The Gospel of John
and the Three Other Gospels
GA 117a
14 January 1910, Stockholm
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Das Johannes-Evangelium und die drei anderen Evangelien, 1st ed.
Zehnter Vortrag
Zehnter Vortrag
[ 1 ] Durch das Ereignis in Palästina sollte also das Einweihungsdrama, das sich früher in den Mysterientempeln abgespielt hatte, der großen Weltenszene einverleibt werden. Alles, was in den Mysterien dargestellt wurde, sollte durch Jesu Leben und Wirken eine historische Wirklichkeit werden. Jetzt sollten in ihm die zwei verschiedenen Einweihungen, die südliche und die nördliche, vereinigt werden. Die ägyptische oder die südliche Einweihung bestand aus dem Herabsteigen des Schülers in seine eigene Seele. In dessen letztem Akt wurde der Schüler in einen kataleptischen Schlaf versetzt, aus welchem er von dem Hierophanten geweckt wurde. In der nördlichen Initiation wiederum, die bis zur Zarathustra-Einweihung zurückgeht, sollte der Schüler sein Inneres zum Schweigen bringen, um sich selbst gewissermaßen zu verlieren und in dem Geheimnis des Kosmos aufzugehen. [Das, was drinnen ist, sollte er zum Schweigen bringen, wie der andere das, was draußen ist.] Er sollte die Kräfte in sich lebend fühlen, die ihn mit dem ganzen Kosmos verbinden und sich bis in die Elemente ausdehnen, in der Luft, dem Wasser, dem Licht, den Planeten, den Steinen aufgehen und in ihnen leben. Charakteristisch für die nördlichen Mysterien ist, dass der Schüler sich der Außenwelt einverleibt fühlte, dass er sich mit jedem Wesen eins fühlte. «Ich bin nicht mehr außerhalb des Wesens dieses Planeten», konnte er zu sich selbst sagen, «sondern ich bin in demselben». Wenn er ausatmete, fühlte er sich eins mit der Luft und mit dem Licht, die unser Planetensystem durchdringen. Es war der Mikrokosmos des Menschen, der den Makrokosmos der Welt erlebte. Erst zeigte man ihm jedoch durch Symbole, wie er zu diesen Erlebnissen kommen können sollte.
[ 1 ] Durch das Ereignis in Palästina sollte also das Einweihungsdrama, das sich früher in den Mysterientempeln abgespielt hatte, der großen Weltenszene einverleibt werden. Alles, was in den Mysterien dargestellt wurde, sollte durch Jesu Leben und Wirken eine historische Wirklichkeit werden. Jetzt sollten in ihm die zwei verschiedenen Einweihungen, die südliche und die nördliche, vereinigt werden. Die ägyptische oder die südliche Einweihung bestand aus dem Herabsteigen des Schülers in seine eigene Seele. In dessen letztem Akt wurde der Schüler in einen kataleptischen Schlaf versetzt, aus welchem er von dem Hierophanten geweckt wurde. In der nördlichen Initiation wiederum, die bis zur Zarathustra-Einweihung zurückgeht, sollte der Schüler sein Inneres zum Schweigen bringen, um sich selbst gewissermaßen zu verlieren und in dem Geheimnis des Kosmos aufzugehen. [Das, was drinnen ist, sollte er zum Schweigen bringen, wie der andere das, was draußen ist.] Er sollte die Kräfte in sich lebend fühlen, die ihn mit dem ganzen Kosmos verbinden und sich bis in die Elemente ausdehnen, in der Luft, dem Wasser, dem Licht, den Planeten, den Steinen aufgehen und in ihnen leben. Charakteristisch für die nördlichen Mysterien ist, dass der Schüler sich der Außenwelt einverleibt fühlte, dass er sich mit jedem Wesen eins fühlte. «Ich bin nicht mehr außerhalb des Wesens dieses Planeten», konnte er zu sich selbst sagen, «sondern ich bin in demselben». Wenn er ausatmete, fühlte er sich eins mit der Luft und mit dem Licht, die unser Planetensystem durchdringen. Es war der Mikrokosmos des Menschen, der den Makrokosmos der Welt erlebte. Erst zeigte man ihm jedoch durch Symbole, wie er zu diesen Erlebnissen kommen können sollte.
[ 2 ] Noch heutzutage besitzen wir einen Nachklang der nördlichen Initiation im Symbol der Rosenkreuzer — das rosenbekränzte Kreuz. In der niederen seienden Welt sollte der Schüler höhere Ideale finden und kennenlernen, wie die niedere Welt die höhere vorbildet. Die keusche Rose, die von keinen Trieben, Begierden oder Leidenschaften verdunkelt wird, sollte er zu seinem Ideal machen und auf einer höheren Ebene verwirklichen, was die Pflanze auf einer niederen ist. Dieses soll der Schüler — in den nördlichen Mysterien — durchleben, und dieses Untertauchen in der äußeren Welt bildete man durch eine symbolische Handlung vor, die ‹Fußwaschung›, die der erste Akt der Einweihung war. Indem der Schüler sich ehrfürchtig zu den niederen Reichen herabsenkte, sollte er die große Demut lernen.
[ 2 ] Noch heutzutage besitzen wir einen Nachklang der nördlichen Initiation im Symbol der Rosenkreuzer — das rosenbekränzte Kreuz. In der niederen seienden Welt sollte der Schüler höhere Ideale finden und kennenlernen, wie die niedere Welt die höhere vorbildet. Die keusche Rose, die von keinen Trieben, Begierden oder Leidenschaften verdunkelt wird, sollte er zu seinem Ideal machen und auf einer höheren Ebene verwirklichen, was die Pflanze auf einer niederen ist. Dieses soll der Schüler — in den nördlichen Mysterien — durchleben, und dieses Untertauchen in der äußeren Welt bildete man durch eine symbolische Handlung vor, die ‹Fußwaschung›, die der erste Akt der Einweihung war. Indem der Schüler sich ehrfürchtig zu den niederen Reichen herabsenkte, sollte er die große Demut lernen.
[ 3 ] Danach musste er lernen, dass das Körperliche in Wirklichkeit ein Geistiges ist, dieses geschah durch die symbolische «Geißelung. In den gewöhnlichen Verhältnissen, wenn der Körper frisch und gesund ist, ist der Mensch sich desselben nicht bewusst, erst wenn er anfängt, zu schmerzen und wehzutun, fühlt der Mensch, dass er einen Körper hat. Durch die Geißelung sollte der Schüler an seine Leiblichkeit erinnert werden und durch den Schmerz der Geistigkeit seines Körpers bewusst werden. Dieses war der zweite Grad.
[ 3 ] Danach musste er lernen, dass das Körperliche in Wirklichkeit ein Geistiges ist, dieses geschah durch die symbolische «Geißelung. In den gewöhnlichen Verhältnissen, wenn der Körper frisch und gesund ist, ist der Mensch sich desselben nicht bewusst, erst wenn er anfängt, zu schmerzen und wehzutun, fühlt der Mensch, dass er einen Körper hat. Durch die Geißelung sollte der Schüler an seine Leiblichkeit erinnert werden und durch den Schmerz der Geistigkeit seines Körpers bewusst werden. Dieses war der zweite Grad.
[ 4 ] Im dritten Grade sollte der Jünger im Kosmos aufgehen, um zu lernen, dass Erde und Planeten, ja sogar die Sonne aus derselben Materie sind wie er selbst. Dadurch sollte er sich geistig nicht nur mit der Erde und den Planeten verbunden fühlen, sondern auch mit der Sonne, dem Mittelpunkt in unserem Planetensystem, und lernen, dass auch die Sonne ein geistiges Wesen ist. Er musste die Sonne im Dunkel der Mitternacht leuchten sehen können, nachdem sie im physischen Sinne untergegangen und unsichtbar geworden war, denn die Sonne durchdringt die Materie, die sie verbirgt. Und für den geistig Hellsehenden ist die Erde durchsichtig. Dieser Sonne muss der Schüler folgen; und dies wurde dadurch vorgebildet, dass er mit einem Purpurmantel bekleidet wurde zum Zeichen, dass er von nun an der Sonne vom Abendrot bis zur Morgendämmerung folgen würde.
[ 4 ] Im dritten Grade sollte der Jünger im Kosmos aufgehen, um zu lernen, dass Erde und Planeten, ja sogar die Sonne aus derselben Materie sind wie er selbst. Dadurch sollte er sich geistig nicht nur mit der Erde und den Planeten verbunden fühlen, sondern auch mit der Sonne, dem Mittelpunkt in unserem Planetensystem, und lernen, dass auch die Sonne ein geistiges Wesen ist. Er musste die Sonne im Dunkel der Mitternacht leuchten sehen können, nachdem sie im physischen Sinne untergegangen und unsichtbar geworden war, denn die Sonne durchdringt die Materie, die sie verbirgt. Und für den geistig Hellsehenden ist die Erde durchsichtig. Dieser Sonne muss der Schüler folgen; und dies wurde dadurch vorgebildet, dass er mit einem Purpurmantel bekleidet wurde zum Zeichen, dass er von nun an der Sonne vom Abendrot bis zur Morgendämmerung folgen würde.
[ 5 ] Danach musste er lernen, dass ebenso, wie die äußere Sonne für das physische Gehirn sichtbar ist, die geistige Sonne nur von einem vom Geistigen durchdrungenen Gehirn erschaut werden kann. Deshalb musste das physische Gehirn außer Wirksamkeit gesetzt werden — abgetötet, ausgelöscht werden; und zum Zeichen dafür wurde eine Dornenkrone auf das Haupt des Schülers gesetzt. Denn wenn das Geistige entwickelt werden soll, muss das Physische absterben. Auf diese Weise sollte der Schüler in sich das Ewige erleben und lernen, dass die Natur um ihn herum, ja die Sonne selbst in sich dasselbe Geistwesen tragen, das er in seinem eigenen Inneren findet.
[ 5 ] Danach musste er lernen, dass ebenso, wie die äußere Sonne für das physische Gehirn sichtbar ist, die geistige Sonne nur von einem vom Geistigen durchdrungenen Gehirn erschaut werden kann. Deshalb musste das physische Gehirn außer Wirksamkeit gesetzt werden — abgetötet, ausgelöscht werden; und zum Zeichen dafür wurde eine Dornenkrone auf das Haupt des Schülers gesetzt. Denn wenn das Geistige entwickelt werden soll, muss das Physische absterben. Auf diese Weise sollte der Schüler in sich das Ewige erleben und lernen, dass die Natur um ihn herum, ja die Sonne selbst in sich dasselbe Geistwesen tragen, das er in seinem eigenen Inneren findet.
[ 6 ] [Im Verlauf aller Evangelien sollte gezeigt werden:
[ 6 ] [Im Verlauf aller Evangelien sollte gezeigt werden:
[ 7 ] Erstens: Es gibt eine Initiation, welche durch Fußwaschung, Geißelung und Dornenkrönung hinführt an die Stelle, wo man den Geist der Sonne erkennen kann.
[ 7 ] Erstens: Es gibt eine Initiation, welche durch Fußwaschung, Geißelung und Dornenkrönung hinführt an die Stelle, wo man den Geist der Sonne erkennen kann.
[ 8 ] Zweitens: Es gibt eine Initiation, welche führt durch Abtötung des physischen Leibes hinunter in die Seele, wo erlebt wird, was im Menschen das Ewige ist, der Geist. Und es sollte gezeigt werden, dass der Geist, den man findet, wenn man hinuntertaucht in die Seele und hinaufsteigt zur Sonne, eines ist. Deshalb sollten beide vereinigt ein historisches Ereignis werden.
[ 8 ] Zweitens: Es gibt eine Initiation, welche führt durch Abtötung des physischen Leibes hinunter in die Seele, wo erlebt wird, was im Menschen das Ewige ist, der Geist. Und es sollte gezeigt werden, dass der Geist, den man findet, wenn man hinuntertaucht in die Seele und hinaufsteigt zur Sonne, eines ist. Deshalb sollten beide vereinigt ein historisches Ereignis werden.
[ 9 ] Johannes sollte zeigen dieses. Die anderen Evangelisten hatten zu zeigen, wie das, was draußen in der Welt physisch ist, doch geistig ist, zeigen, dass dann, wenn der Mensch wirklich hellsichtig wird, er draußen im Raume findet die geistige Sonne.
[ 9 ] Johannes sollte zeigen dieses. Die anderen Evangelisten hatten zu zeigen, wie das, was draußen in der Welt physisch ist, doch geistig ist, zeigen, dass dann, wenn der Mensch wirklich hellsichtig wird, er draußen im Raume findet die geistige Sonne.
[ 10 ] Wie zeigen das die Evangelien und wie zeigen sie, dass der Geist der Sonne heruntergestiegen ist und sich inkarniert hat in Jesus von Nazareth? Durch das, was sie schildern als die Verklärung, die Glorifikation.]
[ 10 ] Wie zeigen das die Evangelien und wie zeigen sie, dass der Geist der Sonne heruntergestiegen ist und sich inkarniert hat in Jesus von Nazareth? Durch das, was sie schildern als die Verklärung, die Glorifikation.]
[ 11 ] Die Evangelisten sollten zeigen, wie sowohl die nördliche als auch die südliche Einweihung in dem Palästinaereignis zusammenflossen und durch Jesus eine historische Wirklichkeit wurden. Johannes, der Evangelist, sollte zeigen, durch welche Methoden der Mensch zu einem geistigen Schauen kommen kann, und wie die christliche Einweihung, die die beiden anderen in sich vereinte, verwirklicht werden sollte. Die anderen Evangelisten sollten zeigen, wie die äußere physische Welt überall von der geistigen durchdrungen wird und in welchem intimen Zusammenhang des Menschen Inneres zu dieser Welt steht. Durch das Erwerben der Kräfte, die in ihn schlummern und geistig hellsehend werden, soll der Mensch die geistige Sonne in der Außenwelt — draußen im Raume — finden.
[ 11 ] Die Evangelisten sollten zeigen, wie sowohl die nördliche als auch die südliche Einweihung in dem Palästinaereignis zusammenflossen und durch Jesus eine historische Wirklichkeit wurden. Johannes, der Evangelist, sollte zeigen, durch welche Methoden der Mensch zu einem geistigen Schauen kommen kann, und wie die christliche Einweihung, die die beiden anderen in sich vereinte, verwirklicht werden sollte. Die anderen Evangelisten sollten zeigen, wie die äußere physische Welt überall von der geistigen durchdrungen wird und in welchem intimen Zusammenhang des Menschen Inneres zu dieser Welt steht. Durch das Erwerben der Kräfte, die in ihn schlummern und geistig hellsehend werden, soll der Mensch die geistige Sonne in der Außenwelt — draußen im Raume — finden.
[ 12 ] In der Erzählung von der «Verklärung Christ» wollen die synoptischen Evangelien uns zeigen, dass der Geist niedergestiegen ist und sich mit der Erde verbunden hat und sich in Jesus von Nazareth inkarniert hat. Es wird dort erzählt, dass Jesus mit drei seiner eingeweihten Jünger abseits ging und auf einen Berg hinauf. Da wurden diese dem Leibe entrückt, und sie schauten Jesus als geistige Sonne und zwei seiner früheren Verkünder, die geistig mit ihm verbunden waren, nämlich Moses und Elias. Dieses ist die erste Hindeutung darauf, dass das Christentum der Welt verkündet werden sollte und Ahura-Mazdao-Osiris Jesus zu seinem Zentrum auf Erden gemacht hatte, und dass Jesus’ von Nazareth physischer Leib der erste Punkt war, wo der Sonnengeist sich offenbart hatte. Seitdem ist dieser Geist mit der Erdatmosphäre verbunden.
[ 12 ] In der Erzählung von der «Verklärung Christ» wollen die synoptischen Evangelien uns zeigen, dass der Geist niedergestiegen ist und sich mit der Erde verbunden hat und sich in Jesus von Nazareth inkarniert hat. Es wird dort erzählt, dass Jesus mit drei seiner eingeweihten Jünger abseits ging und auf einen Berg hinauf. Da wurden diese dem Leibe entrückt, und sie schauten Jesus als geistige Sonne und zwei seiner früheren Verkünder, die geistig mit ihm verbunden waren, nämlich Moses und Elias. Dieses ist die erste Hindeutung darauf, dass das Christentum der Welt verkündet werden sollte und Ahura-Mazdao-Osiris Jesus zu seinem Zentrum auf Erden gemacht hatte, und dass Jesus’ von Nazareth physischer Leib der erste Punkt war, wo der Sonnengeist sich offenbart hatte. Seitdem ist dieser Geist mit der Erdatmosphäre verbunden.
[ 13 ] [Das ist die Verkündigung, dass Vishvakarma, Ahura-Mazdao, Osiris der Sonnengeist sind, der sich so weit ausgedehnt hat, dass er die Erde umfasst, mit der Erde nun ist, indem er seinen Ausgangspunkt vom Leibe des Jesus von Nazareth genommen hat. Das war der Punkt, von wo aus er die Erde ergriffen hat. Und seitdem ist Vishvakarma, Ahura-Mazdao, Osiris nicht bloß draußen zu finden als Geist der Sonne, sondern mit als Geist der Erde.]
[ 13 ] [Das ist die Verkündigung, dass Vishvakarma, Ahura-Mazdao, Osiris der Sonnengeist sind, der sich so weit ausgedehnt hat, dass er die Erde umfasst, mit der Erde nun ist, indem er seinen Ausgangspunkt vom Leibe des Jesus von Nazareth genommen hat. Das war der Punkt, von wo aus er die Erde ergriffen hat. Und seitdem ist Vishvakarma, Ahura-Mazdao, Osiris nicht bloß draußen zu finden als Geist der Sonne, sondern mit als Geist der Erde.]
[ 14 ] Der geistig Hellsehende, der in der vorchristlichen Zeit die Erdatmosphäre durchforschte, konnte dort den Sonnengeist nicht finden, aber seit der Gründung des Christentums sieht er etwas Neues in der astralisch-ätherischen Atmosphäre. Und dieses Neue ist der Sonnengeist, der auch der Geist der Erde geworden ist. Dieser Geist, der im Lauf der Jahrhunderte der Erde immer näher gekommen war, stieg bei der Johannestaufe im Jordan hinunter auf die Erde und inkarnierte sich erstmalig in der Person des Jesus von Nazareth.
[ 14 ] Der geistig Hellsehende, der in der vorchristlichen Zeit die Erdatmosphäre durchforschte, konnte dort den Sonnengeist nicht finden, aber seit der Gründung des Christentums sieht er etwas Neues in der astralisch-ätherischen Atmosphäre. Und dieses Neue ist der Sonnengeist, der auch der Geist der Erde geworden ist. Dieser Geist, der im Lauf der Jahrhunderte der Erde immer näher gekommen war, stieg bei der Johannestaufe im Jordan hinunter auf die Erde und inkarnierte sich erstmalig in der Person des Jesus von Nazareth.
[ 15 ] Aber die Evangelisten sollten auch zeigen, wie der Mensch, der den Sonnengeist sucht, den wirklichen Christus, dieselben Erlebnisse in seinem Inneren durchmachen kann wie die Eingeweihten in den Mysterientempeln. [So musste historische Tatsache ein Zweifaches werden: die nördliche und die südliche Initiation. Alle vier Evangelien erzählen das Zusammenschmelzen der nördlichen und der südlichen Einweihung. Erzählen erst die Fußwaschung, Geißelung, Mantelumlegung und Dornenkrönung — dann die Kreuzigung, das heißt das Totwerden während dreieinhalb Tagen, und dann die Auferweckung nach anderthalb Tagen. Das ist das Zusammenschmelzen. Der Schreiber des Johannes-Evangeliums hatte das ganze Geheimnis erkannt, nachdem er durch Jesus selbst eingeweiht worden war. Ein anderer hätte eine nördliche oder eine südliche Einweihung durchgemacht. Der Christus Jesus hat ihn so eingeweiht, dass er verstand, dass er verstand am besten, wie sie zusammenschmelzen. Zugleich zeigt er uns, wie wir intim in siebeneinhalb Stufen nun durchleben können, was uns vorgelebt worden ist als Ereignis.)
[ 15 ] Aber die Evangelisten sollten auch zeigen, wie der Mensch, der den Sonnengeist sucht, den wirklichen Christus, dieselben Erlebnisse in seinem Inneren durchmachen kann wie die Eingeweihten in den Mysterientempeln. [So musste historische Tatsache ein Zweifaches werden: die nördliche und die südliche Initiation. Alle vier Evangelien erzählen das Zusammenschmelzen der nördlichen und der südlichen Einweihung. Erzählen erst die Fußwaschung, Geißelung, Mantelumlegung und Dornenkrönung — dann die Kreuzigung, das heißt das Totwerden während dreieinhalb Tagen, und dann die Auferweckung nach anderthalb Tagen. Das ist das Zusammenschmelzen. Der Schreiber des Johannes-Evangeliums hatte das ganze Geheimnis erkannt, nachdem er durch Jesus selbst eingeweiht worden war. Ein anderer hätte eine nördliche oder eine südliche Einweihung durchgemacht. Der Christus Jesus hat ihn so eingeweiht, dass er verstand, dass er verstand am besten, wie sie zusammenschmelzen. Zugleich zeigt er uns, wie wir intim in siebeneinhalb Stufen nun durchleben können, was uns vorgelebt worden ist als Ereignis.)
[ 16 ] Im Verhältnis zu gewissen Ereignissen stimmen alle Evangelisten überein. So erzählen sie alle von der Geißelung, der Dornenkrönung, dem Tod und der Auferstehung nach dreieinhalb Tagen. In diesen historischen Ereignissen schmelzen die beiden Einweihungen zusammen, die nördliche und die südliche. Aber am besten von allen hat Johannes, den Christus selbst eingeweiht hatte, den Zusammenhang zwischen den alten Einweihungen und dem welthistorischen Ereignis in Palästina verstanden. In dem großen Vorbild, das er uns gibt, lehrt er uns, wie wir durch sieben aufeinanderfolgende Stadien dasselbe durchleben können, was sich in Palästina vor 1900 Jahren zutrug.
[ 16 ] Im Verhältnis zu gewissen Ereignissen stimmen alle Evangelisten überein. So erzählen sie alle von der Geißelung, der Dornenkrönung, dem Tod und der Auferstehung nach dreieinhalb Tagen. In diesen historischen Ereignissen schmelzen die beiden Einweihungen zusammen, die nördliche und die südliche. Aber am besten von allen hat Johannes, den Christus selbst eingeweiht hatte, den Zusammenhang zwischen den alten Einweihungen und dem welthistorischen Ereignis in Palästina verstanden. In dem großen Vorbild, das er uns gibt, lehrt er uns, wie wir durch sieben aufeinanderfolgende Stadien dasselbe durchleben können, was sich in Palästina vor 1900 Jahren zutrug.
[ 17 ] Würde nun ein Schüler fragen, wie er zu wirklicher Erkenntnis geistiger Dinge kommen könne, würde der esoterische Lehrer in vollem Anschluss an die Evangelien ihm antworten: Da muss er zuerst in monatelangem Kampf das Gefühl der universellen Demut erringen. Wenn die Pflanze auf das tote Mineralreich herniederschauen könnte, würde sie sagen: Ich bin eine Pflanze und ein höheres Wesen als das tote Mineral; könnte die Pflanze denken, würde sie hinzufügen: Zwar bin ich ein höheres Wesen, aber ohne das Mineralreich könnte ich nicht leben, denn meine Wurzeln müssen sich in der Erde festsaugen und daher ihre Nahrung holen. Deshalb muss ich mich dankbar zum Mineral herunterneigen, das tiefer als ich steht.
[ 17 ] Würde nun ein Schüler fragen, wie er zu wirklicher Erkenntnis geistiger Dinge kommen könne, würde der esoterische Lehrer in vollem Anschluss an die Evangelien ihm antworten: Da muss er zuerst in monatelangem Kampf das Gefühl der universellen Demut erringen. Wenn die Pflanze auf das tote Mineralreich herniederschauen könnte, würde sie sagen: Ich bin eine Pflanze und ein höheres Wesen als das tote Mineral; könnte die Pflanze denken, würde sie hinzufügen: Zwar bin ich ein höheres Wesen, aber ohne das Mineralreich könnte ich nicht leben, denn meine Wurzeln müssen sich in der Erde festsaugen und daher ihre Nahrung holen. Deshalb muss ich mich dankbar zum Mineral herunterneigen, das tiefer als ich steht.
[ 18 ] Steigen wir sodann zum Tierreich auf, finden wir auch da, wie die Tiere für ihren Fortbestand vom Pflanzenreich abhängig sind. Dasselbe Gesetz gilt auch für den Menschen. Die Menschheit kann ohne die niederen Reiche nicht leben. Und in der menschlichen Evolution kann der, der zu einem höheren Sozialstand aufgestiegen ist, ohne die tiefer stehenden Klassen nicht bestehen. Auch der Christus Jesus brauchte die, die unmittelbar vor ihm gegangen waren, um der, der er in der Welt war, zu sein. Auch ein so hochstehendes Wesen wie er musste sich zu denen niederbücken, die unter ihm standen. Er beugte sich zu den zwölf Aposteln nieder in der Fußwaschung.
[ 18 ] Steigen wir sodann zum Tierreich auf, finden wir auch da, wie die Tiere für ihren Fortbestand vom Pflanzenreich abhängig sind. Dasselbe Gesetz gilt auch für den Menschen. Die Menschheit kann ohne die niederen Reiche nicht leben. Und in der menschlichen Evolution kann der, der zu einem höheren Sozialstand aufgestiegen ist, ohne die tiefer stehenden Klassen nicht bestehen. Auch der Christus Jesus brauchte die, die unmittelbar vor ihm gegangen waren, um der, der er in der Welt war, zu sein. Auch ein so hochstehendes Wesen wie er musste sich zu denen niederbücken, die unter ihm standen. Er beugte sich zu den zwölf Aposteln nieder in der Fußwaschung.
[ 19 ] Nachdem sich der Jünger Monat nach Monat von diesem Gefühl der Demut und der Dankbarkeit gegenüber denen, die tiefer standen als er, durchdringen ließ, verwandelte sich eines Tages dieses Gefühl in ein einheitliches astrales Erlebnis, das für alle Menschen dasselbe ist. Er sieht in der Akasha-Chronik sich selbst an der Stelle Jesu Christi, er sieht ein Bild der Fußwaschung vor sich. Aber an Stelle des Christus Jesus sieht er sich selbst. Wenn ein Mensch einmal dieses Bild vor Augen gehabt hat, kann er die historische Wirklichkeit der Fußwaschung nicht verleugnen.
[ 19 ] Nachdem sich der Jünger Monat nach Monat von diesem Gefühl der Demut und der Dankbarkeit gegenüber denen, die tiefer standen als er, durchdringen ließ, verwandelte sich eines Tages dieses Gefühl in ein einheitliches astrales Erlebnis, das für alle Menschen dasselbe ist. Er sieht in der Akasha-Chronik sich selbst an der Stelle Jesu Christi, er sieht ein Bild der Fußwaschung vor sich. Aber an Stelle des Christus Jesus sieht er sich selbst. Wenn ein Mensch einmal dieses Bild vor Augen gehabt hat, kann er die historische Wirklichkeit der Fußwaschung nicht verleugnen.
[ 20 ] Die Fußwaschung ist folglich nicht nur etwas, was einmal geschehen ist, sondern etwas, das wir selbst erleben sollen. In der alten Einweihung musste der Schüler durch äußere Symbole in sich das Bild der Fußwaschung einprägen, sodass er es wiedererkennen sollte, wenn es einmal historische Wirklichkeit geworden sein würde. In unseren Tagen brauchen wir weder Symbole noch das historische Ereignis. Indem wir uns die Gefühle der Dankbarkeit und Demut aneignen, können wir in uns selbst das Akasha-Bild hervorrufen als ein mystisches Ereignis innerhalb der Initiation unserer Tage. So, wie das Symbol der Drotten-Mysterien sich in historische Wirklichkeit verwandelte, so wird für uns das mystische Erlebnis eine Bestätigung dessen, was vor 1900 Jahren geschehen ist.
[ 20 ] Die Fußwaschung ist folglich nicht nur etwas, was einmal geschehen ist, sondern etwas, das wir selbst erleben sollen. In der alten Einweihung musste der Schüler durch äußere Symbole in sich das Bild der Fußwaschung einprägen, sodass er es wiedererkennen sollte, wenn es einmal historische Wirklichkeit geworden sein würde. In unseren Tagen brauchen wir weder Symbole noch das historische Ereignis. Indem wir uns die Gefühle der Dankbarkeit und Demut aneignen, können wir in uns selbst das Akasha-Bild hervorrufen als ein mystisches Ereignis innerhalb der Initiation unserer Tage. So, wie das Symbol der Drotten-Mysterien sich in historische Wirklichkeit verwandelte, so wird für uns das mystische Erlebnis eine Bestätigung dessen, was vor 1900 Jahren geschehen ist.
[ 21 ] Während des nächsten Stadiums, dem zweiten der Reihe, muss der Schüler sich ein Gefühl für alles Leiden, das es in der Welt gibt, aneignen. Er muss seinen Willen so stärken, dass er mutig und ohne zu wanken die physischen Schmerzen tragen kann, wenn sie kommen. Nicht nur tagelang, sondern Monate und Jahre hindurch muss er sich von allem Leiden der Welt durchdringen lassen. Dann wird er eines Tages wirklich seine Leiblichkeit erkennen, sich fühlen, als wenn er am ganzen Körper gegeißelt worden wäre. Dieses Gefühl ist ein Samen, der dann zum Bilde der Geißelung Christi verwandelt wird, das man in der Akasha-Chronik vor sich sieht.
[ 21 ] Während des nächsten Stadiums, dem zweiten der Reihe, muss der Schüler sich ein Gefühl für alles Leiden, das es in der Welt gibt, aneignen. Er muss seinen Willen so stärken, dass er mutig und ohne zu wanken die physischen Schmerzen tragen kann, wenn sie kommen. Nicht nur tagelang, sondern Monate und Jahre hindurch muss er sich von allem Leiden der Welt durchdringen lassen. Dann wird er eines Tages wirklich seine Leiblichkeit erkennen, sich fühlen, als wenn er am ganzen Körper gegeißelt worden wäre. Dieses Gefühl ist ein Samen, der dann zum Bilde der Geißelung Christi verwandelt wird, das man in der Akasha-Chronik vor sich sieht.
[ 22 ] Angesichts dieses Erlebnisses, das auch für alle dasselbe ist, kann man nicht mehr an den historischen Ereignissen in Palästina zweifeln.
[ 22 ] Angesichts dieses Erlebnisses, das auch für alle dasselbe ist, kann man nicht mehr an den historischen Ereignissen in Palästina zweifeln.
[ 23 ] Daraufhin sagt der Einweiher zu dem Zögling: Du musst jetzt in das Allerinnerste deiner Seele steigen und dort eins mit der Weisheit werden, deren Wirklichkeit du erkannt hast. Du musst ein Werkzeug für diese Weisheit werden und so eins mit ihr werden, dass — wenn auch die Welt dich verhöhnt und verspottet — du dennoch nicht wankst, sondern mutig alles entgegennimmst. Verleugnet und vernichtet von der Welt um dich her, sollst du dich dennoch aufrechterhalten dank deiner inneren Kraft. — Nach einer Zeit verwandelt sich dieses Gefühl zu einer Art merkwürdigen Leere im physischen Gehirn. Der Schüler fühlt sich, als ob das Gehirn ausgeschaltet, abgetötet worden wäre; und er durchlebt eine Art Durchstochenwerden des physischen Gehirns und sieht in den Akasha-Urkunden ein Bild der «Dornenkrönung. Dadurch bekommt er Kunde davon, wer der Christus ist: dass er wirklich der Sonnen-Geist ist, der zur Erde herniedergestiegen ist. Dieses ist das dritte Stadium. Durch innere Erlebnisse soll der Mensch dadurch das historische Ereignis in Palästina durchleben.
[ 23 ] Daraufhin sagt der Einweiher zu dem Zögling: Du musst jetzt in das Allerinnerste deiner Seele steigen und dort eins mit der Weisheit werden, deren Wirklichkeit du erkannt hast. Du musst ein Werkzeug für diese Weisheit werden und so eins mit ihr werden, dass — wenn auch die Welt dich verhöhnt und verspottet — du dennoch nicht wankst, sondern mutig alles entgegennimmst. Verleugnet und vernichtet von der Welt um dich her, sollst du dich dennoch aufrechterhalten dank deiner inneren Kraft. — Nach einer Zeit verwandelt sich dieses Gefühl zu einer Art merkwürdigen Leere im physischen Gehirn. Der Schüler fühlt sich, als ob das Gehirn ausgeschaltet, abgetötet worden wäre; und er durchlebt eine Art Durchstochenwerden des physischen Gehirns und sieht in den Akasha-Urkunden ein Bild der «Dornenkrönung. Dadurch bekommt er Kunde davon, wer der Christus ist: dass er wirklich der Sonnen-Geist ist, der zur Erde herniedergestiegen ist. Dieses ist das dritte Stadium. Durch innere Erlebnisse soll der Mensch dadurch das historische Ereignis in Palästina durchleben.
[ 24 ] Von der Fußwaschung bis zur Dornenkrönung haben wir jetzt das Einweihungsdrama gemäß den nördlichen Mysterien verfolgt. Jetzt soll der Mensch in seinem Allerinnersten auch erkennen, dass der Christus in ihn eingedrungen ist, und der kosmische Christus wird der innere mystische Christus in ihm. Hier tritt uns das südliche Initiationsdrama entgegen.
[ 24 ] Von der Fußwaschung bis zur Dornenkrönung haben wir jetzt das Einweihungsdrama gemäß den nördlichen Mysterien verfolgt. Jetzt soll der Mensch in seinem Allerinnersten auch erkennen, dass der Christus in ihn eingedrungen ist, und der kosmische Christus wird der innere mystische Christus in ihm. Hier tritt uns das südliche Initiationsdrama entgegen.
[ 25 ] Gleichzeitig erfahren wir, was der Mensch in seinem eigenen Inneren erleben darf. Ganz neue Gefühle müssen im vierten Stadium sich des Menschen bemächtigen. Sein eigener Körper muss für ihn wie jeder beliebige andere Gegenstand werden. Er muss lernen, ihn zu tragen wie zum Beispiel einen Tisch — und nicht wie etwas, was ihm gehört. Nur auf rein äußere Weise muss er sich als an seinen Leib gebunden fühlen. Und das braucht zu keinerlei Askese zu führen. Wir sind nicht dadurch stark, was wir in uns haben, sondern durch das Werkzeug, das wir in unserer Hand haben und dessen wir uns bedienen können. Wir müssen unseren Körper objektiv betrachten können und uns selbst als dessen Träger. Auf diese Weise kann der Körper ein Werkzeug in unserer Hand werden — genau so, wie wir mit einem Hammer stärkere Schläge ausführen können als mit etwas anderem, das einen Teil unserer selbst ausmacht. Die körperlichen Schmerzen sind zwar da, erst im letzten Evolutionsstadium wird der Körper schmerzensfrei. Aber langsam lernt die Seele, ihn als etwas Objektives zu betrachten, womit sie sich nicht zu befassen braucht.
[ 25 ] Gleichzeitig erfahren wir, was der Mensch in seinem eigenen Inneren erleben darf. Ganz neue Gefühle müssen im vierten Stadium sich des Menschen bemächtigen. Sein eigener Körper muss für ihn wie jeder beliebige andere Gegenstand werden. Er muss lernen, ihn zu tragen wie zum Beispiel einen Tisch — und nicht wie etwas, was ihm gehört. Nur auf rein äußere Weise muss er sich als an seinen Leib gebunden fühlen. Und das braucht zu keinerlei Askese zu führen. Wir sind nicht dadurch stark, was wir in uns haben, sondern durch das Werkzeug, das wir in unserer Hand haben und dessen wir uns bedienen können. Wir müssen unseren Körper objektiv betrachten können und uns selbst als dessen Träger. Auf diese Weise kann der Körper ein Werkzeug in unserer Hand werden — genau so, wie wir mit einem Hammer stärkere Schläge ausführen können als mit etwas anderem, das einen Teil unserer selbst ausmacht. Die körperlichen Schmerzen sind zwar da, erst im letzten Evolutionsstadium wird der Körper schmerzensfrei. Aber langsam lernt die Seele, ihn als etwas Objektives zu betrachten, womit sie sich nicht zu befassen braucht.
[ 26 ] Wenn der Eingeweihte dieses Gefühl entwickelt hat, kommt schließlich ein Augenblick, in dem er wirklich fühlt, dass er wirklich nur äußerlich an den Körper gebunden ist, und wenn er ihn dann betrachtet, findet er blutrote Flecken an Händen und Füßen und an seiner rechten Seite. Das ist die sogenannte Blutsprobe. Ein Zeichen, dass der Körper nur noch etwas rein Objektives für ihn ist. Dann sagen wir von ihm, dass er nicht mehr in seinem Körper ist. Er ist gekreuzigt, das heißt, er trägt seinen Leib so wie ein Kreuz durch die Welt. Dieses ist die «Kreuzigung). Jetzt darf er auch in den Akasha-Urkunden den historischen Moment erschauen, wo der Christus Jesus gekreuzigt wurde.
[ 26 ] Wenn der Eingeweihte dieses Gefühl entwickelt hat, kommt schließlich ein Augenblick, in dem er wirklich fühlt, dass er wirklich nur äußerlich an den Körper gebunden ist, und wenn er ihn dann betrachtet, findet er blutrote Flecken an Händen und Füßen und an seiner rechten Seite. Das ist die sogenannte Blutsprobe. Ein Zeichen, dass der Körper nur noch etwas rein Objektives für ihn ist. Dann sagen wir von ihm, dass er nicht mehr in seinem Körper ist. Er ist gekreuzigt, das heißt, er trägt seinen Leib so wie ein Kreuz durch die Welt. Dieses ist die «Kreuzigung). Jetzt darf er auch in den Akasha-Urkunden den historischen Moment erschauen, wo der Christus Jesus gekreuzigt wurde.
[ 27 ] Darauf folgt etwas, was mit menschlichen Worten schwer zu schildern ist. In diesem Stadium kommt ein Augenblick, in dem der Eingeweihte ganz aufhört, mit physischen Augen zu sehen und Ohren zu hören. Die Welt ist in dieser Hinsicht nicht mehr für ihn da. Dunkel im Hinblick auf das Physische umgibt ihn. In diesem Augenblick muss er alles kennenlernen, was es an Schmerz und Leid in der Welt gibt. Er steigt in Wahrheit herab in die Welt des Leides und des Bösen und lernt die Nachtseite des Lebens kennen. Dieses ist. der «mystische Tod oder das Niedersteigen in das Reich des Todes [das ist das Hinabsteigen in die Hölle].
[ 27 ] Darauf folgt etwas, was mit menschlichen Worten schwer zu schildern ist. In diesem Stadium kommt ein Augenblick, in dem der Eingeweihte ganz aufhört, mit physischen Augen zu sehen und Ohren zu hören. Die Welt ist in dieser Hinsicht nicht mehr für ihn da. Dunkel im Hinblick auf das Physische umgibt ihn. In diesem Augenblick muss er alles kennenlernen, was es an Schmerz und Leid in der Welt gibt. Er steigt in Wahrheit herab in die Welt des Leides und des Bösen und lernt die Nachtseite des Lebens kennen. Dieses ist. der «mystische Tod oder das Niedersteigen in das Reich des Todes [das ist das Hinabsteigen in die Hölle].
[ 28 ] Danach teilt sich das Dunkel um ihn, das geistige Licht bricht durch, und der Eingeweihte schaut in die geistige Welt hinein. Indem er so dem Christus bis Golgatha gefolgt ist, und sich mit ihm vereint hat, so ist er danach auch mit dem Geiste der Welt verbunden und lebt darin. [Er ist von jetzt ab nicht nur verbunden mit dem Erdengeist, er ist verbunden mit dem planetarischen Geist. Er ist mit der ganzen Erde verbunden.] Dies ist das fünfte Stadium, oder die «Grablegung in der Erde, während derer der Mensch die zweieinhalb Tage erlebt, in denen der Christus im Grabe gelegen hat. Während dieser Tage wurde die physische Materie des Leibes Christi aufgelöst und dematerialisiert, währenddem das eigentliche Wesen Christi als Geist der Erde noch in der Astralsphäre der Erde weiterlebt.
[ 28 ] Danach teilt sich das Dunkel um ihn, das geistige Licht bricht durch, und der Eingeweihte schaut in die geistige Welt hinein. Indem er so dem Christus bis Golgatha gefolgt ist, und sich mit ihm vereint hat, so ist er danach auch mit dem Geiste der Welt verbunden und lebt darin. [Er ist von jetzt ab nicht nur verbunden mit dem Erdengeist, er ist verbunden mit dem planetarischen Geist. Er ist mit der ganzen Erde verbunden.] Dies ist das fünfte Stadium, oder die «Grablegung in der Erde, während derer der Mensch die zweieinhalb Tage erlebt, in denen der Christus im Grabe gelegen hat. Während dieser Tage wurde die physische Materie des Leibes Christi aufgelöst und dematerialisiert, währenddem das eigentliche Wesen Christi als Geist der Erde noch in der Astralsphäre der Erde weiterlebt.
[ 29 ] Da ist er sichtbar für alle geistig Hellschenden, die ihn in seinem physischen Leibe nicht gesehen haben. Da war es auch, als Paulus ihn erschaute, als er davon überzeugt wurde, dass der Sonnen-Geist zur Erde herabgekommen war. Paulus wusste, was der geistig Hellsehende in der Erdenaura sehen konnte. Als er daher nach Jesu 'Tod sah, dass diese Aura sich verändert hatte, und den Christus dort erschaute, verstand er, dass der Sonnengeist sich in Jesus von Nazareth offenbart hatte und dass Jesus den Tod überwunden hatte. Deshalb konnte er sagen, dass der Christus auferstanden ist. Durch sein hellseherisches Bewusstsein wusste er, dass er den Christus auf hellseherischem Weg ebenso gewiss gesehen hatte wie die andern Jünger mit ihren physischen Augen. Dieses wird deutlich genug im Neuen Testament angedeutet, damit wir nicht ganz trivial glauben sollen, dass der zerstückelte Leib Christi aus dem Grabe auferstanden sei.
[ 29 ] Da ist er sichtbar für alle geistig Hellschenden, die ihn in seinem physischen Leibe nicht gesehen haben. Da war es auch, als Paulus ihn erschaute, als er davon überzeugt wurde, dass der Sonnen-Geist zur Erde herabgekommen war. Paulus wusste, was der geistig Hellsehende in der Erdenaura sehen konnte. Als er daher nach Jesu 'Tod sah, dass diese Aura sich verändert hatte, und den Christus dort erschaute, verstand er, dass der Sonnengeist sich in Jesus von Nazareth offenbart hatte und dass Jesus den Tod überwunden hatte. Deshalb konnte er sagen, dass der Christus auferstanden ist. Durch sein hellseherisches Bewusstsein wusste er, dass er den Christus auf hellseherischem Weg ebenso gewiss gesehen hatte wie die andern Jünger mit ihren physischen Augen. Dieses wird deutlich genug im Neuen Testament angedeutet, damit wir nicht ganz trivial glauben sollen, dass der zerstückelte Leib Christi aus dem Grabe auferstanden sei.
[ 30 ] Als der Christus sich den zwölf Jüngern offenbarte, wollte Thomas nicht glauben, dass er es war, weil er nicht wie die anderen die geistigen Wirklichkeiten verstand. Der, der an das Geistige glaubt, muss gleich wie die Jünger die Bedeutung dieser Auferstehung verstehen. Thomas glaubte nicht, deswegen konnte er auch das Geistige nicht spüren. Er hatte seine inneren Kräfte nicht [so weit] entwickelt, dass er wirklich das Geistige hätte spüren können. Mit unseren physischen Sinnen können wir ganz natürlich nur das Physische spüren. Durch Glauben und Willenskraft entwickelte Thomas [dann doch] den geistigen Spürsinn in sich, sodass er den geistigen Leib Jesu so spüren konnte, als ob er physisch wäre. [Durch seine rein geistige Kraft konnte der Christus sogar das Brot brechen.] Im selben Sinne ist Jesus durch seine rein geistige Kraft das «Brot des Lebens für die, die ihre inneren Gefühlssinne entwickelt haben.
[ 30 ] Als der Christus sich den zwölf Jüngern offenbarte, wollte Thomas nicht glauben, dass er es war, weil er nicht wie die anderen die geistigen Wirklichkeiten verstand. Der, der an das Geistige glaubt, muss gleich wie die Jünger die Bedeutung dieser Auferstehung verstehen. Thomas glaubte nicht, deswegen konnte er auch das Geistige nicht spüren. Er hatte seine inneren Kräfte nicht [so weit] entwickelt, dass er wirklich das Geistige hätte spüren können. Mit unseren physischen Sinnen können wir ganz natürlich nur das Physische spüren. Durch Glauben und Willenskraft entwickelte Thomas [dann doch] den geistigen Spürsinn in sich, sodass er den geistigen Leib Jesu so spüren konnte, als ob er physisch wäre. [Durch seine rein geistige Kraft konnte der Christus sogar das Brot brechen.] Im selben Sinne ist Jesus durch seine rein geistige Kraft das «Brot des Lebens für die, die ihre inneren Gefühlssinne entwickelt haben.
[ 31 ] Nachdem der Jünger solcherweise sechs Stadien durchlaufen hat — die Fußwaschung, die Geißelung, die Dornenkrönung, den mystischen Tod oder die Kreuzigung, die Grablegung und die Auferstehung —, so kommt er zum Schluss zu dem siebenten und letzten Stadium der «Himmelfahrt oder der Vereinigung mit der geistigen Welt, der Heimkehr zum Vater.
[ 31 ] Nachdem der Jünger solcherweise sechs Stadien durchlaufen hat — die Fußwaschung, die Geißelung, die Dornenkrönung, den mystischen Tod oder die Kreuzigung, die Grablegung und die Auferstehung —, so kommt er zum Schluss zu dem siebenten und letzten Stadium der «Himmelfahrt oder der Vereinigung mit der geistigen Welt, der Heimkehr zum Vater.
[ 32 ] Durch das Johannes-Evangelium lernen wir folglich die verschiedenen Phasen kennen — erst in den nördlichen Mysterien bis hin zur Dornenkrönung, dann zu den südlichen Mysterien, von der Kreuzigung an. Weiter lernen wir, wie diese beiden Einweihungen in der Außenwelt auftraten und sich in der Person Jesu vereinigten und zusammenschmolzen. Durch den Christus Jesus wurde eine neue Initiation begründet — Rosenkreuz —, in welcher die beiden alten Einweihungen zusammengeschmolzen waren. Deswegen ist es wichtig, das Ereignis in Palästina recht zu verstehen. Damit der Christus ein inneres Erlebnis werden können sollte, musste er erst eine historische Wirklichkeit in der Welt geworden sein.
[ 32 ] Durch das Johannes-Evangelium lernen wir folglich die verschiedenen Phasen kennen — erst in den nördlichen Mysterien bis hin zur Dornenkrönung, dann zu den südlichen Mysterien, von der Kreuzigung an. Weiter lernen wir, wie diese beiden Einweihungen in der Außenwelt auftraten und sich in der Person Jesu vereinigten und zusammenschmolzen. Durch den Christus Jesus wurde eine neue Initiation begründet — Rosenkreuz —, in welcher die beiden alten Einweihungen zusammengeschmolzen waren. Deswegen ist es wichtig, das Ereignis in Palästina recht zu verstehen. Damit der Christus ein inneres Erlebnis werden können sollte, musste er erst eine historische Wirklichkeit in der Welt geworden sein.
[ 33 ] Wohl ist es wahr, dass das Licht nicht für den Menschen existieren würde, wenn er nicht Augen zu sehen hätte, aber auf der anderen Seite würde er keine Augen haben, wenn das Licht nicht schon vorhanden gewesen wäre — kein Auge ohne Licht. So, wie die physische Sonne das physische Licht hervorgezaubert hat, so hat das historische Ereignis in Palästina erst möglich gemacht, dass wir in uns den mystischen Christus erleben können. [Er, der historische Christus, zaubert ihn heraus.] So hat der Christus nicht nur eine neue geistige Strömung in der Welt gegründet, sondern auch eine neue Initiation.
[ 33 ] Wohl ist es wahr, dass das Licht nicht für den Menschen existieren würde, wenn er nicht Augen zu sehen hätte, aber auf der anderen Seite würde er keine Augen haben, wenn das Licht nicht schon vorhanden gewesen wäre — kein Auge ohne Licht. So, wie die physische Sonne das physische Licht hervorgezaubert hat, so hat das historische Ereignis in Palästina erst möglich gemacht, dass wir in uns den mystischen Christus erleben können. [Er, der historische Christus, zaubert ihn heraus.] So hat der Christus nicht nur eine neue geistige Strömung in der Welt gegründet, sondern auch eine neue Initiation.
[ 34 ] Wir haben also zunächst den historischen Christus, der auf der Erde in der Person des Jesus von Nazareth lebte, der die Fußwaschung, Geißelung, Dornenkrönung, Kreuzigung, Grablegung durchmachte und dann den Tod besiegte, sodass er für ihn eine neue Geburt wurde. Aber wir haben auch den paulinischen Christus oder den geistigen Christus, den der geistig hellsehende Mensch in der Astralatmosphäre der Erde sehen kann. Er ist es, der am meisten zur Ausbreitung des Christentums beigetragen hat. Durch ihn wurde Paulus überzeugt, der nicht in Palästina dabei gewesen war, und durch Paulus haben wir eine tiefere Erklärung der Evangelien erhalten. Zuletzt haben wir den mystischen Christus, den der vergeistigte Mensch in seinem eigenen Innern erwecken kann. [Derjenige, der mystisch rege werden kann in unserer Brust, bis zum Tiefsten uns ergreifen kann, den inneren Christus.]
[ 34 ] Wir haben also zunächst den historischen Christus, der auf der Erde in der Person des Jesus von Nazareth lebte, der die Fußwaschung, Geißelung, Dornenkrönung, Kreuzigung, Grablegung durchmachte und dann den Tod besiegte, sodass er für ihn eine neue Geburt wurde. Aber wir haben auch den paulinischen Christus oder den geistigen Christus, den der geistig hellsehende Mensch in der Astralatmosphäre der Erde sehen kann. Er ist es, der am meisten zur Ausbreitung des Christentums beigetragen hat. Durch ihn wurde Paulus überzeugt, der nicht in Palästina dabei gewesen war, und durch Paulus haben wir eine tiefere Erklärung der Evangelien erhalten. Zuletzt haben wir den mystischen Christus, den der vergeistigte Mensch in seinem eigenen Innern erwecken kann. [Derjenige, der mystisch rege werden kann in unserer Brust, bis zum Tiefsten uns ergreifen kann, den inneren Christus.]
[ 35 ] Es ist dieser dreifaltige Christus — der historische, der Paulinische und der mystische Christus —, den wir immer mehr und mehr kennenlernen müssen. [Das sind die drei Christusse der christlichen Esoterik.]
[ 35 ] Es ist dieser dreifaltige Christus — der historische, der Paulinische und der mystische Christus —, den wir immer mehr und mehr kennenlernen müssen. [Das sind die drei Christusse der christlichen Esoterik.]
