Paths and Goals of Spiritual Man
GA 125
11 December 1910, Munich
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Wege und Ziele des geistigen Menschen, 2nd ed.
12. Karmische Wirkungen: Anthroposophie als Lebenspraxis
12. Karmische Wirkungen: Anthroposophie als Lebenspraxis
[ 1 ] Ich möchte heute auf einige anthroposophische Lebensfragen zu sprechen kommen und dann von diesen Lebensfragen aufsteigen, vom Alltäglichen zu dem Umfassenden, Prinzipiellen. Das soll der fruchtbarste Gewinn unseres Strebens sein, daß wir durch die Geisteswissenschaft das Leben in seiner Wahrheit, in seiner Wirklichkeit immer mehr und mehr beurteilen lernen, es so beurteilen lernen, wie uns diese Beurteilung selbst am tüchtigsten, am tatkräftigsten in das Leben hineinführen kann, wie sie uns hinstellen kann an den Platz, den wir auszufüllen haben nach unserem Karma, den wir auszufüllen haben nach dem, was unsere größere oder kleinere Mission in der Zeit ist, in der wir im irdischen Leibe verkörpert sind.
[ 1 ] Ich möchte heute auf einige anthroposophische Lebensfragen zu sprechen kommen und dann von diesen Lebensfragen aufsteigen, vom Alltäglichen zu dem Umfassenden, Prinzipiellen. Das soll der fruchtbarste Gewinn unseres Strebens sein, daß wir durch die Geisteswissenschaft das Leben in seiner Wahrheit, in seiner Wirklichkeit immer mehr und mehr beurteilen lernen, es so beurteilen lernen, wie uns diese Beurteilung selbst am tüchtigsten, am tatkräftigsten in das Leben hineinführen kann, wie sie uns hinstellen kann an den Platz, den wir auszufüllen haben nach unserem Karma, den wir auszufüllen haben nach dem, was unsere größere oder kleinere Mission in der Zeit ist, in der wir im irdischen Leibe verkörpert sind.
[ 2 ] Und da möchte ich zuerst von einigen Eigenschaften im Leben ausgehen, die sich uns tagtäglich an uns selbst oder an unserer Umgebung bieten, von Eigenschaften, deren ganze Tragweite und Bedeutung wir erst einsehen, wenn wir sie im Lichte der Geisteswissenschaft betrachten können. Ich möchte von zwei Untugenden des Lebens ausgehen und dann von einigen Tugenden sprechen, möchte ausgehen von den Tugenden des Wohlwollens und der Zufriedenheit und von den Untugenden der Lügenhaftigkeit und des Neides.
[ 2 ] Und da möchte ich zuerst von einigen Eigenschaften im Leben ausgehen, die sich uns tagtäglich an uns selbst oder an unserer Umgebung bieten, von Eigenschaften, deren ganze Tragweite und Bedeutung wir erst einsehen, wenn wir sie im Lichte der Geisteswissenschaft betrachten können. Ich möchte von zwei Untugenden des Lebens ausgehen und dann von einigen Tugenden sprechen, möchte ausgehen von den Tugenden des Wohlwollens und der Zufriedenheit und von den Untugenden der Lügenhaftigkeit und des Neides.
[ 3 ] Wollen wir zuerst diese zwei Untugenden, die uns im Leben oftmals entgegentreten, in Betracht ziehen. Es ist nicht zu leugnen, daß in weitesten Kreisen, sowohl bei dem einfachsten Menschen als auch bei denjenigen, die gewissermaßen schon zu den Führern des Lebens gehören, eine tiefe, tiefe Abneigung und Antipathie herrscht gegenüber dem, was wir Neid und Lügenhaftigkeit nennen können. Um gleich solche Menschen zu nennen, die zu den Führern des Lebens gehört haben, weise ich auf den Bildhauer Benvenuto Cellini und auf diejenigen Stellen seiner Selbstbiographie hin, wo er sagt, er müsse sich bei einer guten Selbstbeobachtung mancherlei Untugenden beschuldigen, dürfe aber doch sagen, eine wirklich im Ernst so zu nennende Lügenhaftigkeit sei ihm niemals eigen gewesen. Es findet also dieser Künstler eine gewisse Befriedigung darin, daß er bei seiner Selbstbeobachtung die Lügenhaftigkeit aus seinen Charaktereigenschaften ausschließen kann. Und Goethe sagt einmal als das Ergebnis seiner Selbstbeobachtungen, er müsse sich mancherlei Dinge beschuldigen, aber der Neid, diese häßliche Untugend, hätte doch eigentlich nicht an seinem Herzen gefressen. So sehen wir gleichsam an den Gipfeln des Lebens, wie man Lügenhaftigkeit und Neid antipathisch empfindet, wie man sich überall sagt, wo man gewohnt ist, das Leben etwas tiefer zu betrachten, auch da, wo gewissermaßen große Fähigkeiten im Leben der Seele eigen sind: Du mußt dich gerade vor diesen Untugenden hüten. — Und wer wollte leugnen, daß durch alle, alle Schichten unserer Menschheit diese gründliche Antipathie gegen Lügenhaftigkeit und Neid geht. Sie brauchen sich nur einmal zu erinnern, wie sehr es an Ihren Herzen fressen müßte, wenn Sie sich in einem gewissen Momente bei wirklich ehrlicher und richtiger Selbstbeobachtung sagen müßten: Ich bin eine neidische Persönlichkeit. — Sie würden ganz gewiß, wenn Sie sich das resolut gestehen müßten, schon in diesem Geständnis fühlen, daß Sie etwas aufnehmen müßten in sich wie Kampf gegen diesen Neid, Bekämpfung des Neides. Das ist ein tief eingewurzeltes Gefühl, daß die Lügenhaftigkeit und der Neid häßliche menschliche Eigenschaften sind. Warum fühlen wir denn eigentlich so? Ja, sehen Sie, es macht sich der Mensch nicht immer ganz. klar, warum er gegen dieses oder jenes eine so tiefe Antipathie hat. Er macht sich oftmals nicht ganz klar, was in dem mehr oder weniger unterbewußten Teil seines Seelenlebens schlummert und ganz unzweifelhaft vorhanden ist. Gegenüber Neid und Lügenhaftigkeit fühlt der Mensch, daß er mit ihnen gegen etwas verstößt, das mit dem Allerallermenschlichsten und allerallermenschlichsten Wert zusammenhängt. Wir brauchen nur ein Wort auszusprechen, und wir werden das fühlen. Die Geisteswissenschaft soll uns ja allmählich zum Bewußtsein bringen, daß es außer den einzelnen Persönlichkeiten, die im Fleisch inkarniert sind, so etwas gibt wie ein einheitliches, allgemein Menschliches, das in gleicher Weise in allen Seelen als das Göttlich-Menschliche wohnt. Und da ist es eben die Geisteswissenschaft, die uns das als ein großes Ideal hinstellt und die es allmählich dahin bringt, Verständnis für das allgemein Menschliche zu haben. Und in gefühlsmäßiger Art findet sich doch in allen menschlichen Herzen etwas, was in gewisser Weise immer ausspricht: Suchet nach einem Bande, das alle Menschen zusammenhält, das sich immer von Seele zu Seele schlingt, und ihr werdet es finden. — Und das entsprechende Gefühl drückt sich aus in dem Worte «Mitgefühl». Mitgefühl ist eine so allgemeine menschliche Eigenschaft, daß wir sagen müssen: Es kündigt sich in diesem Mitgefühl wie dunkel an das Band, das von jeder Seele zu jeder Seele geht. - Und da fühlt man wiederum im Unterbewußtsein, wie man gerade mit Lügenhaftigkeit und Neid gegen das Mitgefühl, gegen die Anerkennung des in allen Menschen Gemeinsamen im eminentesten Sinn verstößt.
[ 3 ] Wollen wir zuerst diese zwei Untugenden, die uns im Leben oftmals entgegentreten, in Betracht ziehen. Es ist nicht zu leugnen, daß in weitesten Kreisen, sowohl bei dem einfachsten Menschen als auch bei denjenigen, die gewissermaßen schon zu den Führern des Lebens gehören, eine tiefe, tiefe Abneigung und Antipathie herrscht gegenüber dem, was wir Neid und Lügenhaftigkeit nennen können. Um gleich solche Menschen zu nennen, die zu den Führern des Lebens gehört haben, weise ich auf den Bildhauer Benvenuto Cellini und auf diejenigen Stellen seiner Selbstbiographie hin, wo er sagt, er müsse sich bei einer guten Selbstbeobachtung mancherlei Untugenden beschuldigen, dürfe aber doch sagen, eine wirklich im Ernst so zu nennende Lügenhaftigkeit sei ihm niemals eigen gewesen. Es findet also dieser Künstler eine gewisse Befriedigung darin, daß er bei seiner Selbstbeobachtung die Lügenhaftigkeit aus seinen Charaktereigenschaften ausschließen kann. Und Goethe sagt einmal als das Ergebnis seiner Selbstbeobachtungen, er müsse sich mancherlei Dinge beschuldigen, aber der Neid, diese häßliche Untugend, hätte doch eigentlich nicht an seinem Herzen gefressen. So sehen wir gleichsam an den Gipfeln des Lebens, wie man Lügenhaftigkeit und Neid antipathisch empfindet, wie man sich überall sagt, wo man gewohnt ist, das Leben etwas tiefer zu betrachten, auch da, wo gewissermaßen große Fähigkeiten im Leben der Seele eigen sind: Du mußt dich gerade vor diesen Untugenden hüten. — Und wer wollte leugnen, daß durch alle, alle Schichten unserer Menschheit diese gründliche Antipathie gegen Lügenhaftigkeit und Neid geht. Sie brauchen sich nur einmal zu erinnern, wie sehr es an Ihren Herzen fressen müßte, wenn Sie sich in einem gewissen Momente bei wirklich ehrlicher und richtiger Selbstbeobachtung sagen müßten: Ich bin eine neidische Persönlichkeit. — Sie würden ganz gewiß, wenn Sie sich das resolut gestehen müßten, schon in diesem Geständnis fühlen, daß Sie etwas aufnehmen müßten in sich wie Kampf gegen diesen Neid, Bekämpfung des Neides. Das ist ein tief eingewurzeltes Gefühl, daß die Lügenhaftigkeit und der Neid häßliche menschliche Eigenschaften sind. Warum fühlen wir denn eigentlich so? Ja, sehen Sie, es macht sich der Mensch nicht immer ganz. klar, warum er gegen dieses oder jenes eine so tiefe Antipathie hat. Er macht sich oftmals nicht ganz klar, was in dem mehr oder weniger unterbewußten Teil seines Seelenlebens schlummert und ganz unzweifelhaft vorhanden ist. Gegenüber Neid und Lügenhaftigkeit fühlt der Mensch, daß er mit ihnen gegen etwas verstößt, das mit dem Allerallermenschlichsten und allerallermenschlichsten Wert zusammenhängt. Wir brauchen nur ein Wort auszusprechen, und wir werden das fühlen. Die Geisteswissenschaft soll uns ja allmählich zum Bewußtsein bringen, daß es außer den einzelnen Persönlichkeiten, die im Fleisch inkarniert sind, so etwas gibt wie ein einheitliches, allgemein Menschliches, das in gleicher Weise in allen Seelen als das Göttlich-Menschliche wohnt. Und da ist es eben die Geisteswissenschaft, die uns das als ein großes Ideal hinstellt und die es allmählich dahin bringt, Verständnis für das allgemein Menschliche zu haben. Und in gefühlsmäßiger Art findet sich doch in allen menschlichen Herzen etwas, was in gewisser Weise immer ausspricht: Suchet nach einem Bande, das alle Menschen zusammenhält, das sich immer von Seele zu Seele schlingt, und ihr werdet es finden. — Und das entsprechende Gefühl drückt sich aus in dem Worte «Mitgefühl». Mitgefühl ist eine so allgemeine menschliche Eigenschaft, daß wir sagen müssen: Es kündigt sich in diesem Mitgefühl wie dunkel an das Band, das von jeder Seele zu jeder Seele geht. - Und da fühlt man wiederum im Unterbewußtsein, wie man gerade mit Lügenhaftigkeit und Neid gegen das Mitgefühl, gegen die Anerkennung des in allen Menschen Gemeinsamen im eminentesten Sinn verstößt.
[ 4 ] Was tun wir denn eigentlich, wenn wir einem Menschen eine Lüge sagen? Nichts anderes tun wir, als eine Scheidewand zwischen uns und ihm aufrichten. Was uns mit ihm verbinden sollte, das gemeinsame Wissen um irgendeine Wahrheit, die. in unserer und in seiner Seele leben müßte, wenn die Dinge richtig wären, dies zerreißen wir, indem wir ihm eine Unwahrheit sagen. Wir anerkennen in dem Augenblick, wo wir die Unwahrheit sagen, nicht, daß wir eigentlich mit dem besten Teil unseres Selbstes auch im anderen leben sollten.
[ 4 ] Was tun wir denn eigentlich, wenn wir einem Menschen eine Lüge sagen? Nichts anderes tun wir, als eine Scheidewand zwischen uns und ihm aufrichten. Was uns mit ihm verbinden sollte, das gemeinsame Wissen um irgendeine Wahrheit, die. in unserer und in seiner Seele leben müßte, wenn die Dinge richtig wären, dies zerreißen wir, indem wir ihm eine Unwahrheit sagen. Wir anerkennen in dem Augenblick, wo wir die Unwahrheit sagen, nicht, daß wir eigentlich mit dem besten Teil unseres Selbstes auch im anderen leben sollten.
[ 5 ] Und wenn wir jemand beneiden, sei es um Fähigkeiten, sei es um anderes im Leben, dann versündigen wir uns in der Art gegen das Mitgefühl, daß wir den Menschen nicht als das anerkennen, was er eigentlich uns sein müßte, als etwas, was doch zu uns gehört und über dessen Vorzüge und Gaben und Glücksfälle wir uns eigentlich freuen müßten, wenn wir uns so recht mit ihm verbunden fühlten.
[ 5 ] Und wenn wir jemand beneiden, sei es um Fähigkeiten, sei es um anderes im Leben, dann versündigen wir uns in der Art gegen das Mitgefühl, daß wir den Menschen nicht als das anerkennen, was er eigentlich uns sein müßte, als etwas, was doch zu uns gehört und über dessen Vorzüge und Gaben und Glücksfälle wir uns eigentlich freuen müßten, wenn wir uns so recht mit ihm verbunden fühlten.
[ 6 ] Also gegen das Schönste im Menschenleben, gegen das Mitgefühl, versündigen wir uns, wenn wir neidische und lügenhafte Menschen sind. Und warum drückt sich denn eigentlich dies in einer so vehementen Weise in der Unzufriedenheit über diese beiden Eigenschaften aus? Warum denn? Nun, beide Eigenschaften können uns so recht zeigen, wie das, was in unserer Seele sitzt, sich fortpflanzt, fortschreitet zu den Hüllen unserer Wesenheit und eine Bedeutung hat für diese Hüllen.
[ 6 ] Also gegen das Schönste im Menschenleben, gegen das Mitgefühl, versündigen wir uns, wenn wir neidische und lügenhafte Menschen sind. Und warum drückt sich denn eigentlich dies in einer so vehementen Weise in der Unzufriedenheit über diese beiden Eigenschaften aus? Warum denn? Nun, beide Eigenschaften können uns so recht zeigen, wie das, was in unserer Seele sitzt, sich fortpflanzt, fortschreitet zu den Hüllen unserer Wesenheit und eine Bedeutung hat für diese Hüllen.
[ 7 ] Neid ist etwas, was sich für eine okkulte Beobachtung — wenn es beim Menschen vorhanden ist — klar ausdrückt in einer ganz bestimmten Beschaffenheit des astralischen Leibes. Und ein neidischer Mensch, wenn er auch imstande ist, diesen Neid gegenüber der Außenwelt noch so sehr zu verbergen, offenbart die Eigenschaft des Neides in seinem astralischen Leibe. Unser astralischer Leib hat ganz bestimmte Grundeigenschaften. Wenn er auch bei jedem Menschen anders ist und bei den verschiedenen Menschen die mannigfaltigsten Verschiedenheiten zeigt, so hat er doch gewisse Grundeigenschaften. Und wenn wir ihn mit dem hellseherischen Schauen als Aura betrachten, hat er ganz bestimmte Farbeneigenschaften. Diese verblassen in einer bedenklichen Weise beim neidischen Menschen, sie verblassen, sie werden schwach und matt. Und der astralische Leib eines neidischen Menschen wird gewissermaßen arm an Kraft, die er dem ganzen menschlichen Organismus zuführen sollte.
[ 7 ] Neid ist etwas, was sich für eine okkulte Beobachtung — wenn es beim Menschen vorhanden ist — klar ausdrückt in einer ganz bestimmten Beschaffenheit des astralischen Leibes. Und ein neidischer Mensch, wenn er auch imstande ist, diesen Neid gegenüber der Außenwelt noch so sehr zu verbergen, offenbart die Eigenschaft des Neides in seinem astralischen Leibe. Unser astralischer Leib hat ganz bestimmte Grundeigenschaften. Wenn er auch bei jedem Menschen anders ist und bei den verschiedenen Menschen die mannigfaltigsten Verschiedenheiten zeigt, so hat er doch gewisse Grundeigenschaften. Und wenn wir ihn mit dem hellseherischen Schauen als Aura betrachten, hat er ganz bestimmte Farbeneigenschaften. Diese verblassen in einer bedenklichen Weise beim neidischen Menschen, sie verblassen, sie werden schwach und matt. Und der astralische Leib eines neidischen Menschen wird gewissermaßen arm an Kraft, die er dem ganzen menschlichen Organismus zuführen sollte.
[ 8 ] Bei der Lügenhaftigkeit ist es wiederum so, daß sie, und auch jede einzelne Lüge, sich im Ätherleibe ausdrückt. Der Ätherleib verliert an Lebenskraft und Lebensenergie, wenn der Mensch verlogen ist. Das kann man sogar äußerlich konstatieren. So sonderbar es für unser Zeitalter klingt, wahr ist es aber doch, daß bei Menschen, die viel lügen, zum Beispiel Wunden unter sonst gleichen Bedingungen schwerer. zu heilen sind als bei wahrhaften Menschen. Selbstverständlich darf man da nicht absolut schließen, es können auch andere Gründe da sein. Aber alles übrige in gleicher Art vorausgesetzt, sind bei verlogenen Menschen Wunden schwerer zu heilen als bei wahrhaftigen Menschen. Es ist gut, solche Dinge im Leben zu beachten. Und das ist auch leicht erklärlich. Der Ätherleib des Menschen ist das eigentliche Lebensprinzip, ist das, was die Lebenskräfte enthalten muß. Diese werden aber untergraben durch die Lügenhaftigkeit. So daß nicht so viel Lebenskraft von dem Ätherleib abgegeben werden kann, wie es zu einer Heilung notwendig ist, wenn dieser Ätherleib die Lebenskraft durch Lügenhaftigkeit entzogen bekommen hat, wenn er das nicht hat, daß er immer durchdrungen war von jenen Bewegungen, von jenen Tatbeständen, die von der Wahrhaftigkeit herrühren. Wir sollten solche Dinge wohl beachten, denn wir werden das Leben in mancher Beziehung besser verstehen, wenn wir dies tun.
[ 8 ] Bei der Lügenhaftigkeit ist es wiederum so, daß sie, und auch jede einzelne Lüge, sich im Ätherleibe ausdrückt. Der Ätherleib verliert an Lebenskraft und Lebensenergie, wenn der Mensch verlogen ist. Das kann man sogar äußerlich konstatieren. So sonderbar es für unser Zeitalter klingt, wahr ist es aber doch, daß bei Menschen, die viel lügen, zum Beispiel Wunden unter sonst gleichen Bedingungen schwerer. zu heilen sind als bei wahrhaften Menschen. Selbstverständlich darf man da nicht absolut schließen, es können auch andere Gründe da sein. Aber alles übrige in gleicher Art vorausgesetzt, sind bei verlogenen Menschen Wunden schwerer zu heilen als bei wahrhaftigen Menschen. Es ist gut, solche Dinge im Leben zu beachten. Und das ist auch leicht erklärlich. Der Ätherleib des Menschen ist das eigentliche Lebensprinzip, ist das, was die Lebenskräfte enthalten muß. Diese werden aber untergraben durch die Lügenhaftigkeit. So daß nicht so viel Lebenskraft von dem Ätherleib abgegeben werden kann, wie es zu einer Heilung notwendig ist, wenn dieser Ätherleib die Lebenskraft durch Lügenhaftigkeit entzogen bekommen hat, wenn er das nicht hat, daß er immer durchdrungen war von jenen Bewegungen, von jenen Tatbeständen, die von der Wahrhaftigkeit herrühren. Wir sollten solche Dinge wohl beachten, denn wir werden das Leben in mancher Beziehung besser verstehen, wenn wir dies tun.
[ 9 ] Nun wissen Sie, daß wir das, was an den Menschen herantritt, sehen müssen im Lichte von zwei Mächten, die auf das menschliche Leben so, wie es sich von Inkarnation zu Inkarnation entwickelt, ihren Einfluß haben. Wir müssen das menschliche Leben betrachten unter dem Einfluß der luziferischen und der ahrimanischen Gewalten. Die luziferischen Gewalten sind die, welche auf unseren astralischen Leib wirken, welche ihre Kraftwirkungen in unseren astralischen Leib hereinstrahlen und uns in bezug auf diesen versuchen. Die ahrimanischen Gewalten sind die, welche uns in bezug auf unseren Ätherleib versuchen. Ja, es ist Luzifer, der uns sozusagen am Kragen packt, wenn wir neidische Menschen sind. Der Neid ist so recht eine luziferische Eigenschaft, eine Eigenschaft, die von Luzifer kommt, wogegen die Lügenhaftigkeit eine Eigenschaft ist, die von Ahriman kommt. Denn Ahriman sendet die Kräfte und Mächte aus, die in unseren Ätherleib einstrahlen.
[ 9 ] Nun wissen Sie, daß wir das, was an den Menschen herantritt, sehen müssen im Lichte von zwei Mächten, die auf das menschliche Leben so, wie es sich von Inkarnation zu Inkarnation entwickelt, ihren Einfluß haben. Wir müssen das menschliche Leben betrachten unter dem Einfluß der luziferischen und der ahrimanischen Gewalten. Die luziferischen Gewalten sind die, welche auf unseren astralischen Leib wirken, welche ihre Kraftwirkungen in unseren astralischen Leib hereinstrahlen und uns in bezug auf diesen versuchen. Die ahrimanischen Gewalten sind die, welche uns in bezug auf unseren Ätherleib versuchen. Ja, es ist Luzifer, der uns sozusagen am Kragen packt, wenn wir neidische Menschen sind. Der Neid ist so recht eine luziferische Eigenschaft, eine Eigenschaft, die von Luzifer kommt, wogegen die Lügenhaftigkeit eine Eigenschaft ist, die von Ahriman kommt. Denn Ahriman sendet die Kräfte und Mächte aus, die in unseren Ätherleib einstrahlen.
[ 10 ] Nun können wir sagen: Es war zwar durchaus absolut notwendig, daß Luzifer und Ahriman von den weisen Weltenmächten abgeordnet wurden, damit sie auf uns wirken zu unserer Selbständigkeit. Indem sie bewirken, daß wir unsere Selbständigkeit mißbrauchen, sind sie in gewisser Weise Feinde der höheren Entwickelung der Menschheit. Aber wenn sie auch dem Menschen in einer gewissen Weise in seiner höheren Entwickelung Feinde sind, sind sie sehr befreundet und beschließen untereinander ganz sonderbare Kompromisse. Wir können gerade von diesen Kompromissen sprechen, wenn wir solche menschliche Eigenschaften wie Neid und Lügenhaftigkeit betrachten.
[ 10 ] Nun können wir sagen: Es war zwar durchaus absolut notwendig, daß Luzifer und Ahriman von den weisen Weltenmächten abgeordnet wurden, damit sie auf uns wirken zu unserer Selbständigkeit. Indem sie bewirken, daß wir unsere Selbständigkeit mißbrauchen, sind sie in gewisser Weise Feinde der höheren Entwickelung der Menschheit. Aber wenn sie auch dem Menschen in einer gewissen Weise in seiner höheren Entwickelung Feinde sind, sind sie sehr befreundet und beschließen untereinander ganz sonderbare Kompromisse. Wir können gerade von diesen Kompromissen sprechen, wenn wir solche menschliche Eigenschaften wie Neid und Lügenhaftigkeit betrachten.
[ 11 ] Neid! Der Mensch, der nicht ganz verdorben ist, wird in dem Augenblick, wo er sich sagen muß: Ich bin eine neidische Natur -, wirklich alles tun, man braucht gar nicht besonders hochzustehen, um alles zu tun, diesen Neid zu bekämpfen. Aber die Dinge sitzen manchmal viel tiefer, als unsere Macht reicht, die vom Bewußtsein ausgeht. Und der Mensch stellt sich manchmal doch zu leicht vor, wie es mit dem Bekämpfen solcher Dinge liegt. So kommt es dann vor, daß er solche Dinge bekämpft, weil er sie als häßlich empfindet, daß sie aber nicht fortgehen, daß sie eigentlich nur ihre Form ändern, daß sie in einem anderen Gebiet wiederum auftreten. In Masken, in Verlarvungen treten sie dann auf. Und weil man den Neid so haßt, bekämpft man ihn, aber wenn die Seele noch nicht stark genug ist, um ihn gründlich zu bekämpfen, verliert er sich als Neid, tritt aber in anderer Form auf.
[ 11 ] Neid! Der Mensch, der nicht ganz verdorben ist, wird in dem Augenblick, wo er sich sagen muß: Ich bin eine neidische Natur -, wirklich alles tun, man braucht gar nicht besonders hochzustehen, um alles zu tun, diesen Neid zu bekämpfen. Aber die Dinge sitzen manchmal viel tiefer, als unsere Macht reicht, die vom Bewußtsein ausgeht. Und der Mensch stellt sich manchmal doch zu leicht vor, wie es mit dem Bekämpfen solcher Dinge liegt. So kommt es dann vor, daß er solche Dinge bekämpft, weil er sie als häßlich empfindet, daß sie aber nicht fortgehen, daß sie eigentlich nur ihre Form ändern, daß sie in einem anderen Gebiet wiederum auftreten. In Masken, in Verlarvungen treten sie dann auf. Und weil man den Neid so haßt, bekämpft man ihn, aber wenn die Seele noch nicht stark genug ist, um ihn gründlich zu bekämpfen, verliert er sich als Neid, tritt aber in anderer Form auf.
[ 12 ] Sie alle kennen jene Eigenschaft der Menschen, die man so häufig findet und die man nennen könnte: Kritikasterei und Tadelsucht, das Aufmerken auf die Fehler unserer Nebenmenschen. Wenn sich jemand sagen muß: Ich bin ein neidischer Mensch, ich will nicht haben, daß meine Mitmenschen Vorzüge haben —, fühlt er sich schlecht. Er fühlt, daß er das bekämpfen muß. Wenn er sich aber sagen kann: Der oder die hat das oder jenes Schreckliche getan -, da fühlt er, daß die Tadelsucht in gewisser Weise berechtigt ist, da fühlt er sich so recht in seinem Element. Denken Sie sich doch einmal, wenn das nicht so wäre, wie viele Kaffeegesellschaften und Biergesellschaften wegfallen müßten, wo im Grunde genommen so sehr häufig nichts anderes getan wird, als daß man dieser Kritikasterei und Tadelsucht die Zügel schießen läßt. Und da findet sich der Mensch dann vor sich selbst gerechtfertigt. Er sagt sich: Ja, man sieht die Fehler, man muß sie sehen, man kann sich die Augen nicht verschließen. — Es handelt sich nur darum, aus welchen Gründen wir die Fehler unserer Mitmenschen sehen, ob wir sein der Absicht sehen, das Leben zu verbessern, oder ob wir einem Hang unserer Seele folgen, der oftmals nichts anderes ist als ein maskierter Neid. Den Neid bekämpfen die Menschen, weil sie ihn hassen, aber sie können ihn nicht ausreißen, weil sie zu schwach sind. So nimmt er das Gewand der Tadelsucht an und wandert in der Seele auf diese Weise weiter. Dann hat man den Neid nicht bekämpft, man hat ihn nur in eine andere Metamorphose gezwungen. In Wahrheit ist dann das geschehen, daß der Mensch den Luzifer bekämpft hat, weil er über den Neid der Regent wie über vieles ist. Aber Luzifer sagt dann zu Ahriman, wenn ich mich so ausdrücken darf: Sieh, lieber Ahriman, mein Regiment des Neides haßt der Mensch, er will nicht neidisch sein. Nun nimm du ihn in bezug auf diese Eigenschaft! Dann sagt Ahriman: Ja, dann werde ich das in den Ätherleib hineinpressen. — Und es wird in den Ätherleib hineingepreßt als Tadelsucht, als Kritikasterei, als irregeführtes Urteil über die Mitwelt. Denn Urteilsfähigkeit hat immer etwas zu tun mit den Bewegungen und Kräften des Ätherleibes. Da geht dann das Regiment in bezug auf unsere Seele von Luzifer auf Ahriman über. Und so treten viele Eigenschaften, die wir, wenn sie sich uns in ihrer ursprünglichen Gestalt zeigen würden, haßten und bekämpften, maskiert auf. Da treten sie manchmal so auf, daß wir sie eigentlich sehr gerechtfertigt finden und uns sogar etwas zugute darauf tun, daß wir uns aufschwingen können, das Richtige im Leben zu sehen. Dann sind wir so recht in den Fangarmen der anderen Macht, der ahrimanischen Macht. Da dürfen wir nicht vergessen, daß eine Eigenschaft viel gefährlicher ist, wenn sie in der Maske auftritt, als wenn sie in ursprünglicher Gestalt auftritt. Daher ist es immer gut zu fragen, wenn wir dieses oder jenes im Leben sehen: Ist das nicht vielleicht bloß eine verwandelte andere Untugend? — Das ist außerordentlich notwendig, daß wir so das Leben in seiner Wahrheit betrachten lernen. Das können wir im Grunde genommen nur, wenn wir die Richtlinien, die uns die anthroposophische Weisheit gibt, benützen, um das Leben ordentlich anzuschauen.
[ 12 ] Sie alle kennen jene Eigenschaft der Menschen, die man so häufig findet und die man nennen könnte: Kritikasterei und Tadelsucht, das Aufmerken auf die Fehler unserer Nebenmenschen. Wenn sich jemand sagen muß: Ich bin ein neidischer Mensch, ich will nicht haben, daß meine Mitmenschen Vorzüge haben —, fühlt er sich schlecht. Er fühlt, daß er das bekämpfen muß. Wenn er sich aber sagen kann: Der oder die hat das oder jenes Schreckliche getan -, da fühlt er, daß die Tadelsucht in gewisser Weise berechtigt ist, da fühlt er sich so recht in seinem Element. Denken Sie sich doch einmal, wenn das nicht so wäre, wie viele Kaffeegesellschaften und Biergesellschaften wegfallen müßten, wo im Grunde genommen so sehr häufig nichts anderes getan wird, als daß man dieser Kritikasterei und Tadelsucht die Zügel schießen läßt. Und da findet sich der Mensch dann vor sich selbst gerechtfertigt. Er sagt sich: Ja, man sieht die Fehler, man muß sie sehen, man kann sich die Augen nicht verschließen. — Es handelt sich nur darum, aus welchen Gründen wir die Fehler unserer Mitmenschen sehen, ob wir sein der Absicht sehen, das Leben zu verbessern, oder ob wir einem Hang unserer Seele folgen, der oftmals nichts anderes ist als ein maskierter Neid. Den Neid bekämpfen die Menschen, weil sie ihn hassen, aber sie können ihn nicht ausreißen, weil sie zu schwach sind. So nimmt er das Gewand der Tadelsucht an und wandert in der Seele auf diese Weise weiter. Dann hat man den Neid nicht bekämpft, man hat ihn nur in eine andere Metamorphose gezwungen. In Wahrheit ist dann das geschehen, daß der Mensch den Luzifer bekämpft hat, weil er über den Neid der Regent wie über vieles ist. Aber Luzifer sagt dann zu Ahriman, wenn ich mich so ausdrücken darf: Sieh, lieber Ahriman, mein Regiment des Neides haßt der Mensch, er will nicht neidisch sein. Nun nimm du ihn in bezug auf diese Eigenschaft! Dann sagt Ahriman: Ja, dann werde ich das in den Ätherleib hineinpressen. — Und es wird in den Ätherleib hineingepreßt als Tadelsucht, als Kritikasterei, als irregeführtes Urteil über die Mitwelt. Denn Urteilsfähigkeit hat immer etwas zu tun mit den Bewegungen und Kräften des Ätherleibes. Da geht dann das Regiment in bezug auf unsere Seele von Luzifer auf Ahriman über. Und so treten viele Eigenschaften, die wir, wenn sie sich uns in ihrer ursprünglichen Gestalt zeigen würden, haßten und bekämpften, maskiert auf. Da treten sie manchmal so auf, daß wir sie eigentlich sehr gerechtfertigt finden und uns sogar etwas zugute darauf tun, daß wir uns aufschwingen können, das Richtige im Leben zu sehen. Dann sind wir so recht in den Fangarmen der anderen Macht, der ahrimanischen Macht. Da dürfen wir nicht vergessen, daß eine Eigenschaft viel gefährlicher ist, wenn sie in der Maske auftritt, als wenn sie in ursprünglicher Gestalt auftritt. Daher ist es immer gut zu fragen, wenn wir dieses oder jenes im Leben sehen: Ist das nicht vielleicht bloß eine verwandelte andere Untugend? — Das ist außerordentlich notwendig, daß wir so das Leben in seiner Wahrheit betrachten lernen. Das können wir im Grunde genommen nur, wenn wir die Richtlinien, die uns die anthroposophische Weisheit gibt, benützen, um das Leben ordentlich anzuschauen.
[ 13 ] Nun müssen wir sagen: Was so im Leben auftritt als diese oder jene Untugend, sei es in wahrer Gestalt, sei es in der Maske, das sehen wir oftmals schon karmisch wirksam in einer einzelnen Inkarnation. Wir brauchen gar nicht den Übergang von einer Inkarnation in die andere abzuwarten. Wir sehen in einer Inkarnation schon die karmische Auswirkung einer Eigenschaft, die in irgendeiner Lebensepoche auftritt. Und diejenigen, die das Leben wirklich betrachten wollen und ein wenig darauf achten, daß man das Leben nicht kennenlernt, wenn man morgen immer schon vergißt, was heute geschehen ist, sondern wenn man längere Lebensepochen der Menschen ins Auge faßt, die werden Karma schon wirksam finden auch in einer Verkörperung, in einem Leben. Es ist wirklich notwendig, daß man in gewisser Weise sehr, sehr sorgfältig darauf achtet, wie die Sünden des Lebens sich im Grunde genommen erst nach Jahrzehnten zeigen. Aber die Menschen sind ein vergeßliches Geschlecht. Von all den Rassen, die beim Menschengeschlecht anfangen und sich in alle höheren Welten hinauf erstrecken, sind die Menschen wirklich das vergeßlichste Geschlecht. Wenn wir mit irgend jemand auch Jahrzehnte bekannt sind, wir vergessen, was vor zehn Jahren zutage getreten ist, wir lassen das sehr gern aus dem Gedächtnis schwinden. Ich habe vielleicht auch schon hier ein kleines Beispiel erwähnt, das uns aber wiederum zeigen kann, wie wir das Leben in größeren Zeiträumen betrachten müssen, wenn wir es in seiner wahren Gestalt erkennen wollen — etwas Äußerliches, das ich nur einschieben will. Es handelt sich um die Zeit, in welcher ich Gelegenheit hatte, in verschiedenen Familien viele Kinder zu beobachten. Wenn man Kinder erzieht, hat man ja nicht nur diejenigen Kinder zu beobachten, die man selber zu erziehen hat, sondern auch die mehr oder weniger kleinen Sprößlinge der Onkel, Tanten, Nichten und Neffen und so weiter. Und da kann man sich manches für das Leben notieren. Nun, es ist ja lange her, die Moden ändern sich. Es war damals, als ich Kinder zu erziehen hatte, Mode, daß zur Stärkung kleiner Kinder von den Erziehern manchmal am Tage recht viele Dosen Rotwein zu den Mahlzeiten gegeben worden sind. Es war so, man hat das für etwas Gutes gehalten. Wenn man sich das dazumal notiert hat: dies und dies Kind hat Rotwein bekommen und das andere nicht, kann man jetzt, wenn man wieder Gelegenheit hat, wie ich es immer versuche zu beobachten, was aus diesen Kindern geworden ist, eigentümliche Erkenntnisse sammeln. Ich kann sagen: die zwei- bis drei- bis vierjährigen Kinder von dazumal - jetzt Menschen von siebenundzwanzig, achtundzwanzig, neunundzwanzig Jahren -, die als Kinder Rotwein bekommen haben, sind zappelige, nervöse Menschen, haben es manchmal außerordentlich schwierig, sich im Leben zurechtzufinden. Natürlich darf man nicht bloß über fünf Jahre seine Beobachtungen anstellen. Das ist heute so sehr Usus, daß man dieses oder jenes ausprobiert, und wenn es in den nächsten Monaten einigen Erfolg zeigt, flugs ist es ein weitverbreitetes Heilmittel. Es sind auch auf diesem Gebiet die Menschen vergeßlich. Wieviel Heilmittel nach fünf Jahren außer Mode gekommen sind, haben die Menschen auch wieder vergessen. Aber, wie gesagt, wenn man über Jahrzehnte seine Beobachtung ausdehnt, dann kann man schon spüren, wie das Leben wirkt. Es ist wirklich ein großer Unterschied zwischen den Kindern, die dazumal Rotwein bekommen haben, und denen, die keinen bekommen haben. Aber man müßte erst drei Jahrzehnte seine Beobachtungen sozusagen anstellen, um das zu sehen. Und so ist es ja. Das habe ich eingeflochten, um zu zeigen, daß es notwendig ist, wenn man Karma am Werke sehen will, nicht vergeßlich zu sein, sondern seine Beobachtungen über größere Zeiträume zu erstrecken. So ist es auch mit dem, was mehr in seelischer Weise zutage tritt.
[ 13 ] Nun müssen wir sagen: Was so im Leben auftritt als diese oder jene Untugend, sei es in wahrer Gestalt, sei es in der Maske, das sehen wir oftmals schon karmisch wirksam in einer einzelnen Inkarnation. Wir brauchen gar nicht den Übergang von einer Inkarnation in die andere abzuwarten. Wir sehen in einer Inkarnation schon die karmische Auswirkung einer Eigenschaft, die in irgendeiner Lebensepoche auftritt. Und diejenigen, die das Leben wirklich betrachten wollen und ein wenig darauf achten, daß man das Leben nicht kennenlernt, wenn man morgen immer schon vergißt, was heute geschehen ist, sondern wenn man längere Lebensepochen der Menschen ins Auge faßt, die werden Karma schon wirksam finden auch in einer Verkörperung, in einem Leben. Es ist wirklich notwendig, daß man in gewisser Weise sehr, sehr sorgfältig darauf achtet, wie die Sünden des Lebens sich im Grunde genommen erst nach Jahrzehnten zeigen. Aber die Menschen sind ein vergeßliches Geschlecht. Von all den Rassen, die beim Menschengeschlecht anfangen und sich in alle höheren Welten hinauf erstrecken, sind die Menschen wirklich das vergeßlichste Geschlecht. Wenn wir mit irgend jemand auch Jahrzehnte bekannt sind, wir vergessen, was vor zehn Jahren zutage getreten ist, wir lassen das sehr gern aus dem Gedächtnis schwinden. Ich habe vielleicht auch schon hier ein kleines Beispiel erwähnt, das uns aber wiederum zeigen kann, wie wir das Leben in größeren Zeiträumen betrachten müssen, wenn wir es in seiner wahren Gestalt erkennen wollen — etwas Äußerliches, das ich nur einschieben will. Es handelt sich um die Zeit, in welcher ich Gelegenheit hatte, in verschiedenen Familien viele Kinder zu beobachten. Wenn man Kinder erzieht, hat man ja nicht nur diejenigen Kinder zu beobachten, die man selber zu erziehen hat, sondern auch die mehr oder weniger kleinen Sprößlinge der Onkel, Tanten, Nichten und Neffen und so weiter. Und da kann man sich manches für das Leben notieren. Nun, es ist ja lange her, die Moden ändern sich. Es war damals, als ich Kinder zu erziehen hatte, Mode, daß zur Stärkung kleiner Kinder von den Erziehern manchmal am Tage recht viele Dosen Rotwein zu den Mahlzeiten gegeben worden sind. Es war so, man hat das für etwas Gutes gehalten. Wenn man sich das dazumal notiert hat: dies und dies Kind hat Rotwein bekommen und das andere nicht, kann man jetzt, wenn man wieder Gelegenheit hat, wie ich es immer versuche zu beobachten, was aus diesen Kindern geworden ist, eigentümliche Erkenntnisse sammeln. Ich kann sagen: die zwei- bis drei- bis vierjährigen Kinder von dazumal - jetzt Menschen von siebenundzwanzig, achtundzwanzig, neunundzwanzig Jahren -, die als Kinder Rotwein bekommen haben, sind zappelige, nervöse Menschen, haben es manchmal außerordentlich schwierig, sich im Leben zurechtzufinden. Natürlich darf man nicht bloß über fünf Jahre seine Beobachtungen anstellen. Das ist heute so sehr Usus, daß man dieses oder jenes ausprobiert, und wenn es in den nächsten Monaten einigen Erfolg zeigt, flugs ist es ein weitverbreitetes Heilmittel. Es sind auch auf diesem Gebiet die Menschen vergeßlich. Wieviel Heilmittel nach fünf Jahren außer Mode gekommen sind, haben die Menschen auch wieder vergessen. Aber, wie gesagt, wenn man über Jahrzehnte seine Beobachtung ausdehnt, dann kann man schon spüren, wie das Leben wirkt. Es ist wirklich ein großer Unterschied zwischen den Kindern, die dazumal Rotwein bekommen haben, und denen, die keinen bekommen haben. Aber man müßte erst drei Jahrzehnte seine Beobachtungen sozusagen anstellen, um das zu sehen. Und so ist es ja. Das habe ich eingeflochten, um zu zeigen, daß es notwendig ist, wenn man Karma am Werke sehen will, nicht vergeßlich zu sein, sondern seine Beobachtungen über größere Zeiträume zu erstrecken. So ist es auch mit dem, was mehr in seelischer Weise zutage tritt.
[ 14 ] Man kann durchaus, wenn man die zweite Hälfte des Menschenlebens mit der ersten im Zusammenhang betrachtet, sehen, wenn der Mensch in einer gewissen Epoche lügenhaft oder neidisch war, oder den Neid unter der Maske der Tadelsucht gehabt hat, wie die Wirkung schon in der zweiten Hälfte des Lebens karmisch hervorrritt. Lügenhafte Menschen zeigen immer schon in der einen Inkarnation eine ganz bestimmte karmische Wirkung der Lügenhaftigkeit: eine gewisse Scheu, eine Unmöglichkeit, man möchte sagen, glattweg den Menschen in das Auge zu schauen. Das erfüllt sich sicher. Versuchen Sie nur, die Sache zu beobachten. Sie werden das bestätigt finden. Volkssprichwörter haben manchmal einen tiefen, weisheitsvollen Kern. Nicht umsonst sagt man in vielen Gegenden, daß man sich vor einem Menschen hüten müsse, der einem anderen nicht ins Auge schauen kann. Denn das ist die karmische Wirksamkeit der Lügenhaftigkeit.
[ 14 ] Man kann durchaus, wenn man die zweite Hälfte des Menschenlebens mit der ersten im Zusammenhang betrachtet, sehen, wenn der Mensch in einer gewissen Epoche lügenhaft oder neidisch war, oder den Neid unter der Maske der Tadelsucht gehabt hat, wie die Wirkung schon in der zweiten Hälfte des Lebens karmisch hervorrritt. Lügenhafte Menschen zeigen immer schon in der einen Inkarnation eine ganz bestimmte karmische Wirkung der Lügenhaftigkeit: eine gewisse Scheu, eine Unmöglichkeit, man möchte sagen, glattweg den Menschen in das Auge zu schauen. Das erfüllt sich sicher. Versuchen Sie nur, die Sache zu beobachten. Sie werden das bestätigt finden. Volkssprichwörter haben manchmal einen tiefen, weisheitsvollen Kern. Nicht umsonst sagt man in vielen Gegenden, daß man sich vor einem Menschen hüten müsse, der einem anderen nicht ins Auge schauen kann. Denn das ist die karmische Wirksamkeit der Lügenhaftigkeit.
[ 15 ] Neid dagegen oder Neid maskiert als Tadelsucht und Kritikasterei, zeigt sich in einer späteren Lebensepoche derselben Inkarnation so, daß der betreffende Mensch die Eigenart hat, nicht recht auf eigenen Füßen stehen zu können, so daß er die Sehnsucht hat, sich an andere anzulehnen, daß er zu allen Kleinigkeiten Rat braucht, am liebsten immer zu einem anderen laufen möchte, der ihm Rat geben soll. Selbständigkeit im Leben geht verloren durch Neid, Kritikasterei, Tadelsucht. Seelisch schwach wird ein solcher Mensch.
[ 15 ] Neid dagegen oder Neid maskiert als Tadelsucht und Kritikasterei, zeigt sich in einer späteren Lebensepoche derselben Inkarnation so, daß der betreffende Mensch die Eigenart hat, nicht recht auf eigenen Füßen stehen zu können, so daß er die Sehnsucht hat, sich an andere anzulehnen, daß er zu allen Kleinigkeiten Rat braucht, am liebsten immer zu einem anderen laufen möchte, der ihm Rat geben soll. Selbständigkeit im Leben geht verloren durch Neid, Kritikasterei, Tadelsucht. Seelisch schwach wird ein solcher Mensch.
[ 16 ] Nun treten uns diese Eigenschaften mit ihren karmischen Wirkungen seelisch entgegen, wenn wir die eine Inkarnation betrachten. Wir wollen gleich nachher ein wenig Rücksicht nehmen darauf, wie sich die karmischen Wirkungen ausleben, wenn wir von einer Inkarnation in die andere gehen.
[ 16 ] Nun treten uns diese Eigenschaften mit ihren karmischen Wirkungen seelisch entgegen, wenn wir die eine Inkarnation betrachten. Wir wollen gleich nachher ein wenig Rücksicht nehmen darauf, wie sich die karmischen Wirkungen ausleben, wenn wir von einer Inkarnation in die andere gehen.
[ 17 ] Wir wollen aber jetzt, damit wir nicht einseitig sind, auch gute Eigenschaften in Betracht ziehen: Wohlwollen und Zufriedenheit. Was ein wohlwollender Mensch ist, weiß ein jeder. Ein wohlwollender Mensch ist jemand, der sich in gewisser Beziehung befriedigt fühlt, wenn ein anderer einen Erfolg hat, dieses oder jenes erreicht, wenn er gute Eigenschaften an dem oder jenem bemerkt. Wohlwollen ist dann vorhanden, wenn man gewissermaßen das, was der andere erlebt, wie sein Eigenes miterlebt. Dieses Wohlwollen hat wiederum eine ganz bestimmte Wirkung auf unseren astralischen Leib, und zwar so ziemlich das Gegenteil der Wirkung von Neid. Wir sehen, wie die Lichter des astralischen Leibes bei den Äußerungen des Wohlwollens des Menschen aufglänzen. Heller und strahlender wird der astralische Leib, wenn Regungen des Wohlwollens in der Seele des Menschen sind. Die Aura wird lichtvoller, strahlender und damit reicher, sie wird in sich gesättigter, und sie ist dann imstande, in den Menschen erst etwas wie Seelenwärme und dann sogar etwas von einem Sich-Gesundfühlen hineinzugießen.
[ 17 ] Wir wollen aber jetzt, damit wir nicht einseitig sind, auch gute Eigenschaften in Betracht ziehen: Wohlwollen und Zufriedenheit. Was ein wohlwollender Mensch ist, weiß ein jeder. Ein wohlwollender Mensch ist jemand, der sich in gewisser Beziehung befriedigt fühlt, wenn ein anderer einen Erfolg hat, dieses oder jenes erreicht, wenn er gute Eigenschaften an dem oder jenem bemerkt. Wohlwollen ist dann vorhanden, wenn man gewissermaßen das, was der andere erlebt, wie sein Eigenes miterlebt. Dieses Wohlwollen hat wiederum eine ganz bestimmte Wirkung auf unseren astralischen Leib, und zwar so ziemlich das Gegenteil der Wirkung von Neid. Wir sehen, wie die Lichter des astralischen Leibes bei den Äußerungen des Wohlwollens des Menschen aufglänzen. Heller und strahlender wird der astralische Leib, wenn Regungen des Wohlwollens in der Seele des Menschen sind. Die Aura wird lichtvoller, strahlender und damit reicher, sie wird in sich gesättigter, und sie ist dann imstande, in den Menschen erst etwas wie Seelenwärme und dann sogar etwas von einem Sich-Gesundfühlen hineinzugießen.
[ 18 ] Und wenn wir einen zufriedenen Menschen vor uns sehen, einen Menschen, der nicht geneigt ist, von vornherein über alles grämlich zu sein, über alles unzufrieden zu sein, dann zeigt uns der Ätherleib ganz bestimmte Eigenschaften. Das ist wichtig, daß wir das wiederum in einer gewissen Art beachten. Denn eigentlich sollten wir uns doch klar sein, wieviel von unseren Unzufriedenheiten im Grunde wirklich von uns selber abhängen. Der eine kann gar nicht genug tun, überall das aufzustöbern, was ihn unzufrieden machen kann. Und wir fühlen, daß das nicht nur glücklichere Naturen, sondern schon auch bessere Naturen sind, die imstande sind, viel darauf zu achten, daß selbst, wenn noch so schlimme Dinge an uns fortwährend herankommen, wir doch Gründe haben, über das oder jenes uns zu freuen. Es gibt solche Gründe. Und wer nicht zugeben will, daß es diese gibt, an dem liegt es eben selber. Zufriedenheit, namentlich wenn sie durch eine bessere Eigenschaft unserer Seele bewirkt ist, verstärkt den Ätherleib in bezug auf seine Lebenskraft. Und wiederum ist es der Fall — alle übrigen Bedingungen in der gleichen Art vorausgesetzt —, daß Wunden oder sonstiges bei einem zufriedenen Menschen, der gewissen Anlaß hat, leicht befriedigt zu sein, sich nicht viel aufzuregen über das, was ihm zustößt, leichter heilen bei ihm, als bei dem Grämlichen und Unzufriedenen, der sich über alles aufregt und von allem unbefriedigt weggeht, wie gesagt unter sonst gleichen Umständen. Nun können wir auch wiederum in einem Leben recht genau sehen — und das ist wichtig, daß wir so etwas, wenn wir zu erziehen haben, gut beachten -, daß bei jemandem, der in einer gewissen Lebensepoche so recht von Zufriedenheit durchdrungen ist und sich bemüht, die Dinge aufzusuchen, die ihn befriedigen können, vielleicht trotz Schmerz und Leid, daß bei ihm eine karmische Auswirkung noch im selben Leben, wenn auch erst nach Jahrzehnten geschieht, was sich namentlich dadurch zum Ausdruck bringt, daß ein solcher Mensch, der also Zufriedenheit sich anzueignen bestrebt hat, in einer gewissen Epoche seines Lebens, ein gewisses wohltuendes Gleichmaß des Lebens auf seine Umgebung ausströmt. Sie wissen, daß es das gibt. Es gibt solche Menschen, in deren Umgebung andere ungeheuer leicht zappelig werden müssen, und solche, die einfach dadurch, daß sie da sind, andere beruhigen. Menschen, die sich bestrebt haben, in einer Epoche ihres Lebens zufrieden zu sein, erringen sich als karmische Wirkung für eine nächste Epoche desselben Lebens diese Möglichkeit, harmonisierend auf ihre Umgebung zu wirken, gewissermaßen rein durch ihr Dasein Wohltäter für ihre Umgebung zu sein.
[ 18 ] Und wenn wir einen zufriedenen Menschen vor uns sehen, einen Menschen, der nicht geneigt ist, von vornherein über alles grämlich zu sein, über alles unzufrieden zu sein, dann zeigt uns der Ätherleib ganz bestimmte Eigenschaften. Das ist wichtig, daß wir das wiederum in einer gewissen Art beachten. Denn eigentlich sollten wir uns doch klar sein, wieviel von unseren Unzufriedenheiten im Grunde wirklich von uns selber abhängen. Der eine kann gar nicht genug tun, überall das aufzustöbern, was ihn unzufrieden machen kann. Und wir fühlen, daß das nicht nur glücklichere Naturen, sondern schon auch bessere Naturen sind, die imstande sind, viel darauf zu achten, daß selbst, wenn noch so schlimme Dinge an uns fortwährend herankommen, wir doch Gründe haben, über das oder jenes uns zu freuen. Es gibt solche Gründe. Und wer nicht zugeben will, daß es diese gibt, an dem liegt es eben selber. Zufriedenheit, namentlich wenn sie durch eine bessere Eigenschaft unserer Seele bewirkt ist, verstärkt den Ätherleib in bezug auf seine Lebenskraft. Und wiederum ist es der Fall — alle übrigen Bedingungen in der gleichen Art vorausgesetzt —, daß Wunden oder sonstiges bei einem zufriedenen Menschen, der gewissen Anlaß hat, leicht befriedigt zu sein, sich nicht viel aufzuregen über das, was ihm zustößt, leichter heilen bei ihm, als bei dem Grämlichen und Unzufriedenen, der sich über alles aufregt und von allem unbefriedigt weggeht, wie gesagt unter sonst gleichen Umständen. Nun können wir auch wiederum in einem Leben recht genau sehen — und das ist wichtig, daß wir so etwas, wenn wir zu erziehen haben, gut beachten -, daß bei jemandem, der in einer gewissen Lebensepoche so recht von Zufriedenheit durchdrungen ist und sich bemüht, die Dinge aufzusuchen, die ihn befriedigen können, vielleicht trotz Schmerz und Leid, daß bei ihm eine karmische Auswirkung noch im selben Leben, wenn auch erst nach Jahrzehnten geschieht, was sich namentlich dadurch zum Ausdruck bringt, daß ein solcher Mensch, der also Zufriedenheit sich anzueignen bestrebt hat, in einer gewissen Epoche seines Lebens, ein gewisses wohltuendes Gleichmaß des Lebens auf seine Umgebung ausströmt. Sie wissen, daß es das gibt. Es gibt solche Menschen, in deren Umgebung andere ungeheuer leicht zappelig werden müssen, und solche, die einfach dadurch, daß sie da sind, andere beruhigen. Menschen, die sich bestrebt haben, in einer Epoche ihres Lebens zufrieden zu sein, erringen sich als karmische Wirkung für eine nächste Epoche desselben Lebens diese Möglichkeit, harmonisierend auf ihre Umgebung zu wirken, gewissermaßen rein durch ihr Dasein Wohltäter für ihre Umgebung zu sein.
[ 19 ] Wohlwollende Menschen — das können wir immer beobachten — die sich bestrebt haben, wohlwollend zu sein, erringen sich die karmische Wirkung, daß ihnen in einer späteren Lebensepoche merkwürdig alle Dinge gelingen, die von ihnen abhängen, die von ihnen beabsichtigt werden. Das scheint uns manchmal unerklärlich, daß manchem Menschen alles gelingt, daß er sich dem gewachsen fühlt, was er unternimmt, und daß es einem anderen nicht gelingt, daß ihm alles versagt, was er anfaßt. Das führt zurück auf die karmische Ursache des Wohlwollens oder des Mißwollens. Sie können diese Dinge, die ich Ihnen wie Leitlinien anführe, im Leben beobachten. Wenn Sie die Fehlerquellen ausschließen, die es gibt, so werden Sie sehen, daß Ihnen das Leben das bestätigt, was ich gesagt habe.
[ 19 ] Wohlwollende Menschen — das können wir immer beobachten — die sich bestrebt haben, wohlwollend zu sein, erringen sich die karmische Wirkung, daß ihnen in einer späteren Lebensepoche merkwürdig alle Dinge gelingen, die von ihnen abhängen, die von ihnen beabsichtigt werden. Das scheint uns manchmal unerklärlich, daß manchem Menschen alles gelingt, daß er sich dem gewachsen fühlt, was er unternimmt, und daß es einem anderen nicht gelingt, daß ihm alles versagt, was er anfaßt. Das führt zurück auf die karmische Ursache des Wohlwollens oder des Mißwollens. Sie können diese Dinge, die ich Ihnen wie Leitlinien anführe, im Leben beobachten. Wenn Sie die Fehlerquellen ausschließen, die es gibt, so werden Sie sehen, daß Ihnen das Leben das bestätigt, was ich gesagt habe.
[ 20 ] Wenn wir jetzt von einer Inkarnation in die andere übergehen, so müssen wir sagen: In einer Inkarnation können sich die karmischen Wirkungen eigentlich nur seelisch zeigen, zeigen sich nur seelisch. Da zeigen sich die Wirkungen des Neides in gewissen Schwächen und in Unselbständigkeit, die Wirkungen der Lügenhaftigkeit in der Scheuheit, die Wirkungen von Wohlwollen und Zufriedenheit, so wie ich es Ihnen geschildert habe. Wir haben in der einen Inkarnation eben nicht jene gründlichen, tiefgehenden Einflüsse auf unsere Leibesorganisation, daß wir mit den karmischen Wirkungen weiterkommen könnten als bis zu einer seelischen Grundlage. In den Leib hinein, in den Aufbau und die Organisation des Leibes hinein wirken diese Dinge erst in der nächsten Inkarnation. Und während wir uns seelisch zu unselbständigen Menschen machen in einer Inkarnation durch Neid und Tadelsucht, wirken diese den Leib schwach konstituierend, ihn schwach aufbauend in die nächste Inkarnation hinüber. Es wird ein schwacher Leib aufgebaut von einem, der früher vom Neid geplagt war oder von maskiertem Neid, von Tadelsucht, Kritikasterei.
[ 20 ] Wenn wir jetzt von einer Inkarnation in die andere übergehen, so müssen wir sagen: In einer Inkarnation können sich die karmischen Wirkungen eigentlich nur seelisch zeigen, zeigen sich nur seelisch. Da zeigen sich die Wirkungen des Neides in gewissen Schwächen und in Unselbständigkeit, die Wirkungen der Lügenhaftigkeit in der Scheuheit, die Wirkungen von Wohlwollen und Zufriedenheit, so wie ich es Ihnen geschildert habe. Wir haben in der einen Inkarnation eben nicht jene gründlichen, tiefgehenden Einflüsse auf unsere Leibesorganisation, daß wir mit den karmischen Wirkungen weiterkommen könnten als bis zu einer seelischen Grundlage. In den Leib hinein, in den Aufbau und die Organisation des Leibes hinein wirken diese Dinge erst in der nächsten Inkarnation. Und während wir uns seelisch zu unselbständigen Menschen machen in einer Inkarnation durch Neid und Tadelsucht, wirken diese den Leib schwach konstituierend, ihn schwach aufbauend in die nächste Inkarnation hinüber. Es wird ein schwacher Leib aufgebaut von einem, der früher vom Neid geplagt war oder von maskiertem Neid, von Tadelsucht, Kritikasterei.
[ 21 ] Nun müssen wir aber auch, wenn wir uns ein wenig mit dem befaßt haben, was uns die Geisteswissenschaft sonst zeigt, sagen, daß es doch wahrhaftig nicht zufällig ist, wenn wir in einer neuen Inkarnation mit diesem oder jenem Menschen zusammengeführt werden. Wir werden hineingeführt in die Familie, in die Umgebung, mit der wir etwas zu tun haben. Und so werden Sie es nicht sehr sonderbar finden, wenn ich sage: Wenn einer in einer Inkarnation ein neidischer Mensch war, so wird er mit den Menschen wieder geboren - sei es, daß sie seine Eltern oder andere sind -, die er beneidet hat, die er gerichtet oder verklatscht, die er getadelt hat. Mit denen wird er wieder zusammengeführt. Und wir werden vielleicht dadurch zusammengeführt, daß wir in diese Umgebung mit einer schwachen Organisation hineingeführt werden. Da wird die Sache sehr praktisch, da wird die Lehre vom Karma an die Lebenspraxis herangerückt. Da können wir sagen, wenn ein Menschenkind mit einer schwachen Organisation hereingeboren wird: Dies ist die Folge der neidhaften Anlage der früheren Inkarnation, und wir, wir sind diejenigen, welche beneidet worden sind, und es ist dieses Menschenkind karmisch mit uns zusammengeführt worden, weil wir diejenigen sind, hinter denen es mit seinem Neid und seiner Klatschsucht her war. Das ist fruchtbar, wenn wir uns sagen: Wenn Karma überhaupt einen Sinn hat, so ist es berechtigt, die Sache so anzusehen. Also sehen wir sie einmal so an.
[ 21 ] Nun müssen wir aber auch, wenn wir uns ein wenig mit dem befaßt haben, was uns die Geisteswissenschaft sonst zeigt, sagen, daß es doch wahrhaftig nicht zufällig ist, wenn wir in einer neuen Inkarnation mit diesem oder jenem Menschen zusammengeführt werden. Wir werden hineingeführt in die Familie, in die Umgebung, mit der wir etwas zu tun haben. Und so werden Sie es nicht sehr sonderbar finden, wenn ich sage: Wenn einer in einer Inkarnation ein neidischer Mensch war, so wird er mit den Menschen wieder geboren - sei es, daß sie seine Eltern oder andere sind -, die er beneidet hat, die er gerichtet oder verklatscht, die er getadelt hat. Mit denen wird er wieder zusammengeführt. Und wir werden vielleicht dadurch zusammengeführt, daß wir in diese Umgebung mit einer schwachen Organisation hineingeführt werden. Da wird die Sache sehr praktisch, da wird die Lehre vom Karma an die Lebenspraxis herangerückt. Da können wir sagen, wenn ein Menschenkind mit einer schwachen Organisation hereingeboren wird: Dies ist die Folge der neidhaften Anlage der früheren Inkarnation, und wir, wir sind diejenigen, welche beneidet worden sind, und es ist dieses Menschenkind karmisch mit uns zusammengeführt worden, weil wir diejenigen sind, hinter denen es mit seinem Neid und seiner Klatschsucht her war. Das ist fruchtbar, wenn wir uns sagen: Wenn Karma überhaupt einen Sinn hat, so ist es berechtigt, die Sache so anzusehen. Also sehen wir sie einmal so an.
[ 22 ] Natürlich, fruchtbar wird die Sache erst, wenn wir uns fragen: Was sollen wir nun tun gegenüber einem solchen schwachen Menschenkinde? Da brauchen wir uns nur zu fragen: Was erscheint uns denn moralisch als das Beste schon im gewöhnlichen Leben, wenn uns jemand mit seinem Neid und seiner Tadelsucht verfolgt? Vielleicht ist es im gewöhnlichen alltäglichen Leben nicht immer möglich, das Beste auszuführen. Was erscheint uns aber als das Beste? - Nun ganz gewiß erscheint uns das Verzeihen, das Vergeben als das Allerbeste. Man kann sagen: Unser Leben ist vielleicht nicht so, daß wir immer vergeben können, aber das Beste ist ohne Zweifel das Vergeben, und das Wirksamste und auch das Fruchtbarste im Leben ist das Verzeihen. Können wir vom gewöhnlichen Leben schon sagen: Es ist das Beste, wenn wir es auch nicht immer ausführen können, das Verzeihen, so zeigt sich, daß aber unter allen Umständen die wirkliche Anwendung des Prinzips des Verzeihens dann am richtigen Platz ist, wenn wir als karmische Wirkung aus früheren Inkarnationen das konstatieren müssen, was ich gesagt habe. Wenn ein schwaches Menschenkind in unsere Umgebung hereingeboren oder mit uns zusammengeführt worden ist, müssen wir uns dann sagen: Da Karma nicht bloß eine theoretische Idee bleiben soll, müssen wir uns denken, daß wir die Beneideten, die Verklatschten waren. Jetzt können wir unter allen Umständen in unserem tiefsten Herzen das Gefühl der Verzeihung, der Vergebung üben. — Wir können sozusagen ein solches Menschenkind wie einhüllen in eine Atmosphäre von immer wieder rege gemachten Verzeihungsgefühlen. Wenn man das täte im Leben, wenn man sich zusammengeführt fühlt mit Menschen, die schwach sind, und würde nicht bloß theoretisch die Idee des Verzeihens fassen, sondern immer erneut in der Seele die Empfindungen rege machen, ich habe dir etwas zu verzeihen, ich will dir verzeihen, und immer erneuern dieses Gefühl, dann wäre das eine praktische Einführung der anthroposophischen Gesinnung ins Leben. Man würde schon die Wirkung sehen. Man versuche einmal, das praktisch durchzuführen, und man wird sehen, daß die Menschen, denen man auf diese Weise verzeiht und das Gefühl des Verzeihens immer erneut, wenn sie schwach in unsere Umgebung hereingeboren werden, dann aufblühen, daß unser Gefühl eine gesundende, aufblühenlassende Wirkung auf sie hat. Und wir können zu Heilern, zu Gesundern der Menschen, mit denen uns Karma zusammengeführt hat, dadurch werden. So wird Anthroposophie, wenn wir sie nicht bloß als eine Summe von Ideen betrachten, die uns interessieren, fruchtbar. Es ist im Grunde genommen recht egoistisch, wenn wir anfangen, uns für Anthroposophie zu begeistern, weil uns die Gedanken der Anthroposophie begeistern, uns als wahr erscheinen. Denn was befriedigen wir dann? Wir befriedigen das, was unsere Sehnsucht nach einer harmonischen Weltanschauung ist. Das ist sehr schön. Das Größere ist aber, wenn wir unser ganzes Leben durchdringen von dem, was sich aus diesen Ideen ergibt; wenn die Ideen in die Hände, in jeden Schritt und in alles gehen, was wir erleben und tun. Dann erst wird Anthroposophie ein Lebensprinzip, und bevor sie das nicht wird, hat sie keinen Wert.
[ 22 ] Natürlich, fruchtbar wird die Sache erst, wenn wir uns fragen: Was sollen wir nun tun gegenüber einem solchen schwachen Menschenkinde? Da brauchen wir uns nur zu fragen: Was erscheint uns denn moralisch als das Beste schon im gewöhnlichen Leben, wenn uns jemand mit seinem Neid und seiner Tadelsucht verfolgt? Vielleicht ist es im gewöhnlichen alltäglichen Leben nicht immer möglich, das Beste auszuführen. Was erscheint uns aber als das Beste? - Nun ganz gewiß erscheint uns das Verzeihen, das Vergeben als das Allerbeste. Man kann sagen: Unser Leben ist vielleicht nicht so, daß wir immer vergeben können, aber das Beste ist ohne Zweifel das Vergeben, und das Wirksamste und auch das Fruchtbarste im Leben ist das Verzeihen. Können wir vom gewöhnlichen Leben schon sagen: Es ist das Beste, wenn wir es auch nicht immer ausführen können, das Verzeihen, so zeigt sich, daß aber unter allen Umständen die wirkliche Anwendung des Prinzips des Verzeihens dann am richtigen Platz ist, wenn wir als karmische Wirkung aus früheren Inkarnationen das konstatieren müssen, was ich gesagt habe. Wenn ein schwaches Menschenkind in unsere Umgebung hereingeboren oder mit uns zusammengeführt worden ist, müssen wir uns dann sagen: Da Karma nicht bloß eine theoretische Idee bleiben soll, müssen wir uns denken, daß wir die Beneideten, die Verklatschten waren. Jetzt können wir unter allen Umständen in unserem tiefsten Herzen das Gefühl der Verzeihung, der Vergebung üben. — Wir können sozusagen ein solches Menschenkind wie einhüllen in eine Atmosphäre von immer wieder rege gemachten Verzeihungsgefühlen. Wenn man das täte im Leben, wenn man sich zusammengeführt fühlt mit Menschen, die schwach sind, und würde nicht bloß theoretisch die Idee des Verzeihens fassen, sondern immer erneut in der Seele die Empfindungen rege machen, ich habe dir etwas zu verzeihen, ich will dir verzeihen, und immer erneuern dieses Gefühl, dann wäre das eine praktische Einführung der anthroposophischen Gesinnung ins Leben. Man würde schon die Wirkung sehen. Man versuche einmal, das praktisch durchzuführen, und man wird sehen, daß die Menschen, denen man auf diese Weise verzeiht und das Gefühl des Verzeihens immer erneut, wenn sie schwach in unsere Umgebung hereingeboren werden, dann aufblühen, daß unser Gefühl eine gesundende, aufblühenlassende Wirkung auf sie hat. Und wir können zu Heilern, zu Gesundern der Menschen, mit denen uns Karma zusammengeführt hat, dadurch werden. So wird Anthroposophie, wenn wir sie nicht bloß als eine Summe von Ideen betrachten, die uns interessieren, fruchtbar. Es ist im Grunde genommen recht egoistisch, wenn wir anfangen, uns für Anthroposophie zu begeistern, weil uns die Gedanken der Anthroposophie begeistern, uns als wahr erscheinen. Denn was befriedigen wir dann? Wir befriedigen das, was unsere Sehnsucht nach einer harmonischen Weltanschauung ist. Das ist sehr schön. Das Größere ist aber, wenn wir unser ganzes Leben durchdringen von dem, was sich aus diesen Ideen ergibt; wenn die Ideen in die Hände, in jeden Schritt und in alles gehen, was wir erleben und tun. Dann erst wird Anthroposophie ein Lebensprinzip, und bevor sie das nicht wird, hat sie keinen Wert.
[ 23 ] Wir können auch in bezug auf die anderen Eigenschaften in ähnlicher Weise sprechen. Wenn wir zum Beispiel lügenhafte Menschen in einer Inkarnation waren und wiedergeboren werden, dann werden wir gerade mit denjenigen zusammengeführt, denen wir vielleicht den Buckel voll gelogen haben. Gar häufig kann man das finden, wenn man wirklich okkultistischer Untersucher ist, daß ein Menschenkind in eine Umgebung hereingeboren wird, zu der es nicht ein richtiges Verhältnis gewinnen kann, von der es nicht verstanden wird und die es nicht versteht. Es ist manchmal so, daß wir in eigentümlicher Weise auf unsere Umgebung wirken. Ich weiß nicht, ob Sie das schon beobachtet haben, daß das im Grunde genommen noch viel weitere Kreise als nur zum Menschen zieht. Es gibt bestimmte Menschen: wenn sie Blumen aufziehen wollen, so gedeihen diese Blumen, sie haben eine glückliche Hand dafür. Dadurch, daß sie es sind, welche die Blumen aufziehen, gedeihen diese. Andere Menschen können machen, was sie wollen: die Blumen dorren ab. Das gibt es. Es gibt eben viel geheimnisvollere Beziehungen zwischen den einzelnen Wesenheiten des Daseins, als man gewöhnlich meint. Diese geheimnisvollen Beziehungen sind natürlich hauptsächlich von Mensch zu Mensch da. Und wenn wir durch das Karma mit einem Menschenkind zusammengeführt werden, das uns in der früheren Inkarnation wacker angelogen hat, so ist es so, daß wir sozusagen schwer ein Verhältnis zu diesem Kinde finden. Das sollten wir beachten. Nicht bloß nach unserem Temperament dürfen wir das beurteilen, sondern karmisch müssen wir das beurteilen. Wir sollen sagen: Das kommt davon her, daß wir vielleicht von diesem Menschenkind oft angelogen worden sind. Jetzt können wir wiederum diesem Menschenkind helfen, es stärken und kräftigen.
[ 23 ] Wir können auch in bezug auf die anderen Eigenschaften in ähnlicher Weise sprechen. Wenn wir zum Beispiel lügenhafte Menschen in einer Inkarnation waren und wiedergeboren werden, dann werden wir gerade mit denjenigen zusammengeführt, denen wir vielleicht den Buckel voll gelogen haben. Gar häufig kann man das finden, wenn man wirklich okkultistischer Untersucher ist, daß ein Menschenkind in eine Umgebung hereingeboren wird, zu der es nicht ein richtiges Verhältnis gewinnen kann, von der es nicht verstanden wird und die es nicht versteht. Es ist manchmal so, daß wir in eigentümlicher Weise auf unsere Umgebung wirken. Ich weiß nicht, ob Sie das schon beobachtet haben, daß das im Grunde genommen noch viel weitere Kreise als nur zum Menschen zieht. Es gibt bestimmte Menschen: wenn sie Blumen aufziehen wollen, so gedeihen diese Blumen, sie haben eine glückliche Hand dafür. Dadurch, daß sie es sind, welche die Blumen aufziehen, gedeihen diese. Andere Menschen können machen, was sie wollen: die Blumen dorren ab. Das gibt es. Es gibt eben viel geheimnisvollere Beziehungen zwischen den einzelnen Wesenheiten des Daseins, als man gewöhnlich meint. Diese geheimnisvollen Beziehungen sind natürlich hauptsächlich von Mensch zu Mensch da. Und wenn wir durch das Karma mit einem Menschenkind zusammengeführt werden, das uns in der früheren Inkarnation wacker angelogen hat, so ist es so, daß wir sozusagen schwer ein Verhältnis zu diesem Kinde finden. Das sollten wir beachten. Nicht bloß nach unserem Temperament dürfen wir das beurteilen, sondern karmisch müssen wir das beurteilen. Wir sollen sagen: Das kommt davon her, daß wir vielleicht von diesem Menschenkind oft angelogen worden sind. Jetzt können wir wiederum diesem Menschenkind helfen, es stärken und kräftigen.
[ 24 ] Womit vergibt man am besten etwas, was also sich etwa so ausdrücken läßt, ein anderer sagt einem eine Lüge. Man vergibt das am besten, wenn man ihm eine Wahrheit beibringt. Mit dem anderen, daß man die Lüge rektifiziert, tut man schon einiges Gute, hat dadurch aber den Menschen nicht weiter gebracht. Weiter bringt man ihn, wenn man versucht, ihm eine nützliche Wahrheit beizubringen. Man muß eine Art Politik seines Umganges mit dem Menschen befolgen, das bringt den Menschen weiter. Wenn wir genötigt sind, die Sache karmisch zu betrachten, ist es insbesondere von Vorteil, daß wir Menschen gegenüber, mit denen wir karmisch zusammengeführt werden, von denen wir wissen, sie finden kein Verhältnis zu uns, weil sie scheu uns gegenüber sind, daß wir uns bemühen, recht wahrhaftig ihnen gegenüber zu sein. Dann werden wir sehen, wie diese Menschen wiederum aufblühen unter unserer Offenherzigkeit und wie ihnen diese Offenherzigkeit von großem Vorteil ist. So sehen wir, wie wir Lebensprinzipien gewinnen können, wenn wir das Wirken des Karma praktisch betrachten.
[ 24 ] Womit vergibt man am besten etwas, was also sich etwa so ausdrücken läßt, ein anderer sagt einem eine Lüge. Man vergibt das am besten, wenn man ihm eine Wahrheit beibringt. Mit dem anderen, daß man die Lüge rektifiziert, tut man schon einiges Gute, hat dadurch aber den Menschen nicht weiter gebracht. Weiter bringt man ihn, wenn man versucht, ihm eine nützliche Wahrheit beizubringen. Man muß eine Art Politik seines Umganges mit dem Menschen befolgen, das bringt den Menschen weiter. Wenn wir genötigt sind, die Sache karmisch zu betrachten, ist es insbesondere von Vorteil, daß wir Menschen gegenüber, mit denen wir karmisch zusammengeführt werden, von denen wir wissen, sie finden kein Verhältnis zu uns, weil sie scheu uns gegenüber sind, daß wir uns bemühen, recht wahrhaftig ihnen gegenüber zu sein. Dann werden wir sehen, wie diese Menschen wiederum aufblühen unter unserer Offenherzigkeit und wie ihnen diese Offenherzigkeit von großem Vorteil ist. So sehen wir, wie wir Lebensprinzipien gewinnen können, wenn wir das Wirken des Karma praktisch betrachten.
[ 25 ] Was wir vorhin charakterisiert haben als die Wirkung des Wohlwollens schon in einem einzelnen Leben, das können wir so sehen, daß es wirklich so etwas bewirkt wie Harmonisierung des Lebens, aber seelisch zunächst. Menschen, bei denen das von einer Inkarnation in die andere hinüberwirkt, bei denen finden wir, daß sie tatsächlich mit einer glücklicheren Organisation, die wir «geschickt» nennen können, geboren werden. Wohlwollen, Zufriedenheit in einer Inkarnation, bewirken Geschmeidigkeit, Geschicklichkeit in einer anderen Inkarnation. Wahr ist es, daß es so ist, denn dasläßt sich auf dem Gebiet der okkulten Forschung immer nachweisen. Und man kann sehr gut sich selbst beobachten und einiges von dem erfahren, wie die frühere Inkarnation in die gegenwärtige herüberwirkt. Wir können ganz sicher sein, daß es so ist bei Menschen, deren Finger ganz ungeeignet sind, einen Knopf, der abreißt, selber anzunähen, oder bei Menschen, die, wenn sie ein Glas in den Wandschrank tragen sollen, dieses glücklich zu Boden schmeißen ich übertreibe jetzt etwas. Aber in feineren Nuancen gibt es sehr zahlreiche Menschen, die so organisiert sind, daß sie gar nicht anders können, als ihre Finger nicht in der richtigen Weise zu bewegen, daß sie immer Ungeschicklichkeiten machen. Das hat eine tiefe Bedeutung für das Leben, ob man sein Instrument des Leibes wacker gebrauchen kann oder ob es einem alle Augenblicke sozusagen tückisch Hindernisse bietet. Das ist außerordentlich wichtig. Und wenn wir ein ungeschicktes Kind heranwachsen sehen, so müssen wir voraussetzen in den meisten Fällen, daß es ihm in der vorigen Inkarnation an Zufriedenheit und Wohlwollen gefehlt hat. Wenn wir Geschicklichkeit auftauchen sehen, so daß der Mensch, wenn er etwas angreift, die Sache schon förmlich vorher kann, dann ist das ganz sicher die karmische Wirkung von Wohlwollen und Zufriedenheit.
[ 25 ] Was wir vorhin charakterisiert haben als die Wirkung des Wohlwollens schon in einem einzelnen Leben, das können wir so sehen, daß es wirklich so etwas bewirkt wie Harmonisierung des Lebens, aber seelisch zunächst. Menschen, bei denen das von einer Inkarnation in die andere hinüberwirkt, bei denen finden wir, daß sie tatsächlich mit einer glücklicheren Organisation, die wir «geschickt» nennen können, geboren werden. Wohlwollen, Zufriedenheit in einer Inkarnation, bewirken Geschmeidigkeit, Geschicklichkeit in einer anderen Inkarnation. Wahr ist es, daß es so ist, denn dasläßt sich auf dem Gebiet der okkulten Forschung immer nachweisen. Und man kann sehr gut sich selbst beobachten und einiges von dem erfahren, wie die frühere Inkarnation in die gegenwärtige herüberwirkt. Wir können ganz sicher sein, daß es so ist bei Menschen, deren Finger ganz ungeeignet sind, einen Knopf, der abreißt, selber anzunähen, oder bei Menschen, die, wenn sie ein Glas in den Wandschrank tragen sollen, dieses glücklich zu Boden schmeißen ich übertreibe jetzt etwas. Aber in feineren Nuancen gibt es sehr zahlreiche Menschen, die so organisiert sind, daß sie gar nicht anders können, als ihre Finger nicht in der richtigen Weise zu bewegen, daß sie immer Ungeschicklichkeiten machen. Das hat eine tiefe Bedeutung für das Leben, ob man sein Instrument des Leibes wacker gebrauchen kann oder ob es einem alle Augenblicke sozusagen tückisch Hindernisse bietet. Das ist außerordentlich wichtig. Und wenn wir ein ungeschicktes Kind heranwachsen sehen, so müssen wir voraussetzen in den meisten Fällen, daß es ihm in der vorigen Inkarnation an Zufriedenheit und Wohlwollen gefehlt hat. Wenn wir Geschicklichkeit auftauchen sehen, so daß der Mensch, wenn er etwas angreift, die Sache schon förmlich vorher kann, dann ist das ganz sicher die karmische Wirkung von Wohlwollen und Zufriedenheit.
[ 26 ] Wenn wir dies so betrachten, dürfen wir sagen: Eigentlich können wir da in wunderbarer Weise von einer Inkarnation in die andere hinüberwirken. Es eröffnet sich uns die Möglichkeit, wirklich schon zu arbeiten an unserer nächsten Inkarnation. Und wir werden vieles ändern für unsere nächste Inkarnation, wenn wir einmal ernsthaft den Entschluß fassen, zu beobachten, ob wir doch nicht ein klein wenig von Tadelsucht und Kritikasterei in uns haben. Wenn wir versuchen, uns zu prüfen, ob wir das ein klein wenig in uns haben, so finden wir sogar, daß wir es in erheblichem Maße in uns haben. Es ist schon gut, wenn wir versuchen, uns zu prüfen, ob wir. es ein klein wenig in uns haben. Dann beginnt die Sache, daß wir an uns arbeiten. Und wir bewahren uns vielleicht davor, daß wir in der nächsten Inkarnation schwach und bleich geboren werden, bewahren uns in diesem Leben schon davor, daß wir sozusagen unselbständige Menschenkinder werden,
[ 26 ] Wenn wir dies so betrachten, dürfen wir sagen: Eigentlich können wir da in wunderbarer Weise von einer Inkarnation in die andere hinüberwirken. Es eröffnet sich uns die Möglichkeit, wirklich schon zu arbeiten an unserer nächsten Inkarnation. Und wir werden vieles ändern für unsere nächste Inkarnation, wenn wir einmal ernsthaft den Entschluß fassen, zu beobachten, ob wir doch nicht ein klein wenig von Tadelsucht und Kritikasterei in uns haben. Wenn wir versuchen, uns zu prüfen, ob wir das ein klein wenig in uns haben, so finden wir sogar, daß wir es in erheblichem Maße in uns haben. Es ist schon gut, wenn wir versuchen, uns zu prüfen, ob wir. es ein klein wenig in uns haben. Dann beginnt die Sache, daß wir an uns arbeiten. Und wir bewahren uns vielleicht davor, daß wir in der nächsten Inkarnation schwach und bleich geboren werden, bewahren uns in diesem Leben schon davor, daß wir sozusagen unselbständige Menschenkinder werden,
[ 27 ] Wenn wir diese Dinge ins Auge fassen, werden wir uns sagen: Es ist keine Phantasterei mehr, die einzelnen Inkarnationen wie Kettenglieder des Menschen zusammenzufassen und die Erde wirklich als eine Art von Schulung zu betrachten, durch die wir lernen, das, was sich uns in den einzelnen Inkarnationen bietet, so zu gebrauchen, daß wir immer höher und höher kommen, immer weiter und weiter schreiten. Denn warum werden wir, im Grunde genommen, inkarniert? Wir können uns am besten einen Begriff davon machen, wenn wir uns fragen nach den zwei großen Verschiedenheiten, nach den großen Unterschieden, die bestehen zwischen unseren Inkarnationen in alter vorchristlicher Zeit und unseren jetzigen Inkarnationen, die verfließen, nachdem der Christus-Impuls da war. Da ist nämlich ein sehr, sehr beträchtlicher Unterschied.
[ 27 ] Wenn wir diese Dinge ins Auge fassen, werden wir uns sagen: Es ist keine Phantasterei mehr, die einzelnen Inkarnationen wie Kettenglieder des Menschen zusammenzufassen und die Erde wirklich als eine Art von Schulung zu betrachten, durch die wir lernen, das, was sich uns in den einzelnen Inkarnationen bietet, so zu gebrauchen, daß wir immer höher und höher kommen, immer weiter und weiter schreiten. Denn warum werden wir, im Grunde genommen, inkarniert? Wir können uns am besten einen Begriff davon machen, wenn wir uns fragen nach den zwei großen Verschiedenheiten, nach den großen Unterschieden, die bestehen zwischen unseren Inkarnationen in alter vorchristlicher Zeit und unseren jetzigen Inkarnationen, die verfließen, nachdem der Christus-Impuls da war. Da ist nämlich ein sehr, sehr beträchtlicher Unterschied.
[ 28 ] Diesen Unterschied zwischen unseren Inkarnationen in alter vorchristlicher Zeit und unseren jetzigen Inkarnationen könnte man am besten dadurch bezeichnen, daß man sagt: Wenn man zurückblickt auf die Inkarnationen der Menschen der vorchristlichen Zeit, so hatten bis zu einem gewissen Grad die Seelen in dieser vorchristlichen Zeit alle noch irgend etwas von dem behalten, was alle Seelen beim Anfang der Erdeninkarnationen hatten. Es war für alle Seelen ein natürliches Hellsehen da, ein Hineinschauen in die geistige Welt. Und der Fortschritt der Inkarnationen besteht gerade darin, daß dieses Erbstück aus der geistigen Welt, vom geistigen Ursprung her, nach und nach sich verloren hat, daß die Menschen immer mehr herausgetreten sind auf den physischen Plan, immer mehr ihnen die geistige Welt geschwunden ist. Der Christus-Impuls bedeutet, daß, wenn wir die Möglichkeit finden, den Christus in uns aufzunehmen, ihn mit unserem Ich zu verbinden, wir wiederum anfangen, immer mehr und mehr aufzusteigen zu dem, was wir am Anfang waren, nur reicher. Daß wir am Ende der Inkarnationen wiederum im Geistigen so darin sind, wie wir am Anfang unserer Inkarnationen drinnen waren, wird bewirkt durch die Aufnahme der Christus-Kraft, wenn wir unsere nächsten Inkarnationen so anwenden, daß wir immer mehr von dem Christus aufnehmen. Das sind die großen Unterschiede zwischen den vorchristlichen und nachchristlichen Inkarnationen. Wir sind jetzt eigentlich noch in einer Übergangszeit darin. Wir sind tief herausgedrängt für alles normale Menschenerkennen auf den physischen Plan, auf das bloße physische Wahrnehmen, und eigentlich ist heute ein Höhepunkt in bezug auf das physische Wahrnehmen. Denn der Christus-Impuls ist erst am Anfang, und in folgenden Inkarnationen werden die Menschen so recht den Christus aufnehmen, werden erst diese Inkarnationen liebgewinnen, weil sie ihnen Gelegenheit geben, zu erfahren, was nur durch das Erdendasein erfahren werden kann: die Aufnahme des Christus-Impulses in die Seele. Das können wir selbst bei großen Persönlichkeiten beobachten, wie sozusagen der gewaltige Unterschied da ist zwischen den Inkarnationen vor dem Christus-Impuls auf der Erde und nachher. Ich möchte Ihnen eine Einzelheit erzählen.
[ 28 ] Diesen Unterschied zwischen unseren Inkarnationen in alter vorchristlicher Zeit und unseren jetzigen Inkarnationen könnte man am besten dadurch bezeichnen, daß man sagt: Wenn man zurückblickt auf die Inkarnationen der Menschen der vorchristlichen Zeit, so hatten bis zu einem gewissen Grad die Seelen in dieser vorchristlichen Zeit alle noch irgend etwas von dem behalten, was alle Seelen beim Anfang der Erdeninkarnationen hatten. Es war für alle Seelen ein natürliches Hellsehen da, ein Hineinschauen in die geistige Welt. Und der Fortschritt der Inkarnationen besteht gerade darin, daß dieses Erbstück aus der geistigen Welt, vom geistigen Ursprung her, nach und nach sich verloren hat, daß die Menschen immer mehr herausgetreten sind auf den physischen Plan, immer mehr ihnen die geistige Welt geschwunden ist. Der Christus-Impuls bedeutet, daß, wenn wir die Möglichkeit finden, den Christus in uns aufzunehmen, ihn mit unserem Ich zu verbinden, wir wiederum anfangen, immer mehr und mehr aufzusteigen zu dem, was wir am Anfang waren, nur reicher. Daß wir am Ende der Inkarnationen wiederum im Geistigen so darin sind, wie wir am Anfang unserer Inkarnationen drinnen waren, wird bewirkt durch die Aufnahme der Christus-Kraft, wenn wir unsere nächsten Inkarnationen so anwenden, daß wir immer mehr von dem Christus aufnehmen. Das sind die großen Unterschiede zwischen den vorchristlichen und nachchristlichen Inkarnationen. Wir sind jetzt eigentlich noch in einer Übergangszeit darin. Wir sind tief herausgedrängt für alles normale Menschenerkennen auf den physischen Plan, auf das bloße physische Wahrnehmen, und eigentlich ist heute ein Höhepunkt in bezug auf das physische Wahrnehmen. Denn der Christus-Impuls ist erst am Anfang, und in folgenden Inkarnationen werden die Menschen so recht den Christus aufnehmen, werden erst diese Inkarnationen liebgewinnen, weil sie ihnen Gelegenheit geben, zu erfahren, was nur durch das Erdendasein erfahren werden kann: die Aufnahme des Christus-Impulses in die Seele. Das können wir selbst bei großen Persönlichkeiten beobachten, wie sozusagen der gewaltige Unterschied da ist zwischen den Inkarnationen vor dem Christus-Impuls auf der Erde und nachher. Ich möchte Ihnen eine Einzelheit erzählen.
[ 29 ] Ich war vor einiger Zeit veranlaßt, einige Tage in unserem südlichsten europäischen Zweige zu sprechen — ich meine insofern wir von Rosenkreuzer-Theosophie sprechen -, in Palermo. Und als ich mit dem Schiff von Neapel aus in Sizilien einfahren konnte, hatte ich schon das ganz bestimmte Empfinden, daß es da etwas über okkulte Tatsachen zu lernen gibt, die es schwer ist, bloß im Norden zu untersuchen. Denn es gibt eine Persönlichkeit, eine Individualität, die aufgetreten ist, die ich jetzt nicht nennen kann, die so an der Wende des Mittelalters und der neuen Zeit eine gewisse Rolle gespielt hat, die in unseren und in den benachbarten Gegenden viel von sich reden gemacht hat und bei der sich der Okkultist gerne fragt: Wie stand es denn mit der vorhergehenden Inkarnation dieser Persönlichkeit? — Das war für mich eine wichtige Forschungsfrage, und merkwürdigerweise bot sich mir die Hoffnung, gerade bei dieser Einfahrt in Sizilien vielleicht etwas über diese Frage durch die dort möglichen okkulten Forschungen zu erfahren. Und das war auch sehr bald der Fall. Es ist natürlich etwas Intimes, was damit erzählt wird, aber innerhalb unserer Zweige braucht man jetzt mit diesen intimen Dingen nicht etwa mehr völlig zurückzuhalten. Es ist etwas in der ganzen geistigen Atmosphäre von Sizilien — ich sage nicht der äußeren, sondern der geistigen Atmosphäre — ausgegossen, etwas sehr, sehr Merkwürdiges. Und die Verfolgung dieses Merkwürdigen führte wirklich zuletzt zu seinem Ursprunge, zu einem großen Weisen, der auf Sizilien gewirkt hat, der auch mit ein paar Worten in der Geschichte der Philosophie abgetan wird, den man aber eigentlich äußerlich exoterisch wirklich recht wenig kennt. Es ist Empedokles.
[ 29 ] Ich war vor einiger Zeit veranlaßt, einige Tage in unserem südlichsten europäischen Zweige zu sprechen — ich meine insofern wir von Rosenkreuzer-Theosophie sprechen -, in Palermo. Und als ich mit dem Schiff von Neapel aus in Sizilien einfahren konnte, hatte ich schon das ganz bestimmte Empfinden, daß es da etwas über okkulte Tatsachen zu lernen gibt, die es schwer ist, bloß im Norden zu untersuchen. Denn es gibt eine Persönlichkeit, eine Individualität, die aufgetreten ist, die ich jetzt nicht nennen kann, die so an der Wende des Mittelalters und der neuen Zeit eine gewisse Rolle gespielt hat, die in unseren und in den benachbarten Gegenden viel von sich reden gemacht hat und bei der sich der Okkultist gerne fragt: Wie stand es denn mit der vorhergehenden Inkarnation dieser Persönlichkeit? — Das war für mich eine wichtige Forschungsfrage, und merkwürdigerweise bot sich mir die Hoffnung, gerade bei dieser Einfahrt in Sizilien vielleicht etwas über diese Frage durch die dort möglichen okkulten Forschungen zu erfahren. Und das war auch sehr bald der Fall. Es ist natürlich etwas Intimes, was damit erzählt wird, aber innerhalb unserer Zweige braucht man jetzt mit diesen intimen Dingen nicht etwa mehr völlig zurückzuhalten. Es ist etwas in der ganzen geistigen Atmosphäre von Sizilien — ich sage nicht der äußeren, sondern der geistigen Atmosphäre — ausgegossen, etwas sehr, sehr Merkwürdiges. Und die Verfolgung dieses Merkwürdigen führte wirklich zuletzt zu seinem Ursprunge, zu einem großen Weisen, der auf Sizilien gewirkt hat, der auch mit ein paar Worten in der Geschichte der Philosophie abgetan wird, den man aber eigentlich äußerlich exoterisch wirklich recht wenig kennt. Es ist Empedokles.
[ 30 ] Wenn man nun - und das will ich gleich Ihnen gegenüber tun - als Okkultist diesen Empedokles charakterisieren will, dann muß man sagen: In gewisser Beziehung war Empedokles seiner Zeit sehr voraus, er war für seine Zeit überreif. In anderer Beziehung aber konnte er wiederum nicht über seine Zeit hinaus. Es gab einen tiefen Zwiespalt in seiner Seele. Empedokles ist wirklich eine große, umfassende Persönlichkeit. Er wirkte auf Sizilien nicht nur als Philosoph, nicht nur als Mysterienführer, sondern auch als Staatsmann, als Architekt, als alles mögliche — er war eine Art Organisator, dieser wunderbare Empedokles. Nun lebte Empedokles also etwa vier, fünf Jahrhunderte vor dem Christus-Impuls dazumal in Sizilien, und er war insofern seiner Zeit vorausgerückt, als er den Drang hatte, sich in das Materielle der Welt hineinzuvertiefen. Man hatte sich früher nie bloß so äußerlich in die Materie hinein vertieft wie heute. Wenn man vom Wasser sprach wie etwa T'hales, so meinte man etwas Geistiges. Empedokles war derjenige, der in gewisser Beziehung doch ein materialistisches Prinzip vorausnahm, indem er sich alles Sein zusammenstellte aus den vier Elementen, die er aber materiell dachte. Und durch das Mischen und Entmischen dieser Materie dachte er sich die Konstitution der Welt. Das Geistige ging ihm verloren, weil er — gerade als eine okkulte Persönlichkeit, zurückblickend in seinen Inkarnationen — den Christus-Impuls hätte finden müssen; er wäre schon dazu berufen gewesen. Wenn wir heute zurückblicken in der Akasha-Chronik, finden wir an ganz bestimmter Stelle den Christus-Impuls; derjenige aber, der vor dem Christus-Impuls gelebt hat, konnte das nicht. Er konnte ihn nicht aufnehmen als einen Erdenimpuls, denn er war noch nicht physisch dagewesen. Das fehlte dem Empedokles, das konnte sich nicht in seine Seele ergießen. Er hatte nicht das Gegengewicht gegen den in ihm aufflammenden Materialismus. Weil er aber doch eine Persönlichkeit mit starken Impulsen, jedoch mit den Impulsen des Okkultisten war, brachte ihn das dazu, diese Disharmonie auszuleben. Das ist es, was sich als Wahrheit herausstellte. Das brachte ihn dazu - so wie man sonst, wenn man die Wahrheit sucht, im Geiste sich mit diesem Geistigen vereinigen will -, eins sein zu wollen mit dem Materiellen der vier Elemente. Und er stürzte sich in den Atna. Er hat sich wirklich hineingestürzt, um eins zu sein mit den Elementen. Materiell hat er nach der Identifizierung mit dem Göttlichen, das ihm im materiellen Bild erschienen ist, gesucht. Und ich möchte sagen: Dieses Verbrennungsprodukt des Empedokles in den Feuerfluten des Ätna ist heute noch durchaus in der Atmosphäre Siziliens vorhanden als ein Befruchtendes, wie die Wirkung eines Opfers. Es ist etwas Großes, Gewaltiges vorhanden, aber es ist ausgehend von diesem, man möchte sagen, falschen, blasierten, falsch in die Zeit hineingestellten — mißverstehen Sie nicht den Ausdruck «falsch» — Materialismus. Empedokles, der zurückblickend den Christus nicht finden konnte, obwohl er ihn hätte finden müssen, wirft sein Leben von sich. Daher kam es, daß er in einer so merkwürdigen Weise am Beginn der neueren Zeit wiederum auflebt und da ganz anders dann lebt. Es ist noch nicht an der Zeit, von der Persönlichkeit zu sprechen, in der er wiedergeboren worden ist. Da ergibt sich ein wunderbarer Ausblick auf das, was der ChristusImpuls im Verlauf der Entwickelung eigentlich ist. Zwischen der vorigen und der späteren Verkörperung des Empedokles steht mitten darinnen das Christus-Ereignis. Und an der Individualität des Empedokles kann man sehen, wenn man die zwei Inkarnationen vergleicht, was das bewirkt, ob man als ein Geist, der der neueren Betrachtung angehört, zurückblicken kann und den Christus-Impuls findet, oder ob man ihn nicht findet. Das macht einen gewaltigen Unterschied. So wie die Seelen in uralten Zeiten von Inkarnation zu Inkarnation zurückgehen mußten, um zu sehen, wie sie sich in früheren Inkarnationen mit dem göttlich-geistigen Wesen verbündet haben, so müssen wir die Möglichkeit haben, wenn wir von unserer eigenen Inkarnation zurückgehen und verfolgen die Zeit von unserer Geburt bis zum vorigen Tode und wiederum von diesem bis zur vorherigen Geburt und so weiter — zu finden auf diesem Wege den Christus-Impuls. Den muß insbesondere der Geistesforscher finden. Dieser Christus-Impuls zündet ihm ein Licht an, während er sonst in diesem Moment in Finsternis taucht und alles, was vorhanden war, in Finsternis lag. Wir brauchen den ChristusImpuls gerade auf dem Gebiet der Geistesforschung wie eine Fackel, sonst kommt Finsternis, sonst können wir nicht hellsichtig hineinblikken in die wahren Gründe der Akasha-Chronik der alten Zeit. Das kann man an einem solchen Beispiele wie dem des Empedokles in wunderbarer Weise beobachten. Da bekommt man dann ein Gefühl dafür, wie diese Inkarnationen in unserem Erdendasein aufeinanderfolgen; wie sozusagen der Mensch in absteigender Richtung sich bewegt hat bis zum Christus-Impuls, wie er immer weiter und weiter herausgetreten ist auf den physischen Plan, und wie wir wieder dabei sind, nach und nach aufzusteigen in das geistige Gebiet hinauf. Der letzte große Geist des Abstiegs ist der große Buddha, der erste große Impuls für den Aufstieg ist der des Christus Jesus, und man kann vielleicht durch nichts anderes so tief innerlich empfinden den gewaltigen Unterschied zwischen dem Buddha-Prinzip und dem Prinzip des Christus Jesus, als wenn man eines ins Auge faßt, was einmal der große Buddha zu seinen intimeren Schülern gesagt hat, hinblickend auf seine Erleuchtung, die man symbolisch die Erleuchtung unter dem Bodhibaum nennt. Da sagt Buddha: Wenn ich zurückblicke auf frühere Inkarnationen, sehe ich, wie ich ausgegangen bin von göttlich-geistigem Urgrund der Welt, wie ich von Inkarnation zu Inkarnation gegangen bin, immer wohnend mit dem geistigen Wesenskern im äußeren Leibestempel, heruntersteigend in die physische Welt. Jetzt aber, in dieser Inkarnation habe ich die Möglichkeit gefunden, nicht mehr zu einer Inkarnation zurückkehren zu müssen. Von Leibestempel zu Leibestempel bin ich gegangen, in jeder Inkarnation hat mir die Gottheit den Tempel meines Leibes aufgerichtet. Ich fühle aber jetzt, indem ich zum letzten Male in ihm verkörpert bin, wie in diesem Leibestempel die Balken krachen, und daß ich nicht mehr zu einem solchen Tempel zurückzukehren brauche. — Denn das verkündigte er, daß das wahrhafte Streben danach gehen muß, hinaus aus dieser Erdenwirksamkeit zu kommen, nicht mehr einen Zusammenhang zu haben mit diesem Leibestempel, sondern hinaus aus diesem zur letzten Inkarnation zu streben, um nur im Geistigen weiterzuleben. Das ist der letzte Hinweis gewesen auf den Abstieg des Menschen, auf die Erinnerung, welche die Menschen an die Urweisheit haben können, an das, was im Anfang des Menschengeschlechtes steht.
[ 30 ] Wenn man nun - und das will ich gleich Ihnen gegenüber tun - als Okkultist diesen Empedokles charakterisieren will, dann muß man sagen: In gewisser Beziehung war Empedokles seiner Zeit sehr voraus, er war für seine Zeit überreif. In anderer Beziehung aber konnte er wiederum nicht über seine Zeit hinaus. Es gab einen tiefen Zwiespalt in seiner Seele. Empedokles ist wirklich eine große, umfassende Persönlichkeit. Er wirkte auf Sizilien nicht nur als Philosoph, nicht nur als Mysterienführer, sondern auch als Staatsmann, als Architekt, als alles mögliche — er war eine Art Organisator, dieser wunderbare Empedokles. Nun lebte Empedokles also etwa vier, fünf Jahrhunderte vor dem Christus-Impuls dazumal in Sizilien, und er war insofern seiner Zeit vorausgerückt, als er den Drang hatte, sich in das Materielle der Welt hineinzuvertiefen. Man hatte sich früher nie bloß so äußerlich in die Materie hinein vertieft wie heute. Wenn man vom Wasser sprach wie etwa T'hales, so meinte man etwas Geistiges. Empedokles war derjenige, der in gewisser Beziehung doch ein materialistisches Prinzip vorausnahm, indem er sich alles Sein zusammenstellte aus den vier Elementen, die er aber materiell dachte. Und durch das Mischen und Entmischen dieser Materie dachte er sich die Konstitution der Welt. Das Geistige ging ihm verloren, weil er — gerade als eine okkulte Persönlichkeit, zurückblickend in seinen Inkarnationen — den Christus-Impuls hätte finden müssen; er wäre schon dazu berufen gewesen. Wenn wir heute zurückblicken in der Akasha-Chronik, finden wir an ganz bestimmter Stelle den Christus-Impuls; derjenige aber, der vor dem Christus-Impuls gelebt hat, konnte das nicht. Er konnte ihn nicht aufnehmen als einen Erdenimpuls, denn er war noch nicht physisch dagewesen. Das fehlte dem Empedokles, das konnte sich nicht in seine Seele ergießen. Er hatte nicht das Gegengewicht gegen den in ihm aufflammenden Materialismus. Weil er aber doch eine Persönlichkeit mit starken Impulsen, jedoch mit den Impulsen des Okkultisten war, brachte ihn das dazu, diese Disharmonie auszuleben. Das ist es, was sich als Wahrheit herausstellte. Das brachte ihn dazu - so wie man sonst, wenn man die Wahrheit sucht, im Geiste sich mit diesem Geistigen vereinigen will -, eins sein zu wollen mit dem Materiellen der vier Elemente. Und er stürzte sich in den Atna. Er hat sich wirklich hineingestürzt, um eins zu sein mit den Elementen. Materiell hat er nach der Identifizierung mit dem Göttlichen, das ihm im materiellen Bild erschienen ist, gesucht. Und ich möchte sagen: Dieses Verbrennungsprodukt des Empedokles in den Feuerfluten des Ätna ist heute noch durchaus in der Atmosphäre Siziliens vorhanden als ein Befruchtendes, wie die Wirkung eines Opfers. Es ist etwas Großes, Gewaltiges vorhanden, aber es ist ausgehend von diesem, man möchte sagen, falschen, blasierten, falsch in die Zeit hineingestellten — mißverstehen Sie nicht den Ausdruck «falsch» — Materialismus. Empedokles, der zurückblickend den Christus nicht finden konnte, obwohl er ihn hätte finden müssen, wirft sein Leben von sich. Daher kam es, daß er in einer so merkwürdigen Weise am Beginn der neueren Zeit wiederum auflebt und da ganz anders dann lebt. Es ist noch nicht an der Zeit, von der Persönlichkeit zu sprechen, in der er wiedergeboren worden ist. Da ergibt sich ein wunderbarer Ausblick auf das, was der ChristusImpuls im Verlauf der Entwickelung eigentlich ist. Zwischen der vorigen und der späteren Verkörperung des Empedokles steht mitten darinnen das Christus-Ereignis. Und an der Individualität des Empedokles kann man sehen, wenn man die zwei Inkarnationen vergleicht, was das bewirkt, ob man als ein Geist, der der neueren Betrachtung angehört, zurückblicken kann und den Christus-Impuls findet, oder ob man ihn nicht findet. Das macht einen gewaltigen Unterschied. So wie die Seelen in uralten Zeiten von Inkarnation zu Inkarnation zurückgehen mußten, um zu sehen, wie sie sich in früheren Inkarnationen mit dem göttlich-geistigen Wesen verbündet haben, so müssen wir die Möglichkeit haben, wenn wir von unserer eigenen Inkarnation zurückgehen und verfolgen die Zeit von unserer Geburt bis zum vorigen Tode und wiederum von diesem bis zur vorherigen Geburt und so weiter — zu finden auf diesem Wege den Christus-Impuls. Den muß insbesondere der Geistesforscher finden. Dieser Christus-Impuls zündet ihm ein Licht an, während er sonst in diesem Moment in Finsternis taucht und alles, was vorhanden war, in Finsternis lag. Wir brauchen den ChristusImpuls gerade auf dem Gebiet der Geistesforschung wie eine Fackel, sonst kommt Finsternis, sonst können wir nicht hellsichtig hineinblikken in die wahren Gründe der Akasha-Chronik der alten Zeit. Das kann man an einem solchen Beispiele wie dem des Empedokles in wunderbarer Weise beobachten. Da bekommt man dann ein Gefühl dafür, wie diese Inkarnationen in unserem Erdendasein aufeinanderfolgen; wie sozusagen der Mensch in absteigender Richtung sich bewegt hat bis zum Christus-Impuls, wie er immer weiter und weiter herausgetreten ist auf den physischen Plan, und wie wir wieder dabei sind, nach und nach aufzusteigen in das geistige Gebiet hinauf. Der letzte große Geist des Abstiegs ist der große Buddha, der erste große Impuls für den Aufstieg ist der des Christus Jesus, und man kann vielleicht durch nichts anderes so tief innerlich empfinden den gewaltigen Unterschied zwischen dem Buddha-Prinzip und dem Prinzip des Christus Jesus, als wenn man eines ins Auge faßt, was einmal der große Buddha zu seinen intimeren Schülern gesagt hat, hinblickend auf seine Erleuchtung, die man symbolisch die Erleuchtung unter dem Bodhibaum nennt. Da sagt Buddha: Wenn ich zurückblicke auf frühere Inkarnationen, sehe ich, wie ich ausgegangen bin von göttlich-geistigem Urgrund der Welt, wie ich von Inkarnation zu Inkarnation gegangen bin, immer wohnend mit dem geistigen Wesenskern im äußeren Leibestempel, heruntersteigend in die physische Welt. Jetzt aber, in dieser Inkarnation habe ich die Möglichkeit gefunden, nicht mehr zu einer Inkarnation zurückkehren zu müssen. Von Leibestempel zu Leibestempel bin ich gegangen, in jeder Inkarnation hat mir die Gottheit den Tempel meines Leibes aufgerichtet. Ich fühle aber jetzt, indem ich zum letzten Male in ihm verkörpert bin, wie in diesem Leibestempel die Balken krachen, und daß ich nicht mehr zu einem solchen Tempel zurückzukehren brauche. — Denn das verkündigte er, daß das wahrhafte Streben danach gehen muß, hinaus aus dieser Erdenwirksamkeit zu kommen, nicht mehr einen Zusammenhang zu haben mit diesem Leibestempel, sondern hinaus aus diesem zur letzten Inkarnation zu streben, um nur im Geistigen weiterzuleben. Das ist der letzte Hinweis gewesen auf den Abstieg des Menschen, auf die Erinnerung, welche die Menschen an die Urweisheit haben können, an das, was im Anfang des Menschengeschlechtes steht.
[ 31 ] Oh, es muß uns ergreifen, wenn wir den Buddha stehen sehen, sagend: Von Tempel zu Tempel des Leibes bin ich geschritten; jetzt fühle ich, daß es zum letzten Male ist. Wenn wir das vergleichen — und absehen von allen metaphysischen Hintergründen — mit einem intimen Wort, das Christus zu seinen intimen Schülern gesagt hat, mit dem Wort: «Reißt diesen Tempel nieder, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen» -, so sehen wir, daß in dem Buddha die große Sehnsucht vorhanden war danach, daß die Balken des Leibestempels krachen und nicht mehr die Notwendigkeit sei, in ihn zurückzukehren; daß aber in dem Christus das Versprechen war: «Reißet ihn nieder, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen.» Die Liebe zur Erdenwelt drückt sich darin aus, zu den folgenden Inkarnationen der Menschen, in denen diese die Möglichkeit finden, immer wieder und wiederum sich ihren Leibestempel aufzubauen, damit sie immer wieder lernen können und höhersteigen; damit dann, wenn die Erde angelangt sein wird an ihrem Ziel, die Erde selber ein Leichnam wird, sozusagen von der Seelenhaftigkeit der gesamten Menschheit abfällt, so wie unser Leib abfällt von der Seele, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen. Dann aber sind die Menschen immer höher und höher gekommen. Indem die Menschen verchristet sein werden, sind sie fähig, hinüberzuleben zu neuen Daseinsstufen als Gesamtmenschheit. Nicht ist gemeint mit dem Ausspruch Christi, daß er selbst in den physischen Leib zurückkehren will, aber daß er zum Prinzip des Leibesaufbauens zurückkehren werde, daß er bei dem Erdendasein bleibt bis ans Ende der Erde.
[ 31 ] Oh, es muß uns ergreifen, wenn wir den Buddha stehen sehen, sagend: Von Tempel zu Tempel des Leibes bin ich geschritten; jetzt fühle ich, daß es zum letzten Male ist. Wenn wir das vergleichen — und absehen von allen metaphysischen Hintergründen — mit einem intimen Wort, das Christus zu seinen intimen Schülern gesagt hat, mit dem Wort: «Reißt diesen Tempel nieder, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen» -, so sehen wir, daß in dem Buddha die große Sehnsucht vorhanden war danach, daß die Balken des Leibestempels krachen und nicht mehr die Notwendigkeit sei, in ihn zurückzukehren; daß aber in dem Christus das Versprechen war: «Reißet ihn nieder, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen.» Die Liebe zur Erdenwelt drückt sich darin aus, zu den folgenden Inkarnationen der Menschen, in denen diese die Möglichkeit finden, immer wieder und wiederum sich ihren Leibestempel aufzubauen, damit sie immer wieder lernen können und höhersteigen; damit dann, wenn die Erde angelangt sein wird an ihrem Ziel, die Erde selber ein Leichnam wird, sozusagen von der Seelenhaftigkeit der gesamten Menschheit abfällt, so wie unser Leib abfällt von der Seele, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen. Dann aber sind die Menschen immer höher und höher gekommen. Indem die Menschen verchristet sein werden, sind sie fähig, hinüberzuleben zu neuen Daseinsstufen als Gesamtmenschheit. Nicht ist gemeint mit dem Ausspruch Christi, daß er selbst in den physischen Leib zurückkehren will, aber daß er zum Prinzip des Leibesaufbauens zurückkehren werde, daß er bei dem Erdendasein bleibt bis ans Ende der Erde.
[ 32 ] Das versuchte ich zum Ausdruck zu bringen in dem, was ich durch Theodora, die Seherin im Mysteriendrama, ausspreche, wo Sie sehen können, wie der Christus immer mehr und mehr vertraut werden wird dem menschlichen Leben, obwohl er nicht in einen physischen Leib zurückkehrt. Erlebt wird er aber in den physischen Leibestempeln der Menschen. Und in diesem seinem Ausspruch «Reißet diesen Tempel nieder, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen», liegt das Versprechen: Ja, ich will es wahr machen, daß ich einziehen kann in die Seelen der Menschen, damit immer mehr und mehr Menschen kommen können, die im Sinne des Paulus sagen können: «Nicht ich, sondern der Christus in mir!»
[ 32 ] Das versuchte ich zum Ausdruck zu bringen in dem, was ich durch Theodora, die Seherin im Mysteriendrama, ausspreche, wo Sie sehen können, wie der Christus immer mehr und mehr vertraut werden wird dem menschlichen Leben, obwohl er nicht in einen physischen Leib zurückkehrt. Erlebt wird er aber in den physischen Leibestempeln der Menschen. Und in diesem seinem Ausspruch «Reißet diesen Tempel nieder, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen», liegt das Versprechen: Ja, ich will es wahr machen, daß ich einziehen kann in die Seelen der Menschen, damit immer mehr und mehr Menschen kommen können, die im Sinne des Paulus sagen können: «Nicht ich, sondern der Christus in mir!»
[ 33 ] So sehen wir, wie wir im Kleinen betrachten können Geisteswissenschaft als Lebensprinzip, indem wir die Möglichkeit gewinnen, schon zwischen Geburt und Tod karmisch wirksam zu sehen gewisse Eigenschaften unseres Charakters, unserer Seele, und indem wir diese hinüberwirken sehen in die Leibesorganisation der nächsten Inkarnation. Und so sehen wir, wie Geisteswissenschaft im großen die hehrsten Ideale vor uns hinstellt und uns sagt, was aus uns werden wird — verchristete Menschen —, wenn die Erde ein Leichnam werden wird und abfällt vom Seelenhaften des Menschen, wenn der Mensch berufen werden wird, fortzuschreiten zu anderen planetarischen Zuständen. Die größten Ideale kann uns die Geisteswissenschaft also geben und in die kleinsten Lebensverhältnisse kann sie hineinfließen. Dadurch wird sie Jebenspraktisch, und das kann und soll sie mehr und mehr werden. Wenn wir Anthroposophen in dem Sinn werden, daß all unser Gebaren - und wenn es auf diesem oder jenem Platze des Lebens steht, der von eigentlich anthroposophischer Betätigung scheinbar noch so sehr entfernt ist - in allen Einzelheiten von anthroposophischer Gesinnung, von anthroposophischem Sinnen und Denken durchdrungen wird, dann erst ist das gekommen, was man nennen kann Erfüllung unseres Wesens mit der Anthroposophie. Anthroposophie muß nicht als eine Theorie, sie muß zugleich als eine Lebenspraxis betrachtet werden, aber als eine Lebenspraxis, die eben gelernt sein will. Und im Grunde genommen müssen wir uns klar sein, daß wir uns aneifern müssen, durch den wahren konkreten Inhalt der Anthroposophie, wenn sie Lebenspraxis für uns sein soll, nicht sagen zu wollen: Ich verstehe das von der Anthroposophie, und das ist das Richtige -, sondern, daß wir uns erst tief, tief bekanntmachen mit dem, was uns Geisteswissenschaft zu sagen hat. Dann muß sie uns Kraft des Lebens werden. Und das kann sie erst, wenn wir uns mit ihr durchdringen. Dann wird sie es aber im Kleinsten und im Größten, dann eröffnet sich uns die Perspektive für die Zusammenhänge des Menschenfortschritts und für die kleinsten Tatsachen des Alltagslebens.
[ 33 ] So sehen wir, wie wir im Kleinen betrachten können Geisteswissenschaft als Lebensprinzip, indem wir die Möglichkeit gewinnen, schon zwischen Geburt und Tod karmisch wirksam zu sehen gewisse Eigenschaften unseres Charakters, unserer Seele, und indem wir diese hinüberwirken sehen in die Leibesorganisation der nächsten Inkarnation. Und so sehen wir, wie Geisteswissenschaft im großen die hehrsten Ideale vor uns hinstellt und uns sagt, was aus uns werden wird — verchristete Menschen —, wenn die Erde ein Leichnam werden wird und abfällt vom Seelenhaften des Menschen, wenn der Mensch berufen werden wird, fortzuschreiten zu anderen planetarischen Zuständen. Die größten Ideale kann uns die Geisteswissenschaft also geben und in die kleinsten Lebensverhältnisse kann sie hineinfließen. Dadurch wird sie Jebenspraktisch, und das kann und soll sie mehr und mehr werden. Wenn wir Anthroposophen in dem Sinn werden, daß all unser Gebaren - und wenn es auf diesem oder jenem Platze des Lebens steht, der von eigentlich anthroposophischer Betätigung scheinbar noch so sehr entfernt ist - in allen Einzelheiten von anthroposophischer Gesinnung, von anthroposophischem Sinnen und Denken durchdrungen wird, dann erst ist das gekommen, was man nennen kann Erfüllung unseres Wesens mit der Anthroposophie. Anthroposophie muß nicht als eine Theorie, sie muß zugleich als eine Lebenspraxis betrachtet werden, aber als eine Lebenspraxis, die eben gelernt sein will. Und im Grunde genommen müssen wir uns klar sein, daß wir uns aneifern müssen, durch den wahren konkreten Inhalt der Anthroposophie, wenn sie Lebenspraxis für uns sein soll, nicht sagen zu wollen: Ich verstehe das von der Anthroposophie, und das ist das Richtige -, sondern, daß wir uns erst tief, tief bekanntmachen mit dem, was uns Geisteswissenschaft zu sagen hat. Dann muß sie uns Kraft des Lebens werden. Und das kann sie erst, wenn wir uns mit ihr durchdringen. Dann wird sie es aber im Kleinsten und im Größten, dann eröffnet sich uns die Perspektive für die Zusammenhänge des Menschenfortschritts und für die kleinsten Tatsachen des Alltagslebens.
