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The Rudolf Steiner Archive

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The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 119

25 March 1910, Vienna

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Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Wir stehen heute vor einer verhältnismäßig schwierigen Aufgabe. Die verehrten Zuhörer werden aber die heutigen etwas starken Zumutungen hinnehmen, wenn gleichzeitig gesagt wird, daß wir dann schon in den nächsten Tagen wiederum Terrain gewinnen werden, auf dem wir den Boden mehr unter den Füßen fühlen. Aber wenn man in der Geisteswissenschaft nicht stehenbleiben will bei bloßen Abstraktionen, wenn man sich zu den Wirklichkeiten durchringen will, dann müssen zuweilen schon auch Mitteilungen willig entgegengenommen werden, welche den höheren Gebieten des geistigen Erkennens angehören. Hinzugefügt werden kann noch, daß es sich bei den heutigen Ausführungen durchaus nicht handelt um irgendwelche Deduktionen, um irgendwelche bloß theoretische Ableitungen, sondern daß es sich um Dinge handelt, welche von denen immer gewußt worden sind, welche überhaupt tiefer in diese Dinge eingedrungen sind. Also um Mitteilung von Erkenntnissen bestimmter Menschen wird es sich handeln.

[ 1 ] We face a relatively difficult task today. However, our esteemed audience will surely accept today’s somewhat demanding requests if we also assure them that, in the coming days, we will regain ground where we feel more secure. But if one does not wish to remain stuck in mere abstractions in spiritual science, if one wishes to make one’s way to the realities, then one must occasionally be willing to accept communications that belong to the higher realms of spiritual knowledge. It may be added that today’s remarks are by no means mere deductions or purely theoretical inferences, but rather concern matters that have always been known to those who have delved more deeply into these matters. Thus, they will concern the communication of insights gained by specific individuals.

[ 2 ] Wir haben gestern gesehen, wie der Mensch sich zurechtfinden könnte innerhalb dessen, was man das Innere seines astralischen Leibes nennt, wenn er beim Aufwachen bewußt untertauchen könnte in diesen seinen astralischen Leib, und wir haben uns einen Begriff verschafft von dem, was es heißt, vorbeizukommen an dem sogenannten kleinen Hüter der Schwelle. Nun ist eigentlich das, was gestern auseinandergesetzt worden ist, ziemlich hypothetisch, denn im normalen Leben tritt ja dieser Moment im Grunde genommen niemals ein, daß der Mensch bewußt hineindringen würde in sein Inneres durch das bloße Aufwachen. Wir haben allerdings gesagt, daß der Mensch sich durch das, was man mystische Versenkung nennt, vorbereiten kann zu einem solchen bewußten Hineinsteigen in seine äußeren Leibeshüllen. Was das heißt, wird sich uns aber erst im Laufe der Vorträge zeigen, und worin diese Vorbereitung besteht, werden wir auch noch hören. Für das normale Bewußtsein liegt höchstens zuweilen das vor, daß der Mensch durch Verhältnisse, die in seinen vorhergehenden Verkörperungen liegen, solche Momente bewußten Aufwachens hat. Das kommt bei einzelnen Menschen vor. Sie wachen so auf, daß sie das Gefühl einer gewissen Beklemmung haben. Dieses Gefühl der Beklemmung rührt davon her, daß der innere Mensch, der während der Nacht im Makrokosmos ausgebreitet war und sich frei fühlte, sozusagen in das Gefängnis seines Leibes wieder zurückgeht. Dann kann auch ein anderes Gefühl beim Aufwachen da sein. Dieses Gefühl könnte man mehr so charakterisieren, daß man sagt, der Mensch fühlt sich, wenn solche abnormen Zustände eintreten, im Momente des Aufwachens besser, als er sich im Laufe des Tages fühlt. Er fühlt, daß in ihm etwas ist, was er seinen besseren Menschen nennen könnte. Das rührt davon her, daß der Mensch beim Aufwachen ein Nachgefühl da hat, daß ihm etwas zugeflossen ist aus Welten heraus, die höher sind als seine eigene Sinneswelt. Das sind solche Gefühle, die sich im normalen Bewußtsein einstellen können und in denen schon im natürlichen Leben eine gewisse Bestätigung des gestern Gesagten gesehen werden kann. Aber im vollen Umfange kann doch nur von dem echten, wahren Mystiker erlebt werden, was beschrieben worden ist.

[ 2 ] Yesterday we saw how a person might find their way within what is called the innermost part of their astral body, if upon waking they could consciously immerse themselves in this astral body, and we gained an understanding of what it means to pass by the so-called Lesser Guardian of the Threshold. Now, what was discussed yesterday is actually quite hypothetical, for in normal life this moment never really occurs—that a person would consciously penetrate into their inner self simply by waking up. We have, however, said that a person can prepare themselves through what is called mystical contemplation for such a conscious descent into their outer bodily sheaths. What this means, however, will only become clear to us in the course of these lectures, and we will also hear what this preparation consists of. For normal consciousness, at most, there are occasional instances where a person experiences such moments of conscious awakening due to circumstances rooted in their previous incarnations. This happens to some people. They wake up feeling a certain sense of constriction. This feeling of constriction stems from the fact that the inner self, which during the night was spread out in the macrocosm and felt free, returns, so to speak, to the prison of its body. Then there may also be another feeling upon waking. This feeling could be characterized more by saying that, when such abnormal states occur, the person feels better at the moment of waking than they do during the course of the day. They feel that there is something within them that they might call their “better self.” This stems from the fact that upon waking, the person has a lingering sensation that something has flowed into them from worlds higher than their own sensory world. These are the kinds of feelings that can arise in normal consciousness and in which, even in everyday life, a certain confirmation of what was said yesterday can be seen. But what has been described can only be fully experienced by the genuine, true mystic.

[ 3 ] Es handelt sich nun aber darum, ob man auch weitergehen kann. Denn das, was man da erlebt, was gestern geschildert worden ist, das ist die Innenseite des geistigen Teiles des äußeren Menschen; es ist die Innenseite dessen, was man den astralischen Leib des Menschen nennt. Es fragt sich nun, ob man noch tiefer hinuntersteigen kann zu weniger geistigen Teilen, vielmehr zu solchen Teilen der Menschennatur, die sich im gewöhnlichen Leben weniger geistig darstellen. Sie können deshalb doch in ihren Grundlagen durchaus geistig sein, denn alles, was uns in der äußeren Welt entgegentritt, hat im tieferen Hintergrunde ein Geistiges. Es fragt sich, ob man noch weiter hinuntersteigen kann bis zu dem physischen Leib und ob zwischen dem astralischen Leib, der das zunächst Geistigste ist, und diesem physischen Leib noch etwas anderes liegt. Die anthroposophischen Bücher beschreiben ja dieses andere als den Äther- oder Lebensleib, so daß, wenn wir hinuntersteigen, wir antreffen müßten, nachdem wir uns mit dem astralischen Leib von innen bekannt gemacht haben, den Ätherleib und vielleicht auch irgendwelche Spur unseres physischen Leibes, den wir ja sonst nur von außen ansehen, den wir aber von innen durch ein solches bewußtes Hineintreten in unsere Leiblichkeit doch auch erkennen können.

[ 3 ] The question now is whether one can go even further. For what one experiences there—what was described yesterday—is the inner aspect of the spiritual part of the outer human being; it is the inner aspect of what is called the human astral body. The question now is whether one can descend even deeper to less spiritual parts—or rather, to those parts of human nature that appear less spiritual in ordinary life. They can nevertheless be thoroughly spiritual in their foundations, for everything we encounter in the outer world has a spiritual aspect in its deeper background. The question is whether one can descend even further down to the physical body and whether there lies something else between the astral body—which is the most spiritual at first glance—and this physical body. The anthroposophical books describe this other aspect as the etheric or life body, so that, as we descend, we should encounter, after having become acquainted with the astral body from within, the etheric body and perhaps also some trace of our physical body, which we otherwise only view from the outside, but which we can also recognize from within through such a conscious entry into our physicality.

[ 4 ] Nur ist es im allgemeinen nicht gut, es ist nicht gefahrlos, einen Schritt weiterzugehen in bezug auf mystische Vertiefung, als gestern angeführt worden ist. Alles, was gestern angeführt worden ist, kann nur sehr vorsichtig von dem Menschen gemacht werden, der sich eine Kenntnis von dem aneignet, was Sie finden in meiner Schrift: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» oder in dem zweiten Teile meiner «Geheimwissenschaft», worüber Sie in den nächsten Vorträgen noch hören werden. Soweit kann sich also der Mensch zunächst selber helfen. Aber weiterzugehen auf diesem Wege in das menschliche Innere ist nicht gefahrlos, und in der Weise, wie der Mensch heute gerne seine geistigen Erkenntnisse erwirbt, läßt sich das auch gar nicht machen. Daher werden wir sehen, daß heute ein anderer Erkenntnisweg gewählt wird. Der Weg, tief in das menschliche Innere hinunterzusteigen, ohne sich um etwas anderes zu kümmern, der soll in unserer heutigen Kultur normalerweise nicht mehr beschritten werden. Unser heutiges Geistesleben ist so angelegt, daß der Mensch sich nur bis zu einem gewissen Grade gerne unterordnet, daß er in möglichster Freiheit auch seinen Erkenntnisweg gehen will. Wir werden sehen, daß es auch einen Weg in die geistigen Welten hinein gibt, welcher dieser Eigentümlichkeit der heutigen Menschennatur in vollem Umfange Rechnung trägt, und wir werden diesen Weg, den sogenannten rosenkreuzerischen Erkenntnisweg, als den wahren zeitgemäßen Erkenntnisweg kennenlernen. Aber dieser Erkenntnisweg ist ein Weg der neueren Zeiten. Er war in den Mysterien, das heißt in denjenigen Stätten, in denen der Mensch im Altertum in die tieferen Geheimnisse eingeführt wurde, noch nicht vorhanden. Da gab es solche Mysterien, welche den Menschen einfach vorbeiführten an dem kleinen Hüter der Schwelle und ihn hineinführten in sein eigenes Innere, und solche Mysterien, welche den Menschen hinausführten in die große Welt, so daß er eine Art Ekstase durchzumachen hatte. Diese beiden Wege sind diejenigen, welche vorzugsweise in den alten Zeiten beschritten und durchgemacht worden sind. Der Weg des Hineinsteigens in das eigene Innere wurde am besten, am intensivsten durchgemacht in denjenigen Einweihungsstätten, welche man die ägyptischen Mysterien, die Osiris- und Isismysterien nennt; und wir werden uns heute, um zu schildern, was der Mensch bei diesem Hineinsteigen in sein Inneres erleben kann, ein wenig anzulehnen haben an die Erfahrungen eines Schülers der Isis- und Osirismysterien. Man kann heute, wie wir in den folgenden Vorträgen sehen werden, durchaus jene Einweihung erlangen, die zur vollen Erkenntnis dieser Mysterien führt, aber nicht mehr auf demselben Weg wie im alten Ägypten. Im alten Ägypten war etwas notwendig, wogegen sich die heutige Menschennatur auflehnen würde. Es war nämlich notwendig, daß an dem Punkte, wo der Mensch hineinsteigen sollte in das eigene Innere — oder schon früher —, der Mensch nicht mehr unabhängig durch eigene Erkenntnispfade seine Fortschritte suchte, sondern daß er sich anvertraute dem, was man mit einem Ausdrucke der orientalischen Philosophie einen Guru nennt, einem großen eingeweihten Lehrer. Sonst war der Weg zu gefahrvoll für den Einzelnen. In der Regel war es so, daß schon die Schritte der mystischen Versenkung, welche gestern beschrieben worden sind, unter Anleitung des Guru, des großen eingeweihten Lehrers, gemacht worden sind.

[ 4 ] However, it is generally not advisable—indeed, it is not without risk—to go a step further in terms of mystical deepening than was described yesterday. Everything that was described yesterday can only be undertaken with great caution by those who have acquired knowledge of what you will find in my book *How to Attain Knowledge of the Higher Worlds* or in the second part of my *Secret Science*, about which you will hear more in the coming lectures. To this extent, a person can help themselves for the time being. But to proceed further along this path into the human inner being is not without danger, and in the way people today tend to acquire their spiritual knowledge, it cannot be done at all. Therefore, we will see that a different path of knowledge is chosen today. The path of descending deep into the human inner being without concerning oneself with anything else is one that, in our present-day culture, is normally no longer to be taken. Our present-day spiritual life is such that human beings are only willing to submit to a certain degree, and that they wish to follow their path of knowledge with as much freedom as possible. We shall see that there is also a path into the spiritual worlds that takes full account of this characteristic of modern human nature, and we shall come to know this path—the so-called Rosicrucian path of knowledge—as the true, contemporary path of knowledge. But this path of knowledge is a path of more recent times. It did not yet exist in the mysteries, that is, in those places where people in antiquity were initiated into the deeper secrets. There were mysteries that simply led people past the little guardian of the threshold and into their own inner being, and mysteries that led people out into the great world, so that they had to undergo a kind of ecstasy. These two paths are the ones that were primarily taken and experienced in ancient times. The path of descending into one’s own inner self was best and most intensely experienced in those places of initiation known as the Egyptian Mysteries, the Mysteries of Osiris and Isis; and today, in order to describe what a person can experience during this descent into their inner self, we will have to draw somewhat on the experiences of a student of the Isis and Osiris Mysteries. As we shall see in the following lectures, it is certainly possible today to attain the initiation that leads to a full understanding of these mysteries, but no longer by the same path as in ancient Egypt. In ancient Egypt, something was necessary that modern human nature would rebel against. For it was necessary that at the point where the human being was to enter into their own inner self—or even earlier—the human being no longer sought progress independently through their own paths of knowledge, but rather entrusted themselves to what is called, in an expression of Eastern philosophy, a guru, a great initiated teacher. Otherwise, the path was too perilous for the individual. As a rule, even the steps of mystical contemplation described yesterday were taken under the guidance of the guru, the great initiated teacher.

[ 5 ] Was hat denn eigentlich die Leitung dieser großen eingeweihten Lehrer für einen Zweck? Wir haben in einem früheren Vortrag gehört, daß, wenn wir des Morgens untertauchen in unsere Leiblichkeit, unsere Seelen von drei Mächten in Empfang genommen werden, die wir bezeichnet haben mit Ausdrücken, die einer alten Terminologie entnommen sind, als Venusmacht, Merkurmacht, Mondmacht. Was man im allgemeinen unter Venusmacht versteht, das ist etwas, was der Mensch noch allein mit sich selber abmachen kann, wenn er in sein eigenes Innere hinuntersteigt. Er kann dadurch fertig werden mit der Venusmacht, daß er eine gewisse Erziehung erhält in Demut und Selbstlosigkeit. Bevor er einen solchen Gang in die unbekannten Welten seines eigenen Inneren unternimmt, muß er alle egoistischen Triebe, die Triebe der Eigenliebe unterdrücken und sich erziehen zur Selbstlosigkeit. Er muß sich zu einem Wesen machen, das Liebe und Mitleid empfindet, nicht nur für seine Mitmenschen, sondern für alles Dasein. Dann kann er sich allenfalls noch jener Macht überlassen, wenn er in seine Leiblichkeit hinuntersteigt, die wir mit dem Ausdruck Venusmächte bezeichnet haben. Aber gefährlicher würde die Sache schon werden, wenn der Mensch sich selber auch denjenigen Mächten überlassen wollte, die wir bezeichnet haben als Merkurmächte. Da wurde er bei den alten ägyptischen Einweihungen geleitet von dem großen Lehrer, welcher durch seine früheren Erlebnisse in einer ganz bewußten Weise diese Merkurmächte handhaben konnte. Von einem Hermes- oder Merkurpriester wurde der Mensch in sein eigenes Innere geführt. Das erforderte allerdings eine strenge Unterwerfung unter alles das, was dieser große Lehrer von dem Schüler forderte. Es erforderte einen solchen Grad von Unterwerfung, daß der Schüler sich entschließen mußte, sein eigenes Ich nunmehr ganz auszuschalten, nichts selber zu wollen, bis in seine Seele hinein nichts selber an eigenen Impulsen zu haben, sondern strenge nur das auszuführen, was ihm der Hermespriester auftrug. Diese Botmäßigkeit, welche dem heutigen Menschen widerstreben würde und der er sich auch nicht mehr zu unterwerfen braucht, mußte sich der Schüler der ägyptischen Mysterien durchaus aneignen. Er mußte durch viele Jahre dem Lehrer folgen nicht nur in bezug auf seine äußeren Taten, er mußte bis in seine Gedanken hinein, bis in seine Gefühlswelt hinein sich der Führung dieses Lehrers anvertrauen, damit er gefahrlos hinuntersteigen konnte in sein eigenes Innere. Jetzt kommen wir zu den Dingen, die viele Menschen erlebt haben, die also erzählt werden aus den Erlebnissen heraus, die der Mensch erlebte an der Hand seines großen Führers, und die man bezeichnen könnte, indem man sagt: Der Mensch lernte eine tiefere Schicht seines eigenen Inneren kennen.

[ 5 ] What, then, is the purpose of the guidance provided by these great initiated teachers? We heard in an earlier lecture that when we immerse ourselves in our physicality each morning, our souls are received by three forces, which we have described using terms drawn from ancient terminology: the power of Venus, the power of Mercury, and the power of the Moon. What is generally understood by the Venus power is something that a person can still deal with on their own when they descend into their own inner being. They can cope with the Venus power by receiving a certain training in humility and selflessness. Before undertaking such a journey into the unknown worlds of his own inner being, he must suppress all egoistic impulses, the impulses of self-love, and train himself in selflessness. He must become a being who feels love and compassion, not only for his fellow human beings, but for all existence. Then, at most, he can still surrender to that power—which we have referred to as the Venusian powers—when he descends into his physicality. But the matter would become far more dangerous if the human being were to surrender himself even to those powers we have designated as the powers of Mercury. In the ancient Egyptian initiations, he was guided by the great teacher, who, through his earlier experiences, was able to handle these powers of Mercury in a fully conscious manner. A Hermes or Mercury priest led the human being into his own inner self. This, however, required strict submission to everything that this great teacher demanded of the student. It required such a degree of submission that the student had to resolve to completely set aside his own ego, to will nothing of his own, to have no impulses of his own even within his soul, but strictly to carry out only what the Hermes priest instructed him to do. This obedience, which would be repugnant to modern man and to which he no longer needs to submit, the student of the Egyptian Mysteries had to fully master. For many years, he had to follow the teacher not only in his outward actions; he had to entrust himself to the guidance of this teacher even in his thoughts and in his emotional world, so that he could safely descend into his own inner being. Now we come to the things that many people have experienced—things that are recounted from the experiences the individual underwent under the guidance of his great teacher—and which one might describe by saying: The individual came to know a deeper layer of his own inner being.

[ 6 ] Wir haben gestern anschaulich und konkret beschrieben, was es heißt, von innen seinen astralischen Leib kennenzulernen. Jetzt wollen wir einmal einiges von dem erzählen, was an der Hand seines Führers der Einzuweihende in den Isis- und Osirismysterien in bezug auf den Äther- oder Lebensleib des Menschen erlebte. Da wurde der Mensch durch die Ausschaltung seines Ich dazu veranlaßt, daß er mit den geistigen Augen seines Lehrers sah, daß er dachte mit den Gedanken seines Lehrers, daß er sich selber eine Art von Außending wurde und mit den Augen seines Lehrers sich selber ansah. Und da wurde er eingeführt in merkwürdige Erlebnisse, in Erlebnisse, bei denen er das Gefühl hatte, es ginge das Leben der Zeit nach zurück; und gleichzeitig hatte er das Gefühl, als ob sich sein ganzes Wesen, das er jetzt ansah durch die geistigen Augen des Hermespriesters, verbreiterte, wüchse. Er hatte das Gefühl, als ob er in sich selber sich verbreiterte, als ob er hinaufwüchse in Zeiten, die seinem jetzigen Leben vorangegangen sind, als ob er in der Zeitenfolge zurückginge. Und er bekam allmählich das Gefühl, daß er viele, viele Jahre zurückginge, eine Zeitenlänge, die weit länger, vielmal länger war als sein Leben, das er durchlebt hat von seiner Geburt an; also ein weites Zurückgehen in der Zeitenfolge erlebte der Schüler. Und während er dies erlebte, sah er, indem er mit den Augen des eingeweihten Lehrers sah, zunächst sich selber, dann aber sah er weiter hinauf in der Zeitenfolge viele Generationen, von denen er das Gefühl hatte, daß sie seine Vorfahren waren. Es hatte der Einzuweihende eine gewisse Zeit hindurch das Gefühl, daß er die Reihe seiner Vorfahren hinaufwandelte, aber nicht so, daß er etwa in diesen Vorfahren darin wäre, nicht so, als ob er identisch wäre mit seinen Vorfahren, sondern als ob er sozusagen über ihnen schwebte bis zu einem gewissen Punkt, bis zu einem uralten Ahnen hinauf. Dann verlor sich der Eindruck. Es war, als ob er Erdengestalten sähe, auf welche sich sein eigenes Dasein irgendwie bezog.

[ 6 ] Yesterday we described vividly and concretely what it means to come to know one’s astral body from within. Now let us recount some of what the initiate in the Isis and Osiris mysteries experienced, under the guidance of his teacher, with regard to the human etheric or life body. There, through the suspension of his ego, the human being was led to see with the spiritual eyes of his teacher, to think with the thoughts of his teacher, to become a kind of external object to himself, and to look at himself through the eyes of his teacher. And there he was introduced to strange experiences, experiences in which he had the feeling that he was going back in time; and at the same time he had the feeling as if his entire being, which he now beheld through the spiritual eyes of the Hermes priest, were expanding, growing. He had the feeling as if he were expanding within himself, as if he were growing upward into times that preceded his present life, as if he were moving backward through the sequence of time. And he gradually began to feel that he was going back many, many years, a span of time far longer, many times longer than the life he had lived since his birth; thus the student experienced a vast journey back through the sequence of time. And while he was experiencing this, seeing through the eyes of the initiated teacher, he first saw himself, but then he saw further back in the sequence of time many generations, whom he felt were his ancestors. For a certain time, the initiate had the feeling that he was walking up the line of his ancestors, but not in such a way that he was, as it were, within these ancestors, not as if he were identical with his ancestors, but as if he were, so to speak, hovering above them up to a certain point, up to an ancient ancestor. Then the impression faded. It was as if he were seeing earthly forms to which his own existence was somehow related.

[ 7 ] Nun handelte es sich darum, daß der Führer dem Einzuweihenden klar machte, was er da eigentlich gesehen hatte. Wir können uns nur auf folgende Weise begreiflich machen, was er gesehen hatte. Wenn man durch die Geburt ins Dasein schreitet, also mit seinem geistigen Wesen, nachdem man durch die geistige Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt gegangen ist, da trägt man an sich nicht bloß die Eigentümlichkeiten, die man sich aus dem vorhergehenden Leben mitbringt, sondern da trägt man an sich — das weiß ja jeder, der das Leben betrachtet — alles, was man vererbte Eigenschaften nennt. Man wird in eine Familie, in ein Volk, in eine Rasse hineingeboren. Man trägt dadurch dasjenige in sich, was man vererbte Eigenschaften nennt; die Erbstücke seiner Ahnen trägt man in sich. Diese Erbstücke bringt man sich natürlich nicht aus seiner letzten Verkörperung mit, sondern die haben sich heruntervererbt von Generation zu Generation. Nun handelt es sich darum, zu erkennen: Was macht es denn, daß der Mensch mit seinem innersten Wesen sich gerade in einer bestimmten Familie, in einem bestimmten Volke, in einer bestimmten Rasse verkörpert? Was macht es denn, daß er bei seinem Herabsteigen durch die Geburt ganz bestimmte Vererbungsmerkmale aufsucht? — Er würde niemals diese bestimmten Merkmale aufsuchen, wenn er zu ihnen in gar keiner Beziehung stünde. Der Mensch steht in der Tat schon lange vor seiner Geburt in einer Verbindung zu diesen Eigenschaften. Wenn wir ausgehen von einem bestimmten Menschen und hinaufgehen zu seinem Vater, Großvater, Urgroßvater und so weiter, so würden sich, wenn man das wirklich innerlich verfolgen könnte, die Vererbungsmerkmale zeigen durch eine ganz bestimmte Anzahl von Generationen, bis zu einer gewissen Generation hin. Dann verlieren sich diese Vererbungsmerkmale. Das heißt, Sie können eine Reihe von Generationen verfolgen, und Sie werden finden, daß durch sie die Vererbungsmerkmale heruntergehen. Zuletzt sind sie in ihrem verdünntesten Zustande noch vorhanden, dann verlieren sie sich ganz.

[ 7 ] The point was that the guide had to make it clear to the initiate what he had actually seen. We can only begin to understand what he saw in the following way. When one enters into existence through birth—that is, with one’s spiritual being, after having passed through the spiritual world between death and a new birth—one carries within oneself not only the characteristics one brings from the previous life, but one also carries within oneself—as everyone who observes life knows—everything that is called inherited traits. One is born into a family, a people, a race. Through this, one carries within oneself what are called inherited characteristics; one carries within oneself the heirlooms of one’s ancestors. Naturally, one does not bring these heirlooms with oneself from one’s last incarnation, but they have been passed down from generation to generation. Now the question is to recognize: What is the significance of the fact that the human being, with his innermost being, incarnates precisely in a particular family, in a particular people, in a particular race? What is the significance of the fact that, in his descent through birth, he seeks out very specific hereditary characteristics? — He would never seek out these specific characteristics if he had no connection to them whatsoever. In fact, the human being is connected to these characteristics long before birth. If we start with a particular person and trace back to their father, grandfather, great-grandfather, and so on, then—if one could truly follow this inwardly—the hereditary traits would manifest through a very specific number of generations, up to a certain generation. Then these hereditary traits fade away. That is to say, you can trace a series of generations, and you will find that the hereditary traits are passed down through them. Finally, they are still present in their most diluted state, and then they disappear entirely.

[ 8 ] So wie wir die Vererbungsmerkmale durch die Generationen nach und nach verschwinden sehen, so können wir finden, wenn wir von einem Menschen ausgehen, wie das, was beim Sohn vorhanden ist, am ähnlichsten ist beim Vater, etwas weniger beim Großvater, beim Urgroßvater noch weniger und so weiter. Nun führte der einzuweihende Isis- und Osirispriester tatsächlich den Menschen so weit zurück, bis er zu jenem Ahnen aufstieg, welcher noch Merkmale in sich hatte, die die Kraft der Vererbung bis zu ihm hingebracht haben. Das zeigt uns, daß der Mensch gewisse Beziehungen hat zu dem, was wir seine Vererbungsmerkmale nennen. Es ist in der Tat so, daß wir auf geistige Weise in Beziehung getreten sind zu jenem Ahnen, von dem wir noch etwas ererbt haben, zu jenem Urururahnen, von dem wir noch irgendwelche, wenn auch noch so verdünnte Eigenschaften in uns haben. Ja, es ist in einer gewissen Weise so, daß der Mensch sich lange das vorbereitet, was zuletzt seine vererbten Merkmale sind. Er erbt sie nicht bloß, sondern er gibt sie in einem gewissen Sinne seinen Vorfahren, impft sie ihnen aus der geistigen Welt ein. Er arbeitet durch ganze Generationen hindurch so, daß zuletzt derjenige physische Leib geboren werden kann, zu dem er sich hingezogen fühlt. So sonderbar das klingt, es ist so, daß wir selber gearbeitet haben aus der geistigen Welt an den physischen Leibern unserer Vorfahren, um nach und nach aus der geistigen Welt heraus jene Eigenschaften zu gestalten, welche wir zuletzt als vererbte Merkmale bei der Geburt mitbekommen.

[ 8 ] Just as we see hereditary traits gradually disappear over the generations, so too can we observe, starting with a person, that the traits present in the son are most similar to those of the father, somewhat less so in the grandfather, even less in the great-grandfather, and so on. Now, the Isis and Osiris priest who was to be initiated actually traced the person back so far until he reached that ancestor who still possessed characteristics that the power of heredity had carried down to him. This shows us that the human being has certain connections to what we call his hereditary traits. It is indeed the case that we have entered into a spiritual relationship with that ancestor from whom we have still inherited something, with that great-great-great-grandparent from whom we still possess certain, however diluted, characteristics within us. Yes, in a certain sense, it is true that human beings prepare for a long time what ultimately become their inherited characteristics. They do not merely inherit them, but in a certain sense they bestow them upon their ancestors, implanting them in them from the spiritual world. They work through entire generations in such a way that ultimately the physical body to which they feel drawn can be born. As strange as it sounds, it is true that we ourselves have worked from the spiritual world on the physical bodies of our ancestors in order to gradually shape, from the spiritual world, those qualities that we ultimately receive as inherited traits at birth.

[ 9 ] Das ist es, was zunächst sich zeigt, wenn der Mensch in seinen eigenen Äther- oder Lebensleib hinuntergeführt wird. Es zeigt sich ihm, daß dieser Ätherleib, den er jetzt an sich trägt, in der Tat eine lange Geschichte hat, daß er lange von ihm vorbereitet worden ist. Lange, lange bevor er durch diese Geburt ins Dasein treten kann, war von ihm selber in der geistigen Welt gearbeitet worden an dem Äther- oder Lebensleib, den er jetzt trägt. Und er hat angefangen, an diesem Ätherleib zu arbeiten in dem Moment, wo der älteste Vorfahr die physische Erde betreten hat, von dem der Mensch noch vererbte Merkmale bekommen hat. Das ist wahres Erleben von einem Stück unseres Ätherleibes. Damit, daß man aufzählt, der Mensch besteht aus physischem Leib, Äther- oder Lebensleib, astralischem Leib und Ich — damit hat man nur gewisse Hinweise gegeben, gewisse Kernlehren. Wie sich das ausnimmt, was da als unser eigenes Innere hüllenhaft existiert, das kann man nur dadurch kennenlernen, daß man sich bekannt macht mit den Mitteilungen derjenigen, die in dieses menschliche Hüllenwerk selber hinuntergestiegen sind.

[ 9 ] This is what first becomes apparent when a person is led down into their own etheric or life body. It becomes clear to them that this etheric body they now carry has, in fact, a long history, that it has long been prepared by them. Long, long before they could enter into existence through this birth, they themselves had worked in the spiritual world on the etheric or life body that they now bear. And they began working on this etheric body at the very moment when the most ancient ancestor set foot on the physical earth, from whom the human being has still inherited certain characteristics. This is a true experience of a part of our etheric body. By listing that the human being consists of a physical body, an etheric or life body, an astral body, and an I—by doing so, one has merely provided certain pointers, certain core teachings. What this looks like—what exists there as our own inner being, enveloped within a shell—can only be understood by familiarizing oneself with the messages of those who have descended into this human shell themselves.

[ 10 ] So lernt also der Mensch, durch seine eigene Geburt hindurchschreitend, diejenigen Reiche betreten, die er durchwandelt hat, bevor er ins Dasein durch die Geburt getreten ist; so lernt er als Mystiker ein Stück seines Lebens vor der Geburt kennen, ein großes Stück, das Jahrhunderte umfaßt. Denn es sind Jahrhunderte, die er da durchschreitet, bis zu der Zeit, wo er in dem Leben zwischen dem letzten Tod und der jetzigen Geburt angefangen hat, das Urbild seines Ätherleibes zu formen. In dem Augenblick, wo er damit anfing, schoß in das Blut eines physischen Menschen der erste Keim der besonderen Merkmale, die sich immer mehr und mehr ausprägten, bis dieser Ätherleib so weit war, daß er die von ihm selber mitbewirkten Merkmale mit der Geburt übernehmen konnte. Das ist die eine Seite des Erlebten. Was man da erlebt, das ist sozusagen ein Nachkonstruieren alles desjenigen, was man, lange bevor man in dieser Inkarnation durch die Geburt ins Dasein getreten ist, selber in der geistigen Welt hat tun müssen. Was man da gebaut und dann gleichsam zusammengeschoben, zusammengepreßt hat in seinen jetzigen Ätherleib, was sich im Ätherleib kondensiert hat durch Jahrhunderte hindurch, das nannte man das «Obere», den himmlischen oder den geistigen Menschen. So daß der technische Ausdruck existierte: Der Mensch lernt durch das Hineinsteigen in den Äther- oder Lebensleib sein Oberes kennen. — Man nannte das den himmlischen oder den geistigen Menschen, weil der Mensch empfinden mußte, daß das, was von ihm heruntergestiegen ist, gebildet ist aus dem geistigen Lande heraus.

[ 10 ] Thus, as a human being passes through his own birth, he enters the realms he traversed before he came into existence through birth; thus, as a mystic, he comes to know a part of his life before birth—a vast part that spans centuries. For it is centuries that he traverses there, back to the time when, in the life between his last death and his present birth, he began to form the archetype of his etheric body. At the moment he began this, the first seed of the distinctive characteristics sprang into the blood of a physical human being; these characteristics became more and more pronounced until this etheric body was ready to take on, at birth, the characteristics it had itself helped to bring about. That is one side of the experience. What one experiences there is, so to speak, a reconstructing of everything that one had to do oneself in the spiritual world long before one entered into existence through birth in this incarnation. What one built there and then, as it were, pushed together and compressed into one’s present etheric body—what has condensed in the etheric body over the course of centuries—was called the “Higher Self,” the heavenly or spiritual human being. Thus the technical term existed: The human being comes to know their Higher Self by entering the etheric or life body. — This was called the heavenly or spiritual human being, because the human being had to feel that what had descended from him was formed out of the spiritual realm.

[ 11 ] Wenn der Mensch nun so weit geführt worden war durch den Hermeseingeweihten, dann lernte er etwas anderes kennen. Dann lernte er etwas kennen, was ihm zunächst vielleicht fremd war, was ihm aber durchaus von dem Lehrer erklärt wurde als etwas, was ihm doch nicht so ganz fremd sein durfte. Es wurde ihm gezeigt — und der Schüler lernte alsbald merken, daß das richtig ist —, daß ihm da etwas entgegentritt, was er selber einmal aus seinem eigenen Menschen zurückgelassen hatte, was von ihm hinterblieben war, was mit ihm in innigster Verwandtschaft stand, was ihm aber jetzt wie ein Äußerliches, wie ein Fremdes gegenübertrat. Was ist dies, mit dem sich da der Mensch in einer ganz merkwürdigen Art verband? Wir werden es am besten verstehen, wenn wir von einer Beschreibung des Momentes des Todes ausgehen.

[ 11 ] Once the individual had been guided this far by the Hermetic initiate, he came to know something else. He came to know something that might at first have seemed foreign to him, but which the teacher explained to him as something that should not, after all, be entirely foreign to him. It was shown to him—and the student soon realized that this was true—that he was confronted by something he himself had once left behind from his own human nature, something that had been left behind by him, something that was intimately related to him, but which now stood before him as something external, as something foreign. What is this with which the human being was connected in such a very strange way? We will understand it best if we begin with a description of the moment of death.

[ 12 ] Die Geistesforschung zeigt uns ja, daß im Moment des Todes der Mensch seinen physischen Leib ablegt. Dann bleibt von ihm dasjenige vorhanden, was wir kennengelernt haben als Ich und Astralleib, die jede Nacht während des Schlafzustandes herausgehen, und es bleibt zunächst vorhanden der Äther- oder Lebensleib. Der Mensch lebt nun nach dem Tode einige Zeit, die sich allerdings nur nach Tagen beläuft, in diesen drei Gliedern seiner Wesenheit: in seinem Ich, in seinem astralischen Leib und in seinem Ätherleib. Dann aber geht der wesentlichste Teil seines Ätherleibes wie ein zweiter Leichnam von ihm fort. Es wird immer gesagt — es wurde auch von mir, wie ich glaube, mit Recht angedeutet —, daß dasjenige, was da als zweiter Leichnam abgeht, sich zerstreut in der allgemeinen Ätherwelt, sich auflöst, und der Mensch nur eine Essenz, einen Extrakt, einen Samen mitnimmt in das Leben, das er nun zwischen dem Tod und einer neuen Geburt antritt. So wird dieser Vorgang gewöhnlich dargestellt, aber er ist in Wirklichkeit beträchtlich komplizierter. Was sich da auflöst, was da nach und nach wie ein zweiter Leichnam in die allgemeine Ätherwelt übergeht, das braucht zu seiner völligen Auflösung ziemlich lange, und die letzten Spuren dieses sich auflösenden Ätherleibes seines letzten Lebens sind es, die der Einzuweihende jetzt wie ein Fremdes findet, wenn er bei seiner Rückwanderung sich bis zu dem Punkte der Zeitenfolge hinaufentwickelt hat, wo der Mensch angekommen ist bei seinem letzten Ahnen, von dem er noch etwas ererbt hat. Da trifft er zusammen mit den letzten Überbleibseln seines letzten Ätherleibes. Und jetzt, wenn er seine Einweihung fortsetzt, muß der Mensch gleichsam eindringen in diesen seinen letzten Ätherleib, den er zurückgelassen hat, und dann lebt er wiederum rückwärts, fast, aber nicht ganz solange Zeit, wie er früher durchlebt hat bis zu seinem letzten Ahnen hinauf. Die Zeit bis zum ältesten Ahnen verhält sich zu der Zeit, die er jetzt zu durchleben hat, wie sieben zu fünf. Jetzt durchlebt der Mensch eine Zeit, in der er sozusagen immer mehr und mehr verdichtet findet, was er angetroffen hat als die letzten Überbleibsel seines früheren Lebens. Immer ähnlicher und ähnlicher wird das, indem es sich zusammenzieht für sein Wahrnehmen, seinem letzten Äther- oder Lebensleib, bis er zuletzt ankommt bei der Gestalt, die sein Ätherleib gehabt hat in dem Moment, wo er durch seinen letzten Tod gegangen ist. Und jetzt, nachdem die Gestalt sich immer mehr und mehr zusammengezogen hat, steht er vor seinem letzten Tode. In diesem Augenblicke gibt es für den Menschen, der eingeweiht ist, keinen Zweifel mehr, daß die Reinkarnation eine Wahrheit ist, denn er ist zurückgeschritten bis zu seinem letzten Tode. Damit haben wir das Stück kennengelernt, das der Mensch vorfindet als Überbleibsel seines letzten Erdenlebens.

[ 12 ] Spiritual research shows us that at the moment of death, a person sheds their physical body. What remains of them is what we have come to know as the “I” and the astral body, which leave the body every night during sleep, and what remains at first is the etheric or life body. After death, the human being lives for some time—though this amounts to only a few days—in these three aspects of their being: in their ego, in their astral body, and in their etheric body. But then the most essential part of their etheric body departs from them like a second corpse. It is always said—and I believe I have also rightly indicated this—that what departs as a second corpse disperses into the general etheric world, dissolves, and the human being takes with them only an essence, an extract, a seed into the life they now begin between death and a new birth. This is how the process is usually described, but in reality it is considerably more complicated. What dissolves there, what gradually passes into the general etheric world like a second corpse, takes quite a long time to dissolve completely, and it is the last traces of this dissolving etheric body from his last life that the initiate now encounters as something foreign when, in his journey back, he has developed upward to the point in the sequence of time where the human being has arrived at his last ancestor from whom he has still inherited something. There he encounters the last remnants of his last etheric body. And now, as he continues his initiation, the human being must, as it were, penetrate this last etheric body of his that he has left behind, and then he lives backward again, almost, but not quite as long a time as he previously lived through up to his last ancestor. The time up to the oldest ancestor stands to the time he now has to live through as seven to five. Now the human being lives through a time in which he finds, so to speak, the last remnants of his former life becoming ever more and more condensed. As it contracts for his perception, his last etheric or life body becomes more and more similar, until he finally arrives at the form that his etheric body had at the moment when he passed through his last death. And now, after the form has contracted more and more, they stand before their last death. At this moment, there is no longer any doubt for the initiated person that reincarnation is a truth, for they have gone back as far as their last death. Thus we have come to know the part that the human being finds as the remnant of their last earthly life.

[ 13 ] Man hat das, was da der Mensch erlebt als ihm entgegenkommend von seinem letzten Erdenleben, in der Geisteswissenschaft immer bezeichnet als den Erdenmenschen oder als das «Untere». So daß also der Mensch fast in der Mitte seiner Einweihungserlebnisse die Verbindung des Oberen mit dem Unteren durchmachte und dann das Untere so weit zurück verfolgte, daß er bis zu seinem letzten Leben herunterstieg. Damit hat der Mensch während seiner Einweihung einen Kreislauf durchgemacht, indem er, in seinen jetzigen Ätherleib eindringend, bis zu dem Ätherleib seines letzten Lebens kam und dann wiederum zurück bis zu seinem gegenwärtigen Leben. Er hat sich im geistigen Anschauen vereinigt mit dem, was er in einer früheren Inkarnation gewesen ist. So etwas nannte man in der Geisteswissenschaft immer einen Kreislauf und drückte dies durch das Symbolum der sich ringelnden und sich selbst erfassenden Schlange aus. Die Schlange ist ein Symbolum für vieles, auch für die Erlebnisse des in die Isis- und Osirismysterien Einzuweihenden, die eben geschildert worden sind.

[ 13 ] In spiritual science, what a person experiences as coming toward them from their last earthly life has always been referred to as the “earthly human being” or the “lower self.” Thus, almost halfway through their initiatory experiences, the person undergoes the union of the higher with the lower, and then traces the lower back so far that they descend all the way to their last life. In this way, during their initiation, the human being undergoes a cycle in which, penetrating into their present etheric body, they reach the etheric body of their last life and then return again to their present life. Through spiritual vision, they unite with what they were in a previous incarnation. In spiritual science, this was always called a cycle and was expressed through the symbol of the coiling, self-enveloping serpent. The serpent is a symbol for many things, including the experiences of the initiate into the Isis and Osiris mysteries, which have just been described.

[ 14 ] So sehen wir, daß allerdings mit den Worten «Der Mensch hat einen Ätherleib» die Natur dieses Ätherleibes nicht erschöpft ist. Man lernt seine Natur erst kennen, wenn man in ihn hineinsteigt. Dann lernt man die zwei Menschen kennen, die in jedem Menschen vereinigt sind, man lernt das Karma sozusagen an der Arbeit kennen. Man kann sich dann erklären, wie es kommt, daß man in einer ganz bestimmten Weise durch die Geburt ins Dasein schreitet. Man mußte warten von seinem letzten Tod bis zur neuen Geburt, bis der alte Äther- oder Lebensleib aufgelöst war, und erst dann konnte der Anfang damit gemacht werden, den neuen Ätherleib zu bilden. Aber was ich eben erzählt habe, das zeigt Ihnen, daß der Mensch tatsächlich dasjenige nicht vollständig überwunden hat, was sich als sein alter Ätherleib aufgelöst hat, denn er findet es noch, wenn er in sein eigenes Innere hinuntersteigt. Warum kann er es wiederfinden ? Nun, weil er davon ja eine Essenz, einen Extrakt zurückbehalten hat. Hätte er diesen Extrakt nicht zurückbehalten, dann könnte er auch das Stück seines Äther- oder Lebensleibes, das sich aufgelöst hat, nicht wiederfinden.

[ 14 ] Thus we see that the statement “The human being has an etheric body” does not fully capture the nature of this etheric body. One only comes to know its nature by entering into it. Then one comes to know the two human beings united within each person; one comes to know karma, so to speak, in action. One can then understand how it comes about that one enters into existence in a very specific way through birth. One had to wait from one’s last death until the new birth, until the old etheric or life body had dissolved, and only then could the process of forming the new etheric body begin. But what I have just described shows you that the human being has not in fact completely overcome that which dissolved as his old etheric body, for he still finds it when he descends into his own inner being. Why can he find it again? Well, because he has retained an essence, an extract of it. If he had not retained this extract, then he would not be able to find again that part of his etheric or life body that has dissolved.

[ 15 ] So sehen Sie, wie tiefbegründet das ist, was man ja nur nach und nach in geisteswissenschaftlichen Vorträgen erzählen kann. Wenn sonst, auch in exoterischen Vorträgen, gesagt wurde, daß der Mensch nach dem Tode eine Essenz seines Ätherleibes mitnimmt, so ist das keine Abstraktion. Wir stehen jetzt an dem Punkt, wo Sie erkennen können, wo die Geistesforschung das her hat. Alles, was darüber mitgeteilt wird, beruht auf den denkbar tiefsten Gründen, das beruht alles auf geistiger Forschung. Hier haben Sie ein Stück dieser Forschung, hier haben Sie die Beschreibung, wie gesucht werden diese Stücke, die dann in der äußeren Geisteswissenschaft mitgeteilt werden.

[ 15 ] So you can see how deeply grounded this is—something that can only be revealed bit by bit in lectures on spiritual science. When it has been said elsewhere, even in exoteric lectures, that after death a person takes with them an essence of their etheric body, this is no abstraction. We have now reached the point where you can see where spiritual research derives this from. Everything communicated on this subject is based on the deepest possible foundations; it is all based on spiritual research. Here you have a fragment of this research; here you have a description of how these fragments are sought out, which are then communicated in the outer spiritual science.

[ 16 ] So also ist der Mensch angekommen bei seinem letzten Tod, und wir haben damit einige Eigenschaften kennengelernt, die der noch tiefer in sich hineingehende Mystiker kennenlernt durch seine Einweihung an der Hand seines Führers. Haben wir gestern astralische Eigenschaften kennengelernt, die sich uns ergeben als unendlich gesteigertes Gefühl des Dankes auf der einen Seite und als unendlich gesteigertes Gefühl der Verantwortung auf der anderen Seite, als das, was der Mystiker in seinem astralischen Leibe findet, so haben wir heute das kennengelernt, was der Mystiker findet, wenn er in seinen ätherischen oder Lebensleib hineinsteigt: das «Obere» und das «Untere».

[ 16 ] Thus, humanity has arrived at its final death, and we have thereby come to know certain qualities that the mystic, delving even deeper within himself, comes to know through his initiation under the guidance of his teacher. If yesterday we became acquainted with astral qualities that present themselves to us as an infinitely heightened sense of gratitude on the one hand and an infinitely heightened sense of responsibility on the other—as what the mystic finds in his astral body—then today we have become acquainted with what the mystic finds when he descends into his etheric or life body: the “Upper” and the “Lower.”

[ 17 ] Die weiteren Schritte der Einweihung führen den Menschen dann dahin, daß er, nachdem er in seiner geistigen Rückschau bei seinem letzten Tode angekommen ist, weitergehen und sein letztes Leben kennenlernen kann. Aber dieses letzte Leben kennenzulernen, das ist nicht besonders einfach. Da handelt es sich darum, daß jetzt in der Tat der Mensch unter der Anleitung seines Führers nochmals darauf hingewiesen wird, wie er nicht weiterschreiten soll, ohne erst vollständig sich selber aufzugeben, ohne in völliges Selbstvergessen zu verfallen, denn man kann nicht weiterschreiten, wenn man auch nur noch etwas von dem hat, was persönliches Selbstbewußtsein dieser jetzigen Verkörperung, dieses Lebens zwischen der Geburt und dem Tode ist. Solange man noch irgend etwas sein eigen nennt, so lange kann man das nicht kennenlernen, was ja eine andere Persönlichkeit ist: die vorhergehende Inkarnation. Man muß fähig werden, sich für einen anderen halten zu können — das ist das Wichtige —, und muß doch sich nicht verlieren. Verwandlungsfähig muß man also werden bis zu dem Grade, daß man fühlen kann: Man schlüpft in eine ganz andere Leibeshülle hinein. — Dann erst, wenn man es bis zu diesem Grade der Selbstlosigkeit gebracht hat, die ein vollständiges Vergessen ist alles dessen, was in dieser Inkarnation erlebt werden kann, wenn man in dem denkbar stärksten Grade aufgegangen ist in seinem Führer, dann kann man weiterschreiten in die letzte Inkarnation, von dem letzten Tode bis zur vorletzten Geburt. Dann — und das ist jetzt wichtig — erlebt man nicht etwa das, was man in der vorhergehenden Inkarnation in der Welt draußen sinnlich gesehen hat, sondern man erlebt jetzt alles das, was man in der letzten Inkarnation an sich selber gearbeitet hat, was man in der letzten Inkarnation aus sich selber gemacht hat. Was das Auge gesehen, das Ohr gehört hat, was uns überhaupt in der Außenwelt entgegengetreten ist, das erlebt man auf andere Weise. Das aber erlebt man, was man bei seiner letzten Inkarnation bis zu dem letzten Tod aus sich gemacht hat. Man erlebt alle seine Anstrengungen, die man durchgemacht hat, um sich in dieser verflossenen Inkarnation um ein Stück weiterzubringen.

[ 17 ] The subsequent stages of the initiation then lead the individual to a point where, having reached his last death in his spiritual review, he can proceed and come to know his last life. But coming to know this last life is not particularly easy. The point is that, under the guidance of their guide, the person is now once again reminded that they must not proceed further without first completely surrendering themselves, without falling into complete self-forgetfulness; for one cannot proceed if one still possesses even a trace of the personal self-consciousness of this present incarnation, this life between birth and death. As long as one still calls anything one’s own, one cannot come to know what is, in fact, a different personality: the previous incarnation. One must become capable of regarding oneself as another—that is the crucial point—yet without losing oneself. One must therefore become capable of transformation to the extent that one can feel: one slips into a completely different physical body. — Only then, when one has reached this degree of selflessness—which is a complete forgetting of everything that can be experienced in this incarnation—when one has merged with one’s guide to the greatest possible degree, can one proceed to the last incarnation, from the last death to the penultimate birth. Then—and this is important now—one does not experience what one sensually saw in the outside world during the previous incarnation, but one now experiences everything one worked on within oneself in the last incarnation, everything one made of oneself in the last incarnation. What the eye has seen, what the ear has heard, whatever has come to meet us in the outer world at all—one experiences this in a different way. But what one experiences is what one has made of oneself in one’s last incarnation up to the last death. One experiences all the efforts one has gone through to advance oneself a little further in this past incarnation.

[ 18 ] Wenn man dies durchgemacht hat, wenn man diese Arbeit an sich selber durchlebt hat, dann wird man von dem Führer wiederum zurückgeführt zu seiner jetzigen Inkarnation, zu seiner jetzigen Verkörperung. Also der Schritt geht jetzt rasch von der vorhergehenden Inkarnation zur jetzigen Inkarnation, und dann erst findet man sich wiederum. Und jetzt hat man ein eigentümliches Gefühl, das Gefühl, daß man eigentlich aus zwei Persönlichkeiten besteht, daß man sich die eine Persönlichkeit mitgebracht hat, und daß man mit dieser Persönlichkeit in seine jetzige Persönlichkeit hineingefahren ist. Das gibt das Gefühl, in seinem physischen Leib drinnen zu sein. Man kann sich in seinem physischen Leib nicht anders erleben, als durch das Gefühl, daß man sich mit seiner vorhergehenden Inkarnation hineingelebt hat.

[ 18 ] Once you have gone through this, once you have lived through this work on yourself, the Guide then leads you back to your current incarnation, to your present embodiment. So the transition now moves quickly from the previous incarnation to the current one, and only then do you find yourself again. And now one has a peculiar feeling, the feeling that one actually consists of two personalities, that one has brought one personality with oneself, and that one has entered into one’s present personality with this personality. This gives the feeling of being inside one’s physical body. One cannot experience oneself in one’s physical body in any other way than through the feeling that one has settled into it with one’s previous incarnation.

[ 19 ] Ich habe ja schon wiederholt angedeutet, im gewöhnlichen normalen Leben sieht man den physischen Leib von außen. Jetzt erhält man zuerst einen Begriff, was es heißt, den physischen Leib von innen zu sehen. Man kann nur auf diese Weise in sich selber hineingelangen, daß man auf dem Umweg durch die vorherige Inkarnation geht. Dann steckt man darin und kann seinen eigenen physischen Leib anschauen mit den Augen und Erfahrungen der letzten Inkarnation. Aber das ist noch nicht genug, denn da merkt man noch ganz wenig von seinem jetzigen physischen Leib. Wenn nämlich der Führer den Menschen so weit gebracht hat, daß er einmal das Gefühl gehabt hat, bewußt in sich selber drinnenzustehen mit seiner vorherigen Persönlichkeit, dann muß der Führer den Menschen den ganzen Weg nochmals zurück machen lassen. Jetzt macht er in derselben Weise, wie es beschrieben worden ist, den Weg von der vorletzten Geburt bis zu dem vorletzten Tod durch; er erlebt da wiederum, was er in der Zwischenzeit in der geistigen Welt als oberer und als unterer Mensch durchgemacht hat, und lebt bis zu seiner vorletzten Inkarnation hinauf, erreicht also durch seinen vorletzten Tod seine vorletzte Inkarnation. Wohlgemerkt, man kann durch einen einmaligen Kreislauf nur bis zu seiner vorhergehenden Inkarnation kommen; dann muß man wieder in seinen Leib hinein und kann jetzt einen zweiten Kreislauf machen. Dann kommt man zur vorletzten Inkarnation. Mit dieser kehrt man wiederum zurück in den gegenwärtigen Leib. Jetzt hat man das Gefühl, daß man als drei Persönlichkeiten in seiner jetzigen Persönlichkeit drinnensteckt.

[ 19 ] As I have repeatedly suggested, in ordinary, everyday life we see the physical body from the outside. Now, for the first time, we gain an understanding of what it means to see the physical body from the inside. The only way to enter into oneself is to take the detour through the previous incarnation. Then one is immersed in it and can look at one’s own physical body through the eyes and experiences of the last incarnation. But that is not enough, for one still perceives very little of one’s present physical body. For when the guide has brought the person to the point where they have once had the feeling of standing consciously within themselves with their previous personality, the guide must then have the person retrace the entire path once more. Now, in the same way as has been described, they retrace the path from the penultimate birth to the penultimate death; there they experience once more what they went through in the spiritual world in the meantime as the higher and lower self, and live back up to their penultimate incarnation, thus reaching their penultimate incarnation through their penultimate death. Mind you, one can only reach one’s previous incarnation through a single cycle; then one must return to one’s body and can now make a second cycle. Then one arrives at the penultimate incarnation. With this, one returns once more to the present body. Now one has the feeling that one is contained within one’s present personality as three personalities.

[ 20 ] Der Kreislauf kann so oft vollzogen werden, bis sich der Mensch hinaufhebt zu einem Zeitpunkt, der weit zurückliegt in der Erdenentwickelung. Da findet der Mensch, daß er in einer früheren Persönlichkeit verkörpert war in dem vorhergehenden Kulturzeitalter, im griechisch-lateinischen, daß er in einer noch früheren Kultur verkörpert war in der ägyptischen Zeit, in einer noch früheren in der urpersischen Kultur und in einer noch früheren in der altindischen Zeit. Dann lebt er sich weiter hinauf in das, was Sie beschrieben finden als die atlantische Zeit, und noch weiter hinauf bis zur sogenannten lemurischen Zeit. Da hört die Möglichkeit auf, solche Erfahrungen zu machen, wie sie eben beschrieben worden sind. So hat der Mensch tatsächlich die Möglichkeit, sich selbst innerlich so weit zu verfolgen durch alle möglichen Kulturen und Rassen hinauf bis zu dem Beginne seines Erdenwerdens, bis zu seiner ersten irdischen Verkörperung. In dem, was wir das Innere unseres physischen Leibes nennen, stecken eigentlich darin als Kräfte alle unsere früheren Verkörperungen. Was wir heute äußerlich als physischer Leib sind, das hat in sich als Kräfte alle früheren Verkörperungen. Sie sehen, wenn man exoterisch sagt, der Mensch besteht aus einem physischen Leib, aus einem ätherischen oder Lebensleib, aus einem astralischen Leib, so heißt das, der Mensch besteht zunächst aus etwas, was sich von innen gesehen ausnimmt wie ineinandergeschachtelte Verkörperungen. Tatsächlich sind alle unsere Verkörperungen im Inneren unseres physischen Leibes vereinigt am Werke. Und wenn wir sprechen von dem Äther- oder Lebensleib, dann müssen wir eingedenk sein, daß er, von innen angesehen, als ein Kreislauf erscheint, der verfließt, rückwärts laufend, von unserer gegenwärtigen Geburt bis zum letzten Tode. Da zeigen sich die Eigenschaften unserer Hüllen, dessen, was wir an uns haben, in das wir mystisch untertauchen, in das wir hineinsteigen können.

[ 20 ] This cycle can be repeated as often as necessary until the individual ascends to a point far back in Earth’s evolution. There the person finds that they were incarnated in a previous personality during the preceding cultural epoch, the Greco-Roman era; that they were incarnated in an even earlier culture during the Egyptian era; in an even earlier one during the ancient Persian culture; and in yet another earlier one during the ancient Indian era. Then they continue to trace themselves back to what you have described as the Atlantean era, and even further back to the so-called Lemurian era. That is where the possibility of having such experiences as have just been described comes to an end. Thus, the human being actually has the possibility of tracing himself inwardly through all possible cultures and races all the way back to the beginning of his earthly existence, to his first earthly incarnation. Within what we call the innermost part of our physical body, all our previous incarnations are actually contained as forces. What we are today outwardly as a physical body contains within itself, as forces, all our earlier incarnations. You see, when one says exoterically that the human being consists of a physical body, an etheric or life body, and an astral body, this means that the human being consists, first of all, of something that, viewed from within, appears as nested incarnations. In fact, all our incarnations are at work, united within our physical body. And when we speak of the etheric or life body, we must bear in mind that, viewed from within, it appears as a cycle that flows backward, from our present birth to our final death. There the qualities of our sheaths become apparent—those aspects of ourselves into which we can mystically immerse ourselves, into which we can descend.

[ 21 ] Dann aber, wenn der Mensch so weit zurückgegangen ist, wenn er angekommen ist als Einzuweihender an der Hand des HermesEingeweihten bei seiner ersten Inkarnation, dann erfährt er viel mehr; er erfährt an diesem Punkte seiner Rückwärtswanderung, daß er in einer gewissen Zeit unseres Erdenwerdens, unserer Erdenentwickelung ein ganz anderer war, als er jetzt ist, und daß auch die Umgebung eine ganz andere war, als sie jetzt ist. Die Erde war dazumal ganz anders in der Zeit, in der der Mensch gelebt hat in seiner ersten Inkarnation, in seiner ersten Verkörperung. Wenn wir Jetzt in die Welt hinausschauen, treten uns drei Naturreiche entgegen: das Tierreich, das Pflanzenreich, das Mineralreich. Wir haben im Grunde genommen alle diese drei Reiche in uns, wir haben das tierische, das pflanzliche, das mineralische Reich in uns. Das tierische Reich haben wir dadurch in uns, daß wir einen astralischen Leib haben, der unsern äußeren Leib kraftvoll durchsetzt; das pflanzliche Reich dadurch, daß wir einen ätherischen oder Lebensleib haben, der ein Ähnliches tut. Das mineralische Reich haben wir in uns dadurch, daß wir die Stoffe, die äußerlich im mineralischen Reiche sind, mit uns selbst vereinigen, in uns aufnehmen, sie durch uns durchgehen lassen. Ja, wenn wir so weit hinaufschreiten im Geistigen, daß wir bei dem Erleben des Inneren unseres physischen Leibes bei unserer ersten Inkarnation angekommen sind, dann merken wir, daß die Erde in diesem Zeitpunkt gerade in der Epoche ihrer Entwickelung angekommen war, wo das Mineralreich eben erst entstanden ist in seiner heutigen Form. Daher konnten wir auch unsere erste physische Verkörperung damals bilden, weil wir da zuerst, indem sich das Mineralreich bildete, etwas von diesem Mineralreich in uns aufnehmen konnten. Wir gelangen damit zugleich an den Beginn des mineralischen Reiches auf unserer Erde.

[ 21 ] But then, once the human being has gone back that far, once he has arrived as a candidate for initiation, guided by the hand of the Hermetic initiate during his first incarnation, he learns much more; at this point in his journey backward, he learns that at a certain time in our Earth’s becoming, in our Earth’s development, he was quite different from what he is now, and that the environment, too, was quite different from what it is now. The Earth was quite different back then, in the time when the human being lived in his first incarnation, in his first embodiment. When we look out into the world now, we encounter three kingdoms of nature: the animal kingdom, the plant kingdom, and the mineral kingdom. We essentially have all three of these kingdoms within us; we have the animal, plant, and mineral kingdoms within us. We have the animal kingdom within us because we have an astral body that powerfully permeates our outer body; the plant kingdom through the fact that we have an etheric or life body that does something similar. We have the mineral kingdom within us through the fact that we unite the substances that are externally in the mineral kingdom with ourselves, take them into ourselves, and allow them to pass through us. Indeed, when we ascend so far in the spiritual realm that we have reached the experience of the inner life of our physical body during our first incarnation, we realize that the Earth had just arrived at that point in its development where the mineral kingdom had only just emerged in its present form. That is why we were able to form our first physical embodiment at that time, because as the mineral kingdom was forming, we were first able to take in something of this mineral kingdom within ourselves. In doing so, we arrive at the very beginning of the mineral kingdom on our Earth.

[ 22 ] Nun können Sie sagen: Ja, aber war denn dieses mineralische Reich auf unserer Erde nicht eigentlich früher dagewesen als das Pflanzen- und Tierreich? — Wer sozusagen nur so weit denken würde, als seine Nase reicht, der kann das ja glauben. Wer aber ein klein wenig nach Gleichnissen denkt, der wird sich sagen: Ich habe ja schon in der gewöhnlichen Steinkohle etwas, was aus der Pflanze entstand und dann erst mineralisch geworden ist, nachdem es vorher pflanzlich war. — Unter anderen Verhältnissen als den heutigen konnte das Pflanzenreich vor dem mineralischen Reich bestehen. Das mineralische Reich ist erst eine spätere Bildung als das Pflanzenreich. Das Pflanzenreich ist dem mineralischen vorausgegangen. Nicht das Pflanzenreich folgt dem Mineralreich, sondern das Pflanzenreich hat unter anderen Bedingungen schon vorher existiert. Als Verhärtungsprodukt des Pflanzenreiches ist das Mineralreich entstanden. Und in dem Augenblick, wo auf unserer Erde das mineralische Reich sich bildete, in diesem Augenblicke trat der Mensch in seine erste Erdeninkarnation ein. Das Mineralreich hat sich entwickelt durch gewisse lange Zeiträume hindurch. Seit der Entwickelung dieses Mineralreiches machen wir unsere Erdeninkarnationen durch. Dieses Mineralreich haben wir uns also dazumal erst angeeignet. Vorher waren wir in einer anderen Weise als Wesen substantiell, vorher hatten wir noch nicht die Stoffe des Mineralreiches uns eingegliedert, wie wir sie heute als physisch verkörperte Menschen in uns haben. — Deshalb sagte man auch in der Geisteswissenschaft zu allen Zeiten: Unsere Erde ist fortgeschritten in ihrer Entwickelung bis zur Bildung des Mineralreiches, und damit hat sich zugleich der Mensch dieses Mineralreich angeeignet.

[ 22 ] Now you might say: Yes, but wasn’t this mineral kingdom on our Earth actually here before the plant and animal kingdoms? — Anyone who thinks only as far as the end of their nose, so to speak, might well believe that. But anyone who thinks a little in terms of analogies will say to themselves: Even in ordinary coal, I already have something that originated from a plant and only became mineral after having previously been plant-based. — Under conditions different from those of today, the plant kingdom could have existed before the mineral kingdom. The mineral kingdom is a later formation than the plant kingdom. The plant kingdom preceded the mineral kingdom. It is not the plant kingdom that follows the mineral kingdom, but rather the plant kingdom already existed beforehand under different conditions. The mineral kingdom arose as a product of the hardening of the plant kingdom. And at the very moment when the mineral kingdom formed on our Earth, at that very moment, humanity entered its first earthly incarnation. The mineral kingdom developed over certain long periods of time. Since the development of this mineral kingdom, we have been undergoing our earthly incarnations. We thus only appropriated this mineral kingdom at that time. Before that, we were substantial beings in a different way; before that, we had not yet incorporated the substances of the mineral kingdom into ourselves, as we have them within us today as physically embodied human beings. — That is why it has always been said in spiritual science: Our Earth has advanced in its development to the formation of the mineral kingdom, and with this, humanity has simultaneously appropriated this mineral kingdom.

[ 23 ] Nun sehen wir daraus wiederum, wie der Mensch, indem er in sich selber hinuntersteigt bis zu der Erkenntnis seines physischen Leibes, an einen Punkt kommt, wo er aus sich selber hinaustritt. Wie sollten wir es denn anders erwarten? Wir wissen, durch unseren Astralleib sind wir den Tieren verwandt, durch unseren Ätherleib den Pflanzen, durch unseren physischen Leib den Mineralien. Kein Wunder, daß, wenn wir bis zum physischen Leib hinuntersteigen, wir an dieser Grenze das Mineralreich als das Äußere antreffen. Wir gehen gleichsam in uns selber hinein und kommen merkwürdigerweise an einen Punkt, wo wir aus uns hinauskommen, in das Mineralreich hinein. Allerdings nicht in jenes Mineralreich, das wir heute um uns herum haben, sondern in dasjenige, wie es war in dem Momente seiner Entstehung auf der Erde in der lemurischen Zeit. Wir unterscheiden unsere jetzige Erdenzeit, welche zurückführt bis zu der Zeit der großen atlantischen Katastrophe, und die noch davorliegende, die lemurische Zeit. Vor der atlantischen Katastrophe war das Antlitz der Erde ganz anders als heute. Es war ein großer Kontinent, auf dem wir lebten, zwischen dem heutigen Europa und Afrika einerseits und Amerika andererseits, der atlantische Kontinent. In einer noch früheren Erdenzeit, da war das Antlitz der Erde wieder anders. Da lebten die Menschen, das heißt wir selber in unserer früheren Inkarnation, auf einem Kontinent, den wir heute auf der Erde suchen müßten zwischen Australien, Afrika und Asien, im alten Lemurien, wie es die heutige Naturwissenschaft ja auch nennt. Dazumal machte der Mensch seine erste Inkarnation durch, und damals entstand das mineralische Reich. Das war auch der Moment, wo sich der Mond, den wir heute im Himmelsraume haben, aus der Erde herausgesondert hat. Früher war unser Mond mit unserer Erde verknüpft. Das sei nur nebenbei gesagt. Wie das erforscht wird, davon werden wir noch in den nächsten Tagen reden.

[ 23 ] Now we see once again how, by descending within himself to the awareness of his physical body, a human being reaches a point where he steps outside of himself. How could we expect it to be otherwise? We know that through our astral body we are related to animals, through our etheric body to plants, and through our physical body to minerals. No wonder that, when we descend to the physical body, we encounter the mineral kingdom as the outer boundary at this point. We enter, as it were, into ourselves and, strangely enough, arrive at a point where we step out of ourselves and into the mineral kingdom. Not, however, into the mineral kingdom that surrounds us today, but into the one as it was at the moment of its emergence on Earth during the Lemurian era. We distinguish between our present Earth epoch, which goes back to the time of the great Atlantean catastrophe, and the one preceding it, the Lemurian epoch. Before the Atlantean catastrophe, the face of the Earth was quite different from today. It was a great continent on which we lived, situated between present-day Europe and Africa on the one hand and America on the other—the Atlantean continent. In an even earlier epoch of Earth’s history, the face of the Earth was different once again. At that time, human beings—that is, ourselves in our earlier incarnations—lived on a continent that we would have to seek today on Earth between Australia, Africa, and Asia, in ancient Lemuria, as modern science also calls it. At that time, humanity underwent its first incarnation, and the mineral kingdom came into being. That was also the moment when the Moon, which we have in the heavens today, separated from the Earth. In the past, our Moon was connected to our Earth. Let me just mention that in passing. We will discuss how this is being researched in the coming days.

[ 24 ] Damit haben wir gesehen, daß, wenn wir in uns selber hineinsteigen und uns wirklich kennenlernen, wenn wir an der Hand des Führers durch wahrhaft mystisches Erleben uns in uns vertiefen, wir aus uns selber herauskommen. Es führt uns unser Weg aus dem Menschen zur mineralischen Erde hin, zu jener mineralischen Erde, aus der wir uns unsere Erdenstoffe, unsere physische Substanz angeeignet haben.

[ 24 ] We have thus seen that when we look within ourselves and truly come to know ourselves, when we delve deep into our inner selves through a genuinely mystical experience guided by the Master, we emerge from ourselves. Our path leads us out of the human realm and toward the mineral earth—that mineral earth from which we have derived our earthly materials, our physical substance.

[ 25 ] Das ist der eine Weg, welchen ich Ihnen schildern wollte als den Weg, der durchgemacht werden konnte und durchgemacht worden ist von vielen in den alten Isis- und Osirismysterien. Wie gesagt, er konnte nur durchgemacht werden an der Hand eines Führers, dem man sich im strengsten Sinne unterwarf. Wenn der Mensch sich dazumal nicht mit seinem ganzen Ich dem Führer unterworfen hätte, dann hätte er niemals diese Wege gehen können, die jetzt beschrieben worden sind, sondern er wäre in sein Inneres hineingestiegen und hätte die allerschlimmsten Seiten seines Inneren kennengelernt. Er hätte das kennengelernt, was er durch sein selbstsüchtiges Ich aus sich gemacht hat. Es wird uns obliegen, in den nächsten Tagen den anderen Weg zu schildern, den Weg der nordischen Mysterien, der den Menschen nicht in sich hinein-, sondern aus sich herausführte in die Himmelswelt. Und nachdem wir dann diese zwei Wege kennengelernt haben, welche beide heute nicht gangbar sind wegen der fortgeschrittenen Menschennatur, die frei sein will von einer absoluten Botmäßigkeit, werden wir den Weg kennenlernen, der für die heutige Menschennatur der gangbare, der richtige ist, den sogenannten rosenkreuzerischen Weg.

[ 25 ] This is the path I wanted to describe to you as the one that could be traversed—and was traversed—by many in the ancient mysteries of Isis and Osiris. As I said, it could only be traversed under the guidance of a leader to whom one submitted in the strictest sense. If people back then had not submitted themselves with their whole being to the guide, they would never have been able to walk the paths that have now been described; instead, they would have descended into their inner selves and come to know the very worst aspects of their inner being. They would have come to know what their selfish ego had made of them. It will be our task in the coming days to describe the other path, the path of the Nordic mysteries, which led people not inward but outward into the heavenly world. And after we have become acquainted with these two paths—neither of which is viable today due to the advanced state of human nature, which seeks freedom from absolute subservience—we will come to know the path that is viable and appropriate for human nature today: the so-called Rosicrucian path.

[ 26 ] Erwähnt soll nur noch werden, daß sich gewisse neuere Mystiker zu helfen suchten, wenn sie nicht einen Guru hatten, dem sie sich so streng unterwarfen. Dann wußsten sie sich in einer anderen Weise zu helfen, und es ist interessant zu sehen, wie auch der Weg solcher Mystiker erklärlich wird, wenn man jene Geheimnisse kennt, die eben beschrieben worden sind. Nehmen wir zum Beispiel den Meister Eckhart. Das war ein Mystiker des Mittelalters, welcher einen Führer in dem Sinne, wie es die alten Einzuweihenden der Isis- und Osirismysterien hatten, nicht hatte, sondern sozusagen auf eigene Hand in sein Inneres hinunterstieg. Es wäre für ihn sehr gefährlich geworden, wenn er über den gewissen Punkt hinaus nach seiner eigenen, sich ihm wie natürlich ergebenden inneren Versenkung einfach fortgefahren wäre. Da wäre er kaum davor bewahrt geblieben, daß nicht doch an einem gewissen Punkt aufgetreten wäre der Anspruch des eigenen Ich. Denn das ist gerade die Gefahr bei diesem Versenken in sein eigenes Innere, daß das eigene Ich in selbstsüchtiger Weise sich geltend macht. Man kann natürlich in langen Tiraden davon reden, daß der Mensch in sich selber hinuntersteigen soll und daß er sich so in sich vertiefen kann, daß er den Gottmenschen in sich findet. Aber die, die so reden, sind in der Regel nicht sehr weit gekommen. Wenn sie weit gekommen wären, so würden sie auch gefunden haben, daß, wenn sie sich selbst überlassen bleiben, sich das selbstsüchtige Ich in einer furchtbaren Weise geltend macht. Man konnte es an solchen Mystikern erleben, daß sie, solange sie geleitet waren durch das äußere konventionelle Leben, ganz leidlich anständige Menschen waren; in dem Augenblicke aber, in dem sie sich in ihr Inneres versenken, wo sie also das verlassen, was von außen auf sie wirkt, wo sie ihren inneren Menschen aufsuchen, da kommt dieser innere Mensch auch zur Geltung. Während diese Menschen vorher durch äußere Erziehung veranlaßt worden sind, die Wahrheit zu sagen, kann es vorkommen, daß sie dann, wenn das selbstsüchtige Ich sich geltend macht, anfangen zu lügen, daß sie unaufrichtige Menschen werden, daß sie stärker selbstsüchtige Figenschaften bekommen als andere Menschen im gewöhnlichen Leben. Solche Erfahrungen kann der machen, der übelgeleitete Mystiker beobachtet, die gerne davon reden, daß man sich in sein eigenes Innere versenken solle, um den höheren Menschen zu finden. Man findet gewöhnlich nicht diesen höheren Menschen, sondern man findet seinen allergewöhnlichsten Menschen, der in der Regel dann schlechter ist als der konventionelle Mensch. Vor diesem Anspruch des selbstsüchtigen Ich muß man sich hüten.

[ 26 ] It should also be mentioned that certain modern mystics sought to help themselves when they did not have a guru to whom they could submit so strictly. They knew how to help themselves in a different way, and it is interesting to see how the path of such mystics also becomes understandable once one is familiar with the mysteries that have just been described. Take Meister Eckhart, for example. He was a medieval mystic who did not have a guide in the sense that the ancient initiates of the Isis and Osiris mysteries had, but rather descended into his inner self, so to speak, on his own. It would have been very dangerous for him if, beyond a certain point, he had simply continued on in his own inner contemplation, which arose naturally within him. He would hardly have been spared the danger that, at a certain point, the claim of his own ego would have arisen. For that is precisely the danger in this descent into one’s own inner self: that one’s own ego asserts itself in a selfish manner. One can, of course, speak at length about how a person should descend into themselves and how they can delve so deeply within themselves that they find the God-man within. But those who speak this way have generally not come very far. If they had come far, they would also have found that, when left to their own devices, the selfish ego asserts itself in a terrible way. One could observe in such mystics that, as long as they were guided by conventional external life, they were quite decent people; but the moment they sink into their inner selves—that is, when they abandon what acts upon them from the outside and seek their inner being—this inner being also asserts itself. While these people were previously prompted by external upbringing to tell the truth, it can happen that when the selfish ego asserts itself, they begin to lie, that they become insincere people, that they develop more selfish tendencies than other people in ordinary life. Such experiences can be had by anyone who observes misguided mystics who like to talk about the need to immerse oneself in one’s own inner self in order to find the higher self. One usually does not find this higher self, but rather one finds one’s most ordinary self, which is generally worse than the conventional person. One must guard against this claim of the selfish ego.

[ 27 ] Bei den ägyptischen Mysterien wurde der Einzuweihende durch den Hermespriester davor bewahrt, der für ihn die Führung übernommen hat, so daß der Schüler nicht mehr seinem eigenen Ich folgte. Der Meister Eckhart hatte einen solchen Lehrer nicht. Tauler bekam ihn von einem gewissen Zeitpunkt an, aber Eckhart hatte einen solchen Führer nicht. Wodurch schützte er sich aber vor dem eigensüchtigen Anspruch des Ich? Solch eine gesunde Natur, wie Meister Eckhart es war — ebenso wie fast alle die christlichen Mystiker des Mittelalters, welche einen solchen Guru nicht hatten —, schützte sich dadurch, daß er sich ganz durchdrang mit dem Gefühl: Jetzt bist du nicht mehr du selber, jetzt bist du ein anderer geworden; jetzt spricht, fühlt, will nicht mehr das, was du sprichst, fühlst, willst; jetzt lasse dich ganz erfüllen mit dem Christus. — Er machte das Paulinische Wort wahr: «Nicht ich, sondern der Christus in mir.» Dann machte er diese Verwandlung durch. Er entselbstete sich sozusagen. Er gab sein Ich auf und ließ sich erfüllen von einem anderen Ich. «Entwerdenm», der Gegensatz von «werden», ist ein schönes Wort der christlichen Mystiker des Mittelalters. Wie man ein selbständiges Ich «wird», so suchten diese Mystiker zu «entwerden», das heißt ihr Ich ganz aufzugeben und sich ganz zu erfüllen mit einem anderen Ich. Das waren die Mittel gegen die selbstsüchtigen Ansprüche des Ich, zu welchen Mystiker griffen wie Meister Eckhart oder der Mystiker, der der Schreiber der sogenannten «Theologia Deutsch» ist, daß sie nicht aus sich selber sprechen wollten, sondern daß sie einen höheren Menschen, einen Menschen, der den jetzigen Menschen innerlich beleben und inspirieren kann, in sich sprechen lassen konnten. Daher das immer wiederkehrende Betonen dieser Mystiker, daß sie ihr Selbst ganz hingeben wollten dem, was sie innerlich erlebten. So also sehen wir, als die neueren Zeiten herannahten, wie die christlichen Mystiker des Mittelalters, die schon entgegenlebten den Zeiten der modernen Menschheit, den äußeren Guru ersetzten durch einen inneren Guru, durch den Christus. Was nun zu tun ist, damit der Mensch, der im heutigen Geistesleben darinnensteht, seine Wege findet in die geistigen Welten hinein unter Aufrechterhaltung der heutigen Geistes- und Seelenverfassung, das wird sich uns morgen zeigen, wenn wir vorher noch den Weg besprochen haben, der in den nordischen Mysterien unternommen worden ist, um den Makrokosmos kennenzulernen, in den der Mensch hineintritt beim Einschlafen. Wir werden von einer Schilderung des Einschlafens ausgehen und weiter schildern, in welche makrokosmische Sphären die Menschen sich hineinlebten, und dann den Übergang finden zu den neueren Methoden des Erkenntnispfades in die höheren Welten.

[ 27 ] In the Egyptian mysteries, the initiate was protected by the priest of Hermes, who took on the role of guide, so that the student no longer followed his own ego. Meister Eckhart did not have such a teacher. Tauler acquired one at a certain point, but Eckhart did not have such a guide. But how did he protect himself from the selfish demands of the ego? A person of such sound character as Meister Eckhart—just like almost all the Christian mystics of the Middle Ages who did not have such a guru—protected himself by allowing himself to be completely permeated by the feeling: Now you are no longer yourself; now you have become another; now it is no longer you who speaks, feels, or wills what you speak, feel, or will; now let yourself be completely filled with Christ. — He made the Pauline saying true: “Not I, but Christ in me.” Then he underwent this transformation. He, so to speak, ceased to be himself. He gave up his ego and allowed himself to be filled by another ego. “Entwerden,” the opposite of “werden,” is a beautiful word used by the Christian mystics of the Middle Ages. Just as one “becomes” an independent ego, so these mystics sought to “unbecome,” that is, to give up their ego entirely and to be completely filled with another ego. These were the remedies against the selfish claims of the ego, to which mystics such as Meister Eckhart or the mystic who is the author of the so-called “Theologia Deutsch” resorted, so that they did not wish to speak from themselves, but rather could allow a higher human being—a human being who can inwardly enliven and inspire the present human being—to speak through them. Hence the repeated emphasis by these mystics that they wished to surrender their self entirely to what they experienced inwardly. Thus, as modern times drew near, we see how the Christian mystics of the Middle Ages, who were already living in anticipation of the times of modern humanity, replaced the external guru with an inner guru, with Christ. What now needs to be done so that the human being, who stands at the very center of today’s spiritual life, may find his way into the spiritual worlds while maintaining his present state of mind and soul—this will become clear to us tomorrow, once we have first discussed the path undertaken in the Nordic mysteries to become acquainted with the macrocosm into which the human being enters upon falling asleep. We will begin with a description of falling asleep and go on to describe the macrocosmic spheres into which people immersed themselves, and then make the transition to the newer methods of the path of knowledge into the higher worlds.