da, um des Menschen geistige Sehnsuchten zu befriedigen, und auch um den Geist einfließen zu lassen in die täglichen Verrichtungen. Rosenkreuzertheosophie ist nicht da für den Salon oder den Einsiedler, sondern für die ganze Menschheitskultur.

[ 9 ] Die Weisheit ist immer eine. Doch so, wie der einzelne Mensch lebt und sich immer weiter entwickelt, so auch die Menschheit als Ganzes. Und darum müssen die Formen der ihnen offenbarten Weisheit, dem Entwickelungsgange der Menschen entsprechend, sich ändern. Die großen Lehrer der Menschheit wirken unter uns heute wie immer. Wir auch, die wir jetzt als Seelen hier gegenwärtig sind, waren schon früher verkörpert, sind durch alle Entwickelungsperioden hindurchgegangen, die griechisch-lateinische, die ägyptisch-chaldäische, und weiter abwärts in der Zeit, um immer neue und neue Errungenschaften aufzunehmen, um immer Neues zu lernen. Denken Sie sich eine Seele, die verkörpert war, als die gigantischen Pyramiden, die geheimnisvollen Sphinxe sie in Ägypten umgaben! Wie anders wirkte das auf diese Seele als dasjenige, was sie heute umgibt. Solange die Erde Neues bieten kann - und die Erde schreitet dauernd fort -, so lange nimmt auch die Seele immer wieder Neues auf. Die Seele ist nicht zum Vergnügen der Götter auf der Erde verkörpert, sondern um zu lernen. Anders sah die Erde aus, als die Seele sie in ihrer ersten Verkörperung betrat, anders wird sie ausschauen in ihrer letzten. Erst dann kommen wir auf diese Erde wieder, wenn wir Neues auf ihr lernen können; darum ist die Zeitdauer zwischen den Verkörperungen so groß. Nehmen wir nur an, wie anders das nördliche Gebiet von Europa ausgeschaut hat als heute, allein nur landschaftlich, zu der Zeit, als der Christus hier auf der Erde wandelte. Nicht zweimal betreten wir die Erde, ohne Neues lernen zu können. Alles in der Welt ist in Entwickelung. Entwickelung aber heißt, jeweilig später Neues zu verarbeiten und darzuleben.

[ 9 ] Die Weisheit ist immer eine. Doch so, wie der einzelne Mensch lebt und sich immer weiter entwickelt, so auch die Menschheit als Ganzes. Und darum müssen die Formen der ihnen offenbarten Weisheit, dem Entwickelungsgange der Menschen entsprechend, sich ändern. Die großen Lehrer der Menschheit wirken unter uns heute wie immer. Wir auch, die wir jetzt als Seelen hier gegenwärtig sind, waren schon früher verkörpert, sind durch alle Entwickelungsperioden hindurchgegangen, die griechisch-lateinische, die ägyptisch-chaldäische, und weiter abwärts in der Zeit, um immer neue und neue Errungenschaften aufzunehmen, um immer Neues zu lernen. Denken Sie sich eine Seele, die verkörpert war, als die gigantischen Pyramiden, die geheimnisvollen Sphinxe sie in Ägypten umgaben! Wie anders wirkte das auf diese Seele als dasjenige, was sie heute umgibt. Solange die Erde Neues bieten kann - und die Erde schreitet dauernd fort -, so lange nimmt auch die Seele immer wieder Neues auf. Die Seele ist nicht zum Vergnügen der Götter auf der Erde verkörpert, sondern um zu lernen. Anders sah die Erde aus, als die Seele sie in ihrer ersten Verkörperung betrat, anders wird sie ausschauen in ihrer letzten. Erst dann kommen wir auf diese Erde wieder, wenn wir Neues auf ihr lernen können; darum ist die Zeitdauer zwischen den Verkörperungen so groß. Nehmen wir nur an, wie anders das nördliche Gebiet von Europa ausgeschaut hat als heute, allein nur landschaftlich, zu der Zeit, als der Christus hier auf der Erde wandelte. Nicht zweimal betreten wir die Erde, ohne Neues lernen zu können. Alles in der Welt ist in Entwickelung. Entwickelung aber heißt, jeweilig später Neues zu verarbeiten und darzuleben.

[ 10 ] Aber nicht nur die Menschen, sondern alle Wesen entwickeln sich. Wir werden hier den Pfad zu suchen haben zu Wesenheiten, die auf höheren Stufen stehen als der Mensch, doch tritt der Mensch vielfach schon in diesem Leben zu ihnen in Beziehung. Auch diese höheren Wesenheiten unterliegen dem Gesetze der Entwickelung, und wie unsere Seelen vor Jahrtausenden anders waren, so auch die sich offenbarenden Wesen in früheren Zeiten. Auch sie lernen fortwährend. Und wenn wir von einem der höheren Wesen sprechen, die zu uns heruntergestiegen sind, um uns mit den Mitteln des Geistes die Geheimnisse der höheren Welten zu verkündigen, so müssen wir uns sagen: das ist eine erhabene Kunst, die muß man erlernen. Sogar wenn man ein Gott ist, muß man das lernen. Denn anders muß man sprechen zu den Menschen von heute, anders zu denen, die vor zehntausend Jahren gelebt haben. Die höheren Wesen machen ebenso ihre Entwickelung durch wie die Menschen. Und was während der Kongreßverhandlungen von mir über das Ereignis von Damaskus gesagt worden ist, zeigt, wie höhere Wesen sich entwickeln. Nehmen Sie an, es wäre einer hellsehend gewesen zweitausend Jahre vor der Erscheinung des Christus Jesus. Ein geistig Schauender sieht ja nicht nur die äußere Umwelt, sondern auch alles das, was zur geistigen Sphäre der Aura der Erde gehört. Wie die Menschen von einer Aura umgeben sind, so sind es auch die Weltenkörper. Und den Geist eines Weltenkörpers, man lernt ihn sehen. Ein geistig Schauender vor zweitausend Jahren hätte etwas ganz anderes in der Erdenaura gesehen als einer vor tausend Jahren und als einer, der heute hellsehend geworden ist. Geradeso wie das Bild der Natur äußerlich, so ändert sich auch um uns das Bild der geistigen Welt, in die man hineinschaut.

[ 10 ] Aber nicht nur die Menschen, sondern alle Wesen entwickeln sich. Wir werden hier den Pfad zu suchen haben zu Wesenheiten, die auf höheren Stufen stehen als der Mensch, doch tritt der Mensch vielfach schon in diesem Leben zu ihnen in Beziehung. Auch diese höheren Wesenheiten unterliegen dem Gesetze der Entwickelung, und wie unsere Seelen vor Jahrtausenden anders waren, so auch die sich offenbarenden Wesen in früheren Zeiten. Auch sie lernen fortwährend. Und wenn wir von einem der höheren Wesen sprechen, die zu uns heruntergestiegen sind, um uns mit den Mitteln des Geistes die Geheimnisse der höheren Welten zu verkündigen, so müssen wir uns sagen: das ist eine erhabene Kunst, die muß man erlernen. Sogar wenn man ein Gott ist, muß man das lernen. Denn anders muß man sprechen zu den Menschen von heute, anders zu denen, die vor zehntausend Jahren gelebt haben. Die höheren Wesen machen ebenso ihre Entwickelung durch wie die Menschen. Und was während der Kongreßverhandlungen von mir über das Ereignis von Damaskus gesagt worden ist, zeigt, wie höhere Wesen sich entwickeln. Nehmen Sie an, es wäre einer hellsehend gewesen zweitausend Jahre vor der Erscheinung des Christus Jesus. Ein geistig Schauender sieht ja nicht nur die äußere Umwelt, sondern auch alles das, was zur geistigen Sphäre der Aura der Erde gehört. Wie die Menschen von einer Aura umgeben sind, so sind es auch die Weltenkörper. Und den Geist eines Weltenkörpers, man lernt ihn sehen. Ein geistig Schauender vor zweitausend Jahren hätte etwas ganz anderes in der Erdenaura gesehen als einer vor tausend Jahren und als einer, der heute hellsehend geworden ist. Geradeso wie das Bild der Natur äußerlich, so ändert sich auch um uns das Bild der geistigen Welt, in die man hineinschaut.

[ 11 ] Von einem Ereignis will ich sprechen, auf das ich später noch zurückkommen werde: vom brennenden Dornbusch und der Verkündigung auf dem Sinai. Was heißt das? Was ist da mit dem Moses vorgegangen? Seine hellseherische Kraft hatte sich bis zu einem gewissen Punkte entwickelt, und er hat das Übersinnliche in dem Sinnlichen wahrgenommen. Der Nichthellseher hätte da einfach ein Naturereignis wahrgenommen. Moses aber sah in dem brennenden Dornbusch dasjenige Wesen, das sich ihm ankündigte als der «Ich bin der Ich bin!» Und er hat gewußt, daß dieses Wesen da ist, daß jenes Feuer nicht nur äußeres Feuer war, sondern daß dahinter sich Geistiges verbirgt. Ihm hat sich da ein Wesen geoffenbart, das innig mit der ganzen ferneren Menschheitsentwickelung verbunden ist, das sich den Namen gab: «Ich bin der Ich-bin.» Was wußten nun alle Moses-Schüler? Sie haben es in den damaligen Mysterienschulen gelernt: Dasselbe Wesen, das sich auf dem Sinai geoffenbart hat, das wird heruntersteigen auf die Erde und wohnen in einem Menschenleib und drei Jahre in einem Menschen sprechen, und dieser Mensch wird sein der Christus Jesus. Das wußten die Eingeweihten. Das wußte auch der Saulus, der später ein Paulus wurde. Aber er sagte sich: Gewiß, dieses Wesen gibt es, und es wird auf die Erde herabsteigen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es durch den schmachvollen Tod am Kreuze endigen wird, jenes Wesen, das sich im brennenden Dornbusch als Jahve geoffenbart hat. - Was konnte ihn nun überzeugen? Das Ereignis von Damaskus. In dem Augenblicke, da er hellsehend wurde und die Erdenaura für ihn sichtbar ward und er darinnen den Christus schaute, den lebendigen Christus, der sich ihm zeigte als derselbe, der am Kreuze gestorben ist, da wurde Saulus zum Paulus.

[ 11 ] Von einem Ereignis will ich sprechen, auf das ich später noch zurückkommen werde: vom brennenden Dornbusch und der Verkündigung auf dem Sinai. Was heißt das? Was ist da mit dem Moses vorgegangen? Seine hellseherische Kraft hatte sich bis zu einem gewissen Punkte entwickelt, und er hat das Übersinnliche in dem Sinnlichen wahrgenommen. Der Nichthellseher hätte da einfach ein Naturereignis wahrgenommen. Moses aber sah in dem brennenden Dornbusch dasjenige Wesen, das sich ihm ankündigte als der «Ich bin der Ich bin!» Und er hat gewußt, daß dieses Wesen da ist, daß jenes Feuer nicht nur äußeres Feuer war, sondern daß dahinter sich Geistiges verbirgt. Ihm hat sich da ein Wesen geoffenbart, das innig mit der ganzen ferneren Menschheitsentwickelung verbunden ist, das sich den Namen gab: «Ich bin der Ich-bin.» Was wußten nun alle Moses-Schüler? Sie haben es in den damaligen Mysterienschulen gelernt: Dasselbe Wesen, das sich auf dem Sinai geoffenbart hat, das wird heruntersteigen auf die Erde und wohnen in einem Menschenleib und drei Jahre in einem Menschen sprechen, und dieser Mensch wird sein der Christus Jesus. Das wußten die Eingeweihten. Das wußte auch der Saulus, der später ein Paulus wurde. Aber er sagte sich: Gewiß, dieses Wesen gibt es, und es wird auf die Erde herabsteigen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es durch den schmachvollen Tod am Kreuze endigen wird, jenes Wesen, das sich im brennenden Dornbusch als Jahve geoffenbart hat. - Was konnte ihn nun überzeugen? Das Ereignis von Damaskus. In dem Augenblicke, da er hellsehend wurde und die Erdenaura für ihn sichtbar ward und er darinnen den Christus schaute, den lebendigen Christus, der sich ihm zeigte als derselbe, der am Kreuze gestorben ist, da wurde Saulus zum Paulus.

[ 12 ] Das aber konnte man erst zu jener Zeit sehen. Früher, vor zweitausend Jahren, da war der Christus noch nicht in der Erdenaura, da war er noch in der Sonne sichtbar. Zarathustra sah die Sonne von einer Aura umgeben: Ahura Mazdao nannte er sie, die große Aura des Ormuzd. Dieses Wesen aber ist heruntergestiegen, hat sich erst dem Moses im brennenden Dornbusch geoffenbart und hat dann als Mensch unter uns gewohnt in dem Leibe des Jesus von Nazareth. «Ich bin das Licht der Welt», konnte der Christus daher von sich sagen. Vorher hätte keiner so sprechen können, weil das Licht der Welt vorher in keinem gelebt hat.

[ 12 ] Das aber konnte man erst zu jener Zeit sehen. Früher, vor zweitausend Jahren, da war der Christus noch nicht in der Erdenaura, da war er noch in der Sonne sichtbar. Zarathustra sah die Sonne von einer Aura umgeben: Ahura Mazdao nannte er sie, die große Aura des Ormuzd. Dieses Wesen aber ist heruntergestiegen, hat sich erst dem Moses im brennenden Dornbusch geoffenbart und hat dann als Mensch unter uns gewohnt in dem Leibe des Jesus von Nazareth. «Ich bin das Licht der Welt», konnte der Christus daher von sich sagen. Vorher hätte keiner so sprechen können, weil das Licht der Welt vorher in keinem gelebt hat.

[ 13 ] Diese Dinge wollen wir ausarbeiten bis zu ihrem vollen Verständnis. Heute aber soll nur angedeutet werden, daß das Christus-Wesen sich nicht immer so offenbaren konnte wie zum Beispiel im Falle von Paulus. Die Christus-Wesenheit mußte sich das erst erwerben; sie mußte ihre Kraft so weit entwickeln, daß sie sich in solcher Weise offenbaren konnte. Vor zweitausend Jahren wäre ihr das noch nicht möglich gewesen. Es macht jede Seele in jeder Verkörperung Fortschritte. Das ist wichtig, darauf kommt es bei den führenden Individualitäten an. Wir müssen erkennen, daß der Christus nicht immer derselbe ist, wir müssen ihn in seinen spezifischen Wirkungsweisen erkennen, darin, wie auch er fortschreitet von Entwickelung zu Entwickelung. Und es ist für den Menschen ein überwältigendes Gefühl der Erhebung, wenn er erkennt, wie - gleich seiner Seele und deren Inkarnation und Fortschritten - auch die geistigen Wesenheiten immer höher und höher steigen und immer mächtiger und mächtiger werden. Das gibt das lebendige Gefühl für die Entwickelung. Es kommt gerade in der Rosenkreuzertheosophie darauf an, zu zeigen, wie ein solches Wesen, wie der Christus, gewirkt hat einst und jetzt, wie bei Moses und bei Paulus, und daran zu sehen, wie auch ein solches Wesen fortschreitet. Das gibt einen intimeren Begriff von der Entwickelung.

[ 13 ] Diese Dinge wollen wir ausarbeiten bis zu ihrem vollen Verständnis. Heute aber soll nur angedeutet werden, daß das Christus-Wesen sich nicht immer so offenbaren konnte wie zum Beispiel im Falle von Paulus. Die Christus-Wesenheit mußte sich das erst erwerben; sie mußte ihre Kraft so weit entwickeln, daß sie sich in solcher Weise offenbaren konnte. Vor zweitausend Jahren wäre ihr das noch nicht möglich gewesen. Es macht jede Seele in jeder Verkörperung Fortschritte. Das ist wichtig, darauf kommt es bei den führenden Individualitäten an. Wir müssen erkennen, daß der Christus nicht immer derselbe ist, wir müssen ihn in seinen spezifischen Wirkungsweisen erkennen, darin, wie auch er fortschreitet von Entwickelung zu Entwickelung. Und es ist für den Menschen ein überwältigendes Gefühl der Erhebung, wenn er erkennt, wie - gleich seiner Seele und deren Inkarnation und Fortschritten - auch die geistigen Wesenheiten immer höher und höher steigen und immer mächtiger und mächtiger werden. Das gibt das lebendige Gefühl für die Entwickelung. Es kommt gerade in der Rosenkreuzertheosophie darauf an, zu zeigen, wie ein solches Wesen, wie der Christus, gewirkt hat einst und jetzt, wie bei Moses und bei Paulus, und daran zu sehen, wie auch ein solches Wesen fortschreitet. Das gibt einen intimeren Begriff von der Entwickelung.

[ 14 ] Betrachten wir einmal ein Kind. Es wird geboren, es erblickt, so heißt der technische Ausdruck, das Licht der Welt, es verändert sich, und gerade in den allerersten Lebenswochen verändert es sich besonders schnell, es geht da der Entwickelungsgang gegenüber späteren Epochen am schnellsten vor sich. Die äußere materialistische Wissenschaft kann sogar da vieles feststellen. Sie kann zum Beispiel beobachten, wenn sie das Gehirn untersucht — das ist mit äußeren Mitteln festzustellen -, wie beim Kinde da oben am Kopf, an der Stelle, die lange Zeit noch weich bleibt, die Schädelteile sich erst später zusammenschließen und das Gehirn sich allmählich gestaltet. Gliederung und Verbindung hat die Aufgabe, ein Instrument zu bilden für das, was das Kind erst später können wird: denken; es soll Wahrnehmungen verbinden. Der Hellscher sieht nun an dem Kinde, wie es in den allerersten Tagen und Wochen der Entwickelung umgeben ist von mächtig wirkenden Kräften, die dem zweiten Wesensteil des Menschen, dem Ätherleibe, angehören. Wir wissen, daß dieser beim heutigen Menschen etwa dieselbe Größe hat wie der physische Leib, beim Kinde aber noch sehr weit über den physischen Leib herausragt, besonders am Kopf. Und da ist nun auch dieses Arbeiten der Kräfte, das wie ein Lichtspiel sich ausnimmt für den Hellseher, besonders lebhaft. Es ist wunderbar anzusehen, wie gewisse Kräfte aus dem Körper von unten heraufschießen, wie es dann von oben herunterstrahlt, vom Genick, von allen Seiten her und da, wo sich die Haare wirbeln, in ein lebendiges Spiel der Kräfte ausstrahlt, zu einem astralisch-ätherischen Lichtspiel wird im Ätherleib des Kindes, das sich dann mit der Zeit immer mehr verliert. In diesem Lichtspiel liegen die Kräfte, die jene physischen Verbindungsglieder im Gehirn schaffen. Das Gehirn wird erst in der Zeit gestaltet, wenn das Kind schon geboren ist, und zwar aus einer geistigen Substanz heraus. Vierzig bis fünfzig Kräfteströme können Sie da zusammenarbeiten sehen - aus ihnen ist der Lichtkörper zusammengesetzt -, ein wunderbares Schauspiel, wenn Sie so das Kind in den ersten Lebenswochen beobachten. Allmählich dringt dieser Lichtkörper in das Gehirn des Kindes hinein, ist dann drinnen. Erst war der Ätherleib des Kindes draußen, er umgab den Kopf, war ganz primitiv; ihn umgab ein Lichtkörper, aus dem er Kräfte sammelte, und nun geht er allmählich in den Kopf des Kindes hinein, sitzt da drinnen als der komplizierte Ätherorganismus. Das ist das Wundervolle an der Entwickelung, daß alles Physische aus der geistigen Welt heraus konstruiert ist, aus dem Geistigen heraus gearbeitet ist, welches wir dann selbst aufnehmen. Das Seelische hat sich zuerst die Behausung ausgearbeitet, in der es dann wohnt. So sehen wir, wie es in der kleinen Welt geschieht, im menschlichen Gehirn des Kindes; so ist es auch in der großen Welt. Schauen Sie auf eine besonders vorgeschrittene Individualität wie die des Jesus von Nazareth, in dessen Leib drei Jahre lang als Seele der Christus gewohnt hat. Geradeso wie beim Kinde der Ätherleib sich das physische Gehirn selbst zubereitet, um dann später dahineinzuziehen, so hat sich der Christus auch zuvor die Stätte zubereitet, darinnen er wohnen konnte. Das mußte er aber erst sich erarbeiten. Erst hat er sozusagen nur äußerlich mit der Erde zusammengehangen, sie hat ihn aber noch nicht in sich aufnehmen können. Die Besten aber haben an ihr so gearbeitet, daß der Christus ihr immer näher und näher kommen konnte, und er selbst, der Christus, hat dabei mitgeholfen. Wer hat denn den Körper des Jesus von Nazareth so umgestaltet und zuletzt soweit gebracht, daß er den Christus aufnehmen konnte? Der Christus selber hat das getan. Erst hat er von außen an ihm gearbeitet und nachher konnte der Christus selbst in den Menschen einziehen.

[ 14 ] Betrachten wir einmal ein Kind. Es wird geboren, es erblickt, so heißt der technische Ausdruck, das Licht der Welt, es verändert sich, und gerade in den allerersten Lebenswochen verändert es sich besonders schnell, es geht da der Entwickelungsgang gegenüber späteren Epochen am schnellsten vor sich. Die äußere materialistische Wissenschaft kann sogar da vieles feststellen. Sie kann zum Beispiel beobachten, wenn sie das Gehirn untersucht — das ist mit äußeren Mitteln festzustellen -, wie beim Kinde da oben am Kopf, an der Stelle, die lange Zeit noch weich bleibt, die Schädelteile sich erst später zusammenschließen und das Gehirn sich allmählich gestaltet. Gliederung und Verbindung hat die Aufgabe, ein Instrument zu bilden für das, was das Kind erst später können wird: denken; es soll Wahrnehmungen verbinden. Der Hellscher sieht nun an dem Kinde, wie es in den allerersten Tagen und Wochen der Entwickelung umgeben ist von mächtig wirkenden Kräften, die dem zweiten Wesensteil des Menschen, dem Ätherleibe, angehören. Wir wissen, daß dieser beim heutigen Menschen etwa dieselbe Größe hat wie der physische Leib, beim Kinde aber noch sehr weit über den physischen Leib herausragt, besonders am Kopf. Und da ist nun auch dieses Arbeiten der Kräfte, das wie ein Lichtspiel sich ausnimmt für den Hellseher, besonders lebhaft. Es ist wunderbar anzusehen, wie gewisse Kräfte aus dem Körper von unten heraufschießen, wie es dann von oben herunterstrahlt, vom Genick, von allen Seiten her und da, wo sich die Haare wirbeln, in ein lebendiges Spiel der Kräfte ausstrahlt, zu einem astralisch-ätherischen Lichtspiel wird im Ätherleib des Kindes, das sich dann mit der Zeit immer mehr verliert. In diesem Lichtspiel liegen die Kräfte, die jene physischen Verbindungsglieder im Gehirn schaffen. Das Gehirn wird erst in der Zeit gestaltet, wenn das Kind schon geboren ist, und zwar aus einer geistigen Substanz heraus. Vierzig bis fünfzig Kräfteströme können Sie da zusammenarbeiten sehen - aus ihnen ist der Lichtkörper zusammengesetzt -, ein wunderbares Schauspiel, wenn Sie so das Kind in den ersten Lebenswochen beobachten. Allmählich dringt dieser Lichtkörper in das Gehirn des Kindes hinein, ist dann drinnen. Erst war der Ätherleib des Kindes draußen, er umgab den Kopf, war ganz primitiv; ihn umgab ein Lichtkörper, aus dem er Kräfte sammelte, und nun geht er allmählich in den Kopf des Kindes hinein, sitzt da drinnen als der komplizierte Ätherorganismus. Das ist das Wundervolle an der Entwickelung, daß alles Physische aus der geistigen Welt heraus konstruiert ist, aus dem Geistigen heraus gearbeitet ist, welches wir dann selbst aufnehmen. Das Seelische hat sich zuerst die Behausung ausgearbeitet, in der es dann wohnt. So sehen wir, wie es in der kleinen Welt geschieht, im menschlichen Gehirn des Kindes; so ist es auch in der großen Welt. Schauen Sie auf eine besonders vorgeschrittene Individualität wie die des Jesus von Nazareth, in dessen Leib drei Jahre lang als Seele der Christus gewohnt hat. Geradeso wie beim Kinde der Ätherleib sich das physische Gehirn selbst zubereitet, um dann später dahineinzuziehen, so hat sich der Christus auch zuvor die Stätte zubereitet, darinnen er wohnen konnte. Das mußte er aber erst sich erarbeiten. Erst hat er sozusagen nur äußerlich mit der Erde zusammengehangen, sie hat ihn aber noch nicht in sich aufnehmen können. Die Besten aber haben an ihr so gearbeitet, daß der Christus ihr immer näher und näher kommen konnte, und er selbst, der Christus, hat dabei mitgeholfen. Wer hat denn den Körper des Jesus von Nazareth so umgestaltet und zuletzt soweit gebracht, daß er den Christus aufnehmen konnte? Der Christus selber hat das getan. Erst hat er von außen an ihm gearbeitet und nachher konnte der Christus selbst in den Menschen einziehen.

[ 15 ] Gleiches geschieht in der kleinen Welt wie in der großen. Und nur dadurch, daß diese Wesen, die über uns stehen, sich auch entwickeln, ist überhaupt Entwickelung möglich. Erst dadurch, daß der Christus sich übersinnlich zeigen konnte, ist er der planetarische Geist der Erde geworden. Das Mikrokosmische entspricht immer dem Makrokosmischen.

[ 15 ] Gleiches geschieht in der kleinen Welt wie in der großen. Und nur dadurch, daß diese Wesen, die über uns stehen, sich auch entwickeln, ist überhaupt Entwickelung möglich. Erst dadurch, daß der Christus sich übersinnlich zeigen konnte, ist er der planetarische Geist der Erde geworden. Das Mikrokosmische entspricht immer dem Makrokosmischen.

[ 16 ] Nicht einmal das erste Kapitel des Rosenkreuzertums konnte ich heute vor Sie hinstellen, sondern nur erst die Art und Weise charakterisieren, wie der Mensch der Gegenwart denken und empfinden lernen soll. Denn die wahre Bedeutung des «Erkenne dich selbst» liegt darin, daß wir in dieser Weise die Weltenentwickelung verfolgen. Wo ist unser Selbst? Doch nicht in uns allein. Das zu denken wäre egoistisch. Es ist herausgebaut und herausgeboren aus dem ganzen Weltenall und auch unser Aufstieg soll uns dazu führen, in dem ganzen Kosmos aufzugehen. Hineinstellen will die Selbsterkenntnis den Menschen in die ganze Welt, um ihm da zu zeigen den wahren Sinn des Wortes: Selbsterkenntnis.

[ 16 ] Nicht einmal das erste Kapitel des Rosenkreuzertums konnte ich heute vor Sie hinstellen, sondern nur erst die Art und Weise charakterisieren, wie der Mensch der Gegenwart denken und empfinden lernen soll. Denn die wahre Bedeutung des «Erkenne dich selbst» liegt darin, daß wir in dieser Weise die Weltenentwickelung verfolgen. Wo ist unser Selbst? Doch nicht in uns allein. Das zu denken wäre egoistisch. Es ist herausgebaut und herausgeboren aus dem ganzen Weltenall und auch unser Aufstieg soll uns dazu führen, in dem ganzen Kosmos aufzugehen. Hineinstellen will die Selbsterkenntnis den Menschen in die ganze Welt, um ihm da zu zeigen den wahren Sinn des Wortes: Selbsterkenntnis.