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Spiritual Hierarchies
and their Reflection in the Physical World
GA 110

18 April 1909 p.m., Düsseldorf

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Spiritual Hierarchies, tr. SOL
  1. Geistige Hierarchien, 7th ed.

Zehnter Vortrag

Tenth Lecture

[ 1 ] Außer der am Schluß des vorigen Vortrags hingestellten Frage wäre wohl zu dem Thema unserer Vorträge noch mancherlei auszuführen, aber es läßt sich eben nicht in zehn Vorträgen erschöpfend über alle unsere Welten reden. Daher gestatten Sie, daß ich, bevor ich zu unserer Frage übergehe, noch einige Bemerkungen mache, welche in gewissem Sinne auch mit unserer Schlußbetrachtung zusammenhängen werden. Die erste Bemerkung, die ich zu machen habe, ist etwas, was für ein Gegenwartsbewußtsein schwer, man darf vielleicht sagen, zunächst gar nicht recht verständlich ist; aber es ist gut, wenn man weiß, daß es so etwas gibt. Das ist nämlich die Frage: Wie verschwinden nun diese planetarischen Gebilde eigentlich wiederum? Im Geistigen ist es Ihnen ja klar, wie die Entwickelung geschieht: Die Wesenheiten steigen zu höheren Stufen hinauf, und indem sie hinaufsteigen, müssen sie den alten Schauplatz, den alten Wohnplatz verlassen, der ihnen eine Weile dazu gedient hat, gewisse Fähigkeiten zu entwickeln, die sie sonst nicht hätten entwickeln können. Als im Laufe der Evolution jene Zeit heranrückte, die wir die alte lemurische Zeit nennen, da war der Mensch im Verlaufe seiner Gesamtentwickelung so weit, daß er alles, was durch Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung zu erlangen war, wiederholt hatte. Nun trat er auf indem Wohnplatz unserer Erdenevolution, der sich zu seiner Weiterentwickelung eben erst gebildet hatte. Er entwickelte sich durch die lemurische und atlantische Zeit herein in unsere Zeit, und er wird sich in die Zukunft hinein entwickeln, so wie wir es kennen, fortschreitend von Inkarnation zu Inkarnation. Er wird aber nach einiger Zeit die Erde wiederum zu verlassen haben, weil sie ihm nichts mehr zu geben haben wird, weil sie ihm keine Entwickelungsmöglichkeiten mehr bieten wird. Nun könnten Sie sich ja zunächst einmal vorstellen, daß unsere Erde sozusagen ein öder Schutthaufen würde, wenn der Mensch sie verläßt; Sie könnten es damit vergleichen, daß eine Stadt von der gesamten Bevölkerung verlassen wird. Sie wissen, wie eine solche Stadt nach kurzer Zeit schon aussieht, wie sie nach und nach zu einer Art von Erdhügel wird. Die Anschauung alter, vom Erdreich sozusagen aufgenommener Städte gibt ja ein hinlängliches Bild davon. So ist es in der Tat heute. Aber so wird es nicht mit der Zukunftder Erde sein. Dasjenige, was Sie führen kann zu einer Beantwortung der Frage, wie es mit der Zukunft unserer Erde sein wird, das kann diefolgende Betrachtung geben: Was eigentlich bedeuten für die Erdenentwickelung Menschen wie zum Beispiel Leonardo da Vinci, wie Raffael oder andere große Genien auf diesem oder jenem Gebiete? Was bedeutet es für die Erdenentwickelung, daß von Raffael oder Michelangelo jene wunderbaren Kunstwerke hervorgebracht worden sind, die da Tausende und aber Tausende von Menschen heute noch erfreuen? Aber vielleicht hat der eine oder andere von Ihnen, meine lieben Freunde, eine gewisse Wehmut empfunden beim Anblick des Abendmahles von Leonardo da Vinci, wenn er sich vor dem Bilde in Mailand fragen mußte, wie lange es mit dieser Wundertat des Leonardo da Vinci noch dauern wird. Denn man soll nicht vergessen, daß zum Beispiel Goethe auf seiner ersten italienischen Reise dieses Kunstwerk noch in seinem vollen Glanz hat sehen können und daß wir das jetzt nicht mehr in dem Maße können. Also seit dieser Zeit Goethes bis heute ist es mit diesem Kunstwerk dahin gekommen innerhalb der äußeren materiellen Welt, daß es diese wehmütige Empfindung hervorruft. Es wird eben für Leute, die so viel später nach uns leben wie wir nach Goethe, gar nicht mehr da sein. So ist es mit alledem, was Menschen auf der Erde schaffen und was in physischer Materie auf der Erde verkörpert ist. So ist es aber auch im Grunde genommen für die Erde selbst, ja auch mit den menschlichen Gedankenschöpfungen. Versetzen Sie sich einmal im Geiste in jene Zeit, wo die Menschen vergeistigt werden aufgestiegen sein in höhere Sphären. Gedanken im heutigen Sinne - ich will gar nicht sagen wissenschaftliche Gedanken, denn die werden nach dreihundert bis vierhundert Jahren schon keine Bedeutung mehr haben -, aber Gedanken der Menschen überhaupt, wie sie für die Erde eine Bedeutung Jetzt haben, wie sie aus einem Gehirn hervorkommen, sie haben natürlich keine Bedeutung für diehöheren Welten, sondern nur für die Erde. Aber der Mensch hat die Erde verlassen. Was ist mit alledem geworden, was die Menschen nun geschaffen haben im Verlaufe von Jahrhunderten und Jahrtausenden auf unserer Erde?

[ 1 ] Apart from the question posed at the end of the previous lecture, there is certainly much more that could be said on the subject of our lectures, but it is simply not possible to discuss all our worlds exhaustively in ten lectures. Therefore, before I turn to our question, please allow me to make a few remarks that, in a certain sense, will also be connected to our concluding reflection. The first remark I have to make is something that is difficult—one might even say, at first, not really comprehensible—for the consciousness of the present; but it is good to know that such a thing exists. Namely, the question is: How do these planetary formations actually disappear again? In the spiritual realm, it is clear to you how evolution takes place: the beings ascend to higher stages, and as they ascend, they must leave the old stage, the old dwelling place, which has served them for a time to develop certain abilities that they otherwise could not have developed. As the time we call the ancient Lemurian era approached in the course of evolution, humanity had reached a point in its overall development where it had repeated everything that could be attained through the Saturn, Sun, and Moon phases of development. Now it entered the stage of our Earth’s evolution that had just formed for its further development. He evolved through the Lemurian and Atlantean eras into our present time, and he will continue to evolve into the future, as we know it, progressing from incarnation to incarnation. But after some time, he will have to leave the Earth again, because it will have nothing more to offer him, because it will no longer provide him with opportunities for development. Now, you might initially imagine that our Earth would become, so to speak, a barren heap of rubble if humanity were to leave it; you could compare it to a city being abandoned by its entire population. You know what such a city looks like after only a short time, how it gradually turns into a sort of mound of earth. The sight of ancient cities, so to speak, absorbed by the earth, does indeed provide a sufficient picture of this. That is indeed how it is today. But that is not how the future of the Earth will be. What can lead you to an answer to the question of what the future of our Earth will be like can be found in the following consideration: What do people such as Leonardo da Vinci, Raphael, or other great geniuses in this or that field actually mean for the development of the Earth? What does it mean for the development of the Earth that Raphael or Michelangelo produced those wonderful works of art that still delight thousands upon thousands of people today? But perhaps one or two of you, my dear friends, have felt a certain melancholy upon seeing Leonardo da Vinci’s Last Supper, when, standing before the painting in Milan, you had to ask yourselves how much longer this marvel of Leonardo da Vinci’s will endure. For we must not forget that, for example, Goethe was able to see this work of art in all its splendor on his first trip to Italy, and that we can no longer do so to the same extent. So from Goethe’s time until today, this work of art has come to such a state within the outer material world that it evokes this wistful feeling. It will simply no longer be there for people who live as much later after us as we do after Goethe. This is the case with everything that human beings create on Earth and that is embodied in physical matter on Earth. But this is also fundamentally true for the Earth itself, and indeed for human intellectual creations as well. Try to imagine, in spirit, that time when human beings will have ascended, spiritualized, into higher spheres. Thoughts in today’s sense—I don’t even want to say scientific thoughts, for those will no longer have any significance after three or four hundred years—but human thoughts in general, as they have significance for the Earth now, as they emerge from a brain, naturally have no significance for the higher worlds, but only for the Earth. Yet humanity has left the Earth. What has become of all that human beings have now created over the course of centuries and millennia on our Earth?

[ 2 ] Was zunächst geistig in Betracht kommt, das ist natürlich die Evolution einer Individualität. Leonardo da Vinci ist höher gestiegen durch das, was er geleistet hat — das ist sein Höhersteigen. Wir aber fragen uns: Bedeuten die großen Gedanken, die großen Impulse, welche die gewaltigen Schöpfer einprägen dem Erdenstoffe, bedeuten sie für die Zukunft der Erde nichts? Wird die Zukunft die Erde zu Staub zerbröckeln und das, was der Mensch aus der Erde gemacht hat, wird das mit dem Erdendasein verschwinden? Sie bewundern den Kölner Dom. Gewiß wird nach einer verhältnismäßig kurzen Zeit nicht ein Stein mehr auf dem anderen liegen; aber daß einmal der Mensch diesen Gedanken des Kölner Domes in Stein ausgedrückt hat, bedeutet das nichts für die ganze Erde? Wir sehen also ab von demjenigen, was die Menschen mitnehmen aus der Erde, wir sehen auf die Erde selber. Sehen Sie, ein Planet wird in der Tat im Laufe seiner Entwickelung immer kleiner und kleiner, er zieht sich zusammen. Das ist so das Schicksal der Materie des Planeten; aber das ist nicht alles, das ist nur etwas, was sozusagen das physische Auge und physische Instrumente am Planeten betrachten können. Es gibt eine Enrwickelung auch des Materiellen über diesen Punkt hinaus.

[ 2 ] What first comes to mind, of course, is the evolution of an individual. Leonardo da Vinci rose to greater heights through his achievements—that is his ascent. But we ask ourselves: Do the great thoughts, the great impulses that the mighty creators imprint upon the earthly substance—do they mean nothing for the future of the Earth? Will the future reduce the Earth to dust, and will what humanity has made of the Earth disappear along with earthly existence? You admire Cologne Cathedral. Certainly, after a relatively short time, not a single stone will remain upon another; but does the fact that humanity once expressed the idea of Cologne Cathedral in stone mean nothing for the entire Earth? So we look beyond what people take from the Earth; we look at the Earth itself. You see, a planet does indeed become smaller and smaller in the course of its development; it contracts. That is the fate of the planet’s matter; but that is not all—it is merely what the physical eye and physical instruments can observe on the planet. There is also a development of the material realm beyond this point.

[ 3 ] Und jetzt wollen wir diese Entwickelung des Materiellen über diesen Punkt hinaus einmal ins Auge fassen, und ich komme auf das, wovon ich gesagt habe, daß es für einen Gegenwartsverstand schwer, vielleicht gar nicht begreiflich ist. Es ist nun so, daß die Erde sich fortwährend zusammenzieht. Dadurch drängt sich die Materie von allen Seiten nach dem Mittelpunkte. Und jetzt sage ich, selbstverständlich mit vollem Bewußtsein, daß es ein Gesetz von der Erhaltung der Kraft gibt, aber auch im vollen Bewußtsein der jedem Okkultisten bekannten Tatsachen: Es drängt sich die Materie gegen den Mittelpunkt immer mehr und mehr zusammen, und das Eigenartige ist, daß die Materie im Mittelpunkte verschwindet.

[ 3 ] And now let us consider the development of the material world beyond this point, and I will address what I said is difficult—perhaps even impossible—for the modern mind to comprehend. The fact is that the Earth is constantly contracting. As a result, matter is pressed from all sides toward the center. And now I say—of course with full awareness that there is a law of conservation of energy, but also with full awareness of the facts known to every occultist—that matter is being pressed closer and closer together toward the center, and the peculiar thing is that the matter at the center disappears.

[ 4 ] Um es ganz anschaulich zu machen: Denken Sie sich, Sie hätten ein Stück Materie, das würde immer mehr und mehr in den Mittelpunkt hineingedrängt - im Mittelpunkt verschwindet es; es wird nicht nach der anderen Seite hinübergedrängt, es verschwindet tatsächlich im Mittelpunkt in nichts! So daß Sie sich vorstellen können, daß die ganze Erde einstmals, indem sich die materiellen Teile gegen den Mittelpunkt zusammendrängen, in den Mittelpunkt hinein verschwindet. Das ist aber nicht alles. In demselben Maße, wie das in den Mittelpunkt hinein verschwindet, in demselben Maße erscheint es im Umkreise. Da draußen tritt es wieder auf. An einer Stelle des Raumes verschwindet die Materie, und von außen tritt sie wieder auf. Alles, was in den Mittelpunkt hinein verschwindet, kommt vom Umkreise wiederum herein, wird herangezogen, und zwar so, daß hineingearbeitet ist jetzt in diese Materie alles das, was die Wesen, die auf dem Planeten gearbeitet haben, der Materie eingeprägt haben; natürlich nicht in seiner heutigen Form, aber in einer Form, wie sie ihm eben durch diese Umwandlung gegeben wird. Sie werden so den Kölner Dom, indem seine materiellen Teilchen in den Mittelpunkt hinein verschwinden, von der anderen Seite wieder ankommen sehen. Nichts, nichts geht verloren von dem, was gearbeitet wird auf einem Planeten, sondern es kommt wieder von der anderen Seite her.

[ 4 ] To put it very clearly: Imagine you have a piece of matter that is being pushed further and further toward the center—at the center it disappears; it is not pushed over to the other side, it actually vanishes into nothingness at the center! So that you can imagine that the entire Earth will one day, as the material parts press together toward the center, disappear into the center. But that is not all. To the same extent that it disappears into the center, to the same extent it appears in the periphery. Out there it reappears. At one point in space the matter disappears, and from the outside it reappears. Everything that disappears into the center comes back in from the periphery, is drawn in, and in such a way that everything the beings who worked on the planet have imprinted upon the matter is now incorporated into this matter; naturally not in its present form, but in a form given to it precisely through this transformation. You will thus see Cologne Cathedral, as its material particles disappear into the center, reappear from the other side. Nothing, nothing is lost of what is worked on a planet, but it returns from the other side.

[ 5 ] Dasjenige, was da angekommen war im Beginne unserer Erdenentwickelung vor der Saturnentwickelung, das müßten wir auswärts setzen, außerhalb des Tierkreises. Die Urweltweisheit hat es genannt den Kristallhimmel, und in diesem Kristallhimmel waren deponiert die Taten der Wesen einer früheren Evolution. Sie bildeten sozusagen dasjenige, auf Grund dessen die neuen Wesenheiten zu schaffen begannen.

[ 5 ] That which arrived at the beginning of our Earth’s evolution, prior to the Saturn evolution, we must place outside the zodiac. Ancient wisdom called it the crystal heaven, and in this crystal heaven were deposited the deeds of the beings of an earlier evolution. They formed, so to speak, the foundation upon which the new beings began to create.

[ 6 ] Wie gesagt, das ist für einen Gegenwartsverstand außerordentlich schwer zu fassen, weil der daran gewöhnt ist, nur das Materielle ins Auge zu fassen, weil er nicht gewohnt ist, einzusehen, daß an einer Stelle aus dem dreidimensionalen Raum das Materielle verschwinden kann und an einer anderen Stelle, nachdem es durch andere Dimensionen gegangen ist, wieder zurückkommt. Solange Sie mit Ihrem Vorstellen im dreidimensionalen Raum bleiben, können Sie das nicht fassen, denn das geht aus dem dreidimensionalen Raum heraus. Daher ist es nicht zu sehen, bis es von der anderen Seite in den dreidimensionalen Raum wieder hereinkommt. In der Zwischenzeit ist es eben in einer anderen Dimension. Das ist so eine Sache, die wir auch nunmehr fassen müssen, denn es hängen überhaupt die Dinge unserer Weltentstehung in der mannigfaltigsten Weise zusammen, und etwas, was an einem Orte ist, hängt zuweilen recht kompliziert mit etwas anderem zusammen, was sich an einem ganz anderen Orte im dreidimensionalen Raume befindet.

[ 6 ] As I said, this is extremely difficult for the modern mind to grasp, because it is accustomed to focusing only on the material, and is not accustomed to realizing that the material can disappear from one point in three-dimensional space and return at another point after passing through other dimensions. As long as you remain within three-dimensional space in your imagination, you cannot grasp this, for it goes beyond three-dimensional space. Therefore, it cannot be seen until it re-enters three-dimensional space from the other side. In the meantime, it is simply in another dimension. This is something we must now come to understand, for the events of our world’s creation are interconnected in the most manifold ways, and something that is in one place is sometimes quite intricately connected to something else located in a completely different place within three-dimensional space.

[ 7 ] Wir haben gesagt, unsere Planetenbildung begann mit dem alten Saturn. So hat sie auch wirklich begonnen. Dann schritt sie weiter bis zum Jupiter. Als nun die ganze Schöpfung am Jupiter anging, da waren, wie Sie wissen, alle die Wesen des Umkreises auch dabei tätig. Aber geradeso wie die Wesen innerhalb der ganzen Verteilung des Planetensystems wirken und sich fortentwickeln, so auch die Wesen da draußen, die aus dem Umkreis hereinwirken. Wie also sich gewisse Wesenheiten von innen her zurückziehen, so ziehen sich auch von denen, die da draußen sind im Weltenraume, gewisse Wesenheiten zurück. Und geradeso wie zusammengedrängt worden ist der Jupiter, so wurde auch zusammengedrängt durch Wesenheiten, die sich zurückzogen, etwas, was mit unserer Entwickelung nichts zu tun hat, sondern was, mit sich zurückziehenden Wesenheiten, zunächst der Uranus und, während der Marsentwickelung, der Neptun geworden ist. Die Namen Uranus und Neptun sind natürlich nicht mehr in der Weise gewählt, wie die Alten ihre Namen für die Sache passend gewählt haben, obwohl gerade im Namen Uranus noch ein Sinn ist. Er ist ja gegeben worden, als man noch eine kleine Ahnung hatte von der richtigen Namengebung, deshalb hat man dasjenige, was außerhalb unseres Kreises liegt, zusammengefaßt unter dem Namen Uranus.

[ 7 ] We have said that our planetary formation began with ancient Saturn. That is indeed how it began. It then progressed on to Jupiter. When the entire creation was in the process of forming at Jupiter, as you know, all the beings of the surrounding region were also active there. But just as the beings within the entire planetary system work and continue to develop, so do the beings out there who work from the outer sphere. Just as certain beings withdraw from within, so do certain beings withdraw from those who are out there in outer space. And just as Jupiter was compressed, so too was something compressed by beings who withdrew—something that has nothing to do with our development, but which, with the withdrawing beings, initially became Uranus and, during the development of Mars, Neptune. The names Uranus and Neptune are, of course, no longer chosen in the way the ancients chose their names to fit the subject, although there is still a meaning in the name Uranus. It was, after all, given when people still had a faint inkling of proper naming; that is why what lies outside our circle was summarized under the name Uranus.

[ 8 ] Also wir sehen, daß die beiden Planeten, die unsere heutige Astronomie als völlig gleichbedeutend mit den anderen Planeten betrachtet, auf einem ganz anderen Boden stehen, daß sie im Grunde genommen mit dem Werden unserer Welt nichts Besonderes zu tun haben. Sie stellen gerade diejenigen Welten dar, die dadurch entstanden sind, daß Wesenheiten, die während der Saturnzeit noch etwas zu tun hatten mit uns, sich zurückgezogen haben und sich draußen Wohnsitze gebildet haben. Daraus werden Sie sich manche anderen Tatsachen noch ableiten können, zum Beispiel daß diese Planeten rückläufige Monde haben und anderes mehr.

[ 8 ] So we see that the two planets, which modern astronomy regards as completely equivalent to the other planets, stand on an entirely different foundation; that, in essence, they have nothing special to do with the development of our world. They represent precisely those worlds that came into being because beings who still had some connection with us during the Saturnic epoch withdrew and established their abodes elsewhere. From this, you will be able to deduce many other facts, for example, that these planets have retrograde moons and other such things.

[ 9 ] So haben wir also skizzenhaft das Werden unseres Sonnensystems überblickt und haben uns gefragt: Welche Stellung hat denn nun eigentlich der Mensch zu diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien, die im Grunde genommen seine menschlichen Vorfahren waren? Wir können bei den höchsten, bei den Seraphim, Cherubim und Thronen, beginnen und werden gerade durch ihre Charakterisierung uns einen guten Begriff machen können vom Menschen. Wenn wir über die Seraphim hinaufgehen würden, würden wir in das Gebiet der göttlichen Trinität hineinkommen. Was ist es denn, was die Seraphim, Cherubim, Throne als etwas ganz Besonderes haben vor allen anderen Wesenheiten in der Welt? Sie haben, was man genannt hat den «unmittelbaren Anblick der Gottheit». Was der Mensch sich durch seine Entwickelung nach und nach suchen muß, das haben sie von allem Anbeginn an. Wir Menschen sagen: Wir müssen von unserem heutigen Standpunkte ausgehen, um immer höhere Kräfte der Erkenntnis, des Willens und so weiter zu erlangen; dadurch werden wir immer näher und näher der Gottheit kommen, immer gegenwärtiger wird uns die Gottheit sein. Aber wir sagen uns: Wir entwickeln uns zu etwas hinauf, was uns noch verschleiert ist, zur Gottheit hin. Das macht den Unterschied aus zwischen den Seraphim, Cherubim, Thronen und dem Menschen: daß vom Anbeginn unserer Entwikkelung an diese höchsten Wesenheiten der geistigen Hierarchien unmittelbar herum sind um die göttliche Wesenheit, um die göttliche Trinität, daß sie den Anblick der Gottheit von Anbeginn an genießen. Wozu der Mensch sich entwickeln soll, das haben sie vom Anbeginn. So also ist es unendlich wichtig, zu wissen, daß diese Wesenheiten, wenn sie entstehen, Gott anschauen, daß sie, indem sie leben, immerfort Gott anschauen. Was sie nun tun, was sie vollbringen, sie tun es aus ihrer Gottesanschauung heraus, Gott tut es durch sie. Sie könnten gar nicht anders, es wäre ihnen unmöglich, jemals anders zu handeln, als sie es tun, denn die Gottesanschauung ist eine so starke Kraft, hat eine solche Wirkung auf sie, daß sie mit unmittelbarer Sicherheit und unmittelbarem Impulse dasjenige in Szene setzen, was die Gottheit ihnen aufträgt. So etwas wie Überlegen, wie Urteilen gibt es im Kreise dieser Wesenheiten nicht, es gibt da nur eine Anschauung der Befehle der Gottheit, um den unmittelbaren Impuls zu haben, das, was sie angeschaut haben, auch zu tun. Und dabei sehen sie die Gottheit in ihrer ursprünglichen, wahren Gestalt, so wie diese Gottheit ist. Sie selber aber sehen sich nur wie die Vollstrecker des göttlichen Willens, der göttlichen Weisheit an. So ist es bei der höchsten Hierarchie.

[ 9 ] We have thus briefly surveyed the development of our solar system and asked ourselves: What is humanity’s actual relationship to these beings of the higher hierarchies, who were, in essence, humanity’s ancestors? We can begin with the highest beings—the Seraphim, Cherubim, and Thrones—and it is precisely through their characterization that we will be able to form a good understanding of humanity. If we were to ascend beyond the Seraphim, we would enter the realm of the Divine Trinity. What is it, then, that the Seraphim, Cherubim, and Thrones possess as something quite special compared to all other beings in the world? They possess what has been called the “direct vision of the Deity.” What human beings must gradually seek through their own development, they have possessed from the very beginning. We humans say: We must start from our present standpoint in order to attain ever higher powers of knowledge, will, and so on; through this we will come ever closer and closer to the Godhead, and the Godhead will become ever more present to us. But we tell ourselves: We are developing upward toward something that is still veiled from us, toward the Godhead. This is what distinguishes the Seraphim, Cherubim, Thrones, and human beings: that from the very beginning of our development, these highest beings of the spiritual hierarchies are immediately present around the divine Being, around the divine Trinity, and that they enjoy the vision of the Godhead from the very beginning. What humanity is meant to evolve into, they have possessed from the very beginning. It is therefore infinitely important to know that these beings, from the moment of their creation, behold God, and that as they live, they continually behold God. Whatever they do, whatever they accomplish, they do it out of their vision of God; God does it through them. They could not do otherwise; it would be impossible for them ever to act differently than they do, for the vision of God is such a powerful force, has such an effect on them, that with immediate certainty and immediate impulse they carry out what the Deity commands them. There is no such thing as deliberation or judgment among these beings; there is only a perception of the Deity’s commands, in order to have the immediate impulse to also do what they have perceived. And in doing so, they see the Deity in its original, true form, just as this Deity is. They themselves, however, see themselves only as the executors of the divine will, of divine wisdom. Such is the case with the highest hierarchy.

[ 10 ] Wenn wir heruntergehen zu der nächsten Hierarchie, zu denjenigen Wesenheiten, die wir Herrschaften, Mächte und Gewalten nennen oder auch Geister der Weisheit, der Bewegung und der Form, so müssen wir sagen: Sie haben den Anblick der Gottheit nicht mehr so unmittelbar; sie sehen den Gott nicht mehr in der unmittelbaren Gestalt, wie er ist, sondern in seinen Offenbarungen, in dem, wie er sich, wenn ich so sagen darf, durch sein Antlitz, durch seine Physiognomie, zeigt. Es ist ihnen natürlich unverkennbar, daß es die Gottheit ist; es ist ihnen ein unmittelbarer Impuls, den Offenbarungen der Gottheit zu folgen, wie bei den Seraphim, Cherubim und Thronen. Der Impuls ist nicht mehr so stark, aber er ist noch ein unmittelbarer. Es wäre unmöglich für die Seraphim, Cherubim und Throne, zu sagen, daß sie das nicht ausführen würden, was sie sehen als von der Gottheit vorgeschrieben; das wäre undenkbar wegen der Nähe, in der sie zur Gottheit stehen. Aber es wäre auch von diesen Herrschaften, Mächten und Gewalten in einer gewissen Weise ganz ausgeschlossen, daß sie etwas unternehmen würden, was die Gottheit selber nicht will.

[ 10 ] When we descend to the next hierarchy, to those entities we call principalities, powers, and authorities—or spirits of wisdom, motion, and form—we must say: They no longer have such a direct vision of the Deity; they no longer see God in His immediate form as He is, but in His manifestations, in the way He reveals Himself, if I may say so, through His countenance, through His physiognomy. It is, of course, unmistakable to them that it is the Godhead; it is an immediate impulse for them to follow the manifestations of the Godhead, as with the Seraphim, Cherubim, and Thrones. The impulse is no longer as strong, but it is still an immediate one. It would be impossible for the seraphim, cherubim, and thrones to say that they would not carry out what they see as prescribed by the Deity; that would be unthinkable because of the closeness of their relationship to the Deity. But it would also be, in a certain sense, entirely out of the question for these principalities, powers, and authorities to undertake anything that the Deity Himself does not will.

[ 11 ] Daher mußte, damit überhaupt die Weltentwickelung vorwärts schreiten kann, etwas ganz Besonderes eintreten. Wir kommen hier an ein Gebiet, welches immer schwer verständlich war für die Menschen, selbst für diejenigen, die zu einem gewissen Grade der Mysterienweisheit vorgeschritten waren. Aber man hat es in den alten Mysterien verständlich zu machen gesucht durch das Folgende. Auf einer gewissen Stufe der Mysterien-Einweihung in den alten Mysterien wurde der Einzuweihende geführt vor feindliche Gewalten, die äußerlich grausam, schrecklich aussahen und die auch grauenhafte Taten vollbrachten vor den Augen des Einzuweihenden. Und diejenigen, die das vollbrachten, das waren keine anderen als maskierte Priester, maskierte Weise. Es hatten sich, um die nötigen Versuchungen herbeizuführen, Priester vermummen müssen in grauenvolle Dämonengestalten, in grauenvolle Wesenheiten, die Entsetzliches vollbrachten, scheußlichere Dinge vollbrachten, als jemals Menschen erfinden könnten. Was lag da zugrunde? Um dem Einzuweihenden zu zeigen, wie stark die Entwickelung abirren kann von dem geraden Wege, führte man ihm den Initilerten selber, den Priester, in der Maske des Übeltäters, in der Maske des Bösen vor. Er sollte die Illusion haben, daß Böses hier vor ihm stünde, und erst, wenn die Demaskierung eintrat, da sah er die Wahrheit. Da war die Illusion von ihm genommen, da sah er, daß es sich um eine Prüfung handelte. Um ihn stark zu machen und ihn zu wappnen gegen das Böse, wurde es ihm in seiner abschreckendsten Gestalt vorgeführt, vorgeführt gerade von den Priesterweisen, die natürlich in Wahrheit nicht abirrten. Das war nur eine Abspiegelung dessen, was in der kosmischen Entwickelung sich wirklich vollzogen hat.

[ 11 ] Therefore, for the development of the world to move forward at all, something quite extraordinary had to occur. We are now entering a realm that has always been difficult for people to understand, even for those who had advanced to a certain degree in the wisdom of the mysteries. But in the ancient mysteries, an attempt was made to make this understandable through the following. At a certain stage of initiation into the ancient mysteries, the initiate was led before hostile forces that appeared outwardly cruel and terrifying and that also committed horrific acts before the eyes of the initiate. And those who performed these acts were none other than masked priests, masked sages. In order to bring about the necessary temptations, priests had to disguise themselves as hideous demonic figures, as hideous beings who committed atrocities, committed things more hideous than humans could ever invent. What was the underlying purpose? To show the initiate how far development can stray from the straight path, the initiate himself—the priest—was presented to him in the mask of the evildoer, in the mask of evil. He was to have the illusion that evil stood before him, and only when the unmasking occurred did he see the truth. Then the illusion was lifted from him, and he saw that it was a test. To make him strong and arm him against evil, it was presented to him in its most terrifying form, presented precisely by the priestly sages, who of course did not stray from the truth. This was merely a reflection of what has truly taken place in cosmic evolution.

[ 12 ] In der Zwischenzeit zwischen der Jupiter- und Marsentwickelung wurde, wenn ich mich trivial ausdrücken darf, eine Anzahl von Wesenheiten aus der Sphäre der Mächte abkommandiert; sie wurden so in den Entwickelungsgang hineingestellt, daß sie, statt die Entwikkelung vorwärts zu führen, ihr Hemmnisse in den Weg rückten. Das ist es, was wir als den Streit am Himmel kennengelernt haben. Also es wurden hineingeworfen in die Entwickelung die Taten von, wenn wir so sagen dürfen, abkommandierten Mächten, denn es mußten sich die regierenden Weltenmächte der Hierarchien sagen: Niemals würde dasjenige entstehen können, was entstehen soll, wenn der Weg gerade fortginge. Es muß Größeres entstehen.

[ 12 ] In the interval between the Jupiter and Mars stages of evolution, if I may put it simply, a number of beings were detached from the sphere of the Powers; they were placed within the course of evolution in such a way that, instead of advancing it, they placed obstacles in its path. This is what we have come to know as the conflict in the heavens. Thus, the actions of, if we may say so, dispatched powers were thrown into the course of development, for the ruling world powers of the hierarchies had to say to themselves: What is meant to come into being could never arise if the path were to continue straight ahead. Something greater must come into being.

[ 13 ] Denken Sie einmal, Sie haben einen Karren zu schieben. Dadurch, daß Sie ihn vorwärts schieben, entwickeln sich Ihre Kräfte in gewisser Weise. Wenn man den Karren nun belädt mit einem schweren Ballast, dann müssen Sie schwerer schieben, aber dafür entwickeln sich Ihre Kräfte stärker. Denken Sie sich, die Gottheit hätte die Weltenevolution gelassen, wie sie war, bis über den Jupiter hinaus: Gewiß, die Menschen hätten sich gut entwickeln können; aber noch stärker konnte die Menschheit werden, wenn man ihr Entwickelungshemmnisse in den Weg legte. Zum Wohle der Menschheit mußte man gewisse Mächte abkommandieren. Diese Mächte wurden zunächst nicht böse, man braucht sie nicht als böse Mächte aufzufassen, sondern man kann sogar sagen, daß sie sich geopfert haben, indem sie sich der Entwickelung hemmend in den Weg stellten. Diese Mächte kann man daher nennen die Götter der Hindernisse, im umfassendsten Sinne des Wortes. Sie sind die Götter der Hemmnisse, der Hindernisse, die der Entwickelungsbahn in den Weg gelegt worden sind; und von jetzt ab war die Möglichkeit gegeben zu all dem, was in der Zukunft sich vollzog. Diese Mächte, die abkommandiert waren, waren an sich noch nicht böse, waren im Gegenteil die großen Förderer der Entwickelung, indem sie Sturm liefen gegen die normale Entwickelung. Aber sie waren die Erzeuger des Bösen; denn dadurch, daß sie Sturm liefen, dadurch entstand nach und nach das Böse. Der Entwickelungsweg dieser «abkommandierten» Mächte gestaltete sich naturgemäß ganz anders als der ihrer Brüder. Ihr Wirken war ein ganz verschiedenes, und die Folge davon war, daß diese Mächte während der Mondenentwickelung in gewisser Beziehung die Verführer derjenigen Wesenheiten wurden, die wir die Engel nennen. Die Engel machen während der Mondenentwickelung ihre Menschheitsstufe durch. Es gab Engelmenschen auf dem Monde, die sozusagen es mitansahen, wie die Hemmnisse der Entwickelung wirkten, und die sich sagten: Wir könnten uns jetzt einlassen darauf, diese Hemmnisse zu besiegen, uns hineinzustürzen in den ganzen Strom der Mondenentwickelung, aber wir wollen es unterlassen, wollen nicht hinuntertauchen, wir wollen oben bei den guten Göttern bleiben. Diese Engelwesen entrissen sich in einem bestimmten Zeitpunkte der Mondenentwickelung sozusagen den Mächten, die da unten die Hemmnisse hineinwarfen in die Mondenentwickelung. Dagegen gab es andere von den Engelmenschen auf dem Monde, die sagten sich: Denen folgen wir nicht; würden wir ihnen folgen, so würde ja die Entwickelung jetzt wieder umkehren, es würde ihr gar nichts Neues einverleibt werden. — Gerade dadurch, daß diese Hemmnisse da waren, wurde der Entwickelung vom Monde ab ja etwas Neues eingefügt. Diejenigen Wesenheiten, welche sich sagten: Ich will nichts zu tun haben mit dem, was da unten vorgeht, ich bleibe bei den Mächten, die nicht berührt sein wollen von allem Niederen - die zogen sich aus der Mondenmasse heraus während der alten Mondenentwickelung und wurden Wesen von der Gefolgschaft alles dessen, was in der Sonne ist. Sie ließen sich nicht ein auf das, was in dem herausgeschleuderten Monde vorging, in dem eben die Hindernisse waren. Die andern aber, die untertauchten, diese Wesenheiten mußten Jetzt in alle ihre Körperlichkeit, in all das, was sie dem Monde entnahmen, aufnehmen, was an Hindernissen der Entwickelung vorhanden war; sie mußten sich sozusagen mehr verhärten, als es sonst der Fall gewesen wäre. Dichter wurden ihre körperlichen Hüllen, als sie es sonst geworden wären; sie hatten in ihrem Leibe die Konsequenz der Taten der Mächte. Aber die Taten der Mächte waren im göttlichen Weltenplan wohl begründet, das müssen wir uns immer vor Augen führen. Und eine weitere Folge war es, daß, als die Mondenentwickelung herüberging zur Erdenentwickelung, sich das Ganze in gewisser Weise wiederholte, daß diejenigen Wesenheiten, welche sich hineingestürzt hatten in die volle Flut der Mondenentwickelung, zurückblieben hinter denjenigen, die nichts davon hatten wissen wollen, und daß andere noch mehr zurückgeblieben waren, die angezogen wurden von der rückschreitenden Entwickelung. Das alles hatte dazu geführt, daß während der Erdenentwickelung fortgeschrittene Engelmenschen vorhanden waren und zurückgebliebene. Die fortgeschritteneren Engelmenschen machten sich an den Menschen heran in der Zeit, als er in Lemurien reif wurde, den Keim des menschlichen Ich zu empfangen, und stellten es ihm frei sozusagen, Jetzt schon hinaufzusteigen in die geistigen Welten und sich weiter nicht einzulassen in dasjenige, was seit dem Monde her hineingemischt worden war in den Gang der Weltenentwickelung. Und es waren diejenigen Wesen, die damals zurückgeblieben waren und die wir die luziferischen Wesenheiten nennen, die sich heranmachten an des Menschen Astralleib - an das Ich konnten sie ja nicht heran —- und diesem Astralleib einimpften alle Folgen des Streites am Himmel. Während also, als die Mächte abkommandiert wurden zum Streit am Himmel, während sie da nur geschaffen wurden zu Göttern der Hindernisse, schlichen sich jetzt die Folgen ihrer Taten ein in den menschlichen Astralleib, und da bedeuten sie etwas anderes: Da bedeuten sie die Möglichkeit zum Irrtum und die Möglichkeit des Bösen. Jetzt hatte der Mensch die Möglichkeit des Irrtums und die Möglichkeit des Bösen gegeben, damit aber zu gleicher Zeit die Möglichkeit, sich durch eigene Kraft über Irrtum und Böses zu erheben.

[ 13 ] Imagine you have a cart to push. By pushing it forward, your strength develops in a certain way. If you now load the cart with heavy ballast, you have to push harder, but in return your strength develops more powerfully. Imagine that the Deity had left the evolution of the worlds as it was, all the way beyond Jupiter: Certainly, humanity could have developed well; but humanity could have become even stronger if obstacles to its development had been placed in its path. For the good of humanity, certain powers had to be dispatched. These powers were not initially evil; one need not regard them as evil powers, but one can even say that they sacrificed themselves by standing in the way of development as hindrances. These powers can therefore be called the gods of obstacles, in the broadest sense of the word. They are the gods of hindrances, of the obstacles that were placed in the path of evolution; and from that point on, the possibility was created for all that was to unfold in the future. These powers that were set in motion were not yet evil in themselves; on the contrary, they were the great promoters of evolution by opposing the normal course of development. But they were the creators of evil; for through their opposition, evil gradually arose. The path of development of these “commissioned” powers naturally took a very different course from that of their brethren. Their activity was entirely different, and the consequence of this was that during the lunar evolution these powers, in a certain sense, became the tempters of those beings we call angels. The angels pass through their human stage during the lunar evolution. There were angel-men on the Moon who, so to speak, witnessed how the obstacles to evolution were at work, and who said to themselves: We could now set out to overcome these obstacles, plunge into the whole current of lunar evolution, but we will refrain from doing so; we do not want to dive down; we want to remain up here with the good gods. At a certain point in the development of the Moon, these angelic beings, so to speak, tore themselves away from the powers that were throwing obstacles into the development of the Moon down below. In contrast, there were others among the angelic beings on the Moon who said to themselves: We will not follow them; if we were to follow them, development would now reverse again, and nothing new would be incorporated into it. — It was precisely because these obstacles were there that something new was indeed incorporated into the development of the Moon. Those beings who said to themselves: “I want nothing to do with what is happening down there; I will remain with the powers that do not wish to be touched by anything lower”—they withdrew from the lunar mass during the old lunar evolution and became beings of the retinue of all that is in the Sun. They did not get involved in what was happening in the moon that had been hurled out, in which the obstacles were present. The others, however, who went underground—these beings—now had to take into all their physicality, into all that they drew from the moon, whatever obstacles to development were present; they had to, so to speak, harden themselves more than would otherwise have been the case. Their physical bodies became denser than they would otherwise have become; they bore within their bodies the consequences of the deeds of the powers. But the deeds of the powers were well-founded in the divine plan of the worlds; we must always keep this in mind. And a further consequence was that, as the lunar evolution gave way to the Earth’s evolution, the whole process repeated itself in a certain sense: those beings who had thrown themselves into the full tide of the lunar evolution lagged behind those who had wanted nothing to do with it, and others lagged even further behind, having been drawn toward the retrogressive development. All of this had led to the fact that during Earth’s evolution there were advanced angelic beings and those who had lagged behind. The more advanced angel-men approached humanity at the time when, in Lemuria, it had matured to receive the seed of the human ego, and offered it, so to speak, the freedom to ascend even now into the spiritual worlds and not to become further entangled in what had been mixed into the course of world evolution since the time of the Moon. And it was those beings who had remained behind at that time—whom we call the Luciferic entities—who set about influencing the human astral body—for they could not reach the ego—and implanted into this astral body all the consequences of the conflict in heaven. So while the powers were dispatched to the conflict in the heavens—while they were created there solely as gods of obstacles—the consequences of their deeds now crept into the human astral body, and there they signify something else: there they signify the possibility of error and the possibility of evil. Now humanity had been given the possibility of error and the possibility of evil, but at the same time the possibility of rising above error and evil through its own power.

[ 14 ] Bedenken Sie jetzt, daß solche Wesenheiten, wie die zur zweiten Hierarchie gehörigen Mächte, gar nicht aus eigener Kraft die Möglichkeit gehabt hätten, böse zu werden - sie mußten abkommandiert werden. Und erst die Wesenheiten der dritten Hierarchie, und zwar erst diejenigen, die dem Menschen am nächsten stehen, die Engel, die konnten sozusagen folgen oder nicht folgen den hemmenden Mächten. Die da nicht folgten, finden wir immer wieder dargestellt in Bildern, welche versinnlichen sollen die Siege, die im Himmel erfochten werden; die zum Ausdruck bringen sollen, was damals während der Mondenentwickelung geschah, als der Mensch fortschritt bis zur Einverleibung des Astralleibes, das heißt bis zur Mensch-Tierheit. Da entrangen sich ja diejenigen Engelwesen, die sozusagen gut geblieben waren, diesem Mondenwerden, entstiegen dem, was da unten auf dem Monde war. Und dieses Bild steht in mancherlei Gestalten vor der Seele des Menschen. Es ist das, was ursprünglich bedeutet Michaels Streit mit dem Drachen. Dieses Bild sehen Sie auch im Bilde des Mithras-Stieres, und da besonders anschaulich. Natürlich wollte man nicht damit sagen: Diese Engelwesenheiten haben sich entzogen ihrer Aufgabe, sondern man hat sie hingestellt als ein Ideal der Zukunft. Diese Wesenheiten, sagte man, sie haben vorgezogen den Aufstieg in die geistige Welt. Du bist hinuntergestiegen; mit dir sind hinuntergestiegen andere Wesenheiten, die den Mächten der Hindernisse gefolgt sind. Nun mußt du.das verarbeiten, was du damit aufgenommen hast, und hinauftragen in die geistige Welt; du mußt sozusagen beim Wiederaufstieg ein solcher Michael, ein solcher Stierbesieger werden. — Denn ein jedes solches Symbolum ist in diesem zweifachen Sinne durchaus zu gebrauchen.

[ 14 ] Consider now that such beings as the powers belonging to the second hierarchy would not have had the ability to become evil of their own accord—they had to be commanded to do so. And only the beings of the third hierarchy—specifically those closest to humanity, the angels—were able, so to speak, to follow or not follow the restraining powers. Those who did not follow are repeatedly depicted in images intended to symbolize the victories won in heaven; which are meant to express what happened during the lunar phase of development, when humanity progressed to the incorporation of the astral body, that is, to human-animal nature. For the angelic beings who had, so to speak, remained good, broke free from this lunar phase, rising above what was down there on the moon. And this image stands before the human soul in various forms. This is what Michael’s battle with the dragon originally signifies. You also see this image in the figure of the Mithraic bull, and there it is particularly vivid. Of course, the intention was not to say that these angelic beings had shirked their duty, but rather they were presented as an ideal for the future. These beings, it was said, had chosen the ascent into the spiritual world. You have descended; and with you descended other beings who followed the forces of obstruction. Now you must process what you have taken in through this, and carry it up into the spiritual world; you must, so to speak, become such a Michael, such a conqueror of the bull, upon your ascent. — For every such symbol can certainly be used in this twofold sense.

[ 15 ] So sehen wir, daß in einer gewissen Beziehung erst dadurch, daß die Mächte abkommandiert wurden, dem Menschen die Möglichkeit gegeben wurde, aus sich selbst heraus das Ziel zu erreichen, das selbst die höchsten Seraphim nicht aus sich selbst erreichen können. Das ist das Wesentliche. Sie können gar nicht anders handeln, die Seraphim, Cherubim, Throne, als unmittelbar den Impulsen folgen, die die Gottheit gibt. Die Herrschaften, die ganze zweite Hierarchie kann auch nicht anders handeln. Von den Mächten war eine Anzahl abkommandiert; also auch diese Mächte, die sozusagen sich in den Weg der Entwickelung warfen, konnten nicht anders als den Befehlen der Gottheit folgen. Auch in dem, was man nennen könnte den Ursprung des Bösen, auch da vollziehen sie nur den Willen der Gottheit; indem sie sich zu Dienern des Bösen machen, vollziehen sie nur den Willen der Gottheit, die durch den Umweg des Bösen das starke Gute entwickeln will. Und steigen wir jetzt herunter zu denjenigen Wesenheiten, die wir die Gewalten nennen: Durch sich selbst hätten sie das nicht erreichen können. Auch sie hätten nicht böse werden können durch sich selbst; auch nicht die Geister der Persönlichkeit, auch nicht die Feuergeister. Denn als diese auf der Sonne Menschen waren, da waren ja die Mächte noch nicht abkommandiert, da war überhaupt noch keine Möglichkeit vorhanden, böse zu werden. Die ersten, die die Möglichkeit hatten, böse zu werden, waren die Engel, denn diese Möglichkeit war erst von der Mondenentwickelung aus vorhanden. Da, von der Sonne zum Mond, hat der Streit am Himmel stattgefunden. Ein Teil der Engel hat nun diese Möglichkeit ausgeschlagen, hat sozusagen sich nicht verführen lassen durch die Kräfte, die in die Hemmnisse hineinführen sollten; die blieben bei der alten Natur. So daß wir bis zu den Engeln herab und noch in einem Teil der Engel solche Wesenheiten der geistigen Hierarchien vor uns haben, die unbedingt nicht anders können, als dem göttlichen Willen folgen, bei denen es keine Möglichkeit gibt, dem göttlichen Willen nicht zu folgen. Das ist das Wesentliche.

[ 15 ] Thus we see that, in a certain sense, it was only by the powers being sent forth that human beings were given the opportunity to achieve, of their own accord, the goal that even the highest seraphim cannot achieve on their own. That is the essential point. The Seraphim, Cherubim, and Thrones cannot act in any other way than to follow directly the impulses given by the Deity. The Principalities, the entire second hierarchy, cannot act any other way either. A number of the Powers were detached; thus even these Powers, who, so to speak, threw themselves into the path of evolution, could do nothing other than follow the commands of the Deity. Even in what one might call the origin of evil, even there they are merely carrying out the will of the Deity; by making themselves servants of evil, they are merely carrying out the will of the Deity, who wishes to develop the strong good through the detour of evil. And let us now descend to those beings we call the Powers: They could not have achieved this on their own. Nor could they have become evil of their own accord; neither the spirits of personality nor the fire spirits. For when these were human beings on the Sun, the Powers had not yet been dispatched; there was simply no possibility of becoming evil at all. The first to have the possibility of becoming evil were the angels, for this possibility only arose with the development of the Moon. There, from the Sun to the Moon, the conflict in heaven took place. A portion of the angels rejected this possibility; they did not, so to speak, allow themselves to be led astray by the forces intended to lead into the obstacles; they remained true to their original nature. So that, down to the angels and even among a portion of the angels, we have before us such beings of the spiritual hierarchies who absolutely cannot do otherwise than follow the divine will, for whom there is no possibility of not following the divine will. That is the essential point.

[ 16 ] Und nun kommen wir zu zwei Kategorien von Wesenheiten: Erstens denjenigen Engeln, die sich hineingestürzt haben in das, was die Mächte während des Streites am Himmel angerichtet haben. Das waren solche Wesenheiten, die wir eben wegen ihrer weiteren Taten die luziferischen Wesenheiten nennen. Diese Wesenheiten haben sich dann herangemacht an den menschlichen Astralleib während der Erdenentwickelung und dem Menschen die Möglichkeit des Bösen gegeben, aber damit auch die Möglichkeit, aus eigener freier Kraft sich zu entwickeln. So daß wir innerhalb der ganzen Stufenfolge der Hierarchien nur bei einem Teil der Engel und beim Menschen die Möglichkeit der Freiheit haben. Sozusagen mitten in der Reihe der Engel beginnt die Möglichkeit der Freiheit; im Menschen ist sie aber doch erst in der richtigen Weise ausgebildet. Als der Mensch die Erde betrat, hat er allerdings zunächst verfallen müssen der großen Gewalt der luziferischen Geister. Sie durchdrangen den Astralleib des Menschen mit ihren Kräften, und das Ich wurde dadurch einbezogen in diese Kräfte; so daß wir während der lemurischen und atlantischen Entwickelung, und auch nachher noch, das Ich wie in einer Wolke haben, wie in eine Wolke gehüllt, die herbeigeführt worden ist durch die Einflüsse Luzifers. Der Mensch ist nur dadurch bewahrt worden vor der Überwältigung durch die ihn herabziehenden Kräfte, daß frühere Wesenheiten ihn überschattet haben, daß die Engel, die oben geblieben waren, und die Erzengel oben, in besonderen Individuen sich verkörpert und ihn geführt haben. Und das geschah bis in jene Zeit hinein, wo etwas ganz Besonderes eintrat, wo eine Wesenheit, welche bis dahin nur verbunden war mit dem Sonnendasein, so weit gekommen war, daß sie jetzt nicht nur, wie frühere Wesenheiten der höheren Welten, in den physischen Leib, Ätherleib und Astralleib des Menschen hineintreten konnte, sondern daß sie eindringen konnte in den Menschen bis in das Ich.

[ 16 ] And now we come to two categories of beings: first, those angels who threw themselves into the chaos wrought by the powers during the conflict in heaven. These were beings whom we call the Luciferic beings precisely because of their subsequent deeds. These beings then set about influencing the human astral body during the Earth’s evolution and gave humanity the capacity for evil, but with it also the capacity to develop through its own free will. Thus, within the entire hierarchy of levels, the capacity for freedom exists only among a portion of the angels and in human beings. The possibility of freedom begins, so to speak, in the middle of the angelic hierarchy; yet in human beings it is only truly developed. When human beings first set foot on Earth, they did indeed initially fall prey to the great power of the Luciferic spirits. They permeated the human astral body with their forces, and the ego was thereby drawn into these forces; so that during the Lemurian and Atlantean periods of development, and even afterward, the ego is as if in a cloud, as if shrouded in a cloud brought about by the influences of Lucifer. Humanity was preserved from being overwhelmed by the forces pulling it down only because earlier beings overshadowed it, because the angels who had remained above, and the archangels above, incarnated in specific individuals and guided humanity. And this continued until that time when something quite special occurred, when a being who until then had been connected only with the solar existence had advanced so far that it could now not only, like earlier beings of the higher worlds, enter into the physical body, etheric body, and astral body of the human being, but could penetrate into the human being as far as the I.

[ 17 ] Erinnern Sie sich, wie ich dargestellt habe, daß in vorherigen Zeiten höhere Wesenheiten heruntergestiegen sind und beseelt haben den menschlichen physischen Leib, den Ätherleib und den Astralleib. Jetzt trat in einer besonderen Zeit, die dazu berufen war, ein Individuum auf, welches aufnahm in sich die höchste Wesenheit, die zunächst mit unserem Sonnendasein verbunden war und die bis in das Ich inspirierend einwirkte, bis in alle Kräfte des Ich hinein.

[ 17 ] Do you remember how I described that, in times past, higher beings descended and animated the human physical body, the etheric body, and the astral body? Now, at a special time destined for this purpose, an individual appeared who took into himself the highest being, which was initially connected to our solar existence and which exerted an inspiring influence down into the ego, down into all the powers of the ego.

[ 18 ] Das Ich findet seinen Ausdruck im Blut. Geradeso wie das Blut als materieller Stoff der Ausdruck des Ich, so ist die Blutwärme, das Blutfeuer, sozusagen der zurückgebliebene Rest des alten Saturnfeuers, der Ausdruck des Ich in den Elementen. In Zweierlei mußte sich dieses Wesen physisch zum Ausdruck bringen: zuerst in dem Feuer. Es kündigte sich im Feuer an dem Moses: im brennenden Dornbusch und in dem Blitz auf dem Sinai; denn es ist dieselbe Wesenheit, die in das menschliche Ich dann einziehen konnte, die zu Moses sprach aus dem brennenden Dornbusch, aus dem Blitz und Donner auf dem Sinai. Und sie bereitet ihr Kommen vor und erscheint dann in einem bluttragenden Leibe, in dem Jesus von Nazareth: Damit zieht die Sonnenwesenheit in ein irdisches Individuum ein. Dadurch, daß das Ich sich immer mehr und mehr durchdringen und durchtränken wird mit der Kraft, die damals eingedrungen ist in das Ich, dadurch wird dieses Ich die Fähigkeit erlangen, immer mehr aus eigener Kraft sich zu erheben über all die Einflüsse, die dieses Ich herunterziehen können. Denn dieses Wesen, das bis in das Ich vordringt, das ist anderer Art als die anderen Wesenheiten, die früher herniedergestiegen sind auf die Erde und welche den physischen Leib, den Ätherleib und den Astralleib beseelt haben.

[ 18 ] The ego finds its expression in the blood. Just as blood, as a material substance, is the expression of the ego, so the warmth of the blood, the fire of the blood—which is, so to speak, the remnant of the ancient Saturn fire—is the expression of the ego in the elements. This being had to express itself physically in two ways: first in fire. It announced itself to Moses in fire: in the burning bush and in the lightning on Mount Sinai; for it is the same being that was then able to enter the human ego, who spoke to Moses from the burning bush, from the lightning and thunder on Mount Sinai. And it prepares its coming and then appears in a blood-bearing body, in Jesus of Nazareth: Thus the solar being enters into an earthly individual. Through the fact that the ego will become more and more permeated and imbued with the power that once entered the ego, this ego will gain the ability to rise more and more of its own accord above all the influences that can pull this ego down. For this being, which penetrates into the ego, is of a different kind than the other beings who descended to Earth in the past and who animated the physical body, the etheric body, and the astral body.

[ 19 ] Nehmen wir die alten heiligen Rishis. In ihrem Ätherleib war, wie wir gesehen haben, der Geist einer höheren Wesenheit, denn sie hatten diesen Ätherleib geerbt von großen atlantischen Vorfahren, in denen diese höhere Wesenheit war. Das war auf sie übertragen; sie konnten mit ihrem Astralleib und Ich dem gar nicht folgen, was aus der Inspiration des Ätherleibes hervorging. Und so geschah es von Epoche zu Epoche. Die Menschen wurden inspiriert. Es war immer etwas wie eine Gewalt in ihnen, wenn sie inspiriert wurden; es war etwas, was sie mit Gewalt gefangennahm. Von dem, was des Menschen Geschick war - sich selbst überlassen zu sein -, von dem wurde er etwas hinweggezogen, um besser werden zu können: Er wurde inspiriert mit einer besseren Wesenheit. So war es bei allen Religionsstiftern: Es wurde ihnen einverleibt eine Wesenheit, die noch erhaben war über den Streit am Himmel, so daß sie nicht vollständig sich überlassen waren. In dem Christus erschien eine Wesenheit ganz anderer Natur, eine Wesenheit, die zunächst einmal gar nichts, aber auch gar nichts tat, um durch irgendeinen Zwang die Menschen zu sich herüberzubringen. Unddasistdas Wesentliche. Wenn Sie dieganze Ausbreitung des Christentums nehmen, so wird sie Ihnen ein lebendiger Beweis dafür sein, daß der Christus eigentlich in seinem Leben nicht das getan hat, was geschehen ist zur Ausbreitung des Christentums. Sehen Sie die Religionsstifter der Vorzeit an. Sie sind die großen Menschheitslehrer, sie lehren von einer bestimmten Zeit ihrer Entwickelungan, und ihre Lehren wirken in überwältigender Weise auf die Menschen. Sehen Sie den Christus an. Wirkterim Grunde genommen durch seine Lehren? Derjenige versteht ihn eben nicht, der da glaubt, in den Lehren sei die Hauptsache. Der Christus wirkte gar nicht zunächst durch seine Lehren, sondern durch das, was er getan hat. Und die größte Tat des Christus war diejenige, die mit dem Tode endete, war der Tod. Das ist das Wesentliche, daß der Christus durch eine Tat wirkte, bei deren Verbreitung in der Welt er gar nicht mehr physisch dabei sein sollte. Das ist der große Unterschied zwischen der Wirkung des Christus und der anderer Religionsstifter. Dieser Unterschied wird fast noch gar nicht verstanden, aber er ist das Wesentliche.

[ 19 ] Let us consider the ancient holy Rishis. As we have seen, their etheric bodies contained the spirit of a higher being, for they had inherited these etheric bodies from great Atlantean ancestors in whom this higher being dwelt. This had been transferred to them; with their astral body and I, they could not at all follow what arose from the inspiration of the etheric body. And so it happened from epoch to epoch. People were inspired. There was always something like a force within them when they were inspired; it was something that seized them with force. From what was the human condition—being left to one’s own devices—they were drawn away somewhat in order to become better: they were inspired by a higher being. This was the case with all founders of religions: a being was incorporated into them that was still above the strife in the heavens, so that they were not entirely left to their own devices. In Christ appeared a being of a completely different nature, a being who at first did absolutely nothing—not a single thing—to draw people to himself through any kind of compulsion. And that is the essential point. If you consider the entire spread of Christianity, it will serve as living proof to you that Christ did not, in his life, actually do what led to the spread of Christianity. Look at the founders of religions of antiquity. They are the great teachers of humanity; they teach about a specific period of human development, and their teachings have an overwhelming effect on people. Look at Christ. Did he, in essence, work through his teachings? Anyone who believes that the teachings are the main thing simply does not understand him. Christ did not work through his teachings at all at first, but through what he did. And Christ’s greatest deed was the one that ended in death—it was death itself. This is the essential point: that Christ worked through a deed such that, as it spread throughout the world, he was no longer physically present. This is the great difference between the impact of Christ and that of other religious founders. This difference is still hardly understood at all, but it is the essential point.

[ 20 ] Sie können alle Lehren des Christentums verfolgen, alles, was als Lehre im Christentum gepredigt wird, und können jede christliche Lehre in einem anderen Religionssystem auch finden. Das ist gar nicht in Abrede zu stellen. Sie können sagen: Alles Wesentliche der christlichen Lehren ist inanderen Systemen enthalten. Aber hat das Christentum gewirkt durch den Inhalt seiner Lehren? Derjenige, der zunächst das Wesentliche zur Ausbreitung des Christentums getan hat, hat der sich auf die Lehren gestützt? Sehen Sie ihn an, den Apostel Paulus! Hat er sich durch das, was in den Evangelien steht, von einem Saulus zu einem Paulus machen lassen? Er verfolgt die Anhänger des Christus Jesus. Solange verfolgt er sie, bis ihm derjenige, der am Kreuz gestorben ist, aus den Wolken erschien, bis er, Paulus, die eigene, persönliche okkulte Erfahrung hatte, daß der Christus lebt. Die Wirkung des Todes, die Wirkung der Tat, das war der Impuls für den Paulus, und darauf kommt es an. Andere Religionssysteme wirken durch ihre Lehren, und ihre Lehren sind dieselben wie auch im Christentum; im Christentum handelt es sich aber nicht um die Lehren, sondern um das, was geschehen ist, um die Tat. Und diese Tat ist eine solche, daß sie auf keinen Menschen anders wirkt, als wenn er sich selbst dazu entschließt, sie auf sich wirken zu lassen, das heißt, wenn sie mit dem absolut freien Charakter seines indwiduellen Ich vereinbar ist. Denn nicht genügt es, daß der Christus anwesend wird im menschlichen Astralleib, sondern der Christus muß, wenn er wirklich verstanden werden soll, im menschlichen Ich anwesend werden. Und das Ich muß sich frei entschließen, den Christus aufzunehmen. Das ist es, worauf es ankommt. Aber gerade dadurch nimmt dieses menschliche Ich, wenn es sich mit dem Christus verbindet, eine Realität in sich auf, eine göttliche Kraft, nicht bloß eine Lehre. Daher kann hundertmal bewiesen werden, daß alle Lehren des Christentums schon zu finden sind da oder dort; aber darauf kommt es nicht an, sondern darauf, daß das Wesentliche im Christentum die Tat ist, die nur durch eine freiwillige Erhebung in die höheren Welten zum eigenen Besitz werden kann. Dadurch also nimmt der Mensch die Christus-Kraft auf, daß er sie freiwillig aufnimmt, und keiner kann sie aufnehmen, der sie nicht freiwillig aufnimmt. Dies ist aber dem Menschen nur dadurch möglich geworden, daß der Christus auf der Erde Mensch geworden ist, daß er berufen war, auf der Erde Mensch zu werden.

[ 20 ] You can examine all the teachings of Christianity—everything that is preached as doctrine in Christianity—and you can find every Christian teaching in other religious systems as well. There is no denying that. You might say: All the essential elements of Christian teachings are contained in other systems. But has Christianity had an impact through the content of its teachings? Did the one who initially did the most to spread Christianity rely on the teachings? Look at him, the Apostle Paul! Did he allow himself to be transformed from Saul to Paul through what is written in the Gospels? He was persecuting the followers of Christ Jesus. He persecuted them until the One who died on the cross appeared to him from the clouds, until he, Paul, had his own personal, occult experience that Christ lives. The impact of death, the impact of the deed—that was the impulse for Paul, and that is what matters. Other religious systems work through their teachings, and their teachings are the same as those in Christianity; but in Christianity it is not about the teachings, but about what has happened, about the deed. And this deed is such that it affects no human being differently than when he himself decides to allow it to take effect upon him, that is, when it is compatible with the absolutely free character of his individual I. For it is not enough that Christ becomes present in the human astral body; rather, if Christ is to be truly understood, he must become present in the human ego. And the ego must freely decide to receive Christ. That is what matters. But precisely through this, when this human ego unites with Christ, it takes in a reality within itself, a divine power, not merely a doctrine. Therefore, it can be proven a hundred times over that all the teachings of Christianity can already be found here or there; but that is not what matters, but rather that the essential aspect of Christianity is the deed, which can only become one’s own possession through a voluntary ascent into the higher worlds. Thus, man absorbs the Christ-force by voluntarily receiving it, and no one can receive it who does not do so voluntarily. But this has become possible for man only because Christ became human on earth, because he was called to become human on earth.

[ 21 ] In einer anderen Lage sind die abgefallenen Engel, die als luziferische sich herübergelebt haben auf die Erde. Die hätten ja auf dem Monde eigentlich Mensch werden sollen. Sie sind zurückgeblieben in ihrer Entwickelung, sie können daher in den Astralleib hinein; an das Ich können sie zunächst nicht heran. Nun sind sie in einer sonderbaren Lage, in einer Lage, die wir uns eigentlich nur graphisch darstellen können, wenn das auch pedantisch aussieht. Nehmen wir einmal an - wenn wir von Ätherleib und physischem Leib absehen -, des Menschen Astralleib wäre während der lemurischen Entwickelung dieser Kreis, sein Ich wäre ein Einschluß in diesem Astralleib; das

[ 21 ] The fallen angels, who have descended to Earth as Luciferic beings, are in a different situation. They were actually supposed to have become human on the Moon. They have lagged behind in their development, which is why they can enter the astral body; for the time being, they cannot reach the I. Now they find themselves in a peculiar situation, one that we can really only visualize graphically, even if that seems pedantic. Let us suppose—setting aside the etheric body and the physical body—that during the Lemurian period, the human astral body was this circle, and the ego was an inclusion within this astral body; the

[ 22 ] Ich hat sich allmählich in den Astralleib hineinbegeben. Was geschieht nun? Während der lemurischen Entwickelung schleichen sich die luziferischen Mächte überall in den astralischen Leib des Menschen ein und durchdringen ihn mit demjenigen, was ihre Taten sind, was bei ihm aber sich als niedere Leidenschaften darstellt. Dasjenige, wodurch er dem Irrtum und Bösen verfallen kann, das sitzt im Astralleib; die luziferischen Geister haben es ihm eingespritzt. Hätten sie es ihm nicht eingespritzt, so würde er niemals die Möglichkeit des Irrtums und des Bösen haben, er würde hinaufgehoben werden, wo er sein Ich empfängt, unberührt von allen hemmenden Einflüssen. Das geht so fort, nur beschützen die großen Führer die Menschen davor, so weit das notwendig ist, zu tief hinunterzusinken.

[ 22 ] He has gradually entered into the astral body. What happens now? During the Lemurian stage of development, the Luciferic forces insinuate themselves everywhere into the human astral body and permeate it with what constitutes their deeds, which, however, manifest in him as base passions. That which enables him to fall prey to error and evil resides in the astral body; the Luciferic spirits have instilled it in him. Had they not instilled it in him, he would never have the possibility of error and evil; he would be lifted up to where he receives his I, untouched by all hindering influences. This is how it goes; only the great guides protect human beings from sinking too deeply, to the extent that is necessary.

[ 23 ] Nun tritt das Ereignis des Christus ein. Nehmen wir einen Menschen, der freiwillig den Christus in sich aufnimmt, — das Christentum ist erst im Anfange, aber nehmen wir das Ideal: des Menschen Ich hätte freiwillig die Christus-Kraft in sich einfließen lassen. Wenn dieses Ich so weit ist, daß es sich mit dem Christus durchdrungen hat, dann strahlt die Christus-Kraft auch in den Astralleib hinein. In denselben Astralleib strahlt die Christus-Kraft von innen hinein, in den vorher hineingespritzt haben ihre Taten die luziferischen Mächte. Und was geschieht nun in der Zukunft? Dadurch, daß wir mit Hilfe und nur mit Hilfe des Christus alle diejenigen Eigenschaften des Menschen, die von Luzifer kommen, auslöschen, dadurch befreien wir als Menschen nach und nach die luziferischen Mächte mit. Und es wird eine Zeit kommen, wo die luziferischen Mächte, welche während der Mondenentwickelung zum Heile der menschlichen Freiheit heruntersinken mußten in eine gewisse niedere Entwickelung und auf der Erde nicht Gelegenheit hatten, selber die Christus-Kraft zu erleben, wo diese durch den Menschen werden die Christus-Kraft erleben und erlöst werden. Der Mensch wird Luzifer erlösen, wenn er die Christus-Kraft in der entsprechenden Weise aufnimmt. Und dadurch wird der Mensch wiederum stärker, als er sonst geworden wäre. Denn denken Sie, der Mensch hätte nicht die luziferischen Kräfte bekommen: dann würde die Christus-Kraft ausstrahlen, aber sie träfe nicht auf die Hindernisse der luziferischen Kräfte, und der Mensch würde unmöglich im Guten, im Wahren, in der Weisheit so weit kommen können, wie er kommen kann, wenn er diese widerstrebenden Kräfte zu besiegen hat.

[ 23 ] Now the event of Christ takes place. Let us take a person who voluntarily receives the Christ within themselves—Christianity is still in its infancy, but let us take the ideal: the human ego has voluntarily allowed the Christ force to flow into itself. When this ego has reached the point where it has become imbued with the Christ, then the Christ force also radiates into the astral body. The Christ force radiates from within into the very same astral body into which the Luciferic powers had previously injected their deeds. And what will happen in the future? By eradicating, with the help and only with the help of the Christ, all those human qualities that come from Lucifer, we as human beings gradually liberate the Luciferic powers as well. And a time will come when the Luciferic forces—which, during the lunar evolution, had to descend into a certain lower state of development for the sake of human freedom and had no opportunity on Earth to experience the Christ-force themselves—will, through humanity, experience the Christ-force and be redeemed. Humanity will redeem Lucifer when it receives the Christ-force in the appropriate manner. And through this, humanity will in turn become stronger than it would otherwise have become. For consider: if humanity had not received the Luciferic forces, the Christ force would radiate, but it would not encounter the obstacles of the Luciferic forces, and humanity would be unable to progress as far as it can in goodness, truth, and wisdom as it does when it must overcome these opposing forces.

[ 24 ] So haben wir im Menschen ein Glied unserer Hierarchien, von dem wir sehen, daß es sich sehr wohl von den anderen Gliedern unterscheidet. Wir sehen, daß der Mensch anders dasteht als die Seraphim, Cherubim, Throne, als die Herrschaften, Mächte und Gewalten, auch noch als die Geister der Persönlichkeit und als die Feuergeister, als ein Teil der Engel. Er kann sich sagen, wenn er der Zukunft entgegenblickt: Ich bin berufen, in meinem tiefsten Innern selbst das alles zu suchen, was mir die Impulse des Handelns gibt nicht aus dem Anschauen der Gottheit, wie die Seraphim, sondern aus dem tiefsten Innern heraus. Und der Christus ist ein Gott, welcher nicht so wirkt, daß seine Impulse unbedingt befolgt werden müssen, sondern nur, wenn man sie einsieht, nur in Freiheit. Er ist daher der Gott, der niemals diese individuelle, freie Entwickelung des Ich nach dieser oder jener Richtung hemmen kann. Der Christus konnte sagen im allerhöchsten Sinne: Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen. — Und diejenigen Wesenheiten der nächsten Hierarchie, die die Möglichkeit hatten, Böses zu tun, die luziferischen Wesenheiten, sie werden wiederum durch die Kraft des Menschen erlöst, befreit.

[ 24 ] Thus, in human beings we have a member of our hierarchies whom we see to be quite distinct from the other members. We see that human beings stand apart from the seraphim, cherubim, thrones, the principalities, powers, and authorities, and even from the spirits of personality and the spirits of fire, as a part of the angelic realm. When looking toward the future, they can say to themselves: I am called to seek within my deepest self all that gives me the impulses to act—not from the contemplation of the Deity, as the Seraphim do, but from the depths of my innermost being. And Christ is a God who does not act in such a way that His impulses must be obeyed unconditionally, but only when one understands them, only in freedom. He is therefore the God who can never hinder this individual, free development of the ego in this or that direction. Christ could say in the highest sense: You will know the truth, and the truth will set you free. — And those beings of the next hierarchy who had the possibility of doing evil, the Luciferic beings, they in turn are redeemed and liberated through the power of the human being.

[ 25 ] Damit sehen wir auch, wie tatsächlich die Weltentwickelung nicht einfach sich wiederholt, sondern daß Neues eintritt. Denn solch eine Menschheit, wie der Mensch sie erlebt, war eben noch nicht da, nicht bei den Engeln, nicht bei den Erzengeln, nicht bei den Urkräften. Eine völlig neue Mission hat der Mensch in der Welt zu erfüllen, eine Mission, die wir eben jetzt charakterisiert haben. Und zu dieser Mission ist er heruntergestiegen in die irdische Welt. Und als ein freier Helfer ist ihm der Christus in der Welt erstanden, nicht als ein Gott, der von oben wirkt, sondern als ein Erstgeborener unter vielen.

[ 25 ] This also shows us that the development of the world does not simply repeat itself, but that something new is emerging. For a humanity such as that experienced by human beings has not yet existed—not among the angels, not among the archangels, not among the primordial forces. Humanity has a completely new mission to fulfill in the world, a mission that we have just described. And for this mission, humanity has descended into the earthly world. And Christ has risen in the world as a free helper to humanity, not as a God who acts from above, but as the firstborn among many.

[ 26 ] So verstehen wir erst die ganze Würde und Bedeutung des Menschen innerhalb der Glieder unserer Hierarchien, und wir sagen uns, wenn wir zu der Herrlichkeit und zu der Größe der höheren Hierarchien hinaufschauen: Sind sie auch so groß, so weise, so gut, daß sie niemals von dem rechten Pfade abirren können, so ist doch die große Mission des Menschen, daß er die Freiheit in die Welt bringen soll und mit der Freiheit erst dasjenige, was man im wahren Sinne des Wortes Liebe nennt. Denn ohne die Freiheit ist Liebe unmöglich. Ein Wesen, welches unbedingt einem Impuls folgen muß, folgt ihm eben; ein Wesen, das auch anders handeln kann, für dieses gibt es nur eine Kraft, um zu folgen: die Liebe. Freiheit und Liebe sind zwei Pole, die zusammengehören. Sollte daher in unserem Kosmos die Liebe einziehen, so konnte das nur geschehen durch die Freiheit, das heißt durch Luzifer und seinen Besieger, und zu gleicher Zeit durch des Menschen Erlöser, durch den Christus. Daher ist die Erde der Kosmos der Liebe und Freiheit, und es ist das Wesentliche, daß wir, ohne den Menschen zur Unbescheidenheit zu verführen, die Hierarchien aufzählen lernen in der Art, wie sie innerhalb unserer abendländischen Esoterik immer und immer aufgezählt worden sind. Seraphim, Cherubim, Throne, sie folgen den unmittelbaren Impulsen unter dem Anschauen der Gottheit; Herrschaften, Mächte und Gewalten, sie sind noch so gebunden an die höheren Mächte, daß sieabkommandiert werden müssen, damit die Entwickelung zum Menschen vorwärtsschreiten kann. Auch noch Erzengel und Geister der Persönlichkeit können nicht fehlen, können also nicht durch freien Willen heruntersinken in ein Böses. Deshalb nannte man die Geister der unmittelbar höheren Hierarchie Boten und Erzboten, um anzudeuten, daß sie nicht ihre eigenen Aufträge, sondern daß sie die Aufträge ausführen derjenigen, die über ihnen stehen. Im Menschen wird aber eine Hierarchie heranreifen, die die eigenen Aufträge ausführt. Durch die Jupiter-, Venus- und Vulkanentwickelung hindurch wird der Mensch heranreifen zum Ausführer seiner eigenen Impulse. Wenn er auch heute noch nicht soweit ist, er wird dazu heranreifen.

[ 26 ] Only then do we understand the full dignity and significance of human beings within the ranks of our hierarchies, and we say to ourselves, as we look up to the glory and grandeur of the higher hierarchies: Even if they are so great, so wise, so good that they can never stray from the right path, the great mission of humanity is nonetheless to bring freedom into the world, and with freedom, that which is called love in the true sense of the word. For without freedom, love is impossible. A being that must unconditionally follow an impulse simply follows it; a being that can also act differently—for this being, there is only one force to follow: love. Freedom and love are two poles that belong together. Should love therefore enter our cosmos, it could only happen through freedom, that is, through Lucifer and his vanquisher, and at the same time through humanity’s Redeemer, through Christ. Therefore, the Earth is the cosmos of love and freedom, and it is essential that we, without tempting humanity into presumption, learn to enumerate the hierarchies in the manner in which they have always been enumerated within our Western esotericism. Seraphim, Cherubim, Thrones—they follow the immediate impulses under the gaze of the Deity; Dominions, Powers, and Virtues—they are still so bound to the higher powers that they must be commanded so that the development toward humanity may proceed. Even archangels and spirits of personality cannot be absent; thus, they cannot sink into evil through free will. That is why the spirits of the immediately higher hierarchy were called messengers and arch-messengers, to indicate that they do not carry out their own tasks, but rather the tasks of those who stand above them. In human beings, however, a hierarchy will mature that carries out its own tasks. Through the Jupiter, Venus, and Vulcan stages of development, the human being will mature into the executor of his own impulses. Even if he is not yet ready today, he will mature into it.

[ 27 ] So also dürfen wir sagen: Welches sind die Hierarchien? Wir fangen an: Seraphim, Cherubim, Throne; die Herrschaften, die ihre Herrschaft ausüben, indem sie nur dadurch herrschen, daß sie in dem Sinn, wie ihnen die Impulse von den Göttern gegeben werden, wirken. Dann kommen die Mächte; die führen ihre Macht eben nur dadurch, daß sie sie von oben erhalten; ebenso die Gewalten. Sollen sie böse werden, so müssen sie das nach göttlichem Ratschluß werden. Wir kommen zu den Geistern der Persönlichkeit, zu den Erzboten und Boten und sind heruntergestiegen bis unmittelbar heran zum Menschen. Und wie wird vom Menschen zu sagen sein, wenn wir ihn einreihen in die Hierarchien? Nach den Erzengeln und Engeln, den Erzboten und Boten, wird anzureihen sein der Reihe der Hierarchien der Geist der Freiheit oder der Geist der Liebe, und das ist, von oben angefangen, die zehnte der Hierarchien, die allerdings in Entwickelung begriffen ist, aber sie gehört zu den geistigen Hierarchien.

[ 27 ] So we may ask: What are the hierarchies? Let us begin: Seraphim, Cherubim, Thrones; the Dominions, which exercise their dominion by ruling solely through their action in accordance with the impulses given to them by the gods. Then come the Powers; they exercise their power solely by receiving it from above; the same applies to the Virtues. If they are to become evil, they must do so according to divine decree. We come to the spirits of personality, to the archmessengers and messengers, and have descended to a point immediately adjacent to humanity. And what can be said of human beings when we place them within the hierarchies? Following the archangels and angels, the archmessengers and messengers, the Spirit of Freedom or the Spirit of Love must be placed in the sequence of hierarchies, and this is, starting from the top, the tenth of the hierarchies, which is indeed in the process of development, but it belongs to the spiritual hierarchies.

[ 28 ] Nicht um Wiederholung handelt es sich im Weltenall, sondern jedesmal, wenn ein Umlauf gemacht ist, wird Neues eingefügt der Weltenevolution. Und dieses Neue einzufügen, ist immer die Mission der entsprechenden Hierarchie, die auf der Stufe ihrer Menschheit steht.

[ 28 ] The universe is not a matter of repetition; rather, every time a cycle is completed, something new is introduced into the evolution of the world. And introducing this new element is always the mission of the corresponding hierarchy, which stands at the level of its humanity.

[ 29 ] Damit haben wir den Sinn des Menschen zu ergründen versucht aus dem Sinn unseres Kosmos heraus. Wir haben, bis zu einem gewissen Grade wenigstens, geistig heute uns gefragt nach dem Sinne des Menschen, und wir haben diesen Sinn des Menschen, des Punktes inmitten des Universums, nach der Mysterienanweisung zu ergründen versucht, indem wir den Punkt, den Menschen, aus dem Umkreis zu enträtseln versuchten - den Punkt aus dem Umkreis! Damit aber stellt sich unsere Erkenntnis in die Realität hinein. Und das ist das Wesentliche, daß alle wahrhaftige geisteswissenschaftliche Erkenntnis eine wirkliche, konkrete, eine reale Erkenntnis ist, das heißt, daß geisteswissenschaftliche Erkenntnis unmittelbar selber gibt ein Bild des Kosmos und der geistigen Hierarchien.

[ 29 ] In this way, we have sought to fathom the meaning of humanity from the perspective of the meaning of our cosmos. We have, at least to a certain extent, spiritually asked ourselves today about the meaning of the human being, and we have attempted to fathom this meaning of the human being—the point at the center of the universe—in accordance with the instructions of the Mysteries, by trying to unravel the point, the human being, from the surrounding sphere—the point from the surrounding sphere! But in doing so, our knowledge is placed within reality. And this is the essential point: that all genuine spiritual-scientific knowledge is a real, concrete, and actual knowledge; that is to say, spiritual-scientific knowledge itself directly provides a picture of the cosmos and the spiritual hierarchies.

[ 30 ] Wir stehen im Mittelpunkt der Welt. Alles, was um uns herum ist, verliert für uns seine Bedeutung, weil wir uns sagen: Die äußere Sinneswelt kann uns die Rätsel selber nicht lösen. Es ist, wie wenn in einem Punkt sich alles zusammenzöge. Dann aber, wenn sich alles zusammenzieht, dann kommt aus dem Umkreis zurück die Lösung des Welträtsels so wahrhaftig real, wie die Materie, die ein Abbild und Gleichnis des Geistigen ist, selber sich verhält. Sie zieht sich zusammen, verschwindet im Mittelpunkt und taucht aus dem Umkreis herein wieder auf. Das ist Realität. Und unsere Erkenntnis ist real, wenn sie uns so vor Augen tritt wie der Bau und Prozeß des ganzen Weltenalls. Dann ist sie nicht Spekulation, nicht Spintisiererei, dann ist sie geboren aus dem Kosmos heraus. Und dieses Gefühl sollen wir entwickeln: Weisheit soll ein Ideal sein für uns, das geboren wird aus dem Umkreis des Kosmos und das uns mit der stärksten Kraft erfüllt, mit der Kraft für unsere eigene Bestimmung, für unser eigenes großes Weltideal und damit auch für unser nächstes Menschenideal.

[ 30 ] We stand at the center of the world. Everything around us loses its meaning for us because we tell ourselves: The external sensory world cannot solve the mysteries for us on its own. It is as if everything were converging at a single point. But then, when everything contracts, the solution to the world’s mystery returns from the periphery, as truly real as matter itself—which is a reflection and likeness of the spiritual—behaves. It contracts, disappears into the center, and reemerges from the periphery. That is reality. And our knowledge is real when it presents itself to us just as the structure and process of the entire universe do. Then it is not speculation, not mere musing; then it is born from the cosmos itself. And this is the feeling we should cultivate: Wisdom should be an ideal for us, born from the periphery of the cosmos and filling us with the strongest force—the force for our own destiny, for our own great world ideal, and thus also for our next human ideal.