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The Rudolf Steiner Archive

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The Deeper Mysteries of Human Development
in the Light of the Gospels
GA 119

30 March 1910, Vienna

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Zehnter Vortrag

10. Transformation of Soul-forces and Stages in the Evolution of Physical Organs. Reading in the Akasha Chronicle.

[ ] Es war mein Bestreben in diesen Vorträgen, diejenigen Erkenntnisse, welche gegenwärtig aus Gründen, die in der Entwickelung der Menschheit liegen, verkündet werden sollen, in gewissem Sinn von einer andern Seite her zu zeigen, als sie gezeigt werden zum Beispiel in den Büchern, die Sie über diesen Gegenstand erhalten können. Ich wollte diese Erkenntnisse vom Gesichtspunkt des unmittelbareren Erlebens aus beleuchten, und gerade dadurch steht ja wohl zu hoffen, daß durch die Durchtränkung der sonst gegebenen Wahrheiten mit den unmittelbaren Tatsachen des Bewußtseins manches wiederum in neuer Art sich für diesen oder jenen aufklärt. Allerdings wird derjenige, welcher nur diese Vorträge gehört und sich noch weniger mit dem Gegenstand beschäftigt hat, eine wichtige Ergänzung des hier Gesagten in meinen Büchern, zum Beispiel in der soeben erschienenen «Geheimwissenschaft» oder in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», finden können. Es ist nach den Ausführungen des gestrigen Vortrages ja begreiflich, daß man, sobald man überhaupt die höheren Welten zu schildern beginnt, das von verschiedenen Gesichtspunkten aus tun kann. Haben wir doch gesehen, von wieviel verschiedenen Gesichtspunkten aus unser eigenes Ich uns erscheint, sobald wir es durch das Betreten der höheren Welten von außen her sehen.

[ ] In these lectures I have tried to present items of knowledge which for reasons connected with the evolution of humanity should now be communicated, and this from a standpoint rather different from that of books which may be accessible to you. My desire has been to illumine this knowledge from the angle of more direct experience and we may hope that, by adding to truths already made known facts directly revealed by consciousness, many things will be explained in a new way. At any rate, those who have heard only these lectures will be able to find in books such as Occult Science, or Knowledge of the Higher Worlds, information supplementing what has here been said. When any attempt is made to describe the higher worlds, it is quite understandable that this can be done from different standpoints. We have heard of the number of different standpoints from which it is possible to contemplate our own Ego from outside as soon as we enter the higher worlds. I should now like to continue describing things more from the inner side, in connection with what was said yesterday about the logic, or thinking, of the heart in contrast to what is known in external life as the logic, or thinking, of the head or of the intellect.

[ ] Ich möchte nun in gewisser Beziehung dabei bleiben, diese Schilderung mehr von innen heraus zu gestalten und deshalb anknüpfen an das, was wir gestern gesagt haben über die Logik des Herzens im Gegensatz zu dem, was man im äußeren Leben kennt als die Logik des Kopfes oder des Verstandes. Wir konnten schon aus dem gestrigen Vortrag entnehmen, daß uns die Logik des Herzens in der menschlichen Entwickelung zweimal entgegentreten kann. Sie kann uns entgegentreten in derjenigen Entwickelungsform, in der das, was das Herz denkt, noch nicht durchzogen ist von der Logik des Verstandes, der Logik des Kopfes. Wir haben darauf hingewiesen, daß es heute noch Menschen gibt, welche durchaus es sogar gerne ablehnen möchten, sich mit der Logik des Verstandes zu beschäftigen und dasjenige, was sie als wahr fühlen und empfinden, umzusetzen in Begriffe und in Ideen. Ganz wird es diesen Zustand der menschlichen Entwickelung in unserer heutigen Gegenwart nicht mehr geben; es kann ihn nicht mehr geben. Denn wo Sie auch Umschau halten würden unter den gegenwärtigen Menschen, Sie werden überall, auch da, wo noch fast ganz aus den unmittelbaren Eindrücken des Herzens heraus geurteilt wird, wenigstens einige Begriffe und Ideen des Verstandes finden. Wenn wir eine Entwickelungsstufe finden wollten, die den Verstand noch ganz ausschließt, dann würden wir schon weit zurückgehen müssen in der Entwickelung der Menschheit und würden dann eine Vorstufe unserer gegenwärtigen menschlichen Entwickelung finden. Es kann also gesagt werden, daß sich aus der Natur des Geschilderten von selbst ergibt, daß unsere heutige Entwickelungsstufe auf eine frühere hinweist, in der aus einem Unterbewußtsein heraus, aus einem noch nicht vom Verstand durchtränkten Bewußtsein heraus das Herz urteilte. Heute leben wir in einer Zeit, in welcher dieses ursprüngliche Urteil des Herzens, diese ursprüngliche Logik des Herzens durchzogen ist von Begriffen und Ideen, kurz von dem, was wir Logik des Verstandes nennen. Und wenn wir alles ins Auge fassen, was wir gestern gesagt haben und bedenken, daß der Mensch sich entwickeln kann, so dürfen wir von unserer gegenwärtigen Entwickelungsstufe aus hinweisen auf eine zukünftige Entwickelungsstufe, welche heute angestrebt wird von einzelnen wenigen, welche aus ihrem gegenwärtigen Bewußtsein heraus die Sehnsucht, den Trieb haben, in einer gewissen Weise die Zukunft vorauszunehmen. Auf einen Zukunftszustand der Menschheit können wir hinblicken, welchen die Menschheit zeigen wird so, daß Logik des Herzens in vollem Umfang wiederum vorhanden sein wird, das heißt, daß der Mensch wiederum imstande sein wird, aus der Unmittelbarkeit seines Fühlens heraus die Wahrheit zu schauen. Aber er wird dann aufgenommen haben die Entwickelungsstufe, die er zwischen diesen beiden durchgemacht hat, die Stufe der Logik, des Verstandes. So daß wir sagen können: Wir gehen jetzt — die gesamte Menschheit — durch die Entwickelungsstufe des Verstandes, des Kopfes hindurch, um auf einer höheren Stufe dasjenige wiederum zu erreichen, was auf einer niederen Stufe schon erreicht war: die Logik des Herzens. — Während auf der niederen Stufe diese Logik des Herzens nicht durchglüht und durchleuchtet war von dem, was der Mensch sich durch seinen Verstand aneignet, wird die Logik des Herzens auf einer höheren Stufe durchtränkt, durchglüht, durchleuchtet sein von dem, was er auf der jetzigen Stufe der Entwickelung durch Begriffe, durch Ideen erworben hat.

[ ] In yesterday's lecture it was made clear that the logic of the heart may be found at two stages in the process of human evolution. Firstly, it may be found at that stage of development where the thinking of the heart is not yet permeated by the logic of the head and of the intellect. Attention was called to the fact that there are still people today who would prefer not to concern themselves at all with the logic of the intellect. This state of development can no longer be said to exist in the real sense at the present time, for no matter where you were to look among the people of today, you would everywhere find at least a few concepts and ideas born of the intellect. To find a stage of evolution entirely devoid of intellect we should have to go back a very long way in the evolution of humanity, to a far-off pre-historic stage. From what has been said, therefore, it follows that our present state of development points back to an earlier one when the heart judged out of the sub-consciousness, out of a consciousness not yet permeated with intellect. Today, this original faculty of the heart is permeated with concepts, with ideas, in brief, with what we call the logic of the intellect. But bearing in mind what was said yesterday about man's possibilities of development, we may point forward to a future stage of evolution even now striven for by a few who with their present-day consciousness already have the longing, the urge, as it were to forestall the future. We can look towards a future humanity when the logic of the heart will again be functioning to the fullest extent, when out of direct feeling man will behold the truth. But he will then have assimilated the fruits of the intermediate stage of development, the stage of the logic of the intellect. It may therefore be said that we arc now passing through the evolutionary stage of intellectual thinking in order to regain, on a higher level, what had already been attained on a lower, namely, the logic of the heart. Whereas on the lower level it was not illumined by the intellect, on the higher level it will later on be irradiated by what man has acquired through the logic of the intellect.

[ ] So haben wir also drei Entwickelungsstufen des Menschen vor uns: eine vor unserer Gegenwart liegend, eine als die unserer Gegenwart und eine zukünftige Entwickelungsstufe. Und wir sehen daraus auch den Sinn der Entwickelung, daß dem auf einer früheren Stufe Errungenen Neues hinzugefügt wird. Neues wird also einverleibt dem Alten, welches in die Zukunft hinübergelebt werden soll.

[ ] Thus we can conceive of three stages of human evolution: one preceding that of our present time, one of today, and one that will come in the future. From this we can also perceive what evolution means, namely, that to what has been acquired at an earlier stage something new is added and is to live on into the future.

[ ] Aber wir können uns noch genauer unterrichten, gerade aus den Erfahrungen derjenigen heraus, die heute schon in gewisser Weise das erreicht haben, was gestern als erreichbar geschildert worden ist: eine Art von höherem Bewußtseinszustand, durch den sie hellseherisch hineinsehen können in die höheren Welten. Sie können ja leicht begreifen, daß von einer solchen Umwandlung nicht nur die Denkkraft betroffen ist, sondern daß auch andere Seelenkräfte andere Formen annehmen werden, wenn sich die Denkkraft verändert.

[ ] We can glean still more precise information from the experiences of those who already now have reached what was described yesterday as an attainable state of higher consciousness through which it is possible to look clairvoyantly into the higher worlds. Not only is the faculty of thinking affected by such a transformation but other soul-forces too will assume new forms when the faculty of thinking changes.

[ ] Wir haben uns also etwa zu fragen: Wenn nun jemand durch die geisteswissenschaftliche Schulung zu einer höheren Stufe des Erkennens sich hinaufarbeitet, wenn er fortschreitet von der Logik des Kopfes, des Verstandes, zu der Logik des Herzens, vom Denken des Kopfes zum Denken des Herzens, ändern sich dann auch die andern Fähigkeiten der Seele? — Nehmen wir irgendeine Fähigkeit heraus wir können ja diese Dinge, die so kompliziert sind, nur an Beispielen erläutern —, nehmen wir als Beispiel das Gedächtnis. Das Gedächtnis ist eine Seelenkraft, wie das Denken eine Seelenkraft ist. Das Denken ändert sich; es wird von einem Denken des Kopfes zu einem Denken des Herzens, wenn der Geistesschüler sich vorwärtsentwickelt. Wie ist es denn nun mit dem Gedächtnis? Das Gedächtnis tritt uns ja im gewöhnlichen Leben beim normalen Bewußtsein in folgender Weise entgegen: Der Mensch hat zunächst ein Bewußtsein des Gegenwärtigen. Er sieht die Dinge, die ihn in der Gegenwart im Raume umgeben, er macht seine Wahrnehmungen, macht sich daraus seine Vorstellungen. Alles das kann er seinem Bewußtsein einverleiben. Aber der Mensch kann auch ein Bewußtsein haben von dem, was räumlich vorhanden war, aber zeitlich getrennt ist. Dessen wird er sich durch das Gedächtnis bewußt; durch das Gedächtnis schreitet der Mensch aus der Gegenwart in die Vergangenheit zurück. Wenn Sie sich an etwas erinnern, was Sie gestern erlebt haben, so schauen Sie in der Zeit zurück. Sie schauen etwas, was jetzt nicht mehr in Ihrer Umgebung ist, was aber einmal in Ihrer Umgebung war. Jeder, der das Gedächtnis nach dieser Richtung hin prüft, merkt, daß das Gedächtnis nicht an den Raum gebunden ist wie das Gegenwartsbewußtsein, sondern das Gedächtnis ist an die Zeit gebunden. Wenn wir mit unserem Gedächtnis tätig sind, schauen wir in der Zeit rückwärts. Diese Art der Bewußtseinstätigkeit ändert sich nun für den Geistesschüler ganz gewaltig.

[ ] When through spiritual-scientific training someone works his way upward to a higher stage of cognition from the logic of the intellect to the logic of the heart, from the thinking of the head to the thinking of the heart, do the other faculties of the soul change too? Let us elucidate this by taking an example—the example of memory. Memory, like thinking, is a faculty of the soul. The character of thinking changes when from being thinking of the head it becomes, at a higher spiritual level, thinking of the heart. What is there to be said of memory? In the normal consciousness of everyday life we find that memory works in the following way.—Man has consciousness of what is around him in the immediate present. He sees the things around him, makes his observations, forms his ideas. He can incorporate all this in his consciousness. Then he proceeds from what his soul can experience in the present to something it experienced in the past. Through memory, man passes out of the present into the past. When he recalls something he experienced yesterday, he is looking backwards in time. Therewith he surveys something that was once in his environment but is so no longer. Anyone who studies memory from this point of view realises that just as our consciousness of the present is connected with the space immediately around us, this memory, this extension of consciousness over the past, is connected with time. For a genuine seeker, however, the nature of this particular activity of consciousness changes completely.

[ ] Nun muß ich ausdrücklich bemerken, daß ja der Geistesforscher selbstverständlich nicht in jedem Moment seines Lebens seine höheren Fähigkeiten anzuwenden braucht. Er hat sie, aber er setzt sie nur dann in Tätigkeit, wenn er forschen will in den höheren Welten. Wenn er in den höheren Welten forscht, dann geht sein Kopfdenken in das Denken des Herzens über. Aber für die gewöhnlichen Tageserlebnisse braucht der Geistesforscher natürlich diese Seelenfähigkeiten nicht, mit denen er sich in das höhere Bewußtsein versetzt; im Alltagsleben denkt er geradeso wie andere Menschen auch. Es ist also ein Sich-versetzen-Können von einem normalen in einen übernormalen Bewußtseinszustand, dessen der Geistesforscher fähig sein muß. Das müssen wir uns immer vorhalten. Wir dürfen nicht sagen, der Geistesforscher müsse immer die Merkmale [des höheren Bewußtseins] zeigen, die geschildert worden sind.

[ ] Obviously there is no need for the spiritual investigator to apply his higher faculties at every moment of ordinary life; he possesses these faculties but puts them into operation only when he wishes to carry out research in the higher worlds. When he does this, head-thinking becomes heart-thinking and his ordinary memory changes into a different form of soul-activity. But for the experiences of everyday life there is no need for him to be constantly passing into his higher states of consciousness, no need to be continually using and giving evidence of the faculties of soul that have been described. When he returns to the everyday world he has a memory and a faculty of thinking just like those of anyone else. It is therefore the capacity to transpose himself from the normal into a supernormal state of consciousness that the pupil must possess. This should always be kept in mind.

[ ] Das Gedächtnis des Geistesforschers nun ändert sich in all den Fällen, wo er in dem Bewußtseinszustand ist, mit dem er in der geistigen Welt forscht so, daß er in der geistigen Welt durch eine ähnliche Fähigkeit wahrnimmt, wie sie das gewöhnliche Gedächtnis ist, nur daß er nun nicht zeitlich wahrnimmt, sondern räumlich. Es ist eine vollständige Verwandlung, die mit dem Gedächtnis vorgeht. Während der Mensch, wenn er im gewöhnlichen Bewußtsein sich an etwas erinnern will, was er gestern erlebt hat, in der Zeit zurückblickt und die Ereignisse von gestern gleichsam heraufzuholen sucht, ist es beim Fortschreiten in der geistigen Erkenntnis des Geistesschülers so, daß er das Vergangene gleichzeitig mit dem Gegenwärtigen erlebt, nur räumlich von ihm getrennt, etwa so, wie wenn man hier steht und durch die Türe in den Raum nebenan schaut. Es ist also so, daß die gestrigen Ereignisse gleichzeitig im Raume dastehen, nur wie durch eine Entfernung von den heutigen Ereignissen getrennt; und dasjenige, was in der Zeit weiter zurückliegt, ist nur im Raume entsprechend weiter entfernt als das Gegenwärtige. Man kann also sagen: Für den Geistesforscher treten die sonst für das Gedächtnis in der Zeitform hintereinander erscheinenden Ereignisse nebeneinander auf, und er muß gleichsam von einem Ereignis zum andern wandern.

[ ] Now whenever the pupil is in the state of consciousness in which he is investigating the spiritual world through a faculty analogous to that of ordinary memory, what he observes in that world presents itself not in time, but spatially. Memory is completely transformed. Whereas ordinary memory looks back in time in order to recall events of yesterday, when progress in spiritual knowledge has been made the investigator experiences the past as if, standing here, he were looking through the door into the adjacent area. He looks at something that is separated as if by space, as if yesterday's events are separated spatially from those of today. We can therefore say that for the spiritual investigator the events which usually appear to memory one after another in time, now present themselves beside one another (in the spatial sense), and he must as it were move from one event to another, pass from one entity to another.

[ ] Sie werden erkennen, wenn Sie genau durchdenken, was schon in den vorhergehenden Vorträgen gesagt worden ist, daf das jetzt Auseinandergesetzte ganz gut übereinstimmt mit dem früher Gesagten. Es wurde gesagt, daß man sich in der geistigen Welt mit den Dingen und Wesenheiten vereinigen muß. Wenn diese Dinge und Wesenheiten nun in der Zeit fern von einem liegen, dann muß man zu ihnen hingehen, um sich mit ihnen zu vereinigen. Man muß zurückgehen, man muß die Zeitenlinie abschreiten wie eine Linie im Raum, um sich mit den Wesen und Dingen vereinigen zu können. Man kann sagen, daß sich in bezug auf die Seelenfähigkeit des Gedächtnisses die Zeit zu einer Art von Raum verwandelt, sobald man die geistige Welt betritt. Also das Gedächtnis ist für den Geistesschüler eine wesentlich neue Fähigkeit geworden. Er sieht ein vergangenes Ereignis so, wie wenn es in der Gegenwart noch da wäre, und er beurteilt die Zeit, die vergangen ist, nach der Distanz, in der es getrennt von ihm ist. So daß Sie daraus entnehmen können, daß die Vergangenheit für den Geistesschüler sich hinstellt wie etwas, was räumlich nebeneinander steht. Es ist tatsächlich, wenn diese Form des Gedächtnisses errungen ist, das Forschen in der Vergangenheit wie ein Ablesen der stehengebliebenen Ereignisse. Man nennt dieses Ablesen der stehengebliebenen Ereignisse das Lesen in der AkashaChronik. Es ist eine Welt, in der die Zeit zum Raum geworden ist. Wie man unsere Welt, in der wir leben, als die physische Welt bezeichnet, so kann man die Welt, in der die Zeit zum Raum geworden ist, als die Akasha-Welt bezeichnen. Das verändert die ganze innere Seelenverfassung des echten, wahren Mystikers, denn was im gewöhnlichen Leben Zeit genannt wird, gibt es hier gar nicht mehr in dieser Form.

[ ] On thinking over this carefully, you will see that this statement is entirely in accordance with what has previously been said, namely that in the spiritual world we must become one with the beings there. We must not go back along the line of time, for time is transformed into a kind of space; we must pass along this line as if it were a line in space in order to be able to unite with the beings. For the soul-faculty of memory, Time changes into Space as soon as we enter the spiritual world. Memory has become an essentially new faculty. We see something belonging to the past as though it were still there in the immediate present; the length of time that has elapsed is estimated according to the distance. The past presents itself to the pupil as something placed side by side in space. When this form of memory has been attained, it is actually a reading of events that have remained. This is reading in the Akasha Chronicle; it is a world in which Time has become Space. Just as our own world is known as the physical, so the world in which Time has become Space can be termed the Akasha World. This alters the whole attitude of the true mystic, for what in everyday life is called Time, no longer exists in this form in the higher world.

[ ] Es ist gerade an diesem Beispiel in einer wunderschönen Weise zu erkennen, wie die Dinge, wenn man sie subtil von ihrem wahren Gesichtspunkt aus betrachtet, wunderbar im Einklang stehen. Denken Sie einmal, was aus dem Menschen im gewöhnlichen Leben würde, wenn er sein Denken nicht mit seinem Gedächtnis in Einklang bringen könnte, wenn er seine Logik des Verstandes in Widerspruch fände mit dem, was sein Gedächtnis sagt. Sie können sich einen solchen Fall leicht konstruieren. Denken Sie einmal, Sie würden vor sich haben irgendein Dokument, das meinetwillen das Datum vom 26. März trägt. Das ist eine Wahrnehmung, die Sie in Ihrem Gegenwartsbewußtsein haben. Aber Sie waren dabei, als das Ereignis stattgefunden hat, das in diesem Dokument aufgeschrieben ist, Sie gehen die Tage zurück, und Ihr Gedächtnis sagt Ihnen, es muß einen Tag früher gewesen sein. Da haben Sie sozusagen einen grobklotzigen Fall, wo Ihr Gegenwartsbewußtsein mit Ihrem Gedächtnisbewußtsein in Widerspruch gerät. Solche Fälle können in der Regel in der physischen Welt sehr leicht korrigiert werden. Viel schwieriger ist es in der geistigen Welt, einen Irrtum zu korrigieren, denn man kann durch die eigene Natur selbst Irrtümer in die geistige Welt hineintragen. In der physischen Welt ist im allgemeinen ein Irrtum des Denkens nicht gar so schlimm, denn die äußeren Verhältnisse der physischen Welt korrigieren die Irrtümer von selbst. Wenn jemand zum Beispiel, sagen wir, der Straße nicht gehörige Aufmerksamkeit zuwendet, wenn er vergißt, daß er die rechte Straße nehmen muß, um nach Hause zu kommen, und stattdessen die linke Straße nimmt, so wird er den Irrtum bald einsehen. Also auf dem physischen Plan ist ein Irrtum nicht gar so schlimm. Aber auf dem geistigen Plan haben wir so bequeme Korrekturen der Irrtümer nicht; da muß man in sich die Sicherheit haben, um solche Fehler zu vermeiden. Da muß man die sorgfältigste Vorbereitung darauf verwenden, daß man diese Sicherheit bekommt. Ein Irrtum in der geistigen Welt würde viel teurer zu stehen kommen, ein einziger Fehler würde einen ins Bodenlose hineinführen können. Es muß ein bestimmter Einklang bestehen zwischen der Logik des Herzens und dieser eben beschriebenen Art des Gedächtnisses, geradeso wie ein Einklang besteht zwischen der Logik des Kopfes und dem Gedächtnis des gewöhnlichen Bewußtseins.

[ ] We can recognise from this example how wonderfully things harmonise when viewed from the right standpoint. What would become of man in everyday life if he were unable to harmonise his thinking with his memory, if he were to find that his logical thinking contradicted his memory? Suppose you had before you a document bearing the date of 26th March. That is a perception which you have in your consciousness of the present. But you were there when the recorded event occurred and going back over the days, your memory says to you: “It must have happened a day earlier.” There you have an obvious case where consciousness of the immediate present conflicts with memory. In the physical world such cases will as a rule be easily rectified, but in the spiritual world it is much more difficult. The outer conditions of the physical world of themselves correct such errors. When someone in the street forgets that he must turn left to reach home and takes a turning to the right, the mistake will soon be realised. But in the spiritual world there is no such convenient means for correcting mistakes. There it is necessary to have the inner certainty which will prevent mistakes being made so easily; the most careful preparation must be undergone in order to avoid such mistakes. In that world error might well cost dear; a single mistake might easily lead to infinite trouble. Harmony must prevail between the logic of the heart and the kind of memory that has been described.

[ ] Nun ist aber durch die Art, wie wir uns nach den Angaben der Geisteswissenschaft höherentwickeln, eine Garantie gegeben, daß ein solcher Einklang besteht. Und hier kommen wir zu einem Satz, den der Geistesschüler eigentlich immer beherzigen soll: daß alles äußere Physische eigentlich nur dann verstanden wird, wenn es nicht direkt genommen wird, sondern als Gleichnis eines Übersinnlichen, eines Geistigen aufgefaßt wird. In der Tat haben wir ein physisches Werkzeug für unsere Logik des Kopfes in unserem Gehirn. Das ist ja etwas, was ein jeder durch die gewöhnliche Wissenschaft wissen kann. In derselben Weise können wir allerdings nicht sagen, daf3 wir an unserem physischen Herzen ein Werkzeug haben für die Logik des Herzens. Denn die Logik des Herzens ist etwas viel Geistigeres als die Logik des Kopfes, und unser Herz ist nicht in demselben Grade physisches Organ für das Denken des Herzens, wie unser Gehirn physisches Organ ist für das Denken des Verstandes. Aber ein Gleichnis liegt uns in gewisser Weise doch in unserem physischen Herzsystem vor. Wenn nämlich das Denken des Herzens die "Zeit in den Raum verwandelt, so muß man in dem Augenblick, wo man in die geistige Welt eindringt, eigentlich mit seinem ganzen Wesen fortwährend herumwandern, muß in einem fortwährenden Kreislauf begriffen sein. Das ist auch entschieden die Empfindung, welche derjenige hat, der von dem gewöhnlichen Gedächtnis zu dem höheren Gedächtnis des Geistesforschers hinaufsteigt. Während der Mensch mit dem gewöhnlichen Gedächtnis glaubt, in der Gegenwart festzustehen und zurückzublicken auf die Vergangenheit, hat der Geistesforscher das innere Erlebnis, daß er in der Zeit zurück spazierengeht, daß er die Zeit abschreitet. Und dieses Bewußtsein drückt sich äußerlich aus in dem Erleben unseres Blutsystems, das auch in einer fortwährenden Bewegung sein muß, wenn wir überhaupt leben wollen. In unserem Blute machen wir fortwährend die Bewegung vom Herzen durch den Körper und wiederum zurück. Der Kreislauf des Blutes gibt Ihnen das Bild einer Bewegung. Das Blut ist in einer fortwährenden Bewegung, so daß also dasjenige, was zum Herzen gehört, eigentlich in einer fortwährenden Bewegung ist. Was zum Kopf gehört, das werden Sie nicht in einer entsprechenden fortwährenden Bewegung finden. Die Teile des Gehirns bleiben immer an dem Ort, wo sie sind, so daß in der Tat das Gehirn ein physisches Gleichnis ist für dasjenige Bewußtsein, das im Raum sich abspielt. Das rinnende Blut, der Saft des Herzens, ist in seiner Zirkulation ein Bild der Beweglichkeit des Herzdenkens des Geistesforschers. So ist ein jegliches Physisches ein Gleichnis für das entsprechende Geistige. Das ist in der Tat eine außerordentlich interessante Tatsache, daß wir in unserem Blutsystem ein Bild haben von gewissen Fähigkeiten des Geistesforschers und auch von den Welten, in denen der Geistesforscher sich bewegt.

[ ] The way in which we develop in accordance with the indications of Spiritual Science itself guarantees this harmony. And here we come to the principle which the pupil must take to heart, namely, that everything external and physical can only be understood if it is regarded as a symbol, an emblem of a super-sensible reality, a spiritual reality. For logic of the head we have an instrument in our physical brain. This is known to everyone through ordinary science. Admittedly we cannot say in the same sense that in our physical heart we have an instrument for the logic of the heart. For that is something far more spiritual than the logic of the head, and the heart is not to the same degree the physical organ for the thinking of the heart as is the brain for the thinking of the head. Yet the physical heart provides us with an analogy. When the thinking of the heart changes Time into Space, our whole being has to move about; we have to be involved in a perpetual circulation. Such is the definite experience of anyone who passes from ordinary memory to the higher form of memory possessed by the spiritual investigator. Whereas in an act of remembrance an ordinary man looks back to the past, the spiritual investigator has the inner experience that he is actually moving backwards in Time in the same way as he otherwise moves in Space. And this consciousness expresses itself outwardly in the experiencing of our blood, which must also be in perpetual movement if we are to go on living. In our blood we are involved all the time in the movement from the heart through the body and back, so that what really belongs to the heart is in perpetual movement. Not so what belongs to the head. The several parts of the brain remain stationary, so the brain is in very truth a physical symbol for the consciousness of Space; the flowing blood, the fluid of the heart is in its circulation an image of the mobility of spiritual consciousness. Thus every physical phenomenon is a symbol for the corresponding spiritual reality. It is an extremely interesting fact that in our very blood we have an image of certain faculties of the spiritual investigator and also of the worlds in which he moves.

[ ] So also blicken wir, indem wir aufsteigen zu dem Begreifen eines höheren Bewußtseins, förmlich in einen anderen Raum hinein, in einen Raum, den das gewöhnliche Bewußtsein gar nicht kennt, in einen Raum, der dann entstehen würde, wenn der Zeitenfluß immer gerinnen würde. Denken Sie: Wenn Sie dasjenige vor sich haben wollten, was Sie gestern erlebt haben, dann müßte ein Augenblick dessen, was gestern erlebt worden ist, wie erstarrt sein. Im nächsten Augenblick ist die ganze Welt schon wieder anders; der Augenblick, der jetzt ist und schon wieder nicht ist, müßte sozusagen wie in einer Moment-Photographie festgehalten werden. Jeder Augenblick müßte so festgehalten werden, und dann müßten diese aufeinanderfolgenden Photographien nebeneinander im Raum aufgestellt werden. Dann hätten Sie das, was der Geistesforscher tatsächlich lebendig vor sich hat. Nicht nur den gewöhnlichen Raum hat er vor sich, sondern einen Raum, der ganz anderer Natur ist. Ein solcher Raum unterscheidet sich ganz wesentlich von dem Raum, in dem wir gewöhnlich leben. Sie können unmöglich in dem gewöhnlichen Raum ein Abbild des geistigen Raumes entwerfen. Denn wenn Sie den physischen Raum nehmen und versuchen, irgendwohin eine Linie zu ziehen, so können Sie diese Linie nur innerhalb dieses Raumes ziehen. Sie kommen gar nicht über diesen Raum hinaus. Sie können also dasjenige, was der Geistesforscher im geistigen Raum durchschreitet, gar nicht in den gewöhnlichen Raum hineinzeichnen. Dem Geistesforscher wird die Zeit zum Raum, in dem er von einem Punkt zum andern Punkt schreitet.

[ ] In rising to a higher level of consciousness we actually gaze into a quite different kind of Space, one that is unknown to ordinary experience, one that would come into being if the flow of Time were, so to speak, constantly to congeal, to coagulate. Think of it in this way.—If you wanted to have before you what you experienced yesterday, one moment of yesterday would have to be as if fixed; and the immediately present moment—which has even now already passed—would have to be held as if in a snapshot, and then all these snapshots would have to be placed side by side. That will give you an inkling of what the spiritual investigator sees livingly before him. He has before him not ordinary space but Space of an altogether different character from physical space, as if the world were perpetually being photographed and the photographs placed side by side. This other kind of Space is essentially and fundamentally different from the space known to man in everyday life. In this latter space it is impossible to discern a picture of the spiritual Space just referred to. For if one tries to draw some line in physical space, this can only be done where lines already exist. But what the spiritual investigator traverses in spiritual Space cannot be inscribed at all, for there Time becomes Space; we pass from one point to another.

[ ] Sie sehen also, daß das gewöhnliche Bewußtsein im Raum eingeschlossen ist; es kann gar nicht heraus. Aber der Geistesforscher kommt dennoch heraus. Er weiß, wie er sich zu bewegen hat, wenn er zum Beispiel zu Ereignissen kommen will, die meinetwillen vier oder fünf Tage vorher stattgefunden haben. Er geht durch die Bilder der Ereignisse der letzten vier oder fünf Tage zurück, wie auf einer Linie. Diese Linie ist so beschaffen, daß sie weder zweidimensional gezeichnet, noch dreidimensional im Raume dargestellt werden kann. Sie ist überhaupt für das gewöhnliche Bewußtsein nicht vorstellbar, denn das gewöhnliche Bewußtsein kann aus dem dreidimensionalen Raum nicht heraus. Der Geistesforscher bewegt sich aber aus dem gewöhnlichen Raum heraus und betritt einen Raum, der eine weitere, eine im wahren Sinne vierte Dimension hat. Der Raum, den der Geistesforscher betritt, wenn er das neue Gedächtnis bekommt, hat eine Dimension mehr als der gewöhnliche Raum; das ist eine Dimension, die Sie im physischen Raum nicht finden können. Daher müssen wir davon sprechen, daß der Geistesforscher in dem Augenblick, wo er dieses höhere Gedächtnis bekommt, aus den drei Dimensionen des Raumes heraustritt. Wir haben nun nicht nur darauf hingedeutet, daß ein solcher Begriff vom vierdimensionalen Raum denkbar ist, sondern daß es eine ganz bestimmte Fähigkeit gibt, nämlich das höhere Gedächtnis des Menschen, für welche dieser vierdimensionale Raum eine Wirklichkeit ist.

[ ] Ordinary consciousness is enclosed within space and cannot emerge from it. But the spiritual investigator does emerge from it. He knows how he has to move to events which may have taken place four or five days previously. He can draw a line along which he moves from today to five days ago. Such a line cannot be traced in ordinary space. So we arrive at a concept of Space which corresponds with the memory of the spiritual investigator and in which lines may be drawn which do not belong to ordinary space. This is something that may be called Space with a new dimension, a fourth dimension. The Space which the investigator thus enters has one more dimension than is ever found in ordinary space. We must therefore say that the spiritual investigator emerges from three-dimensional space the moment his higher memory begins to operate. Such a concept of four-dimensional Space is not only thinkable, but there is actually a higher faculty—the higher memory—for which this four-dimensional Space is absolutely real.

[ ] Eine jede Sache hat in gewisser Beziehung auch ihre Kehrseite, und diese Kehrseite ist auch bei der Entwickelung jener Seelenfähigkeit vorhanden, welche eben geschildert worden ist. Wenn nun jemand Anleitungen bekommt, sich in die höheren Welten hinaufzuentwickeln, so liegt ihm als Ziel vor Augen, dieses geistige Raumgedächtnis zu erlangen. Aber wenn Sie eine solche Entwickelung durchmachen oder sich erzählen lassen von anderen, welche eine solche Entwickelung begonnen haben, werden Sie erfahren, daß solche Leute vielleicht klagen, wenn sie die Sache noch nicht durchschauen — denn wenn sie sie durchschauen, so klagen sie nicht, sondern betrachten die Sache als etwas ganz Natürliches —: Früher habe ich ein so ausgezeichnetes Gedächtnis gehabt, und seit ich begonnen habe, mich vorzubereiten, hat mein Gedächtnis nachgelassen. — Das ist etwas, was einem ganz richtigen Erlebnis entspricht. Das gewöhnliche Gedächtnis erleidet in der Tat bei dieser Stufe der Entwickelung zunächst eine Einbuße. Das ist eine Erfahrung, die durchgemacht werden kann. Wer das weiß, der wird sich keine Skrupel darüber machen, denn er weiß ja, daß er gerade dann einen vollkräftigen Ersatz dafür erhält, wenn er fast an der Grenze sein könnte, wo die Sache gefährlich werden könnte. Gerade da wird er bemerken, daß er einen Ersatz bekommt für das Gedächtnis. Er wird es zwar sehr schwer haben, wenn er sich erinnern soll an etwas, was er gestern erlebt hat, dafür aber wird er den Ersatz bekommen, daß ein Bild vor seiner Seele auftritt. In diesem Bild stehen lebendig da vor dem geistigen Auge die Ereignisse, die er erlebt hat; es drängen sich seinem Bewußtsein in Bildern diese vergangenen Tatsachen auf. Und das ist ein viel treueres, sichereres Gedächtnis als dasjenige, welches man gewöhnlich hat im Leben. Daher können Sie wohl auch hören von solchen, die eine gewisse Entwickelung durchgemacht haben, daß sie durch eine Art von Verdunkelung ihres Gedächtnisses gegangen sind und daß sie dann wieder eine Aufhellung dieses Gedächtnisses in neuer Form bekommen haben. Und dieses neue Gedächtnis ist sehr merkwürdig, weil es die vergangenen Dinge bildhaft vor Augen stellt. Dieses Gedächtnis ist besser als das gewöhnliche Gedächtnis, denn das gewöhnliche Gedächtnis hat einen großen Mangel: es zeigt die Dinge sehr schattenhaft und abgeblaßt, und die Einzelheiten gehen verloren. Für das Gedächtnis aber, das sie wie in Raumbildern hinstellt, tauchen die Einzelheiten wieder auf. Da schattiert sich und nuanciert sich alles, und die Treue des Gedächtnisses nimmt ungeheuer zu.

[ ] In a certain respect everything connected with evolution has its reverse side, and this applies also to the development of the faculty of soul just referred to—the faculty of memory. The goal before anyone who receives instruction with a view to developing consciousness of the higher worlds is to attain this new, spiritual ‘Space-memory’ that is possessed by the spiritual investigator. In the course of such development it may happen that you hear people who do not understand what is happening, complaining: ‘I used to have an excellent memory, but now it has deteriorated.’ Those who really understand will not complain but will realise that this is quite natural. It is an actual experience, for it is a fact that during the process of spiritual development the ordinary memory is, at first, impaired. Anyone who knows this will not let it trouble him; for he knows too that he receives full compensation for the loss when he is close to the point where it might become dangerous. He will have great difficulty if he has to recollect something he experienced yesterday; but he will notice that pictures come before his soul in which experiences of the past are revealed, and this is naturally a much more faithful memory than is otherwise possessed in life. Therefore we may hear such people speak of having suffered a kind of obscuration of the memory and having then acquired a new kind of memory, superior to the ordinary one, for that has one great flaw: it reveals things in a shadowy way and details are lost. But in the memory which presents pictures in space the details appear again. Faithfulness and exactitude of memory increase enormously.

[ ] So also sehen wir auftreten eine neue Seelenfähigkeit, die allerdings jetzt nicht wie die Erinnerung, wie die Gedankenerinnerung, die Vorstellungserinnerung an Verflossenes dasteht, sondern die dasteht wie das Anschauen des Verflossenen. Wir sehen eine neue Seelenfähigkeit auftauchen; aber wir sehen zwischen dem, was heute dieser Seelenfähigkeit entspricht, und dem, was diese Seelenfähigkeit werden kann, etwas wie eine Art von Verdunkelung der entsprechenden Fähigkeit. Um das neue Gedächtnis zu bekommen, nimmt das alte in gewisser Weise ab, verdunkelt sich. Dann kommt das neue immer mehr und mehr in Aufschwung. Es liegt also etwas wie eine Verdunkelung zwischen den zwei Seelenfähigkeiten. Wir haben also jetzt gleichsam drei Seelenzustände des Gedächtnisses zu unterscheiden: den des gewöhnlichen Gedächtnisses, das einen bestimmten Grad von Treue haben kann, dann eine Art von Verdunkelung, dann ein Wiederaufleuchten des Gedächtnisses in einer neuen Form. Man nennt nun den Zustand, der eine solche Seelenfähigkeit auf ihrer Höhe zeigt, mit einem Ausdruck der orientalischen Philosophie ein «Manvantara», und bei demjenigen Zustand, wo eine Verdunkelung eintritt, sprechen wir von einem «Pralaya». Zunächst haben wir ein starkes Gedächtnis, ein Manvantara, dann tritt eine Verdunkelung desselben ein, ein Pralaya des Gedächtnisses, und danach wieder ein Manvantara, wo die Fähigkeit des Gedächtnisses auf einer höheren Stufe wieder auftritt.

[ ] Thus we see arising a new faculty of soul that is not like remembrance in thought of bygone time, but like vision. Between what at present corresponds to this faculty and what it can become a kind of clouding of the faculty in question takes place and then the new faculty begins to operate more and more frequently. This clouding of such a faculty intervenes as a state of the soul between the other two states. So we have to distinguish three states of soul-faculties: first, that of the ordinary memory which may have a certain exactitude; secondly, a kind of clouding; thirdly, the memory which lights up in a new form. The state in which such a faculty is revealed at its height is called a “Manvantara” of the state in question, and when clouding sets in we speak of a “Pralaya”. These are expressions drawn from Oriental philosophy. We can therefore speak of a “Manvantara” of the memory of ordinary consciousness, of a kind of “Pralaya” of this memory of ordinary consciousness, and of a return into the “Manvantara” state when the new kind of memory arises.

[ ] Wenn wir uns nun erinnern an dasjenige, was über die menschliche Entwickelung gesagt worden ist, so können wir hinweisen darauf, daß der Mensch in früheren Zeiten eine Art Logik des Herzens schon hatte, daß er in der Gegenwart durchgeht durch die Logik des Verstandes und daß in der Zukunft ihm wieder eigen sein wird eine Logik des Herzens, die wie eine Frucht der Logik des Verstandes sein wird. Dann muß aber auch in jenem früheren Zustande den Seelenfähigkeiten des Menschen etwas Ähnliches entsprochen haben wie dasjenige, was in der Zukunft mit der Logik des Herzens wiedererlangt werden wird. Wir haben also nicht nur zurückgewiesen auf den alten Zustand der Seele, in dem das Denken des Verstandes noch nicht vorhanden war, sondern auch auf etwas, was dem eben geschilderten höheren Gedächtnis ähnlich ist, nur auf einer unteren Stufe. Es war mit dem Urzustand des Denkens verknüpft eine Art von Gedächtnis, das in Bildern schaute, geradeso wie mit dem zukünftigen Zustand der Menschheit verknüpft sein muß ein Gedächtnis, das in Bildern schaut. Und jetzt können Sie sich das Wesen eines ursprünglichen Menschen geradezu vorstellen. Er hat nicht so gedacht wie der heutige Mensch, denn das Denken in Begriffen ist erst später erworben worden. Er hatte die Logik des Herzens nicht durchleuchtet von Vernunft und Wissenschaft im heutigen Sinne. Damit war aber verbunden eine Art von Raumgedächtnis, so daß die Zeit zum Raum geworden ist. Heute muß der Mensch, wenn er zurückschauen will in vergangene Zeiten, sein Gedächtnis anstrengen, soweit es reicht. Wo es nicht reicht, muß er Dokumente zur Hand nehmen und darin forschen. Sie wissen, wie die Vergangenheit heute erforscht wird. Ste wird erforscht aus dem, was sich im einzelnen menschlichen Gedächtnis erhalten hat, erforscht aus dem, was Völker in ihrer Tradition noch erhalten haben, und aus dem, was in steinernen Dokumenten, zum Beispiel in Denkmälern und so weiter, aufbewahrt ist; und wenn wir weiter zurückgehen, aus dem, was meinetwillen da ist an Knochenresten, Muschelschalen, an Steinen, welche ihre Verwendung heute noch in ihrem Aussehen zeigen. All das weist uns auf frühere Stufen der Entwickelung hin. Kurz, alles, was da ist, wird durchforscht, damit man auf diese Weise ein Bild bekommt von der Vergangenheit. Man muß durchaus den Standpunkt der Gegenwart nehmen und von da aus sich die Vergangenheit rekonstruieren.

[ ] Reminding ourselves of what has been said about human evolution it may be affirmed that in earlier epochs man already possessed a kind of logic of the heart; at the present time he is passing through the stage of logic of the intellect and in the future he will regain a logic of the heart in which the logic of the intellect has been absorbed and elaborated. But in the earlier stage of a logic of the heart there must have been among man's other faculties of soul something similar to what will have to be acquired in the future when logic of the heart arises in a new form. Thus we are not only referred back to an ancient state of the thinking of the heart when intellectual thinking did not yet exist, but also to something, similar to the higher kind of memory described above, only then it was at a lower level; it was a kind of memory that worked in pictures, just as will be the case at the stage to be reached by mankind in the future. And now we can really form some idea of the nature of a primeval man. He did not think like a man of today, for thinking in ideas and concepts was a faculty acquired much later; he had only the logic of the heart, unillumined by intellectual reasoning or scientific thinking in the modern sense. But with that logic of the heart a kind of space-memory was connected: Time became Space. Nowadays, if a man wants to look back into the past, he must exert his memory as far as it reaches. If it does not reach far enough he is obliged to turn to documents and records. You know how the past is investigated today. It is investigated through the study of evidences preserved in traditions, in stone tablets, in fossilised bones or shells or stones whose forms indicate the transformations that have taken place since earlier stages of evolution. All these things are explored in order that in this way we may have a picture of the past.

[ ] Wir sehen jetzt in einen Urzustand der Menschheit hinein, wo das nicht so war, wo der Mensch das Vergangene wie ein Gegenwärtiges raumhaft, bildhaft vor sich hatte. Und damit haben wir eine Art von Erklärung für eine frühere Art der menschlichen Seelenverfassung. Der Mensch hat früher seinen Ursprung nicht zu erforschen gebraucht, sondern er hat ihn sehen können. Je nach dem Grade seiner Entwickelung hat er mehr oder weniger weit in die Vergangenheit zurückschauen können. Und indem er darauf zurückgeschaut hat, hat er dasjenige gesehen, aus dem er selber hervorgegangen war. Daraus können wir uns erklären die Pietät, mit der der Mensch zurückgeblickt hat in die Vergangenheit, und das unmittelbare Wissen, das der Mensch von der Vergangenheit hatte.

[ ] We are now looking back to an earlier stage of humanity when man had the past before him as an immediately present reality, as a picture in Space. This gives us a clue to an earlier stage of the human soul when man did not need to make investigations into his origin, for he was able actually to behold it. According to the degree of his development he could look far back or less far back into the past and see whence he himself originated. This explains the great reverence with which in ancient times man looked back into the past and his direct knowledge of the past.

[ ] Nun müssen wir, nachdem wir uns diese drei aufeinanderfolgenden Zustände der Menschheit vor die Seele gestellt haben, etwas genauer in das Wesen des Menschen hineinblicken, wenn wir weiterkommen wollen im Verständnis der menschlichen Entwickelung. So wie der Mensch heute ist, so ist er ja, das kann uns schon eine äußere physische Beobachtung lehren, erst geworden, so war er nicht immer. Er hat sich notwendigerweise aus anderen Zuständen, aus anderen Formen seines Daseins zum gegenwärtigen Zustand fortgebildet. In bezug auf das Seelische haben wir an einen früheren Zustand erinnert, weil wir erkennen konnten, daß er ähnlich ist einem Zustand, den der Mensch in der Zukunft erringen wird, wenn er durchgegangen ist durch die Kraft des menschlichen Denkens.

[ ] Having envisaged these three successive stages of humanity, we must now look rather more closely into the nature of man if we want to increase our understanding of human evolution. Man was not always as he is today; he has become what he is, gradually and by degrees. He has evolved out of other states, out of other forms of existence, into his present state.

[ ] Wenn Sie sich nun vor Augen halten, was gestern und vorgestern gesagt worden ist, daß der Mensch in seinem gegenwärtigen Zustand die Methoden, die der geistige Lehrer ihm an die Hand gibt, auf seine Seele anwenden kann, um sich weiter zu entwickeln, so müssen Sie sich sagen: Es wäre undenkbar, daß man das auf einer früheren Stufe gekonnt hätte. Es wäre undenkbar, daß? man sich aus einem früheren Zustand gleich in den zukünftigen Zustand hätte umwandeln können. Das wurde ja gerade so streng betont, daß man erst die Früchte des gegenwärtigen Zustandes in seine Seele hereinnehmen muß, um zu höheren Stufen emporzusteigen. Fs kann keine Stufe der menschlichen Entwickelung übersprungen werden; es muß eine jede Stufe überschritten werden. Es mußte also der Mensch, damit seine Entwickelung in der Zukunft möglich gemacht wird, damit er jemals schreiten kann zu dem, was wir uns als so bedeutsames Ideal vor Augen gestellt haben, zu seiner gegenwärtigen Stufe erst herangebildet werden. Ehe der Mensch zur höheren Logik des Herzens kommt, muß er die Logik des Kopfes ausbilden. Diese hat ihr Werkzeug im Gehirn und Rückenmark. Wir haben nun gesehen, daß Gehirn und Rückenmark herausgebilder worden sind aus denjenigen Kräften, die wir gefunden haben im Vernunftreich, die uns also aus dem Vernunftreich zugeflossen sind. Alles andere ist zurückgestoßen worden, und einfließen gelassen wurde nur dasjenige, was an Kräften in dem Vernunftreich ist, damit dieser Wunderbau unseres Gehirnes in unserem Innern gebildet werden konnte. So daß wir sagen können: Es ist das menschliche Gehirn dadurch möglich geworden, daß der Mensch fähig geworden ist, auszuschließen von der Gehirnbildung alle andern Reiche und nur hineinfließen zu lassen das Vernunftreich. — Wie aber das menschliche Gehirn da sein muß, wenn der Mensch sich weiterentwickeln will, um zu der Zukunftsstufe des Herzensdenkens vorzuschreiten, deren Organ aus den Kräften des Urbilderreiches heraus gebildet wird, so können Sie sich leicht denken, daß auch vorher etwas da sein mußte, bevor aus dem Vernunftreich das Gehirn sich bilden konnte. Geradeso wie wir Jetzt arbeiten müssen auf der Grundlage unseres Gehirns, wenn wir uns in höhere Reiche hinaufarbeiten wollen, so mußte vorher aus anderen Reichen heraus die Grundlage der Arbeit des Vernunftreiches geleitet werden. Das heißt, wie unsere Weiterentwickelung voraussetzt die Logik des Verstandes mit seinem Werkzeug, dem Gehirn, so setzt das Werkzeug des Gehirns die Arbeit des Vernunftreiches voraus, und dieses setzt wiederum eine andere Grundlage voraus, eine Arbeit, die von dem nächstniederen Reiche.

[ ] In connection with the life of soul we have referred to an earlier state, because it resembles one which man must attain in the future after having known what we in the present age call the power of head-thinking. Direct transformation from the earlier to the future state would, of course, be inconceivable; the fruits of the present have to be taken into the soul in order to rise to higher stages. Anyone who wants to reach the stage of logic of the heart must have assimilated what can be gained from logic of the intellect, although then, admittedly, it must be forgotten. No stage of human development can be skipped; every one of them must be traversed. Thus in order that man's development in the future should be made possible, in order that he should one day be able to approach what stands as an ideal before his soul at the present time, he had first to develop to the present stage. Before he reaches the stage of logic of the heart, the logic of the head had to be unfolded by means of the organs of the brain and spine. Brain and spine were formed out of the forces that flowed into man from the World of Reason; everything else was kept back. This was possible because man had succeeded in excluding from the wonderful formation of his brain all the forces of other worlds, admitting only those of the World of Reason. Just as we must now work with the brain as a foundation, so had the work of the World of Reason formerly to be carried out. The brain as an instrument and the work of the World of Reason presupposes the work of the world immediately below it.

[ ] Wir sehen damit auf etwas zurück, was wir begreifen können als ein Sich-Heraufentwickeln von einer früheren Stufe, wo noch nicht das Vernunftreich einfloß in den Menschen, sondern wo das geistige Reich einfloß, wie wir beschrieben haben, als das Vernunftreich an ihm noch gar nicht tätig war. Wir blicken in eine Zukunft, wo aus dem Urbilderreich dem Menschen Kräfte zuströmen. Wir blicken auf die Gegenwart, wo aus dem Vernunftreich dem Menschen das Gehirn sich formte. Und wir blicken auf eine Vergangenheit, wo aus dem geistigen Reich heraus dem Menschen geformt wurde dasjenige, was der früheren Entwickelungsstufe als Grundlage entsprach. Wir werden das leicht verständlich finden können, wenn wir alles das sinngemäß anwenden, was wir gesagt haben.

[ ] We are here looking back upon something that developed under the influence of the World of Spirit, when as yet the World of Reason was not active at all. But we look into a future when forces will flow into us from the World of Archetypal Images, or Archetypes, just as we look back to a past when the foundation corresponding to an earlier stage of development was formed out of the World of Spirit. We shall find this easy to understand if we apply to it all that has been said.

[ ] Unser Gehirn ist herausgebildet aus dem Vernunftreich. Und wir haben gefunden, daß die Logik des Herzens der Logik des Verstandes, die nur möglich ist durch die Taten des Vernunftreiches, voranging. Daraus wird es uns begreiflich erscheinen, daß aus jenem geistigen Reich heraus auf einer Vorstufe für den Menschen sein gegenwärtiges Herz gebildet worden ist. Dieses gegenwärtige Herz steht ja in der Tat in einer engen Beziehung zu dem, was die nicht bewußte Logik des Herzens ist. Die zukünftige höhere Logik des Herzens ist natürlich viel geistiger. Aber die gewöhnliche Logik des Herzens, die noch nicht von dem Verstand angekränkelt ist, die hat in der Tat im physischen Herzen eine Art Ausdrucksmittel, wie die Vernunft im physischen Gehirn ein Ausdrucksmittel hat. Wenn der Mensch irgend etwas als schön, als wahr, als groß, als herrlich, als gut ansieht, nicht durch Überlegung, nicht durch kalte, nüchterne Verstandesüberlegung, sondern wenn er unmittelbar, ohne Verstandesüberlegung herantritt an ein Schönes, an ein Wahres, an ein Gutes, dann wird er schon an dem Höherschlagen des Herzens seine Zustimmung zu dem betreffenden Schönen, Wahren, Guten bemerken. Unser Herz schlägt wirklich anders gegenüber dem Schönen, Herrlichen, Großen, Guten als gegenüber dem Verderblichen, Bösen, Häßlichen, Niederen. Da ist etwas in dieser ursprünglichen Logik des Herzens, was genannt werden kann ein unmittelbares Miterleben. Wenn diese Logik des Herzens, die im Unterbewußtsein verläuft, mit einer deutlicheren Sprache auftritt, so zeigt auch schon das Herz mit seiner Blutbewegung ganz deutlich, wie es ein Ausdruck ist der Logik des Herzens. Wir können sehen, wie ein wiederholter Schmerz über irgendeinen Verlust, der uns immer wieder vor Augen steht, unmittelbar in uns etwas auslösen kann, das, was sich dann in der ganzen Leiblichkeit ausdrückt, vielleicht sogar bis zum Dahinsiechen der Leiblichkeit.

[ ] Our brain is formed out of the World of Reason. We have found that an earlier logic of the heart preceded the logic of the intellect. The logic of the heart was only made possible through deeds from a spiritual realm. It thereby becomes intelligible that the present human heart was formed at a previous stage. The ordinary, unconscious logic of the heart is much more closely related to the present physical heart than is the higher logic of the heart, which is naturally much more spiritual. But the ordinary logic of the heart actually has a kind of medium of expression in the physical heart, as intellect or reason has in the brain. Whenever man regards a thing as being true, beautiful, good, not through dispassionate, intellectual reflection but by a direct approach, a quickened pulse makes him conscious of the heart's assent. The heart actually beats differently in response to the beautiful than in response to the ugly or pernicious. In this original logic of the heart there is something that may be called spontaneous sympathy. When this logic of the heart which functions in the subconscious becomes more clearly articulate, the heart shows quite plainly by the circulation of the blood that it is an expression of this logic. And a painful experience repeatedly brought before our eyes can influence our bodily nature by way of the heart to the point of causing actual illness. There can be physiological confirmation of this.

[ ] So werden wir es begreiflich finden, daß ebenso, wie unser Gehirn herausgebildet ist aus dem Vernunftreich, wie unser zukünftiiges vergeistigtes Herz gebildet werden muß aus dem Reich der Urbilder, so unser gegenwärtiges Herz herausgebildet ist aus dem geistigen Reiche. Unser Herz also zeigt sich uns damit als ein Organ, das uns auf diejenige Grundlage im Menschen hinweist, die schon da sein mußte, bevor das Organ seines Denkens gebildet worden ist. Was heute im Kopf des Menschen da ist, das Gehirn, das konnte erst gebildet werden, nachdem das menschliche Herz geschaffen war. Da sehen Sie auf etwas, was Ihnen einen ganz veränderten Begriff geben kann von dem menschlichen Leib, von der äußeren menschlichen Leiblichkeit. So wie die Organe nebeneinander stehen im Raum, so weisen sie uns darauf hin, daß sie nicht gleichwertig sind, sondern daß das Gehirn eine spätere Bildung ist als das Herz. Das Herz ist ein älteres Organ. Das Herz mußte zuerst in gewisser Weise ausgebildet gewesen sein, dann konnte sich erst auf der Grundlage des Herzens als weitere Bildung das Gehirn eingliedern. Was sich uns da zeigt, das ist etwas außerordentlich Interessantes. Es zeigt sich uns nämlich, daß wir, wenn wir zwei Organe nebeneinander haben, ganz fehl gehen, wenn wir sie als gleichwertig annehmen. Wir gehen nur dann richtig, wenn wir sagen: Dieses Gehirn ist eine jüngere Bildung, das Herz ist eine ältere Bildung. — Wir müssen, um den Ursprung des Herzens zu finden, in ältere Zeiten zurückblicken, als wenn wir den Ursprung des Gehirns begreifen wollen.

[ ] Our brain was formed out of the World of Reason and our spiritualised heart of the future will be formed out of the World of Archetypal Images; as we have heard, our present heart was formed out of the World of Spirit. Thus the heart is revealed as an organ indicating the foundation which existed in man before the organ of thinking was formed. The brain, therefore, could only have been created at a later stage than the heart. All this gives one a quite different conception of man's external bodily nature. The several organs are not all equally developed; the brain is a later structure than the heart; the heart is the older organ and had to be elaborated in a certain respect before the brain could develop on that foundation. But an organ does not cease to evolve when another is in existence. When the brain came into being and proceeded to develop, the heart too continued to evolve. The heart as it now is affords evidence of two transformations, the brain of one only. We cannot understand the heart by equating it with the brain and regarding it as of equal development, but only by conceiving it as the older organ of the two, as an older ancestor of the brain. Anyone who puts the heart on a level with the brain is like someone who puts a person of forty by the side of a fifteen-year-old and says: These two are standing side by side, so I will study them together and form an idea of what they are simply by looking at them beside each other.

[ ] Nun hört aber ein Organ ja nicht auf, sich zu entwickeln, wenn ein anderes da ist. Wir können also sagen: Das Herz mußte früher dagewesen sein als das Gehirn. Aber als das Gehirn entstand und sich entwickelte, entwickelte sich auch das Herz weiter, es bildete sich um. — So daß also das Herz, so wie es jetzt ist, zwei Verwandlungen zeigt und das Gehirn nur eine einzige. Das Herz begreifen wir also nicht dadurch, daß wir es einfach im Raum neben das Gehirn hinstellen, sondern wir begreifen es nur dann, wenn wir es als ein älteres Organ auffassen als das Gehirn. Wer einfach das Herz neben das Gehirn des Menschen im Raum hinstellt, der gleicht einem Menschen, der einen vierzigjährigen Mann neben einem fünzehnjährigen Jüngling sieht und sagt: Die stehen nebeneinander, also betrachte ich sie auch zusammen und mache mir eine Vorstellung von der Art, wie sie beschaffen sind, indem ich sie ganz genau nebeneinander betrachte. Ein solcher Mensch würde natürlich eine Torheit begehen, wenn er die beiden nach gleichen Entwickelungsprinzipien klassifizieren wollte; denn um den Fünfzehnjährigen zu begreifen, muß er fünfzehn Jahre Entwickelung berücksichtigen, und bei dem Vierzigjährigen muß er vierzig Jahre Entwickelung voraussetzen. Man würde einen Menschen als einen Toren ansehen, der nicht einsehen würde, daß er sich vielleicht fragen könnte: Ist der fünfzehnjährige Jüngling nicht etwa der Sohn des vierzigjährigen Mannes? Wird mir nicht manches erklärbar, wenn ich ihn als dessen Sprößling betrachte? — Es wäre eine Torheit, das nicht in Betracht zu ziehen. Aber auf dem Standpunkt dieser Torheit steht die heutige Anatomie. Sie weiß nichts davon, daß man die Organe des menschlichen Leibes nicht einfach nebeneinander betrachten darf, sondern daß man sie verschieden betrachten muß, weil sie auf verschiedenen Entwickelungssiufen stehen, und daß man das Gehirn neben dem Herzen nur dann richtig verstehen wird, wenn man das Gehirn als jüngere Bildung, das Herz als ältere Bildung auffaßt. Und solange nicht eine solche Anatomie kommen wird, die die verschiedenen Organe nicht einfach als im Raum nebeneinanderstehend betrachtet, sondern sie betrachtet in ihrer Wertigkeit als jüngere oder als ältere Bildung, so lange wird man von der wahren Wesenheit des Menschen überhaupt nicht viel verstehen.

[ ] That would be sheer stupidity, for in order to understand them individually the period of their development must be taken into account. To understand the one, the life-period of 15 years must be taken as a basic factor, and the life-period of 40 years in the case of the other. Perhaps the boy of 15 is the son of the 40-year-old father. It is an absurdity not to take this factor into account, yet modern anatomy has fallen into the trap. It does not know that different organs must be differently viewed because they are at different stages of development. As long as we are without a science of anatomy which studies the various organs not merely in spatial juxtaposition but according to their value as older or younger formations, we shall not understand much about the true nature of man.

[ ] So sehen wir also, daß die geisteswissenschaftliche Methode den Schlüssel zum Verständnis dieser Organe liefern muß, das die gewöhnliche Wissenschaft nicht zeigt. Nur wer eine wirkliche Entwickelung durchmacht, um in die höheren Welten aufzusteigen, gelangt zu wahrer Erkenntnis der Organe; durch das gewöhnliche Kombinieren wird eigentlich gar nichts Besonderes erreicht. Wer nur äußerlich kombiniert, kann auf gar keinen grünen Zweig kommen, denn von außen kann man es den Organen wirklich nicht ansehen, welches das ältere und welches das jüngere Organ ist. Nur derjenige Mensch, der das geistige Raumgedächtnis erringt, lernt, diese Dinge zu unterscheiden. Wenn er mit seinem Raumgedächtnis zurückgeht, dann braucht er nicht so weit zu gehen, um das Gehirn in seinem Anfang zu finden. Viel weiter muß er gehen, um das Herz in seinem Anfang zu finden. Und wenn man dann mit den Erkenntnissen der Geisteswissenschaft die betreffenden Dinge in der physischen Welt aufsucht, dann findet man sie in der physischen Welt bestätigt. Man wird in der Tat den Organismus des Menschen erst dann richtig verstehen, wenn man ihn geisteswissenschaftlich erklärt.

[ ] Spiritual Science must supply the key for understanding what is shown to us by ordinary science, if true knowledge is to be attained. Anyone who is undergoing genuine development attains nothing at all of importance through ordinary ratiocinative thinking, for it is not possible from outside to detect which organ is older or which younger; success can be achieved only by one who enters the spiritual worlds and learns how to distinguish things there. When looking back with his Space-memory he need not go so very far to find the beginnings of the brain; but to find the origin of the heart be must go much farther back. The human physical organism can be understood only when explained by Spiritual Science.

[ ] Nun werden wir uns erinnern, daß wir gesagt haben: Zwischen der Seelenfähigkeit, die im gewöhnlichen normalen Bewußtsein als Gedächtnis auftritt, und der neuen Fähigkeit des Raumgedächtnisses liegt eine Verdunkelung, etwas wie eine Art Auslöschung des Gedächtnisses. Der Geistesforscher findet nun entsprechend diesem Manvantara- und Pralayazustand des Gedächtnisses etwas Ähnliches in der ganzen Entwickelung. Wenn wir uns zum Beispiel Herz und Gehirn eines Menschen vorstellen, so wie sie heute in der physischen Leiblichkeit nebeneinander sind, so finden wir, daß das Herz und das Gehirn sich eine Weile nebeneinander entwickelt haben. Gehen wir weiter zurück, so kommen wir an den Anfang der Gehirnbildung. Dieser ist aber nicht der Anfang der Herzbildung. Wir müssen viel weiter zurückgehen, zu einer Stufe, wo das Herz noch nicht mit dem Gehirn in Verbindung gestanden hat, wo noch nicht heruntergeflossen sind die Kräfte des Vernunftreiches, sondern bloß die Kräfte des geistigen Reiches. $o daß wir unterscheiden können einen Zustand des Menschen, wo herunterfließen als höchste Kräfte in seine Wesenheit herein die Kräfte des geistigen Reiches, dann einen Zustand, wo hereinfließen in sein Wesen auch die Kräfte des Vernunftreiches. Zwischen diesen zwei Zuständen liegt etwas wie ein Pralaya im großen, das heißt, es verdunkelt sich die ganze menschliche Entwickelung und tritt dann in neuer Weise auf. Wir blicken zurück von dem gegenwärtigen Menschen, der Herz und Gehirn hat, zu einem früheren Menschen, der noch nicht das Gehirn hatte, der ein Herzmensch war; aber wir müssen, wenn wir vom gegenwärtigen Menschen zurückkommen wollen auf diesen Herzmenschen, ein Pralaya durchpassieren, in dem die äußere menschliche Existenz ausgelöscht war. Und wenn einstmals in der Zukunft der höhere Zustand, den heute der geistige Forscher im Geiste erreichen kann, so erreicht sein wird, daß er sich auch äußerlich leiblich ausdrückt, dann haben wir wiederum einen anderen Zustand des Menschen. Denn Sie können sich ja denken, daß der Mensch, der ein Gehirn hat, anders aussieht als derjenige, dessen Organisation sich im Herzen ausdrückt. Der Herzmensch muß äußerlich anders ausschauen als der Gehirnmensch. Aber heute kann der Geistesforscher seine körperliche Gestalt noch nicht ändern. Wenn ein Gott herniedersteigt, so muß er in einem heutigen Menschenleibe auftreten. So daß dasjenige, was heute zu erreichen ist durch geistige Entwickelung, zunächst in den unsichtbaren Gliedern erreicht wird; in einem zukünftigen Zustand der Menschheit wird sich die Veränderung auch im physischen Leibe ausdrücken. Das heißt, wir müssen uns vorstellen, daß der Mensch in der Zukunft auch äußerlich ganz anders aussehen wird. Er wird sein Gehirn und sein Herz ganz umgewandelt haben, und er wird ein neues Organ zu dem Gehirn dazu gebildet haben. Und wie heute das Gehirn über dem Herzen sich wölbt, so wird ein solches zukünftiges Organ wiederum in einem bestimmten Verhältnis zum Gehirn stehen. Aber zwischen dem gegenwärtigen Zustand des Menschen und seiner zukünftigen Form liegt wiederum ein solches Pralaya, das heißt, der gegen wärtige Zustand der Menschheitsexistenz muß äußerlich physisch ausgelöscht werden, und ein neuer Zustand muß folgen.

[ ] Now we will remind ourselves of what has been said, namely that between the soul-faculty belonging to normal consciousness, for example the faculty of memory which points back to an earlier memory, and the new faculty of Space-memory—between these two soul-faculties there lies a kind of darkening. The spiritual investigator finds something corresponding to this darkening, to the Pralaya-state after the Manvantara-state, in the process of evolution as a whole. Let us, for example, picture the heart and the brain of a man as they co-exist today in the physical body; for a while they have developed side by side, but at an earlier stage there was not much connection between them. We can therefore distinguish a state of man when the highest forces flowing into his being were those of the World of Spirit, and then a state when the forces of the World of Reason also flow into him. Between the two states lies a Pralaya, when human development is extinguished and then passes into a new phase. So we look back from present-day man, who has both heart and brain, to one who had a heart only, not yet a brain, and between the two is the state of Pralaya. When some day in the future the higher state is reached, the higher state which is attained in spirit today by the clairvoyant investigator, we can understand that it will also express itself in the body, that man will also have a quite different external appearance. The clairvoyant investigator today is not yet able to alter his bodily constitution. If a God descends he has to appear in a human body of the present age. What we have to attain through spiritual development has to be attained in the invisible members of our being; but in a future state what is attained spiritually will be expressed physically as well. This means that we must picture a man of the future who will have a quite different external appearance; his brain and heart will have been completely transformed and he will have developed a new organ. Just as the brain now lies above the heart, the transformed heart of the future will have a new position in relation to the brain. But between these two states there will again be a Pralaya. Man's present existence must be obliterated physically and a new state must follow.

[ ] So haben wir hinweisen können auf drei aufeinanderfolgende Menschheitszustände, von denen der erste so war, daß der Mensch ein Herzmensch war, wo alles auf das Herz bezogen war, wie heute alles auf das Gehirn bezogen ist; und wir haben daraus entstehen gefunden den gegenwärtigen Menschen; und wir können eine Ahnung bekommen von einem zukünftigen Menschen, der ein bewußter Herzensmensch sein wird. Wenn wir den heutigen Menschen betrachten, so müssen wir sagen, so wie er heute in seiner physischen Form mit seinem gesamten Organismus vor uns steht, so kann er nur auf dieser Erde in ihrer jetzigen Gestalt sein. Wer den Menschen im Zusammenhang mit dem ganzen Erdendasein betrachtet, der wird sagen: Der Mensch ist so, wie die ganze Erde ist, denn er hängt mit allen Kräften, mit allen Eigenschaften und Verhältnissen der Erde eng zusammen. — Denken Sie sich die Erde nur ein wenig verändert, so würde der Mensch in seiner heutigen Form darauf nicht leben können. Wären zum Beispiel die chemische Zusammensetzung des Wassers und die Volumenverhältnisse der Luft nicht so, wie sie sind, wäre der Luftdruck stärker oder schwächer, so müßte die menschliche Form ganz anders sein. Das heißt, wir können uns einen heutigen Menschen nicht als physische Leiblichkeit denken, ohne uns die ganze Erde so zu denken, wie sie ist.

[ ] There are therefore three successive states of humanity. (1) Man as heart-man; (2) Present-day man when everything is related to the brain and its activity; (3) Man of the future, of whose nature we can have a faint inkling. When we contemplate man as he is today, we are bound to say that in his present form he can be imagined only on the Earth. Anyone who contemplates man in his connection with the whole of Earth-existence will say: Man is as the Earth is, for he is connected with the forces of the Earth; in his body the substances can be combined in no other way than they actually are. Imagine the Earth only slightly altered and man in his present form simply could not live on it. The air must be constituted exactly as it is and substances combined as they are. We cannot picture present-day man as a being with a physical body without picturing the whole Earth as it is.

[ ] Wenn wir also hinweisen auf einen früheren Zustand des Menschen, den früheren Herzensmenschen, wie wir ihn geschildert haben, dann müssen wir uns ihn mit einem anderen planetarischen Zustand verbunden denken. Und wenn wir auf den zukünftigen Menschen hinweisen, der einmal das haben wird, was der Geistesforscher heute hat, so müssen wir uns ihn wiederum mit einem anderen planetarischen Zustand verbunden denken, nicht auf unserer jetzigen Erde. Wir müssen, wenn wir uns überhaupt zurechtfinden wollen, etwas wie eine Art Ariadnefaden haben. Wir müssen uns vorstellen, daß, ebenso wie der Mensch sich aus einem früheren Zustand entwickelt hat, sich auch die ganze Erde entwickelt hat, daß also unsere jetzige Erde zurück weist auf einen früheren planetarischen Zustand, aus dem sie sich nach und nach entwickelt hat, und hinweist auf einen zukünftigen planetarischen Zustand, zu dem sie sich hin entwickeln wird. Und zwischen diesen Zuständen liegt jeweils ein Pralaya, ein Verdunkelungszustand. Den Zustand, aus dem sich die Erde entwickelt hat, wo der Mensch jene frühere Form erhalten konnte, von der wir gesprochen haben, nennen wir den alten Mondzustand der Erde, und wir bezeichnen denjenigen Zustand, in den sich die Erde verwandeln wird, wenn der Mensch eine neue Form haben wird, als den Jupiterzustand. Das heißt, wir kommen zu drei aufeinanderfolgenden Zuständen der Erde selber. Wir können sagen: Die Erde hat sich aus dem alten Mond zur Erde entwickelt und wird sich zu einem Jupiter entwickeln.

[ ] If, therefore, reference is made to an earlier stage of man, to the earlier heart-man, we must picture him connected with a different planetary condition; and if at some time in the future man acquires the faculties which the spiritual investigator of today already possesses, we must again picture him on a different planet, not on our Earth as it is at present. If we are to find our bearings by means of a kind of Ariadne-thread, we must picture to ourselves that just as man has evolved from an earlier state, so the whole Earth has evolved with him; that it too points to an earlier planet out of which it has evolved, to a new state in the future. Between the two lies a period of darkening. The state out of which the Earth has evolved and whence man derives his earlier form, is the Old Moon-state of the Earth, and the state into which the Earth will evolve in the future, when man will have a new form, is the Jupiter-state. The Earth has evolved out of an Old Moon planetary state and will evolve into a Jupiter-state.

[ ] Nun müssen Sie sich aber vorstellen, daß diese Verwandlungen nur dadurch geschehen können, daß sich alle Verhältnisse ändern. Die Veränderungen im Menschen konnten nur dadurch geschehen, daß sich alle Verhältnisse geändert haben. Während des alten Mondzustandes strömten in das Menschenreich nur die Kräfte aus dem geistigen Reich, während auf der heutigen Erde uns die Kräfte aus dem Vernunftreich zuströmen, und auf dem Jupiter werden einströmen die Kräfte aus dem Reich der Urbilder. Es leben diese drei Zustände unter ganz verschiedenen Einflüssen aus den geistigen Welten heraus.

[ ] Picture to yourselves that such transformations can only take place as a result of all conditions in the human kingdom being changed. During the Old Moon-state it was the forces of the World of Spirit that flowed into man; during the Earth-state proper the forces flow from the World of Reason; in the Jupiter-state the forces of the World of Archetypal Images will stream in. The influences from spiritual worlds upon these three states are in each case quite different.

[ ] Jetzt haben wir schon gleichsam an einem Zipfel dasjenige gezeigt, was unsere Schulwissenschaft nicht finden kann. Ich habe schon gesagt, wie unsere Schulwissenschaft an einem rotierenden Öltropfen klarmachen will, wie ein Planetensystem entsteht. Nach diesem Versuch, den man in den Schulen macht, wo man durch einen Öltropfen eine Kartenscheibe durchschiebt und mit einer Nadel den Öltropfen zum Rotieren bringt, müßte ein aufgeweckter Junge eigentlich sagen: Aber da müßte auch draußen im Weltall ein riesiger Herr Lehrer stehen und den Weltennebel herumdrehen. Nur weil man den Jungen abgewöhnt hat, solche Fragen zu stellen, beruhigen sie sich bei der Äußerung des Lehrers. Jetzt aber haben wir wenigstens eine Vorstellung davon, wie ein Planet entsteht aus einer vorhergehenden Form. Wir haben zwar keinen Lehrer, der einen Öltropfen in Rotation bringt, aber wir haben gewisse Weltenwesen sehen können, die aus verschiedenen geistigen Reichen herunterwirken. Wir haben sehen können, wie aus dem geistigen Reich heraus der alte Mond gebildet wird, wie der alte Mond umgebildet wird dadurch, daß aus höheren Welten Kräfte eingreifen, und wie dann aus einer noch höheren Welt Kräfte eingreifen werden. Jetzt sehen wir das Geistige im Physischen am Werk.

[ ] Here we have a glimpse of something that modern science cannot discover. It tries to explain the origin of a planetary system by the illustration of a rotating drop of oil. We, however, have a conception of how a planet arises out of a preceding form. True, we have no professor who rotates a drop of oil but we have a picture of certain cosmic Beings working from different spiritual realms and enabling the various planets to come into being. We have a picture of the Spiritual at work in the Physical. I have shown you that the structure of man must be in conformity with the structure of the Earth. Our present Earth is only possible at a certain distance from the Sun and in a definite relationship with the other planets. If anything whatever were to change in the solar system, man too would be quite different; with the transformation of the Old Moon into our Earth, the whole solar system changed.

[ ] Nun habe ich Ihnen geschildert, daß der Mensch so, wie er heute ist, nicht sein könnte, ohne daß er im Einklang stünde mit alledem, was unsere heutige Erde ist. Es muß entsprechen die Bildung des Menschen der Bildung der ganzen Erde, so wie die Bildung der ganzen Erde der Bildung des Menschen entsprechen muß. Nun können Sie sich denken, daß unsere heutige Erde, so, wie sie ist, gar nicht anders möglich ist als in gewisser Entfernung von der Sonne und in gewissem Zusammenhang mit den Planeten. Denken Sie sich im Sonnensystem irgend etwas verschoben, so würde alles ganz anders sein, und der Mensch mit. Wenn wir also zurück zu einem früheren Planeten gehen, zum alten Mond, so muß der in einem ganz anders angeordneten System gewesen sein als die jetzige Erde. Also änderte sich durch das Eingreifen der Wesenheiten des Vernunftreiches nicht nur unsere Erde, sondern unser ganzes Sonnensystem wurde ein anderes, als sich der alte Mond in die jetzige Erde umwandelte.

[ ] So we see that a connecting thread can be found between the transformation of the Microcosm and of the Macrocosm. Beings are active in both cases. When our Earth becomes Jupiter the whole solar system will change. The change will be preceded by a kind of darkening; outwardly it appears as if there were a mist or fog in which Beings from the realms of spirit are perpetually at work. Before our present solar system came into existence there was an earlier system out of which Beings brought forth the present one.

[ ] So sehen wir, daß in der Tat ein Faden gefunden werden kann, der uns von der Umwandlung des Menschen, des Mikrokosmos, der kleinen Welt ausgehend, zu der Umwandlung des ganzen Makrokosmos, der großen Welt führt. Wir sehen am Werk die verschiedenen Reiche, wie sie den Makrokosmos und den Mikrokosmos umgestalten; es sind die gleichen Wesenheiten, die an beiden tätig sind. Wenn wir zurückblicken in die Zeit vor unserem jetzigen Sonnensystem, so kommen wir zunächst zu einer Art Verdunkelung. Äußerlich sieht dies so aus, als ob es eine Art Gasnebel wäre, aber an diesem Gasnebel arbeiten fortwährend Wesenheiten aus den geistigen Reichen. Davor blicken wir auf ein noch früheres System, aus dem unser jetziges Sonnensystem hervorgegangen ist. Wenn wir noch weiter und immer weiter rückwärts schreiten, so kommen wir endlich zu einem Zustand, der ganz anders ist als der heutige, der dem heutigen so unähnlich ist, daß diesem Zustand gegenüber das gewöhnliche Fragen aufhört. Wir müssen lernen, anders zu fragen, wenn wir zu diesen ganz anderen Zuständen der Welt kommen. Warum fragen wir eigentlich? Wir fragen, weil unser Verstand in einer gewissen Weise beschaffen ist. Aber wir haben gesehen, unser Verstand hat sich selbst erst mit unserem Gehirn gebildet. Unsere Verstandesfragen haben also gar keinen Sinn mehr, wenn wir in solche Zustände kommen, wo unser Gehirn noch nicht gebildet war. In den Welten, die erst die Grundlage der Verstandeswelt bilden, hat das Fragen nach den Begriffen des Verstandes keinen Sinn; da müssen wir zu anderen Mitteln des Erforschens, des Erkennens gehen, als zu denen, die uns der Verstand gibt. Diejenigen Menschen, die allerdings nicht weiter sehen, als ihre Nase reicht, die werden in der Tat glauben, daß man mit der gewöhnlichen Form des Fragens die ganze Welt abfragen kann. Das kann man aber nicht, sondern man muß sich klar sein darüber, daß man ein jegliches Ding nur in seiner Art erfragen kann. Für die Welt, die der unseren vorangegangen ist, werden wir nur zurechtkommen können, wenn wir in uns diejenigen Kräfte anregen, die im Denken des Herzens zum Ausdruck kommen.

[ ] And so we go back and back and back, and finally we come to a condition so different, so utterly unlike that of today that in face of it ordinary questioning ceases to have meaning. We must also learn how to frame our questions differently when we come to consider other states of world-existence. Why do we ask questions? We ask them because our intellect is constituted in a certain way. But our intellect came into existence only when the brain had been formed. Intellectual questioning therefore loses all sense when applied to states before the intellect itself was there. In the worlds which constituted only the foundation of the intellectual world, intellectual questioning no longer has any meaning. There we must resort to other means of enquiry, other means of cognition. People who see no farther than their noses believe that it is possible to pump the whole world dry with the ordinary kind of questioning. But each single thing must be explored in the way that is appropriate to it. In regard to the worlds that preceded our Earth we can find our bearings only by means of the forces which find expression in the thinking of the heart, in the logic of the heart.

[ ] Wir sehen also, daß der Mensch sich sogar in bezug auf seine Fragenneugierde ändern muß. Und obwohl wir nicht so unhöflich zu sein brauchen wie der Mann, der denen, die gefragt haben, was der liebe Gott gemacht habe in der Zeit, bevor er die Welt erschaffen habe, darauf gesagt hat, er hätte Ruten geschnitten, um die unnützen Frager zu bestrafen, so ist aber in einer solchen Antwort doch in gewisser Weise ein Hinweis darauf gegeben, daß der Mensch sich auch in bezug auf seine Art zu fragen ändern muß, wenn er zu Erkenntnissen der höheren Welten aufsteigen will.

[ ] Man needs to change in respect of his intellectual curiosity. And although we need not be as impolite as the man who answered those who were asking what God was doing before he created the world, by saying that God was busy cutting rods for futile questioners, nevertheless that answer gives a certain indication that man must also change his mode of thinking if he desires to attain knowledge of higher worlds.