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The Advent of Christ in the Ethereal World
GA 118

10 May 1910, Hanover

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11. Das kommende Äthersehen

11. The Coming of Etheric Vision

[ 1 ] Es wird in der heutigen Zeit vielfach die Frage aufgeworfen, warum gerade jetzt die geisteswissenschaftlichen Lehren verbreitet werden müssen, warum man früher, zum Beispiel vor 120 Jahren nichts davon gehört habe. So etwas geschah aber immer, nur in einer andern Form als heutzutage. Im 17. und 18. Jahrhundert drangen Lehren heraus aus kleinen Gesellschaften, die aber aus wohlerwogenen Gründen nicht von den Urhebern, sondern von andern Menschen aufgeschrieben wurden. Es sind nur spärliche Nachrichten, die aus den damaligen Geheimschulen herausdrangen. So findet man zum Beispiel noch heute Bücher, in deren vergilbten Blättern — vergilbt dem Äußeren nach — ganz wunderbare Dinge stehen. Ein solches Buch ist das von Goethe erwähnte «Aurea Catena Homeri». Was darinnen steht, wird von den heutigen Menschen, am meisten natürlich von den Aufgeklärtesten, für Phantasterei und Unsinn gehalten. Geht man aber mit den Mitteln der Geisteswissenschaft an diesen «Unsinn» heran, so steht da etwas ganz anderes. Da enthüllen sich dem, der sich hineinvertieft, die größten Geheimnisse. Früher konnten nur wenige, nur einzelne bis zu dieser Geheimwissenschaft vordringen, jetzt gibt es eine unbegrenzte Möglichkeit für alle, welche durch die Sehnsucht ihres Herzens dahin geführt werden. Woher kommt dies nun, und warum dürfen diese Geheimnisse gerade jetzt an die Öffentlichkeit gebracht werden?

[ 1 ] In this day and age, the question is often raised as to why the teachings of the humanities must be disseminated precisely now, and why nothing was heard of them in the past—for example, 120 years ago. But this has always been the case, only in a different form than today. In the 17th and 18th centuries, teachings emerged from small societies, but for well-considered reasons, they were not written down by their originators but by other people. Only sparse information found its way out of the secret schools of that time. For example, one can still find books today whose yellowed pages—yellowed on the outside—contain quite marvelous things. One such book is the “Aurea Catena Homeri” mentioned by Goethe. What is written within is regarded by people today—most of all, of course, by the most enlightened—as fantasy and nonsense. But if one approaches this “nonsense” with the tools of spiritual science, something quite different is revealed. There, the greatest secrets are unveiled to those who delve into it. In the past, only a few, only individuals, were able to penetrate this secret science; now there is an unlimited opportunity for all who are led there by the longing of their hearts. Where does this come from, and why may these secrets be brought to the public’s attention precisely now?

[ 2 ] Es gibt wohl kein Zeitalter, von dem nicht behauptet würde, es sei ein Übergangszeitalter. Mit mehr oder weniger Recht wird solches behauptet. Aber gerade von unserer heutigen Zeit, in welcher sich fundamentale Tatsachen abspielen, kann man mit Recht behaupten, sie sei ein Übergangszeitalter. Um die tiefen Grundlagen der Zeit zu verstehen, ist es notwendig, an bekannte Tatsachen anzuknüpfen. Wir gehen Zeiten entgegen, wo der Aufstieg zu den höheren Welten mit klarem, hellsichtigem Bewußtsein geschehen muß. 3101 vor Christus schied das alte Hellsehen der Atlantier dahin, und es kam die Zeit, wo der Mensch mit dem Verstande, der an das Gehirn gebunden ist, alle Dinge um ihn herum wahrnimmt. Diese Jahreszahl ist nun freilich nicht als eine absolute, sondern nur als Durchschnittszahl aufzufassen. Das hellsichtige Bewußtsein mußte der Menschheit für eine Zeitlang getrübt werden, damit sie dazu gelangte, den physischen Plan vollständig zu erobern. Es begann nun das kleine Kali Yuga oder das finstere Zeitalter, welches 5000 Jahre dauerte und 1899 abgelaufen war. Jetzt bereitet sich eine Zeit vor, in welcher es dem Menschen möglich sein wird, wiederum zarte hellseherische Fähigkeiten zu entfalten, auch ohne besondere Schulung. Schon um die Jahre 1930 bis 1950 wird es Menschen geben, die sagen werden: Ich sehe da um den Menschen herum etwas wie einen hellen Lichtstreif. — Andere wird es geben, die werden etwas wie ein Traumbild vor sich aufsteigen sehen mit einem merkwürdigen Inhalt. Haben diese Menschen eine Tat, eine Handlung begangen, so wird ihnen etwas erscheinen, was wie ein Bild in ihrer Seele aufsteigt. Dieses Bild zeigt ihnen, welche Handlung sie früher oder später zum Ausgleich dieser Tat vornehmen müssen. Nun kann es vorkommen, daß ein Mensch, in dem diese Fähigkeiten auftreten, einem Freunde davon erzählt, und dieser Freund wird ihm dann vielleicht sagen: Ja, es hat schon immer Menschen gegeben, die von dem, was du da siehst, etwas gewußt haben. Sie nennen es den «Ätherleib des Menschen», und was als Traumbild vor den Menschen auftritt, aufsteigt, das nennen sie «Karma».

[ 2 ] There is probably no era about which it has not been claimed that it is a transitional era. Such claims are made with varying degrees of justification. But especially regarding our present time, in which fundamental events are unfolding, one can rightly claim that it is a transitional age. To understand the deep foundations of the age, it is necessary to build upon known facts. We are heading toward times when the ascent to the higher worlds must take place with clear, clairvoyant consciousness. In 3101 B.C., the ancient clairvoyance of the Atlanteans passed away, and the time came when human beings perceived all things around them through the intellect, which is bound to the brain. This date, of course, should not be taken as an absolute figure, but only as an average. Humanity’s clairvoyant consciousness had to be clouded for a time so that it could fully master the physical plane. Thus began the Minor Kali Yuga, or the Dark Age, which lasted 5,000 years and ended in 1899. Now a time is approaching in which it will be possible for people to once again develop subtle clairvoyant abilities, even without special training. As early as the years 1930 to 1950, there will be people who will say: “I see something like a bright streak of light around the person.” — There will be others who will see something like a dream image rising before them with a strange content. If these people have committed an act, something will appear to them that rises like an image in their soul. This image shows them what action they must take sooner or later to make amends for that act. Now it may happen that a person in whom these abilities arise tells a friend about them, and this friend may then say to him: “Yes, there have always been people who knew something of what you are seeing there. They call it the ‘etheric body of the human being,’ and what appears before people as a dream image, rising up, they call ‘karma.’”

[ 3 ] Die Geisteswissenschaft mußte also auftreten, damit dieses Zeitalter des ätherischen Hellsehens nicht unbeachtet vorübergeht, welches die Zeit der Herrschaft des Denkens durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, ablöst. Und wie der Christus einen Vorläufer haben mußte, so mußte die Geisteswissenschaft erscheinen, um dies hellsichtige Zeitalter vorzubereiten. Nun kann allerdings etwas eintreten, was diese zarten Seelenfähigkeiten im Keim erstickt. Diese Gefahr besteht, wenn die Menschen auf die Lehren der Geisteswissenschaft nicht hören wollen, wenn sie sich ihnen verschließen. Dann wird man die Menschen, bei denen diese Fähigkeiten auftreten, Phantasten, Narren schelten, und wird sie ins Irrenhaus sperren. Manche Menschen werden selbst glauben, Halluzinationen gehabt zu haben, andere werden sich fürchten, darüber zu reden, um nicht ausgelacht und verspottet zu werden. Das kann dazu führen, daß diese auftretenden Seelenfähigkeiten totgetreten werden. Die klugen und aufgeklärten Leute jener Zeit — das «aufgeklärt» ist immer in Gänsefüßchen zu denken, aber wirklich in Gänsefüßchen, nicht in Anführungszeichen — werden dann sagen: Seht, da lebten früher einmal Menschen, die haben behauptet, in diesem Zeitalter, in diesem Zeitabschnitt gäbe es einmal Menschen mit besonderen Seelenfähigkeiten. Wo sind denn nun diese Menschen? Wir sehen ja nichts davon. — Aber deshalb ist die Prophetie der Geisteswissenschaft dennoch in Erfüllung gegangen. Es kann nur alles durch den überhandnehmenden Materialismus erstickt werden. Von den heutigen Seelen wird man Verständnis erwarten für jenes beginnende freiere, lichtere Zeitalter.

[ 3 ] Spiritual science therefore had to emerge so that this age of etheric clairvoyance—which is replacing the era of the intellect’s dominance, bound as it is to the brain—would not pass unnoticed. And just as Christ had to have a forerunner, so spiritual science had to appear to prepare for this clairvoyant age. Now, however, something may occur that nips these delicate soul faculties in the bud. This danger exists if people do not want to listen to the teachings of spiritual science, if they close themselves off from them. Then people in whom these abilities arise will be scolded as fantasists or fools, and will be locked up in the madhouse. Some people will themselves believe they have had hallucinations; others will be afraid to speak of it, lest they be laughed at and mocked. This can lead to these emerging soul abilities being trampled underfoot. The wise and enlightened people of that time—the word “enlightened” must always be thought of in quotation marks, but truly in quotation marks, not in single quotes—will then say: Look, there once lived people who claimed that in this age, in this period, there would be people with special soul abilities. Where, then, are these people now? We see nothing of the sort. — But that is precisely why the prophecy of spiritual science has nevertheless come true. It is simply that everything can be stifled by rampant materialism. From the souls of today, one will expect an understanding of that nascent, freer, and lighter age.

[ 4 ] Alles nun, was in der Welt geschieht, steht in Wechselwirkung. Der Mikrokosmos entspricht dem Makrokosmos. Werfen wir daher einen Blick auf die Vorgänge in der Welt, die mit uns in Beziehung stehen. Die Menschen sind so leicht zufrieden, wenn sie von einer Sache behaupten können, sie sei wahr. Für die Geisteswissenschaft kommt es aber weniger darauf an, immer zu betonen, daß eine Sache wahr ist, sondern es kommt darauf an, daß diese Wahrheit auch von Wichtigkeit ist, Es wird zum Beispiel so viel geredet und geschrieben von der Ähnlichkeit des Knochengerüstes zwischen Mensch und Tier. Das ist eine Wahrheit, gewiß, dagegen läßt sich nichts einwenden. Aber es gibt Wahrheiten, die viel, viel wichtiger sind. Das ist zum Beispiel eine Wahrheit, die jeder beobachten kann, die ganz einfach vor uns hintritt, die aber zusammenhängt mit einem großen kosmischen Ereignisse. Das ist die Wahrheit, daß der Mensch das einzige Wesen ist, das einen aufrechten Gang hat, das sich aufgerichtet hat. Bei der so oft erwähnten Ähnlichkeit der menschlichen Knochen mit denen des Affen ist doch der aufrechte Gang des Affen verpfuscht. Der Affe hat versucht, sich aufzurichten, aber er hat es nicht fertiggebracht. Sein aufrechter Gang ist eben verpfuscht. Der aufrechte Gang des Menschen steht nämlich in Zusammenhang mit Sonne und Erde, mit ihrem geistigen Aufeinanderwirken. Sonne und Erde mußten sich voneinander trennen, damit der Mensch sich aufrichten konnte. Das Tier ist erdgebunden, der Mensch aber hat sich aufgerichtet, sein Antlitz ist nach oben gekehrt. In der vertikalen Linie stellt er sich dar, er ist mit seinem aufrechten Gang eine Fortsetzung des Erdradius. Daß diese Wahrheit von Wichtigkeit ist, das müssen wir fühlen, fühlen lernen.

[ 4 ] Everything that happens in the world is interconnected. The microcosm corresponds to the macrocosm. Let us therefore take a look at the events in the world that are related to us. People are so easily satisfied when they can claim that something is true. For spiritual science, however, it is less important to always emphasize that something is true, but rather that this truth is also significant. For example, so much is said and written about the similarity of the skeletal structure between humans and animals. That is a truth, certainly; there is no objection to it. But there are truths that are far, far more important. This is, for example, a truth that anyone can observe, one that simply presents itself before us, yet is connected to a great cosmic event. It is the truth that the human being is the only creature that walks upright, that has raised itself up. Despite the often-mentioned similarity of human bones to those of the ape, the ape’s upright gait is, after all, a failure. The ape tried to raise itself up, but it did not succeed. Its upright gait is, in fact, a failure. For the upright gait of the human being is connected with the sun and the earth, with their spiritual interaction. The sun and the earth had to separate from one another so that the human being could raise himself up. The animal is earthbound, but the human being has raised himself up; his face is turned upward. He presents himself in a vertical line; with his upright gait, he is a continuation of the earth’s radius. We must feel—and learn to feel—that this truth is of importance.

[ 5 ] Auf einen andern wichtigen Fall von Entsprechung zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos sei noch hingewiesen. Der Mensch erscheint in seiner äußeren Gestalt entweder männlich oder weiblich. Aber es ist wohl zu beachten: Nur von dem Äußeren des Menschen, nicht von seinem inneren Wesen, nur von seinen äußeren Eigenschaften in einer Verkörperung soll die Rede sein jetzt. Welcher Gegensatz draußen im Makrokosmos entspricht denn nun dem, was sich uns als männlich und weiblich darstellt? — Um dies zu erklären, müssen wir einen Blick in den Weltenraum tun. Es sind nämlich stoffliche Substanzen vorhanden, die zurückgeblieben sind, nicht die Gesetze der Sonne und Erde angenommen haben, sondern auf der Mondenstufe stehengeblieben sind. Das Entgegengesetzte ist bei dem heutigen Monde der Fall, der ein Körper ist, der sich in der Entwickelung überstürzt hat. Infolgedessen verhärtete er sich zu stark. Er mußte vertrocknen, vereisen, indem er seine Bildungsstufe überschritt. Er ist ein mißratener zukünftiger Jupiterzustand. Das ist so, als ob im Leben das Kind die Bildung eines Greises haben wollte. So hat der Mond seine Kraft übersprungen, er ist zu weit gegangen, er hat sich tot gemacht. Im allgemeinen schwören die Menschen auf eine Wahrheit, die sie als abstrakten Satz annehmen; aber im Konkreten erscheint ihnen diese Wahrheit als eine Illusion. In allen theosophischen Büchern findet man den Ausspruch, daß die Welt eine Illusion sei, Maja. Jeder Theosoph erkennt ihn als Wahrheit an und hat ihn schon öfters ausgesprochen. Daß sowohl der männliche wie der weibliche Leib nur eine Illusion ist, das ist etwas, was sich verhält wie das Konkrete zum Abstrakten. Es ist Tatsache: Weder der männliche noch der weibliche Körper ist, mit Ausnahme des Kopfes, wahr. Die weibliche Gestalt ist nicht voll entwickelt, die männliche hat die Entwickelungsstufe überschritten. Es ist keine Mittellage da. Das Zurückbleiben des weiblichen und das Überschreiten des männlichen Leibes von der Mittellage der Entwickelung, das gibt also die unwahre Gestalt. Echte Künstler haben diesen Mangel immer gefühlt. Die Bekleidung entsprang einem erhabenen Gefühl für diese Tatsache. In den alten Priestergewändern sollte dargestellt werden, wie der menschliche Leib sein sollte. Nur Sinnenwesen konnten sich der Nacktkultur zuwenden, weil sie keinen höheren Ausdruck kennen als den Körper, den sie vor sich sehen.

[ 5 ] Another important instance of correspondence between the macrocosm and the microcosm should be noted. In their outward form, human beings appear either male or female. But it is important to note: We are speaking now only of the human being’s outward appearance, not of their inner being; only of their external characteristics in an incarnation. What contrast in the outer macrocosm corresponds to what appears to us as male and female? — To explain this, we must look out into the cosmos. For there are material substances that have remained behind, that have not adopted the laws of the Sun and Earth, but have remained at the lunar stage. The opposite is the case with the present-day Moon, which is a body that has rushed ahead in its development. As a result, it hardened too much. It had to dry up and freeze over by exceeding its stage of formation. It is a failed future state of Jupiter. This is as if, in life, a child wanted to have the form of an old man. Thus, the Moon has leaped over its own power; it has gone too far; it has killed itself. In general, people swear by a truth that they accept as an abstract proposition; but in concrete terms, this truth appears to them as an illusion. In all theosophical books one finds the statement that the world is an illusion, Maya. Every theosophist recognizes this as truth and has often uttered it. That both the male and the female body are merely an illusion is something that relates to the abstract as the concrete does. It is a fact: neither the male nor the female body is real, with the exception of the head. The female form is not fully developed; the male has passed the stage of development. There is no middle ground. The lagging behind of the female and the overshooting of the male body from the middle ground of development—this is what produces the unreal form. True artists have always sensed this deficiency. Clothing arose from a sublime sense of this fact. The ancient priestly vestments were intended to represent how the human body ought to be. Only sensual beings could turn to the cult of nudity, because they know no higher expression than the body they see before them.

[ 6 ] Es gibt also einen lunarischen Körper, den Mond, der über das Entwickelungsziel hinausgeschossen ist, und solche Körper, die auf einer früheren Stufe stehengeblieben sind. Die gibt es nämlich auch. Das sind die Kometen.

[ 6 ] So there is a lunar body, the Moon, which has gone beyond its evolutionary goal, and there are bodies that have remained at an earlier stage. Such bodies do indeed exist. These are the comets.

[ 7 ] Nun können Sie fragen: Was hat das mit Mann und Weib zu tun? Mond und Komet sind der kosmische Ausdruck von Mann und Weib. Der Komet brachte sich frühere Mondengesetze mit. Die Kometen erneuern also die alten Mondengesetze. Deshalb führen sie auch, wie das ja von der äußeren Wissenschaft vor kurzem erst festgestellt wurde, der Geheimwissenschaft aber schon lange bekannt war, Blausäure mit sich. Denn ebenso wie auf der Erde Kohlenstoff- und Sauerstoffverbindungen nötig sind, so waren auf dem alten Mond Zyanverbindungen erforderlich. Das führte ich schon 1906 auf dem Kongreß in Paris aus, in Gegenwart unseres damaligen Präsidenten Olcott und noch verschiedener anderer Zeugen.

[ 7 ] Now you may ask: What does this have to do with man and woman? The moon and the comet are the cosmic expressions of man and woman. The comet brought with it the laws of the moon from earlier times. Comets thus renew the ancient laws of the moon. That is why they also carry hydrocyanic acid, as was only recently established by conventional science but has long been known to esoteric science. For just as carbon and oxygen compounds are necessary on Earth, so were cyanide compounds necessary on the ancient Moon. I explained this as early as 1906 at the Congress in Paris, in the presence of our then-President Olcott and various other witnesses.

[ 8 ] Weil die Frau in der Entwickelung zurückgeblieben ist, hat sich ihr Stoffliches auch weicher und biegsamer erhalten, ist nicht so materiell geworden. Das Gehirn kann leichter vom Geiste aus regiert werden, während der Mann, der in der Entwickelung vorausgeeilt ist, Schwierigkeiten hat, die starre Materie, die dichteren Gehirnkräfte zu überwinden. Deshalb sind die Frauen empfänglicher für alle neuen Ideen, die Seele bemächtigt sich ihrer, und sie können ihre Gedanken leichter durch das Gehirn dirigieren, der Mann setzt seine zähen Gehirnteilchen nicht leicht in Tätigkeit. Daher hat es zum Beispiel auch seine volle Berechtigung, daß in der Theosophischen Gesellschaft mehr Frauen als Männer sind, was von manchen Seiten zwar öfter als Mißstand beklagt worden ist. Aber jenen Männern, welche sich so sehr davor fürchten, in einer späteren Verkörperung als Frau wieder zu erscheinen, mag von diesem Gesichtspunkte aus dieser Gedanke etwas erträglicher werden.

[ 8 ] Because women have lagged behind in evolution, their physical nature has remained softer and more pliable; it has not become as materialistic. The brain can be more easily governed by the spirit, whereas men, who have raced ahead in evolution, have difficulty overcoming the rigid matter and the denser brain forces. That is why women are more receptive to all new ideas; the soul takes hold of them, and they can more easily direct their thoughts through the brain, whereas men do not easily set their tough brain particles into motion. Hence, for example, it is entirely justified that there are more women than men in the Theosophical Society, a fact that has often been lamented as a shortcoming by some quarters. But for those men who fear so much the prospect of reappearing as a woman in a later incarnation, this thought may become somewhat more bearable from this perspective.

[ 9 ] Nun wollen wir das Gesetz der Entsprechung von Makrokosmos und Mikrokosmos, der kleinen und der großen Welt, noch auf eine andere wichtige Tatsache anwenden. Wie wir im gewöhnlichen Leben dem Trott des Tages folgen, schlafen gehen, wieder erwachen, unseren gewöhnlichen Verrichtungen nachgehen, so ist es wiederum im Weltenraum der Fall. Auch da geht alles seinen gewohnten Gang, es wiederholt sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in regelmäßigen Zwischenräumen. Wie nun in einer Familie dieser Trott des Tages unterbrochen wird, wenn in der Familie ein Kind erscheint, wie dadurch ein ganz neuer Impuls kommt, wenn ein neues Geistiges ins Erdendasein tritt, so wirkt das Erscheinen eines neuen Weltenkörpers, wie des Kometen, im Weltenraum. Alles Stoffliche ist der Ausdruck eines Geistigen, und die Geheimwissenschaft kann angeben, was dahintersteht. Die Art und Weise, wie die äußere Wissenschaft sich mit den Kometen beschäftigt, ist zu vergleichen mit der Betrachtung der Sixtinischen Madonna durch eine Fliege. Diese Fliege, wenn sie über die Madonna kriecht, sie sieht auch die Farben, sie sieht, daß an einer Stelle eine rote Farbe ist, an der andern eine blaue, aber weiter sieht sie auch nichts. Diese Fliegenwissenschaft — das Wort ist natürlich nur in bezug auf das eben Gesagte anzuwenden —, sie weiß nichts von den inneren Gesetzmäßigkeiten, von denen die Kometen ein äußeres Zeichen sind. Der Halleysche Komet hat ganz besonders die Tendenz, die Menschen noch mehr in den Materialismus hineinzutreiben. Ohne den Halleyschen Kometen wären die Bücher der Enzyklopädisten nicht erschienen, hätte es nach 1835 keine Schriften von Moleschott und Büchner gegeben. Jetzt eben erscheint das verhängnisvolle Zeichen wieder, und wenn die Menschen die Lehren der Geisteswissenschaft nicht hören und das, was durch sie geboten wird, nicht benützen, wird das Geistige totgetreten werden.

[ 9 ] Now let us apply the law of correspondence between the macrocosm and the microcosm—the small world and the great world—to another important fact. Just as we follow the daily routine in ordinary life—going to sleep, waking up again, and going about our usual tasks—so it is in the cosmos. There, too, everything follows its usual course; sunrise and sunset repeat themselves at regular intervals. Just as this daily routine is interrupted in a family when a child is born—just as a completely new impulse arises when a new spiritual being enters earthly existence—so does the appearance of a new celestial body, such as a comet, have an effect in the cosmos. All material things are the expression of a spiritual reality, and esoteric science can reveal what lies behind them. The way in which conventional science deals with comets can be compared to a fly’s view of the Sistine Madonna. This fly, as it crawls over the Madonna, sees the colors; it sees that there is red in one place and blue in another, but beyond that it sees nothing. This “fly science”—the term is, of course, to be applied only in relation to what has just been said—knows nothing of the inner laws of which comets are an outward sign. Halley’s Comet has a particular tendency to drive people even further into materialism. Without Halley’s Comet, the encyclopedists’ books would not have been published, and there would have been no writings by Moleschott and Büchner after 1835. Now this fateful sign is appearing again, and if people do not heed the teachings of spiritual science and do not make use of what is offered through them, the spiritual will be trampled underfoot.

[ 10 ] Nun gibt es aber noch ein anderes, bedeutungsvolles Zeichen, das es der Menschheit möglich macht, dem verderblichen Einfluß der Kometen nicht zu unterliegen, und dessen Kräfte stärker sind als die der Kometen. Das ist das Frühlingszeichen der Fische, in dem wir seit einigen Jahrhunderten stehen, während zur Zeit Christi der Frühlingspunkt im Sternbild des Widders war. So sind wir eingetreten in dieses Zeichen geistiger Kräfte, die uns hinauftragen werden, daß wir durch ihr Verständnis die Fähigkeiten entwickeln werden, zu denen wir in diesem Zeitalter der Fische gelangen können.

[ 10 ] However, there is another significant sign that enables humanity to avoid succumbing to the destructive influence of comets, and whose powers are stronger than those of the comets. This is the spring sign of Pisces, in which we have been for several centuries, whereas at the time of Christ the vernal equinox was in the constellation of Aries. Thus we have entered this sign of spiritual forces that will lift us up, so that through our understanding of them we may develop the abilities we can attain in this Age of Pisces.

[ 11 ] Der Mensch erhebt sich erst zu wahrer Menschenwürde, wenn er aus der Tiefe heraus die Zusammenhänge der geistigen Grundlagen begreift. Die Menschen sollen nicht so blind an dem vorbeilaufen, was ihnen die Himmelszeichen zu sagen haben. Weisheit soll ihr Zusammenleben im Kleinen und Großen durchglühen und durchleuchten. Sie können sich ein Beispiel an dem weisheitsvollen System eines Ameisenhaufens nehmen. Da hat das Ganze einen Sinn. Jede Ameise fühlt sich als das Glied eines Ganzen, während die Menschen ihr Zusammenleben nach dem regeln, was ihnen allein nützlich ist, nützlich erscheint. Sie rennen durcheinander ohne Sinn und Verstand. Das menschliche Leben ist wirklich vielfach Unsinn. Wenn der Mensch sich in eine innere Gesetzmäßigkeit hineinstellt, macht er sich reif für das, was als dritte Tatsache hingestellt werden soll. Es ist die Möglichkeit gegeben, mit den neuerwachten Fähigkeiten hinauszuschauen in das Ätherische. Da wird die Seele sehen, was Paulus einst sah: sie wird schauen den Christus im Ätherleib. Ohne Bücher und Dokumente steht dieses große Ereignis, das Wiedererscheinen des Christus da für die, welche sich würdig darauf vorbereiten. Und es ist die Pflicht der Anthroposophie, dieses zu verkündigen. Es gibt Menschen, welche ahnen, daß wir das finstere Zeitalter überwunden haben und einem lichteren Zeitalter entgegengehen. Die Anthroposophen haben bewußt diesen Weg zu beschreiten. Die Anthroposophie hat ihre Früchte hineinzutragen in die Menschheit, um die Seelen fähig zu machen, sich mit dem Christus zu vereinigen, und es macht keinen Unterschied, ob sie noch im physischen Leibe verkörpert sind oder ihn abgelegt haben, denn er ist zu den Toten ebensogut herabgestiegen, wie zu den Lebenden, und so wird das große, gewaltige Ereignis, das Erscheinen des Christus im Ätherischen, Bedeutung haben für alle Welten.

[ 11 ] Human beings attain true human dignity only when they grasp, from the depths of their being, the interconnections of spiritual foundations. People should not blindly ignore what the signs in the heavens have to tell them. Wisdom should permeate and illuminate their coexistence in both small and large matters. They can take a cue from the wise system of an anthill. There, the whole has a purpose. Every ant feels itself to be a part of a whole, while humans organize their coexistence according to what is useful to them alone, or what appears useful. They run about in confusion without sense or reason. Human life is truly, in many ways, nonsense. When a person attunes themselves to an inner order, they become ready for what is to be presented as the third fact. The opportunity is given to look out into the etheric realm with newly awakened faculties. There the soul will see what Paul once saw: it will behold the Christ in the etheric body. Without books or documents, this great event—the reappearance of the Christ—stands ready for those who prepare themselves worthily for it. And it is the duty of anthroposophy to proclaim this. There are people who sense that we have overcome the dark age and are moving toward a brighter age. Anthroposophists must consciously tread this path. Anthroposophy must bear its fruits into humanity to enable souls to unite with the Christ, and it makes no difference whether they are still incarnated in the physical body or have shed it, for He has descended to the dead just as much as to the living, and thus the great, momentous event—the appearance of the Christ in the etheric—will have significance for all worlds.