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The Rudolf Steiner Archive

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The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 117

19 November 1909, Zurich

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Die Tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens, 3rd ed.
  1. The Deeper Mysteries of Human Development, tr. SOL

8. Das Matthäus-Evangelium und das Christus-Problem

8. Das Matthäus-Evangelium und das Christus-Problem

[ 1 ] Es war in den letzten Jahren auch an schweizerischen Orten möglich, über ein hochbedeutsames Thema der Geisteswissenschaft zu sprechen, ein Thema, das für die Geisteswissenschaft im Grunde genommen das Höchste ist: über das Christus-Problem. Und wenn gar vielfach der Mensch der Gegenwart, der durchaus außerhalb der geisteswissenschaftlichen Bewegung steht, glaubt, das sei im Grunde genommen das einfachste Thema, über das gesprochen werden kann, so hat dieser Mensch der Gegenwart von seinem Gesichtspunkte aus recht. Was für die Erd- und Menschheitsentwickelung das Größte ist, die Christus-Kraft, der Christus-Impuls, hat ja gewiß so gewirkt, daß das einfachste, naivste Gemüt ihm irgendwie ein Verständnis entgegenbringen kann. Aber andererseits hat dieser Impuls wiederum so gewirkt, daß keine Weisheit der Erde ausreicht, wirklich zu verstehen, was im Beginne unserer Zeitrechnung in Palästina geschehen ist, geschehen ist für die Menschheit und im Grunde genommen für die ganze Welt.

[ 1 ] Es war in den letzten Jahren auch an schweizerischen Orten möglich, über ein hochbedeutsames Thema der Geisteswissenschaft zu sprechen, ein Thema, das für die Geisteswissenschaft im Grunde genommen das Höchste ist: über das Christus-Problem. Und wenn gar vielfach der Mensch der Gegenwart, der durchaus außerhalb der geisteswissenschaftlichen Bewegung steht, glaubt, das sei im Grunde genommen das einfachste Thema, über das gesprochen werden kann, so hat dieser Mensch der Gegenwart von seinem Gesichtspunkte aus recht. Was für die Erd- und Menschheitsentwickelung das Größte ist, die Christus-Kraft, der Christus-Impuls, hat ja gewiß so gewirkt, daß das einfachste, naivste Gemüt ihm irgendwie ein Verständnis entgegenbringen kann. Aber andererseits hat dieser Impuls wiederum so gewirkt, daß keine Weisheit der Erde ausreicht, wirklich zu verstehen, was im Beginne unserer Zeitrechnung in Palästina geschehen ist, geschehen ist für die Menschheit und im Grunde genommen für die ganze Welt.

[ 2 ] Nun ist gerade in den letzten Jahren über das Christus-Problem gesprochen worden, und ich darf vielleicht mit einigen Worten darauf hinweisen, daß die Deutsche Sektion eben ihren ersten siebenjährigen Zyklus vollendet hat. Vor sieben Jahren wurde sie gegründet; dazumal gab es wenige Zweige, kaum zehn. Jetzt ist die Zahl über vierzig angewachsen. Die Zahl 7 wird ja so häufig angeführt, wenn wir von anthroposophischer Weisheit und Weltauffassung sprechen, und eine gewisse Gesetzmäßigkeit drückt sich darin auch aus, so daß in sieben aufeinanderfolgenden Zeitläufen diese Entwickelung geschieht. Wir brauchen nur zu erinnern an das, was wir schon hier gestreift haben, an die Entwickelung unserer Erde; sie geht durch sieben planetarische Zustände hindurch. Auch im Kleinen, für jede einzelne Tatsache der Weltentwickelung wie auch für eine solche Bewegung wie die geisteswissenschaftliche, lebt das Gesetz der Zahl 7. Diejenigen, die tiefer hineinsehen in unsere Bewegung, die sehen wohl, daß in einer gewissen Beziehung ganz gesetzmäßig sich abgespielt hat dieser siebenjährige Kreislauf, und wie wir an einem entscheidenden Punkte sind, wo sich das, was vor sieben Jahren als Einschlag gelegt worden ist, auf einer höheren Stufe wiederholt und zu gleicher Zeit in sich selbst wie ein Kreislauf zurückkehrt; was aber nur dadurch geschehen konnte, daß wir wirklich im spirituellen Sinne gearbeitet haben, daß wir nicht willkürlich und zufällig, sondern gesetzmäßig gearbeitet haben.

[ 2 ] Nun ist gerade in den letzten Jahren über das Christus-Problem gesprochen worden, und ich darf vielleicht mit einigen Worten darauf hinweisen, daß die Deutsche Sektion eben ihren ersten siebenjährigen Zyklus vollendet hat. Vor sieben Jahren wurde sie gegründet; dazumal gab es wenige Zweige, kaum zehn. Jetzt ist die Zahl über vierzig angewachsen. Die Zahl 7 wird ja so häufig angeführt, wenn wir von anthroposophischer Weisheit und Weltauffassung sprechen, und eine gewisse Gesetzmäßigkeit drückt sich darin auch aus, so daß in sieben aufeinanderfolgenden Zeitläufen diese Entwickelung geschieht. Wir brauchen nur zu erinnern an das, was wir schon hier gestreift haben, an die Entwickelung unserer Erde; sie geht durch sieben planetarische Zustände hindurch. Auch im Kleinen, für jede einzelne Tatsache der Weltentwickelung wie auch für eine solche Bewegung wie die geisteswissenschaftliche, lebt das Gesetz der Zahl 7. Diejenigen, die tiefer hineinsehen in unsere Bewegung, die sehen wohl, daß in einer gewissen Beziehung ganz gesetzmäßig sich abgespielt hat dieser siebenjährige Kreislauf, und wie wir an einem entscheidenden Punkte sind, wo sich das, was vor sieben Jahren als Einschlag gelegt worden ist, auf einer höheren Stufe wiederholt und zu gleicher Zeit in sich selbst wie ein Kreislauf zurückkehrt; was aber nur dadurch geschehen konnte, daß wir wirklich im spirituellen Sinne gearbeitet haben, daß wir nicht willkürlich und zufällig, sondern gesetzmäßig gearbeitet haben.

[ 3 ] Da erinnern Sie sich daran, daß wir im Menschen sieben Glieder seiner Wesenheit unterscheiden: zunächst den physischen Leib, den Ätherleib, Astralleib und das Ich; dann entsteht, wenn das Ich wiederum den Astralleib umarbeitet, das Geistselbst oder Manas; wenn es den Ätherleib umarbeitet, entsteht der Lebensgeist oder Buddhi; wenn es endlich den physischen Leib umarbeitet, entsteht das höchste Glied, der Geistmensch oder Atma, so daß wir zunächst unterscheiden vier Glieder und dann drei weitere, die als Umwandlung aus den drei ersteren entstehen.

[ 3 ] Da erinnern Sie sich daran, daß wir im Menschen sieben Glieder seiner Wesenheit unterscheiden: zunächst den physischen Leib, den Ätherleib, Astralleib und das Ich; dann entsteht, wenn das Ich wiederum den Astralleib umarbeitet, das Geistselbst oder Manas; wenn es den Ätherleib umarbeitet, entsteht der Lebensgeist oder Buddhi; wenn es endlich den physischen Leib umarbeitet, entsteht das höchste Glied, der Geistmensch oder Atma, so daß wir zunächst unterscheiden vier Glieder und dann drei weitere, die als Umwandlung aus den drei ersteren entstehen.

[ 4 ] Will man nun in der Welt irgend etwas durchführen, so daß eine geistige Gesetzmäßigkeit sich darin verkörpert, dann muß überall dieses große Gesetz befolgt werden. Wenn Sie nun gerade als junger Zweig sozusagen in der entsprechenden Art in das spirituelle Leben sich hineinstellen wollen, so ist es gut, zu schen, wie die Organisation der ganzen Arbeit vorwärtsgekommen ist. Denn der junge Zweig wird daran erkennen, daß es notwendig ist, diesen Entwickelungsgang seinerseits nachzuholen, zu befolgen. Wir haben diesen Gang in der deutschen Bewegung genau eingehalten: die vier ersten Jahre haben wir alles das zusammengetragen, was notwendig ist, um überhaupt einen Begriff der Welt, von der die Geisteswissenschaft ausgeht, zu erringen. Da haben wir zunächst die siebengliedrige Natur des Menschen, die Lehre von Karma und Reinkarnation, die großen kosmischen Gesetze, die Saturn-, Sonnen-, Mondentwickelung, die Gesetze des einzelnen Lebenslaufes dargelegt, so daß dieses da ist in unserer Literatur und in verschiedenen Zweigarbeiten. Das geschah in den ersten vier Jahren.

[ 4 ] Will man nun in der Welt irgend etwas durchführen, so daß eine geistige Gesetzmäßigkeit sich darin verkörpert, dann muß überall dieses große Gesetz befolgt werden. Wenn Sie nun gerade als junger Zweig sozusagen in der entsprechenden Art in das spirituelle Leben sich hineinstellen wollen, so ist es gut, zu schen, wie die Organisation der ganzen Arbeit vorwärtsgekommen ist. Denn der junge Zweig wird daran erkennen, daß es notwendig ist, diesen Entwickelungsgang seinerseits nachzuholen, zu befolgen. Wir haben diesen Gang in der deutschen Bewegung genau eingehalten: die vier ersten Jahre haben wir alles das zusammengetragen, was notwendig ist, um überhaupt einen Begriff der Welt, von der die Geisteswissenschaft ausgeht, zu erringen. Da haben wir zunächst die siebengliedrige Natur des Menschen, die Lehre von Karma und Reinkarnation, die großen kosmischen Gesetze, die Saturn-, Sonnen-, Mondentwickelung, die Gesetze des einzelnen Lebenslaufes dargelegt, so daß dieses da ist in unserer Literatur und in verschiedenen Zweigarbeiten. Das geschah in den ersten vier Jahren.

[ 5 ] In den drei letzten Jahren haben wir im Grunde genommen an irgendwie Systematischem nichts Neues gewonnen, sondern haben in das, was in den vier ersten Jahren geleistet worden ist, hineingepflanzt die höheren Weistümer und sind dann aufgestiegen zu der Erfassung der höchsten Individualität, die über unsere Erde geschritten ist, der Individualität des Christus Jesus - was wir nicht gekonnt hätten, wenn es sozusagen hätte geschehen müssen mit lauter unbekannten Vorstellungen. Wir konnten erst über den Christus sprechen, nachdem gesprochen war über die Natur des Menschen im allgemeinen. Wir konnten nur begreifen, wie diese Christus-Tat geschehen ist, wenn wir die menschliche Natur und ihre ganze Stufenfolge begriffen. Diejenigen, die in Basel die Vorträge über das Lukas-Evangelium gehört haben, und auch die andern, welche hier und da einiges gehört haben, wissen, daß da ganz komplizierte Vorgänge stattgefunden haben. Aber wie hätte nur verstanden werden können, daß zum Beispiel im zwölften Jahre des Lebens eines der Jesusknaben sich Bedeutungsvolles zugetragen hat, wenn wir nicht gewußt hätten, was überhaupt geschieht zwischen dem zwölften bis fünfzehnten Lebensjahr. Systematisch wurde vorgearbeitet, und dann haben wir in tiefer Ehrfurcht vor den größten Wahrheiten unseres Erdenzyklus zu erfassen gesucht, was an den Namen des Christus Jesus sich knüpft. Es war wie ein Hinaufsteigen zu immer höheren Höhen. So ist es gekommen, daß man betrachten konnte den Christus Jesus in Anknüpfung an das Johannes- und an das Lukas-Evangelium. Schon damals in Basel wurde betont, daß niemand glauben solle, daß er, wenn er all die Wahrheiten gehört hat in Anknüpfung an diese beiden Evangelien, dann wisse, welches die Natur und die Wesenheit jener hohen geistigen Wesenheit ist. Von einer Seite nur hat er dies erfahren. Man sollte durchaus nicht glauben, daß es unnötig sei, oder nur wie eine Erneuerung, die Wahrheit zu hören auch von einer andern Seite. Die Evangelien verhalten sich als Bilder dieses großen Ereignisses, daß jeder Evangelist von einem gewissen Gesichtspunkte aus darstellt, was in Palästina geschehen ist.

[ 5 ] In den drei letzten Jahren haben wir im Grunde genommen an irgendwie Systematischem nichts Neues gewonnen, sondern haben in das, was in den vier ersten Jahren geleistet worden ist, hineingepflanzt die höheren Weistümer und sind dann aufgestiegen zu der Erfassung der höchsten Individualität, die über unsere Erde geschritten ist, der Individualität des Christus Jesus - was wir nicht gekonnt hätten, wenn es sozusagen hätte geschehen müssen mit lauter unbekannten Vorstellungen. Wir konnten erst über den Christus sprechen, nachdem gesprochen war über die Natur des Menschen im allgemeinen. Wir konnten nur begreifen, wie diese Christus-Tat geschehen ist, wenn wir die menschliche Natur und ihre ganze Stufenfolge begriffen. Diejenigen, die in Basel die Vorträge über das Lukas-Evangelium gehört haben, und auch die andern, welche hier und da einiges gehört haben, wissen, daß da ganz komplizierte Vorgänge stattgefunden haben. Aber wie hätte nur verstanden werden können, daß zum Beispiel im zwölften Jahre des Lebens eines der Jesusknaben sich Bedeutungsvolles zugetragen hat, wenn wir nicht gewußt hätten, was überhaupt geschieht zwischen dem zwölften bis fünfzehnten Lebensjahr. Systematisch wurde vorgearbeitet, und dann haben wir in tiefer Ehrfurcht vor den größten Wahrheiten unseres Erdenzyklus zu erfassen gesucht, was an den Namen des Christus Jesus sich knüpft. Es war wie ein Hinaufsteigen zu immer höheren Höhen. So ist es gekommen, daß man betrachten konnte den Christus Jesus in Anknüpfung an das Johannes- und an das Lukas-Evangelium. Schon damals in Basel wurde betont, daß niemand glauben solle, daß er, wenn er all die Wahrheiten gehört hat in Anknüpfung an diese beiden Evangelien, dann wisse, welches die Natur und die Wesenheit jener hohen geistigen Wesenheit ist. Von einer Seite nur hat er dies erfahren. Man sollte durchaus nicht glauben, daß es unnötig sei, oder nur wie eine Erneuerung, die Wahrheit zu hören auch von einer andern Seite. Die Evangelien verhalten sich als Bilder dieses großen Ereignisses, daß jeder Evangelist von einem gewissen Gesichtspunkte aus darstellt, was in Palästina geschehen ist.

[ 6 ] Nun habe ich vorgestern in Bern dargetan, was jetzt in verschiedenen Zweigen geschieht. Aus ganz bestimmtem Grunde habe ich in Anknüpfung an das Matthäus-Evangelium versucht, skizzenhaft auf den Christus hinzuweisen. Das hat seine ganz bestimmten Gründe. Die Geisteswissenschaft soll eine Lebensauffassung sein, nicht eine Theorie, eine Lehre; sie soll unser innerstes Seelenleben wandeln. Wir sollen lernen, in neuer Weise die Welt anzuschauen. Und da gibt es eine Eigenschaft, die wir uns aneignen müssen, die der Mensch sich immer mehr aneignet, immer mehr erlernt, gerade durch die Weistümer der Anthroposophie. Es gibt für diese Eigenschaft kein richtiges Wort in einer Sprache, aber die Geisteswissenschaft wird das Wort noch finden für diese neue Herzensempfindung. Und bis dahin können wir nur das Wort gebrauchen, das für diese Eigenschaft da ist: demütige Bescheidenheit ist es, was immer stärker in unserer Seele Wurzel fassen soll, insbesondere gegenüber jenen Urkunden, die als Evangelien uns Kunde bringen von jenem bedeutendsten Ereignis der Erdenevolution. Denn da lernen wir, daß wir uns im Grunde genommen nur ganz langsam nähern können den Wahrheiten und Weistümern, die notwendig sind, um das Christus-Problem zu ergründen. Wir lernen eine ganz andere Empfindung in uns ausbilden, als die ist, welche die heutigen Menschen haben, die so schnell fertig sind mit ihrem Urteil über das Ereignis. Wir lernen vorsichtig sein im Darstellen der Wahrheit, und wir wissen, daß, wenn wir sie von irgendeiner Seite ins Auge gefaßt haben, wir immer nur eine Seite wahrnehmen, nie die ganze auf einmal.

[ 6 ] Nun habe ich vorgestern in Bern dargetan, was jetzt in verschiedenen Zweigen geschieht. Aus ganz bestimmtem Grunde habe ich in Anknüpfung an das Matthäus-Evangelium versucht, skizzenhaft auf den Christus hinzuweisen. Das hat seine ganz bestimmten Gründe. Die Geisteswissenschaft soll eine Lebensauffassung sein, nicht eine Theorie, eine Lehre; sie soll unser innerstes Seelenleben wandeln. Wir sollen lernen, in neuer Weise die Welt anzuschauen. Und da gibt es eine Eigenschaft, die wir uns aneignen müssen, die der Mensch sich immer mehr aneignet, immer mehr erlernt, gerade durch die Weistümer der Anthroposophie. Es gibt für diese Eigenschaft kein richtiges Wort in einer Sprache, aber die Geisteswissenschaft wird das Wort noch finden für diese neue Herzensempfindung. Und bis dahin können wir nur das Wort gebrauchen, das für diese Eigenschaft da ist: demütige Bescheidenheit ist es, was immer stärker in unserer Seele Wurzel fassen soll, insbesondere gegenüber jenen Urkunden, die als Evangelien uns Kunde bringen von jenem bedeutendsten Ereignis der Erdenevolution. Denn da lernen wir, daß wir uns im Grunde genommen nur ganz langsam nähern können den Wahrheiten und Weistümern, die notwendig sind, um das Christus-Problem zu ergründen. Wir lernen eine ganz andere Empfindung in uns ausbilden, als die ist, welche die heutigen Menschen haben, die so schnell fertig sind mit ihrem Urteil über das Ereignis. Wir lernen vorsichtig sein im Darstellen der Wahrheit, und wir wissen, daß, wenn wir sie von irgendeiner Seite ins Auge gefaßt haben, wir immer nur eine Seite wahrnehmen, nie die ganze auf einmal.

[ 7 ] Damit hängt zusammen - und erst allmählich werden wir ein Verständnis davon erlangen -, warum es überhaupt vier Evangelien gibt. Heute liegt die Sache so, daß selbst die Theologie verstandesmäßig, materialistisch ist, und daß der Verstand, der bloß auf die vier Urkunden angewendet wird, diese äußerlich vergleichen wird. Und da nimmt man dann Widersprüche wahr. Man hat zunächst das eine, das Johannes-Evangelium vorgenommen. Dasjenige, was es so äußerlich für den Verstand darstellt - sagen die Leute -, das widerspricht den drei andern Evangelien so stark, daß man am besten zu einem Verständnis dieses Evangeliums kommt, wenn man sagt, der Schreiber habe nicht wirkliche Begebenheiten schildern wollen, sondern er habe eine Art von Hymnus, eine Art Bekenntnis wie eine Wiedergabe seiner Empfindungen darstellen wollen. Ein großes, umfassendes Gedicht sieht man im Johannes-Evangelium, und damit hat man es abgesetzt vom Rang einer Urkunde. Aber nur der äußere, materialistische Verstand tut dies. Dann hat man die drei andern Evangelien ins Auge gefaßt. Man findet auch da gewisse Widersprüche; man erklärt sie aber damit, daß die Evangelien zu verschiedenen Zeiten geschrieben worden seien. Kurz, die Menschen sind heute auf dem besten Wege, diese Urkunden über das große Ereignis zu zerpflücken, so daß sie gar nichts mehr für die Menschheit zu bedeuten haben. Getade die Geisteswissenschaft aber ist berufen, zu zeigen, warum wir vier verschiedene Urkunden haben über das Ereignis von Palästina und wiederzuerobern diese Urkunden für die Geisteswissenschaft. Warum sind vier Urkunden vorhanden?

[ 7 ] Damit hängt zusammen - und erst allmählich werden wir ein Verständnis davon erlangen -, warum es überhaupt vier Evangelien gibt. Heute liegt die Sache so, daß selbst die Theologie verstandesmäßig, materialistisch ist, und daß der Verstand, der bloß auf die vier Urkunden angewendet wird, diese äußerlich vergleichen wird. Und da nimmt man dann Widersprüche wahr. Man hat zunächst das eine, das Johannes-Evangelium vorgenommen. Dasjenige, was es so äußerlich für den Verstand darstellt - sagen die Leute -, das widerspricht den drei andern Evangelien so stark, daß man am besten zu einem Verständnis dieses Evangeliums kommt, wenn man sagt, der Schreiber habe nicht wirkliche Begebenheiten schildern wollen, sondern er habe eine Art von Hymnus, eine Art Bekenntnis wie eine Wiedergabe seiner Empfindungen darstellen wollen. Ein großes, umfassendes Gedicht sieht man im Johannes-Evangelium, und damit hat man es abgesetzt vom Rang einer Urkunde. Aber nur der äußere, materialistische Verstand tut dies. Dann hat man die drei andern Evangelien ins Auge gefaßt. Man findet auch da gewisse Widersprüche; man erklärt sie aber damit, daß die Evangelien zu verschiedenen Zeiten geschrieben worden seien. Kurz, die Menschen sind heute auf dem besten Wege, diese Urkunden über das große Ereignis zu zerpflücken, so daß sie gar nichts mehr für die Menschheit zu bedeuten haben. Getade die Geisteswissenschaft aber ist berufen, zu zeigen, warum wir vier verschiedene Urkunden haben über das Ereignis von Palästina und wiederzuerobern diese Urkunden für die Geisteswissenschaft. Warum sind vier Urkunden vorhanden?

[ 8 ] Die Menschen haben nicht immer so gedacht wie heute. Es gab Zeiten, in denen die Evangelien gar nicht in aller Hände waren, sondern nur ganz weniger Menschen, gerade derjenigen, welche die Führung des geistigen Lebens in den ersten Jahrhunderten des Christentums hatten. Warum frägt man sich heute nicht: Waren diese Menschen nicht vollständige Toren, daß sie nicht gesehen haben, daß die Evangelien sich widersprechen? Oder waren sie so benebelt, daß sie diese Widersprüche nicht gesehen haben? — Die Besten ihres Zeitalters nehmen diese Urkunden so hin, daß sie demütig hinaufschauen und froh waren, daß wir vier Evangelien haben, von denen die heutigen Menschen sagen, sie können keine Urkunden sein, denn sie widersprächen sich!

[ 8 ] Die Menschen haben nicht immer so gedacht wie heute. Es gab Zeiten, in denen die Evangelien gar nicht in aller Hände waren, sondern nur ganz weniger Menschen, gerade derjenigen, welche die Führung des geistigen Lebens in den ersten Jahrhunderten des Christentums hatten. Warum frägt man sich heute nicht: Waren diese Menschen nicht vollständige Toren, daß sie nicht gesehen haben, daß die Evangelien sich widersprechen? Oder waren sie so benebelt, daß sie diese Widersprüche nicht gesehen haben? — Die Besten ihres Zeitalters nehmen diese Urkunden so hin, daß sie demütig hinaufschauen und froh waren, daß wir vier Evangelien haben, von denen die heutigen Menschen sagen, sie können keine Urkunden sein, denn sie widersprächen sich!

[ 9 ] Nun, ohne uns weiter damit aufzuhalten, wollen wir darauf aufmerksam machen, wie in den ersten Jahrhunderten des Christentums die Evangelien aufgenommen worden sind, und wie sie aufgenommen werden müssen. So wurden sie in jenen Zeiten aufgenommen, daß man dies damit vergleichen kann: Wenn wir den Blumenstrauß, der hier steht, von vier Seiten photographieren, so erhalten wir vier Photographien. Wenn wir diese einzeln besehen, unterscheiden sie sich voneinander, doch wenn man so eine Photographie betrachtet, kann man sich eine Vorstellung von dem Blumenstrauß machen. Jetzt kommt einer, der nimmt von einer andern Seite eine Photographie auf. Da vergleicht man die beiden Bilder und findet: Ja, das sind zwei ganz verschiedene Bilder ; sie können nicht dieselbe Sache darstellen. — Und dennoch: man wird dann ein vollständigeres Bild davon haben; und erst wenn man von vier Seiten den Blumenstrauß aufgenommen hat und alle vier Bilder miteinander vergleicht, wird man ein vollständiges Bild des wirklichen Blumenstraußes erlangen. — So hat man die vier Evangelien aufzufassen als dieselbe Tatsache von vier verschiedenen Seiten charakterisierend.

[ 9 ] Nun, ohne uns weiter damit aufzuhalten, wollen wir darauf aufmerksam machen, wie in den ersten Jahrhunderten des Christentums die Evangelien aufgenommen worden sind, und wie sie aufgenommen werden müssen. So wurden sie in jenen Zeiten aufgenommen, daß man dies damit vergleichen kann: Wenn wir den Blumenstrauß, der hier steht, von vier Seiten photographieren, so erhalten wir vier Photographien. Wenn wir diese einzeln besehen, unterscheiden sie sich voneinander, doch wenn man so eine Photographie betrachtet, kann man sich eine Vorstellung von dem Blumenstrauß machen. Jetzt kommt einer, der nimmt von einer andern Seite eine Photographie auf. Da vergleicht man die beiden Bilder und findet: Ja, das sind zwei ganz verschiedene Bilder ; sie können nicht dieselbe Sache darstellen. — Und dennoch: man wird dann ein vollständigeres Bild davon haben; und erst wenn man von vier Seiten den Blumenstrauß aufgenommen hat und alle vier Bilder miteinander vergleicht, wird man ein vollständiges Bild des wirklichen Blumenstraußes erlangen. — So hat man die vier Evangelien aufzufassen als dieselbe Tatsache von vier verschiedenen Seiten charakterisierend.

[ 10 ] Warum wird nun die eine Tatsache von vier verschiedenen Seiten charakterisiert? Weil man wußte, daß ein jeder, der eines dieser Evangelien geschrieben hat, durchdrungen war von einer großen, bescheidenen Demut, einer Demut, die ihm gesagt hat: Dies ist das größte Ereignis der Erdenentwickelung; du darfst gar nicht wagen, es vollständig zu schildern, sondern du darfst nur die Seite schildern, die dir nach deiner Erkenntnis zu schildern möglich ist. - In bescheidener Demut hat der Schreiber des Lukas-Evangeliums darauf verzichtet, irgendeine andere Seite zu schildern als jene, die ihm gerade nahe war vermöge seiner besonderen geistigen Ausbildung, die ihm sagte, der Christus Jesus war diejenige Individualität, in der lebte die größte Entfaltung der Liebe, einer Liebe bis zur Opferung. Als was zeigt sich diese Liebe? Das schildert der Schreiber des Lukas-Evangeliums, under sagte sich: Ich bin außerstande, das ganze Ereignis zu schildern; daher beschränke ich mich darauf, nur diese Seite, die Liebe zu schildern.

[ 10 ] Warum wird nun die eine Tatsache von vier verschiedenen Seiten charakterisiert? Weil man wußte, daß ein jeder, der eines dieser Evangelien geschrieben hat, durchdrungen war von einer großen, bescheidenen Demut, einer Demut, die ihm gesagt hat: Dies ist das größte Ereignis der Erdenentwickelung; du darfst gar nicht wagen, es vollständig zu schildern, sondern du darfst nur die Seite schildern, die dir nach deiner Erkenntnis zu schildern möglich ist. - In bescheidener Demut hat der Schreiber des Lukas-Evangeliums darauf verzichtet, irgendeine andere Seite zu schildern als jene, die ihm gerade nahe war vermöge seiner besonderen geistigen Ausbildung, die ihm sagte, der Christus Jesus war diejenige Individualität, in der lebte die größte Entfaltung der Liebe, einer Liebe bis zur Opferung. Als was zeigt sich diese Liebe? Das schildert der Schreiber des Lukas-Evangeliums, under sagte sich: Ich bin außerstande, das ganze Ereignis zu schildern; daher beschränke ich mich darauf, nur diese Seite, die Liebe zu schildern.

[ 11 ] Wir verstehen diese Beschränkung der Evangelienschreiber auf ein besonderes Gebiet nur, wenn wir ein wenig hineinschauen in die Einweihungsart des alten Mysteriendienstes. Nur aus diesem heraus können wir das Verhalten der Evangelisten verstehen. Sie wissen, Einweihung ist die Hinaufführung der Menschen zu den höheren, den übersinnlichen Welten, das Hineinleben des Menschen in die höheren, übersinnlichen Welten, das Aufgehen der Seelenkräfte, das Aufgehen jener Kräfte und Fähigkeiten, die sonst in der Seele schlummernd verborgen sind. Solche Einweihungen hat es immer gegeben. In den vorchristlichen Zeiten bestanden die alten Mysterien der Ägypter und Chaldäer, in denen man die Menschen, die dazu reif waren, hinaufgeführt hat in die höheren Welten. Nur wurde da in einer ganz besonderen Weise gearbeitet, in einer Weise, die heute nicht mehr vollständig durchzuführen ist. Der Mensch hat heute, wie Sie wissen, drei Seelenkräfte: das Denken, das Fühlen und das Wollen. Diese drei Seelenkräfte wendet der Mensch im gewöhnlichen Leben an, und zwar so wendet er sie an, daß sie sozusagen bei seinem Verkehr mit der Außenwelt alle drei rege sind, sich beteiligen.

[ 11 ] Wir verstehen diese Beschränkung der Evangelienschreiber auf ein besonderes Gebiet nur, wenn wir ein wenig hineinschauen in die Einweihungsart des alten Mysteriendienstes. Nur aus diesem heraus können wir das Verhalten der Evangelisten verstehen. Sie wissen, Einweihung ist die Hinaufführung der Menschen zu den höheren, den übersinnlichen Welten, das Hineinleben des Menschen in die höheren, übersinnlichen Welten, das Aufgehen der Seelenkräfte, das Aufgehen jener Kräfte und Fähigkeiten, die sonst in der Seele schlummernd verborgen sind. Solche Einweihungen hat es immer gegeben. In den vorchristlichen Zeiten bestanden die alten Mysterien der Ägypter und Chaldäer, in denen man die Menschen, die dazu reif waren, hinaufgeführt hat in die höheren Welten. Nur wurde da in einer ganz besonderen Weise gearbeitet, in einer Weise, die heute nicht mehr vollständig durchzuführen ist. Der Mensch hat heute, wie Sie wissen, drei Seelenkräfte: das Denken, das Fühlen und das Wollen. Diese drei Seelenkräfte wendet der Mensch im gewöhnlichen Leben an, und zwar so wendet er sie an, daß sie sozusagen bei seinem Verkehr mit der Außenwelt alle drei rege sind, sich beteiligen.

[ 12 ] An einem Beispiel soll klargemacht werden, wie diese drei Seelenkräfte sich betätigen. Sie gehen über eine Wiese. Sie sehen eine Blume. Sie machen sich eine Vorstellung darüber: Sie denken. Die Blume gefällt Ihnen: Sie fühlen, die Blume ist schön; an das Denken hat sich das Gefühl angeschlossen. Und dann begehren Sie die Blume zu pflücken: Sie betätigen damit das Wollen. So war in Ihrer Seele tätig das Denken, das Fühlen und das Wollen. Und nun überschauen Sie das ganze Leben des Menschen: insofern es Seelenleben ist, ist es ein Durcheinanderspielen von Denken, Fühlen und Wollen. Und der Mensch kommt durchs Leben dadurch, daß diese drei Kräfte ineinanderspielen. Die Seele lebt im Denken, Fühlen und Wollen.

[ 12 ] An einem Beispiel soll klargemacht werden, wie diese drei Seelenkräfte sich betätigen. Sie gehen über eine Wiese. Sie sehen eine Blume. Sie machen sich eine Vorstellung darüber: Sie denken. Die Blume gefällt Ihnen: Sie fühlen, die Blume ist schön; an das Denken hat sich das Gefühl angeschlossen. Und dann begehren Sie die Blume zu pflücken: Sie betätigen damit das Wollen. So war in Ihrer Seele tätig das Denken, das Fühlen und das Wollen. Und nun überschauen Sie das ganze Leben des Menschen: insofern es Seelenleben ist, ist es ein Durcheinanderspielen von Denken, Fühlen und Wollen. Und der Mensch kommt durchs Leben dadurch, daß diese drei Kräfte ineinanderspielen. Die Seele lebt im Denken, Fühlen und Wollen.

[ 13 ] Wenn der Mensch hinaufgeführt wird in die höheren Welten, so ist dies eine Ausgestaltung dieser drei Kräfte, so wie sie im gewöhnlichen Leben sind. Man kann das Denken höher hinaufentwickeln, so daß es zum Schauen wird. Und so kann man auch das Fühlen und Wollen in die geistige Welt hinaufheben. Darin besteht die Einweihung.

[ 13 ] Wenn der Mensch hinaufgeführt wird in die höheren Welten, so ist dies eine Ausgestaltung dieser drei Kräfte, so wie sie im gewöhnlichen Leben sind. Man kann das Denken höher hinaufentwickeln, so daß es zum Schauen wird. Und so kann man auch das Fühlen und Wollen in die geistige Welt hinaufheben. Darin besteht die Einweihung.

[ 14 ] Diejenigen, welche sich etwas umgeschaut haben in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», werden gelesen haben, was da vorgeht, wenn ein Mensch das Denken, Fühlen und Wollen hinaufentwickelt in die geistigen Welten. Es tritt das ein, was man nennt «Spaltung der Persönlichkeit». Die drei Kräfte sind gewöhnlich organisch verbunden: der Mensch denkt, fühlt und will in einer Persönlichkeit. Bei der Entwickelung in die höheren Welten hinauf reißen diese drei Kräfte aber auseinander. Während sie sonst Kräfte sind, werden sie nun zu selbständigen Wesenheiten, wenn der Mensch sich hinaufentwickelt in die höheren Welten. Es entstehen drei selbständige Wesenheiten: eine denkerische, eine fühlende und eine wollende Wesenheit. Darin besteht das, was man die Gefahr nennt, daß der Mensch in seinem Seelenleben auseinandergerissen werden könnte. Wenn der Mensch nicht in der richtigen Weise vorgeht bei Beschreitung des Pfades der höheren Erkenntnis, so kann es vorkommen, daß er sein Denken in die höheren Regionen erhebt. Dann sieht er wohl hinein in die höheren Welten, aber er bleibt dabei stehen; das Wollen kann er ertöten, oder es kann ganz andere Wege gehen. Heute tritt das ein, daß das Ich über sich selbst hinaussteigt, daß das Ich Herrscher werden kann, daß es als König regieren kann über die drei Seelenkräfte, nämlich über Denken, Fühlen und Wollen.

[ 14 ] Diejenigen, welche sich etwas umgeschaut haben in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», werden gelesen haben, was da vorgeht, wenn ein Mensch das Denken, Fühlen und Wollen hinaufentwickelt in die geistigen Welten. Es tritt das ein, was man nennt «Spaltung der Persönlichkeit». Die drei Kräfte sind gewöhnlich organisch verbunden: der Mensch denkt, fühlt und will in einer Persönlichkeit. Bei der Entwickelung in die höheren Welten hinauf reißen diese drei Kräfte aber auseinander. Während sie sonst Kräfte sind, werden sie nun zu selbständigen Wesenheiten, wenn der Mensch sich hinaufentwickelt in die höheren Welten. Es entstehen drei selbständige Wesenheiten: eine denkerische, eine fühlende und eine wollende Wesenheit. Darin besteht das, was man die Gefahr nennt, daß der Mensch in seinem Seelenleben auseinandergerissen werden könnte. Wenn der Mensch nicht in der richtigen Weise vorgeht bei Beschreitung des Pfades der höheren Erkenntnis, so kann es vorkommen, daß er sein Denken in die höheren Regionen erhebt. Dann sieht er wohl hinein in die höheren Welten, aber er bleibt dabei stehen; das Wollen kann er ertöten, oder es kann ganz andere Wege gehen. Heute tritt das ein, daß das Ich über sich selbst hinaussteigt, daß das Ich Herrscher werden kann, daß es als König regieren kann über die drei Seelenkräfte, nämlich über Denken, Fühlen und Wollen.

[ 15 ] Im Altertum war dies nicht der Fall. In den vorchristlichen Mysterienstätten herrschte der Grundsatz der Teilung der Arbeit. Man hat da zum Beispiel einen Menschen in die Einweihungsstätten aufgenommen und hat gesagt: Dieser Mensch ist besonders geeignet, die denkerische Kraft auszubilden. - Man hat dann sein Denken ausgebildet, auf die höhere Stufe gehoben; man hat ihn zum Weisen gemacht, der die geistigen Zusammenhänge, die hinter allem sinnlich Geschehenden sind, durchschaut. Das war die eine Kategorie der Eingeweihten aus den alten Mysterienstätten: die Weisen.

[ 15 ] Im Altertum war dies nicht der Fall. In den vorchristlichen Mysterienstätten herrschte der Grundsatz der Teilung der Arbeit. Man hat da zum Beispiel einen Menschen in die Einweihungsstätten aufgenommen und hat gesagt: Dieser Mensch ist besonders geeignet, die denkerische Kraft auszubilden. - Man hat dann sein Denken ausgebildet, auf die höhere Stufe gehoben; man hat ihn zum Weisen gemacht, der die geistigen Zusammenhänge, die hinter allem sinnlich Geschehenden sind, durchschaut. Das war die eine Kategorie der Eingeweihten aus den alten Mysterienstätten: die Weisen.

[ 16 ] Andere Menschen hat man in den Mysterienstätten so ausgebildet, daß man die in ihnen schlummernden Kräfte des Fühlens höher entwickelte, das Denken und Wollen dagegen auf dem ursprünglichen Standpunkt gelassen hat. Das Fühlen also wurde hinaufgehoben. Wenn bei einem Menschen das Fühlen ganz besonders entwickelt wird, erlangt er dadurch besondere Eigenschaften. Es ist ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Menschen, dessen Fühlen in einer alten Mysterienstätte so entfaltet worden war und einem Menschen der heutigen Zeit. Der Einfluß eines so entwickelten Menschen, der seelisch-psychische Einfluß war viel stärker, als dies heute der Fall ist. Diese Entwickelung der Kräfte des Fühlens bewirkte, daß die Seele eines solchen Menschen auf die Seele seiner Umgebung einen gewaltigen Einfluß nehmen konnte. Dadurch wurden diejenigen, welche besonders die Sphäre des Fühlens ausgebildet hatten, die Heiler ihrer Mitmenschen. Indem sie durch den Opferdienst das Fühlen ausgebildet hatten, wurden sie berufen, gesundend auf die andern Menschen zu wirken.

[ 16 ] Andere Menschen hat man in den Mysterienstätten so ausgebildet, daß man die in ihnen schlummernden Kräfte des Fühlens höher entwickelte, das Denken und Wollen dagegen auf dem ursprünglichen Standpunkt gelassen hat. Das Fühlen also wurde hinaufgehoben. Wenn bei einem Menschen das Fühlen ganz besonders entwickelt wird, erlangt er dadurch besondere Eigenschaften. Es ist ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Menschen, dessen Fühlen in einer alten Mysterienstätte so entfaltet worden war und einem Menschen der heutigen Zeit. Der Einfluß eines so entwickelten Menschen, der seelisch-psychische Einfluß war viel stärker, als dies heute der Fall ist. Diese Entwickelung der Kräfte des Fühlens bewirkte, daß die Seele eines solchen Menschen auf die Seele seiner Umgebung einen gewaltigen Einfluß nehmen konnte. Dadurch wurden diejenigen, welche besonders die Sphäre des Fühlens ausgebildet hatten, die Heiler ihrer Mitmenschen. Indem sie durch den Opferdienst das Fühlen ausgebildet hatten, wurden sie berufen, gesundend auf die andern Menschen zu wirken.

[ 17 ] Die dritte Stufe der Eingeweihten waren jene, bei welchen das Wollen ausgebildet wurde. Das waren die Magier. So hatte man dreierlei Eingeweihte: die Magier, die Heiler und die Weisen. Das waren Menschen, die in den Mysterienstätten des Altertums ihre Ausbildung erhielten. Heute würde es nicht mehr möglich sein, bei dem Charakter der Menschen einseitig die eine dieser Eigenschaften auszubilden, weil heute ein so hoher Grad von Harmonie zwischen den einzelnen Menschen herzustellen nicht mehr möglich ist, wie damals in den Mysterienstätten. Es hat derjenige, der ein Weiser in den alten Mysterienstätten war, entsagungsvoll sozusagen darauf verzichtet. So verhältes sich. Der ein Heiler war, hat die Anweisungen des Weisen mit dem größten Gehorsam ausgeführt, hat auf die höhere Weisheit verzichtet, hat seine Gefühlskräfte verwendet nach Anweisung dessen, der ein Weiser ist.

[ 17 ] Die dritte Stufe der Eingeweihten waren jene, bei welchen das Wollen ausgebildet wurde. Das waren die Magier. So hatte man dreierlei Eingeweihte: die Magier, die Heiler und die Weisen. Das waren Menschen, die in den Mysterienstätten des Altertums ihre Ausbildung erhielten. Heute würde es nicht mehr möglich sein, bei dem Charakter der Menschen einseitig die eine dieser Eigenschaften auszubilden, weil heute ein so hoher Grad von Harmonie zwischen den einzelnen Menschen herzustellen nicht mehr möglich ist, wie damals in den Mysterienstätten. Es hat derjenige, der ein Weiser in den alten Mysterienstätten war, entsagungsvoll sozusagen darauf verzichtet. So verhältes sich. Der ein Heiler war, hat die Anweisungen des Weisen mit dem größten Gehorsam ausgeführt, hat auf die höhere Weisheit verzichtet, hat seine Gefühlskräfte verwendet nach Anweisung dessen, der ein Weiser ist.

[ 18 ] Daneben gab es noch eine vierte Kategorie von Menschen in den Mysterienstätten. Diese waren notwendig. Es gab nämlich Fälle in diesen Stätten, wo es nicht möglich war, daß die drei Kategorien von Eingeweihten das Richtige getroffen hätten, um in der Außenwelt zu wirken. Manche Dinge waren nicht zu machen durch den Eingeweihten einer dieser drei genannten Kategorien, sondern nur dadurch, daß noch eine vierte Kategorie von Menschen da war. Diese bestand darin, daß man gewisse Individualitäten, die dafür geeignet waren, hereingenommen hat in die Mysterienstätten und sich sagte: Jene hohen Grade der Einweihung, die man bei den Weisen, Heilern und Magiern entwickeln kann, können bei den Menschen dieser vierten Kategorie nicht entwickelt werden. Aber man konnte bei ihnen so weit gehen, daß man jede einzelne Fähigkeit der drei andern Kategorien bis zu einem gewissen Grade emporhob. Keine Fähigkeit war so stark ausgebildet wie bei den einseitig ausgebildeten Eingeweihten, die Weise, Heiler oder Magier waren; aber dafür war eine gewisse Harmonie aller drei Eigenschaften in diesem vierten da. Solch ein Eingeweihter stellt in sich selbst die Harmonie der drei andern Eingeweihten dar. Und nun ist für gewisse Verrichtungen das notwendig, daß man sich begibt aller eigenen Individualität und gerade auf das Wort desjenigen baut, der in gewisser Beziehung unter einem steht. So daß es Fälle gab in den alten Mysterienstätten, wo weder die Weisen noch die Heiler oder die Magier entschieden haben, sondern nur ihre Kräfte in den Dienst der Vierten stellten, die nicht so weit waren wie sie. Dennoch haben sie ihre Kräfte in den Dienst dieses vierten Eingeweihten gestellt. Dabei stellte sich immer heraus, daß die Weltenentwickelung besser vorwärtskommt, wenn der Höhere in solchem Falle gehorcht hat dem Niederen.

[ 18 ] Daneben gab es noch eine vierte Kategorie von Menschen in den Mysterienstätten. Diese waren notwendig. Es gab nämlich Fälle in diesen Stätten, wo es nicht möglich war, daß die drei Kategorien von Eingeweihten das Richtige getroffen hätten, um in der Außenwelt zu wirken. Manche Dinge waren nicht zu machen durch den Eingeweihten einer dieser drei genannten Kategorien, sondern nur dadurch, daß noch eine vierte Kategorie von Menschen da war. Diese bestand darin, daß man gewisse Individualitäten, die dafür geeignet waren, hereingenommen hat in die Mysterienstätten und sich sagte: Jene hohen Grade der Einweihung, die man bei den Weisen, Heilern und Magiern entwickeln kann, können bei den Menschen dieser vierten Kategorie nicht entwickelt werden. Aber man konnte bei ihnen so weit gehen, daß man jede einzelne Fähigkeit der drei andern Kategorien bis zu einem gewissen Grade emporhob. Keine Fähigkeit war so stark ausgebildet wie bei den einseitig ausgebildeten Eingeweihten, die Weise, Heiler oder Magier waren; aber dafür war eine gewisse Harmonie aller drei Eigenschaften in diesem vierten da. Solch ein Eingeweihter stellt in sich selbst die Harmonie der drei andern Eingeweihten dar. Und nun ist für gewisse Verrichtungen das notwendig, daß man sich begibt aller eigenen Individualität und gerade auf das Wort desjenigen baut, der in gewisser Beziehung unter einem steht. So daß es Fälle gab in den alten Mysterienstätten, wo weder die Weisen noch die Heiler oder die Magier entschieden haben, sondern nur ihre Kräfte in den Dienst der Vierten stellten, die nicht so weit waren wie sie. Dennoch haben sie ihre Kräfte in den Dienst dieses vierten Eingeweihten gestellt. Dabei stellte sich immer heraus, daß die Weltenentwickelung besser vorwärtskommt, wenn der Höhere in solchem Falle gehorcht hat dem Niederen.

[ 19 ] Das war in den orientalischen Mysterienstätten der Fall, daß die Höherstehenden ihre Kräfte so anwendeten, wie der vierte es anordnete, dem sie blind gehorchten. In den Mysterienstätten Europas gab es Kollegien von zwölf, die eingeweiht waren, und an der Spitze derselben stand ein Dreizehnter, der nicht eingeweiht war; dem gehorchten sie. Was geschehen sollte, sollte er angeben. Er verließ sich auf seinen instinktiven Willen, und die andern, die höher standen als er, führten das aus, was er ihnen angab. Das können Sie nur verstehen, wenn Sie zurückblicken auf jene Zeiten, wo noch ein hohes Vertrauen war zu einer Wesenheit in der Welt, die nicht gebunden war an menschliches Denken und Wollen. Heute hält der Mensch sich für das gescheiteste Wesen in der Welt. Das war aber nicht immer so. Es gab Zeiten, wo der Mensch sich gesagt hat: Ja, eigentlich ist es wahr, daß ich mich entwickeln kann zu hoher Stufe. Die Fähigkeit dazu habe ich, aber daß ich gerade jetzt schon das in der Entwickelung weitest vorgeschrittene Geschöpf in der Welt bin, das darf ich nicht annehmen.

[ 19 ] Das war in den orientalischen Mysterienstätten der Fall, daß die Höherstehenden ihre Kräfte so anwendeten, wie der vierte es anordnete, dem sie blind gehorchten. In den Mysterienstätten Europas gab es Kollegien von zwölf, die eingeweiht waren, und an der Spitze derselben stand ein Dreizehnter, der nicht eingeweiht war; dem gehorchten sie. Was geschehen sollte, sollte er angeben. Er verließ sich auf seinen instinktiven Willen, und die andern, die höher standen als er, führten das aus, was er ihnen angab. Das können Sie nur verstehen, wenn Sie zurückblicken auf jene Zeiten, wo noch ein hohes Vertrauen war zu einer Wesenheit in der Welt, die nicht gebunden war an menschliches Denken und Wollen. Heute hält der Mensch sich für das gescheiteste Wesen in der Welt. Das war aber nicht immer so. Es gab Zeiten, wo der Mensch sich gesagt hat: Ja, eigentlich ist es wahr, daß ich mich entwickeln kann zu hoher Stufe. Die Fähigkeit dazu habe ich, aber daß ich gerade jetzt schon das in der Entwickelung weitest vorgeschrittene Geschöpf in der Welt bin, das darf ich nicht annehmen.

[ 20 ] Daß dies eine Wahrheit ist, können wir uns an einem einfachen Beispiel klarmachen. Erinnern wir uns, daß die Menschen erst im Laufe der geschichtlichen Entwickelung nach und nach das Papier erfunden haben, nämlich jene Betätigung, durch die gewisse Substanzen zu Papier geformt werden. Die Wespe hat dies schon lange gekonnt! Nun müßte sich der Mensch sagen: Ich mußte mir mein Wissen erst in verhältnismäßig später Zeit aneignen. Vom Menschen kann die Wespe ihre Kunst nicht gelernt haben, in ihrem Können waltet göttliche Kunst. In dem, was die Wespe tut, wird sie durchwirkt von göttlicher Weisheit.

[ 20 ] Daß dies eine Wahrheit ist, können wir uns an einem einfachen Beispiel klarmachen. Erinnern wir uns, daß die Menschen erst im Laufe der geschichtlichen Entwickelung nach und nach das Papier erfunden haben, nämlich jene Betätigung, durch die gewisse Substanzen zu Papier geformt werden. Die Wespe hat dies schon lange gekonnt! Nun müßte sich der Mensch sagen: Ich mußte mir mein Wissen erst in verhältnismäßig später Zeit aneignen. Vom Menschen kann die Wespe ihre Kunst nicht gelernt haben, in ihrem Können waltet göttliche Kunst. In dem, was die Wespe tut, wird sie durchwirkt von göttlicher Weisheit.

[ 21 ] Von ähnlichen Empfindungen waren beseelt solche Eingeweihte, die sich zu zwölft zusammentaten in den vorchristlichen Zeiten. Sie sagten sich: Gewiß, wir haben hohe Kräfte in uns entwickelt, aber mit all unseren Kräften und Fähigkeiten erreichen wir erst das, was auf einer niedrigeren Stufe in weniger entwickelten Individualitäten vorgezeichnet ist von höheren göttlichen Wesenheiten. - Sie blicken auf einen Dreizehnten, der auf einer im Vergleich zu ihnen kindlichen, naiven Stufe stehengeblieben war. Sie sagten: Der hat nicht menschliche Weisheit in sich wie wir, sondern er ist noch durchdrungen von göttlicher Weisheit. - Auch die orientalischen Weisen, Heiler und Magier sagten: Wir folgen demjenigen, der noch nicht so weit ist wie wir, sondern der auf einer Stufe steht, wo er noch die göttliche Weisheit in sich hat. - Diese Entsagung war über den alten Mysterien, die das gewußt haben, wie ein Zauberhauch ausgebreitet. Und nun werden Sie sich an das Gedicht von Goethe «Die Geheimnisse» erinnern, wo ein Dreizehnter eingeführt wird, der Bruder Markus, in den Kreis von bedeutsamen Männern. Hier haben wir eine Erscheinung, die tief begründet ist in der Menschennatur, wenn sie auch dem heutigen Menschen fernliegt, darin bestehend, daß ein Eingeweihter der vierten Kategorie, der nicht durch Entwickelung der eigenen Kräfte so hoch kommt wie die andern, doch so angesehen wird, daß er die andern Zwölf leitet.

[ 21 ] Von ähnlichen Empfindungen waren beseelt solche Eingeweihte, die sich zu zwölft zusammentaten in den vorchristlichen Zeiten. Sie sagten sich: Gewiß, wir haben hohe Kräfte in uns entwickelt, aber mit all unseren Kräften und Fähigkeiten erreichen wir erst das, was auf einer niedrigeren Stufe in weniger entwickelten Individualitäten vorgezeichnet ist von höheren göttlichen Wesenheiten. - Sie blicken auf einen Dreizehnten, der auf einer im Vergleich zu ihnen kindlichen, naiven Stufe stehengeblieben war. Sie sagten: Der hat nicht menschliche Weisheit in sich wie wir, sondern er ist noch durchdrungen von göttlicher Weisheit. - Auch die orientalischen Weisen, Heiler und Magier sagten: Wir folgen demjenigen, der noch nicht so weit ist wie wir, sondern der auf einer Stufe steht, wo er noch die göttliche Weisheit in sich hat. - Diese Entsagung war über den alten Mysterien, die das gewußt haben, wie ein Zauberhauch ausgebreitet. Und nun werden Sie sich an das Gedicht von Goethe «Die Geheimnisse» erinnern, wo ein Dreizehnter eingeführt wird, der Bruder Markus, in den Kreis von bedeutsamen Männern. Hier haben wir eine Erscheinung, die tief begründet ist in der Menschennatur, wenn sie auch dem heutigen Menschen fernliegt, darin bestehend, daß ein Eingeweihter der vierten Kategorie, der nicht durch Entwickelung der eigenen Kräfte so hoch kommt wie die andern, doch so angesehen wird, daß er die andern Zwölf leitet.

[ 22 ] Wir haben also vier Arten von Eingeweihten: Heiler, Weise, Magier und die vierte Art, die man im besonderen Sinne nannte «Mensch». Vier solche Eingeweihte haben sich daran gemacht, das größte Ereignis der Erdenentwickelung zu schildern: ein Weiser, ein Heiler, ein Magier und ein Mensch in dem Sinne des Eingeweihten der vierten Kategorie. Einer beschrieb es vom Standpunkt des gewöhnlichen Menschen, einer ist der Magier, der vorzugsweise die Willenskräfte der Natur des Christus ins Auge gefaßt hat und sie in sein Evangelium hineingeheimnißt hat, ein Heiler, der das Lukas-Evangelium geschrieben hat. Daher finden Sie gerade die Tradition, in der Lukas als Arzt aufgefaßt wird, und das entspricht auch den Tatsachen, daß Lukas in opferfähiger Liebe den Mitmenschen beisteht. Dann ein Weiser, der das geschrieben hat, was die weisheitsvolle Natur des Christus ausmacht.

[ 22 ] Wir haben also vier Arten von Eingeweihten: Heiler, Weise, Magier und die vierte Art, die man im besonderen Sinne nannte «Mensch». Vier solche Eingeweihte haben sich daran gemacht, das größte Ereignis der Erdenentwickelung zu schildern: ein Weiser, ein Heiler, ein Magier und ein Mensch in dem Sinne des Eingeweihten der vierten Kategorie. Einer beschrieb es vom Standpunkt des gewöhnlichen Menschen, einer ist der Magier, der vorzugsweise die Willenskräfte der Natur des Christus ins Auge gefaßt hat und sie in sein Evangelium hineingeheimnißt hat, ein Heiler, der das Lukas-Evangelium geschrieben hat. Daher finden Sie gerade die Tradition, in der Lukas als Arzt aufgefaßt wird, und das entspricht auch den Tatsachen, daß Lukas in opferfähiger Liebe den Mitmenschen beisteht. Dann ein Weiser, der das geschrieben hat, was die weisheitsvolle Natur des Christus ausmacht.

[ 23 ] Das sind die vier Eingeweihten, die, verzichtend darauf, das Ganze zu beschreiben, sich sagten: Wir können nur das schildern, was unserer Seele naheliegt. Allerdings nimmt sich die demütige Bescheidenheit dieser vier Menschen, die darauf verzichtet haben, das ganze Bild des Christus zu geben, sondern nur das, was sie sehen können, schauen können nach ihrer besonderen Individualität, als etwas Hohes, Gewaltiges aus gegenüber dem Bewußtsein des heutigen Menschen, der gar nicht daran zweifelt, daß er auch die höchsten Dinge allseitig mit seinem Verstande umfassen kann.

[ 23 ] Das sind die vier Eingeweihten, die, verzichtend darauf, das Ganze zu beschreiben, sich sagten: Wir können nur das schildern, was unserer Seele naheliegt. Allerdings nimmt sich die demütige Bescheidenheit dieser vier Menschen, die darauf verzichtet haben, das ganze Bild des Christus zu geben, sondern nur das, was sie sehen können, schauen können nach ihrer besonderen Individualität, als etwas Hohes, Gewaltiges aus gegenüber dem Bewußtsein des heutigen Menschen, der gar nicht daran zweifelt, daß er auch die höchsten Dinge allseitig mit seinem Verstande umfassen kann.

[ 24 ] Nachdem in Basel einmal zwei Seiten dieses gewaltigen Ereignisses bereits von mir beleuchtet worden sind in den Vorträgen über das Lukas- und Johannes-Evangelium, soll heute einiges über das Matthäus-Evangelium hier gesprochen werden. Wir könnten ebensogut an das Evangelium nach Markus anknüpfen. Aber es bestehen gewisse Gründe, warum von mir, nachdem ich übernommen habe, vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus ein wenig dieses große Ereignis zu schildern, warum von mir nach dem Lukas- und dem Johannes-Evangelium nunmehr das Matthäus-Evangelium gewählt wird. Der Grund, warum das geschieht, liegt darin, daß man ein Gefühl erhalten soll dafür, wie man sich in demütiger Bescheidenheit dem Verständnis dieses Weltereignisses nähern soll. Wir lernen große Wahrheiten kennen im Lukas- und im Johannes-Evangelium. Dasjenige aber, was uns im Markus-Evangelium entgegentritt, das ist zum Teil so erschütternd, daß, wenn man noch nicht die verschiedenen Dinge, die an das Matthäus-Evangelium anknüpfen, gehört hat, man sozusagen glauben würde, daß tiefgehende Widersprüche seien zwischen dem Markus-Evangelium und den andern Evangelien. Man würde nicht mit dem Markus-Evangelium zurechtkommen, denn in diesem Evangelium werden die größten, die erschütterndsten Wahrheiten der Welt mitgeteilt; nicht die höchsten, diese sind ja im Johannes-Evangelium enthalten. Daher werde ich heute über das Matthäus-Evangelium sprechen.

[ 24 ] Nachdem in Basel einmal zwei Seiten dieses gewaltigen Ereignisses bereits von mir beleuchtet worden sind in den Vorträgen über das Lukas- und Johannes-Evangelium, soll heute einiges über das Matthäus-Evangelium hier gesprochen werden. Wir könnten ebensogut an das Evangelium nach Markus anknüpfen. Aber es bestehen gewisse Gründe, warum von mir, nachdem ich übernommen habe, vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus ein wenig dieses große Ereignis zu schildern, warum von mir nach dem Lukas- und dem Johannes-Evangelium nunmehr das Matthäus-Evangelium gewählt wird. Der Grund, warum das geschieht, liegt darin, daß man ein Gefühl erhalten soll dafür, wie man sich in demütiger Bescheidenheit dem Verständnis dieses Weltereignisses nähern soll. Wir lernen große Wahrheiten kennen im Lukas- und im Johannes-Evangelium. Dasjenige aber, was uns im Markus-Evangelium entgegentritt, das ist zum Teil so erschütternd, daß, wenn man noch nicht die verschiedenen Dinge, die an das Matthäus-Evangelium anknüpfen, gehört hat, man sozusagen glauben würde, daß tiefgehende Widersprüche seien zwischen dem Markus-Evangelium und den andern Evangelien. Man würde nicht mit dem Markus-Evangelium zurechtkommen, denn in diesem Evangelium werden die größten, die erschütterndsten Wahrheiten der Welt mitgeteilt; nicht die höchsten, diese sind ja im Johannes-Evangelium enthalten. Daher werde ich heute über das Matthäus-Evangelium sprechen.

[ 25 ] Wir haben in der Betrachtung des Lukas-Evangeliums gesehen, daß die verschiedensten geistigen Strömungen, die in der Welt vorhanden waren, sich zusammenergossen haben, um einen gemeinsamen Strom zu bilden in der Zeit, in der das Christus-Ereignis sich abspielte. Es ist dargestellt worden, wie auf der einen Seite die Lehre von Mitleid und Liebe von dem Buddha hineinströmt in das Christentum; und auf der andern Seite ist gezeigt worden, wie die Lehre des Zarathustra in das Christentum eingeströmt ist. Aber auch alle vorchristlichen Geistesströmungen sind in dieses bedeutsame Ereignis hineingeflossen. Und im Matthäus-Evangelium zeigt sich besonders, wie die althebräische Geistesströmung, die Geistesströmung des alten Judentums, hineingeflossen ist, so daß man, um das Matthäus-Evangelium zu verstehen, sprechen muß von der eigentlichen Sendung des alten jüdischen Volkes.

[ 25 ] Wir haben in der Betrachtung des Lukas-Evangeliums gesehen, daß die verschiedensten geistigen Strömungen, die in der Welt vorhanden waren, sich zusammenergossen haben, um einen gemeinsamen Strom zu bilden in der Zeit, in der das Christus-Ereignis sich abspielte. Es ist dargestellt worden, wie auf der einen Seite die Lehre von Mitleid und Liebe von dem Buddha hineinströmt in das Christentum; und auf der andern Seite ist gezeigt worden, wie die Lehre des Zarathustra in das Christentum eingeströmt ist. Aber auch alle vorchristlichen Geistesströmungen sind in dieses bedeutsame Ereignis hineingeflossen. Und im Matthäus-Evangelium zeigt sich besonders, wie die althebräische Geistesströmung, die Geistesströmung des alten Judentums, hineingeflossen ist, so daß man, um das Matthäus-Evangelium zu verstehen, sprechen muß von der eigentlichen Sendung des alten jüdischen Volkes.

[ 26 ] Sie wissen ja, daß die Geistesforschung nicht nur aus den Evangelien schöpft, sondern aus der geistigen Welt, aus der unvergänglichen Akasha-Chronik. Wenn durch irgendeine Erdkatastrophe alle Evangelien zugrunde gegangen wären, so würde das, was die Geistesforschung zu sagen hat über das Ereignis von Palästina, doch gesagt werden können. Wenn wir das haben aus den reinen Quellen, die der Geistesforschung zur Verfügung stehen, dann vergleichen wir es mit den großen Urkunden, den Evangelien, und da zeigt sich dann jene wunderbare Übereinstimmung, die uns eine große Ehrfurcht vor den Evangelien einflößt, auf die wir hinblicken, und bei denen uns klar wird, von welcher hohen Quelle sie herrühren müssen. Denn die Schreiber der Evangelien sagen uns, was wir nur dann verstehen, wenn wir geschult sind mit dem Blicke, den die Geisteswissenschaft uns gibt.

[ 26 ] Sie wissen ja, daß die Geistesforschung nicht nur aus den Evangelien schöpft, sondern aus der geistigen Welt, aus der unvergänglichen Akasha-Chronik. Wenn durch irgendeine Erdkatastrophe alle Evangelien zugrunde gegangen wären, so würde das, was die Geistesforschung zu sagen hat über das Ereignis von Palästina, doch gesagt werden können. Wenn wir das haben aus den reinen Quellen, die der Geistesforschung zur Verfügung stehen, dann vergleichen wir es mit den großen Urkunden, den Evangelien, und da zeigt sich dann jene wunderbare Übereinstimmung, die uns eine große Ehrfurcht vor den Evangelien einflößt, auf die wir hinblicken, und bei denen uns klar wird, von welcher hohen Quelle sie herrühren müssen. Denn die Schreiber der Evangelien sagen uns, was wir nur dann verstehen, wenn wir geschult sind mit dem Blicke, den die Geisteswissenschaft uns gibt.

[ 27 ] Welches ist die Sendung des hebräischen Volkes? Um das zu begreifen, müssen wir etwas zurückblicken auf den Gang der Menschheitsentwickelung. Sie wissen, daß das, was heute menschliche Fähigkeiten sind, sich entwickelt hat. Daß diese menschlichen Fähigkeiten sich von selbst entwickelt haben, das glaubt heute nur die materialistische Wissenschaft, die nicht weiter sieht als bis zur Nasenspitze. Höchstens glaubt sie noch, daß die Menschheit sich aus der Tierheit heraufentwickelt hat, aber sie ist nicht in der Lage, zurückzugehen auf wirkliche Seelenfähigkeiten. Die Geisteswissenschaft weiß aber, daß die Seelenfähigkeiten vor Jahrtausenden andere waren als heute. So hatten die Menschen in alten Zeiten das, was man ein dumpfes, dämmerhaftes Hellsehen nennt. In späteren Zeiten erst hat sich aus diesem Hellsehen nach und nach herausgeboren das heutige Tagesbewußtsein; und diese Entwickelung hat begonnen von einem ganz bestimmten Zeitpunkt an, wo diese Art von Vorstellungsvermögen in die Menschheit eingegriffen hat.

[ 27 ] Welches ist die Sendung des hebräischen Volkes? Um das zu begreifen, müssen wir etwas zurückblicken auf den Gang der Menschheitsentwickelung. Sie wissen, daß das, was heute menschliche Fähigkeiten sind, sich entwickelt hat. Daß diese menschlichen Fähigkeiten sich von selbst entwickelt haben, das glaubt heute nur die materialistische Wissenschaft, die nicht weiter sieht als bis zur Nasenspitze. Höchstens glaubt sie noch, daß die Menschheit sich aus der Tierheit heraufentwickelt hat, aber sie ist nicht in der Lage, zurückzugehen auf wirkliche Seelenfähigkeiten. Die Geisteswissenschaft weiß aber, daß die Seelenfähigkeiten vor Jahrtausenden andere waren als heute. So hatten die Menschen in alten Zeiten das, was man ein dumpfes, dämmerhaftes Hellsehen nennt. In späteren Zeiten erst hat sich aus diesem Hellsehen nach und nach herausgeboren das heutige Tagesbewußtsein; und diese Entwickelung hat begonnen von einem ganz bestimmten Zeitpunkt an, wo diese Art von Vorstellungsvermögen in die Menschheit eingegriffen hat.

[ 28 ] Wenn wir zurückblicken in die altindische Kultur, so finden wir dort eine Art von Hellsehen. Der heutige Mensch muß die Dinge, die um ihn herum sind, ansehen, wenn er sie kennenlernen will. In der Art, wie er die Dinge nun sich ansieht, lernte der alte Inder sie nicht kennen. Eine Wissenschaft, wie sie heute schon dem Kinde gelehrt wird, gab es damals nicht. Wer ein Weiser war im alten Indien, der bekam sein Wissen durch innere Eingebung dann, wenn er sein Inneres völlig abwandte von der äußeren Welt, wenn er ruhte in sich selber oder in seinem höheren Sein. Das nannte er seine Vereinigung mit Brahma. Er erhielt also das Wissen durch innere Eingebung. Es war ein durchaus auf hellseherischer Eingebung beruhendes Wissen. Dagegen war äußeres Wissen für ihn Maja.

[ 28 ] Wenn wir zurückblicken in die altindische Kultur, so finden wir dort eine Art von Hellsehen. Der heutige Mensch muß die Dinge, die um ihn herum sind, ansehen, wenn er sie kennenlernen will. In der Art, wie er die Dinge nun sich ansieht, lernte der alte Inder sie nicht kennen. Eine Wissenschaft, wie sie heute schon dem Kinde gelehrt wird, gab es damals nicht. Wer ein Weiser war im alten Indien, der bekam sein Wissen durch innere Eingebung dann, wenn er sein Inneres völlig abwandte von der äußeren Welt, wenn er ruhte in sich selber oder in seinem höheren Sein. Das nannte er seine Vereinigung mit Brahma. Er erhielt also das Wissen durch innere Eingebung. Es war ein durchaus auf hellseherischer Eingebung beruhendes Wissen. Dagegen war äußeres Wissen für ihn Maja.

[ 29 ] Immer mehr aber trat dieses Hellsehen zurück. Schon in der urpersischen Kultur war ein starker Beisatz von äußerer Beobachtung, wenn auch das innere Wissen sich noch geltend machte. Ebenso war in der dritten Kulturepoche noch innere Eingebung vorhanden, wenn auch die Menschen schon weitergekommen waren im Erfassen der äußeren Dinge. Im alten Chaldäa war das vorhanden, was man heute Astrologie nennt; es war eine Art von Sternenwissenschaft. Heute weiß in der äußeren Wissenschaft kein Mensch etwas über das Wesen der Astrologie. Heute, wenn Sie noch so genau die steinernen Urkunden befragen, wissen Sie über das eigentliche Wesen der Astrologie gar nichts. Kein Mensch kann heute das Gefühl hervorrufen für das, was dem alten Chaldäer die Astrologie war. Sie war kein Wissen, das durch Beobachtung des Sternenhimmels geboren war. Nicht den physischen Planeten Mars studierte der Chaldäer, indem er den Blick zu ihm hinaufwandte, sondern was man von ihm kennenlernte, indem man innerlich das hellsichtig eingegebene Wissen aufleuchten ließ. Das ist kein äußerliches Kombinieren, und gar nicht besteht volles Bewußtsein von dem, was dieses Wissen über den äußeren Himmelsraum kundgibt. In den alten Einweihungsstätten entstanden gerade die ersten Begriffe vom Wissen von der Sternenwelt. In dem, was da mitgeteilt wird über die Entwickelung der Erde und die Zusammenhänge der Erde mit Mars und so weiter, haben wir noch immer ein von innen herausgeborenes Wissen. Ebenso war die ägyptische Geometrie ein von innen herausgeborenes und nur auf die äußere Feldmessung angewendetes Wissen. Dem alten Chaldäer sollte es erst möglich werden, durch Entfaltung anderer Kräfte zu dem äußeren Wissen zu gelangen. Diese Mission, die Menschheit zu einem äußerlichen, kombinierenden Wissen zu bringen, wurde von den geistigen Führern der Weltenevolution dem hebräischen Volke zugewiesen. All das Wissen der Inder, der Perser, der Chaldäer, der Ägypter, so bedeutungsvoll es war, man brauchte zu dem kein physisches Gehirn. Man hat dieses Wissen in dem nicht an das physische Gehirn gebundenen Ätherleib, der frei funktioniert. Wenn der Mensch sich frei im Ätherleib betätigt, dann entsteht das Bild, welches das Wissen jener alten Völker ausmacht; wie ja auch heute noch jedes hellseherische Wissen dann entsteht, wenn der Mensch imstande ist, den Ätherleib aus dem physischen Leib herauszuheben, nicht seines physischen Gehirns sich zu bedienen.

[ 29 ] Immer mehr aber trat dieses Hellsehen zurück. Schon in der urpersischen Kultur war ein starker Beisatz von äußerer Beobachtung, wenn auch das innere Wissen sich noch geltend machte. Ebenso war in der dritten Kulturepoche noch innere Eingebung vorhanden, wenn auch die Menschen schon weitergekommen waren im Erfassen der äußeren Dinge. Im alten Chaldäa war das vorhanden, was man heute Astrologie nennt; es war eine Art von Sternenwissenschaft. Heute weiß in der äußeren Wissenschaft kein Mensch etwas über das Wesen der Astrologie. Heute, wenn Sie noch so genau die steinernen Urkunden befragen, wissen Sie über das eigentliche Wesen der Astrologie gar nichts. Kein Mensch kann heute das Gefühl hervorrufen für das, was dem alten Chaldäer die Astrologie war. Sie war kein Wissen, das durch Beobachtung des Sternenhimmels geboren war. Nicht den physischen Planeten Mars studierte der Chaldäer, indem er den Blick zu ihm hinaufwandte, sondern was man von ihm kennenlernte, indem man innerlich das hellsichtig eingegebene Wissen aufleuchten ließ. Das ist kein äußerliches Kombinieren, und gar nicht besteht volles Bewußtsein von dem, was dieses Wissen über den äußeren Himmelsraum kundgibt. In den alten Einweihungsstätten entstanden gerade die ersten Begriffe vom Wissen von der Sternenwelt. In dem, was da mitgeteilt wird über die Entwickelung der Erde und die Zusammenhänge der Erde mit Mars und so weiter, haben wir noch immer ein von innen herausgeborenes Wissen. Ebenso war die ägyptische Geometrie ein von innen herausgeborenes und nur auf die äußere Feldmessung angewendetes Wissen. Dem alten Chaldäer sollte es erst möglich werden, durch Entfaltung anderer Kräfte zu dem äußeren Wissen zu gelangen. Diese Mission, die Menschheit zu einem äußerlichen, kombinierenden Wissen zu bringen, wurde von den geistigen Führern der Weltenevolution dem hebräischen Volke zugewiesen. All das Wissen der Inder, der Perser, der Chaldäer, der Ägypter, so bedeutungsvoll es war, man brauchte zu dem kein physisches Gehirn. Man hat dieses Wissen in dem nicht an das physische Gehirn gebundenen Ätherleib, der frei funktioniert. Wenn der Mensch sich frei im Ätherleib betätigt, dann entsteht das Bild, welches das Wissen jener alten Völker ausmacht; wie ja auch heute noch jedes hellseherische Wissen dann entsteht, wenn der Mensch imstande ist, den Ätherleib aus dem physischen Leib herauszuheben, nicht seines physischen Gehirns sich zu bedienen.

[ 30 ] Die Menschheit sollte die Fähigkeit erlangen, durch ihr Gehirn wahrzunehmen. Zu diesem Zwecke mußte nun die Persönlichkeit auserlesen werden, die das geeignetste Gehirn hatte, die am wenigsten veranlagt war zu hellseherischen Eingebungen, die aber das Gehirn gebrauchen konnte. Hier haben wir wieder einen der Punkte, wo das Lesen der Akasha-Chronik die Tatsachen der Bibel bestätigt. Das, was in der Bibel steht, ist bis auf den Buchstaben richtig. In der Tat war eine Persönlichkeit auserlesen worden, die durch ihre physische Organisation das geeignetste Gehirn hatte, um das zu begründen, was ein geistiges Arbeiten mittels des Gehirns ermöglichte. Diese Persönlichkeit war Abraham. Er wurde ausersehen, jene Mission zu erfüllen, welche die Menschen dahin bringen sollte, durch ihr physisches Gehirn die Außenwelt wahrzunehmen. Es war eine Persönlichkeit, die am wenigsten geeignet war, irgendeine Eingebung zu haben, die aber logisch nach Maß, Zahl und Gewicht die äußeren Erscheinungen erforschte. Eine ältere Tradition betrachtet den Abraham als den Erfinder der Mathematik, und sie hat mehr Recht als die heutige äußere Weltahnt.

[ 30 ] Die Menschheit sollte die Fähigkeit erlangen, durch ihr Gehirn wahrzunehmen. Zu diesem Zwecke mußte nun die Persönlichkeit auserlesen werden, die das geeignetste Gehirn hatte, die am wenigsten veranlagt war zu hellseherischen Eingebungen, die aber das Gehirn gebrauchen konnte. Hier haben wir wieder einen der Punkte, wo das Lesen der Akasha-Chronik die Tatsachen der Bibel bestätigt. Das, was in der Bibel steht, ist bis auf den Buchstaben richtig. In der Tat war eine Persönlichkeit auserlesen worden, die durch ihre physische Organisation das geeignetste Gehirn hatte, um das zu begründen, was ein geistiges Arbeiten mittels des Gehirns ermöglichte. Diese Persönlichkeit war Abraham. Er wurde ausersehen, jene Mission zu erfüllen, welche die Menschen dahin bringen sollte, durch ihr physisches Gehirn die Außenwelt wahrzunehmen. Es war eine Persönlichkeit, die am wenigsten geeignet war, irgendeine Eingebung zu haben, die aber logisch nach Maß, Zahl und Gewicht die äußeren Erscheinungen erforschte. Eine ältere Tradition betrachtet den Abraham als den Erfinder der Mathematik, und sie hat mehr Recht als die heutige äußere Weltahnt.

[ 31 ] Nun handelt es sich darum, daß diese Mission in der richtigen Weise eingeführt wird in die Welt. Bedenken wir einmal, wenn früher eine Mission einer Persönlichkeit übertragen wurde, wie wurde sie dann in der Menschheit fortgepflanzt? Sie wurde vom Lehrer auf die Schüler übertragen. Wer eine Eingebung hatte, der vermittelte sie dem Nachfolger. Das aber, was dem althebräischen Volke übertragen wurde, war an ein physisches Werkzeug gebunden, das nicht einfach auf den Nachkommen übergehen konnte, wenn der nicht das hierzu geeignete Gehirn hatte. Daher mußte es an die physische Vererbung gebunden werden, mußte sich durch Generationen hindurch vererben. Es mußte sich an Abraham anschließen nicht eine Schülerschar, sondern ein Volk, auf das durch Generationen hindurch dieses Gehirn vererbt werden konnte. Daher wurde Abraham der Stammvater seines Volkes.

[ 31 ] Nun handelt es sich darum, daß diese Mission in der richtigen Weise eingeführt wird in die Welt. Bedenken wir einmal, wenn früher eine Mission einer Persönlichkeit übertragen wurde, wie wurde sie dann in der Menschheit fortgepflanzt? Sie wurde vom Lehrer auf die Schüler übertragen. Wer eine Eingebung hatte, der vermittelte sie dem Nachfolger. Das aber, was dem althebräischen Volke übertragen wurde, war an ein physisches Werkzeug gebunden, das nicht einfach auf den Nachkommen übergehen konnte, wenn der nicht das hierzu geeignete Gehirn hatte. Daher mußte es an die physische Vererbung gebunden werden, mußte sich durch Generationen hindurch vererben. Es mußte sich an Abraham anschließen nicht eine Schülerschar, sondern ein Volk, auf das durch Generationen hindurch dieses Gehirn vererbt werden konnte. Daher wurde Abraham der Stammvater seines Volkes.

[ 32 ] Es ist wunderbar, wenn man aus der Bibel sieht, wie die führenden geistigen Mächte an Abraham diese Mission übertragen haben. Was sollte durch die Mission des Abraham der Menschheit gegeben werden? Das sollte wiedergefunden werden, was man früher gewußt hatte durch Eingebung; das sollte jetzt durch bloße Kombination auf einer andern Stufe wieder errungen werden. Dadurch mußte das, was durch die Kombination gefunden war, nachgebildet werden dem Gesetz. Daher sagte Jahve: Diese Mission soll ein Bild sein höchster Gesetzmäßigkeit, die wir kennen. - Er sagte: Deine Nachkommenschaft soll so organisiert sein wie die Zahl der Sterne am Himmel. - Es ist ein vollständiger Irrtum, wenn diese Stelle der Bibel so übersetzt wird, als ob Jahve gesagt hätte, die Nachkommen des Abraham sollen so zahlreich sein wie die Sterne am Himmel, sondern gesetzmäßig sollen sie sich fortpflanzen, so daß sich die Gesetzmäßigkeit ausdrückt wie die Gesetzmäßigkeit des Firmamentes.

[ 32 ] Es ist wunderbar, wenn man aus der Bibel sieht, wie die führenden geistigen Mächte an Abraham diese Mission übertragen haben. Was sollte durch die Mission des Abraham der Menschheit gegeben werden? Das sollte wiedergefunden werden, was man früher gewußt hatte durch Eingebung; das sollte jetzt durch bloße Kombination auf einer andern Stufe wieder errungen werden. Dadurch mußte das, was durch die Kombination gefunden war, nachgebildet werden dem Gesetz. Daher sagte Jahve: Diese Mission soll ein Bild sein höchster Gesetzmäßigkeit, die wir kennen. - Er sagte: Deine Nachkommenschaft soll so organisiert sein wie die Zahl der Sterne am Himmel. - Es ist ein vollständiger Irrtum, wenn diese Stelle der Bibel so übersetzt wird, als ob Jahve gesagt hätte, die Nachkommen des Abraham sollen so zahlreich sein wie die Sterne am Himmel, sondern gesetzmäßig sollen sie sich fortpflanzen, so daß sich die Gesetzmäßigkeit ausdrückt wie die Gesetzmäßigkeit des Firmamentes.

[ 33 ] Abraham hatte einen Sohn Isaak, einen Enkel Jakob. Wir sehen, wie von diesem abstammen die zwölf Stämme des Judenvolkes. Diese zwölf Stämme sind eine Nachbildung der Gesetzmäßigkeit der zwölf Tierkreiszeichen. An Abraham sollte eine neue Volksorganisation angeordnet sein wie die Sterne am Himmel. So sehen wir, wie die Geisteswissenschaft aus den Urkunden der Bibel herausholt den wirklichen Sinn, und da bekommen wir eine richtige Vorstellung von diesem tiefsten Dokumente der Menschheit. Verzichtet sollte werden auf das, was das alte Hellsehen ist. Nicht mehr sollte das Dasein sich so abspielen, daß man den Blick abgewendet hält von der Außenwelt, sondern der Blick des Menschen sollte die Außenwelt durchdringen, durchforschen. Aber diese Mission war ein Geschenk, das der Menschheit von außen werden sollte. Abraham hatte die Mission, fortzupflanzen die Fähigkeit des Gehirns auf seine Nachkommen. Es sollte ein Geschenk sein, und so sehen wir, daß Abraham das ganze jüdische Volk als ein Geschenk erhält. Was hätte eine geistige Macht dem Zarathustra schenken können? Eine Lehre, etwas einseitig Geistiges; dem Abraham aber mußte geschenkt werden sein Volk, ein reales, auf die Fortpflanzung des physischen Gehirns begründetes Geschenk. Wie wurde ihm dieses Volk geschenkt? Indem er bereit war, seinen Sohn hinzuopfern. Hätte er das getan, so hätte es kein jüdisches Volk gegeben. Indem er zurückbekam seinen Sohn, bekam er das ganze jüdische Volk als eine Gabe von außen geschenkt. In dem Augenblicke, da Abraham zurück erhält den Isaak, den er opfern sollte, bekommt er das ganze jüdische Volk, seine Nachkommenschaft als Gabe zurück. Das ist ein Geschenk des Jahve an Abraham. Und da wurde auch die letzte der Hellsehergaben hingegeben. Die einzelnen Hellsehergaben gliedern sich so, daß es deren zwölf sind, und sie werden bezeichnet mit den zwölf Sternbildern, denn es sind ja Himmelsgaben. Die letzte dieser Hellsehergaben wurde von Abraham hingeopfert, um das israelitische Volk geschenkt zu bekommen. Der Widder, den Abraham anstelle seines Sohnes opfert, ist das Abbild der letzten der Hellsehergaben. Damit hat das jüdische Volk die Mission erhalten, das Kombinationsvermögen zu entfalten, die Welterscheinungen durch die eigenen Fähigkeiten, die im Gehirn enthalten sind, kennenzulernen bis in eine gewisse Einheit hinein, die als Jahve vorgestellt wird. Und so genau nimmt es diese Mission, daß aus dem jüdischen Volke ausgeschieden wird, was sich als Erbstück der früheren Wahrnehmungsart noch findet, nämlich das alte Hellsehen. Joseph hatte noch ’Träume von der alten hellseherischen Art. Er verwendet noch das alte Hellsehen; aber er wird ausgestoßen aus der Gemeinschaft, weil das jüdische Volk die Mission hat, diese alte Fähigkeit des Hellsehens von seiner Entwickelung auszuscheiden. So wird Joseph weggeschickt. Dadurch aber wird er der Vermittler zwischen dem jüdischen Volke und dem, was es aufnehmen muß, um seine Kulturmission auszuführen. Die Söhne Abrahams hatten darauf verzichtet, von innen heraus Eingebungen zu erhalten; so mußten sie das, was sonst diesen Eingebungen verdankt wird, was sonst als Kunde von innen erlangt wird, von außen empfangen. Als sie nach Ägypten hinübergeführt werden, da bekommen sie es durch Moses, sie, die jetzt die Missionare sind des äußeren physischen Denkens. Das, was die andern Völker durch Eingebung erhalten haben, das bekommen sie jetzt von außen als Gesetz. Es ist in der Tat so, daß das, was wir die Zehn Gebote nennen, dasselbe ist, was die andern Menschen durch innere Eingebung erlangt haben. Die Juden empfangen von Ägypten her durch Moses als Gebote von außen das, was eigentlich himmlische Eingebungen sein sollten.

[ 33 ] Abraham hatte einen Sohn Isaak, einen Enkel Jakob. Wir sehen, wie von diesem abstammen die zwölf Stämme des Judenvolkes. Diese zwölf Stämme sind eine Nachbildung der Gesetzmäßigkeit der zwölf Tierkreiszeichen. An Abraham sollte eine neue Volksorganisation angeordnet sein wie die Sterne am Himmel. So sehen wir, wie die Geisteswissenschaft aus den Urkunden der Bibel herausholt den wirklichen Sinn, und da bekommen wir eine richtige Vorstellung von diesem tiefsten Dokumente der Menschheit. Verzichtet sollte werden auf das, was das alte Hellsehen ist. Nicht mehr sollte das Dasein sich so abspielen, daß man den Blick abgewendet hält von der Außenwelt, sondern der Blick des Menschen sollte die Außenwelt durchdringen, durchforschen. Aber diese Mission war ein Geschenk, das der Menschheit von außen werden sollte. Abraham hatte die Mission, fortzupflanzen die Fähigkeit des Gehirns auf seine Nachkommen. Es sollte ein Geschenk sein, und so sehen wir, daß Abraham das ganze jüdische Volk als ein Geschenk erhält. Was hätte eine geistige Macht dem Zarathustra schenken können? Eine Lehre, etwas einseitig Geistiges; dem Abraham aber mußte geschenkt werden sein Volk, ein reales, auf die Fortpflanzung des physischen Gehirns begründetes Geschenk. Wie wurde ihm dieses Volk geschenkt? Indem er bereit war, seinen Sohn hinzuopfern. Hätte er das getan, so hätte es kein jüdisches Volk gegeben. Indem er zurückbekam seinen Sohn, bekam er das ganze jüdische Volk als eine Gabe von außen geschenkt. In dem Augenblicke, da Abraham zurück erhält den Isaak, den er opfern sollte, bekommt er das ganze jüdische Volk, seine Nachkommenschaft als Gabe zurück. Das ist ein Geschenk des Jahve an Abraham. Und da wurde auch die letzte der Hellsehergaben hingegeben. Die einzelnen Hellsehergaben gliedern sich so, daß es deren zwölf sind, und sie werden bezeichnet mit den zwölf Sternbildern, denn es sind ja Himmelsgaben. Die letzte dieser Hellsehergaben wurde von Abraham hingeopfert, um das israelitische Volk geschenkt zu bekommen. Der Widder, den Abraham anstelle seines Sohnes opfert, ist das Abbild der letzten der Hellsehergaben. Damit hat das jüdische Volk die Mission erhalten, das Kombinationsvermögen zu entfalten, die Welterscheinungen durch die eigenen Fähigkeiten, die im Gehirn enthalten sind, kennenzulernen bis in eine gewisse Einheit hinein, die als Jahve vorgestellt wird. Und so genau nimmt es diese Mission, daß aus dem jüdischen Volke ausgeschieden wird, was sich als Erbstück der früheren Wahrnehmungsart noch findet, nämlich das alte Hellsehen. Joseph hatte noch ’Träume von der alten hellseherischen Art. Er verwendet noch das alte Hellsehen; aber er wird ausgestoßen aus der Gemeinschaft, weil das jüdische Volk die Mission hat, diese alte Fähigkeit des Hellsehens von seiner Entwickelung auszuscheiden. So wird Joseph weggeschickt. Dadurch aber wird er der Vermittler zwischen dem jüdischen Volke und dem, was es aufnehmen muß, um seine Kulturmission auszuführen. Die Söhne Abrahams hatten darauf verzichtet, von innen heraus Eingebungen zu erhalten; so mußten sie das, was sonst diesen Eingebungen verdankt wird, was sonst als Kunde von innen erlangt wird, von außen empfangen. Als sie nach Ägypten hinübergeführt werden, da bekommen sie es durch Moses, sie, die jetzt die Missionare sind des äußeren physischen Denkens. Das, was die andern Völker durch Eingebung erhalten haben, das bekommen sie jetzt von außen als Gesetz. Es ist in der Tat so, daß das, was wir die Zehn Gebote nennen, dasselbe ist, was die andern Menschen durch innere Eingebung erlangt haben. Die Juden empfangen von Ägypten her durch Moses als Gebote von außen das, was eigentlich himmlische Eingebungen sein sollten.

[ 34 ] Nachdem dieses Volk die Eingebungen von Ägypten erhalten hat, siedelt es sich in Palästina an. Dieses Volk war berufen, aus sich heraus den einen Träger des Christus zu gebären. Diese Eigenschaften, welche sich von Generation zu Generation vererbten, sollten herstellen die Leiblichkeit des Jesus; deshalb müssen sich summieren alle die Fähigkeiten, die in Abraham in erster Anlage da waren. Das ganze Judenvolk muß reifen, sich so weit entwickeln, daß das, was in Abraham als Anlage vorhanden ist, in einem Nachkommen auf die höchste Spitze gebracht wird. Um dies zu verstehen, müssen wir einen Vergleich ziehen mit der Entwickelung eines einzelnen Menschen. In den ersten sieben Jahren ist es vorzugsweise der physische Körper, der sich entwickelt. Vom siebenten bis vierzehnten oder fünfzehnten Jahr, also im zweiten Lebenszyklus, ist es der Ätherleib, der sich entwickelt, dann der Astralleib; dann erst kommt das Ich heraus. Was zuerst als Anlage vorhanden ist, das kommt erst dann heraus, wenn diese drei Leiber sich entwickelt haben. Auch für ein ganzes Volk ist dies zutreffend. Die Abraham-Anlage mußte sich erst in den physischen, Äther- und Astralleib eingliedern, dann konnte sie erst vom Ich aufgenommen werden. Wir müssen die Entwickelung des Judenvolkes auf drei Epochen verteilen. Was beim einzelnen Menschen sich auf sieben Jahre erstreckt, das ist bei einem Volke auf sieben Generationen verteilt. Oder, Sie wissen, daß in den vererbten Eigenschaften nicht so sehr der Sohn dem Vater, sondern dem Großvater gleicht. Daher sind eigentlich zwei mal sieben, also vierzehn Generationen nötig, um das innerhalb eines Volkes heranreifen zu lassen, was beim einzelnen Menschen zwischen Geburt und Zahnwechsel sich entfaltet. Vierzehn Generationen entwickelten die Eigenschaften, die in Abraham im physischen Leib veranlagt waren; vierzehn weitere Generationen im Ätherleib und vierzehn weitere im Astralleib. Dann erst war die Möglichkeit gegeben, einen solchen Menschen heranreifen zu lassen, wie er gebraucht wurde von der Christus-Wesenheit.

[ 34 ] Nachdem dieses Volk die Eingebungen von Ägypten erhalten hat, siedelt es sich in Palästina an. Dieses Volk war berufen, aus sich heraus den einen Träger des Christus zu gebären. Diese Eigenschaften, welche sich von Generation zu Generation vererbten, sollten herstellen die Leiblichkeit des Jesus; deshalb müssen sich summieren alle die Fähigkeiten, die in Abraham in erster Anlage da waren. Das ganze Judenvolk muß reifen, sich so weit entwickeln, daß das, was in Abraham als Anlage vorhanden ist, in einem Nachkommen auf die höchste Spitze gebracht wird. Um dies zu verstehen, müssen wir einen Vergleich ziehen mit der Entwickelung eines einzelnen Menschen. In den ersten sieben Jahren ist es vorzugsweise der physische Körper, der sich entwickelt. Vom siebenten bis vierzehnten oder fünfzehnten Jahr, also im zweiten Lebenszyklus, ist es der Ätherleib, der sich entwickelt, dann der Astralleib; dann erst kommt das Ich heraus. Was zuerst als Anlage vorhanden ist, das kommt erst dann heraus, wenn diese drei Leiber sich entwickelt haben. Auch für ein ganzes Volk ist dies zutreffend. Die Abraham-Anlage mußte sich erst in den physischen, Äther- und Astralleib eingliedern, dann konnte sie erst vom Ich aufgenommen werden. Wir müssen die Entwickelung des Judenvolkes auf drei Epochen verteilen. Was beim einzelnen Menschen sich auf sieben Jahre erstreckt, das ist bei einem Volke auf sieben Generationen verteilt. Oder, Sie wissen, daß in den vererbten Eigenschaften nicht so sehr der Sohn dem Vater, sondern dem Großvater gleicht. Daher sind eigentlich zwei mal sieben, also vierzehn Generationen nötig, um das innerhalb eines Volkes heranreifen zu lassen, was beim einzelnen Menschen zwischen Geburt und Zahnwechsel sich entfaltet. Vierzehn Generationen entwickelten die Eigenschaften, die in Abraham im physischen Leib veranlagt waren; vierzehn weitere Generationen im Ätherleib und vierzehn weitere im Astralleib. Dann erst war die Möglichkeit gegeben, einen solchen Menschen heranreifen zu lassen, wie er gebraucht wurde von der Christus-Wesenheit.

[ 35 ] Dies schildert Matthäus im ersten Kapitel seines Evangeliums, indem er sagt, daß von Abraham bis auf David vierzehn Glieder, von David bis auf die babylonische Gefangenschaft vierzehn, und von da bis Jesus vierzehn weitere Generationen, also drei mal vierzehn oder sechs mal sieben Generationen verfließen mußten. Diese tiefen Weisheiten hat der Schreiber des Matthäus-Evangeliums seinem Buche zugrunde gelegt. Das, was in Abraham als seine bestimmte Mission war, sollte auch einfließen in den Leib des Christus Jesus; aber nur durch die Generationenfolge in gesetzmäßiger Weise durfte dies geschehen. Dann konnte dieses Jesuskind, das sich durch zweiundvierzig Generationen von Abraham herleitete, die Mission des Stammvaters vollenden. Matthäus schildert uns eben die wunderbare Gesetzmäßigkeit, mit der dies geschah.

[ 35 ] Dies schildert Matthäus im ersten Kapitel seines Evangeliums, indem er sagt, daß von Abraham bis auf David vierzehn Glieder, von David bis auf die babylonische Gefangenschaft vierzehn, und von da bis Jesus vierzehn weitere Generationen, also drei mal vierzehn oder sechs mal sieben Generationen verfließen mußten. Diese tiefen Weisheiten hat der Schreiber des Matthäus-Evangeliums seinem Buche zugrunde gelegt. Das, was in Abraham als seine bestimmte Mission war, sollte auch einfließen in den Leib des Christus Jesus; aber nur durch die Generationenfolge in gesetzmäßiger Weise durfte dies geschehen. Dann konnte dieses Jesuskind, das sich durch zweiundvierzig Generationen von Abraham herleitete, die Mission des Stammvaters vollenden. Matthäus schildert uns eben die wunderbare Gesetzmäßigkeit, mit der dies geschah.

[ 36 ] Wenn ein Entwickelungszyklus voll ist, so muß eine kurze Wiederholung der früheren Tatsachen auf einer höheren Stufe stattfinden, und in der Tat finden wir im Matthäus-Evangelium diese Wiederholung in wunderbarer Weise geschildert. Abraham kommt aus Ur in Chaldäa, wandert nach Kanaan, dann geht er nach Ägypten und wiederum zurück nach Kanaan. Das ist seine Wanderung. Der wiedergeborene Zarathustra war sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung als ein großer Lehrer der chaldäischen Mysterienschulen inkarniert unter dem Namen Zarathos. Das war seine letzte Inkarnation, bevor er in Jesus wiedergeboren wurde. Nun geht er denselben Weg, den Abraham herkam. Ungefähr von derselben Stelle geht er aus, von der aus Abraham seine Wanderung angetreten hat. Und er folgt in der geistigen Welt auch die Strecke, die Abraham gezogen war, bis nach Bethlehem. So wird der Weg, den Abraham physisch zurückgelegt hat, von Zarathustra geistig genommen. Und die Nachfolger derjenigen, die vor sechshundert Jahren seine Schüler waren, die folgen ihm wieder in dem Stern, der ihnen den Weg nach Bethlehem zeigt. Sie schreiten den Weg ab, den Zarathustra geht, um sich zu inkarnieren. Dann ist er dort angekommen und in Kanaan wiedergeboren.

[ 36 ] Wenn ein Entwickelungszyklus voll ist, so muß eine kurze Wiederholung der früheren Tatsachen auf einer höheren Stufe stattfinden, und in der Tat finden wir im Matthäus-Evangelium diese Wiederholung in wunderbarer Weise geschildert. Abraham kommt aus Ur in Chaldäa, wandert nach Kanaan, dann geht er nach Ägypten und wiederum zurück nach Kanaan. Das ist seine Wanderung. Der wiedergeborene Zarathustra war sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung als ein großer Lehrer der chaldäischen Mysterienschulen inkarniert unter dem Namen Zarathos. Das war seine letzte Inkarnation, bevor er in Jesus wiedergeboren wurde. Nun geht er denselben Weg, den Abraham herkam. Ungefähr von derselben Stelle geht er aus, von der aus Abraham seine Wanderung angetreten hat. Und er folgt in der geistigen Welt auch die Strecke, die Abraham gezogen war, bis nach Bethlehem. So wird der Weg, den Abraham physisch zurückgelegt hat, von Zarathustra geistig genommen. Und die Nachfolger derjenigen, die vor sechshundert Jahren seine Schüler waren, die folgen ihm wieder in dem Stern, der ihnen den Weg nach Bethlehem zeigt. Sie schreiten den Weg ab, den Zarathustra geht, um sich zu inkarnieren. Dann ist er dort angekommen und in Kanaan wiedergeboren.

[ 37 ] Wir sehen im Alten Testament einen Joseph, der infolge eines Traumes nach Ägypten geführt wird; jetzt schen wir wiederum einen Joseph, der infolge eines Traumes physisch nach Ägypten geführt wird. Und dann wird der Knabe physisch dahin zurückgeführt, wo das jüdische Volk auf den Erlöser harrt. Auch das alte jüdische Volk erhielt aus Ägypten von Joseph die Nahrung in der Zeit der Hungersnot. Ziehen Sie auf einer Karte denselben Weg, den die Magier genommen haben; vergleichen Sie ferner den Weg, den Joseph, der Sohn des Jakob, nach Ägypten geführt wurde, mit jenem, den das salomonische Jesuskind zurückgelegt hat, so werden Sie finden, daß die entsprechenden Wege sich ziemlich genau decken. Es finden wohl einzelne Abweichungen statt, aber die sind durch andere Umstände bedingt. So genau schildert der Schreiber des Matthäus-Evangeliums den Weg.

[ 37 ] Wir sehen im Alten Testament einen Joseph, der infolge eines Traumes nach Ägypten geführt wird; jetzt schen wir wiederum einen Joseph, der infolge eines Traumes physisch nach Ägypten geführt wird. Und dann wird der Knabe physisch dahin zurückgeführt, wo das jüdische Volk auf den Erlöser harrt. Auch das alte jüdische Volk erhielt aus Ägypten von Joseph die Nahrung in der Zeit der Hungersnot. Ziehen Sie auf einer Karte denselben Weg, den die Magier genommen haben; vergleichen Sie ferner den Weg, den Joseph, der Sohn des Jakob, nach Ägypten geführt wurde, mit jenem, den das salomonische Jesuskind zurückgelegt hat, so werden Sie finden, daß die entsprechenden Wege sich ziemlich genau decken. Es finden wohl einzelne Abweichungen statt, aber die sind durch andere Umstände bedingt. So genau schildert der Schreiber des Matthäus-Evangeliums den Weg.

[ 38 ] Gerade aus solchen Tatsachen, die wir auch wissen können, wenn alle geschriebenen Evangelien verlorengehen würden, bekommen wir die große Ehrfurcht vor den Evangelien. Es könnte die Menschheit zu immer höheren Wahrheiten kommen und immer höhere Weistümer erringen, von denen vielleicht heute noch sehr wenig geahnt wird; und wenn wir nach Jahrmillionen wieder viel, viel mehr wissen über das gewaltige Ereignis, so können wir diese Weisheit ebenso aus den Evangelien schöpfen. Das ist wiederum ein Stück, das uns weiterführen kann zum Verständnis des Christus-Ereignisses. Wie die Lehre des Buddha und des Zarathustra, so ist auch das Wesen des hebräischen Volkes eingeflossen in das Wesen des Christus Jesus. Alles, was vorher auf Erden erschienen war, wurde wiedergeboren in höherer Gestalt durch das Christentum. Alles, was vorher auf Erden war an Geisteskultur, ist dadurch auf die Erde gekommen, daß der große Führer der Erdenentwickelung, 'Christus, auf die Erde gesandt hat diejenigen, denen er zuerst die Mission gegeben hat, daß sie vorbereiteten auf Erden, was er zu tun hatte. Er war noch in Himmelshöhen und sandte die Boten herunter. Und sie, die großen Religionsstifter, hatten die Menschen vorzubereiten auf sein Kommen. Der letzte dieser Boten war der Buddha, der die Lehre von Mitleid und Liebe gebracht hat. Doch gab es vorher andere Bodhisattvas, und nach Christus wird es andere Bodhisattvas geben, die auszubauen haben das, was durch den Christus Jesus auf die Erde gekommen ist.

[ 38 ] Gerade aus solchen Tatsachen, die wir auch wissen können, wenn alle geschriebenen Evangelien verlorengehen würden, bekommen wir die große Ehrfurcht vor den Evangelien. Es könnte die Menschheit zu immer höheren Wahrheiten kommen und immer höhere Weistümer erringen, von denen vielleicht heute noch sehr wenig geahnt wird; und wenn wir nach Jahrmillionen wieder viel, viel mehr wissen über das gewaltige Ereignis, so können wir diese Weisheit ebenso aus den Evangelien schöpfen. Das ist wiederum ein Stück, das uns weiterführen kann zum Verständnis des Christus-Ereignisses. Wie die Lehre des Buddha und des Zarathustra, so ist auch das Wesen des hebräischen Volkes eingeflossen in das Wesen des Christus Jesus. Alles, was vorher auf Erden erschienen war, wurde wiedergeboren in höherer Gestalt durch das Christentum. Alles, was vorher auf Erden war an Geisteskultur, ist dadurch auf die Erde gekommen, daß der große Führer der Erdenentwickelung, 'Christus, auf die Erde gesandt hat diejenigen, denen er zuerst die Mission gegeben hat, daß sie vorbereiteten auf Erden, was er zu tun hatte. Er war noch in Himmelshöhen und sandte die Boten herunter. Und sie, die großen Religionsstifter, hatten die Menschen vorzubereiten auf sein Kommen. Der letzte dieser Boten war der Buddha, der die Lehre von Mitleid und Liebe gebracht hat. Doch gab es vorher andere Bodhisattvas, und nach Christus wird es andere Bodhisattvas geben, die auszubauen haben das, was durch den Christus Jesus auf die Erde gekommen ist.

[ 39 ] Es wird gut sein, wenn die Menschen hören werden auf die Bodhisattvas, die nachher kommen, denn sie sind seine Diener. Jedesmal wenn in der Zukunft ein Bodhisattva erscheinen wird, zum Beispiel nach dreitausend Jahren, dann wird man wiederum den Christus, den alles überstrahlenden, um einiges besser verstehen. Christus ist der, welcher die tiefste Wesenheit ist, und die andern sind da, auf daß der Christus besser begriffen werde. Daher sagen wir, daß Christus die Bodhisattvas vorhergeschickt hat, um die Menschheit auf ihn vorzubereiten; und er schickt sie nach, damit die größte Tat der Erdenentwickelung immer besser verstanden werden kann. Wir sind erst am Anfang des Begreifens dieser Wesenheit, und immer besser werden wir den Christus erfassen, je mehr Weise und Bodhisattvas auf die Erde kommen. Durch all diese Weisheit, welche auf die Erde sich ergießt, werden wir imstande sein, den Christus besser zu erkennen.

[ 39 ] Es wird gut sein, wenn die Menschen hören werden auf die Bodhisattvas, die nachher kommen, denn sie sind seine Diener. Jedesmal wenn in der Zukunft ein Bodhisattva erscheinen wird, zum Beispiel nach dreitausend Jahren, dann wird man wiederum den Christus, den alles überstrahlenden, um einiges besser verstehen. Christus ist der, welcher die tiefste Wesenheit ist, und die andern sind da, auf daß der Christus besser begriffen werde. Daher sagen wir, daß Christus die Bodhisattvas vorhergeschickt hat, um die Menschheit auf ihn vorzubereiten; und er schickt sie nach, damit die größte Tat der Erdenentwickelung immer besser verstanden werden kann. Wir sind erst am Anfang des Begreifens dieser Wesenheit, und immer besser werden wir den Christus erfassen, je mehr Weise und Bodhisattvas auf die Erde kommen. Durch all diese Weisheit, welche auf die Erde sich ergießt, werden wir imstande sein, den Christus besser zu erkennen.

[ 40 ] So stehen wir auf der Erde als suchende Menschen. Wir haben begonnen mit dem Ringen nach dem Verständnis des Christus. Was wir von ihm erkannt haben, haben wir angewendet und werden in Zukunft alles, was die Bodhisattvas lehren werden, anwenden, um den Meister aller Bodhisattvas, den Mittelpunkt unseres Systems, besser zu begreifen. So wird die Menschheit immer weiser werden und wird den Christus immer besser erkennen. Sie wird ihn aber erst dann ganz verstehen, wenn der letzte der Bodhisattvas seinen Dienst verrichtet und die Lehre gebracht haben wird, die notwendig ist, um uns zu befähigen, die tiefste Wesenheit des Erdendaseins, den Christus Jesus, zu erfassen.

[ 40 ] So stehen wir auf der Erde als suchende Menschen. Wir haben begonnen mit dem Ringen nach dem Verständnis des Christus. Was wir von ihm erkannt haben, haben wir angewendet und werden in Zukunft alles, was die Bodhisattvas lehren werden, anwenden, um den Meister aller Bodhisattvas, den Mittelpunkt unseres Systems, besser zu begreifen. So wird die Menschheit immer weiser werden und wird den Christus immer besser erkennen. Sie wird ihn aber erst dann ganz verstehen, wenn der letzte der Bodhisattvas seinen Dienst verrichtet und die Lehre gebracht haben wird, die notwendig ist, um uns zu befähigen, die tiefste Wesenheit des Erdendaseins, den Christus Jesus, zu erfassen.