Einführung in die Grundlagen der Theosophie
GA 111
3 Oktober 1907, Hanover
13. Schulung Der Rosenkreuzer II
[ 1 ] Auf unserer Erde war eine Wiederholung der vorigen Planetenzustände. Im Sonnen-, Monden- und Erdenzustand konnte der Mensch seine Seelenkräfte nicht entwickeln. Im Monden- und Erdenzustand waren die Substanzen zu schlecht, der Mond musste erst aus der Erde heraus sein, dann erst war es möglich, dass der Mensch seinen Körper aus der Erde aufbaute. Am Ende wird die müde Erde wieder mit der Sonne vereinigt sein. Der Mond wird in Atome zerfallen. Auf dem Mond bildete sich das Tier aus. Diese Stufe muss der Mensch auf der Erde wieder überwinden.
[ 2 ] Der Christus ist eine hohe Wesenheit, alle Wesenheiten überragend, die mit der Erde in Verbindung stehen. Es war ein kosmisches Ereignis, als der Christus erschien. Er ist der Sonnen- und Erdengeist. Er ging aus der Sonne hervor und schuf durch sein Wort die Erde, sie ist sein Leib. Er konnte deshalb sagen: Die mein Brot essen, treten mich mit Füßen.
[ 3 ] Nach dem esoterischen Christentum erschien der Christus im Zeichen des Lammes, des Widders. Die Offenbarung Johannes’ ist in Zeichen gesetzt: Er schaute in die Zukunft. Im Okkultismus hat jedes Ding ein Zeichen.
[ 4 ] Das Sonnenzeichen.
[ 5 ] Der Mensch wird den Lichtstrahl beherrschen.
[ 6 ] Zeichen des Sonnendämoniums: Zeichen eines bösen Geistes, des Tieres mit zwei Hörnern.
[ 7 ] Die Zahl des bösen Tieres ist 666.
taw = 400.
resch = 200.
waw=6
samech = 60]
[ 8 ] Sorat ist der Name des bösen Tieres.
[ 9 ] In der Apokalypse liegt Theosophie, keine gewöhnliche Weisheit ist tief genug, solche Weisheit zu begreifen.
[ 10 ] Die Wirkung des Lammes ist Schulung des Willens, weil der Weg zum Weltenwillen gefunden wird. Der geschulte Wille muss sich zu dem großen Wollen aufschwingen, das Sonne und Sterne beherrscht.
[ 11 ] Durch die Schulung des Denkens, Fühlens und Wollens durch Imagination und Inspiration wird der Stein der Weisen gefunden. Erst heute dringt die Wahrheit davon in die Öffentlichkeit. Man hörte immer von Alchemisten, die Gold machen wollten. Im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert wurde mit den Geheimnissen der Alchemisten ein Verrat getrieben, das Goldmachen kam in Verruf.
[ 12 ] Der Mensch atmet reine Luft ein, um sein blaurotes Blut in Lebensblut zu verwandeln, er atmet Sauerstoff ein und verwandelt ihn in giftigen Kohlenstoff, der tötet. Bei der Pflanze ist es umgekehrt. Sie atmet den Kohlenstoff ein und verwandelt ihn in Sauerstoff, so ergänzen sich Mensch und Pflanze. Wenn die Pflanzen auch fünf Prozent Sauerstoff verbrauchen, so ist das verhältnismäßig wenig zu dem Sauerstoff, den sie abgeben. Durch den Kohlenstoff baut die Pflanze ihren eigenen Leib auf.
[ 13 ] Durch Regelung des Atmungsprozesses bildet sich der Mensch ein Organ aus, sodass er die Arbeit, die jetzt die Pflanzen besorgen, in sich tut. Er atmet Sauerstoff ein und behält den Kohlenstoff bei sich, er bildet dann eine Substanz aus, hellflüssig, diamantartig, aus welcher er sich aufbaut wie die Pflanze. Durch diesen rhythmischen ‚Atmungsprozess lernt der Mensch, sich von dem unkeuschen Fleisch zu befreien. Das Tier ist die von der Begierde durchzogene Pflanzennatur. Wenn der Mensch in der geschilderten Art an sich arbeitet, erzeugt er, was man den Stein der Weisen nennt, die vierte Stufe der Rosenkreuzer-Schulung:
1. Studium.
2. Imaginative Erkenntnis.
3. Das Lesen der okkulten Schrift.
4. Rhythmischer Atmungsprozess (Stein der Weisen).
5. Entsprechung zwischen Mikro- und Makrokosmos.
6. Hineinleben in den Makrokosmos.
7. Gottseligkeit.
[ 14 ] Jedem Glied im menschlichen Organismus entspricht etwas in der Natur, in der Welt. Ein Ausspruch von Paracelsus: Die Welt ist ein auseinandergelegter Mensch, der Mensch eine zusammengezogene Welt.
[ 15 ] Zur Zeit, als der Mars seinen Einfluss auf die Erde ausübte, entstand das Herz, ihm entspricht der Löwe; das Herz würde sich raubtierartig steigern, bliebe es sich selbst überlassen. Früher bewegte sich der Mensch schwimmend-schwebend, die Hände sind seine Arbeitsorgane geworden und stehen unter dem geistigen Einfluss der Venus. Was innen ist, ist außen. Alle Zusammensetzungen sind Buchstaben und Worte, ein Entsprechen von Makrokosmos und Mikrokosmos. Durch Schulung lebt sich der Mensch ein in den Makrokosmos. Das Herz beleuchtet das innere geistige Wesen. Könnte man hinabsteigen in das Innere, würde man zum Beispiel die Gruppenseele des Löwen sehen. Der Blutlauf wird anders, wenn der Mensch anders atmet. Wenn das Herz umgestaltet wird, kommt es in lebendige Beziehung zu der geistigen Welt. Wenn sich das Ich des Menschen entwickelt, lernt er, Glieder einzeln zu studieren und den Makrokosmos zu kennen; man lernt in sich erleben, was zur Zeit des Erdenanfangs geschah. Alles hängt innerlich zusammen.
[ 16 ] Auf der siebten Stufe fühlt man die durch die Welt wehenden Kräfte der Gottseligkeit. Die Götter hatten die Gottseligkeit am Anfang unserer Entwicklung, der Mensch wird sie am Ende haben. Er wird den Kelch des Heiligen Gral entwickeln.
[ 17 ] Alles ging durch das Wort hervor; durch das Wort, den Logos, wurde die Welt. Der Mensch ist das Fleisch gewordene Wort Christi. In Ihm verstanden die Evangelisten das Wort. Und Er wird wiederkommen, wenn die Zeit für Ihn vorbereitet ist. Johannes, sein Verkündiger, erscheint, wenn die Tage am längsten sind. Er muss untergehen, als die Geistessonne erscheint.
[ 18 ] Der Gang der Entwicklung ist in den ersten vierzehn Sätzen des Johannes-Evangeliums ausgedrückt. Die Rosenkreuzerschulung fängt an, ihre Bedeutung zu haben, verbreitet wurde sie im dreizehnten Jahrhundert. Die andere Schulung ist nicht mehr gut anwendbar.
