Occult History
Esoteric Reflections on the Karmic Connections
between Personalities and Events in World History
GA 126
29 December 1910, Stuttgart
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Okkulte Geschichte, 5th ed.
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Einiges von dem, was bis jetzt als skizzenhafter Einblick in den okkulten Verlauf der menschlichen Entwickelung gesagt worden ist, wird Sie ja schon hinweisen darauf, daß der Verlauf der Inkarnationen, wie er durch den individuellen Charakter und die individuelle Entwickelung der Menschen selbst gegeben ist, durch das Eingreifen geistiger Kräfte aus den höheren Hierarchien modifiziert wird. Reinkarnation ist eben kein ganz so einfaches Geschehen in der Menschheitsentwickelung, wie man es gerne aus einer gewissen theoretischen Bequemlichkeit heraus annehmen möchte. Gewiß, die Tatsache liegt vor, daß der Mensch sich immer wieder verkörpert, daß das, was wir seinen Wesenskern nennen, in immer neuer Inkarnation erscheint; und ebenso ist es wahr, daß ein Ursachenzusammenhang ist zwischen den Leben, die später als Inkarnationen auftreten, und den früheren Leben. Auch das Gesetz des Karma liegt vor, das sozusagen der Ausdruck ist dieses Ursachenzusammenhanges. Darüber hinausgehend aber gibt es etwas anderes, und dieses andere führt uns erst zum Verständnis des historischen Entwickelungsganges der Menschheit. Die Entwickelung der Menschheit würde ganz anders ablaufen, wenn nichts anderes in Betracht käme als die Ursachenzusammenhänge zwischen einer und der nächsten oder zwischen vorhergehenden und’ nachfolgenden Inkarnationen des Menschen. Fortwährend aber greifen in das menschliche Leben in jeder Inkarnation mehr oder weniger — und insbesondere bei historisch führenden Persönlichkeiten — ganz bedeutsame andere Kräfte ein und bedienen sich des Menschen als eines Werkzeuges. Daraus kann geschlossen werden, daß der eigentliche, rein im Menschen selbst liegende karmische Verlauf des Lebens durch die Inkarnationen hindurch modifiziert wird; und das ist auch der Fall.
[ 1 ] Einiges von dem, was bis jetzt als skizzenhafter Einblick in den okkulten Verlauf der menschlichen Entwickelung gesagt worden ist, wird Sie ja schon hinweisen darauf, daß der Verlauf der Inkarnationen, wie er durch den individuellen Charakter und die individuelle Entwickelung der Menschen selbst gegeben ist, durch das Eingreifen geistiger Kräfte aus den höheren Hierarchien modifiziert wird. Reinkarnation ist eben kein ganz so einfaches Geschehen in der Menschheitsentwickelung, wie man es gerne aus einer gewissen theoretischen Bequemlichkeit heraus annehmen möchte. Gewiß, die Tatsache liegt vor, daß der Mensch sich immer wieder verkörpert, daß das, was wir seinen Wesenskern nennen, in immer neuer Inkarnation erscheint; und ebenso ist es wahr, daß ein Ursachenzusammenhang ist zwischen den Leben, die später als Inkarnationen auftreten, und den früheren Leben. Auch das Gesetz des Karma liegt vor, das sozusagen der Ausdruck ist dieses Ursachenzusammenhanges. Darüber hinausgehend aber gibt es etwas anderes, und dieses andere führt uns erst zum Verständnis des historischen Entwickelungsganges der Menschheit. Die Entwickelung der Menschheit würde ganz anders ablaufen, wenn nichts anderes in Betracht käme als die Ursachenzusammenhänge zwischen einer und der nächsten oder zwischen vorhergehenden und’ nachfolgenden Inkarnationen des Menschen. Fortwährend aber greifen in das menschliche Leben in jeder Inkarnation mehr oder weniger — und insbesondere bei historisch führenden Persönlichkeiten — ganz bedeutsame andere Kräfte ein und bedienen sich des Menschen als eines Werkzeuges. Daraus kann geschlossen werden, daß der eigentliche, rein im Menschen selbst liegende karmische Verlauf des Lebens durch die Inkarnationen hindurch modifiziert wird; und das ist auch der Fall.
[ 2 ] Nun kann man von einer gewissen Gesetzmäßigkeit sprechen — wir wollen uns zunächst nur auf die nachatlantischen Zeiten beschränken -, von einer Gesetzmäßigkeit, wie in den nachatlantischen Zeiten bis in unsere Gegenwart herein die Einflüsse anderer Welten und das individuelle Karma des Menschen zusammenhängen. Und es geht nicht anders, als durch eine schematische Zeichnung Ihnen klarzumachen, wie diese Einflüsse sich gestalten und wie sie sich zu der Individualität des Menschen stellen. Stellen wir uns einmal vor: Diese hier in der Mitte der Tafel gezeichnete Fläche soll dasjenige sein, was wir gewöhnt sind, das menschliche Ich zu nennen, unseren gegenwärtigen menschlichen Wesenskern. (Siehe Zeichnung S. 47.) Und zeichnen wir nun die anderen Wesensglieder des Menschen ein, indem wir zunächst absehen von der Gliederung der Seele in Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußstseinsseele. Also haben wir hier schematisch dargestellt den Astralleib, den Ätherleib, den physischen Leib.
[ 2 ] Nun kann man von einer gewissen Gesetzmäßigkeit sprechen — wir wollen uns zunächst nur auf die nachatlantischen Zeiten beschränken -, von einer Gesetzmäßigkeit, wie in den nachatlantischen Zeiten bis in unsere Gegenwart herein die Einflüsse anderer Welten und das individuelle Karma des Menschen zusammenhängen. Und es geht nicht anders, als durch eine schematische Zeichnung Ihnen klarzumachen, wie diese Einflüsse sich gestalten und wie sie sich zu der Individualität des Menschen stellen. Stellen wir uns einmal vor: Diese hier in der Mitte der Tafel gezeichnete Fläche soll dasjenige sein, was wir gewöhnt sind, das menschliche Ich zu nennen, unseren gegenwärtigen menschlichen Wesenskern. (Siehe Zeichnung S. 47.) Und zeichnen wir nun die anderen Wesensglieder des Menschen ein, indem wir zunächst absehen von der Gliederung der Seele in Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußstseinsseele. Also haben wir hier schematisch dargestellt den Astralleib, den Ätherleib, den physischen Leib.
[ 3 ] Nun wollen wir, weil wir bei der nachatlantischen Entwickelung bleiben wollen, uns klarmachen, worin denn die Zukunft des Menschen, nach dem, was wir schon an den verschiedenen Orten besprochen haben, zunächst bestehen wird. Wir wissen ja, daß wir mitten drinnenstehen in der nachatlantischen Entwickelung, die eigentliche Mitte allerdings schon etwas überschritten haben. Es braucht hier nur kurz wiederholt zu werden, was bei anderen Gelegenheiten gesagt worden ist: daß innerhalb der griechisch-lateinischen Kulturepoche vorzugsweise dasjenige zu einer besonderen Entwickelung gekommen ist, was wir nennen die Verstandes- oder Gemütsseele, und daß wir jetzt in der Entwickelung der Bewußtseinsseele stehen. In der babylonisch-ägyptischen Kulturperiode ist die Empfindungsseele zur Entwickelung gekommen, vorher in der persischen Entwickelungsepoche der Empfindungs- oder Astralleib und in der uralt indischen Entwickelung der Atherleib des Menschen. Die Anpassung des physischen Leibes an unsere nachatlantischen irdischen Verhältnisse ist schon in den letzten Epochen vor der großen atlantischen Katastrophe geschehen. So daß, wenn wir jetzt übergehen dazu, auch die anderen Glieder einzuzeichnen, wir sagen können: Es entwickelt sich das Ich innerhalb unserer nachatlantischen Zeit so, daß die Entwickelung während der indischen Periode vorzugsweise im Ätherleib verläuft, die der persischen im Astralleib, die der ägyptisch-chaldäischen in der Empfindungsseele, die der griechischen in der Verstandesseele und unsere Kultur in der Bewußtseinsseele — in dem fünften Gliede des Menschen, wenn wir die einzelnen Seelenglieder rechnen. In einem sechsten Kulturzeitraum werden die Menschen sich weiter hinaufentwickeln, und es wird in gewisser Art hereinwachsen das Seelenhafte des Menschen in Manas. In einer siebenten, der letzten nachatlantischen Kulturepoche, wird dann zur Entwickelung kommen eine Art Hineinwachsen des Menschen in den Lebensgeist oder die Buddhi, während das, was hineinwachsen könnte in Atma, nach der großen Katastrophe, die unsere nachatlantische Zeit abschließen wird, erst in einem späteren Zeitalter sich entwickeln wird.
[ 3 ] Nun wollen wir, weil wir bei der nachatlantischen Entwickelung bleiben wollen, uns klarmachen, worin denn die Zukunft des Menschen, nach dem, was wir schon an den verschiedenen Orten besprochen haben, zunächst bestehen wird. Wir wissen ja, daß wir mitten drinnenstehen in der nachatlantischen Entwickelung, die eigentliche Mitte allerdings schon etwas überschritten haben. Es braucht hier nur kurz wiederholt zu werden, was bei anderen Gelegenheiten gesagt worden ist: daß innerhalb der griechisch-lateinischen Kulturepoche vorzugsweise dasjenige zu einer besonderen Entwickelung gekommen ist, was wir nennen die Verstandes- oder Gemütsseele, und daß wir jetzt in der Entwickelung der Bewußtseinsseele stehen. In der babylonisch-ägyptischen Kulturperiode ist die Empfindungsseele zur Entwickelung gekommen, vorher in der persischen Entwickelungsepoche der Empfindungs- oder Astralleib und in der uralt indischen Entwickelung der Atherleib des Menschen. Die Anpassung des physischen Leibes an unsere nachatlantischen irdischen Verhältnisse ist schon in den letzten Epochen vor der großen atlantischen Katastrophe geschehen. So daß, wenn wir jetzt übergehen dazu, auch die anderen Glieder einzuzeichnen, wir sagen können: Es entwickelt sich das Ich innerhalb unserer nachatlantischen Zeit so, daß die Entwickelung während der indischen Periode vorzugsweise im Ätherleib verläuft, die der persischen im Astralleib, die der ägyptisch-chaldäischen in der Empfindungsseele, die der griechischen in der Verstandesseele und unsere Kultur in der Bewußtseinsseele — in dem fünften Gliede des Menschen, wenn wir die einzelnen Seelenglieder rechnen. In einem sechsten Kulturzeitraum werden die Menschen sich weiter hinaufentwickeln, und es wird in gewisser Art hereinwachsen das Seelenhafte des Menschen in Manas. In einer siebenten, der letzten nachatlantischen Kulturepoche, wird dann zur Entwickelung kommen eine Art Hineinwachsen des Menschen in den Lebensgeist oder die Buddhi, während das, was hineinwachsen könnte in Atma, nach der großen Katastrophe, die unsere nachatlantische Zeit abschließen wird, erst in einem späteren Zeitalter sich entwickeln wird.


[ 4 ] Das sind Dinge, die bekannt sind aus dem Zyklus über die Apokalypse. Jetzt aber müssen wir darauf Rücksicht nehmen, daß für den ersten Zeitraum, den indischen, der Mensch in bezug auf seine Entwickelung noch unterhalb dessen war, worin das Ich lebt; daß im Grunde genommen die altindische, die vorvedische Kultur eine im wesentlichen inspirierte Kultur war, das heißt also eine Kultur, welche gleichsam in die menschliche Seele einfloß ohne jene Arbeit des Ich, welche wir heute als unsere Gedanken- und Vorstellungsarbeit kennen. Der Mensch muß sich seit der ägyptischen Kulturperiode sozusagen aktiv verhalten mit seinem Ich. Er muß sein Ich durch die Sinne herumwenden in dem Umkreis der Außenwelt, damit er Eindrücke empfängt; er muß gewissermaßen bei dem Sich-Fortarbeiten mit seinem eigenen Anteil aktiv dabei sein. Die altindische Kultur war eine mehr passive Kultur, eine Kultur, die sozusagen errungen wurde durch eine Hingabe an das, was wie eine Inspiration in die menschliche Wesenheit hereinfloß. Daher wird es auch begreiflich erscheinen, daß wir diese altindische Kultur auf eine andere Tätigkeit zurückzuführen haben als diejenige, die heute das menschliche Ich ausführt; daß sozusagen die heutige Tätigkeit des Ich für die damalige indische Seele dadurch ersetzt werden mußte, daß sich in die menschliche Wesenheit höhere Wesenheiten hineinsenkten und die menschliche Seele inspirierten. Wenn wir fragen, was damals sozusagen von außen her in diese menschliche Seele hineingebracht wurde, was hineingesenkt wurde von Wesenheiten der höheren Hierarchien, dann können wir sagen: Es ist dasselbe, was später einmal der Mensch erringen wird als seine eigene Tätigkeit, als seine eigene Aktivität, wenn er sich emporgehoben haben wird zu dem, was wir als Atma oder Geistesmensch bezeichnen. Mit anderen Worten, es wird sich in der Zukunft die menschliche Individualität zu einem Einarbeiten in Atma emporheben. Dieses Einarbeiten wird eine Eigenarbeit der menschlichen Seele, des menschlichen Wesenskernes sein, etwas, was mit dem innersten Wesen unmittelbar verbunden ist. Und so wie dann der Mensch selbst in sich arbeiten wird, so arbeiteten Wesenheiten höherer Hierarchien an der indischen Seele. Wenn wir beschreiben wollen, was in den Atherleibern der indischen Seelen vorging, so können wir sagen: Es arbeitete gleichsam noch ein verdunkeltes, im Dämmerschlummer liegendes Ich-Bewußtsein, es arbeitete Atma im Ätherleib. Wir können ganz gut sagen, daß die alte indische Seele ein Schauplatz war, auf dem sich im Grunde genommen eine übermenschliche Arbeit abspielte: ein Arbeiten höherer Wesenheiten innerhalb des Atherleibes der alten Inder. Und das, was da hineinverwoben wurde in den Ätherleib, war eine Arbeit, wie sie der Mensch später in der angedeuteten Weise erreichen wird, wenn Atma am Ätherleib arbeitet. — In der persischen Kultur war es dann so, daß Buddhi oder der Lebensgeist im Astralleib, im Empfindungsleib arbeitete. — Und in der chaldäisch-babylonisch-ägyptischen Kultur arbeitete dann Manas oder Geistselbst in der Empfindungsseele. So also ist in der ägyptisch-babylonisch-chaldäischen Kultur immer noch nicht ausgeprägt ein volles aktives Arbeiten des Ich innerhalb der Seele selbst. Der Mensch ist, wenn auch in geringerem Grade als vorher, doch noch ein passiver Schauplatz für eine Arbeit des Manas in der Empfindungsseele. Erst in der griechisch-lateinischen Zeit tritt sozusagen der Mensch voll aktiv in sein eigenes Seelenleben ein. Wir wissen ja, daß es die Verstandesseele ist, in der sich das Ich als selbständiges inneres menschliches Glied zuerst geltend macht, und wir können deshalb sagen: Innerhalb der griechischen Kultur arbeitet in der Tat das Ich im Ich, das heißt, der Mensch als solcher im Menschen. Wir werden noch sehen im Verlaufe dieser Vorträge, daß innerhalb der griechischen Epoche das Eigenartige der damaligen Kultur gerade dadurch hervortritt, daß das Ich im Ich arbeitet.
[ 4 ] Das sind Dinge, die bekannt sind aus dem Zyklus über die Apokalypse. Jetzt aber müssen wir darauf Rücksicht nehmen, daß für den ersten Zeitraum, den indischen, der Mensch in bezug auf seine Entwickelung noch unterhalb dessen war, worin das Ich lebt; daß im Grunde genommen die altindische, die vorvedische Kultur eine im wesentlichen inspirierte Kultur war, das heißt also eine Kultur, welche gleichsam in die menschliche Seele einfloß ohne jene Arbeit des Ich, welche wir heute als unsere Gedanken- und Vorstellungsarbeit kennen. Der Mensch muß sich seit der ägyptischen Kulturperiode sozusagen aktiv verhalten mit seinem Ich. Er muß sein Ich durch die Sinne herumwenden in dem Umkreis der Außenwelt, damit er Eindrücke empfängt; er muß gewissermaßen bei dem Sich-Fortarbeiten mit seinem eigenen Anteil aktiv dabei sein. Die altindische Kultur war eine mehr passive Kultur, eine Kultur, die sozusagen errungen wurde durch eine Hingabe an das, was wie eine Inspiration in die menschliche Wesenheit hereinfloß. Daher wird es auch begreiflich erscheinen, daß wir diese altindische Kultur auf eine andere Tätigkeit zurückzuführen haben als diejenige, die heute das menschliche Ich ausführt; daß sozusagen die heutige Tätigkeit des Ich für die damalige indische Seele dadurch ersetzt werden mußte, daß sich in die menschliche Wesenheit höhere Wesenheiten hineinsenkten und die menschliche Seele inspirierten. Wenn wir fragen, was damals sozusagen von außen her in diese menschliche Seele hineingebracht wurde, was hineingesenkt wurde von Wesenheiten der höheren Hierarchien, dann können wir sagen: Es ist dasselbe, was später einmal der Mensch erringen wird als seine eigene Tätigkeit, als seine eigene Aktivität, wenn er sich emporgehoben haben wird zu dem, was wir als Atma oder Geistesmensch bezeichnen. Mit anderen Worten, es wird sich in der Zukunft die menschliche Individualität zu einem Einarbeiten in Atma emporheben. Dieses Einarbeiten wird eine Eigenarbeit der menschlichen Seele, des menschlichen Wesenskernes sein, etwas, was mit dem innersten Wesen unmittelbar verbunden ist. Und so wie dann der Mensch selbst in sich arbeiten wird, so arbeiteten Wesenheiten höherer Hierarchien an der indischen Seele. Wenn wir beschreiben wollen, was in den Atherleibern der indischen Seelen vorging, so können wir sagen: Es arbeitete gleichsam noch ein verdunkeltes, im Dämmerschlummer liegendes Ich-Bewußtsein, es arbeitete Atma im Ätherleib. Wir können ganz gut sagen, daß die alte indische Seele ein Schauplatz war, auf dem sich im Grunde genommen eine übermenschliche Arbeit abspielte: ein Arbeiten höherer Wesenheiten innerhalb des Atherleibes der alten Inder. Und das, was da hineinverwoben wurde in den Ätherleib, war eine Arbeit, wie sie der Mensch später in der angedeuteten Weise erreichen wird, wenn Atma am Ätherleib arbeitet. — In der persischen Kultur war es dann so, daß Buddhi oder der Lebensgeist im Astralleib, im Empfindungsleib arbeitete. — Und in der chaldäisch-babylonisch-ägyptischen Kultur arbeitete dann Manas oder Geistselbst in der Empfindungsseele. So also ist in der ägyptisch-babylonisch-chaldäischen Kultur immer noch nicht ausgeprägt ein volles aktives Arbeiten des Ich innerhalb der Seele selbst. Der Mensch ist, wenn auch in geringerem Grade als vorher, doch noch ein passiver Schauplatz für eine Arbeit des Manas in der Empfindungsseele. Erst in der griechisch-lateinischen Zeit tritt sozusagen der Mensch voll aktiv in sein eigenes Seelenleben ein. Wir wissen ja, daß es die Verstandesseele ist, in der sich das Ich als selbständiges inneres menschliches Glied zuerst geltend macht, und wir können deshalb sagen: Innerhalb der griechischen Kultur arbeitet in der Tat das Ich im Ich, das heißt, der Mensch als solcher im Menschen. Wir werden noch sehen im Verlaufe dieser Vorträge, daß innerhalb der griechischen Epoche das Eigenartige der damaligen Kultur gerade dadurch hervortritt, daß das Ich im Ich arbeitet.
[ 5 ] Jetzt aber sind wir schon seit geraumer Zeit über diese Kulturepoche hinaus; und während es in der vorgriechischen Zeit so war, daß gewissermaßen höhere Wesenheiten sich hineinversenkten in den menschlichen Wesenskern und darin arbeiteten, haben wir in unserer Zeit eine entgegengesetzte Aufgabe zu erfüllen. Wir müssen das, was wir durch unser Ich erarbeitet haben, was wir imstande sind, durch unsere Aktivität aus den Eindrücken der Außenwelt in uns aufzunehmen, zunächst auf ganz menschliche Art erwerben können. Dann aber dürfen wir nicht stehenbleiben bei dem Standpunkte, bei dem die Menschen der griechisch-lateinischen Zeit stehengeblieben sind, indem wir nur das Menschliche, das reine Menschentum als solches herausarbeiten. Sondern das, was wir uns erarbeiten, müssen wir hinauftragen und es einverweben dem, was da kommen soll, wir müssen sozusagen die Richtung hinauf nehmen nach dem, was später kommen soll: Manas oder Geistselbst. Das ist aber erst in der sechsten Kulturperiode zu erwarten. Jetzt stehen wir zwischen der vierten und sechsten. Die sechste verspricht der Menschheit, daß die Menschheit in der Lage sein werde, hinaufzutragen in höhere Regionen das, was erarbeitet wird durch die äußeren Eindrücke, die das Ich durch seine Sinne empfängt. In unserer fünften Kulturepoche sind wir nur in der Lage, sozusagen den Ansturm zu unternehmen, alles das, was wir uns erarbeiten an äußeren Eindrücken und was wir erlangen durch Verarbeitung dieser Eindrücke, so auszuprägen, daß es die Richtung nach oben empfangen kann. Wir leben in dieser Beziehung wahrhaftig in einer Übergangsepoche, und wenn Sie sich daran erinnern, was gestern über die in der Jungfrau von Orleans wirksame geistige Macht gesagt worden ist, so werden Sie sehen, daß schon in der Jungfrau von Orleans etwas von dem wirkte, was sich in entgegengesetzter Richtung bewegt als die Einwirkungen höherer Mächte in der vorgriechischen Zeit. Wenn, sagen wir, irgendein Angehöriger der persischen Kultur den Einfluß einer übersinnlichen Macht empfing, die sich seiner als Werkzeug bediente, so wirkte eben diese Macht in seinen menschlichen Wesenskern herein; sie lebte sich da aus, und der Mensch schaute, erlebte das, was ihm diese geistige Macht einpflanzte, womit sie ihn inspirierte. Der Mensch unserer Zeit kann, wenn er zu solchen geistigen Mächten in Beziehung tritt, das, was er in der physischen Welt durch die Arbeit seines Ich, durch die Eindrücke seines Ich erlebt, sozusagen hinauftragen, er kann ihm die Richtung nach oben geben. Daher ist es bei solchen Persönlichkeiten wie bei der Jungfrau von Orleans so, daß sich die Kundgebungen, die Manifestationen jener geistigen Mächte, die zu ihr sprechen wollen, zwar in der Sphäre befinden, bis zu welcher sie aufragt, daß sich aber vor diese Offenbarung etwas hinstellt, was zwar nicht die Realität dieser Offenbarungen beeinträchtigt, was ihnen aber eine bestimmte Gestalt gibt; es ist das, was das Ich hier in der physischen Welt erlebt. Mit anderen Worten: die Jungfrau von Orleans hat Offenbarungen, aber sie kann sie nicht so unmittelbar sehen wie die Alten, sondern es stellt sich zwischen sie in ihrer Ichheit und diese objektiven Mächte die Vorstellungswelt hinein, welche die Jungfrau von Orleans aufgenommen hat in der physischen Welt: das Bild der Jungfrau Maria, des Erzengels Michael, so wie sie sie aufgenommen hat aus ihren christlichen Vorstellungen; die stellen sich dazwischen.
[ 5 ] Jetzt aber sind wir schon seit geraumer Zeit über diese Kulturepoche hinaus; und während es in der vorgriechischen Zeit so war, daß gewissermaßen höhere Wesenheiten sich hineinversenkten in den menschlichen Wesenskern und darin arbeiteten, haben wir in unserer Zeit eine entgegengesetzte Aufgabe zu erfüllen. Wir müssen das, was wir durch unser Ich erarbeitet haben, was wir imstande sind, durch unsere Aktivität aus den Eindrücken der Außenwelt in uns aufzunehmen, zunächst auf ganz menschliche Art erwerben können. Dann aber dürfen wir nicht stehenbleiben bei dem Standpunkte, bei dem die Menschen der griechisch-lateinischen Zeit stehengeblieben sind, indem wir nur das Menschliche, das reine Menschentum als solches herausarbeiten. Sondern das, was wir uns erarbeiten, müssen wir hinauftragen und es einverweben dem, was da kommen soll, wir müssen sozusagen die Richtung hinauf nehmen nach dem, was später kommen soll: Manas oder Geistselbst. Das ist aber erst in der sechsten Kulturperiode zu erwarten. Jetzt stehen wir zwischen der vierten und sechsten. Die sechste verspricht der Menschheit, daß die Menschheit in der Lage sein werde, hinaufzutragen in höhere Regionen das, was erarbeitet wird durch die äußeren Eindrücke, die das Ich durch seine Sinne empfängt. In unserer fünften Kulturepoche sind wir nur in der Lage, sozusagen den Ansturm zu unternehmen, alles das, was wir uns erarbeiten an äußeren Eindrücken und was wir erlangen durch Verarbeitung dieser Eindrücke, so auszuprägen, daß es die Richtung nach oben empfangen kann. Wir leben in dieser Beziehung wahrhaftig in einer Übergangsepoche, und wenn Sie sich daran erinnern, was gestern über die in der Jungfrau von Orleans wirksame geistige Macht gesagt worden ist, so werden Sie sehen, daß schon in der Jungfrau von Orleans etwas von dem wirkte, was sich in entgegengesetzter Richtung bewegt als die Einwirkungen höherer Mächte in der vorgriechischen Zeit. Wenn, sagen wir, irgendein Angehöriger der persischen Kultur den Einfluß einer übersinnlichen Macht empfing, die sich seiner als Werkzeug bediente, so wirkte eben diese Macht in seinen menschlichen Wesenskern herein; sie lebte sich da aus, und der Mensch schaute, erlebte das, was ihm diese geistige Macht einpflanzte, womit sie ihn inspirierte. Der Mensch unserer Zeit kann, wenn er zu solchen geistigen Mächten in Beziehung tritt, das, was er in der physischen Welt durch die Arbeit seines Ich, durch die Eindrücke seines Ich erlebt, sozusagen hinauftragen, er kann ihm die Richtung nach oben geben. Daher ist es bei solchen Persönlichkeiten wie bei der Jungfrau von Orleans so, daß sich die Kundgebungen, die Manifestationen jener geistigen Mächte, die zu ihr sprechen wollen, zwar in der Sphäre befinden, bis zu welcher sie aufragt, daß sich aber vor diese Offenbarung etwas hinstellt, was zwar nicht die Realität dieser Offenbarungen beeinträchtigt, was ihnen aber eine bestimmte Gestalt gibt; es ist das, was das Ich hier in der physischen Welt erlebt. Mit anderen Worten: die Jungfrau von Orleans hat Offenbarungen, aber sie kann sie nicht so unmittelbar sehen wie die Alten, sondern es stellt sich zwischen sie in ihrer Ichheit und diese objektiven Mächte die Vorstellungswelt hinein, welche die Jungfrau von Orleans aufgenommen hat in der physischen Welt: das Bild der Jungfrau Maria, des Erzengels Michael, so wie sie sie aufgenommen hat aus ihren christlichen Vorstellungen; die stellen sich dazwischen.
[ 6 ] Da haben wir zu gleicher Zeit ein Beispiel, wie wir unterscheiden müssen, wenn es sich um spirituelle Dinge handelt, zwischen der Objektivität einer Offenbarung und der Objektivität eines Bewußtseinsinhaltes. Die Jungfrau von Orleans sah die Jungfrau Maria und den Erzengel Michael in einem gewissen Bilde. Diese Bilder dürfen wir uns nicht unmittelbar in die spirituelle Realität hineindenken; der Gestalt dieser Bilder dürfen wir nicht unmittelbare Objektivität zuschreiben. Wenn aber jemand sagen würde, es sei nur eine Einbildung, so ist das Unsinn. Denn es kommen der Jungfrau Offenbarungen aus der geistigen Welt entgegen, die der Mensch in der Gestalt, wie er sie sehen soll in der nachatlantischen Periode, allerdings erst in der sechsten Kulturepoche, wird sehen können. Aber wenn auch die Jungfrau von Orleans die wahre Gestalt nicht sieht, so senkt sich diese wahre Gestalt doch auf sie nieder. Die Jungfrau von Orleans bringt ihr die religiösen Vorstellungen ihrer Zeit entgegen, sie deckt sie gleichsam zu; es wird aus ihr herausgefordert ihre Vorstellungswelt durch die spirituelle Macht. So ist also die Offenbarung als objektiv anzusprechen. Wenn auch in unserer Zeit irgend jemand nachweisen kann, daß bei einer Kundgebung aus der geistigen Welt subjektive Elemente einfließen, wenn wir das Bild, das sich der Betreffende macht von der spirituellen Welt, nicht als objektiv ansehen können, wenn das auch ein Schleier ist, so dürfen wir deshalb doch nicht die objektiven Offenbarungen als solche Schleier deuten. Sie sind objektiv. Sie zaubern aus unserer eigenen Seele den Inhalt heraus. Wir müssen unterscheiden zwischen der Objektivität des Inhaltes und der der Tatsachen, die aus der geistigen Welt kommen. — Ich mußte das insbesondere deshalb betonen, weil auf diesem Felde sowohl von denen, welche die spirituelle Welt anerkennen, wie auch von den Gegnern zwar entgegengesetzte, aber doch überall Fehler gemacht werden.
[ 6 ] Da haben wir zu gleicher Zeit ein Beispiel, wie wir unterscheiden müssen, wenn es sich um spirituelle Dinge handelt, zwischen der Objektivität einer Offenbarung und der Objektivität eines Bewußtseinsinhaltes. Die Jungfrau von Orleans sah die Jungfrau Maria und den Erzengel Michael in einem gewissen Bilde. Diese Bilder dürfen wir uns nicht unmittelbar in die spirituelle Realität hineindenken; der Gestalt dieser Bilder dürfen wir nicht unmittelbare Objektivität zuschreiben. Wenn aber jemand sagen würde, es sei nur eine Einbildung, so ist das Unsinn. Denn es kommen der Jungfrau Offenbarungen aus der geistigen Welt entgegen, die der Mensch in der Gestalt, wie er sie sehen soll in der nachatlantischen Periode, allerdings erst in der sechsten Kulturepoche, wird sehen können. Aber wenn auch die Jungfrau von Orleans die wahre Gestalt nicht sieht, so senkt sich diese wahre Gestalt doch auf sie nieder. Die Jungfrau von Orleans bringt ihr die religiösen Vorstellungen ihrer Zeit entgegen, sie deckt sie gleichsam zu; es wird aus ihr herausgefordert ihre Vorstellungswelt durch die spirituelle Macht. So ist also die Offenbarung als objektiv anzusprechen. Wenn auch in unserer Zeit irgend jemand nachweisen kann, daß bei einer Kundgebung aus der geistigen Welt subjektive Elemente einfließen, wenn wir das Bild, das sich der Betreffende macht von der spirituellen Welt, nicht als objektiv ansehen können, wenn das auch ein Schleier ist, so dürfen wir deshalb doch nicht die objektiven Offenbarungen als solche Schleier deuten. Sie sind objektiv. Sie zaubern aus unserer eigenen Seele den Inhalt heraus. Wir müssen unterscheiden zwischen der Objektivität des Inhaltes und der der Tatsachen, die aus der geistigen Welt kommen. — Ich mußte das insbesondere deshalb betonen, weil auf diesem Felde sowohl von denen, welche die spirituelle Welt anerkennen, wie auch von den Gegnern zwar entgegengesetzte, aber doch überall Fehler gemacht werden.
[ 7 ] So also stellt uns die Jungfrau von Orleans gleichsam eine historische Persönlichkeit dar, die schon ganz in dem Sinne unserer Epoche wirkt, wo ja zum Geistigen hinaufgerichtet sein muß alles das, was wir sozusagen produzieren können auf Grundlage unserer äußeren Eindrücke. Was heißt das aber, wenn wir es anwenden auf unsere Kultur? Das heißt: Wir mögen den Blick hinauswenden zunächst naiv auf unsere Umgebung. Wenn wir aber dabei bleiben, das Auge bloß auf die äußeren Eindrücke zu richten, dann tun wir nicht unsere Schuldigkeit. Wir tun sie nur dann, wenn wir uns bewußt sind, daß wir die äußeren Eindrücke beziehen müssen auf hinter ihnen stehende geistige Mächte. Wenn wir Wissenschaft treiben und machen es so wie die Gelehrsamkeit, dann tun wir nicht unsere Schuldigkeit. Wir müssen alles das, was wir erfahren können über die Gesetze der Naturerscheinungen, über die Gesetze der Seelenerscheinungen so betrachten, daß wir es wie eine Sprache anschauen, die uns hinaufführen soll in eine göttlich-geistige Offenbarung. Wenn wir das Bewußtsein haben, daß wir alle physikalischen, chemischen, biologischen, physiologischen, psychologischen Gesetze so betrachten sollen, daß wir sie auf etwas Geistiges beziehen, was sich uns offenbart, dann tun wir unsere Schuldigkeit.
[ 7 ] So also stellt uns die Jungfrau von Orleans gleichsam eine historische Persönlichkeit dar, die schon ganz in dem Sinne unserer Epoche wirkt, wo ja zum Geistigen hinaufgerichtet sein muß alles das, was wir sozusagen produzieren können auf Grundlage unserer äußeren Eindrücke. Was heißt das aber, wenn wir es anwenden auf unsere Kultur? Das heißt: Wir mögen den Blick hinauswenden zunächst naiv auf unsere Umgebung. Wenn wir aber dabei bleiben, das Auge bloß auf die äußeren Eindrücke zu richten, dann tun wir nicht unsere Schuldigkeit. Wir tun sie nur dann, wenn wir uns bewußt sind, daß wir die äußeren Eindrücke beziehen müssen auf hinter ihnen stehende geistige Mächte. Wenn wir Wissenschaft treiben und machen es so wie die Gelehrsamkeit, dann tun wir nicht unsere Schuldigkeit. Wir müssen alles das, was wir erfahren können über die Gesetze der Naturerscheinungen, über die Gesetze der Seelenerscheinungen so betrachten, daß wir es wie eine Sprache anschauen, die uns hinaufführen soll in eine göttlich-geistige Offenbarung. Wenn wir das Bewußtsein haben, daß wir alle physikalischen, chemischen, biologischen, physiologischen, psychologischen Gesetze so betrachten sollen, daß wir sie auf etwas Geistiges beziehen, was sich uns offenbart, dann tun wir unsere Schuldigkeit.
[ 8 ] So ist es in bezug auf die Wissenschaften unserer Zeit, und so ist es mit der Kunst. Diejenige Kunst, die wir charakterisieren als die griechische Kunst, die sozusagen einfacher auf den Menschen reflektierte, die ganz und gar darstellte das bloß Menschliche, das Arbeiten des Ich mit dem Ich, insoweit sich das Ich im sinnlich-physischen Material ausdrückt, diese Kunst hat ihre Epochen gehabt. In unserer Zeit ist bei den wirklich großen künstlerischen Persönlichkeiten wie instinktiv der Drang entstanden, die Kunst zu einer Art von Opferdienst für die göttlich-geistigen Welten zu gestalten, das heißt das, was zum Beispiel in Töne gekleidet wird, anzusehen als eine Interpretation geistiger Mysterien. So wird man kulturhistorisch-okkult einmal anzuschauen haben bis in alle Einzelheiten hinein Richard Wagner. So wird man gerade ihn anzusehen haben als einen repräsentativen Menschen unseres, des fünften Kulturzeitraumes, der den Drang immer gefühlt hat, auszudrücken in dem, was in ihm in Tönen lebte, den Zug nach der spirituellen Welt, der das Kunstwerk als eine äußere Sprache der spirituellen Welt betrachtete. Und da stehen im Grunde genommen die Überbleibsel der alten Kultur und die Morgenröte einer neuen Kultur scharf, schroff selbst, in unserer Zeit sich gegenüber. Haben wir doch gesehen, wie sozusagen das rein menschliche Weben in den Tönen, die rein formale Musik, die Richard Wagner überwinden wollte, in heftiger Weise von den Gegnern Richard Wagners verteidigt wurde, weil sie nicht imstande waren, zu fühlen, daß gerade bei Richard Wagner ein neuer Impuls instinktiv wie eine Morgenröte aufging.
[ 8 ] So ist es in bezug auf die Wissenschaften unserer Zeit, und so ist es mit der Kunst. Diejenige Kunst, die wir charakterisieren als die griechische Kunst, die sozusagen einfacher auf den Menschen reflektierte, die ganz und gar darstellte das bloß Menschliche, das Arbeiten des Ich mit dem Ich, insoweit sich das Ich im sinnlich-physischen Material ausdrückt, diese Kunst hat ihre Epochen gehabt. In unserer Zeit ist bei den wirklich großen künstlerischen Persönlichkeiten wie instinktiv der Drang entstanden, die Kunst zu einer Art von Opferdienst für die göttlich-geistigen Welten zu gestalten, das heißt das, was zum Beispiel in Töne gekleidet wird, anzusehen als eine Interpretation geistiger Mysterien. So wird man kulturhistorisch-okkult einmal anzuschauen haben bis in alle Einzelheiten hinein Richard Wagner. So wird man gerade ihn anzusehen haben als einen repräsentativen Menschen unseres, des fünften Kulturzeitraumes, der den Drang immer gefühlt hat, auszudrücken in dem, was in ihm in Tönen lebte, den Zug nach der spirituellen Welt, der das Kunstwerk als eine äußere Sprache der spirituellen Welt betrachtete. Und da stehen im Grunde genommen die Überbleibsel der alten Kultur und die Morgenröte einer neuen Kultur scharf, schroff selbst, in unserer Zeit sich gegenüber. Haben wir doch gesehen, wie sozusagen das rein menschliche Weben in den Tönen, die rein formale Musik, die Richard Wagner überwinden wollte, in heftiger Weise von den Gegnern Richard Wagners verteidigt wurde, weil sie nicht imstande waren, zu fühlen, daß gerade bei Richard Wagner ein neuer Impuls instinktiv wie eine Morgenröte aufging.
[ 9 ] Ich weiß nicht, ob die meisten von Ihnen wissen, daß Richard Wagner lange Zeit hindurch die herbsten, die furchtbarsten Kritiker und Ablehner gefunden hat. Diese Kritiker und Ablehner haben eine gewisse Art von Anführung gehabt in dem außerordentlich geistvollen musikalischen Schaffen Eduard Hanslicks in Wien, der das interessante Büchelchen «Vom musikalisch Schönen» geschrieben hat. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, daß damit dem Neuaufgehen einer historischen Morgenröte das Alte sozusagen entgegengestellt war. Dieses Buch «Vom musikalisch Schönen» kann ein historisches Denkmal für die spätesten Zeiten werden. Denn was wollte Hanslick? Er sagt: Man kann nicht in dieser Weise Musik machen wie Richard Wagner; das ist gar keine Musik, denn da nimmt die Musik sozusagen den Anlauf, auf etwas hinweisen zu wollen, was außerhalb des Musikalischen steht, auf etwas Übersinnliches. Musik sei aber «Arabeske in Tönen» — das war ein Lieblingswort des Hanslick. Das heißt, eine arabeskenartige Aneinanderfügung von Tönen, und der musikalisch-ästhetische Genuß kann darin bestehen, sich rein menschlich zu erfreuen an der Art und Weise, wie die Töne ineinander und nacheinander erklingen. Hanslick sagte, Richard Wagner sei überhaupt kein Musiker, er verstehe gar nicht das Wesen des Musikalischen. Das Wesen der Musik müsse liegen in einer bloßen Architektonik des Tonmaterials. - Was kann man über eine solche Erscheinung sagen? Nichts anderes, als daß Hanslick im eminentesten Sinne ein Nachzügler, ein Reaktionär der vierten Kulturepoche war. Da hatte er recht - für diese Kulturepoche; aber was für eine Kulturepoche richtig ist, gilt nicht mehr für die nächste. Man kann von seinem Standpunkt aus sagen, Richard Wagner sei kein Musiker. Dann aber müßte man weiter sagen: Es ist diese Epoche jetzt vorbei, wir müssen uns nun mit dem zufriedengeben, was aus dieser Epoche stammt, wir müssen uns versöhnen damit, daß sich das im Hanslickschen Sinne Musikalische erweitert über sich selbst hinaus zu einem Neuen.
[ 9 ] Ich weiß nicht, ob die meisten von Ihnen wissen, daß Richard Wagner lange Zeit hindurch die herbsten, die furchtbarsten Kritiker und Ablehner gefunden hat. Diese Kritiker und Ablehner haben eine gewisse Art von Anführung gehabt in dem außerordentlich geistvollen musikalischen Schaffen Eduard Hanslicks in Wien, der das interessante Büchelchen «Vom musikalisch Schönen» geschrieben hat. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, daß damit dem Neuaufgehen einer historischen Morgenröte das Alte sozusagen entgegengestellt war. Dieses Buch «Vom musikalisch Schönen» kann ein historisches Denkmal für die spätesten Zeiten werden. Denn was wollte Hanslick? Er sagt: Man kann nicht in dieser Weise Musik machen wie Richard Wagner; das ist gar keine Musik, denn da nimmt die Musik sozusagen den Anlauf, auf etwas hinweisen zu wollen, was außerhalb des Musikalischen steht, auf etwas Übersinnliches. Musik sei aber «Arabeske in Tönen» — das war ein Lieblingswort des Hanslick. Das heißt, eine arabeskenartige Aneinanderfügung von Tönen, und der musikalisch-ästhetische Genuß kann darin bestehen, sich rein menschlich zu erfreuen an der Art und Weise, wie die Töne ineinander und nacheinander erklingen. Hanslick sagte, Richard Wagner sei überhaupt kein Musiker, er verstehe gar nicht das Wesen des Musikalischen. Das Wesen der Musik müsse liegen in einer bloßen Architektonik des Tonmaterials. - Was kann man über eine solche Erscheinung sagen? Nichts anderes, als daß Hanslick im eminentesten Sinne ein Nachzügler, ein Reaktionär der vierten Kulturepoche war. Da hatte er recht - für diese Kulturepoche; aber was für eine Kulturepoche richtig ist, gilt nicht mehr für die nächste. Man kann von seinem Standpunkt aus sagen, Richard Wagner sei kein Musiker. Dann aber müßte man weiter sagen: Es ist diese Epoche jetzt vorbei, wir müssen uns nun mit dem zufriedengeben, was aus dieser Epoche stammt, wir müssen uns versöhnen damit, daß sich das im Hanslickschen Sinne Musikalische erweitert über sich selbst hinaus zu einem Neuen.
[ 10 ] Und so könnten wir auf mancherlei Gebieten diesen Zusammenstoß des Alten und des Neuen gerade in unserer Kulturepoche studieren. Außerordentlich interessant ist das insbesondere in den einzelnen Zweigen der Wissenschaft. Es würde viel zu weit führen, wenn wir zeigen wollten, wie es da überall Reaktionäre gibt und solche, die herausarbeiten aus den einzelnen Wissenschaften, was die Wissenschaft werden soll: der Ausdruck eines hinter den Erscheinungen stehenden Göttlich-Geistigen. Das Grundelement, von dem sich die Gegenwart durchdringen muß, um immer bewußter das Göttlich-Geistige zum Zielpunkte, zum Perspektivpunkt für unsere Arbeit zu machen, das soll eben die Geisteswissenschaft sein, und die Geisteswissenschaft soll überall erwecken die Impulse von unten nach oben; sie soll überall die menschlichen Seelen auffordern zum Opfer, das heißt zum opfern dessen, was wir durch die äußeren Eindrücke erwerben, gegenüber dem, was wir erreichen sollen im Hinaufarbeiten in die Regionen des Geistselbstes, Lebensgeistes und Geistesmenschen.
[ 10 ] Und so könnten wir auf mancherlei Gebieten diesen Zusammenstoß des Alten und des Neuen gerade in unserer Kulturepoche studieren. Außerordentlich interessant ist das insbesondere in den einzelnen Zweigen der Wissenschaft. Es würde viel zu weit führen, wenn wir zeigen wollten, wie es da überall Reaktionäre gibt und solche, die herausarbeiten aus den einzelnen Wissenschaften, was die Wissenschaft werden soll: der Ausdruck eines hinter den Erscheinungen stehenden Göttlich-Geistigen. Das Grundelement, von dem sich die Gegenwart durchdringen muß, um immer bewußter das Göttlich-Geistige zum Zielpunkte, zum Perspektivpunkt für unsere Arbeit zu machen, das soll eben die Geisteswissenschaft sein, und die Geisteswissenschaft soll überall erwecken die Impulse von unten nach oben; sie soll überall die menschlichen Seelen auffordern zum Opfer, das heißt zum opfern dessen, was wir durch die äußeren Eindrücke erwerben, gegenüber dem, was wir erreichen sollen im Hinaufarbeiten in die Regionen des Geistselbstes, Lebensgeistes und Geistesmenschen.
[ 11 ] Wenn wir dieses Bild der menschlichen Geschichte, der okkulten Geschichte uns vor Augen stellen, dann werden wir es begreiflich finden, daß eine Seele, die in der indischen und dann in der persischen Epoche inkarniert war, durchdrungen sein konnte von dem inspirierenden Elemente einer Individualität der höheren Hierarchien; daß dann aber, als sie eintrat in die griechisch-lateinische Zeit, diese Seele mit sich allein war, daß diese Seele so arbeitete, daß das Ich im Ich eben arbeitete. Alles das, was in der vorgriechischen Epoche für alle einzelnen Zyklen der nachatlantischen Kulturen wie eine göttliche Eingebung, wie eine Offenbarung von oben erscheint — und es gilt das auch noch im Beginne der griechischen Kulturperiode für das 9., 10., 11. Jahrhundert der vorchristlichen Zeit -, was sich uns darstellt als eine inspirierte Kultur, in die von außen einfließt, was sie geistig erhalten soll, das gestaltet sich immer mehr und mehr dazu, rein menschlich-persönlich sich darzuleben. Und am stärksten findet das seinen Ausdruck gerade eben im Griechentum. Einen solchen Ausdruck des äußeren Menschen, wie er sich in der physischen Welt darlebt, für das, was der Mensch als auf sich gestellte Ich-Wesenheit ist, hat keine Zeit vorher gesehen und wird keine Zeit nachher wieder sehen können. Das rein Menschlich-Persönliche, das ganz in sich abgeschlossene Menschlich-Persönliche tritt in der antiken Lebensweise des Griechen und in seinen Schöpfungen historisch zutage. Vergleichen wir, wie in seine Göttergestalten der griechische Plastiker hineingeheimnißt hat das Menschlich-Persönliche! Wir können sagen: So wie uns ein griechisches plastisches Kunstwerk entgegentritt, soweit es durch physische Mittel zu erkennen ist, so steht der Mensch ganz als Persönlichkeit vor uns. Und wenn wir bei den Kunstwerken der Griechen nicht vergessen könnten, daß dieser Inkarnation, die uns da ausgedrückt wird, andere Inkarnationen vorangingen: und andere folgen werden, wenn wir nur einen Augenblick denken würden, daß der Apollogestalt und Zeusgestalt nur eine einzelne Inkarnation aus vielen zugrundeliegt, so würden wir nicht richtig empfinden dem griechischen Kunstwerk gegenüber. Da müssen wir vergessen können, daß der Mensch in aufeinanderfolgenden Inkarnationen sich verkörperte. Da ist die Persönlichkeit ganz hineingegossen in die Form der einen Persönlichkeit. Und so war das ganze Leben der Griechen.
[ 11 ] Wenn wir dieses Bild der menschlichen Geschichte, der okkulten Geschichte uns vor Augen stellen, dann werden wir es begreiflich finden, daß eine Seele, die in der indischen und dann in der persischen Epoche inkarniert war, durchdrungen sein konnte von dem inspirierenden Elemente einer Individualität der höheren Hierarchien; daß dann aber, als sie eintrat in die griechisch-lateinische Zeit, diese Seele mit sich allein war, daß diese Seele so arbeitete, daß das Ich im Ich eben arbeitete. Alles das, was in der vorgriechischen Epoche für alle einzelnen Zyklen der nachatlantischen Kulturen wie eine göttliche Eingebung, wie eine Offenbarung von oben erscheint — und es gilt das auch noch im Beginne der griechischen Kulturperiode für das 9., 10., 11. Jahrhundert der vorchristlichen Zeit -, was sich uns darstellt als eine inspirierte Kultur, in die von außen einfließt, was sie geistig erhalten soll, das gestaltet sich immer mehr und mehr dazu, rein menschlich-persönlich sich darzuleben. Und am stärksten findet das seinen Ausdruck gerade eben im Griechentum. Einen solchen Ausdruck des äußeren Menschen, wie er sich in der physischen Welt darlebt, für das, was der Mensch als auf sich gestellte Ich-Wesenheit ist, hat keine Zeit vorher gesehen und wird keine Zeit nachher wieder sehen können. Das rein Menschlich-Persönliche, das ganz in sich abgeschlossene Menschlich-Persönliche tritt in der antiken Lebensweise des Griechen und in seinen Schöpfungen historisch zutage. Vergleichen wir, wie in seine Göttergestalten der griechische Plastiker hineingeheimnißt hat das Menschlich-Persönliche! Wir können sagen: So wie uns ein griechisches plastisches Kunstwerk entgegentritt, soweit es durch physische Mittel zu erkennen ist, so steht der Mensch ganz als Persönlichkeit vor uns. Und wenn wir bei den Kunstwerken der Griechen nicht vergessen könnten, daß dieser Inkarnation, die uns da ausgedrückt wird, andere Inkarnationen vorangingen: und andere folgen werden, wenn wir nur einen Augenblick denken würden, daß der Apollogestalt und Zeusgestalt nur eine einzelne Inkarnation aus vielen zugrundeliegt, so würden wir nicht richtig empfinden dem griechischen Kunstwerk gegenüber. Da müssen wir vergessen können, daß der Mensch in aufeinanderfolgenden Inkarnationen sich verkörperte. Da ist die Persönlichkeit ganz hineingegossen in die Form der einen Persönlichkeit. Und so war das ganze Leben der Griechen.
[ 12 ] Gehen wir dagegen weiter zurück, da werden die Gestalten symbolisch; da deuten die Gestalten etwas an, was nicht rein menschlich ist, da drücken sie etwas aus, was der Mensch noch nicht in sich selber fühlt. Da konnte er nur in Symbolen ausdrücken, was hereinkam aus göttlich-geistigen Welten. Daher die alte symbolisierende Kunst. — Und sehen wir wiederum, wie die Kunst heraufkommt gerade zu dem Volk, welches das Material hergeben soll zu unserem, zum fünften Kulturzeitraum — wir brauchen uns da nur die ältere deutsche Kunst zu vergegenwärtigen -—, da sehen wir, wie wir es nicht mit einer Symbolik, aber auch nicht mit einer Ausprägung des rein Menschlichen zu tun haben, sondern mit dem in sich vertieften Seelischen; wir sehen, wie da das Seelische sozusagen nicht ganz hineinkann in die Menschengestalt. Wer könnte gerade die Gestalten Albrecht Dürers anders charakterisieren, als daß bei ihnen dasjenige, was nach der übersinnlichen Welt im Menschen verlangt, man möchte sagen, im griechischen Sinne genommen nur einen unvollkommenen Ausdruck findet in der äußeren Ausgestaltung der Körperlichkeit. Daher die Vertiefung nach dem Seelischen, je weiter die Kunst heraufkommt.
[ 12 ] Gehen wir dagegen weiter zurück, da werden die Gestalten symbolisch; da deuten die Gestalten etwas an, was nicht rein menschlich ist, da drücken sie etwas aus, was der Mensch noch nicht in sich selber fühlt. Da konnte er nur in Symbolen ausdrücken, was hereinkam aus göttlich-geistigen Welten. Daher die alte symbolisierende Kunst. — Und sehen wir wiederum, wie die Kunst heraufkommt gerade zu dem Volk, welches das Material hergeben soll zu unserem, zum fünften Kulturzeitraum — wir brauchen uns da nur die ältere deutsche Kunst zu vergegenwärtigen -—, da sehen wir, wie wir es nicht mit einer Symbolik, aber auch nicht mit einer Ausprägung des rein Menschlichen zu tun haben, sondern mit dem in sich vertieften Seelischen; wir sehen, wie da das Seelische sozusagen nicht ganz hineinkann in die Menschengestalt. Wer könnte gerade die Gestalten Albrecht Dürers anders charakterisieren, als daß bei ihnen dasjenige, was nach der übersinnlichen Welt im Menschen verlangt, man möchte sagen, im griechischen Sinne genommen nur einen unvollkommenen Ausdruck findet in der äußeren Ausgestaltung der Körperlichkeit. Daher die Vertiefung nach dem Seelischen, je weiter die Kunst heraufkommt.
[ 13 ] Und jetzt werden Sie es nicht mehr unbegreiflich finden, daß ich in der ersten Stunde sagte: Es erscheint in der physischen Welt das, was früher verkörpert war, wie ein Abbild; in die Individualität flossen herein Wesenheiten der höheren Hierarchien. So daß, wenn wir von einem Menschen der griechischen Welt in früheren Zeiten sagen müssen, er war inkarniert, wir nicht nur diese in sich geschlossene Wesenheit sehen müssen, sondern hinter ihr stehend die Individualität einer höheren Hierarchie. So tritt uns in der griechisch-lateinischen Periode Alexander, so tritt uns Aristoteles gegenüber. Wir verfolgen ihre Individualitäten nach rückwärts. Da müssen wir von Alexander zurückgehen zu Gilgamesch und sagen: Bei Gilgamesch ist diese Individualität, die dann wie auf den physischen Plan herausprojiziert als Alexander erscheint; hinter ihr müssen wir einen Feuergeist sehen, der sich seiner als Werkzeug bedient. Und bei Aristoteles sehen wir, zurückgehend in der Zeit, die Mächte des alten Hellsehens wirken in dem Freunde des Gilgamesch. So also sehen wir sowohl junge wie alte Seelen, hinter denen früher Hellsichtigkeit stand, ganz herausgestellt in der griechischen Zeit auf den physischen Plan. Und so tritt uns das ganz besonders bei der großen Mathematikerin Hypatia entgegen, bei der sozusagen die ganze mathematische und philosophische Weisheit ihrer Zeit als persönliches Können, als persönliche Wissenschaft und Weisheit lebte. Das war abgeschlossen in der Persönlichkeit der Hypatia. Und wir werden noch sehen, wie diese Individualität gerade die weibliche Persönlichkeit annehmen mußte, um eine so weiche Zusammengeschlossenheit alles dessen auszuprägen, was sie früher aufgenommen hatte in den orphischen Mysterien, um alles das als persönliche Wirkungsweise auszuprägen, was sie dort vermittels der Inspiratoren als ein Schüler der orphischen Mysterien aufgenommen hatte.
[ 13 ] Und jetzt werden Sie es nicht mehr unbegreiflich finden, daß ich in der ersten Stunde sagte: Es erscheint in der physischen Welt das, was früher verkörpert war, wie ein Abbild; in die Individualität flossen herein Wesenheiten der höheren Hierarchien. So daß, wenn wir von einem Menschen der griechischen Welt in früheren Zeiten sagen müssen, er war inkarniert, wir nicht nur diese in sich geschlossene Wesenheit sehen müssen, sondern hinter ihr stehend die Individualität einer höheren Hierarchie. So tritt uns in der griechisch-lateinischen Periode Alexander, so tritt uns Aristoteles gegenüber. Wir verfolgen ihre Individualitäten nach rückwärts. Da müssen wir von Alexander zurückgehen zu Gilgamesch und sagen: Bei Gilgamesch ist diese Individualität, die dann wie auf den physischen Plan herausprojiziert als Alexander erscheint; hinter ihr müssen wir einen Feuergeist sehen, der sich seiner als Werkzeug bedient. Und bei Aristoteles sehen wir, zurückgehend in der Zeit, die Mächte des alten Hellsehens wirken in dem Freunde des Gilgamesch. So also sehen wir sowohl junge wie alte Seelen, hinter denen früher Hellsichtigkeit stand, ganz herausgestellt in der griechischen Zeit auf den physischen Plan. Und so tritt uns das ganz besonders bei der großen Mathematikerin Hypatia entgegen, bei der sozusagen die ganze mathematische und philosophische Weisheit ihrer Zeit als persönliches Können, als persönliche Wissenschaft und Weisheit lebte. Das war abgeschlossen in der Persönlichkeit der Hypatia. Und wir werden noch sehen, wie diese Individualität gerade die weibliche Persönlichkeit annehmen mußte, um eine so weiche Zusammengeschlossenheit alles dessen auszuprägen, was sie früher aufgenommen hatte in den orphischen Mysterien, um alles das als persönliche Wirkungsweise auszuprägen, was sie dort vermittels der Inspiratoren als ein Schüler der orphischen Mysterien aufgenommen hatte.
[ 14 ] So sehen wir also, wie in aufeinanderfolgende Menschheitsinkarnationen Einflüsse aus der geistigen Welt modifizierend eintreten. Und nur hinweisen kann ich darauf, daß gerade eine solche Individualität wie diejenige, die als Hypatia inkarniert war, die also mitbrachte die Weisheit der orphischen Mysterien und sie persönlich auslebte, dann in einer nachfolgenden Inkarnation berufen war, nun den umgekehrten Weg einzuschlagen: alle persönliche Weisheit wiederum hinaufzutragen zum Göttlich-Geistigen. Daher erscheint Hypatia ungefähr um die Wende des 12. zum 13. Jahrhundert als ein bedeutender, umfassender, universeller Geist der neueren Geschichte, der einen großen Einfluß hat auf das, was Zusammenfassung des naturwissenschaftlichen und auch des philosophischen Erkennens ist. So also sehen wir, wie hineindringen in die aufeinanderfolgenden Inkarnationen der einzelnen Individualitäten die historischen Mächte.
[ 14 ] So sehen wir also, wie in aufeinanderfolgende Menschheitsinkarnationen Einflüsse aus der geistigen Welt modifizierend eintreten. Und nur hinweisen kann ich darauf, daß gerade eine solche Individualität wie diejenige, die als Hypatia inkarniert war, die also mitbrachte die Weisheit der orphischen Mysterien und sie persönlich auslebte, dann in einer nachfolgenden Inkarnation berufen war, nun den umgekehrten Weg einzuschlagen: alle persönliche Weisheit wiederum hinaufzutragen zum Göttlich-Geistigen. Daher erscheint Hypatia ungefähr um die Wende des 12. zum 13. Jahrhundert als ein bedeutender, umfassender, universeller Geist der neueren Geschichte, der einen großen Einfluß hat auf das, was Zusammenfassung des naturwissenschaftlichen und auch des philosophischen Erkennens ist. So also sehen wir, wie hineindringen in die aufeinanderfolgenden Inkarnationen der einzelnen Individualitäten die historischen Mächte.
[ 15 ] Wenn wir so den Verlauf der Geschichte betrachten, dann sehen wir wirklich eine Art Niederstieg aus geistigen Höhen bis in die griechischlateinische Zeit und dann wiederum einen Aufstieg: ein Aufsammeln des rein vom physischen Plan zu gewinnenden Materials während der griechischen Zeit — das dauert natürlich herein bis in unsere Zeit —- und ein Wiederhinauftragen in die geistige Welt, zu dem ein Impuls geschaffen werden soll durch die Geisteswissenschaft, und wozu schon einen instinktiven Impuls gehabt hat eine solche Persönlichkeit wie Hypatia, die im 13. Jahrhundert wieder verkörpert war.
[ 15 ] Wenn wir so den Verlauf der Geschichte betrachten, dann sehen wir wirklich eine Art Niederstieg aus geistigen Höhen bis in die griechischlateinische Zeit und dann wiederum einen Aufstieg: ein Aufsammeln des rein vom physischen Plan zu gewinnenden Materials während der griechischen Zeit — das dauert natürlich herein bis in unsere Zeit —- und ein Wiederhinauftragen in die geistige Welt, zu dem ein Impuls geschaffen werden soll durch die Geisteswissenschaft, und wozu schon einen instinktiven Impuls gehabt hat eine solche Persönlichkeit wie Hypatia, die im 13. Jahrhundert wieder verkörpert war.
[ 16 ] Ich möchte an dieser Stelle, meine lieben Freunde, weil die allgemeine Theosophische Gesellschaft in gewisser Beziehung ein Tummelplatz ist von Mißverständnissen, ich möchte hinweisen darauf, daß wirklich unendlich viel von diesen Mißverständnissen wie rein aus den Fingern gesogen ist. So will man gerne dasjenige, was zum Beispiel hier vorgetragen wird innerhalb unserer deutschen Bewegung, in einen gewissen Gegensatz bringen zu dem, was ursprünglich die Offenbarung der theosophischen Bewegung in der neueren Zeit war. Deshalb ergreife ich gerne die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, wie das, was hier aus ursprünglich rosenkreuzerischem Quell gegeben wird, in Harmonie steht mit mancherlei von dem, was gerade ursprünglich der theosophischen Bewegung gegeben worden ist. Und wir haben ja in diesem Augenblick gerade Gelegenheit, auf etwas hinzuweisen, was von dieser Art ist. Es ist also von mir gesagt und ganz unabhängig von Traditionen entwickelt worden, daß gewisse spätere historische Persönlichkeiten gleichsam die Schattenbilder sind von früheren, durch die Mythen dargestellten Persönlichkeiten, hinter denen höhere Hierarchien stehen. Solches darf man nicht in Widerspruch bringen mit denjenigen Manifestationen, die durch H.P. Blavatsky in die Theosophische Gesellschaft hineingebracht worden sind. Denn sonst könnte man durch ein reines Mißverständnis sich sehr wohl in einen Widerspruch versetzen zu den guten alten Lehren, die durch das außerordentliche, brauchbare Instrument von H.P.Blavatsky der theosophischen Bewegung zugeflossen sind. Aber in bezug auf das, was hier entwickelt worden ist, möchte ich Ihnen eine Stelle aus den späteren Schriften der Blavatsky vorlesen, wo sie auf die «Entschleierte Isis», ihr ältestes okkultes Werk, hinweist. Da möchte ich die folgende Stelle Ihnen vorlesen, damit Sie sehen, wie das, was von solchem Widerspruch gesagt wird, im Grunde genommen, ich kann nicht anders sagen, aus den Fingern gesogen ist:
[ 16 ] Ich möchte an dieser Stelle, meine lieben Freunde, weil die allgemeine Theosophische Gesellschaft in gewisser Beziehung ein Tummelplatz ist von Mißverständnissen, ich möchte hinweisen darauf, daß wirklich unendlich viel von diesen Mißverständnissen wie rein aus den Fingern gesogen ist. So will man gerne dasjenige, was zum Beispiel hier vorgetragen wird innerhalb unserer deutschen Bewegung, in einen gewissen Gegensatz bringen zu dem, was ursprünglich die Offenbarung der theosophischen Bewegung in der neueren Zeit war. Deshalb ergreife ich gerne die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, wie das, was hier aus ursprünglich rosenkreuzerischem Quell gegeben wird, in Harmonie steht mit mancherlei von dem, was gerade ursprünglich der theosophischen Bewegung gegeben worden ist. Und wir haben ja in diesem Augenblick gerade Gelegenheit, auf etwas hinzuweisen, was von dieser Art ist. Es ist also von mir gesagt und ganz unabhängig von Traditionen entwickelt worden, daß gewisse spätere historische Persönlichkeiten gleichsam die Schattenbilder sind von früheren, durch die Mythen dargestellten Persönlichkeiten, hinter denen höhere Hierarchien stehen. Solches darf man nicht in Widerspruch bringen mit denjenigen Manifestationen, die durch H.P. Blavatsky in die Theosophische Gesellschaft hineingebracht worden sind. Denn sonst könnte man durch ein reines Mißverständnis sich sehr wohl in einen Widerspruch versetzen zu den guten alten Lehren, die durch das außerordentliche, brauchbare Instrument von H.P.Blavatsky der theosophischen Bewegung zugeflossen sind. Aber in bezug auf das, was hier entwickelt worden ist, möchte ich Ihnen eine Stelle aus den späteren Schriften der Blavatsky vorlesen, wo sie auf die «Entschleierte Isis», ihr ältestes okkultes Werk, hinweist. Da möchte ich die folgende Stelle Ihnen vorlesen, damit Sie sehen, wie das, was von solchem Widerspruch gesagt wird, im Grunde genommen, ich kann nicht anders sagen, aus den Fingern gesogen ist:
[ 17 ] «Außer dem beständigen Wiederholen der alten stets bestehenden Tatsache von Reinkarnation und Karma — und zwar in der Art, wie es die älteste Wissenschaft der Welt, nicht der Spiritismus von heute, gelehrt hat — sollten die Okkultisten eine zyklische und mit der Evolution Schritt haltende Reinkarnation lehren: jene Art der Wiedergeburt, geheimnisvoll und noch unverständlich für die vielen, die nichts wissen von jener Geschichte der Welt, auf welche wir vorsichtig hingewiesen haben in der «Entschleierten Isis. Eine allgemeine Wiedergeburt für jedes Individuum mit Zwischenpausen von Kama Loca und Devachan, und eine zyklische bewußte Inkarnation mit einem großen und göttlichen Ziel für Wenige. Jene großen Charaktere, die in der Geschichte der Menschheit gleich Riesen emporragen, wie Siddharta Buddha und Jesus auf geistigem Gebiet, wie Alexander von Mazedonien und Napoleon der Große auf dem Gebiete physischer Eroberungen, sind nichts als widergespiegelte Bilder großer Urbilder, welche existierten — nicht vor zehntausend Jahren, wie in der «Entschleierten Isis> vorsichtig erwähnt wurde -, sondern während Millionen von aufeinanderfolgenden Jahren, vom Beginne des Mänvantara an. Denn wie oben erklärt wurde — mit Ausnahme der wirklichen Avataras sind diese Abbilder ihrer Urbilder, ein jedes entsprechend seiner eigenen ElternFlamme, dieselben ungebrochenen Strahlen (Monaden), genannt Devas, Dhyan Chohans oder Dhyanii Buddhas oder auch Planetengeister und so weiter, die durch äonenlange Ewigkeit gleich ihren Urbildern leuchten. Nach ihrem Bilde werden einige Menschen geboren, und wenn irgendein besonderes humanitäres Ziel in Aussicht genommen ist, werden diese letzteren hypostatisch beseelt von ihren göttlichen Urbildern, die immer wieder hervorgebracht werden durch die geheimnisvollen Mächte, welche die Schicksale der Welt leiten und lenken.»
[ 17 ] «Außer dem beständigen Wiederholen der alten stets bestehenden Tatsache von Reinkarnation und Karma — und zwar in der Art, wie es die älteste Wissenschaft der Welt, nicht der Spiritismus von heute, gelehrt hat — sollten die Okkultisten eine zyklische und mit der Evolution Schritt haltende Reinkarnation lehren: jene Art der Wiedergeburt, geheimnisvoll und noch unverständlich für die vielen, die nichts wissen von jener Geschichte der Welt, auf welche wir vorsichtig hingewiesen haben in der «Entschleierten Isis. Eine allgemeine Wiedergeburt für jedes Individuum mit Zwischenpausen von Kama Loca und Devachan, und eine zyklische bewußte Inkarnation mit einem großen und göttlichen Ziel für Wenige. Jene großen Charaktere, die in der Geschichte der Menschheit gleich Riesen emporragen, wie Siddharta Buddha und Jesus auf geistigem Gebiet, wie Alexander von Mazedonien und Napoleon der Große auf dem Gebiete physischer Eroberungen, sind nichts als widergespiegelte Bilder großer Urbilder, welche existierten — nicht vor zehntausend Jahren, wie in der «Entschleierten Isis> vorsichtig erwähnt wurde -, sondern während Millionen von aufeinanderfolgenden Jahren, vom Beginne des Mänvantara an. Denn wie oben erklärt wurde — mit Ausnahme der wirklichen Avataras sind diese Abbilder ihrer Urbilder, ein jedes entsprechend seiner eigenen ElternFlamme, dieselben ungebrochenen Strahlen (Monaden), genannt Devas, Dhyan Chohans oder Dhyanii Buddhas oder auch Planetengeister und so weiter, die durch äonenlange Ewigkeit gleich ihren Urbildern leuchten. Nach ihrem Bilde werden einige Menschen geboren, und wenn irgendein besonderes humanitäres Ziel in Aussicht genommen ist, werden diese letzteren hypostatisch beseelt von ihren göttlichen Urbildern, die immer wieder hervorgebracht werden durch die geheimnisvollen Mächte, welche die Schicksale der Welt leiten und lenken.»
[ 18 ] «Mehr durfte nicht gesagt werden zu der Zeit, als die «Entschleierte Isis» geschrieben wurde; deshalb blieb das Gesagte beschränkt auf die bloße Bemerkung, daß es keinen hervorragenden Charakter in den Annalen der heiligen oder profanen Geschichte gibt, dessen Urbild wir nicht finden könnten in den halb sagenhaften und halb realen Überlieferungen vergangener Religionen und Mythologien. So wie der Stern, der in der schrankenlosen Unendlichkeit des Himmels in unermeßlicher Entfernung über unseren Häuptern strahlt, sich spiegelt in den stillen Gewässern eines Sees, so wird widergespiegelt das Bild der Menschheit vorsintflutlicher Zeiten in jenen Perioden, die wir mit einem geschichtlichen Rückblick umfassen können...»
[ 18 ] «Mehr durfte nicht gesagt werden zu der Zeit, als die «Entschleierte Isis» geschrieben wurde; deshalb blieb das Gesagte beschränkt auf die bloße Bemerkung, daß es keinen hervorragenden Charakter in den Annalen der heiligen oder profanen Geschichte gibt, dessen Urbild wir nicht finden könnten in den halb sagenhaften und halb realen Überlieferungen vergangener Religionen und Mythologien. So wie der Stern, der in der schrankenlosen Unendlichkeit des Himmels in unermeßlicher Entfernung über unseren Häuptern strahlt, sich spiegelt in den stillen Gewässern eines Sees, so wird widergespiegelt das Bild der Menschheit vorsintflutlicher Zeiten in jenen Perioden, die wir mit einem geschichtlichen Rückblick umfassen können...»
[ 19 ] Wie gesagt, ich ergreife gerne die Gelegenheit, um die Übereinstimmung dessen, was wir in unmittelbarer Gegenwart erforschen können, mit dem, was in gewisser Beziehung ursprüngliche Offenbarung war, hervorzuheben. Sie wissen ja, daß es Grundsatz hier ist, in gewisser Hinsicht treu festzuhalten an den Traditionen der theosophischen Bewegung; daß aber auch nichts ungeprüft hier wiederholt wird, das betone ich ausdrücklich; darauf kommt es an. Wo eine Übereinstimmung des Erkannten mit anderem betont werden kann, soll es wegen der Kontinuität der Theosophischen Gesellschaft scharf hervorgehoben werden, der Gerechtigkeit gemäß; aber ungeprüft soll nichts einfach wiederholt werden. Das hängt mit der Mission zusammen, die wir gerade innerhalb unserer deutschen theosophischen Bewegung haben — eben den eigenen Einschlag hineinzutragen, den individuellen Einschlag in diese theosophische Bewegung. Aber gerade solche Beispiele können Ihnen ein Bild davon geben, wie unbegründet das Vorurteil ist, das da und dort hervorwächst, als ob wir durchaus in den Dingen immer etwas anderes haben wollten. Wir arbeiten treu weiter, wir kramen nicht sozusagen immerfort die alten Dogmen aus, wir prüfen auch das, was heute von anderer Seite geboten wird. Und wir vertreten das, was mit dem besten okkulten Gewissen gesagt werden kann auf Grundlage der ursprünglichen okkulten Forschungen und der Methoden, die uns überliefert sind durch unsere eigenen heiligen Überlieferungen des Rosenkreuzes.
[ 19 ] Wie gesagt, ich ergreife gerne die Gelegenheit, um die Übereinstimmung dessen, was wir in unmittelbarer Gegenwart erforschen können, mit dem, was in gewisser Beziehung ursprüngliche Offenbarung war, hervorzuheben. Sie wissen ja, daß es Grundsatz hier ist, in gewisser Hinsicht treu festzuhalten an den Traditionen der theosophischen Bewegung; daß aber auch nichts ungeprüft hier wiederholt wird, das betone ich ausdrücklich; darauf kommt es an. Wo eine Übereinstimmung des Erkannten mit anderem betont werden kann, soll es wegen der Kontinuität der Theosophischen Gesellschaft scharf hervorgehoben werden, der Gerechtigkeit gemäß; aber ungeprüft soll nichts einfach wiederholt werden. Das hängt mit der Mission zusammen, die wir gerade innerhalb unserer deutschen theosophischen Bewegung haben — eben den eigenen Einschlag hineinzutragen, den individuellen Einschlag in diese theosophische Bewegung. Aber gerade solche Beispiele können Ihnen ein Bild davon geben, wie unbegründet das Vorurteil ist, das da und dort hervorwächst, als ob wir durchaus in den Dingen immer etwas anderes haben wollten. Wir arbeiten treu weiter, wir kramen nicht sozusagen immerfort die alten Dogmen aus, wir prüfen auch das, was heute von anderer Seite geboten wird. Und wir vertreten das, was mit dem besten okkulten Gewissen gesagt werden kann auf Grundlage der ursprünglichen okkulten Forschungen und der Methoden, die uns überliefert sind durch unsere eigenen heiligen Überlieferungen des Rosenkreuzes.
[ 20 ] Es ist nun außerordentlich interessant, an einer einzelnen Persönlichkeit zu zeigen, wie gewissermaßen das Alte, das in die Menschheit hereininspiriert worden ist unter dem Einfluß höherer Mächte, sozusagen einen auf den physischen Plan hingeordneten Charakter bei den Menschen des griechisch-lateinischen Zeitalters angenommen hat. Da können wir als ein Beispiel anführen, wie Eabani in derjenigen seiner Inkarnationen, die zwischen der Persönlichkeit des Eabani und des Aristoteles liegt, unter dem Einfluß der alten Mysterienlehren mit ihren aus den übersinnlichen Welten herabkommenden Kräften aufnehmen konnte das, worauf eigentlich in gewissen Mysterienschulen die Fortentwickelung der menschlichen Seele beruht. Wir wollen jetzt nicht wiederholen, was Charaktereigentümlichkeit der verschiedenen Mysterienschulen war, wir wollen auf eine Art derselben unseren geistigen Blick richten, auf jene, wo durch die Erregung ganz bestimmter Gefühle die Seele fortentwickelt wurde, so daß sie eindringen lernte in die überphysische Welt. In solchen Mysterien wurden in der Seele namentlich jene Empfindungen, jene Impulse erregt, die geeignet waren, von Grund aus allen Egoismus auszurotten aus der Seele. Es wurde der Seele klargemacht, wie sie im Grunde genommen immer egoistisch sein muß, wenn sie im physischen Leibe verkörpert ist. Es wurde der ganze Umfang und die ganze Bedeutung des Egoismus für den physischen Plan sozusagen in Impulsen auf die entsprechende Seele abgeladen. Und tief, tief zerknirscht fühlte sich eine solche Seele, die sich sagen mußte: Ich habe bisher nichts anderes gekannt als den Egoismus, ich kann ja im physischen Leibe gar nichts anderes sein als ein Egoist. Ja, weit ist eine solche Seele entfernt worden von dem billigen Standpunkte solcher Menschen, die als jedes zweite Wort im Munde führen: Ich will ja die Sache nicht für mich, sondern für einen anderen. Den Egoismus zu überwinden und den Zug nach dem Allgemein-Menschlichen und Kosmischen sich anzueignen, ist nicht so leicht, wie mancher sich vorstellt. Diesem Aneignen muß vorangehen eine völlige Niederschmetterung der Seele über den Umfang des Egoismus in den Impulsen dieser Seele. Mitleid mit allem Menschlichen, mit allem Kosmischen mußte die Seele lernen in den Mysterien, die ich da meine, Mitleid durch die Überwindung des physischen Planes. Dann konnte man von ihr hoffen, daß sie wieder heruntertragen würde aus den höheren Welten das wahrhafte Mitgefühl für alles Lebendige und alles Seiende.
[ 20 ] Es ist nun außerordentlich interessant, an einer einzelnen Persönlichkeit zu zeigen, wie gewissermaßen das Alte, das in die Menschheit hereininspiriert worden ist unter dem Einfluß höherer Mächte, sozusagen einen auf den physischen Plan hingeordneten Charakter bei den Menschen des griechisch-lateinischen Zeitalters angenommen hat. Da können wir als ein Beispiel anführen, wie Eabani in derjenigen seiner Inkarnationen, die zwischen der Persönlichkeit des Eabani und des Aristoteles liegt, unter dem Einfluß der alten Mysterienlehren mit ihren aus den übersinnlichen Welten herabkommenden Kräften aufnehmen konnte das, worauf eigentlich in gewissen Mysterienschulen die Fortentwickelung der menschlichen Seele beruht. Wir wollen jetzt nicht wiederholen, was Charaktereigentümlichkeit der verschiedenen Mysterienschulen war, wir wollen auf eine Art derselben unseren geistigen Blick richten, auf jene, wo durch die Erregung ganz bestimmter Gefühle die Seele fortentwickelt wurde, so daß sie eindringen lernte in die überphysische Welt. In solchen Mysterien wurden in der Seele namentlich jene Empfindungen, jene Impulse erregt, die geeignet waren, von Grund aus allen Egoismus auszurotten aus der Seele. Es wurde der Seele klargemacht, wie sie im Grunde genommen immer egoistisch sein muß, wenn sie im physischen Leibe verkörpert ist. Es wurde der ganze Umfang und die ganze Bedeutung des Egoismus für den physischen Plan sozusagen in Impulsen auf die entsprechende Seele abgeladen. Und tief, tief zerknirscht fühlte sich eine solche Seele, die sich sagen mußte: Ich habe bisher nichts anderes gekannt als den Egoismus, ich kann ja im physischen Leibe gar nichts anderes sein als ein Egoist. Ja, weit ist eine solche Seele entfernt worden von dem billigen Standpunkte solcher Menschen, die als jedes zweite Wort im Munde führen: Ich will ja die Sache nicht für mich, sondern für einen anderen. Den Egoismus zu überwinden und den Zug nach dem Allgemein-Menschlichen und Kosmischen sich anzueignen, ist nicht so leicht, wie mancher sich vorstellt. Diesem Aneignen muß vorangehen eine völlige Niederschmetterung der Seele über den Umfang des Egoismus in den Impulsen dieser Seele. Mitleid mit allem Menschlichen, mit allem Kosmischen mußte die Seele lernen in den Mysterien, die ich da meine, Mitleid durch die Überwindung des physischen Planes. Dann konnte man von ihr hoffen, daß sie wieder heruntertragen würde aus den höheren Welten das wahrhafte Mitgefühl für alles Lebendige und alles Seiende.
[ 21 ] Aber noch ein anderes Gefühl sollte namentlich entwickelt werden als ein Hauptgefühl neben mancherlei anderem. Wenn der Mensch eindringen soll in die geistige Welt, dann muß er sich klar sein, daß dort alles anders ist als in der physischen Welt. Wie vor einem völlig Unbekannten muß man stehen, wenn man der geistigen Welt Auge in Auge gegenübertritt. Da ist wirklich das Gefühl vorhanden, durch das man in Gefahr gerät, das Gefühl der Furcht vor dem Unbekannten. Und deshalb mußte die Seele in solchen Mysterien durchleben alles, was die Seele des Menschen überhaupt an Furcht und Angst und Schreck und Grauen erleben konnte, um sich abzugewöhnen die Gefühle von Furcht und Angst und Schreck und Grauen. Dann war der Mensch gewappnet, hinaufzusteigen in die ihrem Inhalte nach ihm unbekannte geistige Welt. So mußte also die Seele des Schülers der Mysterien durchgehen durch die Erziehung zum umfassenden universellen Gefühl des Mitleids und zum universellen Gefühl der Furchtlosigkeit. Das machte jede Seele in denjenigen alten Mysterien durch, an denen Eabani teilnahm, als er wieder erschienen war in der Inkarnation, die zwischen Eabani und Aristoteles steht. Das machte auch er durch. Und nun trat das wie eine Erinnerung an frühere Inkarnationen in Aristoteles zutage. Er konnte deshalb die Theorie der Tragödie geben, weil er aus solchen Erinnerungen heraus beim Anschauen der griechischen Tragödie darauf kam, wie in dieser ein Nachklang ist, gleichsam ein äußeres, auf den physischen Plan herausgetragenes Nachspiel der Mysterienerziehung, wo die Seele durch Mitleid und Furcht geläutert wird. So sollte der dramatische Held und der ganze Aufbau einer Tragödie vor den Zuschauern etwas darleben, woran der Zuschauer abgeschwächt erleben kann Mitleid mit dem Schicksal des tragischen Helden und Furcht vor dem Ausgang seines Schicksals, vor dem schauervollen Tod, der ihm winkt. So war hineinverwoben in den dramatischen Fortgang der Tragödie, in das Weben und Leben der Tragödie, was in der Seele des alten Mysten vorging: die Läuterung, die Reinigung, die Katharsis durch Furcht und Mitleid. Und wie ein Nachklang sollte auf dem physischen Plan der Angehörige der griechischen Kulturperiode empfinden den Durchgang durch Furcht und Mitleid. Künstlerisch sollte man erleben, ästhetisch genießen das, was früher ein großes Erziehungsprinzip war. Und als das, was Aristoteles in früheren Inkarnationen gelernt hatte, in seine Persönlichkeit kam, da war er der geeignete Mann, diese eigenartige Definition der Tragödie zu geben, die so klassisch geworden ist und so großartig gewirkt hat, daß sie im 18. Jahrhundert noch von Lessing aufgenommen wurde und durch das 19. Jahrhundert hindurch eine solche Rolle gespielt hat, daß über diese Definition ganze Bibliotheken geschrieben worden sind. Man würde übrigens nicht viel verlieren, wenn der größte Teil dessen, was in den Bibliotheken liegt, verbrannt würde, denn es wurde mit einem vollständigen Verkennen dessen geschrieben, was vorhin gesagt worden ist, daß wir es nämlich damit zu tun haben, daß in die Kunst etwas herunterprojiziert wird, was im Geistigen liegt. Und die das schrieben, ahnten nicht, daß Aristoteles ein altes Mysteriengeheimnis gab, wenn er sagte: Eine Tragödie ist eine Zusammenfügung aufeinanderfolgender Handlungen, die gruppiert werden um einen Helden und die geeignet sind, im Zuschauer das Gefühl von Furcht und Mitleid zu erregen, damit eine Läuterung in der Seele des Zuschauers eintreten könne.
[ 21 ] Aber noch ein anderes Gefühl sollte namentlich entwickelt werden als ein Hauptgefühl neben mancherlei anderem. Wenn der Mensch eindringen soll in die geistige Welt, dann muß er sich klar sein, daß dort alles anders ist als in der physischen Welt. Wie vor einem völlig Unbekannten muß man stehen, wenn man der geistigen Welt Auge in Auge gegenübertritt. Da ist wirklich das Gefühl vorhanden, durch das man in Gefahr gerät, das Gefühl der Furcht vor dem Unbekannten. Und deshalb mußte die Seele in solchen Mysterien durchleben alles, was die Seele des Menschen überhaupt an Furcht und Angst und Schreck und Grauen erleben konnte, um sich abzugewöhnen die Gefühle von Furcht und Angst und Schreck und Grauen. Dann war der Mensch gewappnet, hinaufzusteigen in die ihrem Inhalte nach ihm unbekannte geistige Welt. So mußte also die Seele des Schülers der Mysterien durchgehen durch die Erziehung zum umfassenden universellen Gefühl des Mitleids und zum universellen Gefühl der Furchtlosigkeit. Das machte jede Seele in denjenigen alten Mysterien durch, an denen Eabani teilnahm, als er wieder erschienen war in der Inkarnation, die zwischen Eabani und Aristoteles steht. Das machte auch er durch. Und nun trat das wie eine Erinnerung an frühere Inkarnationen in Aristoteles zutage. Er konnte deshalb die Theorie der Tragödie geben, weil er aus solchen Erinnerungen heraus beim Anschauen der griechischen Tragödie darauf kam, wie in dieser ein Nachklang ist, gleichsam ein äußeres, auf den physischen Plan herausgetragenes Nachspiel der Mysterienerziehung, wo die Seele durch Mitleid und Furcht geläutert wird. So sollte der dramatische Held und der ganze Aufbau einer Tragödie vor den Zuschauern etwas darleben, woran der Zuschauer abgeschwächt erleben kann Mitleid mit dem Schicksal des tragischen Helden und Furcht vor dem Ausgang seines Schicksals, vor dem schauervollen Tod, der ihm winkt. So war hineinverwoben in den dramatischen Fortgang der Tragödie, in das Weben und Leben der Tragödie, was in der Seele des alten Mysten vorging: die Läuterung, die Reinigung, die Katharsis durch Furcht und Mitleid. Und wie ein Nachklang sollte auf dem physischen Plan der Angehörige der griechischen Kulturperiode empfinden den Durchgang durch Furcht und Mitleid. Künstlerisch sollte man erleben, ästhetisch genießen das, was früher ein großes Erziehungsprinzip war. Und als das, was Aristoteles in früheren Inkarnationen gelernt hatte, in seine Persönlichkeit kam, da war er der geeignete Mann, diese eigenartige Definition der Tragödie zu geben, die so klassisch geworden ist und so großartig gewirkt hat, daß sie im 18. Jahrhundert noch von Lessing aufgenommen wurde und durch das 19. Jahrhundert hindurch eine solche Rolle gespielt hat, daß über diese Definition ganze Bibliotheken geschrieben worden sind. Man würde übrigens nicht viel verlieren, wenn der größte Teil dessen, was in den Bibliotheken liegt, verbrannt würde, denn es wurde mit einem vollständigen Verkennen dessen geschrieben, was vorhin gesagt worden ist, daß wir es nämlich damit zu tun haben, daß in die Kunst etwas herunterprojiziert wird, was im Geistigen liegt. Und die das schrieben, ahnten nicht, daß Aristoteles ein altes Mysteriengeheimnis gab, wenn er sagte: Eine Tragödie ist eine Zusammenfügung aufeinanderfolgender Handlungen, die gruppiert werden um einen Helden und die geeignet sind, im Zuschauer das Gefühl von Furcht und Mitleid zu erregen, damit eine Läuterung in der Seele des Zuschauers eintreten könne.
[ 22 ] So sehen wir, daß in einer einzelnen Persönlichkeit, in dem, was sie will und sagt, abschattiert ist, was uns nur dann verständlich wird, wenn wir durch die Persönlichkeit durchblicken auf denjenigen, der dahintersteht, auf den Inspirator. Erst wenn Sie die Geschichte so betrachten, können Sie sehen, was die Persönlichkeit und was die überpersönlichen Mächte für das geschichtliche Leben bedeuten, wie da etwas hereinspielt in die individuellen Inkarnationen, was Frau Blavatsky nennt das Zusammenspiel von persönlichen individuellen Inkarnationen, und dem, was sie schildert, indem sie sagt: «Aber neben der alten stets bestehenden Tatsache von Reinkarnation und Karma sollten die Okkultisten eine zyklische und mit der Evolution Schritt haltende Reinkarnation verkünden» und so weiter. Sie nennt das eine bewußte Reinkarnation, weil für die meisten Menschen doch heute die aufeinanderfolgenden Inkarnationen für das Ich unbewußt bleiben, während die geistigen Mächte, die da von oben hereinwirken, in der Tat mit Bewußtsein ihre Kraft von einem Zeitalter in das andere zyklisch hinübertragen.
[ 22 ] So sehen wir, daß in einer einzelnen Persönlichkeit, in dem, was sie will und sagt, abschattiert ist, was uns nur dann verständlich wird, wenn wir durch die Persönlichkeit durchblicken auf denjenigen, der dahintersteht, auf den Inspirator. Erst wenn Sie die Geschichte so betrachten, können Sie sehen, was die Persönlichkeit und was die überpersönlichen Mächte für das geschichtliche Leben bedeuten, wie da etwas hereinspielt in die individuellen Inkarnationen, was Frau Blavatsky nennt das Zusammenspiel von persönlichen individuellen Inkarnationen, und dem, was sie schildert, indem sie sagt: «Aber neben der alten stets bestehenden Tatsache von Reinkarnation und Karma sollten die Okkultisten eine zyklische und mit der Evolution Schritt haltende Reinkarnation verkünden» und so weiter. Sie nennt das eine bewußte Reinkarnation, weil für die meisten Menschen doch heute die aufeinanderfolgenden Inkarnationen für das Ich unbewußt bleiben, während die geistigen Mächte, die da von oben hereinwirken, in der Tat mit Bewußtsein ihre Kraft von einem Zeitalter in das andere zyklisch hinübertragen.
[ 23 ] Das also, was da steht als eine Offenbarung dessen, was Blavatsky in ihrer ersten Zeit aus den Rosenkreuzermysterien heraus sagte, das ist durchaus zu kontrollieren und festzustellen durch ursprüngliche Forschungen. Daraus aber werden Sie sehen, daß jene bequeme Art, die eine Inkarnation immer nur als die Wirkung einer vorhergehenden Verkörperung auffaßt, wesentlich modifiziert wird. Und Sie werden begreifen, daß Reinkarnation eine viel kompliziertere Tatsachenwelt ist, als man gewöhnlich annimmt, und daß wir sie vollkommen nur dann verstehen, wenn wir den Menschen angliedern an eine höhere überphysische Welt, die fortwährend in unsere Welt hereinwirkt. Wir können sagen, daß in jenem Zwischenraum, den wir als die griechisch-lateinische Kultur bezeichnen, dem Menschen Zeit gelassen wurde, alles das, was aus höheren Welten in die Seele durch lange Inkarnationenreihen hindurch gelegt worden war, nachzuempfinden, nachklingen zu lassen einmal über einem rein menschlichen Ich. Was die griechisch-lateinische Welt auslebte, war wie ein menschlich-persönliches Ausleben unendlicher Erinnerungen, die früher von höheren Welten in dieselben Individualitäten hineingelegt worden waren. Dürfen wir uns deshalb wundern, wenn die bedeutendsten Geister gerade der griechischen Welt das sich besonders zum Bewußtsein bringen? Sie sagten sich, wenn sie hineinschauten in ihre Innenwelt: Da strömt es heraus, da dehnen sich Welten in unsere Persönlichkeit hinein; die sind aber Erinnerungen an das, was früher von den geistigen Welten hineingegossen worden ist in uns. — Lesen Sie bei Plato, wie er das, was der Mensch erleben kann, zurückführt auf eine Erinnerung der Seele an ihre vergangenen Erlebnisse. Da sehen Sie, wie aus einem tief realen Bewußtsein der vierten nachatlantischen Epoche heraus ein solcher Geist wie Plato geschöpft hat. Wir lernen erst verstehen, was solch ein einzelner Ausspruch einer so markanten Persönlichkeit bedeutet, wenn wir okkult hineinschauen können in den Geist der Epochen.
[ 23 ] Das also, was da steht als eine Offenbarung dessen, was Blavatsky in ihrer ersten Zeit aus den Rosenkreuzermysterien heraus sagte, das ist durchaus zu kontrollieren und festzustellen durch ursprüngliche Forschungen. Daraus aber werden Sie sehen, daß jene bequeme Art, die eine Inkarnation immer nur als die Wirkung einer vorhergehenden Verkörperung auffaßt, wesentlich modifiziert wird. Und Sie werden begreifen, daß Reinkarnation eine viel kompliziertere Tatsachenwelt ist, als man gewöhnlich annimmt, und daß wir sie vollkommen nur dann verstehen, wenn wir den Menschen angliedern an eine höhere überphysische Welt, die fortwährend in unsere Welt hereinwirkt. Wir können sagen, daß in jenem Zwischenraum, den wir als die griechisch-lateinische Kultur bezeichnen, dem Menschen Zeit gelassen wurde, alles das, was aus höheren Welten in die Seele durch lange Inkarnationenreihen hindurch gelegt worden war, nachzuempfinden, nachklingen zu lassen einmal über einem rein menschlichen Ich. Was die griechisch-lateinische Welt auslebte, war wie ein menschlich-persönliches Ausleben unendlicher Erinnerungen, die früher von höheren Welten in dieselben Individualitäten hineingelegt worden waren. Dürfen wir uns deshalb wundern, wenn die bedeutendsten Geister gerade der griechischen Welt das sich besonders zum Bewußtsein bringen? Sie sagten sich, wenn sie hineinschauten in ihre Innenwelt: Da strömt es heraus, da dehnen sich Welten in unsere Persönlichkeit hinein; die sind aber Erinnerungen an das, was früher von den geistigen Welten hineingegossen worden ist in uns. — Lesen Sie bei Plato, wie er das, was der Mensch erleben kann, zurückführt auf eine Erinnerung der Seele an ihre vergangenen Erlebnisse. Da sehen Sie, wie aus einem tief realen Bewußtsein der vierten nachatlantischen Epoche heraus ein solcher Geist wie Plato geschöpft hat. Wir lernen erst verstehen, was solch ein einzelner Ausspruch einer so markanten Persönlichkeit bedeutet, wenn wir okkult hineinschauen können in den Geist der Epochen.
