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The Rudolf Steiner Archive

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The Gospel of St. Matthew
GA 123

5 September 1910, Bern

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Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Daß jener Jesus, Sohn des Pandira, Jeshu ben Pandira, in bezug auf Verwandtschaft oder sonstwie, nichts zu tun hat mit derjenigen Persönlichkeit oder Individualität, von welcher wir sprechen als dem Jesus des Matthäus-Evangeliums oder dem Jesus des Lukas- oder irgendeines anderen Evangeliums, daß dieser ein Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, also vor dem Stattfinden des Christus-Ereignisses gesteinigte und nachher an einen Baum gehängte Jeshu ben Pandira nicht verwechselt werden darf mit alledem, wovon wir sprechen, wenn wir von den Evangelien sprechen, das muß streng festgehalten werden. Nur bemerken will ich ausdrücklich: Um auf die Persönlichkeit des Jeshu ben Pandira hinzuweisen, um darüber etwas zu sagen, daß er existiert hat, dazu ist zunächst nicht notwendig irgendeine okkulte Erkenntnis, nicht irgendein hellseherisches Vermögen, sondern das kann man sich zusammenlesen, wenn man will, aus den hebräischen, den talmudischen Urkunden. Die Verwechslung mit demeigentlichen Jesus hat ja zu verschiedenen Zeiten immer stattgefunden, und sie hat zuerst bereits stattgefunden im 2. Jahrhundert nach dem Beginne unserer Zeitrechnung. Wenn wir also ausdrücklich betont haben, daß dieser Jesus, Sohn des Pandira, in dieser Beziehung nichts zu tun hat mit dem Jesus der Evangelien, so müssen wir auf der anderen Seite aber doch wieder einen geschichtlichen, allerdings jetzt nur durch geisteswissenschaftliche Forschung feststellbaren Zusammenhang dieser beiden Persönlichkeiten festhalten. Diesen Zusammenhang werden wir aber nur dann in seiner Tiefe begreifen, wenn wir auf die Menschheitsevolution und ihre Führer noch einmal mit ein paar Worten eingehen.

[ 1 ] That Jesus, son of Pandira, Jeshu ben Pandira, has nothing to do—whether by kinship or otherwise—with the person or individual of whom we speak as the Jesus of the Gospel of Matthew, or the Jesus of the Gospel of Luke, or of any other Gospel; that this man, a century before our era, that is, before the Christ event took place, and was subsequently hung on a tree—must not be confused with all that we refer to when we speak of the Gospels; this must be strictly maintained. I only wish to note explicitly: To point to the personality of Jeshu ben Pandira, to say something about the fact that he existed, this does not initially require any occult knowledge, nor any clairvoyant ability; rather, one can piece this together, if one wishes, from the Hebrew and Talmudic documents. The confusion with the actual Jesus has, after all, always occurred at various times, and it first took place as early as the 2nd century CE. So while we have expressly emphasized that this Jesus, son of Pandira, has nothing to do in this regard with the Jesus of the Gospels, we must nevertheless note a historical connection between these two personalities—one that can now only be established through spiritual scientific research. However, we will only be able to grasp the depth of this connection if we briefly revisit the topic of human evolution and its leaders.

[ 2 ] Wenn wir zu denjenigen Wesenheiten, denjenigen Individualitäten hinaufschauen, welche die großen Führer der Menschheitsevolution sind, so kommen wir zuletzt zu einer Reihe hoher Individualitäten, die man gern bezeichnet — weil sozusagen die Theorie von diesen Individualitäten am besten im Orient festgestellt worden ist - als die Bodhisattvas. Solcher Bodhisattvas gibt es eine ganze Anzahl. Ihre Aufgabe ist es, große Lehrer derMenschheit zu sein, von Epoche zu Epoche dasjenige von den geistigen Welten durch die Mysterienschulen in die Menschheit einfließen zu lassen, was nach der menschlichen Reife für irgendeine Epoche einfließen soll. Und man kann sagen: Diese Bodhisattvas wechseln sich ab in den aufeinanderfolgenden Zeiten; es wirkt immer einer der Bodhisattvas als Nachfolger des anderen. Für unsere Zeiten interessieren uns zunächst jene beiden Bodhisattvas, die wir schon öfter haben anführen müssen, wenn wir von unserer Menschheitsentwickelung sprechen: jener Bodhisattva, der als der Sohn des Königs Suddhodana Buddha geworden ist, und jener, welcher in der Würde des Bodhisattva sein Nachfolger wurde, und der, da das Amt des Bodhisattva so lange dauert, es auch heute noch ist und - im Einklange der orientalischen Weisheit mit der hellseherischen Forschung darf es gesagt werden - es auch noch durch die nächsten zweitausendfünfhundert Jahre sein wird. Dann wird dieser Bodhisattva denselben Aufstieg durchmachen, den sein Vorgänger durchmachte, als er zum Buddha erhoben worden ist. Es wird der gegenwärtig amtierende Bodhisattva dann erhoben werden zur Würde des Maitreya Buddha.

[ 2 ] When we look up to those beings, those individualities who are the great guides of human evolution, we ultimately come to a group of high individualities who are often referred to—because, so to speak, the theory regarding these individualities has been most thoroughly established in the East—as the Bodhisattvas. There are quite a number of such Bodhisattvas. Their task is to be great teachers of humanity, allowing that which, according to the spiritual worlds and through the mystery schools, is to flow into humanity from epoch to epoch—whatever is appropriate for the human maturity of a given era. And one can say: These Bodhisattvas take turns in successive ages; one of the Bodhisattvas always acts as the successor to the other. For our times, we are primarily interested in those two Bodhisattvas whom we have often had to mention when speaking of human evolution: that Bodhisattva who, as the son of King Suddhodana, became the Buddha, and the one who became his successor in the office of Bodhisattva, and who, since the office of Bodhisattva lasts so long, still holds it today and—in accordance with Eastern wisdom and clairvoyant research, it may be said—will continue to do so for the next two thousand five hundred years. Then this Bodhisattva will undergo the same ascent that his predecessor underwent when he was elevated to the status of Buddha. The currently reigning Bodhisattva will then be elevated to the status of Maitreya Buddha.

[ 3 ] In der Leitung der Menschheitsevolution, von der wir sprechen als von einer Leitung durch Lehrer, haben wir die sich abwechselnd folgenden Bodhisattvas. Und wir müssen die Reihe dieser Bodhisattvas auffassen als die großen Lehrer der Menschbeitsevolution und dürfen sie nicht verwechseln mit dem, was Quell dieser Lehre ist, und wovon wieder die Bodhisattvas dasjenige erhalten, was sie der Menschheitsevolution als aufeinanderfolgende Lehren zu geben haben. Wir haben uns gleichsam vorzustellen ein Kollegium von Bodhisattvas, und inmitten dieses Kollegiums haben wir uns zu denken den lebendigen Quell für die Lehren der Bodhisattvas. Und dieser lebendige Quell ist kein anderer als derjenige, den wir nach unserem Sprachgebrauch mit dem Ausdrucke «Christus» bezeichnen. So daß von dem Christus alle Bodhisattvas dasjenige empfangen, was sie im Laufe der Zeitentwickelung den Menschen zu geben haben.

[ 3 ] In the guidance of human evolution, which we refer to as guidance by teachers, we have the Bodhisattvas who succeed one another. And we must regard this line of Bodhisattvas as the great teachers of human evolution and must not confuse them with that which is the source of this teaching, from which the Bodhisattvas in turn receive what they are to impart to human evolution as successive teachings. We must, as it were, imagine a college of Bodhisattvas, and at the center of this college we must conceive of the living source of the Bodhisattvas’ teachings. And this living source is none other than the one whom we, in our common parlance, designate with the term “Christ.” Thus, from Christ all Bodhisattvas receive that which they are to give to humanity in the course of the development of time.

[ 4 ] Nun hat ein Bodhisattva sich vorzugsweise der Lehre zu widmen, solange er eben Bodhisattva ist; denn wir haben gesehen, daß der Bodhisattva, wenn er zur Buddhawürde erhoben wird, nicht wieder heruntersteigt, um in einem physischen Leibe inkarniert zu werden. Wiederum kann es im Einklange mit aller orientalischen Philosophie gesagt werden, daß der Gautama Buddha, der damals als Sohn des Königs Suddhodana seine letzte Inkarnation in einem physischen Leibe durchmachte, seit jener Zeit nur noch Verkörperungen erlebt, die hinuntergehen bis zum Ätherleib. Und wir haben bei den Vorträgen über das Lukas-Evangelium hervorgehoben, welches die nächste Aufgabe dieses zum Buddha gewordenen Bodhisattva war. Wir haben gesehen: Als der Jesus des Lukas-Evangeliums geboren worden ist, der sogenannte nathanische Jesus, der ein anderer ist als der Jesus des MatthäusEvangeliums, da drang die Wesenheit des Buddha, die damals verkörpert war bis zum Ätherleibe, gleichsam ein in den astralischen Leib dieses nathanischen Jesus, den uns zunächst das Lukas-Evangelium schildert. Daher kann man sagen: Seit seiner Inkarnation als Gautama Buddha war dieses Wesen nicht mehr zum Lehren da, sondern es war fortan dieser Buddha da zur lebendigen Wirksamkeit. Zu einer realen Kraft war er geworden, die von der geistigen Welt hereinwirkt in unsere physische Welt. Es ist etwas durchaus anderes, zu wirken durch Lehre und zu wirken durch lebendige Kraft, durch Wachstumskraft. Bis zu dem Moment, wo ein Bodhisattva Buddha wird, ist er Lehrer; von diesem Moment ab ist er eine lebendige Kraft, die organisierend, lebengebend eingreift in irgendeiner Beziehung. So griff der Buddha ein in die Organisation des nathanischen Jesus, wie es Lukas schildert, und so verhielt er sich gemäß seiner neuen Würde.

[ 4 ] Now, a Bodhisattva must devote himself primarily to the teaching as long as he remains a Bodhisattva; for we have seen that once a Bodhisattva is elevated to Buddhahood, he does not descend again to be incarnated in a physical body. Again, in accordance with all Eastern philosophy, it can be said that the Gautama Buddha, who at that time, as the son of King Suddhodana, underwent his last incarnation in a physical body, has since that time experienced only incarnations that extend down to the etheric body. And we have emphasized in the lectures on the Gospel of Luke what the next task of this Bodhisattva, who had become the Buddha, was. We have seen: When the Jesus of the Gospel of Luke was born—the so-called Nathanic Jesus, who is different from the Jesus of the Gospel of Matthew—the Buddha’s being, which at that time was incarnated down to the etheric body, so to speak, entered into the astral body of this Nathanic Jesus, whom the Gospel of Luke first describes to us. Therefore, one can say: Since his incarnation as Gautama Buddha, this being was no longer there to teach, but from then on this Buddha was there for living activity. He had become a real force that works from the spiritual world into our physical world. It is something quite different to work through teaching and to work through living force, through the force of growth. Until the moment a Bodhisattva becomes a Buddha, he is a teacher; from that moment on, he is a living force that intervenes in an organizing, life-giving way in some relationship. Thus the Buddha intervened in the organization of the Nathanic Jesus, as Luke describes, and thus he behaved in accordance with his new dignity.

[ 5 ] Vom 6. Jahrhundert der vorchristlichen Zeit bis in unsere Zeit hinein ist nun an die Stelle jenes Bodhisattva, der damals Buddha wurde, sein Nachfolger in die Reihe der großen Lehrer getreten, jener, der später zum Maitreya Buddha werden wird. Daher haben wir die Lehre, welche die Menschheit notwendig hatte seit jener Zeit, da Gautama Buddha, der Sohn des Königs Suddhodana wirkte, dort zu suchen, wo jener Bodhisattva, der sein Nachfolger ist, die Inspiration ausübt, wo er sozusagen einfließen läßt in seine Schüler, in seine Zöglinge dasjenige, was sie der Welt mitteilen sollen. - Ich habe gestern schon darauf aufmerksam gemacht, wie ausersehen war zu einem Instrument für diesen Bodhisattva alles, was zum Beispiel vereinigt war in den 'Therapeuten- und Essäergemeinden, und daß zu den bedeutendsten, zu den erhabensten und reinsten Persönlichkeiten innerhalb der Essäergemeinden Jesus, Sohn des Pandira, gehörte. So müssen wir gleichsam hereinscheinen sehen den Lehrgehalt jenes Bodhisattva in die Erdenmenschheit durch die Essäer.

[ 5 ] From the 6th century BCE to the present day, the Bodhisattva who became the Buddha at that time has been succeeded in the line of great teachers by his successor, the one who will later become the Maitreya Buddha. Therefore, we must seek the teaching that humanity has needed since the time when Gautama Buddha, the son of King Suddhodana, was active, in those places where that Bodhisattva, who is his successor, exerts his inspiration—where he, so to speak, instills in his disciples and students that which they are to communicate to the world. - I already pointed out yesterday how everything that was united, for example, in the ‘Therapist and Essene communities’ was destined to be an instrument for this Bodhisattva, and that among the most significant, the most exalted, and the purest personalities within the Essene communities was Jesus, son of Pandira. Thus we must, as it were, see the teaching content of that Bodhisattva shining into the human race on Earth through the Essenes.

[ 6 ] Die eigentlichen Essäergemeinden waren dem tieferen Lehrgehalt nach - davon können Sie sich auch durch die äußere Geschichte überzeugen - verhältnismäßig bald verschwunden, nachdem das ChristusEreignis sich auf der Erde abgespielt hatte. Daher wird es nicht gar so unglaublich erscheinen, wenn ich sage, daß im Grunde die Therapeuten- und Essäergemeinden wesentlich dazu eingerichtet waren, um aus den geistigen Regionen, aus den Sphären der Bodhisattvas dasjenige heruntergelangen zu lassen, was man brauchte, um das große, bedeutsame Ereignis der Christus-Erscheinung zu begreifen. Die wichtigsten Lehren, die der Menschheit zugekommen sind, um das Christus-Ereignis zu begreifen, stammten aus den Therapeuten- und Essäergemeinden. So war gewissermaßen Jesus, der Sohn des Pandira, dazu ausersehen, sich von dem Bodhisattva, der der Maitreya Buddha werden wird und der hineinwirkte in die Essäergemeinden, inspirieren zu lassen zu solchen Lehren, welche das Mysterium von Palästina, das Mysterium des Christus verständlich machen konnten. Das Genauere über die Therapeuten und Essäer ist allerdings nur zu erkunden auf dem Wege der geisteswissenschaftlichen Forschung. Die äußere Geschichte weiß sehr wenig davon. Und wir wollen sozusagen ohne Scheu - da wir in einem anthroposophischen Kreise sind, der solche Dinge hinzunehmen versteht - aus den Geheimnissen der 'Therapeuten und Essäer herausholen, was notwendig ist, um zu einem tieferen Verständnis des Matthäus-Evangeliums und auch der anderen Evangelien zu kommen. Und wir wollen diese Geheimnisse so schildern, wie der Geisteswissenschafter über die Therapeuten und Essäer denken muß.

[ 6 ] The actual Essene communities—as you can see from their external history—disappeared relatively soon after the Christ event had taken place on Earth. Therefore, it will not seem all that incredible when I say that, in essence, the communities of the Therapists and Essenes were essentially established to bring down from the spiritual regions, from the spheres of the Bodhisattvas, that which was needed to comprehend the great, significant event of the Christ-appearance. The most important teachings that came to humanity to help understand the Christ event originated from the Therapeutae and Essene communities. Thus, in a sense, Jesus, the son of Pandira, was destined to be inspired by the Bodhisattva—who would become the Maitreya Buddha and who worked within the Essene communities—to formulate such teachings that could make the Mystery of Palestine, the Mystery of the Christ, comprehensible. More precise details about the Therapeuts and Essenes, however, can only be explored through spiritual scientific research. External history knows very little about them. And we shall, so to speak, without hesitation—since we are in an anthroposophical circle that understands how to accept such things—draw from the mysteries of the Therapeuts and Essenes what is necessary to arrive at a deeper understanding of the Gospel of Matthew and also of the other Gospels. And we wish to describe these mysteries in the way that the spiritual scientist must think about the Therapeuts and Essenes.

[ 7 ] Das Wesentliche, worauf es bei diesen Gemeinden ankam, die also ein Jahrhundert vor dem Christus-Ereignis blühten, um es durch Lehre vorzubereiten, war die Art, wie bei denen, die Mitglieder der Therapeuten und Essäer waren, die Einweihung bewirkt wurde. Sie machten eine Einweihung durch, die ganz besonders geeignet sein sollte, ein Verständnis, ein Verständnis durch hellseherische Anschauung hervorzurufen von der Bedeutung des Hebräismus, des Abrahamismus für das Christus-Ereignis. Das war geradezu ein Mysterium der Therapeuten- und Essäergemeinden. Ihre Bekenner wurden dazu eingeweiht, gerade den hiermit bezeichneten Zusammenhang hellseherisch genauer einzusehen. Ein solcher Essäer sollte also zunächst einsehen lernen die ganze Bedeutung dessen, was durch Abraham für das hebräische Volk geschehen war, damit er das würdigen konnte, daß in Abraham wirklich eine Art Stammvater des hebräischen Volkes zu sehen ist. Daß in ihn jene Anlage gelegt worden ist, von der ich Ihnen in den letzten Stunden gesprochen habe, jene Anlage, welche sich dann durch viele Generationen hindurch gleichsam filtrieren mußte und hinunterrinnen durch das Blut, das sollte ein Essäer durch eigene Anschauung einsehen.

[ 7 ] The essential point regarding these communities—which flourished a century before the Christ event in order to prepare for it through teaching—was the manner in which initiation was conferred upon those who were members of the Therapeuts and Essenes. They underwent an initiation designed specifically to evoke an understanding—an understanding through clairvoyant insight—of the significance of Hebraism and Abrahamism for the Christ event. This was, in fact, a mystery of the Therapeutae and Essene communities. Their adherents were initiated to gain a clearer clairvoyant insight into precisely this connection. Such an Essene was thus first to learn to grasp the full significance of what had happened through Abraham for the Hebrew people, so that he might appreciate that Abraham is truly to be seen as a kind of progenitor of the Hebrew people. That the predisposition of which I have spoken to you in the last few hours was laid within him—that predisposition which then had to be filtered, as it were, through many generations and flow down through the blood—this an Essene was to perceive through his own insight.

[ 8 ] Um so etwas zu verstehen, wie durch eine Persönlichkeit wie Abraham etwas Wichtiges für die ganze Menschheitsevolution geschehen kann, müssen Sie einen Satz, eine wichtige Wahrheit ganz genau ins ‚Auge fassen: daß immer, wo eine Persönlichkeit zu einem besonderen Instrument für die Menschheitsevolution ausersehen wird, bei einer solchen Persönlichkeit ein unmittelbares Eingreifen einer göttlichgeistigen Wesenheit notwendig ist.

[ 8 ] To understand how something important for the entire evolution of humanity can come about through a personality such as Abraham, you must take a very close look at one sentence, one important truth: that whenever a personality is chosen to be a special instrument for the evolution of humanity, the direct intervention of a divine-spiritual being is necessary in such a personality.

[ 9 ] Diejenigen von Ihnen, welche an der Münchener Aufführung des «Rosenkreuzermysteriums» teilgenommen haben, oder es gelesen haben, werden wissen, daß eine der wichtigsten dramatischen Verwicklungen darauf beruht: Der Hierophant macht die Maria darauf aufmerksam, wie sie ihre Mission nur dadurch erfüllen kann, daß in der Tat ein solcher Einfluß einer höheren Wesenheit stattgefunden hat; und bei ihr wird dadurch wirklich so etwas hervorgerufen, was man nennen kann eine Trennung der höheren Glieder von den niederen, so daß die letzteren dann besessen werden können von einem untergeordneten Geist. - Alles, was in dem «Rosenkreuzermysterium» zu finden ist, kann Sie, wenn Sie es auf Ihre Seele wirken lassen und nicht leicht hinnehmen, auf große Geheimnisse der Menschheitsevolution aufmerksam machen. Da nun Abraham ausersehen war, eine solche wichtige Rolle in der Menschheitsevolution zu spielen, war es bei ihm notwendig, daß hineindrang in das Innere seiner Organisation, was die Menschheit früher in den atlantischen Zeiten wahrgenommen hatte als denjenigen Geist, der durchwebt und durchlebt die Außenwelt. Das geschah zum ersten Male bei Abraham, und damit war eszum ersten Male möglich, daß eine Veränderung des geistigen Anschauens stattfinden konnte. Allerdings, damit das geschehen konnte, war notwendig der Einfluß einer göttlichgeistigen Wesenheit. Es legte gleichsam eine göttlich-geistige Wesenheit in die Organisation des Abraham hinein den Keim für alle die Organisationen, die von ihm in der Generationenfolge abstammen sollten.

[ 9 ] Those of you who attended the Munich performance of *The Rosicrucian Mystery* or have read it will know that one of the most important dramatic plot twists is based on the following: The Hierophant points out to Maria that she can fulfill her mission only if such an influence from a higher being has indeed taken place; and this actually brings about in her what might be called a separation of the higher members from the lower, so that the latter can then be possessed by a subordinate spirit. - Everything found in *The Rosicrucian Mystery*, if you allow it to work upon your soul and do not take it lightly, can draw your attention to great mysteries of human evolution. Since Abraham was destined to play such an important role in human evolution, it was necessary for him that what humanity had previously perceived in the Atlantean era—namely, the Spirit that interweaves and permeates the outer world—should penetrate into the innermost core of his being. This occurred for the first time in Abraham, and with it it became possible for the first time that a transformation of spiritual perception could take place. However, for this to happen, the influence of a divine-spiritual being was necessary. A divine-spiritual being, as it were, planted within Abraham’s constitution the seed for all the constitutions that were to descend from him through the generations.

[ 10 ] Also sagte sich ein Essäer der damaligen Zeit: Was eigentlich das hebräische Volk bilden konnte, wodurch es der Träger der ChristusMission werden konnte, das wurde zuerst in der Anlage bewirkt durch jenes geheimnisvolle Wesen, das man nur finden kann, wenn man durch die ganze Generationenfolge hinaufsteigt bis zu Abraham, wo es gleichsam hineingeschlüpft ist in die innere Organisation des Abraham, um dann durch das Blut hindurch als eine Art von Volksgeist im hebräischen Volke zu wirken. Will man also dieses sozusagen letzte Geheimnis der Menschheitsevolution verstehen, so muß man zu diesem Geiste hinaufsteigen, der jene Anlage verpflanzt hat, und ihn dort aufsuchen, wo er noch nicht in die Organisation des Abraham hineingeschlüpft war. Deshalb sagte der Essäer: Wenn der Mensch zu diesem eigentlich inspirierenden oder inaugurierenden Geist des hebräischen Volkes hinaufsteigen will und ihn in seiner Reinheit erkennen will, so muß er als Essäer oder Therapeut eine gewisse Entwickelung durchmachen, wodurch er sich von alledem reinigt, was seit dem AbrahamEreignis aus der physischen Welt an die menschliche Seele herangekommen ist. Denn der Essäer sagte sich: Das geistige Wesen, das der Mensch in sich trägt, und alle die geistigen Wesenheiten, die mitwirken an dem Menschheitswerden, sind in ihrer Reinheit nur in der geistigen Welt zu schauen; wie sie in uns selbst wohnen, sind sie verunreinigt durch die Kräfte der physisch-sinnlichen Welt.

[ 10 ] So an Essene of that time asked himself: What was it that actually shaped the Hebrew people, enabling them to become the bearers of the Christ Mission? was first brought about in the predisposition by that mysterious being whom one can only find by ascending through the entire succession of generations back to Abraham, where it slipped, as it were, into the inner organization of Abraham, in order then to work through the blood as a kind of national spirit within the Hebrew people. If one wishes, therefore, to understand this, so to speak, ultimate mystery of human evolution, one must ascend to this spirit that implanted that predisposition and seek it out where it had not yet slipped into the inner organization of Abraham. That is why the Essene said: If a person wishes to ascend to this truly inspiring or inaugurating spirit of the Hebrew people and to recognize it in its purity, they must, as an Essene or therapist, undergo a certain development through which they purify themselves of everything that has come to the human soul from the physical world since the Abrahamic event. For the Essene said to himself: The spiritual being that man carries within himself, and all the spiritual beings that contribute to the becoming of humanity, can be seen in their purity only in the spiritual world; as they dwell within us, they are defiled by the forces of the physical-sensual world.

[ 11 ] Nun hatte nach Anschauung der Essäer - und das ist natürlich auf einem gewissen Gebiet der Erkenntnis absolut richtig — ein jeder Mensch, der damals lebte, alles das in sich, was in vorausgegangenen Zeiten in die menschliche Seele hineingekommen war an Verunteinigungen, was den freien Blick auf das geistige Wesen trübte, das jene charakterisierte Anlage in Abraham gelegt hatte. Es mußte demnach eine jede Essäerseele sich reinigen von dem, was in die Anlage hineingekommen war und was sozusagen den Blick auf jenes Wesen trübte, das im Blute dieser Generationen wohnte; erst dann konnte es richtig geschaut werden. Alle Reinigungen seelischer Art, alle Exerzitien des Essäers waren darauf berechnet, die Seele frei zu bekommen von den durch die Generationen herunter vererbten Einflüssen und vererbten Merkmalen, welche den Blick auf das den Abraham inspirierende geistige Wesen trüben konnten; denn der Mensch hat ja nicht bloß sein innerstes geistig-seelisches Wesen in sich, sondern er hat es getrübt und verunreinigt in sich durch die vererbten Merkmale.

[ 11 ] Now, according to the Essenes’ view—and this is, of course, absolutely correct in a certain realm of knowledge—every person living at that time carried within themselves all the defilements that had entered the human soul in previous times, defilements that clouded the clear view of the spiritual being who had laid that characteristic disposition within Abraham. Every Essene soul therefore had to purify itself of what had entered that predisposition and what, so to speak, clouded the view of that being dwelling in the blood of these generations; only then could it be truly seen. All spiritual purifications, all the Essene exercises, were designed to free the soul from the influences and inherited traits passed down through the generations, which could cloud the view of the spiritual being that inspired Abraham; for man does not merely possess his innermost spiritual-soul being within himself, but he has clouded and defiled it within himself through inherited characteristics.

[ 12 ] Nun ist es ein geisteswissenschaftliches Gesetz, das die Essäer vorzugsweise durch ihre Forschung und ihr hellseherisches Anschauen erfüllen konnten: daß der Einfluß der Vererbung erst wirklich aufhört, wenn man durch zweiundvierzig Stufen hindurch in der Ahnenreihe aufsteigt. Dann erst hat man alles aus seiner Seele herausgeworfen,wenn man diese zweiundvierzig Stufen hinaufsteigt. Das heißt, man ererbt etwas vom Vater und von der Mutter, etwas von Großvater und Großmutter und so weiter. Immer weniger aber hat man von dem in sich, was durch Vererbung an Verunreinigungen des inneren Wesens entstanden ist, je weiter man in der Ahnenreihe hinaufsteigt, und nichts mehr hat man, wenn man dutch zweiundvierzig Generationen hindurch aufsteigt. Da verliert sich der Einfluß der Vererbung. Daher waren die Reinigungen der Essäer darauf berechnet, alles aus dem Inneren durch innere Exerzitien, durch sorgfältige Schulung herauszuarbeiten, was durch zweiundvierzig Generationen hindurch an Verunreinigungen in die Seele hineingekommen war. Deshalb mußte jeder Essäer schwere innere Exerzitien, schwere mystische Wege durchmachen; die führten ihn durch zweiundvierzig Stufen dazu, seine Seele zu reinigen. In der Tat waren es zweiundvierzig genau definierbare Stufen, die er in sich durchmachen mußte; dann wußte er sich frei von allen Einflüssen der Sinnenwelt, von allem, was durch Vererbung an Verunreinigung seines inneren Wesens entstanden war.

[ 12 ] Now, there is a spiritual law that the Essenes were able to fulfill primarily through their research and clairvoyant insight: that the influence of heredity only truly ceases when one ascends through forty-two generations in the ancestral line. Only then has one cast everything out of one’s soul, when one ascends these forty-two stages. That is to say, one inherits something from the father and the mother, something from the grandfather and grandmother, and so on. But the further one ascends in the ancestral line, the less one has within oneself of the impurities of the inner being that have arisen through heredity, and one has nothing left when one ascends through forty-two generations. There the influence of heredity is lost. Therefore, the purifications of the Essenes were designed to work out from within, through inner exercises and careful training, everything that had entered the soul as impurities over the course of forty-two generations. That is why every Essene had to undergo severe inner exercises, severe mystical paths; which led him through forty-two stages to purify his soul. In fact, there were exactly forty-two clearly defined stages that he had to undergo within himself; then he knew himself to be free from all influences of the sensory world, from everything that had arisen through heredity as a defilement of his inner being.

[ 13 ] So stieg der Essäer hinauf durch zweiundvierzig Stufen so weit, daß er seine innerste Wesenheit, den Zentralkern seines Wesens verwandt fühlte mit dem Göttlich-Geistigen. Deshalb sagte er sich: Ich steige bis zu dem Gotte hinauf, auf den es mir ankommt, indem ich diese zweiundvierzig Stufen durchmache. Es hatte der Essäer eine gute Anschauung davon, wie man zu einem noch nicht in die Materie untergetauchten Gotteswesen aufsteigt. Er kannte den Weg hinauf. Das wußte er aus eigener Erfahrung. Unter all denen, die damals auf der Erde lebten, waren die Therapeuten und Essäer die einzigen, die mit Bezug auf ein solches Ereignis, wie es das Abraham-Ereignis war, das Richtige wußten. Sie wußten es, insofern es auf die Vererbung durch die Generationen ankommt. Sie wußten: Will man hinaufsteigen zu einem Wesen, das in die Vererbungslinie hineingekommen ist, und will man an dem Ort ankommen, wo es noch nicht in die Materie untergetaucht ist, dann muß man durch zweiundvierzig Stufen, die den zweiundvierzig Generationen entsprechen, hinaufsteigen, dann findet man es. Aber die Essäer kannten noch etwas anderes. Sie wußten: Ebenso wie der Mensch durch zweiundvierzig Stufen, welche die Entsprechungen sind der zweiundvierzig Generationen, hinaufsteigen muß, um zu diesem göttlichen Wesen zu kommen, so muß dieses göttliche Wesen, wenn es bis in das menschliche Blut hinunterdringen will, durch zweiundvierzig Stufen hinuntersteigen, muß also den umgekehrten Weg machen. Braucht der Mensch zweiundvierzig Stufen, um zu dem Gotte hinaufzusteigen, so braucht der Gott zweiundvierzig Stufen, um herunterzusteigen, um Mensch unter Menschen zu werden.

[ 13 ] Thus the Essene ascended forty-two steps until he felt his innermost being, the central core of his essence, to be akin to the Divine-Spiritual. Therefore, he said to himself: I ascend to the God who matters to me by passing through these forty-two steps. The Essene had a clear understanding of how to ascend to a divine being not yet immersed in matter. He knew the path upward. He knew this from his own experience. Among all those living on Earth at that time, the Therapeuts and Essenes were the only ones who knew the truth regarding an event such as the Abraham event. They knew it insofar as it pertains to inheritance through the generations. They knew: If one wishes to ascend to a being that has entered the line of inheritance, and if one wishes to arrive at the place where it has not yet descended into matter, then one must ascend through forty-two stages, corresponding to the forty-two generations; then one will find it. But the Essenes knew something else as well. They knew: Just as a human being must ascend through forty-two steps, which correspond to the forty-two generations, in order to reach this divine being, so must this divine being, if it wishes to descend into human blood, descend through forty-two steps—that is, take the reverse path. If man needs forty-two steps to ascend to God, then God needs forty-two steps to descend, to become a human among humans.

[ 14 ] So lehrten die Essäer. Und so lehrte vor allen Dingen unter den Essäern Jeshu ben Pandira unter dem Einfluß des ihn inspirierenden Bodhisattva. Daher war es eine Essäerlehre, daß jenes Wesen, welches den Abraham dazu inspiriert hatte, daß er den Gotteskeim in die eigene Organisation aufnahm, zweiundvierzig Generationen brauchte, um bis zur vollen Menschlichkeit herunterzusteigen.

[ 14 ] This is what the Essenes taught. And this is what Jeshu ben Pandira taught above all else among the Essenes, under the influence of the Bodhisattva who inspired him. Therefore, it was an Essene teaching that the being who had inspired Abraham to incorporate the divine seed into his own organization required forty-two generations to descend to full humanity.

[ 15 ] Wenn wir das wissen, kennen wir jetzt auch die Quelle, aus der die Erkenntnis geflossen ist für den Schreiber des Matthäus-Evangeliums, daß er gerade diese zweiundvierzig Generationen aufgesucht hat. Und Jesus, der Sohn des Pandira, war es, der die Essäer vor allem auf eines aufmerksam machte. Er lebte in einem Jahrhundert, bevor es möglich war, daß die zweiundvierzig Generationen da waren; denn sie waren erst nach einem Jahrhundert möglich. Er machte die Essäer darauf aufmerksam, daß sie den Weg durch die zweiundvierzig Stufen nur bis zu einem gewissen Grade erst durchmachen konnten, wo sie an Historisches anknüpfen können, und ihn von da ab nur durch die Gnade von oben weiter durchmachen konnten, daß aber die Zeit eintreten würde, wo dies ein natürliches Ereignis sein wird, wo ein Mensch geboren werden wird, der in sich die Möglichkeit haben wird, mit seinem eigenen Blut so weit hinaufzusteigen, daß jene göttliche Kraft zu ihm heruntersteigen kann, die er braucht, um den ganzen Geist des hebräischen Volkes, den Jahvegeist, in dem Blut des hebräischen Volkes zur Manifestation zu bringen. Daher lehrte Jeshu ben Pandira: Soll Zarathustra, der Bringer des Ahura Mazdao, sich in einem Menschenleib inkarnieren, so ist das nur möglich, wenn dieser Menschenleib so zubereitet ist, daß das ihn erfüllende göttlich-geistige Wesen durch zweiundvierzig Generationen heruntergestiegen ist.

[ 15 ] Now that we know this, we also know the source from which the writer of the Gospel of Matthew drew the insight that led him to focus specifically on these forty-two generations. And it was Jesus, the son of Pandira, who drew the Essenes’ attention to one thing above all else. He lived in a century before it was possible for the forty-two generations to exist; for they were only possible after a century had passed. He drew the Essenes’ attention to the fact that they could only go through the path of the forty-two stages to a certain extent—up to the point where they could connect with historical events—and from there onward could only continue through it by grace from above; but that the time would come when this would be a natural event, when a human being would be born who would have within himself the capacity to ascend so far with his own blood that the divine power he needs may descend to him, enabling him to bring the entire spirit of the Hebrew people—the spirit of Yahweh—to manifestation in the blood of the Hebrew people. Therefore, Jeshu ben Pandira taught: If Zarathustra, the Bringer of Ahura Mazdao, is to incarnate in a human body, this is possible only if that human body is so prepared that the divine-spiritual being filling it has descended through forty-two generations.

[ 16 ] Damit haben wir darauf hingewiesen, wie aus den Essäergemeinden herausgeflossen ist der Quell zu jener Generationenlehre, mit der gleich das Matthäus-Evangelium beginnt. Wenn wir diese Tatsachen vollständig verstehen wollen, müssen wir allerdings noch auf etwas Tieferes der ganzen Angelegenheit hinweisen.

[ 16 ] We have thus pointed out how the source of the doctrine of generations, with which the Gospel of Matthew begins, originated in the Essene communities. If we wish to fully understand these facts, however, we must point to something even deeper at the heart of the matter.

[ 17 ] Alles, was mit der menschlichen Evolution, mit der menschlichen Entwickelung zusammenhängt, tritt uns sozusagen von zwei Seiten entgegen - einfach dadurch, daß der Mensch ein zweigespaltenes Wesen ist. Wenn uns der Mensch während seines Tagesbewußtseins entgegentritt, sind die vier Glieder seines Wesens miteinander verbunden, und wir können nicht gleich unterscheiden, wie er ein zweigespaltenes Wesen ist. Aber in der Nacht, wo wir ja auch die ganze menschliche Wesenheit vor uns haben, haben wir deutlich diese menschliche Wesenheit in zwei Teile gespalten: in das, was in der physischen Welt zurückbleibt als physischer Leib und Ätherleib, und in das, was herausdringt aus physischem Leib und Ätherleib als astralischer Leib und Ich. Aus diesen zwei Teilen ist der Mensch gleichsam zusammengefügt. Solange wir reden von dem, wodurch der Mensch in die physische Welt hineingehört, können wir eigentlich nur sprechen von physischem Leib und Ätherleib. Alles, was menschliche Verrichtungen, was Angelegenheiten in der physischen Welt sind, geht nur den physischen und den Ätherleib an, obwohl während des Tagwachens die übrigen Glieder daran beteiligt sind. Während des Tagwachens wirkt der Mensch vom Ich und astralischen Leib aus in die beiden anderen Glieder hinein; während des Schlafes überläßt er sie sich selbst. In Wahrheit aber beginnen im Augenblick, wo der Mensch einschläft, aus dem Weltenraum, aus dem Kosmos heraus die Kräfte und Wesenheiten zu wirken und das zu durchdringen, was der Mensch verlassen hat, so daß wir es in der Tat zu tun haben mit einem fortgehenden Einfluß vom Kosmos auf den physischen Leib und Ätherleib des Menschen. Aber was von uns im Bette liegen bleibt, und was die Außenseite unseres Wesens ist, nämlich physischer Leib und Ätherleib, das ist eigentlich beschlossen innerhalb zweiundvierzig Generationen; da vererbt es sich. Wenn wir also bei der ersten Generation beginnen und alles nehmen, was da dem physischen Wesen angehört, und durch zweiundvierzig Generationen weitergehen, so finden wir nach zweiundvierzig Generationen nichts mehr von dem, was die wesentlichsten Anlagen waren beim ersten Gliede. Also in sechs mal sieben Generationen liegt das beschlossen, was eigentlich weset und kraftet in einem uns vorliegenden physischen Leibe und Ätherleibe eines Menschen. Alles, was wir in diesen zwei Leibern an vererbten Merkmalen finden können, müssen wir suchen bei den Vorfahren, aber nur im Verlaufe von zweiundvierzig Generationen. Kommen wir weiter hinauf, so finden wir nichts mehr davon; alles, was einer früheren Generation angehört, ist verschwunden. Wenn wir also die äußere Seite einer menschlichen Wesenheit betrachten, finden wir die sie durchsetzende Kraft gebunden an zweiundvierzig Generationen.

[ 17 ] Everything connected with human evolution and human development approaches us, so to speak, from two sides—simply because human beings are dual beings. When we encounter the human being in their waking consciousness, the four members of their being are connected with one another, and we cannot immediately discern how they are a dual being. But at night, when we have the whole human being before us, we clearly see this human being divided into two parts: into that which remains in the physical world as the physical body and the etheric body, and into that which emerges from the physical body and the etheric body as the astral body and the I. The human being is, as it were, composed of these two parts. As long as we speak of what makes the human being belong to the physical world, we can really only speak of the physical body and the etheric body. Everything that constitutes human activities, everything that pertains to affairs in the physical world, concerns only the physical and etheric bodies, although during waking hours the other members are involved in them. During waking hours, the human being acts from the ego and the astral body into the other two members; during sleep, he leaves them to their own devices. In truth, however, the moment a person falls asleep, forces and beings begin to act from outer space, from the cosmos, and to permeate what the person has left behind, so that we are in fact dealing with a continuous influence from the cosmos upon the human physical and etheric bodies. But what remains of us in bed, and what constitutes the outer aspect of our being—namely, the physical body and the etheric body—is actually determined within forty-two generations; it is inherited there. So if we begin with the first generation and take everything that belongs to the physical being there, and proceed through forty-two generations, we find after forty-two generations nothing more of what were the most essential predispositions in the first link. Thus, in six times seven generations, what actually constitutes the essence and power of a human being’s physical and etheric bodies before us is determined. Everything we can find in these two bodies in terms of inherited characteristics, we must seek in the ancestors, but only within the span of forty-two generations. If we go further back, we find nothing of it; everything belonging to an earlier generation has vanished. Thus, when we consider the outer aspect of a human being, we find the force permeating it bound to forty-two generations.

[ 18 ] Die menschliche Entwickelung in der Zeit gründet sich so auf ein Zahlenverhältnis. Betrachten wir dieses Zahlenverhältnis einmal genauer; es ist wichtig, daß wir es ins Auge fassen. Betrachten wir es, wie es eigentlich betrachtet sein will, wenn wir gerade die Geschlechterfolge im Matthäus-Evangelium verstehen wollen.

[ 18 ] Human development over time is thus based on a numerical ratio. Let us examine this numerical ratio more closely; it is important that we take a close look at it. Let us consider it as it truly deserves to be considered, especially if we wish to understand the genealogy in the Gospel of Matthew.

[ 19 ] Alles, was den physischen Leib betrifft, ist an zweiundvierzig Generationen gebunden, aus dem Grunde, weil alles, was an Zeitentwickelung gebunden ist, was die Zeit betrifft, an die Siebenzahl gebunden ist. Daher ist auch die Entwickelung hinauf über die physisch vererbten Merkmale bei den Essäern an die Siebenzahl gebunden gewesen. Ein Essäer sagte sich: Du hast durchzumachen sechs mal sieben, das sind zweiundvierzig Stufen; dann kommst du hinauf zu den nächsten sieben Stufen, die also die Vollendung der Siebenzahl, die sieben mal sieben = neunundvierzig Stufen ergeben. Was jedoch über den zweiundvierzig Stufen liegt, ist nicht mehr zu rechnen zu den Kräften und Wesenheiten, welche im physischen und im Ätherleibe wirksam sind. Es wird zwar die ganze Evolution des physischen Leibes und des Ätherleibes erst vollendet wirklich nach dem Gesetz der Siebenzahl, nach sieben mal sieben Generationen ; aber für die letzten sieben Generationen ist schon eine vollständige Umwandelung erreicht; da ist von den ersten Generationen nichts mehr vorhanden. Was also für uns in Betracht kommt, haben wir zu suchen innerhalb von sechs mal sieben. Wenn aber die Siebenzahl voll wird, haben wir etwas vor uns, was schon als etwas Neues anzuerkennen ist. Bei jenem Gebiet, in das man nach den zweiundvierzig Generationen hineinkommt, hat man es nicht mehr mit einem menschlichen, sondern mit einem übermenschlichen Dasein zu tun. Wir unterscheiden also sechs mal sieben Generationen, die durchaus an die Erde sich halten, und was darüber ist, die Siebenmalsieben, das führt schon über die Erde hinaus; das ist die Frucht für die geistige Welt. Nach der Sechsmalsieben geht die Frucht auf, die dann bei der Siebenmalsieben für die geistige Welt herauskommt.

[ 19 ] Everything pertaining to the physical body is bound to forty-two generations, for the reason that everything bound to temporal development—that is, everything pertaining to time—is bound to the number seven. Therefore, the development beyond the physically inherited characteristics among the Essenes was also bound to the number seven. An Essene would say to himself: You must pass through six times seven, that is, forty-two stages; then you ascend to the next seven stages, which thus constitute the completion of the number seven, resulting in seven times seven = forty-nine stages. However, what lies beyond the forty-two steps can no longer be counted among the forces and beings active in the physical and etheric bodies. Although the entire evolution of the physical and etheric bodies is truly completed according to the law of the number seven, after seven times seven generations; a complete transformation has already been achieved for the last seven generations; nothing remains there of the first generations. What is therefore relevant to us must be sought within six times seven. But when the number seven is fulfilled, we are faced with something that must already be recognized as something new. In that realm one enters after the forty-two generations, one is no longer dealing with a human but with a superhuman existence. We thus distinguish between six times seven generations, which are thoroughly bound to the earth, and what lies beyond that—the seven times seven—which already leads beyond the earth; that is the fruit for the spiritual world. After the six times seven, the fruit blossoms, which then emerges for the spiritual world at the seven times seven.

[ 20 ] Deshalb sagten sich gleichsam diejenigen, von denen das MatthäusEvangelium ausgegangen ist: Es mußte die physische Leiblichkeit, deren sich Zarathustra bediente, so reif sein, daß sie nach den zweiundvierzig Generationen schon am Beginne der Vergeistigung, der Vergottung steht, schon am Beginne dessen steht, wo sie der Deificatio anheimfallen mußte. - Sie fällt also da schon in den Beginn der dreiundvierzigsten Generation hinein, tritt sie aber nicht an, sondern läßt sich jetzt von einer anderen Wesenheit durchsetzen, von jener Wesenheit, die als der Geist des Zarathustra sich auf der Erde verkörpert als Jesus von Nazareth. So war durch die Erfüllung des Zahlengeheimnisses alles geschehen, was der Zarathustra-Seele in dem Jesus von Nazareth den angemessensten Leib, das angemessenste Blut geben konnte. Alles, was sich bezieht auf physischen Leib und Ätherleib, ist dadurch für die Evolution der Menschheit zubereitet gewesen.

[ 20 ] That is why those from whom the Gospel of Matthew originated said, as it were: The physical corporeality of which Zarathustra made use had to be so mature that, after the forty-two generations, it already stood at the beginning of spiritualization, of deification, already at the beginning of that point where it was bound to succumb to deificatio. - Thus it already falls into the beginning of the forty-third generation, but does not enter it; instead, it now allows itself to be permeated by another being, by that being who, as the spirit of Zarathustra, incarnates on earth as Jesus of Nazareth. Thus, through the fulfillment of the mystery of the numbers, everything had come to pass that could provide the Zarathustra soul, in Jesus of Nazareth, with the most fitting body and the most fitting blood. Everything pertaining to the physical body and the etheric body had thereby been prepared for the evolution of humanity.

[ 21 ] Nun aber sind in einem Menschen, also auch in demjenigen, der der Träger für die Christus-Wesenheit werden sollte, nicht bloß physischer Leib und Ätherleib vorhanden, sondern auch noch astralischer Leib und Ich. Es mußte also nicht bloß alles getan werden für die entsprechende Zubereitung des physischen Leibes und des Ätherleibes, sondern es mußte ebenso alles getan werden für die entsprechende Zubereitung des astralischen Leibes und des Ich. Dies konnte für ein so großes Ereignis zunächst nicht an einer Persönlichkeit bewirkt werden, sondern es mußte an zwei Persönlichkeiten geschehen. Der physische Leib und der Ätherleib wurden zubereitet bei der Persönlichkeit, von der das Matthäus-Evangelium zunächst erzählt. Und astralischer Leib und Ich wurden zubereitet bei der Persönlichkeit, die wir vom LukasEvangelium her kennen als den nathanischen Jesus. Das ist für die ersten Jahre eine andere Persönlichkeit. Während der Jesus des Matthäus-Evangeliums den entsprechenden physischen und Ätherleib bekam, sollte der Jesus des Lukas-Evangeliums bekommen den entsprechenden astralischen Leib und den entsprechenden Ich-Träger. Wie konnte das letztere geschehen?

[ 21 ] Now, however, a human being—and thus also the one who was to become the vessel for the Christ-being—possesses not only a physical body and an etheric body, but also an astral body and an I. Therefore, it was not enough to do everything necessary for the proper preparation of the physical body and the etheric body; everything also had to be done for the proper preparation of the astral body and the I. For such a great event, this could not initially be accomplished in a single personality, but had to be accomplished in two personalities. The physical body and the etheric body were prepared in the personality of whom the Gospel of Matthew first tells. And the astral body and the I were prepared in the personality whom we know from the Gospel of Luke as the Nathanic Jesus. This is a different personality for the early years. While the Jesus of the Gospel of Matthew received the corresponding physical and etheric bodies, the Jesus of the Gospel of Luke was to receive the corresponding astral body and the corresponding I-bearer. How could the latter have happened?

[ 22 ] Wir sahen, daß die Kräfte der zweiundvierzig Generationen in einer ganz bestimmten Weise zubereitet werden mußten, damit die Glieder zustande kamen, die notwendig waren für den Jesus des MatthäusEvangeliums. Es mußten aber auch astralischer Leib und Ich zubereitet werden, damit sie dann später in entsprechender Weise zusammenkommen konnten. Wie sie zusammenkommen konnten, darüber werden wir noch sprechen. — Bei dem Jesus des Lukas-Evangeliums mußten also auch entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Betrachten wir dazu das Wesen des Schlafzustandes. Es ist eine Fabel, sagte ich, die aus den Angaben des niederen Hellsehens herrührt, daß in der Nebelwolke, die in der Nähe des physischen Leibes und des Ätherleibes des schlafenden Menschen schwebt, die ganze astralische und Ich-Wesenheit des Menschen enthalten ist. Denn es ist in der Tat so, daß der Mensch, wenn er im Schlafzustande herausgeht aus physischem Leib und Ätherleib, in Wahrheit ergossen ist, ausgedehnt ist in den ganzen Kosmos, in das, was zu unserem Kosmos gehört. Das ist ja auch das Geheimnis unseres Schlafes, daß wir uns aus der Sternenwelt - daher reden wir von dem astralischen Leib, der über die Welt der Sterne ausgegossen ist - herausholen die reinsten Kräfte aus dem ganzen Kosmos, die wir dann beim Aufwachen, wenn wir wieder untertauchen müssen in den physischen Leib und Ätherleib, uns mitbringen. Da dringen wir aus dem Schlaf heraus, gestärkt und gekräftigt durch alles, was wir einsaugen können aus dem ganzen Kosmos.

[ 22 ] We saw that the forces of the forty-two generations had to be prepared in a very specific way so that the members necessary for the Jesus of the Gospel of Matthew could come into being. But the astral body and the I also had to be prepared so that they could later come together in the appropriate manner. We will speak later about how they were able to come together. — So, for the Jesus of the Gospel of Luke, corresponding preparations also had to be made. Let us consider the nature of the state of sleep. It is a fable, I said, stemming from the data of lower clairvoyance, that the entire astral and I-being of the human being is contained in the cloud of mist that hovers near the physical body and the etheric body of the sleeping person. For it is indeed the case that when a human being, in the state of sleep, steps out of the physical body and the etheric body, is in truth poured out, expanded into the entire cosmos, into that which belongs to our cosmos. That is indeed the mystery of our sleep: that we draw from the world of the stars—hence we speak of the astral body, which is poured out over the world of the stars—the purest forces from the entire cosmos, which we then bring with us upon waking, when we must once again submerge into the physical and etheric bodies. There we emerge from sleep, strengthened and invigorated by everything we can absorb from the entire cosmos.

[ 23 ] Wenn der Mensch nun heute - und ähnlich war es auch zur Zeit des Christus Jesus - im höheren Sinne hellsichtig wird, was muß dann mit ihm geschehen? Im heutigen normalen Zustande wird der Mensch unbewußt, wenn er mit seinem astralischen Leibe und seinem Ich herausdringt aus physischem Leib und Ätherleib. Das hellseherische Bewußtsein muß aber in die Lage gebracht werden, mit Außergebrauchsetzung von physischem Leib und Ätherleib, bloß mit den Instrumenten des astralischen Leibes und des Ich zu schauen. Dann wird das hellseherische Bewußtsein teilhaftig der Welt der Sterne und nimmt wahr, was darinnen ist; es sieht nicht nur hinein, sondern es steigt hinein in die Welt der Sterne. Ganz ähnlich, wie das Essäerbewußtsein hinaufsteigt durch die Zeitenfolge, der die Siebenzahl zugrunde liegt, so muß der Mensch die Stufen durchmachen, die es ihm ermöglichen, den Weltenraum hellseherisch wahrzunehmen.

[ 23 ] If a person today—as was also the case in the time of Christ Jesus—becomes clairvoyant in the higher sense, what must then happen to them? In today’s normal state, a person loses consciousness when they step out of their physical and etheric bodies with their astral body and their I. But the clairvoyant consciousness must be enabled to see, with the physical and etheric bodies set aside, using only the instruments of the astral body and the I. Then the clairvoyant consciousness becomes part of the world of the stars and perceives what is within it; it not only looks into it, but ascends into the world of the stars. Just as the Essene consciousness ascends through the sequence of time based on the number seven, so must the human being pass through the stages that enable him to perceive the cosmos clairvoyantly.

[ 24 ] Nun habe ich schon öfter angedeutet, worinnen die Gefahren liegen sowohl für die Entwickelung nach der einen Seite, wie auch für die Entwickelung nach der anderen Seite. Im Grunde ist es bei den Essäern ein Hineinsteigen in den physischen Leib und Ätherleib gewesen, um in dem Dutchgange durch die zweiundvierzig Generationen den Gott zu finden. Es ist bei ihnen so gewesen, wie wenn ein Mensch, der aufwacht, die Welt nicht um sich herum sähe, sondern hineintauchte in den physischen Leib und Ätherleib, um deren Kräfte zu schauen, also sein Äußeres von innen wahrzunehmen. Der Mensch steigt beim Aufwachen nicht bewußt in den physischen und Ätherleib hinunter. Davor ist er dadurch bewahrt, daß ihm im Moment des Aufwachens sein Bewußtsein abgelenkt wird auf die Umgebung und nicht sich richtet auf die Kräfte des physischen und des Ätherleibes. Das war nun das Wesentliche bei den Essäern, daß sie alle Kräfte, die aus den zweiundvierzig Generationen herrührten, wahrnehmen lernten; daß sie absehen lernten von dem, was der Blick in der Außenwelt findet, und untertauchen lernten in den eigenen physischen Leib und Ätherleib und dort sahen, was lebte im Sinne des Geheimnisses von Sechsmalsieben, von zweiundvierzig Generationen.

[ 24 ] I have already hinted on several occasions at the dangers involved in development in one direction as well as in the other. Essentially, for the Essenes, it was a descent into the physical and etheric bodies in order to find God through the passage through the forty-two generations. It was as if a person, upon waking, did not see the world around them, but instead plunged into the physical and etheric bodies to observe their forces—that is, to perceive their outer self from within. When waking up, a person does not consciously descend into the physical and etheric bodies. They are spared this because, at the moment of waking, their consciousness is directed toward their surroundings and does not focus on the forces of the physical and etheric bodies. This was the essential point with the Essenes: that they learned to perceive all the forces stemming from the forty-two generations; that they learned to look beyond what the gaze finds in the outer world, and to immerse themselves in their own physical and etheric bodies, where they saw what lived in the sense of the mystery of six times seven, of forty-two generations.

[ 25 ] In ähnlicher Weise muß der Mensch sich hinaufleben, wenn er in den Kosmos hinaufsteigen will, wenn er kennenlernen will, was dem ganzen Kosmos als Geheimnisse zugrunde liegt. Das ist mächtiger. Wenn der Mensch hinuntersteigt in das eigene Innere, ist er nur der Gefahr ausgesetzt, daß er ergriffen wird von all den Kräften des eigenen Inneren, von den Begierden, Leidenschaften und allem, was auf dem Grund der Seele ist, worauf ja der Mensch gewöhnlich nicht achtet, wovon er gar nichts ahnt, denn für gewöhnlich wird er durch die äußere Erziehung abgehalten, diese Kräfte kennenzulernen. Er hat gar nicht die Möglichkeit, sich von ihnen ergreifen zu lassen, denn es wird ja der Blick gleich abgelenkt durch das Auftauchen der Außenwelt beim Aufwachen. Während also beim Hinuntersteigen in das eigene Innere die Gefahr vorhanden ist, daß man sozusagen ergriffen wird von den niedersten Trieben und egoistischsten Kräften seiner eigenen Natur, so ist eine andere Gefahr dann vorhanden, wenn man erlebt das Sich-Ausbreiten über den ganzen Kosmos. Und diese Gefahr kann man nicht genauer charakterisieren, als daß man sagt: Wer diesen Moment erlebt, wo er nicht in die Unbewußtheit hineinschläft, sondern so bewußt einschläft, daß er in seinem astralischen Leib und seinem Ich ein Instrument hat, um die geistige Welt wahrzunehmen, für den ist die Gefahr, welche ihn da überkommt, etwas wie eine gewaltige Blendung, wie wenn der Mensch den Sonnenstrahlen gegenüberträte. Geblendet ist er von der gewaltigen Größe und vor allem von dem ungeheuer Verwirtenden der Eindrücke.

[ 25 ] In a similar way, a person must rise within themselves if they wish to ascend into the cosmos, if they wish to discover the mysteries that underlie the entire cosmos. This is more powerful. When a person descends into their own inner self, they are only exposed to the danger of being overwhelmed by all the forces within themselves—by desires, passions, and everything that lies at the bottom of the soul—things to which a person usually pays no attention, of which they have no inkling, for they are usually prevented by their external upbringing from getting to know these forces. They have no opportunity at all to be seized by them, for their gaze is immediately diverted by the emergence of the external world upon waking. So while there is a danger in descending into one’s own inner self—that one might, so to speak, be seized by the basest instincts and most selfish forces of one’s own nature—there is another danger when one experiences spreading out over the entire cosmos. And this danger cannot be characterized more precisely than by saying: For those who experience this moment—where they do not fall asleep into unconsciousness, but fall asleep so consciously that they have, in their astral body and their ego, an instrument for perceiving the spiritual world—the danger that overcomes them is something like a tremendous glare, as if a person were facing the sun’s rays. They are dazzled by the immense magnitude and, above all, by the overwhelming confusion of impressions.

[ 26 ] Wie man nun die Stufen, die der Mensch in Essäerweise durchzumachen hatte, um erkennen zu lernen alles, was von vererbten Merkmalen im physischen Leibe und Ätherleibe war, zu bezeichnen hat durch das Zahlengeheimnis von Sechsmalsieben, so gibt es auch ein Zahlengeheimnis, welches darstellt, wie der Mensch zur Erkenntnis der kosmischen Geheimnisse kommt, der Geheimnisse der großen Welt. Am besten kann man diesem Geheimnis wieder dadurch nahekommen, daß man sich dessen bedient, was draußen im Kosmos an Bewegungen und Konstellationen, an Ausdrucksformen in den Sternen von selber vorhanden ist, was gleichsam in die Sterne eingeschrieben ist. - Wie man durch sechs mal sieben Stufen zu den Geheimnissen des menschlichen Inneren vordringt, so gelangt man durch zwölf mal sieben, also vierundachtzig Stufen hinauf zu den geistigen Geheimnissen des Weltenraumes. Wenn man solche zwölf mal sieben = vierundachtzig Stufen durchgemacht hat, kommt man an den Punkt, wo das Labyrinth dieser geistigen Weltenkräfte nicht mehr blendend ist, wo der Mensch wirklich die Ruhe gewonnen hat, sich auszukennen in diesem gewaltigen Labyrinth, wo dieses Labyrinth durchschaut wird. Das lehrten wieder in einem gewissen Sinne die Essäer.

[ 26 ] Just as the stages that human beings had to undergo in an Essene manner in order to learn to recognize all that was of inherited characteristics in the physical and etheric bodies must be designated by the numerical mystery of six times seven, so there is also a numerical mystery that represents how human beings come to the knowledge of the cosmic mysteries, the mysteries of the great world. The best way to approach this mystery is again by making use of what is naturally present out there in the cosmos in terms of movements and constellations, in terms of forms of expression in the stars—what is, as it were, inscribed in the stars. - Just as one advances through six times seven steps to the mysteries of the human inner being, so does one ascend through twelve times seven—that is, eighty-four steps—to the spiritual mysteries of the cosmos. Once one has passed through these twelve times seven = eighty-four steps, one reaches the point where the labyrinth of these spiritual world forces is no longer dazzling, where the human being has truly gained the composure to find one’s way in this vast labyrinth, where this labyrinth is seen through. This, too, was taught in a certain sense by the Essenes.

[ 27 ] Wenn der Mensch in diesem geschilderten Sinne hellseherisch wird, dann gießt er sich aus beim Einschlafen in etwas, was sich ausdrückt in dem Zahlengeheimnis von Zwölfmalsieben. Aber bei dem, was das Zwölftemalsieben ist, ist er schon im Geistigen drinnen: denn wenn er die Elfmalsieben vollendet hat, ist er schon an die Grenze der Geheimnisse gelangt. Wie die Siebenmalsieben schon im Geistigen darinnen ist, so ist auch die Zwölfmalsieben schon im Geistigen darinnen. Will der Mensch diesen Weg durchmachen, so braucht er, um anzukommen im Geistigen, elf mal sieben Stufen, das heißt, es muß der Mensch im astralischen Leibe und Ich elf mal sieben Stufen durchmachen. Das wird ausgedrückt in der Sternenschrift, indem man die Siebenzahl hernimmt von der Siebenzahl der Planeten, und das, was man durchzumachen hat im Weltenraum, hernimmt von der Zwölfzahl der Sternbilder des Tierkreises. Wie sich innerhalb der zwölf Sternbilder konstellieren die sieben Planeten und die Sternbilder bedecken, so hat der Mensch durchzumachen, wenn er sich hineinlebt in den Weltenraum, sieben mal zwölf beziehungsweise sieben mal elf Stufen, bis er ankommt im Geistigen.

[ 27 ] When a person becomes clairvoyant in the sense described here, they pour themselves out as they fall asleep into something that is expressed in the numerical mystery of twelve times seven. But with what the twelve times seven represents, they are already within the spiritual realm: for when they have completed the eleven times seven, they have already reached the boundary of the mysteries. Just as the seven times seven is already within the spiritual realm, so too is the twelve times seven already within the spiritual realm. If a person wishes to traverse this path, they need eleven times seven steps to arrive in the spiritual realm; that is, the person must pass through eleven times seven steps in the astral body and the I. This is expressed in the star script by taking the number seven from the seven planets, and what one must go through in outer space from the twelve constellations of the zodiac. Just as the seven planets are constellated within the twelve constellations and the constellations cover them, so must the human being, when entering into the cosmos, pass through seven times twelve or seven times eleven stages until they arrive in the spiritual realm.

[ 28 ] So können Sie, wenn Sie sich ein Bild machen wollen, den Umkreis des Geistigen in den zwölf Sternbildern des Tierkreises sich denken und den Menschen selber in der Mitte darinnen. Nun ist das Geistige so ausgebreitet, daß er, wenn er es erreichen will, nicht etwa vom Mittelpunkt aus anfangen kann sich auszugießen, sondern er muß sich spiralförmig ausbreiten, indem er sich gleichsam in sieben Spiralwindungen dreht, und jedesmal, wenn er eine Spiralwindung durchmacht, alle zwölf Sternbilder passiert, so daß er sieben mal zwölf Punkte zu passieren hat. Der Mensch breitet sich allmählich spiralförmig in den Kosmos aus — das alles ist natürlich nur ein Sinnbild für das, was der Mensch erlebt -, und wenn er, so herumkreisend, das siebente Mal die zwölf Sternbilder durchmachen würde, wäre er beim Göttlich-Geistigen angelangt. Es ist dann so, daß der Mensch, anstatt von seinem Zentrum aus in den Kosmos hinauszublicken, dann von dem geistigen Umkreise, von den zwölf Punkten hereinblickt und das, was in der äußeren Welt ist, anschauen kann. Das muß man durchmachen, wenn man das sehen will, was in der Welt ist. Es genügt nicht, daß man sich auf einen Gesichtspunkt stellt, sondern man muß sich auf zwölf Gesichtspunkte stellen. Wer heraufdringen wollte zum Göttlich-Geistigen, mußte durch elf mal sieben Stufen durchgehen, mußte den astralischen Leib und das Ich durch elf mal sieben Stufen heraufführen. Wenn er an der Zwölfmalsieben ankam, war er im Geistigen darinnen.

[ 28 ] So, if you want to get a picture of this, you can imagine the sphere of the spiritual in the twelve constellations of the zodiac, with the human being himself at the center within it. Now the spiritual realm is so vast that, if humanity wishes to reach it, it cannot simply begin to pour out from the center; rather, it must spread out in a spiral, turning, as it were, in seven spiral turns, and each time it completes a spiral turn, it passes through all twelve constellations, so that it must pass through seven times twelve points. Humanity gradually spreads out in a spiral into the cosmos—all of this is, of course, merely a symbol of what humanity experiences—and if, circling in this way, it were to pass through the twelve constellations for the seventh time, it would have reached the Divine-Spiritual. It is then the case that, instead of looking out into the cosmos from his center, man looks in from the spiritual circumference, from the twelve points, and can observe what is in the outer world. One must go through this if one wishes to see what is in the world. It is not enough to take a single viewpoint; one must take twelve viewpoints. Whoever wished to ascend to the Divine-Spiritual had to pass through eleven times seven stages, had to lead the astral body and the ego upward through eleven times seven stages. When he reached the twelve times seven, he was within the Spiritual.

[ 29 ] In dieser Weise mußten astralischer Leib und Ich durch zwölf mal sieben beziehungsweise elf mal sieben Stufen durchgehen, wenn sie zum Göttlichen kommen wollten. Will das Göttliche herunterkommen und ein menschliches Ich geeignet machen, so muß es ebenso durch elf mal sieben Stufen heruntersteigen.

[ 29 ] In this way, the astral body and the ego had to pass through twelve times seven and eleven times seven stages, respectively, if they were to reach the Divine. If the Divine wishes to descend and prepare a human ego, it must likewise descend through eleven times seven stages.

[ 30 ] Wenn also das Lukas-Evangelium jene geistigen Kräfte schildern will, die den astralischen Leib und das Ich geeignet machten zum 'Träger des Christus, dann mußte es schildern, wie die göttlich-geistige Kraft durch elf mal sieben Stufen heruntersteigt. Das schildert uns wirklich das Lukas-Evangelium. Weil uns das Lukas-Evangelium jene andere Persönlichkeit schildert, für welche der astralische Leib und das Ich zubereitet wurden, schildert es uns nicht wie das Matthäus-Evangelium sechs mal sieben Generationen, sondern elf mal sieben Stufenfolgen, durch welche von Gott selber - das wird ausdrücklich im Lukas-Evangelium gesagt — heruntergeleitet wird, was in der Individualität des Jesus des Lukas-Evangeliums wohnte. Zählen Sie die Menschenstufen, die im Lukas-Evangelium angekündigt werden, durch welche die göttliche Kraft heruntergeleitet wird, so bekommen Sie siebenundsiebzig Stufen (Luk. 3, 23-38).

[ 30 ] If, then, the Gospel of Luke intends to describe the spiritual forces that made the astral body and the ego fit to be the ‘bearer of Christ,’ it had to describe how the divine-spiritual force descends through eleven times seven stages. This is indeed what the Gospel of Luke describes to us. Because the Gospel of Luke describes to us that other personality for whom the astral body and the ego were prepared, it does not describe to us, as the Gospel of Matthew does, six times seven generations, but rather eleven times seven successive stages through which—as is explicitly stated in the Gospel of Luke— — what dwelt in the individuality of the Jesus of the Gospel of Luke. If you count the human stages announced in the Gospel of Luke through which the divine power is channeled, you arrive at seventy-seven stages (Luke 3:23–38).

[ 31 ] Weil uns das Matthäus-Evangelium schildert das Geheimnis der Wirksamkeit in dem Herabsteigen jener göttlichen Kraft, welche physischen Leib und Ätherleib durchbildet, muß darin herrschen die Zahl Sechsmalsieben. Und es muß im Lukas-Evangelium, weil es uns schildert das Herabsteigen der göttlichen Kraft, die astralischen Leib und Ich umgestaltet, erscheinen die Zahl Elfmalsieben. Daran können wir sehen, aus welchen Tiefen diese Dinge hergenommen sind, wie in der Tat die Geheimnisse der Initiation, der Stufenfolge beim Hinunterdringen des Göttlich-Geistigen in eine menschliche Individualität und beim Hinausdringen in den Kosmos im Matthäus-Evangelium und im Lukas-Evangelium angegeben sind.

[ 31 ] Since the Gospel of Matthew describes to us the mystery of the power at work in the descent of that divine force which shapes the physical body and the etheric body, the number six times seven must prevail therein. And in the Gospel of Luke, because it describes the descent of the divine power that transforms the astral body and the I, the number eleven times seven must appear. From this we can see from what depths these things are drawn, just as the mysteries of initiation, the sequence of stages in the descent of the divine-spiritual into a human individuality and in the ascent into the cosmos, are indeed set forth in the Gospel of Matthew and the Gospel of Luke.

[ 32 ] Warum auch beim Lukas-Evangelium eine Generationenfolge zustande gekommen ist, und warum in der Zeit, als nur wenigen Menschen das Geheimnis von dem Christus Jesus gelehrt worden ist, mitgeteilt wurde, daß von Gott und von Adam bis herunter zu dem Jesus des Lukas-Evangeliums siebenundsiebzig Generationen vorhanden sind, davon wollen wir morgen weiter sprechen.

[ 32 ] Why a genealogy was also compiled for the Gospel of Luke, and why—at a time when only a few people had been taught the mystery of Christ Jesus—it was revealed that there are seventy-seven generations from God and Adam down to the Jesus of the Gospel of Luke, is a topic we will discuss further tomorrow.