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The Revelations of Karma
GA 120

28 May 1910, Hamburg

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Elfter Vortrag

Elfter Vortrag

[ 1 ] Vieles wäre noch zu sagen über die verschiedenen Offenbarungen des Karma. Aber da wir heute die letzte unserer Betrachtungen haben und die Zeit überhaupt für ein so reiches Thema notwendigerweise kurz sein mußte, so werden Sie es begreiflich finden, daß mancherlei von dem zu Besprechenden, mancherlei vielleicht auch von dem, was Ihnen als Fragen auf der Seele liegt, diesmal nicht seine Erledigung finden kann. Aber unsere Bewegung wird ja weitergehen, und wir werden das, was bei einem Kursus notwendigerweise unerledigt bleiben muß, bei einem andern weiter ausführen und erledigen können.

[ 1 ] Vieles wäre noch zu sagen über die verschiedenen Offenbarungen des Karma. Aber da wir heute die letzte unserer Betrachtungen haben und die Zeit überhaupt für ein so reiches Thema notwendigerweise kurz sein mußte, so werden Sie es begreiflich finden, daß mancherlei von dem zu Besprechenden, mancherlei vielleicht auch von dem, was Ihnen als Fragen auf der Seele liegt, diesmal nicht seine Erledigung finden kann. Aber unsere Bewegung wird ja weitergehen, und wir werden das, was bei einem Kursus notwendigerweise unerledigt bleiben muß, bei einem andern weiter ausführen und erledigen können.

[ 2 ] Was Ihnen wiederholt vor die Seele getreten sein wird, das ist, daß der Mensch die karmische Gesetzmäßigkeit als etwas erlebt, was sozusagen in jedem Augenblick, in dem er lebt, etwas vollkommen Bestimmtes ist, so daß wir in jedem Augenblick unseres Lebens zurückblicken können auf das, was wir durchgemacht haben, was wir getan, gedacht, gefühlt haben in den Inkarnationen, die der betreffenden vorangegangen sind, in welcher wir unsere Betrachtungen anstellen. Und immer werden wir finden, daß unser augenblickliches menschliches inneres und äußeres Schicksal dadurch gefaßt werden kann, daß wir sozusagen eine Art «Lebenskonto» haben, wo wir alle klugen, verständigen, weisen Erlebnisse auf die eine Seite schreiben, und alles Unverständige, alles Böse und Häßliche auf die andere Seite. Auf irgendeiner Seite wird sich dabei ein Überschuß ergeben, und der bedeutet in einem Augenblicke des Lebens auch das Schicksal dieses Augenblickes.

[ 2 ] Was Ihnen wiederholt vor die Seele getreten sein wird, das ist, daß der Mensch die karmische Gesetzmäßigkeit als etwas erlebt, was sozusagen in jedem Augenblick, in dem er lebt, etwas vollkommen Bestimmtes ist, so daß wir in jedem Augenblick unseres Lebens zurückblicken können auf das, was wir durchgemacht haben, was wir getan, gedacht, gefühlt haben in den Inkarnationen, die der betreffenden vorangegangen sind, in welcher wir unsere Betrachtungen anstellen. Und immer werden wir finden, daß unser augenblickliches menschliches inneres und äußeres Schicksal dadurch gefaßt werden kann, daß wir sozusagen eine Art «Lebenskonto» haben, wo wir alle klugen, verständigen, weisen Erlebnisse auf die eine Seite schreiben, und alles Unverständige, alles Böse und Häßliche auf die andere Seite. Auf irgendeiner Seite wird sich dabei ein Überschuß ergeben, und der bedeutet in einem Augenblicke des Lebens auch das Schicksal dieses Augenblickes.

[ 3 ] Nun können verschiedene Fragen dabei auftauchen, und die nächste muß die sein: Wie verhält sich das, was die Menschen in ihrem Zusammenleben tun, was sie vollbringen als menschliche Gemeinschaft, zu demjenigen, was wir das individuelle Karma des einzelnen Menschen nennen? Wir haben diese Fragen von andern Seiten her schon berührt. Wenn wir auf irgendein Ereignis der Geschichte zurückblicken, zum Beispiel auf die Perserkriege, so können Sie unmöglich glauben, daß dieses Ereignis, zunächst von griechischer Seite aus an nf gesehen, etwas darstellt, was nur in das Schicksalsbuch der einzelnen Menschen zu schreiben wäre, die auf dem äußeren physischen Plan als zunächst daran beteiligt zu gelten haben. Denken Sie an alle die Führer der Perserkriege, an alle die Menschen, welche sich damals aufgeopfert haben, denken Sie an alles, was von den Führern bis zu dem einzelnen damals im griechischen Heere getan worden ist: Werden Sie jemals, wenn Sie nur einigermaßen vernunftgemäß ein solches Ereignis auf sich wirken lassen, das, was die einzelnen Menschen damals getan haben, bei jedem einzelnen Menschen nur auf das karmische Konto dieser einzelnen Persönlichkeiten schreiben können? Unmöglich werden Sie das können. Denn Sie werden unmöglich sich vorstellen können, daß bei den Ereignissen, die ein ganzes Volk oder einen großen Teil der zivilisierten Menschheit angehen, nichts anderes geschieht, als daß jede einzelne menschliche Individualität nur ihr Karma auslebt. Und so müssen Sie im Verlauf der geschichtlichen Entwickelung immer wieder von Ereignis zu Ereignis gehen, und Sie werden sehen, daß innerhalb der Menschheitsentwickelung selber Sinn und Bedeutung zu finden sind, daß aber solche Ereignisse nicht eines sein können mit dem individuellen Karma des einzelnen Menschen.

[ 3 ] Nun können verschiedene Fragen dabei auftauchen, und die nächste muß die sein: Wie verhält sich das, was die Menschen in ihrem Zusammenleben tun, was sie vollbringen als menschliche Gemeinschaft, zu demjenigen, was wir das individuelle Karma des einzelnen Menschen nennen? Wir haben diese Fragen von andern Seiten her schon berührt. Wenn wir auf irgendein Ereignis der Geschichte zurückblicken, zum Beispiel auf die Perserkriege, so können Sie unmöglich glauben, daß dieses Ereignis, zunächst von griechischer Seite aus an nf gesehen, etwas darstellt, was nur in das Schicksalsbuch der einzelnen Menschen zu schreiben wäre, die auf dem äußeren physischen Plan als zunächst daran beteiligt zu gelten haben. Denken Sie an alle die Führer der Perserkriege, an alle die Menschen, welche sich damals aufgeopfert haben, denken Sie an alles, was von den Führern bis zu dem einzelnen damals im griechischen Heere getan worden ist: Werden Sie jemals, wenn Sie nur einigermaßen vernunftgemäß ein solches Ereignis auf sich wirken lassen, das, was die einzelnen Menschen damals getan haben, bei jedem einzelnen Menschen nur auf das karmische Konto dieser einzelnen Persönlichkeiten schreiben können? Unmöglich werden Sie das können. Denn Sie werden unmöglich sich vorstellen können, daß bei den Ereignissen, die ein ganzes Volk oder einen großen Teil der zivilisierten Menschheit angehen, nichts anderes geschieht, als daß jede einzelne menschliche Individualität nur ihr Karma auslebt. Und so müssen Sie im Verlauf der geschichtlichen Entwickelung immer wieder von Ereignis zu Ereignis gehen, und Sie werden sehen, daß innerhalb der Menschheitsentwickelung selber Sinn und Bedeutung zu finden sind, daß aber solche Ereignisse nicht eines sein können mit dem individuellen Karma des einzelnen Menschen.

[ 4 ] Wir können eine Angelegenheit wie die Perserkriege auf unsere Seele wirken lassen und uns dann fragen: Was haben sie im Entwickelungsgang der Menschheit für eine Bedeutung? Im Orient hatte sich eine gewisse Kultur entwickelt, die große, gewaltige Lichtseiten hatte. Aber wie jedes Licht seine Schatten mit sich bringt, so müssen wir uns auch klar sein, daß die ganze Kultur des Orients nur dadurch für die Menschheit zu erreichen war, daß auch mancherlei Schattenseiten, die nicht in der menschlichen Entwickelung hätten weitergeführt werden dürfen, sich in jene Kultur hineingedrängt haben. Vor allem war eine solche Schattenseite die, daß der Orient den Drang hatte, durch äußere, rein auf dem physischen Plan liegende Machtmittel sich immer mehr zu vergrößern. Wäre dieser Vergrößerungstrieb nicht erstanden, so wäre natürlich die ganze orientalische Kultur nicht zustande gekommen. Eines ist nicht ohne das andere zu denken. Aber damit die Menschheit sich weiterentwickeln konnte, mußte aus ganz andern Voraussetzungen heraus sich zum Beispiel die griechische Kultur entwickeln. Die griechische Kultur hätte aber nicht einen unmittelbaren Anfang nehmen können, sie mußte gewisse Voraussetzungen anderswoher bekommen. Und sie hat in der Tat wichtige Voraussetzungen aus der orientalischen Kultur entlehnt. Verschiedene Sagen von Heroen, die von Griechenland hinüberzogen nach dem Orient, stellen nichts weiter dar, als daß Schüler gewisser griechischer Schulen hinübergezogen waren nach dem Orient und den Griechen jene Güter gebracht haben, die nur innerhalb der orientalischen Kultur gewonnen werden konnten, die dann aber weitergepflegt und umgewandelt werden konnten durch das, was aus dem griechischen Volkscharakter, durch das griechische Volkstalent sich herangebildet hatte. Aber dazu mußte aus diesen herübergebrachten Gütern ausgemerzt werden, was ihre Schattenseite war: der Drang, durch rein äußere Machtmittel sich so nach dem Westen hinüber auszudehnen, wie sie waren. Das Römertum, das später entstand als das Griechentum, und alles, was die weiteren Voraussetzungen waren für die Weiterentwickelung der europäischen Menschheit, das hätte sich nicht herausbilden können, wenn nicht die Griechen sich den freien Boden geschaffen hätten für die Fortentwickelung der orientalischen Kultur, wenn sie nicht die Perser und das, was dazugehört, zurückgeschlagen hätten. So konnte filtriert werden, was in Asien geschaffen worden war, indem man die Asiaten zurückschlug.

[ 4 ] Wir können eine Angelegenheit wie die Perserkriege auf unsere Seele wirken lassen und uns dann fragen: Was haben sie im Entwickelungsgang der Menschheit für eine Bedeutung? Im Orient hatte sich eine gewisse Kultur entwickelt, die große, gewaltige Lichtseiten hatte. Aber wie jedes Licht seine Schatten mit sich bringt, so müssen wir uns auch klar sein, daß die ganze Kultur des Orients nur dadurch für die Menschheit zu erreichen war, daß auch mancherlei Schattenseiten, die nicht in der menschlichen Entwickelung hätten weitergeführt werden dürfen, sich in jene Kultur hineingedrängt haben. Vor allem war eine solche Schattenseite die, daß der Orient den Drang hatte, durch äußere, rein auf dem physischen Plan liegende Machtmittel sich immer mehr zu vergrößern. Wäre dieser Vergrößerungstrieb nicht erstanden, so wäre natürlich die ganze orientalische Kultur nicht zustande gekommen. Eines ist nicht ohne das andere zu denken. Aber damit die Menschheit sich weiterentwickeln konnte, mußte aus ganz andern Voraussetzungen heraus sich zum Beispiel die griechische Kultur entwickeln. Die griechische Kultur hätte aber nicht einen unmittelbaren Anfang nehmen können, sie mußte gewisse Voraussetzungen anderswoher bekommen. Und sie hat in der Tat wichtige Voraussetzungen aus der orientalischen Kultur entlehnt. Verschiedene Sagen von Heroen, die von Griechenland hinüberzogen nach dem Orient, stellen nichts weiter dar, als daß Schüler gewisser griechischer Schulen hinübergezogen waren nach dem Orient und den Griechen jene Güter gebracht haben, die nur innerhalb der orientalischen Kultur gewonnen werden konnten, die dann aber weitergepflegt und umgewandelt werden konnten durch das, was aus dem griechischen Volkscharakter, durch das griechische Volkstalent sich herangebildet hatte. Aber dazu mußte aus diesen herübergebrachten Gütern ausgemerzt werden, was ihre Schattenseite war: der Drang, durch rein äußere Machtmittel sich so nach dem Westen hinüber auszudehnen, wie sie waren. Das Römertum, das später entstand als das Griechentum, und alles, was die weiteren Voraussetzungen waren für die Weiterentwickelung der europäischen Menschheit, das hätte sich nicht herausbilden können, wenn nicht die Griechen sich den freien Boden geschaffen hätten für die Fortentwickelung der orientalischen Kultur, wenn sie nicht die Perser und das, was dazugehört, zurückgeschlagen hätten. So konnte filtriert werden, was in Asien geschaffen worden war, indem man die Asiaten zurückschlug.

[ 5 ] Von diesem Gesichtspunkt aus sind viele Ereignisse in der Weltentwickelung zu betrachten, und man bekommt dann ein eigentümliches Bild. Wenn wir bei einem Vortragszyklus, der drei bis vier Jahre dauern würde, diesen Gedanken nur für die uns geschichtlich überlieferten Dokumente der Menschheit ausführen könnten, so würde sich uns etwas ergeben, was wir wirklich nennen könnten einen Plan in der Entwickelung der Menschheit. Wir würden dann einen solchen Plan überschauen und uns sagen: Dies mußte errungen werden; das hatte diese Schattenseiten, die wieder ausgemerzt werden mußten; das errungene Gut mußte einem andern übergeben und dort weiter ausgebildet werden.

[ 5 ] Von diesem Gesichtspunkt aus sind viele Ereignisse in der Weltentwickelung zu betrachten, und man bekommt dann ein eigentümliches Bild. Wenn wir bei einem Vortragszyklus, der drei bis vier Jahre dauern würde, diesen Gedanken nur für die uns geschichtlich überlieferten Dokumente der Menschheit ausführen könnten, so würde sich uns etwas ergeben, was wir wirklich nennen könnten einen Plan in der Entwickelung der Menschheit. Wir würden dann einen solchen Plan überschauen und uns sagen: Dies mußte errungen werden; das hatte diese Schattenseiten, die wieder ausgemerzt werden mußten; das errungene Gut mußte einem andern übergeben und dort weiter ausgebildet werden.

[ 6 ] Auf diese Weise würden wir einen Plan der Menschheitsentwickelung herausbekommen und würden bei Besprechung dieses Planes eigentlich gar nicht auf den Gedanken verfallen können: Wie ist denn das zustande gekommen, daß zum Beispiel gerade Xerxes oder Miltiades oder Leonidas dieses oder jenes individuelle Karma hatten? Dieses individuelle Karma müssen wir als etwas betrachten, was für sich entschieden und hineinverflochten werden muß in den Plan der Menschheitsentwickelung. Anders ist die Sache durchaus nicht zu fassen. Und so ist es auch für die geisteswissenschaftliche Anschauung. Wenn aber das der Fall ist, müssen wir sagen: In diesem planvollen Fortgang der Menschheitsentwickelung müssen wir für sich etwas sehen, was in ähnlicher Weise in sich zusammenhängt, wie die karmischen Ereignisse im individuellen Menschenleben zusammenhängen. Und dann können wir weiter fragen: Was hat ein solcher Plan in der ganzen Menschheitsentwickelung für eine Beziehung zum einzelnen individuellen Karma des Menschen?

[ 6 ] Auf diese Weise würden wir einen Plan der Menschheitsentwickelung herausbekommen und würden bei Besprechung dieses Planes eigentlich gar nicht auf den Gedanken verfallen können: Wie ist denn das zustande gekommen, daß zum Beispiel gerade Xerxes oder Miltiades oder Leonidas dieses oder jenes individuelle Karma hatten? Dieses individuelle Karma müssen wir als etwas betrachten, was für sich entschieden und hineinverflochten werden muß in den Plan der Menschheitsentwickelung. Anders ist die Sache durchaus nicht zu fassen. Und so ist es auch für die geisteswissenschaftliche Anschauung. Wenn aber das der Fall ist, müssen wir sagen: In diesem planvollen Fortgang der Menschheitsentwickelung müssen wir für sich etwas sehen, was in ähnlicher Weise in sich zusammenhängt, wie die karmischen Ereignisse im individuellen Menschenleben zusammenhängen. Und dann können wir weiter fragen: Was hat ein solcher Plan in der ganzen Menschheitsentwickelung für eine Beziehung zum einzelnen individuellen Karma des Menschen?

[ 7 ] Betrachten wir zunächst einmal das, was man nennen könnte das Geschick in der menschlichen Entwickelung selber. Wenn wir zurückblicken, sehen wir, wie Kultur nach Kultur, Volksentwickelung nach Volksentwickelung aufsteigen. Wir sehen weiter, wie Volk für Volk dieses oder jenes Neue leistet, wie etwas bleibt als Unvergängliches aus den einzelnen Volkskulturen, wie aber geradezu die Völker sterben müssen, um das Volksgut, die Errungenschaften der einzelnen Völker zu retten für die entsprechend späteren Epochen der MenschheitsentwickeJung. Da müssen wir doch verständlich finden, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat, daß in diesem fortlaufenden Gang der Menschheitsentwickelung genau zwei Strömungen zunächst zu unterscheiden sind.

[ 7 ] Betrachten wir zunächst einmal das, was man nennen könnte das Geschick in der menschlichen Entwickelung selber. Wenn wir zurückblicken, sehen wir, wie Kultur nach Kultur, Volksentwickelung nach Volksentwickelung aufsteigen. Wir sehen weiter, wie Volk für Volk dieses oder jenes Neue leistet, wie etwas bleibt als Unvergängliches aus den einzelnen Volkskulturen, wie aber geradezu die Völker sterben müssen, um das Volksgut, die Errungenschaften der einzelnen Völker zu retten für die entsprechend späteren Epochen der MenschheitsentwickeJung. Da müssen wir doch verständlich finden, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat, daß in diesem fortlaufenden Gang der Menschheitsentwickelung genau zwei Strömungen zunächst zu unterscheiden sind.

[ 8 ] Betrachten Sie im ganzen Gang der Menschheitsentwickelung das, was wir als fortlaufende Strömung ansehen können, innerhalb welcher sich Welle nach Welle entwickelt, wobei aber das errungene Gut der vorangegangenen Welle für die nachfolgende erhalten bleibt. Wir würden ein Bild davon bekommen, wenn wir hinschauen auf die erste Kultur der nachatlantischen Zeit, auf das, was im alten Indertum an Großartigkeit geleistet worden ist. Wenn wir dieses Großartige aber vergleichen mit dem schwachen Nachklang, der in den Veden davon enthalten ist, die zwar immer noch bewundernswürdig sind, aber eben doch nur ein schwacher Abglanz sind von dem, was die Rishis geleistet haben und was uns die Geisteswissenschaft von dem großen Kultureinschlag der Inder berichtet, dann werden wir sagen müssen: Es war die ursprüngliche Größe dessen, was dieses Volk für die Menschheit zu leisten hatte, schon im Niedergange, als man daran ging, in jenen herrlichen dichterischen Darstellungen dieses Kulturgut der Menschheit aufzubewahren. Aber was die indischeKultur zunächst zu leisten hatte, das floß hinein in den ganzen Gang der Menschheitsentwickelung. Und nur unter dieser Voraussetzung konnte sich das später entwickeln, was wieder ein junges Volkstum brauchte — nicht ein altgewordenes Volk. Es mußten zuerst die Inder zurückgedrängt werden auf die südliche Halbinsel, und es entwickelte sich dann in Persien die Weltanschauung des Zarathustra. Was hatte diese Weltanschauung an Großem in der Zeit, als sie entstand — und wie war sie in verhältnismäßig gar nicht langer Zeit verfallen bei dem Volke, das sie geschaffen! Wir haben dann beim Agyptertum und Chaldäertum denselben Vorgang. Dann sehen wir das Hinübergehen orientalischer Weisheit nach Griechenland, und sehen, wie die Griechen zurückschlagen das, was auf dem äußeren physischen Plan das Orientalische ist. Wir sehen dann, wie in den Schoß des Griechentums aufgenommen wird, was der ganze Orient geleistet hat, und wie es verwoben wird mit mancherlei, was bis dahin in andern europäischen Gebieten geleistet worden ist. Daraus wird dann ein neuer Kultureinschlag geschaffen, welcher auf vielen Umwegen fähig geworden ist, den christlichen Impuls aufzunehmen und ihn nach dem Westen weiterzuverpflanzen. Und so würden wir auch späterhin einen fortlaufenden Kulturstrom finden, in welchem wir Glied an Glied anreihen können, und jedes folgende Glied erscheint uns zugleich als eine Fortsetzung des vorhergehenden und immer als etwas Neues, was der Menschheit gegeben werden mußte. Aber woraus mußte das hervorwachsen, was sich so von Epoche zu Epoche weiterentwickelt?

[ 8 ] Betrachten Sie im ganzen Gang der Menschheitsentwickelung das, was wir als fortlaufende Strömung ansehen können, innerhalb welcher sich Welle nach Welle entwickelt, wobei aber das errungene Gut der vorangegangenen Welle für die nachfolgende erhalten bleibt. Wir würden ein Bild davon bekommen, wenn wir hinschauen auf die erste Kultur der nachatlantischen Zeit, auf das, was im alten Indertum an Großartigkeit geleistet worden ist. Wenn wir dieses Großartige aber vergleichen mit dem schwachen Nachklang, der in den Veden davon enthalten ist, die zwar immer noch bewundernswürdig sind, aber eben doch nur ein schwacher Abglanz sind von dem, was die Rishis geleistet haben und was uns die Geisteswissenschaft von dem großen Kultureinschlag der Inder berichtet, dann werden wir sagen müssen: Es war die ursprüngliche Größe dessen, was dieses Volk für die Menschheit zu leisten hatte, schon im Niedergange, als man daran ging, in jenen herrlichen dichterischen Darstellungen dieses Kulturgut der Menschheit aufzubewahren. Aber was die indischeKultur zunächst zu leisten hatte, das floß hinein in den ganzen Gang der Menschheitsentwickelung. Und nur unter dieser Voraussetzung konnte sich das später entwickeln, was wieder ein junges Volkstum brauchte — nicht ein altgewordenes Volk. Es mußten zuerst die Inder zurückgedrängt werden auf die südliche Halbinsel, und es entwickelte sich dann in Persien die Weltanschauung des Zarathustra. Was hatte diese Weltanschauung an Großem in der Zeit, als sie entstand — und wie war sie in verhältnismäßig gar nicht langer Zeit verfallen bei dem Volke, das sie geschaffen! Wir haben dann beim Agyptertum und Chaldäertum denselben Vorgang. Dann sehen wir das Hinübergehen orientalischer Weisheit nach Griechenland, und sehen, wie die Griechen zurückschlagen das, was auf dem äußeren physischen Plan das Orientalische ist. Wir sehen dann, wie in den Schoß des Griechentums aufgenommen wird, was der ganze Orient geleistet hat, und wie es verwoben wird mit mancherlei, was bis dahin in andern europäischen Gebieten geleistet worden ist. Daraus wird dann ein neuer Kultureinschlag geschaffen, welcher auf vielen Umwegen fähig geworden ist, den christlichen Impuls aufzunehmen und ihn nach dem Westen weiterzuverpflanzen. Und so würden wir auch späterhin einen fortlaufenden Kulturstrom finden, in welchem wir Glied an Glied anreihen können, und jedes folgende Glied erscheint uns zugleich als eine Fortsetzung des vorhergehenden und immer als etwas Neues, was der Menschheit gegeben werden mußte. Aber woraus mußte das hervorwachsen, was sich so von Epoche zu Epoche weiterentwickelt?

[ 9 ] Denken Sie an alles, was jedes einzelne Volk mit seinem Kulturgebiet erlebt! Denken Sie an alles, was in jedem einzelnen Volke vorgegangen sein muß als eine Summe von Gefühlen und Empfindungen bei unzähligen Menschen, von Wünschen und Enthusiasmus für das, was als das am höchsten Begehrenswerte erscheinen muß und was gerade auf diesem Gebiete als Kultureinschlag gegeben werden soll! Denken Sie, wie die Seelen der einzelnen Menschen bei dem einzelnen Kultureinschlag mit dem, was sie wünschen und erstreben, ganz dabei sein müssen! Und außerdem war notwendig durch unzählige Jahrhunderte der Menschheitsentwickelung hindurch, daß die Völker, wie sie die einzelnen aufeinanderfolgenden Kultureinschläge entwickelten, immer in einer Art Illusion lebten — in der Illusion, daß jedes solche Volk gerade den Kulturschatz, den es selber auszuarbeiten hatte, als etwas Ewiges und Unvergängliches betrachtete, was nimmermehr von ihm genommen werden könnte. Dadurch erst war das hingebungsvolle Arbeiten der einzelnen Völker an der Kultur möglich, daß diese Illusion immer wieder und wieder auftauchte: daß das, was da geschaffen wurde, mit allem, was daran hing, einen ewigen Bestand haben würde. Auch heute ist diese Illusion ja vorhanden; und wenn man sich ihr auch nicht mehr in so positiver Weise hingibt und von der «Ewigkeit» dieser oder jener Kultur redet, so ist sie doch in der Form vorhanden, daß man nicht an das Ende denkt — nicht im Kleinen und nicht im Großen —, daß man sozusagen keine Aufmerksamkeit darauf verwendet.

[ 9 ] Denken Sie an alles, was jedes einzelne Volk mit seinem Kulturgebiet erlebt! Denken Sie an alles, was in jedem einzelnen Volke vorgegangen sein muß als eine Summe von Gefühlen und Empfindungen bei unzähligen Menschen, von Wünschen und Enthusiasmus für das, was als das am höchsten Begehrenswerte erscheinen muß und was gerade auf diesem Gebiete als Kultureinschlag gegeben werden soll! Denken Sie, wie die Seelen der einzelnen Menschen bei dem einzelnen Kultureinschlag mit dem, was sie wünschen und erstreben, ganz dabei sein müssen! Und außerdem war notwendig durch unzählige Jahrhunderte der Menschheitsentwickelung hindurch, daß die Völker, wie sie die einzelnen aufeinanderfolgenden Kultureinschläge entwickelten, immer in einer Art Illusion lebten — in der Illusion, daß jedes solche Volk gerade den Kulturschatz, den es selber auszuarbeiten hatte, als etwas Ewiges und Unvergängliches betrachtete, was nimmermehr von ihm genommen werden könnte. Dadurch erst war das hingebungsvolle Arbeiten der einzelnen Völker an der Kultur möglich, daß diese Illusion immer wieder und wieder auftauchte: daß das, was da geschaffen wurde, mit allem, was daran hing, einen ewigen Bestand haben würde. Auch heute ist diese Illusion ja vorhanden; und wenn man sich ihr auch nicht mehr in so positiver Weise hingibt und von der «Ewigkeit» dieser oder jener Kultur redet, so ist sie doch in der Form vorhanden, daß man nicht an das Ende denkt — nicht im Kleinen und nicht im Großen —, daß man sozusagen keine Aufmerksamkeit darauf verwendet.

[ 10 ] Da haben Sie zweierlei, was die Volkskulturen brauchten und was im Grunde genommen erst in unserer Zeit anfängt eine Art von Änderung zu erfahren. Denn das erste Gebiet menschlichen Geisteslebens, wo gründlich solche Illusionen nicht mehr erwachen werden, das wird das theosophische Geistesleben sein. Denn es wäre ein arges Mißverständnis, wenn jemand, der fest auf dem Boden unserer Geistesbewegung steht, glauben wollte, daß die Formen, in welche wir unsere Erkenntnisse gießen, daß die Gedankenausführungen, die wir heute geben können, daß das, was wir heute aus unserem theosophischen Denken, Fühlen und Wollen geben können, einen ewigen Bestand hätte. Sehr kurzsichtig wäre es, zu behaupten, in drei Jahrtausenden würde es noch Menschen geben, die genau ebenso sprechen würden von den theosophischen Wahrheiten, wie wir es heute tun. Wir wissen, daß wir durch unsere Zeitverhältnisse veranlaßt sind, etwas von dem fortlaufenden Entwickelungsprodukt in die gegenwärtigen Formen zu prägen und daß unsere Nachfahren in ganz anderen Formen des Erlebens diese Dinge zum Ausdruck bringen werden. Warum ist das so? Aus einem ähnlichen Grunde, weshalb es durch viele Jahrhunderte und Jahrtausende der Menschheitsentwickelung hindurch geschah, daß Volkskultur über Volkskultur die einzelnen Menschen vieles erleben lassen mußte, damit der Beitrag sich aus der gesamten Volksentwickelung herausbilden konnte. Denken Sie an die unzähligen Erlebnisse, die im alten Griechenland durchgemacht wurden, und denken Sie an das, was sich als Extrakt daraus für die spätere gesamte Menschheit ergeben hat! Da werden Sie sagen: Es steckt noch mehr darin als nur die einzelnen Strömungen. Es geschehen viele Dinge um dieser Kernströmung willen.

[ 10 ] Da haben Sie zweierlei, was die Volkskulturen brauchten und was im Grunde genommen erst in unserer Zeit anfängt eine Art von Änderung zu erfahren. Denn das erste Gebiet menschlichen Geisteslebens, wo gründlich solche Illusionen nicht mehr erwachen werden, das wird das theosophische Geistesleben sein. Denn es wäre ein arges Mißverständnis, wenn jemand, der fest auf dem Boden unserer Geistesbewegung steht, glauben wollte, daß die Formen, in welche wir unsere Erkenntnisse gießen, daß die Gedankenausführungen, die wir heute geben können, daß das, was wir heute aus unserem theosophischen Denken, Fühlen und Wollen geben können, einen ewigen Bestand hätte. Sehr kurzsichtig wäre es, zu behaupten, in drei Jahrtausenden würde es noch Menschen geben, die genau ebenso sprechen würden von den theosophischen Wahrheiten, wie wir es heute tun. Wir wissen, daß wir durch unsere Zeitverhältnisse veranlaßt sind, etwas von dem fortlaufenden Entwickelungsprodukt in die gegenwärtigen Formen zu prägen und daß unsere Nachfahren in ganz anderen Formen des Erlebens diese Dinge zum Ausdruck bringen werden. Warum ist das so? Aus einem ähnlichen Grunde, weshalb es durch viele Jahrhunderte und Jahrtausende der Menschheitsentwickelung hindurch geschah, daß Volkskultur über Volkskultur die einzelnen Menschen vieles erleben lassen mußte, damit der Beitrag sich aus der gesamten Volksentwickelung herausbilden konnte. Denken Sie an die unzähligen Erlebnisse, die im alten Griechenland durchgemacht wurden, und denken Sie an das, was sich als Extrakt daraus für die spätere gesamte Menschheit ergeben hat! Da werden Sie sagen: Es steckt noch mehr darin als nur die einzelnen Strömungen. Es geschehen viele Dinge um dieser Kernströmung willen.

[ 11 ] Deshalb haben wir zwei Dinge zu beobachten: Erstens etwas, was entstehen und zugrunde gehen muß, damit aus diesem Ganzen das zweite — der Quantität nach der kleinste Teil — als ein Bleibendes fortdauern kann. Wenn wir wissen, daß, seitdem das menschliche Einzelkarma besteht, in der Menschheitsentwickelung zwei Mächte wirken, die wir immer wirksam gefunden haben, Luzifer und Ahriman, dann erst werden wir den Fortgang der Menschheitsentwickelung verstehen. Denn das müssen wir zum Plan der Menschheitsentwickelung rechnen, daß zuletzt, wenn die Erde an ihrem Ziel angelangt sein wird, die Ergebnisse, die so aus den einzelnen Kulturen nach und nach der gesamten Menschheitsentwickelung einverleibt werden, fruchtbar gemacht werden für alle einzelnen Individualitäten, ganz gleichgültig, welcheSchicksale sie durchgemacht haben. Auf dieses Ziel blicken wir aber erst dadurch, daß wir die Weltentwickelung in theosophischem Sinne ansehen. Denn man gebe sich keiner Täuschung hin: Solches Ziel in der richtigen Weise zu denken, unter vollem Bestande der menschlichen Individualität, ohne ein Verschwimmen der Individualität in irgendeine nebulose pantheistische Einheit, sondern so, daß die Individualität voll erhalten bleibt und wieder in sie dasjenige einfließt, was sich die Menschheit im Großen erobert hat — klar und scharf kann dieses Ziel erst der theosophischen Seelenkultur vor Augen stehen.

[ 11 ] Deshalb haben wir zwei Dinge zu beobachten: Erstens etwas, was entstehen und zugrunde gehen muß, damit aus diesem Ganzen das zweite — der Quantität nach der kleinste Teil — als ein Bleibendes fortdauern kann. Wenn wir wissen, daß, seitdem das menschliche Einzelkarma besteht, in der Menschheitsentwickelung zwei Mächte wirken, die wir immer wirksam gefunden haben, Luzifer und Ahriman, dann erst werden wir den Fortgang der Menschheitsentwickelung verstehen. Denn das müssen wir zum Plan der Menschheitsentwickelung rechnen, daß zuletzt, wenn die Erde an ihrem Ziel angelangt sein wird, die Ergebnisse, die so aus den einzelnen Kulturen nach und nach der gesamten Menschheitsentwickelung einverleibt werden, fruchtbar gemacht werden für alle einzelnen Individualitäten, ganz gleichgültig, welcheSchicksale sie durchgemacht haben. Auf dieses Ziel blicken wir aber erst dadurch, daß wir die Weltentwickelung in theosophischem Sinne ansehen. Denn man gebe sich keiner Täuschung hin: Solches Ziel in der richtigen Weise zu denken, unter vollem Bestande der menschlichen Individualität, ohne ein Verschwimmen der Individualität in irgendeine nebulose pantheistische Einheit, sondern so, daß die Individualität voll erhalten bleibt und wieder in sie dasjenige einfließt, was sich die Menschheit im Großen erobert hat — klar und scharf kann dieses Ziel erst der theosophischen Seelenkultur vor Augen stehen.

[ 12 ] Wenn wir also auf die früheren Kulturen zurückblicken, können wir uns von vornherein sagen: Seit überhaupt menschliche Individualitäten sich inkarnieren, sind beteiligt an der Menschheitsentwickelung Luzifer und Ahriman. Luzifer ist daran so beteiligt, daß er an dem fortlaufenden Kulturstrom immer teilzunehmen sucht, indem er sich einnistet in die menschlichen Astralleiber und sie imprägniert mit dem luziferischen Impuls. Das ist, was Luzifer im Gange der Menschheitsentwickelung vollführt; er wirkt hinein in die menschlichen Astralleiber. Die Menschen könnten das, was Luzifer ihnen gibt, niemals bloß von denjenigen Mächten erhalten, welche den fortlaufenden, eben charakterisierten Kulturstrom bewirken. Trennen Sie diesen Kulturstrom aus dem ganzen Fortgang der Menschheit heraus, dann haben Sie das, was die normal fortschreitenden Geistwesen der Hierarchien herunterströmen lassen in die Menschheit als immer neue Reichtümer. Indem wir hinaufschauen zu.den Hierarchien, müssen wir sagen: Diejenigen Geistwesen, welche ihre normale Entwickelung durchmachen, gaben der irdischen Kultur das, was bleibendes Gut der Menschheit ist, was zwar später umgewandelt wurde, aber doch bleibendes Gut der Menschheit geworden ist. Es ist gleichsam so, wie wenn wir einen Baum haben und in ihm das Mark. So gewinnen wir einen fortlaufend lebendigen Strom der fortlaufenden Kultur.

[ 12 ] Wenn wir also auf die früheren Kulturen zurückblicken, können wir uns von vornherein sagen: Seit überhaupt menschliche Individualitäten sich inkarnieren, sind beteiligt an der Menschheitsentwickelung Luzifer und Ahriman. Luzifer ist daran so beteiligt, daß er an dem fortlaufenden Kulturstrom immer teilzunehmen sucht, indem er sich einnistet in die menschlichen Astralleiber und sie imprägniert mit dem luziferischen Impuls. Das ist, was Luzifer im Gange der Menschheitsentwickelung vollführt; er wirkt hinein in die menschlichen Astralleiber. Die Menschen könnten das, was Luzifer ihnen gibt, niemals bloß von denjenigen Mächten erhalten, welche den fortlaufenden, eben charakterisierten Kulturstrom bewirken. Trennen Sie diesen Kulturstrom aus dem ganzen Fortgang der Menschheit heraus, dann haben Sie das, was die normal fortschreitenden Geistwesen der Hierarchien herunterströmen lassen in die Menschheit als immer neue Reichtümer. Indem wir hinaufschauen zu.den Hierarchien, müssen wir sagen: Diejenigen Geistwesen, welche ihre normale Entwickelung durchmachen, gaben der irdischen Kultur das, was bleibendes Gut der Menschheit ist, was zwar später umgewandelt wurde, aber doch bleibendes Gut der Menschheit geworden ist. Es ist gleichsam so, wie wenn wir einen Baum haben und in ihm das Mark. So gewinnen wir einen fortlaufend lebendigen Strom der fortlaufenden Kultur.

[ 13 ] Durch diese Mächte, die eine normale Entwickelung für sich durchmachen, hätte es auf diese Weise geschehen können, daß der Mensch sein Ich immer mehr und mehr erfüllt hätte mit dieser fortschreitenden Bereicherung der menschlichen Entwickelung. Hineinfließen würde von Zeit zu Zeit das, was den Menschen weiterbringt; der Mensch würde sich immer mehr anfüllen mit den Gaben der geistigen Welt, und zuletzt, wenn die Erde an ihrem Ziel sein würde, wäre es selbstverständlich, daß der Mensch alles, was aus den geistigen Welten gegeben worden wäre, in sich hätte. Aber eines wäre nicht möglich: daß der Mensch ureigensten, heiligen Eifer entwickelte, Hingebung und Feuer für das, was da geschaffen wird von Kulturepoche zu Kulturepoche. Aus demselben Untergrunde, aus dem jeder Wunsch und jede Begierde herauswächst, erwächst auch der Wunsch nach den großen Idealen, erwächst auch die Begierde nach Menschenbeglückung, nach Leistungen der Künste in den aufeinanderfolgenden menschlichen Kulturepochen. Aus demselben Grunde, aus dem verderbliche, nach dem Bösen gehende Begierden erwachsen, erwachsen auch die Bestrebungen nach dem Höchsten, was auf der Erde geleistet werden kann. Und es würde das nicht da sein, für was die menschliche Seele als für ein höchstes Gut entbrennt, wenn es nicht auf der andern Seite möglich wäre, daß dieselbe Begierde auch nach der andern Seite in das Laster und in das Böse hinuntersinken kann. Daß es diese Möglichkeit in der Menschheitsentwikkelung gibt, das ist das Werk der luziferischen Geister. So dürfen wir nicht verkennen, daß die luziferischen Geister für die Menschen Freiheit gebracht haben zugleich mit der Möglichkeit des Bösen, freie Empfänglichkeit für das, was sonst in die menschliche Seele nur einfließen würde.

[ 13 ] Durch diese Mächte, die eine normale Entwickelung für sich durchmachen, hätte es auf diese Weise geschehen können, daß der Mensch sein Ich immer mehr und mehr erfüllt hätte mit dieser fortschreitenden Bereicherung der menschlichen Entwickelung. Hineinfließen würde von Zeit zu Zeit das, was den Menschen weiterbringt; der Mensch würde sich immer mehr anfüllen mit den Gaben der geistigen Welt, und zuletzt, wenn die Erde an ihrem Ziel sein würde, wäre es selbstverständlich, daß der Mensch alles, was aus den geistigen Welten gegeben worden wäre, in sich hätte. Aber eines wäre nicht möglich: daß der Mensch ureigensten, heiligen Eifer entwickelte, Hingebung und Feuer für das, was da geschaffen wird von Kulturepoche zu Kulturepoche. Aus demselben Untergrunde, aus dem jeder Wunsch und jede Begierde herauswächst, erwächst auch der Wunsch nach den großen Idealen, erwächst auch die Begierde nach Menschenbeglückung, nach Leistungen der Künste in den aufeinanderfolgenden menschlichen Kulturepochen. Aus demselben Grunde, aus dem verderbliche, nach dem Bösen gehende Begierden erwachsen, erwachsen auch die Bestrebungen nach dem Höchsten, was auf der Erde geleistet werden kann. Und es würde das nicht da sein, für was die menschliche Seele als für ein höchstes Gut entbrennt, wenn es nicht auf der andern Seite möglich wäre, daß dieselbe Begierde auch nach der andern Seite in das Laster und in das Böse hinuntersinken kann. Daß es diese Möglichkeit in der Menschheitsentwikkelung gibt, das ist das Werk der luziferischen Geister. So dürfen wir nicht verkennen, daß die luziferischen Geister für die Menschen Freiheit gebracht haben zugleich mit der Möglichkeit des Bösen, freie Empfänglichkeit für das, was sonst in die menschliche Seele nur einfließen würde.

[ 14 ] Aber wir haben auch gesehen, daß alles, was Luzifer herausfordert, seine Antwort findet durch Ahriman. So sehen wir Luzifer mit seinem ganzen Heere wirken in dem, was dann im Konkreten den Einschlag der griechischen Kultur der ganzen menschlichen Entwickelung geben soll: in den griechischen Heroen, in den griechischen Helden und Künstlern. Luzifer dringt hinein in die astralischen Leiber, läßt sie entbrennen für das, was sie als das Höchste verehren. So wird dasjenige, was mit dem Griechentum in die Entwickelung einfließen soll, zugleich zum Enthusiasmus der Volksseele. Gerade da steckt Luzifer darinnen. Und weil Luzifer der Mond-, nicht der Erdentwickelung seine Kraft verdankt, fordert er Ahriman heraus; und indem Luzifer von Zeitepoche zu Zeitepoche seine Tätigkeit entwickelt, gliedert sich Ahriman dazu — und verdirbt dasjenige stückweise, was Luzifer auf der Erde bewirkt hat. — Es ist die Weltentwickelung der Menschen ein fortwährendes Wirken zwischen Ahriman und Luzifer. Wirkte Luzifer nicht in der Menschheit, so fehlte der Eifer und das Feuer für den fortlaufenden Strom der Menschheitsentwickelung; wäre Ahriman nicht da, der von Volk zu Volk wieder zerstört, was nicht aus dem fortlaufenden Strom, sondern nur aus dem luziferischen Einschlag kommt, dann würde Luzifer die Einzelkulturen ewig fortführen wollen. So sehen Sie hier Luzifer sein eigenes Karma sich heraufbeschwören, das eine notwendige Folge der Entwickelung auf dem alten Monde ist. Und die Folge ist nun, daß er Ahriman immerfort an seine Ferse ketten muß. Ahriman ist die karmische Erfüllung des Luzifer.

[ 14 ] Aber wir haben auch gesehen, daß alles, was Luzifer herausfordert, seine Antwort findet durch Ahriman. So sehen wir Luzifer mit seinem ganzen Heere wirken in dem, was dann im Konkreten den Einschlag der griechischen Kultur der ganzen menschlichen Entwickelung geben soll: in den griechischen Heroen, in den griechischen Helden und Künstlern. Luzifer dringt hinein in die astralischen Leiber, läßt sie entbrennen für das, was sie als das Höchste verehren. So wird dasjenige, was mit dem Griechentum in die Entwickelung einfließen soll, zugleich zum Enthusiasmus der Volksseele. Gerade da steckt Luzifer darinnen. Und weil Luzifer der Mond-, nicht der Erdentwickelung seine Kraft verdankt, fordert er Ahriman heraus; und indem Luzifer von Zeitepoche zu Zeitepoche seine Tätigkeit entwickelt, gliedert sich Ahriman dazu — und verdirbt dasjenige stückweise, was Luzifer auf der Erde bewirkt hat. — Es ist die Weltentwickelung der Menschen ein fortwährendes Wirken zwischen Ahriman und Luzifer. Wirkte Luzifer nicht in der Menschheit, so fehlte der Eifer und das Feuer für den fortlaufenden Strom der Menschheitsentwickelung; wäre Ahriman nicht da, der von Volk zu Volk wieder zerstört, was nicht aus dem fortlaufenden Strom, sondern nur aus dem luziferischen Einschlag kommt, dann würde Luzifer die Einzelkulturen ewig fortführen wollen. So sehen Sie hier Luzifer sein eigenes Karma sich heraufbeschwören, das eine notwendige Folge der Entwickelung auf dem alten Monde ist. Und die Folge ist nun, daß er Ahriman immerfort an seine Ferse ketten muß. Ahriman ist die karmische Erfüllung des Luzifer.

[ 15 ] Da blicken wir hinein in das Karma der höheren Wesenheiten an dem Beispiel der ahrimanischen und luziferischen Wesenheiten. Da oben ist auch Karma. Überall ist Karma, wo Iche sind. Und Luzifer und Ahriman bergen natürlich Iche in sich; deshalb können die Wirkungen ihrer Taten auf sie selber zurückschlagen. Auf viele dieser Geheimnisse wird erst im Sommer bei dem Zyklus über die biblische Schöpfungsgeschichte hingewiesen werden können; nur auf eine Stelle möchte ich schon hier hinweisen, die Ihnen so recht wird zeigen können, von wie unendlicher Tiefe jedes einzelne Wort in den wahren okkulten Urkunden ist.

[ 15 ] Da blicken wir hinein in das Karma der höheren Wesenheiten an dem Beispiel der ahrimanischen und luziferischen Wesenheiten. Da oben ist auch Karma. Überall ist Karma, wo Iche sind. Und Luzifer und Ahriman bergen natürlich Iche in sich; deshalb können die Wirkungen ihrer Taten auf sie selber zurückschlagen. Auf viele dieser Geheimnisse wird erst im Sommer bei dem Zyklus über die biblische Schöpfungsgeschichte hingewiesen werden können; nur auf eine Stelle möchte ich schon hier hinweisen, die Ihnen so recht wird zeigen können, von wie unendlicher Tiefe jedes einzelne Wort in den wahren okkulten Urkunden ist.

[ 16 ] Haben Sie nie darüber nachgedacht, warum in der biblischen Schöpfungsgeschichte am Ende eines jeden Schöpfungstages der Satz steht: «Und die Elohim sahen das Werk, und sie sahen, daß es sehr gut war», daß es «aufs beste war»? Das ist ein bedeutungsvolles Wort. Warum steht es da? Der Satz zeigt ja selber, daß er als eine Charakteristik der Elohim gemeint ist, die sich auf dem Monde in normaler Weise entwickelt haben und deren Gegner Luzifer ist. Es ist etwas, das zur Charakteristik der Elohim gehört, daß sie nach jedem Schöpfungstag sahen, daß es «aufs beste war». Aus dem Grunde wird es angegeben, weil dieser Grad die Errungenschaft der Elohim war. Sie konnten auf dem Monde das Werk nur so lange sehen, als sie es taten, konnten nicht ein nachträgliches Bewußtsein davon haben. Daß sie nachträglich zurückschauen können im nachschauenden Denken auf das Werk, das ist eine besondere Stufe im Bewußtsein der Elohim. Das war erst auf der Erde möglich; und zwar zeigt sich ihr innerer Charakter darin, daß das Willensmäßige so herausströmt aus ihrem Wesen, daß, wenn sie es ansahen, sie sahen, daß es aufs beste war. Das waren die Elohim, welche ihr Werk auf dem Monde abgeschlossen hatten und die, wenn sie es auf der Erde hinterher beschauten, sagen konnten: Es kann bleiben, es ist aufs beste! — Dazu mußte aber die alte Mondentwickelung vollendet sein.

[ 16 ] Haben Sie nie darüber nachgedacht, warum in der biblischen Schöpfungsgeschichte am Ende eines jeden Schöpfungstages der Satz steht: «Und die Elohim sahen das Werk, und sie sahen, daß es sehr gut war», daß es «aufs beste war»? Das ist ein bedeutungsvolles Wort. Warum steht es da? Der Satz zeigt ja selber, daß er als eine Charakteristik der Elohim gemeint ist, die sich auf dem Monde in normaler Weise entwickelt haben und deren Gegner Luzifer ist. Es ist etwas, das zur Charakteristik der Elohim gehört, daß sie nach jedem Schöpfungstag sahen, daß es «aufs beste war». Aus dem Grunde wird es angegeben, weil dieser Grad die Errungenschaft der Elohim war. Sie konnten auf dem Monde das Werk nur so lange sehen, als sie es taten, konnten nicht ein nachträgliches Bewußtsein davon haben. Daß sie nachträglich zurückschauen können im nachschauenden Denken auf das Werk, das ist eine besondere Stufe im Bewußtsein der Elohim. Das war erst auf der Erde möglich; und zwar zeigt sich ihr innerer Charakter darin, daß das Willensmäßige so herausströmt aus ihrem Wesen, daß, wenn sie es ansahen, sie sahen, daß es aufs beste war. Das waren die Elohim, welche ihr Werk auf dem Monde abgeschlossen hatten und die, wenn sie es auf der Erde hinterher beschauten, sagen konnten: Es kann bleiben, es ist aufs beste! — Dazu mußte aber die alte Mondentwickelung vollendet sein.

[ 17 ] Wie ist es nun mit den luziferischen Wesenheiten, also mit denjenigen Wesenheiten, die ihre Mondentwickelung nicht vollendet haben? Die werden also auf der Erde auch versuchen müssen, ihr Werk hinterher anzuschauen, so zum Beispiel wenn sie den Beitrag gegeben haben an Feuer und Enthusiasmus in der griechischen Kultur. Und sie werden dann sehen, wie es ihnen stückweise Ahriman abgebröckelt hat! Und sie werden sagen müssen, weil sie es nicht vollendet haben: Sie sahen ihr Tagewerk, und sie sahen, daß es nicht zum besten war, daß es ausgelöscht werden mußte!

[ 17 ] Wie ist es nun mit den luziferischen Wesenheiten, also mit denjenigen Wesenheiten, die ihre Mondentwickelung nicht vollendet haben? Die werden also auf der Erde auch versuchen müssen, ihr Werk hinterher anzuschauen, so zum Beispiel wenn sie den Beitrag gegeben haben an Feuer und Enthusiasmus in der griechischen Kultur. Und sie werden dann sehen, wie es ihnen stückweise Ahriman abgebröckelt hat! Und sie werden sagen müssen, weil sie es nicht vollendet haben: Sie sahen ihr Tagewerk, und sie sahen, daß es nicht zum besten war, daß es ausgelöscht werden mußte!

[ 18 ] Das ist die große Enttäuschung der luziferischen Geister, daß sie immer von neuem ihr Werk versuchen, immer von neuem das Pendel nach der andern Seite zum Ausschlag bringen wollen — und immer von neuem ihr Werk durch Ahriman zerstört finden. Sie müssen sich innerhalb der Menschheitsentwickelung ein Auf-und-ab-Wogen denken, ein fortwährendes Anfachen von neuen Kräften durch Wesenheiten, die höher sind als wir selber, und daß diese Wesenheiten fortwährende Enttäuschungen erleben. Das ist enthalten in dem Erleben der luziferischen Geister in der Erdentwickelung. Und dieses Karma mußte die Menschheit in sich aufnehmen, weil der Mensch nur dadurch zur wirklichen Freiheit kommen konnte. Freiheit kann nur dadurch ersprießen, daß der Mensch sich den höchsten Inhalt seines Erden-Ich selber gibt. Dasjenige Ich, das der Mensch haben würde, wenn ihm alle Ziele am Ende der Erdentwickelung gegeben würden, kann nicht frei sein; denn es ist von vornherein bestimmt gewesen, alle Güter der Erdentwickelung in die Menschen einfließen zu lassen. Frei werden konnte der Mensch nur, indem er zu diesem Ich ein anderes, irrtumfähiges Ich hinzuschafft, das in der Lage ist, immer wieder und wieder nach der Seite des Guten und nach der Seite des Bösen zu pendeln und das immer wieder hinaufstreben kann zu dem, was der Inhalt aller Erdentwickelung ist. Das niedere Ich mußte dem Menschen beigegeben werden durch Luzifer, damit das Hinaufarbeiten des Menschen zum höheren Ich seine ureigenste Tat sein kann.

[ 18 ] Das ist die große Enttäuschung der luziferischen Geister, daß sie immer von neuem ihr Werk versuchen, immer von neuem das Pendel nach der andern Seite zum Ausschlag bringen wollen — und immer von neuem ihr Werk durch Ahriman zerstört finden. Sie müssen sich innerhalb der Menschheitsentwickelung ein Auf-und-ab-Wogen denken, ein fortwährendes Anfachen von neuen Kräften durch Wesenheiten, die höher sind als wir selber, und daß diese Wesenheiten fortwährende Enttäuschungen erleben. Das ist enthalten in dem Erleben der luziferischen Geister in der Erdentwickelung. Und dieses Karma mußte die Menschheit in sich aufnehmen, weil der Mensch nur dadurch zur wirklichen Freiheit kommen konnte. Freiheit kann nur dadurch ersprießen, daß der Mensch sich den höchsten Inhalt seines Erden-Ich selber gibt. Dasjenige Ich, das der Mensch haben würde, wenn ihm alle Ziele am Ende der Erdentwickelung gegeben würden, kann nicht frei sein; denn es ist von vornherein bestimmt gewesen, alle Güter der Erdentwickelung in die Menschen einfließen zu lassen. Frei werden konnte der Mensch nur, indem er zu diesem Ich ein anderes, irrtumfähiges Ich hinzuschafft, das in der Lage ist, immer wieder und wieder nach der Seite des Guten und nach der Seite des Bösen zu pendeln und das immer wieder hinaufstreben kann zu dem, was der Inhalt aller Erdentwickelung ist. Das niedere Ich mußte dem Menschen beigegeben werden durch Luzifer, damit das Hinaufarbeiten des Menschen zum höheren Ich seine ureigenste Tat sein kann.

[ 19 ] Nur so ist auch freier Wille in der Menschheit möglich. Freier Wille ist etwas, was sich der Mensch nach und nach erringen kann; denn der Mensch ist dazu so gestellt, daß ihm im Leben der freie Wille als ein Ideal vorschwebt. Wo ist denn in einem Mittelzustand der Entwickelung der menschliche Wille frei? Er ist niemals frei, weil er in jedem Augenblick dem luziferischen und ahrimanischen Element verfallen kann; er ist nicht frei, weil jeder Mensch, wenn er die Pforte des Todes durchschritten hat, in der aufsteigenden Zeit der Läuterung — vielleicht durch Jahrzehnte hindurch — einen ganz bestimmten Eindruck hat. Das ist das Wesentliche des Kamalokalebens, daß wir sehen, in welchem Grade wir selber unvollkommen sind durch das, was wir an Unvollkommenem in der Welt getan haben, daß wir Stück für Stück sehen, in welcher Weise wir unvollkommen geworden sind. Daraus geht dann die entschiedene Absicht hervor, alles wieder auszumerzen, was wir unvollkommen gemacht haben. So ist das Leben in der Kamalokazeit, daß Absicht zu Absicht gefügt wird und der Gesamtentschluß gefaßt wird: Du mußt alles das wieder ausbessern, was du so gedacht und getan hast, daß es dich heruntergebracht hat! — Was der Mensch da fühlt, das prägt er seinem weiteren Leben ein und tritt mit dieser Absicht bei der Geburt ins Dasein — und ladet dadurch sein Karma auf sich. Daher können wir nicht sagen, daß wir, wenn wir durch die Geburt ins Dasein getreten sind, einen freien Willen haben. Einzig und allein können wir davon sprechen, daß wir uns einem freien Willen in dem Maße nähern, als es uns gelungen ist, Herr zu werden über die Einflüsse Luzifers und Ahrimans. Und Herr werden über die luziferischen und ahrimanischen Einflüsse können wir durch nichts anderes als durch Erkenntnis. Einmal durch Selbsterkenntnis, indem wir uns immer fähiger machen — auch im Leben zwischen Geburt und Tod —, unsere Schwachheiten in allen drei Seelenmerkmalen kennenzulernen, in Denken, Fühlen und Wollen. Wenn wir uns immer mehr bemühen, uns keiner Illusion mehr hinzugeben, dann wächst ja in unserem Ich die Kraft, den luziferischen Einfluß entbehren zu können, denn dann werden wir immer mehr fähig, zu entscheiden, welche Hingabe die Güter der Menschheit, die nach und nach erobert wurden, verdienen. Sodann durch Erkenntnis der Außenwelt, die sich ergänzen muß mit der Selbsterkenntnis; beide müssen zusammenwirken. Selbsterkenntnis und Erkenntnis der Außenwelt müssen wir mit unserem Wesen vereinigen; dann werden wir imstande sein, ein klares Verhältnis zu Luzifer zu gewinnen.

[ 19 ] Nur so ist auch freier Wille in der Menschheit möglich. Freier Wille ist etwas, was sich der Mensch nach und nach erringen kann; denn der Mensch ist dazu so gestellt, daß ihm im Leben der freie Wille als ein Ideal vorschwebt. Wo ist denn in einem Mittelzustand der Entwickelung der menschliche Wille frei? Er ist niemals frei, weil er in jedem Augenblick dem luziferischen und ahrimanischen Element verfallen kann; er ist nicht frei, weil jeder Mensch, wenn er die Pforte des Todes durchschritten hat, in der aufsteigenden Zeit der Läuterung — vielleicht durch Jahrzehnte hindurch — einen ganz bestimmten Eindruck hat. Das ist das Wesentliche des Kamalokalebens, daß wir sehen, in welchem Grade wir selber unvollkommen sind durch das, was wir an Unvollkommenem in der Welt getan haben, daß wir Stück für Stück sehen, in welcher Weise wir unvollkommen geworden sind. Daraus geht dann die entschiedene Absicht hervor, alles wieder auszumerzen, was wir unvollkommen gemacht haben. So ist das Leben in der Kamalokazeit, daß Absicht zu Absicht gefügt wird und der Gesamtentschluß gefaßt wird: Du mußt alles das wieder ausbessern, was du so gedacht und getan hast, daß es dich heruntergebracht hat! — Was der Mensch da fühlt, das prägt er seinem weiteren Leben ein und tritt mit dieser Absicht bei der Geburt ins Dasein — und ladet dadurch sein Karma auf sich. Daher können wir nicht sagen, daß wir, wenn wir durch die Geburt ins Dasein getreten sind, einen freien Willen haben. Einzig und allein können wir davon sprechen, daß wir uns einem freien Willen in dem Maße nähern, als es uns gelungen ist, Herr zu werden über die Einflüsse Luzifers und Ahrimans. Und Herr werden über die luziferischen und ahrimanischen Einflüsse können wir durch nichts anderes als durch Erkenntnis. Einmal durch Selbsterkenntnis, indem wir uns immer fähiger machen — auch im Leben zwischen Geburt und Tod —, unsere Schwachheiten in allen drei Seelenmerkmalen kennenzulernen, in Denken, Fühlen und Wollen. Wenn wir uns immer mehr bemühen, uns keiner Illusion mehr hinzugeben, dann wächst ja in unserem Ich die Kraft, den luziferischen Einfluß entbehren zu können, denn dann werden wir immer mehr fähig, zu entscheiden, welche Hingabe die Güter der Menschheit, die nach und nach erobert wurden, verdienen. Sodann durch Erkenntnis der Außenwelt, die sich ergänzen muß mit der Selbsterkenntnis; beide müssen zusammenwirken. Selbsterkenntnis und Erkenntnis der Außenwelt müssen wir mit unserem Wesen vereinigen; dann werden wir imstande sein, ein klares Verhältnis zu Luzifer zu gewinnen.

[ 20 ] Das ist gerade die Eigentümlichkeit dessen, was wir uns als theosophische Erkenntnis aneignen, daß wir Aufschluß gewinnen darüber, wie weit an jedem menschlichen Tun Neigung und Leidenschaft, Luzifer und Ahriman beteiligt sind. Was haben wir in dieser Reihe von Vorträgen anderes getan, als uns Aufklärung verschafft darüber, wie luziferische und ahrimanische Kräfte in der mannigfaltigsten Weise in unser Leben hineinwirken! In dem gegenwärtigen Zeitalter aber kann die Aufklärung über die luziferischen und ahrimanischen Kräfte beginnen. Und der Mensch muß aufgeklärt sein, wenn er wirklich etwas beitragen will zur Erreichung des Erden-Menschheitszieles. — Wohin Sie den Blick richten, überall wo menschlich gefühlt und gedacht wird, können Sie sehen, wie weit die Menschen noch entfernt sind von einer echten, wahren Aufklärung über die Einflüsse Luzifers und Ahrimans. Da sehen Sie den weitaus größten Teil der Menschheit überhaupt keine solche Aufklärung wollen. Da sehen Sie einen großen Teil der Menschen in einen gewissen religiösen Egoismus verfallen: nur ja mit dieser Seele selbst jenen Zustand des Wohlbefindens zu erreichen, den man sich nur vorstellen kann. Das ist ein Egoismus, von dem sich die Menschen gar nicht bewußt sind, daß sich da die größten Begierden hineinmischen können. Und nirgends mischt sich Luzifer mehr in unsere Gefühle hinein als da, wo die Menschen aus ihren Leidenschaften und Begierden heraus nach dem Göttlichen streben, ohne das Göttliche durchleuchtet zu bekommen mit dem Licht der Erkenntnis. Glauben Sie nicht, daß Luzifer gerade da vielfach am Werke ist, wo die Menschen glauben, nach dem Höchsten zu streben? Aber die Formen, die in dieser Weise erstrebt werden, werden ebenfalls zu den Enttäuschungen Luzifers gehören müssen. Und diejenigen, die nun glauben, aus den wüsten Begierden diese oder jene Form einer geistigen Kultur erhalten zu können, die immer wieder und wieder predigen, daß diese Theosophie so schlimm ist, weil sie etwas Neues glaubt, die sollten bedenken, daß es nicht vom Menschenwillen abhängt, wenn sich Ahriman an die Fersen des Luzifer heftet. Und was entstanden ist im Laufe der Entwickelung an Formen, das wird, weil Ahriman sich hineinmischt, durch Luzifer auch wieder untergehen. Retten wird sich allein der fortlaufende Strom der Menschheitsentwickelung.

[ 20 ] Das ist gerade die Eigentümlichkeit dessen, was wir uns als theosophische Erkenntnis aneignen, daß wir Aufschluß gewinnen darüber, wie weit an jedem menschlichen Tun Neigung und Leidenschaft, Luzifer und Ahriman beteiligt sind. Was haben wir in dieser Reihe von Vorträgen anderes getan, als uns Aufklärung verschafft darüber, wie luziferische und ahrimanische Kräfte in der mannigfaltigsten Weise in unser Leben hineinwirken! In dem gegenwärtigen Zeitalter aber kann die Aufklärung über die luziferischen und ahrimanischen Kräfte beginnen. Und der Mensch muß aufgeklärt sein, wenn er wirklich etwas beitragen will zur Erreichung des Erden-Menschheitszieles. — Wohin Sie den Blick richten, überall wo menschlich gefühlt und gedacht wird, können Sie sehen, wie weit die Menschen noch entfernt sind von einer echten, wahren Aufklärung über die Einflüsse Luzifers und Ahrimans. Da sehen Sie den weitaus größten Teil der Menschheit überhaupt keine solche Aufklärung wollen. Da sehen Sie einen großen Teil der Menschen in einen gewissen religiösen Egoismus verfallen: nur ja mit dieser Seele selbst jenen Zustand des Wohlbefindens zu erreichen, den man sich nur vorstellen kann. Das ist ein Egoismus, von dem sich die Menschen gar nicht bewußt sind, daß sich da die größten Begierden hineinmischen können. Und nirgends mischt sich Luzifer mehr in unsere Gefühle hinein als da, wo die Menschen aus ihren Leidenschaften und Begierden heraus nach dem Göttlichen streben, ohne das Göttliche durchleuchtet zu bekommen mit dem Licht der Erkenntnis. Glauben Sie nicht, daß Luzifer gerade da vielfach am Werke ist, wo die Menschen glauben, nach dem Höchsten zu streben? Aber die Formen, die in dieser Weise erstrebt werden, werden ebenfalls zu den Enttäuschungen Luzifers gehören müssen. Und diejenigen, die nun glauben, aus den wüsten Begierden diese oder jene Form einer geistigen Kultur erhalten zu können, die immer wieder und wieder predigen, daß diese Theosophie so schlimm ist, weil sie etwas Neues glaubt, die sollten bedenken, daß es nicht vom Menschenwillen abhängt, wenn sich Ahriman an die Fersen des Luzifer heftet. Und was entstanden ist im Laufe der Entwickelung an Formen, das wird, weil Ahriman sich hineinmischt, durch Luzifer auch wieder untergehen. Retten wird sich allein der fortlaufende Strom der Menschheitsentwickelung.

[ 21 ] So schauen wir dadurch zurück auf eine vorangegangene Entwickelung, wo als Opfer für uns zurückgeblieben sind gewisse Wesenheiten. Wir wissen jetzt, daß diese Wesenheiten ihr Karma ausleben müssen um unsertwillen, damit wir in normaler Weise ausleben können, was diese Wesenheiten uns einflößen können. Ja, wahrhaftig, Jahve hat dem Menschen ursprünglich eingeflößt durch den göttlichen Odem die Fähigkeit zum Ich; aber wäre nur der göttliche Odem gekommen, der im menschlichen Blut pulsiert, und nicht auch das, was immer wieder abirren kann von dem, was der Jahve-Odem geben kann, würden nicht darinnen arbeiten sowohl luziferische wie ahrimanische Impulse, so würde der Mensch zwar das Was erlangen können der Jahve-Gabe, aber nicht das Wie: daß er es mit einem selbstbewußten freien Ich empfindet. So liegt es doch im Sinne der Weltentwickelung, daß gewisse Wesenheiten auf dem alten Monde zurückgeblieben sind.

[ 21 ] So schauen wir dadurch zurück auf eine vorangegangene Entwickelung, wo als Opfer für uns zurückgeblieben sind gewisse Wesenheiten. Wir wissen jetzt, daß diese Wesenheiten ihr Karma ausleben müssen um unsertwillen, damit wir in normaler Weise ausleben können, was diese Wesenheiten uns einflößen können. Ja, wahrhaftig, Jahve hat dem Menschen ursprünglich eingeflößt durch den göttlichen Odem die Fähigkeit zum Ich; aber wäre nur der göttliche Odem gekommen, der im menschlichen Blut pulsiert, und nicht auch das, was immer wieder abirren kann von dem, was der Jahve-Odem geben kann, würden nicht darinnen arbeiten sowohl luziferische wie ahrimanische Impulse, so würde der Mensch zwar das Was erlangen können der Jahve-Gabe, aber nicht das Wie: daß er es mit einem selbstbewußten freien Ich empfindet. So liegt es doch im Sinne der Weltentwickelung, daß gewisse Wesenheiten auf dem alten Monde zurückgeblieben sind.

[ 22 ] Wir leben heute in einem Zeitalter, wo wir in der Tat zurückblicken dürfen auf viele Enttäuschungen Luzifers, wo wir aber auch hinblicken können auf eine Zukunft, in der wir immer mehr verstehen lernen, was der fortlaufende Strom der Entwickelung ist. Und Theosophie wird das Instrument sein zum Verständnis für diesen fortlaufenden Strom der Entwickelung, damit wir uns immer bewußter zu den Einflüssen Luzifers stellen können und immer mehr in die Lage kommen können, luziferische Impulse in uns selber zu erkennen und sie in der richtigen Weise nutzbringend für die Menschheitsentwickelung bewußt zu verwerten, während sie vorher in der Menschheit als ein dunkler Drang gewirkt haben, dessen sich der Mensch nicht bewußt war. Und ebenso ist es mit den ahrimanischen Einflüssen.

[ 22 ] Wir leben heute in einem Zeitalter, wo wir in der Tat zurückblicken dürfen auf viele Enttäuschungen Luzifers, wo wir aber auch hinblicken können auf eine Zukunft, in der wir immer mehr verstehen lernen, was der fortlaufende Strom der Entwickelung ist. Und Theosophie wird das Instrument sein zum Verständnis für diesen fortlaufenden Strom der Entwickelung, damit wir uns immer bewußter zu den Einflüssen Luzifers stellen können und immer mehr in die Lage kommen können, luziferische Impulse in uns selber zu erkennen und sie in der richtigen Weise nutzbringend für die Menschheitsentwickelung bewußt zu verwerten, während sie vorher in der Menschheit als ein dunkler Drang gewirkt haben, dessen sich der Mensch nicht bewußt war. Und ebenso ist es mit den ahrimanischen Einflüssen.

[ 23 ] Hier ist eines der Gebiete,wo man darauf aufmerksam machen kann, wie sozusagen gerade in der Gegenwart eine wichtige Entwickelungsepoche der Menschheit vorliegt, nämlich jene Epoche, in der in gewisser Beziehung tatsächlich die Seelenkräfte sich umkehren. Für viele von Ihnen ist es ja schon charakterisiert worden, daß wir vor einer Epoche stehen, in welcher gewisse Menschen, einzelne Menschen, andere Seelenfähigkeiten entwickeln werden als diejenigen, die man heute gelten läßt. Was heute zum Beispiel die Theosophie aus den Erkenntnissen der Geistesforschung heraus zu sagen weiß, daß der Mensch einen Ätherleib hat außer dem physischen Leib, das wissen aus der Anschauung heraus heute nur die, welche eine methodische Schulung durchgemacht haben. Aber noch vor Ablauf der Mitte des 20. Jahrhunderts — das wissen wir aus dem Lesen der Akasha-Chronik — wird es Menschen geben, die eine natürliche Entwickelung haben werden für ein ätherisches Hellsehen und die, weil die Menschheit an diesen Zeitpunkt gekommen ist, wo sich diese Dinge als natürliche Gabe entwickeln werden, als den physischen Leib durchdringend und am Rande über ihn hinausragend den Ätherleib wahrnehmen werden. Wie der Mensch von einem Hineinschauen in die geistige Welt sich herunterentwickelt hat zum heutigen nur äußerlichen physischen Wahrnehmen und verstandesmäßigen Begreifen der Außenwelt, so beginnt er sich jetzt zu neuen, aber bewußsten Fähigkeiten nach und nach zu entwickeln. Diese neuen Fähigkeiten treten zu den alten hinzu, und eine besondere Fähigkeit wird die sein, die ich so charakterisieren kann:

[ 23 ] Hier ist eines der Gebiete,wo man darauf aufmerksam machen kann, wie sozusagen gerade in der Gegenwart eine wichtige Entwickelungsepoche der Menschheit vorliegt, nämlich jene Epoche, in der in gewisser Beziehung tatsächlich die Seelenkräfte sich umkehren. Für viele von Ihnen ist es ja schon charakterisiert worden, daß wir vor einer Epoche stehen, in welcher gewisse Menschen, einzelne Menschen, andere Seelenfähigkeiten entwickeln werden als diejenigen, die man heute gelten läßt. Was heute zum Beispiel die Theosophie aus den Erkenntnissen der Geistesforschung heraus zu sagen weiß, daß der Mensch einen Ätherleib hat außer dem physischen Leib, das wissen aus der Anschauung heraus heute nur die, welche eine methodische Schulung durchgemacht haben. Aber noch vor Ablauf der Mitte des 20. Jahrhunderts — das wissen wir aus dem Lesen der Akasha-Chronik — wird es Menschen geben, die eine natürliche Entwickelung haben werden für ein ätherisches Hellsehen und die, weil die Menschheit an diesen Zeitpunkt gekommen ist, wo sich diese Dinge als natürliche Gabe entwickeln werden, als den physischen Leib durchdringend und am Rande über ihn hinausragend den Ätherleib wahrnehmen werden. Wie der Mensch von einem Hineinschauen in die geistige Welt sich herunterentwickelt hat zum heutigen nur äußerlichen physischen Wahrnehmen und verstandesmäßigen Begreifen der Außenwelt, so beginnt er sich jetzt zu neuen, aber bewußsten Fähigkeiten nach und nach zu entwickeln. Diese neuen Fähigkeiten treten zu den alten hinzu, und eine besondere Fähigkeit wird die sein, die ich so charakterisieren kann:

[ 24 ] Es wird Menschen geben — einzelne zunächst, denn erst im Laufe der nächsten zwei bis drei Jahrtausende wird sich bei einer größeren Anzahl diese Fähigkeit entwickeln, und die ersten Vorläufer werden da sein noch vor Ablauf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts —, bei denen wird etwa folgendes eintreten: Die Menschen werden irgendeine Tat erlebt haben, und sie werden versucht sein, etwas zurückzutreten von der Tat. Sie werden dann ein Bild vor sich haben, das von der betreffenden Tat kommt. Sie werden es zuerst nicht kennen, werden keinen Bezug finden zu dem, was sie getan haben. Aber dann werden sie vielleicht schon etwas von der Geisteswissenschaft gehört haben, und dann werden sie erfahren, daß dieses Bild, das ihnen wie eine Art bewußtes Traumbild erscheint, das Gegenbild der eigenen Handlung ist, das Bild für jene Handlung, die geschehen muß, damit das, was eben getan worden ist, seine karmische Erfüllung findet.

[ 24 ] Es wird Menschen geben — einzelne zunächst, denn erst im Laufe der nächsten zwei bis drei Jahrtausende wird sich bei einer größeren Anzahl diese Fähigkeit entwickeln, und die ersten Vorläufer werden da sein noch vor Ablauf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts —, bei denen wird etwa folgendes eintreten: Die Menschen werden irgendeine Tat erlebt haben, und sie werden versucht sein, etwas zurückzutreten von der Tat. Sie werden dann ein Bild vor sich haben, das von der betreffenden Tat kommt. Sie werden es zuerst nicht kennen, werden keinen Bezug finden zu dem, was sie getan haben. Aber dann werden sie vielleicht schon etwas von der Geisteswissenschaft gehört haben, und dann werden sie erfahren, daß dieses Bild, das ihnen wie eine Art bewußtes Traumbild erscheint, das Gegenbild der eigenen Handlung ist, das Bild für jene Handlung, die geschehen muß, damit das, was eben getan worden ist, seine karmische Erfüllung findet.

[ 25 ] So steht die Menschheit in der Tat vor einer Epoche, in der sie anfangen wird, Karma nicht nur zu begreifen nach den Lehren und Darstellungen der Geisteswissenschaft, sondern wo sie anfangen wird, Karma nach und nach zu schauen. Während bisher Karma für die Menschen ein dunkler Drang, eine dunkle Begierde war und erst im nächsten Leben ausgelebt werden konnte, erst im Leben zwischen Tod und neuer Geburt umgewandelt werden konnte in eine Absicht, entwickeln sich allmählich die Menschen dahin, daß sie in die Lage kommen, bewußt die Schöpfungen Luzifers wahrzunehmen, zu sehen, wie sie sich ausnehmen werden in ihren Wirkungen. Allerdings werden mit diesem ätherischen Hellsehen nur diejenigen Menschen etwas anfangen können, die Erkenntnis und Selbsterkenntnis angestrebt haben. Immer mehr und mehr werden die Menschen im normalen Zustande vor sich haben die karmischen Bilder für ihre Handlungen. Das wird etwas sein, was die Menschen immer weiterbringen wird, weil sie dadurch wissen werden, was sie der Welt noch schuldig sind, was in ihrem Karma noch als Schuldkonto dasteht. Das ist es ja, was den Menschen unfrei macht, daß er nicht weiß, was er der Welt noch schuldig ist. So darf man also beim Karma gar nicht von vornherein von einem freien Willen sprechen. Das Wort «freier Wille» ist schon falsch; denn man muß sagen: Frei wird der Mensch erst durch seine sich immer steigernde Erkenntnis und dadurch, daß er immer höher steigt und immer mehr hineinwächst in die geistige Welt. Dadurch erfüllt er sich immer mehr und mehr mit dem Inhalt der geistigen Welt und wird immer mehr ein Wesen, das seinen Willen bestimmt. Nicht der Wille kann frei werden, sondern der Mensch als solcher kann frei werden, indem er sich durchdringt mit dem, was er auf dem vergeistigten Gebiet des Weltendaseins erkennen kann.

[ 25 ] So steht die Menschheit in der Tat vor einer Epoche, in der sie anfangen wird, Karma nicht nur zu begreifen nach den Lehren und Darstellungen der Geisteswissenschaft, sondern wo sie anfangen wird, Karma nach und nach zu schauen. Während bisher Karma für die Menschen ein dunkler Drang, eine dunkle Begierde war und erst im nächsten Leben ausgelebt werden konnte, erst im Leben zwischen Tod und neuer Geburt umgewandelt werden konnte in eine Absicht, entwickeln sich allmählich die Menschen dahin, daß sie in die Lage kommen, bewußt die Schöpfungen Luzifers wahrzunehmen, zu sehen, wie sie sich ausnehmen werden in ihren Wirkungen. Allerdings werden mit diesem ätherischen Hellsehen nur diejenigen Menschen etwas anfangen können, die Erkenntnis und Selbsterkenntnis angestrebt haben. Immer mehr und mehr werden die Menschen im normalen Zustande vor sich haben die karmischen Bilder für ihre Handlungen. Das wird etwas sein, was die Menschen immer weiterbringen wird, weil sie dadurch wissen werden, was sie der Welt noch schuldig sind, was in ihrem Karma noch als Schuldkonto dasteht. Das ist es ja, was den Menschen unfrei macht, daß er nicht weiß, was er der Welt noch schuldig ist. So darf man also beim Karma gar nicht von vornherein von einem freien Willen sprechen. Das Wort «freier Wille» ist schon falsch; denn man muß sagen: Frei wird der Mensch erst durch seine sich immer steigernde Erkenntnis und dadurch, daß er immer höher steigt und immer mehr hineinwächst in die geistige Welt. Dadurch erfüllt er sich immer mehr und mehr mit dem Inhalt der geistigen Welt und wird immer mehr ein Wesen, das seinen Willen bestimmt. Nicht der Wille kann frei werden, sondern der Mensch als solcher kann frei werden, indem er sich durchdringt mit dem, was er auf dem vergeistigten Gebiet des Weltendaseins erkennen kann.

[ 26 ] So blicken wir auf die Enttäuschungen Luzifers und seine Taten und sagen: So ist seit Jahrtausenden der Grund gelegt zu dem, wo wir stehen; denn würden wir nicht dort stehen, wo wir stehen, so würden wir uns nicht zur Freiheit entwickeln können. Nachdem wir uns aber Aufklärung verschaffen können über Luzifer und Ahriman, können wir ein anderes Verhältnis zu diesen Mächten gewinnen, können die Früchte ziehen von dem, was getan worden ist, können Luzifer und Ahriman sozusagen ihre Arbeiten abnehmen. Da werden sich allerdings die Taten des Luzifer, die er bewirkt hat und die immerfort zu Enttäuschungen geführt haben, wenn sie von uns selbst begangen werden, sich in ihr Gegenteil verkehren müssen. Die Taten Luzifers mußten Begierden erregen, mußten den Menschen hinführen zu dem, was in das Böse einmünden konnte. Wir haben ja gesehen, was für eine gegenteilige Kraft es sein muß, die Luzifer entgegenwirkt: Wenn wir selber Luzifer entgegenwirken sollen, wenn wir seine Angelegenheiten in der Zukunft besorgen sollen, wird es bei uns nur die Liebe sein können, die an die Stelle der Taten des Luzifer treten kann; die Liebe aber wird es sein können. Und ebenso wird es dasjenige sein können, was uns auch aus der Außenwelt fließt, indem wir immer mehr die Dunkelheit wegnehmen, die wir einweben in die äußere Materie. Wenn wir immer mehr diese Dunkelheit hinwegbringen, wenn sie schwindet, und wir dazu gelangen, den ahrimanischen Einfluß auf diese Weise völlig zu überwinden, dann werden wir in der Lage sein, die Welt so zu erkennen, wie sie wirklich als Erdenwelt ist. Dann werden wir uns allmählich nähern solcher Erkenntnis, wie sie heute nur Gut der Geisteswissenschaft sein kann: Wir werden durchdringen zu dem, was die Materie wirklich ist, zu der Natur des Lichtes. Heute gibt sich selbst die Wissenschaft immer noch über die Natur des Lichtes den mannigfaltigsten Täuschungen hin. Mancher glaubt, daß man das Licht mit physischen Augen sieht. Das ist nicht richtig. Mit physischen Augen sieht man nicht Licht, sondern nur beleuchtete Körper; man sieht Farben an den Körpern. Man sieht nicht Licht, sondern man sieht durch das Licht. Alle solche Täuschungen werden weggeräumt sein. Dadurch wird sich verwandeln das Bild der Welt, das notwendigerweise unter dem Einflusse Ahrimans von Irrtum durchwoben sein mußte, und es wird sich durchsetzen mit dem Inhalt der Weisheit. Indem der Mensch zum Licht vordringt, wird er selbst das seelische Gegenbild des Lichtes entwickeln. Und das seelische Gegenbild des Lichtes ist die Weisheit.

[ 26 ] So blicken wir auf die Enttäuschungen Luzifers und seine Taten und sagen: So ist seit Jahrtausenden der Grund gelegt zu dem, wo wir stehen; denn würden wir nicht dort stehen, wo wir stehen, so würden wir uns nicht zur Freiheit entwickeln können. Nachdem wir uns aber Aufklärung verschaffen können über Luzifer und Ahriman, können wir ein anderes Verhältnis zu diesen Mächten gewinnen, können die Früchte ziehen von dem, was getan worden ist, können Luzifer und Ahriman sozusagen ihre Arbeiten abnehmen. Da werden sich allerdings die Taten des Luzifer, die er bewirkt hat und die immerfort zu Enttäuschungen geführt haben, wenn sie von uns selbst begangen werden, sich in ihr Gegenteil verkehren müssen. Die Taten Luzifers mußten Begierden erregen, mußten den Menschen hinführen zu dem, was in das Böse einmünden konnte. Wir haben ja gesehen, was für eine gegenteilige Kraft es sein muß, die Luzifer entgegenwirkt: Wenn wir selber Luzifer entgegenwirken sollen, wenn wir seine Angelegenheiten in der Zukunft besorgen sollen, wird es bei uns nur die Liebe sein können, die an die Stelle der Taten des Luzifer treten kann; die Liebe aber wird es sein können. Und ebenso wird es dasjenige sein können, was uns auch aus der Außenwelt fließt, indem wir immer mehr die Dunkelheit wegnehmen, die wir einweben in die äußere Materie. Wenn wir immer mehr diese Dunkelheit hinwegbringen, wenn sie schwindet, und wir dazu gelangen, den ahrimanischen Einfluß auf diese Weise völlig zu überwinden, dann werden wir in der Lage sein, die Welt so zu erkennen, wie sie wirklich als Erdenwelt ist. Dann werden wir uns allmählich nähern solcher Erkenntnis, wie sie heute nur Gut der Geisteswissenschaft sein kann: Wir werden durchdringen zu dem, was die Materie wirklich ist, zu der Natur des Lichtes. Heute gibt sich selbst die Wissenschaft immer noch über die Natur des Lichtes den mannigfaltigsten Täuschungen hin. Mancher glaubt, daß man das Licht mit physischen Augen sieht. Das ist nicht richtig. Mit physischen Augen sieht man nicht Licht, sondern nur beleuchtete Körper; man sieht Farben an den Körpern. Man sieht nicht Licht, sondern man sieht durch das Licht. Alle solche Täuschungen werden weggeräumt sein. Dadurch wird sich verwandeln das Bild der Welt, das notwendigerweise unter dem Einflusse Ahrimans von Irrtum durchwoben sein mußte, und es wird sich durchsetzen mit dem Inhalt der Weisheit. Indem der Mensch zum Licht vordringt, wird er selbst das seelische Gegenbild des Lichtes entwickeln. Und das seelische Gegenbild des Lichtes ist die Weisheit.

[ 27 ] Dadurch wird Liebe und Weisheit in die menschliche Seele einziehen. Und Liebe und Weisheit werden die praktische Kraft sein, der eigentliche Lebensimpuls, der sich aus der theosophischen Weltanschauung ergeben soll und ergeben wird. Weisheit, die das innere Gegenbild des Lichtes ist, Weisheit, die sich verbinden kann mit der Liebe, und Liebe, die sich mit Weisheit durchdringt, werden den rechten Weg finden, um wieder zurückzuwirken auf das, was in die Weisheit der äußeren Welt eingetaucht ist. Wenn wir nach und nach der andern Hälfte der Entwickelung teilhaftig werden sollen, Luzifer und Ahriman wieder zu überwinden, dann müssen wir uns durchdringen mit Weisheit und Liebe. Indem wir Weisheit und Liebe entwickeln, entwickeln wir diejenigen Elemente, die wieder von unseren Seelen selber ausfließen werden als Gaben für die, die in der ersten Hälfte der Erdentwickelung sich hingeopfert haben als luziferische und ahrimanische Mächte, um uns das zu geben, was wir zur Erringung unserer Freiheit brauchen. Diesen Mächten werden wir geben müssen, was wir an Weisheit und Liebe so entwickeln werden. Wir müssen uns aber bewußt sein: Weil Leben in der Welt sein muß, müssen wir Kulturen annehmen, die uns Ausdrucksmittel dieses Lebens sind. Wir wollen uns gern und mit Liebe einer theosophischen Kultur hingeben, die nicht ewig sein wird, aber wir wollen es mit Enthusiasmus hinnehmen und mit Liebe das schaffen, wozu wir früher unter dem Einfluß Luzifers getrieben worden sind. Weil wir jetzt erkennen, daß wir aus Liebe das schaffen müssen, wozu wir früher durch den luziferischen Einfluß, durch Begierden und Leidenschaften getrieben werden mußten, werden wir jetzt hinter alldem desto mehr überschüssige Liebe entwickeln. Wenn wir nur die notwendige Liebe entwickeln würden, würden wir es nicht dahin bringen, Kultur über Kultur zu entwickeln. Theosophie soll etwas sein, was jede der Zeit entsprechende Forderung mit Hingabe und Liebe leistet, mit demselben Enthusiasmus, mit dem einst die Menschen unter dem Einflusse Luzifers gewirkt haben. Wir werden nicht mehr die Illusion haben, daß das, was wir tun, ewig dauern wird. Aber indem wir in immer sich steigernder Liebe Kultur über Kultur schaffen, schaffen wir damit überschüssige Liebe. Die kommt Luzifer zugute; dadurch werden auch seine Enttäuschungen gutgemacht. An uns liegt es, daß an Luzifer wieder das gutgemacht werden kann, was er an Enttäuschungen erleiden muß, wenn wir nach der andern Seite das zurückgeben, was für uns geleistet worden ist.

[ 27 ] Dadurch wird Liebe und Weisheit in die menschliche Seele einziehen. Und Liebe und Weisheit werden die praktische Kraft sein, der eigentliche Lebensimpuls, der sich aus der theosophischen Weltanschauung ergeben soll und ergeben wird. Weisheit, die das innere Gegenbild des Lichtes ist, Weisheit, die sich verbinden kann mit der Liebe, und Liebe, die sich mit Weisheit durchdringt, werden den rechten Weg finden, um wieder zurückzuwirken auf das, was in die Weisheit der äußeren Welt eingetaucht ist. Wenn wir nach und nach der andern Hälfte der Entwickelung teilhaftig werden sollen, Luzifer und Ahriman wieder zu überwinden, dann müssen wir uns durchdringen mit Weisheit und Liebe. Indem wir Weisheit und Liebe entwickeln, entwickeln wir diejenigen Elemente, die wieder von unseren Seelen selber ausfließen werden als Gaben für die, die in der ersten Hälfte der Erdentwickelung sich hingeopfert haben als luziferische und ahrimanische Mächte, um uns das zu geben, was wir zur Erringung unserer Freiheit brauchen. Diesen Mächten werden wir geben müssen, was wir an Weisheit und Liebe so entwickeln werden. Wir müssen uns aber bewußt sein: Weil Leben in der Welt sein muß, müssen wir Kulturen annehmen, die uns Ausdrucksmittel dieses Lebens sind. Wir wollen uns gern und mit Liebe einer theosophischen Kultur hingeben, die nicht ewig sein wird, aber wir wollen es mit Enthusiasmus hinnehmen und mit Liebe das schaffen, wozu wir früher unter dem Einfluß Luzifers getrieben worden sind. Weil wir jetzt erkennen, daß wir aus Liebe das schaffen müssen, wozu wir früher durch den luziferischen Einfluß, durch Begierden und Leidenschaften getrieben werden mußten, werden wir jetzt hinter alldem desto mehr überschüssige Liebe entwickeln. Wenn wir nur die notwendige Liebe entwickeln würden, würden wir es nicht dahin bringen, Kultur über Kultur zu entwickeln. Theosophie soll etwas sein, was jede der Zeit entsprechende Forderung mit Hingabe und Liebe leistet, mit demselben Enthusiasmus, mit dem einst die Menschen unter dem Einflusse Luzifers gewirkt haben. Wir werden nicht mehr die Illusion haben, daß das, was wir tun, ewig dauern wird. Aber indem wir in immer sich steigernder Liebe Kultur über Kultur schaffen, schaffen wir damit überschüssige Liebe. Die kommt Luzifer zugute; dadurch werden auch seine Enttäuschungen gutgemacht. An uns liegt es, daß an Luzifer wieder das gutgemacht werden kann, was er an Enttäuschungen erleiden muß, wenn wir nach der andern Seite das zurückgeben, was für uns geleistet worden ist.

[ 28 ] Das ist der andere Teil des Karma der höheren Wesenheiten, daß wir eine Liebe entwickeln, die nicht bloß in der Menschheit bleibt, sondern die dazu berufen ist, in den Kosmos einzudringen. In Wesenheiten, die höher sind als wir, werden wir die Liebe einströmen lassen können, und diese Wesenheiten werden sie als Opfer empfinden. Es wird Seelenopfer sein. Seelenopfer wird hinaufströmen zu denen, die einst ihre Gaben herunterströmen ließen, wie einst die Rauchopfer hinaufstrebten zu den Geistern in Zeiten, wo Menschen die spirituellen Güter noch hatten. Damals konnten die Menschen nur die symbolischen Rauchopfer zu den Göttern hinaufsenden. In der Zukunft werden die Menschen Liebesströme hinaufsenden zu den Geistern, und aus dem Liebesopfer wird wieder etwas herunterströmen: dem Menschen werden zuströmen höhere Kräfte, die, von Geistigem dirigiert, mit immer größerer Macht eingreifen werden in unsere physische Welt. Das werden dann im wahren Sinne magische Kräfte sein.

[ 28 ] Das ist der andere Teil des Karma der höheren Wesenheiten, daß wir eine Liebe entwickeln, die nicht bloß in der Menschheit bleibt, sondern die dazu berufen ist, in den Kosmos einzudringen. In Wesenheiten, die höher sind als wir, werden wir die Liebe einströmen lassen können, und diese Wesenheiten werden sie als Opfer empfinden. Es wird Seelenopfer sein. Seelenopfer wird hinaufströmen zu denen, die einst ihre Gaben herunterströmen ließen, wie einst die Rauchopfer hinaufstrebten zu den Geistern in Zeiten, wo Menschen die spirituellen Güter noch hatten. Damals konnten die Menschen nur die symbolischen Rauchopfer zu den Göttern hinaufsenden. In der Zukunft werden die Menschen Liebesströme hinaufsenden zu den Geistern, und aus dem Liebesopfer wird wieder etwas herunterströmen: dem Menschen werden zuströmen höhere Kräfte, die, von Geistigem dirigiert, mit immer größerer Macht eingreifen werden in unsere physische Welt. Das werden dann im wahren Sinne magische Kräfte sein.

[ 29 ] So sehen wir den Gang der Menschheitsentwickelung, indem sich Menschheitskarma und Karma der höheren Wesenheiten auslebt. Und wir begreifen jetzt auch, wie sich der Plan der Entwickelung zum einzelnen menschlichen Karma stellt. Nehmen wir an, eine übermenschliche Individualität hätte im Jahre 1910 dieses oder jenes gewirkt, das dann auf dem physischen Plan durch einen Menschen ausgeführt wurde, so ist dadurch ein Kontakt geschlossen zwischen dieser übermenschlichen Individualität und dem Menschen. Der Mensch ist dann verwoben in das Karma der höheren Wesenheiten. Das ist eine abgeschlossene Korrespondenz. Dann strömt ihm aber zu aus den höheren Welten eine Strömung, die ihm etwas in sein Leben hineinbringt; darin hat er nun einen neuen Posten, der zu seinem Karma hinzugefügt ist und der nach der einen oder andern Seite den Ausschlag gibt. So wird menschliches Karma befruchtet von dem allgemeinen Karma, das durch die Welt strömt.

[ 29 ] So sehen wir den Gang der Menschheitsentwickelung, indem sich Menschheitskarma und Karma der höheren Wesenheiten auslebt. Und wir begreifen jetzt auch, wie sich der Plan der Entwickelung zum einzelnen menschlichen Karma stellt. Nehmen wir an, eine übermenschliche Individualität hätte im Jahre 1910 dieses oder jenes gewirkt, das dann auf dem physischen Plan durch einen Menschen ausgeführt wurde, so ist dadurch ein Kontakt geschlossen zwischen dieser übermenschlichen Individualität und dem Menschen. Der Mensch ist dann verwoben in das Karma der höheren Wesenheiten. Das ist eine abgeschlossene Korrespondenz. Dann strömt ihm aber zu aus den höheren Welten eine Strömung, die ihm etwas in sein Leben hineinbringt; darin hat er nun einen neuen Posten, der zu seinem Karma hinzugefügt ist und der nach der einen oder andern Seite den Ausschlag gibt. So wird menschliches Karma befruchtet von dem allgemeinen Karma, das durch die Welt strömt.

[ 30 ] Sehen wir zum Beispiel auf Miltiades oder irgendeine andere Persönlichkeit: Da hatten sie zu stehen auf dem großen Plan der Geschichte ihres Volkes, da war dies oder jenes durch das Karma der höheren Mächte bedingt — und da wurden sie hingestellt auf ihren Posten. In ihr einzelkarmisches Konto strömte ein, was der ganzen Menschheit zuteil werden sollte. Und indem sie es ausführten, indem sie Taten und Leistungen daran anschlossen, wurde es ihr Einzelkarma. — So leben und weben wir auch mit unserem einzelnen Karma in dem Makrokosmos als eine kleine Welt, als ein Mikrokosmos.

[ 30 ] Sehen wir zum Beispiel auf Miltiades oder irgendeine andere Persönlichkeit: Da hatten sie zu stehen auf dem großen Plan der Geschichte ihres Volkes, da war dies oder jenes durch das Karma der höheren Mächte bedingt — und da wurden sie hingestellt auf ihren Posten. In ihr einzelkarmisches Konto strömte ein, was der ganzen Menschheit zuteil werden sollte. Und indem sie es ausführten, indem sie Taten und Leistungen daran anschlossen, wurde es ihr Einzelkarma. — So leben und weben wir auch mit unserem einzelnen Karma in dem Makrokosmos als eine kleine Welt, als ein Mikrokosmos.

[ 31 ] Damit sind wir zwar am Ende des Kursus, wenn auch nicht am Ende der Sache. Aber das geht ja nicht anders. Wenn ich nur mit zwei Worten noch sagen darf, daß ich diese Reihe von Vorträgen, gerade über jene menschlichen Fragen, die so tief das menschliche Herz bewegen können und die doch wiederum mit dem größten Schicksal selbst höherer Wesenheiten zusammenhängen, wenn ich sage, daß ich diesen Kursus gehalten habe wirklich aus tiefster Seele heraus und froh bin, daß es möglich war, in einem theosophischen Zweige auch einmal über diese Dinge zu sprechen, unter theosophischen Freunden, die von allen Seiten herbeigeeilt waren, um sich den Betrachtungen über diese Fragen zu widmen, so spreche ich auch diese Worte aus tiefstem Herzen heraus. Diejenigen, welche Gelegenheit haben werden, weitere Kurse zu hören, werden sehen, daß mancherlei von dem sich beantworten wird, was jemand im Anschluß an diesen Zyklus auf der Seele haben wird. Aber auch die, welche diese Sommerkurse nicht hören können, werden später Gelegenheit haben, so etwas mit mir zu besprechen. Und so darf ich auch diesmal wieder sagen, daß ich die Dinge, die zu besprechen waren, so entgegengenommen haben möchte, daß sie nicht bloß abstrakte Erkenntnisse sein sollen, sondern solche, die übergehen in unser ganzes Denken, Fühlen und Wollen, in unser ganzes Leben. So daß man an den Theosophen in der Welt sehen möchte Gleichnis und Bild dessen, was man die tiefsten theosophischen Wahrheiten nennen kann. Versuchen wir, uns ganz zu einem solchen Bild und Gleichnis zu machen; dann erst haben wir in der Welt eine theosophische Geistesströmung. In unserem engen Kreise muß diese theosophische Geistesströmung zunächst Betrachtung der spirituellen Erkenntnis sein. Dann aber müssen — zunächst in unserem Mitgliederkreise — diese Erkenntnisse Gesinnungen werden und als solche der Welt gegenübertreten. Und die Welt wird nach und nach einsehen, daß es nicht umsonst war, daß es um die Wende des 20. Jahrhunderts ehrliche und aufrichtige Theosophen gegeben hat, Leute, die aufrichtig und ehrlich an die Gewalt der spirituellen Mächte geglaubt haben. Und indem sie daran geglaubt haben, sind sie selbst durchsetzt worden mit der Kraft, auch dafür zu wirken. Schneller und schneller wird die Kultur in unserem Leben gehen, wenn Sie selber das, was Sie hören, umwandeln in Gesinnung, in Handlung und Tat. Nicht dadurch, daß wir die Menschen überzeugen! Dazu ist die gegenwärtige Kultur nur wenig geeignet. Wahrhaft überzeugt werden immer nur die werden, die aus tiefstem Drang des Herzens an die Theosophie herankommen; die andern werden nicht überzeugt werden. Dieses Karma haben wir auch in geistigen Kreisen als etwas, was der Materialismus hat hervorrufen müssen, und wir müssen diese Schädigungen als etwas betrachten, demgegenüber Geisteswissenschaft sich erweisen muß als eine geistige Macht.

[ 31 ] Damit sind wir zwar am Ende des Kursus, wenn auch nicht am Ende der Sache. Aber das geht ja nicht anders. Wenn ich nur mit zwei Worten noch sagen darf, daß ich diese Reihe von Vorträgen, gerade über jene menschlichen Fragen, die so tief das menschliche Herz bewegen können und die doch wiederum mit dem größten Schicksal selbst höherer Wesenheiten zusammenhängen, wenn ich sage, daß ich diesen Kursus gehalten habe wirklich aus tiefster Seele heraus und froh bin, daß es möglich war, in einem theosophischen Zweige auch einmal über diese Dinge zu sprechen, unter theosophischen Freunden, die von allen Seiten herbeigeeilt waren, um sich den Betrachtungen über diese Fragen zu widmen, so spreche ich auch diese Worte aus tiefstem Herzen heraus. Diejenigen, welche Gelegenheit haben werden, weitere Kurse zu hören, werden sehen, daß mancherlei von dem sich beantworten wird, was jemand im Anschluß an diesen Zyklus auf der Seele haben wird. Aber auch die, welche diese Sommerkurse nicht hören können, werden später Gelegenheit haben, so etwas mit mir zu besprechen. Und so darf ich auch diesmal wieder sagen, daß ich die Dinge, die zu besprechen waren, so entgegengenommen haben möchte, daß sie nicht bloß abstrakte Erkenntnisse sein sollen, sondern solche, die übergehen in unser ganzes Denken, Fühlen und Wollen, in unser ganzes Leben. So daß man an den Theosophen in der Welt sehen möchte Gleichnis und Bild dessen, was man die tiefsten theosophischen Wahrheiten nennen kann. Versuchen wir, uns ganz zu einem solchen Bild und Gleichnis zu machen; dann erst haben wir in der Welt eine theosophische Geistesströmung. In unserem engen Kreise muß diese theosophische Geistesströmung zunächst Betrachtung der spirituellen Erkenntnis sein. Dann aber müssen — zunächst in unserem Mitgliederkreise — diese Erkenntnisse Gesinnungen werden und als solche der Welt gegenübertreten. Und die Welt wird nach und nach einsehen, daß es nicht umsonst war, daß es um die Wende des 20. Jahrhunderts ehrliche und aufrichtige Theosophen gegeben hat, Leute, die aufrichtig und ehrlich an die Gewalt der spirituellen Mächte geglaubt haben. Und indem sie daran geglaubt haben, sind sie selbst durchsetzt worden mit der Kraft, auch dafür zu wirken. Schneller und schneller wird die Kultur in unserem Leben gehen, wenn Sie selber das, was Sie hören, umwandeln in Gesinnung, in Handlung und Tat. Nicht dadurch, daß wir die Menschen überzeugen! Dazu ist die gegenwärtige Kultur nur wenig geeignet. Wahrhaft überzeugt werden immer nur die werden, die aus tiefstem Drang des Herzens an die Theosophie herankommen; die andern werden nicht überzeugt werden. Dieses Karma haben wir auch in geistigen Kreisen als etwas, was der Materialismus hat hervorrufen müssen, und wir müssen diese Schädigungen als etwas betrachten, demgegenüber Geisteswissenschaft sich erweisen muß als eine geistige Macht.

[ 32 ] So müssen wir das, was wir der Welt geben können, aus unserer Gesinnung heraus geben. Jeder, der Theosophie in das innere Leben der Seele umgewandelt haben wird, wird ein spiritueller Kraftquell sein. Und wer an das Übersinnliche glaubt, darf durchaus die Überzeugung haben, daß unsere theosophischen Erkenntnisse und Gesinnungen spirituell wirken, das heißt, sich unsichtbar in die Welt hinaus verbreiten, wenn wir uns wirklich zu einem bewußten, von dem theosophischen Leben durchdrungenen Werkzeug machen.

[ 32 ] So müssen wir das, was wir der Welt geben können, aus unserer Gesinnung heraus geben. Jeder, der Theosophie in das innere Leben der Seele umgewandelt haben wird, wird ein spiritueller Kraftquell sein. Und wer an das Übersinnliche glaubt, darf durchaus die Überzeugung haben, daß unsere theosophischen Erkenntnisse und Gesinnungen spirituell wirken, das heißt, sich unsichtbar in die Welt hinaus verbreiten, wenn wir uns wirklich zu einem bewußten, von dem theosophischen Leben durchdrungenen Werkzeug machen.