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The Rudolf Steiner Archive

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Esoteric Christianity and the
Spiritual Guidance of Humanity
GA 130

17 September 1911, Lugano

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1. Der Christus-Impuls im historischen Werdegang I

1. The Christ Impulse in the Course of History I

Meine lieben theosophischen Freunde!

My dear Theosophical friends!

[ 1 ] Da wir uns doch so selten hier sehen, werden wir zuerst etwas Allgemeines besprechen. Und dann können wir ja, weil wir in so kleinem, vertrautem Kreise beisammen sind, eingehen auf diese oder jene Wünsche, die zum Ausdruck kommen könnten. Es wird gut sein, etwas über das Wesen des Menschen im Zusammenhange mit dem ganzen Wesen unserer Welt, der großen Welt, im Allgemeinen zu besprechen. Und zwar soll in dieser Stunde dieses Wesen des Menschen weniger so besprochen werden, wie es in der allgemeinen Theosophie selbst geschieht, zum Beispiel in meinem Buche «Theosophie» - da heraus kann ja jeder sich genügend Kenntnis verschaffen -, sondern wir wollen heute einen Blick werfen auf die menschliche Wesenheit mehr von dem Innern des Menschen aus.

[ 1 ] Since we so rarely see each other here, let’s start by discussing some general matters. And then, since we’re gathered here in such a small, intimate circle, we can address any specific requests that might be brought up. It will be good to discuss, in general terms, the nature of the human being in relation to the entire nature of our world, the greater world. And in this session, this nature of the human being should be discussed not so much as it is in general theosophy itself—for example, in my book *Theosophy*—since everyone can gain sufficient knowledge from that—but rather, today we want to take a look at the human being more from within the human being.

[ 2 ] Wenn wir ab und zu über uns als Menschen nachdenken, so muss uns ja von vornherein auffallen, dass wir die Welt ringsherum anschauen durch unsere Sinne, Eindrücke von ihr bekommen und dann über die Welt nachdenken. Diese zwei Glieder der menschlichen Wesenheit werden uns ja immerzu vor die Seele geführt. Wenn wir zum Beispiel abends unser Licht ausgelöscht haben und, bevor wir einschlafen, uns noch einmal die Eindrücke des Tages durch die Seele ziehen lassen, dann wissen wir ja: Den Tag über hat die Welt auf uns gewirkt. Jetzt können nur die Erinnerungsbilder der Eindrücke des Tages in unserer Seele auf und ab wogen. Jetzt - das wissen wir - denken wir nach, jetzt sind wir schon mit unserer Seele in den Nachklängen dessen, was sich durch die äußeren Eindrücke so in uns abspielt. Wenn wir von den gewöhnlichen trivialen Beziehungen absehen, bezeichnen wir dasjenige, was in unserer Seele so abläuft wie eine Erinnerung an den Tag, als das Individuelle. Dadurch, dass wir intelligente individuelle Menschen sind, intellektuelle Wesen sind als Menschen, nur dadurch sind wir ja imstande, die Welt in Bildern an uns vorüberziehen zu lassen, wie das eben angedeutet worden ist.

[ 2 ] When we occasionally reflect on ourselves as human beings, it must be immediately apparent to us that we perceive the world around us through our senses, gather impressions of it, and then reflect on the world. These two aspects of human existence are constantly brought to the forefront of our consciousness. For example, when we have turned off our light in the evening and, before falling asleep, allow the impressions of the day to pass through our soul once more, then we know: throughout the day, the world has had an effect on us. Now only the memories of the day’s impressions can ebb and flow within our soul. Now—we know this—we reflect; now we are already immersed with our soul in the aftereffects of what is unfolding within us through these external impressions. If we set aside the ordinary, trivial relationships, we describe what unfolds in our soul—like a memory of the day—as the individual. It is precisely because we are intelligent, individual human beings, intellectual beings as humans, that we are able to let the world pass before us in images, as has just been suggested.

[ 3 ] Nun, für unser Geistesleben ist dies Individuelle innig verbunden mit den äußeren Eindrücken. Wenn wir während des Tages die Welt beobachten, so fließen ja fortwährend die Sinneseindrücke und die Gedanken, die wir haben, durcheinander. Und abends, wenn wir keine Sinneseindrücke mehr haben, aber dann die Eindrücke durch unsere Seele ziehen lassen, wissen wir ganz genau: Das sind die Bilder dessen, was wir draußen erleben. Es fließen zusammen unsere Eindrücke von der Außenwelt und dasjenige, was wir sind als individuelle Menschen. Das fließt zusammen. Nun gibt es ja, wie wir alle wissen, eine Möglichkeit, dieses innere individuelle Element in uns immer lebendiger und lebendiger, immer exakter und exakter zu gestalten. Und das geschieht durch die uns schon bekannten Mittel, die geschildert sind zum Beispiel in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Das ist ja das Erste, was man als Erfahrung im inneren Leben machen kann, dass man fühlt, man ist nicht mehr mit seinen Gedanken unbedingt abhängig von der äußeren Welt. Wenn sich jemand zum Beispiel Gedanken machen kann über dasjenige, was auf Saturn, Sonne und Mond geschehen ist, dann hat er solche hohen Gedanken. Denn natürlich kann kein Mensch äußere Eindrücke, Eindrücke äußerer Art von dem erhalten, was auf dem alten Saturn, der alten Sonne und dem alten Mond geschehen ist. Wir brauchen nicht so weit zu gehen. Wenn wir in stiller Stunde uns fragen: Wie viel hat sich in meinen Begriffen seit meiner Jugend geändert? - so ist das schon gegenüber der Welt ein selbstständiges Verhalten im individuellen Elemente. Wenn wir uns Lebensansichten, Maximen bilden, fühlen wir, dass wir mit dem intellektuellen Elemente selbstständiger werden. Dieses Selbstständigerwerden in dem individuellen intellektuellen Elemente hat eine große Bedeutung für den Menschen. Denn was bedeutet das Selbstständigerwerden? Was bedeutet es, wenn der Mensch durch das Erleben selbst - von Dingen, die unabhängig sind von äußeren Eindrücken -, nicht durch Lehren, nicht durch Theorien, sich Lebensmaximen aneignet? Das bedeutet, dass er in seinem Ätherleib selbstständiger wird. Das ist der erste Anfang eines langen Prozesses. Der Anfang ist so, dass der Mensch gar nicht merkt, dass er seinen Ätherleib eine Spur herauf hebt; das Ende ist, dass er ihn ganz unabhängig machen kann von dem physischen Leib.

[ 3 ] Now, in our spiritual life, this individual aspect is intimately connected with external impressions. When we observe the world during the day, sensory impressions and our thoughts constantly flow together in a jumble. And in the evening, when we no longer have sensory impressions but allow the impressions to pass through our soul, we know quite clearly: these are the images of what we experience out there. Our impressions of the external world and what we are as individual human beings flow together. They merge. Now, as we all know, there is a way to make this inner, individual element within us ever more alive and ever more precise. And this is achieved through the means already familiar to us, which are described, for example, in my treatise “How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?” This is, after all, the first thing one can experience in one’s inner life: the feeling that one is no longer necessarily dependent on the outer world through one’s thoughts. If, for example, someone can reflect on what happened on Saturn, the Sun, and the Moon, then they have such lofty thoughts. For, of course, no human being can receive external impressions—impressions of an external nature—of what happened on the ancient Saturn, the ancient Sun, and the ancient Moon. We need not go that far. When, in a quiet moment, we ask ourselves: How much has changed in my concepts since my youth?—this is already an independent attitude toward the world within the individual element. When we form views on life and maxims, we feel that we are becoming more independent in the intellectual element. This growing independence within the individual intellectual element is of great significance for human beings. For what does this growing independence mean? What does it mean when a person acquires life maxims through experience itself—of things independent of external impressions—not through teachings, not through theories? It means that they become more independent in their etheric body. This is the very beginning of a long process. The beginning is such that a person does not even notice that they are raising their etheric body a little; the end is that they can make it completely independent of the physical body.

[ 4 ] Während der Anfang ein ganz leises Selbstständigwerden ist, so ist das Ende ein völliges Herausziehen des Ätherleibes und ein Wahrnehmen mit dem Ätherleib. Wir nehmen dann mit diesem selbstständigen Ätherleib wahr in der Umgebung. Dieses Wahrnehmen können wir auch dann haben, wenn wir noch nicht sehr weit sind im inneren mystischen Erleben. Wir können uns das deutlich und bis zu einem gewissen Grade verständlich machen, wenn wir uns erinnern, wie unser Wahrnehmen im physischen Leibe ist. Nun, meine lieben theosophischen Freunde, mit unserem physischen Leib nehmen wir wahr durch unsere Sinne, welche selbstständig sind. Unsere Augen sind selbstständig, unsere Ohren sind selbstständig. Wir können die Welt der Farben und die Welt der Töne selbstständig wahrnehmen. Das können wir nicht, wenn wir mit unserer Intelligenz wahrnehmen. Im Falle der Intelligenz ist alles Einheit, nichts in Bezirke abgegrenzt. Wir können nicht wie in einzelnen Sinnesbezirken mit Ätheraugen und Ätherohren wahrnehmen, sondern wir schauen die Ätherwelt im Allgemeinen. Und wenn wir anfangen, etwas davon zu sagen, so können wir schildern, wie einheitlich umfassend das ätherische Erleben wirkt. Ich will nicht davon sprechen, dass das Erleben viel weiter gehen kann, sondern nur aufmerksam darauf machen, dass der Mensch, wenn er wahrnimmt, wie sich Lebensmaximen bilden, dadurch etwas wahrnehmen kann von den ätherischen Elementen.

[ 4 ] While the beginning is a very gentle process of becoming independent, the end is a complete withdrawal of the etheric body and a perception through the etheric body. We then perceive our surroundings through this independent etheric body. We can experience this perception even if we have not yet progressed very far in our inner mystical experience. We can make this clear to ourselves and understand it to a certain extent if we recall how our perception works in the physical body. Now, my dear Theosophical friends, with our physical body we perceive through our senses, which are independent. Our eyes are independent, our ears are independent. We can perceive the world of colors and the world of sounds independently. We cannot do this when we perceive with our intelligence. In the case of the intelligence, everything is unity; nothing is demarcated into separate spheres. We cannot perceive with etheric eyes and etheric ears as we do in individual sensory spheres, but rather we view the etheric world in its entirety. And when we begin to speak of this, we can describe how unified and all-encompassing the etheric experience appears. I do not wish to speak of the fact that the experience can go much further, but only to draw attention to the fact that when a person perceives how life principles are formed, they can thereby perceive something of the etheric elements.

[ 5 ] Wer in die ätherische Welt hineinschaut und nach und nach sich klar werden kann darüber, dass es solch eine höhere Welt gibt, kann von innen heraus eine Überzeugung bekommen, dass dem physischen Leib ein Ätherleib zugrunde liegt. Sobald die Rede darauf kommt, dass es so etwas gibt wie einen Ätherleib, müssen wir schon die Orientierung bekommen durch bedeutende Aufschlüsse und durch Dinge, die wir gewissermaßen erleben. Sobald man weiß, dass ein Ätherleib den physischen Leib durchdringt, wird man es nicht mehr unverständlich finden, wenn der Okkultist sich in seiner Weise darüber äußert, was eine Lähmung ist: Da tritt auf abnorme Weise das ein, was sonst durch normale Schulung geschieht. Es kann einem Menschen passieren, dass sein Ätherleib sich zurückzieht vom physischen Leibe. Der physische Leib wird dann selbstständig. Da ist die Möglichkeit einer Lähmung gegeben, denn der physische Leib ist seines belebenden Ätherleibes dann beraubt. Aber wir brauchen nicht einmal bis zu der Erscheinung der Lähmung zu gehen, sondern wir können auch in seiner alltäglichen Erscheinung das Leben besser begreifen. Was ist zum Beispiel ein Faulenzer? Ein Faulenzer ist ein solcher, der die Kräfte seines Ätherleibes von Geburt an schwach hat oder der sie geschwächt hat durch Vernachlässigung. Das versucht man dann dadurch zu korrigieren, dass man den physischen Leib seiner bleiernen Schwere entkleidet und in irgendeiner Weise leichter macht. Eine wahre Kur kann jedoch nur vom astralischen Leibe ausgehen; der wird durch Anregung belebend wirken auf den Ätherleib. Doch noch etwas anderes muss man sich klarmachen. Der Ätherleib ist eigentlich der Träger unseres gesamten Intellektes. Wenn wir abends einschlafen, bleiben eigentlich im Ätherleib alle unsere Vorstellungen, Erinnerungen. Seine Gedanken lässt der Mensch im Ätherleib zurück und trifft sie erst morgens wieder an. Indem wir den Ätherleib ablegen, legen wir das ganze Gefüge unserer Erlebnisse ab.

[ 5 ] Anyone who looks into the etheric world and gradually comes to realize that such a higher world exists can develop a conviction from within that the physical body is underpinned by an etheric body. As soon as the topic of an etheric body comes up, we must find our bearings through significant insights and through things we experience, so to speak. Once one knows that an etheric body permeates the physical body, one will no longer find it incomprehensible when the occultist speaks in his own way about what paralysis is: What normally occurs through proper training happens in an abnormal way. It can happen to a person that their etheric body withdraws from the physical body. The physical body then acts independently. This creates the possibility of paralysis, for the physical body is then deprived of its animating etheric body. But we need not even go as far as the phenomenon of paralysis; we can also better understand life in its everyday manifestations. What, for example, is a slacker? A slacker is someone whose etheric body has been weak from birth or who has weakened it through neglect. One then attempts to correct this by stripping the physical body of its leaden heaviness and making it lighter in some way. A true cure, however, can only come from the astral body; through stimulation, it will have a revitalizing effect on the etheric body. But there is something else one must realize. The etheric body is actually the bearer of our entire intellect. When we fall asleep at night, all our ideas and memories actually remain in the etheric body. A person leaves their thoughts behind in the etheric body and encounters them again only in the morning. By shedding the etheric body, we shed the entire structure of our experiences.

[ 6 ] Dieser Ätherleib ist aber auch so geschaffen, dass wir in ihm wirklich klar wahrnehmen können, wenn wir ihn geisteswissenschaftlich untersuchen, dass der Mensch eigentlich viel viel mehr Veränderungen im Laufe der Zeit unterworfen ist, als man glaubt. Nicht wahr, das wissen wir alle, dass der Mensch durch seine Inkarnationsperioden hindurchgegangen ist. Es ist nicht sinnlos, dass wir immer wieder und wieder inkarniert werden. Der Blick des Menschen ist kurzsichtig. Man hat den Glauben, dass die Menschen so wie heute immer organisiert gewesen sind. Die menschliche Organisation ändert sich von Jahrhundert zu Jahrhundert, es ist nur nicht möglich, das auf äuRerem Felde zu untersuchen. Im Vorderhirn sitzt ein Organ, in feinen Windungen liegend, das sich erst seit dem vierzehnten, fünfzehnten Jahrhundert herausgebildet hat. Es ist eine organische Form für das rein intellektuelle Leben dieser Jahrhunderte. Wie es unmöglich ist, dass im Gehirn eine solche Einzelheit sich ändert, ohne dass eigentlich, wenn auch im Kleinen, die gesamte menschliche Organisation sich ändert, das können wir uns ja denken. Sodass tatsächlich von Jahrhundert zu Jahrhundert die menschliche Organisation Veränderungen aufweist. Doch ist die Änderung in dieser Beziehung nur durch das Verfolgen der Akasha-Chronik zu konstatieren. Und da lassen sich am besten die Veränderungen im Ätherleib verfolgen. Da sehen wir, wie die Menschen im alten Griechenland oder im alten Ägypten ganz andere Ätherleiber gehabt haben. Die gesamten Strömungen waren anders.

[ 6 ] This etheric body is, however, also structured in such a way that, when we examine it from a spiritual-scientific perspective, we can perceive very clearly that human beings are actually subject to far more changes over time than is commonly believed. Isn’t that right? We all know that human beings have gone through their periods of incarnation. It is not without purpose that we incarnate again and again. The human gaze is short-sighted. People believe that human society has always been organized as it is today. Human organization changes from century to century; it is simply not possible to investigate this in the external realm. In the forebrain lies an organ, arranged in fine convolutions, which has only developed since the fourteenth and fifteenth centuries. It is an organic form for the purely intellectual life of those centuries. We can well imagine how impossible it is for such a detail in the brain to change without, albeit on a small scale, the entire human organization changing as well. So that, in fact, the human organism exhibits changes from century to century. Yet the change in this regard can only be ascertained by tracing the Akashic Records. And there the changes in the etheric body can best be traced. There we see how people in ancient Greece or ancient Egypt had entirely different etheric bodies. The entire currents were different.

[ 7 ] Nun möchte ich, um auf einen Gedanken zu kommen, welcher für uns fruchtbar sein kann, zunächst eine kleine Zwischenbemerkung einschalten, darauf aufmerksam machen, dass man ja schon im gewöhnlichen Leben eine Mehrheit von Welten annehmen kann. Der Mensch sinkt in Schlaf, ohne zu wissen, dass er in einer andern Welt ist. Dass er sie verschläft, nichts davon weiß, ist kein Beweis, dass sie nicht besteht. In jene Welt ragen aber die anderen Welten in einer gewissen Weise hinein. Wenn der Mensch in der physischen Welt ist, nimmt er durch die Sinne wahr; wenn er sich in sich zurückzieht, nicht: Dann hat er eine intellektuelle Welt, und diese grenzt an die physische heran. Doch findet er in sich selber außer dem schon entwickelten intellektuellen Elemente noch zwei ganz andere, davon verschiedene. Kann der Mensch diese anderen Elemente entwickeln?

[ 7 ] Now, in order to arrive at a thought that might be fruitful for us, I would first like to make a brief aside to point out that even in everyday life one can assume the existence of a multitude of worlds. A person falls asleep without realizing that they are in another world. The fact that they sleep through it and know nothing of it is no proof that it does not exist. However, the other worlds extend into that world in a certain way. When a person is in the physical world, they perceive through the senses; when they withdraw into themselves, they do not: Then they have an intellectual world, and this borders on the physical one. Yet within themselves, besides the already developed intellectual element, they find two entirely different ones. Can a person develop these other elements?

[ 8 ] Eine einfache Besinnung kann zeigen, dass es eine eigenartigere Welt des inneren Lebens gibt als die des bloßen Nachdenkens. Sie ist da, wenn wir uns sagen können: Wir fühlen als Menschen moralisch. Das ist die Welt, wo wir mit ganz bestimmten Erlebnissen ein sympathisches oder antipathisches Gefühl verbinden. Dieses geht über das intellektuelle Erleben hinaus. Jemand erweist einem andern Wohlwollen, und das gefällt uns, oder Übelwollen, und das missfällt uns. Das ist ganz etwas anderes als das bloß intellektuell Erfahrene. Das bloße Nachdenken kann in uns nicht erstehen lassen das Gefühl, ob eine Handlung moralisch oder unmoralisch ist. Es kann intellektuell höchst verständnisreiche Naturen geben, die keinen Sinn haben für das Abstoßende einer rein egoistischen Handlung. Das ist eine Welt für sich, dieselbe Welt, die wir auch gewahr werden, wenn wir das Schöne und Erhabene in Kunstwerken bewundern oder das Hässliche abstoßend finden. Was uns an Kunstwerken erhebt, das können wir nicht mit dem Intellekt, sondern nur mit unserm Seelenleben erfassen. So können wir sagen: Es ragt dadurch etwas herein in unser Leben, was über das Intellektuelle hinausgeht. Wenn ein Okkultist eine Seele beobachtet in einem solchen Momente, wo sie Abscheu empfindet vor einer unmoralischen Handlung oder Wohlgefallen an einer moralischen, so durchläuft diese einen höheren Grad des Seelenlebens. Das bloße Nachdenken ist ein niedrigerer Grad des Seelenlebens als das Wohlgefallen oder Missfallen an moralischen oder unmoralischen Handlungen. Wenn so der Mensch im erstarkten Ätherleibe ein intensiveres Gefühl für Moralisches und Unmoralisches erringt, so ist da nicht bloß ein Selbstständigwerden des Ätherleibes zu konstatieren, sondern ein Stärkerwerden des Astralleibes, ein besonderes Anspornen der Astralkräfte. Sodass wir sagen können: Ein Mensch, der besonders fein empfindet gegenüber moralischem und unmoralischem Handeln, wird sich ganz besonders starke Kräfte im Astralleib erringen, während derjenige, der seinen Ätherleib nur intellektuell erhebt - etwa durch Übungen, welche die Gedächtniskraft stärken -, wohl sehr weit im Hellsehen sich entwickeln kann, aber nicht aus der ätherisch-astralen Welt herauskommen wird, weil in ihm bloß das intellektuelle Element wirksam ist. Will man über die astralische Welt hinauskommen, so muss man solche Übungen machen, die Sympathie zu moralischen und Antipathie gegen unmoralische Handlungen zum Ausdruck bringen. Dann steigen wir in der Tat zu einer Welt auf, die im andern Sinne als bloß astral hinter unserer Welt ist. Wir steigen dann auf in die himmlische Welt. Sodass wir sagen können: In der großen Welt des Unsichtbaren entspricht die himmlische Welt des Makrokosmos dem, was in uns lebt gegenüber den moralischen oder unmoralischen Eindrücken, die astralische Welt des Makrokosmos dem, was in uns ist in der intellektuell-physischen Wahrnehmung der physischen Welt. Das, was im intellektuellen Element zur Entwicklung kommt, entspricht der astralischen Welt, dasjenige, was sich entwickeln lässt gegenüber der moralischen oder unmoralischen Handlung, entspricht der himmlischen Welt, der Devachanwelt.

[ 8 ] A simple reflection can show that there is a more peculiar world of inner life than that of mere intellectual thought. It is present when we can say to ourselves: As human beings, we feel morally. This is the world where we associate specific experiences with feelings of sympathy or antipathy. This goes beyond intellectual experience. Someone shows goodwill toward another, and that pleases us, or ill will, and that displeases us. This is quite different from what is merely intellectually experienced. Mere reflection cannot give rise within us to the feeling of whether an action is moral or immoral. There may be intellectually highly perceptive individuals who have no sense of the repulsiveness of a purely selfish act. This is a world unto itself, the same world we also perceive when we admire the beautiful and sublime in works of art or find the ugly repulsive. What uplifts us in works of art, we cannot grasp with the intellect, but only with our inner life. Thus we can say: something penetrates into our lives that transcends the intellectual. When an occultist observes a soul at such a moment when it feels revulsion at an immoral act or delight in a moral one, the soul is undergoing a higher stage of soul life. Merely thinking is a lower stage of soul life than the delight or displeasure in moral or immoral acts. When a person, in a strengthened etheric body, attains a more intense sense of what is moral and immoral, we observe not merely the etheric body becoming independent, but a strengthening of the astral body, a special stimulation of the astral forces. So that we can say: A person who is particularly sensitive to moral and immoral actions will develop exceptionally strong forces in the astral body, whereas one who elevates their etheric body only intellectually—for example, through exercises that strengthen the power of memory—may well develop very far in clairvoyance, but will not emerge from the etheric-astral world, because only the intellectual element is active within them. If one wishes to go beyond the astral world, one must perform exercises that express sympathy for moral actions and antipathy toward immoral ones. Then we do indeed ascend to a world that, in a different sense, lies beyond our world as merely astral. We then ascend into the heavenly world. So that we can say: In the great world of the invisible, the heavenly world of the macrocosm corresponds to what lives within us in relation to moral or immoral impressions, the astral world of the macrocosm to what is within us in the intellectual-physical perception of the physical world. That which develops in the intellectual element corresponds to the astral world; that which develops in response to moral or immoral actions corresponds to the heavenly world, the Devachan world.

[ 9 ] Dann gibt es noch ein weiteres Element in der menschlichen Seele. Es ist noch ein Unterschied zwischen dem moralischen Handeln, das gefällt, und dem, dass man sich verpflichtet fühlt, dasjenige, was einem als moralisches Handeln gefällt, auch zu tun und das NichtMoralische zu unterlassen. Das Sich-verpflichtet-Fühlen, das ist für den Menschen das Höchste, wozu der Mensch es heute auf der Welt bringen kann.

[ 9 ] There is yet another element in the human soul. There is a difference between moral action that is pleasing and the feeling of obligation to actually perform the moral action that one finds pleasing and to refrain from the immoral. This sense of obligation is the highest achievement a human being can attain in the world today.

[ 10 ] Was wir als eine Stufenleiter der Menschenseele anzusehen haben, ist also:

[ 10 ] What we must regard as a ladder of the human soul is therefore:

1. Der sinnliche Mensch.
2. Der intellektuelle Mensch. Das ist der, welcher der ersten unsichtbaren Welt gegenübersteht.
3. Der moralisch empfindende ästhetische Mensch, der Gefallen oder Missfallen empfindet an moralischem und unmoralischem Handeln. Dem entspricht draußen die niedere Devachanwelt.
4. Der moralisch sich Betätigende.

1. The sensual person.
2. The intellectual human being. This is the one who faces the first invisible world.
3. The morally sensitive aesthetic human being, who feels pleasure or displeasure at moral and immoral actions. This corresponds externally to the lower Devachan world.
4. The morally active human being.

[ 11 ] Dem, dass der Mensch das, was er innerlich als höchste moralische Impulse empfindet, auch tut, entspricht draußen die höhere Devachanwelt, die Vernunftwelt, wo die Wesenheiten herrschen, die das absolut Vernünftige in der Welt repräsentieren. Wenn der Mensch erfassen kann, dass in der Welt seiner moralischen Impulse ein Schattenbild vorhanden ist von der höchsten Welt, aus der er heraus ist, dann hat er viel begriffen vom Makrokosmos.

[ 11 ] The fact that human beings act upon what they inwardly perceive as their highest moral impulses corresponds, in the outer world, to the higher Devachan world—the world of reason—where the beings who represent the absolute rationality of the world reign. If a person can grasp that in the world of their moral impulses there is a shadow image of the highest world from which they originate, then they have understood much about the macrocosm.

[ 12 ] So haben wir die physische Welt und die Welt des Verstandes, die moralische Welt oder die himmlische Welt des niederen Devachan und die Vernunftwelt oder höhere Devachanwelt. Die kosmischen Welten werfen in uns die Schattenbilder der Sinneswelt: die intellektuelle Welt, intellektuelles Hellsehen; die ästhetische Welt: moralisches Empfinden; die Vernunftwelt: moralische Impulse zur Tat. Durch eine Art Selbsterkenntnis kann der Mensch diese verschiedenen Stufen in sich wahrnehmen.

[ 12 ] Thus we have the physical world and the world of the intellect, the moral world or the heavenly world of the lower Devachan, and the world of reason or the higher Devachan world. The cosmic worlds cast the shadows of the sensory world within us: the intellectual world, intellectual clairvoyance; the aesthetic world, moral feeling; the world of reason, moral impulses to action. Through a kind of self-knowledge, human beings can perceive these different levels within themselves.

[ 13 ] Nun, diese ganze Konfiguration des Menschen hat sich im Laufe der Zeiten eben geändert. Wie der Mensch heute ist, so war er durchaus nicht in der alten griechischen oder in der alten ägyptischen Zeit. Damals, in der Zeit des alten Griechentums, war der Mensch so, dass höhere Wesenheiten das seelische Element in ihm lenkten, daher empfand der damalige Mensch etwas wie eine selbstverständliche Verpflichtung gegenüber jenen Wesenheiten. Jetzt sind wir in der Zeit, wo der Mensch durch das intellektuelle Element gelenkt wird, und daher empfindet der Mensch etwas wie eine ästhetisch-moralische Verpflichtung. Damals aber wäre es unmöglich gewesen, dass irgendjemand gedacht hätte, wenn etwas als moralischer Impuls da ist, wäre es möglich, etwas anderes zu tun. Noch in Griechenland empfand man gegenüber dem Gefallen und Missfallen so, dass man dementsprechend auch handeln musste.

[ 13 ] Well, this entire human constitution has changed over the course of time. People today are not at all the same as they were in ancient Greece or ancient Egypt. Back then, in the time of ancient Greece, human beings were such that higher beings guided the soul element within them; therefore, people at that time felt something like a natural obligation toward those beings. Now we are in an age where human beings are guided by the intellectual element, and therefore they feel something like an aesthetic-moral obligation. Back then, however, it would have been impossible for anyone to think that if a moral impulse were present, it would be possible to act otherwise. Even in Greece, people felt such a sense of obligation toward what was pleasing or displeasing that they felt compelled to act accordingly.

[ 14 ] Nun kamen die neueren Zeiten, wo der Mensch sich nicht einmal dem ästhetischen Element gegenüber verpflichtet fühlt, was sich ja ausdrückt in dem Spruch: Über den Geschmack lässt sich nicht streiten. —- Aber mit solchen, die den Geschmack ausgebildet haben, wird man sich wohl einigen können.

[ 14 ] Now we have entered a new era in which people no longer feel any obligation toward the aesthetic element, as expressed in the saying: “There’s no accounting for taste.” —- But one can surely find common ground with those who have cultivated good taste.

[ 15 ] Das, was man früher auf moralischem und ästhetischem Gebiete empfand, das empfindet man heute als notwendig auf intellektuellem Gebiete: eine gewisse Führung zu haben, sodass man nicht denken kann, wie man will, sondern nach den Denkgesetzen der Logik sich zu richten hat. Damit sind wir aber auf die niederste Stufe gekommen, die an menschlichen Erlebnissen da ist. Jetzt stehen wir an der Übergangsstufe, wie wohl zu bemerken ist. Wenn wir nämlich die letzten Jahrtausende nehmen, so sehen wir, dass der physische Leib der Menschen immer trockener und trockener wird, dass der Mensch eben anders geworden ist. Vor anderthalb Jahrtausenden war der physische Leib wesentlich weicher und biegsamer. Der physische Leib ist immer härter geworden. Dagegen ist auch in dem Ätherleib etwas ganz anderes geschehen, etwas, was der Mensch eben darum weniger erleben konnte, weil dieser Ätherleib eine Entwicklung nach aufwärts durchgemacht hat. Es ist bedeutsam, dass wir an dem wichtigen Zeitpunkte stehen, wo der Mensch gewahr werden muss, dass sein Ätherleib ein anderer werden soll. Das ist das Ereignis, welches gerade im zwanzigsten Jahrhundert sich abspielen wird. Während auf der einen Seite das Stärkerwerden des intellektuellen Elementes sich geltend macht, wird auf der anderen Seite der Ätherleib so viel selbstständiger, dass die Menschen es werden merken müssen. Noch haben die Menschen eine Zeit lang nach dem Christus-Ereignis nicht so intellektuell gedacht wie die heutigen Menschen. Dieses Denken im Intellektuellen bewirkt, dass der Ätherleib immer selbstständiger wird, dass er auch als selbstständiges Instrument gebraucht wird. Und dabei kann bemerkt werden, dass er im Geheimen eine Entwicklung durchgemacht hat, welche das Gewahrwerden des Christus im Ätherleib ermöglicht. So wie der Christus dazumal physisch gesehen wurde, wird er jetzt ätherisch geschaut werden können. Sodass in diesem zwanzigsten Jahrhundert wie ein natürliches Ereignis ein Schauen des Christus eintritt, wie Paulus ihn gesehen. Es wird eine Anzahl von Menschen im Ätherischen den Christus sehen können. Sodass man ihn auch kennen wird, den Christus, wenn alle Bibeln verbrannt wären. Wir brauchen dann keine Überlieferung, denn wir sehen ihn, wir schauen ihn. Und das ist ein Ereignis von einer ähnlichen Bedeutung wie dasjenige, das sich auf Golgatha abgespielt hat. Immer mehr und mehr Menschen werden in den nächsten Jahrhunderten dazu kommen, den Christus zu schauen. Die nächsten drei Jahrtausende auf Erden werden einer solchen Entwicklung gewidmet sein, dass der Ätherleib immer sensitiver wird, dass gewisse Menschen dieses und andere Ereignisse erleben werden. Ich will nur ein Ereignis noch erwähnen: dass immer mehr Menschen da sein werden, die irgendetwas tun wollen und dann den Drang haben werden, damit zurückzuhalten. Dann tritt eine Vision auf, und die Menschen werden immer mehr und mehr gewahr werden: Das, was eintreten wird in der Zukunft, ist die karmische Folge von dem, was ich getan habe. Einige Vorzügler - ich möchte dieses Wort bilden in dem Sinne wie Nachzügler - sind schon so weit, dass sie solche Dinge empfinden. Insbesondere bei Kindern tritt derartiges auf.

[ 15 ] What people used to feel in the moral and aesthetic spheres, they now feel is necessary in the intellectual sphere: to have a certain guidance, so that one cannot think as one pleases, but must conform to the laws of logic. But this brings us to the lowest level of human experience. We are now at a transitional stage, as is clearly evident. For if we consider the past millennia, we see that the human physical body has become increasingly dry and rigid, that human beings have simply changed. A millennium and a half ago, the physical body was significantly softer and more supple. The physical body has become increasingly harder. In contrast, something quite different has also occurred in the etheric body—something that human beings have been less able to experience precisely because this etheric body has undergone an upward development. It is significant that we are at the crucial point in time when human beings must become aware that their etheric body is to become something different. This is the event that will unfold precisely in the twentieth century. While on the one hand the strengthening of the intellectual element is making itself felt, on the other hand the etheric body is becoming so much more independent that people will have to take notice of it. For some time after the Christ event, people did not think as intellectually as people do today. This intellectual thinking causes the etheric body to become increasingly independent, so that it is also used as an independent instrument. And in this process, it can be observed that it has undergone a secret development that makes it possible to become aware of the Christ in the etheric body. Just as Christ was seen physically back then, he will now be able to be seen in the etheric. So that in this twentieth century, the vision of Christ—as Paul saw him—will occur as a natural event. A number of people will be able to see Christ in the etheric. So that people will know him, Christ, even if all the Bibles were burned. We will then have no need of tradition, for we see him, we behold him. And this is an event of a significance similar to that which took place on Golgotha. More and more people will come to behold the Christ in the coming centuries. The next three millennia on Earth will be dedicated to a development in which the etheric body becomes increasingly sensitive, so that certain people will experience this and other events. I would like to mention just one more event: that there will be more and more people who want to do something and then feel the urge to hold back. Then a vision will arise, and people will become increasingly aware: What will happen in the future is the karmic consequence of what I have done. Some “forerunners”—I would like to use this word in the sense of “laggards”—are already at the point where they sense such things. This occurs particularly in children.

[ 16 ] Es ist ein großer Unterschied zwischen dem, was die geschulten Hellseher erleben, und dem, was hier geschildert wird, was naturgemäß erlebt wird. Der geschulte Hellseher erlebt den Christus seit undenklichen Zeiten durch gewisse Übungen. Auf dem physischen Plan, wenn ich da einem Menschen begegne, so habe ich ihn vor mir; hellseherisch kann ich ihn wahrnehmen an ganz anderen Orten, da trete ich ihm nicht unmittelbar gegenüber. Hellseherisch wahrnehmen den Christus ist immer möglich gewesen. Aber ihm zu begegnen, weil er jetzt anders zur Menschheit steht, nämlich so, dass er einem von der Ätherwelt aus hilft, das ist etwas, was - außer uns — eine von unserer hellseherischen Entwicklung unabhängige Tatsache ist. Vom zwanzigsten Jahrhundert an, in den nächsten dreitausend Jahren werden gewisse Menschen ihm begegnen können, ihm objektiv als ätherische Gestalt dann begegnen. Das ist etwas anderes, als wenn ein Wesen durch innere Entwicklung bis zu seinem Anblick hinaufsteigt.

[ 16 ] There is a great difference between what trained clairvoyants experience and what is described here—what is experienced naturally. Trained clairvoyants have experienced Christ since time immemorial through certain exercises. On the physical plane, when I encounter a person there, I have them right in front of me; through clairvoyance, I can perceive them in entirely different places, where I do not stand directly before them. Perceiving the Christ clairvoyantly has always been possible. But to encounter him—because he now stands in a different relationship to humanity, namely in such a way that he helps one from the etheric world—is something that, apart from us, is a fact independent of our clairvoyant development. From the twentieth century onward, over the next three thousand years, certain people will be able to encounter him, to encounter him objectively as an etheric form. This is different from when a being ascends through inner development to the point of seeing him.

[ 17 ] Damit aber wird das hohe Wesen, das wir den Christus nennen, überhaupt in eine andere Evolutionskette gestellt, als wenn wir von Buddha sprechen. Der Bodhisattva, welcher der Buddha wurde, war in das Königshaus des Suddhodana hineingeboren und wurde im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens Buddha, das heißt, dass er dann nachher nicht mehr inkarniert zu werden brauchte. Wenn eine solche Wesenheit, ein Bodhisattva, Buddha oder Meister wird, so bedeutet das eine innere Entwicklung, nur eine höhere, die jeder Mensch durchmachen kann. Eine esoterische Schulung des Menschen ist nur ein Anfang dessen, was zum Buddha-Werden führt. Das hat nichts zu tun mit dem, was um die Menschen herum geschieht. Solche Menschen treten zu gewissen Zeiten auf, um die Welt weiterzubringen. Es sind das aber andere Ereignisse als das Christus-Ereignis. Christus war nicht etwa herübergekommen von einer anderen menschlichen Individualität, sondern Christus war aus dem Makrokosmos herübergekommen, während alle Bodhisattvas immer mit der Erde verbunden gewesen sind.

[ 17 ] This, however, places the exalted being we call Christ in an entirely different evolutionary chain than when we speak of the Buddha. The Bodhisattva who became the Buddha was born into the royal house of Suddhodana and became a Buddha in the twenty-ninth year of his life, which means that he no longer needed to incarnate thereafter. When such a being—a Bodhisattva—becomes a Buddha or a Master, this signifies an inner development, merely a higher one, that every human being can undergo. Esoteric training of the human being is only the beginning of what leads to becoming a Buddha. This has nothing to do with what happens around people. Such people appear at certain times to advance the world. But these are different events from the Christ event. Christ did not come from another human individuality, but Christ came from the macrocosm, whereas all Bodhisattvas have always been connected to the Earth.

[ 18 ] Wir müssen uns also klar sein, dass, soweit wir von Bodhisattva- oder Buddha-Wesen sprechen, wir gar nicht den Christus berühren. Denn Christus ist eine makrokosmische Wesenheit, die erst durch die Johannestaufe mit der Erde verbunden ist. Das war die physische Manifestation. Jetzt kommt die ätherische Manifestation, dann die astralische und dann eine noch höhere. Dann müssen aber die Menschen erst so weit sein, diese höhere Stufe zu erleben. Was die Menschen erleben können, das gehört zu den allgemeinen Erdengesetzen. Die Wesenheit, die wir den Christus nennen oder auch mit anderen Namen benennen, wird auch das bewirken, was wir nennen können: die Rettung aller Erdenseelen in die Jupiterwesenheit hinein, während alles andere abfallen wird mit der Erde. Theosophie ist nicht etwas Willkürliches, sondern etwas Wichtiges, das in die Welt kommen musste. Es muss die Welt verstehen lernen das Christus-Wesen, das drei Jahre auf Erden gelebt hat. Das war am Anfang unserer gegenwärtigen Zeitrechnung.

[ 18 ] We must therefore be clear that, when we speak of Bodhisattva or Buddha beings, we are not referring to the Christ at all. For the Christ is a macrocosmic being who became connected to the Earth only through the baptism of John. That was the physical manifestation. Now comes the etheric manifestation, then the astral, and then an even higher one. But first, humanity must be ready to experience this higher stage. What humanity can experience is part of the general laws of the Earth. The being we call Christ—or by other names—will also bring about what we might call the salvation of all earthly souls into the Jupiter being, while everything else will fall away with the Earth. Theosophy is not something arbitrary, but something important that had to come into the world. The world must learn to understand the Christ Being who lived on Earth for three years. That was at the beginning of our current calendar.

[ 19 ] Sie finden in meinem Buche über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» das Nähere über die beiden Jesusknaben. Vorbereitet wurde das Christus-Ereignis durch eine mit der Sekte der Essäer in Beziehung stehende Persönlichkeit, Jeshu ben Pandira, welche geboren wurde hundert Jahre bevor die beiden Jesusknaben in Palästina geboren wurden. Sodass man unterscheiden muss zwischen ihnen und dem Jeshu ben Pandira, den unter anderen Haeckel in ganz unwürdiger Weise verschimpft hat. Von dieser sehr hohen Wesenheit, dem Jeshu ben Pandira, rührt als Vorbereitung zu dem, was geschehen sollte, im Wesentlichen das Matthäus-Evangelium her.

[ 19 ] You will find more details about the two Jesus children in my book *The Spiritual Guidance of Man and Humanity*. The Christ event was prepared by a figure associated with the Essene sect, Jeshu ben Pandira, who was born a hundred years before the two Jesus children were born in Palestine. Thus, one must distinguish between them and Jeshu ben Pandira, whom Haeckel, among others, has reviled in a most unworthy manner. The Gospel of Matthew essentially stems from this very high being, Jeshu ben Pandira, as a preparation for what was to come.

[ 20 ] Wie haben wir uns das Verhältnis dieses Jeshu ben Pandira zu dem Jesus von Nazareth vorzustellen?

[ 20 ] How should we understand the relationship between this Jeshu ben Pandira and Jesus of Nazareth?

[ 21 ] Die Individualitäten haben zunächst nichts miteinander zu tun, außer dass der eine der Vorbereiter des anderen war; aber als Individualitäten sind sie nicht irgendwie verwandt. Sondern die Tatsache ist so, dass in dem einen Jesusknaben, dem des Lukas-Evangeliums, wir eine etwas unausgesprochene Individualität haben, die dadurch schwer zu fassen ist, dass sie sogleich, als sie geboren wurde, sprechen konnte, und zwar in solcher Weise sprechen, dass die Mutter ihn verstehen konnte. Sie war nicht intellektuell, diese Individualität des Lukas-Evangeliums, aber ungeheuer ursprünglich und elementar in Bezug auf moralische Empfindungen. In den astralischen Leib dieser Wesenheit hat hineingewirkt die Buddha-Individualität.

[ 21 ] At first glance, these individualities have nothing to do with one another, except that one served as a precursor to the other; but as individualities, they are in no way related. Rather, the fact is that in the boy Jesus of the Gospel of Luke, we have a somewhat inexpressible individuality that is difficult to grasp because, as soon as he was born, he could speak—and speak in such a way that his mother could understand him. This individuality of the Gospel of Luke was not intellectual, but tremendously primal and elemental in terms of moral feelings. The Buddha-individuality has worked into the astral body of this being.

[ 22 ] Buddha ist, nachdem er Buddha geworden, eine Wesenheit, die sich nicht mehr auf Erden zu inkarnieren braucht. Solange er Bodhisattva ist, inkarniert er sich. Nachdem er Buddha gewesen, wirkt er von den höheren Welten herunter, und zwar jetzt durch den astralischen Leib des Jesus des Lukas-Evangeliums. Die Kräfte, die von Buddha ausgehen, sind in dem astralischen Leib dieses Jesusknaben. In der Jesus-von-Nazareth-Strömung ist also die Buddha-Strömung mit darinnen.

[ 22 ] Once he has become a Buddha, he is a being who no longer needs to incarnate on Earth. As long as he is a Bodhisattva, he incarnates. After becoming a Buddha, he works down from the higher worlds, specifically through the astral body of the Jesus of the Gospel of Luke. The forces emanating from the Buddha are present in the astral body of this boy Jesus. Thus, the Buddha current is contained within the Jesus of Nazareth current.

[ 23 ] Dagegen ist das, was die morgenländischen Schriften sagen, auch für den abendländischen Okkultisten richtig, dass in dem Momente, wo der Bodhisattva zum Buddha wird, ein neuer Bodhisattva kommt. In dem Momente, wo der Gautama Buddha zum Buddha geworden, ist diese Bodhisattva-Individualität von der Erde genommen, und es ist ein neuer Bodhisattva auf ihr tätig. Jener Bodhisattva ist es, der zur bestimmten Zeit zum Buddha werden soll. Und zwar ist die Zeit genau festgestellt, wann der Nachfolger des Gautama Buddha, der Maitreya, zum Buddha wird: fünftausend Jahre nach der Erleuchtung des Buddha unter dem Bodhibaume. Ungefähr dreitausend Jahre nach unserer Zeit wird die Welt die Maitreya-Buddha-Inkarnation erleben, welche die letzte Reinkarnation des Jeshu ben Pandira sein wird. Dieser Bodhisattva, der als Maitreya-Buddha kommen wird, der in seiner Wiederverkörperung im Fleisch auch in unserem Jahrhundert im physischen Körper kommen wird - aber nicht als Buddha -, der wird es sich zur Aufgabe machen, der Menschheit alle wirklichen Begriffe über das Christus-Ereignis zu geben.

[ 23 ] On the other hand, what the Eastern scriptures say is also true for the Western occultist: that at the moment the Bodhisattva becomes a Buddha, a new Bodhisattva arrives. At the moment when Gautama Buddha became a Buddha, that Bodhisattva individuality was taken from the earth, and a new Bodhisattva is now active upon it. It is that Bodhisattva who is to become a Buddha at the appointed time. Indeed, the time has been precisely determined when the successor of Gautama Buddha, Maitreya, will become a Buddha: five thousand years after the Buddha’s enlightenment under the Bodhi tree. Approximately three thousand years from our time, the world will experience the Maitreya Buddha incarnation, which will be the final reincarnation of Jeshu ben Pandira. This Bodhisattva, who will come as the Maitreya Buddha—who in his reincarnation in the flesh will also come in a physical body in our century, though not as a Buddha—will make it his mission to impart to humanity all true understanding of the Christ event.

[ 24 ] Die echten Okkultisten anerkennen die Inkarnationen des Bodhisattva, des späteren Maitreya-Buddha. Gerade wie die Menschen alle eine Entwicklung des Ätherleibes durchmachen, so auch diese Individualität. Je weiter die Menschheit demjenigen entgegenkommt, welcher der Maitreya-Buddha sein wird, wird diese Individualität eine besondere Entwicklung durchmachen, die in ihren höchsten Stadien in gewisser Beziehung etwas sein wird wie die Taufe des Jesus von Nazareth: Eine Auswechslung der Individualität erfährt sic. In beiden Fällen wird eine andere Individualität aufgenommen. Sie leben sich als Kinder hinein in die Welt, und nach bestimmten Jahren wird ihre Individualität umgewechselt. Es ist nicht eine kontinuierliche Entwicklung, sondern eine Entwicklung, die einen Bruch erleidet, wie das bei Jesus der Fall war. Bei ihm haben wir im zwölften Jahre eine solche Auswechslung der Individualität, dann wieder bei der Johannestaufe. Solch eine Auswechslung tritt gerade bei dem Bodhisattva ein, der zum Maitreya-Buddha wird. Diese Individualitäten werden plötzlich wie befruchtet von einer anderen. Insbesondere wird der Maitreya-Buddha bis zum dreißigsten Jahre kontinuierlich mit einer bestimmten Individualität leben, und dann tritt für ihn eine Auswechslung ein, wie wir sie bei dem Jesus von Nazareth während der Taufe im Jordan haben. Immer aber wird man den Maitreya-Buddha daran erkennen, dass die Menschen, wenn er da ist, vor dieser Auswechslung der Individualität nichts wissen von ihm. Und dann tritt er plötzlich auf.

[ 24 ] True occultists acknowledge the incarnations of the Bodhisattva, the future Maitreya Buddha. Just as all human beings undergo a development of the etheric body, so too does this individuality. The closer humanity comes to the one who will be the Maitreya Buddha, the more this individuality will undergo a special development, which in its highest stages will, in a certain sense, be something like the baptism of Jesus of Nazareth: a change of individuality takes place. In both cases, a different individuality is taken on. They enter the world as children, and after a certain number of years, their individuality is changed. It is not a continuous development, but a development that undergoes a break, as was the case with Jesus. In his case, we have such a replacement of the individuality in the twelfth year, and then again at the baptism by John. Such a replacement occurs precisely in the Bodhisattva who becomes the Maitreya Buddha. These individualities are suddenly, as it were, fertilized by another. In particular, the Maitreya Buddha will live continuously with a certain individuality until the age of thirty, and then a transformation occurs for him, as we see with Jesus of Nazareth during his baptism in the Jordan. But one will always recognize the Maitreya Buddha by the fact that, when he is present, people know nothing of him prior to this exchange of individuality. And then he suddenly appears.

[ 25 ] Das ist das charakteristische Zeichen für alle Bodhisattvas, die Buddha werden, dass sie ein unbekanntes Leben führen. Die Menschen-Individualität wird in Zukunft immer mehr auf sich selbst gestellt werden müssen. Für ihn wird charakteristisch sein, dass er viele Jahre unerkannt durch die Welt gehen wird und dann erst dadurch zu erkennen sein wird, dass er selbst durch seine innere Kraft als ein einzeln stehender Mensch wirkt. Durch Jahrtausende hindurch und auch durch neuzeitliche Okkultisten ist als Forderung erkannt worden, dass sein Wesen durch seine Jugend bis zur Geburt der Verstandesseele, ja bis zur Geburt der Bewusstseinsseele unbekannt bleibt und er durch niemand anderes als durch sich selbst seine Geltung erhält.

[ 25 ] This is the defining characteristic of all bodhisattvas who become Buddhas: that they lead an anonymous life. Human individuality will increasingly have to rely on itself in the future. It will be characteristic of the individual that he will go through the world unrecognized for many years and will only then be recognized by the fact that he acts as a unique human being through his own inner strength. Throughout the millennia, and also by modern occultists, it has been recognized as a requirement that his being remain unknown from his youth until the birth of the intellectual soul, indeed until the birth of the conscious soul, and that he attain his significance through no one other than himself.

[ 26 ] Deshalb ist es so wichtig, bis auf einen gewissen Punkt unnachgiebig zu sein. Jeder wahre Kenner des Okkultismus würde es komisch finden, dass im zwanzigsten Jahrhundert ein Buddha kommen soll, da jeder Okkultist weiß, dass er erst fünftausend Jahre nach dem Gautama Buddha kommen kann. Es kann aber ein Bodhisattva verkörpert sein und wird es.

[ 26 ] That is why it is so important to be unyielding up to a certain point. Any true connoisseur of the occult would find it strange that a Buddha is supposed to come in the twentieth century, since every occultist knows that he can only come five thousand years after Gautama Buddha. However, a Bodhisattva can be incarnated and will be.

[ 27 ] Dieses ist etwas, was zum Ur-Rüstzeug des Okkultisten gehört: dass der Maitreya-Buddha unbekannt in der Jugend sein wird. Deshalb ist seit Jahren von mir betont worden, dass Rücksicht genommen werden muss auf den Grundsatz des Okkultismus: Vor einem gewissen Lebensalter darf von gewissen Zentralstellen aus niemandem ein Auftrag gegeben werden, über okkulte Lehren zu sprechen. Das ist seit Jahren betont worden. Wenn jüngere Leute sprechen, mögen sie dies aus guten Gründen tun, aber sie tun es nicht in okkultem Auftrag.

[ 27 ] This is part of the occultist’s fundamental knowledge: that the Maitreya Buddha will remain unknown during his youth. That is why I have emphasized for years that the fundamental principle of occultism must be observed: before a certain age, no one may be given a mandate from certain central authorities to speak about occult teachings. This has been emphasized for years. When younger people speak, they may do so for good reasons, but they do not do so on an occult mandate.

[ 28 ] Der Maitreya-Buddha macht sich durch eigene Kraft geltend. Er erscheint so, dass niemand ihm helfen kann als die Kraft seines eigenen Seelenwesens.

[ 28 ] The Maitreya Buddha asserts himself through his own power. He appears in such a way that no one can help him except the power of his own soul.

[ 29 ] Verständnis für die ganze Erdenentwicklung ist eine Notwendigkeit, um an die wahre Theosophie heranzukommen. Diejenigen, die dieses Verständnis nicht entwickeln, werden es dazu bringen, dass die neuzeitliche theosophische Bewegung verödet.

[ 29 ] An understanding of the entire evolution of the Earth is essential for approaching true Theosophy. Those who fail to develop this understanding will cause the modern Theosophical movement to wither away.