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The Rudolf Steiner Archive

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The Gospel of John
and the Three Other Gospels
GA 117a

8 January 1910, Stockholm

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Das Johannes-Evangelium und die drei anderen Evangelien, 1st ed.
  1. The Gospel of John and the Three Other Gospels, tr. SOL

Fünfter Vortrag

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Jene Individualität, welche sich bei der Johannes-Taufe verkörperte im Leibe, in dem früher das Zarathustra-Ich war, hatte dadurch, dass sie eine so hohe Individualität war, Leidens- und Schmerzensfähigkeiten in nicht geringerem Maße. Im Gegenteil.

[ 1 ] Jene Individualität, welche sich bei der Johannes-Taufe verkörperte im Leibe, in dem früher das Zarathustra-Ich war, hatte dadurch, dass sie eine so hohe Individualität war, Leidens- und Schmerzensfähigkeiten in nicht geringerem Maße. Im Gegenteil.

[ 2 ] Dies muss betont werden, weil viele Menschen glauben, dass derjenige, der sich inkarnierte bei der Johannes-Taufe, eine höhere Individualität war und dadurch weniger leidet. Aber das ist nicht der Fall. Welche Individualität hat sich verkörpert? Die Zarathustra-Individualität verließ die drei Leiber, dann zog ein eine andere Individualität. Nur langsam und allmählich kann man sich zum Verständnis hinaufbringen dessen, der diese drei Jahre lebte auf Erden. [Das war ein Wesen, das niemals zuvor auf der Erde war.] Zarathustra hatte einmal verkündet, dass hinter dem physischen Sonnenlicht Ahura-Mazdao, das geistige Licht steht. Nichts Abstraktes haben wir uns dabei vorzustellen, sondern eine wirkliche geistige Wesenheit, eine Individualität, die sich nie früher und später inkarniert hat. Eine vollständige Vorstellung erlangt man, wenn man zu noch höheren Stufen hinaufsteigt, als wir versucht haben anzudeuten. [Denn: Um es zu verstehen, muss der Mensch zunächst damit beginnen, sich selbst zu verstehen.]

[ 2 ] Dies muss betont werden, weil viele Menschen glauben, dass derjenige, der sich inkarnierte bei der Johannes-Taufe, eine höhere Individualität war und dadurch weniger leidet. Aber das ist nicht der Fall. Welche Individualität hat sich verkörpert? Die Zarathustra-Individualität verließ die drei Leiber, dann zog ein eine andere Individualität. Nur langsam und allmählich kann man sich zum Verständnis hinaufbringen dessen, der diese drei Jahre lebte auf Erden. [Das war ein Wesen, das niemals zuvor auf der Erde war.] Zarathustra hatte einmal verkündet, dass hinter dem physischen Sonnenlicht Ahura-Mazdao, das geistige Licht steht. Nichts Abstraktes haben wir uns dabei vorzustellen, sondern eine wirkliche geistige Wesenheit, eine Individualität, die sich nie früher und später inkarniert hat. Eine vollständige Vorstellung erlangt man, wenn man zu noch höheren Stufen hinaufsteigt, als wir versucht haben anzudeuten. [Denn: Um es zu verstehen, muss der Mensch zunächst damit beginnen, sich selbst zu verstehen.]

[ 3 ] Der Mensch muss sich sagen: Allmählich bin ich geworden aus einem unvollkommenen Wesen, was ich heute bin. Aber allmählich werde ich immer vollkommener werden. Es ist etwas als Same in mir veranlagt, was später herauskommen wird. [Schritt für Schritt hat er sich zu dem fühlenden, wollenden und denkenden Wesen entwickelt, das er jetzt ist. Aber wir finden auch in uns verborgen Anlagen, Samen, die noch nicht hervorgekeimt sind und die auf eine fortgesetzte Entwicklung in kommenden Zeitaltern hinweisen. Je mehr der Mensch solchermaßen sich entwickelt, desto reicher wird seine Erkenntnis der Welt, desto tiefer sein Verständnis für das Mysterium des Lebens.]

[ 3 ] Der Mensch muss sich sagen: Allmählich bin ich geworden aus einem unvollkommenen Wesen, was ich heute bin. Aber allmählich werde ich immer vollkommener werden. Es ist etwas als Same in mir veranlagt, was später herauskommen wird. [Schritt für Schritt hat er sich zu dem fühlenden, wollenden und denkenden Wesen entwickelt, das er jetzt ist. Aber wir finden auch in uns verborgen Anlagen, Samen, die noch nicht hervorgekeimt sind und die auf eine fortgesetzte Entwicklung in kommenden Zeitaltern hinweisen. Je mehr der Mensch solchermaßen sich entwickelt, desto reicher wird seine Erkenntnis der Welt, desto tiefer sein Verständnis für das Mysterium des Lebens.]

[ 4 ] So kann der Mensch vergleichen seine Wesenheit mit jener der großen Welt. Was sucht er von Inkarnation zu Inkarnation? Ich werde immer mehr Erkenntnisse, Gefühle über die Welt in meiner Seele finden. Wer da sagt, er könne das finden in seiner Seele, und es sei nicht draußen, der soll nur sagen, er würde Wasser trinken aus einem Glas, [in dem] nichts sei. Was der Mensch zuletzt aufsteigen lässt in seiner Seele an Gedanken und Gefühlen, es muss darinnen enthalten sein. Alles, was wir noch finden werden in alle Zukunft hinein, muss der Welt zugrunde liegen. Geistiger Inhalt ist in der Welt drin. Was der Mensch zuletzt in sich finden kann, ist im Urbeginne in der Welt enthalten gewesen.

[ 4 ] So kann der Mensch vergleichen seine Wesenheit mit jener der großen Welt. Was sucht er von Inkarnation zu Inkarnation? Ich werde immer mehr Erkenntnisse, Gefühle über die Welt in meiner Seele finden. Wer da sagt, er könne das finden in seiner Seele, und es sei nicht draußen, der soll nur sagen, er würde Wasser trinken aus einem Glas, [in dem] nichts sei. Was der Mensch zuletzt aufsteigen lässt in seiner Seele an Gedanken und Gefühlen, es muss darinnen enthalten sein. Alles, was wir noch finden werden in alle Zukunft hinein, muss der Welt zugrunde liegen. Geistiger Inhalt ist in der Welt drin. Was der Mensch zuletzt in sich finden kann, ist im Urbeginne in der Welt enthalten gewesen.

[ 5 ] Was findet der Mensch draußen?

[ 5 ] Was findet der Mensch draußen?

1. Die Welt der Mineralien, sie verläuft in den sogenannten leblosen Gesetzen der Natur.
2. Pflanzen findet er und sagt, er habe dasselbe in sich. 3. Auch dasselbe, was in den Tieren ist.

1. Die Welt der Mineralien, sie verläuft in den sogenannten leblosen Gesetzen der Natur.
2. Pflanzen findet er und sagt, er habe dasselbe in sich. 3. Auch dasselbe, was in den Tieren ist.

[ 6 ] Aber etwas hat er, was die andern nicht haben, und das muss er immer höher entwickeln. Zum Laute, der ein Ausdruck ist des inneren Schmerzes, kann sich das Tier erheben, zu dem aber nicht, was unseren Laut so konfiguriert, dass er eine Manifestation ist unseres Gedankeninhaltes. Dadurch kann sich der Mensch als die Krone fühlen der Erdenschöpfung. Und was diesen Laut hervorbringt, kann er als sein «Ich» bezeichnen. Im Menschen ist das Gedanken-durchwirkte, Gedanken-durchwobene Wort, das wie ausstrahlt aus der Ichheit. Dieses Wort hat man daher immer angesehen /Lücke in der Mitschrift]. Wenn der Mensch blicken kann in eine ferne Zukunft, sodass immer Höheres sein Wort durchweben kann [Lücke in der Mitschrift].

[ 6 ] Aber etwas hat er, was die andern nicht haben, und das muss er immer höher entwickeln. Zum Laute, der ein Ausdruck ist des inneren Schmerzes, kann sich das Tier erheben, zu dem aber nicht, was unseren Laut so konfiguriert, dass er eine Manifestation ist unseres Gedankeninhaltes. Dadurch kann sich der Mensch als die Krone fühlen der Erdenschöpfung. Und was diesen Laut hervorbringt, kann er als sein «Ich» bezeichnen. Im Menschen ist das Gedanken-durchwirkte, Gedanken-durchwobene Wort, das wie ausstrahlt aus der Ichheit. Dieses Wort hat man daher immer angesehen /Lücke in der Mitschrift]. Wenn der Mensch blicken kann in eine ferne Zukunft, sodass immer Höheres sein Wort durchweben kann [Lücke in der Mitschrift].

[ 7 ] [Blicken wir zurück auf urälteste Zeiten, finden wir das Ich in der Welt ausgebreitet, und gehen wir noch weiter zurück, so finden wir das Weltenwort als Ausdruck des Welten-Ich, wir finden, dass das Weltenwort aus dem Welten-Ich entsprungen ist.]

[ 7 ] [Blicken wir zurück auf urälteste Zeiten, finden wir das Ich in der Welt ausgebreitet, und gehen wir noch weiter zurück, so finden wir das Weltenwort als Ausdruck des Welten-Ich, wir finden, dass das Weltenwort aus dem Welten-Ich entsprungen ist.]

[ 8 ] Wie der Menschenleib der physische Ausdruck ist für das in ihm lebende Ich, so ist das Weltenall ein physischer Ausdruck für das Weltenwort. Ahura-Mazdao nannte Zarathustra das Weltenwort, das hinter dem Weltenlicht ist. Im Griechischen nannte man dieses Weltenwort den Logos, sodass Zarathustra hinwies jenseits des Lichtes auf das Weltenwort. Und zu erkennen, wann dieses Weltenwort sich manifestieren sollte, war Johannes der Täufer berufen. Er sollte sagen, wann sich das verkörpert: Bisher ist das Weltenwort nur ausgegossen in dem ganzen Umfang des All; jetzt hat es zuerst eine Seele ergriffen.

[ 8 ] Wie der Menschenleib der physische Ausdruck ist für das in ihm lebende Ich, so ist das Weltenall ein physischer Ausdruck für das Weltenwort. Ahura-Mazdao nannte Zarathustra das Weltenwort, das hinter dem Weltenlicht ist. Im Griechischen nannte man dieses Weltenwort den Logos, sodass Zarathustra hinwies jenseits des Lichtes auf das Weltenwort. Und zu erkennen, wann dieses Weltenwort sich manifestieren sollte, war Johannes der Täufer berufen. Er sollte sagen, wann sich das verkörpert: Bisher ist das Weltenwort nur ausgegossen in dem ganzen Umfang des All; jetzt hat es zuerst eine Seele ergriffen.

[ 9 ] So sehen wir, dass im dreißigsten Jahre des Lebens verlässt die Leiber das Zarathustra-Ich, und einzieht, was als geistiger Gehalt unserm Kosmos zugrunde liegt.

[ 9 ] So sehen wir, dass im dreißigsten Jahre des Lebens verlässt die Leiber das Zarathustra-Ich, und einzieht, was als geistiger Gehalt unserm Kosmos zugrunde liegt.

[ 10 ] Derjenige, den der Christus als seinen Verkünder eingesetzt hat, hat gesagt: [Lücke in der Mitschrift.] Im Anfang war das Weltenwort nicht im Menschen, nur ausgebreitet in der Welt, aber es war /Lücke in der Mitschrift.] Im Urbeginne war der Logos aber nicht bei einem Menschen, sondern bei Gott. Und nach und nach hat sich der Logos ergossen in die Menschheit, ganz allmählich. Zuerst dadurch, dass der Logos Leben geworden ist — in dem, was ursprünglich gewesen ist physischer Menschenleib. Dann kam die Zeit der luziferischen Einflüsse. Wären sie nicht gekommen, so wäre der Mensch auch in Bezug auf den Ätherleib durchdrungen worden vom Logos; es wurde so nur ein Teil durchdrungen. Der astralische Leib im astralischen Lichte würde strahlend geworden sein im Menschen, wenn nicht die luziferischen Einflüsse gekommen wären; so war er verdunkelt. Das Licht leuchtete nicht so, dass der Mensch es als Licht leuchtend wahrnehmen konnte. Es schien in die Finsternis. Voll leuchtete es auf im Moment der Johannes-Taufe: Und der Logos war Fleisch und hat unter den Menschen gewohnt. In einen menschlichen Leib hinein war der Logos gedrungen, und auf sich geladen hatte er alles, was die Menschen dadurch aus sich gemacht haben, dass sie immer tiefer in die Materie gestiegen sind. So hatte er allen Schmerz auf sich geladen. Dadurch kann man nach und nach ein Verständnis davon bekommen, was bei der Johannes-Taufe geschehen ist.

[ 10 ] Derjenige, den der Christus als seinen Verkünder eingesetzt hat, hat gesagt: [Lücke in der Mitschrift.] Im Anfang war das Weltenwort nicht im Menschen, nur ausgebreitet in der Welt, aber es war /Lücke in der Mitschrift.] Im Urbeginne war der Logos aber nicht bei einem Menschen, sondern bei Gott. Und nach und nach hat sich der Logos ergossen in die Menschheit, ganz allmählich. Zuerst dadurch, dass der Logos Leben geworden ist — in dem, was ursprünglich gewesen ist physischer Menschenleib. Dann kam die Zeit der luziferischen Einflüsse. Wären sie nicht gekommen, so wäre der Mensch auch in Bezug auf den Ätherleib durchdrungen worden vom Logos; es wurde so nur ein Teil durchdrungen. Der astralische Leib im astralischen Lichte würde strahlend geworden sein im Menschen, wenn nicht die luziferischen Einflüsse gekommen wären; so war er verdunkelt. Das Licht leuchtete nicht so, dass der Mensch es als Licht leuchtend wahrnehmen konnte. Es schien in die Finsternis. Voll leuchtete es auf im Moment der Johannes-Taufe: Und der Logos war Fleisch und hat unter den Menschen gewohnt. In einen menschlichen Leib hinein war der Logos gedrungen, und auf sich geladen hatte er alles, was die Menschen dadurch aus sich gemacht haben, dass sie immer tiefer in die Materie gestiegen sind. So hatte er allen Schmerz auf sich geladen. Dadurch kann man nach und nach ein Verständnis davon bekommen, was bei der Johannes-Taufe geschehen ist.

[ 11 ] Aber nicht nur das sollte er erleben, was man erlebt von Inkarnation zu Inkarnation, sondern was man im menschlichen Leibe empfindet durch die Einweihung. Das hat nicht der Johannes-Evangelist geschrieben, denn dieser hatte den erkennenden Christus zu beschreiben; den im astralischen Leibe lebenden hatten zu beschreiben die andern: Matthäus und Lukas.

[ 11 ] Aber nicht nur das sollte er erleben, was man erlebt von Inkarnation zu Inkarnation, sondern was man im menschlichen Leibe empfindet durch die Einweihung. Das hat nicht der Johannes-Evangelist geschrieben, denn dieser hatte den erkennenden Christus zu beschreiben; den im astralischen Leibe lebenden hatten zu beschreiben die andern: Matthäus und Lukas.

[ 12 ] Matthäus beschreibt den salomonischen Jesusknaben bis zu dessen zwölftem Jahr. Wenn auch das Zarathustra-Ich später im anderen, im nathanischen Jesusknaben war, so hatte es sich doch im ersten entwickelt, alle Gefühle darin wachgerufen; daher blieb ihm, was es in diesem Leibe erlebt hatte. Matthäus beschrieb insbesondere den Christus-Jesus als Menschen. Derjenige, der besonders den astralischen Leib zu beschreiben hatte, war Lukas. Die Seher Matthäus und Lukas beschrieben den Menschen Jesus, Matthäus den von außen, Lukas den von innen.

[ 12 ] Matthäus beschreibt den salomonischen Jesusknaben bis zu dessen zwölftem Jahr. Wenn auch das Zarathustra-Ich später im anderen, im nathanischen Jesusknaben war, so hatte es sich doch im ersten entwickelt, alle Gefühle darin wachgerufen; daher blieb ihm, was es in diesem Leibe erlebt hatte. Matthäus beschrieb insbesondere den Christus-Jesus als Menschen. Derjenige, der besonders den astralischen Leib zu beschreiben hatte, war Lukas. Die Seher Matthäus und Lukas beschrieben den Menschen Jesus, Matthäus den von außen, Lukas den von innen.

[ 13 ] Anderes hatten zu schreiben die Seher Markus und Johannes. Markus hatte zu richten den Blick auf den Logos, wie er alle Dinge durchdringt, auf den Logos in der Peripherie, wie er aufleuchtet im Jesus von Nazareth; es wird daher von ihm beschrieben das, was nach der Taufe sich ereignet hat.

[ 13 ] Anderes hatten zu schreiben die Seher Markus und Johannes. Markus hatte zu richten den Blick auf den Logos, wie er alle Dinge durchdringt, auf den Logos in der Peripherie, wie er aufleuchtet im Jesus von Nazareth; es wird daher von ihm beschrieben das, was nach der Taufe sich ereignet hat.

[ 14 ] Johannes wollte beschreiben, wie dieser Logos zur inneren Wesenheit geworden ist, als Ich aufgeleuchtet hat. [Für Johannes war der Christus vor allem der Sieger, der große Überwinder, zu dem der Mensch als zu seinem Ideal aufschaut.]

[ 14 ] Johannes wollte beschreiben, wie dieser Logos zur inneren Wesenheit geworden ist, als Ich aufgeleuchtet hat. [Für Johannes war der Christus vor allem der Sieger, der große Überwinder, zu dem der Mensch als zu seinem Ideal aufschaut.]

[ 15 ] Die menschliche Seite beschreiben die Seher Matthäus und Lukas. Den Menschen mit Außenseite, durchdrungen von der Christuswesenheit: Markus; den innerlichen Logos: Johannes. Wie er von außen kommt und innerlich wird: Markus; wie er Fleisch wird und sich nach außen ergießt: Johannes.

[ 15 ] Die menschliche Seite beschreiben die Seher Matthäus und Lukas. Den Menschen mit Außenseite, durchdrungen von der Christuswesenheit: Markus; den innerlichen Logos: Johannes. Wie er von außen kommt und innerlich wird: Markus; wie er Fleisch wird und sich nach außen ergießt: Johannes.

[ 16 ] Nun sollte beschrieben werden, wie der Mensch, der den Christus in sich trug, erlebte nicht nur die menschliche Seite, die zeitliche Seite, sondern den Eingeweihten, die ewige Seite — Markus.

[ 16 ] Nun sollte beschrieben werden, wie der Mensch, der den Christus in sich trug, erlebte nicht nur die menschliche Seite, die zeitliche Seite, sondern den Eingeweihten, die ewige Seite — Markus.

[ 17 ] Die andern beschreiben wie wirkliche Seher, was zu überwinden ist. Was das Ich bedeutet, wenn es überwunden hat — die höchste Vollendung —, das beschreibt Johannes. In den Zeiten, bevor der ChristusJesus gelebt hatte, konnte man die Einweihung auf zwei Arten erleben: die mehr ägyptische und [die mehr persische — Mithras]. Ägyptische: Nach dem Innern der Seele zu sich entwickelnd, abgewendet von der äußeren Welt, dem Innern zu. All das, was im astralischen Leib auf- und abwogt, ist Maya, und erst, wenn wir in tiefere Gründe hinabsteigen, kommen wir zum Geistigen, Spirituellen.

[ 17 ] Die andern beschreiben wie wirkliche Seher, was zu überwinden ist. Was das Ich bedeutet, wenn es überwunden hat — die höchste Vollendung —, das beschreibt Johannes. In den Zeiten, bevor der ChristusJesus gelebt hatte, konnte man die Einweihung auf zwei Arten erleben: die mehr ägyptische und [die mehr persische — Mithras]. Ägyptische: Nach dem Innern der Seele zu sich entwickelnd, abgewendet von der äußeren Welt, dem Innern zu. All das, was im astralischen Leib auf- und abwogt, ist Maya, und erst, wenn wir in tiefere Gründe hinabsteigen, kommen wir zum Geistigen, Spirituellen.

[ 18 ] Stellen wir uns eine Seele vor, die in Ägypten eingeweiht worden ist. Sie musste finden alles, was von Inkarnation zu Inkarnation in diese Seele an Schlimmem sich hineingemischt hat. Man nennt das heute den Versucher oder den kleinen Hüter der Schwelle. Er ist der Ausdruck der luziferischen Wesenheit in der Seele: Hochmut, Lüge. Frei machen musste sich der Mensch davon.

[ 18 ] Stellen wir uns eine Seele vor, die in Ägypten eingeweiht worden ist. Sie musste finden alles, was von Inkarnation zu Inkarnation in diese Seele an Schlimmem sich hineingemischt hat. Man nennt das heute den Versucher oder den kleinen Hüter der Schwelle. Er ist der Ausdruck der luziferischen Wesenheit in der Seele: Hochmut, Lüge. Frei machen musste sich der Mensch davon.

[ 19 ] Frei machen kann sich der Mensch nur von demjenigen, dem er Auge in Auge gegenübersteht. Alle Quellen des Hochmuts und der Eitelkeit in sich muss er schauen, wenn er frei davon werden will, alle Illusionsmöglichkeit, alle Lügenmöglichkeit muss er erleben. [In diesem Stadium entsteht leicht die Versuchung in ihm, zu glauben, dass er die geistige Wirklichkeit schon gefunden hätte, dass er schon etwas weiß, etwas besitzt. Hier begegnet ihm der kleine Hüter der Schwelle.] Das musste der Einzuweihende in den ägyptischen Mysterien: begegnen alledem, was die luziferischen Wesenheiten aus der Seele gemacht haben. In den griechischen Mysterien nannte man es Diabolos.

[ 19 ] Frei machen kann sich der Mensch nur von demjenigen, dem er Auge in Auge gegenübersteht. Alle Quellen des Hochmuts und der Eitelkeit in sich muss er schauen, wenn er frei davon werden will, alle Illusionsmöglichkeit, alle Lügenmöglichkeit muss er erleben. [In diesem Stadium entsteht leicht die Versuchung in ihm, zu glauben, dass er die geistige Wirklichkeit schon gefunden hätte, dass er schon etwas weiß, etwas besitzt. Hier begegnet ihm der kleine Hüter der Schwelle.] Das musste der Einzuweihende in den ägyptischen Mysterien: begegnen alledem, was die luziferischen Wesenheiten aus der Seele gemacht haben. In den griechischen Mysterien nannte man es Diabolos.

[ 20 ] In der persischen Einweihung, die den Menschen hinausführen wollte, musste der Mensch nicht in sich hinuntersteigen, sondern aus sich herauskommen, in Ekstase geraten. Da gab es eine andere Macht zu sehen: jene, die ihn hindert, in der äußeren Welt, den Geist zu finden, die ihm vortäuscht, dass der Sinnenschleier die einzige Wirklichkeit ist. Zu glauben, dass das Physische eine Realität ist, ist ebenso gescheit, wie das Spiegelbild als das Wahre zu sehen.

[ 20 ] In der persischen Einweihung, die den Menschen hinausführen wollte, musste der Mensch nicht in sich hinuntersteigen, sondern aus sich herauskommen, in Ekstase geraten. Da gab es eine andere Macht zu sehen: jene, die ihn hindert, in der äußeren Welt, den Geist zu finden, die ihm vortäuscht, dass der Sinnenschleier die einzige Wirklichkeit ist. Zu glauben, dass das Physische eine Realität ist, ist ebenso gescheit, wie das Spiegelbild als das Wahre zu sehen.

[ 21 ] Aber die luziferischen Kräfte haben dazu verführt, den undurchsichtig gewordenen Schleier der Maya als das Wahre anzusehen. Der Zarathustra wusste zu erzählen von jener zweiten Art von Kräften, die den Menschen verhindern, zum Geist zu kommen: Ahriman, der sich entgegenstellen konnte, nachdem die luziferischen Mächte den Schleier gewoben hatten. Der Mensch, wenn er in Ekstase kommt, bringt mit den Irrtum, dass die äußere Welt nicht Schleier sei. Das ist das, wovor ihn der zweite Hüter der Schwelle schützt: Der Glaube an die Materialität tritt ihm vor Augen wie ein Gaukelbild. Der große Hüter ist derjenige, der auffordert, diese mitgebrachte Illusion zu unterscheiden von der wahren geistigen Welt.

[ 21 ] Aber die luziferischen Kräfte haben dazu verführt, den undurchsichtig gewordenen Schleier der Maya als das Wahre anzusehen. Der Zarathustra wusste zu erzählen von jener zweiten Art von Kräften, die den Menschen verhindern, zum Geist zu kommen: Ahriman, der sich entgegenstellen konnte, nachdem die luziferischen Mächte den Schleier gewoben hatten. Der Mensch, wenn er in Ekstase kommt, bringt mit den Irrtum, dass die äußere Welt nicht Schleier sei. Das ist das, wovor ihn der zweite Hüter der Schwelle schützt: Der Glaube an die Materialität tritt ihm vor Augen wie ein Gaukelbild. Der große Hüter ist derjenige, der auffordert, diese mitgebrachte Illusion zu unterscheiden von der wahren geistigen Welt.

[ 22 ] Zwei Stationen sind also zu unterscheiden: Entweder muss der Mensch die Stärke haben zu widerstehen, vorbeizueilen, oder er bleibt bei dem Hüter der Schwelle, kommt nicht weiter. Deshalb [gibt es] die Möglichkeit, bei Eitelkeit und Lüge zu bleiben, bei dem Diabolos. Während der äußere Versucher, der die Gaukelbilder vormacht, bezeichnet wird als Satan. Satan treffen wir als Versucher, wenn wir folgen dem Weg nach außen; Diabolos, wenn wir folgen dem Weg nach innen. Der große Hüter der Schwelle führt uns hinaus über die Versuchungen des Satans.

[ 22 ] Zwei Stationen sind also zu unterscheiden: Entweder muss der Mensch die Stärke haben zu widerstehen, vorbeizueilen, oder er bleibt bei dem Hüter der Schwelle, kommt nicht weiter. Deshalb [gibt es] die Möglichkeit, bei Eitelkeit und Lüge zu bleiben, bei dem Diabolos. Während der äußere Versucher, der die Gaukelbilder vormacht, bezeichnet wird als Satan. Satan treffen wir als Versucher, wenn wir folgen dem Weg nach außen; Diabolos, wenn wir folgen dem Weg nach innen. Der große Hüter der Schwelle führt uns hinaus über die Versuchungen des Satans.

[ 23 ] In Christus Jesus sollten beide Einweihungen vereinigt werden, deshalb musste er beide Versucher überwinden.

[ 23 ] In Christus Jesus sollten beide Einweihungen vereinigt werden, deshalb musste er beide Versucher überwinden.

[ 24 ] Jenen Versucher, der die Gaukelbilder vormalt — Satan —, ihn beschreibt der Seher Markus; und die Schreiber der menschlichen Seite des Christus-Jesus mussten schildern, wie durch das Hinuntersteigen in die Seele der andere Versucher sich hinstellte. Lesen Sie bei Matthäus und Lukas die Szenen der Versuchung, so werden Sie sehen, dass sie sich stark unterscheiden von Markus, und mit Grund: Satan bei äußerer Einweihung, Diabolos bei innerer Einweihung. Es ist kein Zufall, dass sie so beschrieben werden, sondern es ist wohlbegründet. Demzufolge ist auch die Szene der Versuchung verschieden geschildert.

[ 24 ] Jenen Versucher, der die Gaukelbilder vormalt — Satan —, ihn beschreibt der Seher Markus; und die Schreiber der menschlichen Seite des Christus-Jesus mussten schildern, wie durch das Hinuntersteigen in die Seele der andere Versucher sich hinstellte. Lesen Sie bei Matthäus und Lukas die Szenen der Versuchung, so werden Sie sehen, dass sie sich stark unterscheiden von Markus, und mit Grund: Satan bei äußerer Einweihung, Diabolos bei innerer Einweihung. Es ist kein Zufall, dass sie so beschrieben werden, sondern es ist wohlbegründet. Demzufolge ist auch die Szene der Versuchung verschieden geschildert.

[ 25 ] Mache die Steine zu Brot, heißt es bei Lukas und Matthäus; und zur Eitelkeit spricht der Versucher, der Diabolos: Alles das will ich dir geben, dass du darüber herrschest. — Der egoistisch für sich in seinem Innern bloß sich eine Welt aufbauen will und nicht glaubt, dass man durchdringen muss die Welt, die überall um uns herum ausgebreitet ist, wird hier geschildert.

[ 25 ] Mache die Steine zu Brot, heißt es bei Lukas und Matthäus; und zur Eitelkeit spricht der Versucher, der Diabolos: Alles das will ich dir geben, dass du darüber herrschest. — Der egoistisch für sich in seinem Innern bloß sich eine Welt aufbauen will und nicht glaubt, dass man durchdringen muss die Welt, die überall um uns herum ausgebreitet ist, wird hier geschildert.

[ 26 ] Und Markus — der Eingeweihte, der nach außen geht —, was erlebt der? In der äußeren Welt gibt es zwei Reiche der Natur, das mineralische und das pflanzliche, die sich nicht durchdrungen haben mit einem astralischen Leib. Erst im astralischen Leib und Ich liegt die Möglichkeit zu Eitelkeit und Irrtum, die Möglichkeit zu fallen. In die äußere Welt kann dies von uns hineingetragen werden; in welche Gestalten werden sich also unsere Irrtümer kleiden? In Tiergestalten, nicht in Pflanzen. Die Möglichkeit des Irrtums über die äußere Welt drückt sich in Tiergestalten aus, die wir überwinden müssen. Nur dadurch, dass der Mensch neben sich sieht die Engelgestalt des großen Hüters der Schwelle, überwindet er die Tiergestalten, die er sonst für Wahrheiten der geistigen Welt halten könnte. Daher wird ausgedrückt so schön in Markus: Er wurde geführt in die Wüste, und er war bei den Tieren und die Engel dienten, das heißt: Sie führten ihn aufwärts.

[ 26 ] Und Markus — der Eingeweihte, der nach außen geht —, was erlebt der? In der äußeren Welt gibt es zwei Reiche der Natur, das mineralische und das pflanzliche, die sich nicht durchdrungen haben mit einem astralischen Leib. Erst im astralischen Leib und Ich liegt die Möglichkeit zu Eitelkeit und Irrtum, die Möglichkeit zu fallen. In die äußere Welt kann dies von uns hineingetragen werden; in welche Gestalten werden sich also unsere Irrtümer kleiden? In Tiergestalten, nicht in Pflanzen. Die Möglichkeit des Irrtums über die äußere Welt drückt sich in Tiergestalten aus, die wir überwinden müssen. Nur dadurch, dass der Mensch neben sich sieht die Engelgestalt des großen Hüters der Schwelle, überwindet er die Tiergestalten, die er sonst für Wahrheiten der geistigen Welt halten könnte. Daher wird ausgedrückt so schön in Markus: Er wurde geführt in die Wüste, und er war bei den Tieren und die Engel dienten, das heißt: Sie führten ihn aufwärts.

[ 27 ] Wo zwei Evangelien Verschiedenes schildern, können wir nachweisen, dass sie Grund haben, Verschiedenes zu sagen. Der Weg nach innen führt also über die Versuchungen und den kleinen Hüter der Schwelle, der den Selbstwahn zerstört. Der Markus-Weg geht nach außen.

[ 27 ] Wo zwei Evangelien Verschiedenes schildern, können wir nachweisen, dass sie Grund haben, Verschiedenes zu sagen. Der Weg nach innen führt also über die Versuchungen und den kleinen Hüter der Schwelle, der den Selbstwahn zerstört. Der Markus-Weg geht nach außen.

[ 28 ] So schildern die Evangelien — Matthäus, Markus und Lukas — nicht, was der gewöhnliche Mensch durchzumachen hat auf der Erde, sondern der Eingeweihte jeder Art.

[ 28 ] So schildern die Evangelien — Matthäus, Markus und Lukas — nicht, was der gewöhnliche Mensch durchzumachen hat auf der Erde, sondern der Eingeweihte jeder Art.

[ 29 ] Wie aber der Christus zum Überwinder wird, der fähig wird mitzuleben das Leben der ganzen Welt, musste der Schreiber des Johannes-Evangeliums schildern. Das Ideal der Zukunft wird uns vom Christus-Jesus dargelebt. Eine solche Individualität lebt nicht egoistisch im Innern, sondern in jeglicher Wesenheit. Daher kann sie in jeglicher Wesenheit hervorrufen die Kräfte, einst so zu leben. — Ich bin das Licht und das Leben. — Hinübergießen kann er deshalb dies Licht und Leben in eine andere Individualität. In der Wiederbelebung des Lazarus haben wir die Beschreibung jener Macht, deren Leben hinüberfließen kann in die andere Individualität. — Es wird sein Tod erscheinen als Leben, denn ich bin das Leben.

[ 29 ] Wie aber der Christus zum Überwinder wird, der fähig wird mitzuleben das Leben der ganzen Welt, musste der Schreiber des Johannes-Evangeliums schildern. Das Ideal der Zukunft wird uns vom Christus-Jesus dargelebt. Eine solche Individualität lebt nicht egoistisch im Innern, sondern in jeglicher Wesenheit. Daher kann sie in jeglicher Wesenheit hervorrufen die Kräfte, einst so zu leben. — Ich bin das Licht und das Leben. — Hinübergießen kann er deshalb dies Licht und Leben in eine andere Individualität. In der Wiederbelebung des Lazarus haben wir die Beschreibung jener Macht, deren Leben hinüberfließen kann in die andere Individualität. — Es wird sein Tod erscheinen als Leben, denn ich bin das Leben.

[ 30 ] Weil er diese machtvolle Individualität schildern wollte, schildert der Schreiber des Johannes-Evangeliums nicht zuerst die Versuchungen, sondern den Überwinder. Und Überwinder ist er geworden um den Preis, dass sich der Christus-Jesus gemacht hatte zum Lamm Gottes, das nichts sein will als der Ausdruck Gottes, nichts als was Gelegenheit geben kann zum Wirken des Weltenwillens.

[ 30 ] Weil er diese machtvolle Individualität schildern wollte, schildert der Schreiber des Johannes-Evangeliums nicht zuerst die Versuchungen, sondern den Überwinder. Und Überwinder ist er geworden um den Preis, dass sich der Christus-Jesus gemacht hatte zum Lamm Gottes, das nichts sein will als der Ausdruck Gottes, nichts als was Gelegenheit geben kann zum Wirken des Weltenwillens.

[ 31 ] So auch wird die Überzeugung in Johannes dem Täufer hervorgerufen durch den Eindruck, wie wirklich derjenige, der vor ihm steht, das Lamm ist — reif dazu.

[ 31 ] So auch wird die Überzeugung in Johannes dem Täufer hervorgerufen durch den Eindruck, wie wirklich derjenige, der vor ihm steht, das Lamm ist — reif dazu.

[ 32 ] Immer mehr unabhängig von den Evangelien kann der Theosoph die Wahrheiten erkennen, und sie leuchten ihm aus den Evangelien entgegen. Daher erkennt man, dass diejenigen, die die Evangelien geschrieben haben, Seher waren. Das ist das Resultat, wenn wir die Wahrheiten zuerst unabhängig finden.

[ 32 ] Immer mehr unabhängig von den Evangelien kann der Theosoph die Wahrheiten erkennen, und sie leuchten ihm aus den Evangelien entgegen. Daher erkennt man, dass diejenigen, die die Evangelien geschrieben haben, Seher waren. Das ist das Resultat, wenn wir die Wahrheiten zuerst unabhängig finden.