The Principle of Spiritual Economy
in Relation to Reincarnation
GA 109
14 June 1909, Vienna
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Das Prinzip der spirituellen Ökonomie, 4th ed.
20. Buddha und Christus
20. Buddha und Christus
[ 1 ] Heutzutage tauchen in der theosophischen Vereinigung, und namentlich bei deren jungen Mitgliedern, oft Fragen auf, die wohl der Mühe wert sind, näher beleuchtet zu werden. Eine dieser Fragen, welche sehr oft gestellt wird, ist diese: Weshalb sollen wir eigentlich so viele Zeit dem eingehenden Studium der Theosophie widmen? Warum beschweren wir uns mit dem ganzen Ballast von Theorien über das Entstehen des Kosmos vom Urbeginn an bis zum Aufbau des Menschen mit seinen verschiedenen Körpern und Prinzipien? - Dann wiederum: Die Lehre der vielen Verkörperungen, die der Mensch durchleben muß, und die Lehre vom Gesetz der Ursachen und Wirkungen, wozu haben wir dieses alles nötig? Kommen wir nicht viel weiter, wenn wir die ethische Seite der theosophischen Lehre in uns aufnehmen, um uns besser zu entwickeln und zu guten Menschen zu werden? Ist dieses nicht schließlich die Hauptsache? Wozu also all das Studium?
[ 1 ] Heutzutage tauchen in der theosophischen Vereinigung, und namentlich bei deren jungen Mitgliedern, oft Fragen auf, die wohl der Mühe wert sind, näher beleuchtet zu werden. Eine dieser Fragen, welche sehr oft gestellt wird, ist diese: Weshalb sollen wir eigentlich so viele Zeit dem eingehenden Studium der Theosophie widmen? Warum beschweren wir uns mit dem ganzen Ballast von Theorien über das Entstehen des Kosmos vom Urbeginn an bis zum Aufbau des Menschen mit seinen verschiedenen Körpern und Prinzipien? - Dann wiederum: Die Lehre der vielen Verkörperungen, die der Mensch durchleben muß, und die Lehre vom Gesetz der Ursachen und Wirkungen, wozu haben wir dieses alles nötig? Kommen wir nicht viel weiter, wenn wir die ethische Seite der theosophischen Lehre in uns aufnehmen, um uns besser zu entwickeln und zu guten Menschen zu werden? Ist dieses nicht schließlich die Hauptsache? Wozu also all das Studium?
[ 2 ] Ja, das ist auch die Hauptsache, daß sich unsere Seele entwickelt! Um aber zu dieser Hauptsache zu kommen, ist es zuerst notwendig, sich die hohen Lehren der ’Theosophie zu eigen zu machen. Wir können uns schneller und besser entwickeln und an uns arbeiten, wenn wir wissen, wie die Zusammenfügung der menschlichen Wesenheit ist, wie sie mit dem Kosmos in Zusammenhang steht, wenn wir kennenlernen, wie die ganze Weltenentwickelung, gleich der unsrigen, durch höhere Wesenheiten beeinflußt und geleitet wird. Nun kann man aber wiederum fragen: Woher stammen denn all diese Wissenschaften und Theorien? Ist Theosophie nicht ebensogut eine Weltanschauung, eine Philosophie wie jede andere, sagen wir die von Haeckel, Kant und Schopenhauer? - Nein, das ist Theosophie nicht. Jene sind eingegliedert, eingegossen in gewisse Formen, sagen wir Dogmen; sie vergegenwärtigen ein gewisses System. Das ist aber mit der theosophischen Weltanschauung ganz anders: sie ist fließendes Leben, welches von höheren Welten in die Menschheit eindringt, und ihre Weisheit wird uns verkündigt durch Erleuchtete, Eingeweihte, die durch ihre hellseherische Kraft die geistige Welt so deutlich, ja noch viel deutlicher sehen als wir die Welt der Gegenstände um uns herum. Die Eingeweihten haben die Verpflichtung, die Menschheit zu belehren; sie haben seit den letzten dreißig Jahren diese Botschaft wiederum empfangen von den höheren Wesenheiten, die bereits über die Entwickelung des Menschen hinausgestiegen sind, von den Meistern des Zusammenklangs der Empfindungen, von diesen erhabenen Wesenheiten, die tatsächlich jede spirituelle Strömung auf unserer Erde beeinflussen und allmählich immer mehr von ihrer Weisheit in die Welt einfließen lassen, je nachdem der Mensch in seiner Entwickelung höher und immer höher steigt. Nun könnte wiederum gefragt werden: Ist es denn für uns gewöhnliche Menschen wohl genügend, daß wir nur diese Lehren begreifen lernen? Müssen wir denn eigentlich nicht alle Eingeweihte werden, um die Theosophie verstehen zu können?
[ 2 ] Ja, das ist auch die Hauptsache, daß sich unsere Seele entwickelt! Um aber zu dieser Hauptsache zu kommen, ist es zuerst notwendig, sich die hohen Lehren der ’Theosophie zu eigen zu machen. Wir können uns schneller und besser entwickeln und an uns arbeiten, wenn wir wissen, wie die Zusammenfügung der menschlichen Wesenheit ist, wie sie mit dem Kosmos in Zusammenhang steht, wenn wir kennenlernen, wie die ganze Weltenentwickelung, gleich der unsrigen, durch höhere Wesenheiten beeinflußt und geleitet wird. Nun kann man aber wiederum fragen: Woher stammen denn all diese Wissenschaften und Theorien? Ist Theosophie nicht ebensogut eine Weltanschauung, eine Philosophie wie jede andere, sagen wir die von Haeckel, Kant und Schopenhauer? - Nein, das ist Theosophie nicht. Jene sind eingegliedert, eingegossen in gewisse Formen, sagen wir Dogmen; sie vergegenwärtigen ein gewisses System. Das ist aber mit der theosophischen Weltanschauung ganz anders: sie ist fließendes Leben, welches von höheren Welten in die Menschheit eindringt, und ihre Weisheit wird uns verkündigt durch Erleuchtete, Eingeweihte, die durch ihre hellseherische Kraft die geistige Welt so deutlich, ja noch viel deutlicher sehen als wir die Welt der Gegenstände um uns herum. Die Eingeweihten haben die Verpflichtung, die Menschheit zu belehren; sie haben seit den letzten dreißig Jahren diese Botschaft wiederum empfangen von den höheren Wesenheiten, die bereits über die Entwickelung des Menschen hinausgestiegen sind, von den Meistern des Zusammenklangs der Empfindungen, von diesen erhabenen Wesenheiten, die tatsächlich jede spirituelle Strömung auf unserer Erde beeinflussen und allmählich immer mehr von ihrer Weisheit in die Welt einfließen lassen, je nachdem der Mensch in seiner Entwickelung höher und immer höher steigt. Nun könnte wiederum gefragt werden: Ist es denn für uns gewöhnliche Menschen wohl genügend, daß wir nur diese Lehren begreifen lernen? Müssen wir denn eigentlich nicht alle Eingeweihte werden, um die Theosophie verstehen zu können?
[ 3 ] Ja, es sollten alle Menschen auf einer gewissen Stufe der Entwickelung darnach streben, Eingeweihte zu werden an Hand der gegebenen Methoden, welche aber nur durch moralische Kraft eine erfolgreiche Entwickelung der schlummernden Kräfte in der Seele zur Folge haben können. Doch auch jene, welche vorläufig noch nicht so weit sind, diese Kräfte entwickeln zu können, welche die erhabenen Lehren der Theosophie nur durch Studium und durch die Hilfe ihres Lehrers in sich aufnehmen können und verstehen lernen, auch sie genießen schon ein großes Vorrecht. Sie stehen, wenn sie nach dem Tode sich auf dem Astralgebiet befinden, in ihrem Anschauen auf derselben Stufe wie ihr Lehrer; er hat nichts voraus, er hat alles, was er für sich errungen hatte, wieder seinen Schülern gegeben, er schaut nicht mehr als seine Schüler, er hat nicht aus Selbstsucht gegeben, um selbst höher zu kommen. Es gibt nicht Selbstsucht in den höheren Welten oder bei den wirklich Eingeweihten; sie geben nur, um der Menschheit zu helfen.
[ 3 ] Ja, es sollten alle Menschen auf einer gewissen Stufe der Entwickelung darnach streben, Eingeweihte zu werden an Hand der gegebenen Methoden, welche aber nur durch moralische Kraft eine erfolgreiche Entwickelung der schlummernden Kräfte in der Seele zur Folge haben können. Doch auch jene, welche vorläufig noch nicht so weit sind, diese Kräfte entwickeln zu können, welche die erhabenen Lehren der Theosophie nur durch Studium und durch die Hilfe ihres Lehrers in sich aufnehmen können und verstehen lernen, auch sie genießen schon ein großes Vorrecht. Sie stehen, wenn sie nach dem Tode sich auf dem Astralgebiet befinden, in ihrem Anschauen auf derselben Stufe wie ihr Lehrer; er hat nichts voraus, er hat alles, was er für sich errungen hatte, wieder seinen Schülern gegeben, er schaut nicht mehr als seine Schüler, er hat nicht aus Selbstsucht gegeben, um selbst höher zu kommen. Es gibt nicht Selbstsucht in den höheren Welten oder bei den wirklich Eingeweihten; sie geben nur, um der Menschheit zu helfen.
[ 4 ] Eine andere Frage steigt wohl auch bei Theosophen auf, wenn sie sich sagen: Muß ich nun doch durch so viele Verkörperungen hindurch, dann kann ich ja auch noch mit dem Studium warten bis zur nächsten Inkarnation; jetzt habe ich noch so viel anderes zu tun, bin auch zu bequem dazu. — Dieses wäre gerade so, als wenn das Maiglöckchen sagen würde: Ich bin zu faul, um jetzt zu blühen, ich will noch ein bißchen in der Erde schlafen, ich warte lieber noch bis zum Oktober. - Aber im Oktober würde es nicht mehr die Bedingungen seines Blühens finden. Und ebenso wird es beim Menschen der Fall sein: stößt er in diesem Leben die Gelegenheit zurück, die spirituellen Wahrheiten, die ihm geboten werden, zu empfangen, aus Bequemlichkeit oder sonstigen Gründen, so kann er sicher sein, daß er sich schon in diesem Leben die Bedingungen schafft, die ihn verhindern werden, sie im folgenden Leben überhaupt annehmen zu können.
[ 4 ] Eine andere Frage steigt wohl auch bei Theosophen auf, wenn sie sich sagen: Muß ich nun doch durch so viele Verkörperungen hindurch, dann kann ich ja auch noch mit dem Studium warten bis zur nächsten Inkarnation; jetzt habe ich noch so viel anderes zu tun, bin auch zu bequem dazu. — Dieses wäre gerade so, als wenn das Maiglöckchen sagen würde: Ich bin zu faul, um jetzt zu blühen, ich will noch ein bißchen in der Erde schlafen, ich warte lieber noch bis zum Oktober. - Aber im Oktober würde es nicht mehr die Bedingungen seines Blühens finden. Und ebenso wird es beim Menschen der Fall sein: stößt er in diesem Leben die Gelegenheit zurück, die spirituellen Wahrheiten, die ihm geboten werden, zu empfangen, aus Bequemlichkeit oder sonstigen Gründen, so kann er sicher sein, daß er sich schon in diesem Leben die Bedingungen schafft, die ihn verhindern werden, sie im folgenden Leben überhaupt annehmen zu können.
[ 5 ] Daß der Mensch überhaupt imstande ist, diese Wahrheiten in sich aufzunehmen, dazu wurde der Impuls gegeben in dem Ereignis von Golgatha. In ihm liegt der Keim zum geistigen Erfassen der menschlichen Evolution.
[ 5 ] Daß der Mensch überhaupt imstande ist, diese Wahrheiten in sich aufzunehmen, dazu wurde der Impuls gegeben in dem Ereignis von Golgatha. In ihm liegt der Keim zum geistigen Erfassen der menschlichen Evolution.
[ 6 ] Betrachten wir einmal die Entwickelungsphasen der Menschheit, indem wir sechshundert Jahre vor dem Erscheinen des Christus Jesus auf unserer Erde zurückgehen, bis sechshundert Jahre nach diesem Ereignis. Sechshundert Jahre vor Christus verkörperte sich in der Persönlichkeit des Siddharta Gautama die hohe Wesenheit des Buddha, der durch seine Weisheit Millionen von Menschen eine herrliche Lehre brachte. Er war ein Königssohn, von früher Jugend auf behütet und beschirmt worden vor allem Elend, Laster und jeglichem Leiden, das die Welt mit sich bringt. Als er zum Jüngling herangereift war und es ihm gelang, die Grenzen des Gartens seines Palastes zu überschreiten, trat ihm zum erstenmal das Leben in seiner ganzen Wirklichkeit entgegen. Er begegnete einem in Lumpen gehüllten Bettler und einem Kranken, und zuletzt sah er einen Leichnam; er zog daraus die Erfahrung, daß alles auf der Erde nur Leiden sei. Geburt ist Leiden, Tod ist Leiden, Getrenntsein von seinen Lieben ist Leiden, Vereintsein mit denen, die man nicht liebt, ist Leiden, Nichterhalten, was man wünscht, ist Leiden, und Erhalten, was man nicht begehrt, ist Leiden. Er sagt deshalb: Alles Irdische ist nichtig, darum soll der Mensch das Leben verneinen, sich loslösen von allem, was irdisch ist; den Durst nach Dasein soll man auslöschen, denn alles ist Maja. — Er kehrte nicht wieder in seinen Königspalast zurück, sondern ging in die Wüste.
[ 6 ] Betrachten wir einmal die Entwickelungsphasen der Menschheit, indem wir sechshundert Jahre vor dem Erscheinen des Christus Jesus auf unserer Erde zurückgehen, bis sechshundert Jahre nach diesem Ereignis. Sechshundert Jahre vor Christus verkörperte sich in der Persönlichkeit des Siddharta Gautama die hohe Wesenheit des Buddha, der durch seine Weisheit Millionen von Menschen eine herrliche Lehre brachte. Er war ein Königssohn, von früher Jugend auf behütet und beschirmt worden vor allem Elend, Laster und jeglichem Leiden, das die Welt mit sich bringt. Als er zum Jüngling herangereift war und es ihm gelang, die Grenzen des Gartens seines Palastes zu überschreiten, trat ihm zum erstenmal das Leben in seiner ganzen Wirklichkeit entgegen. Er begegnete einem in Lumpen gehüllten Bettler und einem Kranken, und zuletzt sah er einen Leichnam; er zog daraus die Erfahrung, daß alles auf der Erde nur Leiden sei. Geburt ist Leiden, Tod ist Leiden, Getrenntsein von seinen Lieben ist Leiden, Vereintsein mit denen, die man nicht liebt, ist Leiden, Nichterhalten, was man wünscht, ist Leiden, und Erhalten, was man nicht begehrt, ist Leiden. Er sagt deshalb: Alles Irdische ist nichtig, darum soll der Mensch das Leben verneinen, sich loslösen von allem, was irdisch ist; den Durst nach Dasein soll man auslöschen, denn alles ist Maja. — Er kehrte nicht wieder in seinen Königspalast zurück, sondern ging in die Wüste.
[ 7 ] Wie war nun die menschliche Entwickelung sechshundert Jahre nach dem Ereignis, in Palästina, weitergeschritten? Der Buddha hatte gesagt: Alles ist Leiden, Leben ist Leiden, Tod ist Leiden, deshalb tötet den Durst nach Dasein. — Christus hingegen zeigte uns, wie wir gerade dadurch, daß wir uns tief ins Leben begeben, alles Leiden durch Liebe überwinden können, daß wir, indem wir den Materialismus durch den Geist überwinden, auch den Geist hinüberretten in eine höhere Welt und dadurch auch den Tod überwinden. Sechshundert Jahre vor Christus Jesus hatte Buddha durch den Anblick des Leichnams die Gewißheit erlangt und es der Welt gelehrt, daß Tod Leiden sei; Christus zeigte der Welt sechshundert Jahre später durch seinen eigenen Leichnam am Kreuze, daß der Tod nicht Leiden, sondern der Sieger über das Leiden der Welt ist, daß er keine Vernichtung, sondern neues Leben hervorbringt. Christus brachte nach seinem Tod Licht in die astrale Welt. Und seitdem das Blut auf Golgatha geflossen ist, hat sich auch die Aura der Erde verändert, und dieses neue Prinzip in der Erdenaura ist es, welches der Menschheit den Christus-Impuls einflößte. Wir wollen das EinflieBen dieser hohen Individualität, welche auf Erden den Christus-Impuls brachte, etwas näher beleuchten.
[ 7 ] Wie war nun die menschliche Entwickelung sechshundert Jahre nach dem Ereignis, in Palästina, weitergeschritten? Der Buddha hatte gesagt: Alles ist Leiden, Leben ist Leiden, Tod ist Leiden, deshalb tötet den Durst nach Dasein. — Christus hingegen zeigte uns, wie wir gerade dadurch, daß wir uns tief ins Leben begeben, alles Leiden durch Liebe überwinden können, daß wir, indem wir den Materialismus durch den Geist überwinden, auch den Geist hinüberretten in eine höhere Welt und dadurch auch den Tod überwinden. Sechshundert Jahre vor Christus Jesus hatte Buddha durch den Anblick des Leichnams die Gewißheit erlangt und es der Welt gelehrt, daß Tod Leiden sei; Christus zeigte der Welt sechshundert Jahre später durch seinen eigenen Leichnam am Kreuze, daß der Tod nicht Leiden, sondern der Sieger über das Leiden der Welt ist, daß er keine Vernichtung, sondern neues Leben hervorbringt. Christus brachte nach seinem Tod Licht in die astrale Welt. Und seitdem das Blut auf Golgatha geflossen ist, hat sich auch die Aura der Erde verändert, und dieses neue Prinzip in der Erdenaura ist es, welches der Menschheit den Christus-Impuls einflößte. Wir wollen das EinflieBen dieser hohen Individualität, welche auf Erden den Christus-Impuls brachte, etwas näher beleuchten.
[ 8 ] Wenn wir zurückgehen in ferne Zeiten, da die heiligen Rishis die hohe Weisheit des Vishva-Karman, des großen Sonnengottes verkündigten, so finden wir: sie sprechen von derselben Individualität, von der auch später Zarathustra verkündigt, die er Ormuzd nennt und deren physische Gestalt er in Ahura Mazdao sieht, der großen Sonnenaura. Und dieselbe große Wesenheit ist es auch, die dem Moses im brennenden Dornbusch erscheint auf dem Berge Sinai, dieselbe geistige Sonnenindividualität, welche sich von der Sonne immer mehr hinunterneigte, die immer näher und näher der Erde kam, und die, als Moses fragte: Was soll ich dem Volke sagen, wenn sie mich fragen, wer du bist? — antwortete: «Ich bin, der ich bin, der ich war und der ich sein werde!», und die ihm ankündigte, daß, wenn die Zeit gekommen sein würde, wo die Erde ihn empfangen könnte, er im Fleische unter uns wohnen werde. Wann war diese Zeit gekommen? Diese Zeit war gekommen, als ein reiner Körper geboren war, der als Träger dieser hohen Wesenheit dienen konnte. Und dieser Träger war der Körper des Jesus von Nazareth, in welchem sie drei Jahre wohnte. Dieses große Geheimnis: das Leben der göttlichen Wesenheit in einem irdischen Körper, sein Sterben auf Golgatha, liegt der nun folgenden Entwickelung als Substanz und Kraftimpuls zugrunde.
[ 8 ] Wenn wir zurückgehen in ferne Zeiten, da die heiligen Rishis die hohe Weisheit des Vishva-Karman, des großen Sonnengottes verkündigten, so finden wir: sie sprechen von derselben Individualität, von der auch später Zarathustra verkündigt, die er Ormuzd nennt und deren physische Gestalt er in Ahura Mazdao sieht, der großen Sonnenaura. Und dieselbe große Wesenheit ist es auch, die dem Moses im brennenden Dornbusch erscheint auf dem Berge Sinai, dieselbe geistige Sonnenindividualität, welche sich von der Sonne immer mehr hinunterneigte, die immer näher und näher der Erde kam, und die, als Moses fragte: Was soll ich dem Volke sagen, wenn sie mich fragen, wer du bist? — antwortete: «Ich bin, der ich bin, der ich war und der ich sein werde!», und die ihm ankündigte, daß, wenn die Zeit gekommen sein würde, wo die Erde ihn empfangen könnte, er im Fleische unter uns wohnen werde. Wann war diese Zeit gekommen? Diese Zeit war gekommen, als ein reiner Körper geboren war, der als Träger dieser hohen Wesenheit dienen konnte. Und dieser Träger war der Körper des Jesus von Nazareth, in welchem sie drei Jahre wohnte. Dieses große Geheimnis: das Leben der göttlichen Wesenheit in einem irdischen Körper, sein Sterben auf Golgatha, liegt der nun folgenden Entwickelung als Substanz und Kraftimpuls zugrunde.
[ 9 ] Christi Lehren sind es nicht allein, welche die Verbreitung des Christentums herbeigeführt haben; andere Religionsstifter hatten schon dieselben Lehren verkündigt. Zu Lebzeiten des Christus war das kleine Häuflein Christen selbst so wenig bekannt, daß es sogar viele Länder gab, wo man von der Existenz des Christus gar nichts wußte. Was war es denn, das später das Christentum verbreitete? Es war die Tat des Christus Jesus, daß er sich auf der Erde verstofflicht hatte. Nur dadurch wurde der christliche Impuls in uns gelegt. Paulus ist der eigentliche Verbreiter und Begründer des Christentums geworden, und zwar erst nach dem Ereignis zu Damaskus. Auch er, der die Lehren des Christus Jesus empfangen und in sich aufgenommen hatte, konnte nicht zum Glauben und nicht zum Bekennen des Christus Jesus kommen, denn er konnte nicht glauben, daß eine Gottheit die Schmach des Todes am Kreuze auf sich nehmen mußte. Was war es denn, was ihn zum Glauben an ihn führte? Nichts anderes war es, als daß er plötzlich zum Hellseher wurde und daß er das Bild des lebendigen Christus in der astralen Welt, in der Erdenaura erblickte. Da erkannte er, daß der Christus Jesus nicht gestorben ist, sondern mit der Welt verbunden geblieben ist. Die Menschheit wird erst in fernen Zeiten begreifen, was der Christus ist. Der Christus ist der Planetengeist unserer Erde, der Geist, welcher sich vom Anbeginne her von der Sonne zu uns herniedergelassen hat, welcher, indem er die hohen Gebiete verlassen hat, immer tiefer und tiefer in die Sphären herniederkam, bis er sich in Jesus von Nazareth verstofflichte, um durch dieses große Opfer den Christus-Impuls in uns zu erwecken, dessen höchste Entfaltung das Ziel unserer Erdenentwickelung ist, die erst dann ihren Zweck erfüllt haben wird, wenn alle Menschen so geworden sind, wie der Lehrer war.
[ 9 ] Christi Lehren sind es nicht allein, welche die Verbreitung des Christentums herbeigeführt haben; andere Religionsstifter hatten schon dieselben Lehren verkündigt. Zu Lebzeiten des Christus war das kleine Häuflein Christen selbst so wenig bekannt, daß es sogar viele Länder gab, wo man von der Existenz des Christus gar nichts wußte. Was war es denn, das später das Christentum verbreitete? Es war die Tat des Christus Jesus, daß er sich auf der Erde verstofflicht hatte. Nur dadurch wurde der christliche Impuls in uns gelegt. Paulus ist der eigentliche Verbreiter und Begründer des Christentums geworden, und zwar erst nach dem Ereignis zu Damaskus. Auch er, der die Lehren des Christus Jesus empfangen und in sich aufgenommen hatte, konnte nicht zum Glauben und nicht zum Bekennen des Christus Jesus kommen, denn er konnte nicht glauben, daß eine Gottheit die Schmach des Todes am Kreuze auf sich nehmen mußte. Was war es denn, was ihn zum Glauben an ihn führte? Nichts anderes war es, als daß er plötzlich zum Hellseher wurde und daß er das Bild des lebendigen Christus in der astralen Welt, in der Erdenaura erblickte. Da erkannte er, daß der Christus Jesus nicht gestorben ist, sondern mit der Welt verbunden geblieben ist. Die Menschheit wird erst in fernen Zeiten begreifen, was der Christus ist. Der Christus ist der Planetengeist unserer Erde, der Geist, welcher sich vom Anbeginne her von der Sonne zu uns herniedergelassen hat, welcher, indem er die hohen Gebiete verlassen hat, immer tiefer und tiefer in die Sphären herniederkam, bis er sich in Jesus von Nazareth verstofflichte, um durch dieses große Opfer den Christus-Impuls in uns zu erwecken, dessen höchste Entfaltung das Ziel unserer Erdenentwickelung ist, die erst dann ihren Zweck erfüllt haben wird, wenn alle Menschen so geworden sind, wie der Lehrer war.
[ 10 ] Die Worte, die Christus spricht: «Wer mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen», sind wörtlich zu nehmen, denn Christus ist der Geist unserer Erde, die Erde ist sein physischer Körper. Durch das Ereignis von Golgatha, als der Geist der großen göttlichen Sonnenindividualität den Körper des Jesus von Nazareth verließ, und in dem Augenblick, da das Blut aus den Wunden floß, geschah etwas Bedeutsames für die Menschheit. Nehmen wir an, ein Hellseher hätte von einem andern Planeten aus in diesem gewaltigen Augenblick die Aura unserer Erde beobachtet, so würde er eine große Veränderung darin wahrgenommen haben: er würde in der Aura eine andere, eine neue Farbe entdeckt haben, etwas wie ein anderes Element, das vorher nicht darinnen gewesen ist und welches von dieser Zeit an die Menschheit befruchtete, auf daß sie das christliche Prinzip der Liebe und der Selbstaufopferung in sich aufnehmen könne. Wenn wir uns nun diese Wahrheiten durch eingehendes Studium der theosophischen Lehren eigen zu machen suchen, indem wir begreifen lernen, daß die ganze kosmische und menschliche Evolution in allen ihren Einzelheiten im Zusammenhang steht mit dem Eingreifen von höheren Mächten, mit dem Wirken der geistigen Hierarchien, und daß von ihnen aus unsere ganze geistige Entwickelung geleitet wird, erst wenn uns das zur Gewißheit geworden ist, erst dann wird die hohe erhabene Weisheit so auf uns wirken, daß die Ethik der theosophischen Lehren ihre wahre Weihe erhält, die unsere Seele von innen heraus erwärmt durch ihr eigenes Erkennen der Wahrheiten, so daß sie auch vermag, die wahren Früchte der Theosophie oder Geisteswissenschaft herauszutragen ins praktische Leben. Nur wenn wir den Christus begreifen lernen und damit seine ganze Bedeutung für unsere Erdenentwickelung, wie es uns die uralte Weisheit, die Theosophie lehrt, die uns hineinführt in die Geheimnisse des Schöpfungsgedankens und uns den Zweck unseres Daseins enthüllt, nur dann können wir die wunderbare Ethik der theosophischen Lehre mit unserer ganzen Seele erfassen, so wie sie erfaßt werden soll. Die schönsten Moralpredigten und ethischen Betrachtungen helfen dem Menschen sehr wenig. Wir werden es oft in der Welt sehen, daß sie nur zur frommen Gewohnheit werden, helfen tun sie aber sehr wenig. Es ist gerade so, als wenn man zu jenem Ofen sagte: Lieber Ofen, tue deine moralische Pflicht als guter Ofen und wärme mir das Zimmer. - Man wird eine Weile warten - aber warm wird es nicht. Geben Sie diesem Ofen jedoch Heizmaterial, dann wird er nach kurzer Zeit eine wohltuende Wärme verbreiten. Ebenso ist es mit dem Menschen. Predigen Sie ihm Moral und Ethik so viel Sie wollen, es wird Ihnen wenig helfen. Geben Sie ihm jedoch Heizmaterial für seinen Geist, so wird es warm werden in seinem Innern, und er wird von seiner Seele aus seine Pflicht in der Welt erfüllen, nicht, weil er es als moralischer Mensch muß, sondern weil er nach seinem inneren Wesen nicht anders kann. Wenn wir die Geisteswissenschaft hineintragen in das Leben: welchen Beruf wir auch bekleiden, überall wird sie einen Umschwung zuwege bringen. Denken Sie einmal: welch eine andere Denkart würde sie zum Beispiel bei der Rechtsgelehrtheit erzeugen, besonders in der Jetztzeit, wo der Advokat sich oftmals vor dem Wust der Paragraphen und Gesetzesartikel nicht zu helfen weiß! Jeder Fall wird nur als Nummer behandelt und betrachtet, in eine gewisse Kategorie gefügt. Wäre der Advokat ein Bekenner der Geisteswissenschaft, so würde er die ganze Natur um sich herum, die ganze Menschheit, jeden einzelnen Menschen mit ganz andern Augen anschauen, er würde seinen Klienten besser verstehenlernen, weil er sich eins mit ihm fühlen würde. Sein Denken, welches wie jedes Denken, das sich ohne Geisteswissenschaft in gewisse Formen, Schemata, Dogmen hineinzwängt, erstarrt, es würde durch die Geisteswissenschaft beweglicher, flüssiger werden, sich erweitern, und deshalb würde er, wenn er spirituelles Denken hätte, mitarbeiten am Heile der Menschheit. Und nehmen wir den Mediziner: ein ganz anderes, viel weiteres Feld würde sich ihm eröffnen. Hier sind wir ja schon auf gutem Wege, denn es gibt schon viele Ärzte, die durch die Erleuchtung der Geisteswissenschaft sich nach dieser Richtung hin betätigen. — Aus all diesen Gründen müssen wir, nachdem wir erst fleißig die geisteswissenschaftlichen Lehren studiert und begriffen haben, deren Früchte in das praktische Leben hinaustragen zum Wohle und zum Heile der Menschheit.
[ 10 ] Die Worte, die Christus spricht: «Wer mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen», sind wörtlich zu nehmen, denn Christus ist der Geist unserer Erde, die Erde ist sein physischer Körper. Durch das Ereignis von Golgatha, als der Geist der großen göttlichen Sonnenindividualität den Körper des Jesus von Nazareth verließ, und in dem Augenblick, da das Blut aus den Wunden floß, geschah etwas Bedeutsames für die Menschheit. Nehmen wir an, ein Hellseher hätte von einem andern Planeten aus in diesem gewaltigen Augenblick die Aura unserer Erde beobachtet, so würde er eine große Veränderung darin wahrgenommen haben: er würde in der Aura eine andere, eine neue Farbe entdeckt haben, etwas wie ein anderes Element, das vorher nicht darinnen gewesen ist und welches von dieser Zeit an die Menschheit befruchtete, auf daß sie das christliche Prinzip der Liebe und der Selbstaufopferung in sich aufnehmen könne. Wenn wir uns nun diese Wahrheiten durch eingehendes Studium der theosophischen Lehren eigen zu machen suchen, indem wir begreifen lernen, daß die ganze kosmische und menschliche Evolution in allen ihren Einzelheiten im Zusammenhang steht mit dem Eingreifen von höheren Mächten, mit dem Wirken der geistigen Hierarchien, und daß von ihnen aus unsere ganze geistige Entwickelung geleitet wird, erst wenn uns das zur Gewißheit geworden ist, erst dann wird die hohe erhabene Weisheit so auf uns wirken, daß die Ethik der theosophischen Lehren ihre wahre Weihe erhält, die unsere Seele von innen heraus erwärmt durch ihr eigenes Erkennen der Wahrheiten, so daß sie auch vermag, die wahren Früchte der Theosophie oder Geisteswissenschaft herauszutragen ins praktische Leben. Nur wenn wir den Christus begreifen lernen und damit seine ganze Bedeutung für unsere Erdenentwickelung, wie es uns die uralte Weisheit, die Theosophie lehrt, die uns hineinführt in die Geheimnisse des Schöpfungsgedankens und uns den Zweck unseres Daseins enthüllt, nur dann können wir die wunderbare Ethik der theosophischen Lehre mit unserer ganzen Seele erfassen, so wie sie erfaßt werden soll. Die schönsten Moralpredigten und ethischen Betrachtungen helfen dem Menschen sehr wenig. Wir werden es oft in der Welt sehen, daß sie nur zur frommen Gewohnheit werden, helfen tun sie aber sehr wenig. Es ist gerade so, als wenn man zu jenem Ofen sagte: Lieber Ofen, tue deine moralische Pflicht als guter Ofen und wärme mir das Zimmer. - Man wird eine Weile warten - aber warm wird es nicht. Geben Sie diesem Ofen jedoch Heizmaterial, dann wird er nach kurzer Zeit eine wohltuende Wärme verbreiten. Ebenso ist es mit dem Menschen. Predigen Sie ihm Moral und Ethik so viel Sie wollen, es wird Ihnen wenig helfen. Geben Sie ihm jedoch Heizmaterial für seinen Geist, so wird es warm werden in seinem Innern, und er wird von seiner Seele aus seine Pflicht in der Welt erfüllen, nicht, weil er es als moralischer Mensch muß, sondern weil er nach seinem inneren Wesen nicht anders kann. Wenn wir die Geisteswissenschaft hineintragen in das Leben: welchen Beruf wir auch bekleiden, überall wird sie einen Umschwung zuwege bringen. Denken Sie einmal: welch eine andere Denkart würde sie zum Beispiel bei der Rechtsgelehrtheit erzeugen, besonders in der Jetztzeit, wo der Advokat sich oftmals vor dem Wust der Paragraphen und Gesetzesartikel nicht zu helfen weiß! Jeder Fall wird nur als Nummer behandelt und betrachtet, in eine gewisse Kategorie gefügt. Wäre der Advokat ein Bekenner der Geisteswissenschaft, so würde er die ganze Natur um sich herum, die ganze Menschheit, jeden einzelnen Menschen mit ganz andern Augen anschauen, er würde seinen Klienten besser verstehenlernen, weil er sich eins mit ihm fühlen würde. Sein Denken, welches wie jedes Denken, das sich ohne Geisteswissenschaft in gewisse Formen, Schemata, Dogmen hineinzwängt, erstarrt, es würde durch die Geisteswissenschaft beweglicher, flüssiger werden, sich erweitern, und deshalb würde er, wenn er spirituelles Denken hätte, mitarbeiten am Heile der Menschheit. Und nehmen wir den Mediziner: ein ganz anderes, viel weiteres Feld würde sich ihm eröffnen. Hier sind wir ja schon auf gutem Wege, denn es gibt schon viele Ärzte, die durch die Erleuchtung der Geisteswissenschaft sich nach dieser Richtung hin betätigen. — Aus all diesen Gründen müssen wir, nachdem wir erst fleißig die geisteswissenschaftlichen Lehren studiert und begriffen haben, deren Früchte in das praktische Leben hinaustragen zum Wohle und zum Heile der Menschheit.
