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The Revelations of Karma
GA 127

14 June 1911, Vienna

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Die Mission der neuen Geistesoffenbarung
  1. The Revelations of Karma, tr. SOL

13. Glaube, Liebe, Hoffnung

13. Glaube, Liebe, Hoffnung

[ 1 ] Es gereicht mir zu einer großen Freude, Sie heute auf meiner Durchreise wieder begrüßen zu können und über einiges Theosophisches am heutigen Tage mit Ihnen sprechen zu können. Dabei dürfen wir gerade an diesem Orte, wo wir vor etwas mehr als einem Jahr eingehend über ein Thema aus dem Bereich des theosophischen Erkennens und Lebens sprachen, und mancherlei Ideen und Begriffe dabei aufgenommen haben, ein Thema berühren, das mehr dem seelischen Leben des Menschen, dem inneren Leben des Gemütes nahesteht und doch uns wiederum hinaufweist und hinaufweisen kann in die Perspektiven, die uns unterrichten werden vom Zusammenhang des Menschen mit den großen Sternenwelten, mit dem, was wir den Makrokosmos nennen.

[ 1 ] Es gereicht mir zu einer großen Freude, Sie heute auf meiner Durchreise wieder begrüßen zu können und über einiges Theosophisches am heutigen Tage mit Ihnen sprechen zu können. Dabei dürfen wir gerade an diesem Orte, wo wir vor etwas mehr als einem Jahr eingehend über ein Thema aus dem Bereich des theosophischen Erkennens und Lebens sprachen, und mancherlei Ideen und Begriffe dabei aufgenommen haben, ein Thema berühren, das mehr dem seelischen Leben des Menschen, dem inneren Leben des Gemütes nahesteht und doch uns wiederum hinaufweist und hinaufweisen kann in die Perspektiven, die uns unterrichten werden vom Zusammenhang des Menschen mit den großen Sternenwelten, mit dem, was wir den Makrokosmos nennen.

[ 2 ] Ich möchte heute von einer Anschauung ausgehen, einem Leitspruch, welcher durch die ganze menschliche Geschichte geht und der uns auf der einen Seite die Sehnsucht des Menschen ausdrückt, seinem höheren Selbst nahezukommen, auf der anderen Seite aber sagt, wie wenig er an sein göttliches Selbst heranlangt. In der griechischen Geschichte finden wir Sokrates, wie er herumgeht, lehrend die Menschen, durch einfache Begriffe sie auf die Tugend hinlenkend, auf alles das, was dem menschlichen Gemüt naheliegt. Sokrates, der griechische Weise, wollte den Blick seiner Zeitgenossen von der äußeren Natur wegwenden. Während seine Vorgänger über das dachten, was den großen Naturerscheinungen zugrunde liegt und sie zu erklären suchten, wird von Sokrates gesagt, daß er den Ausspruch getan haben soll: Was interessiert uns die Natur, die Bäume, die Vögel? Sie können uns nicht lehren, wie wir Menschen besser werden. — Dieser Satz enthält einen Irrtum. Aber darauf kommt es hier nicht an, ob Sokrates einen Irrtum begeht, sondern darauf kommt es an, was er wollte. Er war einer der größten Weisen der Welt, der sogar das, was er wollte, mit seinem Leben bezahlt hat.

[ 2 ] Ich möchte heute von einer Anschauung ausgehen, einem Leitspruch, welcher durch die ganze menschliche Geschichte geht und der uns auf der einen Seite die Sehnsucht des Menschen ausdrückt, seinem höheren Selbst nahezukommen, auf der anderen Seite aber sagt, wie wenig er an sein göttliches Selbst heranlangt. In der griechischen Geschichte finden wir Sokrates, wie er herumgeht, lehrend die Menschen, durch einfache Begriffe sie auf die Tugend hinlenkend, auf alles das, was dem menschlichen Gemüt naheliegt. Sokrates, der griechische Weise, wollte den Blick seiner Zeitgenossen von der äußeren Natur wegwenden. Während seine Vorgänger über das dachten, was den großen Naturerscheinungen zugrunde liegt und sie zu erklären suchten, wird von Sokrates gesagt, daß er den Ausspruch getan haben soll: Was interessiert uns die Natur, die Bäume, die Vögel? Sie können uns nicht lehren, wie wir Menschen besser werden. — Dieser Satz enthält einen Irrtum. Aber darauf kommt es hier nicht an, ob Sokrates einen Irrtum begeht, sondern darauf kommt es an, was er wollte. Er war einer der größten Weisen der Welt, der sogar das, was er wollte, mit seinem Leben bezahlt hat.

[ 3 ] Einen Leitspruch gibt es, der von Sokrates erhalten ist. Sein Inhalt fällt jeder Menschenseele auf, die sich selbst erkennen will: er lehrte die Tugend, die Moralität. Wenn der Mensch sie wirklich einsehen könnte, würde er danach handeln. Wenn der Mensch von der Moralität abgeht, so kommt das nur daher, daß er sie noch nicht ganz einsieht. Die Tugend ist lehrbar. Das menschliche Herz wendet ein, daß die menschliche Natur schwach sei, daß sie oft gegen die Tugend fehle. Derjenige, welcher diesen Spruch in eine Form geprägt hat, in der er in vielen Herzen lebt, so lebt, daß er ein Ausdruck des tiefsten Bedauerns, der Entschuldigung ist, Paulus, hat diesem Spruch die Form gegeben: Stark ist der Geist, das Fleisch ist schwach. — Viele sehen ein, worin die’Tugend besteht und können ihr doch nicht folgen. Dieser Zwiespalt geht durch die ganze menschliche Natur. Man braucht nur diesen Ausspruch in seine Seele zu schreiben, und man hat die Zwiespältigkeit der menschlichen Natur aufgezeichnet. Es gibt etwas im Menschen, was über ihn hinausragt: die höhere menschliche Natur ragt über die niedere hinaus.

[ 3 ] Einen Leitspruch gibt es, der von Sokrates erhalten ist. Sein Inhalt fällt jeder Menschenseele auf, die sich selbst erkennen will: er lehrte die Tugend, die Moralität. Wenn der Mensch sie wirklich einsehen könnte, würde er danach handeln. Wenn der Mensch von der Moralität abgeht, so kommt das nur daher, daß er sie noch nicht ganz einsieht. Die Tugend ist lehrbar. Das menschliche Herz wendet ein, daß die menschliche Natur schwach sei, daß sie oft gegen die Tugend fehle. Derjenige, welcher diesen Spruch in eine Form geprägt hat, in der er in vielen Herzen lebt, so lebt, daß er ein Ausdruck des tiefsten Bedauerns, der Entschuldigung ist, Paulus, hat diesem Spruch die Form gegeben: Stark ist der Geist, das Fleisch ist schwach. — Viele sehen ein, worin die’Tugend besteht und können ihr doch nicht folgen. Dieser Zwiespalt geht durch die ganze menschliche Natur. Man braucht nur diesen Ausspruch in seine Seele zu schreiben, und man hat die Zwiespältigkeit der menschlichen Natur aufgezeichnet. Es gibt etwas im Menschen, was über ihn hinausragt: die höhere menschliche Natur ragt über die niedere hinaus.

[ 4 ] Durch die Theosophie werden wir gewohnt, die menschliche Natur nicht als etwas bloß Einfaches anzusehen. Die Seele des Menschen erscheint uns als eine Dreiheit. Es muß hier an die Entwickelung unseres Planeten erinnert werden, an seine früheren Inkarnationen, die er durchlaufen hat und in welchen mit ihm auch der Mensch entwickelt worden ist. Die erste Inkarnation unseres Planeten war der Saturnzustand. Hier wurde der Keim gelegt zum physischen Körper des Menschen. Nachdem dieser Zustand lange gedauert hatte, löste sich der Planet auf und erschien abermals, und zwar als Sonne mit den Kräften des Lebensäthers. In diesem Zustand wurde dem physischen Leib der Ather- oder Lebensleib im Keime hinzugefügt. Wieder nach langer Zeit löste sich der Planet auf und erschien abermals, und zwar im Mondenzustand. In ihm wurde dem menschlichen physischen und ätherischen Leib der astralische Leib hinzugefügt. Und nachdem auch dieser Zustand durch die Auflösung gegangen war, verkörperte sich die Erde in der Form, die sie jetzt hat. Als viertes Prinzip wurde jetzt dem Menschen der Keim seines Ichs hinzugefügt.

[ 4 ] Durch die Theosophie werden wir gewohnt, die menschliche Natur nicht als etwas bloß Einfaches anzusehen. Die Seele des Menschen erscheint uns als eine Dreiheit. Es muß hier an die Entwickelung unseres Planeten erinnert werden, an seine früheren Inkarnationen, die er durchlaufen hat und in welchen mit ihm auch der Mensch entwickelt worden ist. Die erste Inkarnation unseres Planeten war der Saturnzustand. Hier wurde der Keim gelegt zum physischen Körper des Menschen. Nachdem dieser Zustand lange gedauert hatte, löste sich der Planet auf und erschien abermals, und zwar als Sonne mit den Kräften des Lebensäthers. In diesem Zustand wurde dem physischen Leib der Ather- oder Lebensleib im Keime hinzugefügt. Wieder nach langer Zeit löste sich der Planet auf und erschien abermals, und zwar im Mondenzustand. In ihm wurde dem menschlichen physischen und ätherischen Leib der astralische Leib hinzugefügt. Und nachdem auch dieser Zustand durch die Auflösung gegangen war, verkörperte sich die Erde in der Form, die sie jetzt hat. Als viertes Prinzip wurde jetzt dem Menschen der Keim seines Ichs hinzugefügt.

[ 5 ] Saturn, Sonne und Mond ist eine Dreiheit: die Vergangenheit der Erde. Während dieser hat sich die menschliche Dreiheit entwickelt: physischer Leib, Ätherleib, Astralleib. Diese sind Menschenvergangenheit. Sein Ich ist die Gegenwart. Seine Zukunft liegt in dem, was es aus der unteren Dreiheit herausarbeitet, was an Durchgeistigung dabei erreicht wird. Indem das Ich den astralischen Leib durchdringt und beherrschen lernt, wandelt es ihn um zum Geistselbst oder Manas. Indem das Ich den Ätherleib durchdringt, wandelt es ihn um zum Lebensgeist oder Buddhi. Indem das Ich den physischen Leib durchdringt, wandelt es ihn um zum Geistesmenschen oder Atman. Dies ist die obere Dreiheit, die Zukunft des Menschen.

[ 5 ] Saturn, Sonne und Mond ist eine Dreiheit: die Vergangenheit der Erde. Während dieser hat sich die menschliche Dreiheit entwickelt: physischer Leib, Ätherleib, Astralleib. Diese sind Menschenvergangenheit. Sein Ich ist die Gegenwart. Seine Zukunft liegt in dem, was es aus der unteren Dreiheit herausarbeitet, was an Durchgeistigung dabei erreicht wird. Indem das Ich den astralischen Leib durchdringt und beherrschen lernt, wandelt es ihn um zum Geistselbst oder Manas. Indem das Ich den Ätherleib durchdringt, wandelt es ihn um zum Lebensgeist oder Buddhi. Indem das Ich den physischen Leib durchdringt, wandelt es ihn um zum Geistesmenschen oder Atman. Dies ist die obere Dreiheit, die Zukunft des Menschen.

[ 6 ] Nun ist auch das Ich ein Dreifaches, denn die Seele hat drei Aspekte, drei Grundkräfte, aus denen sie besteht, die von ihr niemals getrennt oder herausgerissen werden können. Diese drei Kräfte sind das, was wir die Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele genannt haben. Sie sind Teile der allmählich zum Bewußtsein sich hindurchringenden Individualität. Wir können sie mit den Worten unserer Sprache auch bezeichnen als Klugheit, Individualität und Moralität. In der Empfindungsseele erfühlen wir das innerlich Seelische; der astralische Leib kann als das Außere der Empfindungsseele betrachtet werden. Aus der Verstandesseele ringt sich das bewußt werdende Ich heraus. Innerhalb der erwachsenden Ich-Kräfte wird die Bewußtseinsseele als das Innere erlebt, das Geistselbst als das Äußere.

[ 6 ] Nun ist auch das Ich ein Dreifaches, denn die Seele hat drei Aspekte, drei Grundkräfte, aus denen sie besteht, die von ihr niemals getrennt oder herausgerissen werden können. Diese drei Kräfte sind das, was wir die Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele genannt haben. Sie sind Teile der allmählich zum Bewußtsein sich hindurchringenden Individualität. Wir können sie mit den Worten unserer Sprache auch bezeichnen als Klugheit, Individualität und Moralität. In der Empfindungsseele erfühlen wir das innerlich Seelische; der astralische Leib kann als das Außere der Empfindungsseele betrachtet werden. Aus der Verstandesseele ringt sich das bewußt werdende Ich heraus. Innerhalb der erwachsenden Ich-Kräfte wird die Bewußtseinsseele als das Innere erlebt, das Geistselbst als das Äußere.

[ 7 ] Gibt es etwas, was uns andeuten kann, daß wahr ist, was eben gesagt wurde? Um uns diese Frage zu beantworten, nehmen wir Rücksicht auf das, was wir geworden sind durch die Entwickelungsstadien der Menschheit. Wir stehen zwischen der vergangenen niederen Dreiheit und der leuchtenden geistig-seelischen Dreiheit mitten darin. Wir wollen heute mit Worten, die aus dem unmittelbaren Leben genommen sind, diese Dreiheit bezeichnen, nicht wie in dem Buch «Theosophie», wo sie wissenschaftlich dargestellt ist. Was ist das, was uns bedeuten kann unsere tiefsten seelischen Mängel, unsere seelischen Sehnsuchten und Unbefriedigung, was ist diese Dreiheit, wenn wir auf unsere Klugheit, Individualität und Tugend sehen, auf all unser Streben, das uns mit Beseligung oder mit Disharmonie erfüllen kann? Das ist diese Dreiheit, die wir bezeichnen können als Glaube, als Hoffnung und als Liebe. Sie sind die drei Grundkräfte der Seele, die nie von ihr genommen werden können. Glaube - was ist Glaube? Glaube ist eine Seelenkraft, die nie der Menschenseele ganz entrissen werden kann, und sie lebt in jedem Menschen. Kein Volk hat es gegeben, welches sie nicht gehabt hätte, keine Religion hat es sich nehmen lassen, davon zu sprechen. Die Glaubenssehnsucht ist es, welche die Welt durchzieht. Immer will die Seele etwas haben, woran sie haften kann. Erhält diese Glaubenssehnsucht keine Befriedigung, dann ist es bös bestellt um die gequälte Seele. Wenn ihr genommen wird, woran sie glauben kann — wie es durch den Materialismus geschieht -, dann geht es ihr so, wie wenn dem menschlichen Körper die Luft zum Atmen entzogen würde. Nur daß der Vorgang des Erstickens des Körpers sehr kurz, jener der Seele sehr lang dauert.

[ 7 ] Gibt es etwas, was uns andeuten kann, daß wahr ist, was eben gesagt wurde? Um uns diese Frage zu beantworten, nehmen wir Rücksicht auf das, was wir geworden sind durch die Entwickelungsstadien der Menschheit. Wir stehen zwischen der vergangenen niederen Dreiheit und der leuchtenden geistig-seelischen Dreiheit mitten darin. Wir wollen heute mit Worten, die aus dem unmittelbaren Leben genommen sind, diese Dreiheit bezeichnen, nicht wie in dem Buch «Theosophie», wo sie wissenschaftlich dargestellt ist. Was ist das, was uns bedeuten kann unsere tiefsten seelischen Mängel, unsere seelischen Sehnsuchten und Unbefriedigung, was ist diese Dreiheit, wenn wir auf unsere Klugheit, Individualität und Tugend sehen, auf all unser Streben, das uns mit Beseligung oder mit Disharmonie erfüllen kann? Das ist diese Dreiheit, die wir bezeichnen können als Glaube, als Hoffnung und als Liebe. Sie sind die drei Grundkräfte der Seele, die nie von ihr genommen werden können. Glaube - was ist Glaube? Glaube ist eine Seelenkraft, die nie der Menschenseele ganz entrissen werden kann, und sie lebt in jedem Menschen. Kein Volk hat es gegeben, welches sie nicht gehabt hätte, keine Religion hat es sich nehmen lassen, davon zu sprechen. Die Glaubenssehnsucht ist es, welche die Welt durchzieht. Immer will die Seele etwas haben, woran sie haften kann. Erhält diese Glaubenssehnsucht keine Befriedigung, dann ist es bös bestellt um die gequälte Seele. Wenn ihr genommen wird, woran sie glauben kann — wie es durch den Materialismus geschieht -, dann geht es ihr so, wie wenn dem menschlichen Körper die Luft zum Atmen entzogen würde. Nur daß der Vorgang des Erstickens des Körpers sehr kurz, jener der Seele sehr lang dauert.

[ 8 ] Vielfach liest man Aussprüche, wie: Wissen ist Macht — und dergleichen. Nun ist im Eingange der Bibel ein eigentümliches Wort gefunden worden, das bis heute noch nicht richtig gewürdigt wird. Es ist dort die Rede vom Baum der Erkenntnis und von der Frucht des Baumes der Erkenntnis, die gegessen wird. Das ist ganz wörtlich zu nehmen. Erkenntnis ist Nahrung, Wissen ist Nahrung für die Seele. Die Seele ißt von dem, was wir als Begriffe aus der Theosophie in uns aufnehmen. Sie ißt von dem, was sie glaubt, und sie hat gesunde Nahrung nur an dem, was die Theosophie ihr bietet.

[ 8 ] Vielfach liest man Aussprüche, wie: Wissen ist Macht — und dergleichen. Nun ist im Eingange der Bibel ein eigentümliches Wort gefunden worden, das bis heute noch nicht richtig gewürdigt wird. Es ist dort die Rede vom Baum der Erkenntnis und von der Frucht des Baumes der Erkenntnis, die gegessen wird. Das ist ganz wörtlich zu nehmen. Erkenntnis ist Nahrung, Wissen ist Nahrung für die Seele. Die Seele ißt von dem, was wir als Begriffe aus der Theosophie in uns aufnehmen. Sie ißt von dem, was sie glaubt, und sie hat gesunde Nahrung nur an dem, was die Theosophie ihr bietet.

[ 9 ] Glaube, sagen die Wissenschafter und Materialisten, sei ein überwundener Standpunkt. Ich glaube nur, was ich weiß -, sagt der moderne Mensch. Das ist ein Irrtum. Glaube ist kein Verfall in die Vergangenheit, denn Glaube und Wissen bilden keinen Gegensatz. Das Wissen aber ist wandelbar und es kann das Glaubensbedürfnis im Herzen des Menschen nicht befriedigen. Wenn die materielle Wissenschaft behauptet, die Welt sei aus Atomen zusammengesetzt und durch Zufall geworden, dann sagt das Menschenherz ganz richtig: Das kann ich nicht glauben, ich finde keine Befriedigung an dieser Hypothese. — Und weil der Mensch nicht glauben kann, weil er nichts hat, woran er sich mit seinem Glaubensgefühl fest anklammern kann, deshalb ist die menschliche Seele nicht gesund, und diese ungesunde Seele macht den Körper krank. So entsteht Nervosität im heutigen Sinne und wird immer ärger und ärger. So wirkt die Seele auf den Körper und der so gewordene Mensch auf seine Umgebung, welche er herunterzieht und krank macht, und auf seine Nachkommen. Daher kommt es, daß die Menschheit mehr und mehr degeneriert, und es wird leider noch immer ärger und ärger werden. Die materialistische Wissenschaft ist es, welche den Menschen «Steine statt Brot» gibt. Die Seele hat keine Nahrung, obzwar der Intellekt überfüllt mit Wissen ist. Und ein solcher Mensch geht dann herum und weiß nicht, was er mit sich anfangen soll, er weiß nicht, woran er festhalten soll, und genau so, wie wenn man ihm die Atemluft nimmt, so erstickt die Menschenseele daran, daß sie keine Nahrung, keine geistige Lebensnahrung hat. Die Theosophie ist deshalb in die Welt gekommen, um die Menschheit mit Nahrung zu versehen.

[ 9 ] Glaube, sagen die Wissenschafter und Materialisten, sei ein überwundener Standpunkt. Ich glaube nur, was ich weiß -, sagt der moderne Mensch. Das ist ein Irrtum. Glaube ist kein Verfall in die Vergangenheit, denn Glaube und Wissen bilden keinen Gegensatz. Das Wissen aber ist wandelbar und es kann das Glaubensbedürfnis im Herzen des Menschen nicht befriedigen. Wenn die materielle Wissenschaft behauptet, die Welt sei aus Atomen zusammengesetzt und durch Zufall geworden, dann sagt das Menschenherz ganz richtig: Das kann ich nicht glauben, ich finde keine Befriedigung an dieser Hypothese. — Und weil der Mensch nicht glauben kann, weil er nichts hat, woran er sich mit seinem Glaubensgefühl fest anklammern kann, deshalb ist die menschliche Seele nicht gesund, und diese ungesunde Seele macht den Körper krank. So entsteht Nervosität im heutigen Sinne und wird immer ärger und ärger. So wirkt die Seele auf den Körper und der so gewordene Mensch auf seine Umgebung, welche er herunterzieht und krank macht, und auf seine Nachkommen. Daher kommt es, daß die Menschheit mehr und mehr degeneriert, und es wird leider noch immer ärger und ärger werden. Die materialistische Wissenschaft ist es, welche den Menschen «Steine statt Brot» gibt. Die Seele hat keine Nahrung, obzwar der Intellekt überfüllt mit Wissen ist. Und ein solcher Mensch geht dann herum und weiß nicht, was er mit sich anfangen soll, er weiß nicht, woran er festhalten soll, und genau so, wie wenn man ihm die Atemluft nimmt, so erstickt die Menschenseele daran, daß sie keine Nahrung, keine geistige Lebensnahrung hat. Die Theosophie ist deshalb in die Welt gekommen, um die Menschheit mit Nahrung zu versehen.

[ 10 ] Wenn wir, um Theosophie zu betreiben, zusammenkommen, tun wir es nicht so wie andere Vereine etwa, die sich mit Literatur, schönen Künsten, sozialen Problemen und dergleichen befassen. Wir treiben Theosophie nicht aus Neugierde, sondern deshalb, um den Glaubensdrang zu befriedigen, um der Seele Nahrung zu geben. Deshalb lassen wir die theosophischen Begriffe, Gefühle und Empfindungen auf unsere Seele einwirken.

[ 10 ] Wenn wir, um Theosophie zu betreiben, zusammenkommen, tun wir es nicht so wie andere Vereine etwa, die sich mit Literatur, schönen Künsten, sozialen Problemen und dergleichen befassen. Wir treiben Theosophie nicht aus Neugierde, sondern deshalb, um den Glaubensdrang zu befriedigen, um der Seele Nahrung zu geben. Deshalb lassen wir die theosophischen Begriffe, Gefühle und Empfindungen auf unsere Seele einwirken.

[ 11 ] Wenn wir nun dies betrachten im Hinblick auf die Welt- und Menschheitsentwickelung, so müssen wir uns erinnern, daß während des Mondenzustandes der Erde der astralische Leib dem Menschen hinzugefügt worden ist. Was ist nun dieser astralische Leib? Er besteht aus Kräften, die immer etwas ergreifen müssen, die immer sich irgendwo anhaften müssen. In ihrer Wirkung sind diese Kräfte das, was wir als Glaube, als Glaubenskraft erleben. Der astralische Leib ist der Quell des Glaubens selbst. Er muß daher Nahrung erhalten, soll er sich entwickeln, soll er leben. Das Verlangen nach Nahrung ist die Glaubenssehnsucht. Kann diese Glaubenskraft nicht befriedigt werden, wird dem Glauben eins ums andere entzogen, woran er sich halten könnte, wird ihm nicht gute geistige Nahrung geboten, dann wird der astralische Leib krank und durch ihn auch der physische Mensch. Erhält er aber die Befriedigung aus jenen Begriffen, Vorstellungen und Gefühlen, welche die Theosophie aus der Wahrheit, aus den Tiefen der Welterkenntnis schöpft, dann hat er seine ihm zusagende seelische Nahrung, dann hat er seine Befriedigung. Er wird stark, gesund, und der Mensch selbst wird gesund. Bis auf das Wort haben sich seit einem Jahrhundert etwa die Ansichten geändert. Vor hundertdreißig Jahren ungefähr nannte man einen Menschen nervös, der ein fester Kerl war, mit starken Muskeln und voll Kraft. Heute ist ein nervöser Mensch ein unzufriedener, schwächlicher Mensch, ein Kranker, einer, dessen Seele unbefriedigt nach dem sucht, woraus sie ihre Nahrung ziehen kann. Aus alldem folgt, daß wir mit Fug und Recht den astralischen Leib den Glaubensleib nennen können.

[ 11 ] Wenn wir nun dies betrachten im Hinblick auf die Welt- und Menschheitsentwickelung, so müssen wir uns erinnern, daß während des Mondenzustandes der Erde der astralische Leib dem Menschen hinzugefügt worden ist. Was ist nun dieser astralische Leib? Er besteht aus Kräften, die immer etwas ergreifen müssen, die immer sich irgendwo anhaften müssen. In ihrer Wirkung sind diese Kräfte das, was wir als Glaube, als Glaubenskraft erleben. Der astralische Leib ist der Quell des Glaubens selbst. Er muß daher Nahrung erhalten, soll er sich entwickeln, soll er leben. Das Verlangen nach Nahrung ist die Glaubenssehnsucht. Kann diese Glaubenskraft nicht befriedigt werden, wird dem Glauben eins ums andere entzogen, woran er sich halten könnte, wird ihm nicht gute geistige Nahrung geboten, dann wird der astralische Leib krank und durch ihn auch der physische Mensch. Erhält er aber die Befriedigung aus jenen Begriffen, Vorstellungen und Gefühlen, welche die Theosophie aus der Wahrheit, aus den Tiefen der Welterkenntnis schöpft, dann hat er seine ihm zusagende seelische Nahrung, dann hat er seine Befriedigung. Er wird stark, gesund, und der Mensch selbst wird gesund. Bis auf das Wort haben sich seit einem Jahrhundert etwa die Ansichten geändert. Vor hundertdreißig Jahren ungefähr nannte man einen Menschen nervös, der ein fester Kerl war, mit starken Muskeln und voll Kraft. Heute ist ein nervöser Mensch ein unzufriedener, schwächlicher Mensch, ein Kranker, einer, dessen Seele unbefriedigt nach dem sucht, woraus sie ihre Nahrung ziehen kann. Aus alldem folgt, daß wir mit Fug und Recht den astralischen Leib den Glaubensleib nennen können.

[ 12 ] Eine zweite Grundkraft ist die Liebe. Niemandem fehlt sie, immer ist sie da, sie kann nicht ausgerottet werden. Wer glauben würde, daß der größte Hasser, der größte Egoist keine Liebe habe, ist im Irrtum. Das zu denken ist durchaus falsch. Die Liebessehnsucht ist immer und immer hier vorhanden. Mag es sich um Geschlechtsliebe handeln oder um Liebe zum Kinde, oder zum Freunde, oder um Liebe zu irgend etwas, zu einem Werke, immer ist sie da. Sie kann nicht aus der Seele herausgerissen werden, weil sie eine Grundkraft der Seele ist. Aber so wie der Mensch die Luft zum Atmen braucht, so braucht er das Liebeswerk, die Liebebetätigung für seine Seele. Ihr Gegner, ihre Behinderung, ist der Egoismus. Was tut aber der Egoismus? Er läßt die Liebe nicht hinauswirken, er preßt sie in die Seele hinein, immer und immer. Und wie beim Atmen die Luft ausströmen muß, damit der Mensch nicht ersticke, so muß die Liebe ausströmen, damit die Seele nicht ersticke an dem, was gewaltsam in sie hineingepreßt wird. Besser gesagt: die Seele verbrennt an dem eigenen Liebesfeuer in sich selbst und geht zugrunde.

[ 12 ] Eine zweite Grundkraft ist die Liebe. Niemandem fehlt sie, immer ist sie da, sie kann nicht ausgerottet werden. Wer glauben würde, daß der größte Hasser, der größte Egoist keine Liebe habe, ist im Irrtum. Das zu denken ist durchaus falsch. Die Liebessehnsucht ist immer und immer hier vorhanden. Mag es sich um Geschlechtsliebe handeln oder um Liebe zum Kinde, oder zum Freunde, oder um Liebe zu irgend etwas, zu einem Werke, immer ist sie da. Sie kann nicht aus der Seele herausgerissen werden, weil sie eine Grundkraft der Seele ist. Aber so wie der Mensch die Luft zum Atmen braucht, so braucht er das Liebeswerk, die Liebebetätigung für seine Seele. Ihr Gegner, ihre Behinderung, ist der Egoismus. Was tut aber der Egoismus? Er läßt die Liebe nicht hinauswirken, er preßt sie in die Seele hinein, immer und immer. Und wie beim Atmen die Luft ausströmen muß, damit der Mensch nicht ersticke, so muß die Liebe ausströmen, damit die Seele nicht ersticke an dem, was gewaltsam in sie hineingepreßt wird. Besser gesagt: die Seele verbrennt an dem eigenen Liebesfeuer in sich selbst und geht zugrunde.

[ 13 ] Erinnern wir uns nun, daß der Mensch auf der alten Sonne den Atherkörper in der Anlage bekommen hat, daß dieses Feurige, Lichtvolle, Glänzende der Sonne Anlage ist des Ätherleibes. Darin ist nur eine andere Seite der Liebe gegeben, das, was die Liebe im Geiste ist: Licht ist Liebe. Im Ätherkörper ist uns also die Liebe und die Liebessehnsucht gegeben, und wir können den Ätherkörper mit Fug und Recht nennen den Liebesleib: Licht und Liebe.

[ 13 ] Erinnern wir uns nun, daß der Mensch auf der alten Sonne den Atherkörper in der Anlage bekommen hat, daß dieses Feurige, Lichtvolle, Glänzende der Sonne Anlage ist des Ätherleibes. Darin ist nur eine andere Seite der Liebe gegeben, das, was die Liebe im Geiste ist: Licht ist Liebe. Im Ätherkörper ist uns also die Liebe und die Liebessehnsucht gegeben, und wir können den Ätherkörper mit Fug und Recht nennen den Liebesleib: Licht und Liebe.

[ 14 ] Es ist ein wahres Wort: die Liebe ist das höchste Gut. Aber sie kann auch die unheilvollsten Folgen haben. Im alltäglichen Leben sieht man das, und ich erzähle hier ein Beispiel, das erlebt ist. Eine Mutter hat ihr Töchterchen sehr geliebt, und aus Liebe hat sie ihm alles hingehen lassen, was es auch getan hat. Sie hat es nie bestraft, hat ihm jede Laune erfüllt. Eine Giftmischerin ist das Töchterchen geworden, und aus Liebe ist es dies geworden. Liebe muß mit Weisheit gepaart sein, sie muß eine erleuchtete Liebe werden, dann erst kann sie wahrhaft gut wirken. Die theosophische Lehre ist berufen, ihr diese Weisheit zu bringen, ihr diese Erleuchtung zu geben. Und wenn der Mensch in sich aufgenommen hat, was über die Weltentwickelung, über dieses scheinbar so weit, so ferne Liegende gesagt und gelehrt wird, was über den Zusammenhang des Menschen mit dem Makrokosmos mitgeteilt wird, dann wird der Mensch so werden, daß seine erleuchtete Liebe sich dem Nebenmenschen gegenüberstellen wird, um in ihn hineinzusehen, ihn verstehen zu können, und so zur erleuchteten Menschenliebe zu werden.

[ 14 ] Es ist ein wahres Wort: die Liebe ist das höchste Gut. Aber sie kann auch die unheilvollsten Folgen haben. Im alltäglichen Leben sieht man das, und ich erzähle hier ein Beispiel, das erlebt ist. Eine Mutter hat ihr Töchterchen sehr geliebt, und aus Liebe hat sie ihm alles hingehen lassen, was es auch getan hat. Sie hat es nie bestraft, hat ihm jede Laune erfüllt. Eine Giftmischerin ist das Töchterchen geworden, und aus Liebe ist es dies geworden. Liebe muß mit Weisheit gepaart sein, sie muß eine erleuchtete Liebe werden, dann erst kann sie wahrhaft gut wirken. Die theosophische Lehre ist berufen, ihr diese Weisheit zu bringen, ihr diese Erleuchtung zu geben. Und wenn der Mensch in sich aufgenommen hat, was über die Weltentwickelung, über dieses scheinbar so weit, so ferne Liegende gesagt und gelehrt wird, was über den Zusammenhang des Menschen mit dem Makrokosmos mitgeteilt wird, dann wird der Mensch so werden, daß seine erleuchtete Liebe sich dem Nebenmenschen gegenüberstellen wird, um in ihn hineinzusehen, ihn verstehen zu können, und so zur erleuchteten Menschenliebe zu werden.

[ 15 ] Wir hören oft sagen, daß das Leben öde und leer sei. Aus diesem Gefühl geht eine Art Mißstimmung sogar über auf den Körper. Das bewirkt die unbefriedigte Liebeskraft. Wenn die Welt unsere Liebe zurückstößt, empfinden wir Schmerz. Wenn wir etwas aus Liebe tun, müssen wir es tun, weil die Seele es braucht, ebenso wie die Lunge die Luft. Nicht aus wissenschaftlicher Neugierde oder um eine wissenschaftliche Meinung der Welt vorzusetzen — deren haben wir mehr als genug, denn es gibt tausend Fragen, die der Lösung harren -, sondern um der Menschheit Lebenserfüllung zu geben, ist die Theosophie in die Welt gekommen. Wir vereinigen uns noch zu kleinen Kreisen, aber diese Kreise werden in kurzem immer größer und größer werden, und wir werden einstmals die tausend Fragen der heutigen Zeit lösen können.

[ 15 ] Wir hören oft sagen, daß das Leben öde und leer sei. Aus diesem Gefühl geht eine Art Mißstimmung sogar über auf den Körper. Das bewirkt die unbefriedigte Liebeskraft. Wenn die Welt unsere Liebe zurückstößt, empfinden wir Schmerz. Wenn wir etwas aus Liebe tun, müssen wir es tun, weil die Seele es braucht, ebenso wie die Lunge die Luft. Nicht aus wissenschaftlicher Neugierde oder um eine wissenschaftliche Meinung der Welt vorzusetzen — deren haben wir mehr als genug, denn es gibt tausend Fragen, die der Lösung harren -, sondern um der Menschheit Lebenserfüllung zu geben, ist die Theosophie in die Welt gekommen. Wir vereinigen uns noch zu kleinen Kreisen, aber diese Kreise werden in kurzem immer größer und größer werden, und wir werden einstmals die tausend Fragen der heutigen Zeit lösen können.

[ 16 ] Wer wird die soziale Frage lösen? — Die, welche darüber theoretisieren und debattieren? Niemals. Die theosophische Weltanschauung und die Liebe werden sie lösen. Und wahrhaftig, so paradox es auch klingen mag, die Menschheit wird in kurzem nicht einmal mehr Kartoffeln bauen können - denn die Kartoffeln werden heute schon immer schlechter -, sie wird nicht einmal mehr Kartoffeln bauen können ohne die Theosophie! Wie ist das zu erklären? Vieles tut die Menschheit heute instinktiv, aus einem gewissen Instinkt heraus. Dieser Instinkt aber muß immer mehr und mehr verschwinden. Warum? Weil die Zeit gekommen ist, daß er in das Bewußtsein übergeht. Die Menschen werden daher den Ackerbau nicht kennen können, ohne die Wahrheiten der Theosophie über die Beschaffenheit der Erde, der in ihr wirkenden Kräfte und so weiter, kennenzulernen.

[ 16 ] Wer wird die soziale Frage lösen? — Die, welche darüber theoretisieren und debattieren? Niemals. Die theosophische Weltanschauung und die Liebe werden sie lösen. Und wahrhaftig, so paradox es auch klingen mag, die Menschheit wird in kurzem nicht einmal mehr Kartoffeln bauen können - denn die Kartoffeln werden heute schon immer schlechter -, sie wird nicht einmal mehr Kartoffeln bauen können ohne die Theosophie! Wie ist das zu erklären? Vieles tut die Menschheit heute instinktiv, aus einem gewissen Instinkt heraus. Dieser Instinkt aber muß immer mehr und mehr verschwinden. Warum? Weil die Zeit gekommen ist, daß er in das Bewußtsein übergeht. Die Menschen werden daher den Ackerbau nicht kennen können, ohne die Wahrheiten der Theosophie über die Beschaffenheit der Erde, der in ihr wirkenden Kräfte und so weiter, kennenzulernen.

[ 17 ] ‚Die dritte Grundkraft ist die Hoffnung. Die Menschenseele muß hoffen, jedermann weiß das. Unbefriedigt und suchend gehen Menschen in der Welt herum, und nur zu häufig findet man Menschen, welchen alles schal vorkommt, denen nichts Befriedigung gewährt, denen eines um das andere zwischen den Fingern zerrinnt. Finster sei es um sie, ohne Aussicht, ohne Hoffnung - so sagen sie.

[ 17 ] ‚Die dritte Grundkraft ist die Hoffnung. Die Menschenseele muß hoffen, jedermann weiß das. Unbefriedigt und suchend gehen Menschen in der Welt herum, und nur zu häufig findet man Menschen, welchen alles schal vorkommt, denen nichts Befriedigung gewährt, denen eines um das andere zwischen den Fingern zerrinnt. Finster sei es um sie, ohne Aussicht, ohne Hoffnung - so sagen sie.

[ 18 ] Ein großer Mensch hat gesagt: Tugend ohne Hoffnung ist das größte Verbrechen, die Ewigkeit ohne Hoffnung ist die größte Lüge! — Und doch ist die Hoffnungskraft in die Seele hineingeschrieben, sie ist eine unausrottbare Kraft, und keine Macht wird sie jemals dem Menschen entreißen können. Wenn aber der Menschheit nicht gegeben, sondern genommen wird, woran sie sich emporranken kann, da werden die so beraubten Seelen die Sicherheit, die Stütze, die Festigkeit verlieren, und so werden die Menschen in Unsicherheit zusammenbrechen, sie werden dumm und unsinnig sein. Die theosophischen Grundlehren von Karma und Wiederverkörperung sind Befriedigung für die Hoffnungskraft der Menschenseele. Sie bieten das Dauernde, das, was in die Zukunft führt. Was ist eine Tat, was ist ein Gedanke, ein Wort, das vom Menschen losgerissen gedacht wird? Der Mensch und seine Taten, der Mensch und seine Gedanken gehören zusammen, und es ist unlogisch, eine böse Tat, eine Beleidigung etwa, als gesühnt anzusehen, wenn der Täter sie nicht selbst gutgemacht hat. Das Gesetz der Verursachung spricht hier: Das Leben des Menschen ist an den Menschen gebunden, und er muß von Verkörperung zu Verkörperung gehen.

[ 18 ] Ein großer Mensch hat gesagt: Tugend ohne Hoffnung ist das größte Verbrechen, die Ewigkeit ohne Hoffnung ist die größte Lüge! — Und doch ist die Hoffnungskraft in die Seele hineingeschrieben, sie ist eine unausrottbare Kraft, und keine Macht wird sie jemals dem Menschen entreißen können. Wenn aber der Menschheit nicht gegeben, sondern genommen wird, woran sie sich emporranken kann, da werden die so beraubten Seelen die Sicherheit, die Stütze, die Festigkeit verlieren, und so werden die Menschen in Unsicherheit zusammenbrechen, sie werden dumm und unsinnig sein. Die theosophischen Grundlehren von Karma und Wiederverkörperung sind Befriedigung für die Hoffnungskraft der Menschenseele. Sie bieten das Dauernde, das, was in die Zukunft führt. Was ist eine Tat, was ist ein Gedanke, ein Wort, das vom Menschen losgerissen gedacht wird? Der Mensch und seine Taten, der Mensch und seine Gedanken gehören zusammen, und es ist unlogisch, eine böse Tat, eine Beleidigung etwa, als gesühnt anzusehen, wenn der Täter sie nicht selbst gutgemacht hat. Das Gesetz der Verursachung spricht hier: Das Leben des Menschen ist an den Menschen gebunden, und er muß von Verkörperung zu Verkörperung gehen.

[ 19 ] Lessing hat als Schlußergebnis seines ganzen Lebens das Buch von der «Erziehung des Menschengeschlechts» hinterlassen. Der Gedanke, welcher der Gipfelpunkt dieses Werkes ist, ist der, daß der Mensch oft und oft wiederkehrt. Was haben die großen Geister, solche Genies wie Lessing, anderes gedacht als die Wiederverkörperungslehre, daß nämlich die menschliche Seele von Stufe zu Stufe weiter fort sich entwickelt, daß sie dasjenige, was sie verursacht hat, weiter erlebt, fort und fort. Es wird nur mehr kurze Zeit dauern, bis die Reinkarnationslehre und die Karmalehre auch in der äußeren Wissenschaft anerkannt werden wird. Und damit wird die Menschheit wieder etwas erhalten, was ihr von der materialistischen Wissenschaft entzogen worden ist: die Hoffnung.

[ 19 ] Lessing hat als Schlußergebnis seines ganzen Lebens das Buch von der «Erziehung des Menschengeschlechts» hinterlassen. Der Gedanke, welcher der Gipfelpunkt dieses Werkes ist, ist der, daß der Mensch oft und oft wiederkehrt. Was haben die großen Geister, solche Genies wie Lessing, anderes gedacht als die Wiederverkörperungslehre, daß nämlich die menschliche Seele von Stufe zu Stufe weiter fort sich entwickelt, daß sie dasjenige, was sie verursacht hat, weiter erlebt, fort und fort. Es wird nur mehr kurze Zeit dauern, bis die Reinkarnationslehre und die Karmalehre auch in der äußeren Wissenschaft anerkannt werden wird. Und damit wird die Menschheit wieder etwas erhalten, was ihr von der materialistischen Wissenschaft entzogen worden ist: die Hoffnung.

[ 20 ] Warum verstehen wir das Wesen der vergangenen Kulturepochen? Nicht die Literatur und auch nicht die Kunstgeschichte gibt uns das, was die Griechen hinterlassen haben. Viel zu wenig bringen ja beide, es wäre nicht einmal notwendig, davon etwas zu wissen. Wir haben die Errungenschaften der griechischen Kultur in uns, einfach deshalb, weil wir damals selbst gelebt haben, weil wir diese Epoche der Kultur durchgemacht haben, und wir könnten heute nicht sein, was wir sind, wenn wir damals diese Epoche nicht durchlebt haben würden. Hebbel hat Notizen hinterlassen eines Gedankens, den er dramatisch nicht mehr gestalten konnte. In einer Schule exerzierte ein Professor mit seinen Schülern den Plato. Der wiederverkörperte Plato ist unter den Schülern und bekommt vom Professor eine sehr schlechte Note um die andere, ja sogar Strafen, weil er - der Plato — den Plato nicht versteht! Auch hier kommt der Reinkarnationsgedanke zum Ausdruck aus der Seele eines Genies,

[ 20 ] Warum verstehen wir das Wesen der vergangenen Kulturepochen? Nicht die Literatur und auch nicht die Kunstgeschichte gibt uns das, was die Griechen hinterlassen haben. Viel zu wenig bringen ja beide, es wäre nicht einmal notwendig, davon etwas zu wissen. Wir haben die Errungenschaften der griechischen Kultur in uns, einfach deshalb, weil wir damals selbst gelebt haben, weil wir diese Epoche der Kultur durchgemacht haben, und wir könnten heute nicht sein, was wir sind, wenn wir damals diese Epoche nicht durchlebt haben würden. Hebbel hat Notizen hinterlassen eines Gedankens, den er dramatisch nicht mehr gestalten konnte. In einer Schule exerzierte ein Professor mit seinen Schülern den Plato. Der wiederverkörperte Plato ist unter den Schülern und bekommt vom Professor eine sehr schlechte Note um die andere, ja sogar Strafen, weil er - der Plato — den Plato nicht versteht! Auch hier kommt der Reinkarnationsgedanke zum Ausdruck aus der Seele eines Genies,

[ 21 ] Wenn die Frucht der Tugend nicht am Menschen hinge, was wäre da die Tugend? Wie könnte Böses gesühnt werden, wenn es der Mensch nicht selbst sühnen müßte! Ewigkeit bliebe eine Lüge, wenn nicht der Mensch selbst an der Ewigkeit hinge, wenn sie ihn nicht selbst anginge. Die Fortdauer durch Verkörperungen und Verkörperungen, das ist es, was die Hoffnung ausmacht, und nur dadurch können die hoffnungsarmen Seelen, die ihre Hoffnungssehnsucht nicht befriedigen können, gesund werden.

[ 21 ] Wenn die Frucht der Tugend nicht am Menschen hinge, was wäre da die Tugend? Wie könnte Böses gesühnt werden, wenn es der Mensch nicht selbst sühnen müßte! Ewigkeit bliebe eine Lüge, wenn nicht der Mensch selbst an der Ewigkeit hinge, wenn sie ihn nicht selbst anginge. Die Fortdauer durch Verkörperungen und Verkörperungen, das ist es, was die Hoffnung ausmacht, und nur dadurch können die hoffnungsarmen Seelen, die ihre Hoffnungssehnsucht nicht befriedigen können, gesund werden.

[ 22 ] Auf dem alten Saturn wurde der Keim des physischen Menschen gelegt. Wie das? Geistig wurde er dort gelegt, in dem nämlich, was fortdauern soll: die Hoffnung. Daher kann der physische Leib der Hoffnungsleib genannt werden mit Fug und Recht. Die Eigenschaft des physischen Leibes ist seine Dichte. Wenn die Wellen des seelischen Lebens immer und immer an den menschlichen Körper schlagen und sich immer mehr und mehr in ihn hineinbohren, dann wird er durchdrungen von der Hoffnung, von der Gewißheit, daß sich aus ihm etwas entwickeln wird, das ewig dauert, das unvergänglich ist. Dieses Verlangen nach Befriedigung der Hoffnung, nach einem Fortleben, ist eine Folge der Hoffnungskraft der Seele, und die Nahrung wird ihr entzogen durch die äußere Wissenschaft.

[ 22 ] Auf dem alten Saturn wurde der Keim des physischen Menschen gelegt. Wie das? Geistig wurde er dort gelegt, in dem nämlich, was fortdauern soll: die Hoffnung. Daher kann der physische Leib der Hoffnungsleib genannt werden mit Fug und Recht. Die Eigenschaft des physischen Leibes ist seine Dichte. Wenn die Wellen des seelischen Lebens immer und immer an den menschlichen Körper schlagen und sich immer mehr und mehr in ihn hineinbohren, dann wird er durchdrungen von der Hoffnung, von der Gewißheit, daß sich aus ihm etwas entwickeln wird, das ewig dauert, das unvergänglich ist. Dieses Verlangen nach Befriedigung der Hoffnung, nach einem Fortleben, ist eine Folge der Hoffnungskraft der Seele, und die Nahrung wird ihr entzogen durch die äußere Wissenschaft.

[ 23 ] Die Theosophie, ihre Begriffe, Vorstellungen, Empfindungen geben sie ihr wieder, und das ist die große Mission der Theosophie, die Menschen wieder stark im Glauben, in der Liebe glücklich und in der Hoffnung fortdauernd zu machen.

[ 23 ] Die Theosophie, ihre Begriffe, Vorstellungen, Empfindungen geben sie ihr wieder, und das ist die große Mission der Theosophie, die Menschen wieder stark im Glauben, in der Liebe glücklich und in der Hoffnung fortdauernd zu machen.

[ 24 ] Nehmen wir nur die Wahrheiten, die uns die Theosophie übermittelt, und geben wir sie der Glaubenskraft der Seele zur Nahrung, dann wird schon von selbst Manas entstehen, die Umwandlung des Astralleibes zu Manas wird sich von selbst vollziehen. Nehmen wir nur die Wahrheiten und geben sie der Liebe zur Nahrung, und Buddhi wird von selbst entstehen, Nehmen wir die theosophischen Wahrheiten und geben wir sie der Hoffnung zur Nahrung und es wird der Geistesmensch, Atman, von selbst entstehen.

[ 24 ] Nehmen wir nur die Wahrheiten, die uns die Theosophie übermittelt, und geben wir sie der Glaubenskraft der Seele zur Nahrung, dann wird schon von selbst Manas entstehen, die Umwandlung des Astralleibes zu Manas wird sich von selbst vollziehen. Nehmen wir nur die Wahrheiten und geben sie der Liebe zur Nahrung, und Buddhi wird von selbst entstehen, Nehmen wir die theosophischen Wahrheiten und geben wir sie der Hoffnung zur Nahrung und es wird der Geistesmensch, Atman, von selbst entstehen.

[ 25 ] Deshalb allein wird 'Theosophie gearbeitet und gedacht, nicht aus wissenschaftlicher Neugierde. Unrecht ist es, wenn aus Bequemlichkeit gesagt wird, das brauche ich alles nicht zu wissen. Denn die theosophischen Wahrheiten sind aus der Wahrheit selbst geholt, sie sind heruntergeholt aus dem großen All, sie dienen der Menschenseele zur lebendigen Nahrung, so wie das Brot, so wie die Luft. Soll der Mensch, soll die Menschheit nicht ersticken, soll sie ihre Mission vollführen können, muß ihr diese Nahrung gebracht werden und zwar gerade jetzt, weil sie so außerordentlich notwendig ist. Das ist der Zweck des theosophischen Studiums, und nicht Wissensdrang, nicht Neugierde oder noch etwas Schlechteres vielleicht.

[ 25 ] Deshalb allein wird 'Theosophie gearbeitet und gedacht, nicht aus wissenschaftlicher Neugierde. Unrecht ist es, wenn aus Bequemlichkeit gesagt wird, das brauche ich alles nicht zu wissen. Denn die theosophischen Wahrheiten sind aus der Wahrheit selbst geholt, sie sind heruntergeholt aus dem großen All, sie dienen der Menschenseele zur lebendigen Nahrung, so wie das Brot, so wie die Luft. Soll der Mensch, soll die Menschheit nicht ersticken, soll sie ihre Mission vollführen können, muß ihr diese Nahrung gebracht werden und zwar gerade jetzt, weil sie so außerordentlich notwendig ist. Das ist der Zweck des theosophischen Studiums, und nicht Wissensdrang, nicht Neugierde oder noch etwas Schlechteres vielleicht.