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The Rudolf Steiner Archive

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The Gospel of Luke
GA 114

21 September 1909, Basel

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Siebenter Vortrag

Lecture Seven

[ 1 ] Wir haben uns in den verflossenen Tagen Vorstellungen zu bilden versucht über die wichtigsten Wesenheiten, von denen uns das LukasEvangelium zu sagen hat. Wir haben umfassende Begriffe gewonnen von dem, was dieser Urkunde zugrunde liegt. Eines aber haben wir noch nötig: die weitere Entwickelung der Hauptwesenheit, und damit der Hauptwesenheit unserer Erde, des Christus Jesus selber zu verfolgen. Es wird dabei notwendig sein, daß wir uns zunächst an das erinnern, was schon gesagt worden ist, daß der Christus Jesus, der dann später vor uns steht, von dem die Schilderung im Lukas-Evangelium handelt, sozusagen leiblich geboren worden ist als der nathanische Jesus aus dem davidischen Hause. Dieses Kind wächst heran bis ungefähr zum zwölften Jahre. In der Zeit, als seine Entwickelung bis dahin vorwärtsgeschritten ist, tritt in seinen Leib diejenige Ichheit ein, welche einstmals inkorporiert war in der Wesenheit, welche die persische Kultur eingeleitet hat, so daß wir also vom zwölften Jahre an in dem Leibe des nathanischen Jesus das Ich des Zarathustra haben. Jetzt wird es uns obliegen, genauer die Entwickelung dieser Wesenheit zu verfolgen. Da müssen wir uns an etwas erinnern, wofür wir ja durch unsere vorhergehenden geisteswissenschaftlichen Betrachtungen vorbereitet sind.

[ 1 ] In the foregoing lectures we have tried to gain some idea of the most important figures in the Gospel of St. Luke. Although far-reaching conceptions of the facts underlying this Gospel have been acquired, it still remains for us to follow the further development of the central Being of our Earth—Christ Jesus Himself. To begin with it will be necessary to recall that Christ Jesus, as He is afterwards described in the Gospel of St. Luke, was born—or rather His physical body was born—as the Nathan Jesus of the House of David. At about his twelfth year there passed into the body of this child the Ego once incarnated in the Being who had been the inaugurator of the ancient Persian civilization. Thus from the twelfth year onwards, the Ego of Zarathustra was living in the body of the Nathan Jesus, and we must now follow the development of this Being more closely, bearing in mind something for which our previous studies have prepared us.

[ 2 ] Wir wissen, daß die Entwickelung des Menschen im normalen Falle so fortschreitet, daß ein wichtiger Zeitabschnitt in die Zeit vom ersten bis zum siebenten Lebensjahre fällt; ein weiterer wichtiger Abschnitt in der Entwickelung fällt in die Zeit vom siebenten bis ungefähr vierzehnten Jahre, das heißt bis zur Geschlechtsreife; ein weiterer Abschnitt geht vom vierzehnten bis einundzwanzigsten Jahre, dann kommt ein Zeitabschnitt bis zum achtundzwanzigsten und darauf ein weiterer bis zum fünfunddreißigsten Jahre. Diese Zeitabschnitte sind natürlich nicht in pedantischer Weise so aufzufassen, daß etwa ihr Ende immer genau zusammenfällt mit dem Jahresdatum, sondern wir haben jenen wichtigen Übergang in der menschlichen Entwickelung, der ungefähr mit dem Ablaufe des siebenten Jahres bezeichnet wird, in die Zeit des Zahnwechsels zu setzen. Dieser Übergang geht also nicht auf einmal vor sich, sondern allmählich in der Zeit des Zahnwechsels. Ebenso geht alles bei den übrigen Abschnitten allmählich vor sich. Wir wissen nun — genauer ist das dargestellt in der kleinen Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» —, daß mit dem Ablauf des siebenten Jahres geistig etwas Ähnliches geschieht wie physisch mit dem Verlassen des Mutterleibes: eine Art ätherischer Geburt geht dann vor sich. Mit dem vierzehnten Jahre, mit der Geschlechtsreife, geht eine astralische Geburt vor sich; da wird das frei, was des Menschen Astralleib ist. Wenn wir nun die menschliche Entwickelung genau verfolgen, verfolgen mit den Augen des Geistes, so stellt sie sich uns noch viel komplizierter dar. Wie der Mensch im Leben gewöhnlich beobachtet, entgehen ihm jene wichtigen Unterschiede im ganzen Menschenleben, die doch auch noch in den späteren Lebensjahren auftreten. Man hält heute dafür, daß von einem gewissen Zeitpunkte an nicht mehr viel mit dem Menschen vorgehe, Das ist aber nur eine grobe Betrachtung, die das meint. In Wahrheit können wir auch für die späteren Lebensjahre, wenn wir feiner beobachten, gewisse Unterschiede in der menschlichen Entwickelung wahrnehmen.

[ 2 ] We know that in normal cases the first and second septenaries of human life are important periods of development; a third period follows, from puberty (the fourteenth year) to the twenty-first year; another from the twenty-first to the twenty-eighth and again another from the twenty-eighth to the thirty-fifth year. These divisions of time are not, of course, to be taken so pedantically that they are thought to end exactly at the ages specified, but when the second dentition takes place an important transition in the development of the human being occurs, approximately at the close of the seventh year. This transition does not come about suddenly, but gradually, during the period of the change of teeth. During the other periods too, the process is a gradual one. As is described in greater detail in my book The Education of the Child in the Light of Anthroposophy, the close of the seventh year is marked by a spiritual occurrence which in some respects resembles physical birth: a kind of etheric birth then takes place. In the fourteenth year, at puberty, there is an astral birth: the astral body of the human being becomes free. If followed with close attention and with the eyes of spirit, the development of the human being shows itself to be a very complicated process. Ordinary observation fails to notice many important differences in human life—differences which also become evident in more advanced years. It is usually thought that from a certain point of time onwards, few if any changes take place in the human being, but this idea arises from very rough and ready observation. The truth is that closer scrutiny can perceive certain differences taking place even in the later years of human life.

[ 3 ] Wenn die physische Mutterhülle zurückgestreift wird, so ist das, was jetzt vom Menschen geboren ist, eigentlich nur der physische Leib, so daß das, was in den ersten sieben Lebensjahren frei hervortritt, der physische Leib ist. In den verschiedenen Vorträgen über die Erziehung des Kindes ist betont worden, wie wichtig es für den Erzieher ist, gerade dieses zu wissen. Dann, wenn die ätherische Hülle abgestreift wird, liegt frei der Ätherleib; wenn mit dem vierzehnten Jahre die astralische Mutterhülle abgestreift wird, liegt frei der Astralleib. Genau gesprochen können wir aber die menschliche Wesenheit nur verstehen, wenn wir von jener Gliederung ausgehen, die in meiner «’Theosophie» angegeben ist. Dort sind die höheren, die seelischen Glieder der menschlichen Natur noch weiter geteilt. Da finden wir zunächst an den Lebensleib sich anschließend das, was man den Empfindungsleib nennt, und eigentlich ist bis zum einundzwanzigsten Jahre, genau gesprochen, gegenüber der äußeren Welt erst der Empfindungsleib vollständig frei. Mit dem einundzwanzigsten Jahre wird allmählich im Menschen dasjenige frei, was man die Empfindungsseele nennt; mit dem achtundzwanzigsten Jahre wird die Verstandes- oder Gemütsseele frei, und nachher die Bewußtseinsseele. So ist es beim gegenwärtigen Menschen. Und wer, geleitet durch die Erkenntnis der Geisteswissenschaft, das menschliche Leben beobachtet, der weiß sehr wohl, daß diese Entwickelungsstadien vorhanden sind. Und die, welche die großen Führer der Menschheit sind, wissen auch, warum das fünfunddreißigste Jahr ein so wichtiges ist. Dante wußte, warum er besonders auf sein fünfunddreißigstes Jahr hinwies, als er erklärte, daß er da jene gewaltigen Weltvisionen hatte, die in seinem großen Weltengedichte niedergelegt sind. Gleich im Anfange der «Göttlichen Komödie» finden wir darauf hingewiesen, daß er diese Visionen im fünfunddreißigsten Lebensjahr hatte. Da ist die Wesenheit des Menschen so weit, daß sie diejenigen Fähigkeiten als Werkzeuge voll benutzen kann, welche am Empfindungsleib, an der Empfindungsseele und an der Verstandes- oder Gemütsseele hängen.

[ 3 ] When the physical environment of the mother's body is abandoned at birth, the part of the human being then born is really his physical body only; what comes to the fore during the first seven years is the physical body. In various lectures on the education of children the great importance of this knowledge for the teacher has been emphasized. Then, when the etheric sheath has been discarded, the etheric body is set free. Again, in the fourteenth year, when the astral sheath is discarded, the astral body is set free. Strictly speaking, however, the constitution of the human being cannot be fully understood unless the organization indicated in my book Theosophy is taken as a basis. There you will find that a further distinction is made in the soul-elements of human nature. Immediately connected with the life-body (etheric body) is what is called the sentient (astral) body which does not become completely free as regards the outer world until about the twenty-first year. Then what is called the sentient soul becomes gradually free. At the twenty-eighth year the intellectual or mind-soul (Gemütseele) becomes free, and later the spiritual soul (or consciousness-soul). This applies, to the human being of to-day. Observation of human life guided by spiritual science clearly reveals these stages of development. The great leaders and leading figures of humanity have also known why the thirty-fifth year is so important. Dante was aware why he made particular mention of his thirty-fifth year as the time when he had the visions set down in his great poem. At the very beginning of the Divine Comedy there is an indication to this effect. At the age of thirty-five man's being has progressed to the point where they can make full use of the faculties dependent upon the sentient (astral) body, the sentient soul and the intellectual or mind-soul.

[ 4 ] Diejenigen, welche von dem Menschen im Sinne unserer Entwickelung gesprochen haben, haben diese Einteilung immer gekannt. Bei den Orientalen war es etwas anders, da Ändern sich die Zeiten etwas. Daher aber hatte man für die orientalische Kultur recht, wenn man nicht dieselben Unterschiede machte in der Einteilung. Im Abendlande aber mußte man sie immer machen. Die Griechen zum Beispiel haben nur mit etwas anderen Worten das bezeichnet, was wir hier haben. Indem sie das Seelische bezeichnen wollten, fingen sie an bei dem, was wir den Lebensleib nennen, und nannten es Treptikon; was wir den Empfindungsleib nennen, nannte man mit einem sehr bezeichnenden Ausdruck Aesthetikon; unsere Empfindungsseele bezeichnete man als Orektikon, die Verstandesseele als Kinetikon, und was die Bewußtseinsseele ist, das kostbarste Gut, was sich der Mensch jetzt erwirbt, nannte man Dianoetikon. So haben wir die Entwickelung des Menschen vor uns, wenn wir sie genau und exakt betrachten.

[ 4 ] Those who have spoken of man strictly in accordance with the process of evolution in the West have always recognized this classification. In Orientals the periods are not exactly the same. Hence in the case of Oriental civilization it was quite correct not to make the same classification as in the West where it has always been the right one. The Greeks, for instance, merely used different words to express what now concerns us. When speaking of the element of soul in man, they began with what we call the life-body (etheric body) and called it ‘treptikon’; for what we call the sentient (astral) body they used the very expressive word ‘aisthetikon’; our sentient soul they called ‘orektikon’; the intellectual or mind-soul, ‘kinetikon’, and the most precious possession now being acquired by man, the spiritual soul, they called ‘dianoetikon’. Such is the development of the human being when considered in detail.

AltName

[ 5 ] Nun war durch gewisse Verhältnisse, die uns heute auch noch zum Teil klarwerden sollen, die Entwickelung des nathanischen Jesus etwas vorangeschoben, etwas beschleunigt worden. Das war ja dadurch auch möglich, daß in seinen Gegenden die Geschlechtsreife früher fiel. Aber es Jagen bei ihm noch ganz besondere Gründe vor, daß dasjenige, was sonst im vierzehnten Jahre eintritt, bei ihm im zwölften Jahre eintrat. Und so trat das, was sonst mit einundzwanzig Jahren eintritt, bei ihm mit neunzehn Jahren ein, und was sonst mit achtundzwanzig und fünfunddreißig Jahren vorgeht, das ereignete sich bei ihm mit sechsundzwanzig und dreiunddreißig Jahren. Das ist sozusagen das Schema der Entwickelung unseres irdischen Mittelpunktwesens. Wir haben nun zu beachten, daß wir bis zum zwölften Jahre leiblich den nathanischen Jesus vor uns haben, daß aber vom zwölften Jahre an in dem nathanischen Jesus weiterlebt das Ich des Zarathustra. Was heißt das eigentlich? Es heißt nichts anderes, als daß dieses Ich, dieses reife Ich, von dem zwölften Jahre angefangen, an des nathanischen Jesus Empfindungsleib, Empfindungsseele und Verstandesseele arbeitete und diese Eigenschaften der menschlichen Natur in der Weise ausarbeitete, wie nur ein so reifes Ich, das durch die verschiedensten Inkarnationen hindurch dieSchicksale des Zarathustra-Ich durchgemachthat, die menschlichen Fähigkeiten ausarbeiten kann. So haben wir jene wunderbare Tatsache vor uns stehen, daß in den Leib des nathanischen Jesus hinein mit dem zwölften Jahre sich das Ich des Zarathustra verkörperte, daß es die Fähigkeiten in der Seele in der denkbar feinsten Weise ausarbeitete. Also es entwickelte sich ein Empfindungsleib heran, der imstande war, so hinaufzuschauen in den Kosmos, daß er die Empfindungen haben konnte von dem alten Ahura Mazdao, was dieser seiner geistigen Wesenheit nach ist; es entwickelte sich eine Empfindungsseele, welche das Wissen, die Weisheit in sich hegen konnte, die nach und nach sich erst auf Grundlage der Ahura-Mazdao-Lehre innerhalb der Menschheit entwickelte; und es entwickelte sich dann eine Verstandesseele, die das alles begriff, das heißt in Begriffe, in Worte, in leichtfaßliche Worte fassen konnte, was die Menschheit früher nur durch ihre geistigen Strömungen von außen erlangt hatte.

[ 5 ] Owing to certain conditions that will become clearer to us to-day, the development of the Nathan Jesus was somewhat accelerated—a fact also rendered possible because in those regions puberty was reached at an earlier age. In the case of the Nathan Jesus there were very special reasons why the change usually occurring in the fourteenth year should take place in the twelfth. So too the other changes connected with the twenty-first, twenty-eighth and thirty-fifth years came about in his nineteenth, twenty-sixth and thirty-third years respectively. This indicates in broad outline the development of the central Figure of our Earth. It must be borne in mind that up to the twelfth year the physical body was that of the Nathan Jesus, but that after the twelfth year the Ego of Zarathustra was living in that body. What does this mean? It means that from the twelfth year onwards, this mature Ego was working upon the sentient (astral) body, the sentient soul and the mind-soul of the Nathan Jesus, elaborating these members in a way possible only to an Ego of great maturity—an Ego that had undergone the destinies of the Zarathustra-Individuality through many incarnations. We therefore meet with the wonderful fact that the Ego of Zarathustra passed into the body of the Nathan Jesus in the twelfth year of life and elaborated the faculties of the soul to the highest degree of excellence. Thus there developed a sentient body able to gaze into the Cosmos and experience something of the spiritual nature of Ahura Mazdao; there developed a sentient soul able to harbour the knowledge and wisdom based on the teaching concerning Ahura Mazdao; and there developed a mind-soul able to apprehend, to formulate in intelligible concepts and words, that which men had hitherto been able to acquire only through spiritual currents flowing into them from outside.

[ 6 ] So entwickelte sich dieser nathanische Jesus mit dem ZarathustraIch in sich. Und er entwickelte sich so lange in dieser Weise, bis das dreißigste Jahr herannahte. Da machte sich eine neue Tatsache geltend. Diejenige Erscheinung, die in einer gewissen Weise schon mit zwölf Jahren bei dem nathanischen Jesus aufgetreten ist, daß sein Innerstes mit einer neuen Ichheit erfüllt worden ist, die tritt noch einmal ein, jetzt jedoch in einer universelleren, bedeutenderen Weise. Gegen das dreißigste Jahr sehen wir, wie das Zarathustra-Ich seine Aufgabe an der Seele des nathanischen Jesus vollendet hat, wie es die Fähigkeiten in der höchsten Weise ausgebildet hat. Da hatte es sozusagen die Mission für diese Seele vollendet, da hatte es alles das, was es durch die früheren Inkarnationen gewonnen hatte, in diese Seele hineingearbeitet und konnte nunmehr sagen: Meine Aufgabe ist jetzt vollendet.- Und es verließ das Zarathustra-Ich eines Tages den Leib des nathanischen Jesus.

[ 6 ] The Nathan Jesus, having within him the Zarathustra-Ego, lived on until his thirtieth year was approaching. The event that had occurred when he was twelve, when his inmost nature was filled with a new Egohood, now took place again—but this time on an infinitely more sublime, more universal scale. Towards the thirtieth year the Zarathustra-Ego had accomplished its work in the soul of the Nathan Jesus; the faculties of this soul had been developed to the highest possible degree and the mission of the Zarathustra-Ego was thus fulfilled. Having instilled into the soul all the faculties he had acquired through his own previous incarnations, Zarathustra could declare: ‘My task is now accomplished!’—and a moment came when his Ego left the body of the Nathan Jesus.

[ 7 ] Das Zarathustra-Ich lebte also bis zum zwölften Jahre in dem Leibe des salomonischen Jesus. Dieser Knabe hätte sich irdisch nun nicht weiterentwickeln können. Er blieb sozusagen deshalb, weil das Zarathustra-Ich, das in ihm gewohnt hatte, ihn verlassen hatte, auf seinem damaligen Standpunkte stehen. Er war allerdings bis zu einer hohen und seltenen Reife gelangt, weil ein so hohes Ich in ihm war. Wer äußerlich das salomonische Jesuskind beobachtet hätte, würde gefunden haben, daß es ein im höchsten Maße frühreifes Kind war. Aber von dem Momente an, als das Zarathustra-Ich es verlassen hatte, blieb es stehen, da konnte es nicht weiter. Und als der Zeitpunkt heranrückte, wo verhältnismäßig früh die Mutter des nathanischen Jesus starb, in bezug auf die geistigen Glieder in die geistige Welt entrückt wurde, da nahm sie dasjenige, was an Ewigkeitswert, an bildender Kraft in dem salomonischen Jesuskinde war, mit sich. Dieses Kind starb auch, also ungefähr zur gleichen Zeit, als die Mutter des nathanischen Jesus starb.

[ 7 ] The Zarathustra-Ego had lived in the body of the Solomon Jesus until the twelfth year. No further development in earthly existence would thereafter have been possible for this boy. Because the Zarathustra-Ego had gone out of him, his development came to a standstill at the point reached at that time, although exceptional maturity had been attained owing to the presence of such a highly advanced Ego. Anyone observing the Solomon Jesus-child would have found him prematurely advanced to a conspicuous degree; but from the moment the Zarathustra-Ego left him he came to a standstill and could make no further progress. And when—comparatively soon—the mother of the Nathan Jesus died and the spiritual part of her being was translated into the spiritual world, she took with her what was of eternal value and formative power in the Solomon Jesus child. This child also died—at about the same time as the mother of the Nathan Jesus.

[ 8 ] Es war eine wertvolle Ätherhülle, welche damals den Leib des salomonischen Jesus verließ. Wir wissen, daß der Ätherleib von jener Zeit an seine besondere Ausbildung erlangt, wenn ein Kind ungefähr das siebente Jahr überschritten hat, zwischen dem siebenten Jahre und der Geschlechtsreife. Das war also ein Ätherleib, der durch die Kräfte ausgebildet war, die das Zarathustra-Ich hatte. Wir wissen, daß beim Tode der Ätherleib den physischen Leib verläßt, daß alles, was nicht für die Ewigkeit brauchbar ist, im normalen Menschenleben abgestreift wird und daß eine Art Extrakt von dem Ätherleibe mitgenommen wird. Bei dem salomonischen Jesusknaben war das denkbar größte Quantum des Ätherleibes für dieEwigkeit brauchbar. Der ganze Lebensleib dieses Kindes wurde von der Mutter des nathanischen Jesus in die geistige Welt mitgenommen.

[ 8 ] It was an etheric sheath of utmost value which then left the body of the Solomon Jesus. As we know, the development of the etheric body takes place mainly between the seventh year of life and puberty. This was an etheric body that had been worked upon and elaborated by the forces of the Zarathustra-Ego. In normal human existence, when the etheric body leaves the physical body at death, everything that is of no eternal use is discarded and the human being takes with him a kind of extract of the etheric body. In the case of the child of the Solomon line the etheric body was of eternal use in the fullest possible sense and the whole life-body of this child was taken by the mother of the Nathan Jesus with her into the spiritual world.

[ 9 ] Nun ist aber der Ätherleib der Bildner und Aufbauer des physischen Menschenleibes. Wir können uns nun vorstellen, daß in der Tat eine tiefe Verwandtschaft war zwischen diesem Ätherleibe, der als der Ätherleib des salomonischen Jesus in die geistige Welt entrückt worden war, und dem Ich des Zarathustra, denn dasselbe war bis zum zwölften Jahre eins mit ihm im Erdenwandel. Und als es durch die Entwickelung des Jesus von Nazareth dann dessen Leib verließ, sich sozusagen herausbegab aus dem Leibe des nathanischen Jesus, da machten sich die Anziehungskräfte geltend zwischen dem Zarathustra-Ich und dem Ätherleibe, welcher dem salomonischen Jesuskinde entstammte. Die kamen wieder zusammen und bauten sich dann einen neuen physischen Leib auf. Das Zarathustra-Ich war so reif, daß es nicht einen weiteren Durchgang durch ein Devachan brauchte. Es konnte sich nach verhältnismäßig kurzer Zeit mit Hilfe jenes Ätherleibes, den wir eben charakterisiert haben, einen neuen physischen Leib aufbauen. Und dadurch wurde nunmehr zum ersten Male dasjenige Wesen geboren, welches nachher immer wieder und wieder erschien, immer so erschien, daß verhältnismäßig kurze Zeiträume zwischen dem physischen Tode und einer neuen Geburt verliefen, so daß dieses Wesen immer, wenn es den physischen Leib im Tode verließ, bald wieder auf der Erde neu inkarniert erschien.

[ 9 ] Now the etheric body forms and shapes the physical body of man and it is not difficult to realize that there was a very deep connection between this etheric body of the Solomon Jesus which had been translated into the spiritual world, and the Zarathustra-Ego; for this Ego and etheric body had been united until the twelfth year of earthly life. And when the Zarathustra-Ego left the body of Jesus of Nazareth, the power of attraction between this Ego and the original etheric body in the Solomon Jesus asserted itself. The maturity of the Zarathustra-Ego was such that a further passage through Devachan was unnecessary and after a comparatively short time this Ego was able, in conjunction with his former etheric body, to build up a new physical body. This resulted in the birth of the Being who thereafter appeared again and again, always with relatively short intervals between physical death and rebirth; whenever this Being left the physical body at death, he soon appeared again on the Earth in a new incarnation.

[ 10 ] Diese Wesenheit, welche also ihren auf die geschilderte Weise abgelegten Ätherleib wieder aufgesucht hat, wandelte nachher durch die Geschichte der Menschheit. Sie wurde, wie Sie sich vorstellen können, der größte Helfer derjenigen, welche das große Ereignis von Palästina begreifen wollten. Als sogenannter «Meister Jesus» wandelt diese Individualität durch der Zeiten Wende; so daß also der Zarathustra, das Zarathustra-Ich, nach der Wiederauffindung seines Ätherleibes seine Laufbahn durch die Menschheitsentwickelung als der «Meister Jesus» begann, der seitdem auf unserer Erde immer wieder und wieder verkörpert lebt zur Lenkung und Leitung jener Geistesströmung, die wir die christliche nennen. Er ist der Inspirator derjenigen, welche das sich lebendig entwickelnde Christentum verstehen wollen; er hat innerhalb der esoterischen Schulen diejenigen inspiriert, welche die Lehren des Christentums fortdauernd zu pflegen hatten. Hinter den großen geistigen Gestalten des Christentums steht er, immerdar lehrend, was eigentlich das große Ereignis von Palästina bedeutet.

[ 10 ] Having sought and found the etheric body he had once relinquished in the circumstances indicated, this Being went on his way through history as the ‘Master Jesus’, becoming, as you can well imagine, the great helper of those who have endeavoured to understand the Event of Palestine. Thus it was the Zarathustra-Ego, Zarathustra himself, who having found his etheric body again began to move through the evolution of mankind as the Master Jesus, incarnating again and again to give guidance and direction to the spiritual stream of Christianity. He is the Inspirer of those who strive to understand Christianity in its living growth and development; within the esoteric schools he inspired those whose perpetual duty it was to cultivate the teachings of Christianity. He stands behind the great spiritual figures of Christianity, ever teaching what the great Event of Palestine signifies.

[ 11 ] Dieses Zarathustra-Ich, das den Leib des nathanischen Jesus vom zwölften bis zum dreißigsten Jahre belebt hat, es war nunmehr außerhalb dieses Leibes. Eine andere Wesenheit drang jetzt in diesen Leib ein. Der Zeitpunkt, da dies geschah, da nun sozusagen ein «höchstes Ich» statt des Zarathustra-Ich in den nathanischen Jesus eindrang, dieser Zeitpunkt wird uns in allen Evangelien charakterisiert als derjenige der Johannes-Taufe im Jordan. Es ist schon bei Gelegenheit der Besprechung des Johannes-Evangeliums darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Taufe in jenen älteren Zeiten noch etwas ganz anderes war, als sie später geworden ist, wo sie nur ein Symbol ist. Sie wurde auch anders von Johannes dem Täufer vorgenommen. Die getauft wurden, sie wurden ihrer ganzen Leiblichkeit nach, mit ihrem ganzen Körper in das Wasser eingetaucht. Nun wissen Sie aber aus den verschiedenen vorbereitenden anthroposophischen Vorträgen, daß bei einer solchen Tatsache etwas ganz Besonderes geschehen kann. Schon im gewöhnlichen Leben, wenn der Mensch zum Beispiel dem Ertrinken nahe ist und einen Schock bekommt, tritt das ein, daß er sein bisheriges Leben wie in einem großen Tableau vor sich stehen hat. Das kommt daher, weil da für einen Augenblick das geschieht, was sonst nur nach dem Tode eintritt: der Ätherleib wird herausgehoben aus dem physischen Leibe, wird frei von den Gewalten des physischen Leibes. Das vollzog sich bei den meisten Täuflingen des Johannes, und das vollzog sich besonders bei der Taufe des nathanischen Jesus: sein Ätherleib wurde herausgezogen. Und während dieses Momentes konnte in den Leib des nathanischen Jesus untertauchen und Besitz von ihm nehmen jene hohe Wesenheit, die wir die Christus-Wesenheit nennen.

[ 11 ] Having indwelt the body of the Nathan Jesus from the twelfth to the thirtieth year, the Zarathustra-Ego was hence-forth outside that body and another Being descended into it. This happened, as all the Gospels relate, at the Baptism by John in the Jordan, when an Ego of untold sublimity entered into the Nathan Jesus in place of the Zarathustra-Ego. In the lectures on the Gospel of St. John,1Lecture-Course entitled: The Gospel of St. John in relation to the other Gospels, especially to the Gospel of St. Luke. attention was drawn to the fact that ‘baptism’ in those olden days was something very different from the mere symbol which it became later on. It was also enacted differently by John the Baptist. The body of one who was baptized was completely submerged in the water. You know from preparatory lectures that a definite experience may be connected with such a happening. Even in everyday existence it may happen that when a man is in danger of drowning, or sustains a violent shock, a tableau of his life hitherto appears before him. This is because something that otherwise takes place only after death, occurs momentarily: the etheric body is lifted out of the physical body and is freed from its power. This happened to most of those who were baptized by John, and in a very special way to the Nathan Jesus. His etheric body was drawn out—and during that moment the sublime Being we call the Christ descended into his body.

[ 12 ] So ist von jenem Zeitpunkte der Johannes-Taufe an der nathanische Jesus durchdrungen von der Christus-Wesenheit. Das bedeuten die Worte, welche in den älteren Evangelienurkunden handschriftlich stehen: «Dies ist mein vielgeliebter Sohn, heute habe ich ihn gezeuget» — das heißt, es ist jetzt der Sohn des Himmels, der Christus gezeugt. Der Befruchter war die einheitliche Gottheit, die durch die Welt webt, und empfangend war derLeib und die ganze Organisation des nathanischen Jesus, der vorbereitet worden war, um den Fruchtkeim aus den Höhen zu empfangen. «Dies ist mein vielgeliebter Sohn, heute habe ich ihn gezeuget», so hieß es sonst in den älteren Evangelienhandschriften, und so sollte es in Wahrheit in den Evangelien stehen (Lukas 3, 22).

[ 12 ] Thus from the time of the Baptism, the Nathan Jesus was filled with the Christ Being as is indicated in the words contained in the earlier Gospel records: ‘This is my well-beloved Son; this day have I begotten Him!’—meaning: the Son of Heaven, the Christ, is now begotten—begotten of the all-pervading Godhead and received into the body and whole constitution of the Nathan Jesus who had been prepared to receive the seed from heavenly heights. ‘This is my well-beloved Son; this day have I begotten Him!’—These were the words contained in the earlier manuscripts and this is how they ought still to stand in the Gospels. (Luke III, 22.)

[ 13 ] Wer ist diese Wesenheit, die sich damals mit dem Ätherleibe des nathanischen Jesus vereinigte? Diese Christus-Wesenheit können wir wieder nicht verstehen, wenn wir unseren Blick nur auf die Erdenentwickelung lenken. Diese Christus-Wesenheit ist diejenige Wesenheit, welche wir nennen müssen den Führer jener geistigen Wesenheiten, welche damals, als die Sonne sich von der Erde getrennt hat, mit der Sonne aus der Erde hinausgingen und sich einen höheren Schauplatz begründeten, um von dieser Sonne aus, also von außen herein, auf die Erde zu wirken. Wenn wir uns also in die vorchristliche Erdenzeit zurückversetzen — von der Zeit an, als sich die Sonne von der Erde getrennt hat, bis zu der Erscheinung des Christus auf der Erde -, so müssen wir sagen: Wenn der Mensch zur Sonne hinaufschaute, so hätte er bei einer Reife seiner Empfindungen dasjenige empfinden müssen, was der Zarathustra gelehrt hat, daß das, was im Sonnenlicht und in der Sonnenwärme zu uns dringt, nur das physische Kleid ist jener hohen geistigen Wesenheiten, die hinter dem Sonnenlichte stehen; denn dahinter verbergen sich die geistigen Kraftstrahlen, die von der Sonne auf die Erde hereindringen. Der Führer aber aller der anderen Wesenheiten, welche da ihre wohltätigen Wirkungen von der Sonne heruntersenken auf die Erde, das ist das Wesen, das später der Christus genannt worden ist. Man hat es also in den vorchristlichen Zeiten nicht auf der Erde zu suchen gehabt, sondern man hatte es auf der Sonne zu suchen. Und Zarathustra tat recht, wenn er es mit dem Namen Ahura Mazdao bezeichnete, es auf die Sonne versetzte und sagte: Wenn wir über die Erde wandeln, finden wir ihn nicht, diesen Lichtgeist, wenn wir aber auf die Sonne schauen, dann ist dasjenige, was auf der Sonne geistig lebt, der Ahura Mazdao, und was als Licht zu uns strömt, das ist der Leib des Sonnengeistes, des Ahura Mazdao, wie der menschliche physische Leib der Leib des Menschengeistes ist. — Aber immer mehr näherte sich dieses hohe Wesen durch die großen kosmischen Vorgänge der Erdensphäre. Man konnte hellseherisch sozusagen immer mehr und mehr verspüren die Annäherung des Christus an die Erde. Und ein deutliches Erkennen dieses Christus trat ein, als der große Vorgänger des Christus Jesus, als Moses auf dem Sinai im Blitzesfeuer seine Offenbarungen empfing.

[ 13 ] Who is this Being who united at that time with the etheric body of the Nathan Jesus? The Christ Being cannot be understood if we think of Earth evolution alone. The Christ is the Leader of those spiritual Beings who left with the Sun when it separated from the Earth and established for themselves this higher sphere of action in order to work upon the Earth from outside. If we think back to the pre-Christian period of Earth evolution, from the time of the separation of the Sun until the appearance of Christ, we must say: When men looked up to the Sun with mature faculties they would have recognized the truth of what Zarathustra taught, namely that the light and warmth streaming from the Sun are but the physical vestment of the spiritual Beings behind the Sun's light; for behind the physical phenomena are hidden the spiritual rays of power which stream from the Sun to the Earth. The Leader of all the Beings who send their beneficent influences from the Sun to the Earth is He who was later called Christ. In pre-Christian times, therefore, this Being was not to be sought on Earth but on the Sun. And Zarathustra rightly called Him ‘Ahura Mazdao’, saying in effect: ‘On the Earth we do not find the Light-Spirit; but when we look up to the Sun we behold the spiritual Being—Ahura Mazdao—who has his habitation there. The light that streams to us is the body of the Sun-Spirit, Ahura Mazdao, even as the human physical body is the body of the human spirit. But in the course of great happenings in the Cosmos this sublime Being drew ever nearer to the Earth-sphere; His approach could be perceived more and more distinctly by clairvoyance, and was unmistakable when in the flame of lightning on Mount Sinai the revelations came to Moses, the great forerunner of Christ Jesus.

[ 14 ] Was bedeuteten diese Offenbarungen des Moses? Sie bedeuteten, daß sich das, was als Christus-Wesenheit sich der Erde näherte, zunächst wie in einer Reflexion zeigt, wie in einem Spiegelbilde. Denken wir uns den Vorgang vergeistigt, den wir jede Vollmondnacht am Vollmonde wahrnehmen. Wenn wir zum Vollmond hinaufblicken, sehen wir die Sonnenstrahlen zurückgestrahlt, gespiegelt. Es ist Sonnenlicht, was uns da entgegenströmt; nur heißen wir es Mondenlicht, weil es vom Monde widergespiegelt erscheint. Wen sah Moses im brennenden Dornbusch und im Feuer auf dem Sinai? Den Christus! Aber wie man das Sonnenlicht nicht auf dem Monde direkt sieht, sondern gespiegelt, so sah er in einer Spiegelung den Christus. Und wie wir das Sonnenlicht, wenn wir es vom Monde gespiegelt erblicken, Mondenlicht nennen, so wurde damals der Christus Jahve oder Jehova genannt. Daher ist Jahve oder Jehova nichts anderes als die Widerspiegelung des Christus, bevor dieser selbst auf der Erde erschien. So verkündigte sich der Christus der menschlichen Wesenheit, die ihn noch nicht in seiner ureigenen Wesenheit zu schauen vermochte, indirekt, wie in der sonst dunklen Vollmondnacht das Sonnenlicht sich durch die Mondenstrahlen verkündigt. Jahve oder Jehova ist der Christus, aber nicht direkt gesehen, sondern als reflektiertes Licht.

[ 14 ] What did these revelations to Moses signify? They signified that the Christ Being, while approaching the Earth, was revealing Himself—in reflection to begin with—as if in a mirror-image. Let us consider, in its spiritual aspect, the process in evidence at every full Moon. When we look at the full Moon we see the rays of the Sun in reflection. It is sunlight that streams towards us, only we call it moonlight because we see it reflected by the Moon. What Being did Moses behold in the burning bush and in the fire on Sinai? He beheld the Christ! But just as the sunlight is not seen directly but reflected from the Moon, so did Moses see the Christ in reflection. And as we call the sunlight ‘moonlight’ when we see it reflected from the Moon, Christ was called at that time, Jahve, or Jehovah. Jahve or Jehovah is the reflection of the Christ before He Himself appeared on Earth. Christ announced Himself thus indirectly to a humanity as yet unable to behold Him in his immediate reality, just as the sun-light manifests itself through the rays of the Moon in the otherwise dark night of full Moon. Jahve or Jehovah is the Christ—but seen as reflected light, not directly.

[ 15 ] Immer mehr und mehr sollte sich menschlichem Erkennen, menschlichem Wahrnehmen dieser Christus nähern. Das heißt, er sollte eine Zeitlang selber auf der Erde wandeln, Mensch unter Menschen sein, menschlicher Mitbewohner auf unserer Erde werden, wie er vorher aus dem Kosmos herunter für die Eingeweihten sich kundgetan hat. Dazu mußte erst der richtige Zeitpunkt kommen. Daß er vorhanden ist, der Christus, das hat man dort, wo man die Weisheit der Welt durchdrungen hat, immer gewußt. Und weil er sich in der verschiedensten Weise geoffenbart hat, so hat man ihn auch mit den verschiedensten Namen benannt. Zarathustra hat ihn Ahura Mazdao genannt, weil er sich ihm in dem Sonnenlichtkleide offenbarte. Jene großen Lehrer der Menschheit, die in der ersten Epoche nach der atlantischen Katastrophe im alten Indien aufgetreten sind, die heiligen Rishis, sie haben, da sie Eingeweihte waren, durchaus von diesem Wesen gewußt; nur wußten sie, daß es mit Erdenweisheit in dieser Epoche noch nicht zu erreichen ist, daß es sich mit Erdenweisheit erst in einer späteren Epoche wird erreichen lassen. Daher war die Formel für jene Zeit die, daß dieses Wesen lebe jenseits der Region der sieben Rishis. Vishva Karman nannte man es. So also lehrten auch sie von jenem Wesen, das sie Vishva Karman nannten, das der Zarathustra Ahura Mazdao nannte. Das sind verschiedene Namen für diese Wesenheit, die sich langsam aus Geisteshöhen, aus kosmischen Örtlichkeiten der Erde näherte.

[ 15 ] The faculties of human cognition and perception were to come within nearer and nearer range of the Christ. Having previously manifested His presence to the Initiates from the Cosmos, He was now Himself to tread the Earth for a season as a man among men. But this could not come to pass until the right time had arrived. That Christ is a reality has always been known wherever men have steeped themselves in the wisdom of the world, and because He has revealed Himself in so many different ways He has been called by diverse names. Zarathustra called Him ‘Ahura Mazdao’ because He revealed Himself in the raiment of the Sun's light. The great Teachers of humanity in ancient India during the first period after the Atlantean catastrophe—the holy Rishis—had known full well of this Being, for they were Initiates. They knew too that in their epoch He was beyond the range of earthly wisdom and would be accessible to it only later on. Hence it was said that this Being was beyond the sphere of the seven Rishis. ‘Vishva Karman’ was the name given to Him. The Rishis taught of the Being whom they called ‘Vishva Karman’ and Zarathustra called ‘Ahura Mazdao’. Vishva Karman and Ahura Mazdao were two of the names for this Being who was gradually approaching the Earth from heights of spirit, from cosmic realms.

[ 16 ] Aber es mußte die Menschheitsentwickelung vorbereitet werden, damit ein Leib dieses Wesen aufnehmen konnte. Dazu mußte erst eine solche Wesenheit, wie sie in dem Zarathustra gelebt hat, heranreifen von Inkarnation zu Inkarnation, um dann in einem so reinen Leibe, wie es der des Jesus von Nazareth war, die Fähigkeiten des Empfindungsleibes, der Empfindungsseele und der Verstandesseele auszuarbeiten, so daß diese menschliche Wesenheit fähig wurde, ein so hohes Wesen aufzunehmen. Das mußte langsam vorbereitet werden. Damit eine Empfindungsseele, eine Verstandesseele so vorbereitet werden konnte, mußte erst ein Ich durch die vielen Erfahrungen und Erlebnisse durchgehen, durch die der Zarathustra durchgegangen ist, und mußte umgestalten die Fähigkeiten in dem nathanischen Jesus. Das war nicht möglich in einer früheren Zeit. Denn an dem nathanischen Jesuskinde mußte nicht nur das Zarathustra-Ich arbeiten, sondern auch jene hohe Wesenheit, die wir charakterisiert haben als den Nirmanakaya des Buddha. Sie arbeitete insbesondere von außen herein von der Geburt bis zum zwölften Lebensjahre. Dazu mußte sie aber erst da sein. Es mußte jener Bodhisattva selbst erst zum Buddha-Dasein aufsteigen, um in sich möglich zu machen, den Geistleib des Nirmanakaya zu entwickeln, damit er das nathanische Jesuskindlein von der Geburt bis zum zwölften Jahre bearbeiten konnte. Der Bodhisattva selbst mußte erst die Buddha-Stufe übersteigen, um in sich die Kraft zu haben, einen Leib reif zu machen zu jenem großen Ereignis. Er hatte es in jener Inkarnation, als er Buddha wurde, noch nicht dazu gebracht, diese Fähigkeit auszubilden. Dazu war erst sein Buddha-Leben notwendig.

[ 16 ] But preparation had to be made in the evolution of humanity to ensure the existence of a body fit to receive this Being. It was necessary for a Being such as had lived in Zarathustra to mature from incarnation to incarnation in order that in a body as pure as that of Jesus of Nazareth he could bring the faculties of the sentient body, of the sentient soul and of the mind-soul to the degree of perfection that would render this human being fit to receive into himself so sublime a Being. Such preparation had to be made. Before a sentient soul and a mind-soul could be adequately developed it was necessary that an Ego should first have undergone the many experiences and destinies of Zarathustra and then transform the faculties present in the Nathan Jesus. This would not have been possible at any earlier time, for the Nathan Jesus-child had to be worked upon not only by the Zarathustra-Ego but also by the lofty spiritual power we have characterized as the Nirmanakaya of Buddha. From the child's birth until his twelfth year this power worked chiefly from outside. But the Bodhisattva himself had had first to become Buddha before he was able to develop in himself the spiritual body, the Nirmanakaya, wherewith to work upon the Nathan Jesus during this period of his life. At the time of the incarnation in the course of which he was destined to become Buddha he had not yet acquired this power; the Buddha-life had first to be lived through.

[ 17 ] Wenn einmal die Menschheit wirklich verstehen wird, was als große Weistümer in den Legenden aufbewahrt ist, dann wird sie an den entsprechenden Stellen lesen können, daß alles, was wir aus der AkashaChronik entziffern, in einer wunderbaren Weise in den alten Legenden enthalten ist. Es wird uns erzählt, und mit Recht, daß die ChristusWesenheit auch im alten Indien gelehrt worden ist als kosmische Wesenheit jenseits der Sphäre der sieben heiligen Rishis. Sie wußten, daß diese Wesenheit in der Höhe lebt und sich erst allmählich der Erde nähert, Zarathustra wußte auch, daß er den Blick hinauszuwenden hatte von der Erde zur Sonne; und das althebräische Volk war durch die Eigenschaften und Fähigkeiten, die wir gestern hervorgehoben haben, in der Lage, die Widerspiegelung der Christus-Wesenheit zuerst verkündigt zu erhalten. - Auch das wird uns angedeutet, und zwar in einer Erzählung, wie der Buddha, als er sich eben anschickte, von dem Bodhisattva zu einem Buddha zu werden, in Berührung kam mit dem Vishva Karman, der später der Christus genannt wurde. Die Legende erzählt ja, daß er, als sein neunundzwanzigstes Jahr heranrückte, jene berühmte Ausfahrt aus seinem Palaste machte, wo er bis dahin gehegt und gepflegt worden war. Da sah er zuerst einen alten Mann, dann einen Kranken, dann einen Leichnam, und lernte so nach und nach das Elend des Lebens kennen; dann sah er einen Mönch, der dieses Leben verlassen hatte, in dem Alter, Krankheit und Tod sind. Da beschloß er, so erzählt die Legende, die eine tiefe Wahrheit verkündet, zunächst nicht gleich hinauszuziehen, sondern erst noch einmal zurückzukehren. Aber bei dieser Ausfahrt, so sagt uns diese Legende, wurde er von den geistigen Höhen herein geschmückt mit jener Kraft, welche der Götterkünstler Vishva Karman, der ihm erschien, auf die Erde heruntersandte. Geschmückt wurde der Bodhisattva mit der Kraft des Vishva Karman selbst, der später der Christus genannt wurde. Also etwas Äußerliches war der Christus noch für ihn, war noch nicht mit ihm vereinigt. Damals hatte sich auch der Bodhisattva dem dreißigsten Jahre genähert; damals aber hätte er noch nicht vollständig die Christus-Aufnahme in einem menschlichen Leib bewirken können. Dazu mußte er erst reif sein. Gerade durch sein Buddha-Dasein hat er sich erst reif gemacht. Und als er indem Nirmanakaya erschien, hatte er die Aufgabe, diesen Leib des nathanischen Jesus, den er nicht selber einnahm, reif zu machen für die Aufnahme des Vishva Karman, des Christus.

[ 17 ] Some day, when humanity understands what deep wisdom has been preserved in many ancient legends, it will be found that everything deciphered from the Akashic Chronicle is contained in a wonderful way in those legends. We are told, and rightly told, that in ancient India too, men were taught of Christ as a cosmic Being beyond the sphere of the seven holy Rishis. The Rishis knew that He dwelt in lofty spiritual regions and was only gradually approaching the Earth. Zarathustra too knew that he must turn his gaze from the Earth to the Sun; and the ancient Hebrews, because of the faculties and attributes indicated in the last lecture, were the first people to whom the proclamation of the Christ Being in His reflection could be made. We are also told in a legend how the Bodhisattva, when about to become Buddha, came into spiritual contact with Vishva Karman—the Being who was later called Christ. The legend relates that when his twenty-ninth year was approaching the Bodhisattva made his famous exit from the palace where he had been strictly guarded and fostered. Then he saw, first, an old man, then a sick man, then a corpse, thus becoming gradually aware of the miseries of life. Then he saw a monk who had forsaken this life with its accompanying phenomena of old age, sickness and death. Thereupon—so it is related in this profoundly true legend—he resolved not to leave the palace immediately but to return once more. But during this first departure from the palace—so runs the legend—he was invested from spiritual heights with the power which the Divine Artificer, Vishva Karman, who appeared to him, sent down to the Earth. The Bodhisattva was invested with the power of Vishva Karman, of Christ. Thus for the Bodhisattva, Christ was a Being outside—not yet united with him. At that time the Bodhisattva too had nearly reached his thirtieth year but he could not then have made it possible for Christ to be received in the fullest sense into a human body. He had first to become sufficiently mature, and this stage was attained through his Buddha-existence. And when, later on, he appeared in the Nirmanakaya, his task was to make the body of the Nathan Jesus—in which he was not himself embodied—fit to receive Vishva Karman, the Christ.

[ 18 ] So hatten die Kräfte der Erdenentwickelung zusammengewirkt, um das große Ereignis zustande zu bringen. Nun muß sich uns die Frage auf die Lippen legen: Wie steht dieser Christus, dieser Vishva Karman, zu solchen Wesenheiten wie den Bodhisattvas, von denen zum Beispiel jener Bodhisattva einer war, der später zum Buddha geworden ist?

[ 18 ] In this way the forces in earthly evolution had worked in concert to bring about the great Event. It is now on our lips to ask: What is the relationship of Christ, of Vishva Karman, to Beings such as the Bodhisattvas, of whom the Bodhisattva who afterwards became Buddha was one?

[ 19 ] Mit dieser Frage kommen wir hart an den Rand eines der größten Geheimnisse unserer Erdenentwickelung heran. Es wird im allgemeinen für die heutigen Gefühle und Empfindungen der Menschen schwer, das Gewaltige auch nur zu ahnen, was sich hinter diesem Geheimnis verbirgt. Solcher Wesenheiten, wie der Bodhisattva eine ist, der zum Buddha wurde und der die Mission hatte, die große Lehre vom Mitleid und von der Liebe der Menschheit einzuverleiben, solcher Wesenheiten gibt es im Zusammenhange mit unserem Kosmos, zu dem die Erde gehört, zwölf. Jener Bodhisattva, der fünf bis sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung zum Buddha wurde, ist einer von diesen zwölfen. Alle Bodhisattvas haben eine bestimmte Mission. Wie dieser eine die Mission hatte, die Lehre vom Mitleid und von der Liebe auf die Erde zu bringen, so haben auch die anderen ihre Missionen, die in den verschiedenen Erdenepochen erfüllt werden müssen. Der Buddha steht der Erdenmission deshalb besonders nahe, weil dieEntwickelung der moralischen Gesinnung gerade die Aufgabe unseres Zeitalters ist, von dem Zeitpunkte an, da der Bodhisattva fünf bis sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung erschien, bis dieser Bodhisattva von seinem Bodhisattva-Nachfolger abgelöst werden wird, der später auf der Erde als der Maitreya Buddha zu leben hat. So geht überhaupt die Erdenentwickelung vorwärts: die Bodhisattvas steigen herab und haben der Erdenentwickelung das, was Gegenstand ihrer Mission ist, von Zeit zu Zeit einzuverleiben. Würden wir die ganze Erdenentwickelung überblicken, so fänden wir eben zwölf solcher Bodhisattvas. Sie gehören jener gewaltigen Geistergemeinschaft an, welche also von Zeit zu Zeit einen der Bodhisattvas als einen besonderen Sendboten auf die Erde zu senden hat, als einen der großen Lehrer. Gleichsam eine große Loge von zwölf Bodhisattvas haben wir als regierende Loge unserer ganzen Erdenentwickelung anzuerkennen. Diese zwölf Bodhisattvas decken sich im wesentlichen mit dem Begriffe, den wir auf niederen Stufen des Daseins als den Begriff des Lehrers kennen. Lehrer sind sie, große Inspiratoren für diesen oder jenen Teil dessen, was sich die Menschen anzueignen haben.

[ 19 ] This question brings us to the threshold of one of the greatest mysteries of Earth evolution. Generally speaking, it will be difficult for the feelings and perceptive faculties of men at the present time to have even an inkling of what lies behind this mystery. The mission of the Bodhisattva who became Buddha was to incorporate into humanity the principle of compassion and love. Twelve such Beings are connected with the Cosmos to which the Earth belongs. The Bodhisattva who became Buddha in the fifth/sixth century B.C. is one of these Twelve, all of whom have specific missions: Just as the mission of this particular Bodhisattva was to bring to the Earth the teaching of compassion and love, the other Bodhisattvas too have their missions which must be fulfilled in the different epochs of Earth evolution. Gautama Buddha's connection with the mission of the Earth is especially close inasmuch as the development of the moral sense is precisely the task of our own epoch—from the time when the Bodhisattva appeared five to six centuries B.C. to the time when the Bodhisattva who succeeded him in that office will live on Earth as the Maitreya Buddha. That is how Earth evolution advances; the Bodhisattvas descend and have to incorporate into evolution from time to time what constitutes the object of their mission. A survey of the whole of Earth evolution would reveal that there are twelve such Bodhisattvas. They belong to that great community of Spirits which from time to time sends one of the Bodhisattvas to the Earth as a special emissary, as one of the great Teachers. A Lodge of twelve Bodhisattvas is to be regarded as the Lodge directing all Earth evolution. The concept of ‘Teacher’ familiar to us at lower stages of existence can be applied, in essentials, to these twelve Bodhisattvas. They are Teachers, the great Inspirers of one portion or another of what mankind has to acquire.

[ 20 ] Woher empfangen die Bodhisattvas das, was sie von Epoche zu Epoche zu verkünden haben? Wenn Sie hineinschauen könnten in die große Geistloge der Bodhisattvas, in den Kreis der zwölf Bodhisattvas, so würden Sie finden, daß inmitten der zwölf Bodhisattvas in unserem Weltendasein ein dreizehntes Wesen sitzt, das wir nicht in demselben Sinne einen Lehrer nennen können wie die zwölf Bodhisattvas, sondern das wir nennen müssen dasjenige Wesen, von dem die Weisheit selber substantiell ausströmt. Daher sagt man ganz richtig, wenn man den Tatbestand bezeichnen will: Die zwölf Bodhisattvas sitzen in der großen Geistloge um ihren Mittelpunkt herum; sie sind in dem Anschauen der großen Wesenheit versunken, die ihnen alles zuströmt, was sie dann als ihre Mission in die Erdenentwickelung hineinzutragen haben. So strömt von diesem Dreizehnten das aus, was die anderen zu lehren haben. Sie sind die Lehrer, die Inspiratoren, der Dreizehnte ist als Wesenheit selber das, was die anderen lehren. Über ihn verkünden sie immer von Epoche zu Epoche. Dieser Dreizehnte ist derjenige, den die alten Rishis nannten Vishva Karman, den Zarathustra nannte Ahura Mazdao; das ist der, den wir den Christus nennen. Und so steht er zu allen Bodhisattvas, so ist er der Führer und Lenker der großen Loge der Bodhisattvas. Und so ist der Inhalt der Verkündigung durch den ganzen Chor der Bodhisattvas hindurch die Lehre von dem Christus, von dem Vishva Karman. - Derjenige, der fünf bis sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung vom Bodhisattva zum Buddha geworden ist, er wurde geschmückt mit den Kräften des Vishva Karman. Derjenige, der als nathanischer Jesus den Christus in sich aufgenommen hatte, er wurde nicht bloß «geschmückt», sondern «gesalbt», das heißt durchdrungen, durchtränkt von dem Vishva Karman, von dem Christus.

[ 20 ] Whence do these Bodhisattvas receive what they have to proclaim from epoch to epoch?—If you were able to look into the great Spirit-Lodge of the twelve Bodhisattvas you would find that in the midst of the Twelve there is a Thirteenth—one who cannot be called a ‘Teacher’ in the same sense as the Bodhisattvas, but of whom we must say: He is that Being from whom wisdom itself streams as very substance. It is therefore quite correct to speak of the twelve Bodhisattvas in the great Spirit-Lodge grouped around One who is their Centre; they are wrapt in contemplation of the sublime Being from whom there streams what they have then to inculcate into Earth evolution in fulfilment of their missions. Thus there streams from the Thirteenth what the others have to teach. They are the ‘Teachers’, the ‘Inspirers’; the Thirteenth is himself the Being of whom the others teach, whom they proclaim from epoch to epoch. This Thirteenth is He whom the ancient Rishis called Vishva Karman, whom Zarathustra called Ahura Mazdao, whom we call the Christ. He is the Leader and Guide of the great Lodge of the Bodhisattvas. Hence the content of the proclamation made through the whole choir of the Bodhisattvas is the teaching concerning Christ, once called Vishva Karman. The Bodhisattva who became Buddha five to six centuries before our era was endowed with the powers of Vishva Karman. The Nathan Jesus who received the Christ into himself was not merely ‘endowed’ but ‘anointed’—that is to say, permeated through and through by Vishva Karman, by Christ.

[ 21 ] Überall, wo Menschen eine Ahnung oder auch durch dieEinweihung eine Erkenntnis hatten von diesem Tatbestand, von diesen großen Geheimnissen der Menschheitsentwickelung, da bildete sich wie in einem Symbolum, wie in einem Bilde dieses Geheimnis ab. Wir sehen, wie zum Beispiel in jenen wenig bekannten, geheimnisvollen Mysterien des europäischen Nordens, in den Drotten-Mysterien, vor der Erscheinung des Christentums ein irdisches Symbolum von dem geistigen Tatbestand der Loge der zwölf Bodhisattvas geschaffen wurde. In den Drotten-Mysterien gehörte in den alten Zeiten Europas immer zu denjenigen, die innerhalb der geistigen Entwickelung die Lehrer waren, eine Gemeinschaft von Zwölf. Die hatten zu verkündigen. Und einen Dreizehnten hatten sie, der nicht lehrte, sondern der durch seine bloße Gegenwart die Weisheit ausstrahlte, welche die anderen empfingen. Das war das Bild auf der Erde von einem himmlischen, geistigen Tatbestand. -— Und anderseits werden wir in dem Gedicht «Die Geheimnisse», wo Goethe auf seine Rosenkreuzer-Inspiration hingewiesen hat, daran erinnert, wie Zwölf herumsitzen um einen Dreizehnten und wie dieser nicht ein großer Lehrer zu sein braucht; denn der Bruder Markus soll von den Zwölfen — nachdem der Dreizehnte von ihnen gegangen sein wird — in seiner Einfachheit als dieser Dreizehnte angesprochen werden. Er soll der Bringer nicht einer Lehre, sondern der spirituellen Substanz selber sein. Und überall, wo man eine Ahnung oder eine Erkenntnis von diesem hohen Tatbestand hatte, war es so.

[ 21 ] This mystery was portrayed in a symbol or in a picture wherever men had an inkling of the great secrets of evolution or acquired knowledge of them through Initiation. In the little known, enigmatic Trottic Mysteries of Northern Europe before the coming of Christianity, an earthly symbol of the spiritual reality of the Lodge of the twelve Bodhisattvas was created. Those who were Teachers were always associated with a community of twelve. It was for the Twelve to proclaim the message and there was a Thirteenth who did not teach but who through his very presence radiated the wisdom which the others received. This was the picture on Earth of a heavenly, spiritual reality. Again, in Goethe's poem Die Geheimnisse2See the lecture entitled The Mysteries. Given at Cologne, 25th December 1907. where the poet has given an indication of his Rosicrucian inspiration, we are reminded how Twelve sit around a Thirteenth who is not necessarily a great Teacher. Brother Mark, in his simplicity, is himself to be addressed by the Twelve as the Thirteenth—when the former Thirteenth shall have left them. He is to be the bringer, not of teaching, but of the spiritual substance itself. And it was the same wherever an inkling or actual knowledge of this lofty spiritual fact existed among men.

[ 22 ] Es war also mit der Johannes-Taufe im Jordan derjenige Zeitpunkt für die Menschheitsentwickelung eingetreten, wo dieser himmlische Dreizehnte als die geistige Substanz selber auf der Erde erschien, von der alle anderen - Bodhisattvas und Buddhas - zu lehren hatten; und es waren jene gewaltigen Vorbereitungen notwendig, damit sich diese Wesenheit in einen menschlichen Leib hineinsenken konnte. Das ist das Geheimnis der Jordan-Taufe. Und das ist das Wesen, das uns in den Evangelien geschildert wird: Vishva Karman, Ahura Mazdao oder der Christus, wie er später genannt worden ist, in dem Leibe des nathanischen Jesus. Als solcher sollte dieses Wesen durch die drei Jahre auf der Erde wandeln in Menschengestalt, Mensch unter Menschen, in jener geprüften Erdenwesenheit, die bis zu ihrem dreißigsten Jahre das alles erlebt hatte, was wir im Laufe dieser Vorträge gehört haben. Diesen nathanischen Jesus durchleuchtete, durchströmte die Wesenheit, die sich früher in den leuchtenden und wärmenden Sonnenstrahlen verbarg, die aus dem Kosmos herunterleuchteten, jene Wesenheit also, welche mit der Sonne bei ihrer Trennung von der Erde weggegangen war.

[ 22 ] The Baptism by John in the Jordan marked the point of time in the evolution of humanity when this heavenly ‘Thirteenth’—as spiritual substance itself—appeared on the Earth. This was the Being of whom all others—Bodhisattvas and Buddhas—had had to teach, and for whose descent into a human body such stupendous preparations had been necessary. That is the mystery of the Baptism in the Jordan. The Being is He who is described in the Gospels: Vishva Karman, Ahura Mazdao, or the Christ as He was called later on when in the body of the Nathan Jesus. As Christ, this Being was to tread the Earth in human form for three years, a man among men, within that purified terrestrial Being who up to his thirtieth year had undergone all the experiences of which we have heard in these lectures. The Being formerly hidden in the light- and warmth-giving rays of the Sun streaming down from the Cosmos, the Being, that is, who had gone with the Sun when it separated from the Earth, now descended into the Nathan Jesus.

[ 23 ] Nunmehr können wir uns aber noch eine andere Frage vorlegen, die Frage: Warum hat sich diese Wesenheit so spät erst mit der Menschheitsentwickelung auf der Erde vereinigt? Warum ist sie nicht früher auf die Erde heruntergestiegen? Warum durchdrang sie nicht früher einen menschlichen Ätherleib, wie sie ihn bei der Johannes-Taufe im Jordan durchdrungen hat? Das können wir begreifen, wenn wir etwas genauer noch jenes Ereignis verstehen, das uns im Alten Testament als der Sündenfall dargelegt wird. Dieses Ereignis besteht darin, daß gewisse Wesenheiten, die auf der Stufe der alten Mondenentwickelung stehengeblieben waren, in der alten lemurischen Zeit ihren Einzug hielten in den menschlichen Astralleib. Derselbe ist damals durchdrungen worden von den luziferischen Wesenheiten. Das wird uns bildlich dargestellt in dem Sündenfalle des Paradieses. Dadurch, daß diese Kräfte in den menschlichen Astralleib eindrangen, ist der Mensch tiefer in die Erdenangelegenheiten verstrickt worden, als es sonst geschehen wäre. Wenn er diesen luziferischen Einfluß nicht erhalten hätte, würde er gleichsam in höheren Sphären, weniger in die Erdenmaterie hineinverstrickt, seine Entwickelungslaufbahn auf der Erde vollendet haben. Der Mensch ist dadurch früher heruntergestiegen auf die Erde, als er eigentlich hätte heruntersteigen sollen. Wäre nun sonst nichts eingetreten, wäre nur das alles geschehen, was eben jetzt angedeutet worden ist, so hätte sich damals die ganze Wirkung der luziferischen Kräfte, welche im Astralleib des Menschen verankert waren, auch im menschlichen Ätherleibe geltend gemacht. Das aber mußten die Weltenmächte verhindern. Daher mußte etwas ganz Besonderes eintreten. — Was damit gemeint ist, wird noch von einer anderen Seite her klarwerden durch meine demnächst erscheinende «Geheimwissenschaft». — Der Mensch durfte nicht so bleiben, wie er war, nachdem er die luziferischen Kräfte in seinen Astralleib aufgenommen hatte. Er mußte behütet werden vor der Wirkung der luziferischen Kräfte auf seinen Ätherleib. Das wurde dadurch erreicht, daß der Mensch damals unfähig gemacht wurde, seinen vollen Ätherleib zu benutzen. Es wurde ein Teil des Ätherleibes der Willkür des Menschen entzogen. Wäre diese Wohltat der Götter nicht gekommen, hätte der Mensch die Kraft über seinen vollen Ätherleib beibehalten, so hätte er nimmermehr den Weg durch die Erdenentwickelung in entsprechender Weise finden können. Gewisse Teile des menschlichen Ätherleibes haben damals herausgezogen werden müssen, um aufgespart zu werden für spätere Zeiten. Versuchen wir jetzt einmal uns vor das geistige Auge zu führen, welche Teile dieses waren.

[ 23 ] We may now ask another question: Why was the union of this Being with the evolution of humanity on the Earth so long postponed? Why had He not descended at an earlier time to the Earth. Why had He not penetrated before into a human etheric body, as He did at tlhe Baptism by John in the Jordan? This will be intelligible to us if we grasp the nature of the happening described in the Old Testament as the ‘Fall into Sin’. During the epoch of ancient Lemuria, certain beings insinuated themselves into the human astral body—they were beings who had remained at the stage of Old Moon evolution. The human astral body was permeated at that time by the Luciferic beings and this is presented pictorially as the Fall into Sin in Paradise. Because these forces penetrated into his astral body, man became more deeply entangled in the things of the Earth than would otherwise have been the case. Had he not been subject to the Luciferic influence he would have been less deeply entangled in earthly matter. Consequently he descended to the Earth earlier than was originally intended. Now if nothing else had intervened, if nothing had taken place except what has just been indicated, the Luciferic forces anchored in the human astral body would have taken effect in the etheric body as well. But it was essential for the cosmic Powers to take special measures to prevent this. In the book Occult Science—an Outline3See pp. 185–6 in the 1963 edition. the subject is dealt with from a different aspect. Man might not remain as he was after the Luciferic forces had penetrated into his astral body. He had to be protected against the effect of the forces upon his etheric body. This end was achieved at that time by making it impossible for him to use the whole of his etheric body, part of it being removed from his arbitrary control. If this beneficent deed of the Gods had not been accomplished, if man had retained power over the whole of his etheric body, he could never have found his right path through Earth evolution. Certain parts of the human etheric body had at that time to be withdrawn in order to be preserved for later times. Let us try to picture what this means.

[ 24 ] Der Mensch besteht zunächst aus den Teilen, die wir auch draußen in der Welt sehen, aus dem Erdigen oder Festen, aus Wasser oder Flüssigem und aus Luft oder Gasförmigem. Das sind die Elemente, die den physischen Menschenleib bilden, wie sie auch alles Physische bilden. Das Ätherische beginnt mit dem ersten Ätherzustande, den wir den Zustand des Feueräthers oder des Feuers schlechtweg nennen. Feuer oder Wärme, was die heutige Physik nicht als ein Substantielles, sondern nur als eine bloße Bewegung ansieht, ist aber der erste Zustand des Äthers. Der zweite Ätherzustand ist der Lichtäther oder Licht schlechtweg, und der dritte Zustand ist das, was für den Menschen zunächst gar nicht in seiner ursprünglichen Gestalt erscheint; nur einen Abglanz, gleichsam einen Schatten dieses Äthers kann der Mensch in der physischen Welt wahrnehmen als Ton, als Schall. Aber dem, was äußerlich Schall ist, liegt etwas Feineres, Ätherisches, etwas Geistiges zugrunde, so daß wir den physischen 'Ton nur als ein Schattenbild des geistigen Tones, des Tonäthers oder auch Zahlenäthers zu bezeichnen haben. Das vierte Äthergebiet ist der Lebensäther, das, was allem eigentlichen Leben zugrunde liegt.

[ 24 ] Man's physical body—as everything else that is physical—is composed of the elements also to be found in the world outside: the ‘earthy’ or solid, the ‘watery’ or fluid, and the ‘airy’ or gaseous. The etheric realm begins with the first state of ether—the ‘fire-ether’ or simply ‘fire’. Fire or warmth, regarded by modern physics merely as motion and non-substantial, is the first state of the ether. The second is the ‘light-ether’, or simply ‘light’. And the third state—sound, tone, or number—is one that is not revealed to man in its original form at all; it is only a reflection, as it were a shadow of this ether that can be perceived in the physical world as tone or sound. Behind external ‘sound’, however, there lies something of a finer etheric nature, something spiritual. Physical tone or sound is a mere phantom of spiritual tone, of ‘sound-ether’ or also ‘number-ether’. The fourth etheric realm is the ‘life-ether’—that which underlies actual ‘life’.

[ 25 ] Wie nun der heutige physische Mensch ist, so prägt sich alles, was sein Seelenhaftes ist, in seiner physischen Leiblichkeit und in seiner ätherischen Leiblichkeit aus. Aber alles Seelische ist sozusagen gewissen Substanzen des Ätherischen zugeteilt. Was wir den Willen nennen, drückt sich ätherisch aus in dem, was wir das Feuer nennen. Wer nur ein wenig empfänglich ist für gewisse empfindungsgemäße Zusammenhänge, der wird fühlen, daß man ein gewisses Recht hat, so von dem Willen zu sprechen, daß dieser Wille, der sich physisch im Blute ausdrückt, in dem Feuerelement des Ätherischen lebt; physisch drückt er sich im Blute aus, beziehungsweise in der Bewegung des Blutes. Was wir Gefühl nennen, drückt sich aus in dem Teile des Ätherleibes, der dem Lichtäther entspricht. Weil das so ist, deshalb sieht auch der Hellseher die Willensimpulse des Menschen wie Feuerflammen, die seinen Ätherleib durchzucken und in den Astralleib hineinstrahlen, und die Gefühle sieht er als Lichtformen. Was aber der Mensch als sein Denken in seiner Seele erlebt und was wir in den Worten aussprechen, das sind auch nur Schattenbilder des Denkens, wie Sie sich ja leicht denken können, weil ja der physische Ton auch nur ein Schattenbild eines Höheren ist. Die Worte haben ihr Organ in dem Tonäther. Unseren Worten liegen zugrunde die Gedanken, die Worte sind Ausdrucksformen für die Gedanken. Diese Ausdrucksformen erfüllen den ätherischen Raum, indem sie ihre Schwingungen durch den Tonäther schikken. Was Ton ist, das ist eben nur die Abschattung der eigentlichen Gedankenschwingungen. Das aber, was das Innerliche aller unserer Gedanken ist, was unseren Gedanken Sinn gibt, das gehört seinem ätherischen Zustande nach dem eigentlichen Lebensäther an.

[ 25 ] As physical man is constituted to-day, everything that is of the nature of soul expresses itself in his physical and etheric constitution, but is also connected with certain etheric substances. What we call ‘will’ expresses itself etherically in what we call ‘fire’. Anyone who is at all sensitive to certain sentient experiences will be aware that there is justification for saying that the will, which expresses itself physically in the blood, lives in the fire-element of the etheric; physically, the will expresses itself in the blood, that is to say in the movement of the blood. What we call ‘feeling’ expresses itself in the part of the etheric body that corresponds to the light-ether. Because this is so, a clairvoyant sees the will-impulses of a man flashing like flames through his etheric body and raying into his astral body; and he sees the feelings as forms of light. But the thinking that is experienced by man in his soul as his own, and expressed in words, is only a phantom of thinking—as you will readily believe, because physical sound too is only a phantom of something higher. Words have their organ in the sound-ether; our thoughts underlie our words; words are forms of expression for thoughts. These forms of expression fill etheric space inasmuch as they send their vibrations through the sound-ether; ‘tone’ or ‘sound’ is only the shadow of the actual thought-vibrations. The inner essence of all our thoughts, that which endows our thoughts with meaning (Sinn), actually belongs; in respect of its etheric nature, to the life-ether itself.

AltName

Meaning (Sinn).................... Life-Ether
Thinking ..........................Tone- or Sound-Ether
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Feeling..........................Light-Ether
Will .............................Fire-Ether
................................... Air
.................................. .Water
................................... Earth

[ 26 ] Von diesen vier Ätherformen wurden in der lemurischen Zeit nach dem luziferischen Einflusse dem Menschen nur die zwei unteren zur freien, willkürlichen Verfügung gelassen: Feueräther und Lichtäther; dagegen wurden die zwei oberen Ätherarten dem Menschen entzogen. Das ist der innere Sinn, wenn uns gesagt wird: Nachdem die Menschen durch den Iuziferischen Einfluß die Unterscheidung von Gut und Böse erlangt hatten - bildlich ausgedrückt durch den Genuß vom «Baume der Erkenntnis» —, wurde ihnen entzogen der Genuß vom «Baume des Lebens». Das heißt, es wurde ihnen entzogen, was frei, willkürlich durchdrungen hätte den Gedankenäther und den Sinnesäther. Dadurch mußten sich die Menschen nun in folgender Weise entwickeln: In jedes Menschen Willkür war das gestellt, was seinem Willen entspricht. Der Mensch kann seinen Willen als seinen persönlichen geltend machen, ebenso auch seine Gefühle. Gefühl und Wille ist dem einzelnen Menschen für das Persönliche freigegeben, daher das Individuelle der Gefühlswelt und der Willenswelt. Das Individuelle hört aber sofort auf, wenn wir aufsteigen vom Gefühl zum Denken, ja sogar schon zu dem Ausdruck der Gedanken, zu den Worten auf dem physischen Plan. Während jeder Mensch seine Gefühle und seinen Willen persönlich hart, kommen wir sofort in etwas Allgemeines hinein, wenn wir in die Wortwelt und in die Gedankenwelt hinaufrücken. Es kann nicht jeder sich seine eigenen Gedanken machen. Wenn die Gedanken so individuell wären wie die Gefühle, so würden wir uns nie verstehen. Es wurden also Gedanke und Sinn der menschlichen Willkür entzogen und vorläufig in der Göttersphäre aufbewahrt, um später erst dem Menschen gegeben zu werden. Daher können wir auf dem Erdenkreis überall individuelle Menschen finden mit individuellen Gefühlen und individuellen Willensimpulsen, aber wir haben überall gleiches Denken, gleiche Sprache bei den Völkern. Wo eine gemeinsame Sprache ist, da herrscht eine gemeinsame Volksgottheit. Diese Sphäre ist der menschlichen Willkür entzogen; da wirken vorläufig die Götter hinein.

[ 26 ] In the Lemurian epoch, after the onset of the Luciferic influence, of these four forms of ether only the two lower (light-ether and fire-ether) were left at the free, arbitrary disposal of man; the two higher kinds of ether were withdrawn from him. That is the inner meaning of the passage where it is said that when, as a result of the Luciferic influence, men had become able to distinguish between good and evil (pictorially expressed as eating of the ‘Tree of Knowledge’), the ‘Tree of Life’ was kept out of their reach. That is to say, the power freely and arbitrarily to penetrate the thought-ether and the sense-ether (‘meaning’-ether) was withdrawn from them. The conditions of man's development were therefore necessarily as follows. His will was given into his power to assert as his ‘personal’ expression; the same applies to his feelings. Both feeling and will are at man's personal disposal. Hence the individual character of the world of feeling and the world of will. This individual character, however, ceases immediately we pass from feeling to thinking—yes, even to the expression of thoughts, to the words on the physical plane. Whereas each man's feeling and will are personal, we immediately come into something universal when we rise into the realm of words and the realm of thoughts. No one individual can form thoughts that are his alone. If thoughts were as individual as feelings we should never understand one another. Thus thought and ‘meaning’ (Sinn) were withheld from the power of arbitrary human will and preserved for the time being in the world of the Gods, in order not to be given to man until a later time. Everywhere on the Earth, therefore, we can find individual men with individual feelings and individual impulses of will; but thinking is uniform everywhere and language is uniform among the several peoples. Where there is a common language, there reigns a common Folk-Deity. This sphere is withheld from the arbitrary power of man, remaining for the time being a field into which the Gods work.

[ 27 ] Wenn nun Zarathustra mit seinen Schülern hinaufwies in das Reich des Geistigen, so konnte er sagen: Aus dem Himmel herunter strömt die Wärme, das Feuer, aus dem Himmel herunter strömt das Licht. Das sind die Kleider von Ahura Mazdao. Aber hinter diesen Kleidern verbirgt sich das, was noch nicht heruntergestiegen ist, was noch in den geistigen Höhen oben geblieben ist, was in den physischen Gedanken und den physischen Worten des Menschen nur einen Schatten hinuntergeworfen hat.— Hinter der Sonnenwärme, hinter dem Sonnenlichte verbirgt sich das, was im Tone, im Sinn lebt, was sich nur denjenigen verkündete, die hinter das Licht schauen konnten, was sich verhält zu dem irdischen Wort wie das himmlische Wort zu dem vor der Menschheit vorläufig bewahrten Teile des Lebens. Daher sagte Zarathustra: Blicket hinauf zu Ahura Mazdao! Ihr seht, wie er sich offenbart in dem physischen Kleide des Lichtes und der Wärme. Dahinter ist aber das göttliche Schöpfungswort; das nähert sich der Erde.

[ 27 ] When Zarathustra, with his pupils around him, spoke of the realm of spirit, he could say: ‘Out of heaven there streams down warmth, or fire; out of heaven there streams down light. These are the vestments of Ahura Mazdao. But behind these vestments is hidden that which has not yet descended but has remained above in spiritual heights, casting only a shadow in the physical thoughts and words of men.’ Behind the warmth and light of the Sun is hidden that which lives in tone or sound, in meaning, manifesting itself only to those who are able to see behind the light that which is related to the earthly word as the heavenly Word is related to the part of Life that was withheld for the time being from humanity. Hence Zarathustra said: ‘Look upwards to Ahura Mazdao; see how He reveals Himself in the physical raiment of light and warmth. But behind all that is the Divine, Creative Word—and it is approaching the Earth!’

[ 28 ] Was ist Vishva Karman? Was ist Ahura Mazdao? Was ist der Christus in seiner wahren Gestalt? Das göttliche Schöpfungswort! Daher tritt uns in der Zarathustra-Lehre die merkwürdige Mitteilung entgegen, daß Zarathustra eingeweiht wird, um in dem Lichte seinen Ahura Mazdao wahrzunehmen, aber auch noch das göttliche Schöpfungswort, Honover, das herniedersteigen sollte auf die Erde und das zuerst herniedergestiegen ist bei der Johannes-Taufe in einen einzelnen menschlichen Ätherleib. Was seit der lemurischen Zeit aufgespart worden ist, das Wort, das Geistwort, drang bei der Johannes-Taufe aus den Ätherhöhen ein in den Ätherleib des nathanischen Jesus. Und als die Taufe vollendet war, was war geschehen? Das Wort war Fleisch geworden.

[ 28 ] What is Vishva Karman? What is Ahura Mazdao? What is Christ in His true form? The Divine, Creative Word! Hence in Zarathustra's teaching the momentous communication is made that he was initiated in order not only to apprehend in the light the Being he called Ahura Mazdao, but also the Divine, Creative Word, Honover—which was to descend to the Earth and for the first time did descend into an individual etheric body at the Baptism by John. The Divine-Spiritual Word which had been preserved since the Lemurian epoch came forth from ethereal heights at the Baptism by John and entered into the etheric body of the Nathan Jesus. And when the Baptism was completed, what was it that had happened? The Word had become Flesh!

[ 29 ] Was haben Zarathustra oder die, welche um seine Geheimnisse wußten, von jeher verkündet? Als Sehende haben sie verkündet das «Wort», das sich hinter der Wärme und dem Licht verbirgt. «Diener des Wortes» waren sie. Und der Schreiber des Lukas-Evangeliums schrieb das auf, was die «Selbstseher» verkündet haben, die dadurch «Diener des Wortes» geworden sind.

[ 29 ] What had Zarathustra, or those who had knowledge of his Mysteries, proclaimed? As seers they had proclaimed the ‘Word’ that is hidden behind the warmth and the light. They were ‘servants of the Word’. And the writer of the Gospel of St. Luke recorded what the ‘seers’ proclaimed—those who had become ‘servants of the Word’.

[ 30 ] So sehen wir wieder an diesem Beispiel, wie die Evangelien wörtlich zu nehmen sind. Was wegen des luziferischen Prinzips so lange der Menschheit vorenthalten werden mußte, das war in einer einzelnen Persönlichkeit zunächst Fleisch geworden, war heruntergestiegen auf die Erde, lebte auf der Erde. Daher ist diese Wesenheit das größte Vorbild derer, die allmählich seine Natur verstehen werden. Daher muß unsere Weisheit auf der Erde sich zum Beispiele nehmen die Bodhisattvas. Diese haben immer die Aufgabe, das zu verkündigen, was der Dreizehnte unter ihnen ist. Wir aber haben unsere Geisteswissenschaft zusammenzunehmen, haben unsere Weisheit, unsere Kenntnisse, die Ergebnisse der Geistesforschung dazu zu benutzen, um Wesen und Natur des Vishva Karman, des Ahura Mazdao - des Christus zu durchdringen.

[ 30 ] This example again shows us that the Gospels must be taken literally. What had been withheld from men for so long because of the Luciferic influence, became flesh in a single personality, descended to the Earth and lived on the Earth. Hence this Being is the great prototype of all those who by degrees will understand His nature. Our wisdom on Earth must follow the lead of the Bodhisattvas, whose unceasing task it is to proclaim the Thirteenth among them. All spiritual science, all our wisdom, all our knowledge, must be devoted to understanding the nature of Vishva Karman, of Ahura Mazdao, of CHRIST.