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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 117

11 October 1909, Berlin

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The Deeper Mysteries of Human Development, tr. SOL
  1. Die Tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens, 3rd ed.

1. Buddha und die zwei Jesusknaben

1. Buddha and the two Jesus Boys

[ 1 ] Im letzten Basler Kursus war es zum ersten Male möglich, über ein Thema zu sprechen, das bis dahin innerhalb der Deutschen Sektion noch nicht berührt worden ist. Über das Christus-Ereignis selber ist freilich schon öfters gesprochen worden, besonders in Anknüpfung an das Johannes-Evangelium. Durch Anknüpfung an das LukasEvangelium, wie das in Basel geschehen ist, war es möglich, besonders auch das zu berühren, was die Vorgeschichte des Christus genannt werden kann. Dabei hat man es mit sehr komplizierten Verhältnissen zu tun. In den Leib des Jesus von Nazareth zog bekanntlich ein hohes Sonnenwesen ein und lebte drei Jahre lang darin, von der Jordantaufe bis zum Mysterium von Golgatha. Über dieses hohe ChristusWesen ist schon öfters geredet worden. Aber über das, was als die Persönlichkeit des Jesus von Nazareth vor unserer Seele lebt und jene Wesenheit aufgenommen hat, kann nur in Anknüpfung an ein Evangelium, welches die Geschichte des Jesus von seiner Kindheit an umfaßt, Genaueres gesagt werden. Die Entwickelung des Jesus von seiner Geburt bis zur Jordantaufe bildete das Hauptthema der Basler Vorträge. Schon in dieser Vorgeschichte haben wir sehr komplizierte Verhältnisse vor uns. Das Größte, muß man stets bedenken, ist eben nicht leicht zu fassen und so einfach darzustellen. Das Weltgebäude ist mit ein paar wenigen Strichen nicht zu zeichnen oder mit ein paar bequemen Begriffen zu begreifen.

[ 1 ] At the last Basel course, it was possible for the first time to discuss a topic that had not yet been addressed within the German Section. The Christ event itself, of course, has been discussed on numerous occasions, particularly in connection with the Gospel of John. By drawing on the Gospel of Luke, as was done in Basel, it was possible to address in particular what might be called the prehistory of Christ. This involves dealing with very complex circumstances. As is well known, a high solar being entered the body of Jesus of Nazareth and lived within it for three years, from the baptism in the Jordan to the Mystery of Golgotha. This high Christ Being has been spoken of often. But regarding what lives before our soul as the personality of Jesus of Nazareth—and who received that Being—more precise details can only be given in connection with a Gospel that encompasses the history of Jesus from his childhood onward. The development of Jesus from his birth to his baptism in the Jordan was the main theme of the Basel lectures. Even in this prehistory, we are faced with very complex circumstances. One must always bear in mind that the greatest things are not easy to grasp and cannot be presented so simply. The structure of the world cannot be drawn with a few strokes or understood with a few convenient concepts.

[ 2 ] Jene Persönlichkeit, die in dem dreißigsten Jahre die ChristusWesenheit in sich aufnahm, ist in sehr komplizierter Weise zusammengesetzt. Nur aus der Akasha-Chronik heraus sind die richtigen Anhaltspunkte zu gewinnen, warum in den verschiedenen Evangelien die Vorgeschichte Jesu verschieden dargestellt ist.

[ 2 ] The personality that took in the Christ-essence in its thirtieth year is composed in a very complex way. Only the Akashic Records provide the proper clues as to why the early life of Jesus is portrayed differently in the various Gospels.

[ 3 ] Heute soll in kurzen Umrissen einiges über den Jesus von Nazareth erzählt werden, um doch eine Übersicht über das in den Basler Vorträgen näher Ausgeführte zu haben. Es wird auch beabsichtigt, in den Mitgliedervorträgen diesen Winter zu sprechen über das Matthäusoder eventuell über das Markus-Evangelium. Das Christus-Ereignis tritt dann in einer solchen neuen Darstellung wieder in ganz anderem Lichte an uns heran. Man kennt dieses Ereignis in der bloßen Anknüpfung an das Johannes-Evangelium durchaus noch nicht genügend. Doch kann zunächst nur skizzenhaft über diese Dinge gesprochen werden.

[ 3 ] Today, I would like to briefly outline some aspects of the life of Jesus of Nazareth in order to provide an overview of what was discussed in greater detail in the Basel lectures. It is also my intention to speak about the Gospel of Matthew—or possibly the Gospel of Mark—in the members’ lectures this winter. The Christ event then approaches us in a completely different light in such a new presentation. We do not yet know this event sufficiently merely through our connection to the Gospel of John. However, for now, we can only speak of these things in a sketchy manner.

[ 4 ] Die Chronik des Hellsehers, die Akasha-Chronik, enthüllt uns in lebendigen Schriftzeichen das, was im Laufe der Zeit geschehen ist. Der Gang der spirituellen Mitteilungen ist in der Regel so, daß zunächst Tatsachen der Akasha-Chronik bekanntgegeben werden, ohne Anknüpfung an eine bestimmte Urkunde. Erst nachher wird dann gezeigt, daß sich alle diese Dinge in gewissen Urkunden wiederfinden lassen, besonders in den Evangelien, die nur mit Zuhilfenahme der Tatsachen der Akasha-Chronik richtig zu verstehen sind.

[ 4 ] The seer’s chronicle, the Akashic Records, reveals to us in vivid detail what has happened over the course of time. The course of the spiritual messages is generally such that facts from the Akashic Records are first revealed without reference to a specific document. Only afterward is it shown that all these things can be found in certain documents, especially in the Gospels, which can only be properly understood with the aid of the facts from the Akashic Records.

[ 5 ] In Palästina sind seinerzeit die geistigen Strömungen zusammengeflossen, die vorher in der Welt getrennt gegangen waren. Anknüpfend an das Lukas-Evangelium könnte man von drei geistigen Strömungen reden, die sich im Christus-Ereignis getroffen haben. Die eine ist an Buddha geknüpft, die andere an Zarathustra, und die dritte war verkörpert in der althebräischen Kultur. Diese drei Strömungen flossen in einem konkreten Ereignis zusammen, eben in jenem Christus-Ereignis. Man redet von solchen geistigen Strömungen meistens viel zu abstrakt. Tatsächlich aber verwirklichen sie sich in speziellen Wesen, die so gestaltet sein müssen, daß in ihnen die Strömungen zusammenfließen konnten. Es ist also nötig, solche Wesenheiten in ihrer inneren Zusammensetzung genau zu erforschen.

[ 5 ] In Palestine, the spiritual currents that had previously flowed separately throughout the world converged. Drawing on the Gospel of Luke, one could speak of three spiritual currents that came together in the Christ event. One is linked to Buddha, another to Zarathustra, and the third was embodied in ancient Hebrew culture. These three currents converged in a concrete event, namely the Christ event. People usually speak of such spiritual currents in far too abstract terms. In reality, however, they are realized in specific beings who must be constituted in such a way that the currents could converge within them. It is therefore necessary to investigate such beings closely in their inner composition.

[ 6 ] Die buddhistische Strömung erreichte ihren Höhepunkt im Gautama Buddha. Er hatte vorher Verkörperungen durchgemacht. Jene Verkörperung im 6. Jahrhundert vor Christus war jedoch in seinem Dasein ein bedeutungsvoller Höhepunkt. Da wurde Gautama erst das, was man einen Buddha nennt. Vorher war er bloß Bodhisattva, das heißt, ein großer Lehrer der Menschheit. Diese letztere nimmt im Laufe der Zeit allmählich andere Fähigkeiten an. Wir selber lebten wohl einst im alten Ägypten, aber mit ganz andern Fähigkeiten ausgestattet, als wir sie heute haben; alte Fähigkeiten sind zum Teil zurückgegangen, neue hinzugetreten.

[ 6 ] The Buddhist tradition reached its zenith in Gautama Buddha. He had undergone previous incarnations. However, that incarnation in the 6th century B.C.E. marked a significant high point in his existence. It was then that Gautama first became what is called a Buddha. Before that, he was merely a Bodhisattva, that is, a great teacher of humanity. Humanity itself gradually acquires different abilities over time. We ourselves likely once lived in ancient Egypt, but endowed with abilities quite different from those we have today; some old abilities have diminished, while new ones have emerged.

[ 7 ] Wer eine solche Entwickelung nicht berücksichtigt, tut eben keinen unbefangenen Blick hinaus in die Welt. Heute zum Beispiel kann der Mensch aus sich heraus gewisse logische und Sittengesetze erkennen, kann seine Urteilskraft anwenden, aus sich heraus dies oder jenes erkennen. So war es aber in den Urzeiten nicht. Damals hätte zum Beispiel der Mensch nichts über das Sittliche in sich gefunden. Er würde solche Gesetze, wenn sie ihm in den heutigen Worten beigebracht worden wären, auch gar nicht verstanden haben. Es mußte an eine ganz andere Fähigkeit appelliert werden. So gibt es heute gewisse Wahrheitsbestände für den Menschen, die noch vor dreitausend Jahren nicht auffindbar gewesen wären, so zum Beispiel die Lehre vom Mitleid und von der Liebe. Heute belehrt uns eine innere Stimme über die Gesetze von Mitleid und Liebe. Damals hätte der Mensch vergeblich nach einer solchen Stimme gesucht. Da mußte, um ein häßliches Wort zu gebrauchen, dem Menschen Mitleid und Liebe einsuggeriert werden.

[ 7 ] Anyone who fails to take such a development into account is simply not looking out at the world with an unbiased eye. Today, for example, human beings can recognize certain laws of logic and morality from within themselves; they can exercise their power of judgment and discern this or that on their own. But that was not the case in primeval times. Back then, for example, human beings would have found nothing within themselves regarding morality. They would not have understood such laws at all if they had been taught to them in today’s terms. A completely different capacity had to be appealed to. Thus, there are certain truths available to human beings today that could not have been discovered even three thousand years ago, such as the teachings of compassion and love. Today, an inner voice instructs us regarding the laws of compassion and love. Back then, human beings would have searched in vain for such a voice. To use a harsh word, compassion and love had to be instilled in human beings.

[ 8 ] Die Wesenheit, deren Aufgabe es während Jahrtausenden war, Mitleid und Liebe in die Menschen aus höheren, geistigen Regionen einfließen zu lassen, war jener Bodhisattva, der sich dann in Indien als Buddha inkarnierte. Als ein Mensch in der physischen Welt hätte er von Mitleid und Liebe nichts in sich gefunden. Durch ihre Einweihung ragten aber die Bodhisattvas in die geistigen Regionen empor, wo sie derartige Lehren wie diejenige von Mitleid und Liebe herunterholen konnten. Es kommt aber einmal der Moment, da die Menschheit reif geworden ist, das nunmehr selber zu finden, was ihr vorher eingeflößt worden war. So war es auch für Mitleid und Liebe.

[ 8 ] The being whose task, for millennia, was to infuse human beings with compassion and love from higher, spiritual realms was that Bodhisattva who later incarnated in India as the Buddha. As a human being in the physical world, he would have found no compassion or love within himself. Through their initiation, however, the Bodhisattvas rose up into the spiritual realms, where they were able to bring down teachings such as those of compassion and love. But there comes a time when humanity has matured enough to discover for itself what had previously been instilled in it. This was also the case with compassion and love.

[ 9 ] Als jener Bodhisattva zum Buddha aufstieg, also in der betreffenden Inkarnation im 6. Jahrhundert vor Christus - Sitzen des Bodhisattva unter dem Bodhibaum -, ging in seinem eigenen Wesen nicht nur Wichtiges vor, sondern auf der ganzen Erde überhaupt. Damals ging in dem Mensch gewordenen Buddha jene Lehre von Mitleid und Liebe auf, beziehungsweise eine Umschreibung derselben, nämlich die vom achtteiligen Pfad, der genaueren Ausführung jener Lehre von Mitleid und Liebe. Dadurch, daß der Buddha diese Lehre lebendig in sich erkennen konnte, ward der Menschheit die Möglichkeit geschaffen, künftig dasselbe zu erleben. Seit damals können nun gewisse Menschen solches erkennen und nach dem Vorbild des großen Buddha ein entsprechendes Leben führen, das gleichsam die Lehre vom achtgliedrigen Pfad lebendig aus sich herauskristallisiert.

[ 9 ] When that Bodhisattva ascended to Buddhahood—that is, in the relevant incarnation in the 6th century B.C.E., while sitting beneath the Bodhi tree—something significant was taking place not only within his own being, but across the entire earth. At that time, the teaching of compassion and love blossomed within the Buddha who had become human, or rather, a formulation of that teaching, namely the Eightfold Path, which is the more precise elaboration of that teaching of compassion and love. Because the Buddha was able to recognize this teaching vividly within himself, the possibility was created for humanity to experience the same in the future. Since then, certain people have been able to recognize this and, following the example of the great Buddha, lead a life that, as it were, brings the teaching of the Eightfold Path to life from within themselves.

[ 10 ] Erst dann aber, wenn eine größere Anzahl von Menschen so weit herangereift ist, das zu erfahren, was Buddha damals erfuhr, ist diese Sache zur eigenen und eigentlichen Angelegenheit der Menschheit geworden. So wird aus höheren Sphären herab unserer Welt Mission nach Mission übertragen. Bis nach etwa dreitausend Jahren, von jetzt ab gerechnet, sind genug Menschen reif geworden, den achtgliedrigen Pfad zu wandeln, und dann wird Mitleid und Liebe der Menschheit zu eigen geworden sein. Dann wird ein neues Ereignis kommen und eine neue Mission heranbringen, aus der geistigen in die physische Welt herunter.

[ 10 ] Only when a large enough number of people have matured to the point of experiencing what the Buddha experienced back then will this matter have become humanity’s own and true concern. Thus, mission after mission is transmitted to our world from higher spheres. By about three thousand years from now, enough people will have matured to walk the Eightfold Path, and then compassion and love will have become inherent to humanity. Then a new event will occur, bringing a new mission down from the spiritual into the physical world.

[ 11 ] Einst ließ also der Buddha jene Lehre von Mitleid und Liebe in die Menschheit einströmen. Nun aber wirkt sie lebendig in ihr weiter, seitdem Buddha den Anstoß dazu gegeben. Wenn ein Bodhisattva nach etwa dreitausendjähriger Tätigkeit sein Amt verwaltet hat, wird er ein Buddha, der dann eben eine gewisse Mission an der Menschheit erfüllt.

[ 11 ] Once upon a time, the Buddha allowed that teaching of compassion and love to flow into humanity. Now, however, it continues to be alive within humanity, ever since the Buddha set it in motion. When a Bodhisattva has fulfilled his duty after some three thousand years of activity, he becomes a Buddha, who then fulfills a certain mission for humanity.

[ 12 ] Was ist nun aus jenem Buddha, dessen Mission gewesen ist, Mitleid und Liebe an die Menschheit zu bringen, geworden, nachdem er den physischen Körper verlassen hatte? Buddha bedeutet immer eine letzte Inkarnation. Er bedurfte nur noch der Gautama-Inkarnation, um eine Mission zu erfüllen. Seit jener Zeit ist es nun jener Bodhisattva-Individualität, weil sie Buddha geworden, nicht mehr möglich, in einen physischen Leib herabzusteigen. Sie kann sich bloß noch bis herab zum Ätherleib inkarnieren. Jener Buddha kann also heute nur noch vom Hellseher geschaut werden. Eine solche Form, die eine Individualität annimmt, ohne den physischen Leib mitzuenthalten, nennt man Nirmanakaya. Darin leitet die Wesenheit die Mission weiter, die ihr als Bodhisattva übertragen worden war. So wurde auch das große Christus-Ereignis durch jenen im Nirmanakaya waltenden Buddha vorbereitet.

[ 12 ] What has become of that Buddha, whose mission was to bring compassion and love to humanity, after he left his physical body? Buddha always signifies a final incarnation. He needed only the Gautama incarnation to fulfill his mission. Since that time, it has no longer been possible for that Bodhisattva individuality—having become a Buddha—to descend into a physical body. It can now only incarnate down to the etheric body. That Buddha can therefore be seen today only by a clairvoyant. Such a form, which an individuality assumes without including the physical body, is called Nirmanakaya. In it, the being continues the mission that was entrusted to it as a Bodhisattva. Thus, the great Christ event was also prepared by that Buddha reigning in the Nirmanakaya.

[ 13 ] Ein Elternpaar, nämlich Joseph und Maria von Nazareth, erhielt ein Kind, Jesus mit Namen. Dieses war eigentümlicherweise so veranlagt, daß der Nirmanakaya-Buddha sich sagen konnte, dieses Kind hätte in seiner physischen Leiblichkeit die Möglichkeit, die Menschheit mittels derselben einen großen Schritt vorwärtszubringen, wenn er als Buddha seinen Beitrag liefern würde. Er senkte sich daher in seinem Nirmanakaya in jenes Kind herab. Unter dem Nirmanakaya hat man sich nicht einen geschlossenen Leib vorzustellen, wie wir ihn haben, sondern das, was sonst bloße Kräfte waren, sind hier besondere Wesenheiten geworden. Dieses System von Wesenheiten wird in den höheren Welten durch das Ich der betreffenden zugrundeliegenden Individualität zusammengehalten, ähnlich wie in uns die Fähigkeiten des Denkens, Fühlens und Wollens. Der Hellseher nimmt diese Schar zusammengehöriger Wesenheiten des Nirmanakaya-Buddha wahr.

[ 13 ] A couple, namely Joseph and Mary of Nazareth, had a child named Jesus. This child was uniquely endowed in such a way that the Nirmanakaya Buddha could say to himself that this child, in his physical form, had the potential to bring humanity a great step forward through that very form, if he were to make his contribution as a Buddha. He therefore descended in his Nirmanakaya into that child. One should not imagine the Nirmanakaya as a closed body, as we have it, but rather that what were otherwise mere forces have here become distinct entities. This system of entities is held together in the higher worlds by the “I” of the underlying individuality in question, much like the faculties of thinking, feeling, and willing within us. The clairvoyant perceives this group of related entities of the Nirmanakaya Buddha.

[ 14 ] Analogien hierzu gibt es auch im Naturleben: zum Beispiel ist bei der Gallwespe der Vorderkörper mit dem Hinterkörper nur durch einen dünnen Stiel verbunden. Denkt man sich diesen unsichtbar, so hat man zwei unverbundene, aber doch zusammengehörige Teile. Ähnliche Zusammengehörigkeitsverhältnisse walten im Bienenstock und Ameisenhaufen.

[ 14 ] There are analogies to this in the natural world as well: for example, in the gall wasp, the thorax is connected to the abdomen by only a thin stalk. If one imagines this stalk to be invisible, one has two unconnected yet interdependent parts. Similar relationships of interdependence exist in beehives and anthills.

[ 15 ] Derartige Verhältnisse waren dem Schreiber des Lukas-Evangeliums durchaus bekannt. Er wußte auch, daß der NirmanakayaBuddha sich in das Jesuskind herabsenkte. Er drückt es so aus, daß er sagt: Als das Kind zu Bethlehem geboren wurde, stieg aus den geistigen Welten eine Engelschar herab und verkündigte den Hirten, was geschehen sei. Dieselben sind aus gewissen Gründen hellsichtig geworden in jenem Augenblicke.

[ 15 ] The author of the Gospel of Luke was well acquainted with such circumstances. He also knew that the Nirmanakaya Buddha had descended into the infant Jesus. He expresses this by saying: When the child was born in Bethlehem, a host of angels descended from the spiritual worlds and announced to the shepherds what had happened. For certain reasons, they became clairvoyant at that very moment.

[ 16 ] Jenes Jesuskind entwickelte sich zunächst nur langsam heran. Es zeigte äußerlich keine besonders hervorragenden Eigenschaften, die auf einen Riesengeist gedeutet hätten. Aber dafür machte sich bald eine tiefe Innerlichkeit und Seelenhaftigkeit bemerkbar, ein reges Gemütsleben. Der Hellseher hätte den Nirmanakaya-Buddha über diesem Kinde schweben sehen. In der indischen Legende wird uns erzählt, daß ein alter Weiser zum Buddhakind gekommen sei und an ihm erkannt hätte, daß hier ein Bodhisattva zum Buddha heranreife. Der Alte brach darob in Tränen aus, weil er nämlich den großen Buddha selber nicht mehr erleben durfte. Asita, so hieß der Weise, wurde wiedergeboren und war wieder ein alter Mann, als Jesus jung war, nämlich der Simeon des Lukas-Evangeliums. Er sah bei der Darstellung des Jesus im Tempel nun den Bodhisattva als wirklichen Buddha vor sich und konnte daher sagen: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. — So sah der Weise nach fünfhundert Jahren, was er vorher nicht hatte sehen können.

[ 16 ] That infant Jesus developed only slowly at first. Outwardly, he showed no particularly outstanding qualities that would have indicated a great spirit. But a deep inner life and spiritual depth soon became apparent, along with a lively emotional life. A clairvoyant would have seen the Nirmanakaya Buddha hovering over this child. In the Indian legend, we are told that an old sage came to the Buddha-child and recognized in him that a Bodhisattva was maturing into a Buddha. The old man burst into tears because he himself would not live to see the great Buddha. Asita, as the sage was called, was reborn and was once again an old man when Jesus was young—namely, the Simeon of the Gospel of Luke. When Jesus was presented in the temple, he now saw the Bodhisattva before him as the true Buddha and was therefore able to say: “Lord, now you let your servant depart in peace, for my eyes have seen your Savior.” — Thus, after five hundred years, the sage saw what he had not been able to see before.

[ 17 ] Wenn man die Herkunft des Jesus im Lukas-Evangelium studiert und sie vergleicht mit der im Matthäus-Evangelium dargestellten, so zeigt sich eine gewisse Verschiedenheit, die man in der Wissenschaft durchaus nicht beachtet hat. Aus der Akasha-Chronik heraus freilich kann man den richtigen Aufschluß erhalten, warum die beiden Stammbäume verschieden sind und sein müssen.

[ 17 ] When one studies the genealogy of Jesus in the Gospel of Luke and compares it with that presented in the Gospel of Matthew, a certain discrepancy becomes apparent, one that has been largely overlooked by scholars. From the Akashic Records, however, one can obtain the correct explanation as to why the two genealogies are different and must be so.

[ 18 ] Ungefähr in derselben Zeit, als Jesus geboren wurde, ward in Palästina einem andern Elternpaar, das auch Joseph und Maria hieß, auch ein Kind geschenkt, mit demselben Namen Jesus. Es gab also damals zwei Jesuskinder von zwei Elternpaaren desselben Namens. Der eine Jesus ist der bethlehemitische. Er lebte mit seinen Eltern zu Bethlehem; der andere hatte seine Eltern wohnhaft in Nazareth. Der erstere Jesus stammt aus der Linie des davidischen Hauses, welche durch Salomo durchging. Der nazarenische Jesus hingegen stammt aus der nathanischen Linie des davidischen Hauses. Lukas erzählt mehr von dem einen, Matthäus vom andern Kinde. Das bethlehemitische Kind zeigte in seiner frühen Jugend ganz andere Fähigkeiten als das nazarenische. Ersteres zeigte sich in all den Eigenschaften, die äußerlich hervortreten können, gut entwickelt. So konnte dieses Kind zum Beispiel auch gleich von der Geburt an reden, wenn auch zunächst für die Umgebung noch mehr oder weniger unverständlich. Das andere Jesuskind zeigte eine mehr nach innen gehende Veranlagung.

[ 18 ] Around the same time that Jesus was born, another couple in Palestine—also named Joseph and Mary—was blessed with a child of the same name, Jesus. So at that time, there were two infants named Jesus, born to two different couples. One Jesus is the Bethlehemite. He lived with his parents in Bethlehem; the other’s parents lived in Nazareth. The former Jesus descends from the line of the House of David that ran through Solomon. The Nazarene Jesus, on the other hand, descends from the Nathanic line of the House of David. Luke tells more about one child, Matthew about the other. The child from Bethlehem displayed very different abilities in his early youth than the child from Nazareth. The former was well-developed in all the qualities that can be outwardly apparent. For example, this child was able to speak right from birth, even if at first it was more or less incomprehensible to those around him. The other infant Jesus showed a more introverted disposition.

[ 19 ] In dem bethlehemitischen Kinde nun war inkarniert der große Zarathustra der Vorzeit. Jener Zarathustra hatte bekanntlich seinen astralischen Leib an Hermes abgegeben und seinen Ätherleib an Moses. Sein Ich wurde sechshundert Jahre vor Christus in Chaldäa als Nazarathos oder Zarathos wiedergeboren und schließlich nochmals als der Jesus. Dieses Jesuskind mußte nach Ägypten geführt werden, um da für einige Zeit in der ihm gemäßen Umgebung zu leben und die Eindrücke derselben in sich wieder zu beleben. Man darf also durchaus nicht glauben, daß es derselbe Jesus ist, von dem Lukas spricht, wie derjenige, von dem Matthäus erzählt. Durch die Verordnung des Herodes wurden alle Kinder bis zu zwei Jahren getötet. Da wäre Johannes der Täufer auch mitbetroffen worden, wenn nicht inzwischen genug Zeit zwischen seiner Geburt und der des Jesus verstrichen wäre.

[ 19 ] The great Zarathustra of antiquity was now incarnated in the child of Bethlehem. As is well known, that Zarathustra had handed over his astral body to Hermes and his etheric body to Moses. His I was reborn six hundred years before Christ in Chaldea as Nazarathos or Zarathos, and finally once more as Jesus. This infant Jesus had to be taken to Egypt to live there for some time in an environment suited to him and to revive within himself the impressions of that environment. One must therefore by no means believe that the Jesus of whom Luke speaks is the same as the one of whom Matthew tells. By Herod’s decree, all children up to the age of two were killed. John the Baptist would also have been affected had not enough time elapsed between his birth and that of Jesus.

[ 20 ] Im zwölften Lebensjahre geht die Ichheit des bethlehemitischen Jesuskindes, also das Zarathustra-Ich, über in den andern Jesusknaben. Vom zwölften Jahre an also lebte im nazarenischen Jesus nicht mehr das frühere Ich, sondern nun das Zarathustra-Ich. Das bethlehemitische Kind starb bald, nachdem jenes Ich es verlassen hatte. Jene Übertragung des Zarathustra-Ich auf den nazarenischen Jesus beschreibt uns Lukas in der Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel. Es war nämlich seinen Eltern unerklärlich, warum ihr Kind plötzlich so weise redete. Diese Eltern besaßen außer diesem kein weiteres Kind. Das andere Elternpaar hingegen hatte noch weitere Kinder, vier Knaben und zwei Mädchen. Beide Familien wurden später allerdings Nachbarsfamilien in Nazareth, ja, verschmolzen schließlich in eine einzige Familie. Der Vater des bethlehemitischen Jesus war bereits ein alter Mann, als der Jesus geboren wurde. Er starb auch bald darauf, und die Mutter zog mit ihren Kindern nach Nazareth zu der andern Familie.

[ 20 ] At the age of twelve, the “I” of the infant Jesus of Bethlehem—that is, the Zarathustra “I”—passes over into the other boy, Jesus. From the age of twelve onward, therefore, it was no longer the former “I” that lived in the Nazarene Jesus, but now the Zarathustra “I.” The Bethlehem child died soon after that Self had left him. Luke describes this transfer of the Zarathustra Self to the Nazarene Jesus in the story of the twelve-year-old Jesus in the temple. For his parents could not explain why their child suddenly spoke with such wisdom. These parents had no other children besides him. The other couple, however, had other children: four boys and two girls. Both families later became neighbors in Nazareth, and eventually merged into a single family. The father of the Bethlehemite Jesus was already an old man when Jesus was born. He died soon afterward, and the mother moved with her children to Nazareth to join the other family.

[ 21 ] So wirkte also der Buddha in seinem Nirmanakaya mit dem Ich des Zarathustra in dem Jesus von Nazareth. Buddha und Zarathustra wirkten in diesem Kinde zusammen.

[ 21 ] Thus, in his Nirmanakaya, the Buddha worked together with the “I” of Zarathustra within Jesus of Nazareth. The Buddha and Zarathustra worked together in this child.

[ 22 ] Im Matthäus-Evangelium ist zunächst mehr die Rede vom bethlehemitischen Jesus. Da erschienen bei der Geburt die weisen Magier des Morgenlandes, die von dem Stern dahin geführt wurden, wo der Zarathustra wiedergeboren ward.

[ 22 ] The Gospel of Matthew initially focuses more on Jesus of Bethlehem. At his birth, the wise men from the East appeared, guided by the star to the place where Zarathustra was reborn.