Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

Support the Archive

Anthroposophy, Psychosophy
and Pneumatosophy
GA 115

27 October 1909, Berlin

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Anthroposophie Psychosophie Pneumatosophie, 5th ed.
  1. Anthroposophy, Psychosophy, Pneumatosophy, tr. SOL

Anthroposophie IV

Anthroposophie IV

[ 1 ] Gestern sprachen wir über die verschiedenen Kraftströmungen, welche den menschlichen Organismus formen und ihm so seine Gestalt geben, daß uns diese Gestalt erklärlich erscheinen muß. Wir haben gesehen, wie sich in frappierender Weise ergibt, daß das Herz, das Auge gerade so aussehen müssen, wie sie eben aussehen, wenn wir die bildenden Kräfte kennenlernen. Wir haben, wie Sie gesehen haben, dasjenige, was im menschlichen Organismus übersinnlich vorgeht, um das sinnliche Bild zur Erscheinung zu bringen, zurückgeführt und zusammengesetzt aus Strömungen von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten und von unten nach oben, von vorne nach rückwärts und umgekehrt.

[ 1 ] Gestern sprachen wir über die verschiedenen Kraftströmungen, welche den menschlichen Organismus formen und ihm so seine Gestalt geben, daß uns diese Gestalt erklärlich erscheinen muß. Wir haben gesehen, wie sich in frappierender Weise ergibt, daß das Herz, das Auge gerade so aussehen müssen, wie sie eben aussehen, wenn wir die bildenden Kräfte kennenlernen. Wir haben, wie Sie gesehen haben, dasjenige, was im menschlichen Organismus übersinnlich vorgeht, um das sinnliche Bild zur Erscheinung zu bringen, zurückgeführt und zusammengesetzt aus Strömungen von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten und von unten nach oben, von vorne nach rückwärts und umgekehrt.

[ 2 ] Nun könnte jemand sagen: Jetzt wollen wir dich in deiner eigenen Schlinge fangen! Du erklärst uns eine sehr bedeutsame Erscheinung im menschlichen Organismus nicht, wenn du von diesen Strömungen sprichst von rechts und links, oben und unten, vorn und hinten, du erklärst uns diejenige Erscheinung doch gar nicht, die in dem Folgenden liegt: Es gibt beim Menschen Organe, die genau symmetrisch gelegen sind, links und rechts gleich, und andere Organe, die unsymmetrisch sind, Herz, Leber, Magen und so weiter. Wir könnten, so könnte eingewendet werden, zur Not begreifen den menschlichen Organismus aus deinen Strömungen, wenn er ganz unsymmetrisch gebaut wäre, wenn er, ebenso wie er von unten nach oben und von vorn nach rückwärts anders aussieht, auch anders aussehen würde von links nach rechts.

[ 2 ] Nun könnte jemand sagen: Jetzt wollen wir dich in deiner eigenen Schlinge fangen! Du erklärst uns eine sehr bedeutsame Erscheinung im menschlichen Organismus nicht, wenn du von diesen Strömungen sprichst von rechts und links, oben und unten, vorn und hinten, du erklärst uns diejenige Erscheinung doch gar nicht, die in dem Folgenden liegt: Es gibt beim Menschen Organe, die genau symmetrisch gelegen sind, links und rechts gleich, und andere Organe, die unsymmetrisch sind, Herz, Leber, Magen und so weiter. Wir könnten, so könnte eingewendet werden, zur Not begreifen den menschlichen Organismus aus deinen Strömungen, wenn er ganz unsymmetrisch gebaut wäre, wenn er, ebenso wie er von unten nach oben und von vorn nach rückwärts anders aussieht, auch anders aussehen würde von links nach rechts.

[ 3 ] Das könnte eingewendet werden. Es wäre aber ein kurzsichtiger Einwand. Denn, wie wir schon angedeutet haben, ist dasjenige, was von links nach rechts und von rechts nach links strömt, gerade dasjenige, was bewirkt den physischen Leib und den Ätherleib. Also in derjenigen Richtung, in der der Mensch symmetrisch aufgebaut ist, strömen physischer Leib und Ätherleib; gerade in dieser Richtung, wo physischer Leib und Ätherleib strömen, ist der Mensch symmetrisch aufgebaut. Nun erinnern Sie sich aber, was die geisteswissenschaftliche Forschung sagt zu dieser anthroposophischen Tatsache und der anthroposophischen Erklärung, daß diese Strömungen existieren, und fragen wir uns, ob wir irgendeine Möglichkeit haben, auch da begreiflich zu machen, daß alles so sein muß, wie es ist.

[ 3 ] Das könnte eingewendet werden. Es wäre aber ein kurzsichtiger Einwand. Denn, wie wir schon angedeutet haben, ist dasjenige, was von links nach rechts und von rechts nach links strömt, gerade dasjenige, was bewirkt den physischen Leib und den Ätherleib. Also in derjenigen Richtung, in der der Mensch symmetrisch aufgebaut ist, strömen physischer Leib und Ätherleib; gerade in dieser Richtung, wo physischer Leib und Ätherleib strömen, ist der Mensch symmetrisch aufgebaut. Nun erinnern Sie sich aber, was die geisteswissenschaftliche Forschung sagt zu dieser anthroposophischen Tatsache und der anthroposophischen Erklärung, daß diese Strömungen existieren, und fragen wir uns, ob wir irgendeine Möglichkeit haben, auch da begreiflich zu machen, daß alles so sein muß, wie es ist.

[ 4 ] Die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt uns, daß dieser physische Leib des Menschen eine sehr alte Wesenheit ist, die vom alten Saturn her stammt, daß der Ätherleib auf der Sonne dazukam, daß der astralische Leib auf dem Monde und das Ich erst auf der Erde dazukam. Nun können wir uns fragen: Wie war denn die erste Anlage des physischen Menschenleibes, als sie auf dem alten Saturn angelegt worden war? Unsymmetrisch selbstverständlich, denn sie mußte in einer Richtung wirken, die in der heutigen Leibesrichtung der von links nach rechts entspricht. Wie war die Anlage des Ätherleibes, als sie auf der Sonne zunächst angelegt worden ist? Unsymmetrisch war sie, denn sie mußte in der Richtung angelegt werden, welche heute entspricht der von rechts nach links im Menschen. Nun geht aber die Entwickelung weiter. Es bleibt bei der alten Sonnenwirkung nicht stehen, sondern es kommt nun die Mondenwirkung hinzu. Da entwickelt sich der physische Leib weiter; da wird an seiner Gestalt weitergebildet. Wenn diese Mondenwirkung nicht gekommen wäre, dann wäre der Mensch in bezug auf seinen physischen Leib allerdings ein einseitig unsymmetrisches Wesen geblieben. Nun setzte sich aber die Bildung dieses physischen Leibes auf dem Monde fort, und es setzte sich weiter alles übrige fort auf der Erde. Es mußte also etwas eintreten, was die ganze frühere Bildung veränderte, was sie zu einer ganz andern machte. Es mußte sozusagen eine Umkehrung, eine Auswechselung der Richtungen entstehen. Es mußte dasjenige, was geschehen sollte, um die Einseitigkeit zu vermeiden, von der andern Seite her bewirkt werden. Das heißt, während die Richtung, die vom Saturn her der Bildung des physischen Leibes eingeprägt war, von links nach rechts geht, mußte das jetzt wieder ausgeglichen werden durch eine Bildung von rechts nach links. Wodurch geschah das?

[ 4 ] Die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt uns, daß dieser physische Leib des Menschen eine sehr alte Wesenheit ist, die vom alten Saturn her stammt, daß der Ätherleib auf der Sonne dazukam, daß der astralische Leib auf dem Monde und das Ich erst auf der Erde dazukam. Nun können wir uns fragen: Wie war denn die erste Anlage des physischen Menschenleibes, als sie auf dem alten Saturn angelegt worden war? Unsymmetrisch selbstverständlich, denn sie mußte in einer Richtung wirken, die in der heutigen Leibesrichtung der von links nach rechts entspricht. Wie war die Anlage des Ätherleibes, als sie auf der Sonne zunächst angelegt worden ist? Unsymmetrisch war sie, denn sie mußte in der Richtung angelegt werden, welche heute entspricht der von rechts nach links im Menschen. Nun geht aber die Entwickelung weiter. Es bleibt bei der alten Sonnenwirkung nicht stehen, sondern es kommt nun die Mondenwirkung hinzu. Da entwickelt sich der physische Leib weiter; da wird an seiner Gestalt weitergebildet. Wenn diese Mondenwirkung nicht gekommen wäre, dann wäre der Mensch in bezug auf seinen physischen Leib allerdings ein einseitig unsymmetrisches Wesen geblieben. Nun setzte sich aber die Bildung dieses physischen Leibes auf dem Monde fort, und es setzte sich weiter alles übrige fort auf der Erde. Es mußte also etwas eintreten, was die ganze frühere Bildung veränderte, was sie zu einer ganz andern machte. Es mußte sozusagen eine Umkehrung, eine Auswechselung der Richtungen entstehen. Es mußte dasjenige, was geschehen sollte, um die Einseitigkeit zu vermeiden, von der andern Seite her bewirkt werden. Das heißt, während die Richtung, die vom Saturn her der Bildung des physischen Leibes eingeprägt war, von links nach rechts geht, mußte das jetzt wieder ausgeglichen werden durch eine Bildung von rechts nach links. Wodurch geschah das?

[ 5 ] In früheren Vorträgen habe ich Ihnen gesagt, daß schon während der alten Mondenzeit die Sonne sich losgetrennt hat von dem Mond, und daß die Kräfte nun von außen herein wirkten, nicht mehr von derselben Seite, vom Mondenkörper aus. Und so war es auch mit dem Ätherleib, als die Bildung fortschritt. Was aus dem physischen Leibe bis zur alten Mondenzeit geworden war, das ist in Empfang genommen worden von der Seite, die jetzt von der außenstehenden Sonne kam. Ja, dann können wir aber wieder nicht begreifen, könnte jemand sagen, warum, da diese andere Seite so viel später gebildet worden ist, sie nicht viel kleiner ist als die andere Seite, warum die beiden Seiten gerade symmetrisch sind.

[ 5 ] In früheren Vorträgen habe ich Ihnen gesagt, daß schon während der alten Mondenzeit die Sonne sich losgetrennt hat von dem Mond, und daß die Kräfte nun von außen herein wirkten, nicht mehr von derselben Seite, vom Mondenkörper aus. Und so war es auch mit dem Ätherleib, als die Bildung fortschritt. Was aus dem physischen Leibe bis zur alten Mondenzeit geworden war, das ist in Empfang genommen worden von der Seite, die jetzt von der außenstehenden Sonne kam. Ja, dann können wir aber wieder nicht begreifen, könnte jemand sagen, warum, da diese andere Seite so viel später gebildet worden ist, sie nicht viel kleiner ist als die andere Seite, warum die beiden Seiten gerade symmetrisch sind.

[ 6 ] Erinnern Sie sich dazu an etwas anderes, was ich Ihnen gesagt habe. Es mußten gewisse Wesenheiten, die höher entwickelt waren, um stärkere Wirkungen zu entfalten, sich gerade von dem alten Mond und von der Erde trennen. Gerade um in der Bildung von rechts nach links stärkere Wirkungen auszuüben, als die auf dem Saturn ausgeübten, mußten diese Wesenheiten einen andern, höheren Schauplatz gewinnen. Denn sie hatten es nicht so leicht wie die Saturnwesen, als diese einseitig den physischen Menschenleib angelegt hatten. Sie hatten das, was von der bisherigen Evolution da war, schon zu überwinden. Da staute sich schon der ganze Bildungsprozeß. Deshalb mußten sie stärker sein, sie mußten sich einen Schauplatz außerhalb der Erde, auf der Sonne wählen. Dadurch wurde die Kraft verstärkt, und es wurde die andere Seite gleich gemacht der ersten Seite. Es wurde der physische Leib ein symmetrisches Gebilde.

[ 6 ] Erinnern Sie sich dazu an etwas anderes, was ich Ihnen gesagt habe. Es mußten gewisse Wesenheiten, die höher entwickelt waren, um stärkere Wirkungen zu entfalten, sich gerade von dem alten Mond und von der Erde trennen. Gerade um in der Bildung von rechts nach links stärkere Wirkungen auszuüben, als die auf dem Saturn ausgeübten, mußten diese Wesenheiten einen andern, höheren Schauplatz gewinnen. Denn sie hatten es nicht so leicht wie die Saturnwesen, als diese einseitig den physischen Menschenleib angelegt hatten. Sie hatten das, was von der bisherigen Evolution da war, schon zu überwinden. Da staute sich schon der ganze Bildungsprozeß. Deshalb mußten sie stärker sein, sie mußten sich einen Schauplatz außerhalb der Erde, auf der Sonne wählen. Dadurch wurde die Kraft verstärkt, und es wurde die andere Seite gleich gemacht der ersten Seite. Es wurde der physische Leib ein symmetrisches Gebilde.

[ 7 ] So werden Sie, wenn Sie nur Geduld haben, alles bis ins einzelne hinein bestätigt finden, was im Laufe der theosophischen Vorträge gesagt worden ist. Bis in die einzelnsten menschlichen Organe hinein könnten die Bildungskräfte verfolgt werden. Es würde ja natürlich zu weit führen, wenn ich Ihnen in diesen skizzenhaften Vorträgen auch das Ohrläppchen zum Beispiel erklären wollte, aber möglich wäre es.

[ 7 ] So werden Sie, wenn Sie nur Geduld haben, alles bis ins einzelne hinein bestätigt finden, was im Laufe der theosophischen Vorträge gesagt worden ist. Bis in die einzelnsten menschlichen Organe hinein könnten die Bildungskräfte verfolgt werden. Es würde ja natürlich zu weit führen, wenn ich Ihnen in diesen skizzenhaften Vorträgen auch das Ohrläppchen zum Beispiel erklären wollte, aber möglich wäre es.

[ 8 ] Wenn Sie sich daran erinnern, was gestern gesagt worden ist: daß Strömungen stattfinden von vorne nach rückwärts, und daß das die Wirkungen des Empfindungsleibes sind, die Ausströmungen des Empfindungsleibes in den menschlichen Organismus hinein, daß dagegen die Strömungen der Empfindungsseele von rückwärts nach vorwärts gehen, so haben wir also in einer Richtung zwei gegeneinander wirkende Strömungen, von vorne nach rückwärts und von rückwärts nach vorne. Wie müßten wir uns nun vorstellen, daß die Strömungen des Empfindungsleibes von vorne nach rückwärts und die Strömungen, die von der Empfindungsseele von rückwärts nach vorne gehen, am menschlichen Organismus bauen? Wir könnten das einmal durch eine kleine Skizze veranschaulichen:

[ 8 ] Wenn Sie sich daran erinnern, was gestern gesagt worden ist: daß Strömungen stattfinden von vorne nach rückwärts, und daß das die Wirkungen des Empfindungsleibes sind, die Ausströmungen des Empfindungsleibes in den menschlichen Organismus hinein, daß dagegen die Strömungen der Empfindungsseele von rückwärts nach vorwärts gehen, so haben wir also in einer Richtung zwei gegeneinander wirkende Strömungen, von vorne nach rückwärts und von rückwärts nach vorne. Wie müßten wir uns nun vorstellen, daß die Strömungen des Empfindungsleibes von vorne nach rückwärts und die Strömungen, die von der Empfindungsseele von rückwärts nach vorne gehen, am menschlichen Organismus bauen? Wir könnten das einmal durch eine kleine Skizze veranschaulichen:

AltNameAltName

[ 9 ] Wie gesagt, der physische Leib, der Ätherleib und der Hauptstock des astralischen Leibes waren schon da, und jetzt kommen jene Strömungen, die, vom Empfindungsleib kommend, von vorne nach rückwärts sich einbohren in den menschlichen Organismus. Und sie wirken so, daß sie hineinbilden in den menschlichen Organismus allerlei Organe in das, was schon darinnen ist. Nun, nehmen wir an, daß wiederum hineinarbeitet in den Organismus von rückwärts nach vorne die Empfindungsseele. Diese Arbeit ist eine innere, weil es eben Empfindungsseele ist. Vorne werden sich die Strömungen stauen. Sie werden sich so stauen, daß sie sich, wenn sie sich in den physischen Organismus hineinbohren, über das, was sie dort bilden, darüberlegen. Da gehen die Strömungen von der Empfindungsseele nach vorne, und da, wo der physische Leib begrenzt ist, dringen sie ein. Während die Strömungen des Empfindungsleibes von außen nach innen dringen - denn der Empfindungsleib ist ja außen -, gehen die Strömungen der Empfindungsseele von innen nach außen. Da müssen also an jener Stelle irgendwelche Öffnungen sein, da müssen einige Löcher gebohrt werden. Sie haben von rückwärts nach vorne gehend gewisse Strömungen und Sie haben von vorne nach rückwärts gehend gewisse Strömungen. Die Strömungen von rückwärts nach vorne gehen von der Empfindungsseele aus, von etwas Innerlichem; [die Strömungen von vorne nach rückwärts] bohren sich hinein in den physischen Organismus.

[ 9 ] Wie gesagt, der physische Leib, der Ätherleib und der Hauptstock des astralischen Leibes waren schon da, und jetzt kommen jene Strömungen, die, vom Empfindungsleib kommend, von vorne nach rückwärts sich einbohren in den menschlichen Organismus. Und sie wirken so, daß sie hineinbilden in den menschlichen Organismus allerlei Organe in das, was schon darinnen ist. Nun, nehmen wir an, daß wiederum hineinarbeitet in den Organismus von rückwärts nach vorne die Empfindungsseele. Diese Arbeit ist eine innere, weil es eben Empfindungsseele ist. Vorne werden sich die Strömungen stauen. Sie werden sich so stauen, daß sie sich, wenn sie sich in den physischen Organismus hineinbohren, über das, was sie dort bilden, darüberlegen. Da gehen die Strömungen von der Empfindungsseele nach vorne, und da, wo der physische Leib begrenzt ist, dringen sie ein. Während die Strömungen des Empfindungsleibes von außen nach innen dringen - denn der Empfindungsleib ist ja außen -, gehen die Strömungen der Empfindungsseele von innen nach außen. Da müssen also an jener Stelle irgendwelche Öffnungen sein, da müssen einige Löcher gebohrt werden. Sie haben von rückwärts nach vorne gehend gewisse Strömungen und Sie haben von vorne nach rückwärts gehend gewisse Strömungen. Die Strömungen von rückwärts nach vorne gehen von der Empfindungsseele aus, von etwas Innerlichem; [die Strömungen von vorne nach rückwärts] bohren sich hinein in den physischen Organismus.

[ 10 ] Wenn Sie diese Skizze anschauen, haben Sie die Seitenansicht eines menschlichen Gesichtes schematisch dargestellt: vorn die Strömungen, welche die Sinnesorgane hineinbohren, Gesichtsorgan, Geruchsorgan, Geschmacksorgan, und von hinten nach vorne kommend die Bildungskräfte, die das Gehirn darüberlagern. Sie haben das Schema des Baues des menschlichen Kopfes, von der Seite angesehen.

[ 10 ] Wenn Sie diese Skizze anschauen, haben Sie die Seitenansicht eines menschlichen Gesichtes schematisch dargestellt: vorn die Strömungen, welche die Sinnesorgane hineinbohren, Gesichtsorgan, Geruchsorgan, Geschmacksorgan, und von hinten nach vorne kommend die Bildungskräfte, die das Gehirn darüberlagern. Sie haben das Schema des Baues des menschlichen Kopfes, von der Seite angesehen.

[ 11 ] So können wir also sagen: Wenn das wahr ist, was die Geisteswissenschaft sagt, so kann eigentlich dieser menschliche Kopf gar nicht anders aussehen, als er wirklich aussieht. Wo ist denn eigentlich der Beweis für das, was die Geisteswissenschaft behauptet? Die Geisteswissenschaft zeigt: Wenn überhaupt jemals ein menschlicher Kopf hat entstehen sollen, so mußte er so aussehen. — Fragen Sie einmal den menschlichen Kopf, ob er so aussieht? Ja, er sieht so aus! Da haben Sie die Bestätigung, den Beleg dafür, der uns von der Erscheinungswelt selber entgegengebracht wird.

[ 11 ] So können wir also sagen: Wenn das wahr ist, was die Geisteswissenschaft sagt, so kann eigentlich dieser menschliche Kopf gar nicht anders aussehen, als er wirklich aussieht. Wo ist denn eigentlich der Beweis für das, was die Geisteswissenschaft behauptet? Die Geisteswissenschaft zeigt: Wenn überhaupt jemals ein menschlicher Kopf hat entstehen sollen, so mußte er so aussehen. — Fragen Sie einmal den menschlichen Kopf, ob er so aussieht? Ja, er sieht so aus! Da haben Sie die Bestätigung, den Beleg dafür, der uns von der Erscheinungswelt selber entgegengebracht wird.

[ 12 ] Oder betrachten Sie jetzt einmal eine andere Tatsache. Die Arbeit des Empfindungsleibes geht nach innen, und die Arbeit der Empfindungsseele geht von innen nach außen, staut sich aber vorher noch. Sie kommt nicht bis nach außen, sie bleibt sozusagen gestaut in dem physischen Gehirnleib drinnen. Sie kann nicht heraus; sie kommt nur an den Stellen heraus, wo ihr etwas entgegenkommt durch die Löcher, welche von vorne hineingebohrt sind. Da kommt die Tätigkeit der Empfindungsseele heraus; da schreitet sie heraus. So daß wir also haben einen Teil unseres Innenlebens, der sich eben als Empfindungsseele nach außen ergießt. Das kann noch die Empfindungsseele.

[ 12 ] Oder betrachten Sie jetzt einmal eine andere Tatsache. Die Arbeit des Empfindungsleibes geht nach innen, und die Arbeit der Empfindungsseele geht von innen nach außen, staut sich aber vorher noch. Sie kommt nicht bis nach außen, sie bleibt sozusagen gestaut in dem physischen Gehirnleib drinnen. Sie kann nicht heraus; sie kommt nur an den Stellen heraus, wo ihr etwas entgegenkommt durch die Löcher, welche von vorne hineingebohrt sind. Da kommt die Tätigkeit der Empfindungsseele heraus; da schreitet sie heraus. So daß wir also haben einen Teil unseres Innenlebens, der sich eben als Empfindungsseele nach außen ergießt. Das kann noch die Empfindungsseele.

[ 13 ] Die Verstandesseele ist hiezu nicht fähig. Sie ruht auch im Innern; sie muß sich ebenso verhalten in ihren Wirkungen. Sie staut sich vollständig im Innern. Sie kann gar nicht nach außen, denn ihr begegnen keine Strömungen von außen. Daher verläuft das menschliche Denken im Innern; es kann nicht heraus. Der Mensch muß schon in seinem Innern nachdenken. Die Dinge denken nicht für ihn nach und sie zeigen ihm auch nicht die Gedanken von außen her, sondern er muß die Gedanken den Dingen entgegenbringen. Das ist das große Geheimnis, möchte man sagen, von dem Verhältnis der menschlichen Gedanken zu der Außenwelt. Durch die Sinnesorgane kommen dem Menschen keine Gedanken zu; so daß also, wenn die Sinnesorgane selber eine Unregelmäßigkeit haben, leicht Sinnestäuschungen vorkommen. Während aber im normalen Leben die Sinne nicht irren können, kann der Verstand, der sich mit den Dingen nicht in eine Beziehung setzen kann, irren. Er ist das erste Glied des Menschen, das irren kann, weil sich seine Tätigkeit innerhalb des Gehirnes staut, weil seine Tätigkeit nicht nach außen kommt. Was folgt daraus? Daraus folgt, daß es ganz unmöglich ist, daß der Mensch Gedanken über die Außenwelt hat und sich etwas Richtiges über die Außenwelt denkt, wenn er nicht in seinem Innern eine Anlage dazu hat, richtige Gedanken aufsteigen zu lassen. Niemals - das können Sie daraus sehen könnte die Außenwelt dem Menschen richtige Gedanken geben, wenn die richtigen Gedanken nicht in seinem Innern aufsteigen würden. Richtige Sinnesempfindungen kann sie ihm geben. Die Sinnesempfindungen aber können nicht denken. Der Gedanke aber ist dem Irrtum unterworfen, und der Mensch muß die Kraft in sich haben für die Richtigkeit des Gedankens.

[ 13 ] Die Verstandesseele ist hiezu nicht fähig. Sie ruht auch im Innern; sie muß sich ebenso verhalten in ihren Wirkungen. Sie staut sich vollständig im Innern. Sie kann gar nicht nach außen, denn ihr begegnen keine Strömungen von außen. Daher verläuft das menschliche Denken im Innern; es kann nicht heraus. Der Mensch muß schon in seinem Innern nachdenken. Die Dinge denken nicht für ihn nach und sie zeigen ihm auch nicht die Gedanken von außen her, sondern er muß die Gedanken den Dingen entgegenbringen. Das ist das große Geheimnis, möchte man sagen, von dem Verhältnis der menschlichen Gedanken zu der Außenwelt. Durch die Sinnesorgane kommen dem Menschen keine Gedanken zu; so daß also, wenn die Sinnesorgane selber eine Unregelmäßigkeit haben, leicht Sinnestäuschungen vorkommen. Während aber im normalen Leben die Sinne nicht irren können, kann der Verstand, der sich mit den Dingen nicht in eine Beziehung setzen kann, irren. Er ist das erste Glied des Menschen, das irren kann, weil sich seine Tätigkeit innerhalb des Gehirnes staut, weil seine Tätigkeit nicht nach außen kommt. Was folgt daraus? Daraus folgt, daß es ganz unmöglich ist, daß der Mensch Gedanken über die Außenwelt hat und sich etwas Richtiges über die Außenwelt denkt, wenn er nicht in seinem Innern eine Anlage dazu hat, richtige Gedanken aufsteigen zu lassen. Niemals - das können Sie daraus sehen könnte die Außenwelt dem Menschen richtige Gedanken geben, wenn die richtigen Gedanken nicht in seinem Innern aufsteigen würden. Richtige Sinnesempfindungen kann sie ihm geben. Die Sinnesempfindungen aber können nicht denken. Der Gedanke aber ist dem Irrtum unterworfen, und der Mensch muß die Kraft in sich haben für die Richtigkeit des Gedankens.

[ 14 ] Für denjenigen, der nachdenken will, zeigt schon diese Tatsache: Wenn im Menschen richtige Gedanken aufsteigen sollen über die Dinge der Außenwelt und doch nicht im jetzigen Leben in Berührung kommen können mit diesen Dingen, daß das hinweist auf ein vorzeitliches Dasein des Menschen. Denken Sie einmal: Der Mensch soll sich über die Weisheit der Welt richtige Gedanken machen, aber er kann mit seinen Gedanken gar nicht heraus. Was in der Welt draußen die Dinge als Weisheit durchströmt, das muß auch in ihm selber aufsteisen. Und es ist eine Grenze zwischen beiden; die zwei können gar nicht zusammenkommen. Sie müssen also einmal beieinander gewesen sein! Das war in jener Vorzeit, in welcher das menschliche Ich diese Strömungen von oben nach unten noch nicht aufgehalten hat, sondern sie frei durchgelassen hat. Sie müssen also daraus notwendig folgern, daß der Mensch einmal anders organisiert gewesen sein muß, daß dasjenige, was heutiges Denken im Gehirn ist, einmal, wie die Sinneswahrnehmung des Auges, mit der Außenwelt verbunden war, so daß der Mensch seine Gedanken anschaute.

[ 14 ] Für denjenigen, der nachdenken will, zeigt schon diese Tatsache: Wenn im Menschen richtige Gedanken aufsteigen sollen über die Dinge der Außenwelt und doch nicht im jetzigen Leben in Berührung kommen können mit diesen Dingen, daß das hinweist auf ein vorzeitliches Dasein des Menschen. Denken Sie einmal: Der Mensch soll sich über die Weisheit der Welt richtige Gedanken machen, aber er kann mit seinen Gedanken gar nicht heraus. Was in der Welt draußen die Dinge als Weisheit durchströmt, das muß auch in ihm selber aufsteisen. Und es ist eine Grenze zwischen beiden; die zwei können gar nicht zusammenkommen. Sie müssen also einmal beieinander gewesen sein! Das war in jener Vorzeit, in welcher das menschliche Ich diese Strömungen von oben nach unten noch nicht aufgehalten hat, sondern sie frei durchgelassen hat. Sie müssen also daraus notwendig folgern, daß der Mensch einmal anders organisiert gewesen sein muß, daß dasjenige, was heutiges Denken im Gehirn ist, einmal, wie die Sinneswahrnehmung des Auges, mit der Außenwelt verbunden war, so daß der Mensch seine Gedanken anschaute.

[ 15 ] Was heißt denn das: Man schaute das an, was man jetzt bloß denken kann? Das heißt, man hatte eine Hellsichtigkeit. Aber weil das Ich es gerade ist, was den Menschen von der alten Hellsichtigkeit getrennt hat, so war das Ich damals noch nicht da. Man muß es also eine Hellsichtigkeit nennen, die noch nicht Ich-durchleuchtet ist, die noch dämmerhaft ist. Und wir können uns so geradezu das Wort zusammensetzen, das wir gebraucht haben für das alte Hellsehen: ein dämmerhaftes Hellsehen muß der Mensch gehabt haben. Er muß früher Zustände durchgemacht haben, wo er ein dämmerhaftes Hellsehen gehabt hat. |

[ 15 ] Was heißt denn das: Man schaute das an, was man jetzt bloß denken kann? Das heißt, man hatte eine Hellsichtigkeit. Aber weil das Ich es gerade ist, was den Menschen von der alten Hellsichtigkeit getrennt hat, so war das Ich damals noch nicht da. Man muß es also eine Hellsichtigkeit nennen, die noch nicht Ich-durchleuchtet ist, die noch dämmerhaft ist. Und wir können uns so geradezu das Wort zusammensetzen, das wir gebraucht haben für das alte Hellsehen: ein dämmerhaftes Hellsehen muß der Mensch gehabt haben. Er muß früher Zustände durchgemacht haben, wo er ein dämmerhaftes Hellsehen gehabt hat. |

[ 16 ] Wiederum ist es die jetzige Organisation, die uns zeigt, daß in abgelaufenen Zeiten der Mensch mit einer andern Organisation gelebt hat. Wenn das so ist, was gesagt worden ist, dann folgt daraus aber etwas sehr Wichtiges für das praktische Leben. Es folgt daraus, daß für alle Verhältnisse der Sinneswelt die Sinneswahrnehmung - abgesehen von Sinnestäuschungen — etwas ist, was die Wahrheit aussprechen kann. Denn in bezug auf die Sinneswahrnehmung steht der Mensch in einem unmittelbaren Verhältnis zur Außenwelt, in unmittelbarer Berührung mit der Außenwelt. Es geht daraus auch hervor, daß der Mensch über das, was in seinem Innern ist, nur durch die Kraft seines Verstandes etwas wissen kann. Zum Beispiel, wenn das Ich nach innen strömt, so ist es ja darinnen. Wenn der Mensch also sein Denken anwendet auf das Ich, so ist es ganz natürlich, daß dieses Denken über das Ich - weil das Ich im Innern ist — imstande ist, etwas über dieses Ich zu entscheiden. Das haben Sie gesehen aus den Vorträgen des Herrn Dr. Unger. Und jetzt werden Sie auch den Vorgang lokalisieren können. Es ist die Begegnung der Verstandesseele mit dem Ich, welche das reine Denken, das nach innen gerichtete Denken erzeugt. Und Sie werden begreifen, daß dieses Denken, welches sich selbst ergreift, nicht dem Irrtume ausgesetzt sein kann wie jenes Denken, das draußen in der Welt herumschweifen und sich aus den Dingen die Urteile holen will. Denn dieses Denken kommt nur so weit mit dem Nachsinnen über die Außenwelt, als es zuerst die Begriffe, die Wahrheit über die äußeren Dinge in sich selber finden kann. Der Mensch muß den Dingen ihre Begriffe als Spiegelbilder entgegenhalten. Die Dinge selbst können nur die sinnliche Seite geben. Der Mensch muß in sich aus einer richtigen Wahrheitsanlage aufsteigen lassen die Begriffe der Dinge, die Gedanken der Dinge. Über was haben wir denn also nur ein Urteil in der Außenwelt? In Wahrheit hat der Mensch nur über dasjenige in der Außenwelt ein Urteil, was sich zunächst seinen Sinnen darbietet. Was sich den Sinnen entzieht, darüber können die Sinne selber nichts entscheiden. Was ist denn eigentlich also am Menschen, was einzig und allein nur in seiner Wahrheit erscheint? Einzig und allein ist am Menschen - und auch an den andern Wesen der Natur lediglich das für den physischen Plan in seiner Wahrheit erscheinend, was wirklich die Sinne sehen können. Sobald sich etwas den Sinnen entzieht in seiner unmittelbaren Gegenwart, dann kann vom physischen Plan aus kein Urteil über die Sache gefällt werden. Denn in dem Augenblick wird der Verstand, wenn er nicht gelenkt und geleitet wird von der inneren Richtigkeit oder Wahrheitsanlage, notwendigerweise in alle möglichen Irrtümer hineinkommen müssen.

[ 16 ] Wiederum ist es die jetzige Organisation, die uns zeigt, daß in abgelaufenen Zeiten der Mensch mit einer andern Organisation gelebt hat. Wenn das so ist, was gesagt worden ist, dann folgt daraus aber etwas sehr Wichtiges für das praktische Leben. Es folgt daraus, daß für alle Verhältnisse der Sinneswelt die Sinneswahrnehmung - abgesehen von Sinnestäuschungen — etwas ist, was die Wahrheit aussprechen kann. Denn in bezug auf die Sinneswahrnehmung steht der Mensch in einem unmittelbaren Verhältnis zur Außenwelt, in unmittelbarer Berührung mit der Außenwelt. Es geht daraus auch hervor, daß der Mensch über das, was in seinem Innern ist, nur durch die Kraft seines Verstandes etwas wissen kann. Zum Beispiel, wenn das Ich nach innen strömt, so ist es ja darinnen. Wenn der Mensch also sein Denken anwendet auf das Ich, so ist es ganz natürlich, daß dieses Denken über das Ich - weil das Ich im Innern ist — imstande ist, etwas über dieses Ich zu entscheiden. Das haben Sie gesehen aus den Vorträgen des Herrn Dr. Unger. Und jetzt werden Sie auch den Vorgang lokalisieren können. Es ist die Begegnung der Verstandesseele mit dem Ich, welche das reine Denken, das nach innen gerichtete Denken erzeugt. Und Sie werden begreifen, daß dieses Denken, welches sich selbst ergreift, nicht dem Irrtume ausgesetzt sein kann wie jenes Denken, das draußen in der Welt herumschweifen und sich aus den Dingen die Urteile holen will. Denn dieses Denken kommt nur so weit mit dem Nachsinnen über die Außenwelt, als es zuerst die Begriffe, die Wahrheit über die äußeren Dinge in sich selber finden kann. Der Mensch muß den Dingen ihre Begriffe als Spiegelbilder entgegenhalten. Die Dinge selbst können nur die sinnliche Seite geben. Der Mensch muß in sich aus einer richtigen Wahrheitsanlage aufsteigen lassen die Begriffe der Dinge, die Gedanken der Dinge. Über was haben wir denn also nur ein Urteil in der Außenwelt? In Wahrheit hat der Mensch nur über dasjenige in der Außenwelt ein Urteil, was sich zunächst seinen Sinnen darbietet. Was sich den Sinnen entzieht, darüber können die Sinne selber nichts entscheiden. Was ist denn eigentlich also am Menschen, was einzig und allein nur in seiner Wahrheit erscheint? Einzig und allein ist am Menschen - und auch an den andern Wesen der Natur lediglich das für den physischen Plan in seiner Wahrheit erscheinend, was wirklich die Sinne sehen können. Sobald sich etwas den Sinnen entzieht in seiner unmittelbaren Gegenwart, dann kann vom physischen Plan aus kein Urteil über die Sache gefällt werden. Denn in dem Augenblick wird der Verstand, wenn er nicht gelenkt und geleitet wird von der inneren Richtigkeit oder Wahrheitsanlage, notwendigerweise in alle möglichen Irrtümer hineinkommen müssen.

[ 17 ] Ich will Ihnen diese Sache lieber an einem Beispiel ausführen. Ich will Ihnen zwei Lehren vorführen. Die eine kennen Sie aus der geisteswissenschaftlichen Forschung: die Lehre, welche Formen der Mensch durchgemacht hat in den früheren Daseinszuständen durch die atlantische, lemurische Zeit und so weiter hindurch bis hinauf zum alten Monden-, Sonnen- und Saturndasein. Da wird Ihnen gezeigt aus der geisteswissenschaftlichen Forschung heraus, was der Mensch für Zustände durchgemacht hat. Und wir haben heute ein Beispiel gesehen, wie wunderbar das, was die Sinne sehen, uns begreiflich erscheint, wenn wir diese Abstammungslehre des Menschen wirklich uns zu eigen machen und sie verarbeiten an der äußeren Welt. Und Sie können sich immer mehr und mehr davon überzeugen, wie frappierend es ist, daß alles Äußere eine Bestätigung liefert für das, was die geisteswissenschaftliche Forschung aus den Tatsachen der geistigen Welt heraus feststellt.

[ 17 ] Ich will Ihnen diese Sache lieber an einem Beispiel ausführen. Ich will Ihnen zwei Lehren vorführen. Die eine kennen Sie aus der geisteswissenschaftlichen Forschung: die Lehre, welche Formen der Mensch durchgemacht hat in den früheren Daseinszuständen durch die atlantische, lemurische Zeit und so weiter hindurch bis hinauf zum alten Monden-, Sonnen- und Saturndasein. Da wird Ihnen gezeigt aus der geisteswissenschaftlichen Forschung heraus, was der Mensch für Zustände durchgemacht hat. Und wir haben heute ein Beispiel gesehen, wie wunderbar das, was die Sinne sehen, uns begreiflich erscheint, wenn wir diese Abstammungslehre des Menschen wirklich uns zu eigen machen und sie verarbeiten an der äußeren Welt. Und Sie können sich immer mehr und mehr davon überzeugen, wie frappierend es ist, daß alles Äußere eine Bestätigung liefert für das, was die geisteswissenschaftliche Forschung aus den Tatsachen der geistigen Welt heraus feststellt.

[ 18 ] Nehmen wir jetzt als Gegenstück einmal die Sinnesforschung, die sinnliche Abstammungslehre, die ja erst in der neueren Zeit ihren Ausbau gefunden hat. Da zeigt sich uns vor allen Dingen, daß ein wichtiges Gesetz aufgestellt worden ist, das ich schon öfter erwähnt habe: das biogenetische Grundgesetz, welches die äußeren Tatsachen in der Weise feststellt, daß der Mensch in seinem Keimeszustand kurz durchmacht alle diejenigen Formen, die erinnern an gewisse Tiergestalten; in gewissen Stadien erinnert er an ein Fischchen und so weiter. Er wiederholt, so könnte man sagen, die verschiedenen Formen des Tierreiches. Nun wissen Sie ja alle, daß insbesondere in demjenigen Stadium, wo diese Abstammungslehre wild geworden war, geschlossen worden ist aus dieser Tatsachenwelt, daß der Mensch nun wirklich in der Vorwelt diese Formen durchgemacht habe, welche sich da wiederholentlich zeigen in seinem Keimeszustand. Man möchte gegenüber dieser Tatsache sagen: Es war wahrhaftig für die Menschheit ein Glück, daß diese Beobachtung durch die Sorgfalt der Götter so lange verborgen geblieben ist bis in die Zeit hinein, wo sie gleichzeitig fast — die Dinge schieben sich ja fast immer übereinander -, nachdem sie in ihren wilderen Formen aufgestellt worden war, ihre Korrektur erfahren konnte durch die Geisteswissenschaft. -— Das, was der Mensch durchmacht bis zu dem Zeitpunkt, wo er auf dem physischen Plan für die Sinneswahrnehmung erscheint, das wurde eingehüllt von den Göttern und konnte nicht beobachtet werden. Denn wäre es noch früher beobachtet worden, so hätte sich der Mensch vielleicht noch verkehrtere Begriffe darüber gemacht. Die Tatsachen sind selbstverständlich richtig, denn sie werden durch die Sinne beobachtet. Soll aber nun darüber geurteilt werden, dann kommt das in Betracht, was die Kraft der Verstandesseele ist. Die kann nicht heran an das, was nicht sinnlich gesehen werden kann. Sie ist daher, wenn sie nicht die Wahrheitsanlage im Innern hat, notwendigerweise dem Irrtum unterworfen. Und hier haben wir ein eklatantes Beispiel dafür, wie die Urteilskraft, die aus der Verstandesseele kommt, in den Irrtum hineinsegeln kann.

[ 18 ] Nehmen wir jetzt als Gegenstück einmal die Sinnesforschung, die sinnliche Abstammungslehre, die ja erst in der neueren Zeit ihren Ausbau gefunden hat. Da zeigt sich uns vor allen Dingen, daß ein wichtiges Gesetz aufgestellt worden ist, das ich schon öfter erwähnt habe: das biogenetische Grundgesetz, welches die äußeren Tatsachen in der Weise feststellt, daß der Mensch in seinem Keimeszustand kurz durchmacht alle diejenigen Formen, die erinnern an gewisse Tiergestalten; in gewissen Stadien erinnert er an ein Fischchen und so weiter. Er wiederholt, so könnte man sagen, die verschiedenen Formen des Tierreiches. Nun wissen Sie ja alle, daß insbesondere in demjenigen Stadium, wo diese Abstammungslehre wild geworden war, geschlossen worden ist aus dieser Tatsachenwelt, daß der Mensch nun wirklich in der Vorwelt diese Formen durchgemacht habe, welche sich da wiederholentlich zeigen in seinem Keimeszustand. Man möchte gegenüber dieser Tatsache sagen: Es war wahrhaftig für die Menschheit ein Glück, daß diese Beobachtung durch die Sorgfalt der Götter so lange verborgen geblieben ist bis in die Zeit hinein, wo sie gleichzeitig fast — die Dinge schieben sich ja fast immer übereinander -, nachdem sie in ihren wilderen Formen aufgestellt worden war, ihre Korrektur erfahren konnte durch die Geisteswissenschaft. -— Das, was der Mensch durchmacht bis zu dem Zeitpunkt, wo er auf dem physischen Plan für die Sinneswahrnehmung erscheint, das wurde eingehüllt von den Göttern und konnte nicht beobachtet werden. Denn wäre es noch früher beobachtet worden, so hätte sich der Mensch vielleicht noch verkehrtere Begriffe darüber gemacht. Die Tatsachen sind selbstverständlich richtig, denn sie werden durch die Sinne beobachtet. Soll aber nun darüber geurteilt werden, dann kommt das in Betracht, was die Kraft der Verstandesseele ist. Die kann nicht heran an das, was nicht sinnlich gesehen werden kann. Sie ist daher, wenn sie nicht die Wahrheitsanlage im Innern hat, notwendigerweise dem Irrtum unterworfen. Und hier haben wir ein eklatantes Beispiel dafür, wie die Urteilskraft, die aus der Verstandesseele kommt, in den Irrtum hineinsegeln kann.

[ 19 ] Was zeigt denn die Tatsache, daß der Mensch auf einer gewissen Stufe seines Keimeslebens einem Fischchen ähnlich sieht? Diese Tatsache zeigt, daß der Mensch dasjenige, was Fischform ist, nicht brauchen kann, daß er es ausstoßen mußte, bevor er sein Menschendasein antrat. Und die nächste Keimesgestalt ist wiederum eine solche, die der Mensch ausstoßen mußte, weil sie nicht zu ihm gehört, so wie der Mensch alle Tierformen ausstoßen mußte, weil sie nicht zu ihm gehören. Der Mensch hätte nicht Mensch werden können, wenn er jemals in einer solchen Gestalt auf der Erde erschienen wäre, wie diese Tierformen sind. Er mußte sie eben gerade von sich absondern, damit er hat Mensch werden können. Wenn Sie in richtiger Weise diese Gedanken verfolgen, so werden Sie auch zu einem richtigen Urteil kommen. Was zeigen die Tatsachen, daß der Mensch im Keimesstadium zum Beispiel wie ein Fischchen aussieht? Diese Tatsachen zeigen, daß er niemals einem Fischchen ähnlich gesehen hat im Verlaufe seiner Abstammungslinie, daß er gerade in der Linie seiner Entwickelung ausgestoßen hat die Fischform, sie nicht brauchen konnte, weil er ihr nicht ähnlich sehen durfte. Nehmen Sie nun alle die andern aufeinanderfolgenden Gestalten, welche die moderne Wissenschaft in den Gestalten des Keimeslebens Ihnen zeigt. Was zeigen diese Formen? Sie zeigen alles dasjenige, was der Mensch in der Vorzeit nicht gewesen ist, was er gerade aus sich hat ausstoßen müssen. Sie zeigen alle diejenigen Bilder, denen er niemals ähnlich gesehen hat. So kann man in Wahrheit erfahren durch die Embryologie, wie der Mensch niemals in der Vorzeit ausgesehen hat. Alle die Dinge, die der Mensch nicht durchgemacht hat, sondern die er ausgestoßen hat, kann man dadurch kennenlernen. Wenn man aber daraus den Schluß zieht, daß der Mensch von alledem abstamme, daß er das durchgemacht habe, um auf seine heutige Entwickelungsstufe zu kommen, so steht man dann auf demselben Standpunkt wie jemand, der etwa sagte: Hier steht der Sohn, hier der Vater. Wenn ich beide vergleiche, so werde ich nimmermehr glauben, daß der Sohn vom Vater abstammt. Ich werde glauben, daß der Sohn von sich selber abstammt, oder der Vater vom Sohn. Gerade die umgekehrte Reihenfolge der Evolution wurde durch das Hineinsegeln in den Irrtum angenommen, dadurch, daß der Verstand sich wirklich recht ungeeignet erwiesen hat, um diese Tatsachen der Wirklichkeit wahrhaftig zu durchdenken. Gewiß sind diese Bilder der Vorzeit für uns außerordentlich wichtig, weil wir eben daran erkennen, wie wir niemals ausgesehen haben.

[ 19 ] Was zeigt denn die Tatsache, daß der Mensch auf einer gewissen Stufe seines Keimeslebens einem Fischchen ähnlich sieht? Diese Tatsache zeigt, daß der Mensch dasjenige, was Fischform ist, nicht brauchen kann, daß er es ausstoßen mußte, bevor er sein Menschendasein antrat. Und die nächste Keimesgestalt ist wiederum eine solche, die der Mensch ausstoßen mußte, weil sie nicht zu ihm gehört, so wie der Mensch alle Tierformen ausstoßen mußte, weil sie nicht zu ihm gehören. Der Mensch hätte nicht Mensch werden können, wenn er jemals in einer solchen Gestalt auf der Erde erschienen wäre, wie diese Tierformen sind. Er mußte sie eben gerade von sich absondern, damit er hat Mensch werden können. Wenn Sie in richtiger Weise diese Gedanken verfolgen, so werden Sie auch zu einem richtigen Urteil kommen. Was zeigen die Tatsachen, daß der Mensch im Keimesstadium zum Beispiel wie ein Fischchen aussieht? Diese Tatsachen zeigen, daß er niemals einem Fischchen ähnlich gesehen hat im Verlaufe seiner Abstammungslinie, daß er gerade in der Linie seiner Entwickelung ausgestoßen hat die Fischform, sie nicht brauchen konnte, weil er ihr nicht ähnlich sehen durfte. Nehmen Sie nun alle die andern aufeinanderfolgenden Gestalten, welche die moderne Wissenschaft in den Gestalten des Keimeslebens Ihnen zeigt. Was zeigen diese Formen? Sie zeigen alles dasjenige, was der Mensch in der Vorzeit nicht gewesen ist, was er gerade aus sich hat ausstoßen müssen. Sie zeigen alle diejenigen Bilder, denen er niemals ähnlich gesehen hat. So kann man in Wahrheit erfahren durch die Embryologie, wie der Mensch niemals in der Vorzeit ausgesehen hat. Alle die Dinge, die der Mensch nicht durchgemacht hat, sondern die er ausgestoßen hat, kann man dadurch kennenlernen. Wenn man aber daraus den Schluß zieht, daß der Mensch von alledem abstamme, daß er das durchgemacht habe, um auf seine heutige Entwickelungsstufe zu kommen, so steht man dann auf demselben Standpunkt wie jemand, der etwa sagte: Hier steht der Sohn, hier der Vater. Wenn ich beide vergleiche, so werde ich nimmermehr glauben, daß der Sohn vom Vater abstammt. Ich werde glauben, daß der Sohn von sich selber abstammt, oder der Vater vom Sohn. Gerade die umgekehrte Reihenfolge der Evolution wurde durch das Hineinsegeln in den Irrtum angenommen, dadurch, daß der Verstand sich wirklich recht ungeeignet erwiesen hat, um diese Tatsachen der Wirklichkeit wahrhaftig zu durchdenken. Gewiß sind diese Bilder der Vorzeit für uns außerordentlich wichtig, weil wir eben daran erkennen, wie wir niemals ausgesehen haben.

[ 20 ] Das kann man aber an etwas anderem viel besser erkennen. Man kann es erkennen an denjenigen Reichen, die uns durch die äußere Sinnenwelt selber geboten werden, die sich uns nicht entziehen. Nämlich alle diese Formen sind uns ja auch in der Außenwelt gegeben. Die kann man beobachten mit dem, was man die gewöhnliche, richtig verwertete menschliche Anschauung nennen kann. Solange die Menschen nur diese Beobachtung gehabt haben, solange sie ihren Verstand angewendet haben nicht auf das, was der Sinnesanschauung sich verschließt, sondern auf das, was vor der Sinnesanschauung ausgebreitet liegt, so lange sind sie zu jenem falschen Urteil nicht gekommen. Freilich haben dazumal die Menschen nicht aus dem Verstande geurteilt über ihre Abstammung, sondern sie haben aus ihrem natürlichen, geraden Wahrheitssinn geurteilt. Sie haben den Affen angeschaut und haben jenes eigentümliche Gefühl empfunden, das jeder gesunde Sinn empfindet, wenn er den Affen anschaut, und das man mit nichts anderem vergleichen kann als mit einem gewissen Schamgefühl. Und dieses Schamgefühl war wahrer als das, was nachher der irrende Verstand gesagt hat. In diesem Schamgefühl lag das Gefühlsurteil darinnen, daß eigentlich der Affe ein von der Menschenströmung abgefallenes Wesen ist, ein zurückgebliebenes Wesen ist, daß er herstammt aus der Menschenlinie und hat ausgesondert werden müssen. Also es lag das Gefühl darinnen, daß der Mensch nur hat auf seine heutige Höhe kommen können dadurch, daß er dasjenige, was die heutige Affengestalt geworden ist, erst aus sich aussondern mußte. Hätte er es behalten, so hätte er nie Mensch werden können. Das liegt in dem natürlichen, gesunden Gefühl. Dann wurden die Sachen durch den Verstand erforscht, und da zeigte sich durch den Verstand der Irrtum, daß der Mensch sagte, die Menschengestalt stamme her von der Affenströmung! Das ist ein Irrtum. Je weiter Sie nachdenken, desto mehr werden Sie finden, wie tief berechtigt gerade dasjenige ist, was eben jetzt gesagt worden ist. Daß der Mensch vom Affen herstamme, ist ein Irrtum, was sich Ihnen schon ergeben kann aus etwas ganz Gewöhnlichem.

[ 20 ] Das kann man aber an etwas anderem viel besser erkennen. Man kann es erkennen an denjenigen Reichen, die uns durch die äußere Sinnenwelt selber geboten werden, die sich uns nicht entziehen. Nämlich alle diese Formen sind uns ja auch in der Außenwelt gegeben. Die kann man beobachten mit dem, was man die gewöhnliche, richtig verwertete menschliche Anschauung nennen kann. Solange die Menschen nur diese Beobachtung gehabt haben, solange sie ihren Verstand angewendet haben nicht auf das, was der Sinnesanschauung sich verschließt, sondern auf das, was vor der Sinnesanschauung ausgebreitet liegt, so lange sind sie zu jenem falschen Urteil nicht gekommen. Freilich haben dazumal die Menschen nicht aus dem Verstande geurteilt über ihre Abstammung, sondern sie haben aus ihrem natürlichen, geraden Wahrheitssinn geurteilt. Sie haben den Affen angeschaut und haben jenes eigentümliche Gefühl empfunden, das jeder gesunde Sinn empfindet, wenn er den Affen anschaut, und das man mit nichts anderem vergleichen kann als mit einem gewissen Schamgefühl. Und dieses Schamgefühl war wahrer als das, was nachher der irrende Verstand gesagt hat. In diesem Schamgefühl lag das Gefühlsurteil darinnen, daß eigentlich der Affe ein von der Menschenströmung abgefallenes Wesen ist, ein zurückgebliebenes Wesen ist, daß er herstammt aus der Menschenlinie und hat ausgesondert werden müssen. Also es lag das Gefühl darinnen, daß der Mensch nur hat auf seine heutige Höhe kommen können dadurch, daß er dasjenige, was die heutige Affengestalt geworden ist, erst aus sich aussondern mußte. Hätte er es behalten, so hätte er nie Mensch werden können. Das liegt in dem natürlichen, gesunden Gefühl. Dann wurden die Sachen durch den Verstand erforscht, und da zeigte sich durch den Verstand der Irrtum, daß der Mensch sagte, die Menschengestalt stamme her von der Affenströmung! Das ist ein Irrtum. Je weiter Sie nachdenken, desto mehr werden Sie finden, wie tief berechtigt gerade dasjenige ist, was eben jetzt gesagt worden ist. Daß der Mensch vom Affen herstamme, ist ein Irrtum, was sich Ihnen schon ergeben kann aus etwas ganz Gewöhnlichem.

[ 21 ] Nehmen Sie an, Sie betrachten diejenigen Glieder der Menschennatur, die Ihnen für die eigene Wahrnehmung offen vorliegen als das, was Sie selber an sich beobachten, oder Sie beobachten dasjenige an der Menschennatur, was Sie an den andern Menschen beobachten können, wiederum als das, was der Sinnesbeobachtung gegeben wird. Weil ja nun im Menschen zwei Strömungen ineinanderfließen, die Strömung des Empfindungsleibes von vorne nach rückwärts und die Strömung der Empfindungsseele von rückwärts nach vorne, so müssen wir unterscheiden bei dem, was uns da sozusagen an dem Menschen erscheint, wenn wir ihm gegenüberstehen, zwischen dem, was von vorne nach rückwärts wirkt als die Strömung des Empfindungsleibes, und zwischen dem, was von rückwärts nach vorne wirkt als die Strömung der Empfindungsseele. Schauen wir von diesem Gesichtspunkt einem Menschen ins Antlitz. Soweit wir den Menschen sinnlich sehen, ist das Bild natürlich richtig. Darüber können wir nicht irren; das gibt die Sinnesbeobachtung. Aber nunmehr kommt, und hier noch auf einer unterbewußten Stufe, der menschliche Verstand hinzu. Und der irrt sich hier an einem geradezu klassischen Beispiel sofort. Denn als was betrachtet er das menschliche Antlitz in bezug auf seine Bildungskräfte? Er betrachtet es als etwas, was irgendwie von außen aufgebaut ist. In Wahrheit ist das, was wir am menschlichen Antlitz sehen, von innen nach außen durch die Empfindungsseele aufgebaut. Und wir geben ein falsches Urteil ab, wenn wir einem Menschen ins Antlitz schauen und sagen, daß das überhaupt äußerer Leib wäre. Wir müssen sagen: Was hier die Sinne sehen, das ist das äußere Bild der Empfindungsseele, überhaupt der Seele, die nach außen wirkt. Deutest du dir das menschliche Gesicht als Seele, und lenkst du eben davon deine Aufmerksamkeit ab, daß es Leib sein könnte, dann hast du das richtige Urteil. - Hier haben Sie das ungeheure Blendwerk: Sie schauen ein menschliches Gesicht an, das Bild einer Seele, und Sie halten es für einen Leib, indem Sie in das Bild der Seele schauen - nur das Bild der Seele, selbstverständlich. - Das ist eben die grundfalsche Anschauung; es zeigt, wie der Mensch sogleich, wenn seine Urteilskraft in Betracht kommt, die Dinge falsch deutet. Die äußeren Bilder kann der Mensch erst dann richtig auffassen, wenn er sie in richtiger Weise versteht, wenn er davon spricht, daß das menschliche Antlitz das Bild der Seele ist, und daß alles zu einer falschen Erklärung führt, was man über dieses menschliche Antlitz erfahren kann aus den bloßen Kräften, die in Betracht kommen als Kräfte der physischen oder der ätherischen Natur. Denn dieses menschliche Antlitz muß gedeutet werden aus den Kräften der Seele selber, das Sichtbare aus dem Unsichtbaren in diesem Falle. Das gerade werden Sie merken können an der Geisteswissenschaft, je tiefer Sie eindringen, daß sie eine hohe Schule des Denkens ist, daß das chaotische Denken, das heute alle Kreise beherrscht - und am meisten die wissenschaftlichen Kreise -, aufhören muß. Es mag Ihnen daher manchmal anstrengend sein, was Sie hier alles zu hören bekommen, namentlich in bezug auf die Gedanken, die Sie sich dabei bilden müssen. Aber dafür ist auch die Geisteswissenschaft zugleich die hohe Schule des logischen Denkens, weil sie dazu zwingt, die Dinge in der Welt sich in richtiger Weise zu deuten. Und richtig deuten müssen wir auch gewisse Erscheinungen, die aus dem Gebiet der Anthroposophie des einzelnen Menschen hinausführen in das Gebiet der Anthroposophie der gesamten Menschheit.

[ 21 ] Nehmen Sie an, Sie betrachten diejenigen Glieder der Menschennatur, die Ihnen für die eigene Wahrnehmung offen vorliegen als das, was Sie selber an sich beobachten, oder Sie beobachten dasjenige an der Menschennatur, was Sie an den andern Menschen beobachten können, wiederum als das, was der Sinnesbeobachtung gegeben wird. Weil ja nun im Menschen zwei Strömungen ineinanderfließen, die Strömung des Empfindungsleibes von vorne nach rückwärts und die Strömung der Empfindungsseele von rückwärts nach vorne, so müssen wir unterscheiden bei dem, was uns da sozusagen an dem Menschen erscheint, wenn wir ihm gegenüberstehen, zwischen dem, was von vorne nach rückwärts wirkt als die Strömung des Empfindungsleibes, und zwischen dem, was von rückwärts nach vorne wirkt als die Strömung der Empfindungsseele. Schauen wir von diesem Gesichtspunkt einem Menschen ins Antlitz. Soweit wir den Menschen sinnlich sehen, ist das Bild natürlich richtig. Darüber können wir nicht irren; das gibt die Sinnesbeobachtung. Aber nunmehr kommt, und hier noch auf einer unterbewußten Stufe, der menschliche Verstand hinzu. Und der irrt sich hier an einem geradezu klassischen Beispiel sofort. Denn als was betrachtet er das menschliche Antlitz in bezug auf seine Bildungskräfte? Er betrachtet es als etwas, was irgendwie von außen aufgebaut ist. In Wahrheit ist das, was wir am menschlichen Antlitz sehen, von innen nach außen durch die Empfindungsseele aufgebaut. Und wir geben ein falsches Urteil ab, wenn wir einem Menschen ins Antlitz schauen und sagen, daß das überhaupt äußerer Leib wäre. Wir müssen sagen: Was hier die Sinne sehen, das ist das äußere Bild der Empfindungsseele, überhaupt der Seele, die nach außen wirkt. Deutest du dir das menschliche Gesicht als Seele, und lenkst du eben davon deine Aufmerksamkeit ab, daß es Leib sein könnte, dann hast du das richtige Urteil. - Hier haben Sie das ungeheure Blendwerk: Sie schauen ein menschliches Gesicht an, das Bild einer Seele, und Sie halten es für einen Leib, indem Sie in das Bild der Seele schauen - nur das Bild der Seele, selbstverständlich. - Das ist eben die grundfalsche Anschauung; es zeigt, wie der Mensch sogleich, wenn seine Urteilskraft in Betracht kommt, die Dinge falsch deutet. Die äußeren Bilder kann der Mensch erst dann richtig auffassen, wenn er sie in richtiger Weise versteht, wenn er davon spricht, daß das menschliche Antlitz das Bild der Seele ist, und daß alles zu einer falschen Erklärung führt, was man über dieses menschliche Antlitz erfahren kann aus den bloßen Kräften, die in Betracht kommen als Kräfte der physischen oder der ätherischen Natur. Denn dieses menschliche Antlitz muß gedeutet werden aus den Kräften der Seele selber, das Sichtbare aus dem Unsichtbaren in diesem Falle. Das gerade werden Sie merken können an der Geisteswissenschaft, je tiefer Sie eindringen, daß sie eine hohe Schule des Denkens ist, daß das chaotische Denken, das heute alle Kreise beherrscht - und am meisten die wissenschaftlichen Kreise -, aufhören muß. Es mag Ihnen daher manchmal anstrengend sein, was Sie hier alles zu hören bekommen, namentlich in bezug auf die Gedanken, die Sie sich dabei bilden müssen. Aber dafür ist auch die Geisteswissenschaft zugleich die hohe Schule des logischen Denkens, weil sie dazu zwingt, die Dinge in der Welt sich in richtiger Weise zu deuten. Und richtig deuten müssen wir auch gewisse Erscheinungen, die aus dem Gebiet der Anthroposophie des einzelnen Menschen hinausführen in das Gebiet der Anthroposophie der gesamten Menschheit.

[ 22 ] Blicken wir noch einmal zurück auf das, was wir den Lautsinn genannt haben, und auf den Begriffs- oder Vorstellungssinn, und fragen wir uns einmal in bezug auf die menschliche Entwickelung auf der Erde: Hat sich der Mensch so entwickelt, daß zuerst der Lautsinn oder daß zuerst der Begriffs- oder Vorstellungssinn entstanden ist? — Damit haben wir eigentlich viel getan, wenn wir in die menschliche Entwickelung auf diesem niederen Gebiete so hineinschauen können, daß wir uns die Frage beantworten können: Hat der Mensch zuerst gelernt Worte zu verstehen, oder hat er zuerst gelernt die Vorstellungen, die an ihn herandringen, wahrzunehmen und zu begreifen? Diese Frage gehört eigentlich noch wenig in das Gebiet der Geisteswissenschaft, denn jeder kann sie sich beantworten, wenn er beobachtet, wie das Kind sprechen und Gedanken wahrnehmen lernt. Jeder wird wissen, daß das Kind zuerst sprechen lernt und dann erst Gedanken wahrnehmen. Die Sprache ist die Voraussetzung für das Gedankenwahrnehmen. Warum ist sie das? Aus dem einfachen Grunde, weil der Lautsinn die Voraussetzung ist für den Vorstellungssinn. Sprechen lernt das Kind, weil es hören kann, weil es hinhorchen kann auf das, was der Lautsinn wahrnehmen kann, und das Sprechen selbst ist dann die bloße Nachahmung. Daher werden Sie auch finden, daß das Kind immer Sprachlaute nachahmt, lange bevor es irgend etwas versteht, was schon eine Vorstellung ist. Betrachten und beobachten Sie genau, und Sie werden sehen, daß es so ist: Zuerst entwickelt sich der Lautsinn, und an dem Lautsinn erst entwickelt sich der Begriffssinn. Lautsinn ist also die Möglichkeit, nicht nur Töne wahrzunehmen, sondern dasjenige wahrzunehmen, was wir Laute nennen, Sprachlaute. Und es entsteht jetzt für uns die Frage: Wenn der Mensch also einmal im Verlaufe seiner Entwickelung fähig geworden ist, Laute wahrzunehmen und als Folge davon fähig geworden ist, die Sprache sich anzueignen, wie muß denn das geschehen sein? Wie muß das zugegangen sein, daß der Mensch zur Sprache gekommen ist im Verlaufe seiner Entwickelung?

[ 22 ] Blicken wir noch einmal zurück auf das, was wir den Lautsinn genannt haben, und auf den Begriffs- oder Vorstellungssinn, und fragen wir uns einmal in bezug auf die menschliche Entwickelung auf der Erde: Hat sich der Mensch so entwickelt, daß zuerst der Lautsinn oder daß zuerst der Begriffs- oder Vorstellungssinn entstanden ist? — Damit haben wir eigentlich viel getan, wenn wir in die menschliche Entwickelung auf diesem niederen Gebiete so hineinschauen können, daß wir uns die Frage beantworten können: Hat der Mensch zuerst gelernt Worte zu verstehen, oder hat er zuerst gelernt die Vorstellungen, die an ihn herandringen, wahrzunehmen und zu begreifen? Diese Frage gehört eigentlich noch wenig in das Gebiet der Geisteswissenschaft, denn jeder kann sie sich beantworten, wenn er beobachtet, wie das Kind sprechen und Gedanken wahrnehmen lernt. Jeder wird wissen, daß das Kind zuerst sprechen lernt und dann erst Gedanken wahrnehmen. Die Sprache ist die Voraussetzung für das Gedankenwahrnehmen. Warum ist sie das? Aus dem einfachen Grunde, weil der Lautsinn die Voraussetzung ist für den Vorstellungssinn. Sprechen lernt das Kind, weil es hören kann, weil es hinhorchen kann auf das, was der Lautsinn wahrnehmen kann, und das Sprechen selbst ist dann die bloße Nachahmung. Daher werden Sie auch finden, daß das Kind immer Sprachlaute nachahmt, lange bevor es irgend etwas versteht, was schon eine Vorstellung ist. Betrachten und beobachten Sie genau, und Sie werden sehen, daß es so ist: Zuerst entwickelt sich der Lautsinn, und an dem Lautsinn erst entwickelt sich der Begriffssinn. Lautsinn ist also die Möglichkeit, nicht nur Töne wahrzunehmen, sondern dasjenige wahrzunehmen, was wir Laute nennen, Sprachlaute. Und es entsteht jetzt für uns die Frage: Wenn der Mensch also einmal im Verlaufe seiner Entwickelung fähig geworden ist, Laute wahrzunehmen und als Folge davon fähig geworden ist, die Sprache sich anzueignen, wie muß denn das geschehen sein? Wie muß das zugegangen sein, daß der Mensch zur Sprache gekommen ist im Verlaufe seiner Entwickelung?

[ 23 ] Da müssen wir uns einmal das eine klarmachen. Wenn also der Mensch sprechen lernen sollte, nicht nur hören, sondern sprechen lernen sollte, dann war notwendig, daß nicht nur von außen etwas an ihn herandrang und er etwas wahrnahm, sondern es war notwendig, daß etwas in ihm denselben Weg machte, den die Strömungen der Empfindungsseele machen, wenn sie von hinten nach vorne dringen. So etwas war notwendig. Es mußte also in der menschlichen Entwikkelung so kommen, daß die Empfindungsseele von einer Strömung durchzogen wurde, die in derselben Richtung wirkt wie jene Strömungen in der Seele überhaupt, welche das erzeugen, was eben durch die Bewegung von rückwärts nach vorne erzeugt wird. Das mußte eintreten, damit die Sprache kam. Diese Sprache sollte aber früher kommen als der Vorstellungssinn, sie sollte kommen, ehe man in der Lage war, in den Worten selber - selbst in denjenigen Worten, die man . aussprach - dasjenige zu empfinden, was Vorstellung ist. Wirklich mußte die Menschheit zuerst Laute ausstoßen lernen und in der Empfindung dieser Laute leben können, bevor sie mit diesen Lauten gewisse Vorstellungen verband, die erst später kommen konnten. Zuerst war es etwas, was noch nicht Begriff und Vorstellung war, sondern ein Gefühl für das, was die Laute durchdrang, wenn sie ausgestoßen wurden. Davon ging die Sprache aus.

[ 23 ] Da müssen wir uns einmal das eine klarmachen. Wenn also der Mensch sprechen lernen sollte, nicht nur hören, sondern sprechen lernen sollte, dann war notwendig, daß nicht nur von außen etwas an ihn herandrang und er etwas wahrnahm, sondern es war notwendig, daß etwas in ihm denselben Weg machte, den die Strömungen der Empfindungsseele machen, wenn sie von hinten nach vorne dringen. So etwas war notwendig. Es mußte also in der menschlichen Entwikkelung so kommen, daß die Empfindungsseele von einer Strömung durchzogen wurde, die in derselben Richtung wirkt wie jene Strömungen in der Seele überhaupt, welche das erzeugen, was eben durch die Bewegung von rückwärts nach vorne erzeugt wird. Das mußte eintreten, damit die Sprache kam. Diese Sprache sollte aber früher kommen als der Vorstellungssinn, sie sollte kommen, ehe man in der Lage war, in den Worten selber - selbst in denjenigen Worten, die man . aussprach - dasjenige zu empfinden, was Vorstellung ist. Wirklich mußte die Menschheit zuerst Laute ausstoßen lernen und in der Empfindung dieser Laute leben können, bevor sie mit diesen Lauten gewisse Vorstellungen verband, die erst später kommen konnten. Zuerst war es etwas, was noch nicht Begriff und Vorstellung war, sondern ein Gefühl für das, was die Laute durchdrang, wenn sie ausgestoßen wurden. Davon ging die Sprache aus.

[ 24 ] Diese Entwickelung mußte zu einer Zeit vor sich gehen, als die Umlagerung, die Aufrichtung des Blutzirkulationssystems schon geschehen war, denn die Tiere können nicht sprechen. Es mußte schon das Ich von oben nach unten wirken. Aber obwohl dieses Ich, das von oben nach unten wirkte, schon da war, so konnte sich die Menschheit dieses Ich doch nicht vorstellen. Denn der Vorstellungssinn war noch nicht entwickelt. Was also folgt daraus? Es folgt daraus, daß der Mensch die Sprache nicht erhalten haben kann durch sein eigenes Ich, sondern durch ein anderes Ich, das wir vergleichen können mit dem tierischen Gruppen-Ich. Die Sprache ist also in diesem Sinne wirklich eine Göttergabe, Sie ist dem Menschen von oben herunter auf dem Wege, den das Ich nimmt, eingeflößt worden, als das Ich noch nicht imstande war, die Sprache selber auszubilden. Also das von oben herunterströmende Ich war nicht imstande, die Sprache auszubilden. Es hatte in sich noch nicht diejenigen Organe, welche den Impuls zum Ausbilden der Sprache hätten geben können. Das mußte das Gruppen-Ich tun. Aber nun war der Mensch ja schon fertig. Es war der Mensch schon ein aufgerichteter Mensch. Das Gruppen-Ich mußte von oben nach unten in den physischen, den ätherischen Organismus und so weiter hineinwirken, um die Sprache zu bewirken. Diesem Gruppen-Ich strömte eine Strömung von unten entgegen. Von oben herunter kam die Strömung des Gruppen-Ich, von unten herauf eine Strömung, mit welcher sich die Strömung des Gruppen-Ich begegnet. Die kommen zusammen und erzeugen eine Art von Wirbelgebilde. Wenn Sie eine gerade Linie ziehen durch die Mitte des Kehlkopfes, so ist das die Richtung der Strömung, welche von den die Sprache gebenden Geistern benützt wurde. Und aus diesen zwei sich stauenden Strömungen entstand in physischer Materie die eigentümliche Form des menschlichen Kehlkopfes. Damit müssen wir uns aber sagen, daß der Mensch unter dem Einfluß einer Gruppenseele, die im Umkreis der Erde lebt, diese Sprache ausbilden mußte.

[ 24 ] Diese Entwickelung mußte zu einer Zeit vor sich gehen, als die Umlagerung, die Aufrichtung des Blutzirkulationssystems schon geschehen war, denn die Tiere können nicht sprechen. Es mußte schon das Ich von oben nach unten wirken. Aber obwohl dieses Ich, das von oben nach unten wirkte, schon da war, so konnte sich die Menschheit dieses Ich doch nicht vorstellen. Denn der Vorstellungssinn war noch nicht entwickelt. Was also folgt daraus? Es folgt daraus, daß der Mensch die Sprache nicht erhalten haben kann durch sein eigenes Ich, sondern durch ein anderes Ich, das wir vergleichen können mit dem tierischen Gruppen-Ich. Die Sprache ist also in diesem Sinne wirklich eine Göttergabe, Sie ist dem Menschen von oben herunter auf dem Wege, den das Ich nimmt, eingeflößt worden, als das Ich noch nicht imstande war, die Sprache selber auszubilden. Also das von oben herunterströmende Ich war nicht imstande, die Sprache auszubilden. Es hatte in sich noch nicht diejenigen Organe, welche den Impuls zum Ausbilden der Sprache hätten geben können. Das mußte das Gruppen-Ich tun. Aber nun war der Mensch ja schon fertig. Es war der Mensch schon ein aufgerichteter Mensch. Das Gruppen-Ich mußte von oben nach unten in den physischen, den ätherischen Organismus und so weiter hineinwirken, um die Sprache zu bewirken. Diesem Gruppen-Ich strömte eine Strömung von unten entgegen. Von oben herunter kam die Strömung des Gruppen-Ich, von unten herauf eine Strömung, mit welcher sich die Strömung des Gruppen-Ich begegnet. Die kommen zusammen und erzeugen eine Art von Wirbelgebilde. Wenn Sie eine gerade Linie ziehen durch die Mitte des Kehlkopfes, so ist das die Richtung der Strömung, welche von den die Sprache gebenden Geistern benützt wurde. Und aus diesen zwei sich stauenden Strömungen entstand in physischer Materie die eigentümliche Form des menschlichen Kehlkopfes. Damit müssen wir uns aber sagen, daß der Mensch unter dem Einfluß einer Gruppenseele, die im Umkreis der Erde lebt, diese Sprache ausbilden mußte.

[ 25 ] Nun erinnern Sie sich vielleicht, daß ich davon gesprochen habe, wie die Gruppenseelen eigentlich auf der Erde wirken. Ich habe gesagt: Das Tier hat horizontal liegend sein Rückenmark, durch welches die Strömung der Gruppenseele geht. Aber diese Kraftströmungen von oben nach unten umkreisen fortwährend die Erde, wie sie den alten Mond umkreist haben. Es sind also Strömungen, welche nicht an dem Orte bleiben, wo sie sind, sondern als Senkrechte um die Erde herumkreisen. Die Gruppenseelen, die in ihrer Bahnrichtung senkrecht sind, schweifen in Kreisen um die Erde herum. Was folgt daraus? Wenn der Mensch unter dem Einfluß von Gruppenseelen lernen sollte, die Sprache auszubilden, dann konnte das nicht so geschehen, daß er an demselben Orte bleiben konnte, wo er war, sondern er mußte sich bewegen, er mußte wandern, von einer Gegend zur andern kommen, damit er den Richtungen der Gruppenseele entgegenging. Der Mensch hätte niemals sprechen gelernt, wenn er an dem Orte, wo er einmal war, als er noch nicht sprechen konnte, geblieben wäre.

[ 25 ] Nun erinnern Sie sich vielleicht, daß ich davon gesprochen habe, wie die Gruppenseelen eigentlich auf der Erde wirken. Ich habe gesagt: Das Tier hat horizontal liegend sein Rückenmark, durch welches die Strömung der Gruppenseele geht. Aber diese Kraftströmungen von oben nach unten umkreisen fortwährend die Erde, wie sie den alten Mond umkreist haben. Es sind also Strömungen, welche nicht an dem Orte bleiben, wo sie sind, sondern als Senkrechte um die Erde herumkreisen. Die Gruppenseelen, die in ihrer Bahnrichtung senkrecht sind, schweifen in Kreisen um die Erde herum. Was folgt daraus? Wenn der Mensch unter dem Einfluß von Gruppenseelen lernen sollte, die Sprache auszubilden, dann konnte das nicht so geschehen, daß er an demselben Orte bleiben konnte, wo er war, sondern er mußte sich bewegen, er mußte wandern, von einer Gegend zur andern kommen, damit er den Richtungen der Gruppenseele entgegenging. Der Mensch hätte niemals sprechen gelernt, wenn er an dem Orte, wo er einmal war, als er noch nicht sprechen konnte, geblieben wäre.

[ 26 ] Nun fragen wir uns einmal: In welcher Richtung mußte dazumal der Mensch getrieben worden sein? — Diese Richtung können Sie sehr leicht herausfinden auf folgende Art. Wir wissen, daß ätherische Strömungen im Menschen von rechts nach links fließen, daß physische Strömungen von links nach rechts fließen. Wo sind nun die Gruppenseelen, welche den Menschen mit der Sprache begabt haben? Wir kommen der Antwort auf diese Frage nahe durch die folgende Erwägung.

[ 26 ] Nun fragen wir uns einmal: In welcher Richtung mußte dazumal der Mensch getrieben worden sein? — Diese Richtung können Sie sehr leicht herausfinden auf folgende Art. Wir wissen, daß ätherische Strömungen im Menschen von rechts nach links fließen, daß physische Strömungen von links nach rechts fließen. Wo sind nun die Gruppenseelen, welche den Menschen mit der Sprache begabt haben? Wir kommen der Antwort auf diese Frage nahe durch die folgende Erwägung.

[ 27 ] Schauen wir uns die Erde in ihrer eigenartigen Bildung an. Wenn Sie bedenken, daß der Mensch die Sprache gelernt hat zu einer Zeit, wo er schon sozusagen fertig war, so werden Sie zugeben, daß eine starke Strömung notwendig war, denn es mußte der Kehlkopf in seiner weichen Gestalt zum menschlichen Kehlkopf erst umgeformt werden. Es mußte das geschehen unter ganz andern Erdenverhältnissen, als wir sie heute vor uns haben. Aber wie mußten die sein? Schauen wir uns dazu die Erde an. Denken Sie sich, wir stellen uns einmal so auf der Erde auf, daß wir mit dem Gesicht nach Osten sehen; dann haben wir hinter uns Westen, links Norden und rechts Süden. Nun wollen wir sehen, was sich uns da für eine merkwürdige Tatsache ergibt. Von links nach rechts gehen die Strömungen beim Menschen, die mit der Bildung des physischen Menschenleibes zusammenhängen. Diese Strömungen sind auch in der Außenwelt vorhanden, sind daher auch bei der Bildung der Erde vorhanden gewesen. Da haben Sie die starken Strömungen, welche von Norden her kommen und nach Süden laufen. Die die physische Materie bewirkenden Strömungen haben Sie da. Auf der andern Seite haben Sie die ätherischen Strömungen, welche von rechts nach links gehen und die nicht darauf zielen, die physische Materie dichter und dichter zu machen. An der Erde sehen Sie daher noch die Einseitigkeit, das Unsymmetrische: in der Richtung, in welcher die physische Strömung liegt, haben Sie die nördliche Hälfte mit ihren Kontinenten. Da zieht sich die verdichtete physische Materie zusammen. Und auf der andern Seite, auf der südlichen Hälfte, haben Sie die weiten Meeresflächen. Von Norden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit der Strömung von links nach rechts im Menschen; von Süden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit derjenigen von rechts nach links im Menschen. Betrachten wir jetzt die zwei andern Strömungen im Menschen: die Strömung, welche von vorne nach rückwärts geht, und die andere von rückwärts nach vorne. Die Strömung von vorne nach rückwärts geht, wie wir gesehen haben, von dem Empfindungsleib in die Empfindungsseele hinein, überhaupt in die Seele hinein; die andere Strömung geht heraus. Wenn Sie nun dies ins Auge fassen - ich bitte, es aber ganz genau ins Auge zu fassen; es ist nicht ganz leicht -, dann werden Sie sich sagen: Zum Sprechenlernen mußte das geschehen, daß der Mensch eine Strömung erzeugte, die den Weg von innen nach außen, also in den Empfindungsleib hinein machte. Er mußte also einer Gruppenseelenströmung entgegengehen und ihr seine innere Organisation darbieten, damit sich da dasjenige stauen konnte, was da seinen eigenen Kehlkopf bilden konnte. Er mußte einer solchen Strömung entgegengehen innerhalb unseres Erdkreises, die hineinwirken konnte in sein Astralisches. Es mußte also weder die Richtung nach dem Norden noch die andere Richtung nach dem Süden eingeschlagen werden, als man sich anschickte, sprechen zu lernen, sondern die andere Richtung, die senkrecht darauf steht. Daraus werden Sie begreifen, daß der Mensch ziehen mußte in einer west-östlichen oder ost-westlichen Richtung, als er die Sprache lernen sollte. Die Geisteswissenschaft sagt, daß der Mensch einst im alten Lemurien lebte, da, wo heute das Meer liegt zwischen Asien und Afrika. Dann zog er aus, die Sprache zu lernen. Er konnte nicht nach Süden und nicht nach Norden ziehen; er mußte nach Westen ziehen, und zog in die alte Atlantis. Da zog er - auf diesem Wege in die alte Atlantis, nach Westen - entgegen jenen Gruppenseelen, welche in ihm die Sprache hervorbringen konnten. Indem Sie den Organismus der menschlichen Sprache wirklich verstehen, finden Sie das bewahrheitet, was herausgeholt wird aus den geisteswissenschaftlichen Beobachtungen. So lernte der Mensch die Sprache in der alten Atlantis. |

[ 27 ] Schauen wir uns die Erde in ihrer eigenartigen Bildung an. Wenn Sie bedenken, daß der Mensch die Sprache gelernt hat zu einer Zeit, wo er schon sozusagen fertig war, so werden Sie zugeben, daß eine starke Strömung notwendig war, denn es mußte der Kehlkopf in seiner weichen Gestalt zum menschlichen Kehlkopf erst umgeformt werden. Es mußte das geschehen unter ganz andern Erdenverhältnissen, als wir sie heute vor uns haben. Aber wie mußten die sein? Schauen wir uns dazu die Erde an. Denken Sie sich, wir stellen uns einmal so auf der Erde auf, daß wir mit dem Gesicht nach Osten sehen; dann haben wir hinter uns Westen, links Norden und rechts Süden. Nun wollen wir sehen, was sich uns da für eine merkwürdige Tatsache ergibt. Von links nach rechts gehen die Strömungen beim Menschen, die mit der Bildung des physischen Menschenleibes zusammenhängen. Diese Strömungen sind auch in der Außenwelt vorhanden, sind daher auch bei der Bildung der Erde vorhanden gewesen. Da haben Sie die starken Strömungen, welche von Norden her kommen und nach Süden laufen. Die die physische Materie bewirkenden Strömungen haben Sie da. Auf der andern Seite haben Sie die ätherischen Strömungen, welche von rechts nach links gehen und die nicht darauf zielen, die physische Materie dichter und dichter zu machen. An der Erde sehen Sie daher noch die Einseitigkeit, das Unsymmetrische: in der Richtung, in welcher die physische Strömung liegt, haben Sie die nördliche Hälfte mit ihren Kontinenten. Da zieht sich die verdichtete physische Materie zusammen. Und auf der andern Seite, auf der südlichen Hälfte, haben Sie die weiten Meeresflächen. Von Norden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit der Strömung von links nach rechts im Menschen; von Süden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit derjenigen von rechts nach links im Menschen. Betrachten wir jetzt die zwei andern Strömungen im Menschen: die Strömung, welche von vorne nach rückwärts geht, und die andere von rückwärts nach vorne. Die Strömung von vorne nach rückwärts geht, wie wir gesehen haben, von dem Empfindungsleib in die Empfindungsseele hinein, überhaupt in die Seele hinein; die andere Strömung geht heraus. Wenn Sie nun dies ins Auge fassen - ich bitte, es aber ganz genau ins Auge zu fassen; es ist nicht ganz leicht -, dann werden Sie sich sagen: Zum Sprechenlernen mußte das geschehen, daß der Mensch eine Strömung erzeugte, die den Weg von innen nach außen, also in den Empfindungsleib hinein machte. Er mußte also einer Gruppenseelenströmung entgegengehen und ihr seine innere Organisation darbieten, damit sich da dasjenige stauen konnte, was da seinen eigenen Kehlkopf bilden konnte. Er mußte einer solchen Strömung entgegengehen innerhalb unseres Erdkreises, die hineinwirken konnte in sein Astralisches. Es mußte also weder die Richtung nach dem Norden noch die andere Richtung nach dem Süden eingeschlagen werden, als man sich anschickte, sprechen zu lernen, sondern die andere Richtung, die senkrecht darauf steht. Daraus werden Sie begreifen, daß der Mensch ziehen mußte in einer west-östlichen oder ost-westlichen Richtung, als er die Sprache lernen sollte. Die Geisteswissenschaft sagt, daß der Mensch einst im alten Lemurien lebte, da, wo heute das Meer liegt zwischen Asien und Afrika. Dann zog er aus, die Sprache zu lernen. Er konnte nicht nach Süden und nicht nach Norden ziehen; er mußte nach Westen ziehen, und zog in die alte Atlantis. Da zog er - auf diesem Wege in die alte Atlantis, nach Westen - entgegen jenen Gruppenseelen, welche in ihm die Sprache hervorbringen konnten. Indem Sie den Organismus der menschlichen Sprache wirklich verstehen, finden Sie das bewahrheitet, was herausgeholt wird aus den geisteswissenschaftlichen Beobachtungen. So lernte der Mensch die Sprache in der alten Atlantis. |

[ 28 ] Dann aber sollte er an der Sprache den Vorstellungssinn entwikkeln. Er sollte nicht bei der bloßen Sprache stehenbleiben, sondern zum Vorstellungssinn weiterschreiten. Wie konnte das geschehen?

[ 28 ] Dann aber sollte er an der Sprache den Vorstellungssinn entwikkeln. Er sollte nicht bei der bloßen Sprache stehenbleiben, sondern zum Vorstellungssinn weiterschreiten. Wie konnte das geschehen?

[ 29 ] Da konnte er natürlich nicht in derselben Richtung weitergehen. Da mußte er so gehen, daß jetzt bei der gleichen Strömung die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen wurde. Warum denn? Wir haben ja gesehen, was da eigentlich geschieht, wenn die Vorstellung aus dem Lautsinn entsteht. Wir haben gesehen, wie aus der Melodie der Laut entsteht, wenn man die Melodie zur Harmonie macht, dann von den Grundtönen absieht und nur das System der Obertöne auffaßt. Dann mußte man, um den Vorstellungssinn zu entwickeln, aus der Sprache dasjenige, was man nach der einen Seite ausgebildet hatte, nach der andern Seite hin weglassen. Der Mensch mußte umkehren, nachdem er sprechen gelernt hatte. Er mußte von der Atlantis nach Osten ziehen, um an der gelernten Sprache weiter zu entwickeln den Vorstellungssinn. Und hier haben Sie den Sinn des Zuges, den Ihnen die Geisteswissenschaft zeigt, indem sie sagt, daß die alten Atlantier, die dazu reif waren, aufgebrochen sind, um von dem Westen wieder nach dem Osten hinüberzuwandern. Dadurch haben sie in fruchtbarer Weise den Vorstellungssinn entwickeln können. Dann aber würde ja wiederum daraus folgen, daß die Menschen, wenn sie in der entgegengesetzten Richtung, das heißt, nach dem Westen, gezogen wären, keinen Vorstellungssinn in fruchtbringender Weise hätten entwickeln können. Es sind damals auch Menschen in der entgegengesetzten Richtung gezogen: das sind die Ureinwohner Amerikas. Warum haben sie sich nicht halten können? Warum mußte das, was im Osten gelernt worden war, später zu ihnen hinübergetragen werden? Weil sie in der entgegengesetzten Richtung gezogen waren. Das ist das kosmische Schicksal der Ureinwohner Amerikas, daß sie in der entgegengesetzten Richtung gezogen waren.

[ 29 ] Da konnte er natürlich nicht in derselben Richtung weitergehen. Da mußte er so gehen, daß jetzt bei der gleichen Strömung die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen wurde. Warum denn? Wir haben ja gesehen, was da eigentlich geschieht, wenn die Vorstellung aus dem Lautsinn entsteht. Wir haben gesehen, wie aus der Melodie der Laut entsteht, wenn man die Melodie zur Harmonie macht, dann von den Grundtönen absieht und nur das System der Obertöne auffaßt. Dann mußte man, um den Vorstellungssinn zu entwickeln, aus der Sprache dasjenige, was man nach der einen Seite ausgebildet hatte, nach der andern Seite hin weglassen. Der Mensch mußte umkehren, nachdem er sprechen gelernt hatte. Er mußte von der Atlantis nach Osten ziehen, um an der gelernten Sprache weiter zu entwickeln den Vorstellungssinn. Und hier haben Sie den Sinn des Zuges, den Ihnen die Geisteswissenschaft zeigt, indem sie sagt, daß die alten Atlantier, die dazu reif waren, aufgebrochen sind, um von dem Westen wieder nach dem Osten hinüberzuwandern. Dadurch haben sie in fruchtbarer Weise den Vorstellungssinn entwickeln können. Dann aber würde ja wiederum daraus folgen, daß die Menschen, wenn sie in der entgegengesetzten Richtung, das heißt, nach dem Westen, gezogen wären, keinen Vorstellungssinn in fruchtbringender Weise hätten entwickeln können. Es sind damals auch Menschen in der entgegengesetzten Richtung gezogen: das sind die Ureinwohner Amerikas. Warum haben sie sich nicht halten können? Warum mußte das, was im Osten gelernt worden war, später zu ihnen hinübergetragen werden? Weil sie in der entgegengesetzten Richtung gezogen waren. Das ist das kosmische Schicksal der Ureinwohner Amerikas, daß sie in der entgegengesetzten Richtung gezogen waren.

[ 30 ] So können Sie geradezu mit Händen greifen, was Ihnen die geisteswissenschaftliche Forschung sagt. Die ganze Gliederung der Erde können Sie verstehen. Alles, was Sie sehen an der Anordnung der Kontinente, der Festländer, der Meere, was Sie sehen in der Wanderung der Menschen, alles können Sie verstehen, wenn Sie das Geheimnis jener Strömungen kennen, die wir anthroposophisch an dem Menschen selber kennengelernt haben. Und so führt uns wirklich Anthroposophie hinein in jenes Leben, durch das uns der Mensch und die Außenwelt durchsichtig und verständlich werden. Und nun weiter.

[ 30 ] So können Sie geradezu mit Händen greifen, was Ihnen die geisteswissenschaftliche Forschung sagt. Die ganze Gliederung der Erde können Sie verstehen. Alles, was Sie sehen an der Anordnung der Kontinente, der Festländer, der Meere, was Sie sehen in der Wanderung der Menschen, alles können Sie verstehen, wenn Sie das Geheimnis jener Strömungen kennen, die wir anthroposophisch an dem Menschen selber kennengelernt haben. Und so führt uns wirklich Anthroposophie hinein in jenes Leben, durch das uns der Mensch und die Außenwelt durchsichtig und verständlich werden. Und nun weiter.

[ 31 ] Wir können uns weiter fragen: Aber die Menschheit sollte doch, nachdem sie den Vorstellungssinn entwickelt hatte, wieder weiterlernen; diese Menschheit sollte nicht bloß bei Vorstellungen bleiben, sondern weiterkommen zu Begriffen? - Da mußte sie wiederum heraufsteigen aus dem bloßen Vorstellungssinn in das Seelenleben hinein. Wiederum mußte sie da die entgegengesetzte Richtung nehmen. Die Menschheit nimmt zuerst die Richtung nach dem Osten, um zum Vorstellungsleben zu kommen. Die reinen Begriffe, die mußten erst wiederum erobert werden durch eine Rückwärtswanderung, die konnten erst wiederum im Westen - und zwar nach dem Hinübergewandertsein nach dem Westen - errungen werden. Auch im einzelnen könnten wir die Wanderungen der Völker durch die vier nachatlantischen Kulturepochen hindurch verstehen, wenn wir Zeit hätten, alles, was uns die Anthroposophie dazu gibt, zusammenzutragen. Da würden Sie ein wunderbares Gewebe erhalten von dem, was arbeitet an Geisteskräften an der ganzen Bildung der Erde - den Menschen mit inbegriffen.

[ 31 ] Wir können uns weiter fragen: Aber die Menschheit sollte doch, nachdem sie den Vorstellungssinn entwickelt hatte, wieder weiterlernen; diese Menschheit sollte nicht bloß bei Vorstellungen bleiben, sondern weiterkommen zu Begriffen? - Da mußte sie wiederum heraufsteigen aus dem bloßen Vorstellungssinn in das Seelenleben hinein. Wiederum mußte sie da die entgegengesetzte Richtung nehmen. Die Menschheit nimmt zuerst die Richtung nach dem Osten, um zum Vorstellungsleben zu kommen. Die reinen Begriffe, die mußten erst wiederum erobert werden durch eine Rückwärtswanderung, die konnten erst wiederum im Westen - und zwar nach dem Hinübergewandertsein nach dem Westen - errungen werden. Auch im einzelnen könnten wir die Wanderungen der Völker durch die vier nachatlantischen Kulturepochen hindurch verstehen, wenn wir Zeit hätten, alles, was uns die Anthroposophie dazu gibt, zusammenzutragen. Da würden Sie ein wunderbares Gewebe erhalten von dem, was arbeitet an Geisteskräften an der ganzen Bildung der Erde - den Menschen mit inbegriffen.

[ 32 ] Nun haben wir bisher betrachtet jene Strömungen, welche gehen von oben nach unten, von rechts nach links, von vorne nach rückwärts und so weiter. Aber in einer gewissen Beziehung stocken wir da. Da werden wir aufgehalten. Wir können jetzt da nicht recht weiter. Die Geisteswissenschaft zeigt uns nun, daß über dem Vorstellungssinn vorhanden sind ein imaginativer Sinn, ein inspirativer Sinn und ein intuitiver Sinn, daß diese sich im gewöhnlichen Leben im Seelenleben nach innen ergießen, im hellseherischen Bewußtsein aber nach außen gehen. Das zeigt uns die Geisteswissenschaft. Und nun entsteht die Frage: Alle diese Dinge müssen, wenn sie im physischen Menschen leben sollen, sich doch auch Organe bauen, auch in gewisser Weise wirken. Da wollen wir zunächst einmal etwas ins Auge . fassen, was nur dem Menschen zukommt, was bei den Tieren in derselben Art noch nicht zu finden ist: die innere Seelentätigkeit des Gedächtnisses. Denn daß Tiere Gedächtnis haben, ist eine Phantasie der Naturwissenschafter. Es ist nicht zu verwundern, daß Tiere Erscheinungen zeigen, die aus demselben Prinzip zu erklären sind wie beim Menschen, aber es ist wiederum ein Fehler, wenn man sie als Gedächtniserscheinungen erklärt. Denn die Hauptrichtung, die das Tier hat, und die beim Menschen aufgerichtet werden mußte, damit das Ich einströmen konnte und Gedächtnis sich entwickeln konnte, sie bleibt beim Tier horizontal sowie nach vorne gerichtet, in derselben Lage wie beim Menschen, so daß kein Hindernis dafür da ist, daß dort Strömungen der Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele durchgehen, aber ohne das Ich. Daher kann es sehr wohl sein, daß das Tier Handlungen vollführt, die zwar verständig sind, die aber durchaus nicht Ich-durchzogen sind. Deshalb darf man doch nicht vom «Verstand» der Tiere sprechen. Hier beginnt ein großes Irrtumsfeld unserer heutigen Wissenschaft. Die Tatsachen zeigen nur, daß man, ohne selber verständig zu sein, doch durch einen Verstand dirigiert werden kann. Das ist dasjenige, um was es sich bei den Tieren handelt. Daß man Erscheinungen antreffen kann in der Tierwelt, die ähnlich sein können den Erscheinungen des menschlichen Gedächtnisses, das ist aus der Form des Tieres selbstverständlich. Daß aber von der Form des Gedächtnisses gesprochen wird, das ist ein Unfug, der alle Begriffe durcheinanderwirft. Im Gedächtnis haben wir etwas ganz anderes vor uns als etwas, was wir haben zum Beispiel im bloßen verständigen Denken oder gar im Vorstellen. Im Gedächtnis haben wir das vor uns, daß eine Vorstellung, die wir gehabt haben, bleibt, daß sie auch da ist, wenn die Wahrnehmung, der Eindruck vorüber ist, nicht, daß man später etwas macht, was einem vorher Getanen ähnlich sieht. Wenn das das Wesen des Gedächtnisses wäre, so hätte der Professor Hering recht, wenn er sagt: Wenn das Hühnchen aus dem Ei herausschlüpft, so kann es gleich picken; also habe es Gedächtnis, weil es etwas wiederholt, was die Vorfahren gemacht haben. — Man hat eben gar nicht begriffen, was Gedächtnis ist, wenn man das Unerhörte macht, was heute auf dem Gebiet der Psychologie geschieht. Dann hätte die Uhr auch Gedächtnis, denn sie wiederholt auch etwas, was sie gestern getan hat! Das sind irreführende Begriffe im weitesten Sinne des Wortes. Von Gedächtnis hat man zu reden, wenn eine Vorstellung innerlich bleibt, nicht wenn eine Tatsache äußerlich wiederholt wird. Wenn eine Vorstellung innerlich bleibt, wird sie von einem Ich behalten. Das ist das Wesen des Gedächtnisses, daß sich das Ich der Vorstellung bemächtigt und diese Vorstellung behält.

[ 32 ] Nun haben wir bisher betrachtet jene Strömungen, welche gehen von oben nach unten, von rechts nach links, von vorne nach rückwärts und so weiter. Aber in einer gewissen Beziehung stocken wir da. Da werden wir aufgehalten. Wir können jetzt da nicht recht weiter. Die Geisteswissenschaft zeigt uns nun, daß über dem Vorstellungssinn vorhanden sind ein imaginativer Sinn, ein inspirativer Sinn und ein intuitiver Sinn, daß diese sich im gewöhnlichen Leben im Seelenleben nach innen ergießen, im hellseherischen Bewußtsein aber nach außen gehen. Das zeigt uns die Geisteswissenschaft. Und nun entsteht die Frage: Alle diese Dinge müssen, wenn sie im physischen Menschen leben sollen, sich doch auch Organe bauen, auch in gewisser Weise wirken. Da wollen wir zunächst einmal etwas ins Auge . fassen, was nur dem Menschen zukommt, was bei den Tieren in derselben Art noch nicht zu finden ist: die innere Seelentätigkeit des Gedächtnisses. Denn daß Tiere Gedächtnis haben, ist eine Phantasie der Naturwissenschafter. Es ist nicht zu verwundern, daß Tiere Erscheinungen zeigen, die aus demselben Prinzip zu erklären sind wie beim Menschen, aber es ist wiederum ein Fehler, wenn man sie als Gedächtniserscheinungen erklärt. Denn die Hauptrichtung, die das Tier hat, und die beim Menschen aufgerichtet werden mußte, damit das Ich einströmen konnte und Gedächtnis sich entwickeln konnte, sie bleibt beim Tier horizontal sowie nach vorne gerichtet, in derselben Lage wie beim Menschen, so daß kein Hindernis dafür da ist, daß dort Strömungen der Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele durchgehen, aber ohne das Ich. Daher kann es sehr wohl sein, daß das Tier Handlungen vollführt, die zwar verständig sind, die aber durchaus nicht Ich-durchzogen sind. Deshalb darf man doch nicht vom «Verstand» der Tiere sprechen. Hier beginnt ein großes Irrtumsfeld unserer heutigen Wissenschaft. Die Tatsachen zeigen nur, daß man, ohne selber verständig zu sein, doch durch einen Verstand dirigiert werden kann. Das ist dasjenige, um was es sich bei den Tieren handelt. Daß man Erscheinungen antreffen kann in der Tierwelt, die ähnlich sein können den Erscheinungen des menschlichen Gedächtnisses, das ist aus der Form des Tieres selbstverständlich. Daß aber von der Form des Gedächtnisses gesprochen wird, das ist ein Unfug, der alle Begriffe durcheinanderwirft. Im Gedächtnis haben wir etwas ganz anderes vor uns als etwas, was wir haben zum Beispiel im bloßen verständigen Denken oder gar im Vorstellen. Im Gedächtnis haben wir das vor uns, daß eine Vorstellung, die wir gehabt haben, bleibt, daß sie auch da ist, wenn die Wahrnehmung, der Eindruck vorüber ist, nicht, daß man später etwas macht, was einem vorher Getanen ähnlich sieht. Wenn das das Wesen des Gedächtnisses wäre, so hätte der Professor Hering recht, wenn er sagt: Wenn das Hühnchen aus dem Ei herausschlüpft, so kann es gleich picken; also habe es Gedächtnis, weil es etwas wiederholt, was die Vorfahren gemacht haben. — Man hat eben gar nicht begriffen, was Gedächtnis ist, wenn man das Unerhörte macht, was heute auf dem Gebiet der Psychologie geschieht. Dann hätte die Uhr auch Gedächtnis, denn sie wiederholt auch etwas, was sie gestern getan hat! Das sind irreführende Begriffe im weitesten Sinne des Wortes. Von Gedächtnis hat man zu reden, wenn eine Vorstellung innerlich bleibt, nicht wenn eine Tatsache äußerlich wiederholt wird. Wenn eine Vorstellung innerlich bleibt, wird sie von einem Ich behalten. Das ist das Wesen des Gedächtnisses, daß sich das Ich der Vorstellung bemächtigt und diese Vorstellung behält.

[ 33 ] Wenn sich aber das ausleben soll in einem menschlichen Organismus, dann muß dafür auch ein Organ gebildet werden, das heißt, es muß das Ich des Menschen wiederum Strömungen erzeugen. Vom Ich selber müssen solche Strömungen ausgehen in die verschiedenen andern Strömungen hinein, die von vorne, von rechts und so weiter kommen. Da hinein müssen sich vom Ich aus Strömungen ergießen. Das Ich muß sich hineinergießen in die andern Strömungen, in dasjenige, was ohne das Ich da ist. Das Ich muß Strömungen überwinden. Wenn die eine Richtung von außen nach innen geht, so muß das Ich imstande sein, eine Strömung in entgegengesetzter Richtung in sich selber zu erzeugen. Das Wesentliche dabei, daß das Ich nicht von vornherein dazu imstande ist, können Sie daran sehen, daß, als die Menschen die Sprache gelernt haben, eine solche entgegengesetzte Strömung entstehen mußte, und dazu war das Ich damals noch nicht imstande. Da mußte noch ein Gruppen-Ich wirken, um diese Strömung hineinzutreiben in die Seele. Wenn aber das eigentliche Seelenleben beginnt, an dem das Ich beteiligt ist, dann gehen vom Ich selber Strömungen aus, die sich hineinbohren in die schon bestehenden Strömungen.

[ 33 ] Wenn sich aber das ausleben soll in einem menschlichen Organismus, dann muß dafür auch ein Organ gebildet werden, das heißt, es muß das Ich des Menschen wiederum Strömungen erzeugen. Vom Ich selber müssen solche Strömungen ausgehen in die verschiedenen andern Strömungen hinein, die von vorne, von rechts und so weiter kommen. Da hinein müssen sich vom Ich aus Strömungen ergießen. Das Ich muß sich hineinergießen in die andern Strömungen, in dasjenige, was ohne das Ich da ist. Das Ich muß Strömungen überwinden. Wenn die eine Richtung von außen nach innen geht, so muß das Ich imstande sein, eine Strömung in entgegengesetzter Richtung in sich selber zu erzeugen. Das Wesentliche dabei, daß das Ich nicht von vornherein dazu imstande ist, können Sie daran sehen, daß, als die Menschen die Sprache gelernt haben, eine solche entgegengesetzte Strömung entstehen mußte, und dazu war das Ich damals noch nicht imstande. Da mußte noch ein Gruppen-Ich wirken, um diese Strömung hineinzutreiben in die Seele. Wenn aber das eigentliche Seelenleben beginnt, an dem das Ich beteiligt ist, dann gehen vom Ich selber Strömungen aus, die sich hineinbohren in die schon bestehenden Strömungen.

[ 34 ] Merkt das das Ich in einer gewissen Weise, wenn es eine Strömung in eine schon bestehende Strömung hineinbohrt? Ja, das Ich merkt das ganz genau. Bis zur Vorstellung hinauf wird sozusagen das Ich nicht engagiert, Strömungen da hineinzubohren. Soll das Ich aber ein höheres Vermögen, zum Beispiel das Gedächtnis ausbilden, so muß es eine Strömung in die schon bestehende Strömung hineinbohren, die entgegen dieser andern Strömung wirken muß. Das kommt dadurch zum Vorschein, daß, wenn das Ich sich weiter entwickelt, etwas anderes hinzutritt zu den drei unter einem rechten Winkel geneigten Strömungen des Raumes. Indem das Ich anfängt das Gedächtnis auszubilden, bohrt es nach der einen Richtung des Raumes etwas hinein in entgegengesetzter Richtung, und das kommt ihm im Bewußtsein der Zeit zur Wahrnehmung. Deshalb ist das Gedächtnis mit der Zeitvorstellung verknüpft. Eine Vorstellung, die wir nicht nach einer Richtung des Raumes verfolgen, sondern nach der Richtung der Vergangenheit, die ist hineingebohrt in die Richtungen des Raumes. So ist es bei alledem, was das Ich ausbildet von sich aus. Wir können - Ihnen das im einzelnen zu entwickeln, würde zu weit führen - hinweisen auf die Strömung, welche verfließt, wenn das Ich das Gedächtnis ausbildet. Das ist eine Strömung, die geht von der linken nach der rechten Seite. Ebenso gehen Strömungen von der linken nach der rechten Seite, wenn das Ich ausbildet so etwas wie Gewohnheiten. Das sind die Strömungen von links nach rechts, die entgegengesetzt sind den früheren Strömungen, welche ohne das Ich zustande gekommen sind. Ihnen bohrt sich zunächst das Ich entgegen.

[ 34 ] Merkt das das Ich in einer gewissen Weise, wenn es eine Strömung in eine schon bestehende Strömung hineinbohrt? Ja, das Ich merkt das ganz genau. Bis zur Vorstellung hinauf wird sozusagen das Ich nicht engagiert, Strömungen da hineinzubohren. Soll das Ich aber ein höheres Vermögen, zum Beispiel das Gedächtnis ausbilden, so muß es eine Strömung in die schon bestehende Strömung hineinbohren, die entgegen dieser andern Strömung wirken muß. Das kommt dadurch zum Vorschein, daß, wenn das Ich sich weiter entwickelt, etwas anderes hinzutritt zu den drei unter einem rechten Winkel geneigten Strömungen des Raumes. Indem das Ich anfängt das Gedächtnis auszubilden, bohrt es nach der einen Richtung des Raumes etwas hinein in entgegengesetzter Richtung, und das kommt ihm im Bewußtsein der Zeit zur Wahrnehmung. Deshalb ist das Gedächtnis mit der Zeitvorstellung verknüpft. Eine Vorstellung, die wir nicht nach einer Richtung des Raumes verfolgen, sondern nach der Richtung der Vergangenheit, die ist hineingebohrt in die Richtungen des Raumes. So ist es bei alledem, was das Ich ausbildet von sich aus. Wir können - Ihnen das im einzelnen zu entwickeln, würde zu weit führen - hinweisen auf die Strömung, welche verfließt, wenn das Ich das Gedächtnis ausbildet. Das ist eine Strömung, die geht von der linken nach der rechten Seite. Ebenso gehen Strömungen von der linken nach der rechten Seite, wenn das Ich ausbildet so etwas wie Gewohnheiten. Das sind die Strömungen von links nach rechts, die entgegengesetzt sind den früheren Strömungen, welche ohne das Ich zustande gekommen sind. Ihnen bohrt sich zunächst das Ich entgegen.

[ 35 ] Wir können, wenn wir das Seelenleben betrachten, darin unterscheiden zwischen Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele. Die Verstandesseele kann noch trügerisch sein. Ich habe schon gesagt, man kann Verstand haben ohne verständig zu sein. Denn zum Verständigsein gehört das Ich. Um zum Ich auch wiederum innerlich zu kommen, muß sich die Verstandesseele im Innern entwickelt haben bis zu diesem Ich hin. Dann schreitet sie hinauf zur Bewußtseinsseele. Nun sind das immer entgegengesetzte Richtungen. Wenn die Bewußtseinsseele bewußt wird, so ist die Richtung, die sie dabei einschlägt, entgegengesetzt der Richtung, welche die Verstandesseele, die noch im Unbewußten wirkt, verfolgt.

[ 35 ] Wir können, wenn wir das Seelenleben betrachten, darin unterscheiden zwischen Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele. Die Verstandesseele kann noch trügerisch sein. Ich habe schon gesagt, man kann Verstand haben ohne verständig zu sein. Denn zum Verständigsein gehört das Ich. Um zum Ich auch wiederum innerlich zu kommen, muß sich die Verstandesseele im Innern entwickelt haben bis zu diesem Ich hin. Dann schreitet sie hinauf zur Bewußtseinsseele. Nun sind das immer entgegengesetzte Richtungen. Wenn die Bewußtseinsseele bewußt wird, so ist die Richtung, die sie dabei einschlägt, entgegengesetzt der Richtung, welche die Verstandesseele, die noch im Unbewußten wirkt, verfolgt.

[ 36 ] Zeigt sich das irgendwo, daß die Strömungen der Verstandesseele und die Strömungen der Bewußtseinsseele einander entgegengesetzt sind? Unter gewissen Erdenverhältnissen können wir das sehen. Denken Sie einmal, daß es in gewisser Beziehung eine sehr verständige Tätigkeit ist, die aber nicht unbedingt von dem verständigen Ich ausgeht, wenn der Mensch lesen lernt. Was ich jetzt sage, das gilt vorzugsweise für europäische Verhältnisse, wo die Menschen, wie Sie ja wissen, gewartet haben in gewisser Beziehung auf spätere Kulturverhältnisse. Daher kommen Sie da zu etwas, was schon in der griechisch-lateinischen Kultur vorhanden war, als sich die Verstandesseele ausbildete zu dem, was man Schreiben nennt. Als die Verstandesseele ausgebildet wurde, da haben die ersten Anfänge des Lesens und Schreibens begonnen; aber es waren eben die ersten Anfänge. Und dieser Charakter ist beibehalten worden. Dann kam die Wirkung der Bewußtseinsseele. Bewußte Tätigkeiten müssen ja die entgegengesetzten Richtungen einschlagen, weil die Strömung der Bewußtseinsseele auf die Richtung der Verstandesseele im entgegengesetzten Sinne wirkt. Rechnen konnte der Mensch erst lernen, als er die Bewußtseinsseele entwickelt hatte, denn das ist eine bewußte Tätigkeit.

[ 36 ] Zeigt sich das irgendwo, daß die Strömungen der Verstandesseele und die Strömungen der Bewußtseinsseele einander entgegengesetzt sind? Unter gewissen Erdenverhältnissen können wir das sehen. Denken Sie einmal, daß es in gewisser Beziehung eine sehr verständige Tätigkeit ist, die aber nicht unbedingt von dem verständigen Ich ausgeht, wenn der Mensch lesen lernt. Was ich jetzt sage, das gilt vorzugsweise für europäische Verhältnisse, wo die Menschen, wie Sie ja wissen, gewartet haben in gewisser Beziehung auf spätere Kulturverhältnisse. Daher kommen Sie da zu etwas, was schon in der griechisch-lateinischen Kultur vorhanden war, als sich die Verstandesseele ausbildete zu dem, was man Schreiben nennt. Als die Verstandesseele ausgebildet wurde, da haben die ersten Anfänge des Lesens und Schreibens begonnen; aber es waren eben die ersten Anfänge. Und dieser Charakter ist beibehalten worden. Dann kam die Wirkung der Bewußtseinsseele. Bewußte Tätigkeiten müssen ja die entgegengesetzten Richtungen einschlagen, weil die Strömung der Bewußtseinsseele auf die Richtung der Verstandesseele im entgegengesetzten Sinne wirkt. Rechnen konnte der Mensch erst lernen, als er die Bewußtseinsseele entwickelt hatte, denn das ist eine bewußte Tätigkeit.

[ 37 ] Was hier als Richtung wirkt, das tritt uns im Bilde entgegen: Die europäischen Völker schreiben von links nach rechts, weil die Kräfte der Verstandesseele daran beteiligt waren, aber sie rechnen von rechts nach links. Wenn sie zum Beispiel addieren, so addieren sie von rechts nach links. Da sehen Sie die zwei verschiedenen Strömungen sich übereinanderschieben. Sie sehen sie im Bilde übereinandergehen, die Strömung der Verstandesseele und die Strömung der Bewußstseinsseele. Das ist nicht überall der Fall. Wir können geradezu die Natur der europäischen Menschen an diesem Beispiel begreifen. Wir können sehen, daß die Menschen in Europa dazu ausersehen waren, mit der Verstandesseele so lange zu warten, bis ein gewisser Zeitpunkt gekommen war, um die Entwickelung der Bewußtseinsseele nicht zu verfrühen. Dagegen hatten andere Völker auch schon innerhalb der Verstandesseele dasjenige zu entwickeln, was in der westlichen Kultur erst in der Bewußtseinsseele entwickelt werden sollte. Ihnen mußte daher die Möglichkeit gegeben werden, schon mit der Verstandesseele etwas zu vollbringen, was diejenigen, welche gewartet haben, erst später mit der Bewußtseinsseele vollbringen konnten. Diejenigen Völker, welche die Mission hatten, schon bei der Entwickelung der Verstandesseele die Vorbereitungen zu schaffen für die Bewußtseinsseele, um so gleichsam Pioniere für die Bewußtseinsseele zu sein, das sind die semitischen Völker. Daher schreiben die semitischen Völker von rechts nach links!

[ 37 ] Was hier als Richtung wirkt, das tritt uns im Bilde entgegen: Die europäischen Völker schreiben von links nach rechts, weil die Kräfte der Verstandesseele daran beteiligt waren, aber sie rechnen von rechts nach links. Wenn sie zum Beispiel addieren, so addieren sie von rechts nach links. Da sehen Sie die zwei verschiedenen Strömungen sich übereinanderschieben. Sie sehen sie im Bilde übereinandergehen, die Strömung der Verstandesseele und die Strömung der Bewußstseinsseele. Das ist nicht überall der Fall. Wir können geradezu die Natur der europäischen Menschen an diesem Beispiel begreifen. Wir können sehen, daß die Menschen in Europa dazu ausersehen waren, mit der Verstandesseele so lange zu warten, bis ein gewisser Zeitpunkt gekommen war, um die Entwickelung der Bewußtseinsseele nicht zu verfrühen. Dagegen hatten andere Völker auch schon innerhalb der Verstandesseele dasjenige zu entwickeln, was in der westlichen Kultur erst in der Bewußtseinsseele entwickelt werden sollte. Ihnen mußte daher die Möglichkeit gegeben werden, schon mit der Verstandesseele etwas zu vollbringen, was diejenigen, welche gewartet haben, erst später mit der Bewußtseinsseele vollbringen konnten. Diejenigen Völker, welche die Mission hatten, schon bei der Entwickelung der Verstandesseele die Vorbereitungen zu schaffen für die Bewußtseinsseele, um so gleichsam Pioniere für die Bewußtseinsseele zu sein, das sind die semitischen Völker. Daher schreiben die semitischen Völker von rechts nach links!

[ 38 ] Wir haben in diesen Dingen nicht nur ein Mittel, den Menschen als solchen zu verstehen, sondern auch ein Mittel, alle Kulturerscheinungen zu verstehen. Warum in einem gewissen Zeitpunkt der Erdenentwickelung so oder so geschrieben wird, so oder so gerechnet wird, das ist aus diesen Tatsachen zu verstehen. Wir würden noch weitergehen können und es bis in die Buchstabenformen verfolgen können, welche die einzelnen Völker haben, ob sie einen Strich von links nach rechts oder von rechts nach links ziehen und so weiter. Warum ein Volk einen Buchstaben in dieser oder jener Weise schreibt, folgt aus dem Verständnis dieser Geistestatsachen.

[ 38 ] Wir haben in diesen Dingen nicht nur ein Mittel, den Menschen als solchen zu verstehen, sondern auch ein Mittel, alle Kulturerscheinungen zu verstehen. Warum in einem gewissen Zeitpunkt der Erdenentwickelung so oder so geschrieben wird, so oder so gerechnet wird, das ist aus diesen Tatsachen zu verstehen. Wir würden noch weitergehen können und es bis in die Buchstabenformen verfolgen können, welche die einzelnen Völker haben, ob sie einen Strich von links nach rechts oder von rechts nach links ziehen und so weiter. Warum ein Volk einen Buchstaben in dieser oder jener Weise schreibt, folgt aus dem Verständnis dieser Geistestatsachen.

[ 39 ] An solchen Tatsachen sehen Sie, welche Mission die Geisteswissenschaft in der Zukunft hat, wenn es Licht werden soll in den Köpfen der Menschen, damit sie durchschauen können, was ihnen sonst unverständlich bleiben würde.

[ 39 ] An solchen Tatsachen sehen Sie, welche Mission die Geisteswissenschaft in der Zukunft hat, wenn es Licht werden soll in den Köpfen der Menschen, damit sie durchschauen können, was ihnen sonst unverständlich bleiben würde.

[ 40 ] Es wäre nun vielleicht doch nicht einmal recht, wenn wir diese Betrachtungen an diesem Punkte abschließen würden. Deshalb sollen sie morgen noch einmal in einer gewissen Weise fortgesetzt werden, wodurch ein, wenn auch nur skizzenhafter Abschluß erzielt werden soll. Ich werde daher morgen sprechen im anthroposophischen Sinne über, man könnte sagen, eine der Töchter Goethes. Sie wissen, daß ich die Schrift geschrieben habe « Goethe als Vater einer neuen Ästhetik». Da habe ich in Goethe die Vaterschaft geschildert in bezug auf die Auffassung und das Verständnis der Künste. Morgen will ich Ihnen nun die Tochter, das Kind Goethes, in einer wirklich neueren Auffassung der Kunstwissenschaft, der Ästhetik, zeigen.

[ 40 ] Es wäre nun vielleicht doch nicht einmal recht, wenn wir diese Betrachtungen an diesem Punkte abschließen würden. Deshalb sollen sie morgen noch einmal in einer gewissen Weise fortgesetzt werden, wodurch ein, wenn auch nur skizzenhafter Abschluß erzielt werden soll. Ich werde daher morgen sprechen im anthroposophischen Sinne über, man könnte sagen, eine der Töchter Goethes. Sie wissen, daß ich die Schrift geschrieben habe « Goethe als Vater einer neuen Ästhetik». Da habe ich in Goethe die Vaterschaft geschildert in bezug auf die Auffassung und das Verständnis der Künste. Morgen will ich Ihnen nun die Tochter, das Kind Goethes, in einer wirklich neueren Auffassung der Kunstwissenschaft, der Ästhetik, zeigen.