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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Gospel of John
and the Three Other Gospels
GA 117a

15 January 1910, Stockholm

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Elfter Vortrag

Eleventh Lecture

[ 1 ] Das Johannes-Evangelium ist folglich nicht nur eine historische Darstellung des Ereignisses von Palästina, sondern auch eine Schilderung der sieben Stadien der christlichen Initiation. Der, der diese durchgemacht hat, braucht keine äußeren Beweise für das historische Ereignis, denn er kennt es schon durch die Akasha-Chronik. Das ist auch der Weg von dem historischen zu dem mystischen Christus.

[ 1 ] The Gospel of John is therefore not only a historical account of the events in Palestine, but also a description of the seven stages of Christian initiation. Those who have undergone this process need no external proof of the historical event, for they already know it through the Akashic Records. This is also the path from the historical to the mystical Christ.

[ 2 ] Mithilfe dieser Urkunden ist es nicht mehr schwer für uns, die scheinbaren Gegensätze in den Evangelien zu lösen. Die Männer, die sie geschrieben haben, schildern die Ereignisse in Palästina gemäß dem, was sie schon jeder für sich von ihrer eigenen Einweihung her kannten. Deswegen wird auch, was die inneren Erlebnisse betrifft, das Evangelium am wichtigsten, das von dem Mann geschrieben wurde, den der Christus selbst einweihte. Die anderen Evangelisten waren in verschiedene Mysterientempel eingeweiht. Wenn sie also dasselbe große Drama, das in den Einweihungstempeln vorbildlich dargestellt worden war, auf Golgatha als ein wirkliches Ereignis im physischen Leben sich abspielen sahen, so wussten sie, dass der große Initiator der Menschheit gekommen war, und dass sie jetzt das Initiationsdrama beschreiben und es auf den Christus Jesus anwenden konnten. Je nachdem sie dann ihre Aufmerksamkeit auf das eine oder andere in seinem Leben wendeten, sahen und verstanden sie verschiedene Seiten davon.

[ 2 ] With the help of these documents, it is no longer difficult for us to resolve the apparent contradictions in the Gospels. The men who wrote them describe the events in Palestine according to what each of them already knew from their own initiation. That is why, as far as inner experiences are concerned, the Gospel written by the man whom Christ himself initiated is the most important. The other evangelists had been initiated into various mystery temples. So when they saw the same great drama—which had been symbolically enacted in the initiation temples—unfolding on Golgotha as a real event in physical life, they knew that the great Initiator of humanity had come, and that they could now describe the initiation drama and apply it to Christ Jesus. Depending on whether they then turned their attention to one aspect or another of his life, they saw and understood different aspects of it.

[ 3 ] Aber das Initiationszeremoniell war nicht dasselbe in den verschiedenen Tempeln, deshalb gaben sie oft auf verschiedene Weise und mit verschiedenen Worten dieselben Ereignisse wieder. So haben sie auch die letzten Worte Jesu am Kreuz verschieden wiedergegeben. Bei Matthäus und Markus lauten diese folgendermaßen: «Eli, Eli, lama sabachthani!» - Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? [Elohai, Elohai lama sabachthani! - Meine Götter, warum seid ihr von mir gewichen, warum habt ihr mich verlassen?]

[ 3 ] However, the initiation rituals were not the same in all the different temples, which is why they often recounted the same events in different ways and with different words. This is also how they recorded Jesus’ last words on the cross differently. In Matthew and Mark, these words are as follows: “Eli, Eli, lama sabachthani!”—My God, my God, why have you forsaken me? [Elohai, Elohai lama sabachthani!—My gods, why have you turned away from me, why have you forsaken me?]

[ 4 ] Diese Worte sind bei Matthäus und Markus keine Initiationsformel im eigentlichen Sinn. Nachdem der Eingeweihte in den ägyptischen oder den pythagoreischen Mysterien von Hierophanten in einen Sarg gelegt worden oder auf einem Kreuz ausgestreckt worden war, lebte er dreieinhalb Tage in der geistigen Welt. Wenn er wieder auferweckt wurde, stand alles, was er erlebt hatte, klar vor seinem Bewusstsein. Es war ein tief ergreifender Augenblick für ihn, wenn alle diese Erlebnisse wie gewaltige, lebende Bilder aus seinem Inneren aufstiegen. In diesem Augenblick drängten sich über seine Lippen Worte wie zum Beispiel: «Mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!»

[ 4 ] In Matthew and Mark, these words are not an initiation formula in the strict sense. After the initiate in the Egyptian or Pythagorean mysteries had been placed in a coffin or stretched out on a cross by the hierophants, he lived for three and a half days in the spiritual world. When he was raised again, everything he had experienced stood clearly before his consciousness. It was a deeply moving moment for him when all these experiences rose from within him like powerful, living images. At that moment, words such as “My God, how you have glorified me!” rushed from his lips.

[ 5 ] In den nordischen Mysterien, in denen der Eingeweihte gewissermaßen sein eigenes Seelenleben ausgelöscht hatte und im Kosmos aufgegangen war, entrang sich ihm ein anderer Ausruf wie zum Beispiel: «Mein Gott, warum hast du mich verlassen!» Die Erlebnisse, die er dann in der geistigen Welt hatte, gaben ihm Antwort auf diese Frage. Diese Worte sind deshalb nicht ein Ausruf des Schmerzes, sondern eine Wiederholung des Initiationszeremoniells und ein Ausdruck für die überwältigenden Eindrücke, die der Eingeweihte in der geistigen Welt empfangen hat.

[ 5 ] In the Nordic mysteries, in which the initiate had, so to speak, extinguished his own inner life and merged with the cosmos, a different cry would escape him, such as: “My God, why have you forsaken me!” The experiences he then had in the spiritual world provided him with an answer to this question. These words are therefore not an exclamation of pain, but a repetition of the initiation ceremony and an expression of the overwhelming impressions the initiate received in the spiritual world.

[ 6 ] [Es sollten ja die beiden Initiationen zusammenfließen: Das Erlöschen des eigenen Inneren, Aufgehen in den großen Kosmos, presste sich in die Worte zusammen: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» Die Antwort gab ihm die geistige Welt draußen.)

[ 6 ] [The two initiations were meant to converge: the extinction of one’s inner self and the merging into the great cosmos were condensed into the words: “My God, my God, why have you forsaken me?” The answer came to him from the spiritual world outside.)

[ 7 ] Dass die Evangelisten die Worte Jesu vom Kreuz auf verschiedene Weise wiedergegeben haben, beruht auf ihrer verschiedenen Einweihung. Das Golgatha-Mysterium wurde von ihnen als ein Akt im Initiationsdrama angesehen, und jeder von ihnen hatte seine Aufmerksamkeit auf Worte und Ausdrücke gerichtet, die mit dem übereinstimmten, was man bei dieser Gelegenheit gewöhnt war zu sehen und zu hören. Deswegen konnte Markus, der in die nördlichen Mysterien eingeweiht war, die Worte hören. «Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen?» Während Lukas, der Therapeut, der nun als ein Werkzeug für die heilenden Kräfte des Kosmos bei sich besonders die große Selbstüberwindung entwickelt hatte, naturgemäß andere Worte hören musste. In den Tempeln, wo die Therapeuten ausgebildet wurden, hatte man verstanden, dass das eigene Innere des Eingeweihten zuallererst zum Schweigen gebracht werden musste, wenn die geistigen Kräfte des Kosmos durch ihn wirken können sollten, und der Erfolg seiner Arbeit beruhte gerade auf dieser seiner Fähigkeit, sich selbst ganz zu vergessen und nur ein Werkzeug für höhere Mächte zu sein. Deshalb hörte Lukas vom Kreuz die Worte: «Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.» - «Vater, in deine Hände lege ich alles das, was an eigenem Geiste in mir ist», denn diese Worte waren die Worte des initiierten Therapeuten beim letzten Akt der Einweihung - und die Lukas gewöhnt war zu hören.

[ 7 ] The fact that the evangelists recorded Jesus’ words from the cross in different ways is due to their varying degrees of initiation. They regarded the Golgotha Mystery as an act in the drama of initiation, and each of them had focused his attention on words and expressions that corresponded to what one was accustomed to seeing and hearing on such occasions. That is why Mark, who was initiated into the northern mysteries, was able to hear the words: “My God, my God, why have you forsaken me?” Whereas Luke, the healer, who had now developed a particular capacity for self-mastery as an instrument for the healing forces of the cosmos, naturally had to hear different words. In the temples where the therapists were trained, it was understood that the initiate’s own inner self had to be silenced first and foremost if the spiritual forces of the cosmos were to work through him, and the success of his work rested precisely on this ability of his to forget himself entirely and be merely an instrument for higher powers. That is why Luke heard the words from the cross: “Father, into your hands I commend my spirit.”—“Father, into your hands I place all that is of my own spirit within me,” for these were the words of the initiated therapist at the final act of initiation—and the ones Luke was accustomed to hearing.

Überschauen der Denkkräfte - Johannes.
Überschauen der Gefühlskräfte - Lukas.
Ausbildung der magischen Willenskräfte - Markus.
Harmonie - Matthäus.

Overview of the Powers of Thought - John.
Overview of the Powers of Feeling - Luke.
Development of the Magical Powers of Will - Mark.
Harmony - Matthew.

[ 8 ] In dem Christus als dem größten aller Eingeweihten waren MagieHeilkunst und Weisheit vereint, und deshalb konnte jeder der Evangelisten in seinen Mund die Worte, die er schon von seinem eigenen Einweihungstempel her kannte, legen.

[ 8 ] In Christ, the greatest of all initiates, magic, healing, and wisdom were united; and that is why each of the evangelists was able to put into his mouth the words he already knew from his own temple of initiation.

[ 9 ] Johannes, als der von dem Christus selbst Eingeweihte, hat indessen tiefer in sein Wesen geblickt als jemand anders und daher auch besser als irgendein anderer seine Mission auf Erden verstanden. Um Jesu Mission zu verstehen, müssen wir uns erst das Ziel unserer Erde klarmachen. Welches ist wohl die eigentliche Mission der Erde? Unsere Erde ist ja, wie wir wissen, eine Reinkarnation anderer planetarischer Wesen. [Die letzte Mondkatastrophe tötete ihr Wesen durch Cyanverbindung, durch Blausäure (was die Mondmenschen atmeten).] In einer vorhergehenden Inkarnation war sie Mond, davor Sonne, und vor der Sonnenperiode war sie Saturn gewesen. Blicken wir zurück auf die letzte, die Mondperiode, so finden wir dort keinerlei Anzeichen von dem, was wir Liebe nennen können - weder auf den niederen, noch auf den höheren Entwicklungsstadien. Eine innere Anziehung von Wesen zu Wesen, eine geistige Liebe, gab es auf dem Monde nicht, sondern die Wesen, die da lebten, wurden durch ein unbewusstes, instinktartiges Gesetz dahin getrieben, zusammenzuwirken. Wenn ein Gewicht eine Waage herunterdrückt, spricht man nicht von Liebe. Ebenso wenig darf man dieses Gesetz Liebe nennen, das diese Wesen zueinander trieb. Langsam wurde dagegen Weisheit in der Mondentwicklung eingepflanzt, und deshalb finden wir auf unserer Erde die Weisheit überall.

[ 9 ] John, having been initiated by Christ himself, looked more deeply into his essence than anyone else and therefore understood his mission on Earth better than anyone else. To understand Jesus’ mission, we must first clarify the purpose of our Earth. What, then, is the true mission of the Earth? As we know, our Earth is, after all, a reincarnation of other planetary beings. [The last lunar catastrophe killed its being through a cyanide compound, through hydrocyanic acid (which the lunar beings breathed).] In a previous incarnation, it was the Moon; before that, the Sun; and before the solar period, it had been Saturn. If we look back at the last, the lunar period, we find no signs whatsoever of what we might call love—neither at the lower nor at the higher stages of development. An inner attraction from being to being, a spiritual love, did not exist on the Moon; rather, the beings who lived there were driven by an unconscious, instinct-like law to interact. When a weight pushes down on a scale, we do not speak of love. Nor should we call this law “love,” which drove these beings toward one another. Wisdom, however, was gradually implanted during the Moon’s development, and that is why we find wisdom everywhere on our Earth.

[ 10 ] Auf dieselbe Art soll die Liebe während der Erdenentwicklung eingepflanzt werden, sodass bei der nächsten Erdinkarnation die Liebe allen Wesen entgegenstrahlen soll - so wie uns jetzt überall die Weisheit begegnet. Diese Liebe, die während der lemurischen Zeit nur erst auf dem niedersten Stadium als physische Liebe wirkte, soll mit der Erdevolution immer mehr vervollkommnet und vergeistigt werden, sodass in der nächsten Erdeninkarnation als Jupiter alles von Liebe durchdrungen sein und strahlen soll, so wie jetzt alles von Weisheit getragen wird.

[ 10 ] In the same way, love is to be instilled during the Earth’s evolution, so that in the next Earth incarnation, love will radiate toward all beings—just as wisdom now meets us everywhere. This love, which during the Lemurian era operated only at the lowest stage as physical love, is to be increasingly perfected and spiritualized with the evolution of the Earth, so that in the next Earth incarnation as Jupiter, everything will be permeated by and radiate love, just as everything is now carried by wisdom.

[ 11 ] 600 Jahre vor Christus bekam die Menschheit durch Buddha zum ersten Male die Lehre von Mitleid und Liebe. Aber wenn in unseren Tagen einige Menschen reif genug sind, diese Lehre verwirklichen zu können, so ist das durch die geistige Kraft, die der Christus dem Menschengeschlecht zugeführt hat. Lassen Sie uns das mit einem Beispiel belegen. Wenn wir uns zum Beispiel die Sixtinische Madonna denken: Wir können das Bild in unserer Erinnerung hervorrufen, wir können es auch teilweise verstehen. Aber können wir es deshalb malen? Es ist ein großer Unterschied zwischen dem Verstehen einer Sache und deren Ausführung. Und so, wie es größer ist, das Bild malen zu können, als es bloß zu verstehen, so ist auch die Kraft der Liebe mehr als nur die Lehre von Liebe und Mitleid.

[ 11 ] In 600 B.C., humanity received the teaching of compassion and love for the first time through Buddha. But if, in our own time, some people are mature enough to put this teaching into practice, it is due to the spiritual power that Christ has bestowed upon the human race. Let us illustrate this with an example. Take, for example, the Sistine Madonna: we can conjure the image in our memory, and we can even understand it to some extent. But does that mean we can paint it? There is a great difference between understanding something and actually doing it. And just as it is a greater feat to be able to paint the picture than merely to understand it, so too is the power of love more than just the teaching of love and compassion.

[ 12 ] Diese Kraft zu Liebe und Mitleid hat der Christus in die Menschheit ergossen, aber das konnte nicht ohne das Golgatha-Mysterium geschehen. Den Menschen den ersten Impuls zu Liebe im geistigen Sinn zu geben, war die große Mission des Christus. Und der Jünger, den er selbst eingeweiht hat, war natürlich der Nächste, das zu verstehen und anzuerkennen. Ihm konnte er sein tiefstes Geheimnis anvertrauen. Bis dahin hatte nur das Blutsband die Menschen miteinander vereint. Jetzt sollte ein geistiges Band gestiftet werden, das Seele mit Seele ebenso intim und innig verband wie das Blutsband zwischen Mutter und Sohn. In den Worten, die der Christus vom Kreuze an seine Mutter richtet: «Mutter, siehe deinen Sohn», und an den Jünger: «Siehe deine Mutter», stiftete er ein ganz neues Verhältnis der Menschen zueinander. [Die ganze Zukunft der Erdenliebe redet herab von dem Kreuze in diesem Augenblick.] Das war die große Bruderliebe der Menschen, das Band der allgemeinen Bruderschaft, das hier als Vorbild für die künftige Entwicklung der Erde eingestiftet wurde. Es war ein geistiges Verhältnis zwischen einer Mutter im Geiste und einem Sohn im Geiste; und in den Worten, die in diesem Augenblick vom Kreuze gesprochen wurden, liegt die ganze Zukunft der Liebe. Diese Worte musste Johannes niederschreiben, damit die Menschen den großen Impuls verstehen können sollten, den der Christus ihnen gegeben hat.

[ 12 ] Christ poured this power of love and compassion into humanity, but this could not have happened without the Mystery of Golgotha. Christ’s great mission was to give humanity the first impulse toward love in the spiritual sense. And the disciple whom he himself had initiated was, of course, the one best placed to understand and acknowledge this. To him he could entrust his deepest secret. Until then, only the bond of blood had united people with one another. Now a spiritual bond was to be established that would connect soul to soul just as intimately and deeply as the blood bond between mother and son. In the words that Christ addressed from the cross to his mother: “Mother, behold your son,” and to the disciple: “Behold your mother,” he established an entirely new relationship among human beings. [The entire future of love on Earth speaks down from the cross at this moment.] This was the great brotherly love among human beings, the bond of universal brotherhood, which was established here as a model for the future development of the Earth. It was a spiritual relationship between a mother in spirit and a son in spirit; and in the words spoken from the cross at that moment lies the entire future of love. John had to write down these words so that people might understand the great impulse that Christ had given them.

[ 13 ] Jesus konnte zu seiner Zeit den Jüngern nicht alles mitteilen. «Ich habe euch noch vieles zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.»

[ 13 ] Jesus could not tell his disciples everything at that time. “I have much more to say to you, but you cannot bear it now.”

[ 14 ] Aber der Geist sollte offenbaren, was in dem in die Erde vergrabenen Samenkorn liegt, was aus der Nacht des Todes hervorsprießt; und dann wird verstanden werden, was in der Seele des Menschen verborgen liegt.

[ 14 ] But the Spirit should reveal what lies within the seed buried in the earth, what sprouts from the night of death; and then it will be understood what lies hidden in the human soul.

[ 15 ] Um das Jahr 3101 vor Christus hatte, wie wir schon wissen, das alte Hellsehen langsam bei den einzelnen Menschen aufzuhören angefangen; und die geistige Welt war ihnen immer mehr unerreichbar geworden. In demselben Maße, wie das Hellsehen verschwand, war indessen das Ichbewusstsein entwickelt worden - und zur Zeit Jesu hatte es seine volle Entwicklung erreicht. Aber damit es aufrechterhalten werden könnte, war die Botschaft Christi notwendig, dass das Himmelreich gekommen war.

[ 15 ] Around the year 3101 B.C., as we already know, the ancient ability to see into the spiritual world had begun to slowly fade among individuals; and the spiritual world had become increasingly inaccessible to them. To the same extent that clairvoyance was disappearing, however, self-awareness had developed—and by the time of Jesus, it had reached its full development. But in order for it to be sustained, Christ’s message that the Kingdom of Heaven had come was necessary.

[ 16 ] Aber die Zeit des Kali-Yuga, das dunkle Zeitalter der Menschheit, das im Jahre 3101 vor Christus begann, hat mit dem Jahr 1899 geendet. Und in unserer Zeit gehen wir einer anderen Entwicklung entgegen. Neue Seelenkräfte sollen entwickelt werden beim Menschen, und im Jahre 1932 bis 1933 soll der Zeitpunkt da sein, an dem gewisse hellseherische Kräfte gewissermaßen von selbst aus den Tiefen der Seele bei einer größeren Anzahl von Menschen auftreten werden. Aber damit in dieser Zeit Bestürzung und Verwirrung nicht allzu sehr um sich greifen sollen, ist es nötig, dass es Führer gibt, die den Menschen sagen können, was sie mit diesen ihren neuen Kräften machen sollen. Denn nur die geistig Vorbereiteten wissen, was sie zu suchen haben. Nur diese wissen und erkennen an, dass es eine geistige Welt gibt.

[ 16 ] But the Kali Yuga, the dark age of humanity that began in 3101 B.C., came to an end in 1899. And in our time, we are moving toward a different phase of development. New spiritual powers are to be developed in human beings, and the year 1932 to 1933 is to be the time when certain clairvoyant powers will, so to speak, arise of their own accord from the depths of the soul in a large number of people. But to prevent consternation and confusion from spreading too widely during this time, it is necessary that there be leaders who can tell people what to do with these new powers of theirs. For only those who are spiritually prepared know what they are to seek. Only they know and acknowledge that a spiritual world exists.

[ 17 ] Durch okkultes Trainieren kann ein Mensch zwar schon jetzt geistige Augen bekommen und kann dann das geistige Wesen des Christus in der astralen Atmosphäre der Erde schauen, denn wahr sind diese Worte: «Ich bin euch nahe alle Tage bis an das Ende der Welt.» Aber an einem gewissen Zeitpunkt wird eine Menge von Menschen auf natürliche Weise in die geistige Welt hineinschauen können. Und werden sie dann nicht von geistig vorbereiteten Menschen unterwiesen, können sie leicht aus Angst und Schrecken zum Wahnsinn getrieben werden, weil sie nicht wissen und verstehen, was sie schauen. [Wenn man es ihnen sagt, wenn sie wissen werden, dass es eine geistige Welt gibt, werden sie es erkennen können und Einklang schaffen. Was erscheinen wird den geistigen Augen in der astralischen Sphäre der Erde für eine Anzahl von Menschen, ist die geistige Erscheinung des Christus. Das ist das, was man nennt das Wiederkommen des Christus.]

[ 17 ] Through occult training, a person can indeed already now develop spiritual eyes and can then perceive the spiritual essence of Christ in the astral atmosphere of the Earth, for these words are true: “I am with you always, even to the end of the age.” But at a certain point, a great many people will be able to look into the spiritual world in a natural way. And if they are not instructed by spiritually prepared people, they can easily be driven to madness by fear and terror, because they do not know or understand what they are seeing. [If one tells them, if they come to know that a spiritual world exists, they will be able to recognize it and find harmony. What will appear to the spiritual eyes of a number of people in the astral sphere of the Earth is the spiritual manifestation of Christ. This is what is called the Second Coming of Christ.]

[ 18 ] So wie der Christus einmal in einem physischen Leibe auf der Erde wanderte und da von einer Anzahl Menschen mit ihren physischen Augen gesehen wurde, so wird er in der nächsten Zeitperiode in der Astralwelt allen Menschen sichtbar sein. Dieses Zeitalter wird ungefähr fünfhundert Jahre dauern von 1899 bis 2500. In dieser Zeit werden die Menschen anfangen, zu der geistigen Welt aufzusteigen, wo er ist, und aller Augen werden geöffnet werden, sodass die Menschheit in ihrer Ganzheit verstehen und erkennen wird, wer der Christus ist.

[ 18 ] Just as Christ once walked the earth in a physical body and was seen there by a number of people with their physical eyes, so will he be visible to all people in the astral world during the coming period. This era will last approximately five hundred years, from 1899 to 2500. During this time, people will begin to ascend to the spiritual world where He is, and all eyes will be opened, so that humanity as a whole will understand and recognize who the Christ is.

[ 19 ] Aber schon jetzt müssen wir anfangen, die Menschen auf diesen großen Augenblick vorzubereiten, gleich wie Johannes der Täufer seinerzeit die Menschen auf die Ankunft des Christus auf der Erde vorbereiten sollte, so muss die Theosophie in unseren Tagen den Menschen helfen, den Zeiten, die bevorstehen, zu begegnen. Denn die Zeiten sind nahe, wo die Menschen Kraft bekommen sollen, hier auf der Erde das Reich des Christus zu verwirklichen. Fassen wir unsere Mission in diesem Geist, so wird die Theosophie mehr und mehr Frieden und Toleranz in der Welt verbreiten. Und wenn dann die Fähigkeit, den Christus zu sehen, mehr allgemein wird, werden auch andere Fähigkeiten erwachsen. Dann werden auch die großen Helfer des Christus allmählich wieder hervortreten. Zuallererst der große Buddha, der der Erste war, die Lehre von Mitleid und Liebe zu verbreiten. Nach ihm kommen die Boten der großen Loge, die zwölf Führer der Erdenevolution, die in dem Christus den Dreizehnten und Vornehmsten sehen, um den sie sich scharen. Andere Lehrer sind diesen vorausgegangen, um die Menschen vorzubereiten, und nach ihnen werden andere kommen, um die große Mission des Christus deutlich zu erklären.

[ 19 ] But we must begin even now to prepare people for this great moment; just as John the Baptist was to prepare people in his time for the coming of Christ to earth, so Theosophy must help people in our day to face the times that lie ahead. For the time is near when people are to receive the strength to realize the Kingdom of Christ here on Earth. If we embrace our mission in this spirit, Theosophy will spread more and more peace and tolerance throughout the world. And when the ability to see the Christ becomes more widespread, other abilities will also develop. Then the great helpers of the Christ will gradually emerge again. First and foremost, the great Buddha, who was the first to spread the teaching of compassion and love. After him come the messengers of the Great Lodge, the twelve leaders of Earth’s evolution, who see in the Christ the Thirteenth and Most Exalted One, around whom they gather. Other teachers have preceded them to prepare humanity, and after them others will come to clearly explain the great mission of the Christ.

[ 20 ] Die Menschen, die in einer Inkarnation Buddha verehrt haben, werden in der folgenden Inkarnation verstehen, dass Buddha auf den Christus hingewiesen hat. Was Buddha selbst sechshundert Jahre vor Christus gesagt hat, ist nicht dasselbe, was er in unseren Tagen zu sagen hat. Jede dieser Lehren soll ihr Wort über den großen Christusimpuls sagen. Alle Religionen haben ihre Wurzeln, aber auch alle Religionen haben ihre Entwicklung. Und alle haben dieselbe Botschaft an die Menschheit gehabt. So Zarathustra, so das Alte Testament, so auch die chaldäisch-ägyptischen Urkunden, so auch die Theosophie in unseren Tagen. Alle diese Sendboten des Himmels sollen wir entgegennehmen, sodass die große Weisheitslehre sich auf die mannigfaltigste Weise entwickeln kann. Die großen Eingeweihten waren sich alle einig, denn sie wussten, dass jeder seinen Beitrag zu liefern hatte und dass alle diese Beiträge zusammenfließen sollten. So hatte auch jeder Rishi seine besondere Mission, aber das, was die sieben Rishis jeder für sich verkündeten, schmolz zu einer einzigen großen Botschaft an die Menschheit zusammen.

[ 20 ] Those who have revered the Buddha in one incarnation will understand in the next that the Buddha was pointing to the Christ. What the Buddha himself said six hundred years before Christ is not the same as what he has to say in our time. Each of these teachings is meant to speak of the great Christ impulse. All religions have their roots, but all religions also have their development. And all have had the same message for humanity. So it was with Zarathustra, so with the Old Testament, so with the Chaldean-Egyptian documents, and so with theosophy in our own time. We are to receive all these messengers from Heaven so that the great teaching of wisdom may develop in the most manifold ways. The great Initiates were all in agreement, for they knew that each had a contribution to make and that all these contributions were to converge. Thus, each Rishi had his own special mission, but what the seven Rishis proclaimed individually merged into a single great message to humanity.

[ 21 ] Aber das, was geeignet war, harmonisch zusammenzuklingen, haben die Menschen in Disharmonien verändert. Die Söhne der Götter hatten den Menschen das gebracht, was sie jeder für sich ihnen zu geben hatten. Aber unter ihnen gab es einige, die sich mit dem menschlichen Egoismus verbanden, um die Harmonie zu stören. Und so wurde die Disharmonie immer größer und größer. Dieses geschah, als die Söhne der Götter an den Töchtern der Menschen Gefallen fanden. Mit anderen Worten: als die göttliche Weisheit hernieder auf die Erde stieg und sich mit dem menschlichen Egoismus verband. Wir müssen uns der Wahrheit nähern und uns durch die Liebe entwickeln.

[ 21 ] But what was meant to resonate harmoniously, humans have turned into disharmony. The sons of the gods had brought to humanity what each of them had to offer. But among them were some who allied themselves with human selfishness to disrupt the harmony. And so the disharmony grew ever greater. This happened when the sons of the gods took a liking to the daughters of men. In other words: when divine wisdom descended to Earth and joined forces with human selfishness. We must draw closer to the truth and develop ourselves through love.

[ 22 ] Nicht nur die Seelen, auch die Weltanschauungen müssen einander lieben. Der Christus hat den Impuls zu der großen Bruderschaft gegeben, die alle Menschen und alle Religionen vereinen soll. Wenn die menschliche Weisheit für die göttliche Weisheit geopfert worden ist, dann werden wir die Töchter der Götter wiederfinden, die geistige Weisheit. Dann werden die Söhne der Menschen sich zu den Töchtern der Götter erheben. Und damit beginnt die andere Hälfte der Erdenevolution. Der Christusimpuls ist die große einende und harmonisierende Kraft, die wir auf unser Seelenleben wirken lassen müssen. Nicht nur auf unseren Verstand, auch auf unser Gefühl müssen wir diesen Impuls wirken lassen, und dann werden wir fühlen, welche unendliche Wärme uns entgegenströmt, dann werden wir empfinden, wie sogar der tote Buchstabe die Kraft hat, den Impuls auf uns überzuführen, der von Golgatha sich über alle Welt ergossen hat, um die Menschheit immer höher und höher zu führen.

[ 22 ] Not only souls, but also worldviews must love one another. Christ provided the impetus for the great brotherhood that is to unite all people and all religions. When human wisdom has been sacrificed for divine wisdom, we will rediscover the daughters of the gods, spiritual wisdom. Then the sons of men will rise to become the daughters of the gods. And with that, the other half of Earth’s evolution begins. The Christ impulse is the great unifying and harmonizing force that we must allow to work upon our inner lives. We must allow this impulse to act not only on our intellect but also on our feelings, and then we will feel the infinite warmth flowing toward us; then we will sense how even the dead letter possesses the power to convey to us the impulse that has poured out from Golgotha over the entire world to lead humanity ever higher and higher.

[ 23 ] Durch die Theosophie und die Geisteswissenschaft sollen die Menschen die Evangelien immer besser verstehen. Und je tiefer wir in sie eindringen, desto mehr Wärme wird uns von dorther zuströmen. Nicht die Theorie, sondern das Gefühl ist das Wesentliche. Aber es ist vergebliche Liebe zu predigen, wenn die Menschen nicht durch die Geisteswissenschaft Weisheit bekommen, denn ohne Weisheit kann niemand zur Liebe kommen. Wie am Anfang der Zeiten die Göttersöhne herunterstiegen und sich mit den Töchtern der Erde verbanden, so sollen in der Vollendung der Zeiten die Menschensöhne die Göttersöhne wiederfinden und zu ihnen aufsteigen.

[ 23 ] Through theosophy and spiritual science, people are to gain an ever-deeper understanding of the Gospels. And the deeper we delve into them, the more warmth will flow to us from within them. It is not theory, but feeling that is essential. But it is futile to preach love if people do not gain wisdom through spiritual science, for without wisdom no one can attain love. Just as in the beginning of time the Sons of God descended and united with the daughters of the earth, so in the consummation of time the sons of man shall find the Sons of God again and ascend to them.

[ 24 ] [Der Aufstieg wird dann als die zweite Hälfte der Erdenmission erscheinen. Das Johannes-Evangelium hat die Kraft, uns den Impuls des Christus unmittelbar zu übermitteln. Desto mehr werden wir durchglüht werden von jenem Feuer im Geiste, von dem Christus sprach, [je mehr] wir das Johannes-Evangelium lesen.]

[ 24 ] [The Ascension will then appear as the second half of the Earth mission. The Gospel of John has the power to convey the impulse of Christ directly to us. The more we read the Gospel of John, the more we will be purified by that fire in the Spirit of which Christ spoke.]