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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 117

9 November 1909, Berlin

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4. Die Mission des althebräischen Volkes

4. Die Mission des althebräischen Volkes

[ 1 ] In der letzten Vortragsstunde wurde bereits auseinandergesetzt, daß wir einige Betrachtungen anstellen wollen über die Evangelien, und es wurde der Grund charakterisiert, warum wir uns jetzt einiges aus dem Matthäus-Evangelium vorhalten wollen. Es ist in gewisser Beziehung die menschlichste Seite des Christus Jesus, die uns in diesem Evangelium entgegentritt. Auf der andern Seite ist darin auch gegeben ein vollständiger Überblick über die geschichtlichen Ereignisse, welche zeigen, wie der Christus Jesus aus der Menschheit selber herauswächst. Da damit gezeigt ist, wie die größte Erscheinung der Erdenentwickelung aus der Geschichte herausgewachsen ist, so liegt es nahe zu vermuten, daß die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens uns gerade in diesem Evangelium entgegentreten können.

[ 1 ] In der letzten Vortragsstunde wurde bereits auseinandergesetzt, daß wir einige Betrachtungen anstellen wollen über die Evangelien, und es wurde der Grund charakterisiert, warum wir uns jetzt einiges aus dem Matthäus-Evangelium vorhalten wollen. Es ist in gewisser Beziehung die menschlichste Seite des Christus Jesus, die uns in diesem Evangelium entgegentritt. Auf der andern Seite ist darin auch gegeben ein vollständiger Überblick über die geschichtlichen Ereignisse, welche zeigen, wie der Christus Jesus aus der Menschheit selber herauswächst. Da damit gezeigt ist, wie die größte Erscheinung der Erdenentwickelung aus der Geschichte herausgewachsen ist, so liegt es nahe zu vermuten, daß die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens uns gerade in diesem Evangelium entgegentreten können.

[ 2 ] Ich möchte auch heute wiederum nicht unterlassen, ausdrücklich zu betonen, daß die Dinge, die bei dieser Gelegenheit gesagt werden, subtil sind, und daß man sehr leicht die geisteswissenschaftliche Bewegung schwer schädigen kann, wenn man in irgendeiner einseitigen Weise das, was diese Geheimnisse anbetrifft, vor die Welt bringt. Daher sollte mit einer jeglichen Mitteilung über diese Dinge die größtdenkbare Vorsicht verknüpft werden. Es wäre nicht einmal zuviel verlangt, wenn ein jeder sich in die Geduld finden würde, erst dann über ein Christus-Bild etwas mitzuteilen, wenn er dasselbe von den vier Seiten her charakterisiert bekommen hat, die in den vier Evangelien gegeben sind. An der Betrachtung über das Lukas-Evangelium ist schon zu ersehen, wie die beiden großen vorchristlichen Geistesströmungen, der Zarathustrismus und das, was im Buddhismus seinen vorchristlichen Abschluß erlangt, zusammengeflossen sind, um sich zu ergießen in den großen christlichen Strom des irdischen Geisteslebens.

[ 2 ] Ich möchte auch heute wiederum nicht unterlassen, ausdrücklich zu betonen, daß die Dinge, die bei dieser Gelegenheit gesagt werden, subtil sind, und daß man sehr leicht die geisteswissenschaftliche Bewegung schwer schädigen kann, wenn man in irgendeiner einseitigen Weise das, was diese Geheimnisse anbetrifft, vor die Welt bringt. Daher sollte mit einer jeglichen Mitteilung über diese Dinge die größtdenkbare Vorsicht verknüpft werden. Es wäre nicht einmal zuviel verlangt, wenn ein jeder sich in die Geduld finden würde, erst dann über ein Christus-Bild etwas mitzuteilen, wenn er dasselbe von den vier Seiten her charakterisiert bekommen hat, die in den vier Evangelien gegeben sind. An der Betrachtung über das Lukas-Evangelium ist schon zu ersehen, wie die beiden großen vorchristlichen Geistesströmungen, der Zarathustrismus und das, was im Buddhismus seinen vorchristlichen Abschluß erlangt, zusammengeflossen sind, um sich zu ergießen in den großen christlichen Strom des irdischen Geisteslebens.

[ 3 ] Das Matthäus-Evangelium hat es zuerst mit einem ganz andern Thema zu tun, nämlich zu zeigen, wie jene Körperlichkeit, in der sich inkarnierte die Individualität des Zoroaster, herauswächst aus dem althebräischen Volke. Es setzt sich zur Aufgabe, zu zeigen, welchen Anteil das althebräische Volk an der gesamten Entwickelung der Menschheit hat. Es könnte leicht jemand meinen, wenn die Individualität des Zoroaster sich verkörpert hat in dem bethlehemitischen Jesus, daß dann nur die Körperlichkeit herausgeboren wäre aus dem althebräischen Volke und daß damit nichts anderes gesagt wäre, als daß Zoroaster wiedergeboren wäre in einer Leiblichkeit, die aus dem althebräischen Volke herauswuchs. Wollte man eine solche Gefühlsnuance hineinlegen, so ergäbe sich ein ganz falsches Bild von der Wahrheit.

[ 3 ] Das Matthäus-Evangelium hat es zuerst mit einem ganz andern Thema zu tun, nämlich zu zeigen, wie jene Körperlichkeit, in der sich inkarnierte die Individualität des Zoroaster, herauswächst aus dem althebräischen Volke. Es setzt sich zur Aufgabe, zu zeigen, welchen Anteil das althebräische Volk an der gesamten Entwickelung der Menschheit hat. Es könnte leicht jemand meinen, wenn die Individualität des Zoroaster sich verkörpert hat in dem bethlehemitischen Jesus, daß dann nur die Körperlichkeit herausgeboren wäre aus dem althebräischen Volke und daß damit nichts anderes gesagt wäre, als daß Zoroaster wiedergeboren wäre in einer Leiblichkeit, die aus dem althebräischen Volke herauswuchs. Wollte man eine solche Gefühlsnuance hineinlegen, so ergäbe sich ein ganz falsches Bild von der Wahrheit.

[ 4 ] Durch solche Betrachtungen soll uns immer klarer werden, daß eine solche Individualität, wie die des Zarathustra, die Leiblichkeit als Instrument braucht. Wenn aus den höchsten der Welten, aus der göttlichsten der göttlichen Welten irgendeine Individualität auf die Erde herabstiege und sich in einer ungeeigneten Körperlichkeit inkarnierte, so könnte sie aus einer solchen nichts anderes machen als das, wozu dieselbe das Instrument eben sein kann. Diese falsche Gefühlsnuance, von der eben gesprochen worden ist, könnte leicht mancherlei Mißverständnisse herbeiführen. In der theosophischen Bewegung hat man lange nicht verstanden, daß des Menschen Leiblichkeit der Tempel der Seele ist. Man muß berücksichtigen, was von uns schon so oft betont worden ist: daß das menschliche Ich in drei Hüllen wohnt, von denen eine jede älter ist als das Ich selber. Dieses Ich ist ein Erdenwesen, das jüngste unter den menschlichen Gliedern. Der astralische Leib nahm auf dem alten Monde, der ätherische oder Lebensleib auf der alten Sonne seinen Anfang, hat also drei planetarische Entwickelungsstufen hinter sich; der physische Leib ist in seiner Art der vollkommenste Teil und hat vier planetarische Entwickelungsstufen hinter sich. Der physische Leib ist von Äon zu Äon ausgestaltet worden, so daß er heute dieses vollkommene Werkzeug ist, in dem das menschliche Ich sich entwickeln konnte, um den Menschen allmählich wieder zu den Höhen des Geistigen aufsteigen zu lassen. Wenn der physische Leib so unvollkommen wäre wie der astralische Leib und das Ich, so wäre eine menschliche Entwickelung auf Erden nicht möglich.

[ 4 ] Durch solche Betrachtungen soll uns immer klarer werden, daß eine solche Individualität, wie die des Zarathustra, die Leiblichkeit als Instrument braucht. Wenn aus den höchsten der Welten, aus der göttlichsten der göttlichen Welten irgendeine Individualität auf die Erde herabstiege und sich in einer ungeeigneten Körperlichkeit inkarnierte, so könnte sie aus einer solchen nichts anderes machen als das, wozu dieselbe das Instrument eben sein kann. Diese falsche Gefühlsnuance, von der eben gesprochen worden ist, könnte leicht mancherlei Mißverständnisse herbeiführen. In der theosophischen Bewegung hat man lange nicht verstanden, daß des Menschen Leiblichkeit der Tempel der Seele ist. Man muß berücksichtigen, was von uns schon so oft betont worden ist: daß das menschliche Ich in drei Hüllen wohnt, von denen eine jede älter ist als das Ich selber. Dieses Ich ist ein Erdenwesen, das jüngste unter den menschlichen Gliedern. Der astralische Leib nahm auf dem alten Monde, der ätherische oder Lebensleib auf der alten Sonne seinen Anfang, hat also drei planetarische Entwickelungsstufen hinter sich; der physische Leib ist in seiner Art der vollkommenste Teil und hat vier planetarische Entwickelungsstufen hinter sich. Der physische Leib ist von Äon zu Äon ausgestaltet worden, so daß er heute dieses vollkommene Werkzeug ist, in dem das menschliche Ich sich entwickeln konnte, um den Menschen allmählich wieder zu den Höhen des Geistigen aufsteigen zu lassen. Wenn der physische Leib so unvollkommen wäre wie der astralische Leib und das Ich, so wäre eine menschliche Entwickelung auf Erden nicht möglich.

[ 5 ] Nehmen Sie das in vollem Ernste, so können Sie nicht mehr eine falsche Gefühlsnuance verbinden mit der Vorstellung, daß der Zoroaster aus dem hebräischen Volke herausgeboren worden sei. Jenes Volk mußte eben so beschaffen sein, wie es war, wenn es die Leiblichkeit liefern sollte für eine Wesenheit wie den Zarathustra. Wenn wir uns vorstellen, daß diese Wesenheit, seit jener Zeit, als sie noch Lehrer des urpersischen Volkes war, sich immer höher entwickelt hat, so müssen wir eben sagen, daß es nötig war, ihr ein Instrument zu geben aus einer Volkheit heraus von einer seiner Wesenheit angemessenen Größe. Ein für ihn taugliches Instrument mußte geschaffen werden. Durch Saturn, Sonne, Mond und Erde hindurch haben sich die Götter bemüht, den physischen Leib des Menschen im allgemeinen auszugestalten. Daraus dürfen wir wohl den Schluß ziehen, daß die intimere Zubereitung eines Menschenleibes manches notwendig machte an geistig-göttlicher Arbeit, um den Menschenleib in der speziellen Form zur Ausbildung zu bringen, wie er dem Zarathustra damals diente.

[ 5 ] Nehmen Sie das in vollem Ernste, so können Sie nicht mehr eine falsche Gefühlsnuance verbinden mit der Vorstellung, daß der Zoroaster aus dem hebräischen Volke herausgeboren worden sei. Jenes Volk mußte eben so beschaffen sein, wie es war, wenn es die Leiblichkeit liefern sollte für eine Wesenheit wie den Zarathustra. Wenn wir uns vorstellen, daß diese Wesenheit, seit jener Zeit, als sie noch Lehrer des urpersischen Volkes war, sich immer höher entwickelt hat, so müssen wir eben sagen, daß es nötig war, ihr ein Instrument zu geben aus einer Volkheit heraus von einer seiner Wesenheit angemessenen Größe. Ein für ihn taugliches Instrument mußte geschaffen werden. Durch Saturn, Sonne, Mond und Erde hindurch haben sich die Götter bemüht, den physischen Leib des Menschen im allgemeinen auszugestalten. Daraus dürfen wir wohl den Schluß ziehen, daß die intimere Zubereitung eines Menschenleibes manches notwendig machte an geistig-göttlicher Arbeit, um den Menschenleib in der speziellen Form zur Ausbildung zu bringen, wie er dem Zarathustra damals diente.

[ 6 ] Damit solches möglich war, mußte die ganze Geschichte des althebräischen Volkes so ablaufen, wie sie eben abgelaufen ist. Die Akasha-Chronik zeigt uns, daß das, was im Alten Testament da ist, wirklich mit den geschichtlichen Tatsachen übereinstimmt. Es mußte sozusagen im althebräischen Volke alles so eingerichtet sein, daß es zuletzt in jener einen Persönlichkeit des bethlehemitischen Jesus gipfelte. Dazu aber waren besondere Einrichtungen notwendig. Es war notwendig, daß aus der Gesamtsumme der Kultur der nachatlantischen Zeit dasjenige herausgenommen wurde, was am meisten fähig war, jene Kräfte in der Menschheit zu entwickeln, die entwickelt werden mußten, auf daß die Menschheit etwas an die Stelle des alten hellseherischen Vermögens setzen konnte. Es war gerade das hebräische Volk dazu ausersehen, zunächst eine solche Körperlichkeit darzubieten, die bis in die feinsten Fasern des Gehirns hinein so organisiert war, daß das, was wir Erkenntnis der Welt nennen, ohne den Einfluß des alten Hellsehens zustande kam. Das sollte die Mission dieses Volkes sein. In dem Stammvater dieses Volkes, in Abraham, war auch tatsächlich eine solche Individualität auserlesen, daß dessen Leiblichkeit ein geeignetes Instrument war für das urteilende Denken. Alles, was vorher groß und bedeutend war, stand noch unter den Nachwirkungen alten Hellsehens. Nun sollte aber eine Persönlichkeit ausersehen werden, welche das geeignetste Gehirn hatte, um sich nicht drängen und stoßen zu lassen von den hellseherischen Imaginationen und Intuitionen, sondern berufen war, die Dinge rein mit dem Verstande zu betrachten. Dazu aber bedurfte es eines besonders eingerichteten Gehirnes, und die Persönlichkeit, die dieses Gehirn hatte, mußte ausersehen werden. Diese haben wir zu sehen in Abram oder Abraham.

[ 6 ] Damit solches möglich war, mußte die ganze Geschichte des althebräischen Volkes so ablaufen, wie sie eben abgelaufen ist. Die Akasha-Chronik zeigt uns, daß das, was im Alten Testament da ist, wirklich mit den geschichtlichen Tatsachen übereinstimmt. Es mußte sozusagen im althebräischen Volke alles so eingerichtet sein, daß es zuletzt in jener einen Persönlichkeit des bethlehemitischen Jesus gipfelte. Dazu aber waren besondere Einrichtungen notwendig. Es war notwendig, daß aus der Gesamtsumme der Kultur der nachatlantischen Zeit dasjenige herausgenommen wurde, was am meisten fähig war, jene Kräfte in der Menschheit zu entwickeln, die entwickelt werden mußten, auf daß die Menschheit etwas an die Stelle des alten hellseherischen Vermögens setzen konnte. Es war gerade das hebräische Volk dazu ausersehen, zunächst eine solche Körperlichkeit darzubieten, die bis in die feinsten Fasern des Gehirns hinein so organisiert war, daß das, was wir Erkenntnis der Welt nennen, ohne den Einfluß des alten Hellsehens zustande kam. Das sollte die Mission dieses Volkes sein. In dem Stammvater dieses Volkes, in Abraham, war auch tatsächlich eine solche Individualität auserlesen, daß dessen Leiblichkeit ein geeignetes Instrument war für das urteilende Denken. Alles, was vorher groß und bedeutend war, stand noch unter den Nachwirkungen alten Hellsehens. Nun sollte aber eine Persönlichkeit ausersehen werden, welche das geeignetste Gehirn hatte, um sich nicht drängen und stoßen zu lassen von den hellseherischen Imaginationen und Intuitionen, sondern berufen war, die Dinge rein mit dem Verstande zu betrachten. Dazu aber bedurfte es eines besonders eingerichteten Gehirnes, und die Persönlichkeit, die dieses Gehirn hatte, mußte ausersehen werden. Diese haben wir zu sehen in Abram oder Abraham.

[ 7 ] Und auch das stimmt mit den Beobachtungen der Akasha-Chronik überein, daß die Richtung, aus der jener Abraham herkam, von jenseits des Euphrat nach dem Westen ging, gegen Kanaan zunächst. Abraham wurde hergeholt, wie es in der Bibel heißt, aus Ur inChaldäa. Während in der ägyptischen sowohl wie in der chaldäisch-babylonischen Kultur noch die Nachklänge des alten dämmerhaften Hellsehens da waren, wurde aus dem chaldäischen Volke ein Individuum auserlesen, welches nicht mehr darauf aufbaute, sondern auf die Beobachtungen der Erscheinungen der Außenwelt. Damit sollte jene Kultur eingeleitet werden, deren Früchte noch heute unserer ganzen westlichen Kultur und Zivilisation einverleibt sind. Jenes kombinatorische Denken, die mathematische Logik, wurde durch Abraham eingeleitet; ihn sah man bis ins Mittelalter hinein in gewissem Sinne als Vertreter der Arithmetik an. Die ganze Anlage seines Denkens war eben eine solche, die Welt nach dem Verhältnis von Maß und Zahl anzusehen.

[ 7 ] Und auch das stimmt mit den Beobachtungen der Akasha-Chronik überein, daß die Richtung, aus der jener Abraham herkam, von jenseits des Euphrat nach dem Westen ging, gegen Kanaan zunächst. Abraham wurde hergeholt, wie es in der Bibel heißt, aus Ur inChaldäa. Während in der ägyptischen sowohl wie in der chaldäisch-babylonischen Kultur noch die Nachklänge des alten dämmerhaften Hellsehens da waren, wurde aus dem chaldäischen Volke ein Individuum auserlesen, welches nicht mehr darauf aufbaute, sondern auf die Beobachtungen der Erscheinungen der Außenwelt. Damit sollte jene Kultur eingeleitet werden, deren Früchte noch heute unserer ganzen westlichen Kultur und Zivilisation einverleibt sind. Jenes kombinatorische Denken, die mathematische Logik, wurde durch Abraham eingeleitet; ihn sah man bis ins Mittelalter hinein in gewissem Sinne als Vertreter der Arithmetik an. Die ganze Anlage seines Denkens war eben eine solche, die Welt nach dem Verhältnis von Maß und Zahl anzusehen.

[ 8 ] Eine derartig beschaffene Persönlichkeit war dazu geeignet, ein lebendiges Verhältnis zu gewinnen zu derjenigen Gottheit, welche sich offenbaren sollte durch das Medium der Außenwelt. Alle andern Gottheiten außer Jahve kündigten sich im Inneren der menschlichen Seele an, und man mußte Imagination, Intuition und so weiter in seiner Seele erwecken, um etwas von ihnen zu wissen. Im alten Indien sah man hinaus, sah die Sonne aufgehen, sah die verschiedenen Reiche der Erde, die Vorgänge des Luftkreises, des Meeres und so weiter, aber all das betrachtete man als eine große Täuschung, als Maja, worin der Inder nichts von einer Göttlichkeit gefunden hätte, wenn er sie nicht durch innere Imagination gewonnen und dann hinterher mit den Erscheinungen der Außenwelt in Beziehung gebracht hätte. Auch bei Zarathustra haben wir es uns so zu denken, daß er nicht hätte hinweisen können auf das große Sonnenwesen, wenn ihm nicht im Inneren aufgegangen wäre das große Wesen des Ahura Mazdao. Besonders aber sehen wir dies an den ägyptischen Gottheiten, die ganz aus inneren Seelenerlebnissen herausgeholt und nachher mit äußeren Dingen in Beziehung gebracht werden.

[ 8 ] Eine derartig beschaffene Persönlichkeit war dazu geeignet, ein lebendiges Verhältnis zu gewinnen zu derjenigen Gottheit, welche sich offenbaren sollte durch das Medium der Außenwelt. Alle andern Gottheiten außer Jahve kündigten sich im Inneren der menschlichen Seele an, und man mußte Imagination, Intuition und so weiter in seiner Seele erwecken, um etwas von ihnen zu wissen. Im alten Indien sah man hinaus, sah die Sonne aufgehen, sah die verschiedenen Reiche der Erde, die Vorgänge des Luftkreises, des Meeres und so weiter, aber all das betrachtete man als eine große Täuschung, als Maja, worin der Inder nichts von einer Göttlichkeit gefunden hätte, wenn er sie nicht durch innere Imagination gewonnen und dann hinterher mit den Erscheinungen der Außenwelt in Beziehung gebracht hätte. Auch bei Zarathustra haben wir es uns so zu denken, daß er nicht hätte hinweisen können auf das große Sonnenwesen, wenn ihm nicht im Inneren aufgegangen wäre das große Wesen des Ahura Mazdao. Besonders aber sehen wir dies an den ägyptischen Gottheiten, die ganz aus inneren Seelenerlebnissen herausgeholt und nachher mit äußeren Dingen in Beziehung gebracht werden.

[ 9 ] Alles, was an vorhebräischen Gottheiten da war, muß von diesem Gesichtspunkte aus aufgefaßt werden. Jahve jedoch ist diejenige Gottheit, welche einen von außen her anschaut, von außen an den Menschen herankommt, sich in Wind und Wetter offenbart. Wenn der Mensch alles, was in der Außenwelt an Zahl, Maß und Gewicht vorhanden ist, durchdringt, nähert er sich dem Jahvegott. In früherer Zeit war der Gang ein entgegengesetzter. Brahma wurde zuerst im Inneren der Seele erkannt und von da wird dann erst hinausgegangen. Den Jahve jedoch erkennt man zuerst draußen und dann erst kann er auch im eigenen Inneren nachgewiesen werden. Das ist die geistige Seite dessen, was genannt wird: der Bund Jahves mit Abraham. Dieser Mann war eben eine Persönlichkeit, die den Jahve fassen und verstehen konnte. Die Leiblichkeit des Abraham war so, daß dieser den Jahve oder Jehova als den die Welterscheinungen draußen durchlebenden und durchwebenden Gott verstehen konnte.

[ 9 ] Alles, was an vorhebräischen Gottheiten da war, muß von diesem Gesichtspunkte aus aufgefaßt werden. Jahve jedoch ist diejenige Gottheit, welche einen von außen her anschaut, von außen an den Menschen herankommt, sich in Wind und Wetter offenbart. Wenn der Mensch alles, was in der Außenwelt an Zahl, Maß und Gewicht vorhanden ist, durchdringt, nähert er sich dem Jahvegott. In früherer Zeit war der Gang ein entgegengesetzter. Brahma wurde zuerst im Inneren der Seele erkannt und von da wird dann erst hinausgegangen. Den Jahve jedoch erkennt man zuerst draußen und dann erst kann er auch im eigenen Inneren nachgewiesen werden. Das ist die geistige Seite dessen, was genannt wird: der Bund Jahves mit Abraham. Dieser Mann war eben eine Persönlichkeit, die den Jahve fassen und verstehen konnte. Die Leiblichkeit des Abraham war so, daß dieser den Jahve oder Jehova als den die Welterscheinungen draußen durchlebenden und durchwebenden Gott verstehen konnte.

[ 10 ] Nun handelt es sich darum, aus dieser Eigentümlichkeit jenes einen Mannes, des Abraham, die Mission eines ganzen Volkes zu folgern. Es war notwendig, daß Abrahams Geisteskonstitution sich auch auf andere übertrug. Dieselbe ist aber an die physischen Werkzeuge gebunden; denn alles, was nach außen gebracht werden soll, ist gebunden an eine ganz bestimmte Organisation des physischen Leibes. Die alten auf der Grundlage des dämmerhaften Hellsehens aufgebauten Religionen brauchten nicht so viel Gewicht darauf zu legen, ob die einzelnen Teile des Gehirns so oder so geformt waren; das Verständnis des Jehova aber war streng gebunden an die Konstitution des physischen Gehirnes. Nur auf dem Wege der physischen Vererbung innerhalb eines durch Blutsverwandtschaft zusammenhängenden Volkes konnte eine Übertragung solcher Eigenschaften geschehen.

[ 10 ] Nun handelt es sich darum, aus dieser Eigentümlichkeit jenes einen Mannes, des Abraham, die Mission eines ganzen Volkes zu folgern. Es war notwendig, daß Abrahams Geisteskonstitution sich auch auf andere übertrug. Dieselbe ist aber an die physischen Werkzeuge gebunden; denn alles, was nach außen gebracht werden soll, ist gebunden an eine ganz bestimmte Organisation des physischen Leibes. Die alten auf der Grundlage des dämmerhaften Hellsehens aufgebauten Religionen brauchten nicht so viel Gewicht darauf zu legen, ob die einzelnen Teile des Gehirns so oder so geformt waren; das Verständnis des Jehova aber war streng gebunden an die Konstitution des physischen Gehirnes. Nur auf dem Wege der physischen Vererbung innerhalb eines durch Blutsverwandtschaft zusammenhängenden Volkes konnte eine Übertragung solcher Eigenschaften geschehen.

[ 11 ] Da mußte etwas ganz Besonderes geschehen. Abraham mußte eine Nachkommenschaft haben, die weiterbaute jene eigenartige Konstitution des physischen Leibes, die bis dahin die Götter aufgebaut hatten und die in Abraham in höchster Blüte vorhanden war. Es mußte nun als selbständig von den Menschen der Aufbau des physischen Leibes in die Hand genommen werden, damit das weitergeführt wurde, was bislang die Götter getan haben, und zwar durch viele Generationen hindurch mußte dies geschehen. Es mußte ein den Jahve verstehendes Gehirn sich durch physische Vererbung erhalten. Der Bund des Jahve mit Abraham sollte auch auf die Nachkommen übergehen. Dazu aber gehörte eine ungeheure Hingebung der Individualität des Abraham an den Jahve; denn man erlangt die Möglichkeit, eine gewisse Konstitution mehr und mehr auszubilden, nur dann, wenn man dieselbe in dem Sinne gebraucht, wie sie geschaffen ist. Wenn man die Hand zum Beispiel besonders geschickt machen will zu einem gewissen Zwecke, so kann das nur geschehen, indem man sie in dem Sinne weiter ausbildet, in dem sie geschaffen ist. Wollte man die physischen Eigenschaften des Gehirns als eines Jahve-Begreifers ausbilden, so mußte diese Hingabe und dieses Begreifen des Jahve bei Abraham einen denkbar höchsten Grad erreichen.

[ 11 ] Da mußte etwas ganz Besonderes geschehen. Abraham mußte eine Nachkommenschaft haben, die weiterbaute jene eigenartige Konstitution des physischen Leibes, die bis dahin die Götter aufgebaut hatten und die in Abraham in höchster Blüte vorhanden war. Es mußte nun als selbständig von den Menschen der Aufbau des physischen Leibes in die Hand genommen werden, damit das weitergeführt wurde, was bislang die Götter getan haben, und zwar durch viele Generationen hindurch mußte dies geschehen. Es mußte ein den Jahve verstehendes Gehirn sich durch physische Vererbung erhalten. Der Bund des Jahve mit Abraham sollte auch auf die Nachkommen übergehen. Dazu aber gehörte eine ungeheure Hingebung der Individualität des Abraham an den Jahve; denn man erlangt die Möglichkeit, eine gewisse Konstitution mehr und mehr auszubilden, nur dann, wenn man dieselbe in dem Sinne gebraucht, wie sie geschaffen ist. Wenn man die Hand zum Beispiel besonders geschickt machen will zu einem gewissen Zwecke, so kann das nur geschehen, indem man sie in dem Sinne weiter ausbildet, in dem sie geschaffen ist. Wollte man die physischen Eigenschaften des Gehirns als eines Jahve-Begreifers ausbilden, so mußte diese Hingabe und dieses Begreifen des Jahve bei Abraham einen denkbar höchsten Grad erreichen.

[ 12 ] Und das war auch tatsächlich der Fall. In der Bibel wird uns erzählt, wie dies geschah. Eine Hingabe wird dann am größten, wenn man hinopfert, was man selber für die Zukunft werden soll. Abraham soll dem Jahve seinen Sohn Isaak hinopfern. Er würde damit das ganze hebräische Volk hinopfern und alles, was er selber war und was in die Welt durch ihn getragen werden sollte. Abraham war der erste Jehova-Versteher. Wollte er sich diesem ganz ergeben zeigen, so mußte er sich ihm ganz hingeben. Durch Hingabe seines einzigen Sprosses verzichtete er auf jede Fortpflanzung seines Stammes in der Welt.

[ 12 ] Und das war auch tatsächlich der Fall. In der Bibel wird uns erzählt, wie dies geschah. Eine Hingabe wird dann am größten, wenn man hinopfert, was man selber für die Zukunft werden soll. Abraham soll dem Jahve seinen Sohn Isaak hinopfern. Er würde damit das ganze hebräische Volk hinopfern und alles, was er selber war und was in die Welt durch ihn getragen werden sollte. Abraham war der erste Jehova-Versteher. Wollte er sich diesem ganz ergeben zeigen, so mußte er sich ihm ganz hingeben. Durch Hingabe seines einzigen Sprosses verzichtete er auf jede Fortpflanzung seines Stammes in der Welt.

[ 13 ] Und er hat es so weit gebracht in der Hingabe, daß er den Isaak hingeopfert hat; sein Wille war es. Und er bekommt den Isaak wieder zurück. Was heißt das? Das heißt etwas ganz Ungeheures. Er bekommt ihn von Jahve selber zurück, das heißt, Abraham geht so weit, die Mission, die er vermöge der Individualität seines Selbstes hat, nicht durch sich auf die Nachwelt weiter zu übertragen, sondern sie als Gabe des Jahve oder Jehova in seinem eigenen Sohn zu empfangen. Wer sich das überlegt, wird bemerken, daß hierin eine weltgeschichtliche Tatsache liegt, die in die Geheimnisse des geschichtlichen Werdens der Menschheit in unbegrenztem Maße hineinleuchtet.

[ 13 ] Und er hat es so weit gebracht in der Hingabe, daß er den Isaak hingeopfert hat; sein Wille war es. Und er bekommt den Isaak wieder zurück. Was heißt das? Das heißt etwas ganz Ungeheures. Er bekommt ihn von Jahve selber zurück, das heißt, Abraham geht so weit, die Mission, die er vermöge der Individualität seines Selbstes hat, nicht durch sich auf die Nachwelt weiter zu übertragen, sondern sie als Gabe des Jahve oder Jehova in seinem eigenen Sohn zu empfangen. Wer sich das überlegt, wird bemerken, daß hierin eine weltgeschichtliche Tatsache liegt, die in die Geheimnisse des geschichtlichen Werdens der Menschheit in unbegrenztem Maße hineinleuchtet.

[ 14 ] Nun sehen wir zu, wie die Ereignisse weitergehen. Durch jene Hingabe des Abraham an den Jahve wird es möglich, daß wirklich das sich fortsetzt, was bisher die Götter geschaffen haben. Das, was die physische Menschheit ist, wurde aus dem Weltenall herausgeboren. Wir wissen ja, wie das, was die menschliche Leiblichkeit auf der Erde ist, zusammenhängt nach Zahl, Maß und Gewicht mit all den Gesetzen, welche die Sternenwelten beherrschen. Der Mensch ist aus den Sternenwelten herausgeboren; er trägt in sich die Gesetze der Sternenwelten. Es mußten die Gesetze der Sternenwelten sozusagen hineingeschrieben werden in das durch die Generationen des althebräischen Volkes von Abraham aus herunterfließende Blut. In dem althebräischen Volke mußte alles so geordnet sein, daß der Strom von Gesetzmäßigkeit weiterfloß, der aus dem Weltenall heraus nach Maßgabe von Zahl, Maß und Gewicht den menschlichen physischen Leib geordnet hat im Sinne der Sternenordnung. Das finden wir wieder in einem Ausspruch, der in der Bibel so ungeheuer entstellt ist. So heißt es dort, daß Gott die Israeliten so zahlreich machen will wie die Sterne am Himmel. Gemeint ist aber, daß er in der Art, wie sie sich fortpflanzen und verbreiten auf der Erde, die Gesetze, die Zahlenverhältnisse walten lassen will, wie sie in den Sternen am Himmel herrschen. Nach der Zahlenharmonie der Sterne soll das hebräische Volk in seiner Fortpflanzung geordnet sein.

[ 14 ] Nun sehen wir zu, wie die Ereignisse weitergehen. Durch jene Hingabe des Abraham an den Jahve wird es möglich, daß wirklich das sich fortsetzt, was bisher die Götter geschaffen haben. Das, was die physische Menschheit ist, wurde aus dem Weltenall herausgeboren. Wir wissen ja, wie das, was die menschliche Leiblichkeit auf der Erde ist, zusammenhängt nach Zahl, Maß und Gewicht mit all den Gesetzen, welche die Sternenwelten beherrschen. Der Mensch ist aus den Sternenwelten herausgeboren; er trägt in sich die Gesetze der Sternenwelten. Es mußten die Gesetze der Sternenwelten sozusagen hineingeschrieben werden in das durch die Generationen des althebräischen Volkes von Abraham aus herunterfließende Blut. In dem althebräischen Volke mußte alles so geordnet sein, daß der Strom von Gesetzmäßigkeit weiterfloß, der aus dem Weltenall heraus nach Maßgabe von Zahl, Maß und Gewicht den menschlichen physischen Leib geordnet hat im Sinne der Sternenordnung. Das finden wir wieder in einem Ausspruch, der in der Bibel so ungeheuer entstellt ist. So heißt es dort, daß Gott die Israeliten so zahlreich machen will wie die Sterne am Himmel. Gemeint ist aber, daß er in der Art, wie sie sich fortpflanzen und verbreiten auf der Erde, die Gesetze, die Zahlenverhältnisse walten lassen will, wie sie in den Sternen am Himmel herrschen. Nach der Zahlenharmonie der Sterne soll das hebräische Volk in seiner Fortpflanzung geordnet sein.

[ 15 ] Wir sehen, wie das geschieht. Isaak hatte zwei Söhne, Jakob und Esau. Wir sehen auch, wie alles das, was da durch das Blut der Generationen hinunterrinnt - während das der Esau-Richtung Angehörige ausgeschaltet und die geeignete Richtung herausgeholt wird -, wie sich das weiter gestaltet. Jakob hatte zwölf Söhne entsprechend den zwölf Teilen des Tierkreises, durch welche die Sonne am Himmel zieht, um die Ordnung der Sterne zu bewirken. Das ist die innere Gesetzmäßigkeit. Es erscheint uns tatsächlich im Leben und in der Fortpflanzungsart des hebräischen Volkes ein Abbild von Zahl und Maß, wie sie am Himmel herrschen. Abraham war bereit, seinen Sohn Isaak zu opfern. Damit hat er seine ganze Mission von Jahve wieder entgegengenommen. An Stelle des Isaak wurde geopfert ein Widder oder Lamm. Was heißt das?

[ 15 ] Wir sehen, wie das geschieht. Isaak hatte zwei Söhne, Jakob und Esau. Wir sehen auch, wie alles das, was da durch das Blut der Generationen hinunterrinnt - während das der Esau-Richtung Angehörige ausgeschaltet und die geeignete Richtung herausgeholt wird -, wie sich das weiter gestaltet. Jakob hatte zwölf Söhne entsprechend den zwölf Teilen des Tierkreises, durch welche die Sonne am Himmel zieht, um die Ordnung der Sterne zu bewirken. Das ist die innere Gesetzmäßigkeit. Es erscheint uns tatsächlich im Leben und in der Fortpflanzungsart des hebräischen Volkes ein Abbild von Zahl und Maß, wie sie am Himmel herrschen. Abraham war bereit, seinen Sohn Isaak zu opfern. Damit hat er seine ganze Mission von Jahve wieder entgegengenommen. An Stelle des Isaak wurde geopfert ein Widder oder Lamm. Was heißt das?

[ 16 ] Hier verbirgt sich etwas ungeheuer Tiefes. Jene menschliche Leiblichkeit, die sich fortpflanzen sollte und an welche jene Fähigkeiten gebunden waren, welche das Begreifen der Welt nach Maß und Zahl, nach mathematischer Logik bedingen, sollte erhalten bleiben und als Geschenk des Jahve entgegengenommen werden. Um sie aber unvermischt durch irgend etwas anderes zu haben, war es notwendig, daß verzichtet wurde auf ein jegliches dämmerhaftes altes Hellsehen, daß verzichtet wurde auf allerlei Imaginationen, Intuitionen, auf jedes Einfließen solcher Offenbarungen, wie sie in allen übrigen Religionen der alten Zeiten bis zur chaldäischen und ägyptischen herauf vorhanden sind. Auf jede Gabe aus der geistigen Welt mußte verzichtet werden. Die letzte Gabe aus der geistigen Welt, die noch bleibt, wenn alle früheren verdunkelt sind, wird in der mystischen Symbolik durch den Widder bezeichnet. Die beiden Widderhörner bedeuten: dasOpfer der zweiblättrigen Lotosblume. Die letzte hellseherische Gabe wird hingeopfert, nachdem die früheren schon früher abgelegt worden sind. Um die Leiblichkeit in dieser Organisation in Isaak zu erhalten, wird die letzte hellseherische Fähigkeit, die Widdergabe, die zweiblättrige Lotosblume hier hingeopfert.

[ 16 ] Hier verbirgt sich etwas ungeheuer Tiefes. Jene menschliche Leiblichkeit, die sich fortpflanzen sollte und an welche jene Fähigkeiten gebunden waren, welche das Begreifen der Welt nach Maß und Zahl, nach mathematischer Logik bedingen, sollte erhalten bleiben und als Geschenk des Jahve entgegengenommen werden. Um sie aber unvermischt durch irgend etwas anderes zu haben, war es notwendig, daß verzichtet wurde auf ein jegliches dämmerhaftes altes Hellsehen, daß verzichtet wurde auf allerlei Imaginationen, Intuitionen, auf jedes Einfließen solcher Offenbarungen, wie sie in allen übrigen Religionen der alten Zeiten bis zur chaldäischen und ägyptischen herauf vorhanden sind. Auf jede Gabe aus der geistigen Welt mußte verzichtet werden. Die letzte Gabe aus der geistigen Welt, die noch bleibt, wenn alle früheren verdunkelt sind, wird in der mystischen Symbolik durch den Widder bezeichnet. Die beiden Widderhörner bedeuten: dasOpfer der zweiblättrigen Lotosblume. Die letzte hellseherische Gabe wird hingeopfert, nachdem die früheren schon früher abgelegt worden sind. Um die Leiblichkeit in dieser Organisation in Isaak zu erhalten, wird die letzte hellseherische Fähigkeit, die Widdergabe, die zweiblättrige Lotosblume hier hingeopfert.

[ 17 ] Nun lebt das Volk in seiner Mission so weiter, daß gerade diese Abraham-Fähigkeiten sich fortpflanzen von Generation zu Generation. In dem Augenblicke, wo atavistisch wieder auftritt diese Hellsehergabe, wo wieder einer hineinsieht in die geistigen Welten, macht sich eine solche Reaktion geltend, daß diese Persönlichkeit zunächst ausgeschieden wird, daß sie nicht geduldet wird innerhalb der Volksgemeinschaft. Die Antipathie gegen diese Gabe des Widders macht sich geltend in Feindschaft. Das zeigt sich bei Joseph. In seinen Träumen hatte er prophetische Erleuchtungen aus der geistigen Welt. Er wird ganz selbstverständlich herausgeschoben aus dem Volke, weil das, was er hatte, aus der eigentlichen Mission des hebräischen Volkes herausfiel. Von den Brüdern wird er verstoßen, weil in ihm ein Erbstück alter Hellsehergabe wieder auftritt. Deshalb mußte Joseph nach Ägypten gehen, weil er herausfiel aus der Mission seines Volkes.

[ 17 ] Nun lebt das Volk in seiner Mission so weiter, daß gerade diese Abraham-Fähigkeiten sich fortpflanzen von Generation zu Generation. In dem Augenblicke, wo atavistisch wieder auftritt diese Hellsehergabe, wo wieder einer hineinsieht in die geistigen Welten, macht sich eine solche Reaktion geltend, daß diese Persönlichkeit zunächst ausgeschieden wird, daß sie nicht geduldet wird innerhalb der Volksgemeinschaft. Die Antipathie gegen diese Gabe des Widders macht sich geltend in Feindschaft. Das zeigt sich bei Joseph. In seinen Träumen hatte er prophetische Erleuchtungen aus der geistigen Welt. Er wird ganz selbstverständlich herausgeschoben aus dem Volke, weil das, was er hatte, aus der eigentlichen Mission des hebräischen Volkes herausfiel. Von den Brüdern wird er verstoßen, weil in ihm ein Erbstück alter Hellsehergabe wieder auftritt. Deshalb mußte Joseph nach Ägypten gehen, weil er herausfiel aus der Mission seines Volkes.

[ 18 ] So bedeutsam sind diese Dinge, die uns da erzählt werden! Nun sehen wir weiter, wie sozusagen gerade durch jene Persönlichkeit, durch welche in einem alten Erbstück erhalten ist das, worauf das alte hebräische Volk nur zurückschauen konnte als auf etwas, was vor Abraham war, wie durch diese Persönlichkeit, durch den Joseph, wiederum das herbeigeführt wird, was zur Entwickelung des althebräischen Volkes so notwendig war zur Erfüllung seiner Mission. Es war in gewisser Weise für das althebräische Volk das Tor geschlossen gegenüber jener Welt, die dazu geführt hatte, durch das alte dämmerhafte Hellsehen dem Indertum, Persertum seine Religion zu geben. Da war das Tor geschlossen. Man sah hinaus in die Welt, ordnete nach Maß und Zahl, und als die Einheit, in die man alles ordnete, erblickte man Jahve oder Jehova. Das einzige, was man noch wußte, war, daß dies, was man draußen erblickte, was in Jahve als Schöpfer der Welterscheinungen einem entgegentrat, eines und dasselbe war mit der menschlichen Ichheit. Aber darüber stiegen keine Imaginationen, keine eigenen inneren Erlebnisse innerhalb dieser Volksgemeinschaften auf. In jener Zeit, sage ich ausdrücklich, gab es darüber keine eigenen Erlebnisse. Deshalb mußte man es auch von außen lernen, das heißt, man mußte es bei einem Volke lernen, das diese Erlebnisse noch hatte.

[ 18 ] So bedeutsam sind diese Dinge, die uns da erzählt werden! Nun sehen wir weiter, wie sozusagen gerade durch jene Persönlichkeit, durch welche in einem alten Erbstück erhalten ist das, worauf das alte hebräische Volk nur zurückschauen konnte als auf etwas, was vor Abraham war, wie durch diese Persönlichkeit, durch den Joseph, wiederum das herbeigeführt wird, was zur Entwickelung des althebräischen Volkes so notwendig war zur Erfüllung seiner Mission. Es war in gewisser Weise für das althebräische Volk das Tor geschlossen gegenüber jener Welt, die dazu geführt hatte, durch das alte dämmerhafte Hellsehen dem Indertum, Persertum seine Religion zu geben. Da war das Tor geschlossen. Man sah hinaus in die Welt, ordnete nach Maß und Zahl, und als die Einheit, in die man alles ordnete, erblickte man Jahve oder Jehova. Das einzige, was man noch wußte, war, daß dies, was man draußen erblickte, was in Jahve als Schöpfer der Welterscheinungen einem entgegentrat, eines und dasselbe war mit der menschlichen Ichheit. Aber darüber stiegen keine Imaginationen, keine eigenen inneren Erlebnisse innerhalb dieser Volksgemeinschaften auf. In jener Zeit, sage ich ausdrücklich, gab es darüber keine eigenen Erlebnisse. Deshalb mußte man es auch von außen lernen, das heißt, man mußte es bei einem Volke lernen, das diese Erlebnisse noch hatte.

[ 19 ] So bildet die Persönlichkeit des Joseph das Bindeglied zwischen dem althebräischen Volke und den Ägyptern, also dem Volke, bei dem man das lernen konnte, was das althebräische Volk nicht mehr als Erlebnis hatte. Das, was man heute selber zusammenbringen kann, wenn man die eigenen inneren Erlebnisse gehabt hat — die Erkenntnisse, Erlebnisse der Außenwelt und die der inneren Imagination -, das mußte man zusammenbringen dadurch, daß man sich hinbegab zu einem Volke, das diese Erlebnisse noch in hohem Maße hatte, zu dem ägyptischen Volke. Solche innere Fähigkeiten mußte man in Harmonie bringen mit dem, was man selber durch mathematische Logik gewonnen hatte. Aber hinführen konnte zu diesem ägyptischen Volke nur eine solche Persönlichkeit, die selber etwas hatte von solcher Imagination. Joseph war das richtige Verbindungsglied, weil er selber noch solche Fähigkeiten besaß. Denn er konnte den Ägyptern dienen, weil er zweierlei vermochte: Erstens hatte er die alte Hellsehergabe aus der Zeit vor Abraham. Er konnte sich hineinfinden in das, was das alte ägyptische Volk durch Hellsehergabe erlangte. Aber was dieses Volk nicht hatte, war die mathematische Logik, das heißt, es konnte nicht anwenden im physischen Leben das, was es als Imagination besaß. Der Pharao war darum unfähig, die Dinge richtig anzuordnen, als etwas eintrat, was bisher nicht immer dagewesen war. Imaginationen konnte man haben, aber, wenn eine gewisse Unordnung eingetreten war, in kluger Weise maß- und zahlvoll nachzudenken und die Verhältnisse zu ordnen, dazu brauchte es eine andere Fähigkeit, welche die Ägypter nicht besaßen, und diese hatte Joseph. Daher war er fähig, am ägyptischen Hofe die richtigen Ratschläge zu geben. So war er das richtige Verbindungsglied zwischen dem hebräischen Volke und den Ägyptern. Dadurch konnte er es herbeiführen, daß die Jahve- oder Jehova-Lehre, die bis dahin wie eine Zusammenfassung der äußeren Wirklichkeit, wie ein mathematisches Weltbild war, Farbe und Inhalt bekam von der inneren Imagination, die man in Ägypten hatte.

[ 19 ] So bildet die Persönlichkeit des Joseph das Bindeglied zwischen dem althebräischen Volke und den Ägyptern, also dem Volke, bei dem man das lernen konnte, was das althebräische Volk nicht mehr als Erlebnis hatte. Das, was man heute selber zusammenbringen kann, wenn man die eigenen inneren Erlebnisse gehabt hat — die Erkenntnisse, Erlebnisse der Außenwelt und die der inneren Imagination -, das mußte man zusammenbringen dadurch, daß man sich hinbegab zu einem Volke, das diese Erlebnisse noch in hohem Maße hatte, zu dem ägyptischen Volke. Solche innere Fähigkeiten mußte man in Harmonie bringen mit dem, was man selber durch mathematische Logik gewonnen hatte. Aber hinführen konnte zu diesem ägyptischen Volke nur eine solche Persönlichkeit, die selber etwas hatte von solcher Imagination. Joseph war das richtige Verbindungsglied, weil er selber noch solche Fähigkeiten besaß. Denn er konnte den Ägyptern dienen, weil er zweierlei vermochte: Erstens hatte er die alte Hellsehergabe aus der Zeit vor Abraham. Er konnte sich hineinfinden in das, was das alte ägyptische Volk durch Hellsehergabe erlangte. Aber was dieses Volk nicht hatte, war die mathematische Logik, das heißt, es konnte nicht anwenden im physischen Leben das, was es als Imagination besaß. Der Pharao war darum unfähig, die Dinge richtig anzuordnen, als etwas eintrat, was bisher nicht immer dagewesen war. Imaginationen konnte man haben, aber, wenn eine gewisse Unordnung eingetreten war, in kluger Weise maß- und zahlvoll nachzudenken und die Verhältnisse zu ordnen, dazu brauchte es eine andere Fähigkeit, welche die Ägypter nicht besaßen, und diese hatte Joseph. Daher war er fähig, am ägyptischen Hofe die richtigen Ratschläge zu geben. So war er das richtige Verbindungsglied zwischen dem hebräischen Volke und den Ägyptern. Dadurch konnte er es herbeiführen, daß die Jahve- oder Jehova-Lehre, die bis dahin wie eine Zusammenfassung der äußeren Wirklichkeit, wie ein mathematisches Weltbild war, Farbe und Inhalt bekam von der inneren Imagination, die man in Ägypten hatte.

[ 20 ] Diesen Zusammenhang und Zusammenklang zwischen altägyptischen Erlebnissen und den Erkenntnissen des Weltzusammenhangs hat Moses gebracht. Als das gemacht war, konnte das Volk wieder zurückgeführt werden, um das in Ägypten Erfahrene, nicht Erlebte, zu verarbeiten nach seiner Art. Denn es handelte sich ja gerade darum, daß diese Gabe unvermischt von andern Völkern erhalten blieb, daß unverfälscht blieb die Blutseigentümlichkeit. Es mußte aber herübergerettet werden das, was die alten Völker hatten gewinnen können. So ist die Erbschaft von alten Zeiten her das, was an Weisheitsgütern im ägyptischen Volke war, durch Moses einverleibt worden dem althebräischen Volke mit seinen mathematisch-logischen Fähigkeiten. Dann aber mußte das Volk wieder herausgerissen werden, denn es sollte ja vererben, was als neue Fähigkeit durch das abrahamitische Volk allein möglich war.

[ 20 ] Diesen Zusammenhang und Zusammenklang zwischen altägyptischen Erlebnissen und den Erkenntnissen des Weltzusammenhangs hat Moses gebracht. Als das gemacht war, konnte das Volk wieder zurückgeführt werden, um das in Ägypten Erfahrene, nicht Erlebte, zu verarbeiten nach seiner Art. Denn es handelte sich ja gerade darum, daß diese Gabe unvermischt von andern Völkern erhalten blieb, daß unverfälscht blieb die Blutseigentümlichkeit. Es mußte aber herübergerettet werden das, was die alten Völker hatten gewinnen können. So ist die Erbschaft von alten Zeiten her das, was an Weisheitsgütern im ägyptischen Volke war, durch Moses einverleibt worden dem althebräischen Volke mit seinen mathematisch-logischen Fähigkeiten. Dann aber mußte das Volk wieder herausgerissen werden, denn es sollte ja vererben, was als neue Fähigkeit durch das abrahamitische Volk allein möglich war.

[ 21 ] Nun lebte dieses Volk weiter. Dadurch, daß es die Vorbedingungen immer mehr verfeinerte und daß das Blut dieses Volkes sich immer mehr richtete nach diesen Vorbedingungen, daß es sich so ausbildete, wie es sich in der Generationenreihe ausgebildet hat, dadurch war es möglich, in einem bestimmten Zeitpunkte aus dem Blute dieses Volkes die Leiblichkeit des Jesuskindes hervorgehen zu lassen, in die einziehen konnte die Persönlichkeit des Zarathustra oder Zoroaster. Dazu mußte dieses Volk stark und mächtig gemacht werden.

[ 21 ] Nun lebte dieses Volk weiter. Dadurch, daß es die Vorbedingungen immer mehr verfeinerte und daß das Blut dieses Volkes sich immer mehr richtete nach diesen Vorbedingungen, daß es sich so ausbildete, wie es sich in der Generationenreihe ausgebildet hat, dadurch war es möglich, in einem bestimmten Zeitpunkte aus dem Blute dieses Volkes die Leiblichkeit des Jesuskindes hervorgehen zu lassen, in die einziehen konnte die Persönlichkeit des Zarathustra oder Zoroaster. Dazu mußte dieses Volk stark und mächtig gemacht werden.

[ 22 ] Wenn wir im Sinne des Matthäus-Evangeliums weiter die Zeit der Richter und Könige und die verschiedenen Schicksale des althebräischen Volkes verfolgen, so werden wir sehen, wie auch jene Verhältnisse, die uns dieses Volk zeigen so, daß es oftmals abirrt, gerade notwendig waren, um zustande zu bringen, was zustande gekommen ist. Insbesondere war es auch notwendig, daß das Volk das Unglück hatte, das sich ausdrückt in dem Wegführen in die babylonische Gefangenschaft. Wir werden sehen, wie die Volkseigentümlichkeit sich ausgebildet hat, und wie hier notwendig war der Zusammenstoß mit der andern Seite der alten Tradition, die in Babylon vorhanden war, als das Volk reif war, mit dem wieder zusammengeführt zu werden, was es verlassen hatte. Das ist das eine. Das andere ist das, daß gerade in jener Zeit, in welcher das hebräische Volk mit dem babylonischen zusammengeführt wurde, ein großer, gewaltiger Lehrer des Ostens dort lehrte, und daß einige der Besten des hebräischen Volkes noch unter dem Lichte dieses großen Lehrers stehen konnten. Das ist die Zeit, in der Zarathustra als Nazarathos oder Zaratos dort lehrte, in jenen Gegenden, in welche die Juden geführt worden sind. Einige der besten Propheten standen noch unter seinem Einfluß. Da konnte er noch so viel machen an diesem Volke, als man machen muß, wenn das Blut schon eine gewisse Wirkung getan hat, und dann gewisse Einflüsse von außen hinzutreten müssen.

[ 22 ] Wenn wir im Sinne des Matthäus-Evangeliums weiter die Zeit der Richter und Könige und die verschiedenen Schicksale des althebräischen Volkes verfolgen, so werden wir sehen, wie auch jene Verhältnisse, die uns dieses Volk zeigen so, daß es oftmals abirrt, gerade notwendig waren, um zustande zu bringen, was zustande gekommen ist. Insbesondere war es auch notwendig, daß das Volk das Unglück hatte, das sich ausdrückt in dem Wegführen in die babylonische Gefangenschaft. Wir werden sehen, wie die Volkseigentümlichkeit sich ausgebildet hat, und wie hier notwendig war der Zusammenstoß mit der andern Seite der alten Tradition, die in Babylon vorhanden war, als das Volk reif war, mit dem wieder zusammengeführt zu werden, was es verlassen hatte. Das ist das eine. Das andere ist das, daß gerade in jener Zeit, in welcher das hebräische Volk mit dem babylonischen zusammengeführt wurde, ein großer, gewaltiger Lehrer des Ostens dort lehrte, und daß einige der Besten des hebräischen Volkes noch unter dem Lichte dieses großen Lehrers stehen konnten. Das ist die Zeit, in der Zarathustra als Nazarathos oder Zaratos dort lehrte, in jenen Gegenden, in welche die Juden geführt worden sind. Einige der besten Propheten standen noch unter seinem Einfluß. Da konnte er noch so viel machen an diesem Volke, als man machen muß, wenn das Blut schon eine gewisse Wirkung getan hat, und dann gewisse Einflüsse von außen hinzutreten müssen.

[ 23 ] Es ist fast so, daß man nicht sehr weit fehlgeht, wenn man diese ganze Entwickelung mit der Entwickelung des einzelnen, allmählich heranwachsenden Menschen vergleicht. Da haben wir zunächst das Kind, das geboren wird. Es wächst heran bis zum siebenten Jahre und steht in der leiblichen Pflege der Eltern. Da sind es vorzugsweise die Einflüsse des physischen Planes, die einwirken müssen. Dann beginnt die Entwickelung, die dadurch einsetzt, daß der Ätherleib erst in richtiger Weise geboren wird. Die Entwickelung basiert darauf, daß das Gedächtnis ausgebildet wird, daß also das, was im Ätherleib sich heranentwickeln kann, in der richtigen Weise sich erkraftet. In der dritten Periode beginnt das, was man nennen kann: der Mensch tritt mit seinem astralischen Leibe jetzt in ein Verhältnis zur Außenwelt; da muß er aufnehmen das, was man nennen kann Urteilsfähigkeit.

[ 23 ] Es ist fast so, daß man nicht sehr weit fehlgeht, wenn man diese ganze Entwickelung mit der Entwickelung des einzelnen, allmählich heranwachsenden Menschen vergleicht. Da haben wir zunächst das Kind, das geboren wird. Es wächst heran bis zum siebenten Jahre und steht in der leiblichen Pflege der Eltern. Da sind es vorzugsweise die Einflüsse des physischen Planes, die einwirken müssen. Dann beginnt die Entwickelung, die dadurch einsetzt, daß der Ätherleib erst in richtiger Weise geboren wird. Die Entwickelung basiert darauf, daß das Gedächtnis ausgebildet wird, daß also das, was im Ätherleib sich heranentwickeln kann, in der richtigen Weise sich erkraftet. In der dritten Periode beginnt das, was man nennen kann: der Mensch tritt mit seinem astralischen Leibe jetzt in ein Verhältnis zur Außenwelt; da muß er aufnehmen das, was man nennen kann Urteilsfähigkeit.

[ 24 ] In gewisser Weise machte das althebräische Volk diesen Weg in ganz eigenartiger Weise durch. Es macht zuerst die erste Periode durch, von Abraham bis zur Zeit der ersten Könige. Es ist dies zu vergleichen mit der ersten Periode des einzelnen Lebens bis zum siebenten Jahre. Hier werden alle Dinge getan, die imstande sind, die Bluteigentümlichkeiten zu befestigen. Alles, was da erzählt wird, die Wanderung Abrahams, die Ausbildung der zwölf Stämme, die Eingliederung der mosaischen Gesetzgebung, die Fährlichkeiten in der Wüste, ist zu vergleichen mit dem, was in den ersten sieben Lebensjahren auf den Menschen vom physischen Plane her einfließt. Dann kommt die zweite Periode: die innere Verfestigung, die Königsherrschaft bis zur babylonischen Gefangenschaft. Dann kommt der Einfluß des Chaldäertums, des orientalischen Magiertums auf das hebräische Volk. Und der Leiter, der schon damals, 550 bis 600 vor unserer Zeitrechnung, einfließen ließ in das hebräische Volk diesen orientalischen Einfluß, war schon damals die Individualität des Zarathustra. Und so hat er schon damals vorgearbeitet, um eine geeignete Leiblichkeit zu finden. So entwickeln sich in den Generationen herunter, von Abraham an, immer mehr die Möglichkeit und die Bedingungen, daß herausgeboren werden konnte die geeignete Leiblichkeit, die dann die Wiederverkörperung des Zarathustra sein konnte.

[ 24 ] In gewisser Weise machte das althebräische Volk diesen Weg in ganz eigenartiger Weise durch. Es macht zuerst die erste Periode durch, von Abraham bis zur Zeit der ersten Könige. Es ist dies zu vergleichen mit der ersten Periode des einzelnen Lebens bis zum siebenten Jahre. Hier werden alle Dinge getan, die imstande sind, die Bluteigentümlichkeiten zu befestigen. Alles, was da erzählt wird, die Wanderung Abrahams, die Ausbildung der zwölf Stämme, die Eingliederung der mosaischen Gesetzgebung, die Fährlichkeiten in der Wüste, ist zu vergleichen mit dem, was in den ersten sieben Lebensjahren auf den Menschen vom physischen Plane her einfließt. Dann kommt die zweite Periode: die innere Verfestigung, die Königsherrschaft bis zur babylonischen Gefangenschaft. Dann kommt der Einfluß des Chaldäertums, des orientalischen Magiertums auf das hebräische Volk. Und der Leiter, der schon damals, 550 bis 600 vor unserer Zeitrechnung, einfließen ließ in das hebräische Volk diesen orientalischen Einfluß, war schon damals die Individualität des Zarathustra. Und so hat er schon damals vorgearbeitet, um eine geeignete Leiblichkeit zu finden. So entwickeln sich in den Generationen herunter, von Abraham an, immer mehr die Möglichkeit und die Bedingungen, daß herausgeboren werden konnte die geeignete Leiblichkeit, die dann die Wiederverkörperung des Zarathustra sein konnte.

[ 25 ] Das Matthäus-Evangelium stellt insbesondere diese Entwickelung ganz wunderbar getreu dar, indem es eine Dreigliederung eintreten läßt. Wir haben drei mal vierzehn Glieder: von Abraham bis David vierzehn Glieder, von David bis zur babylonischen Gefangenschaft vierzehn Glieder, von der babylonischen Gefangenschaft bis zum Christus Jesus wieder vierzehn Glieder. Das gibt drei mal vierzehn oder zweiundvierzig Glieder, gleichsam zeigend, daß in dieser Leiblichkeit des Jesus der Extrakt da ist von alledem, was von Abraham herunter durch die ganzen Schicksale des althebräischen Volkes zubereitet ist. Und jetzt soll auftreten ein Menschenwesen, welches alle die Eigenschaften, die da sozusagen durch die Generationenfolge zusammengestellt sind, seelisch im seelischen Wirken zum Ausdruck bringt, sie in seiner ganzen Persönlichkeit, in einem Menschen zusammenfaßt. Die ganze hebräische Entwickelung seit Abraham sollte in einem Menschen zusammengefaßt werden. Und das sollte gipfeln in dem Jesus des Matthäus-Evangeliums. Wie konnte das geschehen? Das ist nur möglich, wenn wiederholt wird der ganze Entwickelungsgang in seelischer Art. Zarathustra geht ungefähr aus von der Stelle in Ur in Chaldäa, geistig aus den Mysterien heraus, woher Abraham gekommen ist. Der Goldstern erscheint dort zuerst, geht von da aus, die dortigen Magier folgen ihm. Geistig geschieht dasselbe, was physisch durch Abraham geschehen ist. Den Weg, den Abraham gemacht hat, den geht geistig der Stern, dem die Magier folgen: das ist der sich inkarnierende Zarathustra selber, der da den Weg geht, den Abraham gegangen ist, und er senkt sich nieder über der Geburtsstätte. Das ist der Moment, wo sich die Individualität des Zarathustra inkarniert in dem bethlehemitischen Jesuskinde. Die Magier wissen das. Sie folgen dem Stern, das heißt ihrem großen Lehrer Zarathustra, der sich da inkarniert.

[ 25 ] Das Matthäus-Evangelium stellt insbesondere diese Entwickelung ganz wunderbar getreu dar, indem es eine Dreigliederung eintreten läßt. Wir haben drei mal vierzehn Glieder: von Abraham bis David vierzehn Glieder, von David bis zur babylonischen Gefangenschaft vierzehn Glieder, von der babylonischen Gefangenschaft bis zum Christus Jesus wieder vierzehn Glieder. Das gibt drei mal vierzehn oder zweiundvierzig Glieder, gleichsam zeigend, daß in dieser Leiblichkeit des Jesus der Extrakt da ist von alledem, was von Abraham herunter durch die ganzen Schicksale des althebräischen Volkes zubereitet ist. Und jetzt soll auftreten ein Menschenwesen, welches alle die Eigenschaften, die da sozusagen durch die Generationenfolge zusammengestellt sind, seelisch im seelischen Wirken zum Ausdruck bringt, sie in seiner ganzen Persönlichkeit, in einem Menschen zusammenfaßt. Die ganze hebräische Entwickelung seit Abraham sollte in einem Menschen zusammengefaßt werden. Und das sollte gipfeln in dem Jesus des Matthäus-Evangeliums. Wie konnte das geschehen? Das ist nur möglich, wenn wiederholt wird der ganze Entwickelungsgang in seelischer Art. Zarathustra geht ungefähr aus von der Stelle in Ur in Chaldäa, geistig aus den Mysterien heraus, woher Abraham gekommen ist. Der Goldstern erscheint dort zuerst, geht von da aus, die dortigen Magier folgen ihm. Geistig geschieht dasselbe, was physisch durch Abraham geschehen ist. Den Weg, den Abraham gemacht hat, den geht geistig der Stern, dem die Magier folgen: das ist der sich inkarnierende Zarathustra selber, der da den Weg geht, den Abraham gegangen ist, und er senkt sich nieder über der Geburtsstätte. Das ist der Moment, wo sich die Individualität des Zarathustra inkarniert in dem bethlehemitischen Jesuskinde. Die Magier wissen das. Sie folgen dem Stern, das heißt ihrem großen Lehrer Zarathustra, der sich da inkarniert.

[ 26 ] Es handelt sich nun darum, daß wirklich der Weg weitergemacht wird, daß wirklich in der Persönlichkeit des einen Jesus darinnen ist der gesamte Extrakt der ganzen hebräischen Entwickelung. Wir schen zunächst, daß im Geiste wiederholt wird ein Opfer, das Isaak-Opfer; wenigstens im Geiste wird es wiederholt durch das Opfer der drei Magier aus dem Morgenlande: Gold, Weihrauch und Myrrhen wurden von ihnen dargebracht. Zu gleicher Zeit sehen wir, daß wiederum etwas eintritt, das erinnert an frühere Ereignisse des althebräischen Volkes. Mit der ganzen Geburt dieses Jesusknaben ist etwas verbunden, das ein Abbild ist der Schicksale des althebräischen Volkes. Da war ein Joseph, der eine Erbschaft hatte im Träumen, und das Verbindungsglied darstellt zwischen dem hebräischen und dem ägyptischen Volke; jetzt ist es wieder ein Joseph, der da Träume hat, und dem im Traume gewiesen wird nicht nur, daß Jesus geboren wird, sondern daß er mit dem Jesus nach Ägypten ziehen solle.

[ 26 ] Es handelt sich nun darum, daß wirklich der Weg weitergemacht wird, daß wirklich in der Persönlichkeit des einen Jesus darinnen ist der gesamte Extrakt der ganzen hebräischen Entwickelung. Wir schen zunächst, daß im Geiste wiederholt wird ein Opfer, das Isaak-Opfer; wenigstens im Geiste wird es wiederholt durch das Opfer der drei Magier aus dem Morgenlande: Gold, Weihrauch und Myrrhen wurden von ihnen dargebracht. Zu gleicher Zeit sehen wir, daß wiederum etwas eintritt, das erinnert an frühere Ereignisse des althebräischen Volkes. Mit der ganzen Geburt dieses Jesusknaben ist etwas verbunden, das ein Abbild ist der Schicksale des althebräischen Volkes. Da war ein Joseph, der eine Erbschaft hatte im Träumen, und das Verbindungsglied darstellt zwischen dem hebräischen und dem ägyptischen Volke; jetzt ist es wieder ein Joseph, der da Träume hat, und dem im Traume gewiesen wird nicht nur, daß Jesus geboren wird, sondern daß er mit dem Jesus nach Ägypten ziehen solle.

[ 27 ] Und nun geht der Weg des Zarathustra in dem Leibe des Jesusknaben weiter. Wie er verfolgt hat den Weg, den auf dem physischen Plane Abraham genommen hat von Ur in Chaldäa bis Kanaan, so geht er jetzt den Weg weiter nach Ägypten - und das Jesuskind wird wieder zurückgeführt aus Ägypten, wie das hebräische Volk zurückgeführt worden ist. Da haben wir beim Auftreten des bethlehemitischen Jesus, den man erst später den Nazarener genannt hat, eine Wiederholung der ganzen Schicksale des althebräischen Volkes bis zur Rückkehr aus Ägypten in das gelobte Land Palästina. Das, was sich da abgespielt hat durch lange, lange Jahrhunderte als äußere Geschichte des hebräischen Volkes, wiederholt sich jetzt in dem Schicksale jener Menschenwesenheit, die den Zarathustra in dem Leibe des bethlehemitischen Jesus darstellt. Dies ist im Sinne des Matthäus-Evangeliums, im Großen gedacht, das Geheimnis menschlicher Geschichte überhaupt. Man versteht menschliche Geschichte nicht, wenn man nicht die einzelnen großen leitenden Individualitäten, die eine besondere Mission haben, so versteht, daß sich in ihrem einzelnen Schicksale die ganze Entwickelung durch Jahrhunderte hindurch wiederholt; daß sie aufnehmen in einer Inkarnation einen Extrakt dessen, was in der Geschichte durch Jahrhunderte geschaffen worden ist. Der Christus Jesus mußte ja noch viel mehr aufnehmen, aber die Leiblichkeit mußte zunächst besonders zubereitet werden, und das konnte nur durch die geschilderten Einrichtungen geschehen.

[ 27 ] Und nun geht der Weg des Zarathustra in dem Leibe des Jesusknaben weiter. Wie er verfolgt hat den Weg, den auf dem physischen Plane Abraham genommen hat von Ur in Chaldäa bis Kanaan, so geht er jetzt den Weg weiter nach Ägypten - und das Jesuskind wird wieder zurückgeführt aus Ägypten, wie das hebräische Volk zurückgeführt worden ist. Da haben wir beim Auftreten des bethlehemitischen Jesus, den man erst später den Nazarener genannt hat, eine Wiederholung der ganzen Schicksale des althebräischen Volkes bis zur Rückkehr aus Ägypten in das gelobte Land Palästina. Das, was sich da abgespielt hat durch lange, lange Jahrhunderte als äußere Geschichte des hebräischen Volkes, wiederholt sich jetzt in dem Schicksale jener Menschenwesenheit, die den Zarathustra in dem Leibe des bethlehemitischen Jesus darstellt. Dies ist im Sinne des Matthäus-Evangeliums, im Großen gedacht, das Geheimnis menschlicher Geschichte überhaupt. Man versteht menschliche Geschichte nicht, wenn man nicht die einzelnen großen leitenden Individualitäten, die eine besondere Mission haben, so versteht, daß sich in ihrem einzelnen Schicksale die ganze Entwickelung durch Jahrhunderte hindurch wiederholt; daß sie aufnehmen in einer Inkarnation einen Extrakt dessen, was in der Geschichte durch Jahrhunderte geschaffen worden ist. Der Christus Jesus mußte ja noch viel mehr aufnehmen, aber die Leiblichkeit mußte zunächst besonders zubereitet werden, und das konnte nur durch die geschilderten Einrichtungen geschehen.

[ 28 ] Wie steht es mit dem Zeitpunkt, in dem gerade jene kurze Rekapitulation der ganzen Geschichte des hebräischen Volkes in der Persönlichkeit des Jesus stattfinden sollte? Was ist das für ein Zeitpunkt in der Geschichte? Dazu nehme man folgende Entwickelungstatsachen zusammen, die ich nun seit Jahren in Ihrer Vorstellungswelt vorzubereiten versucht habe. Nehmen Sie das zusammen: Die Menschheit ging aus von einer uralten Entwickelung, in welcher alles das, was die Menschen zusammenband in Liebe, gebunden war an die Blutsbande. Das liebte sich, was durch Blutsbande verbunden war, und man heiratete nur in engen Blutsverbänden. Eine andere Liebe gab es in den alten Zeiten nicht. Deshalb war die Liebe gebunden an die Blutsverwandtschaft. Das wird genannt Nahehe; von der Nahehe ging die Menschheit aus. Immer mehr sind dann diese einzelnen Verbände in den verschiedensten Gegenden der Erde durcheinandergeworfen worden. Wir können bei allen Völkern verfolgen, wie es als besonderes Ereignis angesehen wird, wenn Männer und Frauen von einem in den andern Stamm hinein heiraten, wenn der Übergang eintritt zur Fernehe. In allen Mythen und Sagen, zum Beispiel im Gudrun-Liede, wird das als besonderes Ereignis charakterisiert. Das machte immer einen besonderen Eindruck. Während dieser Entwickelung der Menschheit sind zwei Strömungen tätig. In diesem Zusammenführen durch Blutsbande wirkte immer schon das göttlichgeistige Prinzip, das die Menschheit zusammenführen soll, das aus der ganzen Menschheit Eines machen soll. Ihm wirkte entgegen das luziferische Prinzip, das jeden Menschen auf sich selbst stellen will, das den einzelnen Menschen so mächtig und groß machen will, als es möglich ist. Beide Prinzipien müssen da sein in der Menschennatur, beide Kräfte müssen in der Menschenentwickelung wirken.

[ 28 ] Wie steht es mit dem Zeitpunkt, in dem gerade jene kurze Rekapitulation der ganzen Geschichte des hebräischen Volkes in der Persönlichkeit des Jesus stattfinden sollte? Was ist das für ein Zeitpunkt in der Geschichte? Dazu nehme man folgende Entwickelungstatsachen zusammen, die ich nun seit Jahren in Ihrer Vorstellungswelt vorzubereiten versucht habe. Nehmen Sie das zusammen: Die Menschheit ging aus von einer uralten Entwickelung, in welcher alles das, was die Menschen zusammenband in Liebe, gebunden war an die Blutsbande. Das liebte sich, was durch Blutsbande verbunden war, und man heiratete nur in engen Blutsverbänden. Eine andere Liebe gab es in den alten Zeiten nicht. Deshalb war die Liebe gebunden an die Blutsverwandtschaft. Das wird genannt Nahehe; von der Nahehe ging die Menschheit aus. Immer mehr sind dann diese einzelnen Verbände in den verschiedensten Gegenden der Erde durcheinandergeworfen worden. Wir können bei allen Völkern verfolgen, wie es als besonderes Ereignis angesehen wird, wenn Männer und Frauen von einem in den andern Stamm hinein heiraten, wenn der Übergang eintritt zur Fernehe. In allen Mythen und Sagen, zum Beispiel im Gudrun-Liede, wird das als besonderes Ereignis charakterisiert. Das machte immer einen besonderen Eindruck. Während dieser Entwickelung der Menschheit sind zwei Strömungen tätig. In diesem Zusammenführen durch Blutsbande wirkte immer schon das göttlichgeistige Prinzip, das die Menschheit zusammenführen soll, das aus der ganzen Menschheit Eines machen soll. Ihm wirkte entgegen das luziferische Prinzip, das jeden Menschen auf sich selbst stellen will, das den einzelnen Menschen so mächtig und groß machen will, als es möglich ist. Beide Prinzipien müssen da sein in der Menschennatur, beide Kräfte müssen in der Menschenentwickelung wirken.

[ 29 ] Nun waren diese beiden Mächte am Werke im Verlaufe des Fortschritts der Menschheitsentwickelung: die göttlich-geistigen Mächte und die auf dem Monde zurückgebliebenen luziferischen Mächte, die den Menschen abhalten wollten, sich zu verlieren, ihn vielmehr ganz selbständig machen wollten. Diese beiden Mächte waren in der Menschheitsentwickelung immer am Werke. Dadurch wurde das Ich des Menschen, das ja ein Erdenprodukt ist, immer hin und her getissen. Auf der einen Seite wurde es hingelenkt zur Menschenliebe, auf der andern Seite zur inneren Selbständigkeit. Nun, zu einer bestimmten Zeit trat eine Art von Krisis ein in bezug auf das Zusammenwirken dieser beiden Mächte. Diese Krisis, diese Entscheidung in der Menschheit war da, als durch die Taten des Römischen Reiches für einen großen Kreis der Erde die Völker ganz durcheinandergewürfelt waren. Es war das in der Tat ein Entscheidungsmoment in der Menschheitsentwickelung, der Entscheidungsmoment, wo sich klar herausstellen sollte, was werden sollte aus der unentschiedenen Frage von Nahehe und Fernehe. Die Menschen standen vor der Gefahr, entweder ihr Ich zu verlieren durch Verbleiben in den einzelnen Stämmen oder allen Zusammenhang mit der Menschheit zu verlieren und bloß einzelne, selbständige, egoistische Individuen zu werden. Dieser Zeitpunkt war also da.

[ 29 ] Nun waren diese beiden Mächte am Werke im Verlaufe des Fortschritts der Menschheitsentwickelung: die göttlich-geistigen Mächte und die auf dem Monde zurückgebliebenen luziferischen Mächte, die den Menschen abhalten wollten, sich zu verlieren, ihn vielmehr ganz selbständig machen wollten. Diese beiden Mächte waren in der Menschheitsentwickelung immer am Werke. Dadurch wurde das Ich des Menschen, das ja ein Erdenprodukt ist, immer hin und her getissen. Auf der einen Seite wurde es hingelenkt zur Menschenliebe, auf der andern Seite zur inneren Selbständigkeit. Nun, zu einer bestimmten Zeit trat eine Art von Krisis ein in bezug auf das Zusammenwirken dieser beiden Mächte. Diese Krisis, diese Entscheidung in der Menschheit war da, als durch die Taten des Römischen Reiches für einen großen Kreis der Erde die Völker ganz durcheinandergewürfelt waren. Es war das in der Tat ein Entscheidungsmoment in der Menschheitsentwickelung, der Entscheidungsmoment, wo sich klar herausstellen sollte, was werden sollte aus der unentschiedenen Frage von Nahehe und Fernehe. Die Menschen standen vor der Gefahr, entweder ihr Ich zu verlieren durch Verbleiben in den einzelnen Stämmen oder allen Zusammenhang mit der Menschheit zu verlieren und bloß einzelne, selbständige, egoistische Individuen zu werden. Dieser Zeitpunkt war also da.

[ 30 ] Was mußte in diesem Zeitpunkte geschehen? Etwas ganz Bestimmtes. Das menschliche Ich mußte dazu reif werden, das, was man erst Selbständigkeit, Freiheit nennen kann, in sich zu entwickeln, und aus sich heraus frei die seelische Liebe zu entfalten, die nicht mehr an die Blutsbande gebunden war. Das Ich stand vor dem Entscheidungspunkt. Es mußte völlig entfesselt, seiner selbst vollständig bewußt werden. So stand mit Ausnahme der orientalischen Völker die ganze Menschheit der alten Welt vor einer neuen Geburt des Ich, vor einer solchen Geburt des Ich, durch welche dieses Ich zu der aus dem Ich selber herausgeborenen Liebe kommen sollte. Das Ich sollte aus Freiheit heraus die Liebe, und aus der Liebe heraus die Freiheit entwickeln. Und im Grunde genommen ist erst ein solches Wesen ganz Mensch. Der erst ist ein wahrer Mensch, der ein solches Ich entwickelt. Denn der, welcher nur liebt, weil Blutsbande da sind, der wird gestoßen zur Liebe und drückt nur das auf einer höheren Stufe aus, was auf einer niedrigen Stufe auch im Tierreiche vorhanden ist. In dem Momente erst, den wir eben beschrieben haben, ist die volle Menschwerdung dagewesen. In diesem Moment sollte über die Erde hingehen jener Einfluß, der den Menschen zum Menschen machte.

[ 30 ] Was mußte in diesem Zeitpunkte geschehen? Etwas ganz Bestimmtes. Das menschliche Ich mußte dazu reif werden, das, was man erst Selbständigkeit, Freiheit nennen kann, in sich zu entwickeln, und aus sich heraus frei die seelische Liebe zu entfalten, die nicht mehr an die Blutsbande gebunden war. Das Ich stand vor dem Entscheidungspunkt. Es mußte völlig entfesselt, seiner selbst vollständig bewußt werden. So stand mit Ausnahme der orientalischen Völker die ganze Menschheit der alten Welt vor einer neuen Geburt des Ich, vor einer solchen Geburt des Ich, durch welche dieses Ich zu der aus dem Ich selber herausgeborenen Liebe kommen sollte. Das Ich sollte aus Freiheit heraus die Liebe, und aus der Liebe heraus die Freiheit entwickeln. Und im Grunde genommen ist erst ein solches Wesen ganz Mensch. Der erst ist ein wahrer Mensch, der ein solches Ich entwickelt. Denn der, welcher nur liebt, weil Blutsbande da sind, der wird gestoßen zur Liebe und drückt nur das auf einer höheren Stufe aus, was auf einer niedrigen Stufe auch im Tierreiche vorhanden ist. In dem Momente erst, den wir eben beschrieben haben, ist die volle Menschwerdung dagewesen. In diesem Moment sollte über die Erde hingehen jener Einfluß, der den Menschen zum Menschen machte.

[ 31 ] Erinnern Sie sich daran, was ich Ihnen unzählige Male schon gesagt habe: daß der Mensch seiner Wesenheit nach aus drei Gliedern besteht, aus dem physischen Leib, den er hat in Gemeinschaft mit den Mineralien, aus dem ätherischen Leib, den er mit den Pflanzen gemeinsam hat, und aus dem astralischen Leib, in dem im Grunde genommen auch die Liebe bisher gesessen hat, den er gemeinsam hat mit den Tieren. Durch sein voll entwickeltes Ich ist der Mensch die Krone der Erdenschöpfung. Alle andern Erdenwesen haben Namen, die man ihnen von außen geben kann, sie sind Objekte. Das Ich hat einen Namen, den es nur sich selber geben kann. In dem Ich spricht die Gottheit, in dem Ich sprechen nicht mehr irdische Verhältnisse, in dem Ich spricht das Reich des Geistes. Der Geist aus den Himmeln spricht, wenn dieses Ich vollständig zu sich selber gekommen ist. Man könnte sagen, bisher hat es gegeben drei Reiche: das Mineral-, Pflanzen- und das Tierreich, und ein Reich, das sich zwar heraushob aus diesen, das es aber noch nicht zur Vollkommenheit gebracht hat, das noch nicht seine ganze überirdische Wesenheit in sich hineinbekommen hat. Dieses Reich, welches darin besteht, daß in eine Ichheit das, was sonst nirgends auf Erden zu finden ist, die geistige Welt, die Reiche der Himmel hineingenommen werden, dieses Reich nannte man nach dem Sprachgebrauch der Bibel das Reich oder die Reiche der Himmel; in der Bibel wird es gewöhnlich übersetzt «Reich Gottes».

[ 31 ] Erinnern Sie sich daran, was ich Ihnen unzählige Male schon gesagt habe: daß der Mensch seiner Wesenheit nach aus drei Gliedern besteht, aus dem physischen Leib, den er hat in Gemeinschaft mit den Mineralien, aus dem ätherischen Leib, den er mit den Pflanzen gemeinsam hat, und aus dem astralischen Leib, in dem im Grunde genommen auch die Liebe bisher gesessen hat, den er gemeinsam hat mit den Tieren. Durch sein voll entwickeltes Ich ist der Mensch die Krone der Erdenschöpfung. Alle andern Erdenwesen haben Namen, die man ihnen von außen geben kann, sie sind Objekte. Das Ich hat einen Namen, den es nur sich selber geben kann. In dem Ich spricht die Gottheit, in dem Ich sprechen nicht mehr irdische Verhältnisse, in dem Ich spricht das Reich des Geistes. Der Geist aus den Himmeln spricht, wenn dieses Ich vollständig zu sich selber gekommen ist. Man könnte sagen, bisher hat es gegeben drei Reiche: das Mineral-, Pflanzen- und das Tierreich, und ein Reich, das sich zwar heraushob aus diesen, das es aber noch nicht zur Vollkommenheit gebracht hat, das noch nicht seine ganze überirdische Wesenheit in sich hineinbekommen hat. Dieses Reich, welches darin besteht, daß in eine Ichheit das, was sonst nirgends auf Erden zu finden ist, die geistige Welt, die Reiche der Himmel hineingenommen werden, dieses Reich nannte man nach dem Sprachgebrauch der Bibel das Reich oder die Reiche der Himmel; in der Bibel wird es gewöhnlich übersetzt «Reich Gottes».

[ 32 ] Und das Reich der Himmel ist nichts anderes als eine Umschreibung des Ausdrucks «Menschenreich». Wenn wir sagen: mineralisches, pflanzliches, tierisches Reich, so können wir im Sinne der Bibel als viertes Reich anführen: das Reich der Himmel. Das Menschenreich, so können wir im Sinne der Bibel sagen, ist das Reich der Himmel, so daß der, der dazumal im Mysteriensinne hineinschaute in den ganzen Gang der Menschheitsentwickelung, folgendes sagen konnte: Schaut zurück in vergangene Zeiten; da wurde die Menschheit zur Menschheit geführt, da war noch nicht das Reich der Himmel auf Erden. Jetzt ist der Zeitpunkt da, wo das Reich der Himmel auf Erden kommt. — Dies hat der Vorläufer des Christus Jesus und der Christus Jesus selbst gesagt: «Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen», und dadurch haben sie ihre Zeit in ihrem tiefsten Wesen charakterisiert. In diese Zeit mußte aber gerade die Geburt des Christus Jesus fallen. Er sollte jene Kräfte der Menschheit bringen, durch welche das Ich jene Eigenschaften entwickeln konnte. So ist die ganze Menschheitsentwickelung in zwei Teile geteilt: in einen vorchristlichen, in dem das Reich der Himmel noch nicht auf der Erde war, und in einen Teil, in dem das Reich der Himmel auf Erden war, das Menschenreich in seiner höchsten Bedeutung. Das althebräische Volk war ausersehen, die leibliche Körperlichkeit, die körperlichen Hüllen zu geben, die gewachsen waren als eine Wesenheit, um den Träger dieses Reiches der Himmel aufzunehmen.

[ 32 ] Und das Reich der Himmel ist nichts anderes als eine Umschreibung des Ausdrucks «Menschenreich». Wenn wir sagen: mineralisches, pflanzliches, tierisches Reich, so können wir im Sinne der Bibel als viertes Reich anführen: das Reich der Himmel. Das Menschenreich, so können wir im Sinne der Bibel sagen, ist das Reich der Himmel, so daß der, der dazumal im Mysteriensinne hineinschaute in den ganzen Gang der Menschheitsentwickelung, folgendes sagen konnte: Schaut zurück in vergangene Zeiten; da wurde die Menschheit zur Menschheit geführt, da war noch nicht das Reich der Himmel auf Erden. Jetzt ist der Zeitpunkt da, wo das Reich der Himmel auf Erden kommt. — Dies hat der Vorläufer des Christus Jesus und der Christus Jesus selbst gesagt: «Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen», und dadurch haben sie ihre Zeit in ihrem tiefsten Wesen charakterisiert. In diese Zeit mußte aber gerade die Geburt des Christus Jesus fallen. Er sollte jene Kräfte der Menschheit bringen, durch welche das Ich jene Eigenschaften entwickeln konnte. So ist die ganze Menschheitsentwickelung in zwei Teile geteilt: in einen vorchristlichen, in dem das Reich der Himmel noch nicht auf der Erde war, und in einen Teil, in dem das Reich der Himmel auf Erden war, das Menschenreich in seiner höchsten Bedeutung. Das althebräische Volk war ausersehen, die leibliche Körperlichkeit, die körperlichen Hüllen zu geben, die gewachsen waren als eine Wesenheit, um den Träger dieses Reiches der Himmel aufzunehmen.

[ 33 ] Das sind jene Geheimnisse, die sich ergeben, wenn man im tieferen Sinne anknüpfend an das Matthäus-Evangelium geschichtlich die Sachen ins Auge faßt. So daß wir zu den beiden charakterisierten Strömungen, zu den beiden Beiträgen zum Christentum, die wir kennengelernt haben, zum Zarathustrismus und zum Buddhismus, hinzufügen noch als dritte Strömung die althebräische Strömung, den Beitrag des althebräischen Volkes. Wir könnten jetzt das Folgende sagen: Da waren Führer, wie der Buddha und der Zarathustra. Diese wollten die Opfer ihrer religiösen Strömungen darbringen. Und da mußte ein Tempel auferbaut werden. Der Tempel konnte nur auferbaut werden durch das althebräische Volk. Dieses Volk baute den Tempel der Leiblichkeit des Jesus auf. In diesen Tempel konnten diese beiden ersten Strömungen einziehen. Da opferte zunächst der Zarathustra, indem er sich in diesen Leib verkörperte; da opferte später der Buddha, indem er in den andern Jesus seinen Nirmanakaya einfließen ließ. So fließen diese beiden Strömungen zusammen.

[ 33 ] Das sind jene Geheimnisse, die sich ergeben, wenn man im tieferen Sinne anknüpfend an das Matthäus-Evangelium geschichtlich die Sachen ins Auge faßt. So daß wir zu den beiden charakterisierten Strömungen, zu den beiden Beiträgen zum Christentum, die wir kennengelernt haben, zum Zarathustrismus und zum Buddhismus, hinzufügen noch als dritte Strömung die althebräische Strömung, den Beitrag des althebräischen Volkes. Wir könnten jetzt das Folgende sagen: Da waren Führer, wie der Buddha und der Zarathustra. Diese wollten die Opfer ihrer religiösen Strömungen darbringen. Und da mußte ein Tempel auferbaut werden. Der Tempel konnte nur auferbaut werden durch das althebräische Volk. Dieses Volk baute den Tempel der Leiblichkeit des Jesus auf. In diesen Tempel konnten diese beiden ersten Strömungen einziehen. Da opferte zunächst der Zarathustra, indem er sich in diesen Leib verkörperte; da opferte später der Buddha, indem er in den andern Jesus seinen Nirmanakaya einfließen ließ. So fließen diese beiden Strömungen zusammen.

[ 34 ] Um Ihnen doch etwas zu geben, was in gewisser Beziehung abgeschlossene Gedanken sind, habe ich Ihnen heute nur ganz flüchtig abstrakte Skizzen geben können von diesen tiefen Geheimnissen. Aber um abgeschlossene Gedanken einmal zu geben, habe ich heute im allgemeinen schematisch charakterisiert. Wir werden das später fortsetzen, um ein Bild zu bekommen von der Mission des althebräischen Volkes und von dem ganz eigenartigen Herauswachsen des Christus Jesus aus diesem Volke. Da wird sich uns das Einzigartige ergeben, wie aus der Geschichte, aus dem zeitlichen Verlauf der Entwickelung, eine Wesenheit herauswächst von einer ewigen Geltung, von einer Geltung von unvergänglicher Dauer. So wird sich allmählich zeigen, wie sich aus einer vergänglichen Welt herausentwickeln konnte dasjenige, was einer Ewigkeit standhalten wird.

[ 34 ] Um Ihnen doch etwas zu geben, was in gewisser Beziehung abgeschlossene Gedanken sind, habe ich Ihnen heute nur ganz flüchtig abstrakte Skizzen geben können von diesen tiefen Geheimnissen. Aber um abgeschlossene Gedanken einmal zu geben, habe ich heute im allgemeinen schematisch charakterisiert. Wir werden das später fortsetzen, um ein Bild zu bekommen von der Mission des althebräischen Volkes und von dem ganz eigenartigen Herauswachsen des Christus Jesus aus diesem Volke. Da wird sich uns das Einzigartige ergeben, wie aus der Geschichte, aus dem zeitlichen Verlauf der Entwickelung, eine Wesenheit herauswächst von einer ewigen Geltung, von einer Geltung von unvergänglicher Dauer. So wird sich allmählich zeigen, wie sich aus einer vergänglichen Welt herausentwickeln konnte dasjenige, was einer Ewigkeit standhalten wird.