Anthroposophy, Psychosophy
and Pneumatosophy
GA 115
27 October 1909, Berlin
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Anthroposophy Psychosophy Pneumatosophy, tr. SOL
Anthroposophie IV
Anthroposophy IV
[ 1 ] Gestern sprachen wir über die verschiedenen Kraftströmungen, welche den menschlichen Organismus formen und ihm so seine Gestalt geben, daß uns diese Gestalt erklärlich erscheinen muß. Wir haben gesehen, wie sich in frappierender Weise ergibt, daß das Herz, das Auge gerade so aussehen müssen, wie sie eben aussehen, wenn wir die bildenden Kräfte kennenlernen. Wir haben, wie Sie gesehen haben, dasjenige, was im menschlichen Organismus übersinnlich vorgeht, um das sinnliche Bild zur Erscheinung zu bringen, zurückgeführt und zusammengesetzt aus Strömungen von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten und von unten nach oben, von vorne nach rückwärts und umgekehrt.
[ 1 ] Yesterday we spoke about the various currents of force that shape the human organism and give it its form in such a way that this form must appear to us to be explainable. We have seen how it becomes strikingly clear that the heart and the eye must look exactly as they do when we come to know the formative forces. As you have seen, we have traced and composed what takes place supersensibly in the human organism to bring the sensory image into being, consisting of currents from left to right, from right to left, from top to bottom and from bottom to top, from front to back and vice versa.
[ 2 ] Nun könnte jemand sagen: Jetzt wollen wir dich in deiner eigenen Schlinge fangen! Du erklärst uns eine sehr bedeutsame Erscheinung im menschlichen Organismus nicht, wenn du von diesen Strömungen sprichst von rechts und links, oben und unten, vorn und hinten, du erklärst uns diejenige Erscheinung doch gar nicht, die in dem Folgenden liegt: Es gibt beim Menschen Organe, die genau symmetrisch gelegen sind, links und rechts gleich, und andere Organe, die unsymmetrisch sind, Herz, Leber, Magen und so weiter. Wir könnten, so könnte eingewendet werden, zur Not begreifen den menschlichen Organismus aus deinen Strömungen, wenn er ganz unsymmetrisch gebaut wäre, wenn er, ebenso wie er von unten nach oben und von vorn nach rückwärts anders aussieht, auch anders aussehen würde von links nach rechts.
[ 2 ] Now someone might say: We’re going to trap you in your own words! When you speak of these currents—from right to left, top to bottom, front to back—you are not explaining a very significant phenomenon in the human organism; you are not explaining the phenomenon that lies in the following: In humans, there are organs that are precisely symmetrical, identical on the left and right, and other organs that are asymmetrical—the heart, liver, stomach, and so on. One might object that we could, if necessary, understand the human organism from your currents if it were constructed entirely asymmetrically—if, just as it looks different from bottom to top and from front to back, it also looked different from left to right.
[ 3 ] Das könnte eingewendet werden. Es wäre aber ein kurzsichtiger Einwand. Denn, wie wir schon angedeutet haben, ist dasjenige, was von links nach rechts und von rechts nach links strömt, gerade dasjenige, was bewirkt den physischen Leib und den Ätherleib. Also in derjenigen Richtung, in der der Mensch symmetrisch aufgebaut ist, strömen physischer Leib und Ätherleib; gerade in dieser Richtung, wo physischer Leib und Ätherleib strömen, ist der Mensch symmetrisch aufgebaut. Nun erinnern Sie sich aber, was die geisteswissenschaftliche Forschung sagt zu dieser anthroposophischen Tatsache und der anthroposophischen Erklärung, daß diese Strömungen existieren, und fragen wir uns, ob wir irgendeine Möglichkeit haben, auch da begreiflich zu machen, daß alles so sein muß, wie es ist.
[ 3 ] One might object to this. But it would be a short-sighted objection. For, as we have already indicated, that which flows from left to right and from right to left is precisely what gives rise to the physical body and the etheric body. Thus, the physical body and the etheric body flow in the direction in which the human being is symmetrically constructed; it is precisely in this direction, where the physical body and the etheric body flow, that the human being is symmetrically constructed. Now, however, let us recall what spiritual scientific research says about this anthroposophical fact and the anthroposophical explanation that these currents exist, and let us ask ourselves whether we have any way of making it understandable that everything must be as it is.
[ 4 ] Die geisteswissenschaftliche Forschung zeigt uns, daß dieser physische Leib des Menschen eine sehr alte Wesenheit ist, die vom alten Saturn her stammt, daß der Ätherleib auf der Sonne dazukam, daß der astralische Leib auf dem Monde und das Ich erst auf der Erde dazukam. Nun können wir uns fragen: Wie war denn die erste Anlage des physischen Menschenleibes, als sie auf dem alten Saturn angelegt worden war? Unsymmetrisch selbstverständlich, denn sie mußte in einer Richtung wirken, die in der heutigen Leibesrichtung der von links nach rechts entspricht. Wie war die Anlage des Ätherleibes, als sie auf der Sonne zunächst angelegt worden ist? Unsymmetrisch war sie, denn sie mußte in der Richtung angelegt werden, welche heute entspricht der von rechts nach links im Menschen. Nun geht aber die Entwickelung weiter. Es bleibt bei der alten Sonnenwirkung nicht stehen, sondern es kommt nun die Mondenwirkung hinzu. Da entwickelt sich der physische Leib weiter; da wird an seiner Gestalt weitergebildet. Wenn diese Mondenwirkung nicht gekommen wäre, dann wäre der Mensch in bezug auf seinen physischen Leib allerdings ein einseitig unsymmetrisches Wesen geblieben. Nun setzte sich aber die Bildung dieses physischen Leibes auf dem Monde fort, und es setzte sich weiter alles übrige fort auf der Erde. Es mußte also etwas eintreten, was die ganze frühere Bildung veränderte, was sie zu einer ganz andern machte. Es mußte sozusagen eine Umkehrung, eine Auswechselung der Richtungen entstehen. Es mußte dasjenige, was geschehen sollte, um die Einseitigkeit zu vermeiden, von der andern Seite her bewirkt werden. Das heißt, während die Richtung, die vom Saturn her der Bildung des physischen Leibes eingeprägt war, von links nach rechts geht, mußte das jetzt wieder ausgeglichen werden durch eine Bildung von rechts nach links. Wodurch geschah das?
[ 4 ] Spiritual scientific research shows us that the human physical body is a very ancient entity originating from ancient Saturn, that the etheric body was added on the Sun, that the astral body was added on the Moon, and that the ego was added only on Earth. Now we may ask ourselves: What was the original structure of the human physical body when it was first formed on ancient Saturn? Asymmetrical, of course, for it had to function in a direction corresponding to the left-to-right orientation of the body today. What was the structure of the etheric body when it was first formed on the Sun? It was asymmetrical, for it had to be formed in the direction that today corresponds to the right-to-left orientation in humans. But now the development continues. It does not stop at the old solar influence, but the lunar influence is now added. There the physical body develops further; there its form is further shaped. If this lunar influence had not come, then the human being would indeed have remained a one-sided, asymmetrical being in regard to his physical body. Now, however, the formation of this physical body continued on the Moon, and everything else continued on Earth. Something therefore had to occur that would alter the entire earlier formation, making it something entirely different. A reversal, so to speak, a change in direction, had to take place. What was to happen to avoid this one-sidedness had to be brought about from the other side. That is to say, while the direction imprinted on the formation of the physical body from Saturn runs from left to right, this now had to be balanced out again by a formation from right to left. How did this come about?
[ 5 ] In früheren Vorträgen habe ich Ihnen gesagt, daß schon während der alten Mondenzeit die Sonne sich losgetrennt hat von dem Mond, und daß die Kräfte nun von außen herein wirkten, nicht mehr von derselben Seite, vom Mondenkörper aus. Und so war es auch mit dem Ätherleib, als die Bildung fortschritt. Was aus dem physischen Leibe bis zur alten Mondenzeit geworden war, das ist in Empfang genommen worden von der Seite, die jetzt von der außenstehenden Sonne kam. Ja, dann können wir aber wieder nicht begreifen, könnte jemand sagen, warum, da diese andere Seite so viel später gebildet worden ist, sie nicht viel kleiner ist als die andere Seite, warum die beiden Seiten gerade symmetrisch sind.
[ 5 ] In earlier lectures, I told you that even during the ancient Lunar Age, the Sun had separated from the Moon, and that the forces were now acting from the outside, no longer from the same side, from the body of the Moon. And so it was also with the etheric body as its formation progressed. What had become of the physical body by the time of the ancient Moon era was received by the side that now came from the external Sun. Yes, but then we cannot understand again, one might say, why—since this other side was formed so much later—it is not much smaller than the other side, why the two sides are exactly symmetrical.
[ 6 ] Erinnern Sie sich dazu an etwas anderes, was ich Ihnen gesagt habe. Es mußten gewisse Wesenheiten, die höher entwickelt waren, um stärkere Wirkungen zu entfalten, sich gerade von dem alten Mond und von der Erde trennen. Gerade um in der Bildung von rechts nach links stärkere Wirkungen auszuüben, als die auf dem Saturn ausgeübten, mußten diese Wesenheiten einen andern, höheren Schauplatz gewinnen. Denn sie hatten es nicht so leicht wie die Saturnwesen, als diese einseitig den physischen Menschenleib angelegt hatten. Sie hatten das, was von der bisherigen Evolution da war, schon zu überwinden. Da staute sich schon der ganze Bildungsprozeß. Deshalb mußten sie stärker sein, sie mußten sich einen Schauplatz außerhalb der Erde, auf der Sonne wählen. Dadurch wurde die Kraft verstärkt, und es wurde die andere Seite gleich gemacht der ersten Seite. Es wurde der physische Leib ein symmetrisches Gebilde.
[ 6 ] In this regard, recall something else I have told you. Certain beings who were more highly developed had to separate themselves from the old Moon and from the Earth in order to exert a stronger influence. Precisely in order to exert stronger effects in the formation from right to left than those exerted on Saturn, these beings had to find another, higher arena. For they did not have it as easy as the Saturn beings when the latter had unilaterally created the physical human body. They already had to overcome what had existed up to that point in evolution. The entire formative process was already at a standstill. Therefore, they had to be stronger; they had to choose a stage outside the Earth, on the Sun. This strengthened the power, and the other side was made equal to the first side. The physical body became a symmetrical structure.
[ 7 ] So werden Sie, wenn Sie nur Geduld haben, alles bis ins einzelne hinein bestätigt finden, was im Laufe der theosophischen Vorträge gesagt worden ist. Bis in die einzelnsten menschlichen Organe hinein könnten die Bildungskräfte verfolgt werden. Es würde ja natürlich zu weit führen, wenn ich Ihnen in diesen skizzenhaften Vorträgen auch das Ohrläppchen zum Beispiel erklären wollte, aber möglich wäre es.
[ 7 ] Thus, if you are patient, you will find that everything said in the course of the theosophical lectures is confirmed down to the smallest detail. The formative forces could be traced right down to the individual human organs. Of course, it would be going too far if I were to explain, for example, the earlobe to you in these sketchy lectures, but it would be possible.
[ 8 ] Wenn Sie sich daran erinnern, was gestern gesagt worden ist: daß Strömungen stattfinden von vorne nach rückwärts, und daß das die Wirkungen des Empfindungsleibes sind, die Ausströmungen des Empfindungsleibes in den menschlichen Organismus hinein, daß dagegen die Strömungen der Empfindungsseele von rückwärts nach vorwärts gehen, so haben wir also in einer Richtung zwei gegeneinander wirkende Strömungen, von vorne nach rückwärts und von rückwärts nach vorne. Wie müßten wir uns nun vorstellen, daß die Strömungen des Empfindungsleibes von vorne nach rückwärts und die Strömungen, die von der Empfindungsseele von rückwärts nach vorne gehen, am menschlichen Organismus bauen? Wir könnten das einmal durch eine kleine Skizze veranschaulichen:
[ 8 ] If you recall what was said yesterday: that currents flow from front to back, and that these are the effects of the sensory body—the outflow of the sensory body into the human organism—whereas the currents of the sensory soul flow from back to front, we thus have two currents acting against each other in one direction: from front to back and from back to front. How, then, should we imagine that the currents of the sensory body flowing from front to back and the currents of the sensory soul flowing from back to front act upon the human organism? We could illustrate this with a brief sketch:


[ 9 ] Wie gesagt, der physische Leib, der Ätherleib und der Hauptstock des astralischen Leibes waren schon da, und jetzt kommen jene Strömungen, die, vom Empfindungsleib kommend, von vorne nach rückwärts sich einbohren in den menschlichen Organismus. Und sie wirken so, daß sie hineinbilden in den menschlichen Organismus allerlei Organe in das, was schon darinnen ist. Nun, nehmen wir an, daß wiederum hineinarbeitet in den Organismus von rückwärts nach vorne die Empfindungsseele. Diese Arbeit ist eine innere, weil es eben Empfindungsseele ist. Vorne werden sich die Strömungen stauen. Sie werden sich so stauen, daß sie sich, wenn sie sich in den physischen Organismus hineinbohren, über das, was sie dort bilden, darüberlegen. Da gehen die Strömungen von der Empfindungsseele nach vorne, und da, wo der physische Leib begrenzt ist, dringen sie ein. Während die Strömungen des Empfindungsleibes von außen nach innen dringen - denn der Empfindungsleib ist ja außen -, gehen die Strömungen der Empfindungsseele von innen nach außen. Da müssen also an jener Stelle irgendwelche Öffnungen sein, da müssen einige Löcher gebohrt werden. Sie haben von rückwärts nach vorne gehend gewisse Strömungen und Sie haben von vorne nach rückwärts gehend gewisse Strömungen. Die Strömungen von rückwärts nach vorne gehen von der Empfindungsseele aus, von etwas Innerlichem; [die Strömungen von vorne nach rückwärts] bohren sich hinein in den physischen Organismus.
[ 9 ] As I said, the physical body, the etheric body, and the main part of the astral body were already there, and now those currents come—originating from the sensory body—and penetrate the human organism from front to back. And they work in such a way that they form all kinds of organs within the human organism, within what is already there. Now, let us assume that the feeling soul, in turn, works its way into the organism from back to front. This work is an inner one, precisely because it is the feeling soul. At the front, the currents will accumulate. They will accumulate in such a way that, when they penetrate into the physical organism, they will lay themselves over what they form there. There the currents of the soul of sensation flow forward, and where the physical body is bounded, they penetrate. While the currents of the sensory body penetrate from the outside to the inside—for the sensory body is, after all, on the outside—the currents of the sensory soul go from the inside to the outside. So there must be some openings at that point; some holes must be drilled. You have certain currents going from back to front, and you have certain currents going from front to back. The currents flowing from back to front originate from the soul of sensation, from something inner; [the currents flowing from front to back] penetrate into the physical organism.
[ 10 ] Wenn Sie diese Skizze anschauen, haben Sie die Seitenansicht eines menschlichen Gesichtes schematisch dargestellt: vorn die Strömungen, welche die Sinnesorgane hineinbohren, Gesichtsorgan, Geruchsorgan, Geschmacksorgan, und von hinten nach vorne kommend die Bildungskräfte, die das Gehirn darüberlagern. Sie haben das Schema des Baues des menschlichen Kopfes, von der Seite angesehen.
[ 10 ] If you look at this sketch, you will see a schematic side view of a human face: at the front are the currents that penetrate the sensory organs—the organs of sight, smell, and taste—and, moving from back to front, the formative forces that overlay the brain. You have viewed the schematic structure of the human head from the side.
[ 11 ] So können wir also sagen: Wenn das wahr ist, was die Geisteswissenschaft sagt, so kann eigentlich dieser menschliche Kopf gar nicht anders aussehen, als er wirklich aussieht. Wo ist denn eigentlich der Beweis für das, was die Geisteswissenschaft behauptet? Die Geisteswissenschaft zeigt: Wenn überhaupt jemals ein menschlicher Kopf hat entstehen sollen, so mußte er so aussehen. — Fragen Sie einmal den menschlichen Kopf, ob er so aussieht? Ja, er sieht so aus! Da haben Sie die Bestätigung, den Beleg dafür, der uns von der Erscheinungswelt selber entgegengebracht wird.
[ 11 ] So we can say: If what spiritual science says is true, then this human head cannot actually look any different from the way it really does. Where, then, is the proof for what spiritual science claims? Spiritual science shows: If a human head was ever to come into being, it would have to look like this. — Ask the human head once, does it look like this? Yes, it does! There you have the confirmation, the proof for this, which is presented to us by the world of appearances itself.
[ 12 ] Oder betrachten Sie jetzt einmal eine andere Tatsache. Die Arbeit des Empfindungsleibes geht nach innen, und die Arbeit der Empfindungsseele geht von innen nach außen, staut sich aber vorher noch. Sie kommt nicht bis nach außen, sie bleibt sozusagen gestaut in dem physischen Gehirnleib drinnen. Sie kann nicht heraus; sie kommt nur an den Stellen heraus, wo ihr etwas entgegenkommt durch die Löcher, welche von vorne hineingebohrt sind. Da kommt die Tätigkeit der Empfindungsseele heraus; da schreitet sie heraus. So daß wir also haben einen Teil unseres Innenlebens, der sich eben als Empfindungsseele nach außen ergießt. Das kann noch die Empfindungsseele.
[ 12 ] Or consider another fact. The work of the sensory body is directed inward, while the work of the sensory soul moves from the inside out, but first becomes blocked. It does not reach the outside; it remains, so to speak, blocked within the physical brain body. It cannot escape; it emerges only at the points where something meets it through the holes drilled into it from the front. There the activity of the soul of feeling emerges; there it steps out. So we have a part of our inner life that pours outwards as the soul of feeling. The soul of feeling is capable of this.
[ 13 ] Die Verstandesseele ist hiezu nicht fähig. Sie ruht auch im Innern; sie muß sich ebenso verhalten in ihren Wirkungen. Sie staut sich vollständig im Innern. Sie kann gar nicht nach außen, denn ihr begegnen keine Strömungen von außen. Daher verläuft das menschliche Denken im Innern; es kann nicht heraus. Der Mensch muß schon in seinem Innern nachdenken. Die Dinge denken nicht für ihn nach und sie zeigen ihm auch nicht die Gedanken von außen her, sondern er muß die Gedanken den Dingen entgegenbringen. Das ist das große Geheimnis, möchte man sagen, von dem Verhältnis der menschlichen Gedanken zu der Außenwelt. Durch die Sinnesorgane kommen dem Menschen keine Gedanken zu; so daß also, wenn die Sinnesorgane selber eine Unregelmäßigkeit haben, leicht Sinnestäuschungen vorkommen. Während aber im normalen Leben die Sinne nicht irren können, kann der Verstand, der sich mit den Dingen nicht in eine Beziehung setzen kann, irren. Er ist das erste Glied des Menschen, das irren kann, weil sich seine Tätigkeit innerhalb des Gehirnes staut, weil seine Tätigkeit nicht nach außen kommt. Was folgt daraus? Daraus folgt, daß es ganz unmöglich ist, daß der Mensch Gedanken über die Außenwelt hat und sich etwas Richtiges über die Außenwelt denkt, wenn er nicht in seinem Innern eine Anlage dazu hat, richtige Gedanken aufsteigen zu lassen. Niemals - das können Sie daraus sehen könnte die Außenwelt dem Menschen richtige Gedanken geben, wenn die richtigen Gedanken nicht in seinem Innern aufsteigen würden. Richtige Sinnesempfindungen kann sie ihm geben. Die Sinnesempfindungen aber können nicht denken. Der Gedanke aber ist dem Irrtum unterworfen, und der Mensch muß die Kraft in sich haben für die Richtigkeit des Gedankens.
[ 13 ] The intellectual soul is incapable of this. It, too, rests within; it must behave in the same way in its effects. It remains entirely within. It cannot go outward at all, for no currents from the outside meet it. Therefore, human thinking takes place within; it cannot escape. Human beings must think within themselves. Things do not think for them, nor do they present thoughts to them from the outside; rather, they must bring their thoughts to the things. This is the great mystery, one might say, of the relationship between human thought and the external world. No thoughts come to a person through the sense organs; so that, if the sense organs themselves have an irregularity, sensory illusions easily occur. But while in normal life the senses cannot err, the mind, which cannot establish a relationship with things, can err. It is the first part of the human being that can err, because its activity is confined within the brain, because its activity does not manifest outwardly. What follows from this? It follows that it is entirely impossible for a person to have thoughts about the external world and to form correct ideas about it unless they possess within themselves the capacity to allow correct thoughts to arise. Never—as you can see from this—could the external world give a person correct thoughts if correct thoughts did not arise within him. It can give him correct sensory perceptions. But sensory perceptions cannot think. Thought, however, is subject to error, and a person must have the power within himself to ensure the correctness of thought.
[ 14 ] Für denjenigen, der nachdenken will, zeigt schon diese Tatsache: Wenn im Menschen richtige Gedanken aufsteigen sollen über die Dinge der Außenwelt und doch nicht im jetzigen Leben in Berührung kommen können mit diesen Dingen, daß das hinweist auf ein vorzeitliches Dasein des Menschen. Denken Sie einmal: Der Mensch soll sich über die Weisheit der Welt richtige Gedanken machen, aber er kann mit seinen Gedanken gar nicht heraus. Was in der Welt draußen die Dinge als Weisheit durchströmt, das muß auch in ihm selber aufsteisen. Und es ist eine Grenze zwischen beiden; die zwei können gar nicht zusammenkommen. Sie müssen also einmal beieinander gewesen sein! Das war in jener Vorzeit, in welcher das menschliche Ich diese Strömungen von oben nach unten noch nicht aufgehalten hat, sondern sie frei durchgelassen hat. Sie müssen also daraus notwendig folgern, daß der Mensch einmal anders organisiert gewesen sein muß, daß dasjenige, was heutiges Denken im Gehirn ist, einmal, wie die Sinneswahrnehmung des Auges, mit der Außenwelt verbunden war, so daß der Mensch seine Gedanken anschaute.
[ 14 ] For those who wish to reflect, this fact alone shows that if true thoughts are to arise in human beings about the things of the external world, yet cannot come into contact with these things in this present life, this points to a pre-earthly existence of the human being. Just think: Human beings are meant to form true thoughts about the wisdom of the world, yet they cannot reach it with their thoughts. What flows through things in the outside world as wisdom must also arise within them. And there is a boundary between the two; the two cannot come together at all. They must therefore have once been together! That was in those ancient times when the human ego had not yet held back these currents flowing from above to below, but allowed them to pass freely. You must therefore necessarily conclude that human beings must once have been organized differently, that what is now thought in the brain was once, like the sensory perception of the eye, connected to the external world, so that human beings could look at their thoughts.
[ 15 ] Was heißt denn das: Man schaute das an, was man jetzt bloß denken kann? Das heißt, man hatte eine Hellsichtigkeit. Aber weil das Ich es gerade ist, was den Menschen von der alten Hellsichtigkeit getrennt hat, so war das Ich damals noch nicht da. Man muß es also eine Hellsichtigkeit nennen, die noch nicht Ich-durchleuchtet ist, die noch dämmerhaft ist. Und wir können uns so geradezu das Wort zusammensetzen, das wir gebraucht haben für das alte Hellsehen: ein dämmerhaftes Hellsehen muß der Mensch gehabt haben. Er muß früher Zustände durchgemacht haben, wo er ein dämmerhaftes Hellsehen gehabt hat. |
[ 15 ] What does that mean: that people used to see what we can now only imagine? It means they possessed clairvoyance. But since it is precisely the ego that has separated human beings from that ancient form of clairvoyance, the ego did not yet exist back then. So we must call it a form of clairvoyance that has not yet been illuminated by the ego, that is still twilight-like. And we can practically reconstruct the very word we used for the old clairvoyance: human beings must have possessed a twilight-like clairvoyance. They must have gone through states in the past where they possessed a twilight-like clairvoyance. |
[ 16 ] Wiederum ist es die jetzige Organisation, die uns zeigt, daß in abgelaufenen Zeiten der Mensch mit einer andern Organisation gelebt hat. Wenn das so ist, was gesagt worden ist, dann folgt daraus aber etwas sehr Wichtiges für das praktische Leben. Es folgt daraus, daß für alle Verhältnisse der Sinneswelt die Sinneswahrnehmung - abgesehen von Sinnestäuschungen — etwas ist, was die Wahrheit aussprechen kann. Denn in bezug auf die Sinneswahrnehmung steht der Mensch in einem unmittelbaren Verhältnis zur Außenwelt, in unmittelbarer Berührung mit der Außenwelt. Es geht daraus auch hervor, daß der Mensch über das, was in seinem Innern ist, nur durch die Kraft seines Verstandes etwas wissen kann. Zum Beispiel, wenn das Ich nach innen strömt, so ist es ja darinnen. Wenn der Mensch also sein Denken anwendet auf das Ich, so ist es ganz natürlich, daß dieses Denken über das Ich - weil das Ich im Innern ist — imstande ist, etwas über dieses Ich zu entscheiden. Das haben Sie gesehen aus den Vorträgen des Herrn Dr. Unger. Und jetzt werden Sie auch den Vorgang lokalisieren können. Es ist die Begegnung der Verstandesseele mit dem Ich, welche das reine Denken, das nach innen gerichtete Denken erzeugt. Und Sie werden begreifen, daß dieses Denken, welches sich selbst ergreift, nicht dem Irrtume ausgesetzt sein kann wie jenes Denken, das draußen in der Welt herumschweifen und sich aus den Dingen die Urteile holen will. Denn dieses Denken kommt nur so weit mit dem Nachsinnen über die Außenwelt, als es zuerst die Begriffe, die Wahrheit über die äußeren Dinge in sich selber finden kann. Der Mensch muß den Dingen ihre Begriffe als Spiegelbilder entgegenhalten. Die Dinge selbst können nur die sinnliche Seite geben. Der Mensch muß in sich aus einer richtigen Wahrheitsanlage aufsteigen lassen die Begriffe der Dinge, die Gedanken der Dinge. Über was haben wir denn also nur ein Urteil in der Außenwelt? In Wahrheit hat der Mensch nur über dasjenige in der Außenwelt ein Urteil, was sich zunächst seinen Sinnen darbietet. Was sich den Sinnen entzieht, darüber können die Sinne selber nichts entscheiden. Was ist denn eigentlich also am Menschen, was einzig und allein nur in seiner Wahrheit erscheint? Einzig und allein ist am Menschen - und auch an den andern Wesen der Natur lediglich das für den physischen Plan in seiner Wahrheit erscheinend, was wirklich die Sinne sehen können. Sobald sich etwas den Sinnen entzieht in seiner unmittelbaren Gegenwart, dann kann vom physischen Plan aus kein Urteil über die Sache gefällt werden. Denn in dem Augenblick wird der Verstand, wenn er nicht gelenkt und geleitet wird von der inneren Richtigkeit oder Wahrheitsanlage, notwendigerweise in alle möglichen Irrtümer hineinkommen müssen.
[ 16 ] Once again, it is our present organization that shows us that in times past, human beings lived with a different organization. If what has been said is true, then something very important for practical life follows from this. It follows that, for all conditions of the sensory world, sensory perception—apart from sensory illusions—is something that can express the truth. For in regard to sensory perception, human beings stand in a direct relationship to the external world, in direct contact with the external world. It also follows that a person can know anything about what is within them only through the power of their intellect. For example, when the “I” flows inward, it is, of course, within. So when a person applies their thinking to the “I,” it is quite natural that this thinking about the “I”—because the “I” is within—is capable of determining something about this “I.” You have seen this in Dr. Unger’s lectures. And now you will also be able to locate the process. It is the encounter of the intellectual soul with the “I” that generates pure thinking, thinking directed inward. And you will understand that this thinking, which grasps itself, cannot be subject to error like that thinking which wanders about out in the world and seeks to draw judgments from things. For this thinking can only go so far in reflecting on the external world as it can first find within itself the concepts, the truth about external things. Man must hold up the concepts of things as mirror images to the things themselves. The things themselves can provide only the sensory aspect. Man must allow the concepts of things, the thoughts of things, to rise within him from a proper disposition toward truth. About what, then, do we have a judgment in the external world? In truth, human beings have a judgment only about that in the external world which first presents itself to their senses. About what eludes the senses, the senses themselves can decide nothing. What, then, is it actually in human beings that appears solely and exclusively in its truth? In human beings—and also in the other beings of nature—the only thing that appears in its truth on the physical plane is what the senses can actually perceive. As soon as something eludes the senses in their immediate presence, no judgment can be made about the matter from the physical plane. For at that moment, the intellect, if it is not guided and directed by inner correctness or a sense of truth, will necessarily fall into all manner of errors.
[ 17 ] Ich will Ihnen diese Sache lieber an einem Beispiel ausführen. Ich will Ihnen zwei Lehren vorführen. Die eine kennen Sie aus der geisteswissenschaftlichen Forschung: die Lehre, welche Formen der Mensch durchgemacht hat in den früheren Daseinszuständen durch die atlantische, lemurische Zeit und so weiter hindurch bis hinauf zum alten Monden-, Sonnen- und Saturndasein. Da wird Ihnen gezeigt aus der geisteswissenschaftlichen Forschung heraus, was der Mensch für Zustände durchgemacht hat. Und wir haben heute ein Beispiel gesehen, wie wunderbar das, was die Sinne sehen, uns begreiflich erscheint, wenn wir diese Abstammungslehre des Menschen wirklich uns zu eigen machen und sie verarbeiten an der äußeren Welt. Und Sie können sich immer mehr und mehr davon überzeugen, wie frappierend es ist, daß alles Äußere eine Bestätigung liefert für das, was die geisteswissenschaftliche Forschung aus den Tatsachen der geistigen Welt heraus feststellt.
[ 17 ] I would rather explain this to you using an example. I would like to present two teachings to you. You are familiar with one from spiritual scientific research: the teaching regarding the forms humanity has undergone in earlier states of existence, through the Atlantean and Lemurian periods and so on, up to the ancient Moon, Sun, and Saturn epochs. Here, spiritual scientific research shows you the states humanity has passed through. And today we have seen an example of how wonderfully comprehensible what the senses perceive becomes to us when we truly make this doctrine of human evolution our own and apply it to the external world. And you can become more and more convinced of how striking it is that everything external provides confirmation for what spiritual scientific research establishes from the facts of the spiritual world.
[ 18 ] Nehmen wir jetzt als Gegenstück einmal die Sinnesforschung, die sinnliche Abstammungslehre, die ja erst in der neueren Zeit ihren Ausbau gefunden hat. Da zeigt sich uns vor allen Dingen, daß ein wichtiges Gesetz aufgestellt worden ist, das ich schon öfter erwähnt habe: das biogenetische Grundgesetz, welches die äußeren Tatsachen in der Weise feststellt, daß der Mensch in seinem Keimeszustand kurz durchmacht alle diejenigen Formen, die erinnern an gewisse Tiergestalten; in gewissen Stadien erinnert er an ein Fischchen und so weiter. Er wiederholt, so könnte man sagen, die verschiedenen Formen des Tierreiches. Nun wissen Sie ja alle, daß insbesondere in demjenigen Stadium, wo diese Abstammungslehre wild geworden war, geschlossen worden ist aus dieser Tatsachenwelt, daß der Mensch nun wirklich in der Vorwelt diese Formen durchgemacht habe, welche sich da wiederholentlich zeigen in seinem Keimeszustand. Man möchte gegenüber dieser Tatsache sagen: Es war wahrhaftig für die Menschheit ein Glück, daß diese Beobachtung durch die Sorgfalt der Götter so lange verborgen geblieben ist bis in die Zeit hinein, wo sie gleichzeitig fast — die Dinge schieben sich ja fast immer übereinander -, nachdem sie in ihren wilderen Formen aufgestellt worden war, ihre Korrektur erfahren konnte durch die Geisteswissenschaft. -— Das, was der Mensch durchmacht bis zu dem Zeitpunkt, wo er auf dem physischen Plan für die Sinneswahrnehmung erscheint, das wurde eingehüllt von den Göttern und konnte nicht beobachtet werden. Denn wäre es noch früher beobachtet worden, so hätte sich der Mensch vielleicht noch verkehrtere Begriffe darüber gemacht. Die Tatsachen sind selbstverständlich richtig, denn sie werden durch die Sinne beobachtet. Soll aber nun darüber geurteilt werden, dann kommt das in Betracht, was die Kraft der Verstandesseele ist. Die kann nicht heran an das, was nicht sinnlich gesehen werden kann. Sie ist daher, wenn sie nicht die Wahrheitsanlage im Innern hat, notwendigerweise dem Irrtum unterworfen. Und hier haben wir ein eklatantes Beispiel dafür, wie die Urteilskraft, die aus der Verstandesseele kommt, in den Irrtum hineinsegeln kann.
[ 18 ] Let us now consider, by way of contrast, sensory research—the sensory theory of evolution—which has only recently come into its own. Here we see, above all, that an important law has been established, one I have mentioned frequently: the fundamental law of biogenetics, which describes the external facts in such a way that the human being, in its embryonic state, briefly passes through all those forms that resemble certain animal figures; in certain stages, it resembles a small fish, and so on. One might say that he repeats the various forms of the animal kingdom. Now you all know that, especially during the period when this theory of evolution had run amok, it was concluded from this factual world that human beings had indeed passed through these forms in a previous world, forms that repeatedly appear in their embryonic state. One might say in response to this fact: It was truly a blessing for humanity that this observation remained hidden through the care of the gods until the time when—since things almost always overlap—it could undergo correction through spiritual science, almost simultaneously after it had been established in its wilder forms. — What the human being goes through up to the point where he appears on the physical plane for sensory perception was veiled by the gods and could not be observed. For if it had been observed even earlier, the human being might have formed even more erroneous concepts about it. The facts are, of course, correct, for they are observed through the senses. But when it comes to judging them, then what comes into play is the power of the intellectual soul. This cannot grasp what cannot be seen by the senses. Therefore, if it does not possess the inner capacity for truth, it is necessarily subject to error. And here we have a striking example of how the power of judgment, which comes from the intellectual soul, can sail straight into error.
[ 19 ] Was zeigt denn die Tatsache, daß der Mensch auf einer gewissen Stufe seines Keimeslebens einem Fischchen ähnlich sieht? Diese Tatsache zeigt, daß der Mensch dasjenige, was Fischform ist, nicht brauchen kann, daß er es ausstoßen mußte, bevor er sein Menschendasein antrat. Und die nächste Keimesgestalt ist wiederum eine solche, die der Mensch ausstoßen mußte, weil sie nicht zu ihm gehört, so wie der Mensch alle Tierformen ausstoßen mußte, weil sie nicht zu ihm gehören. Der Mensch hätte nicht Mensch werden können, wenn er jemals in einer solchen Gestalt auf der Erde erschienen wäre, wie diese Tierformen sind. Er mußte sie eben gerade von sich absondern, damit er hat Mensch werden können. Wenn Sie in richtiger Weise diese Gedanken verfolgen, so werden Sie auch zu einem richtigen Urteil kommen. Was zeigen die Tatsachen, daß der Mensch im Keimesstadium zum Beispiel wie ein Fischchen aussieht? Diese Tatsachen zeigen, daß er niemals einem Fischchen ähnlich gesehen hat im Verlaufe seiner Abstammungslinie, daß er gerade in der Linie seiner Entwickelung ausgestoßen hat die Fischform, sie nicht brauchen konnte, weil er ihr nicht ähnlich sehen durfte. Nehmen Sie nun alle die andern aufeinanderfolgenden Gestalten, welche die moderne Wissenschaft in den Gestalten des Keimeslebens Ihnen zeigt. Was zeigen diese Formen? Sie zeigen alles dasjenige, was der Mensch in der Vorzeit nicht gewesen ist, was er gerade aus sich hat ausstoßen müssen. Sie zeigen alle diejenigen Bilder, denen er niemals ähnlich gesehen hat. So kann man in Wahrheit erfahren durch die Embryologie, wie der Mensch niemals in der Vorzeit ausgesehen hat. Alle die Dinge, die der Mensch nicht durchgemacht hat, sondern die er ausgestoßen hat, kann man dadurch kennenlernen. Wenn man aber daraus den Schluß zieht, daß der Mensch von alledem abstamme, daß er das durchgemacht habe, um auf seine heutige Entwickelungsstufe zu kommen, so steht man dann auf demselben Standpunkt wie jemand, der etwa sagte: Hier steht der Sohn, hier der Vater. Wenn ich beide vergleiche, so werde ich nimmermehr glauben, daß der Sohn vom Vater abstammt. Ich werde glauben, daß der Sohn von sich selber abstammt, oder der Vater vom Sohn. Gerade die umgekehrte Reihenfolge der Evolution wurde durch das Hineinsegeln in den Irrtum angenommen, dadurch, daß der Verstand sich wirklich recht ungeeignet erwiesen hat, um diese Tatsachen der Wirklichkeit wahrhaftig zu durchdenken. Gewiß sind diese Bilder der Vorzeit für uns außerordentlich wichtig, weil wir eben daran erkennen, wie wir niemals ausgesehen haben.
[ 19 ] What does the fact that, at a certain stage of its embryonic development, the human being resembles a small fish actually show? This fact shows that the human being has no use for the fish-like form, that it had to cast it off before entering into its human existence. And the next embryonic form is, in turn, one that humans had to shed because it does not belong to them, just as humans had to shed all animal forms because they do not belong to them. Humans could not have become human if they had ever appeared on Earth in a form such as these animal forms. They had to separate themselves from them precisely so that they could become human. If you follow these thoughts correctly, you will also arrive at a correct judgment. What do the facts show when, for example, the human being in the embryonic stage looks like a little fish? These facts show that he has never resembled a little fish in the course of his lineage, that he has precisely cast off the fish form in the course of his development; he could not use it because he was not allowed to resemble it. Now consider all the other successive forms that modern science shows you in the forms of embryonic life. What do these forms reveal? They reveal everything that the human being was not in prehistory, everything that he had to cast out of himself. They reveal all those images to which he has never resembled. Thus, through embryology, one can truly learn how the human being never looked in prehistory. All the things that human beings did not go through, but which they expelled, can be learned through this. But if one draws the conclusion from this that human beings are descended from all of this, that they went through it in order to reach their present stage of development, then one stands on the same ground as someone who might say: Here stands the son, here the father. If I compare the two, I will never believe that the son descends from the father. I will believe that the son descends from himself, or the father from the son. It is precisely the reverse order of evolution that has been assumed by sailing into error, because the intellect has truly proven quite unsuited to truly thinking through these facts of reality. Certainly, these images of the past are extraordinarily important to us, because they show us exactly what we never looked like.
[ 20 ] Das kann man aber an etwas anderem viel besser erkennen. Man kann es erkennen an denjenigen Reichen, die uns durch die äußere Sinnenwelt selber geboten werden, die sich uns nicht entziehen. Nämlich alle diese Formen sind uns ja auch in der Außenwelt gegeben. Die kann man beobachten mit dem, was man die gewöhnliche, richtig verwertete menschliche Anschauung nennen kann. Solange die Menschen nur diese Beobachtung gehabt haben, solange sie ihren Verstand angewendet haben nicht auf das, was der Sinnesanschauung sich verschließt, sondern auf das, was vor der Sinnesanschauung ausgebreitet liegt, so lange sind sie zu jenem falschen Urteil nicht gekommen. Freilich haben dazumal die Menschen nicht aus dem Verstande geurteilt über ihre Abstammung, sondern sie haben aus ihrem natürlichen, geraden Wahrheitssinn geurteilt. Sie haben den Affen angeschaut und haben jenes eigentümliche Gefühl empfunden, das jeder gesunde Sinn empfindet, wenn er den Affen anschaut, und das man mit nichts anderem vergleichen kann als mit einem gewissen Schamgefühl. Und dieses Schamgefühl war wahrer als das, was nachher der irrende Verstand gesagt hat. In diesem Schamgefühl lag das Gefühlsurteil darinnen, daß eigentlich der Affe ein von der Menschenströmung abgefallenes Wesen ist, ein zurückgebliebenes Wesen ist, daß er herstammt aus der Menschenlinie und hat ausgesondert werden müssen. Also es lag das Gefühl darinnen, daß der Mensch nur hat auf seine heutige Höhe kommen können dadurch, daß er dasjenige, was die heutige Affengestalt geworden ist, erst aus sich aussondern mußte. Hätte er es behalten, so hätte er nie Mensch werden können. Das liegt in dem natürlichen, gesunden Gefühl. Dann wurden die Sachen durch den Verstand erforscht, und da zeigte sich durch den Verstand der Irrtum, daß der Mensch sagte, die Menschengestalt stamme her von der Affenströmung! Das ist ein Irrtum. Je weiter Sie nachdenken, desto mehr werden Sie finden, wie tief berechtigt gerade dasjenige ist, was eben jetzt gesagt worden ist. Daß der Mensch vom Affen herstamme, ist ein Irrtum, was sich Ihnen schon ergeben kann aus etwas ganz Gewöhnlichem.
[ 20 ] But this can be seen much more clearly in something else. It can be seen in the realms that are presented to us through the external sensory world itself, which do not elude us. For all these forms are, after all, also given to us in the external world. One can observe them through what might be called ordinary, correctly applied human perception. As long as people relied solely on this observation—as long as they applied their intellect not to what is hidden from sensory perception, but to what lies spread out before it—they did not arrive at that false judgment. Of course, back then people did not judge their ancestry through reason, but rather through their natural, straightforward sense of truth. They looked at the ape and felt that peculiar sensation that every sound mind feels when looking at an ape, and which can be compared to nothing other than a certain sense of shame. And this sense of shame was truer than what the erring intellect later claimed. In this sense of shame lay the emotional judgment that the ape is actually a being that has fallen away from the human stream, a being that has been left behind, that it descends from the human line and had to be separated out. So the feeling was that man could only have reached his present level by first having to separate from himself that which has become the present form of the ape. Had he retained it, he could never have become human. This lies in the natural, healthy feeling. Then these matters were investigated by the intellect, and through the intellect the error became apparent: that humans claimed the human form originated from the ape lineage! That is an error. The more you reflect, the more you will find how profoundly justified is precisely what has just been said. That man is descended from the ape is an error, which can already become clear to you from something quite ordinary.
[ 21 ] Nehmen Sie an, Sie betrachten diejenigen Glieder der Menschennatur, die Ihnen für die eigene Wahrnehmung offen vorliegen als das, was Sie selber an sich beobachten, oder Sie beobachten dasjenige an der Menschennatur, was Sie an den andern Menschen beobachten können, wiederum als das, was der Sinnesbeobachtung gegeben wird. Weil ja nun im Menschen zwei Strömungen ineinanderfließen, die Strömung des Empfindungsleibes von vorne nach rückwärts und die Strömung der Empfindungsseele von rückwärts nach vorne, so müssen wir unterscheiden bei dem, was uns da sozusagen an dem Menschen erscheint, wenn wir ihm gegenüberstehen, zwischen dem, was von vorne nach rückwärts wirkt als die Strömung des Empfindungsleibes, und zwischen dem, was von rückwärts nach vorne wirkt als die Strömung der Empfindungsseele. Schauen wir von diesem Gesichtspunkt einem Menschen ins Antlitz. Soweit wir den Menschen sinnlich sehen, ist das Bild natürlich richtig. Darüber können wir nicht irren; das gibt die Sinnesbeobachtung. Aber nunmehr kommt, und hier noch auf einer unterbewußten Stufe, der menschliche Verstand hinzu. Und der irrt sich hier an einem geradezu klassischen Beispiel sofort. Denn als was betrachtet er das menschliche Antlitz in bezug auf seine Bildungskräfte? Er betrachtet es als etwas, was irgendwie von außen aufgebaut ist. In Wahrheit ist das, was wir am menschlichen Antlitz sehen, von innen nach außen durch die Empfindungsseele aufgebaut. Und wir geben ein falsches Urteil ab, wenn wir einem Menschen ins Antlitz schauen und sagen, daß das überhaupt äußerer Leib wäre. Wir müssen sagen: Was hier die Sinne sehen, das ist das äußere Bild der Empfindungsseele, überhaupt der Seele, die nach außen wirkt. Deutest du dir das menschliche Gesicht als Seele, und lenkst du eben davon deine Aufmerksamkeit ab, daß es Leib sein könnte, dann hast du das richtige Urteil. - Hier haben Sie das ungeheure Blendwerk: Sie schauen ein menschliches Gesicht an, das Bild einer Seele, und Sie halten es für einen Leib, indem Sie in das Bild der Seele schauen - nur das Bild der Seele, selbstverständlich. - Das ist eben die grundfalsche Anschauung; es zeigt, wie der Mensch sogleich, wenn seine Urteilskraft in Betracht kommt, die Dinge falsch deutet. Die äußeren Bilder kann der Mensch erst dann richtig auffassen, wenn er sie in richtiger Weise versteht, wenn er davon spricht, daß das menschliche Antlitz das Bild der Seele ist, und daß alles zu einer falschen Erklärung führt, was man über dieses menschliche Antlitz erfahren kann aus den bloßen Kräften, die in Betracht kommen als Kräfte der physischen oder der ätherischen Natur. Denn dieses menschliche Antlitz muß gedeutet werden aus den Kräften der Seele selber, das Sichtbare aus dem Unsichtbaren in diesem Falle. Das gerade werden Sie merken können an der Geisteswissenschaft, je tiefer Sie eindringen, daß sie eine hohe Schule des Denkens ist, daß das chaotische Denken, das heute alle Kreise beherrscht - und am meisten die wissenschaftlichen Kreise -, aufhören muß. Es mag Ihnen daher manchmal anstrengend sein, was Sie hier alles zu hören bekommen, namentlich in bezug auf die Gedanken, die Sie sich dabei bilden müssen. Aber dafür ist auch die Geisteswissenschaft zugleich die hohe Schule des logischen Denkens, weil sie dazu zwingt, die Dinge in der Welt sich in richtiger Weise zu deuten. Und richtig deuten müssen wir auch gewisse Erscheinungen, die aus dem Gebiet der Anthroposophie des einzelnen Menschen hinausführen in das Gebiet der Anthroposophie der gesamten Menschheit.
[ 21 ] Suppose you regard those aspects of human nature that are directly accessible to your own perception—that is, what you observe in yourself—or suppose you regard that aspect of human nature which you can observe in other people as, in turn, what is given to sensory observation. Since two currents now flow into one another within the human being—the current of the sensory body flowing from front to back and the current of the sensory soul flowing from back to front— we must distinguish, in what appears to us, so to speak, in a human being when we stand before them, between what acts from front to back as the current of the sensory body, and what acts from back to front as the current of the sensory soul. Let us look into a human being’s face from this perspective. Insofar as we perceive the human being through the senses, the image is naturally correct. We cannot be mistaken about this; that is what sensory observation tells us. But now the human intellect comes into play, albeit still at a subconscious level. And here it immediately errs in a truly classic example. For how does it regard the human face in terms of its formative powers? It regards it as something that is somehow constructed from the outside. In truth, what we see in the human face is built up from the inside out by the feeling soul. And we make a false judgment when we look into a person’s face and say that it is at all an external body. We must say: What the senses see here is the outer image of the soul of feeling—indeed, of the soul itself—acting outwardly. If you interpret the human face as a soul, and divert your attention from the idea that it might be a body, then you have the correct judgment. - Here you have the tremendous deception: you look at a human face, the image of a soul, and you take it for a body by looking into the image of the soul—only the image of the soul, of course. - That is precisely the fundamentally false view; it shows how, as soon as human judgment comes into play, people misinterpret things. Human beings can only perceive the outer images correctly when they understand them in the right way, when they speak of the human face as the image of the soul, and that everything leads to a false explanation—whatever one can learn about this human face from the mere forces that come into play as forces of the physical or etheric nature. For this human face must be interpreted from the forces of the soul itself—the visible from the invisible in this case. You will be able to see this very clearly in spiritual science, the deeper you penetrate it: that it is a high school of thinking, and that the chaotic thinking that dominates all circles today—and most of all the scientific circles—must cease. It may therefore sometimes be taxing for you to hear all that is said here, particularly with regard to the thoughts you must form in the process. But at the same time, spiritual science is also the highest school of logical thinking, because it compels us to interpret the things of the world correctly. And we must also correctly interpret certain phenomena that lead us beyond the realm of the individual’s anthroposophy into the realm of the anthroposophy of all humanity.
[ 22 ] Blicken wir noch einmal zurück auf das, was wir den Lautsinn genannt haben, und auf den Begriffs- oder Vorstellungssinn, und fragen wir uns einmal in bezug auf die menschliche Entwickelung auf der Erde: Hat sich der Mensch so entwickelt, daß zuerst der Lautsinn oder daß zuerst der Begriffs- oder Vorstellungssinn entstanden ist? — Damit haben wir eigentlich viel getan, wenn wir in die menschliche Entwickelung auf diesem niederen Gebiete so hineinschauen können, daß wir uns die Frage beantworten können: Hat der Mensch zuerst gelernt Worte zu verstehen, oder hat er zuerst gelernt die Vorstellungen, die an ihn herandringen, wahrzunehmen und zu begreifen? Diese Frage gehört eigentlich noch wenig in das Gebiet der Geisteswissenschaft, denn jeder kann sie sich beantworten, wenn er beobachtet, wie das Kind sprechen und Gedanken wahrnehmen lernt. Jeder wird wissen, daß das Kind zuerst sprechen lernt und dann erst Gedanken wahrnehmen. Die Sprache ist die Voraussetzung für das Gedankenwahrnehmen. Warum ist sie das? Aus dem einfachen Grunde, weil der Lautsinn die Voraussetzung ist für den Vorstellungssinn. Sprechen lernt das Kind, weil es hören kann, weil es hinhorchen kann auf das, was der Lautsinn wahrnehmen kann, und das Sprechen selbst ist dann die bloße Nachahmung. Daher werden Sie auch finden, daß das Kind immer Sprachlaute nachahmt, lange bevor es irgend etwas versteht, was schon eine Vorstellung ist. Betrachten und beobachten Sie genau, und Sie werden sehen, daß es so ist: Zuerst entwickelt sich der Lautsinn, und an dem Lautsinn erst entwickelt sich der Begriffssinn. Lautsinn ist also die Möglichkeit, nicht nur Töne wahrzunehmen, sondern dasjenige wahrzunehmen, was wir Laute nennen, Sprachlaute. Und es entsteht jetzt für uns die Frage: Wenn der Mensch also einmal im Verlaufe seiner Entwickelung fähig geworden ist, Laute wahrzunehmen und als Folge davon fähig geworden ist, die Sprache sich anzueignen, wie muß denn das geschehen sein? Wie muß das zugegangen sein, daß der Mensch zur Sprache gekommen ist im Verlaufe seiner Entwickelung?
[ 22 ] Let us look back once more at what we have called the sense of sound, and at the sense of concepts or imagination, and ask ourselves, with regard to human development on Earth: Did human beings develop in such a way that the sense of sound arose first, or did the sense of concepts or imagination arise first? — We have actually accomplished a great deal if we can look into human development in this lower realm in such a way that we can answer the question: Did human beings first learn to understand words, or did they first learn to perceive and comprehend the images that come to them? This question actually belongs only marginally to the realm of spiritual science, for anyone can answer it by observing how a child learns to speak and to perceive thoughts. Everyone knows that a child first learns to speak and only then to perceive thoughts. Language is the prerequisite for the perception of thoughts. Why is this so? For the simple reason that the sense of sound is the prerequisite for the sense of imagination. The child learns to speak because it can hear, because it can listen to what the sense of sound can perceive, and speaking itself is then mere imitation. That is why you will also find that the child always imitates speech sounds long before it understands anything that is already a concept. Observe closely, and you will see that this is the case: first the sense of sound develops, and only on the basis of the sense of sound does the sense of concept develop. The sense of sound is thus the ability not only to perceive sounds, but to perceive what we call speech sounds. And this raises the question for us: If, in the course of their development, human beings have become capable of perceiving sounds and, as a result, have become capable of acquiring language, how must this have happened? How must it have come about that human beings acquired language in the course of their development?
[ 23 ] Da müssen wir uns einmal das eine klarmachen. Wenn also der Mensch sprechen lernen sollte, nicht nur hören, sondern sprechen lernen sollte, dann war notwendig, daß nicht nur von außen etwas an ihn herandrang und er etwas wahrnahm, sondern es war notwendig, daß etwas in ihm denselben Weg machte, den die Strömungen der Empfindungsseele machen, wenn sie von hinten nach vorne dringen. So etwas war notwendig. Es mußte also in der menschlichen Entwikkelung so kommen, daß die Empfindungsseele von einer Strömung durchzogen wurde, die in derselben Richtung wirkt wie jene Strömungen in der Seele überhaupt, welche das erzeugen, was eben durch die Bewegung von rückwärts nach vorne erzeugt wird. Das mußte eintreten, damit die Sprache kam. Diese Sprache sollte aber früher kommen als der Vorstellungssinn, sie sollte kommen, ehe man in der Lage war, in den Worten selber - selbst in denjenigen Worten, die man . aussprach - dasjenige zu empfinden, was Vorstellung ist. Wirklich mußte die Menschheit zuerst Laute ausstoßen lernen und in der Empfindung dieser Laute leben können, bevor sie mit diesen Lauten gewisse Vorstellungen verband, die erst später kommen konnten. Zuerst war es etwas, was noch nicht Begriff und Vorstellung war, sondern ein Gefühl für das, was die Laute durchdrang, wenn sie ausgestoßen wurden. Davon ging die Sprache aus.
[ 23 ] We need to be clear about one thing here. If, then, human beings were to learn to speak—not merely to hear, but to speak—it was necessary that something should not only approach them from the outside and be perceived by them, but that something within them should follow the same path as the currents of the sensory soul do when they move from back to front. Something like this was necessary. So it had to come about in human development that the soul of sensation was permeated by a current acting in the same direction as those currents in the soul in general that produce what is generated precisely by the movement from back to front. This had to happen for language to emerge. But this language was to come before the sense of imagination; it was to come before one was able to perceive, within the words themselves—even within the very words one uttered—that which is imagination. Indeed, humanity first had to learn to utter sounds and be able to live within the sensation of these sounds before it could associate certain concepts with them—concepts that could only come later. At first, it was something that was not yet a concept or an idea, but a feeling for what permeated the sounds as they were uttered. Language originated from this.
[ 24 ] Diese Entwickelung mußte zu einer Zeit vor sich gehen, als die Umlagerung, die Aufrichtung des Blutzirkulationssystems schon geschehen war, denn die Tiere können nicht sprechen. Es mußte schon das Ich von oben nach unten wirken. Aber obwohl dieses Ich, das von oben nach unten wirkte, schon da war, so konnte sich die Menschheit dieses Ich doch nicht vorstellen. Denn der Vorstellungssinn war noch nicht entwickelt. Was also folgt daraus? Es folgt daraus, daß der Mensch die Sprache nicht erhalten haben kann durch sein eigenes Ich, sondern durch ein anderes Ich, das wir vergleichen können mit dem tierischen Gruppen-Ich. Die Sprache ist also in diesem Sinne wirklich eine Göttergabe, Sie ist dem Menschen von oben herunter auf dem Wege, den das Ich nimmt, eingeflößt worden, als das Ich noch nicht imstande war, die Sprache selber auszubilden. Also das von oben herunterströmende Ich war nicht imstande, die Sprache auszubilden. Es hatte in sich noch nicht diejenigen Organe, welche den Impuls zum Ausbilden der Sprache hätten geben können. Das mußte das Gruppen-Ich tun. Aber nun war der Mensch ja schon fertig. Es war der Mensch schon ein aufgerichteter Mensch. Das Gruppen-Ich mußte von oben nach unten in den physischen, den ätherischen Organismus und so weiter hineinwirken, um die Sprache zu bewirken. Diesem Gruppen-Ich strömte eine Strömung von unten entgegen. Von oben herunter kam die Strömung des Gruppen-Ich, von unten herauf eine Strömung, mit welcher sich die Strömung des Gruppen-Ich begegnet. Die kommen zusammen und erzeugen eine Art von Wirbelgebilde. Wenn Sie eine gerade Linie ziehen durch die Mitte des Kehlkopfes, so ist das die Richtung der Strömung, welche von den die Sprache gebenden Geistern benützt wurde. Und aus diesen zwei sich stauenden Strömungen entstand in physischer Materie die eigentümliche Form des menschlichen Kehlkopfes. Damit müssen wir uns aber sagen, daß der Mensch unter dem Einfluß einer Gruppenseele, die im Umkreis der Erde lebt, diese Sprache ausbilden mußte.
[ 24 ] This development had to take place at a time when the restructuring and the establishment of the circulatory system had already occurred, for animals cannot speak. The I had to be working from above down below. But although this I, which worked from above down below, was already there, humanity could not yet conceive of this I. For the power of imagination had not yet developed. What, then, follows from this? It follows that human beings cannot have received language through their own I, but through another I, which we can compare to the animal group-I. Language is thus, in this sense, truly a gift from the gods; it was instilled in humanity from above along the path taken by the ego, when the ego was not yet capable of developing language on its own. So the ego flowing down from above was not capable of developing language. It did not yet possess within itself the organs that could have provided the impulse to develop language. The group-I had to do that. But by then, humanity was already complete. Humanity was already an upright being. The group-I had to work from above down into the physical, the etheric organism, and so on, in order to bring about language. A current flowed toward this group-I from below. From above came the current of the group-I, and from below a current with which the current of the group-I met. They come together and create a kind of vortex. If you draw a straight line through the center of the larynx, that is the direction of the current used by the spirits who bestowed language. And from these two converging currents, the peculiar form of the human larynx arose in physical matter. We must therefore conclude that human beings, under the influence of a group soul living in the vicinity of the Earth, had to develop this language.
[ 25 ] Nun erinnern Sie sich vielleicht, daß ich davon gesprochen habe, wie die Gruppenseelen eigentlich auf der Erde wirken. Ich habe gesagt: Das Tier hat horizontal liegend sein Rückenmark, durch welches die Strömung der Gruppenseele geht. Aber diese Kraftströmungen von oben nach unten umkreisen fortwährend die Erde, wie sie den alten Mond umkreist haben. Es sind also Strömungen, welche nicht an dem Orte bleiben, wo sie sind, sondern als Senkrechte um die Erde herumkreisen. Die Gruppenseelen, die in ihrer Bahnrichtung senkrecht sind, schweifen in Kreisen um die Erde herum. Was folgt daraus? Wenn der Mensch unter dem Einfluß von Gruppenseelen lernen sollte, die Sprache auszubilden, dann konnte das nicht so geschehen, daß er an demselben Orte bleiben konnte, wo er war, sondern er mußte sich bewegen, er mußte wandern, von einer Gegend zur andern kommen, damit er den Richtungen der Gruppenseele entgegenging. Der Mensch hätte niemals sprechen gelernt, wenn er an dem Orte, wo er einmal war, als er noch nicht sprechen konnte, geblieben wäre.
[ 25 ] Now you may recall that I spoke about how the group souls actually work on Earth. I said: The animal has its spinal cord lying horizontally, through which the current of the group soul flows. But these currents of force, flowing from top to bottom, constantly circle the Earth, just as they once circled the ancient Moon. These are therefore currents that do not remain where they are, but circle the Earth vertically. The group souls, which are vertical in their direction of movement, circle the Earth in orbits. What follows from this? If, under the influence of group souls, human beings were to learn to develop language, this could not happen while they remained in the same place where they were; rather, they had to move, they had to wander, traveling from one region to another, so that they might meet the directions of the group soul. Humanity would never have learned to speak if it had remained in the place where it once was, when it could not yet speak.
[ 26 ] Nun fragen wir uns einmal: In welcher Richtung mußte dazumal der Mensch getrieben worden sein? — Diese Richtung können Sie sehr leicht herausfinden auf folgende Art. Wir wissen, daß ätherische Strömungen im Menschen von rechts nach links fließen, daß physische Strömungen von links nach rechts fließen. Wo sind nun die Gruppenseelen, welche den Menschen mit der Sprache begabt haben? Wir kommen der Antwort auf diese Frage nahe durch die folgende Erwägung.
[ 26 ] Now let us ask ourselves: In which direction must people have been driven back then? — You can very easily determine this direction in the following way. We know that etheric currents in the human being flow from right to left, and that physical currents flow from left to right. Where, then, are the group souls that endowed human beings with language? We come close to the answer to this question through the following consideration.
[ 27 ] Schauen wir uns die Erde in ihrer eigenartigen Bildung an. Wenn Sie bedenken, daß der Mensch die Sprache gelernt hat zu einer Zeit, wo er schon sozusagen fertig war, so werden Sie zugeben, daß eine starke Strömung notwendig war, denn es mußte der Kehlkopf in seiner weichen Gestalt zum menschlichen Kehlkopf erst umgeformt werden. Es mußte das geschehen unter ganz andern Erdenverhältnissen, als wir sie heute vor uns haben. Aber wie mußten die sein? Schauen wir uns dazu die Erde an. Denken Sie sich, wir stellen uns einmal so auf der Erde auf, daß wir mit dem Gesicht nach Osten sehen; dann haben wir hinter uns Westen, links Norden und rechts Süden. Nun wollen wir sehen, was sich uns da für eine merkwürdige Tatsache ergibt. Von links nach rechts gehen die Strömungen beim Menschen, die mit der Bildung des physischen Menschenleibes zusammenhängen. Diese Strömungen sind auch in der Außenwelt vorhanden, sind daher auch bei der Bildung der Erde vorhanden gewesen. Da haben Sie die starken Strömungen, welche von Norden her kommen und nach Süden laufen. Die die physische Materie bewirkenden Strömungen haben Sie da. Auf der andern Seite haben Sie die ätherischen Strömungen, welche von rechts nach links gehen und die nicht darauf zielen, die physische Materie dichter und dichter zu machen. An der Erde sehen Sie daher noch die Einseitigkeit, das Unsymmetrische: in der Richtung, in welcher die physische Strömung liegt, haben Sie die nördliche Hälfte mit ihren Kontinenten. Da zieht sich die verdichtete physische Materie zusammen. Und auf der andern Seite, auf der südlichen Hälfte, haben Sie die weiten Meeresflächen. Von Norden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit der Strömung von links nach rechts im Menschen; von Süden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit derjenigen von rechts nach links im Menschen. Betrachten wir jetzt die zwei andern Strömungen im Menschen: die Strömung, welche von vorne nach rückwärts geht, und die andere von rückwärts nach vorne. Die Strömung von vorne nach rückwärts geht, wie wir gesehen haben, von dem Empfindungsleib in die Empfindungsseele hinein, überhaupt in die Seele hinein; die andere Strömung geht heraus. Wenn Sie nun dies ins Auge fassen - ich bitte, es aber ganz genau ins Auge zu fassen; es ist nicht ganz leicht -, dann werden Sie sich sagen: Zum Sprechenlernen mußte das geschehen, daß der Mensch eine Strömung erzeugte, die den Weg von innen nach außen, also in den Empfindungsleib hinein machte. Er mußte also einer Gruppenseelenströmung entgegengehen und ihr seine innere Organisation darbieten, damit sich da dasjenige stauen konnte, was da seinen eigenen Kehlkopf bilden konnte. Er mußte einer solchen Strömung entgegengehen innerhalb unseres Erdkreises, die hineinwirken konnte in sein Astralisches. Es mußte also weder die Richtung nach dem Norden noch die andere Richtung nach dem Süden eingeschlagen werden, als man sich anschickte, sprechen zu lernen, sondern die andere Richtung, die senkrecht darauf steht. Daraus werden Sie begreifen, daß der Mensch ziehen mußte in einer west-östlichen oder ost-westlichen Richtung, als er die Sprache lernen sollte. Die Geisteswissenschaft sagt, daß der Mensch einst im alten Lemurien lebte, da, wo heute das Meer liegt zwischen Asien und Afrika. Dann zog er aus, die Sprache zu lernen. Er konnte nicht nach Süden und nicht nach Norden ziehen; er mußte nach Westen ziehen, und zog in die alte Atlantis. Da zog er - auf diesem Wege in die alte Atlantis, nach Westen - entgegen jenen Gruppenseelen, welche in ihm die Sprache hervorbringen konnten. Indem Sie den Organismus der menschlichen Sprache wirklich verstehen, finden Sie das bewahrheitet, was herausgeholt wird aus den geisteswissenschaftlichen Beobachtungen. So lernte der Mensch die Sprache in der alten Atlantis. |
[ 27 ] Let us consider the Earth in its unique formation. If you consider that humans learned language at a time when they were, so to speak, already fully formed, you will admit that a powerful force was necessary, for the larynx, in its soft form, first had to be transformed into the human larynx. This had to take place under conditions on Earth that were entirely different from those we have today. But what must those conditions have been like? Let us look at the Earth in this regard. Imagine that we position ourselves on the Earth so that we are facing east; then we have the west behind us, the north to our left, and the south to our right. Now let us see what a remarkable fact emerges for us there. The currents in the human being that are connected with the formation of the physical human body run from left to right. These currents also exist in the outer world and were therefore present during the formation of the Earth. There you have the strong currents that come from the north and flow toward the south. There you have the currents that bring about physical matter. On the other hand, you have the etheric currents that run from right to left and do not aim to make physical matter denser and denser. In the Earth, therefore, you still see this one-sidedness, this asymmetry: in the direction of the physical current, you have the northern hemisphere with its continents. There, the condensed physical matter contracts. And on the other side, in the southern hemisphere, you have the vast expanses of ocean. From the north comes the current that is of the same nature as the current flowing from left to right in the human being; from the south comes the current that is of the same nature as the one flowing from right to left in the human being. Let us now consider the two other currents in the human being: the current that flows from front to back, and the other from back to front. The current flowing from front to back, as we have seen, goes from the sensory body into the sensory soul, indeed into the soul itself; the other current flows outward. If you now take this into account—but I ask you to take it into account very precisely; it is not entirely easy—then you will say to yourselves: In order to learn to speak, it was necessary for the human being to generate a current that made its way from the inside out, that is, into the sensory body. He therefore had to meet a group-soul current and offer his inner organization to it, so that what could form his own larynx might accumulate there. He had to meet such a current within our Earth’s sphere that could work into his astral body. Thus, when he set out to learn to speak, he had to take neither the direction toward the north nor the opposite direction toward the south, but the other direction, which is perpendicular to them. From this you will understand that human beings had to move in a west-east or east-west direction when they were to learn language. Spiritual science tells us that human beings once lived in ancient Lemuria, where the sea now lies between Asia and Africa. Then they set out to learn language. They could not go south or north; they had to go west, and they went to ancient Atlantis. Thus, by traveling this way to ancient Atlantis, toward the west, they moved toward those group souls that could bring forth language within them. By truly understanding the structure of human language, you will find that what is derived from spiritual scientific observations is confirmed. This is how humanity learned language in ancient Atlantis. |
[ 28 ] Dann aber sollte er an der Sprache den Vorstellungssinn entwikkeln. Er sollte nicht bei der bloßen Sprache stehenbleiben, sondern zum Vorstellungssinn weiterschreiten. Wie konnte das geschehen?
[ 28 ] But then he should use language to develop his sense of imagination. He should not stop at mere language, but move on to the sense of imagination. How could that happen?
[ 29 ] Da konnte er natürlich nicht in derselben Richtung weitergehen. Da mußte er so gehen, daß jetzt bei der gleichen Strömung die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen wurde. Warum denn? Wir haben ja gesehen, was da eigentlich geschieht, wenn die Vorstellung aus dem Lautsinn entsteht. Wir haben gesehen, wie aus der Melodie der Laut entsteht, wenn man die Melodie zur Harmonie macht, dann von den Grundtönen absieht und nur das System der Obertöne auffaßt. Dann mußte man, um den Vorstellungssinn zu entwickeln, aus der Sprache dasjenige, was man nach der einen Seite ausgebildet hatte, nach der andern Seite hin weglassen. Der Mensch mußte umkehren, nachdem er sprechen gelernt hatte. Er mußte von der Atlantis nach Osten ziehen, um an der gelernten Sprache weiter zu entwickeln den Vorstellungssinn. Und hier haben Sie den Sinn des Zuges, den Ihnen die Geisteswissenschaft zeigt, indem sie sagt, daß die alten Atlantier, die dazu reif waren, aufgebrochen sind, um von dem Westen wieder nach dem Osten hinüberzuwandern. Dadurch haben sie in fruchtbarer Weise den Vorstellungssinn entwickeln können. Dann aber würde ja wiederum daraus folgen, daß die Menschen, wenn sie in der entgegengesetzten Richtung, das heißt, nach dem Westen, gezogen wären, keinen Vorstellungssinn in fruchtbringender Weise hätten entwickeln können. Es sind damals auch Menschen in der entgegengesetzten Richtung gezogen: das sind die Ureinwohner Amerikas. Warum haben sie sich nicht halten können? Warum mußte das, was im Osten gelernt worden war, später zu ihnen hinübergetragen werden? Weil sie in der entgegengesetzten Richtung gezogen waren. Das ist das kosmische Schicksal der Ureinwohner Amerikas, daß sie in der entgegengesetzten Richtung gezogen waren.
[ 29 ] Of course, he could not continue in the same direction. He had to proceed in such a way that, while maintaining the same current, he now took the opposite direction. Why is that? We have seen what actually happens when the concept arises from the sound sense. We have seen how sound arises from melody; when one transforms the melody into harmony, one disregards the fundamental tones and perceives only the system of overtones. Then, in order to develop the sense of imagination, one had to omit from language that which had been developed on one side, in favor of the other side. Humanity had to turn back after learning to speak. It had to migrate eastward from Atlantis in order to further develop the sense of imagination based on the language it had learned. And here you have the meaning of the migration that spiritual science reveals to you by stating that the ancient Atlanteans, who were ready for it, set out to migrate from the West back toward the East. Through this, they were able to develop the power of imagination in a fruitful way. But then it would follow, in turn, that if people had migrated in the opposite direction—that is, to the West—they would not have been able to develop the power of imagination in a fruitful way. There were also people who migrated in the opposite direction at that time: these are the Native Americans. Why were they unable to sustain themselves? Why did what had been learned in the East have to be brought to them later? Because they had migrated in the opposite direction. That is the cosmic destiny of the indigenous peoples of America: that they had migrated in the opposite direction.
[ 30 ] So können Sie geradezu mit Händen greifen, was Ihnen die geisteswissenschaftliche Forschung sagt. Die ganze Gliederung der Erde können Sie verstehen. Alles, was Sie sehen an der Anordnung der Kontinente, der Festländer, der Meere, was Sie sehen in der Wanderung der Menschen, alles können Sie verstehen, wenn Sie das Geheimnis jener Strömungen kennen, die wir anthroposophisch an dem Menschen selber kennengelernt haben. Und so führt uns wirklich Anthroposophie hinein in jenes Leben, durch das uns der Mensch und die Außenwelt durchsichtig und verständlich werden. Und nun weiter.
[ 30 ] In this way, you can almost grasp with your own hands what spiritual scientific research tells you. You can understand the entire structure of the Earth. Everything you see in the arrangement of the continents, the landmasses, the seas, everything you see in the migration of peoples—you can understand it all if you know the secret of those currents that we have come to know through anthroposophy in the human being himself. And so anthroposophy truly leads us into that life through which the human being and the external world become transparent and understandable to us. And now on.
[ 31 ] Wir können uns weiter fragen: Aber die Menschheit sollte doch, nachdem sie den Vorstellungssinn entwickelt hatte, wieder weiterlernen; diese Menschheit sollte nicht bloß bei Vorstellungen bleiben, sondern weiterkommen zu Begriffen? - Da mußte sie wiederum heraufsteigen aus dem bloßen Vorstellungssinn in das Seelenleben hinein. Wiederum mußte sie da die entgegengesetzte Richtung nehmen. Die Menschheit nimmt zuerst die Richtung nach dem Osten, um zum Vorstellungsleben zu kommen. Die reinen Begriffe, die mußten erst wiederum erobert werden durch eine Rückwärtswanderung, die konnten erst wiederum im Westen - und zwar nach dem Hinübergewandertsein nach dem Westen - errungen werden. Auch im einzelnen könnten wir die Wanderungen der Völker durch die vier nachatlantischen Kulturepochen hindurch verstehen, wenn wir Zeit hätten, alles, was uns die Anthroposophie dazu gibt, zusammenzutragen. Da würden Sie ein wunderbares Gewebe erhalten von dem, was arbeitet an Geisteskräften an der ganzen Bildung der Erde - den Menschen mit inbegriffen.
[ 31 ] We might further ask ourselves: But shouldn’t humanity, having developed the power of imagination, continue to learn; shouldn’t it move beyond mere images and progress toward concepts? — To do so, it had to ascend once more from the mere power of imagination into the life of the soul. Once again, it had to take the opposite direction there. Humanity first takes the direction toward the East to arrive at the life of imagination. Pure concepts, however, had to be conquered anew through a backward migration; they could only be attained again in the West—and specifically after having migrated to the West. We could also understand, in detail, the migrations of peoples through the four post-Atlantean cultural epochs if we had the time to compile everything that anthroposophy offers us on this subject. There you would find a marvelous tapestry of the spiritual forces at work in the entire formation of the Earth—including humanity.
[ 32 ] Nun haben wir bisher betrachtet jene Strömungen, welche gehen von oben nach unten, von rechts nach links, von vorne nach rückwärts und so weiter. Aber in einer gewissen Beziehung stocken wir da. Da werden wir aufgehalten. Wir können jetzt da nicht recht weiter. Die Geisteswissenschaft zeigt uns nun, daß über dem Vorstellungssinn vorhanden sind ein imaginativer Sinn, ein inspirativer Sinn und ein intuitiver Sinn, daß diese sich im gewöhnlichen Leben im Seelenleben nach innen ergießen, im hellseherischen Bewußtsein aber nach außen gehen. Das zeigt uns die Geisteswissenschaft. Und nun entsteht die Frage: Alle diese Dinge müssen, wenn sie im physischen Menschen leben sollen, sich doch auch Organe bauen, auch in gewisser Weise wirken. Da wollen wir zunächst einmal etwas ins Auge . fassen, was nur dem Menschen zukommt, was bei den Tieren in derselben Art noch nicht zu finden ist: die innere Seelentätigkeit des Gedächtnisses. Denn daß Tiere Gedächtnis haben, ist eine Phantasie der Naturwissenschafter. Es ist nicht zu verwundern, daß Tiere Erscheinungen zeigen, die aus demselben Prinzip zu erklären sind wie beim Menschen, aber es ist wiederum ein Fehler, wenn man sie als Gedächtniserscheinungen erklärt. Denn die Hauptrichtung, die das Tier hat, und die beim Menschen aufgerichtet werden mußte, damit das Ich einströmen konnte und Gedächtnis sich entwickeln konnte, sie bleibt beim Tier horizontal sowie nach vorne gerichtet, in derselben Lage wie beim Menschen, so daß kein Hindernis dafür da ist, daß dort Strömungen der Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele durchgehen, aber ohne das Ich. Daher kann es sehr wohl sein, daß das Tier Handlungen vollführt, die zwar verständig sind, die aber durchaus nicht Ich-durchzogen sind. Deshalb darf man doch nicht vom «Verstand» der Tiere sprechen. Hier beginnt ein großes Irrtumsfeld unserer heutigen Wissenschaft. Die Tatsachen zeigen nur, daß man, ohne selber verständig zu sein, doch durch einen Verstand dirigiert werden kann. Das ist dasjenige, um was es sich bei den Tieren handelt. Daß man Erscheinungen antreffen kann in der Tierwelt, die ähnlich sein können den Erscheinungen des menschlichen Gedächtnisses, das ist aus der Form des Tieres selbstverständlich. Daß aber von der Form des Gedächtnisses gesprochen wird, das ist ein Unfug, der alle Begriffe durcheinanderwirft. Im Gedächtnis haben wir etwas ganz anderes vor uns als etwas, was wir haben zum Beispiel im bloßen verständigen Denken oder gar im Vorstellen. Im Gedächtnis haben wir das vor uns, daß eine Vorstellung, die wir gehabt haben, bleibt, daß sie auch da ist, wenn die Wahrnehmung, der Eindruck vorüber ist, nicht, daß man später etwas macht, was einem vorher Getanen ähnlich sieht. Wenn das das Wesen des Gedächtnisses wäre, so hätte der Professor Hering recht, wenn er sagt: Wenn das Hühnchen aus dem Ei herausschlüpft, so kann es gleich picken; also habe es Gedächtnis, weil es etwas wiederholt, was die Vorfahren gemacht haben. — Man hat eben gar nicht begriffen, was Gedächtnis ist, wenn man das Unerhörte macht, was heute auf dem Gebiet der Psychologie geschieht. Dann hätte die Uhr auch Gedächtnis, denn sie wiederholt auch etwas, was sie gestern getan hat! Das sind irreführende Begriffe im weitesten Sinne des Wortes. Von Gedächtnis hat man zu reden, wenn eine Vorstellung innerlich bleibt, nicht wenn eine Tatsache äußerlich wiederholt wird. Wenn eine Vorstellung innerlich bleibt, wird sie von einem Ich behalten. Das ist das Wesen des Gedächtnisses, daß sich das Ich der Vorstellung bemächtigt und diese Vorstellung behält.
[ 32 ] So far, we have considered those currents that flow from top to bottom, from right to left, from front to back, and so on. But in a certain sense, we come to a standstill here. We are held back. We cannot really proceed any further at this point. Spiritual science now shows us that above the sense of imagination there are an imaginative sense, an inspirational sense, and an intuitive sense; that in ordinary life these flow inward within the soul life, but in clairvoyant consciousness they flow outward. This is what spiritual science shows us. And now the question arises: All these things, if they are to live within the physical human being, must surely also build organs for themselves and act in a certain way. Let us first consider something that is unique to human beings, something not yet found in animals in the same way: the inner soul activity of memory. For the idea that animals have memory is a fantasy of the natural scientists. It is not surprising that animals exhibit phenomena that can be explained by the same principle as in humans, but it is a mistake to interpret them as phenomena of memory. For the main direction that the animal possesses—and which had to be raised in humans so that the ego could flow in and memory could develop—remains horizontal and forward-directed in the animal, in the same position as in humans, so that there is no obstacle to the flow of the soul of sensation, the soul of understanding, and the soul of consciousness passing through it, but without the ego. Therefore, it may well be that the animal performs actions that are indeed intelligent but are by no means permeated by the ego. That is why one must not speak of the “intellect” of animals. Here begins a major field of error in our modern science. The facts merely show that one can be directed by an intellect without being intelligent oneself. This is precisely what is at stake with regard to animals. That one can encounter phenomena in the animal world that may resemble the phenomena of human memory is self-evident from the form of the animal itself. But to speak of the “form of memory” is nonsense that confuses all concepts. In memory, we are dealing with something entirely different from what we have, for example, in mere rational thinking or even in imagination. In memory, we are dealing with the fact that an idea we have had remains, that it is still there even when the perception, the impression, has passed—not that one later does something that resembles what one did before. If that were the essence of memory, then Professor Hering would be right when he says: When the chick hatches from the egg, it can peck right away; therefore, it has memory because it repeats what its ancestors did. — One has simply not understood what memory is if one does the unheard-of things that are happening today in the field of psychology. Then the clock would also have memory, for it too repeats something it did yesterday! These are misleading concepts in the broadest sense of the word. One speaks of memory when an idea remains within, not when a fact is repeated externally. When an idea remains within, it is retained by an “I.” This is the essence of memory: that the “I” takes possession of the idea and retains it.
[ 33 ] Wenn sich aber das ausleben soll in einem menschlichen Organismus, dann muß dafür auch ein Organ gebildet werden, das heißt, es muß das Ich des Menschen wiederum Strömungen erzeugen. Vom Ich selber müssen solche Strömungen ausgehen in die verschiedenen andern Strömungen hinein, die von vorne, von rechts und so weiter kommen. Da hinein müssen sich vom Ich aus Strömungen ergießen. Das Ich muß sich hineinergießen in die andern Strömungen, in dasjenige, was ohne das Ich da ist. Das Ich muß Strömungen überwinden. Wenn die eine Richtung von außen nach innen geht, so muß das Ich imstande sein, eine Strömung in entgegengesetzter Richtung in sich selber zu erzeugen. Das Wesentliche dabei, daß das Ich nicht von vornherein dazu imstande ist, können Sie daran sehen, daß, als die Menschen die Sprache gelernt haben, eine solche entgegengesetzte Strömung entstehen mußte, und dazu war das Ich damals noch nicht imstande. Da mußte noch ein Gruppen-Ich wirken, um diese Strömung hineinzutreiben in die Seele. Wenn aber das eigentliche Seelenleben beginnt, an dem das Ich beteiligt ist, dann gehen vom Ich selber Strömungen aus, die sich hineinbohren in die schon bestehenden Strömungen.
[ 33 ] But if this is to be lived out in a human organism, then an organ must also be formed for this purpose; that is to say, the human ego must in turn generate currents. Such currents must emanate from the ego itself and flow into the various other currents coming from the front, from the right, and so on. Currents must flow out from the ego into these. The ego must pour itself into the other currents, into that which exists without the ego. The ego must overcome currents. If one direction goes from the outside to the inside, then the ego must be able to generate a current in the opposite direction within itself. You can see that the ego is not capable of this from the outset from the fact that, when human beings learned language, such an opposing current had to arise, and the ego was not yet capable of this at that time. A group ego had to intervene to drive this current into the soul. But when the actual life of the soul begins, in which the ego participates, currents emanate from the ego itself that bore into the already existing currents.
[ 34 ] Merkt das das Ich in einer gewissen Weise, wenn es eine Strömung in eine schon bestehende Strömung hineinbohrt? Ja, das Ich merkt das ganz genau. Bis zur Vorstellung hinauf wird sozusagen das Ich nicht engagiert, Strömungen da hineinzubohren. Soll das Ich aber ein höheres Vermögen, zum Beispiel das Gedächtnis ausbilden, so muß es eine Strömung in die schon bestehende Strömung hineinbohren, die entgegen dieser andern Strömung wirken muß. Das kommt dadurch zum Vorschein, daß, wenn das Ich sich weiter entwickelt, etwas anderes hinzutritt zu den drei unter einem rechten Winkel geneigten Strömungen des Raumes. Indem das Ich anfängt das Gedächtnis auszubilden, bohrt es nach der einen Richtung des Raumes etwas hinein in entgegengesetzter Richtung, und das kommt ihm im Bewußtsein der Zeit zur Wahrnehmung. Deshalb ist das Gedächtnis mit der Zeitvorstellung verknüpft. Eine Vorstellung, die wir nicht nach einer Richtung des Raumes verfolgen, sondern nach der Richtung der Vergangenheit, die ist hineingebohrt in die Richtungen des Raumes. So ist es bei alledem, was das Ich ausbildet von sich aus. Wir können - Ihnen das im einzelnen zu entwickeln, würde zu weit führen - hinweisen auf die Strömung, welche verfließt, wenn das Ich das Gedächtnis ausbildet. Das ist eine Strömung, die geht von der linken nach der rechten Seite. Ebenso gehen Strömungen von der linken nach der rechten Seite, wenn das Ich ausbildet so etwas wie Gewohnheiten. Das sind die Strömungen von links nach rechts, die entgegengesetzt sind den früheren Strömungen, welche ohne das Ich zustande gekommen sind. Ihnen bohrt sich zunächst das Ich entgegen.
[ 34 ] Does the ego perceive this in a certain way when it drills a current into an already existing current? Yes, the ego perceives this very clearly. Up to the level of imagination, so to speak, the ego is not engaged in drilling currents into it. But if the ego is to develop a higher faculty, such as memory, it must drill a current into the already existing current, which must act in opposition to this other current. This becomes apparent in that, as the ego develops further, something else is added to the three currents of space inclined at right angles to one another. As the ego begins to develop memory, it drills something into one direction of space in the opposite direction, and this becomes perceptible to it in the consciousness of time. That is why memory is linked to the concept of time. A concept that we do not pursue in one direction of space, but in the direction of the past, is drilled into the directions of space. This is the case with everything that the ego develops of its own accord. We can—to elaborate on this in detail would take us too far afield—point to the current that flows when the ego develops memory. This is a current that flows from the left to the right side. Similarly, currents flow from the left to the right side when the ego forms something like habits. These are the currents from left to right that are opposite to the earlier currents, which came about without the ego. The ego first drills its way toward them.
[ 35 ] Wir können, wenn wir das Seelenleben betrachten, darin unterscheiden zwischen Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele. Die Verstandesseele kann noch trügerisch sein. Ich habe schon gesagt, man kann Verstand haben ohne verständig zu sein. Denn zum Verständigsein gehört das Ich. Um zum Ich auch wiederum innerlich zu kommen, muß sich die Verstandesseele im Innern entwickelt haben bis zu diesem Ich hin. Dann schreitet sie hinauf zur Bewußtseinsseele. Nun sind das immer entgegengesetzte Richtungen. Wenn die Bewußtseinsseele bewußt wird, so ist die Richtung, die sie dabei einschlägt, entgegengesetzt der Richtung, welche die Verstandesseele, die noch im Unbewußten wirkt, verfolgt.
[ 35 ] When we consider the life of the soul, we can distinguish between the soul of feeling, the soul of understanding, and the soul of consciousness. The soul of understanding can still be deceptive. I have already said that one can have an intellect without being intelligent. For intelligence requires the “I.” In order to reach the “I” inwardly, the intellectual soul must have developed inwardly up to this “I.” Then it ascends to the conscious soul. Now, these are always opposite directions. When the soul of consciousness becomes conscious, the direction it takes is opposite to the direction pursued by the soul of understanding, which still operates in the unconscious.
[ 36 ] Zeigt sich das irgendwo, daß die Strömungen der Verstandesseele und die Strömungen der Bewußtseinsseele einander entgegengesetzt sind? Unter gewissen Erdenverhältnissen können wir das sehen. Denken Sie einmal, daß es in gewisser Beziehung eine sehr verständige Tätigkeit ist, die aber nicht unbedingt von dem verständigen Ich ausgeht, wenn der Mensch lesen lernt. Was ich jetzt sage, das gilt vorzugsweise für europäische Verhältnisse, wo die Menschen, wie Sie ja wissen, gewartet haben in gewisser Beziehung auf spätere Kulturverhältnisse. Daher kommen Sie da zu etwas, was schon in der griechisch-lateinischen Kultur vorhanden war, als sich die Verstandesseele ausbildete zu dem, was man Schreiben nennt. Als die Verstandesseele ausgebildet wurde, da haben die ersten Anfänge des Lesens und Schreibens begonnen; aber es waren eben die ersten Anfänge. Und dieser Charakter ist beibehalten worden. Dann kam die Wirkung der Bewußtseinsseele. Bewußte Tätigkeiten müssen ja die entgegengesetzten Richtungen einschlagen, weil die Strömung der Bewußtseinsseele auf die Richtung der Verstandesseele im entgegengesetzten Sinne wirkt. Rechnen konnte der Mensch erst lernen, als er die Bewußtseinsseele entwickelt hatte, denn das ist eine bewußte Tätigkeit.
[ 36 ] Is there any evidence that the currents of the intellectual soul and the currents of the conscious soul are opposed to one another? Under certain earthly conditions, we can see this. Consider, for a moment, that in a certain sense it is a very intellectual activity—though one that does not necessarily originate from the intellectual ego—when a person learns to read. What I am saying now applies primarily to European conditions, where, as you know, people have in a certain sense been waiting for later cultural conditions. Thus you arrive at something that was already present in Greco-Roman culture when the intellectual soul developed into what is called writing. When the intellectual soul was developing, the very beginnings of reading and writing began; but they were, after all, only the very beginnings. And this character has been retained. Then came the influence of the conscious soul. Conscious activities must, of course, take opposite directions, because the current of the conscious soul acts in the opposite direction to that of the intellectual soul. Human beings could only learn to calculate once they had developed the conscious soul, for that is a conscious activity.
[ 37 ] Was hier als Richtung wirkt, das tritt uns im Bilde entgegen: Die europäischen Völker schreiben von links nach rechts, weil die Kräfte der Verstandesseele daran beteiligt waren, aber sie rechnen von rechts nach links. Wenn sie zum Beispiel addieren, so addieren sie von rechts nach links. Da sehen Sie die zwei verschiedenen Strömungen sich übereinanderschieben. Sie sehen sie im Bilde übereinandergehen, die Strömung der Verstandesseele und die Strömung der Bewußstseinsseele. Das ist nicht überall der Fall. Wir können geradezu die Natur der europäischen Menschen an diesem Beispiel begreifen. Wir können sehen, daß die Menschen in Europa dazu ausersehen waren, mit der Verstandesseele so lange zu warten, bis ein gewisser Zeitpunkt gekommen war, um die Entwickelung der Bewußtseinsseele nicht zu verfrühen. Dagegen hatten andere Völker auch schon innerhalb der Verstandesseele dasjenige zu entwickeln, was in der westlichen Kultur erst in der Bewußtseinsseele entwickelt werden sollte. Ihnen mußte daher die Möglichkeit gegeben werden, schon mit der Verstandesseele etwas zu vollbringen, was diejenigen, welche gewartet haben, erst später mit der Bewußtseinsseele vollbringen konnten. Diejenigen Völker, welche die Mission hatten, schon bei der Entwickelung der Verstandesseele die Vorbereitungen zu schaffen für die Bewußtseinsseele, um so gleichsam Pioniere für die Bewußtseinsseele zu sein, das sind die semitischen Völker. Daher schreiben die semitischen Völker von rechts nach links!
[ 37 ] What appears here as a direction is evident in the illustration: European peoples write from left to right because the forces of the intellectual soul were involved in this, but they calculate from right to left. When they add, for example, they add from right to left. There you see the two different currents overlapping. You see them overlapping in the image: the current of the intellectual soul and the current of the conscious soul. This is not the case everywhere. We can truly grasp the nature of European people through this example. We can see that the people of Europe were destined to wait with the intellectual soul until a certain point in time had come, so as not to hasten the development of the conscious soul. In contrast, other peoples had to develop within the intellectual soul what in Western culture was to be developed only in the conscious soul. They therefore had to be given the opportunity to accomplish something with the intellectual soul that those who waited could accomplish only later with the conscious soul. The peoples who had the mission to lay the groundwork for the conscious soul already during the development of the intellectual soul—thus serving, as it were, as pioneers for the conscious soul—are the Semitic peoples. That is why the Semitic peoples write from right to left!
[ 38 ] Wir haben in diesen Dingen nicht nur ein Mittel, den Menschen als solchen zu verstehen, sondern auch ein Mittel, alle Kulturerscheinungen zu verstehen. Warum in einem gewissen Zeitpunkt der Erdenentwickelung so oder so geschrieben wird, so oder so gerechnet wird, das ist aus diesen Tatsachen zu verstehen. Wir würden noch weitergehen können und es bis in die Buchstabenformen verfolgen können, welche die einzelnen Völker haben, ob sie einen Strich von links nach rechts oder von rechts nach links ziehen und so weiter. Warum ein Volk einen Buchstaben in dieser oder jener Weise schreibt, folgt aus dem Verständnis dieser Geistestatsachen.
[ 38 ] In these matters, we have not only a means of understanding human beings as such, but also a means of understanding all cultural phenomena. Why, at a certain point in the Earth’s development, people write in one way or another, or calculate in one way or another—this can be understood from these facts. We could go even further and trace this all the way down to the letter forms used by individual peoples—whether they draw a stroke from left to right or from right to left, and so on. Why a people writes a letter in this or that way follows from an understanding of these spiritual facts.
[ 39 ] An solchen Tatsachen sehen Sie, welche Mission die Geisteswissenschaft in der Zukunft hat, wenn es Licht werden soll in den Köpfen der Menschen, damit sie durchschauen können, was ihnen sonst unverständlich bleiben würde.
[ 39 ] Such facts show you what mission spiritual science has in the future, if light is to shine into people’s minds so that they can see through what would otherwise remain incomprehensible to them.
[ 40 ] Es wäre nun vielleicht doch nicht einmal recht, wenn wir diese Betrachtungen an diesem Punkte abschließen würden. Deshalb sollen sie morgen noch einmal in einer gewissen Weise fortgesetzt werden, wodurch ein, wenn auch nur skizzenhafter Abschluß erzielt werden soll. Ich werde daher morgen sprechen im anthroposophischen Sinne über, man könnte sagen, eine der Töchter Goethes. Sie wissen, daß ich die Schrift geschrieben habe « Goethe als Vater einer neuen Ästhetik». Da habe ich in Goethe die Vaterschaft geschildert in bezug auf die Auffassung und das Verständnis der Künste. Morgen will ich Ihnen nun die Tochter, das Kind Goethes, in einer wirklich neueren Auffassung der Kunstwissenschaft, der Ästhetik, zeigen.
[ 40 ] It might not be quite right, after all, to conclude these reflections at this point. Therefore, they will be continued in a certain sense tomorrow, with the aim of reaching a conclusion, even if only a rough one. I will therefore speak tomorrow, in an anthroposophical sense, about what one might call one of Goethe’s daughters. You know that I wrote the book *Goethe as the Father of a New Aesthetics*. In it, I described Goethe’s fatherhood in relation to the conception and understanding of the arts. Tomorrow I would like to present to you the daughter, Goethe’s child, within a truly modern conception of art history and aesthetics.
