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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 117

26 December 1909, Berlin

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12. Weihnachtsstimmung

12. Weihnachtsstimmung

[ 1 ] Wir haben versucht, in den Tagen vor Weihnachten uns zu jener Stimmung zu erheben, die auch im anthroposophischen Sinne die rechte Weihnachtsstimmung genannt werden kann. Wir versuchten uns damals vor die Seele zu rufen, daß es eine Auslegung des Weihnachtsfestes gibt, die in gewisser Weise die Weihnachtsstimmung anwendbar macht auf alles dasjenige, was Wichtiges im Jahreserlebnis des Menschen vorgeht. Für den Erkenntnissuchenden, insbesondere in unserer Gegenwart, muß es zu den wichtigsten Stimmungen gehören, der Geist-Erkenntnis selber gegenüber sozusagen Weihnacht feiern zu können. Und der Geist-Erkenntnis gegenüber Weihnacht feiern, was könnte es denn anderes heißen, als sich einmal so recht innig, inbrünstig in die Seele rufen, wie wir das Jahr über versuchen, unsere spirituelle Pflicht gegenüber der heutigen Menschheitsentwickelung dadurch zu erfüllen, daß wir verstehen die Aufgabe der Menschheit in unserer Zeit, daß wir unsere Seelen immer reicher und reicher an Inhalt machen, der dem Erlebnis der geistigen Welt entnommen ist, um so zu denjenigen Menschen gehören zu können, gehören zu dürfen, welche die notwendige geistige Arbeit in der nächsten Menschheitsepoche werden zu leisten haben.

[ 1 ] Wir haben versucht, in den Tagen vor Weihnachten uns zu jener Stimmung zu erheben, die auch im anthroposophischen Sinne die rechte Weihnachtsstimmung genannt werden kann. Wir versuchten uns damals vor die Seele zu rufen, daß es eine Auslegung des Weihnachtsfestes gibt, die in gewisser Weise die Weihnachtsstimmung anwendbar macht auf alles dasjenige, was Wichtiges im Jahreserlebnis des Menschen vorgeht. Für den Erkenntnissuchenden, insbesondere in unserer Gegenwart, muß es zu den wichtigsten Stimmungen gehören, der Geist-Erkenntnis selber gegenüber sozusagen Weihnacht feiern zu können. Und der Geist-Erkenntnis gegenüber Weihnacht feiern, was könnte es denn anderes heißen, als sich einmal so recht innig, inbrünstig in die Seele rufen, wie wir das Jahr über versuchen, unsere spirituelle Pflicht gegenüber der heutigen Menschheitsentwickelung dadurch zu erfüllen, daß wir verstehen die Aufgabe der Menschheit in unserer Zeit, daß wir unsere Seelen immer reicher und reicher an Inhalt machen, der dem Erlebnis der geistigen Welt entnommen ist, um so zu denjenigen Menschen gehören zu können, gehören zu dürfen, welche die notwendige geistige Arbeit in der nächsten Menschheitsepoche werden zu leisten haben.

[ 2 ] So suchen wir denn in unsere Seelen zu senken das ganze Jahr hindurch geisteswissenschaftlichen Gehalt, versuchen einzudringen in die anthroposophische Weisheit. Und wenn dann das Jahr jenem Ende zuneigt, das sich schon äußerlich als ein wichtiges dadurch symbolisiert, daß außen um uns herum durch die geringe Kraft der Sonnenstrahlen ein Übermaß an Finsternis herrscht, dann versuchen wir in dieser Festeszeit zu verstehen, wie wir in bezug auf dieses anthroposophische Jahr unsere Weihnachten feiern können. Versuchen wir uns ja doch immer aufs neue klarzumachen, daß durchdrungen und durchleuchtet sein muß die ganze anthroposophische Wahrheit von jenem mächtigen Impuls, den wir den Christus-Impuls nennen!

[ 2 ] So suchen wir denn in unsere Seelen zu senken das ganze Jahr hindurch geisteswissenschaftlichen Gehalt, versuchen einzudringen in die anthroposophische Weisheit. Und wenn dann das Jahr jenem Ende zuneigt, das sich schon äußerlich als ein wichtiges dadurch symbolisiert, daß außen um uns herum durch die geringe Kraft der Sonnenstrahlen ein Übermaß an Finsternis herrscht, dann versuchen wir in dieser Festeszeit zu verstehen, wie wir in bezug auf dieses anthroposophische Jahr unsere Weihnachten feiern können. Versuchen wir uns ja doch immer aufs neue klarzumachen, daß durchdrungen und durchleuchtet sein muß die ganze anthroposophische Wahrheit von jenem mächtigen Impuls, den wir den Christus-Impuls nennen!

[ 3 ] Versuchen wir so uns die anthroposophischen Wahrheiten in das Herz einzuschreiben, in die Seele einzuschreiben wie die Botschaft des Christus selber, so dürfen wir wohl sagen, zur Weihnachtszeit sollen wir Anthroposophen Weihnachtsstimmung dadurch entwickeln, daß wir das, was wir das ganze Jahr hindurch in uns aufnehmen, in unserer Seele selber von tieferen Gefühlen durchleuchtet sein lassen so, daß es ganz Kraft wird, und daß wir fühlen können: wir wissen nicht nur etwas von der anthroposophischen Weisheit, sondern sie dringt in unsere Seele, in unser Herz, so daß sie eine lichtdurchdrungene Wärmekraft ist, die uns befähigt, auf allen Gebieten des Lebens, wo immer wir stehen mögen, in dem kommenden Jahr unsere Pflicht zu erfüllen, unsere Arbeit zu verrichten. Wenn wir also versuchen, die heiligen Wahrheiten vom Geiste zu verwandeln in heilige Gefühle, in heilige Kraft in unserer Seele, dann wird in uns auf einer höheren Stufe dasjenige geboren, was wir zunächst mit den Kräften dieser irdischen Welt in uns aufnehmen. Deshalb dürfen wir ja auch wohl um die Weihnachtszeit immer mehr und mehr derjenigen Gelegenheiten gedenken, durch welche dieser oder jener unserer ganzen Menschheit sich hinaufzuerheben versuchte in jene Regionen der Spiritualität, wo der Christus selber zu finden ist. In die Region dieser Gefühle hatte uns bereits zu Weihnachten geleitet unser echt deutschchristlicher Dichter Novalis. Und auch heute darf wohl ein wenig jene Weihnachtsstimmung, wie sie eben angedeutet worden ist — das SichDurchwärmen an jenen Wärmestrahlen -, ausgehen von einem wirklich theosophischen Dichter, wie Novalis es war. Kommen wir auf Novalis, da, wo er seine schönsten Weistümer herrlich poetisch uns gibt, da können wir vielleicht am wärmsten fühlen, wie wir aus der Geist-Erkenntnis die Möglichkeit gewinnen sollen, das Leben mit einem neuen Glanze zu erfüllen.

[ 3 ] Versuchen wir so uns die anthroposophischen Wahrheiten in das Herz einzuschreiben, in die Seele einzuschreiben wie die Botschaft des Christus selber, so dürfen wir wohl sagen, zur Weihnachtszeit sollen wir Anthroposophen Weihnachtsstimmung dadurch entwickeln, daß wir das, was wir das ganze Jahr hindurch in uns aufnehmen, in unserer Seele selber von tieferen Gefühlen durchleuchtet sein lassen so, daß es ganz Kraft wird, und daß wir fühlen können: wir wissen nicht nur etwas von der anthroposophischen Weisheit, sondern sie dringt in unsere Seele, in unser Herz, so daß sie eine lichtdurchdrungene Wärmekraft ist, die uns befähigt, auf allen Gebieten des Lebens, wo immer wir stehen mögen, in dem kommenden Jahr unsere Pflicht zu erfüllen, unsere Arbeit zu verrichten. Wenn wir also versuchen, die heiligen Wahrheiten vom Geiste zu verwandeln in heilige Gefühle, in heilige Kraft in unserer Seele, dann wird in uns auf einer höheren Stufe dasjenige geboren, was wir zunächst mit den Kräften dieser irdischen Welt in uns aufnehmen. Deshalb dürfen wir ja auch wohl um die Weihnachtszeit immer mehr und mehr derjenigen Gelegenheiten gedenken, durch welche dieser oder jener unserer ganzen Menschheit sich hinaufzuerheben versuchte in jene Regionen der Spiritualität, wo der Christus selber zu finden ist. In die Region dieser Gefühle hatte uns bereits zu Weihnachten geleitet unser echt deutschchristlicher Dichter Novalis. Und auch heute darf wohl ein wenig jene Weihnachtsstimmung, wie sie eben angedeutet worden ist — das SichDurchwärmen an jenen Wärmestrahlen -, ausgehen von einem wirklich theosophischen Dichter, wie Novalis es war. Kommen wir auf Novalis, da, wo er seine schönsten Weistümer herrlich poetisch uns gibt, da können wir vielleicht am wärmsten fühlen, wie wir aus der Geist-Erkenntnis die Möglichkeit gewinnen sollen, das Leben mit einem neuen Glanze zu erfüllen.

[ 4 ] Draußen braust das Leben an uns vorbei, und unsere eigene Arbeit verbindet sich mit dem heutigen Gebrause des Lebens. Wenn wir innerhalb der Anthroposophie die Möglichkeit gewinnen, Weisheit aus der spirituellen Welt herunterzuholen, so werden wir überall, so prosaisch auch die Gelegenheiten zu sein scheinen, mit dem Golde der anthroposophischen Weisheit das Leben vergolden. Das müssen wir lernen. Dann werden wir schon sehen, wie wir das Leben mit einem neuen Glanze erfüllen, wenn wir jedes Jahr einmal anthroposophische Weihnachtsstimmung in unsere Seele einziehen lassen, wenn wir die Anthroposophie sozusagen als Gefühl und Empfindung zur Weihnachtszeit wiedergeboren werden lassen in uns selbst. Wir werden dann fühlen, wie unmöglich es ist, wenn wir drinnenbleiben wollen in der gewöhnlichen Welt, zu der Spiritualität sich auch nur einigermaßen ahnend hinaufzuerheben. Oh, es gibt der Anlässe viele, die den heutigen Menschen hindern, die Flügel zu entfalten, um hinaufzukommen in die geistige Welt! Symbolisch kann es uns gleichsam sein, was ich Ihnen kurz erzählen will.

[ 4 ] Draußen braust das Leben an uns vorbei, und unsere eigene Arbeit verbindet sich mit dem heutigen Gebrause des Lebens. Wenn wir innerhalb der Anthroposophie die Möglichkeit gewinnen, Weisheit aus der spirituellen Welt herunterzuholen, so werden wir überall, so prosaisch auch die Gelegenheiten zu sein scheinen, mit dem Golde der anthroposophischen Weisheit das Leben vergolden. Das müssen wir lernen. Dann werden wir schon sehen, wie wir das Leben mit einem neuen Glanze erfüllen, wenn wir jedes Jahr einmal anthroposophische Weihnachtsstimmung in unsere Seele einziehen lassen, wenn wir die Anthroposophie sozusagen als Gefühl und Empfindung zur Weihnachtszeit wiedergeboren werden lassen in uns selbst. Wir werden dann fühlen, wie unmöglich es ist, wenn wir drinnenbleiben wollen in der gewöhnlichen Welt, zu der Spiritualität sich auch nur einigermaßen ahnend hinaufzuerheben. Oh, es gibt der Anlässe viele, die den heutigen Menschen hindern, die Flügel zu entfalten, um hinaufzukommen in die geistige Welt! Symbolisch kann es uns gleichsam sein, was ich Ihnen kurz erzählen will.

[ 5 ] Es kann gar mancher von uns an die Geisteswissenschaft herankommen, kann sagen: Ach, das alles, was mir die Geisteswissenschaft bietet, wäre schön, wäre herrlich, das alles macht mein Herz warm, meine Seele liebevoll; aber - ich kann es nicht glauben! Alles, was ich in der äußeren Welt gelernt habe, die Vorurteile, die ich mir angeeignet habe, das hält mich fest, das sagt mir: Dies ist ja doch nur Träumerei, dies ist ja doch nicht auf einen vollen sicheren Grund gebaut! So steht gar mancher im bitteren Zweifel drinnen. Würde er sich herausheben können aus den Vorurteilen der gegenwärtig ihn arg bedrängenden äußeren Welt, würde er frei empfinden können im reinen Äther des Geistes, er würde sehen, daß er die Kraft des Geistigen empfindet, und er würde sie auch heruntertragen in die Arbeit seiner Hände im alltäglichen Leben. Symbolisch für diese Empfindung, die so hindert den Alltagsmenschen, der hineingestellt ist in die Gegenwart, frei und ungehemmt zu empfinden, was die Geisteswissenschaft geben kann für Herz und Seele, symbolisch dafür kann ein kleines Ereignis sein.

[ 5 ] Es kann gar mancher von uns an die Geisteswissenschaft herankommen, kann sagen: Ach, das alles, was mir die Geisteswissenschaft bietet, wäre schön, wäre herrlich, das alles macht mein Herz warm, meine Seele liebevoll; aber - ich kann es nicht glauben! Alles, was ich in der äußeren Welt gelernt habe, die Vorurteile, die ich mir angeeignet habe, das hält mich fest, das sagt mir: Dies ist ja doch nur Träumerei, dies ist ja doch nicht auf einen vollen sicheren Grund gebaut! So steht gar mancher im bitteren Zweifel drinnen. Würde er sich herausheben können aus den Vorurteilen der gegenwärtig ihn arg bedrängenden äußeren Welt, würde er frei empfinden können im reinen Äther des Geistes, er würde sehen, daß er die Kraft des Geistigen empfindet, und er würde sie auch heruntertragen in die Arbeit seiner Hände im alltäglichen Leben. Symbolisch für diese Empfindung, die so hindert den Alltagsmenschen, der hineingestellt ist in die Gegenwart, frei und ungehemmt zu empfinden, was die Geisteswissenschaft geben kann für Herz und Seele, symbolisch dafür kann ein kleines Ereignis sein.

[ 6 ] Da war ein Mann des 18., 19. Jahrhunderts, der deutsche Adlige Hardenberg. Er hatte einen Sohn, von dem wir gestehen durften im engeren Arbeitskreise, daß er Dichtungen und Weistümer gegeben hat aus einer Seele heraus, welche die Wiederverkörperung war von bedeutsamen, mächtigen Persönlichkeiten, die Wichtiges geleistet hatten für die Erde. Aber stehend unter der Einwirkung der äußeren Welt auf den Menschen, wie sollte denn der Vater diese Seele in diesem Sohne erkennen? Wie sollte er denn ahnen den Geist, der sich losringen konnte aus der Seele dieses Sohnes? Ebensowenig hat er es gekonnt, aus den Vorurteilen der materiellen Welt, des Zusammenlebens mit der physischen Wirklichkeit sich frei zu machen, wie heute viele Menschen wenig rein empfinden können, aus den Vorurteilen unserer Welt heraus, die zwingende Kraft der spirituellen Weisheit der Anthroposophie.

[ 6 ] Da war ein Mann des 18., 19. Jahrhunderts, der deutsche Adlige Hardenberg. Er hatte einen Sohn, von dem wir gestehen durften im engeren Arbeitskreise, daß er Dichtungen und Weistümer gegeben hat aus einer Seele heraus, welche die Wiederverkörperung war von bedeutsamen, mächtigen Persönlichkeiten, die Wichtiges geleistet hatten für die Erde. Aber stehend unter der Einwirkung der äußeren Welt auf den Menschen, wie sollte denn der Vater diese Seele in diesem Sohne erkennen? Wie sollte er denn ahnen den Geist, der sich losringen konnte aus der Seele dieses Sohnes? Ebensowenig hat er es gekonnt, aus den Vorurteilen der materiellen Welt, des Zusammenlebens mit der physischen Wirklichkeit sich frei zu machen, wie heute viele Menschen wenig rein empfinden können, aus den Vorurteilen unserer Welt heraus, die zwingende Kraft der spirituellen Weisheit der Anthroposophie.

[ 7 ] Der alte Hardenberg hatte sich von der ganz rauhen Seite seines Unverstandes gegenüber seinem Sohn sozusagen losgerungen gehabt. Aus dem vollen materiellen Leben hat er sich hinaufgeschwungen, um in seiner Herrnhuter-Gemeinde dennoch einiges zu empfinden von einem tief religiösen Geiste, man könnte etwa sagen von dem Erkennen des Weltengeistes noch in der alten Weise. Dazu aber hatte er es nicht gebracht, die Kraft und Gewalt der Weistümer zu empfinden, die aus der Seele seines Sohnes kamen. Dazu bedurfte es schon der durch lange Zeiten hindurch festgelegten autoritativen Empfindungen, die man innerhalb einer solchen Gemeinde suggestiv fühlen kann, daß er ergriffen wurde in seiner tiefsten Seele von jenem wirklichen christlichen Geist, der nur verstanden werden kann, wenn er vom Hauch der Geist-Erkenntnis durchweht ist.

[ 7 ] Der alte Hardenberg hatte sich von der ganz rauhen Seite seines Unverstandes gegenüber seinem Sohn sozusagen losgerungen gehabt. Aus dem vollen materiellen Leben hat er sich hinaufgeschwungen, um in seiner Herrnhuter-Gemeinde dennoch einiges zu empfinden von einem tief religiösen Geiste, man könnte etwa sagen von dem Erkennen des Weltengeistes noch in der alten Weise. Dazu aber hatte er es nicht gebracht, die Kraft und Gewalt der Weistümer zu empfinden, die aus der Seele seines Sohnes kamen. Dazu bedurfte es schon der durch lange Zeiten hindurch festgelegten autoritativen Empfindungen, die man innerhalb einer solchen Gemeinde suggestiv fühlen kann, daß er ergriffen wurde in seiner tiefsten Seele von jenem wirklichen christlichen Geist, der nur verstanden werden kann, wenn er vom Hauch der Geist-Erkenntnis durchweht ist.

[ 8 ] Der alte Hardenberg fühlte einmal merkwürdig jenen Hauch des Geistes, des christlichen Geistes, als er in seiner Herrnhuter-Gemeinde mit den andern Persönlichkeiten beisammen war und als man ein gemeinschaftliches Lied anstimmte. Durch dieses Lied, dessen Ursprung er nicht kannte, wehte ihn an ein Ewigkeitshauch, und er war tief ergriffen von jenem Lied, das da begann:

[ 8 ] Der alte Hardenberg fühlte einmal merkwürdig jenen Hauch des Geistes, des christlichen Geistes, als er in seiner Herrnhuter-Gemeinde mit den andern Persönlichkeiten beisammen war und als man ein gemeinschaftliches Lied anstimmte. Durch dieses Lied, dessen Ursprung er nicht kannte, wehte ihn an ein Ewigkeitshauch, und er war tief ergriffen von jenem Lied, das da begann:

Was wär ich ohne dich gewesen?
Was würd ich ohne dich nicht sein?

Was wär ich ohne dich gewesen?
Was würd ich ohne dich nicht sein?

[ 9 ] Etwas fühlte er, was er bisher nicht hatte fühlen können. Und die Feier war zu Ende. Der alte Hardenberg ging hinaus und fragte einige, die Mitteilnehmer waren: Von wem ist denn dieses herrliche Gedicht? — Das ist ja von Ihrem Sohn! — Losgelöst von allem Zusammenhang mit dem Physischen, nicht beirrt durch die Vorurteile des physischen Planes, hatte der alte Hardenberg die zwingende Gewalt des spirituellen Lebens gefühlt. Der Sohn aber war seit einigen Monaten bereits in bezug auf seinen physischen Leib unter der Erde! Denn dieses Erlebnis hatte der alte Hardenberg erst einige Monate nach Novalis’ Tode. Als der alte Hardenberg so imstande war, durch die Umstände für eine kurze Zeit abzustreifen von dem physischen Plan alle die Vorurteile, die sich da ergeben, da wurde er hinaufgetragen in die spirituellen Höhen, wo er ihre zwingende Gewalt fühlte, die zwingende Macht der spirituellen Höhen, welche wir fühlen sollen unbekümmert um alle Vorurteile der materiellen Welt. Lassen wir sie unten, die materialistischen Vorurteile der Gegenwart! Fühlen wir das Zwingende des spirituellen Lebens und lassen wir uns aus demselben Kraft und Wärme in unser Herz fließen! Tun wir das zur rechten Zeit, dann werden wir unsere Pflichten in bezug auf die Menschheit der Gegenwart erfüllen.

[ 9 ] Etwas fühlte er, was er bisher nicht hatte fühlen können. Und die Feier war zu Ende. Der alte Hardenberg ging hinaus und fragte einige, die Mitteilnehmer waren: Von wem ist denn dieses herrliche Gedicht? — Das ist ja von Ihrem Sohn! — Losgelöst von allem Zusammenhang mit dem Physischen, nicht beirrt durch die Vorurteile des physischen Planes, hatte der alte Hardenberg die zwingende Gewalt des spirituellen Lebens gefühlt. Der Sohn aber war seit einigen Monaten bereits in bezug auf seinen physischen Leib unter der Erde! Denn dieses Erlebnis hatte der alte Hardenberg erst einige Monate nach Novalis’ Tode. Als der alte Hardenberg so imstande war, durch die Umstände für eine kurze Zeit abzustreifen von dem physischen Plan alle die Vorurteile, die sich da ergeben, da wurde er hinaufgetragen in die spirituellen Höhen, wo er ihre zwingende Gewalt fühlte, die zwingende Macht der spirituellen Höhen, welche wir fühlen sollen unbekümmert um alle Vorurteile der materiellen Welt. Lassen wir sie unten, die materialistischen Vorurteile der Gegenwart! Fühlen wir das Zwingende des spirituellen Lebens und lassen wir uns aus demselben Kraft und Wärme in unser Herz fließen! Tun wir das zur rechten Zeit, dann werden wir unsere Pflichten in bezug auf die Menschheit der Gegenwart erfüllen.

[ 10 ] Mit diesem Symbolum, das entnommen ist einem wirklichen Erlebnis des Vaters des Novalis, wollte ich Sie hinführen zu der Stimmung, zu der wir uns jetzt erheben wollen durch jene zwingende Gewalt, die in des Novalis Liedern liegt.

[ 10 ] Mit diesem Symbolum, das entnommen ist einem wirklichen Erlebnis des Vaters des Novalis, wollte ich Sie hinführen zu der Stimmung, zu der wir uns jetzt erheben wollen durch jene zwingende Gewalt, die in des Novalis Liedern liegt.

[ 11 ] Hier trug Marie von Sivers (Marie Steiner) neun «Geistliche Lieder» des Novalis vor.

[ 11 ] Hier trug Marie von Sivers (Marie Steiner) neun «Geistliche Lieder» des Novalis vor.

[ 12 ] Es ist vielleicht am leichtesten möglich, gerade innerhalb dieser Festeszeit auch so recht zu fühlen und zu empfinden, nicht nur zu verstehen und zu wissen, dasjenige, was wir so manche Stunde hindurch im Anschluß an unsere Evangelien betrachtet haben. Und der Betrachtung dieser Evangelien war ja ein großer Teil der Zeit gewidmet, die wir für solche Betrachtungen im verflossenen Jahre zur Verfügung hatten. So sei denn heute in dieser kurzen Betrachtung, die sich an unsere Weihnachtsfeier noch anschließen soll, auch mehr hingedeutet auf wichtige Folgerungen, die sich ergeben aus unserer Evangelienbetrachtung: die Zusammenhänge mit jenem Ereignis, das uns insbesondere zur Weihnachtszeit so lebendig vor Augen stehen soll - die Zusammenhänge mit dem Christus-Ereignis.

[ 12 ] Es ist vielleicht am leichtesten möglich, gerade innerhalb dieser Festeszeit auch so recht zu fühlen und zu empfinden, nicht nur zu verstehen und zu wissen, dasjenige, was wir so manche Stunde hindurch im Anschluß an unsere Evangelien betrachtet haben. Und der Betrachtung dieser Evangelien war ja ein großer Teil der Zeit gewidmet, die wir für solche Betrachtungen im verflossenen Jahre zur Verfügung hatten. So sei denn heute in dieser kurzen Betrachtung, die sich an unsere Weihnachtsfeier noch anschließen soll, auch mehr hingedeutet auf wichtige Folgerungen, die sich ergeben aus unserer Evangelienbetrachtung: die Zusammenhänge mit jenem Ereignis, das uns insbesondere zur Weihnachtszeit so lebendig vor Augen stehen soll - die Zusammenhänge mit dem Christus-Ereignis.

[ 13 ] Wir können an dem Christus-Ereignis nach mancherlei Richtungen die Bedeutung und Gewalt der anthroposophischen Weltanschauung für die Gegenwart und für die Menschheitszukunft ermessen. Wenn wir gegenüber dem Christus-Ereignis eine solche tiefe Empfindung in unserer Seele wirken lassen, wie diejenige des Novalis war, werden wir ja immer aufs neue aufgefordert, uns zu fragen: Wie können wir immer mehr und mehr die Wahrheit dessen empfinden, was als ein gewaltiger Impuls eingezogen ist in die Menschheit, als in Palästina der Christus Jesus geboren worden ist? — Und wir dürfen in unserer Gegenwart gerade die Anthroposophie mit diesem Christus-Ereignis in einen innigen Zusammenhang bringen. Konnten wir doch zeigen, wie die verschiedenen Strömungen des menschlichen Geisteslebens der vorchristlichen Zeit zusammenfließen in dem Ereignis von Palästina. Wir konnten darauf hinweisen, wie dieses Ereignis von Palästina heute von einer großen Anzahl von Menschen höchstens geahnt wird, und wie es nach und nach erst, wenn sich die Menschen in spiritueller Hinsicht vertiefen werden, in seiner ganzen Gewalt und Bedeutung in ferner Zukunft wird begriffen werden können. Denn welche Weisheit man auch wird aufbringen im Laufe der Erdentwickelung: die schönste Vertiefung wird diese Weisheit einmal finden können dadurch, daß sie sich zum Instrument machen wird, um zu begreifen, was der Christus-Impuls eigentlich ist.

[ 13 ] Wir können an dem Christus-Ereignis nach mancherlei Richtungen die Bedeutung und Gewalt der anthroposophischen Weltanschauung für die Gegenwart und für die Menschheitszukunft ermessen. Wenn wir gegenüber dem Christus-Ereignis eine solche tiefe Empfindung in unserer Seele wirken lassen, wie diejenige des Novalis war, werden wir ja immer aufs neue aufgefordert, uns zu fragen: Wie können wir immer mehr und mehr die Wahrheit dessen empfinden, was als ein gewaltiger Impuls eingezogen ist in die Menschheit, als in Palästina der Christus Jesus geboren worden ist? — Und wir dürfen in unserer Gegenwart gerade die Anthroposophie mit diesem Christus-Ereignis in einen innigen Zusammenhang bringen. Konnten wir doch zeigen, wie die verschiedenen Strömungen des menschlichen Geisteslebens der vorchristlichen Zeit zusammenfließen in dem Ereignis von Palästina. Wir konnten darauf hinweisen, wie dieses Ereignis von Palästina heute von einer großen Anzahl von Menschen höchstens geahnt wird, und wie es nach und nach erst, wenn sich die Menschen in spiritueller Hinsicht vertiefen werden, in seiner ganzen Gewalt und Bedeutung in ferner Zukunft wird begriffen werden können. Denn welche Weisheit man auch wird aufbringen im Laufe der Erdentwickelung: die schönste Vertiefung wird diese Weisheit einmal finden können dadurch, daß sie sich zum Instrument machen wird, um zu begreifen, was der Christus-Impuls eigentlich ist.

[ 14 ] Heute stehen wir schon in einer gewissen Beziehung vor der unmittelbaren Notwendigkeit, aus den spirituellen Erlebnissen heraus auf dieses Christus-Ereignis hinzuweisen. Die Menschheit hat zur Zeit, als der Christus in Leibesggstalt auf der Erde wandelte, den großen, gewaltigen Impuls bekommen, hinaufzusteigen wiederum in die geistige Welt. Aber dieser Impuls wirkt doch, noch bis in unsere Zeit hinein, sozusagen als ein Impuls, der gerade nur die geeigneten Seelen in seiner wahren Gestalt ergriffen hat. Dagegen die Menschheit als solche setzte zunächst, wie um das Maß dessen, was überwunden werden soll, voll zu machen, den Weg fort, herunter immer tiefer und tiefer in das materielle Dasein. Es ist ja des Menschen Dasein ein Heruntersteigen in die Materie. Immer tiefer und tiefer stieg der Mensch auch in den nachatlantischen Zeiten in die Materie herunter. Das Christus-Ereignis bedeutet den Kraftimpuls, wiederum hinaufzusteigen. Aber dieser Kraftimpuls ist nur zum geringsten Teil irgendwie erfüllt. Dagegen ist das Heruntersteigen in die Materie auch in der nachchristlichen Zeit immer kräftiger und kräftiger zum irdischen Ereignis geworden, so daß durch das Heruntersteigen in die Materie auch das ganze Denken, Fühlen und Empfinden der Menschen angegriffen worden ist.

[ 14 ] Heute stehen wir schon in einer gewissen Beziehung vor der unmittelbaren Notwendigkeit, aus den spirituellen Erlebnissen heraus auf dieses Christus-Ereignis hinzuweisen. Die Menschheit hat zur Zeit, als der Christus in Leibesggstalt auf der Erde wandelte, den großen, gewaltigen Impuls bekommen, hinaufzusteigen wiederum in die geistige Welt. Aber dieser Impuls wirkt doch, noch bis in unsere Zeit hinein, sozusagen als ein Impuls, der gerade nur die geeigneten Seelen in seiner wahren Gestalt ergriffen hat. Dagegen die Menschheit als solche setzte zunächst, wie um das Maß dessen, was überwunden werden soll, voll zu machen, den Weg fort, herunter immer tiefer und tiefer in das materielle Dasein. Es ist ja des Menschen Dasein ein Heruntersteigen in die Materie. Immer tiefer und tiefer stieg der Mensch auch in den nachatlantischen Zeiten in die Materie herunter. Das Christus-Ereignis bedeutet den Kraftimpuls, wiederum hinaufzusteigen. Aber dieser Kraftimpuls ist nur zum geringsten Teil irgendwie erfüllt. Dagegen ist das Heruntersteigen in die Materie auch in der nachchristlichen Zeit immer kräftiger und kräftiger zum irdischen Ereignis geworden, so daß durch das Heruntersteigen in die Materie auch das ganze Denken, Fühlen und Empfinden der Menschen angegriffen worden ist.

[ 15 ] Wir stehen heute bereits vor einem Zeitalter, leben in einem Zeitalter, in welchem die materialistische Forschung in die Auffassung des Christus-Ereignisses eingedrungen ist. Und in ernster Stunde geziemt es sich wohl, auf ernste Dinge hinzuweisen, wie das eines ist, daß in unserer Zeit die materialistische Forschung selbst das spirituellste Ereignis ergriffen hat, das über unsere Erde hingezogen ist. Sehen wir doch, wie heute materialistische Theologen nach der sogenannten «historischen Forschung» sagen, daß es unmöglich einen Beweis für einen äußerlichen historischen Christus geben kann! Und Theologen sind es heute bereits, welche sagen: Historische Forschung zwingt selbst zuzugeben, daß geschichtlich sich nicht nachweisen läßt, daß am Beginne unserer Zeitrechnung in Palästina derjenige gelebt hat, von dem so gewaltige Worte uns in den Evangelien verkündet werden, von dem so gewaltige Impulse in das menschliche Geistesleben sich hineinergossen zu haben scheinen!

[ 15 ] Wir stehen heute bereits vor einem Zeitalter, leben in einem Zeitalter, in welchem die materialistische Forschung in die Auffassung des Christus-Ereignisses eingedrungen ist. Und in ernster Stunde geziemt es sich wohl, auf ernste Dinge hinzuweisen, wie das eines ist, daß in unserer Zeit die materialistische Forschung selbst das spirituellste Ereignis ergriffen hat, das über unsere Erde hingezogen ist. Sehen wir doch, wie heute materialistische Theologen nach der sogenannten «historischen Forschung» sagen, daß es unmöglich einen Beweis für einen äußerlichen historischen Christus geben kann! Und Theologen sind es heute bereits, welche sagen: Historische Forschung zwingt selbst zuzugeben, daß geschichtlich sich nicht nachweisen läßt, daß am Beginne unserer Zeitrechnung in Palästina derjenige gelebt hat, von dem so gewaltige Worte uns in den Evangelien verkündet werden, von dem so gewaltige Impulse in das menschliche Geistesleben sich hineinergossen zu haben scheinen!

[ 16 ] So scheint heute «Wissenschaft» sich berufen zu fühlen, aus ihren Methoden heraus den historischen Christus hinwegzuwischen aus der Welt. Deshalb darf man sich erinnern, daß Geisteswissenschaft heute gerade beginnt, berufen zu werden, diesen historischen Christus Jesus aus ihren Elementen heraus zu beweisen. Es hängt der Glaube der Menschen nicht ab von den inneren Wahrheiten eines Wissenszweiges. Beweise über Beweise könnte es geben für das Fadenscheinige eines Wissenszweiges. Die Menschen können leben und gar nicht bemerken, daß es solche Beweise gibt. So werden auch in der Zukunft - und die Zeit wird noch lange dauern, wo das der Fall ist - immer mehr und mehr Menschen auf einem Gebiete dem materialistischen Denken entgegengehen und immer mehr und mehr ergriffen werden von dem Glauben, daß die sichere Historische Methode gezwungen ist, abzuleugnen die Gewißheit eines historischen Christus Jesus. Wegzuwischen scheint Wissenschaft dasjenige, wofür wir, wie wir betont haben, ein neues Symbolum im Glanze goldiger Weisheit zu gewinnen hoffen.

[ 16 ] So scheint heute «Wissenschaft» sich berufen zu fühlen, aus ihren Methoden heraus den historischen Christus hinwegzuwischen aus der Welt. Deshalb darf man sich erinnern, daß Geisteswissenschaft heute gerade beginnt, berufen zu werden, diesen historischen Christus Jesus aus ihren Elementen heraus zu beweisen. Es hängt der Glaube der Menschen nicht ab von den inneren Wahrheiten eines Wissenszweiges. Beweise über Beweise könnte es geben für das Fadenscheinige eines Wissenszweiges. Die Menschen können leben und gar nicht bemerken, daß es solche Beweise gibt. So werden auch in der Zukunft - und die Zeit wird noch lange dauern, wo das der Fall ist - immer mehr und mehr Menschen auf einem Gebiete dem materialistischen Denken entgegengehen und immer mehr und mehr ergriffen werden von dem Glauben, daß die sichere Historische Methode gezwungen ist, abzuleugnen die Gewißheit eines historischen Christus Jesus. Wegzuwischen scheint Wissenschaft dasjenige, wofür wir, wie wir betont haben, ein neues Symbolum im Glanze goldiger Weisheit zu gewinnen hoffen.

[ 17 ] Es wird gewiß die Zeit kommen, wo man wissen wird vom Christus nur in Kreisen, wie es dieser ist, wo man sich bekennen wird zur Geisteswissenschaft, durch die man das Wort verstehen wird: «Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt!», und wo der, welcher hineinzuschauen vermag in die geistige Forschung, wissen wird, daß Derjenige, von dem der Impuls des Christentums ausgegangen ist, immer zu finden ist in der geistigen Welt, und daß aus dieser geistigen Welt heraus die Sicherheit zu gewinnen ist für das Christus-Ereignis. Nur in Kreisen, in denen man sich zu einem solchen spirituellen Bekenntnis hält, wird die Sicherheit für dasjenige zu gewinnen sein, für welches man dieses Symbolum wiederum sucht. Und die Menschen draußen werden sich nicht beweisen lassen, daß die Historische Methode, die äußere wissenschaftliche Methode selber auf einem sumpfigen Boden gebaut ist. Wer freilich heute Wert und Wesen der Wissenschaft zu verstehen vermag, der weiß schon auch aus der Fadenscheinigkeit und aus der Unbegründetheit der Methoden heraus, wie wenig es besagt, wenn heute gerade die, welche streng wissenschaftlich vorzugehen glauben, kommen und sagen: Alle dieGestalten, von dem Christus angefangen bis zu den Aposteln, lassen sich nicht historisch beweisen. - Aber es wird noch lange dauern, bis die Menschen von jenem Autoritätsglauben loskommen, von dem sie meinen, er sei kein Autoritätsglaube. Der schlimmste Autoritätsglaube ist heute vorhanden. Und die Menschen sehen gar nicht ein, daß der wahre Erlöser von dem Autoritätsglauben Derjenige ist, der im tiefsten Innern die Menschen bauen gelehrt hat auf die Kraft des eigenen Ichs. Derjenige, der uns gezeigt hat, was aufgenommen werden soll in dieses Ich, der kann uns auch zeigen, wie wir die Kraft der Wahrheit, wie wir die Quellen der Wahrheit in unserem Innern finden. Mit dem Christus im Innern finden wir Wahrheit im Innern; mit dem Christus im Innern finden wir den sicheren Boden eines freien und unabhängigen Urteils, finden wir den sicheren Boden über alle Autorität hinaus. Aber wir müssen uns gerade aus diesem Christus-Ereignis heraus in ernster Stunde auch ein ernstes Wort gesagt sein lassen, damit wir unseren Beruf als Anthroposophen fühlen lernen.

[ 17 ] Es wird gewiß die Zeit kommen, wo man wissen wird vom Christus nur in Kreisen, wie es dieser ist, wo man sich bekennen wird zur Geisteswissenschaft, durch die man das Wort verstehen wird: «Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt!», und wo der, welcher hineinzuschauen vermag in die geistige Forschung, wissen wird, daß Derjenige, von dem der Impuls des Christentums ausgegangen ist, immer zu finden ist in der geistigen Welt, und daß aus dieser geistigen Welt heraus die Sicherheit zu gewinnen ist für das Christus-Ereignis. Nur in Kreisen, in denen man sich zu einem solchen spirituellen Bekenntnis hält, wird die Sicherheit für dasjenige zu gewinnen sein, für welches man dieses Symbolum wiederum sucht. Und die Menschen draußen werden sich nicht beweisen lassen, daß die Historische Methode, die äußere wissenschaftliche Methode selber auf einem sumpfigen Boden gebaut ist. Wer freilich heute Wert und Wesen der Wissenschaft zu verstehen vermag, der weiß schon auch aus der Fadenscheinigkeit und aus der Unbegründetheit der Methoden heraus, wie wenig es besagt, wenn heute gerade die, welche streng wissenschaftlich vorzugehen glauben, kommen und sagen: Alle dieGestalten, von dem Christus angefangen bis zu den Aposteln, lassen sich nicht historisch beweisen. - Aber es wird noch lange dauern, bis die Menschen von jenem Autoritätsglauben loskommen, von dem sie meinen, er sei kein Autoritätsglaube. Der schlimmste Autoritätsglaube ist heute vorhanden. Und die Menschen sehen gar nicht ein, daß der wahre Erlöser von dem Autoritätsglauben Derjenige ist, der im tiefsten Innern die Menschen bauen gelehrt hat auf die Kraft des eigenen Ichs. Derjenige, der uns gezeigt hat, was aufgenommen werden soll in dieses Ich, der kann uns auch zeigen, wie wir die Kraft der Wahrheit, wie wir die Quellen der Wahrheit in unserem Innern finden. Mit dem Christus im Innern finden wir Wahrheit im Innern; mit dem Christus im Innern finden wir den sicheren Boden eines freien und unabhängigen Urteils, finden wir den sicheren Boden über alle Autorität hinaus. Aber wir müssen uns gerade aus diesem Christus-Ereignis heraus in ernster Stunde auch ein ernstes Wort gesagt sein lassen, damit wir unseren Beruf als Anthroposophen fühlen lernen.

[ 18 ] Vielleicht würde ich die kleine Einfügung, die ich jetzt zu machen gedrängt bin, in den nächsten Vorträgen tun, wenn es nicht längere Zeit dauerte, bis wir uns wiedersehen. Aber ich möchte auf etwas hinweisen, was der Anthroposoph als die tieferen Symptome seiner Zeit einsehen soll, sozusagen das Unmögliche des Wissenschaftstreibens in unserer Zeit. Diejenigen, welche an diese äußere Wissenschaft, die uns heute auch den historischen Christus hinwegdiskutieren will, glauben wollen, die werden ja unbelehrbar sein. Aber es muß doch einige Menschen geben, die aus dem Impuls der Anthroposophie heraus einiges verstehen, wie äußere Wissenschaft auf allen Gebieten sich selber auflöst, und wie allein spirituelles Leben in der Zukunft der Menschheit zum Heile gereichen kann.

[ 18 ] Vielleicht würde ich die kleine Einfügung, die ich jetzt zu machen gedrängt bin, in den nächsten Vorträgen tun, wenn es nicht längere Zeit dauerte, bis wir uns wiedersehen. Aber ich möchte auf etwas hinweisen, was der Anthroposoph als die tieferen Symptome seiner Zeit einsehen soll, sozusagen das Unmögliche des Wissenschaftstreibens in unserer Zeit. Diejenigen, welche an diese äußere Wissenschaft, die uns heute auch den historischen Christus hinwegdiskutieren will, glauben wollen, die werden ja unbelehrbar sein. Aber es muß doch einige Menschen geben, die aus dem Impuls der Anthroposophie heraus einiges verstehen, wie äußere Wissenschaft auf allen Gebieten sich selber auflöst, und wie allein spirituelles Leben in der Zukunft der Menschheit zum Heile gereichen kann.

[ 19 ] Man sieht an den Zeitereignissen das Wichtigste nicht. Da hat sich in diesen Tagen in Wien ein Prozeß abgespielt, auf den die ganze Welt hingeblickt hat. Ganz Europa war sozusagen durch seine Vertreter versammelt, um sich von diesem Prozeß Kunde bringen zu lassen, weil man ihn für wichtig hielt. Das Wichtigste aber, was sich da abgespielt hat, hat man wahrscheinlich nirgends gesehen. Und diejenigen, welche nicht anthroposophisch vorbereitet sind, würden auch dieses Wichtigste, wenn sie es ausgesprochen hörten, als eine Phantasie empfinden. Da war ein Historiker, ein in Europa berühmter Historiker, der angesehen ist bei seinen Fachgenossen, bei den Geschichtsforschern, und der wichtige Werke nach gegenwärtig streng historischer Methode verfaßt hat, ein «guter Wissenschafter». Dieser Wissenschafter bekam eine Reihe von Dokumenten in die Hand, die überliefert worden sind aus einem der südlicheren Staaten Europas. Diese Dokumente sollten beweisen, daß im Südosten Österreichs Verräterei getrieben worden sei. Wer konnte nun nach dem Urteil der Menschen der Gegenwart mehr berufen sein, da zu prüfen, als ein Historiker? Ein Historiker sollte doch mehr als jemand anderer dazu berufen sein, den Wert von Dokumenten zu prüfen. Beruht doch aller Glaube der Welt auf Dokumenten! Wie man Dokumente verwendet und zusammenstellt, wie man sie prüft, das gibt die Wahrheit. Das soll ja auch einzig und allein die Wahrheit über die Wunder des Christentums geben können!

[ 19 ] Man sieht an den Zeitereignissen das Wichtigste nicht. Da hat sich in diesen Tagen in Wien ein Prozeß abgespielt, auf den die ganze Welt hingeblickt hat. Ganz Europa war sozusagen durch seine Vertreter versammelt, um sich von diesem Prozeß Kunde bringen zu lassen, weil man ihn für wichtig hielt. Das Wichtigste aber, was sich da abgespielt hat, hat man wahrscheinlich nirgends gesehen. Und diejenigen, welche nicht anthroposophisch vorbereitet sind, würden auch dieses Wichtigste, wenn sie es ausgesprochen hörten, als eine Phantasie empfinden. Da war ein Historiker, ein in Europa berühmter Historiker, der angesehen ist bei seinen Fachgenossen, bei den Geschichtsforschern, und der wichtige Werke nach gegenwärtig streng historischer Methode verfaßt hat, ein «guter Wissenschafter». Dieser Wissenschafter bekam eine Reihe von Dokumenten in die Hand, die überliefert worden sind aus einem der südlicheren Staaten Europas. Diese Dokumente sollten beweisen, daß im Südosten Österreichs Verräterei getrieben worden sei. Wer konnte nun nach dem Urteil der Menschen der Gegenwart mehr berufen sein, da zu prüfen, als ein Historiker? Ein Historiker sollte doch mehr als jemand anderer dazu berufen sein, den Wert von Dokumenten zu prüfen. Beruht doch aller Glaube der Welt auf Dokumenten! Wie man Dokumente verwendet und zusammenstellt, wie man sie prüft, das gibt die Wahrheit. Das soll ja auch einzig und allein die Wahrheit über die Wunder des Christentums geben können!

[ 20 ] Dieser Historiker und Geschichtsforscher, der jene Dokumente in die Hand bekam, war allerdings auch ein Schüler jenes Historikers, an den ich mich gern manchmal erinnere, wenn ich an meine eigene Jugendzeit zurückdenke. Da gab es zwei Historiker: der eine ein strenger Geschichtsforscher in bezug auf die strengen Methoden der Urkundenforschung; der andere, sein Kollege, hielt gerade weniger auf diese strengen Methoden, sondern mehr darauf, daß die Kandidaten einiges aus den wirklichen geschichtlichen Vorgängen wußten. So ereignete es sich denn einmal, daß der Lieblingsschüler jenes Urkundenforschers zu dem Doktorat kam. Er wurde geprüft zuerst in der Urkundenlehre, das heißt in der Lehre, durch die man lernt, recht gut festzustellen, wie man zu der Wahrheit kommt durch äußere, materielle Mittel. Er wurde zum Beispiel gefragt, in welcher päpstlichen Urkunde der i-Punkt zuerst vorkommt. Das ist sehr wichtig, daß man das weiß! Und das wußte der Kandidat gleich, daß unter einem gewissen Innozenz zuerst der i-Punkt vorkommt. Aber der andere Historiker, der Kollege, fragte dann: Darf ich jetzt auch den Kandidaten etwas fragen, der so genau gewußt hat, wo der i-Punkt zuerst vorkommt? Sagen Sie, Herr Kandidat, wissen Sie vielleicht auch, wann jener Papst, in dessen Urkunden der i-Punkt zuerst vorkommt, den päpstlichen Stuhl bestiegen hat? - Nein, das wußte er nicht. Wissen Sie dann vielleicht, wann er gestorben ist? - Nein, das wußte er auch nicht. Nun, Herr Kandidat, sagen Sie mir doch etwas anderes noch von diesem Papst! — Er wußte nichts! Da sagte der Professor, dessen Lieblingsschüler er war: Aber Herr Kandidat, es ist ja heute, als ob Ihnen ein Brett vor den Kopf genagelt ist! - Der andere aber sagte: So, Herr Kollege, es ist doch Ihr Lieblingsschüler! Wer hat ihm denn das Brett vor den Kopf genagelt?

[ 20 ] Dieser Historiker und Geschichtsforscher, der jene Dokumente in die Hand bekam, war allerdings auch ein Schüler jenes Historikers, an den ich mich gern manchmal erinnere, wenn ich an meine eigene Jugendzeit zurückdenke. Da gab es zwei Historiker: der eine ein strenger Geschichtsforscher in bezug auf die strengen Methoden der Urkundenforschung; der andere, sein Kollege, hielt gerade weniger auf diese strengen Methoden, sondern mehr darauf, daß die Kandidaten einiges aus den wirklichen geschichtlichen Vorgängen wußten. So ereignete es sich denn einmal, daß der Lieblingsschüler jenes Urkundenforschers zu dem Doktorat kam. Er wurde geprüft zuerst in der Urkundenlehre, das heißt in der Lehre, durch die man lernt, recht gut festzustellen, wie man zu der Wahrheit kommt durch äußere, materielle Mittel. Er wurde zum Beispiel gefragt, in welcher päpstlichen Urkunde der i-Punkt zuerst vorkommt. Das ist sehr wichtig, daß man das weiß! Und das wußte der Kandidat gleich, daß unter einem gewissen Innozenz zuerst der i-Punkt vorkommt. Aber der andere Historiker, der Kollege, fragte dann: Darf ich jetzt auch den Kandidaten etwas fragen, der so genau gewußt hat, wo der i-Punkt zuerst vorkommt? Sagen Sie, Herr Kandidat, wissen Sie vielleicht auch, wann jener Papst, in dessen Urkunden der i-Punkt zuerst vorkommt, den päpstlichen Stuhl bestiegen hat? - Nein, das wußte er nicht. Wissen Sie dann vielleicht, wann er gestorben ist? - Nein, das wußte er auch nicht. Nun, Herr Kandidat, sagen Sie mir doch etwas anderes noch von diesem Papst! — Er wußte nichts! Da sagte der Professor, dessen Lieblingsschüler er war: Aber Herr Kandidat, es ist ja heute, als ob Ihnen ein Brett vor den Kopf genagelt ist! - Der andere aber sagte: So, Herr Kollege, es ist doch Ihr Lieblingsschüler! Wer hat ihm denn das Brett vor den Kopf genagelt?

[ 21 ] Jener Historiker hat dazumal nichts Besonderes gelernt. Aber er wurde ein tüchtiger Urkundenforscher, der mit allen Mitteln der historischen Forschung feststellen kann, was die Wahrheit längst verflossener Zeiten ist. Wie sollte also jemand mehr berufen sein als er, zu untersuchen, was für Verräterei in jenen Dokumenten getrieben worden ist, die ihm von wichtigster Seite übergeben worden waren? Er ging also mit allen Mitteln historischer Forschung daran, zu untersuchen, und klagte in einem öffentlichen Artikel eine ganze Anzahl von Leuten schwerwiegender Handlungen an. Es kam zu einem Prozeß. Und in diesem Prozeß erwies sich eines der allerwichtigsten Dokumente als eine ganz plumpe Fälschung! Es handelte sich darum, daß eine gewisse Persönlichkeit in einer gewissen Stadt einen Verein präsidiert haben sollte; aber durch eine einfache Anfrage hätte man feststellen können, daß dieser Mann in der fraglichen Zeit gerade in Berlin war.

[ 21 ] Jener Historiker hat dazumal nichts Besonderes gelernt. Aber er wurde ein tüchtiger Urkundenforscher, der mit allen Mitteln der historischen Forschung feststellen kann, was die Wahrheit längst verflossener Zeiten ist. Wie sollte also jemand mehr berufen sein als er, zu untersuchen, was für Verräterei in jenen Dokumenten getrieben worden ist, die ihm von wichtigster Seite übergeben worden waren? Er ging also mit allen Mitteln historischer Forschung daran, zu untersuchen, und klagte in einem öffentlichen Artikel eine ganze Anzahl von Leuten schwerwiegender Handlungen an. Es kam zu einem Prozeß. Und in diesem Prozeß erwies sich eines der allerwichtigsten Dokumente als eine ganz plumpe Fälschung! Es handelte sich darum, daß eine gewisse Persönlichkeit in einer gewissen Stadt einen Verein präsidiert haben sollte; aber durch eine einfache Anfrage hätte man feststellen können, daß dieser Mann in der fraglichen Zeit gerade in Berlin war.

[ 22 ] Historische Forschung ist hierbei streng zu Werke gegangen mit Dokumenten, die aus den Tatsachen der Gegenwart genommen sind. Historische Methode hat in diesem Falle nichts zustande gebracht, als daß sie sich hat narren lassen in bezug auf Dokumente der Gegenwart. Das Wichtige, was ich meinte, ist das, daß hier nicht einmal irgendein Mensch oder Menschen vor Gericht gestanden haben, sondern die historische, die wissenschaftliche Methode ist in diesem Falle verurteilt worden, tatsächlich verurteilt worden! Das ist das wichtigste Symptom eines unmittelbar in der Gegenwart sich abspielenden Prozesses.

[ 22 ] Historische Forschung ist hierbei streng zu Werke gegangen mit Dokumenten, die aus den Tatsachen der Gegenwart genommen sind. Historische Methode hat in diesem Falle nichts zustande gebracht, als daß sie sich hat narren lassen in bezug auf Dokumente der Gegenwart. Das Wichtige, was ich meinte, ist das, daß hier nicht einmal irgendein Mensch oder Menschen vor Gericht gestanden haben, sondern die historische, die wissenschaftliche Methode ist in diesem Falle verurteilt worden, tatsächlich verurteilt worden! Das ist das wichtigste Symptom eines unmittelbar in der Gegenwart sich abspielenden Prozesses.

[ 23 ] Da sollte man sich ganz ernsthaft fragen: Was ist eine Methode wert, die sich hermacht, darüber zu entscheiden, ob sich vor achtzehn oder neunzehn Jahrhunderten etwas zugetragen hat, wenn diese Methode nicht imstande ist, über die plumpsten Dinge der Gegenwart irgend etwas ausfindig zu machen? «Wissenschaft» selber saß hier auf der Anklagebank. Das sollte man erkennen! Und eine Wissenschaft, die aus den materialistischen Vorurteilen der Gegenwart hervorgeht, wird immer auf der Anklagebank sitzen, wenn die Menschen zu bequem sind, um auf eine solche Autorität zu halten, welche allein Autorität der Gegenwart sein kann, die sich von jener andern dadurch unterscheidet, daß man weiß, wer sie ist. Bei den andern Autoritäten weiß man nicht mehr, wer sie sind, wer sie ist, die Madame «Wissenschaft».

[ 23 ] Da sollte man sich ganz ernsthaft fragen: Was ist eine Methode wert, die sich hermacht, darüber zu entscheiden, ob sich vor achtzehn oder neunzehn Jahrhunderten etwas zugetragen hat, wenn diese Methode nicht imstande ist, über die plumpsten Dinge der Gegenwart irgend etwas ausfindig zu machen? «Wissenschaft» selber saß hier auf der Anklagebank. Das sollte man erkennen! Und eine Wissenschaft, die aus den materialistischen Vorurteilen der Gegenwart hervorgeht, wird immer auf der Anklagebank sitzen, wenn die Menschen zu bequem sind, um auf eine solche Autorität zu halten, welche allein Autorität der Gegenwart sein kann, die sich von jener andern dadurch unterscheidet, daß man weiß, wer sie ist. Bei den andern Autoritäten weiß man nicht mehr, wer sie sind, wer sie ist, die Madame «Wissenschaft».

[ 24 ] Gehen Sie einmal mit ernstem Bekenntnis zur spirituellen Weltanschauung dem nach, was man heute Wissenschaft nennt, und Sie werden sehen, wie es zerstiebt, wie es sich erweist als auf einem wirklich sandigen Boden erbaut, als zusammenstürzend, wenn man ernsthaft damit zu Werke geht. Aber die Menschen werden sich nicht dazu bequemen, von dieser Seite aus einmal die Gegenwart zu betrachten. Die Menschen — namentlich die, welche außerhalb des anthroposophischen Lebens stehen - werden nicht die Gewissenhaftigkeit haben, sich einmal anzusehen, wie die Methoden beschaffen sind, welche die materialistischen Gewaltsurteile in die Seelen der Menschen hineindrängen.

[ 24 ] Gehen Sie einmal mit ernstem Bekenntnis zur spirituellen Weltanschauung dem nach, was man heute Wissenschaft nennt, und Sie werden sehen, wie es zerstiebt, wie es sich erweist als auf einem wirklich sandigen Boden erbaut, als zusammenstürzend, wenn man ernsthaft damit zu Werke geht. Aber die Menschen werden sich nicht dazu bequemen, von dieser Seite aus einmal die Gegenwart zu betrachten. Die Menschen — namentlich die, welche außerhalb des anthroposophischen Lebens stehen - werden nicht die Gewissenhaftigkeit haben, sich einmal anzusehen, wie die Methoden beschaffen sind, welche die materialistischen Gewaltsurteile in die Seelen der Menschen hineindrängen.

[ 25 ] Daher wird noch lange keine Möglichkeit gegeben sein als im intimen Kreise anthroposophischen Wirkens, dasjenige in seiner Wahrheit zu sehen, was der Menschheit zum größten Heil ist. Und wenn das, was zu Palästina geschehen ist und was wir symbolisch in unserem Herzen jedes Jahr neu auferstehen lassen, wenn das immer mehr und mehr durch die äußere Wissenschaft geleugnet und hinweggewischt werden sollte: innerhalb der anthroposophischen, der spirituellen Weltenströmung wird es eine Stätte geben, wo die Gewalt des palästinensischen Ereignisses immer heller und heller aufleuchten wird und von wo aus wiederum in die übrige Menschheit hinausströmen wird das Leben, das nur aus diesem Ereignisse kommen kann.

[ 25 ] Daher wird noch lange keine Möglichkeit gegeben sein als im intimen Kreise anthroposophischen Wirkens, dasjenige in seiner Wahrheit zu sehen, was der Menschheit zum größten Heil ist. Und wenn das, was zu Palästina geschehen ist und was wir symbolisch in unserem Herzen jedes Jahr neu auferstehen lassen, wenn das immer mehr und mehr durch die äußere Wissenschaft geleugnet und hinweggewischt werden sollte: innerhalb der anthroposophischen, der spirituellen Weltenströmung wird es eine Stätte geben, wo die Gewalt des palästinensischen Ereignisses immer heller und heller aufleuchten wird und von wo aus wiederum in die übrige Menschheit hinausströmen wird das Leben, das nur aus diesem Ereignisse kommen kann.

[ 26 ] Was kann uns durch ein wirkliches Miterleben des Ereignisses von Palästina in der Seele aufgehen? «Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Erdenepoche!» So, könnten wir sagen, ist das Grundwort des Christus Jesus. Das heißt, der Christus Jesus wandelte im Beginne unserer Zeitrechnung in Palästina in Leibesgestalt. Er ist seit jener Zeit zu finden in der geistigen Welt, denn er hat sich seit jener Zeit mit der geistigen Atmosphäre der Erde vereinigt. Er ist der Erdengeist geworden. Wir finden ihn innerhalb der geistigen Atmosphäre unserer Erde, wenn wir ihn da suchen. Er durchdringt immer mehr und mehr alles Leben unserer Erde.

[ 26 ] Was kann uns durch ein wirkliches Miterleben des Ereignisses von Palästina in der Seele aufgehen? «Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Erdenepoche!» So, könnten wir sagen, ist das Grundwort des Christus Jesus. Das heißt, der Christus Jesus wandelte im Beginne unserer Zeitrechnung in Palästina in Leibesgestalt. Er ist seit jener Zeit zu finden in der geistigen Welt, denn er hat sich seit jener Zeit mit der geistigen Atmosphäre der Erde vereinigt. Er ist der Erdengeist geworden. Wir finden ihn innerhalb der geistigen Atmosphäre unserer Erde, wenn wir ihn da suchen. Er durchdringt immer mehr und mehr alles Leben unserer Erde.

[ 27 ] Was aber sollen die Menschen durch diesen sich in ihre Seelen immer mehr und mehr einlebenden Christus-Geist gewinnen? Wollen wir ganz genau verstehen, was die Menschen durch diesen sich in ihre Seelen einlebenden Christus-Geist gewinnen sollen in der Zukunft, dann müssen wir gerade das versuchen, was wir jetzt seit einiger Zeit innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung tun. Was wir in der anthroposophischen Bewegung tun, das ist nicht etwa einer Willkür entsprossen, das ist nicht irgendeinem bloß von diesem oder jenem Menschen aufgestellten Programm entsprossen. Spirituelles Leben geht zuletzt zurück auf diejenigen Quellen, die wir bei jenen Individualitäten suchen, welche wir nennen die «Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen». Und bei ihnen finden wir die Impulse, wenn wir sie richtig suchen, wie wir von Epoche zu Epoche, von Zeitalter zu Zeitalter wirken sollen.

[ 27 ] Was aber sollen die Menschen durch diesen sich in ihre Seelen immer mehr und mehr einlebenden Christus-Geist gewinnen? Wollen wir ganz genau verstehen, was die Menschen durch diesen sich in ihre Seelen einlebenden Christus-Geist gewinnen sollen in der Zukunft, dann müssen wir gerade das versuchen, was wir jetzt seit einiger Zeit innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung tun. Was wir in der anthroposophischen Bewegung tun, das ist nicht etwa einer Willkür entsprossen, das ist nicht irgendeinem bloß von diesem oder jenem Menschen aufgestellten Programm entsprossen. Spirituelles Leben geht zuletzt zurück auf diejenigen Quellen, die wir bei jenen Individualitäten suchen, welche wir nennen die «Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen». Und bei ihnen finden wir die Impulse, wenn wir sie richtig suchen, wie wir von Epoche zu Epoche, von Zeitalter zu Zeitalter wirken sollen.

[ 28 ] Es ist ein großer Impuls in der letzten Zeit aus der geistigen Welt zu uns gekommen. Und heute, am feierlichen Weihnachtsabend in unserem Kreise sei hingewiesen auf diesen wichtigen Impuls, sozusagen auf eine Weisung, welche uns im Laufe der letzten Jahre aus der geistigen Welt wie eine Maßnahme des astralischen Planes zugeflossen ist. Und unter diesem Impuls hat sich unsere anthroposophische Bewegung hier in Mitteleuropa entwickelt. Ungefähr in folgender Weise könnten wir diesen Impuls in menschliche Worte kleiden: Siehe hin auf das, was sich in der äußeren Welt zuträgt: die Worte der Evangelien werden immer mehr und mehr mißverstanden! Man deutelt an ihnen herum, man prüft sie mit äußerlichen geschichtlichen Methoden. Alle bloße äußere Geschichte muß eine Zeitlang für den spirituellen Forscher schweigen. Was jetzt notwendig ist, das ist, daß die Evangelien wieder verstanden werden ganz wörtlich, denn in ihrem wörtlichen Verstehen liegt ihr wahrer Weisheitsgrund!

[ 28 ] Es ist ein großer Impuls in der letzten Zeit aus der geistigen Welt zu uns gekommen. Und heute, am feierlichen Weihnachtsabend in unserem Kreise sei hingewiesen auf diesen wichtigen Impuls, sozusagen auf eine Weisung, welche uns im Laufe der letzten Jahre aus der geistigen Welt wie eine Maßnahme des astralischen Planes zugeflossen ist. Und unter diesem Impuls hat sich unsere anthroposophische Bewegung hier in Mitteleuropa entwickelt. Ungefähr in folgender Weise könnten wir diesen Impuls in menschliche Worte kleiden: Siehe hin auf das, was sich in der äußeren Welt zuträgt: die Worte der Evangelien werden immer mehr und mehr mißverstanden! Man deutelt an ihnen herum, man prüft sie mit äußerlichen geschichtlichen Methoden. Alle bloße äußere Geschichte muß eine Zeitlang für den spirituellen Forscher schweigen. Was jetzt notwendig ist, das ist, daß die Evangelien wieder verstanden werden ganz wörtlich, denn in ihrem wörtlichen Verstehen liegt ihr wahrer Weisheitsgrund!

[ 29 ] Wir wurden angeleitet aus der geistigen Welt heraus, die Evangelien wörtlich erst wieder kennenzulernen, zu verstehen, was in ihren Worten enthalten ist. Aus diesem Impuls — und aus der Erweiterung und Ausgestaltung dieses Impulses - ging alles hervor, was wir in der Betrachtung des Johannes-Evangeliums, des Lukas-Evangeliums und des Matthäus-Evangeliums versucht haben und was wir bei der Betrachtung des Markus-Evangeliums noch versuchen werden. Wörtlich sollen wir wiederum die Evangelien zu verstehen versuchen! So sagen uns diejenigen, deren Impuls wir aus der geistigen Welt empfangen. Das ist kommendes Christentum: folgen diesem Impuls, die Evangelien in ihrer Wörtlichkeit zu verstehen. Und was wird uns, wenn wir die Evangelien wörtlich verstehen, wenn wir die Weisung der spirituellen Mächte befolgen, die vom astralischen Plan herunter so deutlich geredet haben, wie sie in einem Jahrhundert kaum ein zweites Mal sprechen? Das wird uns, was uns notwendig werden muß, wenn wir uns zum Instrument machen wollen, um die kommende Menschheitsepoche in der richtigen Weise leiten und weisen zu können in bezug auf dasjenige, was eine Leitung und Weisung im Raume braucht.

[ 29 ] Wir wurden angeleitet aus der geistigen Welt heraus, die Evangelien wörtlich erst wieder kennenzulernen, zu verstehen, was in ihren Worten enthalten ist. Aus diesem Impuls — und aus der Erweiterung und Ausgestaltung dieses Impulses - ging alles hervor, was wir in der Betrachtung des Johannes-Evangeliums, des Lukas-Evangeliums und des Matthäus-Evangeliums versucht haben und was wir bei der Betrachtung des Markus-Evangeliums noch versuchen werden. Wörtlich sollen wir wiederum die Evangelien zu verstehen versuchen! So sagen uns diejenigen, deren Impuls wir aus der geistigen Welt empfangen. Das ist kommendes Christentum: folgen diesem Impuls, die Evangelien in ihrer Wörtlichkeit zu verstehen. Und was wird uns, wenn wir die Evangelien wörtlich verstehen, wenn wir die Weisung der spirituellen Mächte befolgen, die vom astralischen Plan herunter so deutlich geredet haben, wie sie in einem Jahrhundert kaum ein zweites Mal sprechen? Das wird uns, was uns notwendig werden muß, wenn wir uns zum Instrument machen wollen, um die kommende Menschheitsepoche in der richtigen Weise leiten und weisen zu können in bezug auf dasjenige, was eine Leitung und Weisung im Raume braucht.

[ 30 ] Wenn wir zurückblicken in diejenigen Zeiten, in denen die Menschheitsentwickelung sich in uralten Vergangenheiten abgespielt hat, da wissen wir, daß es damals noch nicht so war, daß das menschliche Ich voll ausgebildet gewesen wäre. Der Mensch geht in seiner Entwickelung auf eine Gruppenseele zurück. Wie die Tiere heute noch eine Gruppenseele haben, so war einer gewissen Anzahl von Menschen eine gemeinsame Ich-Seele eigen. Das finden wir bei allen Völkern. Wir wissen also, daß sich die Menschheit herausentwickelt hat aus einer Gruppenseelenhaftigkeit. Und in der Zeit, als der Christus heruntergestiegen ist auf unsere Erde, war die Menschheit an dem Punkt angekommen, wo die alten Gruppenseelen anfingen, ihre Bedeutung zu verlieren. Die alten Gruppenseelen hatten sich zurückgezogen. Jeder Mensch war darauf angewiesen, in sich die individuelle Seele, die eigentliche Ichheit zu entwickeln. Und wer brachte das, was sich in die individuelle Seele hineinergießen sollte? Das brachte der ChristusImpuls! Und je mehr wir uns mit diesem Christus-Impuls erfüllen, desto reicher wird unsere Ichheit, so daß sie in sich selber aufsteigen läßt diejenigen Wahrheiten, welche wir brauchen, um in die Zukunft hineinzuleben.

[ 30 ] Wenn wir zurückblicken in diejenigen Zeiten, in denen die Menschheitsentwickelung sich in uralten Vergangenheiten abgespielt hat, da wissen wir, daß es damals noch nicht so war, daß das menschliche Ich voll ausgebildet gewesen wäre. Der Mensch geht in seiner Entwickelung auf eine Gruppenseele zurück. Wie die Tiere heute noch eine Gruppenseele haben, so war einer gewissen Anzahl von Menschen eine gemeinsame Ich-Seele eigen. Das finden wir bei allen Völkern. Wir wissen also, daß sich die Menschheit herausentwickelt hat aus einer Gruppenseelenhaftigkeit. Und in der Zeit, als der Christus heruntergestiegen ist auf unsere Erde, war die Menschheit an dem Punkt angekommen, wo die alten Gruppenseelen anfingen, ihre Bedeutung zu verlieren. Die alten Gruppenseelen hatten sich zurückgezogen. Jeder Mensch war darauf angewiesen, in sich die individuelle Seele, die eigentliche Ichheit zu entwickeln. Und wer brachte das, was sich in die individuelle Seele hineinergießen sollte? Das brachte der ChristusImpuls! Und je mehr wir uns mit diesem Christus-Impuls erfüllen, desto reicher wird unsere Ichheit, so daß sie in sich selber aufsteigen läßt diejenigen Wahrheiten, welche wir brauchen, um in die Zukunft hineinzuleben.

[ 31 ] Jetzt eben sind wir in der Gegenwart an einem wichtigen Wendepunkt angekommen. Gar mancher fragt heute: Was hat es denn für eine Bedeutung, daß wir sprechen von Wiederverkörperung, da man sich doch nicht erinnern kann an die früheren Verkörperungen? Gewiß, man kann es heute nicht. Aber ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, wenn man ein vierjähriges Kind bringt und sagt: Das ist ein Mensch; aber er kann nicht rechnen -, so ist das kein Beweis dafür, daß der Mensch nicht rechnen kann. Man soll warten, bis das Kind herangereift ist, um rechnen zu lernen. In zehn Jahren kann es rechnen. So wird des Menschen Seele heranreifen, sich an die früheren Verkörperungen zu erinnern. Ob sie sich richtig erinnern wird, das ist eine zweite Frage.

[ 31 ] Jetzt eben sind wir in der Gegenwart an einem wichtigen Wendepunkt angekommen. Gar mancher fragt heute: Was hat es denn für eine Bedeutung, daß wir sprechen von Wiederverkörperung, da man sich doch nicht erinnern kann an die früheren Verkörperungen? Gewiß, man kann es heute nicht. Aber ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, wenn man ein vierjähriges Kind bringt und sagt: Das ist ein Mensch; aber er kann nicht rechnen -, so ist das kein Beweis dafür, daß der Mensch nicht rechnen kann. Man soll warten, bis das Kind herangereift ist, um rechnen zu lernen. In zehn Jahren kann es rechnen. So wird des Menschen Seele heranreifen, sich an die früheren Verkörperungen zu erinnern. Ob sie sich richtig erinnern wird, das ist eine zweite Frage.

[ 32 ] Jetzt eben stehen wir an einem wichtigen Wendepunkt. Im vierten nachatlantischen Zeitraum ist der Christus heruntergestiegen als der Impuls, womit die Menschen ihre Ichheit als eine in sich gegründete Wesenheit erfühlen können. Jetzt stehen wir in dem fünften Zeitraum, dem letzten, in dem sich die Menschen nicht mehr an ihre früheren Inkarnationen erinnern können. Im sechsten Zeitraum, der dem unsrigen folgen wird, werden sich die Menschen erinnern an ihre früheren Inkarnationen. Ob sie sich richtig erinnern, das hängt davon ab, wie sie heute die Impulse dazu in ihre Seele aufnehmen, ob sie sich fähig machen, sich in der richtigen Weise zu erinnern. Diejenigen allein werden sich in der Zukunft in der richtigen Weise an ihr gegenwärtiges Dasein erinnern, welche den Christus-Impuls aufgenommen haben, den Quell der wahren Ichheit. Dafür werden sich bei denjenigen, welche diesen Quell der wahren Ichheit nicht aufnehmen, neue - Gruppenseelen bilden.

[ 32 ] Jetzt eben stehen wir an einem wichtigen Wendepunkt. Im vierten nachatlantischen Zeitraum ist der Christus heruntergestiegen als der Impuls, womit die Menschen ihre Ichheit als eine in sich gegründete Wesenheit erfühlen können. Jetzt stehen wir in dem fünften Zeitraum, dem letzten, in dem sich die Menschen nicht mehr an ihre früheren Inkarnationen erinnern können. Im sechsten Zeitraum, der dem unsrigen folgen wird, werden sich die Menschen erinnern an ihre früheren Inkarnationen. Ob sie sich richtig erinnern, das hängt davon ab, wie sie heute die Impulse dazu in ihre Seele aufnehmen, ob sie sich fähig machen, sich in der richtigen Weise zu erinnern. Diejenigen allein werden sich in der Zukunft in der richtigen Weise an ihr gegenwärtiges Dasein erinnern, welche den Christus-Impuls aufgenommen haben, den Quell der wahren Ichheit. Dafür werden sich bei denjenigen, welche diesen Quell der wahren Ichheit nicht aufnehmen, neue - Gruppenseelen bilden.

[ 33 ] Sehen Sie einmal hin auf die äußere Wirklichkeit: wie die Menschen heute geradezu drängen nach Gruppenseelenhaftigkeit, obwohl sie es nicht müßten, sondern Wahrheitsquellen finden könnten, die ihnen in der eigenen Seele ersprießen. Beobachten Sie, wie jeder alles nur so tun will, wie «man» alles tut. Die Menschen suchen nicht nach dem, was sie allein in ihrer Seele finden können, sondern wir sehen sie danach suchen, was sie in Kategorien, in Gruppen zusammenführt, und wie sie am frohesten sind, wenn sie nicht selbständige Wahrheiten, sondern das haben können, was gleich den andern ist. Ja, man haßt sogar die Individualität, so daß man in diesem Haß gegen das Individuelle die stärksten Waffen zu schmieden glaubt gegen eine solche Weisheit, wie es die anthroposophische ist. Denn anthroposophische Weisheit muß in der Seele eines jeden Menschen erglänzen; sie kann nicht mit Hebeln und mit Schrauben, mit äußerem Experimentieren erzwungen werden. Was von anthroposophischer Seite gesagt wird, das tritt uns nicht mit äußeren Hebeln und Schrauben entgegen. Das müssen wir, weil es der unsichtbaren Welt angehört, in die jeder selbst hineingehen muß mit seinem Denken, uns aneignen, ein jeder für sich, ohne daß wir durch ein äußeres Instrument überzeugt werden. Durch anthroposophische Weisheit werden wir eine Individualität.

[ 33 ] Sehen Sie einmal hin auf die äußere Wirklichkeit: wie die Menschen heute geradezu drängen nach Gruppenseelenhaftigkeit, obwohl sie es nicht müßten, sondern Wahrheitsquellen finden könnten, die ihnen in der eigenen Seele ersprießen. Beobachten Sie, wie jeder alles nur so tun will, wie «man» alles tut. Die Menschen suchen nicht nach dem, was sie allein in ihrer Seele finden können, sondern wir sehen sie danach suchen, was sie in Kategorien, in Gruppen zusammenführt, und wie sie am frohesten sind, wenn sie nicht selbständige Wahrheiten, sondern das haben können, was gleich den andern ist. Ja, man haßt sogar die Individualität, so daß man in diesem Haß gegen das Individuelle die stärksten Waffen zu schmieden glaubt gegen eine solche Weisheit, wie es die anthroposophische ist. Denn anthroposophische Weisheit muß in der Seele eines jeden Menschen erglänzen; sie kann nicht mit Hebeln und mit Schrauben, mit äußerem Experimentieren erzwungen werden. Was von anthroposophischer Seite gesagt wird, das tritt uns nicht mit äußeren Hebeln und Schrauben entgegen. Das müssen wir, weil es der unsichtbaren Welt angehört, in die jeder selbst hineingehen muß mit seinem Denken, uns aneignen, ein jeder für sich, ohne daß wir durch ein äußeres Instrument überzeugt werden. Durch anthroposophische Weisheit werden wir eine Individualität.

[ 34 ] Nehmen wir diese anthroposophische Weisheit in der richtigen individuellen Weise auf, in der sie durchdrungen ist von dem ChristusImpuls, dann senkt sich in unsere Seele das, was es uns möglich macht, daß wir uns im sechsten Zeitraum an eine Ichheit erinnern, die jeder für sich selber hat, die in sich geschlossen ist. Dagegen wird die Erinnerung derjenigen, die heute künstliche Gruppenseelen suchen, so sein, daß die Gruppenseelenhaftigkeit wieder da sein wird. Erinnern werden sich die Menschen im sechsten Zeitraum an ihre gegenwärtige Inkarnation; aber dann wird es ihnen klar sein: Du hingest dazumai in deinem Urteil zusammen mit dem Urteil der andern! - Und eine furchtbare Fessel wird es sein für den Menschen, der sich hineingestellt fühlen muß in eine Gruppenseelenhaftigkeit. Gruppenseelenhaftigkeit droht denjenigen, die den Christus-Impuls nicht aufzunehmen vermögen in unserer Zeit. Wenn wir die Botschaft des Christus-Ereignisses, jene Botschaft von der menschlichen Ichheit in uns aufnehmen, dann senkt sich in unsere Seele die Möglichkeit, das Ziel der Menschheit für den sechsten Zeitraum zu erreichen: daß wir nicht zurückblicken in eine Gruppenseelenhaftigkeit, sondern in eine durchchristete Ichheit.

[ 34 ] Nehmen wir diese anthroposophische Weisheit in der richtigen individuellen Weise auf, in der sie durchdrungen ist von dem ChristusImpuls, dann senkt sich in unsere Seele das, was es uns möglich macht, daß wir uns im sechsten Zeitraum an eine Ichheit erinnern, die jeder für sich selber hat, die in sich geschlossen ist. Dagegen wird die Erinnerung derjenigen, die heute künstliche Gruppenseelen suchen, so sein, daß die Gruppenseelenhaftigkeit wieder da sein wird. Erinnern werden sich die Menschen im sechsten Zeitraum an ihre gegenwärtige Inkarnation; aber dann wird es ihnen klar sein: Du hingest dazumai in deinem Urteil zusammen mit dem Urteil der andern! - Und eine furchtbare Fessel wird es sein für den Menschen, der sich hineingestellt fühlen muß in eine Gruppenseelenhaftigkeit. Gruppenseelenhaftigkeit droht denjenigen, die den Christus-Impuls nicht aufzunehmen vermögen in unserer Zeit. Wenn wir die Botschaft des Christus-Ereignisses, jene Botschaft von der menschlichen Ichheit in uns aufnehmen, dann senkt sich in unsere Seele die Möglichkeit, das Ziel der Menschheit für den sechsten Zeitraum zu erreichen: daß wir nicht zurückblicken in eine Gruppenseelenhaftigkeit, sondern in eine durchchristete Ichheit.

[ 35 ] So zieht in denjenigen, der das Christentum heute in der richtigen Weise zu erfassen versteht, zu durchglühen und zu durchströmen versteht mit dem Geiste der Anthroposophie, dasjenige hinein, was notwendig ist, damit er ein voller Mensch sein kann in dem sechsten Zeitraum und ein Instrument sein kann zum richtigen Wirken in jenem Zeitraum.

[ 35 ] So zieht in denjenigen, der das Christentum heute in der richtigen Weise zu erfassen versteht, zu durchglühen und zu durchströmen versteht mit dem Geiste der Anthroposophie, dasjenige hinein, was notwendig ist, damit er ein voller Mensch sein kann in dem sechsten Zeitraum und ein Instrument sein kann zum richtigen Wirken in jenem Zeitraum.

[ 36 ] Das also ist die Frage: Ob wir uns entschließen wollen, zurückzublicken von unseren Wiederverkörperungen im sechsten Zeitraum auf unser Ich in der Gegenwart als unindividuell, als unselbständig, als zusammengeschlossen in Gruppenhaftigkeit, oder ob wir uns erinnern wollen an ein Ich, das den Quell der Geistigkeit in unserer Erdentwickelung selber erfaßt hat, das erfaßt hat das große Wort: Ehe denn alle Persönlichkeit war, ehe etwas war, was sonst von uns auf der Erde leben kann, und «ehe denn ein Abraham war, war das Ich-bin».

[ 36 ] Das also ist die Frage: Ob wir uns entschließen wollen, zurückzublicken von unseren Wiederverkörperungen im sechsten Zeitraum auf unser Ich in der Gegenwart als unindividuell, als unselbständig, als zusammengeschlossen in Gruppenhaftigkeit, oder ob wir uns erinnern wollen an ein Ich, das den Quell der Geistigkeit in unserer Erdentwickelung selber erfaßt hat, das erfaßt hat das große Wort: Ehe denn alle Persönlichkeit war, ehe etwas war, was sonst von uns auf der Erde leben kann, und «ehe denn ein Abraham war, war das Ich-bin».

[ 37 ] Was in uns lebt, schließt sich unmittelbar zusammen mit dem VaterGeist. Was durch das Verständnis des Christus-Impulses in uns aufleben kann, das schließt sich bewußt in uns nur zusammen mit dem Quell der Welt, wenn wir den Christus-Impuls verstehen. So bedeutet der Christus-Impuls, indem er sich in unsere Seele senkt, die Möglichkeit für uns, als eine solche Ich-Wesenheit im sechsten Zeitraume wieder aufzuerstehen, die zurückblickt auf ein Selbständigwerden. Lassen wir den richtig verstandenen Christus in unserem eigenen Innern geboren werden, dann werden wir auferwecken können die Erinnerung an diesen richtig verstandenen Christus in dem sechsten nachatlantischen Zeitraum.

[ 37 ] Was in uns lebt, schließt sich unmittelbar zusammen mit dem VaterGeist. Was durch das Verständnis des Christus-Impulses in uns aufleben kann, das schließt sich bewußt in uns nur zusammen mit dem Quell der Welt, wenn wir den Christus-Impuls verstehen. So bedeutet der Christus-Impuls, indem er sich in unsere Seele senkt, die Möglichkeit für uns, als eine solche Ich-Wesenheit im sechsten Zeitraume wieder aufzuerstehen, die zurückblickt auf ein Selbständigwerden. Lassen wir den richtig verstandenen Christus in unserem eigenen Innern geboren werden, dann werden wir auferwecken können die Erinnerung an diesen richtig verstandenen Christus in dem sechsten nachatlantischen Zeitraum.

[ 38 ] Und wenn wir im fünften Zeitraum ein richtiges Weihnachtsfest feiern, werden wir dafür im sechsten Zeitraum ein richtiges Osterfest feiern können. Wie das schöne Weihnachtslied uns singt in der Christnacht: «Uns ist der Heiland heut erstanden!», so werden wir, indem wir uns zurückerinnern an den in unserer Seele geborenen Christus, in uns selber die Botschaft vernehmen an diese wahre höhere IchWesenheit. Wir werden uns daran zurückerinnern und diese Erinnerung auferstehen lassen als das Osterfest in uns selber; und dann werden wir in uns selber den großen schönen Oster-Orgelton hören können: Der Christus in uns erstehe als befeuernd und erleuchtend unsere eigene göttliche Individualität!

[ 38 ] Und wenn wir im fünften Zeitraum ein richtiges Weihnachtsfest feiern, werden wir dafür im sechsten Zeitraum ein richtiges Osterfest feiern können. Wie das schöne Weihnachtslied uns singt in der Christnacht: «Uns ist der Heiland heut erstanden!», so werden wir, indem wir uns zurückerinnern an den in unserer Seele geborenen Christus, in uns selber die Botschaft vernehmen an diese wahre höhere IchWesenheit. Wir werden uns daran zurückerinnern und diese Erinnerung auferstehen lassen als das Osterfest in uns selber; und dann werden wir in uns selber den großen schönen Oster-Orgelton hören können: Der Christus in uns erstehe als befeuernd und erleuchtend unsere eigene göttliche Individualität!

[ 39 ] So schließen sich Weihnachtsfest und Osterfest im fünften und sechsten Zeitraum unserer nachatlantischen Zeit zusammen. So sollen wir lernen dasjenige auffassen, was wir aus den Evangelien erfahren. Wir haben schon teilweise gelernt und werden es noch weiter lernen, wie zusammengeströmt sind die Buddha-Strömung, die ZarathustraStrömung und die althebräische Strömung in dem Christentum, wie sie eingezogen sind in dem Sinne, wie es uns die Evangelien auch schildern, in die Persönlichkeit des Christus Jesus. In unserer eigenen Ichheit muß dasjenige Leben gewinnen, was so in der vorchristlichen Zeit in der Welt gewebt und gelebt hat; das muß wiedergeboren werden, durchdrungen von dem Christus-Impuls. Dann feiern wir das anthroposophische Weihnachtsfest in unserer eigenen Seele: die Geburt des Christus in uns. Und wenn wir diesen in uns verstandenen Christus hinübertragen durch Kamaloka und Devachan in ein neues Erdenleben und von dort immer wieder zu einem neuen irdischen Dasein bis in den sechsten Zeitraum hinüber, dann werden wir uns erinnern an das, was wir in unserem fünften Zeitraum erlebt haben und werden das christliche Osterfest in uns selber dann also feiern.

[ 39 ] So schließen sich Weihnachtsfest und Osterfest im fünften und sechsten Zeitraum unserer nachatlantischen Zeit zusammen. So sollen wir lernen dasjenige auffassen, was wir aus den Evangelien erfahren. Wir haben schon teilweise gelernt und werden es noch weiter lernen, wie zusammengeströmt sind die Buddha-Strömung, die ZarathustraStrömung und die althebräische Strömung in dem Christentum, wie sie eingezogen sind in dem Sinne, wie es uns die Evangelien auch schildern, in die Persönlichkeit des Christus Jesus. In unserer eigenen Ichheit muß dasjenige Leben gewinnen, was so in der vorchristlichen Zeit in der Welt gewebt und gelebt hat; das muß wiedergeboren werden, durchdrungen von dem Christus-Impuls. Dann feiern wir das anthroposophische Weihnachtsfest in unserer eigenen Seele: die Geburt des Christus in uns. Und wenn wir diesen in uns verstandenen Christus hinübertragen durch Kamaloka und Devachan in ein neues Erdenleben und von dort immer wieder zu einem neuen irdischen Dasein bis in den sechsten Zeitraum hinüber, dann werden wir uns erinnern an das, was wir in unserem fünften Zeitraum erlebt haben und werden das christliche Osterfest in uns selber dann also feiern.

[ 40 ] So lebe in uns in dem Weihnachtssymbol dasjenige symbolisch, was wir in den letzten Zeiten aus den Evangelien heraus als das ChristusMysterium in unsere Seele aufgenommen haben. So lassen wir diese Lichter, die hier vor uns brennen, eine Aufforderung an uns sein, jenen Impuls auszuleben, der uns aus der geistigen Welt zukommt: die Evangelien wörtlich zu verstehen! Und diese äußerlich leuchtenden Lichter fassen wir auf als die Sinnbilder derjenigen Lichter, die in unserer Seele entfacht werden sollen und die, wenn sie durch die anthroposophische Christus-Erkenntnis entfacht werden, hinüberbrennen werden in den sechsten Zeitraum der nachatlantischen Zeit.

[ 40 ] So lebe in uns in dem Weihnachtssymbol dasjenige symbolisch, was wir in den letzten Zeiten aus den Evangelien heraus als das ChristusMysterium in unsere Seele aufgenommen haben. So lassen wir diese Lichter, die hier vor uns brennen, eine Aufforderung an uns sein, jenen Impuls auszuleben, der uns aus der geistigen Welt zukommt: die Evangelien wörtlich zu verstehen! Und diese äußerlich leuchtenden Lichter fassen wir auf als die Sinnbilder derjenigen Lichter, die in unserer Seele entfacht werden sollen und die, wenn sie durch die anthroposophische Christus-Erkenntnis entfacht werden, hinüberbrennen werden in den sechsten Zeitraum der nachatlantischen Zeit.

[ 41 ] Fühlt, gerade an diesem Weihnachtsfest, daß es an Euren Seelen ist, sich zu entschließen, in diesem Sinne würdige Werkzeuge zu werden für die Entwickelung der Menschheit in die Zukunft hinein! Fühlt die ganze Schwere und das ganze Gewicht des anthroposophischen Entschlusses: nicht ein jeder für sich sollen wir Anthroposophen sein; sondern indem wir berücksichtigen, was eben gesagt worden ist, sollen wir Anthroposophen sein aus Pflicht zur Menschheit, aus Pflicht zur ganzen Menschheitsaufgabe und Menschheitsmission. Lassen wir uns herunterleuchten vom Weihnachtsbaum symbolisch das Licht, das uns anfeuern kann zu dieser unserer spirituellen Menschheitsmission. Dann haben wir etwas verstanden von dem, was uns wiederum für ein neues Jahr Kraft geben kann, uns immer weiter in das anthroposophische Leben und in die anthroposophischen Weistümer hineinzufinden.

[ 41 ] Fühlt, gerade an diesem Weihnachtsfest, daß es an Euren Seelen ist, sich zu entschließen, in diesem Sinne würdige Werkzeuge zu werden für die Entwickelung der Menschheit in die Zukunft hinein! Fühlt die ganze Schwere und das ganze Gewicht des anthroposophischen Entschlusses: nicht ein jeder für sich sollen wir Anthroposophen sein; sondern indem wir berücksichtigen, was eben gesagt worden ist, sollen wir Anthroposophen sein aus Pflicht zur Menschheit, aus Pflicht zur ganzen Menschheitsaufgabe und Menschheitsmission. Lassen wir uns herunterleuchten vom Weihnachtsbaum symbolisch das Licht, das uns anfeuern kann zu dieser unserer spirituellen Menschheitsmission. Dann haben wir etwas verstanden von dem, was uns wiederum für ein neues Jahr Kraft geben kann, uns immer weiter in das anthroposophische Leben und in die anthroposophischen Weistümer hineinzufinden.