The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 119
26 March 1910, Vienna
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Macrocosm and Microcosm, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Wir haben gestern zum Schlusse der Darstellung, die den eigentlichen tieferen mystischen Weg des Menschen gegeben hat, hinweisen müssen auf die Hauptgefahr, welche mit diesem mystischen Weg bei demjenigen verbunden war, der ihn in alten Zeiten ohne Führung gegangen wäre, in Zeiten, in denen es ja noch nicht diejenigen Methoden der Einweihung gegeben hat, die es jetzt gibt, und von denen wir später sprechen werden. Um Ihnen noch einen genaueren Hinweis zu geben, wie groß diese Schwierigkeiten waren, möchte ich folgendes erwähnen. Wir haben gesehen, daß die Schwierigkeiten hauptsächlich davon herkommen, daß der Mensch, wenn er in sein eigenes Innere hineinsteigt, von seinem egoistischen Wesen, von seinem selbstsüchtigen Ich fast ganz ausgefüllt wird, so daß dieses Ich mit einer Stärke erwacht, welche alles, was der Mensch sonst wahrnimmt, was er sonst erkennen kann, in den Dienst des Ich stellen und alles nur in der Färbung sehen würde, welche durch dieses verstärkte Licht der egoistischen Seele bewirkt wird. Gerade aus diesem Grunde mußte in der alten Einweihung die Stärke des IchGefühls und des Ich-Bewußtseins ganz herabgestimmt werden, und es mußte das Ich sozusagen übertragen werden auf den geistigen Führer, wie wir es gestern beschrieben haben. Diese Herabstimmung des Ich wurde zunächst so bewirkt, daß durch die Kraft, welche ausging von dem geistigen Führer, das Ich-Bewußtsein des Betreffenden, der da eingeweiht werden sollte, auf ein Drittel der gewöhnlichen Stärke heruntergestimmt wurde. Das ist schon sehr, sehr viel, denn wir können sagen, daß unser Bewußtsein im Schlatzustande, wenn nicht ganz tiefer Schlaf vorhanden ist, ungefähr auf ein Drittel herabgestimmt ist. In den alten ägyptischen Mysterien wurde diese Herabstimmung noch weiter getrieben. Es wurde jenes Drittel des Bewußtseins nochmals auf ein Viertel reduziert, also auf ein Zwölftel des gewöhnlichen Bewußtseins herabgestimmt, so daß der betreffende Mensch zuletzt wirklich in einem todesähnlichen Zustande war. Vollständig ähnlich einem Toten war er für die äußere Beobachtung.
[ 1 ] Yesterday, at the conclusion of our discussion of the true, deeper mystical path of the human being, we had to point out the main danger associated with this mystical path for those who would have walked it in ancient times without guidance—in times when the methods of initiation that exist today, and which we will discuss later, had not yet been developed. To give you a more precise indication of how great these difficulties were, I would like to mention the following. We have seen that the difficulties arise mainly from the fact that when a person descends into their own inner being, they are almost completely filled by their egoistic nature, by their selfish ego, so that this ego awakens with a strength that would place everything else a person perceives, everything else they can recognize, at the service of the ego, and would see everything only in the light cast by this intensified light of the egoistic soul. Precisely for this reason, in the ancient initiation, the strength of the sense of self and of self-consciousness had to be completely subdued, and the self had to be, so to speak, transferred to the spiritual guide, as we described yesterday. This toning down of the ego was initially achieved in such a way that, through the power emanating from the spiritual guide, the ego-consciousness of the person to be initiated was reduced to one-third of its usual strength. That is already a great deal, for we can say that our consciousness in the sleeping state, unless we are in a very deep sleep, is reduced to about one-third. In the ancient Egyptian mysteries, this lowering was taken even further. That one-third of consciousness was reduced once more to one-quarter, that is, lowered to one-twelfth of normal consciousness, so that the person in question was ultimately truly in a death-like state. To the outside observer, he was completely like a dead person.
[ 2 ] Worauf ich aber hinweisen möchte, das ist, daß diese elf Zwölftel des Bewußtseins nicht etwa ins Nichts verschwanden. Das war durchaus nicht der Fall. Im Gegenteil, man konnte dann erst durch geistige Wahrnehmung sehen, wie intensiv der menschliche Egoismus ist, denn mit jedem Zwölftel des menschlichen Ich-Bewußtseins kam aus dem Menschen geistig etwas heraus, was ein kräftiges Stück seines Egoismus war. Und so sonderbar es Ihnen klingen mag, es war aber doch so: Um diese aus dem Menschen herausströmenden Egoismen im Zaume zu halten, gleichsam um den Menschen geistig zu halten, wenn er sein Ich heruntergestimmt bekam, waren für den Führer zwölf Gehilfen notwendig. Das ist eines der Geheimnisse der höheren Einweihung des Altertums. Es soll hier nur angeführt werden, um zu zeigen, was der Mensch findet, wenn er in sein Inneres hinuntersteigt. Der Mensch würde, wenn er sich selbst überlassen ohne weiteres in sein Inneres hineingeführt würde, sich in der Tat so gebärden, daß er Eigenschaften bekommen würde, welche zwölfmal schlechter wären als diejenigen, die er im gewöhnlichen Leben hat. Diese Eigenschaften des Menschen, die im gewöhnlichen Leben niedergehalten oder verdeckt werden durch Konvention, durch Sitten, Gewohnheiten oder Gesetze, wurden bei der Einweihung in den alten ägyptischen Mysterien im Zaume gehalten durch die Gehilfen des Hermespriesters. Das sollte, wie gesagt, nur eine nebenhergehende Bemerkung sein, um das zu verstärken, was gestern am Schlusse erwähnt worden ist.
[ 2 ] What I would like to point out, however, is that these eleven-twelfths of consciousness did not simply vanish into nothingness. That was by no means the case. On the contrary, it was only then, through spiritual perception, that one could see how intense human egoism is, for with every twelfth part of human ego-consciousness, something emerged spiritually from the human being that was a powerful fragment of their egoism. And as strange as it may sound to you, it was nevertheless so: in order to keep these egoisms flowing out of the human being in check—to keep the human being spiritually grounded, so to speak, when his ego was subdued—twelve assistants were necessary for the leader. This is one of the secrets of the higher initiations of antiquity. It is mentioned here only to show what a person finds when he descends into his inner self. If left to his own devices, a person would, without further ado, be led into his inner self and would indeed behave in such a way that he would acquire qualities twelve times worse than those he possesses in ordinary life. These qualities of the human being, which in ordinary life are suppressed or concealed by convention, customs, habits, or laws, were kept in check during initiation into the ancient Egyptian mysteries by the assistants of the priest of Hermes. This was meant, as I said, to be merely a passing remark to reinforce what was mentioned at the end yesterday.
[ 3 ] Heute obliegt es uns, den anderen Weg zu zeigen, den der Mensch nehmen kann, wenn er nun nicht in sein Inneres hinuntersteigt, wenn er also nicht durchmacht mit einem Hineinschauen in sein Inneres den Moment des Aufwachens, sondern wenn er in bewußter Weise durchmacht den Moment des Einschlafens und das Verweilen in jenem Zustande, in dem der Mensch ist, wenn er dem Schlafe hingegeben ist. Wir haben in den vorhergehenden Vorträgen gesehen, daß der Mensch dann gleichsam ausgeflossen ist in den Makrokosmos, während er während seines tagwachenden Zustandes in seine eigene Wesenheit, in den Mikrokosmos, untergetaucht ist. Es ist auch erwähnt worden, daß das, was der Mensch erleben würde, wenn sein Ich sich ergiefßen würde in den Makrokosmos, in die große Welt, für den Menschen so blendend, so niederschmetternd wäre, daß es eben als eine weise Einrichtung bezeichnet werden muß, daß der Mensch beim Einschlafen, in dem Moment, wo er, wenn sein Bewußtsein wach bleiben würde, von dem Makrokosmos geblendet würde, alles und sich selber vergißt, das heißt, daß sein Bewußtsein eigentlich aufhört. Was nun der Mensch erleben kann, wenn bis zu einem gewissen Grade eine Art Bewußtsein erhalten wird, das haben wir ja dargestellt in jenem Aufgehen im Makrokosmos, das wir genannt haben die Ekstase. Aber wir haben zu gleicher Zeit gezeigt, daß diese Ekstase etwas ist, wodurch das Ich wie aufgesogen würde, etwa wie ein Tröpfchen einer Flüssigkeit, das mit einer großen Menge Wasser vermischt wird. Durch die Ekstase käme der Mensch in einen Zustand, den man bezeichnen könnte als Außersichsein, außer seinem gewöhnlichen Wesen seiend. So kann diese Ekstase durchaus nicht als das bezeichnet werden, was etwa wünschenswert ist für den Menschen, um in die Welt des Makrokosmos hineinzukommen, denn der Mensch würde sich ja dann selber verlieren; sein Ich würde aufhören, ihn zu beherrschen. Dennoch gab es in älteren Zeiten, namentlich in den europäischen Gegenden, durchaus einen Zustand, der mit der Ekstase sich vergleichen läßt, in den derjenige versetzt wurde, welcher eingeweiht werden sollte in die Geheimnisse des Makrokosmos, einen Zustand, der doch ähnlich war der Ekstase. Heute ist das nicht mehr der Fall, aber in älteren Zeiten war es, namentlich in den nordischen und westlichen Gegenden Europas, auch in unserer Gegend, der Entwickelung der in diesen Gegenden wohnenden Menschen durchaus angemessen, durch eine Art Ekstase in die Geheimnisse der großen Welt eingeführt zu werden. Aber damit waren sie auch ausgesetzt dem, was man Verlust des Ich nennen könnte. Doch war dieser Zustand nicht so gefährlich für die damaligen Menschen, weil sie mit einer gewissen ursprünglichen elementaren, gesunden Kraft behaftet waren und noch nicht so geschwächt waren in bezug auf ihre ursprünglichen Seelenkäfte, wie es die gegenwärtige Menschheit durch ihre hochgradige Intellektualität ist. So wie diese Menschen waren, haben sie alle diese gesteigerten Gefühle, die Hoffnungen des Frühlings, das Aufjauchzen des Sommers, die Wehmut des Herbstes, die Todesschauer des Winters durchmachen können und haben dennoch bis zu einem gewissen Grade ihr Ich behalten. Es mußte aber Vorsorge getroffen werden für diejenigen, welche Lehrer werden sollten für die heutige Menschheit, daß die Einweihung, das Hineinführen in den Makrokosmos in einer anderen Weise noch geschehen konnte. Worauf es ankommt, werden Sie begreifen können, wenn Sie sich vorstellen, daß ja die Hauptsache bei diesem Hinausleben in den Makrokosmos der Verlust des Ich ist. Das Ich wird immer schwächer und schwächer; der Mensch kommt schließlich in einen Zustand, wo er sich selber als menschliche Wesenheit verliert.
[ 3 ] Today it is up to us to show the other path that a person can take if they do not descend into their inner self—that is, if they do not experience the moment of awakening by looking within—but instead consciously experience the moment of falling asleep and remain in that state in which a person is when they are given over to sleep. We have seen in the previous lectures that the human being has then, as it were, flowed out into the macrocosm, whereas during their waking state they have immersed themselves in their own being, in the microcosm. It has also been mentioned that what a person would experience if their ego were to pour itself out into the macrocosm, into the great world, would be so blinding, so overwhelming for them, that it must indeed be described as a wise arrangement that, when falling asleep—at the very moment when, if their consciousness were to remain awake, they would be dazzled by the macrocosm— forgets everything and himself—that is, that his consciousness actually ceases. As for what a human being can experience when a certain degree of consciousness is retained, we have described this in that merging into the macrocosm which we have called ecstasy. But we have at the same time shown that this ecstasy is something through which the ego is, as it were, absorbed, much like a drop of liquid mixed with a great quantity of water. Through ecstasy, a person would enter a state that could be described as being out of oneself, existing outside one’s ordinary being. Thus, this ecstasy can by no means be described as something desirable for a person to enter the world of the macrocosm, for the person would then lose themselves; their ego would cease to govern them. Nevertheless, in earlier times, particularly in European regions, there was certainly a state comparable to ecstasy into which the person to be initiated into the mysteries of the macrocosm was placed—a state that was, after all, similar to ecstasy. Today this is no longer the case, but in earlier times, particularly in the northern and western regions of Europe, including our own region, it was entirely appropriate to the development of the people living in these areas to be introduced to the mysteries of the greater world through a kind of ecstasy. But this also exposed them to what one might call a loss of the self. Yet this state was not so dangerous for the people of that time, because they were endowed with a certain original, elemental, healthy strength and were not yet as weakened in terms of their original soul powers as present-day humanity is due to its highly developed intellectuality. Just as these people were, they were able to experience all these heightened feelings—the hopes of spring, the exultation of summer, the melancholy of autumn, the deathly shivers of winter—and yet retain their sense of self to a certain degree. However, provision had to be made for those who were to become teachers for today’s humanity, so that the initiation—the introduction into the macrocosm—could still take place in a different way. You will be able to understand what is at stake if you imagine that the main point of this living out into the macrocosm is the loss of the ego. The ego grows weaker and weaker; the human being eventually reaches a state where they lose themselves as a human being.
[ 4 ] Was mußte geschehen, damit der Mensch sich nicht verlor? Es mußte ihm gerade die Kraft zugeführt werden, die man als die Kraft des Ich bezeichnet. Die Kraft, die schwächer wurde in seiner eigenen Seele, die Kraft des Ich, die mußte von außen zugeführt werden. Und das geschah dadurch, daß diese nordischen Mysterien immer so verliefen, daß derjenige, der eingeweiht werden sollte, die Unterstützung genoß von Gehilfen, die den einweihenden geistigen Führer unterstützten. Ein geistiger Führer mußte da sein, aber es mußten auch Gehilfen da sein, die diesen geistigen Führer unterstützten. Und diese Gehilfen kamen auf folgende Weise zustande. Es wurden Menschen besonders erzogen, besonders vorbereitet in der Art, daß der eine Mensch zum Beispiel diejenigen inneren Erlebnisse und Empfindungen besonders stark durchmachte, die man durchmacht, wenn man sich hingibt alle dem, was man nennen kann die aufsprießende Natur des Frühlings. Es ist früher gesagt worden, daß der Einzuweihende das nicht in genügend starkem Maße selber tun kann. Deshalb wurden Menschen besonders erzogen, welche alle ihre Seelenkräfte so in den Dienst dieser nordischen Mysterien stellen mußten, daß sie auf alles übrige verzichteten, also auf das, was Herbst, Sommer und Winter erleben lassen. Sie sollten alle ihre Seelenkräfte dazu verwenden, um die Eigenart der aufsprießenden Frühlingsnatur gefühlsmäßig zu erleben. Andere wurden wiederum dazu veranlaßt, zu erleben das volle Leben des Sommers, andere wurden veranlaßt, zu erleben das volle Leben des Herbstes, andere dasjenige des Winters. Es wurde also auf verschiedene Menschen das verteilt, was ein Mensch im Laufe des Jahres erleben kann. Dadurch hatte man Menschen, die ihr Ich in der verschiedensten Weise gestählt, gestärkt hatten. Sie hatten dadurch, daß sie dieses Ich verstärkt einseitig hatten, Überfluß an Ich-Kraft. Und nun wurden sie nach gewissen Regeln mit demjenigen, der eingeweiht werden sollte, so in Verbindung gebracht, daß sie ihre überschüssige Ich-Kraft ihm hingaben, daß diese auf ihn zuströmte. So daß der Einzuweihende, der den Jahreslauf durchmachen sollte, das Jahr so durchlebte, daß er zu gewissen höheren Erkenntnissen des Makrokosmos hinaufgeführt wurde, während seinem Ich die Ich-Kräfte des Einweihungspriesters und seiner Gehilfen zuströmten. Es ergoß sich in die Seele des Einzuweihenden das, was die anderen ihm geben konnten. Wenn man einen solchen Vorgang verstehen will, dann muß man sich allerdings einen Begriff davon machen können, mit welcher Hingabe und Aufopferung in jenen alten Zeiten in den Mysterien gearbeitet worden war. Von jener Hingabe, von jener Aufopferung ist in der heutigen exoterischen Welt nicht viel zu finden. Früher haben sich Menschen willig dazu hergegeben, einseitig ihr Ich zu verstärken, damit sie die Kraft dieses Ich abgeben konnten an den einen, der eingeweiht werden sollte und von ihm dann erfahren konnten, was er erlebt hatte, indem er hinaufstieg in eine Ekstase, die aber jetzt keine Ekstase mehr war, weil ihm fremde Ich-Kräfte zugeströmt sind, sondern es war ein bewußtes Hinaufsteigen in den Makrokosmos. Es waren zwölf Menschen, drei Frühlings-, drei Sommer-, drei Herbst-, drei Wintermenschen notwendig, welche verschieden ausgebildete Ich-Kräfte dem Einzuweihenden zusandten, der sich so in die höheren Welten hinauflebte und der dann aus den Erfahrungen heraus, die er da machte, mitteilen konnte, wie es in den höheren Welten aussieht. Ein solches Kollegium von zwölf Menschen, welche zusammenwirkten mit ihrer Kraft, um einen in den Makrokosmos hineinwachsenden Eingeweihten hervorzubringen, war in den Mysterien vorhanden, und die Erinnerung daran ist in mancherlei heute selbstverständlich in der Dekadenz befindlichen Gesellschaften noch vorhanden, welche in der Regel auch eine Gemeinschaft von zwölf Mitgliedern zeigen, die gewisse Funktionen haben. Aber das alles ist nur mehr wie eine letzte und noch dazu mißverstandene Erinnerung an das, was bei der Einweihung in alten Zeiten in den nordischen Mysterien vorhanden war.
[ 4 ] What had to happen to prevent human beings from losing their way? They had to be given precisely the power known as the power of the “I.” The power that was growing weaker within their own souls—the power of the “I”—had to be supplied from outside. And this came about because these Nordic mysteries always proceeded in such a way that the one who was to be initiated received the support of assistants who aided the spiritual guide performing the initiation. A spiritual guide had to be present, but there also had to be assistants who supported this spiritual guide. And these assistants came about in the following way. People were specially educated, specially prepared in such a way that one person, for example, experienced particularly intensely those inner experiences and feelings that one undergoes when one surrenders oneself entirely to what might be called the sprouting nature of spring. It has been said before that the initiate cannot do this to a sufficiently strong degree on their own. Therefore, people were specially trained who had to place all their soul powers in the service of these Nordic mysteries in such a way that they renounced everything else—that is, what autumn, summer, and winter allow one to experience. They were to use all their soul powers to experience the unique character of the sprouting nature of spring through their feelings. Others, in turn, were led to experience the full life of summer; others were led to experience the full life of autumn; and still others, that of winter. Thus, what a single person might experience over the course of a year was distributed among various individuals. As a result, there were people who had tempered and strengthened their ego in the most diverse ways. Because they had strengthened this ego in a one-sided manner, they possessed an abundance of ego-force. And now, according to certain rules, they were brought into contact with the one who was to be initiated in such a way that they gave their surplus ego-force to him, so that it flowed into him. So that the initiate, who was to undergo the course of the year, lived through the year in such a way that he was led up to certain higher insights into the macrocosm, while the ego-forces of the initiating priest and his assistants flowed into his ego. What the others could give him poured into the soul of the initiate. If one wishes to understand such a process, one must, however, be able to grasp the devotion and self-sacrifice with which the work of the Mysteries was carried out in those ancient times. There is little of that devotion, of that self-sacrifice, to be found in today’s exoteric world. In the past, people willingly devoted themselves unilaterally strengthen their ego so that they could impart the power of this ego to the one who was to be initiated and then learn from him what he had experienced by ascending into an ecstasy—which, however, was no longer an ecstasy because foreign ego-forces had flowed into him, but rather a conscious ascent into the macrocosm. Twelve people were necessary—three spring, three summer, three autumn, and three winter types—who sent variously developed ego forces to the initiate, who thus lived his way up into the higher worlds and who could then, based on the experiences he had there, describe what the higher worlds are like. Such a college of twelve people, who worked together with their power to bring forth an initiate growing into the macrocosm, existed in the Mysteries, and the memory of it still exists in many societies today—societies that are, of course, in a state of decadence—which, as a rule, also feature a community of twelve members who have certain functions. But all of this is now merely a final and, moreover, misunderstood remnant of what existed in the Nordic Mysteries during the initiations of ancient times.
[ 5 ] Wenn nun der Mensch so mit einer ihm künstlich aufrechterhaltenen Ich-Kraft sich in den Makrokosmos hineinlebte, stieg er tatsächlich in höhere Welten hinauf. Die erste Welt, durch die er zu gehen hatte, war diejenige Welt, welche sich dem Menschen zeigen würde, wenn er im Einschlafen nicht das Bewußtsein verlöre. Wir wollen, damit wir uns recht genau in dieser Beziehung verstehen, einmal diesen Moment des Einschlafens ebenso ins Auge fassen, wie vorher den Moment des Aufwachens. In der Tat ist ja das Einschlafen ein Hinaufleben in den Makrokosmos. Im gewöhnlichen normalen Leben können besondere abnorme Verhältnisse eintreten, durch die der Mensch in die Lage kommt, ein gewisses Bewußtsein von dem Vorgang des Einschlafens zu haben. Wenn er dies hat, dann zeigt sich ihm ungefähr das Folgende. Er empfindet eine Art von Seligkeit. Diese kann er ganz genau unterscheiden von seinem Tagesbewußtsein. Es ist ein Leichterwerden, ein Hinaufschweben, wie ein Aus-sich-Herauswachsen. Aber dieser Moment ist verbunden mit einem gewissen peinigenden Gefühl der Erinnerung an die im Leben dem Charakter anhaftenden Fehler und Schwächen. Was da als eine peinigende Erinnerung an die persönlichen Fehler auftaucht, das ist ein ganz abgeschwächter Abglanz des Gefühls, das der Mensch hart, wie wir ja schon beschrieben haben, wenn er vorbeikommt an dem kleinen Hüter der Schwelle und wahrnimmt, wie unvollkommen er ist mit seiner kleinen Seele gegenüber den großen Tatsachen und großen Wesenheiten des Makrokosmos. Dann folgt eine Art Zukken. Das ist das Herausgehen des eigentlichen inneren Menschen in den Makrokosmos. Es sind das seltene Erlebnisse, aber immerhin solche, die manche Menschen haben, wenn sie mehr oder weniger bewußt waren im Momente des Finschlafens. Aber derjenige, welcher nur das gewöhnliche normale Bewußtsein hat, der verliert ja dieses Bewußtsein in dem Momente des Einschlafens. Alle Eindrücke des Tages, wie Farben-, Licht-, Toneindrücke und so weiter, schwinden hinunter aus dem Bewußtsein und der Mensch ist nun umgeben mit finsterer Dunkelheit, statt mit all den Farben- und sonstigen Eindrücken des Tages. Wenn der Mensch nun das Bewufßstsein aufrechterhalten würde, so wie es der vorbereitete Eingeweihte aufrechterhält, so würde er in dem Moment, wo die äußeren Eindrücke des Tages verschwinden, nicht nichts sehen, das heißt, er würde nicht schwarze Finsternis um sich herum haben, sondern er würde das wahrnehmen, was man in der Geisteswissenschaft nennt die elementarische Welt, die Welt der Elemente.
[ 5 ] When a person, with an ego-force artificially sustained within them, immersed themselves in the macrocosm in this way, they actually ascended into higher worlds. The first world they had to pass through was the one that would reveal itself to a person if they did not lose consciousness upon falling asleep. To ensure we understand this point clearly, let us now consider this moment of falling asleep just as we previously considered the moment of waking up. In fact, falling asleep is a rising into the macrocosm. In ordinary, normal life, special, abnormal circumstances can arise that enable a person to have a certain awareness of the process of falling asleep. When this happens, the following is revealed to them. They experience a kind of bliss. They can distinguish this very clearly from their waking consciousness. It is a lightening, a floating upward, like growing out of oneself. But this moment is connected with a certain tormenting feeling of recollection of the faults and weaknesses inherent in one’s character. What emerges there as a painful memory of personal faults is a very faint reflection of the feeling that a person experiences, as we have already described, when they pass by the little guardian of the threshold and perceive how imperfect they are, with their small soul, in the face of the great facts and great beings of the macrocosm. Then a kind of twitch follows. This is the emergence of the actual inner human being into the macrocosm. These are rare experiences, but nonetheless ones that some people have when they were more or less conscious at the moment of falling asleep. But the person who possesses only ordinary, normal consciousness loses this consciousness at the moment of falling asleep. All the impressions of the day—such as impressions of color, light, sound, and so on—fade from consciousness, and the person is now surrounded by pitch-black darkness instead of all the colors and other impressions of the day. If a person were now to maintain consciousness in the same way that the prepared initiate maintains it, then at the moment when the external impressions of the day disappear, they would not see nothing—that is, they would not be surrounded by black darkness—but rather they would perceive what is called in spiritual science the elemental world, the world of the elements.
[ 6 ] Diese Welt der Elemente ist also das, was sich zunächst dem einschlafenden Menschen verbirgt. Geradeso wie das Innere des Menschen sich beim Aufwachen dadurch verbirgt, daß der Mensch gleich abgelenkt wird auf die Eindrücke der Außenwelt, so verbirgt sich beim Einschlafen die nächste Welt, der der Mensch angehört, die erste Stufe des Makrokosmos, die elementarische Welt. In diese elementarische Welt lernt der Mensch hineinschauen, wenn er in der angedeuteten Weise wirklich hinaufsteigt in den Makrokosmos. Diese elementarische Welt gibt ihm zunächst ein Bewußtsein davon, wie alles das, was in unserer Umgebung ist, was sich da ausbreitet an sinnlichen Wahrnehmungseindrücken, doch ein Ausfluß, eine Offenbarung ist von Geistigem, wie hinter dem Sinnlichen Geistiges steckt. Wenn der Mensch als ein Einzuweihender diese elementarische Welt wahrnimmt, also nicht dadurch, daß er ins Unbewußte hineinschläft, dann ist für ihn gar kein Zweifel mehr darüber vorhanden, daß hinter der sinnlichen Welt geistige Wesenheiten, geistige Tatsachen stehen. Nur solange der Mensch nur die sinnliche Welt wahrnimmt, träumt er davon, daß da hinter dieser sinnlich-physischen Welt allerlei weiteres abstraktes Sinnliches sei, etwa wirbelnde Atome oder dergleichen. Von solchen wirbelnden Atomen, von solchen, man möchte sagen, von den gewöhnlichen sinnlichen Wahrnehmungen ausgepreßten Stoffatomen kann für denjenigen nicht mehr die Rede sein, der eindringt in die elementarische Welt. Nicht das, was man im Materialismus als Stoff sich vorstellt, steckt hinter der Farbe, hinter dem Ton und so weiter, sondern es steckt dahinter Geistiges. Nur zeigt sich allerdings das Geistige auf dieser ersten Stufe der geistigen Welt, die da betreten wird, noch nicht in seiner Gestalt als Geist selber, sondern es zeigt sich noch so, daß der Mensch nicht geistige Eindrücke vor sich hat, sondern andere Eindrücke. Es ist noch nicht irgend etwas, was man eine wahre geistige Welt nennen kann, in die man da eintritt, sondern es ist in erheblichem Grade etwas, was man als eine Art von neuem Schleier der geistigen Tatsachen und geistigen Wesenheiten bezeichnen muß.
[ 6 ] This world of the elements is thus what is initially hidden from the person falling asleep. Just as the inner world of the person is hidden upon waking because the person is immediately distracted by impressions from the outer world, so too, upon falling asleep, the next world to which the person belongs—the first level of the macrocosm, the elemental world—is hidden. A person learns to look into this elemental world when they truly ascend into the macrocosm in the manner described. This elemental world first gives them an awareness that everything in our surroundings—the sensory impressions that spread out there—is in fact an outflow, a revelation of the spiritual, just as the spiritual lies behind the sensory. When a person, as one undergoing initiation, perceives this elemental world—that is, not by falling asleep into the unconscious—then there is no longer any doubt for them that behind the sensory world lie spiritual beings and spiritual realities. Only as long as a person perceives only the sensory world does he dream that behind this sensory-physical world there are all sorts of further abstract sensory entities, such as whirling atoms or the like. For those who penetrate the elemental world, there can be no further talk of such swirling atoms, of such, one might say, material atoms squeezed out of ordinary sensory perceptions. It is not what materialism conceives of as matter that lies behind color, behind sound, and so on, but rather something spiritual. However, at this first stage of the spiritual world that is being entered, the spiritual does not yet reveal itself in its form as Spirit itself, but rather in such a way that the human being does not have spiritual impressions before them, but other impressions. It is not yet anything that can be called a true spiritual world into which one is entering, but rather, to a considerable degree, it is something that must be described as a kind of new veil over spiritual facts and spiritual beings.
[ 7 ] Diese elementarische Welt zeigt sich uns so, daß auf sie nun wirklich anwendbar sind die Bezeichnungen, welche seit alters her gewählt worden sind für die Welt der Elemente. Man kann das, was man da sieht, dadurch bezeichnen, daß man die Worte wählt: das Feste, das Flüssige, das Luft- oder Gasförmige und die Wärme, oder Erde, Wasser, Luft, Feuer. Doch seien wir uns klar, daß diese Worte der sinnlichen Welt entnommen sind, sie sind für die sinnliche Welt geprägt. Unsere Sprache ist ja ganz ein Ausdrucksmittel für die sinnliche Welt. Wenn wir irgendein Wort gebrauchen, so bedeutet es dieses oder jenes in der sinnlichen Welt. Soll also der Geisteswissenschafter die höheren Welten beschreiben, so muß er in Worten reden, welche der gewöhnlichen Sprache entnommen sind, so daß er daher, namentlich in diesen Gebieten, in die wir jetzt kommen, nur vergleichsweise reden kann. Er kann sich nur bemühen, die Worte so zu wählen, daß nach und nach eine Vorstellung hervorgerufen wird von dem, was da in geistigem Anschauen wahrgenommen wird. Wir dürfen, wenn wir diese elementarische Welt beschreiben wollen, nicht die Ausdrücke wählen von den begrenzten Dingen, die um uns herum sind im Tagesleben, sondern wir müssen die Worte wählen von gewissen Eigenschaften, welche die Dinge im Tagesleben haben, von Eigenschaften, die immer einer ganzen Reihe von Dingen gemeinschaftlich sind. Sonst kommen wir nicht zurecht. Und da haben wir im Tagesleben gewisse Dinge, die wir als fest bezeichnen; wir haben andere Dinge, die wir als flüssig bezeichnen, wieder andere, die wir als luft-, als gasförmig bezeichnen, und dann kennen wir noch das, was wir wahrnehmen, wenn wir die Oberfläche der Dinge empfinden oder einen Luftzug empfinden, die Wärme. Wenn wir um uns herum während des Tageslebens wahrnehmen, so zeigen sich uns alle Dinge, wie sie sonst auch sein mögen, in solchen Zuständen: in festem, in flüssigem Zustande, in luft- oder gasförmigem Zustande und als Wärme. Ein Körper kann aber durch alle diese Zustände hindurchgehen. Das Wasser zum Beispiel kann fest sein wie das Eis, kann aber auch flüssig sein, dann, wenn das Eis . schmilzt, kann gasförmig sein, wenn es verdunstet. Dabei sind alle diese Zustände durchsetzt von dem, was wir Wärme nennen. So ist es im Grunde genommen bei jedem Ding und Wesen in der äußeren sinnlichen Welt.
[ 7 ] This elemental world presents itself to us in such a way that the terms chosen since time immemorial for the world of the elements are truly applicable to it. One can describe what one sees there by choosing the words: the solid, the liquid, the gaseous, and heat; or earth, water, air, and fire. But let us be clear that these words are taken from the sensory world; they are coined for the sensory world. Our language is, after all, entirely a means of expression for the sensory world. When we use any word, it signifies this or that in the sensory world. If, then, the spiritual scientist is to describe the higher worlds, he must speak in words taken from ordinary language, so that, particularly in these realms we are now entering, he can speak only in a comparative sense. He can only strive to choose words in such a way that, little by little, a conception is evoked of what is perceived there in spiritual vision. When we wish to describe this elemental world, we must not choose expressions from the limited things that surround us in daily life, but rather we must choose words based on certain properties that things in daily life possess—properties that are common to an entire range of things. Otherwise, we will not be able to make sense of it. And in daily life we have certain things that we describe as solid; we have other things that we describe as liquid, yet others that we describe as airy or gaseous, and then we also know what we perceive when we sense the surface of things or feel a draft, the warmth. When we perceive our surroundings during daily life, all things, whatever they may otherwise be, appear to us in such states: in a solid state, in a liquid state, in an airy or gaseous state, and as warmth. A body, however, can pass through all these states. Water, for example, can be solid like ice, but it can also be liquid when the ice melts, and it can be gaseous when it evaporates. All these states are permeated by what we call heat. This is essentially the case with every thing and being in the external sensory world.
[ 8 ] In der elementarischen Welt ist es nun nicht so, daß wir Gegenstände darinnen haben, wie sie uns in der sinnlichen Welt entgegentreten; hier haben wir das wirklich darin, was in der sinnlichen Welt bloß Eigenschaften sind. Wir nehmen da etwas wahr, wogegen man sozusagen nicht an kann. Man könnte es etwa so beschreiben: Bei «fest» steht etwas vor mir, sei es ein Wesen, sei es ein Ding, in das ich nicht eindringen kann; ich kann es nur dadurch betrachten, daß ich ringsherum gehe; es hat noch ein Inneres und ein Äußeres. Solche Wesenheiten und Dinge der elementarischen Welt nennt man «erdig». Dann gibt es Dinge und Wesenheiten der elementarischen Welt, die man bezeichnen kann mit dem Wort «flüssig». Da ist es so, daß) man sie in der elementarischen Welt bis zu einem gewissen Grade durchschauen kann. Man dringt in das Innere; man hat so ein Gefühl, ähnlich dem Gefühl, das man in der physischen Welt hat, wenn man die Hand in Wasser taucht. Man kann in das Innere dieser Dinge und Wesenheiten eintauchen, während man bei «Erde» etwas hat, woran man sich stößt wie an etwas Hartem. Das bezeichnet man also in der elementarischen Welt als Wasser. Wenn in geisteswissenschaftlichen Büchern von Erde und Wasser geredet wird, so ist das gemeint, was ich Ihnen eben beschrieben habe, nicht physisches Wasser. Physisches Wasser ist nur ein äußeres Gleichnis für das, was man sieht, wenn man diese Stufe der Entwickelung erreicht hat. In der elementarischen Welt ist Wasser etwas, was sich sozusagen ergießt, was durch greifbar ist, natürlich nicht für die physischen Sinne, sondern für die höheren Sinne des Eingeweihten, für das geistige Wahrnehmungsvermögen.
[ 8 ] In the elementary world, it is not the case that we have objects there as they appear to us in the sensory world; here, what are merely properties in the sensory world are actually present. We perceive something there that one cannot, so to speak, touch. One could describe it something like this: With “solid,” there is something before me—be it a being or a thing—into which I cannot penetrate; I can only observe it by walking around it; it still has an interior and an exterior. Such beings and things of the elemental world are called “earthy.” Then there are things and beings of the elemental world that can be described with the word “fluid.” Here, one can, to a certain degree, see right through them in the elemental world. One penetrates into the interior; one has a feeling similar to the one one has in the physical world when one dips one’s hand into water. One can immerse oneself into the interior of these things and beings, whereas with “earth” one encounters something one bumps against as if it were hard. This is what is referred to in the elemental world as water. When books on spiritual science speak of earth and water, they mean what I have just described to you, not physical water. Physical water is merely an external metaphor for what one sees once one has reached this stage of development. In the elemental world, water is something that, so to speak, pours forth, something one can pass through—not, of course, with the physical senses, but with the higher senses of the initiate, with the spiritual faculty of perception.
[ 9 ] Dann gibt es etwas, was sich vergleichen läßt mit dem, was in der physischen Welt gas- oder luftförmige Dinge sind, das bezeichnet man mit «Luft» in der elementarischen Welt. Und dann gibt es das, was man als Wärme oder Feuer bezeichnet. Da müssen Sie sich, wenn von elementarischem Feuer die Rede ist, auch wiederum klarmachen, daß das, was man in der physischen Welt mit dem Wort «Feuer» bezeichnet, nur ein Gleichnis ist. Was man in der elementarischen Welt Feuer nennt, ist schon leichter zu beschreiben als die anderen drei Zustände. Die anderen drei Zustände der elementarischen Welt kann man wirklich eigentlich nur dadurch beschreiben, daß man sagt, Wasser, Luft und Erde sind Gleichnisse für diese drei Zustände. Das Feuer des elementarischen Lebens läßt sich schon leichter beschreiben, denn es ist verwandt mit dem, was der Mensch als innere Seelenwärme kennt, jenes eigentümliche Gefühl von Wärme, welche man zum Beispiel wahrnimmt, wenn man mit einem geliebten Menschen zusammen ist. Was sich da in die Seele ergießt an Wärme, das Erglühen in Begeisterung oder Freude, das muß man natürlich unterscheiden von dem gewöhnlichen Feuer, das die Finger verbrennt, wenn man hinlangt. Auch im gewöhnlichen Leben fühlt der Mensch, daß das physische Feuer eine Art Gleichnis dieses Seelenfeuers ist. Dieses Seelenfeuer, welches, wenn es uns wirklich ergreift, unseren Enthusiasmus entfacht, ist also etwas, was wir schon besser kennen als die anderen Zustände. Und wenn Sie sich nun vergegenwärtigen eine Art Vergleich zwischen dem äußeren Feuer, das die Finger verbrennt, und diesem seelischen Feuer, sozusagen etwas, was in der Mitte zwischen beiden steht, dann bekommen Sie eine Vorstellung von dem, was man elementarisches Feuer nennt. Wenn der Mensch als Einzuweihender sich hinauferhebt in die elementarische Welt, so fühlt er in der Tat, wie wenn von gewissen Gebieten etwas zu ihm hinströmen würde, das ihn innerlich befeuert, ihn innerlich mit Feuer durchdringt, und von einem anderen Orte der elementarischen Welt hat er den Eindruck, daß es ihn weniger mit Feuer erfüllt. Er hat das Gefühl, als stecke er in dem betreffenden Wesen darin, das ihm das Feuer zusendet, er ist mit ihm vereinigt, er fühlt sein inneres Feuer als Feuer der elementarischen Wesenheit.
[ 9 ] Then there is something comparable to what in the physical world are gaseous or air-like substances; this is referred to as “air” in the elemental world. And then there is what is called heat or fire. When speaking of elemental fire, you must again realize that what is called “fire” in the physical world is merely a metaphor. What is called fire in the elemental world is actually easier to describe than the other three states. The other three states of the elemental world can really only be described by saying that water, air, and earth are metaphors for these three states. The fire of elemental life is easier to describe, for it is related to what humans know as inner soul warmth—that peculiar feeling of warmth one perceives, for example, when one is with a loved one. The warmth that pours into the soul there—the glow of enthusiasm or joy—must of course be distinguished from the ordinary fire that burns one’s fingers when one reaches out. Even in ordinary life, people feel that physical fire is a kind of metaphor for this fire of the soul. This fire of the soul, which, when it truly seizes us, kindles our enthusiasm, is thus something we already know better than the other states. And if you now imagine a kind of comparison between the external fire that burns the fingers and this fire of the soul—something, so to speak, that stands midway between the two—then you will get an idea of what is called elemental fire. When the human being, as one to be initiated, rises up into the elemental world, he indeed feels as if something were flowing toward him from certain regions, something that kindles him from within, permeates him with fire from within; and from another place in the elemental world, he has the impression that it fills him less with fire. He has the feeling that he is immersed in the being in question that sends him the fire; he is united with it; he feels his inner fire as the fire of the elemental being.
[ 10 ] So also sehen Sie, daß der Mensch in eine höhere Welt eintritt, welche ihm Eindrücke gibt, die er allerdings vorher in der sinnlichen Welt nicht gekannt hat. Diese elementarische Welt ist es nun, vor der sich sozusagen das Tor zuschließt, wenn man im gewöhnlichen normalen Bewußtsein einschläft. Und das muß aus dem Grunde so sein, weil der Mensch ja, wie wir gesehen haben, ganz hinausfließt in diese elementarische Welt; er ist in allem darinnen. Er trägt aber, dadurch, daß er in diese Welt hinausfließt, sein eigenes Wesen in diese Welt hinein. Er verliert sein Ich; es ergießt sich in diese Welt hinein. Das, was nicht Ich ist, seine astralischen Eigenschaften, seine Begierden oder Leidenschaften, sein Wahrheits- oder Lügensinn, alle seelischen Eigenschaften trägt der Mensch in diese Welt hinein; sein Ich verliert er. Gerade das Ich ist es aber, das uns im gewöhnlichen Leben zügelt, das Ordnung und Harmonie in unser Astralisches bringt. Indem das Ich sich verliert, machen sich ungeordnet alle möglichen Triebe, Begierden und Leidenschaften, die der Mensch noch in der Seele hat, geltend und dringen jetzt mit hinein in jene Wesen, die der Mensch in der elementarischen Welt findet. Der Mensch durchdringt nicht nur sich mit alle dem, was er da draußen erlebt, sondern er trägt tatsächlich von sich in die Wesen der elementarischen Welt das hinein, was er selber in seiner Seele hat. Dieses Hineintragen ist eine Wirklichkeit; es ist nicht etwa so, daß sich der Mensch das bloß vorstellt, sondern es ist so, daß der Mensch, wenn er zum Beispiel eine schlechte Eigenschaft hat, diese seine schlechte Eigenschaft wirklich an ein entsprechendes Wesen der elementarischen Welt überträgt; sie ist dann in dem betreffenden Wesen darin. Hat der Mensch also eine besondere schlechte Eigenschaft, dann wird er angezogen von einem solchen Wesen der elementarischen Welt, welches sich gerade zu dieser Eigenschaft hingezogen fühlt. Durch den Verlust des Ich würde der Mensch also im Hinausdringen in den Makrokosmos sein ganzes astralisches Wesen hingießen an solche Wesenheiten, welche die elementarische Welt als schlechte Wesenheiten durchsetzen. Und die Folge davon würde sein, daß der Mensch, weil er mit diesen Wesen zusammenkommt, aber schwächer ist als diese Wesen — denn er hat ja sein Ich verloren, diese haben aber ein starkes Ich —, ihnen Nahrung zuführt mit seinen Eigenschaften, wofür sie ihn in negativem Sinne belohnen würden. Er gibt ihnen geradezu Nahrung aus seinem astralischen Wesen, sie aber geben ihm, was ihnen von seinen Eigenschaften besonders eigen ist; und daß er in ihnen gelebt hat, das zeigt sich, wenn beim Erwachen sein Ich zurückkehrt, in einem verstärkten Hang zum Schlechten, zum Bösen.
[ 10 ] So you see that the human being enters a higher world that gives him impressions he certainly did not know before in the sensory world. It is this elemental world, then, before which the gate closes, so to speak, when one falls asleep in ordinary, normal consciousness. And this must be so for the reason that, as we have seen, the human being flows out entirely into this elemental world; he is present in everything within it. But by flowing out into this world, he carries his own being into it. He loses his ego; it pours out into this world. That which is not the ego—his astral qualities, his desires or passions, his sense of truth or falsehood, all his soul qualities—the human being carries into this world; his ego he loses. Yet it is precisely the ego that restrains us in ordinary life, that brings order and harmony to our astral nature. As the ego is lost, all manner of disordered drives, desires, and passions that the human being still harbors in the soul assert themselves and now penetrate into those beings the human being encounters in the elemental world. The human being not only imbues himself with all that he experiences out there, but he actually carries into the beings of the elemental world that which he himself possesses in his soul. This carrying over is a reality; it is not merely a matter of the human being imagining it, but rather, when the human being has, for example, a bad quality, he truly transfers this bad quality to a corresponding being in the elemental world; it is then present within that being. If a person has a particular bad quality, then they are drawn to a being in the elemental world that is specifically attracted to that quality. Through the loss of the ego, a person would thus, in pushing out into the macrocosm, pour their entire astral being into such entities that permeate the elemental world as evil beings. And the consequence of this would be that, because the human being comes into contact with these beings but is weaker than they are—for he has lost his ego, whereas they possess a strong ego—he provides them with nourishment through his qualities, for which they would reward him in a negative sense. He literally feeds them from his astral being, but they give him what is particularly characteristic of his own qualities; and the fact that he has lived within them becomes evident when, upon awakening, his ego returns, in a heightened tendency toward the bad, toward evil.
[ 11 ] So sehen wir, daß es eine weise Einrichtung ist, daß der Mensch das Bewußtsein verliert, wenn er in die elementarische Welt eintritt, daß er sich nicht mit seinem Ich in diese Welt hineinlebt, sondern im normalen Schlafe davor behütet wird. Daher mußte derjenige, der in den alten Mysterien in die elementarische Welt hineingeführt worden ist, vorher sorgfältig vorbereitet werden, indem ihm von den Gehilfen des Einweihenden Kraft zugeführt wurde, bevor er in diese Welt eintrat. Die Vorbereitung für diese Welt geschah dadurch, daß dem betreffenden Menschen vorher starke Prüfungen auferlegt wurden, durch die er namentlich befähigt wurde zu der moralischen Kraft der Überwindung. Darauf wurde besonderer Wert gelegt. In ähnlicher Weise, wie bei dem angehenden Mystiker Wert gelegt wurde auf die Eigenschaft der Demut, wurde bei demjenigen, der sich hinausleben wollte in den Makrokosmos, besonderer Wert darauf gelegt, daß er stark war in der Kraft des inneren Überwindens. Daher wurden einem Menschen, der zugelassen werden sollte zu solcher Mysterieneinweihung, Prüfungen auferlegt, durch die er alle möglichen Widerwärtigkeiten des Lebens schon im physischen Dasein überwinden sollte. Starke Gefahren wurden ihm in den Weg gebracht, und durch die Überwindung dieser Gefahren sollte er seinen Willen stärken. Ein Überwinder sollte er werden, der von starker Seele ist und dadurch vorbereitet, daß er dann, wenn diese Wesenheiten ihm gegenübertreten, stark genug ist, um keine Anfechtungen zu erleben, um sie zurückdrängen zu können und nicht sich an sie zu verlieren. In Furchtlosigkeit und in Überwindung wurde der auferzogen, der zu solchen Mysterien zugelassen werden sollte.
[ 11 ] Thus we see that it is a wise arrangement that a person loses consciousness when entering the elemental world, that they do not enter this world with their ego, but are protected from it during normal sleep. For this reason, those who were led into the elemental world in the ancient mysteries had to be carefully prepared beforehand, with strength being imparted to them by the initiator’s assistants before they entered this world. Preparation for this world took place by imposing severe trials on the individual in question beforehand, through which they were specifically enabled to develop the moral strength to overcome them. Particular emphasis was placed on this. Just as the quality of humility was valued in the aspiring mystic, so too was special emphasis placed on the fact that the one who wished to live out into the macrocosm was strong in the power of inner overcoming. Therefore, a person who was to be admitted to such a mystery initiation was subjected to trials through which he was to overcome all possible adversities of life already in his physical existence. Great dangers were placed in his path, and by overcoming these dangers he was to strengthen his will. He was to become a conqueror, one of strong soul, prepared so that when these beings confronted him, he would be strong enough not to experience temptation, to be able to repel them, and not to lose himself to them. He who was to be admitted to such mysteries was brought up in fearlessness and in the spirit of overcoming.
[ 12 ] Noch einmal soll hier als Einschaltung gesagt werden, daß niemand zu erschrecken braucht vor der Schilderung dieser Mysterien, denn es ist ja so, daß diese Dinge jetzt nicht mehr gepflogen werden, jetzt auch nicht mehr notwendig sind, weil andere Wege möglich sind. Aber wir werden die ganze Tragweite auch der modernen Methode der Einweihung viel besser verstehen, wenn wir zuerst das schildern, was früher viele, viele Menschen durchgemacht haben, um in den Makrokosmos sich hineinzuleben, um in diesem Sinne Eingeweihte des Makrokosmos zu werden.
[ 12 ] Let me interject here once more to say that no one need be alarmed by the description of these mysteries, for the fact is that these practices are no longer followed today, nor are they necessary anymore, since other paths are possible. But we will understand the full significance of the modern method of initiation much better if we first describe what many, many people in the past went through in order to immerse themselves in the macrocosm, to become, in this sense, initiates of the macrocosm.
[ 13 ] Dann, wenn der Betreffende dadurch, daß er längere Zeit solche Erlebnisse gehabt hatte, fähig geworden war einzusehen, daß alles, was er wahrnehmen kann in der äußeren Sinneswelt, Erde, Wasser, Luft und Feuer, Offenbarungen sind von geistigen Wesenheiten, die dahinter sind, wenn er gelernt hatte, diese Dinge zu unterscheiden, in der elementarischen Welt sich zurechtzufinden, dann konnte er um eine Stufe weitergeführt werden, geführt werden dazu, nun kennenzulernen, wie das aussieht, was hinter diesen Elementen der elementarischen Welt steckt. Und da wurde der Einzuweihende dann geführt in die eigentliche geistige Welt. In der geistigen Welt, die hinter der elementarischen ist, in dieser geistigen Welt, in die man hineinreift, nachdem man die elementarische Welt eine Zeitlang so kennengelernt hat, daß man Unterscheidungsvermögen in ihr gewonnen hat, da erlebt man nun — das kann ja wiederum nur als Mitteilung der Erlebnisse der Eingeweihten geschildert werden —, daß tatsächlich Wesenheiten da sind, die hinter unserer sinnlichen und hinter der elementarischen Welt stehen. Aber diese Wesenheiten, in deren Welt man sich da hineinlebt, sind ganz unähnlich den Wesenheiten, die wir als unseresgleichen, als Menschen kennen. Während die Menschen auf der Erde in sozialen Ordnungen, in bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen zusammenleben, vollkommenen oder unvollkommenen, lebt sich der Einzuweihende ein in eine geistige Welt, in der geistige Wesenheiten sind, die selbstverständlich keine äußeren Körper haben, sondern geistige Wesenheiten sind, die miteinander in Beziehung stehen durch Ordnung und Harmonie. Und nun wird dem Einzuweihenden gezeigt, daß er dasjenige, was da an Ordnung und Harmonie in dieser geistigen Welt ist, nur verstehen kann, wenn er für das, was die geistigen Wesenheiten tun, als einen äußeren Ausdruck nimmt die Welt der Gestirne, namentlich die Bewegungen der Planeten in unserem Sonnensystem. Wie sich die Planeten zur Sonne stellen und wie sie in ihren Bewegungen und Stellungen zueinander sich verhalten, dadurch drücken sie aus, was die Wesenheiten der geistigen Welten tun.
[ 13 ] Then, once the individual, through having had such experiences over a long period of time, had become able to realize that everything he can perceive in the external sensory world—earth, water, air, and fire— are manifestations of spiritual beings that lie behind them—once he had learned to distinguish these things and to find his way in the elemental world—then he could be led a step further, guided to now learn what lies behind these elements of the elemental world. And there the initiate was then led into the actual spiritual world. In the spiritual world that lies beyond the elemental world, in this spiritual world into which one matures, after having become acquainted with the elemental world for a time in such a way that one has gained the ability to distinguish within it, one now experiences—and this, of course, can only be described as a recounting of the initiates’ experiences—that there are indeed beings who stand behind our sensory world and behind the elemental world. But these beings, into whose world one enters, are quite unlike the beings we know as our fellow human beings. While human beings on Earth live together in social orders, in specific social conditions—whether perfect or imperfect—the initiate immerses themselves in a spiritual world inhabited by spiritual beings who, of course, have no physical bodies, but are spiritual beings who relate to one another through order and harmony. And now the initiate is shown that he can only understand the order and harmony that exist in this spiritual world if he regards the world of the stars—namely, the movements of the planets in our solar system—as an external expression of what the spiritual beings do. The way the planets are positioned in relation to the Sun and how they relate to one another in their movements and positions—through this they express what the beings of the spiritual worlds do.
[ 14 ] Wir haben in der vorangegangenen Darstellung gesagt, man könne die Welt unseres Sonnensystems so betrachten wie eine große Weltenuhr. Wie man bei einer Uhr aus der Stellung der Zeiger schließen kann, daß etwas außerhalb der Uhr geschieht, worauf die Zeiger hindeuten, so kann man aus dem Verhältnis der Stellungen der Sterne zueinander schließen, daß etwas dahintersteht. Wer eine Uhr ansieht und sagt, es sei soundsoviel Uhr, den interessiert natürlich nicht die Stellung der Zeiger, sondern ihn interessiert das, worauf die Stellung der Zeiger hindeutet, zum Beispiel die Tagesstunde, zu der in Wien jetzt etwas vorgeht, oder ob es Zeit ist, zu seiner Berufsarbeit zu gehen. Die Stellung der Uhrzeiger ist also Ausdruck von etwas, was dahintersteht. So können wir auch im Sonnensystem, dieser mächtigen Weltenuhr, den Ausdruck sehen für geistige Vorgänge und für geistige Wesenheiten, die dahinterstehen. Der Einzuweihende lernt nun die geistigen Wesenheiten und ihre Taten kennen. Diese reale Welt des Geistes, die hinter unserer Sinneswelt steht, wird am besten verstanden, wenn man sie beschreibt mit Bezeichnungen, die genommen sind aus der Ordnung unseres Sonnensystems, denn dadurch hat man ein äußeres Gleichnis für diese geistige Welt. Für die elementarische Welt müssen die Gleichnisse genommen werden von der irdischen Welt, von irdischen Dingen, die um uns herum sind, Luft, Wasser und so weiter. Für die Welt des Geistes aber müssen andere Gleichnisse dienen, Gleichnisse, die wir herunterholen aus dem Sternenhimmel. Und Sie können sehen, daß der Vergleich mit der Uhr auch im tieferen Sinne gar nicht einmal so töricht ist. Wie das physische Wasser ein Gleichnis, ein Ausdruck ist für das, was wir in der elementarischen Welt als «Wasser» bezeichnen, so ist unser Sonnensystem ein Ausdruck der Wirksamkeit von geistigen Wesenheiten, welche wir mit den Namen unserer Planeten und Sternbilder des Tierkreises bezeichnen. Nehmen Sie die zwölf Sternbilder des Tierkreises und betrachten Sie den Lauf der sieben Planeten — von den übrigen wird auch noch gesprochen werden —, wie der eine vor dieses, der andere vor jenes Sternbild sich stellt, dann sehen wir in dem Lauf der Planeten die Taten der geistigen Wesenheiten und in den zwölf Sternbildern des Tierkreises die geistigen Wesenheiten selber. So wie wir im Sonnensystem unterscheiden die Planeten, die wandeln, und die Sternbilder, die dahinterstehen wie ruhend, so können wir die Welt der geistigen Wesenheiten und ihre Taten uns vorstellen als zwölf Gruppen von Wesenheiten, deren Wirken sich ausdrückt im Wandeln der Planeten. Wir dürfen das aber nicht äußerlich betrachten. Wir dürfen nicht, wenn wir die Konstellationen im Tierkreis beschreiben, die Sternbilder nehmen als die geistigen Wesenheiten selber; da bliebe man immer noch im Äußerlichen. Die Sternbilder selbst sind auch wieder nur ein Ausdruck der höheren Welten und der in diesen wirkenden hohen Wesenheiten. Diese Wesenheiten drücken sich in der Zwölfzahl aus, und das, was sich auf ihre Taten bezieht, drückt sich aus in der Siebenzahl. Nur genügen die Namen der zwölt Tierkreissternbilder nicht für die dahinterstehenden geistigen Wesenheiten. Diese Wesenheiten, deren Namen in den verschiedenen Ländern und Zeiten gewechselt haben, werden in der christlichen Esoterik bezeichnet als Seraphim, Cherubim, Throne und als Herrschaften, Mächte, Gewalten oder Kyriotetes, Dynamis, Exusiai. Das sind sechs; dann kommen die Urkräfte oder Geister der Persönlichkeit, Archai, dann die Erzengel und die Engel. Die zehnte Stufe ist der Mensch auf seiner jetzigen Entwickelungsstufe. Der Mensch wird sich aber weiter entwickeln und später Stufen erreichen, die andere Wesenheiten schon errungen haben. Diese müßten hinzugerechnet werden, so daß wir zwölf Stufen von Wesenheiten hätten. Man müßte also, wenn man die geistige Welt beschreiben will, zwölf Wesenheiten in ihrem gegenseitigen Zusammenwirken zuschreiben das Zustandekommen der Welt. Wenn man beschreiben will, was diese geistigen Wesenheiten tun, dann müßte das in Ausdrücken geschehen, die den räumlichen Verhältnissen der Tierkreisbilder und der Planetenbewegungen entnommen sind, denn die Bahnen der Planeten bedeuten die Taten dieser geistigen Wesenheiten.
[ 14 ] In the previous discussion, we said that one could view the world of our solar system as a giant cosmic clock. Just as one can infer from the position of the hands on a clock that something is happening outside the clock—to which the hands point—so too can one infer from the relative positions of the stars that there is something behind them. Anyone who looks at a clock and says it is such-and-such a time is, of course, not interested in the position of the hands, but rather in what the position of the hands points to—for example, the time of day when something is happening in Vienna right now, or whether it is time to go to work. The position of the clock hands is thus an expression of something that lies behind them. In the same way, we can also see in the solar system—this mighty cosmic clock—the expression of spiritual processes and of the spiritual beings that lie behind them. The initiate now comes to know the spiritual beings and their deeds. This real world of the spirit, which lies behind our sensory world, is best understood when described using terms taken from the order of our solar system, for this provides an external analogy for this spiritual world. For the elemental world, the analogies must be drawn from the earthly world, from earthly things that surround us—air, water, and so on. For the world of the spirit, however, other analogies must serve, analogies that we draw down from the starry heavens. And you can see that the comparison with the clock is not at all so foolish, even in a deeper sense. Just as physical water is a metaphor, an expression of what we call “water” in the elemental world, so our solar system is an expression of the activity of spiritual beings, whom we designate by the names of our planets and the constellations of the zodiac. Take the twelve constellations of the zodiac and observe the course of the seven planets—the others will also be discussed later—how one stands before this constellation, another before that one; then we see in the course of the planets the deeds of the spiritual beings and in the twelve constellations of the zodiac the spiritual beings themselves. Just as we distinguish in the solar system between the planets that move and the constellations that stand behind them as if at rest, so can we imagine the world of spiritual beings and their deeds as twelve groups of beings whose activity is expressed in the movement of the planets. But we must not view this from an external perspective. When describing the constellations of the zodiac, we must not take the constellations themselves as the spiritual beings; for then we would still remain on the surface. The constellations themselves are, in turn, merely an expression of the higher worlds and the high beings active within them. These beings express themselves through the number twelve, and that which relates to their deeds is expressed through the number seven. The names of the twelve zodiacal constellations alone are not sufficient for the spiritual beings behind them. These beings, whose names have varied across different countries and eras, are designated in Christian esotericism as Seraphim, Cherubim, Thrones, and as Dominions, Powers, Authorities, or Kyriotetes, Dynamis, Exusiai. That makes six; then come the primal forces or spirits of personality, the Archai, followed by the archangels and the angels. The tenth level is humanity at its current stage of development. However, humanity will continue to develop and eventually reach levels that other beings have already attained. These would need to be added, so that we would have twelve levels of beings. Therefore, if one wishes to describe the spiritual world, one must attribute the creation of the world to twelve beings in their mutual interaction. If one wishes to describe what these spiritual beings do, this must be done using terms derived from the spatial relationships of the zodiac constellations and the movements of the planets, for the orbits of the planets signify the actions of these spiritual beings.
[ 15 ] Diese Wesenheiten wirken nun zusammen in der Zeit. Nehmen wir an, es wirken zusammen die Geister, die wir die Geister des Willens oder die Throne nennen, mit den Geistern der Persönlichkeit, so bewirken sie das, was wir alten Saturn nennen. Durch das Zusammenwirken wieder anderer Wesenheiten entsteht das, was wir als alte Sonne bezeichnen, wieder durch andere das, was wir als alten Mond bezeichnen. Damit drücken wir aus die Taten dieser Wesenheiten. Wollen wir das so beschreiben, wie es dem erscheint, der sich in den Makrokosmos hineinlebt, dann müssen wir zunächst die Wesenheiten der geistigen Welt beschreiben, die Hierarchien, als zweites ihre Taten, die zum Ausdruck kommen durch den Gang der Planeten, und als drittes muß noch das hinzugenommen werden, wie sie sich hineinoffenbaren in die elementarische Welt, die wir beschrieben haben mit den Ausdrücken, die der physisch-sinnlichen Welt entnommen sind: Feuer, Luft, Wasser, Erde. Man nennt dies auch die planetarische Entwickelung.
[ 15 ] These beings now interact within time. Suppose the spirits we call the spirits of the will, or the Thrones, interact with the spirits of personality; in that case, they bring about what we call the Old Saturn. Through the interaction of yet other beings, what we call the Old Sun comes into being; through still others, what we call the Old Moon. In this way we express the deeds of these beings. If we wish to describe this as it appears to one who lives into the macrocosm, we must first describe the beings of the spiritual world—the hierarchies—second, their deeds, which are expressed through the course of the planets, and thirdly, we must also consider how they reveal themselves in the elemental world, which we have described using terms derived from the physical-sensory world: fire, air, water, earth. This is also called planetary evolution.
[ 16 ] Wenn Sie in meinem Buch «Die Geheimwissenschaft» das Kapitel «Die Weltentwickelung und der Mensch» aufschlagen, finden Sie diesen Gang genau beschrieben. Da haben Sie die Wesenheiten beschrieben, die geistigen Hierarchien, die im Raume ihr Gleichnis haben in den Tierkreisbildern; Sie haben mit den Ausdrücken, die an die Planeten anknüpfen, das beschrieben, was ihre Taten sind, und Sie haben beschrieben ihr Hereinwirken in die elementarische Welt. Hier haben Sie den tieferen Grund, aus dem heraus dieses Kapitel so geschrieben ist. Nur darf man nicht glauben, wenn irgend jemand nur ein Gleichnis beschreibt, wenn er also zum Beispiel von den Tierkreisbildern redet anstatt von den Hierarchien, daß er damit schon etwas getan hat. Derjenige, der wirklich etwas beschreiben will, muß auf die Wesenheiten zurückgehen. Denn nur den Himmelsraum mit den Sternbildern zu beschreiben wäre dasselbe, wie wenn man das Äußere einer Uhr beschreibt. Das aber beschreiben, was als geistige Welt dahintersteht, das heißt, ins Geisteswissenschaftliche übertragen, eben so beschreiben, wie es Ihnen jetzt charakterisiert worden ist. Damit versuchte ich, Ihnen eine Art von Leitfaden zu geben für eine jede im echten Stile gehaltene Beschreibung der geistigen Welt, wie sie angetroffen wird durch ein wirkliches Hinausgehen in den Makrokosmos.
[ 16 ] If you open the chapter “World Evolution and Humanity” in my book *The Secret Science*, you will find this process described in detail. There you have described the beings, the spiritual hierarchies, which find their likeness in space in the images of the zodiac; using terms linked to the planets, you have described their deeds, and you have described their influence on the elemental world. Herein lies the deeper reason why this chapter is written as it is. But one must not believe that simply by describing a metaphor—for example, by speaking of the zodiac signs instead of the hierarchies—one has thereby accomplished anything. The one who truly wishes to describe something must go back to the beings themselves. For merely describing the celestial space with the constellations would be the same as describing the exterior of a clock. But to describe what lies behind this as the spiritual world—that is, to translate it into spiritual science—is to describe it exactly as it has now been characterized for you. With this, I have attempted to give you a kind of guide for any description of the spiritual world written in the true style, as it is encountered through a genuine journey into the macrocosm.
[ 17 ] Nun kann aber dieses Hinausleben in den Makrokosmos allerdings noch weiter gehen. Denn mit alle dem, was als geistige Welt eben beschrieben worden ist, ist der Makrokosmos noch nicht erschöpft; man kann hinaufkommen in noch höhere Welten. Nur wird es natürlich um so schwieriger, Vorstellungen zu geben von diesen höheren Welten, je höher man hinaufkommt, und es ist daher notwendig, wenn wir von einer noch höheren Welt eine Vorstellung geben wollen, dies in einer noch anderen Weise zu tun. Von der noch höheren Welt, in die man dann hinaufkommen kann, wenn man die geistige Welt überschreitet, können Sie sich auf folgende Art einen Begriff machen. Wenn wir den Menschen so beschreiben, wie er vor uns steht, so können wir sagen: Der Mensch konnte nur dadurch zustande kommen, daß es diese anderen Welten gibt. — Nur ein phantastischer Materialist kann glauben, daß aus dem Kant-Laplaceschen Weltennebel jemals der Mensch sich hätte zusammenkombinieren können. Da hätte nichts anderes hervorgehen können als ein menschlicher Automat. Das, wie der Mensch ist, das ist nur möglich geworden dadurch, daß sich der Mensch aus der ganzen Welt, nicht nur aus der physisch-sinnlichen Welt, sondern vor allen Dingen aber aus der geistigen Welt heraus entwickelt hat. Der Mensch ist geboren worden aus der geistigen Welt heraus. Wenn man die Welten in Betracht zieht, die um uns herum sind, so haben wir zunächst unsere physisch-sinnliche Welt. So wie wir diese wahrnehmen, so nehmen wir ja auch den physischen Leib des Menschen wahr. Wir haben ihn gestern von innen in einer bestimmten Weise kennengelernt. Mit dem gewöhnlichen Bewußtsein nimmt man ihn nur von außen wahr. Da gehört der physische Leib des Menschen durchaus der Welt an, die wir mit Augen sehen, die wir außen wahrnehmen mit unseren Sinnen. Welcher Welt gehört nun das an, was tiefer im Menschen liegt, die unsichtbaren Glieder der menschlichen Natur? Alles das, was unsichtbare Glieder der menschlichen Natur sind, gehört den höheren Welten an. Und so wie man, wenn man einen Menschen ansieht, nur das sinnliche Äußere sieht, so sieht man auch an der großen äußeren Welt nur die sinnliche Außenseite und nicht jene übersinnlichen Welten, von denen jetzt zwei, die elementarische und die geistige Welt, beschrieben worden sind. Der Mensch ist aber auch aus diesen Welten mit seiner inneren Organisation herausgegliedert. Nun ist aber alles das, was überhaupt am Menschen ist, auch sein äußerlich Körperliches, nur dadurch möglich geworden, daß gewisse unsichtbare geistige Wesensglieder an ihm arbeiten. Am menschlichen physischen Leib arbeitet nicht bloß ein Äther- oder Lebensleib. Würde bloß ein Ätherleib an ihm arbeiten, dann wäre der Mensch eine Pflanze, denn die Pflanze hat im physischen Leib, so wie wir sie sehen, physischen Leib und Äther- oder Lebensleib. Da der Mensch aber keine Pflanze ist, so hat er nicht nur Äther- oder Lebensleib und physischen Leib, sondern dazu noch das dritte, den astralischen Leib. Aber das haben auch die Tiere. Hätte der Mensch nur diese drei Glieder, so wäre er ein Tier. Weil der Mensch nun auch noch sein Ich hat, so ragt er über diese niedereren Geschöpfe der drei Naturreiche, über Mineral-, Pflanzen- und Tierreich hinaus. Alles das aber, was die höheren Glieder der Menschennatur sind, das arbeitet ja wiederum an des Menschen physischem Leib. Der menschliche physische Leib könnte nicht so sein, wie er ist, wenn er nicht diese höheren Glieder hätte. Eine Pflanze wäre ein Mineral, wenn sie keinen Äther- oder Lebensleib hätte. Der Mensch hätte kein Nervensystem, wenn er keinen Astralleib hätte, und der Mensch könnte nicht ein Wesen mit aufrechtem Gang und mit einem denkenden Gehirn sein, wenn er nicht ein Ich hätte. Wenn der Mensch nicht aus höheren Welten seine unsichtbaren Wesensglieder hätte, dann könnte er uns nicht als dieses so geformte Wesen gegenübertreten, das er ist.
[ 17 ] However, this expansion into the macrocosm can go even further. For the macrocosm is not yet exhausted by all that has just been described as the spiritual world; one can ascend to even higher worlds. Of course, the higher one ascends, the more difficult it becomes to convey a conception of these higher worlds; and it is therefore necessary, if we wish to convey a conception of an even higher world, to do so in yet another way. You can form a conception of the even higher world, into which one can then ascend once one has transcended the spiritual world, in the following manner. If we describe human beings as they stand before us, we can say: Human beings could only have come into being because these other worlds exist. — Only a fanciful materialist could believe that human beings could ever have assembled themselves from the Kant-Laplacean cosmic nebula. Nothing but a human automaton could have emerged from that. The way human beings are has only become possible because they have developed out of the entire world—not only out of the physical-sensory world, but above all out of the spiritual world. Humanity was born out of the spiritual world. When we consider the worlds around us, we first have our physical-sensory world. Just as we perceive this, so too do we perceive the physical body of the human being. We got to know it from the inside in a certain way yesterday. With ordinary consciousness, one perceives it only from the outside. In this sense, the human physical body certainly belongs to the world we see with our eyes, the world we perceive externally with our senses. To which world, then, does that which lies deeper within the human being belong—the invisible members of human nature? Everything that constitutes the invisible members of human nature belongs to the higher worlds. And just as, when one looks at a human being, one sees only the sensory exterior, so too does one see in the great outer world only the sensory exterior and not those supersensory worlds, of which two—the elemental and the spiritual worlds—have now been described. But the human being is also structured from these worlds through his inner organization. Now, however, everything that is at all part of the human being, including his outward physical body, has become possible only because certain invisible spiritual elements are at work within him. It is not merely an etheric or life body that works on the human physical body. If only an etheric body were at work in him, then the human being would be a plant, for the plant has, in its physical body as we see it, a physical body and an etheric or life body. But since the human being is not a plant, he has not only an etheric or life body and a physical body, but also a third, the astral body. But animals have that as well. If human beings had only these three members, they would be animals. Because human beings also have their ego, they rise above these lower creatures of the three kingdoms of nature—the mineral, plant, and animal kingdoms. But all that which constitutes the higher members of human nature, in turn, works upon the human physical body. The human physical body could not be as it is if it did not have these higher members. A plant would be a mineral if it had no etheric or life body. Human beings would have no nervous system if they had no astral body, and human beings could not be beings with an upright gait and a thinking brain if they did not have an “I.” If human beings did not have their invisible constituents from higher worlds, they could not stand before us as the beings they are.
[ 18 ] Nun sind aber die verschiedenen Glieder der menschlichen Organisation aus verschiedenen geistigen Welten heraus gebildet. Wenn wir das verstehen wollen, dann können wir uns am besten erinnern an einen schönen, aus tiefer Weltweisheit herauskommenden Goethe-Spruch: Das Auge ist am Licht für das Licht gebildet. — Es gibt heute eine Philosophie, die an Schopenhauer, auch an Kant anknüpft, die die ganze Welt für eine Vorstellung des Menschen erklären möchte, die namentlich betont, daß wir ohne Auge kein Licht wahrnehmen würden, daß ohne Auge um uns Finsternis wäre. Gewiß, so etwas ist wahr; aber es kommt nicht allein darauf an, daß eine Sache wahr ist, sondern darauf, daß die Wahrheiten, die uns im Leben entgegentreten, immer einseitige Wahrheiten sind, und wenn wir nicht das andere hinzufügen, was sie erst zu einer vollen Wahrheit macht, dann gehen wir manchmal gerade mit unseren Wahrheiten am allermeisten in die Irre. Denn das ist das Schlimmste nicht, wenn der Mensch irrt, wenn er etwas sagt, was nicht richtig ist; da setzt ihm die Welt schon den Kopf zurecht. Wenn er aber eine einseitige Wahrheit als eine absolute ansieht und wenn er dabei bleibt, dann läßt er sich von der Wahrheit beirren. So ist es eine Wahrheit, aber eine einseitige, daß wir ohne Auge kein Licht sehen können. Aber ebenso ist es eine Wahrheit, daß, wenn die Welt immer mit Dunkelheit angefüllt gewesen wäre, niemals ein Auge entstanden wäre. Denn das Auge ist etwas, was aus der noch undifferenzierten Leiblichkeit herausgezogen worden ist. Wir können das aus dem umgekehrten Vorgang sehen. Bei gewissen Tieren, die in finsteren Höhlen leben mußten, bildeten sich die Augen zurück; die Tiere verloren das Sehen. Es ist auf der einen Seite wahr, daß wir ohne Auge kein Licht sehen können, aber ebenso wahr ist es auf der anderen Seite, daß das Auge wirklich am Lichte für das Licht gebildet ist. Immer kommt es bei Wahrheiten darauf an, daß man sie nicht bloß von der einen Seite ansieht, sondern auch von der anderen. Und die meisten Philosophien kranken gerade an dem Fehler — nicht daß sie Falsches sagen, viele können nicht widerlegt werden, weil sie eben die Wahrheit sagen —, daß sie einseitige Wahrheiten sagen, die nur von einer Seite angesehen werden und nicht auch von der anderen. Wenn Sie den Satz im rechten Sinne nehmen: Das Auge ist am Licht für das Licht gebildet —, dann werden Sie sich sagen können: Also muß im Lichte etwas stecken, was das Auge erst herausgebildet hat aus einem Organismus, der noch keine Augen hatte. Hinter dem Lichte ist also noch etwas Höheres verborgen; sozusagen die augenbildende Kraft steckt in jedem Sonnenstrahl darinnen.
[ 18 ] Now, however, the various constituents of the human organism are formed from different spiritual worlds. If we wish to understand this, we do best to recall a beautiful saying by Goethe, born of profound worldly wisdom: “The eye is formed by light for light.” — There is a philosophy today that draws on Schopenhauer, and also on Kant, which seeks to explain the entire world as a human concept, specifically emphasizing that without eyes we would not perceive light, that without eyes there would be darkness around us. Certainly, this is true; but it is not merely a matter of a thing being true, but rather that the truths we encounter in life are always one-sided truths, and if we do not add the other side—which is what makes them a full truth—then we are sometimes led most astray precisely by our own truths. For that is not the worst thing when a person errs, when he says something that is not correct; the world will set him straight on that. But if he regards a one-sided truth as an absolute and clings to it, then he allows himself to be led astray by the truth. Thus it is a truth, but a one-sided one, that without eyes we cannot see light. But it is equally true that if the world had always been filled with darkness, an eye would never have come into being. For the eye is something that has been drawn out of the still undifferentiated physicality. We can see this from the reverse process. In certain animals that had to live in dark caves, the eyes atrophied; the animals lost their sight. On the one hand, it is true that without eyes we cannot see light, but on the other hand, it is equally true that the eye is truly formed by light for the sake of light. With truths, it always depends on not merely viewing them from one side, but also from the other. And most philosophies suffer precisely from this error—not that they say anything false; many cannot be refuted because they do indeed speak the truth—but that they state one-sided truths, viewed only from one side and not from the other. If you take the statement in its proper sense—that the eye is formed by light for light—then you will be able to say to yourself: There must therefore be something in light that first brought the eye into being from an organism that had no eyes yet. Behind the light, then, something higher is hidden; the eye-forming power, so to speak, is contained within every ray of sunlight.
[ 19 ] Das wurde gesagt, damit wir erkennen können, daß in alle dem, was um uns herum ist, wirklich das verborgen ist, was uns gemacht hat. Denn ebenso wie unsere Augen von etwas gemacht sind, was im Lichte drinnen ist, so sind alle unsere Organe geformt von etwas, was allen Dingen zugrunde liegt, von denen wir nur die äußere Oberfläche sehen.
[ 19 ] This was said so that we might realize that hidden within everything around us is, in fact, that which created us. For just as our eyes are made of something that lies within the light, so too are all our organs formed from something that underlies all things, of which we see only the outer surface.
[ 20 ] Nun hat der Mensch so etwas, was man Verstand nennen kann. Der Mensch hat Verstand, Intelligenz. Im physischen Leben kann er sich dieses Verstandes, dieser Intelligenz dadurch bedienen, daß er ein Werkzeug dazu hat, das Gehirn. Wie er das Auge zum Sehen hat, so hat er ein Werkzeug, um in der physischen Welt den Verstand zu entwickeln, um denken zu können. Wohlgemerkt, wir reden jetzt von dem Denken in der sinnlich-physischen Welt, nicht davon, was aus unserem Denken wird, wenn wir uns mit dem Tode von unserem Leibe befreien, sondern davon, wie wir durch das Instrument des Gehirns hier auf Erden denken. Wenn wir morgens aufwachen, so sehen wir durch das Auge das Licht; da steht hinter dem Lichte etwas, was unser Auge gebildet hat. Wir denken durch das Instrument des Gehirns; also muß es in der Welt etwas geben, was dieses Gehirn zuerst geformt hat, so daß es ein Werkzeug für das Denken in der physischen Welt werden konnte. Das ist es, was wir uns genau vor die Seele stellen wollen. Das Gehirn ist ein Denkorgan für die physische Welt, aber es mußte erst ein solches werden, aus der Kraft heraus, die sich äußerlich kundgibt in unserer Intelligenz. Wie das Licht, das wir mit dem Auge wahrnehmen, eine augenbildende Kraft ist, so gibt es etwas, was unser Gehirn bildet, etwas, was gehirnbildende Kraft ist. Unser Gehirn ist herausgebaut aus der geistigen Welt. Das lernt der Einzuweihende kennen, daß, wenn es nur die elementarische und die geistige Welt geben würde, niemals das hätte zustande kommen können, was das menschliche Organ der Intelligenz ist. Zwar ist die Welt des Geistes eine hohe, eine bedeutend hohe Welt. Aber aus einer noch höheren Welt heraus müssen dem Menschen die Kräfte zuströmen, die sein physisches Denkorgan hier in der physischen Welt geformt haben, damit sich dann äußerlich in der physischen Welt das kundgeben kann, was wir Verstand, Intelligenz nennen.
[ 20 ] Now, human beings possess something that can be called reason. Human beings have reason, intelligence. In physical life, they can make use of this reason, this intelligence, because they have a tool for it: the brain. Just as they have eyes for seeing, so they have a tool for developing their reason in the physical world, for being able to think. Mind you, we are now speaking of thinking in the sensory-physical world, not of what becomes of our thinking when we are freed from our body through death, but of how we think here on earth through the instrument of the brain. When we wake up in the morning, we see the light through the eye; behind the light there is something that our eye has formed. We think through the instrument of the brain; therefore, there must be something in the world that first formed this brain so that it could become a tool for thinking in the physical world. This is precisely what we wish to hold before our soul. The brain is an organ of thought for the physical world, but it first had to become such an organ through the power that manifests itself externally in our intelligence. Just as the light we perceive with the eye is an eye-forming force, so there is something that forms our brain, something that is a brain-forming force. Our brain is built out of the spiritual world. The initiate comes to know that if only the elemental and the spiritual worlds existed, what the human organ of intelligence is could never have come into being. True, the world of the spirit is a high, a significantly high world. But from an even higher world must the forces flow to humanity that have formed its physical organ of thought here in the physical world, so that what we call reason and intelligence may then manifest itself outwardly in the physical world.
[ 21 ] Die Geisteswissenschaft hat nicht mit Unrecht die Grenzscheide der geistigen Welt, die wir eben beschrieben haben als die Hierarchienwelt, im Gleichnis ausgedrückt durch das Wort «Tierkreis». Denn wir hätten den Menschen nur so weit vor uns, als er noch nicht ein intelligentes Wesen ist, sozusagen auf der Tierheitsstufe, wenn nur diese Welten da wären. Damit der Mensch dieses Wesen werden konnte, das aufrecht geht und mit dem Gehirn denkt und Intelligenz entwickelt, dazu war das Finströmen von höheren Kräften notwendig, von Kräften, die in einer Welt noch über der als geistigen Welt geschilderten liegen. Und da kommen wir in eine Welt hinauf, welche in der Geisteswissenschaft mit einem Wort bezeichnet wird, das heute ganz mißbraucht wird; aber in früheren Zeiten man braucht gar nicht weit zurückzugehen — hatte es noch seine ursprüngliche Bedeutung. Was der Mensch hier in der physischen Welt entwickelt, wenn er denkt, nennt man Intelligenz. Was als Kräfte, als Realitäten in einer noch höheren Welt lebt, als die geistige ist, was da herunterströmt durch die geistige und elementarische Welt hindurch, um unser Gehirn zu formen, das nannte man immer in der Geisteswissenschaft die «Vernunftwelt». Es ist jene Welt, in welcher solche geistige Wesenheiten sind, die durch ihre starke Kraft hinunterwirken können in die physische Welt, um in der physischen Welt ein Schattenbild des Geistigen hervorzubringen in der Verstandestätigkeit des Menschen.
[ 21 ] Spiritual science is not wrong to describe the boundaries of the spiritual world—which we have just described as the world of hierarchies—using the metaphor of the “zodiac.” For if only these worlds existed, we would have humanity before us only to the extent that it is not yet an intelligent being—so to speak, at the animal stage. In order for humanity to become this being that walks upright, thinks with the brain, and develops intelligence, the inflow of higher forces was necessary—forces that lie in a world still higher than the one described as the spiritual world. And there we ascend into a world which, in spiritual science, is designated by a word that is completely misused today; but in earlier times—one need not go very far back—it still had its original meaning. What human beings develop here in the physical world when they think is called intelligence. What lives as forces, as realities in a world even higher than the spiritual one, what flows down through the spiritual and elemental worlds to shape our brain—this has always been called the “world of reason” in spiritual science. It is that world in which there are spiritual beings who, through their powerful force, can work down into the physical world to bring forth a shadow image of the spiritual in the physical world through the intellectual activity of human beings.
[ 22 ] Sie sehen, wie arm unsere Sprache geworden ist. Das Wort Vernunft ist in der Zeit des Materialismus ganz mißbraucht worden. Vor dieser Zeit würde niemand das Wort «Vernunft» gebraucht haben für das Denken in der physischen Welt. Da würde man von «Intelligenz», von «Verstand» gesprochen haben. Von Vernunft hat man dann gesprochen, wenn die Eingeweihten sich durch die geistige Welt hinauflebten in eine noch höhere Welt und da unmittelbar vernommen haben eine hohe Welt, die noch über der geistigen Welt liegt. Vernunft hängt in der deutschen Sprache mit «Vernehmen» zusammen, mit dem also, was aus einer höheren als der geistigen Welt heraus unmittelbar angeschaut, «vernommen» wird. Damit haben wir uns auf eine besondere Art erhoben zu einer noch höheren Welt, als die war, welche wir als geistige bezeichnen konnten. Damit haben wir das erschöpft, wofür wir noch ein Gleichnis im Menschen haben. Ein ganz schattenhaftes Gleichnis für die Vernunftwelt haben wir in dem menschlichen Verstande. Gleichsam die Werkmeister, die Bauleute unseres Verstandesorgans müssen wir in der Vernunftwelt suchen. Wenn wir eine noch höhere Welt ersteigen wollen, so können wir von dieser überhaupt nur sprechen, wenn wir zu einem noch höheren Geistesvermögen uns erheben, zu einem Geistesvermögen, das über den sinnlich-physischen Verstand hinausgeht. Wie wir gesehen haben, daß die aus der Vernunftwelt kommende Kraft im Menschen das Organ für den Verstand, das Gehirn aufgebaut hat, so können wir nun fragen: Wir wissen doch aber, daß der Mensch ein noch höheres Vermögen hat als den Verstand, nämlich die Fähigkeit zu hellsichtigem Bewußtsein; muß nicht auch diese Fähigkeit Ausdruck oder Gleichnis von Kräften sein, welche aus entsprechenden noch höheren Welten kommen? In der geisteswissenschaftlichen Methode, von der wir noch ausführlicher sprechen werden, nennt man die erste Stufe dieses Bewußtseins, das als hellsichtiges Bewußtsein entwickelt werden kann, das imaginative Bewußtsein. Es ist eine Art Bilderbewußtsein. Dieses Bilderbewußtsein, das imaginative Bewußtsein, bleibt so lange eine bloße Einbildung, bloße Phantasie, als nicht das Organ für dieses Bilderbewußtsein, für das imaginative Bewußtsein wirklich aus einer höheren Welt herunter gebildet wird, so wie das Gehirn als Organ für das menschliche Denken aus der Vernunftwelt herunter gebildet worden ist. In dem Augenblick, wo wir sagen, daß es in der Welt hellsichtiges Bewußtsein gibt, müssen wir auch sagen: Also muß es auch eine Welt geben, aus welcher die Kräfte fließen für das Hellseherorgan. Diese Welt nennt man in der Geisteswissenschaft die Welt der Urbilder. Das, was uns als Imagination vor Augen treten kann, ist ein Abbild der Urbilderwelt.
[ 22 ] You can see how impoverished our language has become. The word “reason” has been completely misused in this age of materialism. Before this time, no one would have used the word “reason” to describe thinking in the physical world. One would have spoken of “intelligence” or “understanding.” One spoke of reason when the initiates, through the spiritual world, ascended into an even higher world and there directly perceived a higher realm that lies above the spiritual world. In the German language, “Reason” is related to “perception,” that is, to what is directly perceived from a world higher than the spiritual world. In this way, we have, in a special sense, ascended to a world even higher than the one we could call the spiritual world. With this, we have exhausted what we still have a parable for in the human being. We have a very shadowy likeness of the world of reason in the human intellect. We must seek, as it were, the master builders, the architects of our intellectual organ, in the world of reason. If we wish to ascend to an even higher world, we can speak of it at all only if we elevate ourselves to an even higher spiritual faculty, a spiritual faculty that transcends the sensory-physical intellect. Just as we have seen that the power coming from the world of reason has built up the organ of the intellect, the brain, in human beings, so we may now ask: But we know that human beings possess an even higher faculty than the intellect, namely the capacity for clairvoyant consciousness; must not this capacity also be an expression or likeness of powers that come from corresponding, even higher worlds? In the spiritual scientific method, which we will discuss in greater detail, the first stage of this consciousness—which can be developed as clairvoyant consciousness—is called imaginative consciousness. It is a kind of pictorial consciousness. This pictorial consciousness, this imaginative consciousness, remains mere imagination, mere fantasy, as long as the organ for this pictorial consciousness, for the imaginative consciousness, is not actually formed from a higher world, just as the brain has been formed from the world of reason as the organ for human thinking. The moment we say that there is clairvoyant consciousness in the world, we must also say: Therefore, there must also be a world from which the forces flow for the clairvoyant organ. In spiritual science, this world is called the world of archetypes. What can appear before us as imagination is a reflection of the world of archetypes.
[ 23 ] So haben wir vier höhere Welten, zu denen wir aufsteigen können von Stufe zu Stufe: die elementarische Welt, die geistige Welt, die Vernunftwelt und die Welt der Urbilder. Wir werden nun von morgen ab diese höheren Welten, namentlich die Vernunftwelt zu beschreiben haben und dann übergehen können zu einer Beschreibung der Methode, welche angewendet werden muß im Sinne unserer heutigen Bildung, wenn die Kräfte aus der Urbilderwelt wirklich heruntergeholt werden sollen, um in dem Sinne unseres heutigen Geisteslebens das herbeizuführen, was man hellsichtiges Bewußtsein nennt.
[ 23 ] Thus we have four higher worlds to which we can ascend step by step: the elemental world, the spiritual world, the world of reason, and the world of archetypes. Starting tomorrow, we will describe these higher worlds, specifically the world of reason, and then move on to a description of the method that must be applied in the context of our modern education if the forces from the world of archetypes are truly to be brought down to bring about, in the context of our modern spiritual life, what is called clairvoyant consciousness.
