The Mission of Individual Folk-souls
in their Connection with Germanic-Norse Mythology
GA 121
9 June 1918, Oslo
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Mission of Individual Folk-Souls, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
[ 1 ] Wir werden innerhalb des Zyklus dieser Vorträge Betrachtungen anstellen, welche sozusagen jedem leicht in die Seele gehen werden, weil er sich in intensivster Weise unmittelbar für sie wird interessieren können. Aber, weil sonst das Ganze nicht verständlich werden würde, müssen wir auch solche Betrachtungen anstellen, welche um der Vollständigkeit und des Verständnisses willen notwendig sind, und die etwas schwieriger sein werden als dasjenige, was sozusagen der Hauptstock unserer Vorträge ist. Wir werden zum Beispiel heute in die Notwendigkeit versetzt sein, einen Blick in das Innere jener Wesenheiten zu tun, von denen wir in den beiden vorhergehenden Betrachtungen gesprochen haben, in das Innere der normalen Volksgeister.
[ 1 ] Throughout this series of lectures, we will offer reflections that will, so to speak, easily touch everyone’s heart, because each person will be able to take a direct and intense interest in them. However, since the whole would otherwise remain incomprehensible, we must also engage in reflections that are necessary for the sake of completeness and understanding, and which will be somewhat more difficult than what constitutes, so to speak, the main body of our lectures. For example, today we will be compelled to take a look into the inner nature of those entities we spoke of in the two previous reflections—into the inner nature of the normal national spirits.
[ 2 ] Wir haben bereits gesagt, was zu ihrer äußeren Charakteristik notwendig war, daß sie Wesenheiten sind, die zwei Stufen höher stehen als der Mensch, Wesenheiten, welche an der Umgestaltung ihres Ätherleibes arbeiten, also eben jetzt daran sind, ihre Atherleiber umzuarbeiten in dasjenige, was man Lebensgeist oder Buddhi nennt. Der Mensch ist in diese Arbeit eingesponnen. Insofern, als die Entwickelung dieser Wesenheiten so fortschreitet, daß der Mensch in diese Entwickelung hineingesponnen ist, äußert sich die Spiegelung dieses Volksgeistes in der menschlichen Individualität selber als der Volkscharakter des einzelnen menschlichen Individuums.
[ 2 ] We have already stated what is necessary regarding their external characteristics: that they are beings two levels higher than human beings, beings who are working on the transformation of their etheric bodies—that is, who are currently in the process of transforming their etheric bodies into what is called the life spirit or buddhi. Human beings are woven into this work. To the extent that the development of these beings progresses in such a way that human beings are woven into this development, the reflection of this national spirit manifests itself in the human individuality itself as the national character of the individual human being.
[ 3 ] Nun werden wir etwas hineinzusehen haben in das Innere einer solchen Volksseele. Wenn wir in das heutige Innere des Menschen hineinleuchten wollen, haben wir dazu nötig, uns dieses Innere dreigliedrig vorzustellen, es uns so vorzustellen, daß wir es uns teilen in:
[ 3 ] Now we will have the opportunity to look into the inner workings of such a national soul. If we wish to shed light on the inner life of modern human beings, we must conceive of this inner life as threefold, dividing it into:
die Empfindungsseele, gleichsam das unterste Glied der menschlichen inneren Wesenheit,
die Verstandes- oder Gemütsseele, das mittlere Glied, und
die Bewußtseinsseele, das höchste Glied des menschlichen Innern, wo eigentlich erst so recht das menschliche Ich zum Bewußtsein gebracht wird.
the sensory soul, so to speak the lowest link in the human inner being,
the intellectual or emotional soul, the middle link, and
the conscious soul, the highest link of the human inner being, where the human ego is truly brought to consciousness.
[ 4 ] In der Bewußtseinsseele ist eigentlich so recht erst das vorhanden, was man das menschliche Selbstbewußtsein nennt. Trotzdem ist das Ich des Menschen in allen drei Teilen seines inneren Lebens — sowohl in der Empfindungsseele als auch in der Verstandes- oder Gemütsseele und in der Bewußtseinsseele — tätig.
[ 4 ] It is really only in the conscious soul that what is called human self-consciousness is truly present. Nevertheless, the human ego is active in all three parts of the inner life—in the sensory soul, the intellectual or emotional soul, and the conscious soul.
[ 5 ] In der Empfindungsseele ist dieses Ich so tätig, daß der Mensch dieses sein Ich kaum erst ahnt. Er ist insofern in der Empfindungsseele allen Trieben und Leidenschaften hingegeben. Das Ich brütet dumpf in dem, was wir Empfindungsseele nennen. Das Ich arbeitet sich dann erst heraus, kommt erst zum Vorschein in der Verstandes- oder Gemütsseele und wird ganz klar erst in der Bewußtseinsseele. Wenn wir diese drei Glieder des menschlichen Innern abgesondert für sich untersuchen wollen, so müssen wir sie als drei Modifikationen, als drei Teile innerhalb des Astralleibes ansehen. Allerdings gilt ja das, daß diese drei Modifikationen, diese drei Glieder des Astralleibes, vorbereitend umarbeiten den Astralleib selber, den Atherleib und den physischen Leib. Aber diese Umarbeitungen sind doch nicht dasjenige, was uns als das eigentliche menschliche Innere, als das Seelische entgegentritt. Das Seelische, das Innere des Menschen, sind drei Modifikationen des astralischen Leibes. Die drei Modifikationen müssen sich gewisser Werkzeuge bedienen, und diese prägen sich so aus, daß im Astralleibe die Empfindungsseele eine Art von Werkzeug hat, im Atherleibe die Verstandes- oder Gemütsseele, und im physischen Leibe die Bewußtseinsseele. So also können wir das menschliche Innere von dem, was menschliche Hüllennatur ist, unterscheiden. Es ist also des Menschen innere Natur aus drei Modifikationen des astralischen Leibes bestehend.
[ 5 ] In the sensory soul, this “I” is at work in such a way that the human being is barely aware of its existence. In this respect, the human being is completely given over to all drives and passions in the sensory soul. The “I” lies dormant within what we call the sensory soul. The ego only then works its way out, only comes to the fore in the intellectual or emotional soul, and becomes fully clear only in the conscious soul. If we wish to examine these three members of the human inner being separately, we must regard them as three modifications, as three parts within the astral body. It is true, however, that these three modifications, these three members of the astral body, work to transform the astral body itself, the etheric body, and the physical body. But these transformations are not what confronts us as the actual human inner being, as the soul. The soul, the inner being of the human being, consists of three modifications of the astral body. These three modifications must make use of certain instruments, and these manifest themselves in such a way that in the astral body the sensory soul has a kind of instrument, in the etheric body the intellectual or emotional soul, and in the physical body the conscious soul. Thus we can distinguish the human inner being from what constitutes the human outer nature. The human inner nature, therefore, consists of three modifications of the astral body.
[ 6 ] So wie beim Menschen das Innere, das, worin das Ich arbeiter und sich ausprägt, sich in diesen drei Modifikationen des Astralleibes darstellt, so stellt bei denjenigen geistigen Wesenheiten, die wir als Volksgeister bezeichnen, das eigentliche Innere oder das, was wir mit dem menschlichen Inneren vergleichen können, dar drei Glieder, drei Modifikationen im Atherleibe. So wie wir beim Menschen unterscheiden Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele, so müssen wir bei den Erzengelwesenheiten, den normalen Volksgeistern, drei Modifikationen im Ätherleibe unterscheiden. Aber weil diese drei Modifikationen nicht im Astralleibe sind, sondern im Ätherleibe, deshalb sind sie ganz, ganz anders, wesentlich anders, als die drei Modifikationen im Seelenleben des Menschen. Daher müssen Sie sich auch die Bewußtseinsform, das ganze Seelenleben dieser Volksgeister anders vorstellen als das Seelenleben des Menschen. Wir dringen also gleichsam von einer äußeren Charakteristik jetzt in das Innere der Seele dieser Volksgeister ein. Das wird nicht ganz leicht sein, aber wir müssen schon versuchen, diesen Rubikon zu überschreiten. Da wird es sich nun darum handeln, daß wir von irgendeinem Begriffe ausgehen, der Ihnen geläufig sein kann, einem Begriffe, der sozusagen etwas Ähnliches bietet wie das innere Leben der Volksgeister. Solche Dinge hat der Mensch nicht viele in seinem normalen Leben, er hat im Gegenteil außerordentlich wenig von dem in seinem eigenen Bewußtsein, was in dem Bewußtsein der Volksgeister lebt. Aber Sie können sich doch eine Vorstellung davon machen, wenn Sie geduldig einmal die folgende Betrachtung mit mir anstellen.
[ 6 ] Just as in human beings the inner self—that in which the “I” works and expresses itself—manifests itself in these three modifications of the astral body, so too in those spiritual beings we call national spirits, the actual inner self—or that which we can compare to the human inner self—manifests itself in three members, three modifications of the etheric body. Just as we distinguish between the feeling soul, the intellectual soul, and the conscious soul in human beings, so too must we distinguish three modifications in the etheric body of the archangelic beings, the normal national spirits. But because these three modifications are not in the astral body but in the etheric body, they are quite, quite different—fundamentally different—from the three modifications in the soul life of human beings. Therefore, you must also conceive of the form of consciousness, the entire soul life of these national spirits, differently from the soul life of human beings. We are thus, as it were, moving from an external characteristic into the inner life of the soul of these folk spirits. This will not be entirely easy, but we must try to cross this Rubicon. The task now will be to start from some concept that may be familiar to you, a concept that offers, so to speak, something similar to the inner life of the folk spirits. People do not have many such things in their normal lives; on the contrary, they have extraordinarily little in their own consciousness of what lives in the consciousness of folk spirits. But you can still form an idea of it if you patiently engage in the following reflection with me.
[ 7 ] Sie haben alle in der Schule gelernt, daß die drei Winkel des Dreiecks 180° sind, und Sie wissen, daß Sie das niemals durch irgend eine äußere Erfahrung lernen könnten. Denken Sie sich meinetwegen eiserne, hölzerne Dreiecke. Wenn Sie nun mit einem Winkelmaße messen, wie viel die drei Winkel ausmachen, dann wird Sie diese äußere Erfahrung niemals belehren können, daß diese drei Winkel 180° sind. Aber Sie werden sofort belehrt sein — gleichgültig ob Sie diese drei Winkel aufzeichnen oder sie sich nur vorstellen —, wenn Sie von innen heraus erfahren, daß die drei Winkel 180° sind. Sie müssen das durch die Kraft Ihrer eigenen Seele von innen heraus erfahren. Sie brauchen dazu nur das Folgende in Gedanken auszuführen. Das, was ich jetzt aufzeichne, zeichnet man nur zur Versinnbildlichung des Gedankens.
[ 7 ] You all learned in school that the three angles of a triangle add up to 180°, and you know that you could never learn this through any external experience. Imagine, for my sake, iron or wooden triangles. If you now measure the sum of the three angles with a protractor, this external experience will never be able to teach you that these three angles add up to 180°. But you will be immediately convinced—whether you draw these three angles or merely imagine them—when you experience from within that the three angles total 180°. You must experience this from within through the power of your own soul. To do so, you need only carry out the following in your mind. What I am now drawing is done only to illustrate the idea.


[ 8 ] In dieser Figur haben Sie den strikten Beweis, daß die drei Winkel zusammen 180° sind. Wenn Sie sich diese Figur einmal so recht vor die Seele treten lassen, so wird sie Ihnen für alle Fälle diese Gewißheit bringen. Diese Figur können Sie in Gedanken ausführen, ohne daß Sie sie äußerlich aufzeichnen. Sie vollziehen dann eine reine Gedankenoperation durch die Kraft Ihres eigenen Inneren, Sie brauchen gar nicht aus sich herauszutreten. Sie können sich einen Augenblick vorstellen, daß es das, was man Empfindungswelt nennt, und das, was durch die äußeren Sinne in den Menschen hineingeht, gar nicht gibt. Denken Sie sich also die äußere Welt vollständig weg, den Raum in Gedanken konstruiert, dann würden in diesem Raume alle Dreiecke in ihrer Winkelsumme 180° zeigen. Um zu einer geometrisch-mathematischen Erkenntnis zu kommen, braucht nicht ein äußerer Gegenstand an Ihre Sinne heranzutreten, es bedarf nur dessen, was inneres Erlebnis ist, was im Bewußtsein selber verläuft.
[ 8 ] In this figure, you have clear proof that the three angles add up to 180°. If you allow this figure to truly sink into your mind, it will give you this certainty in every situation. You can construct this figure in your mind without drawing it down on paper. You are then performing a purely mental operation through the power of your own inner self; you do not need to step outside yourself at all. You can imagine for a moment that what is called the sensory world—and what enters a person through the external senses—does not exist at all. So if you were to completely remove the external world from your mind—constructing space in thought—then in this space all triangles would have a sum of angles equal to 180°. To arrive at a geometric-mathematical insight, there is no need for an external object to approach your senses; all that is required is inner experience, that which takes place within consciousness itself.
[ 9 ] Ich mußte dieses Beispiel gebrauchen, denn es ist das einfachste und praktischste, weil die Menschen das schon wissen, da sie es in der Schule gelernt haben. Ich könnte Ihnen auch das Beispiel der Hegelschen Logik geben, dann würden Sie auch eine Summe von innerlichen Begriffen haben, aber da würden wir viel Unbekanntes darin finden, da die Hegelsche Logik in den weitesten Kreisen unbekannt ist. Daraus können Sie also ersehen, wie der Mensch bloß von innen heraus zu Erkenntnissen kommen kann,ohne daß er durch etwas Äußerliches dazu angeregt wird.
[ 9 ] I had to use this example because it is the simplest and most practical one; people already know it since they learned it in school. I could also give you the example of Hegelian logic, in which case you would also have a set of internal concepts, but we would find much that is unfamiliar in it, since Hegelian logic is unknown to the vast majority of people. From this you can see, then, how a person can arrive at insights solely from within, without being stimulated to do so by anything external.
[ 10 ] Wenn Sie sich das vorstellen, was äußerlich nur erreichbar ist in der Welt in mathematisch konstruktiver Weise, dann haben Sie einen Teil begriffen von dem, wie das Bewußtsein der Erzengel wirkt. Sie nehmen nämlich eine solche Welt, wie sie an den äußeren Menschen herantritt, eine Welt von äußeren Farben und Tönen, gar nicht wahr. Diese Empfindungen hat niemals ein solches Wesen; es hat niemals die Möglichkeit, daß es mit seinem Tastsinn an irgend etwas herantritt und dadurch Wahrnehmungen empfängt. Diese Erlebnisse hat ein solches Wesen niemals. Aber das Erlebnis hat es, das man mit den Worten ausdrücken kann: Jetzt kommt mir aus einer Welt, die mich inspiriert, etwas zu; diese Welt ist durch mein Bewußtsein hindurchgegangen, füllt mein Bewußtsein aus. Nun sind die Erzengel nicht etwa Wesen, die bloß mathematisch vorstellen, vielmehr ist der Mensch so unvollkommen, daß er nur in solchen Abstraktionen, wie die mathematischen Wahrheiten sind, sich die Tätigkeit der Erzengel vorzustellen vermag. Sie sind das, was für den Menschen sowohl als für die Volksgeister als normal erscheint. Daraus können Sie aber entnehmen, daß die äußere physische Welt, die für die Menschen durch die Sinne da ist, die Erzengel gar nichts angeht. In der Gestalt also, wie die physische Welt für den Menschen da ist, wie der Mensch durch seine Sinne die Kundgebungen der physischen Welt erhält, in dieser Weise ist die Welt für die Erzengel nicht vorhanden. Schalten Sie also das, was nur als physische Empfindung da ist, aus Ihrem Weltbilde aus, denken Sie alles weg, was Sie durch äußere Wahrnehmungen in sich aufgenommen haben, dann schalten Sie aus Ihrem Weltbilde eben das aus, was die Erzengel nichts angeht. Also werden wir uns sagen: Ja, was ist denn von dem, was auch menschliches Bewußtsein werden kann, noch für die Erzengel da? Was ist von demselben für die Volksgeister vorhanden? Alles, was Sie in der Empfindungsseele erleben, was Sie als gewöhnliche, durch die Außenwelt bewirkte Lust, als gewöhnliches, durch die Außenwelt bewirktes Leid erleben, alles, was Farben, Töne, überhaupt sinnliche Wahrnehmungen der Außenwelt sind, das geht diese Wesenheiten nichts an. Schalten Sie also den ganzen Inhalt der menschlichen Empfindungsseele aus, und sagen Sie sich, was im Weltbilde vorhanden ist dadurch, daß für den Menschen die Empfindungsseele da ist, das ist für die Erzengel nicht von Bedeutung, da wirken sie nicht hinein. Sogar ein Teil der Verstandesseele ist noch kein Element, das für die Erzengel von Bedeutung ist, insoweit dieselbe angeregt wird durch die äußeren Empfindungen. Was äußerlich angeregt wurde, was der Mensch mit dem Verstande verarbeitet und dem Gemüte durchlebt, auch das geht die Erzengel nichts an. Aber in die Verstandesseele des Menschen spielen doch schon gewisse Dinge hinein, welche der Mensch sozusagen auf demselben Terrain mit den Erzengeln erlebt. Wir können ganz genau wahrnehmen, daß solche Dinge in die menschliche Verstandes- oder Gemütsseele hineinspielen, wenn wir sehen, wie zum Beispiel in unserem Leben dasjenige, was wir unsere moralischen Ideale nennen, an uns herantritt. Es gäbe keine moralischen Ideale, wenn wir angewiesen wären, uns nur über dasjenige Empfindungen zu machen, über das Lust und Leid zu empfinden und uns darüber Gedanken zu machen, was uns von der Außenwelt als die Sinneswahrnehmung entgegentritt. Da würden wir uns zwar über die Blumen des Feldes, auch über eine schöne Landschaftskonfiguration freuen können, aber wir würden niemals in unserem Gemüte für ein Ideal entbrennen können, das uns nicht aus der Außenwelt entgegen leuchten kann, das wir uns in die Seele einschreiben können, und wofür wir dann erglühen. Aber wir müssen nicht nur erglühen und in der Empfindungsseele fühlen, sondern wir müssen auch darüber denken. Der Mensch, der nur empfindet, der nicht denkt, der kann zwar ein Schwärmer, aber niemals ein praktischer Mensch sein. Wir müssen die Ideale nicht von außen in die Empfindungsseele aufnehmen, sondern sie einströmen lassen aus der geistigen Welt und sie in der Verstandes- oder Gemütsseele verarbeiten. Die künstlerischen, die architektonischen Ideale und so weiter sind in der Verstandes- oder Gemütsseele und in der Bewußtseinsseele anwesend. Sie hängen zusammen mit dem, was der Mensch von außen nicht wahrnehmen kann, was aber doch innerlich sein Wesen durchglüht und durchsetzt, so daß es einen Teil seines Lebens ausmacht.
[ 10 ] If you imagine what is accessible in the external world only in a mathematically constructive way, then you have grasped a part of how the consciousness of the archangels works. For they do not perceive the world as it presents itself to the outer human being—a world of external colors and sounds. Such a being never has these sensations; it never has the possibility of approaching anything with its sense of touch and thereby receiving perceptions. Such a being never has these experiences. But it does have the experience that can be expressed in words: Now something is coming to me from a world that inspires me; this world has passed through my consciousness and fills my consciousness. Now, the archangels are not beings who merely conceive in mathematical terms; rather, human beings are so imperfect that they can only imagine the activity of the archangels in such abstractions as mathematical truths. They are what appears normal to both human beings and the national spirits. From this, however, you can infer that the outer physical world, which exists for human beings through the senses, has nothing to do with the archangels. In the form in which the physical world exists for human beings, in the way human beings receive the manifestations of the physical world through their senses—in this way, the world does not exist for the archangels. So if you exclude from your worldview what exists only as physical sensation, if you set aside everything you have taken in through external perceptions, then you are excluding from your worldview precisely that which is of no concern to the archangels. So we will ask ourselves: Well, what of that which can also become human consciousness is still present for the archangels? What of the same is present for the national spirits? Everything you experience in the feeling soul—what you experience as ordinary pleasure brought about by the external world, as ordinary suffering brought about by the external world—everything that consists of colors, sounds, and sensory perceptions of the external world in general—is of no concern to these beings. So set aside the entire content of the human sensory soul, and tell yourself: whatever is present in the world picture by virtue of the sensory soul being there for the human being is of no significance to the archangels; they do not intervene there. Even a part of the intellectual soul is not yet an element of significance to the archangels, insofar as it is stimulated by external sensations. What has been stimulated from without, what the human being processes with the intellect and experiences through the emotions—this, too, is of no concern to the archangels. But certain things do play a role in the human intellectual soul, which the human being experiences, so to speak, on the same plane as the archangels. We can perceive quite clearly that such things play a role in the human intellectual or emotional soul when we see, for example, how in our lives that which we call our moral ideals approaches us. There would be no moral ideals if we were limited to forming impressions only of that which evokes pleasure or pain, and to reflecting on what confronts us from the external world as sensory perception. We would indeed be able to take pleasure in the flowers of the field, and in a beautiful landscape, but we would never be able to be inspired in our hearts by an ideal that cannot shine toward us from the external world, that we cannot inscribe in our soul, and for which we can then be inspired. But we must not only be inspired and feel within the feeling soul; we must also think about it. A person who only feels, who does not think, may be a dreamer, but can never be a practical person. We must not take ideals into the feeling soul from the outside, but let them flow in from the spiritual world and process them in the intellectual or emotional soul. Artistic and architectural ideals, and so on, are present in the intellectual or emotional soul and in the conscious soul. They are connected to that which a person cannot perceive from the outside, but which nevertheless glows through and permeates their inner being, so that it constitutes a part of their life.
[ 11 ] Schauen Sie sich das Leben der Völker von Epoche zu Epoche an, wie es verlaufen ist, wie immer neue Vorstellungen und Weltgeheimnisse darin aufgekommen sind. Wo hätten die Griechen ihre Vorstellungen über Zeus und Athene hernehmen können, wenn sie sich nur auf die äußere Wahrnehmung verlassen hätten! Das lebte sich von innen hinein, was in den Weistümern, in den Mythologien, Religionen und in den Wissenschaften der Völker enthalten ist. So also müssen wir sehen, daß die Hälfte unseres inneren Wesens, die Hälfte unserer Verstandes- oder Gemütsseele und unserer Bewußtseinsseele von innen heraus angefüllt sind, und zwar gerade so weit, als der Mensch sich mit dem, was eben charakterisiert worden ist, innerlich durchdringt, so weit können die Erzengel in das menschliche Innere vordringen, und so weit geht auch das eigentliche Leben der Erzengel. Das müssen Sie also vom inneren Leben ausschalten, was von außen durch die Empfindungsseele aufgenommen und durch die Verstandes- oder Gemütsseele verarbeitet wird. Dann haben Sie aber auch noch das, was wir unser Ich nennen. Für uns ist das Ich das höchste Glied unserer Wesenheit.Was wir da hineintragen in das moralische Bewußtsein, das sind Ideale, moralische, ästhetische, ideelle Gedanken. So wie der Ausblick dem Menschen gleichsam nach innen verschlossen ist, sich aber nach außen durch seine Sinne der Außenwelt öffnen kann, so kann er sagen: Ich nehme Farben, Töne, Kälte und Wärme wahr. Aber er hat auch das Bewußtsein, daß hinter diesen Wahrnehmungen von Farben, Tönen, Wärme und Kälte noch etwas Wesenhaftes ist. Das sind die Wesen des tierischen, pflanzlichen und mineralischen Reiches. Das ist dahinter; so daß der Mensch sich in der angedeuteten Weise die Welt darüber hinaus fortgesetzt denken kann. Darüber hinaus ist aber die Aussicht für den gewöhnlichen Menschen verschlossen. Wäre das nicht der Fall, so könnte es gar keinen Materialismus geben. Würde der Mensch die Aussicht frei haben auf das Gebiet, das sich von der Verstandesseele und der Bewußtseinsseele nach oben hin erstreckt, dann wäre es ebenso töricht, die geistige Welt zu bezweifeln, wie es heute töricht wäre, die Existenz der Tier-, Pflanzen- und Mineralwelt in Zweifel zu ziehen.
[ 11 ] Take a look at the lives of peoples from one era to the next—how they unfolded, and how ever-new ideas and mysteries of the world emerged within them. Where could the Greeks have gotten their ideas about Zeus and Athena if they had relied solely on external perception! What is contained in the wisdom, mythologies, religions, and sciences of the peoples arose from within. Thus we must see that half of our inner being—the half comprising our intellectual or emotional soul and our conscious soul—is filled from within, and to the very extent that a human being is inwardly permeated by what has just been described, to that extent can the archangels penetrate into the human inner being, and that is also the extent of the archangels’ actual life. You must therefore exclude from your inner life that which is taken in from the outside by the soul of feeling and processed by the soul of understanding or the emotional soul. But then you also have what we call the “I.” For us, the ego is the highest link in our being. What we bring into our moral consciousness are ideals—moral, aesthetic, and ideal thoughts. Just as the view is, so to speak, closed to the human being inwardly, yet can open outward to the external world through the senses, so he can say: I perceive colors, sounds, cold, and warmth. But they also have the awareness that behind these perceptions of colors, sounds, warmth, and cold there is something more essential. These are the beings of the animal, plant, and mineral kingdoms. That is what lies behind them; so that human beings can, in the manner indicated, continue to conceive of the world beyond. Beyond that, however, the view is closed to the ordinary person. If that were not the case, there could be no materialism at all. If human beings had a clear view of the realm that extends upward from the intellectual soul and the conscious soul, then it would be just as foolish to doubt the spiritual world as it would be foolish today to doubt the existence of the animal, plant, and mineral worlds.
[ 12 ] Denken Sie nun, wie das Ich beim Menschen, das höchste Glied desselben, in sich einschließt die Empfindungs-, Verstandes- und Bewußtseinsseele. Beim Erzengel ist es nun so, daß sein Seelenleben anfängt bei seinem Erleben in der Verstandes- oder Gemütsseele, dann hinaufgeht in das Ich, das sich aber ausbreitet in eine Welt höherer Reiche, in ein Reich geistiger Tatsachen, in dem es lebt, wie der Mensch im Reiche der Tiere, Pflanzen und Mineralien lebt. So daß wir sagen können: Wir müssen zwar einsehen, daß dieses Erzengelwesen in seinem Seelenleben dasjenige, was wir menschliches Ich nennen, haben kann, jedoch können wir nicht sagen, daß das Ich des Erzengels mit diesem Ich gleicher Art ist. Mit dem Ich des Menschen ist also das Erzengel-Ich nicht einerlei. Das Erzengel-Ich liegt eben um zwei Stufen höher, so daß der Erzengel mit seinem Ich in einer höheren Welt wurzelt. So wie nun der Mensch durch seine Sinnesempfindung auf Farben schaut, Töne hört, so schaut der Erzengel herunter auf die Welt, die das Ich als objektive Wahrheit umschließt, nur daß sich um dieses Ich noch etwas herumgruppiert von jenem Teile des Astralischen, das wir Menschen in uns als Verstandes- oder Gemütsseele kennen. Denken Sie sich diese Wesenheiten in eine Welt schauend, die nicht das Mineralische, Pflanzliche und Tierische erreicht. Denken Sie, daß dafür der Blick, der ein geistiger ist, auf ihr Weltbild hingerichtet ist und daß sie da Mittelpunkte wahrnehmen. Diese Mittelpunkte sind die menschlichen Iche, um die sich wieder etwas gruppiert, das wie eine Art Aura aussieht. Da haben Sie das Bild, wie das Erzengelwesen auf die Völkerpersönlichkeiten, die zu dem Erzengel gehören, die das Volk ausmachen, heruntersieht. Seine Welt besteht aus einem astralischen Wahrnehmungsfelde, in dem gewisse Zentren darin sind. Diese Zentren, diese Mittelpunkte sind die einzelnen menschlichen Persönlichkeiten, sind die einzelnen menschlichen Iche. Also gerade so, wie für uns Farben und Töne, Wärme und Kälte im Wahrnehmungsfelde liegen und für uns die bedeutsame Welt sind, so sind für die Erzengelwesen, für die Volksgeister wir selbst mit einem Teil unseres Innenlebens das Wahrnehmungsfeld, und wie wir in die Außenwelt hineingehen und diese bearbeiten und umgestalten zu Instrumenten, so sind wir diejenigen Objekte — insofern wir zu diesem oder jenem Volksgeist gehören —, welche zu dem Arbeitsfelde der Erzengel oder Volksgeister gehören.
[ 12 ] Now consider how the “I” in human beings—the highest link in the human soul—encompasses within itself the soul of sensation, the soul of understanding, and the soul of consciousness. In the case of the archangel, his soul life begins with his experiences in the soul of understanding or the emotional soul, then ascends into the “I,” which, however, extends into a world of higher realms, into a realm of spiritual realities, in which it lives just as the human being lives in the realm of animals, plants, and minerals. So that we can say: We must indeed recognize that this archangelic being can possess in its soul life what we call the human ego; however, we cannot say that the archangel’s ego is of the same kind as this ego. The archangel’s ego is therefore not identical with the human ego. The archangel’s ego lies precisely two levels higher, so that the archangel is rooted with its ego in a higher world. Just as the human being, through his or her sensory perception, looks at colors and hears sounds, so the archangel looks down upon the world that the ego encompasses as objective truth, only that something else is grouped around this ego from that part of the astral realm which we humans know within ourselves as the intellectual or emotional soul. Imagine these beings looking into a world that does not extend to the mineral, plant, and animal realms. Imagine that their gaze—which is a spiritual one—is directed toward their world picture, and that they perceive centers there. These centers are the human I’s, around which something else is grouped that looks like a kind of aura. There you have the image of how the archangelic being looks down upon the national personalities that belong to the archangel, that make up the people. Its world consists of an astral field of perception in which certain centers are located. These centers, these focal points, are the individual human personalities; they are the individual human I’s. Just as colors and tones, warmth and cold lie within our field of perception and constitute the meaningful world for us, so for the archangelic beings, for the national spirits, we ourselves—with a part of our inner life—constitute the field of perception, and just as we enter the outer world and work on it and transform it into instruments, so are we those objects—insofar as we belong to this or that national spirit—that belong to the field of activity of the archangels or national spirits.
[ 13 ] Da sehen wir hinein, so sonderbar das auch klingen mag, in eine höhere Erkenntnistheorie der Erzengel. Die ist nämlich eine ganz andere als die Erkenntnistheorie der Menschen, denn es ist schon dasjenige, was für die Erzengel das Gegebene ist, ganz anders. Für den Menschen ist das Gegebene das im Raume Ausgebreitete, das uns durch die Sinne als Farbe, Ton, Wärme, Kälte, Härte und Weichheit entgegentritt. Für die Erzengel ist das Gegebene, was innen im menschlichen Bewußtseinsfelde auftritt. Das ist für sie eine Summe von Zentren, von Mittelpunkten, um welche die inneren Erlebnisse der Menschen gesponnen sind, insofern als sich diese Erlebnisse in der Verstandes- oder Gemütsseele abspielen; ihre Tätigkeit ist in dem entsprechenden Falle aber eine höhere.
[ 13 ] There, strange as it may sound, we gain insight into a higher epistemology of the archangels. This is, in fact, quite different from the epistemology of human beings, for even what is given to the archangels is entirely different. For human beings, the given is what is spread out in space, what confronts us through the senses as color, sound, warmth, cold, hardness, and softness. For the archangels, the given is what appears within the field of human consciousness. For them, this is a sum of centers, of focal points, around which the inner experiences of human beings are woven, insofar as these experiences take place in the intellectual or emotional soul; their activity, however, is of a higher order in this case.
[ 14 ] Wie spezialisiert sich nun das Weltbild der Erzengel oder Volksgeister? Für den Menschen spezialisiert sich das Weltbild dadurch, daß, wenn er irgendeinen Gegenstand mit der Hand ergreift, er ihn warm oder kalt empfindet. Der Erzengel erlebt etwas Ähnliches, indem er die menschlichen Individualitäten trifft. Da trifft er Menschen, welche mehr von der inneren Aktivität beseelt sind, reicheren Seeleninhalt haben, die machen auf ihn einen intensiveren Eindruck. Andere findet er lässig, lethargisch, mit armem Seeleninhalt, das sind die Wesen, die für ihn so dastehen, wie Wärme und Kälte für das Weltbild der menschlichen Seele. So spezialisiert sich das Weltbild des Erzengels, und je nachdem kann er die einzelnen Menschen gebrauchen, für sie arbeiten, indem er dasjenige webt, was aus seiner Wesenheit heraus das gesamte Volk zu leiten hat.
[ 14 ] How does the worldview of the archangels or folk spirits become more specialized? For human beings, the worldview becomes more specialized in that when they grasp an object with their hand, they perceive it as warm or cold. The archangel experiences something similar when encountering human individuals. There he meets people who are more animated by inner activity, who possess a richer inner life; these make a more intense impression on him. Others he finds casual, lethargic, with a poor inner life; these are the beings who appear to him as warmth and cold do in the worldview of the human soul. This is how the archangel’s worldview becomes specialized, and depending on this, he can make use of individual human beings, work for them, by weaving that which, from his very being, is meant to guide the entire people.
[ 15 ] Aber auch sonst steht mit dem Leben dieses Erzengels das Leben des betreffenden Volkes, dem er vorsteht, in gewissem Zusammenhang. Gerade so, wie der Mensch aufsteigende und absteigende Perioden im Leben hat, eine aufsteigende Jugendzeit und die absteigende Zeit des Alters, so erlebt der Erzengel in der aufsteigenden und absteigenden Kultur eines Volkes seine Jugend und sein Alter.
[ 15 ] But in other respects as well, the life of this archangel is connected in a certain way to the life of the people he presides over. Just as human beings experience periods of ascent and descent in life—a time of ascent in youth and a time of descent in old age—so too does the archangel experience his youth and old age within the ascending and descending culture of a people.
[ 16 ] Nun müssen wir wieder in das innere Leben eines solchen Erzengels hineinsehen. Sie haben aus dem, was ich erzählt habe, wohl schon gemerkt, daß dasjenige, was der Mensch von außen bekommt, der Erzengel von innen erhält; dafür bekommt der Erzengel die Empfindung, wenn die Volksindividualitäten als Zentren in ihm auftreten, daß das, was da an ihn herantritt, zwar von innen in seinem Bewußtsein auftritt, aber ihm doch sozusagen etwas Fremdes ist. Es ist etwas, was bei ihm so auftritt, wie die Einfälle in unserm Bewußtsein. In umgekehrter Weise tritt das auch an ihn heran, wie beim Menschen Jugend und Alter herantritt. Beim Menschen wird die Jugend so erlebt, daß er sich in seinen Gliedern frisch fühlt, daß sie im Aufstreben begriffen sind, sich entwickeln. Im Alter werden diese Glieder sozusagen schlaff und versagen ihren Dienst. Das ist etwas, was der Mensch aus seinem Inneren herauskommen fühlt. Der Erzengel fühlt nun zwar alles als aus seinem Inneren herauskömmend, aber es erscheint ihm das Auf- und Absteigen des Volkes doch als etwas Fremdes, als etwas, wovon er das Gefühl hat, daß es von ihm unabhängig ist, womit er also nicht direkt etwas zu tun hat, was ihm aber Veranlaßung gibt, sich in irgendeinem Volke zu bestimmter Zeit zu verkörpern. Wenn die Möglichkeit da ist, sich zu verkörpern, wenn ein in der aufstrebenden Periode seines Lebens, in der aufstrebenden Vollkraft lebendes Volk vorhanden ist, dann geht der Erzengel hinunter, ebenso wie der Mensch hinuntersteigt, wenn er das Leben durchlebt hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. So also geht der Erzengel ebenso hinunter in ein Volk und verkörpert sich darin. Ebenso fühlt der Erzengel seinen Tod, die Notwendigkeit, sich von dem betreffenden Volke zurückzuziehen, wenn die einzelnen Wahrnehmungen, die Zentren, die er wahrnimmt, anfangen weniger produktiv, weniger aktiv zu sein, wenn sie anfangen, weniger Inhalt zu haben. Dann kommt die Zeit, wo er eine solche Volksgemeinschaft verläßt; er kommt dann in sein Devachan, in sein Leben zwischen Tod und neuer Geburt, um bei späterer Gelegenheit in anderer Weise eine Volksgemeinschaft aufzusuchen. So bedeutet das jugendlich aufsteigende Leben eines Volkes die Jugend des Volksgeistes, und er nimmt sie wahr als ein frisches strömendes Element, in dem er lebt. Die absteigende Periode des Volkslebens nimmt er wahr als ein Dürrwerden der Zentren, die in seinem Wahrnehmungsgebiete sind. — Das sollte also eine Art Einblick in das Innere einer solchen Volksseele sein.
[ 16 ] Now we must once again look into the inner life of such an archangel. You have probably already noticed from what I have said that what the human being receives from the outside, the archangel receives from within; in return, when the national individualities appear as centers within him, the archangel has the sensation that what approaches him does indeed arise from within his consciousness, but is nevertheless, so to speak, something foreign to him. It is something that arises in him much like the flashes of thought in our own consciousness. In a reverse way, this also approaches him, just as youth and old age approach a human being. In a human being, youth is experienced in such a way that he feels fresh in his limbs, that they are in the process of striving upward, of developing. In old age, these limbs become, so to speak, limp and fail to perform their service. This is something that a human being feels coming from within himself. The Archangel, however, feels everything as coming from within himself; yet the rise and fall of a people appears to him as something foreign, as something he feels is independent of him—something with which he therefore has no direct connection, but which nevertheless prompts him to incarnate in a particular people at a specific time. When the opportunity arises to incarnate, when a people exists that is living in the ascending phase of its life, in the full vigor of its ascent, then the archangel descends, just as a human being descends after having lived through the period between death and a new birth. Thus the archangel likewise descends into a people and incarnates within it. Likewise, the archangel feels his death, the necessity of withdrawing from the people in question, when the individual perceptions, the centers he perceives, begin to be less productive, less active, when they begin to have less content. Then comes the time when he leaves such a national community; he then enters his Devachan, his life between death and new birth, to seek out a national community in a different way at a later opportunity. Thus the youthfully ascending life of a people signifies the youth of the national spirit, and he perceives it as a fresh, flowing element in which he lives. It perceives the descending period of national life as a drying up of the centers within its sphere of perception. — This, then, should serve as a kind of insight into the inner life of such a national soul.
[ 17 ] Wenn wir uns das vor Augen führen, was eben gesagt worden ist, dann dürfen wir sagen: In gewisser Beziehung steht doch eine solche Volksseele dem einzelnen Menschenleben ziemlich fern, denn in dem einzelnen Menschen ist dasjenige, was er in seiner Empfindungsseele und in dem niederen Teil seiner Verstandesseele hat, ein Gebiet, in welches der Volksgeist, der Erzengel nicht hineinreicht. Für den Menschen ist es aber etwas sehr Reales. Da fühlt der Mensch recht sehr, daß das mit dem Innersten, dem Intimsten seines eigenen Lebens zusammenhängt. Es ist in gewisser Beziehung die Erzengel-Natur, die führende Volksnatur, etwas, was über dem einzelnen Menschen schwebt. Den persönlichen Dingen, die der Mensch dadurch erlebt, daß er Wahrnehmungen durch seine Sinne hat, steht der Erzengel, der das Volk leitet, fremd gegenüber. — Aber da gibt es Vermittler, und es ist wichtig, daß wir verstehen, daß es solche Vermittler gibt. Das sind die Wesen, die wir Engel nennen, und die zwischen Erzengel und Mensch stehen. Fassen Sie es im strengsten Sinne des Wortes auf: Volksgeister sind Erzengel, sind solche Geister, welche mit der Umgestaltung ihres astralischen Leibes zu Geistselbst oder Manas fertig sind, und jetzt umgestalten ihren Lebensleib zu Buddhi. Zwischen diesen Wesen und den Menschen stehen mitten drinnen die Engelwesen. Das sind solche Wesen, die mit der Umarbeitung ihres Astralleibes in Manas oder Geistselbst beschäftigt, aber noch nicht mit dieser Arbeit zu Ende gekommen sind. Der Mensch steht am Anfange dieser Arbeit im gegenwärtigen Zeitalter, die Engel stehen dem Ende derselben nahe, sind aber keineswegs fertig damit. Daher berühren sich die Terrains dieser Wesenheiten viel intimer mit denen, in welchen der Mensch steht und lebt. Wir können sagen, daß die Engelwesen mit ihrer ganzen Seelenhaftigkeit dem zugeneigt sind, was wir astralischen Leib nennen. Deshalb haben sie volles Verständnis für alles das, was die menschliche Persönlichkeit durch Leid und Freude erleben kann. Aber weil sie auf der andern Seite viel höher über das menschliche Ich hinaufragen, weil sie ein höheres Ich haben, weil sie einen Teil der höheren Welt aufnehmen können, deshalb ragt ihre Bewußtseinswelt in diejenigen Terrains hinein, auf denen sich die Bewußtseinswelt der Erzengel befindet. Sie sind also so recht die Vermittler zwischen Erzengel und einzelner Menschen-Individualität. Sie empfangen ihrerseits die Befehle der Volksgeister und tragen sie in die einzelnen Seelen hinein, und durch diese Vermittelung ergibt sich dann dasjenige, was der Einzelne wirken kann, nicht bloß für seinen eigenen Fortschritt, seine eigene Entwickelung, sondern für sein ganzes Volk.
[ 17 ] If we bear in mind what has just been said, we can say that, in a certain sense, such a national soul is actually quite distant from the life of the individual human being; for within the individual, that which resides in the soul of feeling and in the lower part of the soul of understanding constitutes a realm into which the national spirit, the archangel, does not reach. For the human being, however, it is something very real. Here the human being feels quite strongly that this is connected to the innermost, most intimate part of his own life. In a certain sense, the Archangelic nature, the guiding national nature, is something that hovers above the individual human being. The Archangel who guides the people stands aloof from the personal experiences that human beings have through their sensory perceptions. — But there are mediators, and it is important that we understand that such mediators exist. These are the beings we call angels, who stand between the Archangel and human beings. Take this in the strictest sense of the word: national spirits are archangels, spirits who have completed the transformation of their astral body into the spiritual self or Manas, and are now transforming their life body into Buddhi. In the midst of these beings and humanity stand the angelic beings. These are beings who are engaged in transforming their astral bodies into Manas or the spiritual self, but have not yet completed this work. Human beings are at the beginning of this work in the present age; the angelic beings are nearing the end of it, but are by no means finished with it. Therefore, the realms of these beings are much more intimately connected with those in which human beings stand and live. We can say that the angelic beings, with their entire soul-nature, are inclined toward what we call the astral body. That is why they have full understanding for everything that the human personality can experience through suffering and joy. But because, on the other hand, they tower far above the human ego, because they have a higher ego, because they can take in a part of the higher world, their world of consciousness extends into those realms where the world of consciousness of the archangels is located. They are thus truly the mediators between the archangels and the individual human soul. They, in turn, receive the commands of the national spirits and carry them into the individual souls, and through this mediation arises what the individual can accomplish, not merely for his own progress and development, but for his entire people.
[ 18 ] Der Mensch hat diese zwei Strömungen in seinem Erleben nebeneinander. Die eine Strömung ist die, die ihn von Inkarnation zu Inkarnation vorwärts bringt, die seine eigenen Angelegenheiten angeht, welche er vor allen Dingen zu besorgen hat, um diejenige Pflicht zu erfüllen, die doch im Grunde genommen die allerstrengste ist, denn es ist seine eigenste Pflicht. Er darf nicht stehen bleiben, weil er sonst die Keime, die in ihm veranlagt sind, brach liegen lassen würde, wenn er sich um sie nicht kümmerte. Das ist aber seine eigenste Angelegenheit, durch die er vorwärts schreitet von Verkörperung zu Verkörperung. Was er aber zu seiner Volksgemeinschaft beiträgt, was zu den Angelegenheiten seiner unmittelbaren Volksgemeinschaft gehört, das bildet die Inspiration des Engels, der die Befehle des Erzengels zu den einzelnen Menschen heranträgt. Wir können uns also ganz gut vorstellen, daß wir auf einem Gebiete der Erde ein Volk haben, und über dieses Volk ist ausgebreitet die Volks-Aura, die Ather-Aura, und da spielen wieder die Kräfte des Volksgeistes hinein und modifizieren nach den drei Arten von Kräften den Ätherleib des Menschen. Das, was in diese Volks-Aura hineinspielt, das ist der Erzengel. Ihn denken wir uns als ein höheres Wesen, als ein Wesen, das in der Entwickelung zwei Stufen höher steht als der Mensch, das über dem ganzen Volke schwebt und die Anordnungen gibt in bezug auf das, was dieses Volk im großen zu erfüllen hat. Der Erzengel weiß, was getan werden muß während des Aufstrebens, während der Jugendfrische des Volkes; er weiß, zu welchen Verrichtungen des Volkes der Übergang von der Jugend zum Alter benutzt werden muß, damit seine Impulse richtig wirken können.
[ 18 ] Human beings experience these two currents side by side. One current is the one that carries them forward from incarnation to incarnation; it concerns their own affairs, which they must attend to above all else in order to fulfill the duty that is, after all, the most demanding of all, for it is their very own duty. They must not stand still, for otherwise they would leave the seeds inherent within them fallow if they did not tend to them. But this is his very own business, through which he progresses from incarnation to incarnation. What he contributes to his national community, however—what pertains to the affairs of his immediate national community—constitutes the inspiration of the angel who conveys the archangel’s commands to individual human beings. We can therefore quite well imagine that we have a people in a certain region of the earth, and spread over this people is the national aura, the etheric aura, and here again the forces of the national spirit come into play and modify the human etheric body according to the three kinds of forces. That which plays a role in this national aura is the archangel. We conceive of him as a higher being, as a being who stands two steps higher in evolution than the human being, who hovers over the entire people and issues directives regarding what this people must accomplish on a grand scale. The archangel knows what must be done during the people’s ascent, during their youthful vigor; he knows how the people’s transition from youth to old age must be utilized so that their impulses may work correctly.
[ 19 ] Diese großen Züge bildet der Erzengel. Hier auf diesem physischen Plan aber muß der einzelne Mensch arbeiten, hier muß der Mensch dafür sorgen, daß diese großen Ziele verwirklicht werden. Da stehen dann zwischen dem einzelnen Menschen und dem Erzengel die Engel als Mittelwesen, die den Menschen dann hindrängen zu dem Platze, an den er hingedrängt werden muß, damit im Volksgefühle dasjenige geschieht, was den großen Anordnungen des Erzengels entspricht. Wir stellen uns ein richtiges Bild der Sache vor, wenn wir uns das, was ich beschrieben habe, keineswegs bloß als Allegorie, sondern möglichst als Wirklichkeit vorstellen.
[ 19 ] The Archangel shapes these broad outlines. Here on this physical plane, however, the individual human being must do the work; here, the human being must ensure that these great goals are realized. Between the individual human being and the Archangel stand the angels as mediating beings, who then urge the human being toward the place where he must be urged, so that what corresponds to the Archangel’s great arrangements may take place in the collective consciousness. We form a true picture of the matter when we imagine what I have described not merely as an allegory, but as reality as far as possible.
[ 20 ] Nun wirkt hinein in das ganze Gewebe, das der Erzengel spinnt, dasjenige, was wir die abnormen Erzengel genannt haben, die Geister der Sprache, in dem Sinne genommen, wie ich es gestern charakterisiert habe. Wir haben aber auch charakterisiert, wie die abnormen Geister der Persönlichkeit, die Archai, hereinwirken. Da können wir nun hinblicken auf das Feld, wo der Erzengel seine Befehle erteilt, wo er die Missionen ausgibt, die von den Engeln weiter in die einzelnen Menschen hineingetragen werden. Aber der Erzengel kann auch in das Feld der abnormen Geister der Persönlichkeit hineinwirken, und es können in dem gegenseitigen Zusammenwirken des Erzengels mit den abnormen Geistern der Persönlichkeit — weil sie ganz andere Ziele verfolgen als die Erzengel — in gewisser Beziehung die Maßnahmen des Erzengels durchkreuzt werden. Wenn das geschieht, wenn diese abnormen Geister der Persönlichkeit die Maßnahmen des Erzengels durchkreuzen, dann können wir die Wahrnehmung machen, daß sich innerhalb eines Volkes selber Gruppen bilden mit speziellen Aufgaben. Dadurch, daß sich innerhalb eines Volkes solche Gruppen mit speziellen Aufgaben bilden, wird das Wirken der Geister der Persönlichkeit äußerlich sichtbar. Das kann durch viele Jahrhunderte hindurch dauern. Sie haben zum Beispiel gerade in dem Gebiete, in dem wir insbesondere jetzt geisteswissenschaftlich zu wirken haben, in Deutschland, durch Jahrhunderte hindurch dieses Spiel des Erzengels der Deutschen im Zusammenwirken mit den manchmal widerstrebenden einzelnen Geistern der Persönlichkeit gesehen. In der Zersplitterung der gemeinsamen deutschen Nation in die kleinern Volkspartien haben Sie ein Zusammenspiel der abnormen Geister der Persönlichkeit mit dem Erzengel.
[ 20 ] Now, within the entire fabric woven by the archangel, there are at work those we have called the abnormal archangels—the spirits of language—in the sense I described yesterday. But we have also described how the abnormal spirits of the personality, the Archai, exert their influence. Here we can now look toward the realm where the archangel issues his commands, where he assigns the missions that are carried further into individual human beings by the angels. But the archangel can also work into the realm of the abnormal spirits of personality, and in the mutual interaction between the archangel and the abnormal spirits of personality—because they pursue entirely different goals than the archangels—the archangel’s actions can, in a certain sense, be thwarted. When this happens, when these abnormal spirits of the personality thwart the Archangel’s measures, then we may observe that groups with specific tasks form within a people itself. Through the formation of such groups with specific tasks within a people, the activity of the spirits of the personality becomes outwardly visible. This can continue for many centuries. For example, precisely in the region where we are now called upon to work in the field of spiritual science—in Germany—you have witnessed this interplay of the Archangel of the Germans with the sometimes resistant individual spirits of personality over the course of centuries. In the fragmentation of the unified German nation into smaller ethnic groups, you have seen an interplay between the abnormal spirits of personality and the Archangel.
[ 21 ] Solche Völker haben etwas wenig Zentralisiertes, sie sehen mehr auf die Ausbildung der Individualitäten. Das hat in gewisser Beziehung sein Gutes, weil dadurch eine große Mannigfaltigkeit, viele Nuancen des Volkstums zum Ausdruck kommen können.
[ 21 ] Such peoples are not very centralized; they place greater emphasis on the development of individuality. In a certain sense, this has its advantages, because it allows for great diversity and the expression of many nuances of folk culture.
[ 22 ] Aber Sie können auch den anderen Fall ins Auge fassen, daß nicht der abnorme Geist der Persönlichkeit, sondern der normale Geist der Persönlichkeit, der im Zeitgeist sich äußert, für irgend einen Zeitpunkt sozusagen wichtiger wird, als er es sonst im gewöhnlichen Verlaufe ist.
[ 22 ] But you can also consider the opposite scenario, in which it is not the abnormal spirit of the personality, but rather the normal spirit of the personality—as expressed in the zeitgeist—that, at a given moment, becomes, so to speak, more important than it otherwise is in the ordinary course of events.
[ 23 ] Wenn wir also auf ein Volk blicken, so blicken wir, als auf seine erste Macht, auf den Erzengel hin. Da wirkt dann der Zeitgeist hinein, gibt seine Befehle an den Erzengel, und dieser gibt seine Befehle weiter an die Engel, und diese vermitteln sie dem einzelnen Menschen. Weil man nun gewöhnlich nur das sieht, was einem am nächsten steht, so sieht man bei diesem zusammengesetzten Wirken als das Wichtigste das Wirken der Erzengel. Es kann aber auch eintreten, daß der Zeitgeist schwerwiegendere, gewichtigere Befehle ausgeben muß, daß er sozusagen genötigt ist, dem Erzengel etwas wegzunehmen, weil er einen Teil des Volkes herausgliedern muß, damit das, was Aufgabe der Zeit, Mission des Zeitgeistes ist, erfüllt werden kann. In einem solchen Falle splittern sich dann Volksgemeinschaften von anderen ab. Da gewinnt der Zeitgeist sichtbarlich die Oberhand über das Wirken des Erzengels. Ein solcher Fall trat ein, als das holländische Volk von der Grundlage, die es mit dem deutschen Volke gemeinsam hatte, absplitterte. Holland und Deutschland hatten ursprünglich einen gemeinsamen Erzengel, und die Absplitterung geschah dadurch, daß der Zeitgeist in einem bestimmten Augenblicke einen Teil heraussonderte und diesem Teil dann dasjenige übertrug, was die wichtigen Angelegenheiten des modernen Zeitgeistes geworden sind. Alles, was Sie in der holländischen Geschichte lesen können — Geschichte ist zwar nur ein äußerer Ausdruck, eine Maja für dasjenige, was innerer Vorgang ist —, ist nur eine Widerspiegelung dieses inneren Vorgangs. So sehen wir in diesem Fall äußerlich sich vollziehen die Absplitterung des holländischen Volkes von dem gemeinsamen deutschen Volkstum. Der innere Kern ist aber der, daß der Zeitgeist ein Werkzeug brauchte, um dasjenige auszuführen, was die überseeische Mission des Zeitgeistes war. Die ganze Mission des holländischen Volkes ist eine Mission des Zeitgeistes gewesen. Und zu dem Zwecke wurde es abgespalten, um dem Zeitgeiste zu ermöglichen, in einer bestimmten Zeit etwas Wichtiges mit diesem Teile auszuführen. Das, was die Historiker beschreiben, ist nur äußere Maja, was die wahren Tatsachen mehr verhüllt als enthüllt.
[ 23 ] So when we look at a people, we look to the archangel as its primary power. Then the spirit of the age intervenes, giving its commands to the archangel, who in turn passes them on to the angels, and they convey them to the individual human being. Since one usually sees only what is closest to oneself, one regards the work of the archangels as the most important aspect of this composite process. But it can also happen that the Zeitgeist must issue more serious, weightier commands, that it is, so to speak, compelled to take something away from the archangel, because it must separate out a part of the people so that what is the task of the time, the mission of the Zeitgeist, can be fulfilled. In such a case, ethnic communities then split off from others. Here the Zeitgeist visibly gains the upper hand over the work of the archangel. Such a case occurred when the Dutch people split off from the foundation they shared with the German people. Holland and Germany originally had a common Archangel, and the split occurred because the Zeitgeist, at a certain moment, set aside a part and then entrusted to that part what has become the important concerns of the modern Zeitgeist. Everything you can read in Dutch history—though history is merely an outer expression, a Maya, of what is an inner process—is merely a reflection of this inner process. Thus, in this case, we see the outward unfolding of the separation of the Dutch people from the common German peoplehood. The inner core, however, is that the Zeitgeist needed a tool to carry out what was the Zeitgeist’s overseas mission. The entire mission of the Dutch people has been a mission of the Zeitgeist. And for that purpose, they were split off to enable the Zeitgeist to carry out something important with this part at a specific time. What historians describe is merely external Maya, which conceals the true facts more than it reveals them.
[ 24 ] Noch anderswo kann Ihnen entgegentreten das, was sich in dieser Beziehung in auffälliger Weise zugetragen hat, nämlich daß sich ein Teil eines Volkes von dem gemeinsamen Volke abspalten mußte. Das ist bei dem portugiesischen Volke der Fall. Sie werden vergeblich andere Gründe dafür in diesem Falle suchen und finden, als daß es sich hier lediglich um einen Sieg des Zeitgeistes über den Erzengel handelt. Wenn Sie die einzelnen Ereignisse durchgehen, werden Sie finden, daß hier die Gelegenheit benutzt wurde, ein besonderes Volkstum zu bilden — viele Gelegenheiten waren nicht da. Das spanische Volk bildete mit dem portugiesischen ein Muttervolk. Die äußeren Gründe sind vielleicht die, daß die Flüsse nur bis zur portugiesischen Grenze gut befahrbar sind. Andere äußere Gründe gibt es nicht. Dagegen gibt es den inneren Grund, daß die Aufgaben erfüllt werden mußten, die gerade die Aufgaben der Portugiesen waren und die andere waren, als die Aufgaben des gemeinsamen spanischen Volkes. Da sehen wir die Zeitgeister eine Zeitlang eine intensivere Tätigkeit entwickeln, als sie sonst ausführen. Wir sehen die bisherige Harmonie durch eine andere ersetzt. Wir sehen den Zeitgeist, statt daß er seine Befehle an den Erzengel erteilt, direkt in die Geschichte des Volkes eingreifen und sehen, wie die anderen Geister diese Gelegenheit benutzen, um sich zu verkörpern. Wenn ein solches Volkstum abgespalten wird, dann versieht der Zeitgeist eine Zeitlang in dem ersten Enthusiasmus, der die einzelnen Menschen durchdrungen hat, so sehr die Funktionen des Erzengels, daß die Abspaltung kaum als etwas anderes vorhanden ist denn als ein Hasten und Drängen innerhalb dieses Volkes. Man sieht die Hast und das Drängen, die Regsamkeit, die aus der Mission des Zeitgeistes kommt. Dann aber stellt sich die Möglichkeit ein, daß ein normaler und ein abnormer Erzengel sich in dem abgespaltenen Volksteil verkörpert. So sehen wir das Heranwachsen des holländischen und des portugiesischen Volkes, die sodann ihre eigenen normalen und eigenen abnormen Erzengel bekommen. In dem, was sich darin verkörpert, in der Verschiedenheit des Temperamentes des Volkes, das in den einzelnen Persönlichkeiten zum Ausdrucke kommt, sehen wir das Hineinspielen desjenigen, was wir als diese geistigen Wesenheiten genannt haben. In ganz merkwürdiger Art sehen wir das Hineinspielen dieser geistigen Wesenheiten, und wir erkennen dann, daß die sich äußerlich abspielende Geschichte nur ein Ergebnis des Wirkens derselben ist.
[ 24 ] Nowhere else will you encounter what has strikingly occurred in this regard, namely, that a part of a people had to secede from the common body of the nation. This is the case with the Portuguese people. You will search in vain for any other reason for this than that it is simply a victory of the spirit of the times over the archangel. If you go through the individual events, you will find that the opportunity was seized here to form a distinct national identity—there were not many such opportunities. The Spanish people formed a parent nation together with the Portuguese. The external reasons are perhaps that the rivers are only navigable as far as the Portuguese border. There are no other external reasons. In contrast, there is the internal reason that the tasks had to be fulfilled—tasks that were specifically the tasks of the Portuguese and were different from the tasks of the common Spanish people. Here we see the spirits of the age developing, for a time, a more intense activity than they usually carry out. We see the previous harmony replaced by another. We see the Zeitgeist, instead of issuing its commands to the Archangel, intervening directly in the history of the people, and we see how the other spirits use this opportunity to incarnate. When such a folk is split off, the Zeitgeist, for a time, in the initial enthusiasm that has permeated the individual human beings, performs the functions of the Archangel to such an extent that the split exists hardly as anything other than a rushing and pressing within this people. One sees the haste and the urging, the liveliness that comes from the mission of the Zeitgeist. But then the possibility arises that a normal and an abnormal archangel will incarnate in the split-off part of the people. Thus we see the growth of the Dutch and Portuguese peoples, who then receive their own normal and their own abnormal archangels. In what is embodied therein, in the diversity of the people’s temperament as expressed in the individual personalities, we see the interplay of what we have called these spiritual beings. In a most remarkable way, we see the interplay of these spiritual beings, and we then recognize that the history unfolding externally is merely a result of their activity.
[ 25 ] Nach und nach gewinnt der Satz, daß die Außenwelt Maja oder Illusion ist, immer konkretere Bedeutung. Das, was in der äußerlichen Geschichte geschieht, ist nur der äußere Abglanz der geistigen, der übersinnlichen Wesenheiten, gerade so wie der äußere Mensch nur der äußere Abglanz des inneren Menschen ist. Deshalb mußte ich sagen, und das muß immer wieder betont werden: Der Satz «Die Welt ist Maja» ist von allergrößter Wichtigkeit. Es genügt aber nicht, daß man ihn abstrakt betont, man muß vielmehr in der Lage sein, ihn in den Einzelheiten durchzuführen.
[ 25 ] Little by little, the statement that the external world is maya, or illusion, takes on an increasingly concrete meaning. What happens in external history is merely the outward reflection of spiritual, supersensory beings, just as the outer human being is merely the outward reflection of the inner human being. That is why I had to say—and this must be emphasized again and again—that the statement “The world is Maya” is of the utmost importance. However, it is not enough to emphasize it in the abstract; rather, one must be able to apply it in detail.
[ 26 ] Nun haben wir aber gesehen, daß auch andere Geister und Hierarchien in dem, was wir die Welt nennen, tätig sind. Wir haben von den normalen und abnormen Erzengeln gesprochen. Die abnormen Erzengel haben sich uns nun entpuppt als eigentliche Geister der Form oder Gewalten, die nur auf einen gewissen Teil der Eigenschaften ihrer Entwickelung verzichtet haben. Wir können dann fragen: Wie ist es aber mit den normalen Geistern der Form? Die normalen Geister der Form erblicken wir um vier Grade höher stehend als den Menschen. — Wir werden in unserer nächsten Betrachtung noch einiges über diese normalen Geister der Form zu sprechen haben. — Das sind also Wesenheiten, welche vier Grade höher sind als der Mensch. Dasjenige aber, was wir gestern als Hierarchien angeführt haben, erschöpft sich nicht mit dem, was wir nach oben abschließend als Geister der Form genannt haben. Höher als diese stehen die Geister der Bewegung, die Dynameis, die Mächte; noch höher die Wesenheiten, die wir Kyriotetes, Herrschaften oder Geister der Weisheit nennen. Sie finden diese verschiedenen geistigen Wesenheiten sowohl in meiner «Geheimwissenschaft» als auch in meiner Schrift über die «Akasha-Chronik» aufgeführt.
[ 26 ] But we have now seen that other spirits and hierarchies are also at work in what we call the world. We have spoken of the normal and abnormal archangels. The abnormal archangels have now revealed themselves to us as true spirits of form or powers that have merely renounced a certain aspect of their development. We may then ask: But what about the normal spirits of form? We regard the normal spirits of form as standing four degrees higher than human beings. — We will have more to say about these normal spirits of form in our next meditation. — These are, then, beings that are four degrees higher than human beings. But what we referred to yesterday as hierarchies is not limited to what we have concluded by calling spirits of form. Higher than these stand the spirits of movement, the dynameis, the powers; even higher are the beings we call kyriotetes, lordships, or spirits of wisdom. You will find these various spiritual beings described both in my *Secret Science* and in my work on the *Akashic Records*.
[ 27 ] Nun werden Sie begreifen können, daß das Gesetz des Verzichtens, des Zurückbleibens auch für die höheren Geister gilt, daß also auch die Geister der Bewegung mit gewissen Eigenschaften zurückbleiben können — Geister der Bewegung, die fünf Stufen höher sind als der Mensch —, daß gewisse Geister der Bewegung heute in der Menschheitsentwickelung enthalten sind so, als ob sie erst Geister der Form, Gewalten wären. Das sind in bezug auf gewisse Eigenschaften eigentlich Geister der Bewegung und in bezug auf andere Eigenschaften, hinsichtlich welcher sie verzichtet haben, Geister der Form. So daß wir haben normale Geister der Form, die vier Stufen höher stehen als der Mensch, und andere Geister, die auf demselben Terrain, wo die Geister der Form sind, wirken, die aber eigentlich Geister der Bewegung sind. Das ist also ein Gebiet, auf dem — so wie wir ein Gebiet gefunden haben, auf dem normale und abnorme Erzengel zusammenwirken — die normalen und abnormen Geister der Form, die zurückgebliebenen Geister der Bewegung, zusammenwirken. Durch dieses Zusammenwirken geschieht aber etwas, was die Menschen sehr wohl angeht; dadurch geschieht die Ausgestaltung dessen, was wir die menschlichen Rassen nennen, die wir unterscheiden müssen von den Völkern.
[ 27 ] Now you will be able to understand that the law of renunciation, of remaining behind, also applies to the higher spirits; that is, even the spirits of movement can remain behind with certain qualities—spirits of movement that are five levels higher than human beings—and that certain spirits of movement are currently contained within human development as if they were first and foremost spirits of form, forces. In terms of certain qualities, these are actually spirits of motion, and in terms of other qualities—those to which they have renounced—they are spirits of form. So we have normal spirits of form that stand four levels higher than human beings, and other spirits that operate on the same plane as the spirits of form, but who are actually spirits of motion. This is therefore a realm in which—just as we have found a realm where normal and abnormal archangels interact—the normal and abnormal spirits of form, the spirits of movement that have remained behind, interact. Through this interaction, however, something occurs that very much concerns human beings; through it comes about the formation of what we call the human races, which we must distinguish from the peoples.
[ 28 ] Wir bekommen keinen verwirrenden Begriff, wenn wir die Sache so betrachten, sondern einen flüssigen Begriff; wir dürfen das nicht alles zusammenwerfen. Ein Volk ist keine Rasse. Der Volksbegriff hat nichts zu tun mit dem Rassenbegriff. Es kann sich eine Rasse in die verschiedensten Völker spalten. Rassen sind andere Gemeinschaften als Volksgemeinschaften. Wir sprechen gewiß mit Recht von einem deutschen, einem holländischen, einem norwegischen Volke; wir sprechen aber von einer germanischen Rasse. Was wirkt da nun in dem Rassenbegriff? Da wirken zusammen diejenigen Wesenheiten, die wir als die normalen Geister der Form oder Gewalten bezeichnen, und die Wesenheiten, die wir als die abnormen Geister der Form, die eigentlich Geister der Bewegung sind mit Missionen der Geister der Form, kennen gelernt haben. Deshalb sind die Menschen in Rassen gespalten. Das, was die Menschen über das ganze Erdenrund hin gleich macht, was jeden Menschen, gleichgültig welcher Rasse er angehört, zum Menschen, zum Angehörigen des ganzen Menschentums macht, das bewirken die normalen Geister der Form. Dasjenige aber, was über die ganze Erde dahinspielt, was das gesamte Menschentum in Rassen gliedert, das bewirken die abnormen Geister der Form, die verzichtet haben zugunsten der Tatsache, daß nicht eine einzige Menschheit auf der Erde erscheint, sondern eine Mannigfaltigkeit von Menschen.
[ 28 ] When we look at the matter this way, we do not end up with a confusing concept, but rather a clear one; we must not lump everything together. A people is not a race. The concept of a people has nothing to do with the concept of a race. A race can be divided into a wide variety of peoples. Races are different communities than ethnic communities. We certainly speak rightly of a German, a Dutch, or a Norwegian people; but we speak of a Germanic race. What, then, is at work in the concept of race? At work there are those entities we call the normal spirits of form or forces, and those entities we have come to know as the abnormal spirits of form—which are actually spirits of movement with missions of the spirits of form. That is why human beings are divided into races. That which makes people the same across the entire globe, that which makes every human being, regardless of which race they belong to, a human being, a member of the whole of humanity—that is brought about by the normal spirits of form. But that which plays out across the entire Earth, that which divides all of humanity into races, is brought about by the abnormal spirits of form, who have relinquished their role in favor of the fact that not a single humanity appears on Earth, but rather a multitude of people.
[ 29 ] Da gewinnen wir sozusagen den Untergrund, den Boden für das, woraus sich erst die einzelnen Völkerindividualitäten erheben. Wir gewinnen dadurch dieUmschau über den ganzen Erdenplaneten, finden den Erdenplaneten dazu bestimmt, eine Menschheit zu tragen durch die normalen Geister der Form, finden, daß sich die zurückgebliebenen Geister der Bewegung in dieses Terrain der Geister der Form hineinbegeben und als abnorme Geister der Form das Menschentum auf dem ganzen Erdenrund in die einzelnen Rassen gliedern. Wenn wir hineinblicken in das, was diese Geister eigentlich wollen, wenn wir uns vertiefen in die Ziele und Aufgaben dieser normalen und abnormen Geister der Form, dann werden wir verstehen, was sie mit den Menschenrassen wollen, wie durch dieselben eine Grundlage geschaffen wird für das, was sich aus ihnen heraushebt. Wenn wir dann noch ein Volk selbst betrachten, dann werden wir das Volk begriffen und verstanden haben.
[ 29 ] In this way, we gain, so to speak, the foundation, the ground from which the individual national identities first emerge. Through this, we gain a view of the entire Earth, find that the Earth is destined to bear humanity through the normal spirits of form, and find that the spirits of movement that have lagged behind enter this realm of the spirits of form and, as abnormal spirits of form, divide humanity across the entire globe into the individual races. When we look into what these spirits actually want, when we delve into the goals and tasks of these normal and abnormal spirits of form, then we will understand what they intend with the human races, how through them a foundation is created for what emerges from them. When we then consider a people on its own, we will have grasped and understood that people.
