Der Orient im Lichte des Okzidents
Die Kinder des Luzifer und die Brüder Christi
GA 113
25 August 1909, München
Dritter Vortrag
[ 1 ] Wir haben uns vor die Seele geführt, wohin derjenige dringt, welcher die Methoden der menschlichen Entwickelung in die übersinnlichen Welten hinein auf sich anwendet. Wir haben dabei aufmerksam gemacht, daß es eine gewisse Stufe der Entwickelung gibt, durch welche dem Menschen das, was sonst in der äußeren Welt uns entgegentritt als Wärme, als Luft, als Wasser und so weiter, anfängt zu leben und durchgeistigt zu sein. Wir haben gesagt, daß man das nennen kann das Sichhineinleben in die Welt der Elementengeister. Ich bitte diejenigen, die sich seit längerer Zeit mit Geisteswissenschaft befassen, jedes Wort, das gesagt wird, recht auf die Waagschale zu legen und zu berücksichtigen, daß die Worte gebraucht werden nicht annähernd, sondern ganz genau. Ich sagte nicht Elementargeister, sondern ich sagte Elementengeister; und es ist immer nur die Rede von demjenigen, das gerade an der betreffenden Stelle genannt wird.
[ 2 ] Es wird nun heute unsere Aufgabe sein, uns mit einigen Eigentümlichkeiten bekanntzumachen, die sich dem Betrachter der höheren Welten bieten. Da ist vor allen Dingen darauf aufmerksam zu machen, daß sich beim Aufstieg ins Übersinnliche zu unserer gewöhnlichen Welt, die wir mit unseren Sinnesorganen erleben, andere Welten, von denen zunächst zwei genannt sein sollen, hinzugesellen, Welten, die hinter denen stehen, die man mit den Sinnen wahrnehmen und mit dem Verstande begreifen kann. Es sollen einige hervorragende Charaktereigentümlichkeiten genannt werden, welche hinweisen können auf die Unterschiede unserer gewöhnlichen Welt und den beiden nächsthöheren. Die nächste Welt, die sich hinter unserer Welt verbirgt, nennt man ja, wie Sie alle wissen, die astralische Welt, und diejenige, die noch tiefer verborgen ist hinter dieser, bezeichnen wir gewöhnlich nach unserem Sprachgebrauch als die geistige Welt. Man könnte auch die astralische Welt das Seelenland oder die Seelenwelt und die andere als das Geisterland oder die geistige Welt bezeichnen. Wollen wir einen der vielen Unterschiede angeben, der uns zunächst einmal wichtig sein wird für unsere folgenden Betrachtungen, so können wir sagen: In unserer physischen Welt herrscht als eines der umfassendsten Gesetze dasjenige des Entstehens und Vergehens. Überall finden wir in unserer physischen Welt den Wechsel von Geburt und Tod, von Entstehen und Vergehen, Betrachten Sie, wo Sie wollen, unsere physische Welt, gerade bei ihren höchsten Wesenheiten finden Sie das Charakteristische, daß sie geboren werden und sterben innerhalb der physischen Welt. Eine scheinbare Dauer innerhalb der physischen Welt gaukelt dem Menschen höchstens dasjenige vor, was den niedrigen Naturreichen angehört: das tote Steinreich. Aber auch das ist nur scheinbar. Würde man die Betrachtung der Gesteinswelt über lange Zeiten ausdehnen, so sähe man, daß sich auch da das Gesetz des Entstehens und Vergehens geltend macht.
[ 3 ] Für den Betrachter nun der astralischen Welt drängt sich vor allen Dingen das auf, daß — ebenso hervorragend wie für die physische Welt das Entstehen und Vergehen - für diese astralische Welt die Verwandlungsfähigkeit ist, die Metamorphose. Und hier verknüpft sich das, was jetzt zu sagen ist, mit einem Hinweis, der schon gestern gegeben worden ist und der uns in der mannigfaltigsten Weise immer konkreter beschäftigen wird. In der astralischen Welt haben wir es zu tun mit beweglichen Gebilden, mitGebilden, die sich ineinander so umwandeln, daß sie bald das eine, bald das andere sein können. Schon der uns ja aus dem Astralischen zunächstliegende menschliche astralische Leib, der wie eine Art von Aura — dem Hellseher sichtbar — wolkig umwallt und umwogt den physischen Leib, hat die Eigentümlichkeit einer fortwährenden Verwandlungsfähigkeit. Fast in jedem Augenblick ist das, was als eine astralisch-aurische Wolke den Menschen einhüllt und durchdringt, anders, je nachdem der Mensch in sich höhere oder niedrigere Triebe entwickelt, wildere, stürmischere oder ruhigere Leidenschaften in sich erlebt, diese oder jene Gedanken hegt. Je nachdem er diese oder jene Willensimpulse hat, zeigen sich in dieser aurisch-astralischen Wolke die mannigfaltigsten Gebilde und Einschlüsse; und da der Mensch in seinem Seelenleben fortwährend diese oder jene Gedanken aufsteigen und abwogen läßt, so kann man diese Wolke in jedem Augenblick in bezug auf Farbe und Form als etwas anderes abbilden, wenn auch ein gewisser Grundcharakter, sagen wir eine gewisse Grundfarbe in der astralischen Aura eines jeden Menschen erhalten bleibt, die seinem mehr oder weniger dauernden Charakterzug entspricht. So haben wir schon in dem astralischen Leib des Menschen das sich Verwandelnde darinnen. Gestern ist darauf aufmerksam gemacht worden, daß dieselben Wesenheiten, die dem Menschen zunächst entgegentreten, wenn er das astralische Gebiet als ein Erschaubares erlebt, dann, wenn er in die Erleuchtung vorrückt und ihm das Astralische erkennbar wird, ihm entgegentreten können, je nach seiner eigenen Vorbereitung, als gute und als böse. So stark ist die Verwandlungsfähigkeit dessen, was für das Schauen nicht heruntersteigt bis zum physischen Plan, sondern bleibt in denRegionen der höheren Welten und nur bis zum astralischen Plane heruntersteigt, sich verwandeln kann von dem Guten in das Böse, von dem Lichten in das Finstere. Also wir haben Metamorphose, Verwandlungsfähigkeit als Charakteristikum in dieser Welt.
[ 4 ] In der eigentlich geistigen Welt tritt uns eine, wenn auch nur relative Dauer entgegen, ein Bleiben. Daher muß zum Beispiel des Menschen innerste Wesenheit, wenn sie sich erhalten will, wenn sie dauern will von einer Inkarnation zur anderen, durchgehen durch die geistige Welt, weil nur diese Welt die Eigentümlichkeit der, wenn auch nicht ewigen, so doch in gewisser Beziehung relativen Dauer hat.
[ 5 ] Entstehen und Vergehen ist also hauptsächlichste Eigentümlichkeit der physischen Welt;. Verwandlung von einer Form in die andere ist eine Eigentümlichkeit der astralischen Welt; Dauer ist eine Eigentümlichkeit der geistigen Welt. Zunächst müssen wir uns klar sein, daß die Materialien zum Aufbau des Menschen aus diesen Welten entnommen sind, daß der Mensch aus diesen Welten herausgebaut ist. Die physische Welt liegt ihm zunächst vor; in die anderen Welten arbeitet er sich durch die sogenannte Einweihung oder Initiation, das heißt durch die Vorbereitung. und Entwickelung zum übersinnlichen Schauen hinauf. Da lernt er erst das kennen, was sich ihm entzieht in der gewöhnlichen Welt, was aber ebenso vorhanden ist wie diese gewöhnliche Welt.
[ 6 ] Nun müssen wir uns bekannt machen mit noch etwas anderem. Wir haben gesagt, daß uns zum Beispiel im Element des Feuers oder der Wärme auf einer gewissen Stufe der Entwickelung Lebendiges entgegentritt, etwas das Feuer Durchlebendes, oder in bezug auf die Luft etwas die Luft Durchlebendes. Für das gewöhnliche Leben ist nun die Sache so, daß jedesmal, wenn eine äußere Umhüllung, ein äußeres Kleid, ein Ausdruck auftritt für irgendeine Wesenheit, diese selbst für den Menschen sich in eine höhere Welt zurückzieht. Der Mensch lernt in der physischen Welt das physische Feuer kennen. Weil er das physische Feuer, den Ausdruck gewisser geistiger Wesenheiten, die im Feuer walten, in der physischen Welt kennenlernt, so muß er, um diese Wesenheiten selbst kennenzulernen, von der physischen zu höheren Welten aufsteigen. Niemals findet man in derselben Welt diejenigen Wesenheiten, bei denen der Ursprung und Urquell einer Erscheinung für eine andere Welt ist. Dasjenige, was Ursache und Urquell des Feuers zum Beispiel ist, kann man erst finden, wenn man von der physischen Welt zur nächsthöheren aufsteigt, weil die betreffenden Wesenheiten in die niedere Welt hinuntersenden ihren Ausdruck und ihre Wesenheit selbst zurückbehalten in der höheren Welt. Das gilt nun nicht nur für die Erscheinungen, die uns sozusagen auf dem äußeren Teppich der physischen Welt entgegentreten. Die Geister des Feuers, die Geister der Luft, des Wassers, der Erde, sie verhüllen sich für die physische Welt und sind in den höheren Welten, weil sie ihre Ausdrücke in die physische hinuntersenden. Das gilt aber nicht nur für dasjenige, was uns entgegentritt außer uns, sondern für alles dasjenige, was in uns selber zunächst in der physischen Welt lebt. In dieser leben ja für uns nicht nur die Erscheinungen der Außenwelt, nicht nur die buntfarbige und tonreiche, die gerucherfüllte, geschmackerfüllte Welt, sondern da leben zunächst für uns auch unsere Gefühle, unsere Empfindungen und Gedanken. Alles, was der Mensch hier in dieser Verkörperung, in der Inkarnation ist, lebt in der physischen Welt, was es auch immer ist. Dessen müssen wir uns klar sein. So daß also auch jedes Gefühl, das wir zwischen der Geburt und dem Tode erleben, jeder Gedanke, den wir fassen, jede Idee und so weiter eine Erscheinung der physischen Welt ist. Und ebenso wie hinter den äußeren Erscheinungen, den Farben, Tönen, Gerüchen und so weiter, oder wie wir sagen in der Geisteswissenschaft, dem Feuer, derLuft, dem Wasser und so weiter göttlich-geistige Wesenheiten dahinter stehen, ebenso leben göttlich-geistige Wesenheiten hinter unseren Empfindungen, unseren Gefühlen, unserer ganzen Seelenwelt. Unsere ganze Seelenwelt hat göttlich-geistige Wesenheiten hinter sich. Und das, was wir gewöhnlich als unser Ich, als unser Selbst erleben innerhalb der physischen Welt, das ist noch nicht unser wahres Selbst, das ist noch nicht dasjenige, was wir unser höheres Selbst nennen. Unser höheres Selbst steht in einer übersinnlichen Welt, es lebt hinter unseren Gefühlen und Empfindungen. Daher wird im wahren Sinne dieses höhere Selbst erst erlebt durch die Entwickelung in die übersinnlichen Welten hinauf. Da zeigt es sich noch in ganz anderer Gestalt als in der physischen Welt.
[ 7 ] An einem besonderen Beispiele möchte ich Ihnen anführen, wie sich dieses in der physischen Welt lebende Selbst des Menschen verhält zu seinem höheren Selbst, und zwar möchte ich es Ihnen anführen für unsere heutigen Verhältnisse, denn derjenige, der in die geistigen Welten kineinschaut, weiß, daß sich diese Dinge im Laufe der Zeiten ändern. Derjenige, der zum Beispiel einem anderen Menschen ein Unrecht zugefügt hat, der kann in sich selber das erleben, was man Gewissensbisse nennt. Man kommt da auf jene eigentümlichen Seelenerlebnisse, die man gewöhnlich zusammenfaßt unter dem Wort Gewissen, Sie wissen alle, daß man im gewöhnlichen Leben mit diesem Worte Gewissen bezeichnet eine Art innerer Stimme, welche den Menschen treibt, von ihm begangenes Unrecht wieder gutzumachen. Die meisten Menschen werden in ihrem ganzen Leben wenig dazu kommen, darüber nachzudenken, was das Wesen dieses Gewissens ist; sie bleiben eben dabei stehen, sich zu sagen: Gewissen ist etwas, das man fühlt. Ein inneres Gefühl hat man, daß man begangenes Unrecht wieder gutmachen muß; es quält einen in der Seele, wenn man solches Unrecht nicht gutgemacht hat. Das Gewissen ist zunächst für den Menschen in der physischen Welt ein inneresErlebnis, ein Seelenerlebnis. Fragen Sie nun den Geistesforscher, wie es sich damit verhält, dann muß dieser folgende Beobachtung anstellen: er muß den Betreffenden, der ein Unrecht begangen hat, beobachten in bezug auf sein Leben in der astralischen Welt. Derjenige nun, der für sich selbst innerlich Gewissensbisse erlebt, der ist für den Geistesforscher umringt von merkwürdigen astralen Gestalten, die sonst nicht da sind, wenn nicht Gewissensbisse in der Seele leben. Alles das, was sozusagen im Gewissen rumort und von der Seele, die in der physischen Welt lebt, nur gefühlt wird, das zeigt sich der geistigen Beobachtung wie gewisse Gestalten, die den Menschen umschwirren, die in seiner Umwelt leben. Und wenn wir uns fragen: Wie zeigt sich für die Geistesforschung das Entstehen dieser Gestalten, dann bietet sich folgendes: Nehmen wir an, jemand hat solch ein Unrecht begangen, dann bilden sich aus den Gedanken, die das Unrecht herbeigeführt haben, andere Gedankenformen, die Metamorphosen der ersten sind. Alles das, was der Mensch denkt, empfindet und fühlt, lebt ja in seiner astralischen Aura als eine Form, als eine Gedanken- oder Empfindungs- oder Gefühlsform. Man kann einen Gedanken, der — sagen wir klar ist, in einer scharf umrissenen Gedankenform, wie umschwebend den Menschen, abbilden; ebenso einen wilden, einen wüsten Gedanken, diese oder jene Leidenschaft durch verworrene Formen. Das sind alles Gestalten, die den Menschen umgeben. Während nun der Mensch ein Unrecht begeht an einem anderen, denkt und empfindet er dies oder jenes. Diese Gedanken- oder Empfindungsformen treten dann aus ihm heraus, sind in der Umgebung; aber sie bleiben nicht bloß Gedankenformen, das ist das Wesentliche und Wichtige. Sie bleiben nicht etwas, was sich vom Menschen abgesondert hat, sondern sie finden Nahrung aus gewissen Welten. Es brausen gleichsam, wie der Wind in einen Hohl“raum, der sich ihm darbietet, hineinbraust, in diese Gedankenformen, die ausgeschieden werden durch die Gewissensbisse, gewisse Wesenheiten aus ganz bestimmten Welten -— wir werden darüber noch sprechen — hinein, und die eigenen Gedankenformen des Menschen sind dann ausgefüllt mit einer Wesenssubstanz aus diesen Welten. Der Mensch hat Veranlassung gegeben durch seine Gedankenformen dazu, daß in seiner Umgebung nun andere Wesenheiten leben. Diese Wesenheiten sind in Wahrheit das Quälende der Gewissensbisse. Wären sie nicht da, so quälten dieGewissensbisse nicht. Erst in dem Moment, wo derMensch unbewußt diese Wesenheiten fühlt, beginnt das Nagende und Zehrende des schlechten Gewissens.
[ 8 ] Sie können nun an diesem Beispiele sehen, daß für die geistige Beobachtung eine ganz andere Realität vorliegt als für die nicht geistige. Für die letztere ist das Gewissen nur ein inneres Erlebnis; für die geistige Beobachtung ist das Gewissen eine Summe von Wesenheiten, die den Menschen umgibt, eine geistig-astralische Realität um ihn herum. Warum nun sieht der Mensch diejenigen Wesenheiten, die ich Ihnen eben beschrieben habe — die dadurch entstehen, daß sich gewisse geistige Wesenheiten mit seinen eigenen Gedanken umhüllen wie mit Häuten, wie mit Bälgen —, im gewöhnlichen Leben nicht? Gerade aus demselben Grunde, warum er zum Beispiel Geister des Feuers nicht sieht. Er sieht in der physischen Welt das physische Feuer; hinter dem physischen Feuer verbirgt sich das, was geistig ist im Feuer; und er muß erst durch das Feuer hindurchschauen in höhere Welten hinauf, wenn er das Geistige im Feuer sehen will. Ebenso muß der Mensch geistig durch das Gewissen durchschauen, wenn er Geister des Gewissens kennenlernen will, wenn er Bekanntschaft machen will mit den quälenden, auf dem astralischen Plane zunächst lebenden Wesenheiten, die auf diejenige Weise entstanden sind, die ich Ihnen beschrieben habe.
[ 9 ] Nun könnten diejenigen, welche Tatsachen, die in den verschiedensten Vorträgen und Vortragszyklen erwähnt worden sind, zusammenhalten, hier einen Schluß ziehen, den ich nun gleich selber ziehen will. Sie wissen ja, daß das menschliche Seelenleben sich im Laufe langer Zeiträume geändert hat. Alle kennen Sie diese Tatsache aus meinen verschiedensten Vorträgen. Sie wissen, daß wenn wir heute dasjenige, was wir menschliches Bewußtsein nennen, beschreiben, etwas anderes herauskommt als das Bewußtsein, sagen wir, zum Beispiel bei den alten Indern in der ersten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit; daß anders war dieses Bewußtsein namentlich in der atlantischen Zeit. Sie wissen alle, daß das menschliche Bewußtsein sich von einem dumpfen, ursprünglichen Hellsehen hindurchentwickelt hat zum heutigen klaren, tagwachen Bewußtsein für die physische Welt. Je weiter wir zurückgehen in der Entwickelung, desto mehr finden wir, daß die Menschen ein ursprüngliches Hellsehen, ein gewisses primitives Hellsehen hatten. Wir brauchen gar nicht weit zurückzugehen, verhältnismäßig nur wenige Jahrtausende, da finden wir noch zahlreiche Völker, welche nicht etwa bloß das physische Feuer sahen, sondern imstande waren, durch dieses physische Feuer hindurch zu den Elementengeistern des Feuers zu schauen. Das hat sich nach und nach entwickelt im menschlichen Bewußtsein, daß gleichsam eine höhere Welt sich zurückgezogen hat vor dem Menschen, und dieser beschränkt worden ist auf die physische Welt. Das gilt aber eben nicht bloß für die äußere Welt, für den Teppich der Sinnenwelt, der um uns herum ausgebreitet ist, sondern auch für das im Physischen sich offenbarende menschliche Seelenleben. Nun können Sie den Schluß ziehen: Wenn du uns eine solche Erscheinung nennst, wie das Gewissen es ist, und behauptest, daß der heutige Geistesforscher für das, was man dasGewissen nennt, um den Menschen herum astralisch-geistige Gestalten erlebt, so müßten ja die Vorfahren der heutigen Menschen diese astralisch-geistigen Gestalten gesehen haben; sie waren ja hellseherisch, müßten also auch das gesehen haben, was heute der Geistesforscher erbildet. - Nun, ebenso wie das Feuer die Geister des Feuers verdeckt, ebenso verdeckt das menschliche Gewissen — diese innere Stimme, wie wir sie nennen — zunächst die Welt, die ich eben beschrieben habe, die Welt der quälenden und nagenden Gewissensgeister. Also müßte in der Vorzeit gesehen worden sein von den Menschen dasjenige, was ich eben beschrieben habe als eine astralische Erscheinung. Aber die Bedingung dazu wäre gewesen, daß die Menschen dazumal noch nicht das innerliche Gewissen gehabt hätten, daß das noch nicht entwickelt gewesen wäre, daß also dasjenige, was wir heute die Seelenerscheinung des Gewissens nennen, einmal bei unseren Vorfahren nicht da gewesen wäre, daß dafür aber unsere Vorfahren gesehen hätten, was heute nur der Geistesforscher in der astralischen Umhüllung erblickt, während heute für die Menschen, da sie die innere Stimme des Gewissens empfinden, durch diese innere Stimme verdeckt werden die äußeren Geister — sagen wir des Gewissens.
[ 10 ] Ich habe absichtlich dieses Beispiel angeführt, weil an ihm die Bekräftigung der Sache wie mit Händen zu greifen ist. Man kann ganz genau auf den Zeitpunkt hinweisen, äußerlich historisch hinweisen, in dem der Übergang stattgefunden hat von dem Schauen der äußeren Gewissensgeister durch die Menschen zu der Erweckung der inneren Stimme des Gewissens. Sie brauchen nämlich nur einmal denkerisch sich zu betrachten die Orestie des Aschylos und brauchen diese zu vergleichen mit demselben Stoffe bei dem nur kurze Zeit danach lebenden griechischen Tragiker Euripides. Da haben Sie bei einem Übergang im Verlauf von wenigen Jahrzehnten von Äschylos bis Euripides herauf die Erfüllung und Bestätigung dessen, was ich Ihnen erzählt habe. Sehen Sie sich den Orest des Äschylos an; führen Sie sich vor die Seele, was da ungefähr geschieht! Agamemnon kehrt heim nach dem Kriege. Er wird ermordet von seinem ehebrecherischen Weibe. Der Sohn Orest, der abwesend ist, kommt heim und nimmt Rache an der Mutter. Er nimmt Rache für den Tod des Vaters, weil sogar die Stimme eines der verehrten Götter selbst ihn zu dieser Sache auffordert; er nimmt Rache im Einklang sogar mit dem damaligen Volksgefühl. Das Volk sagt eben, es ist richtig, daß er so gehandelt hat, er hat nur etwas Gerechtes ausgeführt. Er aber, er sieht als eine Folge des Muttermordes an sich herankommen die Erinnyen, die Rachegöttinnen. Nichts anderes sind die Erinnyen, die Rachegöttinnen der Mythologie, als die bildliche Ausgestaltung dessen, was ich Ihnen eben beschrieben habe als Tatsache der geistigen Beobachtung. Und versuchen Sie jetzt zu prüfen in diesem älteren Drama, ob da irgend etwas vorkommt, was Sie bezeichnen können mit dem modernen Wort Gewissen; nicht einmal ein Wort ist in der älteren Zeit vorhanden für das, was wir mit dem Namen Gewissen bezeichnen, und zwar, wie die Forscher beweisen können, in keiner Sprache des Altertums ist ein Wort dafür vorhanden. Vergleichen Sie jetzt aber dieselbe Sache bei demjenigen Dichter, der denselben Stoff um einige Jahrzehnte später behandelt hat, bei Euripides. Da haben Sie nichts mehr von den Furien, von den Erinnyen; da haben Sie schon den Menschen, der die innere Stimme des Gewissens vernimmt. In der Zwischenzeit — das läßt sich mit Händen greifen — geschieht die Entwickelung des Gewissens. Vorher war im wesentlichen im Verlaufe der Menschheitsentwickelung die hellseherische Beobachtung so stark, daß die Menschen die Empfindung nach einer begangenen schlechten Tat ganz anders hatten als später. Was empfand ein Mensch der älteren Zeit, wenn er eine schlechte Tat begangen hatte? Das hellseherische Auge war noch geweckt; er sah das, was ich beschrieben habe, in seiner Umgebung - in Griechenland nannte man es die Erinnyen. Und was entstand jetzt in seinem Inneren für eine Empfindung, da er dieses Gesicht der Erinnyen fortwährend vor sich hatte? Es entstand eine Empfindung, die ganz entsprechend den Eigentümlichkeiten der astralischen Welt war, die Empfindung: umzuwandeln, zu metamorphosieren die Gestalten, die er da um sich herum hatte. In der astralischen Welt herrscht Verwandlungsfähigkeit. Wenn der Mensch ausgelöscht hat die schlechte Tat, sie in eine gute verwandelt hat, dann verwandeln sich die Erinnyen der Mythologie in die wohlwollenden Eumeniden. Hier haben Sie Verwandlungsfähigkeit. Da war es also etwas, was der Mensch so erlebte, daß er sich sagte: Ich habe eine schlechte Tat begangen; furchtbar ist dasjenige, was sichtbar ist in der astralischen Welt; das muß umgewandelt werden; ich muß dasjenige tun, was die Metamorphose herbeiführt. Es war eine Korrespondenz des menschlichen Handelns mit demjenigen, was in der Umgebung war. Von dem, was innere Stimme des Gewissens ist, war noch nichts da.
[ 11 ] Alles in der Welt, auch das innere Seelenleben, entwickelt sich. So hat sich auch das entwickelt, was wir Gewissen nennen. Und derjenige würde fehlgehen, der etwa Jahrtausende zurückgehen würde und das, was heute in derSeele lebt als eine selbstverständlicheErscheinung, auch in den älteren Zeiten suchen würde. Und sogar das ist der Fall, daß sich auf dem betreffenden Gebiete, wo das geschehen soll, dieDinge ziemlich rasch ändern. Wie die Pflanze von Blatt zu Blatt wächst und dann wie im Sprunge zur Blüte übergeht, so ist es in der geistigen Entwickelung. Das törichte Wort, die Natur mache keine Sprünge, ist Unwahrheit; die Natur macht fortwährend Sprünge. An den entscheidenden Punkten geschehen fortwährend die Sprünge. Wie vom grünen Laubblatt zur Blüte ein Sprung in der Pflanze ist, so können wir im geistigen Leben auch solche Sprünge beobachten: durch Jahrhunderte, durch Jahrtausende hindurch entwickeln sich die Dinge langsam und allmählich; dann aber geht es so rasch wie es mit dem Gewissen gegangen ist hier in der Zeit, die hineinfällt in das fünfte Jahrhundert vor Christus, so daß ein früherer Tragiker noch nichts hineinmischt in sein Drama vom Gewissen, während der einige Jahrzehnte nach ihm kommende es hineinmischt zum ersten Male und dann auch ein Wort hat für das, was wir heute als Gewissen bezeichnen. Damit ist nun wiederum verknüpft, daß gerade die hellseherische Beobachtung der Gewissensgeister, der Erinnyen, für den Menschen verschwindet. Diese geistigen Wesenheiten sind solche, daß sich vor sie hinstellt unser inneres Erlebnis des Gewissens, wie sich vor die Geister des Feuers der äußere Ausdruck des Feuers hinstellt.
[ 12 ] So sieht man, daß man sozusagen nach zwei Richtungen hin bis an ein Ufer des Erlebens kommt in der physischen Welt. Die eine der Richtungen ist die: wenn wir den Teppich der Sinnenwelt betrachten um uns herum und die Erscheinungen der Farben- und Formenwelt draußen, da kommen wir an die Grenze, an welcher, wir können sagen, die äußeren Geisterwesen. Aber auch, wenn wir in unser Inneres hineingehen, wenn wir die Erscheinungen des Gewissens, des Gedächtnisses, des Gefühls- und Willens-, des Gedankenlebens betrachten, da müssen wir auch in diesen Erscheinungen zunächst etwas ganz ähnliches Innerliches betrachten, so wie wir Feuer, Luft, Wasser, Erde betrachten. Diese Dinge stellen sich hin und verdecken das, was geistig hinter ihnen ist. Als das Gewissen sich geltend machte wie eine Stimme in der menschlichen Seele, wie ein inneres Erlebnis in der physischen Welt, da stellte es sich vor die Welt der Erinnyen, der Furien hin und verdeckte sie für die menschliche Beobachtung. Erst dann, wenn man das geschichtliche Leben der Menschheit von diesem innerlichen Gesichtspunkte aus betrachtet, wird es erklärlich. Nichts verstehen die Menschen von demjenigen, was geschehen ist, wenn sie nicht an der Hand der geistigen Tatsachen das Werden, die Entwickelung betrachten können. Wir haben also geistige Wesenheiten sozusagen, die hinter dem Rot und Blau, hinter dem Ton, hinter dem äußeren Geruch und so weiter sind, die draußen in der Welt leben, die uns umgeben, und die wie durch einen Schleier verhüllt werden durch dasjenige, was wir sehen und hören und durch den Verstand begreifen. Wir haben aber auch solche Wesenheiten, die hinter dem liegen, was wir Seelen- und Gemütsleben nennen. Da ist nun die Frage berechtigt: wie verhalten sich diese zwei geistigen Reiche zueinander?
[ 13 ] Wenn wir das verstehen wollen, müssen wir uns wiederum einiges von dem vor die Seele führen, was Ihnen ja bekannt ist. Sie wissen alle, daß die Gliederung der menschlichen Natur in vier Glieder, in den physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und das Ich zerfällt, und daß diese Viergliedrigkeit der menschlichen Natur zurückzuführen ist auf die ganze Entstehung, auf das ganze Werden des Menschen. Wir wissen, daß der Mensch, wenn wir ihn als Ganzes betrachten, seinen Anfang nicht erst auf derErde genommen hat, sondern daß dieser Erde andere Verkörperungen vorangegangen sind. Wir blicken zurück von der Erde auf eine vorhergehende Verkörperung derselben, die wir den alten Mond nennen; wir blicken weiter zurück auf eine noch frühere Verkörperung der Erde, auf die alte Sonne, und noch weiter zurück auf den alten Saturn. Wir sagen: bevor unsere Erde entstanden ist, gab es in der Welt eine uralte planetarische Gestaltung, die wir den alten Saturn nennen. Dazumal entstand auf diesem die allererste Anlage unseres heutigen physischen Körpers; auf der alten Sonne kam hinzu der Atherleib und auf dem alten Monde der astralische Leib. Erst auf der Erde gliederte sich dieser vorher dreigliederigen Menschennatur ein das Ich, so daß wir den Keim zu unserem physischen Leib dem alten Saturn, den Keim zu unserem Ächerleib der alten Sonne, den Keim zu unserem astralischen Leibe dem alten Monde und den Keim zu unserem Ich der Erde verdanken. Nun wissen wir aber auch schon aus verschiedenen Vorträgen, daß diese Entwickelung keineswegs so einfach vor sich gegangen ist, daß etwa zuerst einfach der Saturn dagewesen wäre, dieser sich dann verwandelt hätte in die Sonne, aus dieser der Mond entstanden wäre und aus diesem die Erde, sondern wir wissen, daß diese Entwickelung einen viel komplizierteren Charakter trägt. Wenn wir uns zunächst sagen: es war der Saturn da, der hat sich in die alte Sonne verwandelt und diese in den Mond — wenn wir dabei zunächst bleiben, weil es annähernd richtig ist für unsere Verhältnisse -, so dürfen wir nicht dabei bleiben bei der Mondentwickelung selber, die unserer Erde unmittelbar vorangegangen ist. Sie sind darauf aufmerksam gemacht worden von mir, daß zur Zeit der Mondentwickelung eintrat eine Trennung zwischen der Erde und der Sonne — die Erde war damals Mond -, also mit anderen Worten zwischen Mond und Sonne. Während wir reden von Saturn und Sonne als ungeteilten Körpern, müssen wir von der Mondentwickelung sagen: es tritt der eine Körper auseinander in zwei Körper, so daß damals vorhanden war eine Zeitlang der alte Mond und gleichzeitig die alte Sonne. Dann verbanden sich beide wieder, gingen durch einen Zwischenzustand hindurch und traten als Erdenentwickelung wiederum auf. Und während der frühesten Erdenentwickelung, da waren vereint die Substanzen und Wesenheiten, die heute in der Sonne und im Monde sind, mit der Erde selber; erst in einer späteren Zeit trennte sich das, was heute in der Sonne lebt, von der Erde ab. Es blieb zuerst die Erde zurück mit dem heutigen Monde. In einer späteren Zeit spaltete sich der Mond von der Erde ab, und die Erde blieb zwischen der Sonne und dem Monde zurück. Diese drei Körper also waren zuerst eins; Sonne und Mond haben sich erst später aus der Erde herausgebildet.
[ 14 ] Nun fragen wir uns: Was ist der Sinn dieser Trennung im geistigen Leben? Wir wollen absehen von der ersten Trennung in der alten Mondenzeit und wollen nur jene Trennungen betrachten, die während der eigentlichen Erdenentwickelung stattgefunden haben. Gerade so wie auf unserer Erde gewisse Wesenheiten ihre Entwickelung finden, gerade so finden auf der Sonne und durch den Mond andere Wesenheiten ihre Entwickelung. Wesenheiten, welche ihr Fortkommen nicht auf der Erde hätten finden können, weil sie eine andere Entwickelungsstufe hatten als der Mensch, die trennten sich mit der Sonne von der Erde ab; sie sind sozusagen nicht mit der Erdenentwickelung weitergegangen, sondern mußten auf einem Schauplatz abseits von der Erde, eben auf der Sonne ihre Entwickelung fortsetzen, so daß wir also in dem Zeitpunkt der Sonnentrennung von der Erde die Tatsache vorliegen haben, daß der Mensch auf der Erde zurückgelassen wird als ein Wesen, welches die Bedingungen der Erdenentwickelung brauchte zu seiner eigenen Entwickelung. Andere Wesenheiten aber, welche nicht auf der Erde sich weiterentwickeln konnten, die trennten sich die Substanzen, die sie brauchten, ab und bildeten sich den Sonnenwohnplatz. Sie wirkten dann von der Sonne aus auf die Erde ein. Denn wie die physischen Sonnenstrahlen auf die Erde fallen und die Erde erleuchten und erwärmen, so strahlen die Taten, die Wirkungen der Geister der Sonne auf unsere Erde herab. Die physischen Sonnenstrahlen sind nur der äußere körperhafte Ausdruck der Taten der geistigen Sonnenwesen. Das war der Sinn der Sonnentrennung.
[ 15 ] Was war denn nun der Sinn der Mondentrennung? Wenn die Sonne mit der Erde verbunden geblieben wäre, dann hätten die Wesen, die später auf der Sonne wohnten, ihr gutes Fortkommen finden können, der Mensch aber nimmermehr. Der Mensch hätte nicht Schritt halten können mit dem Entwickelungstempo der Sonnenwesen; er hätte sich viel schneller entwickeln müssen, wenn nicht die Sonnenwesen aus der Erde hinausgegangen wären und von außen schwächer gewirkt hätten. Dadurch also ist das Entwickelungstempo auf der Erde verlangsamt worden, daß die Sonne sich abgetrennt hat. Aber es war noch nicht das dem Menschenwesen angemesseneEntwickelungstempo; es war zu langsam. Der Mensch wäre verhärtet, mumifiziert, wenn der Mond, der ja damals noch mit der Erde verbunden war, mit ihr verbunden geblieben wäre. Es würde sich der Mensch entwickelt haben nicht als eine Wesenheit wie er heute ist, der aus dem äußeren physischen Leib und dem inneren Geist-Seelenleben besteht, sondern der Mensch würde sich verhärtet, mumifiziert haben. Es lag dadurch, daß der Mond mit der Erde verbunden war, in dieser die Tendenz, den Menschen und die Erde sozusagen zu verhärten, zu vertrocknen, zu verholzen. Die Erde wäre nach und nach ein Weltenkörper geworden, aus dem heraus sich wie tote Mumien die Gestalten des Menschen gebildet hätten. Es mußte der Mond getrennt werden von der Erde. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben worden, gerade das richtige Tempo der Entwickelung einzuhalten. Was zu langsam war, konnte beschleunigt werden. So wurde der Mensch, was seinem Wesen entspricht; während er zu einem äußeren Leben und zu einer äußeren Regsamkeit, die er nicht hätte vertragen können, angeregt worden wäre durch das Verbleiben der Sonne bei der Erde. Wenn der Mond bei der Erde verblieben wäre, so wäre der Mensch gar nicht angeregt worden, er wäre vertrocknet, es wäre ihm genommen worden die Möglichkeit sich zu beleben. Die Anregung, die der Mensch durch das Sonnenleben erhalten hat, war eine äußere. Die Sonne hätte gewirkt anregend auf alles menschliche Leben, allerdings in einem zu schnellen Tempo. So wie die Sonne anregend wirkt auf das Leben der Blumen des Feldes von außen, so wäre der Mensch, wenn die Sonne verbunden geblieben wäre mit der Erde, angeregt worden zu allem Fühlen, Denken und Wollen von außen, aber in so schneller Weise, daß er sozusagen verbrannt wäre in dem physischen und geistigen Sonnenfeuer. Aber die Anregerin, die von außen wirkt, war hinausgegangen, war ferngerückt und daher in ihrer Wirkung abgeschwächt worden. Sie war aber zunächst durch dasjenige, was die Erde in sich selber an verhärtenden Tendenzen hatte, zu schwach, und es mußte ein Teil dieser verhärtenden Tendenzen in Form des Mondes herausgeholt werden. Dadurch kam in die Erdenentwickelung und in den Menschen ein neues, belebendes Prinzip hinein, und dieses wirkte in genau entgegengesetzter Weise anregend als die Sonne. Während die Sonnenanregung von außen wirkt, wirkt das, was jetzt eintritt, von innen belebend. Alles dasjenige, was Seelenleben in der physischen Welt ist, so wie es auf der Erde erlebt wird, konnte nur dadurch sich entwickeln, daß der Mensch vor dieser Verhärtung, vor dieser Mumifizierung gerettet worden ist durch das Hinausgehen des Mondes. Alles innere Leben, alle innere Regsamkeit, alles dasjenige, was beschrieben werden kann als Gefühle, Empfindungen, als Gewissen und Gedanken, alle diese Lebensquellen des Innern, sie machten sich von innen heraus geltend durch die Abtrennung des Mondes von der Erde; sie wären sonst versiegt in der menschlichen Natur, sie wären untätig geblieben.
[ 16 ] Fragen Sie also denjenigen, der mit geistigem Blick unseren Kosmos durchmißt: Woher kommt die Fähigkeit, daß wir irgend etwas ÄAußerliches wahrnehmen, irgend etwas schauen oder sehen, daß der Mensch zum Schauen angeregt wird? Sie müssen sich sagen: Von dem, was physisch oder geistig in der Sonne vorhanden ist. Fragen Sie aber: Woher kommen die Gründe des innerer Erlebens, die Gründe des Denkens, die Gründe des Fühlens, die Gründe zum Beispiel für das Gewissen und so weiter? Dann müssen Sie dankbar hinaufblicken zum Mond und sich sagen: Dank den Wesenheiten, die hinweggenommen haben seine Substanzen aus der Erdensubstanz. Die Mondensubstanzen in der Erde hätten die innere Regsamkeit des Seelenlebens verhindert.
[ 17 ] Wir müssen aber nicht nur in dem Menschen allein für die Weltentwickelung die Gründe suchen, sondern in gewisser Weise auch bei den geistigen Wesenheiten, die den höheren Welten angehören. Es war nicht bloß gut für den Menschen, daß die Sonne und der Mond sich von ihm abgespalten haben, sondern es war auch gut für diejenigen Wesenheiten, die dazumal mit dem Menschen in ihrer Entwickelung verbunden waren. Geistige Wesenheiten trennten sich mit der Sonne von der Erde und machten die Sonne zu ihrem Wohnplatz. Wie der Mensch sich nicht hätte entwickeln können, wenn dieSonne mit derErde verbunden geblieben wäre, so wenig hätten sich diese Wesenheiten auf der Erde entwickeln können, wenn sich nicht die Trennung vollzogen hätte. Sie konnten sich nur entwickeln dadurch, daß sie in die Sonne hinein die Substanzen zogen, die vorher mit der Erde vereinigt waren. Da konnten sie abseits von den verhärtenden Substanzen der Erde ihre Entwickelungsbedingungen finden. So blicken wir hinauf zu den Wesenheiten, die sich in der Sonne entwickeln und sagen: Da oben wohnen diejenigen Wesenheiten, die geradeso ihre Sonne zur Entwickelung brauchten wie wir die Erde zu der unsrigen. Sie hätten sozusagen zugrunde gehen müssen, wenn sie mit der Erde verbunden geblieben wären. So aber, nachdem alles so eingetreten ist, wie gesagt, konnten diese geistigen Wesenheiten die Möglichkeit finden, ihre wohltätigen Wirkungen hinunterzuschicken auf die Erde, das heißt sich selbst dazu entwickeln, den Wesen der Erde von außen in der entsprechenden Weise zu helfen. Die Sonnengeister wären keine Helfer der Erde, wenn sie auf dieser geblieben wären. Erst nach der Trennung der Sonne von der Erde haben nach und nach die dort befindlichen Wesenheiten die Stufen erlangt, auf denen sie Helfer der Erde werden konnten. Wenn der Geistesforscher in seiner Beobachtung hinausblickt in das Licht und auf die Dinge der Außenwelt, so kann er sich auf bestimmter Stufe seiner Entwickelung sagen: Hinter dem, was mir da als Farbe oder Ton physisch entgegentritt, sind die Wesenheiten, die wir als Sonnenwesenheiten betrachten können.So aber wie uns dieSonnenwesenheiten heute in der geistigen Betrachtung entgegentreten, so sind sie erst einmal geworden. Nach diesem Werden erscheinen sie uns als die hohen, als die oberen Geistwesen, als diejenigen, die uns entgegentreten, wenn wir hinausblicken aus der Sinneswelt.
[ 18 ] Und jetzt fragen wir uns: Wer hat denn bewirkt, daß die andere Entwickelungsmöglichkeit eintrat, jene, die die Anregung von innen gab, die dem Menschen das Verhärten vertrieb? Da mußten Wesenheiten da sein, welche im geeigneten Zeitpunkt aus der Erdensubstanz die Mondensubstanz heraushoben. Wenn wir uns also, ich möchte sagen populär, vielleicht sogar trivial ausdrücken wollen, so können wir sagen: Es mußten geistige Wesenheiten da sein, die sich in einem gewissen Zeitpunkt der Erdenentwickelung folgendes sagten: Wir haben jetzt verfolgt die Entwickelung der Erde, die Erde, erst vorhanden als ein Wesen im Weltraum, das da bestand aus Sonne, Mond und Erde. Drei waren da vereinigt in einem. — Dann haben sie gesehen, daß es andere Wesenheiten gibt, welche nicht ihr Fortkommen finden konnten, wenn sie mit der Erde verbunden blieben. Sie haben gesehen, wie die Sonnengeister die Sonne abtrennen, wie sie hinausgeherf aus der Erde und auf einem anderen Schauplatz ihr Fortkommen finden. Dann haben sie gesehen, daß der Mensch nun verhärten, verholzen würde, und daß doch nicht das würde aus dem Menschen, was werden sollte aus ihm. Daher haben sie sich gesagt: Wir dürfen es nicht bei dem, was dieSonnengeister getan haben, bewenden lassen, wir müssen noch etwas anderes tun, wir müssen jetzt die Erde vor der Verhärtung schützen. Jetzt griffen sie ein und trennten den Mond aus der Erde heraus. Das war eine Tat von Wesenheiten, die in einer gewissen Beziehung höher waren als die Sonnengeister. Letztere mußten sich, als die Sonne noch mit der Erde eins war, sagen: Wir finden keine Entwickelungsmöglichkeit mehr auf derErde, wir brauchen einen anderenSchauplatz. — Diese anderen Wesenheiten aber konnten sich sagen: Wir werden unser Fortkommen auch auf der Erde finden. - Sie ließen die Sonnengeister mit der Sonne herausgehen und blieben selbst mit der Erde verbunden. Dadurch aber, daß sie mit der Erde verbunden blieben, bot sich ihnen die Möglichkeit, in einem gewissen Zeitpunkt dadurch Retter der Menschheitsentwickelung zu werden, daß sie den Mond aus der Erde herauszogen. In einer gewissen Weise waren das also höhere Wesenheiten als die Sonnengeister. Sie konnten ruhig sagen: Lassen wir die Verhärtung der Erde über uns kommen, gehen wir nicht mit den Sonnengeistern, bewahren wir uns aber dafür auf, eine Tat zu tun, welche die Sonnengeister nicht tun können, nämlich den Mond herauszuziehen aus der Erde. - Es gab also Wesenheiten, welche eine Tat begehen konnten, die zwar eine verhältnismäßig schlechtere Substanz aus der Erde herausgesondert hat, während sich die Sonnengeister die edlere Substanz genommen haben, welche aber dadurch, daß sie Zügler und Beherrscher eines Schlechteren wurden, ihre stärkere Macht bewiesen. Denn nicht der ist der Stärkere, der die Guten beherrscht und vielleicht ein wenig besser macht, sondern der ist der Stärkere, dem es gelingt die Bösen in Gute umzuwandeln.
[ 19 ] So sehen wir also, daß nach der Sonnentrennung geistige Wesenheiten in die Erdenentwickelung eingreifen, denen eine hohe, eine bedeutsame Tat aufgespart war. Diese Wesenheiten stehen ebenso hinter den Erscheinungen unseres Seelenlebens, wie die Geister der Sonne hinter den Erscheinungen unserer äußeren Beobachtung stehen. Blicken Sie durch Ihre Augen, hören Sie durch Ihre Ohren, begreifen Sie durch Ihren Verstand die äußeren Dinge, da können Sie sagen: Hinter all dem, was ich sehe, höre, begreife mit dem Verstand, liegen jene Wesenheiten, die ihre eigentliche Wohnstätte auf der Sonne haben, die in der Sonne leben, die sich damals abgesondert haben, als die Sonne sich trennte von der Erde. — Blickt man aber zurück in das eigene Innere, läßt man den Blick fallen auf dasjenige, was man Denken, Fühlen und Wollen, Empfinden, Gewissen nennt, so sieht man das Innenleben, das möglich geworden ist dadurch, daß gewisse geistige Wesenheiten sich aufgespart hatten und dann den Mond von der Erde herausgetrennt haben. Sie haben in ihremReich alles das, was hinter den Erscheinungen desSeelenlebens liegt. Und ebenso wahr wie es ist, daß, wenn der Geistesforscher hinter das physische Feuer sieht und dessen Geister wahrnimmt, er da in Wahrheit einen Geist sieht, der auf der Sonne seinen eigentlichen Schauplatz hat, so sieht er, wenn er hinter das Gewissen schaut, die Gewissensgeister, die zu denen gehören, welche die Mondsubstanz herausgeholt haben aus der Erde. Von dorther kommen die geistigen Wesenheiten, welche sich wie in eine Haut hineinbegeben in die Gedankenformen, die an eine schlechte Tat sich knüpfen. Mögen sie sonst viel oder wenig wert sein, die Geister, die den Menschen als Gewissenswesenheiten umschweben, sie kommen aus dem Mondenreich und sie gehören einem Geistgebiet an, das in gewisser Beziehung ein mächtigeres ist, ein übergeordneteres gegenüber dem Sonnenreich.
[ 20 ] Aus der ganzen Art der Darstellung, die ich Ihnen heute gegeben habe, können Sie ermessen, daß tatsächlich diese Wesenheiten, die hinter unseren seelischen Erscheinungen stehen, einem Reiche angehören, das übergeordnet ist dem geistigen Reiche, welches hinter der äußeren Maja steht. Eine zweifache Maja haben wir: die äußere Maja der Sinnenwelt und die innere Maja des Seelenlebens. Hinter der ersteren stehen diejenigen geistigen Wesenheiten, die ihren Mittelpunkt in der Sonne haben, hinter der Maja unseres Innenlebens stehen die anderen, die einem mächtigeren, einem umfassenderen Reich angehören. Derjenige, welcher geistig diese Dinge übersieht, der kann wissen, daß die geistigen Wesenheiten, die hinter der äußeren Sinneswelt stehen, von einer ganz anderen Seite herkommen als die geistigen Wesenheiten, die hinter den Gefühlen und Empfindungen, hinter dem Gewissen sind. Diese Wesenheiten, die dem Gewissen zum Beispiel entsprechen, sie nennt die griechische Mythologie die Erinnyen. Und sehen Sie sich einmal diese Mythologie an, wie wahr sie ist, wenn sie sagt: der Orestes hört von den Göttern, die da herrschen, daß er eine gute Tat begangen habe, aber andere Wesenheiten, eben die Erinnyen, kommen an ihn heran, und die Mythologie hat die Empfindung: das sind ältere Wesenheiten als diejenigen, die dem Zeusreiche angehören; die machen sich geltend als die rächenden selbst da, wo die äußeren Götter des Sonnenreiches, des Zeusreiches, die Tat erlauben und gestatten. So treten dem Menschen gegenüber Wesenheiten eines älteren Geistergeschlechtes, die gleichsam korrigierend eingreifen in das, was er, geleitet und gelenkt von den Wesenheiten, die sich mit der Sonne abgetrennt haben, unternimmt. Hier sehen wir ein wunderbares Beispiel, wie uns die Mythologie und die Weisheitsanschauungen der alten Völker wiedergeben dasjenige, was die geistige Beobachtung heute in anderer Art erkennen kann.
[ 21 ] Nehmen Sie das alles zusammen, was ich Ihnen heute gesagt habe — wir werden es in den nächsten Vorträgen noch wetter ausführen -, und Sie werden mancherlei Fragen finden, die sich Ihnen selber wie Gewissensfragen an die besprochene Sache knüpfen. Manches wird Ihnen heute unaufgeklärt sein dadurch, daß wir in einer gewissen Weise die Wesen, die da eingegriffen haben bei der Mondentrennung, als mächtiger betrachtet haben als die Wesenheiten des Sonnenreiches; das wird sich aufklären, denn Sie werden sehen, wie relativ die Dinge in den höheren Welten sind. Eines aber bitte ich Sie halb wie eine Frage heute hinzunehmen. Wir haben gesehen, daß die Erde verhärtet, verholzt wäre, wenn nicht die Mondentrennung stattgefunden hätte; daß das Seelenleben dadurch seine innere Regsamkeit erhalten hat, daß gewisse mächtige Wesenheiten den Mond herausgeworfen haben aus der Erde.
[ 22 ] Solche Dinge der Entwickelung geschehen nicht auf einmal, solche Dinge geschehen nach und nach. Auch die wohltätigen Wirkungen, die von der Sonne ausgehen, sie machten sich nicht etwa auf einmal geltend, sie waren nicht plötzlich da in ihrer Fülle, sondern nach und nach machten sie sich geltend. Und nun bitte ich Sie zu berücksichtigen, daß in einem Zeitpunkt der Erdenentwickelung eine geistige Wesenheit, die vorher mit der Sonne in Verbindung war, die wir als das ChristusWesen bezeichnen, in der Zeit des Lebens des Jesus von Nazareth von der Sonne auf die Erde herabgestiegen ist und sich mit der Erde vereinigt hat. Die Christus-Wesenheit dringt ein in den Leib des Jesus von Nazareth. Hier haben wir eine ganz eigenartige Erscheinung vor uns. Diese Erscheinung dürfen Sie nicht - und der nächste Vortrag wird das klar machen - in denselben Zusammenhang stellen, in den wir alles andere gestellt haben, von dem wir heute gesprochen haben. Wir haben gesagt: nach der Abtrennung der Sonne von der Erde hätte sich die Erde verhärtet, wenn nicht der Mond aus ihr herausgeworfen worden wäre; die Menschenwesen hätten sich mumifiziert. — Das gilt für eine weite Summe des Erdenlebens, aber es gilt nicht für das gesamte Erdenleben. Trotz aller Sonnen- und Mondentrennung wäre in der Erde etwas dem Tode Verfallendes geblieben, wenn nicht das ChristusEreignis eingetreten wäre. War die Abtrennung des Mondes die Ermöglichung des inneren Seelenlebens, so kam die Anregung - die neuerliche Anregung dieses inneren Seelenlebens — jetzt wiederum von der Sonne durch den von dieser herabsteigenden Christus. Was der Christus auf die Erde gebracht hat, das wäre, wenn der Christus nicht gekommen wäre, seelisch totes Produkt, geistige Mumie geblieben.
[ 23 ] Was stellt sich dem Geistesforscher dar, wenn er auf die Zeit blickt, die dem Christus-Ereignis vorangegangen ist? Etwas höchst Eigentümliches stellt sich ihm dar. Wenn das Geistesauge zurückblickt in alte Zeiten, dann verschwindet die äußere Erdengestalt, wie sie sich den physischen Sinnen darbietet, die ja nur Maja ist, und es stellt sich an Stelle dessen etwas dar, was man vergleichen könnte mit der Form des Menschen, aber nur mit dieser, mit der Gestalt des Menschen. Für den geistigen Blick verwandelt sich die Erde — ich sage ausdrücklich die Erde — aus der äußeren Majagestalt in die Erdengestalt des Menschen, der in Kreuzesform die Arme ausgebreitet hat, der allerdings in dieser Gestalt dann männlich-weiblich ist. Der Geistesforscher sieht die Erde der Zeit, bevor Christus herabgestiegen war, in Kreuzesform, und zwar wie einen Menschen. Wir werden da an das wunderbare Wort des Plato erinnert, der es aus den Mysterien heraus gebildet hat, daß die Weltenseele am Kreuze des Weltenleibes gekreuzigt ist. Das ist nichts anderes als die Wiedergabe der Erscheinung, die sich dem geistigen Blick darbietet. Der Christus am Kreuz starb; und dadurch ging die Erde von der bloßen Form ins Leben über. Für die Zeit vor Christus stellt sich dem geistigen Blick die Erde als bloße Form dar; für die nachchristliche Zeit stellt sich die Erde dar als von dem Christus-Prinzip neu belebt. Damals also, als das Christus-Prinzip in die Erde eingetreten ist, ist etwas ähnliches geschehen wie bei der Mondentrennung; es ist in etwas, was sonst Form geblieben wäre, Leben hineingetreten. Auf das ChristusEreignis wiesen — richtig betrachtet — alle alten Zeiten hin. Wie der heutige Mensch zurückweist auf den Christus als auf ein Wesen, das in einem bestimmten Zeitpunkt eingetreten ist in die Menschheitsentwickelung, so wiesen die Eingeweihten der vorchristlichen Zeit immer darauf hin, daß der Christus kommen werde; und sie zeigten das, was auf den Christus hinwies, was gleichsam den Christus vorherverkündete. Nichts hat den Christus mehr vorherverkündet als jene gewaltige Erscheinung, die sich dem geistigen Blick unter gewissen Bedingungen darbot, für den die Erde in ihrer physischen Form verschwand und das Geistesauge hinblickte auf die Weltenseele gekreuzigt am Weltenleibe. In grauer indischer Vorzeit haben die Weisen erzählt, daß in dem Augenblicke, wenn ihnen der hellseherische Blick aufging, sie dann fanden tief, tief unter den Bergen der Erde, nahe dem Mittelpunkte der Erde, ein Kreuz, darauf einen männlich-weiblichen Menschen hängend, eingezeichnet auf der rechten Seite das Symbolum der Sonne, auf der linken Seite das Symbolum des Mondes, auf dem übrigen Leib die Länder und einzelnen Meeres- und Landesgestaltungen der Erde. Das war eine hellseherische Vision, welche die alten Weisen Indiens gehabt haben von jener Gestalt, die da wartete auf unsere Erde, um belebt zu werden von dem Christus-Prinzip. Und diese alten Weisen Indiens haben damit, daß sie hingewiesen haben auf die wichtigste prophetische Voranzeige des Christus-Ereignisses, bewiesen, daß, wo sie tiefer schauten, sie sagen konnten: Der Christus wird kommen, denn das, was auf ihn hinweist, ist da. — Deshalb ist die älteste Weisheit da, wo sie in die höchsten Regionen hinaufsteigt, Prophetie; sie blickt auf etwas, was da kommen wird in der Zukunft. Alles das, was in der Zukunft ist, ist Wirkung der Gegenwart. Was aber als geistig Bedeutsames geschieht in der Zukunft, kann so sein Dasein bereits für den geistigen Blick in der Gegenwart andeuten. Das Christus-Ereignis wurde nicht etwa in äußerlich abstrakter Weise, es wurde für den geistigen Blick angedeutet dadurch, daß für das Leben des Christus, das sich in einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Leben der Erde verband, sich vorher die Form, die Gestalt der Weltenseele am Kreuze des Weltenleibes darbot. Die Weisheit aller Zeiten zeigt sich in innerer Harmonie, wenn man die Dinge bis zum Grund betrachtet. So werden wir, von dem Besprochenen ausgehend, die Weisheiten der verschiedenen Zeiten betrachten müssen und streben, das Licht auf sie fallen zu lassen, durch das sie in ihrer wahren Gestalt erscheinen können.
