Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

The Advent of Christ in the Ethereal World
GA 118

10 May 1910, Hanover

Translate the original German text into any language:

11. Das kommende Äthersehen

11. Das kommende Äthersehen

[ 1 ] Es wird in der heutigen Zeit vielfach die Frage aufgeworfen, warum gerade jetzt die geisteswissenschaftlichen Lehren verbreitet werden müssen, warum man früher, zum Beispiel vor 120 Jahren nichts davon gehört habe. So etwas geschah aber immer, nur in einer andern Form als heutzutage. Im 17. und 18. Jahrhundert drangen Lehren heraus aus kleinen Gesellschaften, die aber aus wohlerwogenen Gründen nicht von den Urhebern, sondern von andern Menschen aufgeschrieben wurden. Es sind nur spärliche Nachrichten, die aus den damaligen Geheimschulen herausdrangen. So findet man zum Beispiel noch heute Bücher, in deren vergilbten Blättern — vergilbt dem Äußeren nach — ganz wunderbare Dinge stehen. Ein solches Buch ist das von Goethe erwähnte «Aurea Catena Homeri». Was darinnen steht, wird von den heutigen Menschen, am meisten natürlich von den Aufgeklärtesten, für Phantasterei und Unsinn gehalten. Geht man aber mit den Mitteln der Geisteswissenschaft an diesen «Unsinn» heran, so steht da etwas ganz anderes. Da enthüllen sich dem, der sich hineinvertieft, die größten Geheimnisse. Früher konnten nur wenige, nur einzelne bis zu dieser Geheimwissenschaft vordringen, jetzt gibt es eine unbegrenzte Möglichkeit für alle, welche durch die Sehnsucht ihres Herzens dahin geführt werden. Woher kommt dies nun, und warum dürfen diese Geheimnisse gerade jetzt an die Öffentlichkeit gebracht werden?

[ 1 ] Es wird in der heutigen Zeit vielfach die Frage aufgeworfen, warum gerade jetzt die geisteswissenschaftlichen Lehren verbreitet werden müssen, warum man früher, zum Beispiel vor 120 Jahren nichts davon gehört habe. So etwas geschah aber immer, nur in einer andern Form als heutzutage. Im 17. und 18. Jahrhundert drangen Lehren heraus aus kleinen Gesellschaften, die aber aus wohlerwogenen Gründen nicht von den Urhebern, sondern von andern Menschen aufgeschrieben wurden. Es sind nur spärliche Nachrichten, die aus den damaligen Geheimschulen herausdrangen. So findet man zum Beispiel noch heute Bücher, in deren vergilbten Blättern — vergilbt dem Äußeren nach — ganz wunderbare Dinge stehen. Ein solches Buch ist das von Goethe erwähnte «Aurea Catena Homeri». Was darinnen steht, wird von den heutigen Menschen, am meisten natürlich von den Aufgeklärtesten, für Phantasterei und Unsinn gehalten. Geht man aber mit den Mitteln der Geisteswissenschaft an diesen «Unsinn» heran, so steht da etwas ganz anderes. Da enthüllen sich dem, der sich hineinvertieft, die größten Geheimnisse. Früher konnten nur wenige, nur einzelne bis zu dieser Geheimwissenschaft vordringen, jetzt gibt es eine unbegrenzte Möglichkeit für alle, welche durch die Sehnsucht ihres Herzens dahin geführt werden. Woher kommt dies nun, und warum dürfen diese Geheimnisse gerade jetzt an die Öffentlichkeit gebracht werden?

[ 2 ] Es gibt wohl kein Zeitalter, von dem nicht behauptet würde, es sei ein Übergangszeitalter. Mit mehr oder weniger Recht wird solches behauptet. Aber gerade von unserer heutigen Zeit, in welcher sich fundamentale Tatsachen abspielen, kann man mit Recht behaupten, sie sei ein Übergangszeitalter. Um die tiefen Grundlagen der Zeit zu verstehen, ist es notwendig, an bekannte Tatsachen anzuknüpfen. Wir gehen Zeiten entgegen, wo der Aufstieg zu den höheren Welten mit klarem, hellsichtigem Bewußtsein geschehen muß. 3101 vor Christus schied das alte Hellsehen der Atlantier dahin, und es kam die Zeit, wo der Mensch mit dem Verstande, der an das Gehirn gebunden ist, alle Dinge um ihn herum wahrnimmt. Diese Jahreszahl ist nun freilich nicht als eine absolute, sondern nur als Durchschnittszahl aufzufassen. Das hellsichtige Bewußtsein mußte der Menschheit für eine Zeitlang getrübt werden, damit sie dazu gelangte, den physischen Plan vollständig zu erobern. Es begann nun das kleine Kali Yuga oder das finstere Zeitalter, welches 5000 Jahre dauerte und 1899 abgelaufen war. Jetzt bereitet sich eine Zeit vor, in welcher es dem Menschen möglich sein wird, wiederum zarte hellseherische Fähigkeiten zu entfalten, auch ohne besondere Schulung. Schon um die Jahre 1930 bis 1950 wird es Menschen geben, die sagen werden: Ich sehe da um den Menschen herum etwas wie einen hellen Lichtstreif. — Andere wird es geben, die werden etwas wie ein Traumbild vor sich aufsteigen sehen mit einem merkwürdigen Inhalt. Haben diese Menschen eine Tat, eine Handlung begangen, so wird ihnen etwas erscheinen, was wie ein Bild in ihrer Seele aufsteigt. Dieses Bild zeigt ihnen, welche Handlung sie früher oder später zum Ausgleich dieser Tat vornehmen müssen. Nun kann es vorkommen, daß ein Mensch, in dem diese Fähigkeiten auftreten, einem Freunde davon erzählt, und dieser Freund wird ihm dann vielleicht sagen: Ja, es hat schon immer Menschen gegeben, die von dem, was du da siehst, etwas gewußt haben. Sie nennen es den «Ätherleib des Menschen», und was als Traumbild vor den Menschen auftritt, aufsteigt, das nennen sie «Karma».

[ 2 ] Es gibt wohl kein Zeitalter, von dem nicht behauptet würde, es sei ein Übergangszeitalter. Mit mehr oder weniger Recht wird solches behauptet. Aber gerade von unserer heutigen Zeit, in welcher sich fundamentale Tatsachen abspielen, kann man mit Recht behaupten, sie sei ein Übergangszeitalter. Um die tiefen Grundlagen der Zeit zu verstehen, ist es notwendig, an bekannte Tatsachen anzuknüpfen. Wir gehen Zeiten entgegen, wo der Aufstieg zu den höheren Welten mit klarem, hellsichtigem Bewußtsein geschehen muß. 3101 vor Christus schied das alte Hellsehen der Atlantier dahin, und es kam die Zeit, wo der Mensch mit dem Verstande, der an das Gehirn gebunden ist, alle Dinge um ihn herum wahrnimmt. Diese Jahreszahl ist nun freilich nicht als eine absolute, sondern nur als Durchschnittszahl aufzufassen. Das hellsichtige Bewußtsein mußte der Menschheit für eine Zeitlang getrübt werden, damit sie dazu gelangte, den physischen Plan vollständig zu erobern. Es begann nun das kleine Kali Yuga oder das finstere Zeitalter, welches 5000 Jahre dauerte und 1899 abgelaufen war. Jetzt bereitet sich eine Zeit vor, in welcher es dem Menschen möglich sein wird, wiederum zarte hellseherische Fähigkeiten zu entfalten, auch ohne besondere Schulung. Schon um die Jahre 1930 bis 1950 wird es Menschen geben, die sagen werden: Ich sehe da um den Menschen herum etwas wie einen hellen Lichtstreif. — Andere wird es geben, die werden etwas wie ein Traumbild vor sich aufsteigen sehen mit einem merkwürdigen Inhalt. Haben diese Menschen eine Tat, eine Handlung begangen, so wird ihnen etwas erscheinen, was wie ein Bild in ihrer Seele aufsteigt. Dieses Bild zeigt ihnen, welche Handlung sie früher oder später zum Ausgleich dieser Tat vornehmen müssen. Nun kann es vorkommen, daß ein Mensch, in dem diese Fähigkeiten auftreten, einem Freunde davon erzählt, und dieser Freund wird ihm dann vielleicht sagen: Ja, es hat schon immer Menschen gegeben, die von dem, was du da siehst, etwas gewußt haben. Sie nennen es den «Ätherleib des Menschen», und was als Traumbild vor den Menschen auftritt, aufsteigt, das nennen sie «Karma».

[ 3 ] Die Geisteswissenschaft mußte also auftreten, damit dieses Zeitalter des ätherischen Hellsehens nicht unbeachtet vorübergeht, welches die Zeit der Herrschaft des Denkens durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, ablöst. Und wie der Christus einen Vorläufer haben mußte, so mußte die Geisteswissenschaft erscheinen, um dies hellsichtige Zeitalter vorzubereiten. Nun kann allerdings etwas eintreten, was diese zarten Seelenfähigkeiten im Keim erstickt. Diese Gefahr besteht, wenn die Menschen auf die Lehren der Geisteswissenschaft nicht hören wollen, wenn sie sich ihnen verschließen. Dann wird man die Menschen, bei denen diese Fähigkeiten auftreten, Phantasten, Narren schelten, und wird sie ins Irrenhaus sperren. Manche Menschen werden selbst glauben, Halluzinationen gehabt zu haben, andere werden sich fürchten, darüber zu reden, um nicht ausgelacht und verspottet zu werden. Das kann dazu führen, daß diese auftretenden Seelenfähigkeiten totgetreten werden. Die klugen und aufgeklärten Leute jener Zeit — das «aufgeklärt» ist immer in Gänsefüßchen zu denken, aber wirklich in Gänsefüßchen, nicht in Anführungszeichen — werden dann sagen: Seht, da lebten früher einmal Menschen, die haben behauptet, in diesem Zeitalter, in diesem Zeitabschnitt gäbe es einmal Menschen mit besonderen Seelenfähigkeiten. Wo sind denn nun diese Menschen? Wir sehen ja nichts davon. — Aber deshalb ist die Prophetie der Geisteswissenschaft dennoch in Erfüllung gegangen. Es kann nur alles durch den überhandnehmenden Materialismus erstickt werden. Von den heutigen Seelen wird man Verständnis erwarten für jenes beginnende freiere, lichtere Zeitalter.

[ 3 ] Die Geisteswissenschaft mußte also auftreten, damit dieses Zeitalter des ätherischen Hellsehens nicht unbeachtet vorübergeht, welches die Zeit der Herrschaft des Denkens durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, ablöst. Und wie der Christus einen Vorläufer haben mußte, so mußte die Geisteswissenschaft erscheinen, um dies hellsichtige Zeitalter vorzubereiten. Nun kann allerdings etwas eintreten, was diese zarten Seelenfähigkeiten im Keim erstickt. Diese Gefahr besteht, wenn die Menschen auf die Lehren der Geisteswissenschaft nicht hören wollen, wenn sie sich ihnen verschließen. Dann wird man die Menschen, bei denen diese Fähigkeiten auftreten, Phantasten, Narren schelten, und wird sie ins Irrenhaus sperren. Manche Menschen werden selbst glauben, Halluzinationen gehabt zu haben, andere werden sich fürchten, darüber zu reden, um nicht ausgelacht und verspottet zu werden. Das kann dazu führen, daß diese auftretenden Seelenfähigkeiten totgetreten werden. Die klugen und aufgeklärten Leute jener Zeit — das «aufgeklärt» ist immer in Gänsefüßchen zu denken, aber wirklich in Gänsefüßchen, nicht in Anführungszeichen — werden dann sagen: Seht, da lebten früher einmal Menschen, die haben behauptet, in diesem Zeitalter, in diesem Zeitabschnitt gäbe es einmal Menschen mit besonderen Seelenfähigkeiten. Wo sind denn nun diese Menschen? Wir sehen ja nichts davon. — Aber deshalb ist die Prophetie der Geisteswissenschaft dennoch in Erfüllung gegangen. Es kann nur alles durch den überhandnehmenden Materialismus erstickt werden. Von den heutigen Seelen wird man Verständnis erwarten für jenes beginnende freiere, lichtere Zeitalter.

[ 4 ] Alles nun, was in der Welt geschieht, steht in Wechselwirkung. Der Mikrokosmos entspricht dem Makrokosmos. Werfen wir daher einen Blick auf die Vorgänge in der Welt, die mit uns in Beziehung stehen. Die Menschen sind so leicht zufrieden, wenn sie von einer Sache behaupten können, sie sei wahr. Für die Geisteswissenschaft kommt es aber weniger darauf an, immer zu betonen, daß eine Sache wahr ist, sondern es kommt darauf an, daß diese Wahrheit auch von Wichtigkeit ist, Es wird zum Beispiel so viel geredet und geschrieben von der Ähnlichkeit des Knochengerüstes zwischen Mensch und Tier. Das ist eine Wahrheit, gewiß, dagegen läßt sich nichts einwenden. Aber es gibt Wahrheiten, die viel, viel wichtiger sind. Das ist zum Beispiel eine Wahrheit, die jeder beobachten kann, die ganz einfach vor uns hintritt, die aber zusammenhängt mit einem großen kosmischen Ereignisse. Das ist die Wahrheit, daß der Mensch das einzige Wesen ist, das einen aufrechten Gang hat, das sich aufgerichtet hat. Bei der so oft erwähnten Ähnlichkeit der menschlichen Knochen mit denen des Affen ist doch der aufrechte Gang des Affen verpfuscht. Der Affe hat versucht, sich aufzurichten, aber er hat es nicht fertiggebracht. Sein aufrechter Gang ist eben verpfuscht. Der aufrechte Gang des Menschen steht nämlich in Zusammenhang mit Sonne und Erde, mit ihrem geistigen Aufeinanderwirken. Sonne und Erde mußten sich voneinander trennen, damit der Mensch sich aufrichten konnte. Das Tier ist erdgebunden, der Mensch aber hat sich aufgerichtet, sein Antlitz ist nach oben gekehrt. In der vertikalen Linie stellt er sich dar, er ist mit seinem aufrechten Gang eine Fortsetzung des Erdradius. Daß diese Wahrheit von Wichtigkeit ist, das müssen wir fühlen, fühlen lernen.

[ 4 ] Alles nun, was in der Welt geschieht, steht in Wechselwirkung. Der Mikrokosmos entspricht dem Makrokosmos. Werfen wir daher einen Blick auf die Vorgänge in der Welt, die mit uns in Beziehung stehen. Die Menschen sind so leicht zufrieden, wenn sie von einer Sache behaupten können, sie sei wahr. Für die Geisteswissenschaft kommt es aber weniger darauf an, immer zu betonen, daß eine Sache wahr ist, sondern es kommt darauf an, daß diese Wahrheit auch von Wichtigkeit ist, Es wird zum Beispiel so viel geredet und geschrieben von der Ähnlichkeit des Knochengerüstes zwischen Mensch und Tier. Das ist eine Wahrheit, gewiß, dagegen läßt sich nichts einwenden. Aber es gibt Wahrheiten, die viel, viel wichtiger sind. Das ist zum Beispiel eine Wahrheit, die jeder beobachten kann, die ganz einfach vor uns hintritt, die aber zusammenhängt mit einem großen kosmischen Ereignisse. Das ist die Wahrheit, daß der Mensch das einzige Wesen ist, das einen aufrechten Gang hat, das sich aufgerichtet hat. Bei der so oft erwähnten Ähnlichkeit der menschlichen Knochen mit denen des Affen ist doch der aufrechte Gang des Affen verpfuscht. Der Affe hat versucht, sich aufzurichten, aber er hat es nicht fertiggebracht. Sein aufrechter Gang ist eben verpfuscht. Der aufrechte Gang des Menschen steht nämlich in Zusammenhang mit Sonne und Erde, mit ihrem geistigen Aufeinanderwirken. Sonne und Erde mußten sich voneinander trennen, damit der Mensch sich aufrichten konnte. Das Tier ist erdgebunden, der Mensch aber hat sich aufgerichtet, sein Antlitz ist nach oben gekehrt. In der vertikalen Linie stellt er sich dar, er ist mit seinem aufrechten Gang eine Fortsetzung des Erdradius. Daß diese Wahrheit von Wichtigkeit ist, das müssen wir fühlen, fühlen lernen.

[ 5 ] Auf einen andern wichtigen Fall von Entsprechung zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos sei noch hingewiesen. Der Mensch erscheint in seiner äußeren Gestalt entweder männlich oder weiblich. Aber es ist wohl zu beachten: Nur von dem Äußeren des Menschen, nicht von seinem inneren Wesen, nur von seinen äußeren Eigenschaften in einer Verkörperung soll die Rede sein jetzt. Welcher Gegensatz draußen im Makrokosmos entspricht denn nun dem, was sich uns als männlich und weiblich darstellt? — Um dies zu erklären, müssen wir einen Blick in den Weltenraum tun. Es sind nämlich stoffliche Substanzen vorhanden, die zurückgeblieben sind, nicht die Gesetze der Sonne und Erde angenommen haben, sondern auf der Mondenstufe stehengeblieben sind. Das Entgegengesetzte ist bei dem heutigen Monde der Fall, der ein Körper ist, der sich in der Entwickelung überstürzt hat. Infolgedessen verhärtete er sich zu stark. Er mußte vertrocknen, vereisen, indem er seine Bildungsstufe überschritt. Er ist ein mißratener zukünftiger Jupiterzustand. Das ist so, als ob im Leben das Kind die Bildung eines Greises haben wollte. So hat der Mond seine Kraft übersprungen, er ist zu weit gegangen, er hat sich tot gemacht. Im allgemeinen schwören die Menschen auf eine Wahrheit, die sie als abstrakten Satz annehmen; aber im Konkreten erscheint ihnen diese Wahrheit als eine Illusion. In allen theosophischen Büchern findet man den Ausspruch, daß die Welt eine Illusion sei, Maja. Jeder Theosoph erkennt ihn als Wahrheit an und hat ihn schon öfters ausgesprochen. Daß sowohl der männliche wie der weibliche Leib nur eine Illusion ist, das ist etwas, was sich verhält wie das Konkrete zum Abstrakten. Es ist Tatsache: Weder der männliche noch der weibliche Körper ist, mit Ausnahme des Kopfes, wahr. Die weibliche Gestalt ist nicht voll entwickelt, die männliche hat die Entwickelungsstufe überschritten. Es ist keine Mittellage da. Das Zurückbleiben des weiblichen und das Überschreiten des männlichen Leibes von der Mittellage der Entwickelung, das gibt also die unwahre Gestalt. Echte Künstler haben diesen Mangel immer gefühlt. Die Bekleidung entsprang einem erhabenen Gefühl für diese Tatsache. In den alten Priestergewändern sollte dargestellt werden, wie der menschliche Leib sein sollte. Nur Sinnenwesen konnten sich der Nacktkultur zuwenden, weil sie keinen höheren Ausdruck kennen als den Körper, den sie vor sich sehen.

[ 5 ] Auf einen andern wichtigen Fall von Entsprechung zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos sei noch hingewiesen. Der Mensch erscheint in seiner äußeren Gestalt entweder männlich oder weiblich. Aber es ist wohl zu beachten: Nur von dem Äußeren des Menschen, nicht von seinem inneren Wesen, nur von seinen äußeren Eigenschaften in einer Verkörperung soll die Rede sein jetzt. Welcher Gegensatz draußen im Makrokosmos entspricht denn nun dem, was sich uns als männlich und weiblich darstellt? — Um dies zu erklären, müssen wir einen Blick in den Weltenraum tun. Es sind nämlich stoffliche Substanzen vorhanden, die zurückgeblieben sind, nicht die Gesetze der Sonne und Erde angenommen haben, sondern auf der Mondenstufe stehengeblieben sind. Das Entgegengesetzte ist bei dem heutigen Monde der Fall, der ein Körper ist, der sich in der Entwickelung überstürzt hat. Infolgedessen verhärtete er sich zu stark. Er mußte vertrocknen, vereisen, indem er seine Bildungsstufe überschritt. Er ist ein mißratener zukünftiger Jupiterzustand. Das ist so, als ob im Leben das Kind die Bildung eines Greises haben wollte. So hat der Mond seine Kraft übersprungen, er ist zu weit gegangen, er hat sich tot gemacht. Im allgemeinen schwören die Menschen auf eine Wahrheit, die sie als abstrakten Satz annehmen; aber im Konkreten erscheint ihnen diese Wahrheit als eine Illusion. In allen theosophischen Büchern findet man den Ausspruch, daß die Welt eine Illusion sei, Maja. Jeder Theosoph erkennt ihn als Wahrheit an und hat ihn schon öfters ausgesprochen. Daß sowohl der männliche wie der weibliche Leib nur eine Illusion ist, das ist etwas, was sich verhält wie das Konkrete zum Abstrakten. Es ist Tatsache: Weder der männliche noch der weibliche Körper ist, mit Ausnahme des Kopfes, wahr. Die weibliche Gestalt ist nicht voll entwickelt, die männliche hat die Entwickelungsstufe überschritten. Es ist keine Mittellage da. Das Zurückbleiben des weiblichen und das Überschreiten des männlichen Leibes von der Mittellage der Entwickelung, das gibt also die unwahre Gestalt. Echte Künstler haben diesen Mangel immer gefühlt. Die Bekleidung entsprang einem erhabenen Gefühl für diese Tatsache. In den alten Priestergewändern sollte dargestellt werden, wie der menschliche Leib sein sollte. Nur Sinnenwesen konnten sich der Nacktkultur zuwenden, weil sie keinen höheren Ausdruck kennen als den Körper, den sie vor sich sehen.

[ 6 ] Es gibt also einen lunarischen Körper, den Mond, der über das Entwickelungsziel hinausgeschossen ist, und solche Körper, die auf einer früheren Stufe stehengeblieben sind. Die gibt es nämlich auch. Das sind die Kometen.

[ 6 ] Es gibt also einen lunarischen Körper, den Mond, der über das Entwickelungsziel hinausgeschossen ist, und solche Körper, die auf einer früheren Stufe stehengeblieben sind. Die gibt es nämlich auch. Das sind die Kometen.

[ 7 ] Nun können Sie fragen: Was hat das mit Mann und Weib zu tun? Mond und Komet sind der kosmische Ausdruck von Mann und Weib. Der Komet brachte sich frühere Mondengesetze mit. Die Kometen erneuern also die alten Mondengesetze. Deshalb führen sie auch, wie das ja von der äußeren Wissenschaft vor kurzem erst festgestellt wurde, der Geheimwissenschaft aber schon lange bekannt war, Blausäure mit sich. Denn ebenso wie auf der Erde Kohlenstoff- und Sauerstoffverbindungen nötig sind, so waren auf dem alten Mond Zyanverbindungen erforderlich. Das führte ich schon 1906 auf dem Kongreß in Paris aus, in Gegenwart unseres damaligen Präsidenten Olcott und noch verschiedener anderer Zeugen.

[ 7 ] Nun können Sie fragen: Was hat das mit Mann und Weib zu tun? Mond und Komet sind der kosmische Ausdruck von Mann und Weib. Der Komet brachte sich frühere Mondengesetze mit. Die Kometen erneuern also die alten Mondengesetze. Deshalb führen sie auch, wie das ja von der äußeren Wissenschaft vor kurzem erst festgestellt wurde, der Geheimwissenschaft aber schon lange bekannt war, Blausäure mit sich. Denn ebenso wie auf der Erde Kohlenstoff- und Sauerstoffverbindungen nötig sind, so waren auf dem alten Mond Zyanverbindungen erforderlich. Das führte ich schon 1906 auf dem Kongreß in Paris aus, in Gegenwart unseres damaligen Präsidenten Olcott und noch verschiedener anderer Zeugen.

[ 8 ] Weil die Frau in der Entwickelung zurückgeblieben ist, hat sich ihr Stoffliches auch weicher und biegsamer erhalten, ist nicht so materiell geworden. Das Gehirn kann leichter vom Geiste aus regiert werden, während der Mann, der in der Entwickelung vorausgeeilt ist, Schwierigkeiten hat, die starre Materie, die dichteren Gehirnkräfte zu überwinden. Deshalb sind die Frauen empfänglicher für alle neuen Ideen, die Seele bemächtigt sich ihrer, und sie können ihre Gedanken leichter durch das Gehirn dirigieren, der Mann setzt seine zähen Gehirnteilchen nicht leicht in Tätigkeit. Daher hat es zum Beispiel auch seine volle Berechtigung, daß in der Theosophischen Gesellschaft mehr Frauen als Männer sind, was von manchen Seiten zwar öfter als Mißstand beklagt worden ist. Aber jenen Männern, welche sich so sehr davor fürchten, in einer späteren Verkörperung als Frau wieder zu erscheinen, mag von diesem Gesichtspunkte aus dieser Gedanke etwas erträglicher werden.

[ 8 ] Weil die Frau in der Entwickelung zurückgeblieben ist, hat sich ihr Stoffliches auch weicher und biegsamer erhalten, ist nicht so materiell geworden. Das Gehirn kann leichter vom Geiste aus regiert werden, während der Mann, der in der Entwickelung vorausgeeilt ist, Schwierigkeiten hat, die starre Materie, die dichteren Gehirnkräfte zu überwinden. Deshalb sind die Frauen empfänglicher für alle neuen Ideen, die Seele bemächtigt sich ihrer, und sie können ihre Gedanken leichter durch das Gehirn dirigieren, der Mann setzt seine zähen Gehirnteilchen nicht leicht in Tätigkeit. Daher hat es zum Beispiel auch seine volle Berechtigung, daß in der Theosophischen Gesellschaft mehr Frauen als Männer sind, was von manchen Seiten zwar öfter als Mißstand beklagt worden ist. Aber jenen Männern, welche sich so sehr davor fürchten, in einer späteren Verkörperung als Frau wieder zu erscheinen, mag von diesem Gesichtspunkte aus dieser Gedanke etwas erträglicher werden.

[ 9 ] Nun wollen wir das Gesetz der Entsprechung von Makrokosmos und Mikrokosmos, der kleinen und der großen Welt, noch auf eine andere wichtige Tatsache anwenden. Wie wir im gewöhnlichen Leben dem Trott des Tages folgen, schlafen gehen, wieder erwachen, unseren gewöhnlichen Verrichtungen nachgehen, so ist es wiederum im Weltenraum der Fall. Auch da geht alles seinen gewohnten Gang, es wiederholt sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in regelmäßigen Zwischenräumen. Wie nun in einer Familie dieser Trott des Tages unterbrochen wird, wenn in der Familie ein Kind erscheint, wie dadurch ein ganz neuer Impuls kommt, wenn ein neues Geistiges ins Erdendasein tritt, so wirkt das Erscheinen eines neuen Weltenkörpers, wie des Kometen, im Weltenraum. Alles Stoffliche ist der Ausdruck eines Geistigen, und die Geheimwissenschaft kann angeben, was dahintersteht. Die Art und Weise, wie die äußere Wissenschaft sich mit den Kometen beschäftigt, ist zu vergleichen mit der Betrachtung der Sixtinischen Madonna durch eine Fliege. Diese Fliege, wenn sie über die Madonna kriecht, sie sieht auch die Farben, sie sieht, daß an einer Stelle eine rote Farbe ist, an der andern eine blaue, aber weiter sieht sie auch nichts. Diese Fliegenwissenschaft — das Wort ist natürlich nur in bezug auf das eben Gesagte anzuwenden —, sie weiß nichts von den inneren Gesetzmäßigkeiten, von denen die Kometen ein äußeres Zeichen sind. Der Halleysche Komet hat ganz besonders die Tendenz, die Menschen noch mehr in den Materialismus hineinzutreiben. Ohne den Halleyschen Kometen wären die Bücher der Enzyklopädisten nicht erschienen, hätte es nach 1835 keine Schriften von Moleschott und Büchner gegeben. Jetzt eben erscheint das verhängnisvolle Zeichen wieder, und wenn die Menschen die Lehren der Geisteswissenschaft nicht hören und das, was durch sie geboten wird, nicht benützen, wird das Geistige totgetreten werden.

[ 9 ] Nun wollen wir das Gesetz der Entsprechung von Makrokosmos und Mikrokosmos, der kleinen und der großen Welt, noch auf eine andere wichtige Tatsache anwenden. Wie wir im gewöhnlichen Leben dem Trott des Tages folgen, schlafen gehen, wieder erwachen, unseren gewöhnlichen Verrichtungen nachgehen, so ist es wiederum im Weltenraum der Fall. Auch da geht alles seinen gewohnten Gang, es wiederholt sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in regelmäßigen Zwischenräumen. Wie nun in einer Familie dieser Trott des Tages unterbrochen wird, wenn in der Familie ein Kind erscheint, wie dadurch ein ganz neuer Impuls kommt, wenn ein neues Geistiges ins Erdendasein tritt, so wirkt das Erscheinen eines neuen Weltenkörpers, wie des Kometen, im Weltenraum. Alles Stoffliche ist der Ausdruck eines Geistigen, und die Geheimwissenschaft kann angeben, was dahintersteht. Die Art und Weise, wie die äußere Wissenschaft sich mit den Kometen beschäftigt, ist zu vergleichen mit der Betrachtung der Sixtinischen Madonna durch eine Fliege. Diese Fliege, wenn sie über die Madonna kriecht, sie sieht auch die Farben, sie sieht, daß an einer Stelle eine rote Farbe ist, an der andern eine blaue, aber weiter sieht sie auch nichts. Diese Fliegenwissenschaft — das Wort ist natürlich nur in bezug auf das eben Gesagte anzuwenden —, sie weiß nichts von den inneren Gesetzmäßigkeiten, von denen die Kometen ein äußeres Zeichen sind. Der Halleysche Komet hat ganz besonders die Tendenz, die Menschen noch mehr in den Materialismus hineinzutreiben. Ohne den Halleyschen Kometen wären die Bücher der Enzyklopädisten nicht erschienen, hätte es nach 1835 keine Schriften von Moleschott und Büchner gegeben. Jetzt eben erscheint das verhängnisvolle Zeichen wieder, und wenn die Menschen die Lehren der Geisteswissenschaft nicht hören und das, was durch sie geboten wird, nicht benützen, wird das Geistige totgetreten werden.

[ 10 ] Nun gibt es aber noch ein anderes, bedeutungsvolles Zeichen, das es der Menschheit möglich macht, dem verderblichen Einfluß der Kometen nicht zu unterliegen, und dessen Kräfte stärker sind als die der Kometen. Das ist das Frühlingszeichen der Fische, in dem wir seit einigen Jahrhunderten stehen, während zur Zeit Christi der Frühlingspunkt im Sternbild des Widders war. So sind wir eingetreten in dieses Zeichen geistiger Kräfte, die uns hinauftragen werden, daß wir durch ihr Verständnis die Fähigkeiten entwickeln werden, zu denen wir in diesem Zeitalter der Fische gelangen können.

[ 10 ] Nun gibt es aber noch ein anderes, bedeutungsvolles Zeichen, das es der Menschheit möglich macht, dem verderblichen Einfluß der Kometen nicht zu unterliegen, und dessen Kräfte stärker sind als die der Kometen. Das ist das Frühlingszeichen der Fische, in dem wir seit einigen Jahrhunderten stehen, während zur Zeit Christi der Frühlingspunkt im Sternbild des Widders war. So sind wir eingetreten in dieses Zeichen geistiger Kräfte, die uns hinauftragen werden, daß wir durch ihr Verständnis die Fähigkeiten entwickeln werden, zu denen wir in diesem Zeitalter der Fische gelangen können.

[ 11 ] Der Mensch erhebt sich erst zu wahrer Menschenwürde, wenn er aus der Tiefe heraus die Zusammenhänge der geistigen Grundlagen begreift. Die Menschen sollen nicht so blind an dem vorbeilaufen, was ihnen die Himmelszeichen zu sagen haben. Weisheit soll ihr Zusammenleben im Kleinen und Großen durchglühen und durchleuchten. Sie können sich ein Beispiel an dem weisheitsvollen System eines Ameisenhaufens nehmen. Da hat das Ganze einen Sinn. Jede Ameise fühlt sich als das Glied eines Ganzen, während die Menschen ihr Zusammenleben nach dem regeln, was ihnen allein nützlich ist, nützlich erscheint. Sie rennen durcheinander ohne Sinn und Verstand. Das menschliche Leben ist wirklich vielfach Unsinn. Wenn der Mensch sich in eine innere Gesetzmäßigkeit hineinstellt, macht er sich reif für das, was als dritte Tatsache hingestellt werden soll. Es ist die Möglichkeit gegeben, mit den neuerwachten Fähigkeiten hinauszuschauen in das Ätherische. Da wird die Seele sehen, was Paulus einst sah: sie wird schauen den Christus im Ätherleib. Ohne Bücher und Dokumente steht dieses große Ereignis, das Wiedererscheinen des Christus da für die, welche sich würdig darauf vorbereiten. Und es ist die Pflicht der Anthroposophie, dieses zu verkündigen. Es gibt Menschen, welche ahnen, daß wir das finstere Zeitalter überwunden haben und einem lichteren Zeitalter entgegengehen. Die Anthroposophen haben bewußt diesen Weg zu beschreiten. Die Anthroposophie hat ihre Früchte hineinzutragen in die Menschheit, um die Seelen fähig zu machen, sich mit dem Christus zu vereinigen, und es macht keinen Unterschied, ob sie noch im physischen Leibe verkörpert sind oder ihn abgelegt haben, denn er ist zu den Toten ebensogut herabgestiegen, wie zu den Lebenden, und so wird das große, gewaltige Ereignis, das Erscheinen des Christus im Ätherischen, Bedeutung haben für alle Welten.

[ 11 ] Der Mensch erhebt sich erst zu wahrer Menschenwürde, wenn er aus der Tiefe heraus die Zusammenhänge der geistigen Grundlagen begreift. Die Menschen sollen nicht so blind an dem vorbeilaufen, was ihnen die Himmelszeichen zu sagen haben. Weisheit soll ihr Zusammenleben im Kleinen und Großen durchglühen und durchleuchten. Sie können sich ein Beispiel an dem weisheitsvollen System eines Ameisenhaufens nehmen. Da hat das Ganze einen Sinn. Jede Ameise fühlt sich als das Glied eines Ganzen, während die Menschen ihr Zusammenleben nach dem regeln, was ihnen allein nützlich ist, nützlich erscheint. Sie rennen durcheinander ohne Sinn und Verstand. Das menschliche Leben ist wirklich vielfach Unsinn. Wenn der Mensch sich in eine innere Gesetzmäßigkeit hineinstellt, macht er sich reif für das, was als dritte Tatsache hingestellt werden soll. Es ist die Möglichkeit gegeben, mit den neuerwachten Fähigkeiten hinauszuschauen in das Ätherische. Da wird die Seele sehen, was Paulus einst sah: sie wird schauen den Christus im Ätherleib. Ohne Bücher und Dokumente steht dieses große Ereignis, das Wiedererscheinen des Christus da für die, welche sich würdig darauf vorbereiten. Und es ist die Pflicht der Anthroposophie, dieses zu verkündigen. Es gibt Menschen, welche ahnen, daß wir das finstere Zeitalter überwunden haben und einem lichteren Zeitalter entgegengehen. Die Anthroposophen haben bewußt diesen Weg zu beschreiten. Die Anthroposophie hat ihre Früchte hineinzutragen in die Menschheit, um die Seelen fähig zu machen, sich mit dem Christus zu vereinigen, und es macht keinen Unterschied, ob sie noch im physischen Leibe verkörpert sind oder ihn abgelegt haben, denn er ist zu den Toten ebensogut herabgestiegen, wie zu den Lebenden, und so wird das große, gewaltige Ereignis, das Erscheinen des Christus im Ätherischen, Bedeutung haben für alle Welten.