The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 117
4 December 1909, Munich
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Die Tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens, 3rd ed.
9. Gruppenseele und Individualität
9. Gruppenseele und Individualität
[ 1 ] Wir wollen uns heute mit einem allgemeinen Thema beschäftigen, und zwar mit der Frage nach der Bedeutung und den Aufgaben der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft in der Gegenwart, und dann am Dienstag mit einem individuelleren Thema, das das einzelne Menschenschicksal und Wesen betrifft.
[ 1 ] Wir wollen uns heute mit einem allgemeinen Thema beschäftigen, und zwar mit der Frage nach der Bedeutung und den Aufgaben der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft in der Gegenwart, und dann am Dienstag mit einem individuelleren Thema, das das einzelne Menschenschicksal und Wesen betrifft.
[ 2 ] Wir haben es oftmals betont, daß Anthroposophie gerade in der Gegenwart eine besondere Aufgabe und Bedeutung für die Menschheit hat. Schließlich muß sich ja derjenige, der sich als denkender Mensch mit Anthroposophie befaßt, doch immer wieder die Frage vorlegen: Welche Ziele verfolgt eigentlich diese geistige Bewegung und wie stellt sich dieselbe zu andern Aufgaben in unserer Zeit? - Nun kann man, wie wir es öfters schon gemacht haben, diese Aufgaben von den verschiedensten Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute wollen wir einmal versuchen, den Entwickelungsgang der Menschheit an demjenigen Punkte, an dem wir selbst stehen, aufzufangen, ein wenig in die Zukunft hineinzuschauen und uns dann fragen: Was hat Anthroposophie für eine Aufgabe gerade mit Rücksicht auf den Entwickelungspunkt der Menschheit, in dem wir in der Gegenwart stehen?
[ 2 ] Wir haben es oftmals betont, daß Anthroposophie gerade in der Gegenwart eine besondere Aufgabe und Bedeutung für die Menschheit hat. Schließlich muß sich ja derjenige, der sich als denkender Mensch mit Anthroposophie befaßt, doch immer wieder die Frage vorlegen: Welche Ziele verfolgt eigentlich diese geistige Bewegung und wie stellt sich dieselbe zu andern Aufgaben in unserer Zeit? - Nun kann man, wie wir es öfters schon gemacht haben, diese Aufgaben von den verschiedensten Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute wollen wir einmal versuchen, den Entwickelungsgang der Menschheit an demjenigen Punkte, an dem wir selbst stehen, aufzufangen, ein wenig in die Zukunft hineinzuschauen und uns dann fragen: Was hat Anthroposophie für eine Aufgabe gerade mit Rücksicht auf den Entwickelungspunkt der Menschheit, in dem wir in der Gegenwart stehen?
[ 3 ] Wir wissen ja, daß seit der großen atlantischen Katastrophe, seitdem sich durch sie der Erdkreis als Wohnplatz der Menschen ganz umgestaltet hat, bis in unsere Gegenwart herein fünf Kulturzeiträume zu verzeichnen sind. Wir haben diese fünf Kulturzeiträume öfters aufgezählt als den altindischen, altpersischen, chaldäisch-ägyptischen, griechisch-lateinischen Zeitraum, und dann als den Zeitraum, in dem wir selbst stehen, den fünften Kulturzeitraum, der seit, sagen wir, dem 8., 9., 10. Jahrhundert sich vorbereitet hat und in dem wir eigentlich mittendrin stehen. Nun müssen wir uns darüber klar sein, daß solche Einteilungen natürlich nicht so gemeint sind, als ob schroff abschlösse irgendeine Entwickelungsepoche und dann eine neue begänne, sondern das alles geht langsam und allmählich ineinander über, und man kann sagen, lange bevor eine solche Epoche abgelaufen ist, bereitet sich innerhalb derselben schon die neue vor. So daß wir von unserem Kulturzeitraum, von dem fünften der nachatlantischen Zeit, uns sagen können, es bereitet sich durchaus jetzt schon, und zwar recht bedeutsam dasjenige vor, was das eigentlich Kennzeichnende des sechsten Kulturzeitraumes sein wird. Und die Menschheit der Gegenwart wird sich im allgemeinen teilen in zwei Teile: in solche Menschen, die heute sich von alldem keinen Begriff machen, die nichts davon wissen, daß sich so etwas vorbereitet wie die sechste Kulturepoche, die sozusagen blind in den Tag hineinleben, und in solche Menschen, welche sich Vorstellungen darüber machen, daß sich etwas Neues vorbereitet und welche auch wissen, daß ja im Grunde genommen dasjenige, was sich vorbereitet, durch die Menschen gemacht werden muß, durch die Menschen vorbereitet werden muß. Man kann in gewisser Beziehung als Mensch sich hineinstellen in die Zeit und sich sagen, daß man macht, was allgemein üblich ist, macht, was die andern gemacht haben, was die Väter uns anerzogen haben, oder man kann sich so hineinstellen, daß man bewußt weiß: Wenn du überhaupt bewußt ein Glied sein willst in der Menschenkette, so mußt du etwas tun, entweder an dir selber oder an deiner Umgebung, was dazu beiträgt, dasjenige, was ja doch kommen muß, nämlich die sechste Kulturepoche, vorzubereiten, so viel an dir liegt. Verstehen kann man nur, wie so etwas möglich ist, Vorbereitungen zu treffen für diese sechste Kulturepoche, wenn man auf den Charakter unseres eigenen Zeitraumes ein wenig eingeht. Da bietet sich uns am besten das Mittel der Vergleichung dar.
[ 3 ] Wir wissen ja, daß seit der großen atlantischen Katastrophe, seitdem sich durch sie der Erdkreis als Wohnplatz der Menschen ganz umgestaltet hat, bis in unsere Gegenwart herein fünf Kulturzeiträume zu verzeichnen sind. Wir haben diese fünf Kulturzeiträume öfters aufgezählt als den altindischen, altpersischen, chaldäisch-ägyptischen, griechisch-lateinischen Zeitraum, und dann als den Zeitraum, in dem wir selbst stehen, den fünften Kulturzeitraum, der seit, sagen wir, dem 8., 9., 10. Jahrhundert sich vorbereitet hat und in dem wir eigentlich mittendrin stehen. Nun müssen wir uns darüber klar sein, daß solche Einteilungen natürlich nicht so gemeint sind, als ob schroff abschlösse irgendeine Entwickelungsepoche und dann eine neue begänne, sondern das alles geht langsam und allmählich ineinander über, und man kann sagen, lange bevor eine solche Epoche abgelaufen ist, bereitet sich innerhalb derselben schon die neue vor. So daß wir von unserem Kulturzeitraum, von dem fünften der nachatlantischen Zeit, uns sagen können, es bereitet sich durchaus jetzt schon, und zwar recht bedeutsam dasjenige vor, was das eigentlich Kennzeichnende des sechsten Kulturzeitraumes sein wird. Und die Menschheit der Gegenwart wird sich im allgemeinen teilen in zwei Teile: in solche Menschen, die heute sich von alldem keinen Begriff machen, die nichts davon wissen, daß sich so etwas vorbereitet wie die sechste Kulturepoche, die sozusagen blind in den Tag hineinleben, und in solche Menschen, welche sich Vorstellungen darüber machen, daß sich etwas Neues vorbereitet und welche auch wissen, daß ja im Grunde genommen dasjenige, was sich vorbereitet, durch die Menschen gemacht werden muß, durch die Menschen vorbereitet werden muß. Man kann in gewisser Beziehung als Mensch sich hineinstellen in die Zeit und sich sagen, daß man macht, was allgemein üblich ist, macht, was die andern gemacht haben, was die Väter uns anerzogen haben, oder man kann sich so hineinstellen, daß man bewußt weiß: Wenn du überhaupt bewußt ein Glied sein willst in der Menschenkette, so mußt du etwas tun, entweder an dir selber oder an deiner Umgebung, was dazu beiträgt, dasjenige, was ja doch kommen muß, nämlich die sechste Kulturepoche, vorzubereiten, so viel an dir liegt. Verstehen kann man nur, wie so etwas möglich ist, Vorbereitungen zu treffen für diese sechste Kulturepoche, wenn man auf den Charakter unseres eigenen Zeitraumes ein wenig eingeht. Da bietet sich uns am besten das Mittel der Vergleichung dar.
[ 4 ] Wir wissen, daß diese Kulturzeiträume sich wesentlich voneinander unterscheiden, und wir haben verschiedene Eigenschaften im Laufe der Jahre unserer anthroposophischen Bewegung angeführt, wodurch sie sich voneinander unterscheiden. Wir haben hingewiesen auf die altindische Kulturperiode und haben gezeigt, wie die Seeleneigenschaften des Menschen dazumal anders waren als später, wie der Mensch noch in hohem Grade mit hellsichtigem Bewußtsein begabt war; und wir haben gezeigt, wie die Entwickelung durch die folgenden Kulturzeiträume darinnen besteht, daß die Menschen immer mehr und mehr die Hellsichtigkeit verloren haben und immer mehr ihr Wahrnehmungsvermögen, ihr Verstandesvermögen auf den physischen Plan zu beschränken hatten. Wir haben gesehen, wie sich langsam vorbereitete der vierte Kulturzeitraum, in dem die Menschen sozusagen ganz herausgetreten sind auf den physischen Plan, so daß da jene Wesenheit, die wir den Christus Jesus nennen, auf dem physischen Plan als ein Wesen, als ein Menschenwesen des physischen Planes sich verkörpern konnte. Wir haben dann gesehen, wie seit jener Zeit durch eine gewisse Strömung hindurch dieses heraustrat: wie alle menschlichen Fähigkeiten auf dem physischen Plan sich noch verstärkt haben, wie der materialistische Hang unserer Zeit, all das Drängen der Menschen, nur dasjenige gelten zu lassen, was sich in der physischen Umwelt darbietet, zusammenhängt mit einem weiteren Heruntersteigen des Menschen auf den physischen Plan. Aber dabei soll es nun in der Entwickelung keineswegs bleiben. Die Menschheit muß wiederum hinaufsteigen in die geistige Welt, hinaufsteigen mit all den Errungenschaften, die sie sich angeeignet hat, mit all den Früchten des physischen Planes. Und gerade das soll Anthroposophie sein, was den Menschen bringen kann die Möglichkeit, wiederum hinaufzusteigen in die geistige Welt.
[ 4 ] Wir wissen, daß diese Kulturzeiträume sich wesentlich voneinander unterscheiden, und wir haben verschiedene Eigenschaften im Laufe der Jahre unserer anthroposophischen Bewegung angeführt, wodurch sie sich voneinander unterscheiden. Wir haben hingewiesen auf die altindische Kulturperiode und haben gezeigt, wie die Seeleneigenschaften des Menschen dazumal anders waren als später, wie der Mensch noch in hohem Grade mit hellsichtigem Bewußtsein begabt war; und wir haben gezeigt, wie die Entwickelung durch die folgenden Kulturzeiträume darinnen besteht, daß die Menschen immer mehr und mehr die Hellsichtigkeit verloren haben und immer mehr ihr Wahrnehmungsvermögen, ihr Verstandesvermögen auf den physischen Plan zu beschränken hatten. Wir haben gesehen, wie sich langsam vorbereitete der vierte Kulturzeitraum, in dem die Menschen sozusagen ganz herausgetreten sind auf den physischen Plan, so daß da jene Wesenheit, die wir den Christus Jesus nennen, auf dem physischen Plan als ein Wesen, als ein Menschenwesen des physischen Planes sich verkörpern konnte. Wir haben dann gesehen, wie seit jener Zeit durch eine gewisse Strömung hindurch dieses heraustrat: wie alle menschlichen Fähigkeiten auf dem physischen Plan sich noch verstärkt haben, wie der materialistische Hang unserer Zeit, all das Drängen der Menschen, nur dasjenige gelten zu lassen, was sich in der physischen Umwelt darbietet, zusammenhängt mit einem weiteren Heruntersteigen des Menschen auf den physischen Plan. Aber dabei soll es nun in der Entwickelung keineswegs bleiben. Die Menschheit muß wiederum hinaufsteigen in die geistige Welt, hinaufsteigen mit all den Errungenschaften, die sie sich angeeignet hat, mit all den Früchten des physischen Planes. Und gerade das soll Anthroposophie sein, was den Menschen bringen kann die Möglichkeit, wiederum hinaufzusteigen in die geistige Welt.
[ 5 ] Nun können wir sagen: Gleich nach der großen atlantischen Katastrophe gab es zahlreiche Menschen, welche wußten durch ihr unmittelbares Wahrnehmungsvermögen, um uns herum ist eine geistige Welt, wir leben in einer geistigen Welt. Immer weniger und weniger wurden die Menschen, die das wußten, immer mehr und mehr beschränkten sich die Fähigkeiten des Menschen auf die sinnliche Wahrnehmung. Aber wenn auf der einen Seite heute noch die Wahrnehmungsfähigkeit für die geistige Welt die denkbar geringste ist, so bereitet sich doch auf der andern Seite etwas vor in unserer Zeit, was so bedeutsam ist, daß schon für eine größere Anzahl von Menschen in derjenigen Verkörperung, in der Inkarnation, die auf diese jetzige folgt, ganz andersartige Fähigkeiten da sein werden als heute. Wie sich die Fähigkeiten der Menschen geändert haben durch die fünf Kulturzeiträume hindurch, so werden sie sich in den sechsten hinein auch ändern, und eine große Anzahl von heutigen Menschen wird schon in der nächsten Inkarnation deutlich zeigen durch ihre ganze Seelenart, daß sich ihre Fähigkeiten wesentlich geändert haben. Und darüber wollen wir uns heute Klarheit verschaffen, wie andersgeartet diese Seelen der Menschen in der Zukunft, also bei einer großen Anzahl schon in der nächsten Inkarnation, bei andern in der zweitnächsten, sein werden.
[ 5 ] Nun können wir sagen: Gleich nach der großen atlantischen Katastrophe gab es zahlreiche Menschen, welche wußten durch ihr unmittelbares Wahrnehmungsvermögen, um uns herum ist eine geistige Welt, wir leben in einer geistigen Welt. Immer weniger und weniger wurden die Menschen, die das wußten, immer mehr und mehr beschränkten sich die Fähigkeiten des Menschen auf die sinnliche Wahrnehmung. Aber wenn auf der einen Seite heute noch die Wahrnehmungsfähigkeit für die geistige Welt die denkbar geringste ist, so bereitet sich doch auf der andern Seite etwas vor in unserer Zeit, was so bedeutsam ist, daß schon für eine größere Anzahl von Menschen in derjenigen Verkörperung, in der Inkarnation, die auf diese jetzige folgt, ganz andersartige Fähigkeiten da sein werden als heute. Wie sich die Fähigkeiten der Menschen geändert haben durch die fünf Kulturzeiträume hindurch, so werden sie sich in den sechsten hinein auch ändern, und eine große Anzahl von heutigen Menschen wird schon in der nächsten Inkarnation deutlich zeigen durch ihre ganze Seelenart, daß sich ihre Fähigkeiten wesentlich geändert haben. Und darüber wollen wir uns heute Klarheit verschaffen, wie andersgeartet diese Seelen der Menschen in der Zukunft, also bei einer großen Anzahl schon in der nächsten Inkarnation, bei andern in der zweitnächsten, sein werden.
[ 6 ] Wir könnten auch noch in einer andern Weise zurückblicken in verflossene Zeiträume der Menschheitsentwickelung. Da würden wir sehen, daß wir immer mehr, je weiter wir zum alten Hellsehen zurückkommen, zugleich mit der menschlichen Seele verknüpft haben das, was man nennen kann den Charakter der Gruppenseelenhaftigkeit. Sie sind schon öfter darauf aufmerksam gemacht worden, daß beim althebräischen Volk im eminentesten Sinne das Bewußtsein von dieser Gruppenseelenhaftigkeit vorhanden war. Wer sich fühlte, sich recht bewußt fühlte als ein Glied des althebräischen Volkes, der sagte sich — darauf ist ja insbesondere aufmerksam gemacht worden: Als einzelner Mensch bin ich eine vorübergehende Erscheinung, aber in mir lebt etwas, was einen unmittelbaren Zusammenhang hat mit all dem Seelenwesen, das herunterströmte seit dem Stammvater Abraham. - Das fühlte der Angehörige des althebräischen Volkes. Wir können sogar esoterisch dieses, was da vom althebräischen Volke gefühlt wurde, als eine spirituelle Erscheinung angeben. Wir verstehen besser, was da geschah, wenn wir folgendes ins Auge fassen.
[ 6 ] Wir könnten auch noch in einer andern Weise zurückblicken in verflossene Zeiträume der Menschheitsentwickelung. Da würden wir sehen, daß wir immer mehr, je weiter wir zum alten Hellsehen zurückkommen, zugleich mit der menschlichen Seele verknüpft haben das, was man nennen kann den Charakter der Gruppenseelenhaftigkeit. Sie sind schon öfter darauf aufmerksam gemacht worden, daß beim althebräischen Volk im eminentesten Sinne das Bewußtsein von dieser Gruppenseelenhaftigkeit vorhanden war. Wer sich fühlte, sich recht bewußt fühlte als ein Glied des althebräischen Volkes, der sagte sich — darauf ist ja insbesondere aufmerksam gemacht worden: Als einzelner Mensch bin ich eine vorübergehende Erscheinung, aber in mir lebt etwas, was einen unmittelbaren Zusammenhang hat mit all dem Seelenwesen, das herunterströmte seit dem Stammvater Abraham. - Das fühlte der Angehörige des althebräischen Volkes. Wir können sogar esoterisch dieses, was da vom althebräischen Volke gefühlt wurde, als eine spirituelle Erscheinung angeben. Wir verstehen besser, was da geschah, wenn wir folgendes ins Auge fassen.
[ 7 ] Nehmen wir einen althebräischen Eingeweihten. Obwohl gerade im althebräischen Volke die Einweihung nicht so häufig war wie bei andern Völkern, so können wir doch einen solchen wirklichen Eingeweihten, nicht bloß einen in die Theorien und in das Gesetz eingeführten, sondern einen wirklich in die geistigen Welten hineinsehenden Eingeweihten nicht anders charakterisieren, als indem wir auf die ganze Volkseigentümlichkeit Rücksicht nehmen. Es ist heute Sitte in der äußeren Wissenschaft, die ahnungslos nach ihren Dokumenten wirtschaftet, überall das, was im Alten Testament steht, an allerlei äußeren Urkunden zu prüfen und es dann nicht bestätigt zu finden. Wir werden Gelegenheit haben, darauf hinzuweisen, daß das Alte Testament treuer die Tatsachen gibt als die äußere Urkundengeschichte. Jedenfalls zeigt die Geisteswissenschaft, daß tatsächlich eine Blutsverwandtschaft des hebräischen Volkes bis zum Stammvater Abraham hinauf nachzuweisen ist, und daß die Annahme Abrahams als Stammvater eine vollberechtigte ist. Insbesondere aber war das etwas, was man in den althebräischen Geheimschulen wußte: solch eine Individualität, solch eine Seelenwesenheit wie die des Abraham, die war ja nicht bloß als Abraham inkarniert, sondern sie ist eine ewige Wesenheit, die in der geistigen Welt vorhanden blieb. Und in Wahrheit war derjenige ein wirklicher Eingeweihter, der inspiriert wurde von demselben Geiste, von dem Abraham inspiriert worden ist, der ihn für sich beschwören konnte, der durchdrungen war von derselben Seelenhaftigkeit wie Abraham. So daß zwischen jedem Eingeweihten und zwischen dem Stammvater Abraham ein realer Zusammenhang war. Das müssen wir festhalten; das drückte sich in dem Gefühl des Mitgliedes des althebräischen Volkes aus. Das war eine Art Gruppenseelenhaftigkeit. Man fühlte dasjenige, was in Abraham sich ausdrückte, als die Gruppenseele des Volkes. Und so fühlte man in der übrigen Menschheit Gruppenseelen.
[ 7 ] Nehmen wir einen althebräischen Eingeweihten. Obwohl gerade im althebräischen Volke die Einweihung nicht so häufig war wie bei andern Völkern, so können wir doch einen solchen wirklichen Eingeweihten, nicht bloß einen in die Theorien und in das Gesetz eingeführten, sondern einen wirklich in die geistigen Welten hineinsehenden Eingeweihten nicht anders charakterisieren, als indem wir auf die ganze Volkseigentümlichkeit Rücksicht nehmen. Es ist heute Sitte in der äußeren Wissenschaft, die ahnungslos nach ihren Dokumenten wirtschaftet, überall das, was im Alten Testament steht, an allerlei äußeren Urkunden zu prüfen und es dann nicht bestätigt zu finden. Wir werden Gelegenheit haben, darauf hinzuweisen, daß das Alte Testament treuer die Tatsachen gibt als die äußere Urkundengeschichte. Jedenfalls zeigt die Geisteswissenschaft, daß tatsächlich eine Blutsverwandtschaft des hebräischen Volkes bis zum Stammvater Abraham hinauf nachzuweisen ist, und daß die Annahme Abrahams als Stammvater eine vollberechtigte ist. Insbesondere aber war das etwas, was man in den althebräischen Geheimschulen wußte: solch eine Individualität, solch eine Seelenwesenheit wie die des Abraham, die war ja nicht bloß als Abraham inkarniert, sondern sie ist eine ewige Wesenheit, die in der geistigen Welt vorhanden blieb. Und in Wahrheit war derjenige ein wirklicher Eingeweihter, der inspiriert wurde von demselben Geiste, von dem Abraham inspiriert worden ist, der ihn für sich beschwören konnte, der durchdrungen war von derselben Seelenhaftigkeit wie Abraham. So daß zwischen jedem Eingeweihten und zwischen dem Stammvater Abraham ein realer Zusammenhang war. Das müssen wir festhalten; das drückte sich in dem Gefühl des Mitgliedes des althebräischen Volkes aus. Das war eine Art Gruppenseelenhaftigkeit. Man fühlte dasjenige, was in Abraham sich ausdrückte, als die Gruppenseele des Volkes. Und so fühlte man in der übrigen Menschheit Gruppenseelen.
[ 8 ] Die Menschheit geht überhaupt auf Gruppenseelen zurück. Je weiter wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, desto weniger ausgeprägt finden wir die einzelne Individualität. Was wir heute noch im Tierreich finden: daß eine ganze Gruppe zusammengehört, das war so bei den Menschen vorhanden und tritt immer deutlicher und deutlicher auf, je weiter wir in Urzeiten zurückgehen. Gruppen von Menschen gehören da zusammen, und die Gruppenseele ist wesentlich stärker als dasjenige, was die Individualseele ist im einzelnen Menschen.
[ 8 ] Die Menschheit geht überhaupt auf Gruppenseelen zurück. Je weiter wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, desto weniger ausgeprägt finden wir die einzelne Individualität. Was wir heute noch im Tierreich finden: daß eine ganze Gruppe zusammengehört, das war so bei den Menschen vorhanden und tritt immer deutlicher und deutlicher auf, je weiter wir in Urzeiten zurückgehen. Gruppen von Menschen gehören da zusammen, und die Gruppenseele ist wesentlich stärker als dasjenige, was die Individualseele ist im einzelnen Menschen.
[ 9 ] Wir können nun sagen: Heute in unserer Zeit ist noch immer nicht die Gruppenseelenhaftigkeit der Menschen überwunden, und wer da glauben würde, daß sie vollständig überwunden ist, der würde eben gewisse feinere Erscheinungen des Lebens nicht ins Auge fassen. Wer diese aber ins Auge faßt, wird sehr bald sehen, daß in der Tat gewisse Menschen nicht nur in ihrer Physiognomie einander ähnlich sehen, sondern daß auch die Seeleneigenschaften in Gruppen von Menschen einander ähnlich sind, daß man die Menschen sozusagen in Kategorien einteilen kann. Jeder Mensch kann sich heute noch zu einer gewissen Kategorie rechnen. In bezug auf diese oder jene Eigenschaften wird er vielleicht zu verschiedenen Kategorien gehören, aber eine gewisse Gruppenseelenhaftigkeit ist nicht nur geltend dadurch, daß Völker da sind, sondern auch in anderer Beziehung. Die Grenzen, die zwischen den einzelnen Nationen gezogen sind, fallen immer mehr und mehr dahin; aber andere Gruppierungen sind noch wahrnehmbar. Gewisse Grundeigenschaften stehen bei einzelnen Menschen durchaus so zusammen, daß derjenige, der nur sehen will, letzte Reste von Gruppenseelenhaftigkeit bei den Menschen heute noch wahrnehmen kann.
[ 9 ] Wir können nun sagen: Heute in unserer Zeit ist noch immer nicht die Gruppenseelenhaftigkeit der Menschen überwunden, und wer da glauben würde, daß sie vollständig überwunden ist, der würde eben gewisse feinere Erscheinungen des Lebens nicht ins Auge fassen. Wer diese aber ins Auge faßt, wird sehr bald sehen, daß in der Tat gewisse Menschen nicht nur in ihrer Physiognomie einander ähnlich sehen, sondern daß auch die Seeleneigenschaften in Gruppen von Menschen einander ähnlich sind, daß man die Menschen sozusagen in Kategorien einteilen kann. Jeder Mensch kann sich heute noch zu einer gewissen Kategorie rechnen. In bezug auf diese oder jene Eigenschaften wird er vielleicht zu verschiedenen Kategorien gehören, aber eine gewisse Gruppenseelenhaftigkeit ist nicht nur geltend dadurch, daß Völker da sind, sondern auch in anderer Beziehung. Die Grenzen, die zwischen den einzelnen Nationen gezogen sind, fallen immer mehr und mehr dahin; aber andere Gruppierungen sind noch wahrnehmbar. Gewisse Grundeigenschaften stehen bei einzelnen Menschen durchaus so zusammen, daß derjenige, der nur sehen will, letzte Reste von Gruppenseelenhaftigkeit bei den Menschen heute noch wahrnehmen kann.
[ 10 ] Nun leben wir nämlich gerade in der Gegenwart im eminentesten Sinn in einem Übergange. Alle Gruppenseelenhaftigkeit soll nach und nach abgestreift werden. So wie die Abgründe zwischen den einzelnen Nationen immer mehr und mehr verschwinden, so wie sich die einzelnen Teile der verschiedenen Nationen immer mehr und mehr verstehen, so werden sich auch andere Gruppenseelenhaftigkeiten abstreifen, und immer mehr wird das Individuelle des einzelnen Menschen in den Vordergrund treten.
[ 10 ] Nun leben wir nämlich gerade in der Gegenwart im eminentesten Sinn in einem Übergange. Alle Gruppenseelenhaftigkeit soll nach und nach abgestreift werden. So wie die Abgründe zwischen den einzelnen Nationen immer mehr und mehr verschwinden, so wie sich die einzelnen Teile der verschiedenen Nationen immer mehr und mehr verstehen, so werden sich auch andere Gruppenseelenhaftigkeiten abstreifen, und immer mehr wird das Individuelle des einzelnen Menschen in den Vordergrund treten.
[ 11 ] Damit haben wir aber etwas ganz Wesentliches in der Entwickelung charakterisiert. Wenn wir es von einer andern Seite fassen wollen, so können wir sagen, innerhalb der Entwickelung der Menschheit verliert immer mehr und mehr der Begriff, worin sich die Gruppenseelenhaftigkeit am meisten ausdrückt, an Bedeutung, nämlich der Rassenbegriff. Wenn wir hinter die große atlantische Katastrophe zurückgehen, so sehen wir ja, wie sich die menschlichen Rassen vorbereiten. In der alten atlantischen Zeit haben wir durchaus die Menschen gruppiert nach äußeren Merkmalen in ihrem Körperbau, noch viel stärker als heute. Was wir heute Rassen nennen, das sind nur noch Überbleibsel jener bedeutsamen Unterschiede der Menschen, wie sie in der alten Atlantis üblich waren. So recht anwendbar ist der Rassenbegriff nur auf die alte Atlantis. Daher haben wir, da wir rechnen mit einer wirklichen Entwickelung der Menschheit, für die nachatlantische Zeit gar nicht den Begriff der Rasse im eminentesten Sinne gebraucht. Wir sprechen nicht von einer indischen Rasse, persischen Rasse und so weiter, weil das nicht mehr richtig ist. Wir sprechen von einem altindischen Kulturzeitraum, von einem altpersischen Kulturzeitraum und so weiter.
[ 11 ] Damit haben wir aber etwas ganz Wesentliches in der Entwickelung charakterisiert. Wenn wir es von einer andern Seite fassen wollen, so können wir sagen, innerhalb der Entwickelung der Menschheit verliert immer mehr und mehr der Begriff, worin sich die Gruppenseelenhaftigkeit am meisten ausdrückt, an Bedeutung, nämlich der Rassenbegriff. Wenn wir hinter die große atlantische Katastrophe zurückgehen, so sehen wir ja, wie sich die menschlichen Rassen vorbereiten. In der alten atlantischen Zeit haben wir durchaus die Menschen gruppiert nach äußeren Merkmalen in ihrem Körperbau, noch viel stärker als heute. Was wir heute Rassen nennen, das sind nur noch Überbleibsel jener bedeutsamen Unterschiede der Menschen, wie sie in der alten Atlantis üblich waren. So recht anwendbar ist der Rassenbegriff nur auf die alte Atlantis. Daher haben wir, da wir rechnen mit einer wirklichen Entwickelung der Menschheit, für die nachatlantische Zeit gar nicht den Begriff der Rasse im eminentesten Sinne gebraucht. Wir sprechen nicht von einer indischen Rasse, persischen Rasse und so weiter, weil das nicht mehr richtig ist. Wir sprechen von einem altindischen Kulturzeitraum, von einem altpersischen Kulturzeitraum und so weiter.
[ 12 ] Und vollends würde es jeden Sinn verlieren, wenn wir davon sprechen wollten, daß sich in unserer Zeit vorbereite eine sechste Rasse. Wenn noch in unserer Zeit Reste der alten atlantischen Unterschiede, der alten atlantischen Gruppenseelenhaftigkeit vorhanden sind, so daß man noch sprechen kann davon, daß die Rasseneinteilung noch nachwirkt — was sich vorbereitet für den sechsten Zeitraum, das besteht gerade darinnen, daß der Rassencharakter abgestreift wird. Das ist das Wesentliche. Deshalb ist es notwendig, daß diejenige Bewegung, welche die anthroposophische genannt wird, welche vorbereiten soll den sechsten Zeitraum, gerade in ihrem Grundcharakter dieses Abstreifen des Rassencharakters aufnimmt, daß sie nämlich zu vereinigen sucht Menschen aus allen Rassen, aus allen Nationen und auf diese Weise überbrückt diese Differenzierung, diese Unterschiede, diese Abgründe, die zwischen den einzelnen Menschengruppen vorhanden sind. Denn es hat in gewisser Beziehung physischen Charakter, was alter Rassenstandpunkt ist, und es wird einen viel geistigeren Charakter haben, was sich in die Zukunft hinein vollzieht.
[ 12 ] Und vollends würde es jeden Sinn verlieren, wenn wir davon sprechen wollten, daß sich in unserer Zeit vorbereite eine sechste Rasse. Wenn noch in unserer Zeit Reste der alten atlantischen Unterschiede, der alten atlantischen Gruppenseelenhaftigkeit vorhanden sind, so daß man noch sprechen kann davon, daß die Rasseneinteilung noch nachwirkt — was sich vorbereitet für den sechsten Zeitraum, das besteht gerade darinnen, daß der Rassencharakter abgestreift wird. Das ist das Wesentliche. Deshalb ist es notwendig, daß diejenige Bewegung, welche die anthroposophische genannt wird, welche vorbereiten soll den sechsten Zeitraum, gerade in ihrem Grundcharakter dieses Abstreifen des Rassencharakters aufnimmt, daß sie nämlich zu vereinigen sucht Menschen aus allen Rassen, aus allen Nationen und auf diese Weise überbrückt diese Differenzierung, diese Unterschiede, diese Abgründe, die zwischen den einzelnen Menschengruppen vorhanden sind. Denn es hat in gewisser Beziehung physischen Charakter, was alter Rassenstandpunkt ist, und es wird einen viel geistigeren Charakter haben, was sich in die Zukunft hinein vollzieht.
[ 13 ] Daher ist es so dringend notwendig, zu verstehen, daß unsere anthroposophische Bewegung eine geistige ist, die auf das Spirituelle sieht, und gerade das, was aus physischen Unterschieden herrührt, durch die Kraft der geistigen Bewegung überwindet. Es ist ja durchaus begreiflich, daß eine jede Bewegung sozusagen ihre Kinderkrankheiten hat und daß man im Anfang der theosophischen Bewegung die Sache so dargestellt hat, als wenn sozusagen die Erde in sieben Zeiträume zerfiele - man nannte das Hauptrassen - und jede der Hauptrassen in sieben Unterrassen; und daß das alles sich so stetig wiederholen würde, so daß man immer von sieben Rassen sprechen könnte und sieben Unterrassen. Aber man muß über die Kinderkrankheiten hinauskommen und sich klar sein darüber, daß der Rassenbegriff aufhört eine jegliche Bedeutung zu haben gerade in unserer Zeit.
[ 13 ] Daher ist es so dringend notwendig, zu verstehen, daß unsere anthroposophische Bewegung eine geistige ist, die auf das Spirituelle sieht, und gerade das, was aus physischen Unterschieden herrührt, durch die Kraft der geistigen Bewegung überwindet. Es ist ja durchaus begreiflich, daß eine jede Bewegung sozusagen ihre Kinderkrankheiten hat und daß man im Anfang der theosophischen Bewegung die Sache so dargestellt hat, als wenn sozusagen die Erde in sieben Zeiträume zerfiele - man nannte das Hauptrassen - und jede der Hauptrassen in sieben Unterrassen; und daß das alles sich so stetig wiederholen würde, so daß man immer von sieben Rassen sprechen könnte und sieben Unterrassen. Aber man muß über die Kinderkrankheiten hinauskommen und sich klar sein darüber, daß der Rassenbegriff aufhört eine jegliche Bedeutung zu haben gerade in unserer Zeit.
[ 14 ] Etwas anderes bereitet sich ferner vor - etwas, das mit der Individualität des Menschen in ganz eminentem Sinne zusammenhängt — im Individueller-Werden und immer Individueller-Werden der Menschen. Es handelt sich nur darum, daß diese Individualität es im rechten Sinne wird, und dazu soll nun die anthroposophische Bewegung dienen, daß die Menschen im rechten Sinne Individualitäten werden, oder Persönlichkeiten, könnten wir auch sagen. Wie kann sie das aber?
[ 14 ] Etwas anderes bereitet sich ferner vor - etwas, das mit der Individualität des Menschen in ganz eminentem Sinne zusammenhängt — im Individueller-Werden und immer Individueller-Werden der Menschen. Es handelt sich nur darum, daß diese Individualität es im rechten Sinne wird, und dazu soll nun die anthroposophische Bewegung dienen, daß die Menschen im rechten Sinne Individualitäten werden, oder Persönlichkeiten, könnten wir auch sagen. Wie kann sie das aber?
[ 15 ] Da müssen wir auf die hervorragendste neue Seeleneigenschaft des Menschen hinblicken, die sich vorbereitet. Es wird oft die Frage gestellt: Ja, wenn es eine Wiederverkörperung gibt, warum erinnert sich der Mensch nicht an seine früheren Verkörperungen? — Das ist eine Frage, die schon öfter von mir beantwortet worden ist, und eine solche Frage nimmt sich so aus, wie wenn man ein vierjähriges Kind bringt und deshalb, weil es nicht rechnen kann und ein Mensch ist, sagen wollte: Der Mensch kann nicht rechnen. — Lassen Sie es zehn Jahre alt werden, dann kann es schon rechnen. So ist es mit der menschlichen Seele. Wenn sie sich auch heute noch nicht erinnern kann, es wird die Zeit kommen, in der sie sich erinnern kann, die Zeit, in der sie dieselben Fähigkeiten hat, wie derjenige sie hat, der heute eingeweiht ist. Aber gerade heute geschieht jener Umschwung. Es gibt heute eine Anzahl von Seelen, welche in unserer Zeit so weit sind, daß sie knapp vor dem Momente stehen, wo sie an ihre früheren Inkarnationen, wenigstens an die letzte, sich erinnern werden. Eine ganze Anzahl von Menschen ist heute sozusagen gerade vor dem Sich-Öfnen des Tores zu dem umfassenden Gedächtnis, das nicht nur das Leben zwischen Geburt und Tod, sondern das die vorhergehenden Inkarnationen, wenigstens die letzte zunächst umfaßt. Und wenn nachder gegenwärtigen Inkarnation eine Anzahl von Menschen wiedergeboren werden, dann werden sie sich erinnern an die gegenwärtige Inkarnation. Es handelt sich nur darum, wie sie sich erinnern. Sich in der richtigen Weise zu erinnern, dazu soll die anthroposophische Entwickelung Veranlassung, Anleitung geben.
[ 15 ] Da müssen wir auf die hervorragendste neue Seeleneigenschaft des Menschen hinblicken, die sich vorbereitet. Es wird oft die Frage gestellt: Ja, wenn es eine Wiederverkörperung gibt, warum erinnert sich der Mensch nicht an seine früheren Verkörperungen? — Das ist eine Frage, die schon öfter von mir beantwortet worden ist, und eine solche Frage nimmt sich so aus, wie wenn man ein vierjähriges Kind bringt und deshalb, weil es nicht rechnen kann und ein Mensch ist, sagen wollte: Der Mensch kann nicht rechnen. — Lassen Sie es zehn Jahre alt werden, dann kann es schon rechnen. So ist es mit der menschlichen Seele. Wenn sie sich auch heute noch nicht erinnern kann, es wird die Zeit kommen, in der sie sich erinnern kann, die Zeit, in der sie dieselben Fähigkeiten hat, wie derjenige sie hat, der heute eingeweiht ist. Aber gerade heute geschieht jener Umschwung. Es gibt heute eine Anzahl von Seelen, welche in unserer Zeit so weit sind, daß sie knapp vor dem Momente stehen, wo sie an ihre früheren Inkarnationen, wenigstens an die letzte, sich erinnern werden. Eine ganze Anzahl von Menschen ist heute sozusagen gerade vor dem Sich-Öfnen des Tores zu dem umfassenden Gedächtnis, das nicht nur das Leben zwischen Geburt und Tod, sondern das die vorhergehenden Inkarnationen, wenigstens die letzte zunächst umfaßt. Und wenn nachder gegenwärtigen Inkarnation eine Anzahl von Menschen wiedergeboren werden, dann werden sie sich erinnern an die gegenwärtige Inkarnation. Es handelt sich nur darum, wie sie sich erinnern. Sich in der richtigen Weise zu erinnern, dazu soll die anthroposophische Entwickelung Veranlassung, Anleitung geben.
[ 16 ] Wenn man diese anthroposophische Bewegung charakterisieren will von diesem Gesichtspunkte aus, so muß man so sagen: Ihr Charakter ist dieser, daß sie den Menschen hinführt, in rechtem Sinn dasjenige zu erfassen, was man das menschliche Ich, das innerste Glied der menschlichen Wesenheit nennt. Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, daß Fichte mit Recht gesagt hat, die meisten Menschen würden sich lieber für ein Stück Lava im Monde halten als für ein Ich. Und wenn Sie nachdenken, wieviel Menschen es gibt in unserer Zeit, die sich überhaupt eine Vorstellung davon machen, was ein Ich ist, das heißt, was sie selber sind, dann würden Sie im allgemeinen zu einem recht traurigen Resultat kommen.
[ 16 ] Wenn man diese anthroposophische Bewegung charakterisieren will von diesem Gesichtspunkte aus, so muß man so sagen: Ihr Charakter ist dieser, daß sie den Menschen hinführt, in rechtem Sinn dasjenige zu erfassen, was man das menschliche Ich, das innerste Glied der menschlichen Wesenheit nennt. Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, daß Fichte mit Recht gesagt hat, die meisten Menschen würden sich lieber für ein Stück Lava im Monde halten als für ein Ich. Und wenn Sie nachdenken, wieviel Menschen es gibt in unserer Zeit, die sich überhaupt eine Vorstellung davon machen, was ein Ich ist, das heißt, was sie selber sind, dann würden Sie im allgemeinen zu einem recht traurigen Resultat kommen.
[ 17 ] Wenn diese Frage auftaucht, muß ich mich immer erinnern an einen Kameraden, den ich vor etwas mehr als dreißig Jahren hatte, und der dazumal als ein ganz junger Bursch vollständig infiziert war von der materialistischen Gesinnung. Heute ist es moderner, monistische Gesinnung zu sagen. Er war schon infiziert trotz seiner jungen Jahre von ihr. Er lachte immer, wenn es hieß, daß im Menschen etwas enthalten sei, was man als geistige Wesenheit bezeichnen kann; denn er war der Anschauung, daß das, was als Gedanke in uns lebt, hervorgebracht werde durch die mechanischen oder chemischen Vorgänge im Gehirn. Ich sagte oft zu ihm: Sieh, wenn du das ernsthaft glaubst als Lebensinhalt, warum lügst du fortwährend ? - Er log in der Tat fortwährend, denn er sagte niemals: Mein Gehirn fühlt, mein Gehirn denkt, sondern: Ich denke, ich fühle, ich weiß dies oder jenes. - Also er stellte sich eine Theorie auf, der er mit jedem Wort widersprach, wie es ja jeder Mensch tut; denn es ist unmöglich, festzuhalten dasjenige, was man sich einbildet als eine materialistische Theorie. Man kann nicht wahrhaftig bleiben, wenn man materialistisch denkt. Wenn man sonst sagt: Mein Gehirn liebt dich -, dann dürfte man nicht sagen «dich», sondern: Mein Gehirn liebt dein Gehirn. - Diese Konsequenz machen sich die Leute nicht klar. Aber es ist tatsächlich etwas, das nicht bloß humoristisch ist, sondern etwas, das zeigt, welcher tiefe Untergrund von unbewußter Unwahrhaftigkeit auf dem Grunde unserer gegenwärtigen Geistesbildung ist.
[ 17 ] Wenn diese Frage auftaucht, muß ich mich immer erinnern an einen Kameraden, den ich vor etwas mehr als dreißig Jahren hatte, und der dazumal als ein ganz junger Bursch vollständig infiziert war von der materialistischen Gesinnung. Heute ist es moderner, monistische Gesinnung zu sagen. Er war schon infiziert trotz seiner jungen Jahre von ihr. Er lachte immer, wenn es hieß, daß im Menschen etwas enthalten sei, was man als geistige Wesenheit bezeichnen kann; denn er war der Anschauung, daß das, was als Gedanke in uns lebt, hervorgebracht werde durch die mechanischen oder chemischen Vorgänge im Gehirn. Ich sagte oft zu ihm: Sieh, wenn du das ernsthaft glaubst als Lebensinhalt, warum lügst du fortwährend ? - Er log in der Tat fortwährend, denn er sagte niemals: Mein Gehirn fühlt, mein Gehirn denkt, sondern: Ich denke, ich fühle, ich weiß dies oder jenes. - Also er stellte sich eine Theorie auf, der er mit jedem Wort widersprach, wie es ja jeder Mensch tut; denn es ist unmöglich, festzuhalten dasjenige, was man sich einbildet als eine materialistische Theorie. Man kann nicht wahrhaftig bleiben, wenn man materialistisch denkt. Wenn man sonst sagt: Mein Gehirn liebt dich -, dann dürfte man nicht sagen «dich», sondern: Mein Gehirn liebt dein Gehirn. - Diese Konsequenz machen sich die Leute nicht klar. Aber es ist tatsächlich etwas, das nicht bloß humoristisch ist, sondern etwas, das zeigt, welcher tiefe Untergrund von unbewußter Unwahrhaftigkeit auf dem Grunde unserer gegenwärtigen Geistesbildung ist.
[ 18 ] Die meisten Menschen würden sich wirklich lieber für ein Stück Lava im Monde halten, das heißt für eine zusammengebraute Materie, als für dasjenige, was ein Ich genannt werden kann. Und am wenigsten kommt man natürlich heute durch äußere Wissenschaft, die ja als solche nach ihren Methoden materialistisch denken muß, zu einem Erfassen des Ich. Dieses Erfassen des Ich, wodurch kann es der Mensch erreichen? Wodurch kann er nach und nach auch einen Begriff, eine Idee von demjenigen erhalten, was er instinktiv fühlt, wenn er ausspricht: Ich denke? — Einzig und allein dadurch, daß er an der Hand anthroposophischer Weltanschauung erkennt, wie sich diese menschliche Wesenheit zusammengliedert, wie der physische Leib Saturncharakter, der Ätherleib Sonnencharakter, der astralische Leib Mondcharakter und das Ich Erdencharakter hat. Wenn wir alles das ins Auge fassen, was wir da an Ideen zusammenholen aus dem ganzen Weltenall, dann begreifen wir, wie das Ich als der eigentliche Werkmeister an allen andern Gliedern arbeitet. Und so kommen wir nach und nach auch zu einem Begriff von dem, was wir vertreten mit dem Worte «Ich»,
[ 18 ] Die meisten Menschen würden sich wirklich lieber für ein Stück Lava im Monde halten, das heißt für eine zusammengebraute Materie, als für dasjenige, was ein Ich genannt werden kann. Und am wenigsten kommt man natürlich heute durch äußere Wissenschaft, die ja als solche nach ihren Methoden materialistisch denken muß, zu einem Erfassen des Ich. Dieses Erfassen des Ich, wodurch kann es der Mensch erreichen? Wodurch kann er nach und nach auch einen Begriff, eine Idee von demjenigen erhalten, was er instinktiv fühlt, wenn er ausspricht: Ich denke? — Einzig und allein dadurch, daß er an der Hand anthroposophischer Weltanschauung erkennt, wie sich diese menschliche Wesenheit zusammengliedert, wie der physische Leib Saturncharakter, der Ätherleib Sonnencharakter, der astralische Leib Mondcharakter und das Ich Erdencharakter hat. Wenn wir alles das ins Auge fassen, was wir da an Ideen zusammenholen aus dem ganzen Weltenall, dann begreifen wir, wie das Ich als der eigentliche Werkmeister an allen andern Gliedern arbeitet. Und so kommen wir nach und nach auch zu einem Begriff von dem, was wir vertreten mit dem Worte «Ich»,
[ 19 ] Zu dem höchsten Begriffe von diesem Ich ringen wir uns allmählich hinauf, wenn wir verstehen lernen ein solches Wort. Nicht bloß fühlen wir uns als ein geistiges Wesen, wenn wir uns in einem Ich drin fühlen, sondern wenn wir uns sagen können: In unserer Individualität lebt etwas, was da war vor dem Vater Abraham. - Wenn wir uns nicht bloß sagen können: Ich und der Vater Abraham sind eins -, sondern: Ich und der Vater, das ist das die Welt durchwebende und durchlebende Geistige. - Was im Ich lebt, ist dieselbe geistige Substanz, die die Welt durchwebt und durchlebt als Geistiges. So ringen wir uns allmählich hinauf, dieses Ich, das heißt den Träger der menschlichen Individualität, also dasjenige, was sich von Inkarnation zu Inkarnation zieht, zu verstehen.
[ 19 ] Zu dem höchsten Begriffe von diesem Ich ringen wir uns allmählich hinauf, wenn wir verstehen lernen ein solches Wort. Nicht bloß fühlen wir uns als ein geistiges Wesen, wenn wir uns in einem Ich drin fühlen, sondern wenn wir uns sagen können: In unserer Individualität lebt etwas, was da war vor dem Vater Abraham. - Wenn wir uns nicht bloß sagen können: Ich und der Vater Abraham sind eins -, sondern: Ich und der Vater, das ist das die Welt durchwebende und durchlebende Geistige. - Was im Ich lebt, ist dieselbe geistige Substanz, die die Welt durchwebt und durchlebt als Geistiges. So ringen wir uns allmählich hinauf, dieses Ich, das heißt den Träger der menschlichen Individualität, also dasjenige, was sich von Inkarnation zu Inkarnation zieht, zu verstehen.
[ 20 ] Auf welche Art aber begreifen wir das Ich, begreifen wir überhaupt die Welt durch anthroposophische Weltanschauung? Diese anthroposophische Weltanschauung kommt auf die individuellste Weise zustande und ist zu gleicher Zeit das Unindividuellste, das sich überhaupt nur denken läßt. Sie kann nur dadurch auf die individuellste Art zustande kommen, daß sich die Geheimnisse des Weltalls in einer menschlichen Seele offenbaren, daß in sie einströmen die großen geistigen Wesenheiten der Welt. In der menschlichen Individualität muß der Inhalt der Welt erlebt werden auf die individuellste Art, aber zu gleicher Zeit muß er erlebt werden mit einem Charakter vollständiger Unpersönlichkeit. Wer erleben will den wahren Charakter der Weltgeheimnisse, der muß ganz auf demjenigen Gesichtspunkt stehen, von dem aus er sich sagt: Wer die eigene Meinung noch achtet, der kann nicht zur Wahrheit kommen. — Das ist nämlich das Eigenartige anthroposophischer Wahrheit, daß der Beobachter keine eigene Meinung, keine Vorliebe für diese oder jene Theorie haben darf, daß er durchaus nicht durch seine besondere individuelle Eigentümlichkeit diese oder jene Anschauung mehr lieben darf als eine andere. Solange er auf diesem Standpunkte steht, ist es unmöglich, daß sich ihm die wahren Weltgeheimnisse offenbaren. Er muß ganz individuell erkennen; aber seine Individualität muß so weit gediehen sein, daß sie nichts mehr von dem Persönlichen, also auch von dem ihm individuell Sympathischen und Antipathischen hat. Das muß streng und ernsthaft genommen werden. Wer noch irgendwelche Vorliebe hat für diese oder jene Begriffe und Anschauungen, wer durch seine Erziehung, durch sein Temperament zu dem oder jenem hinneigen kann, der wird niemals die objektive Wahrheit erkennen.
[ 20 ] Auf welche Art aber begreifen wir das Ich, begreifen wir überhaupt die Welt durch anthroposophische Weltanschauung? Diese anthroposophische Weltanschauung kommt auf die individuellste Weise zustande und ist zu gleicher Zeit das Unindividuellste, das sich überhaupt nur denken läßt. Sie kann nur dadurch auf die individuellste Art zustande kommen, daß sich die Geheimnisse des Weltalls in einer menschlichen Seele offenbaren, daß in sie einströmen die großen geistigen Wesenheiten der Welt. In der menschlichen Individualität muß der Inhalt der Welt erlebt werden auf die individuellste Art, aber zu gleicher Zeit muß er erlebt werden mit einem Charakter vollständiger Unpersönlichkeit. Wer erleben will den wahren Charakter der Weltgeheimnisse, der muß ganz auf demjenigen Gesichtspunkt stehen, von dem aus er sich sagt: Wer die eigene Meinung noch achtet, der kann nicht zur Wahrheit kommen. — Das ist nämlich das Eigenartige anthroposophischer Wahrheit, daß der Beobachter keine eigene Meinung, keine Vorliebe für diese oder jene Theorie haben darf, daß er durchaus nicht durch seine besondere individuelle Eigentümlichkeit diese oder jene Anschauung mehr lieben darf als eine andere. Solange er auf diesem Standpunkte steht, ist es unmöglich, daß sich ihm die wahren Weltgeheimnisse offenbaren. Er muß ganz individuell erkennen; aber seine Individualität muß so weit gediehen sein, daß sie nichts mehr von dem Persönlichen, also auch von dem ihm individuell Sympathischen und Antipathischen hat. Das muß streng und ernsthaft genommen werden. Wer noch irgendwelche Vorliebe hat für diese oder jene Begriffe und Anschauungen, wer durch seine Erziehung, durch sein Temperament zu dem oder jenem hinneigen kann, der wird niemals die objektive Wahrheit erkennen.
[ 21 ] In diesem Sommer haben wir versucht, hier die orientalischen Weistümer vom Standpunkt der westlichen Lehre zu begreifen. Wir versuchten gerecht zu werden den orientalischen Weistümern und haben sie wahrhaftig in einer Weise hingestellt, daß sie zu ihrem vollen Rechte gekommen sind. Man muß streng betonen, daß es in unserer Zeit bei selbständiger geistiger Erkenntnis unmöglich ist, immer sich durch eine besondere Vorliebe für die orientalische oder für die okzidentalische Weltanschauung zu entscheiden. Wer da sagt je nach seinem verschiedenen Temperamente, er liebe mehr die Eigenartigkeit, die Gesetzmäßigkeit der Welt, so wie sie im orientalischen oder wie sie entsprechend im okzidentalischen vorhanden sind, der hat noch nicht das volle Verständnis für das, um was es sich eigentlich handelt. Nicht dadurch soll man sich entscheiden zum Beispiel für die größere Bedeutung, sagen wir des Christus gegenüber all demjenigen, was die orientalische Lehre erkennt, weil man nach seiner okzidentalischen Erziehung oder seinem Temperamente mehr hinneigt zum Christus. Erst dann ist man berufen, die Frage zu entscheiden: Wie verhält sich der Christus zum Orient? -, wenn einem vom persönlichen Standpunkt aus das Christliche so gleichgültig ist wie das Orientalische. Solange man Vorliebe hat für dieses oder jenes, so lange ist man noch nicht berufen, die Entscheidung zu treffen. Objektiv fängt man erst an zu werden, wenn man die Tatsachen allein sprechen läßt, wenn man keinen Grund der eigenen Meinung mehr achtet, sondern nur die Tatsachen sprechen läßt auf diesem Gebiete.
[ 21 ] In diesem Sommer haben wir versucht, hier die orientalischen Weistümer vom Standpunkt der westlichen Lehre zu begreifen. Wir versuchten gerecht zu werden den orientalischen Weistümern und haben sie wahrhaftig in einer Weise hingestellt, daß sie zu ihrem vollen Rechte gekommen sind. Man muß streng betonen, daß es in unserer Zeit bei selbständiger geistiger Erkenntnis unmöglich ist, immer sich durch eine besondere Vorliebe für die orientalische oder für die okzidentalische Weltanschauung zu entscheiden. Wer da sagt je nach seinem verschiedenen Temperamente, er liebe mehr die Eigenartigkeit, die Gesetzmäßigkeit der Welt, so wie sie im orientalischen oder wie sie entsprechend im okzidentalischen vorhanden sind, der hat noch nicht das volle Verständnis für das, um was es sich eigentlich handelt. Nicht dadurch soll man sich entscheiden zum Beispiel für die größere Bedeutung, sagen wir des Christus gegenüber all demjenigen, was die orientalische Lehre erkennt, weil man nach seiner okzidentalischen Erziehung oder seinem Temperamente mehr hinneigt zum Christus. Erst dann ist man berufen, die Frage zu entscheiden: Wie verhält sich der Christus zum Orient? -, wenn einem vom persönlichen Standpunkt aus das Christliche so gleichgültig ist wie das Orientalische. Solange man Vorliebe hat für dieses oder jenes, so lange ist man noch nicht berufen, die Entscheidung zu treffen. Objektiv fängt man erst an zu werden, wenn man die Tatsachen allein sprechen läßt, wenn man keinen Grund der eigenen Meinung mehr achtet, sondern nur die Tatsachen sprechen läßt auf diesem Gebiete.
[ 22 ] Daher tritt uns in der anthroposophischen Weltanschauung, wenn sie uns heute in ihrer wahren Gestalt entgegentritt, etwas entgegen, was innig verwoben ist mit der menschlichen Individualität, weil es aus der Ich-Kraft der Individualität heraussprossen muß und auf der andern Seite unabhängig sein muß, so daß diese Individualität wieder ganz gleichgültig ist. Derjenige Mensch, in dem die anthroposophischen Weistümer erscheinen, muß ihnen gegenüber am gleichgültigsten sein; auf den muß es gar nicht ankommen. Darauf kommt es an, daß er sich so weit gebracht hat, daß er gar nichts von seiner Färbung diesen Dingen aufdrängt. Dann werden sie zwar individuell sein müssen, weil nicht im Lichte der Sterne oder des Mondes etwa das Geistige erscheinen kann, sondern nur in der menschlichen Seele, in der Individualität. Dann wird auf der andern Seite diese so weit sein müssen, daß sie selber sich ausschalten kann beim Zustandekommen dessen, was die Weistümer der Welt sind.
[ 22 ] Daher tritt uns in der anthroposophischen Weltanschauung, wenn sie uns heute in ihrer wahren Gestalt entgegentritt, etwas entgegen, was innig verwoben ist mit der menschlichen Individualität, weil es aus der Ich-Kraft der Individualität heraussprossen muß und auf der andern Seite unabhängig sein muß, so daß diese Individualität wieder ganz gleichgültig ist. Derjenige Mensch, in dem die anthroposophischen Weistümer erscheinen, muß ihnen gegenüber am gleichgültigsten sein; auf den muß es gar nicht ankommen. Darauf kommt es an, daß er sich so weit gebracht hat, daß er gar nichts von seiner Färbung diesen Dingen aufdrängt. Dann werden sie zwar individuell sein müssen, weil nicht im Lichte der Sterne oder des Mondes etwa das Geistige erscheinen kann, sondern nur in der menschlichen Seele, in der Individualität. Dann wird auf der andern Seite diese so weit sein müssen, daß sie selber sich ausschalten kann beim Zustandekommen dessen, was die Weistümer der Welt sind.
[ 23 ] So aber auch wird das, was durch die anthroposophische Bewegung an die Menschheit herantritt, auf der einen Seite etwas, was jeden Menschen angeht, gleichgültig aus welcher Rasse, Nation und so weiter er herausgeboren ist, denn es wendet sich nur an die neue Menschlichkeit, an den Menschen als solchen, aber nicht an ein allgemeines Abstraktum «Mensch», sondern an jeden einzelnen Menschen. Darauf kommt es an. Spricht es daher, ebenso wie es hervorgeht aus der Individualität, aus dem Wesenskern des Menschen, zum tiefsten Wesenskern des Menschen, so erfaßt es diesen Kern des Menschen. Wie wir auch sonst reden von Mensch zu Mensch, im Grunde genommen redet immer nur Oberfläche zu Oberfläche, irgend etwas, was wir nicht mit dem innersten Wesenskern verbunden haben. Verstehen von Mensch zu Mensch, vollständiges Verstehen ist ja gerade heute kaum möglich auf einem andern Gebiete als auf demjenigen, wo das, was erzeugt wird, aus dem Zentrum des menschlichen Wesens hervorkommt und, wenn es richtig verstanden wird vom andern, wiederum zu seinem Zentrum spricht. Daher ist es in gewisser Beziehung eine neue Sprache, welche gesprochen wird durch die Anthroposophie. Wenn wir auch heute noch gezwungen sind, in den einzelnen Landessprachen zu verkündigen, was verkündigt wird - der Inhalt ist eine neue Sprache, die gesprochen wird von der Anthroposophie.
[ 23 ] So aber auch wird das, was durch die anthroposophische Bewegung an die Menschheit herantritt, auf der einen Seite etwas, was jeden Menschen angeht, gleichgültig aus welcher Rasse, Nation und so weiter er herausgeboren ist, denn es wendet sich nur an die neue Menschlichkeit, an den Menschen als solchen, aber nicht an ein allgemeines Abstraktum «Mensch», sondern an jeden einzelnen Menschen. Darauf kommt es an. Spricht es daher, ebenso wie es hervorgeht aus der Individualität, aus dem Wesenskern des Menschen, zum tiefsten Wesenskern des Menschen, so erfaßt es diesen Kern des Menschen. Wie wir auch sonst reden von Mensch zu Mensch, im Grunde genommen redet immer nur Oberfläche zu Oberfläche, irgend etwas, was wir nicht mit dem innersten Wesenskern verbunden haben. Verstehen von Mensch zu Mensch, vollständiges Verstehen ist ja gerade heute kaum möglich auf einem andern Gebiete als auf demjenigen, wo das, was erzeugt wird, aus dem Zentrum des menschlichen Wesens hervorkommt und, wenn es richtig verstanden wird vom andern, wiederum zu seinem Zentrum spricht. Daher ist es in gewisser Beziehung eine neue Sprache, welche gesprochen wird durch die Anthroposophie. Wenn wir auch heute noch gezwungen sind, in den einzelnen Landessprachen zu verkündigen, was verkündigt wird - der Inhalt ist eine neue Sprache, die gesprochen wird von der Anthroposophie.
[ 24 ] Was heute draußen in der Welt gesprochen wird, das ist eine Sprache, die eigentlich nur für ein sehr beschränktes Gebiet gilt. In alten Zeiten, als die Menschen durch ihr altes, dämmerhaftes Hellsehen noch in die geistige Welt schauten, da bedeutete ihr Wort etwas, was in der geistigen Welt war. Das Wort bedeutete etwas, was in der geistigen Welt war. Selbst in Griechenland war das noch anders als heute. Das Wort «Idee», von Plato gebraucht, bedeutet etwas anderes als das Wort «Idee» von unseren heutigen Philosophen gebraucht. Diese heutigen Philosophen können nicht mehr Plato begreifen, weil sie keine Anschauung von demjenigen haben, was er Idee nannte, und es so verwechseln mit dem abstrakten Begriffe. Plato hatte noch vor sich das Geistige, wenn auch schon destilliert; es war sozusagen noch etwas völlig Reales. Da also hatte man in den Worten noch, wenn man sich so ausdrücken darf, den Saft des Geistigen vorhanden. Das können Sie in den Worten spüren. Wenn jemand heute das Wort «Wind», «Luft» gebraucht, nun, dann meint er etwas Äußeres, Physisches. Das Wort Wind entspricht da einem Äußeren, Physischen. Wenn man zum Beispiel im alten Hebräischen das Wort Wind «Ruach» gebrauchte, so meinte man nicht bloß etwas Äußeres, Physisches, sondern ein Geistiges, das da hinfegte durch den Raum. Wenn der Mensch einatmet — nun, heute sagt ihm die materialistische Wissenschaft, daß er einfach materielle Luft einatmet. In alten Zeiten, da hat man nicht geglaubt, daß man die materielle Luft einatmet; da war man sich klar, daß man Geistiges, wenigstens Seelisches einatmet.
[ 24 ] Was heute draußen in der Welt gesprochen wird, das ist eine Sprache, die eigentlich nur für ein sehr beschränktes Gebiet gilt. In alten Zeiten, als die Menschen durch ihr altes, dämmerhaftes Hellsehen noch in die geistige Welt schauten, da bedeutete ihr Wort etwas, was in der geistigen Welt war. Das Wort bedeutete etwas, was in der geistigen Welt war. Selbst in Griechenland war das noch anders als heute. Das Wort «Idee», von Plato gebraucht, bedeutet etwas anderes als das Wort «Idee» von unseren heutigen Philosophen gebraucht. Diese heutigen Philosophen können nicht mehr Plato begreifen, weil sie keine Anschauung von demjenigen haben, was er Idee nannte, und es so verwechseln mit dem abstrakten Begriffe. Plato hatte noch vor sich das Geistige, wenn auch schon destilliert; es war sozusagen noch etwas völlig Reales. Da also hatte man in den Worten noch, wenn man sich so ausdrücken darf, den Saft des Geistigen vorhanden. Das können Sie in den Worten spüren. Wenn jemand heute das Wort «Wind», «Luft» gebraucht, nun, dann meint er etwas Äußeres, Physisches. Das Wort Wind entspricht da einem Äußeren, Physischen. Wenn man zum Beispiel im alten Hebräischen das Wort Wind «Ruach» gebrauchte, so meinte man nicht bloß etwas Äußeres, Physisches, sondern ein Geistiges, das da hinfegte durch den Raum. Wenn der Mensch einatmet — nun, heute sagt ihm die materialistische Wissenschaft, daß er einfach materielle Luft einatmet. In alten Zeiten, da hat man nicht geglaubt, daß man die materielle Luft einatmet; da war man sich klar, daß man Geistiges, wenigstens Seelisches einatmet.
[ 25 ] So waren die Worte durchaus Bezeichnungen für Geistiges und Seelisches. Heute hat das aufgehört, heute ist die Sprache auf die äußere Welt beschränkt oder wenigstens bemühen sich diejenigen, die heute auf der Höhe der Zeit stehen wollen, recht sehr, selbst hinter dem, bei welchem es noch handgreiflich ist, daß es Geistig-Seelischem entnommen ist, nur noch einen materialistischen Sinn zu sehen. Die Physik spricht ja davon, daß es einen «Stoß» von Körpern gibt. Sie hat vergessen, daß das Wort «Stoß» entnommen ist von dem, was ein lebendiges Wesen, wenn es ein anderes Wesen stößt, aus dem innersten Lebewesen selber vollbringt. So wird vergessen die ursprüngliche Wortbedeutung bei diesen einfachen Dingen.
[ 25 ] So waren die Worte durchaus Bezeichnungen für Geistiges und Seelisches. Heute hat das aufgehört, heute ist die Sprache auf die äußere Welt beschränkt oder wenigstens bemühen sich diejenigen, die heute auf der Höhe der Zeit stehen wollen, recht sehr, selbst hinter dem, bei welchem es noch handgreiflich ist, daß es Geistig-Seelischem entnommen ist, nur noch einen materialistischen Sinn zu sehen. Die Physik spricht ja davon, daß es einen «Stoß» von Körpern gibt. Sie hat vergessen, daß das Wort «Stoß» entnommen ist von dem, was ein lebendiges Wesen, wenn es ein anderes Wesen stößt, aus dem innersten Lebewesen selber vollbringt. So wird vergessen die ursprüngliche Wortbedeutung bei diesen einfachen Dingen.
[ 26 ] Also heute ist unsere Sprache - und am meisten ist das bei der wissenschaftlichen Sprache der Fall - eine Sprache geworden, die nur noch Materielles auszudrücken vermag. Dadurch ist das, was, während wir sprechen, in unserer Seele ist, nur verständlich denjenigen Fähigkeiten unserer Seele, die an das physische Gehirn als ihr Instrument gebunden sind; und dann versteht die Seele nichts mehr von all dem, was mit diesen Worten bezeichnet ist, wenn sie entkörpert ist. Wenn die Seele durch die Pforte des Todes gegangen ist, sich nicht mehr bedient des Gehirns, dann sind alle wissenschaftlichen Erörterungen von heute Gebilde, die der entkörperten Seele etwas ganz Unverständliches sind. Sie hört nicht einmal, nimmt nicht wahr das, was man in der Sprache der heutigen Zeit ausdrückt. Es hat keinen Sinn mehr für eine entkörperte Seele, weil es nur Sinn hat für dasjenige, was auf dem physischen Plan ist.
[ 26 ] Also heute ist unsere Sprache - und am meisten ist das bei der wissenschaftlichen Sprache der Fall - eine Sprache geworden, die nur noch Materielles auszudrücken vermag. Dadurch ist das, was, während wir sprechen, in unserer Seele ist, nur verständlich denjenigen Fähigkeiten unserer Seele, die an das physische Gehirn als ihr Instrument gebunden sind; und dann versteht die Seele nichts mehr von all dem, was mit diesen Worten bezeichnet ist, wenn sie entkörpert ist. Wenn die Seele durch die Pforte des Todes gegangen ist, sich nicht mehr bedient des Gehirns, dann sind alle wissenschaftlichen Erörterungen von heute Gebilde, die der entkörperten Seele etwas ganz Unverständliches sind. Sie hört nicht einmal, nimmt nicht wahr das, was man in der Sprache der heutigen Zeit ausdrückt. Es hat keinen Sinn mehr für eine entkörperte Seele, weil es nur Sinn hat für dasjenige, was auf dem physischen Plan ist.
[ 27 ] Das ist wiederum etwas, was wichtiger noch ist zu beachten in dem, was man nennen könnte Vorstellungsart, Denkungsweise. Dadrinnen ist es viel wichtiger zu beachten noch als in der Theorie, denn auf das Leben kommt es an, nicht auf die Theorie, und es ist das Charakteristische, daß man wiederum in der theosophischen Bewegung selber es sehen kann, wie der Materialismus sich hineingeschlichen hat. Weil er nun einmal Zeitmode ist, so hat er sich in die theosophische Auffassung vielfach hineingeschlichen, so daß auch da, im Theosophischen selber, wirklicher Materialismus waltet, zum Beispiel wenn man den Äther- oder Lebensleib beschreibt. Während man sich bemühen sollte, zur Erfassung des Geistigen zu kommen, beschreibt man ihn meistens so, als wenn er ein feineres Materielles wäre, und den astralischen Leib ebenso. Man geht gewöhnlich aus vom physischen Leib, geht weiter dann zum Äther- oder Lebensleib und sagt: Der ist nach dem Muster des physischen Leibes aufgebaut, nur feiner -, und schreitet so hinauf bis Nirwana. Da findet man Beschreibungen, die die Bilder hernehmen von nichts anderem als aus dem Physischen. Ich habe schon erlebt, daß man, wenn man ausdrücken wollte, daß in einem Zimmer eine gute Stimmung ist unter den Anwesenden, man dies nicht einfach in geradem Sinn ausgedrückt hat, sondern daß man gesagt hat: Ach, in diesem Raum sind feine Vibrationen vorhanden. — Man achtet dabei gar nicht darauf, daß man das, was da geistig bei einer Stimmung vorhanden ist, vermaterialisiert, wenn man sich den Raum ausgefüllt denkt mit einer Art dünnem Nebel, der von Vibrationen durchzogen ist.
[ 27 ] Das ist wiederum etwas, was wichtiger noch ist zu beachten in dem, was man nennen könnte Vorstellungsart, Denkungsweise. Dadrinnen ist es viel wichtiger zu beachten noch als in der Theorie, denn auf das Leben kommt es an, nicht auf die Theorie, und es ist das Charakteristische, daß man wiederum in der theosophischen Bewegung selber es sehen kann, wie der Materialismus sich hineingeschlichen hat. Weil er nun einmal Zeitmode ist, so hat er sich in die theosophische Auffassung vielfach hineingeschlichen, so daß auch da, im Theosophischen selber, wirklicher Materialismus waltet, zum Beispiel wenn man den Äther- oder Lebensleib beschreibt. Während man sich bemühen sollte, zur Erfassung des Geistigen zu kommen, beschreibt man ihn meistens so, als wenn er ein feineres Materielles wäre, und den astralischen Leib ebenso. Man geht gewöhnlich aus vom physischen Leib, geht weiter dann zum Äther- oder Lebensleib und sagt: Der ist nach dem Muster des physischen Leibes aufgebaut, nur feiner -, und schreitet so hinauf bis Nirwana. Da findet man Beschreibungen, die die Bilder hernehmen von nichts anderem als aus dem Physischen. Ich habe schon erlebt, daß man, wenn man ausdrücken wollte, daß in einem Zimmer eine gute Stimmung ist unter den Anwesenden, man dies nicht einfach in geradem Sinn ausgedrückt hat, sondern daß man gesagt hat: Ach, in diesem Raum sind feine Vibrationen vorhanden. — Man achtet dabei gar nicht darauf, daß man das, was da geistig bei einer Stimmung vorhanden ist, vermaterialisiert, wenn man sich den Raum ausgefüllt denkt mit einer Art dünnem Nebel, der von Vibrationen durchzogen ist.
[ 28 ] Ja, sehen Sie, das ist das, was ich als denkbar materialistischste Vorstellungsart bezeichnen möchte. Es sitzt sozusagen der Materialismus selbst denen, die spirituell denken wollen, im Nacken. Das soll nur eine Charakteristik unserer heutigen Zeit sein; es ist aber wichtig, daß wir uns dessen bewußt werden. Und daher müssen wir auch gerade darauf achten, was gesagt worden ist: daß unsere Sprache, die immerhin eine Art Tyrannin ist für das menschliche Denken, daß unsere Sprache in die Seele einen Hang zum Materialismus verpflanzt. Und manche, die heute ganz gerne Idealisten sein möchten, drücken sich so aus, durch die Sprachtyrannis verführt, ganz im materialistischen Sinne. Das ist eine Sprache, die nicht mehr verstanden werden kann von der Seele, sobald sie sich nicht mehr gebunden fühlt an das menschliche Gehirn.
[ 28 ] Ja, sehen Sie, das ist das, was ich als denkbar materialistischste Vorstellungsart bezeichnen möchte. Es sitzt sozusagen der Materialismus selbst denen, die spirituell denken wollen, im Nacken. Das soll nur eine Charakteristik unserer heutigen Zeit sein; es ist aber wichtig, daß wir uns dessen bewußt werden. Und daher müssen wir auch gerade darauf achten, was gesagt worden ist: daß unsere Sprache, die immerhin eine Art Tyrannin ist für das menschliche Denken, daß unsere Sprache in die Seele einen Hang zum Materialismus verpflanzt. Und manche, die heute ganz gerne Idealisten sein möchten, drücken sich so aus, durch die Sprachtyrannis verführt, ganz im materialistischen Sinne. Das ist eine Sprache, die nicht mehr verstanden werden kann von der Seele, sobald sie sich nicht mehr gebunden fühlt an das menschliche Gehirn.
[ 29 ] Es gibt sogar noch etwas anderes, Sie mögen es glauben oder nicht. Für denjenigen, der okkultes Anschauen, wirklich geistiges Wahrnehmen kennt, für den bedeutet die Art der Darstellung, wie sie heute vielfach gepflogen wird in theosophisch-wissenschaftlichen Schriften, einen wirklichen Schmerz, weil es ihm unsinnig vorkommt, wenn er anfängt, nicht mehr mit dem physischen Gehirn zu denken, sondern mit der Seele, die nicht mehr gebunden ist an das physische Gehirn, das heißt wirklich in der geistigen Welt lebt. Solange man mit dem physischen Gehirn denkt, so lange mag es hingehen, so die Welt zu charakterisieren. Sobald man aber anfängt, eine spirituelle Anschauung zu entfalten, so hört es auf, einen Sinn zu haben, in dieser Weise über die Dinge zu sprechen. Dann tut es sogar weh, wenn man den Ausspruch hören muß: In diesem Raum sind gute Vibrationen -, statt: Da herrscht eine gute Stimmung. - Das verursacht sogleich bei demjenigen, der imstande ist, wirklich geistig sich die Dinge vorzustellen, einen Schmerz, weil Gedanken Wirklichkeiten sind. Da füllt sich der Raum aus mit einem dunklen Nebel, wenn jemand die Gedankenform hinstellt: Es sind gute Vibrationen im Raum -, statt: Es herrscht eine gute Stimmung.
[ 29 ] Es gibt sogar noch etwas anderes, Sie mögen es glauben oder nicht. Für denjenigen, der okkultes Anschauen, wirklich geistiges Wahrnehmen kennt, für den bedeutet die Art der Darstellung, wie sie heute vielfach gepflogen wird in theosophisch-wissenschaftlichen Schriften, einen wirklichen Schmerz, weil es ihm unsinnig vorkommt, wenn er anfängt, nicht mehr mit dem physischen Gehirn zu denken, sondern mit der Seele, die nicht mehr gebunden ist an das physische Gehirn, das heißt wirklich in der geistigen Welt lebt. Solange man mit dem physischen Gehirn denkt, so lange mag es hingehen, so die Welt zu charakterisieren. Sobald man aber anfängt, eine spirituelle Anschauung zu entfalten, so hört es auf, einen Sinn zu haben, in dieser Weise über die Dinge zu sprechen. Dann tut es sogar weh, wenn man den Ausspruch hören muß: In diesem Raum sind gute Vibrationen -, statt: Da herrscht eine gute Stimmung. - Das verursacht sogleich bei demjenigen, der imstande ist, wirklich geistig sich die Dinge vorzustellen, einen Schmerz, weil Gedanken Wirklichkeiten sind. Da füllt sich der Raum aus mit einem dunklen Nebel, wenn jemand die Gedankenform hinstellt: Es sind gute Vibrationen im Raum -, statt: Es herrscht eine gute Stimmung.
[ 30 ] Es ist nun die Aufgabe der anthroposophischen Vorstellungsart — und die Vorstellungsart ist wichtiger als die Theorien -, daß wir lernen eine Sprache zu sprechen, die nun tatsächlich nicht bloß verstanden wird von der menschlichen Seele, solange sie im physischen Leibe ist, sondern auch dann, wenn diese Seele nicht mehr an das Instrument des physischen Gehirns gebunden ist; also entweder von einer zwar noch im Leibe sich befindenden, aber spirituell anschauenden, oder von der durch die Pforte des Todes gegangenen Seele noch erfaßt werden kann. Und das ist das Wesentliche! Wenn wir die Begriffe hinstellen, welche die Welt erklären, die das menschliche Wesen erklären, dann ist das eine Sprache, die nicht bloß hier auf dem physischen Plan verstanden werden kann, sondern auch von denjenigen, die jetzt nicht im physischen Leibe verkörpert sind, sondern zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben. Ja, was auf unserem anthroposophischen Boden gesprochen wird, das hören und verstehen die sogenannten Toten. Da sind sie völlig mit uns auf einem Boden, wo eine gleiche Sprache gesprochen wird. Da reden wir zu allen Menschen. Denn in gewisser Beziehung ist es zufällig, ob eine menschliche Seele gerade in einem fleischlichen Leibe ist oder in dem andern Zustande zwischen Tod und einer neuen Geburt. Und wir lernen durch die Anthroposophie eine Sprache, die für alle Menschenwesen, gleichgültig ob im einen oder im andern Zustand, verständlich ist. So also reden wir innerhalb des anthroposophischen Feldes eine Sprache, die gesprochen ist auch für die sogenannten Toten. Wir berühren nämlich wirklich durch dasjenige, was wir, wenn es auch scheinbar abstrakt ist, im realen Sinne in den anthroposophischen Erörterungen pflegen, den innersten Menschenkern, die innerste Wesenheit des Menschen. Wir dringen hinein bis in des Menschen Seele. Und damit befreien wir den Menschen, weil wir in seine Seele hineindringen, von aller Gruppenseelenhaftigkeit, das heißt, der Mensch wird auf diese Weise immer fähiger und fähiger, sich in seiner Ichheit wirklich zu erfassen.
[ 30 ] Es ist nun die Aufgabe der anthroposophischen Vorstellungsart — und die Vorstellungsart ist wichtiger als die Theorien -, daß wir lernen eine Sprache zu sprechen, die nun tatsächlich nicht bloß verstanden wird von der menschlichen Seele, solange sie im physischen Leibe ist, sondern auch dann, wenn diese Seele nicht mehr an das Instrument des physischen Gehirns gebunden ist; also entweder von einer zwar noch im Leibe sich befindenden, aber spirituell anschauenden, oder von der durch die Pforte des Todes gegangenen Seele noch erfaßt werden kann. Und das ist das Wesentliche! Wenn wir die Begriffe hinstellen, welche die Welt erklären, die das menschliche Wesen erklären, dann ist das eine Sprache, die nicht bloß hier auf dem physischen Plan verstanden werden kann, sondern auch von denjenigen, die jetzt nicht im physischen Leibe verkörpert sind, sondern zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben. Ja, was auf unserem anthroposophischen Boden gesprochen wird, das hören und verstehen die sogenannten Toten. Da sind sie völlig mit uns auf einem Boden, wo eine gleiche Sprache gesprochen wird. Da reden wir zu allen Menschen. Denn in gewisser Beziehung ist es zufällig, ob eine menschliche Seele gerade in einem fleischlichen Leibe ist oder in dem andern Zustande zwischen Tod und einer neuen Geburt. Und wir lernen durch die Anthroposophie eine Sprache, die für alle Menschenwesen, gleichgültig ob im einen oder im andern Zustand, verständlich ist. So also reden wir innerhalb des anthroposophischen Feldes eine Sprache, die gesprochen ist auch für die sogenannten Toten. Wir berühren nämlich wirklich durch dasjenige, was wir, wenn es auch scheinbar abstrakt ist, im realen Sinne in den anthroposophischen Erörterungen pflegen, den innersten Menschenkern, die innerste Wesenheit des Menschen. Wir dringen hinein bis in des Menschen Seele. Und damit befreien wir den Menschen, weil wir in seine Seele hineindringen, von aller Gruppenseelenhaftigkeit, das heißt, der Mensch wird auf diese Weise immer fähiger und fähiger, sich in seiner Ichheit wirklich zu erfassen.
[ 31 ] Und das ist das Eigentümliche, daß diejenigen, die heute zur Anthroposophie herankommen, die wirklich Anthroposophie aufnehmen, sich gegenüber den andern Menschen, die ihr ferne bleiben, so ausnehmen, als würde sich durch die anthroposophischen Gedanken ihr Ich kristallisieren als eine spirituelle Wesenheit, die dann mitgetragen wird hinaus durch die Pforte des Todes. An der Stelle, wo die Ich-Wesenheit ist, die da bleibt, die da jetzt ist im Leibe und die da bleibt nach dem Tode, an Stelle jener Ich-Wesenheit ist bei den andern Menschen ein Hohlraum, ein Nichts. Alles übrige, was man an Begriffen heute aufnehmen kann, das wird immer mehr und mehr gegenstandslos für den eigentlichen seelischen Wesenskern des Menschen. Das Mittelpunktswesen des Menschen wird erfaßt durch dasjenige, was wir an anthroposophischen Gedanken aufnehmen. Das kristallisiert eine spirituelle Substanz im Menschen, das nimmt er mit nach dem Tode und durch das nimmt er wahr in der geistigen Welt. Damit sieht und hört er in der geistigen Welt, damit durchdringt er jene Finsternis, die sonst für den Menschen in der geistigen Welt ist. Und dadurch wird es bewirkt, daß, wenn der Mensch heute durch diese anthroposophischen Begriffe und anthroposophische Vorstellungsart dieses Ich in sich ausbildet, das nun im Zusammenhange steht mit all den Weltweistümern, die wir erhalten können - wenn er es ausbildet -, er es auch hinüberträgt in die nächste Inkarnation. Dann wird er wiedergeboren mit diesem nun ausgebildeten Ich, und er erinnert sich an dieses ausgebildete Ich. Und das ist die tiefere Aufgabe der anthroposophischen Weltbewegung heute: eine Anzahl von Menschen hinüberzuschicken zur nächsten Inkarnation mit einem Ich, an das sie sich erinnern als ihr individuelles Ich. Und das werden diejenigen Menschen sein, die den Kern der nächsten Kulturperiode bilden.
[ 31 ] Und das ist das Eigentümliche, daß diejenigen, die heute zur Anthroposophie herankommen, die wirklich Anthroposophie aufnehmen, sich gegenüber den andern Menschen, die ihr ferne bleiben, so ausnehmen, als würde sich durch die anthroposophischen Gedanken ihr Ich kristallisieren als eine spirituelle Wesenheit, die dann mitgetragen wird hinaus durch die Pforte des Todes. An der Stelle, wo die Ich-Wesenheit ist, die da bleibt, die da jetzt ist im Leibe und die da bleibt nach dem Tode, an Stelle jener Ich-Wesenheit ist bei den andern Menschen ein Hohlraum, ein Nichts. Alles übrige, was man an Begriffen heute aufnehmen kann, das wird immer mehr und mehr gegenstandslos für den eigentlichen seelischen Wesenskern des Menschen. Das Mittelpunktswesen des Menschen wird erfaßt durch dasjenige, was wir an anthroposophischen Gedanken aufnehmen. Das kristallisiert eine spirituelle Substanz im Menschen, das nimmt er mit nach dem Tode und durch das nimmt er wahr in der geistigen Welt. Damit sieht und hört er in der geistigen Welt, damit durchdringt er jene Finsternis, die sonst für den Menschen in der geistigen Welt ist. Und dadurch wird es bewirkt, daß, wenn der Mensch heute durch diese anthroposophischen Begriffe und anthroposophische Vorstellungsart dieses Ich in sich ausbildet, das nun im Zusammenhange steht mit all den Weltweistümern, die wir erhalten können - wenn er es ausbildet -, er es auch hinüberträgt in die nächste Inkarnation. Dann wird er wiedergeboren mit diesem nun ausgebildeten Ich, und er erinnert sich an dieses ausgebildete Ich. Und das ist die tiefere Aufgabe der anthroposophischen Weltbewegung heute: eine Anzahl von Menschen hinüberzuschicken zur nächsten Inkarnation mit einem Ich, an das sie sich erinnern als ihr individuelles Ich. Und das werden diejenigen Menschen sein, die den Kern der nächsten Kulturperiode bilden.
[ 32 ] Jene Menschen, welche gut vorbereitet worden sind durch die anthroposophische geistige Bewegung, an ihr individuelles Ich sich zu erinnern, die werden über die ganze Erde verbreitet sein. Denn das Wesentliche in der nächsten Kulturperiode wird sein, daß sie nicht abgegrenzt sein wird durch einzelne Lokalitäten, sondern über die ganze Erde verbreitet sein wird. Die einzelnen Menschen werden zerstreut sein über die ganze Erde, und innerhalb des ganzen Erdgebietes wird der Kern von Menschheit da sein, der wesentlich sein wird für die sechste Kulturperiode. Und so wird es unter diesen Menschen sein, daß sie sich wiedererkennen werden als solche, die in ihrer vorhergehenden Inkarnation zusammen erstrebt haben das individuelle Ich.
[ 32 ] Jene Menschen, welche gut vorbereitet worden sind durch die anthroposophische geistige Bewegung, an ihr individuelles Ich sich zu erinnern, die werden über die ganze Erde verbreitet sein. Denn das Wesentliche in der nächsten Kulturperiode wird sein, daß sie nicht abgegrenzt sein wird durch einzelne Lokalitäten, sondern über die ganze Erde verbreitet sein wird. Die einzelnen Menschen werden zerstreut sein über die ganze Erde, und innerhalb des ganzen Erdgebietes wird der Kern von Menschheit da sein, der wesentlich sein wird für die sechste Kulturperiode. Und so wird es unter diesen Menschen sein, daß sie sich wiedererkennen werden als solche, die in ihrer vorhergehenden Inkarnation zusammen erstrebt haben das individuelle Ich.
[ 33 ] Das ist die richtige Pflege jener Seelenfähigkeit, von der wir gesprochen haben. Die Seelenfähigkeit, die bildet sich auch so aus, daß nicht nur diejenigen, die jetzt geschildert worden sind, sich erinnern werden; sondern immer mehr und mehr Menschen werden, trotzdem sie ihr Ich nicht ausgebildet haben, die Erinnerung haben an die vorhergehende Inkarnation. Aber sie werden sich nicht an ein individuelles Ich erinnern, weil sie es nicht ausgebildet haben, sondern an das Gruppen-Ich, in dem sie geblieben sind. So wird es Menschen geben, die in dieser Inkarnation gesorgt haben für die Ausbildung ihres individuellen Ich. Diese werden sich erinnern als selbständige Individualität; sie werden zurückblicken und sagen: Du warst dieser oder jener. —- Diejenigen, welche die Individualität nicht ausgebildet haben, werden sich an diese Individualität auch nicht erinnern können.
[ 33 ] Das ist die richtige Pflege jener Seelenfähigkeit, von der wir gesprochen haben. Die Seelenfähigkeit, die bildet sich auch so aus, daß nicht nur diejenigen, die jetzt geschildert worden sind, sich erinnern werden; sondern immer mehr und mehr Menschen werden, trotzdem sie ihr Ich nicht ausgebildet haben, die Erinnerung haben an die vorhergehende Inkarnation. Aber sie werden sich nicht an ein individuelles Ich erinnern, weil sie es nicht ausgebildet haben, sondern an das Gruppen-Ich, in dem sie geblieben sind. So wird es Menschen geben, die in dieser Inkarnation gesorgt haben für die Ausbildung ihres individuellen Ich. Diese werden sich erinnern als selbständige Individualität; sie werden zurückblicken und sagen: Du warst dieser oder jener. —- Diejenigen, welche die Individualität nicht ausgebildet haben, werden sich an diese Individualität auch nicht erinnern können.
[ 34 ] Glauben Sie nicht, daß man durch das bloße visionäre Hellsehen etwa die Fähigkeit erlangt, sich an das vorhergehende Ich zu erinnern. Die Menschen waren einmal hellsehend. Würde das bloße Hellsehen genügen, so müßten sich alle erinnern, denn alle waren hellsehend. Nicht das macht es bloß aus, ob man hellsehend ist, hellsehend werden die Menschen schon in der Zukunft. Das macht es aus, ob man das Ich in dieser Inkarnation gepflegt hat oder nicht. Hat man es nicht gepflegt, so ist es als eine innere menschliche Wesenheit nicht da. Man schaut zurück und erinnert sich, als ein Gruppen-Ich, an dasjenige, was man gemeinschaftlich hatte. So daß diese Menschen sagen werden: Ja, da war ich, aber ich habe mich nicht losgemacht. - Das werden diese Menschen dann empfinden als ihren Fall, als einen neuen Fall der Menschheit, als ein Zurückfallen in die bewußte Zusammengehörigkeit mit der Gruppenseele. Und das wird etwas Furchtbares sein für den sechsten Zeitraum: nicht sich als Individualität im Rückblick fühlen zu können, sondern gehemmt zu sein dadurch, daß man nicht hinaus kann über die Gruppenseelenhaftigkeit. Wenn man es kraß ausdrücken will, so kann man sagen: Denjenigen Menschen, die jetzt ihre Individualität kultivieren, denen wird die ganze Erde gehören mit alldem, was sie hervorbringen kann - es gilt wenigstens bildlich -; diejenigen Menschen, die nicht ausprägen ihr individuelles Ich, die werden angewiesen sein, sich anzuschließen an eine gewisse Gruppe und von der sich eingeben zu lassen, wie sie denken, fühlen, wollen, handeln sollen. Das wird als ein Zurückfallen, als ein Fall empfunden werden in der künftigen Menschheit.
[ 34 ] Glauben Sie nicht, daß man durch das bloße visionäre Hellsehen etwa die Fähigkeit erlangt, sich an das vorhergehende Ich zu erinnern. Die Menschen waren einmal hellsehend. Würde das bloße Hellsehen genügen, so müßten sich alle erinnern, denn alle waren hellsehend. Nicht das macht es bloß aus, ob man hellsehend ist, hellsehend werden die Menschen schon in der Zukunft. Das macht es aus, ob man das Ich in dieser Inkarnation gepflegt hat oder nicht. Hat man es nicht gepflegt, so ist es als eine innere menschliche Wesenheit nicht da. Man schaut zurück und erinnert sich, als ein Gruppen-Ich, an dasjenige, was man gemeinschaftlich hatte. So daß diese Menschen sagen werden: Ja, da war ich, aber ich habe mich nicht losgemacht. - Das werden diese Menschen dann empfinden als ihren Fall, als einen neuen Fall der Menschheit, als ein Zurückfallen in die bewußte Zusammengehörigkeit mit der Gruppenseele. Und das wird etwas Furchtbares sein für den sechsten Zeitraum: nicht sich als Individualität im Rückblick fühlen zu können, sondern gehemmt zu sein dadurch, daß man nicht hinaus kann über die Gruppenseelenhaftigkeit. Wenn man es kraß ausdrücken will, so kann man sagen: Denjenigen Menschen, die jetzt ihre Individualität kultivieren, denen wird die ganze Erde gehören mit alldem, was sie hervorbringen kann - es gilt wenigstens bildlich -; diejenigen Menschen, die nicht ausprägen ihr individuelles Ich, die werden angewiesen sein, sich anzuschließen an eine gewisse Gruppe und von der sich eingeben zu lassen, wie sie denken, fühlen, wollen, handeln sollen. Das wird als ein Zurückfallen, als ein Fall empfunden werden in der künftigen Menschheit.
[ 35 ] So dürfen wir dasjenige, was anthroposophische Bewegung, geistiges Leben ist, nicht als bloße Theorie betrachten, sondern als etwas, was uns gegeben wird innerhalb der Gegenwart, weil es vorbereitet etwas, was notwendig ist für die Zukunft der Menschheit. Wenn wir uns richtig erfassen in dem Punkt, gerade da, wo wir jetzt sind, aus der Vergangenheit hergekommen sind, und ein wenig hinblicken auf die Zukunft, so müssen wir sagen: Jetzt ist die Zeit da, wo man beginnt, die menschliche Fähigkeit der Rückerinnerung auszubilden. Es kommt nur darauf an, daß wir sie richtig ausbilden, das heißt, daß wir uns anerziehen ein individuelles Ich. Denn nur an dasjenige, was wir geschaffen haben in unserer Seele, an das können wir uns erinnern. Haben wir es nicht geschaffen, dann bleibt uns nur die fesselnde Erinnerung an ein Gruppen-Ich, und dann empfinden wir das als ein Herunterfallen in eine Gruppe sozusagen höherer Tierheit. Wenn auch die menschlichen Gruppenseelen feiner und höher sind als die tierischen, so bleiben sie eben doch Gruppenseelen. Die Menschen der Vorzeit empfanden das nicht als Fall, weil sie daran waren, sich herauszuentwickeln von der Gruppenseelenhaftigkeit zur einzelnen Seele. Wenn sie jetzt beibehalten wird, dann fallen sie bewußt hinein, und das wird die drückende Empfindung in der Zukunft derjenigen sein, die nicht in der richtigen Art den Anschluß finden entweder jetzt oder in einer späteren Inkarnation: daß sie empfinden werden den Fall in der Gruppenseelenhaftigkeit.
[ 35 ] So dürfen wir dasjenige, was anthroposophische Bewegung, geistiges Leben ist, nicht als bloße Theorie betrachten, sondern als etwas, was uns gegeben wird innerhalb der Gegenwart, weil es vorbereitet etwas, was notwendig ist für die Zukunft der Menschheit. Wenn wir uns richtig erfassen in dem Punkt, gerade da, wo wir jetzt sind, aus der Vergangenheit hergekommen sind, und ein wenig hinblicken auf die Zukunft, so müssen wir sagen: Jetzt ist die Zeit da, wo man beginnt, die menschliche Fähigkeit der Rückerinnerung auszubilden. Es kommt nur darauf an, daß wir sie richtig ausbilden, das heißt, daß wir uns anerziehen ein individuelles Ich. Denn nur an dasjenige, was wir geschaffen haben in unserer Seele, an das können wir uns erinnern. Haben wir es nicht geschaffen, dann bleibt uns nur die fesselnde Erinnerung an ein Gruppen-Ich, und dann empfinden wir das als ein Herunterfallen in eine Gruppe sozusagen höherer Tierheit. Wenn auch die menschlichen Gruppenseelen feiner und höher sind als die tierischen, so bleiben sie eben doch Gruppenseelen. Die Menschen der Vorzeit empfanden das nicht als Fall, weil sie daran waren, sich herauszuentwickeln von der Gruppenseelenhaftigkeit zur einzelnen Seele. Wenn sie jetzt beibehalten wird, dann fallen sie bewußt hinein, und das wird die drückende Empfindung in der Zukunft derjenigen sein, die nicht in der richtigen Art den Anschluß finden entweder jetzt oder in einer späteren Inkarnation: daß sie empfinden werden den Fall in der Gruppenseelenhaftigkeit.
[ 36 ] Das ist die reale Aufgabe der Anthroposophie: den Anschluß zu geben. So müssen wir sie erfassen innerhalb des Menschenlebens. Wenn wir dies ins Auge fassen, daß der sechste Kulturzeitraum gerade die erste Überwindung, völlige Überwindung des Rassenbegriffes ist, so müssen wir uns klar sein, daß es phantastisch wäre zu glauben, daß auch die sechste Rasse von irgendeinem Ort der Erde ausginge und sich so bildete wie die früheren Rassen. Das ist der Fortschritt, daß immer neue Arten der Lebensentwickelung auftreten innerhalb des Fortganges, daß nicht dasjenige, was an Begriffen für frühere Zeiten gegolten hat, auch für künftige gelten soll. Sonst - wenn wir das nicht einsehen, wird uns nicht die Idee des Fortschrittes ganz klarwerden. Wir werden sozusagen sonst immer wiederum in den Fehler zurückfallen, daß wir sagen: So und so viele Runden, Globen, Rassen und so weiter. Und immer kugelt das herum und wieder herum und immer in derselben Weise. - Man kann nicht einsehen, warum dieses Rad von Runden, Globen, Rassen sich immer wieder drehen soll. Darum handelt es sich, daß das Wort Rasse eine Bezeichnung ist, die nur für gewisse Zeiten gilt. Um den sechsten Zeitraum herum hat der Begriff kaum mehr einen Sinn. Rasse hatten nur noch in sich die Elemente, die von der atlantischen Zeit geblieben sind.
[ 36 ] Das ist die reale Aufgabe der Anthroposophie: den Anschluß zu geben. So müssen wir sie erfassen innerhalb des Menschenlebens. Wenn wir dies ins Auge fassen, daß der sechste Kulturzeitraum gerade die erste Überwindung, völlige Überwindung des Rassenbegriffes ist, so müssen wir uns klar sein, daß es phantastisch wäre zu glauben, daß auch die sechste Rasse von irgendeinem Ort der Erde ausginge und sich so bildete wie die früheren Rassen. Das ist der Fortschritt, daß immer neue Arten der Lebensentwickelung auftreten innerhalb des Fortganges, daß nicht dasjenige, was an Begriffen für frühere Zeiten gegolten hat, auch für künftige gelten soll. Sonst - wenn wir das nicht einsehen, wird uns nicht die Idee des Fortschrittes ganz klarwerden. Wir werden sozusagen sonst immer wiederum in den Fehler zurückfallen, daß wir sagen: So und so viele Runden, Globen, Rassen und so weiter. Und immer kugelt das herum und wieder herum und immer in derselben Weise. - Man kann nicht einsehen, warum dieses Rad von Runden, Globen, Rassen sich immer wieder drehen soll. Darum handelt es sich, daß das Wort Rasse eine Bezeichnung ist, die nur für gewisse Zeiten gilt. Um den sechsten Zeitraum herum hat der Begriff kaum mehr einen Sinn. Rasse hatten nur noch in sich die Elemente, die von der atlantischen Zeit geblieben sind.
[ 37 ] In der Zukunft wird dasjenige, was zum Tiefsten der menschlichen Seele spricht, sich auch immer mehr und mehr in dem Äußeren des Menschen ausdrücken, und es wird dasjenige, was der Mensch als ein auf der einen Seite ganz Individuelles erworben hat und doch wiederum unindividuell erlebt, dadurch ausdrücken, daß es hinauswirkt bis zum menschlichen Antlitz; so daß die Individualität des Menschen ihm auf seinem Antlitz geschrieben sein wird, nicht die Gruppenseelenhaftigkeit. Das wird die menschliche Mannigfaltigkeit ausmachen. Alles wird individuell erworben, trotzdem es durch die Überwindung der Individualität da ist. Und wir werden nicht Gruppen treffen unter denen, die erfaßt sind vom Ich, sondern im Äußeren wird sich das Individuelle ausdrücken. Das wird auch den Unterschied bilden zwischen den Menschen. Da werden solche sein, die sich ihre Ichheit erworben haben; sie werden über die ganze Erde hin zwar mit den mannigfaltigsten Antlitzen da sein, aber an ihrer Mannigfaltigkeit wird man erkennen, daß bis in die Geste hinein zum Ausdruck sich bringt das individuelle Ich. Während bei denen, die die Individualität nicht ausgebildet haben, die Gruppenseelenhaftigkeit dadurch zum Ausdruck kommen wird, daß sie auch in ihrem Antlitz die Gruppenseelenhaftigkeit tragen werden; das heißt, sie werden in Kategorien zerfallen, die einander gleichen werden. Das wird die äußere Physiognomie unserer Erde sein: daß vorbereitet sein wird eine Möglichkeit, die Individualität als äußeres Zeichen an sich zu tragen und die Gruppenseelenhaftigkeit als äußeres Zeichen an sich zu tragen.
[ 37 ] In der Zukunft wird dasjenige, was zum Tiefsten der menschlichen Seele spricht, sich auch immer mehr und mehr in dem Äußeren des Menschen ausdrücken, und es wird dasjenige, was der Mensch als ein auf der einen Seite ganz Individuelles erworben hat und doch wiederum unindividuell erlebt, dadurch ausdrücken, daß es hinauswirkt bis zum menschlichen Antlitz; so daß die Individualität des Menschen ihm auf seinem Antlitz geschrieben sein wird, nicht die Gruppenseelenhaftigkeit. Das wird die menschliche Mannigfaltigkeit ausmachen. Alles wird individuell erworben, trotzdem es durch die Überwindung der Individualität da ist. Und wir werden nicht Gruppen treffen unter denen, die erfaßt sind vom Ich, sondern im Äußeren wird sich das Individuelle ausdrücken. Das wird auch den Unterschied bilden zwischen den Menschen. Da werden solche sein, die sich ihre Ichheit erworben haben; sie werden über die ganze Erde hin zwar mit den mannigfaltigsten Antlitzen da sein, aber an ihrer Mannigfaltigkeit wird man erkennen, daß bis in die Geste hinein zum Ausdruck sich bringt das individuelle Ich. Während bei denen, die die Individualität nicht ausgebildet haben, die Gruppenseelenhaftigkeit dadurch zum Ausdruck kommen wird, daß sie auch in ihrem Antlitz die Gruppenseelenhaftigkeit tragen werden; das heißt, sie werden in Kategorien zerfallen, die einander gleichen werden. Das wird die äußere Physiognomie unserer Erde sein: daß vorbereitet sein wird eine Möglichkeit, die Individualität als äußeres Zeichen an sich zu tragen und die Gruppenseelenhaftigkeit als äußeres Zeichen an sich zu tragen.
[ 38 ] Das ist der Sinn der irdischen Entwickelung, daß der Mensch immer mehr und mehr die Fähigkeit erlangt, in seinem Äußeren das Innere darzustellen. Deshalb gibt es eine alte Schrift, in welcher das größte Ideal für die Entwickelung des Ich, der Christus Jesus, so charakterisiert wird, daß gesagt wird: Wenn die zwei eins werden, wenn das Äußere wie das Innere wird, dann hat der Mensch die Christushaftigkeit in sich erreicht. Das ist der Sinn einer gewissen Stelle des sogenannten Ägypter-Evangeliums. Solche Stellen begreift man aus der anthroposophischen Weisheit heraus.
[ 38 ] Das ist der Sinn der irdischen Entwickelung, daß der Mensch immer mehr und mehr die Fähigkeit erlangt, in seinem Äußeren das Innere darzustellen. Deshalb gibt es eine alte Schrift, in welcher das größte Ideal für die Entwickelung des Ich, der Christus Jesus, so charakterisiert wird, daß gesagt wird: Wenn die zwei eins werden, wenn das Äußere wie das Innere wird, dann hat der Mensch die Christushaftigkeit in sich erreicht. Das ist der Sinn einer gewissen Stelle des sogenannten Ägypter-Evangeliums. Solche Stellen begreift man aus der anthroposophischen Weisheit heraus.
[ 39 ] Nachdem wir heute versucht haben, aus den Tiefen unserer Erkenntnis heraus die Aufgabe der Anthroposophie zu erfassen, wollen wir nun Dienstag etwas als ein spirituelles Problem in Angriff nehmen, das uns wiederum, als eine besondere individuelle Angelegenheit des Menschen, auf sein Schicksal, auf sein Wesen führen kann.
[ 39 ] Nachdem wir heute versucht haben, aus den Tiefen unserer Erkenntnis heraus die Aufgabe der Anthroposophie zu erfassen, wollen wir nun Dienstag etwas als ein spirituelles Problem in Angriff nehmen, das uns wiederum, als eine besondere individuelle Angelegenheit des Menschen, auf sein Schicksal, auf sein Wesen führen kann.
