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True Aspects of Evolution
GA 132

31 October 1911, Berlin

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Erster Vortrag

First Lecture

[ 1 ] Wenn wir in den Betrachtungen, welche wir im vorigen Jahre in unseren Zweigabenden gepflogen haben, fortfahren wollen, so ist es notwendig, daß wir uns noch einige andere Begriffe, Vorstellungen, Anschauungen aneignen, als die sind, von denen bisher gesprochen worden ist. Wir wissen, daß wir gar nicht auskommen konnten mit dem, was wir über die Evangelien und sonstige geistige Dokumente der Menschheit zu sagen haben, wenn wir nicht vorausgesetzt hätten jene Entwickelung unseres ganzen Weltsystems, die wir da bezeichnen als die Verkörperungen unseres Planeten selber durch das Saturndasein, durch das Sonnendasein, das Mondendasein, bis herauf zum gegenwärtigen 'Erdendasein. Wer sich zurückerinnert, wie oft an diese Grundvorstellungen angeknüpft werden mußte, der weiß, wie notwendig für alle okkulte Betrachtung der Menschheitsentwickelung diese Grundvorstellungen eben sind. Wenn Sie nun die Angaben sich einmal ansehen, welche zum Beispiel in der «Geheimwissenschaft im Umriß» gegeben sind über die Saturn-, Sonnen- und Mondentwickelung bis zur Erdentwickelung herein, so werden Sie sich gestehen, daß es sich dabei - und selbst, wenn es noch viel ausführlicher wäre, könnte es nicht anders sein — nur um eine Skizze handeln kann, nur um Angaben, die von einer gewissen Seite, von einem gewissen Gesichtspunkte aus, gemacht werden können. Denn wie das Erdendasein eine unendliche Fülle von Einzelheiten bietet, so ist es ganz selbstverständlich, daß wir auch für das Saturn-, Sonnen- und Monddasein eine unendliche Reihe von Einzelheiten zu verzeichnen haben, und daß immer nur eine ganz grobe Kohlezeichnung, eine Art Umriß, gegeben werden kann. Für uns ist aber eine Charakteristik der Evolution noch von einer anderen Seite aus notwendig.

[ 1 ] If we wish to continue the reflections we have been engaging in during our branch meetings over the past year, it is necessary for us to acquire some additional concepts, ideas, and perspectives beyond those we have discussed so far. We know that we could not possibly have addressed what we have to say about the Gospels and other spiritual documents of humanity if we had not presupposed that development of our entire world system which we describe there as the incarnations of our planet itself through the Saturn stage, the Sun stage, the Moon stage, up to the present ‘Earth stage.’ Anyone who recalls how often we have had to refer back to these fundamental concepts knows just how essential they are for any occult consideration of human development. If you now take a look at the information provided, for example, in Outline of Esoteric Science regarding the Saturn, Sun, and Moon phases of development leading up to the Earth phase, you will admit that this can only be a sketch—and even if it were much more detailed, it could not be otherwise—merely information that can be provided from a certain perspective, from a certain point of view. For just as earthly existence offers an infinite wealth of details, so it is quite natural that we must also record an infinite series of details regarding the existence of Saturn, the Sun, and the Moon, and that only a very rough charcoal sketch, a kind of outline, can ever be provided. For us, however, a characterization of evolution is necessary from yet another perspective.

[ 2 ] Wenn wir uns fragen: Woher stammen alle die Angaben, die da gemacht worden sind? - so wissen wir, daß sie von den sogenannten Eintragungen in die Akasha-Chronik stammen. Wir wissen, daß das, was einmal geschehen ist oder vorgeht im Verlaufe der Weltentwickelung, gewissermaßen zu lesen ist wie durch eine Eintragung in eine feine geistige Substanz, in die Akasha-Substanz. Von allem, was sich abgespielt hat, gibt es eine solche Eintragung, aus welcher entnommen werden kann, wie die Dinge einmal waren. Nun werden wir natürlich annehmen können, daß, ebenso wie dem gewöhnlichen Blick, der irgend etwas von unserer physischen Welt überblickt, die Dinge, die in der Nähe sind, in ihren Einzelheiten mehr oder weniger klar und deutlich, und je weiter sie entfernt sind, mehr oder weniger unklar und undeutlich erscheinen, so werden auch die Dinge, die zeitlich in unserer Nähe sind, die der Erden- oder der Mondentwickelung angehören, sich genauer angeben lassen; wogegen die Dinge, die zeitlich weiter entfernt sind, undeutlichere Umrisse bekommen, so zum Beispiel, wenn wir in das Saturn- oder Sonnendasein hellseherisch zurückblicken.

[ 2 ] When we ask ourselves: Where do all these details come from? — we know that they originate from what are known as the records in the Akashic Records. We know that whatever has happened or is taking place in the course of world evolution can, so to speak, be read as if through an entry in a subtle spiritual substance, the Akashic substance. Of everything that has taken place, there is such an entry from which one can glean how things once were. Now, of course, we can assume that, just as to the ordinary eye that surveys something of our physical world, things that are nearby appear in their details more or less clearly and distinctly, and the farther away they are, the more or less unclear and indistinct they appear, so too will things that are temporally close to us—those belonging to the Earth’s or the Moon’s development—be more precisely described; whereas things that are further removed in time take on more indistinct outlines, for example, when we look back clairvoyantly into the Saturn or Sun existence.

[ 3 ] Warum tun wir das überhaupt, daß wir einen gewissen Wert darauf legen, so weit hinter uns liegende Zeiträume zu verfolgen? Es könnte ja jemand sagen: Wozu bringen diese Anthroposophen allerlei so uralte Dinge heute noch zur Sprache? Man braucht sich doch in der Welt nicht um diese ururalten Dinge zu kümmern, denn man hat doch genügend zu tun mit dem, was gegenwärtig vorgeht.

[ 3 ] Why do we even bother to place such importance on exploring periods of time so far in the past? One might ask: Why do these anthroposophists still bring up all sorts of ancient matters today? Surely there is no need to concern oneself with these ancient matters in the world, for we have enough to do with what is happening in the present.

[ 4 ] Es wäre sehr unrichtig, so zu sprechen. Denn, was einmal vorgegangen ist, das vollzieht sich heute noch fortwährend. Was in der Saturnzeit sich abgespielt hat, das ist nicht bloß dazumal gewesen, sondern das geht heute noch vor, nur wird es überdeckt, unsichtbar gemacht durch das, was heute äußerlich um den Menschen auf dem physischen Plan ist. Und recht, recht stark unsichtbar wird gerade das alte Saturndasein gemacht, das vor so langer Zeit sich abgespielt hat. Aber es geht den Menschen noch etwas an, heute noch, das alte Saturndasein. Und um uns eine Vorstellung zu machen, wie es uns angeht, wollen wir uns folgendes vor die Seele stellen.

[ 4 ] It would be very wrong to speak that way. For what once took place continues to unfold today. What took place during the Saturnic era was not merely a thing of the past; it continues to unfold today, though it is obscured and rendered invisible by what surrounds human beings externally on the physical plane. And the ancient Saturnic existence, which unfolded so long ago, is made particularly, particularly invisible. But the old Saturn existence still concerns us, even today. And to give ourselves an idea of how it concerns us, let us consider the following:

[ 5 ] Wir wissen, daß der innerste Kern unseres Wesens uns entgegentritt als das, was wir unser «Ich» nennen. Dieses Ich, der innerste Kern unseres Wesens, ist wahrhaftig für den heutigen Menschen eine recht übersinnliche, eine recht unwahrnehmbare Wesenheit. Wie uünwahrnehmbar sie ist, kann schon daraus geschlossen werden, daß es heute Seelenlehren gibt, die sogenannten offiziellen Psychologien, die überhaupt keine Ahnung mehr davon haben, worin das Wesen dieses Ich besteht, die keine Ahnung haben sogar, daß auf ein solches Ich hinzudeuten ist.

[ 5 ] We know that the innermost core of our being confronts us as what we call our “I.” This I, the innermost core of our being, is truly a quite supersensible, quite imperceptible entity for modern human beings. Just how imperceptible it is can be inferred from the fact that there are now schools of thought about the soul—the so-called official psychologies—that no longer have the slightest idea of what the essence of this “I” consists of, and that do not even realize that such an “I” exists.

[ 6 ] Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, daß sich nach und nach im 19. Jahrhundert in der deutschen Psychologie der schöne Ausdruck herausgebildet hat «Seelenlehre ohne Seele». Namentlich war tonangebend für diese «Seelenlehre ohne Seele» -— obwohl das Wort nicht von ihr geprägt worden ist — die heute weltberühmte Schule Wundts, die ja nicht bloß in den deutschen Landen ausschlaggebend ist, sondern die überall, wo von Psychologie geredet wird, mit großen Ehren genannt wird. «Seelenlehre ohne Seele» könnte man so ausdrükken: eine Beschreibung der seelischen Eigenschaften, ohne auf ein selbständiges Seelenwesen Rücksicht zu nehmen, in dem sich alle Eigenschaften der Seele erst sammeln in einer Art von Brennpunkt, sich versammeln im Ich. — Das ist der größte Unsinn, der überhaupt in die Seelenlehre hineingeschleudert worden ist, man kann sich einen größeren Unsinn gar nicht denken; dennoch steht die heutige Psychologie ganz unter dem Eindruck dieses Unsinns. Und diese «Seelenlehre ohne Seele» ist heute in der ganzen Welt berühmt. Künftige Kulturgeschichtsschreiber unserer Zeit werden viel zu tun haben, wenn sie es unseren Nachkommen einigermaßen plausibel machen wollen, wie so etwas überhaupt möglich war, daß im 19. Jahrhundert und weit ins 20. hinein so etwas als die größte Leistung auf psychologischem Gebiete angestaunt worden ist. Das alles soll nur gesagt werden, um anzudeuten, wie unklar sich gerade die offizielle Psychologie über das Ich ist, den Mittelpunkt des menschlichen Wesens.

[ 6 ] I have often pointed out that, over the course of the 19th century, the apt expression “the study of the soul without a soul” gradually emerged in German psychology. In particular, the school of Wundt—which is world-famous today and holds great influence not only in Germany but is also held in high esteem wherever psychology is discussed—set the tone for this “psychology without a soul,” even though the term was not coined by it. “The study of the soul without a soul” could be expressed as follows: a description of the soul’s properties without taking into account an independent soul-being in which all the properties of the soul first gather at a kind of focal point, assembling in the ego. — That is the greatest nonsense ever hurled into the study of the soul; one cannot even imagine a greater nonsense; yet today’s psychology stands entirely under the influence of this nonsense. And this “psychology without a soul” is famous throughout the world today. Future cultural historians of our time will have their work cut out for them if they wish to make it even somewhat plausible to our descendants how such a thing was possible at all—that in the 19th century and well into the 20th, something like this was marveled at as the greatest achievement in the field of psychology. All this is said merely to indicate how unclear official psychology is about the ego, the center of the human being.

[ 7 ] Wenn man das Ich in seiner wahren Wesenheit erfassen und so vor sich hinstellen könnte wie den äußeren physischen Leib, und wenn man die Umgebung, von der das Ich so abhängt, wie der physische Leib von dem abhängt, was von außen durch die Augen gesehen, durch die Sinne sonst wahrgenommen werden kann, wenn man ebenso die Umgebung des Ich suchen könnte, wie man im physischen Reich die Umgebung in den Wolken, Bergen und so weiter hat -— wenn man das ebenso suchen wollte für das Ich, wovon das Ich abhängt, wie zum Beispiel der physische Leib abhängt von seinen Nahrungsmitteln -, so käme man zu einer Weltcharakteristik, zu einem Weltentableau, heute noch, das gleichsam imprägniert unsere sonstige Umgebung, unsichtbar drinnensteckt und das gleich ist dem Weltentableau des alten Saturn. Das heißt, wer das Ich in seiner Welt kennenlernen will, der muß sich eine solche Welt vor Augen stellen können, wie die alte Saturnwelt war. Diese Welt ist verdeckt, ist eine übersinnliche Welt für den Menschen. Der Mensch könnte sie auch in dem heutigen Grade seiner Entwickelung durchaus nicht ertragen. Sie ist ihm durch den Hüter der Schwelle zugedeckt, damit sie zunächst vor ihm verborgen bleibe, und es gehört ein gewisser Grad spiritueller Entwickelung dazu, um einen solchen Anblick aushalten zu können.

[ 7 ] If one could grasp the ego in its true essence and place it before oneself just as one does the external physical body, and if one could seek out the environment on which the ego depends—just as the physical body depends on what is seen from the outside through the eyes and otherwise perceived by the senses—if one could seek out the environment of the ego just as one seeks out the environment in the physical realm—in the clouds, mountains, and so on—if one were to seek this for the I as well, that upon which the I depends, just as, for example, the physical body depends on its food—then one would arrive at a world characteristic, a world tableau, even today, that permeates our ordinary surroundings, lies invisibly within them, and is identical to the world tableau of ancient Saturn. That is to say, whoever wishes to get to know the ego in its world must be able to envision a world such as the ancient Saturn world was. This world is veiled; it is a supersensible world for human beings. At the present stage of human development, people could by no means endure it. It is veiled from them by the Guardian of the Threshold so that it may remain hidden from them for the time being, and a certain degree of spiritual development is required to be able to endure such a vision.

[ 8 ] Es ist ja in der Tat ein Anblick, an den man sich erst gewöhnen muß, Sie müssen sich vor allen Dingen von alledem eine Vorstellung machen, was notwendig ist, um überhaupt dahin zu kommen, ein solches Weltentableau als etwas Wirkliches noch empfinden zu können. Alles, was Sie mit den Sinnen wahrnehmen können, müßten Sie sich wegdenken aus der Welt, müßten sich auch fortdenken Ihre Innenwelt, insofern dieselbe aus den gewöhnlichen Gemütsbewegungen des Menschen besteht; müßten sich weiter wegdenken von dem, was in der Welt ist, auch alles, was Vorstellungen sind im Menschen. Also von der Außenwelt müßten Sie alles wegnehmen, was Sinne wahrnehmen können, und vom Inneren alles, was Gemütsbewegungen, Vorstellungen sind. Und wenn Sie jetzt von jener Seelenverfassung sich einen Begriff machen wollen, in die der Mensch kommen muß, wenn er den Gedanken real faßt: Alles das wäre weggeschafft, aber der Mensch wäre noch da -, dann kann man nicht anders sagen als, der Mensch muß lernen, Schauder, Furcht empfinden zu können vor der unendlichen Leere, die sich da auftut um uns herum. Man muß gleichsam seine Umgebung empfinden können wie ganz und gar gesättigt, tingiert mit dem, was uns von allen Seiten Schauder, Furcht erregt, und muß zu gleicher Zeit in der Lage sein, diese Furcht durch innere Festigkeit und Sicherheit seines Wesens überwinden zu können. Ohne diese zwei Gemütsstimmungen, Schauder und Furcht vor der unendlichen Leere des Daseins und der Überwindung dieser Furcht, kann man überhaupt gar keine Ahnung empfinden von dem, was unserem Weltendasein als das alte Saturndasein zugrunde liegt.

[ 8 ] It is indeed a sight that takes some getting used to; above all, you must form a conception of everything that is necessary to even reach the point where you can still perceive such a tableau of the world as something real. You would have to mentally remove from the world everything you can perceive with your senses; you would also have to mentally remove your inner world, insofar as it consists of the ordinary emotional stirrings of human beings; you would have to further mentally remove from what is in the world everything that constitutes human ideas. So from the external world you would have to remove everything that the senses can perceive, and from the inner world everything that consists of emotional stirrings and ideas. And if you now wish to form a concept of that state of mind into which a person must enter when they truly grasp the thought: “All of that would be removed, but the person would still be there”—then one can only say that the person must learn to feel a shudder, a fear, before the infinite void that opens up around us. One must, as it were, be able to perceive one’s surroundings as entirely saturated, tinged with that which arouses shudder and fear in us from all sides, and must at the same time be capable of overcoming this fear through the inner firmness and security of one’s being. Without these two states of mind—a sense of dread and fear of the infinite void of existence and the overcoming of this fear—one cannot even begin to grasp what underlies our present existence as the legacy of the ancient Saturn era.

[ 9 ] Beide Empfindungen, wie sie jetzt charakterisiert worden sind, kultivieren ja die Menschen wenig bei sich selber. Daher findet man sogar in der Literatur wenig Beschreibungen von diesem Zustand. Es kennen diesen Zustand natürlich die, welche durch hellseherische Kräfte den Dingen auf den Grund zu gehen versuchten im Laufe der Zeiten. Aber in der äußeren Literatur, der geschriebenen oder gedruckten, finden sich nur wenig Angaben darüber, daß Menschen so etwas empfunden haben wie das Schaudern vor der unendlichen Leere oder gar die Überwindung dieses Schauderns. Um eine Art äußeren Einblick in die Sache zu haben, versuchte ich ein wenig nachzugehen in der jüngeren Literatur, wo so etwas auftreten könnte wie dieses Schaudern vor der unermeßlichen Leere in einem Menschen. Die Philosophen sind ja gewöhnlich ungeheuer klug, reden in ihren Begriffen abgeklärt und vermeiden es, von den großen, imponierenden Eindrücken zu sprechen. Dort findet man nicht so leicht etwas darüber. Nun will ich nicht davon sprechen, wo ich überall nichts gefunden habe. Aber einmal habe ich doch einen kleinen Anklang an diese Empfindungen gefunden, und zwar in dem Tagebuch des Hegelianers Karl Rosenkranz, wo er manchmal ganz intime Gefühle schildert, wie er sie gehabt hat beim Durchleben der Hegelschen Philosophie. Ich habe auf eine merkwürdige Stelle stoßen können, die bei ihm so herauskommt wie eine unschuldige Stelle, die er in sein Tagebuch fixierte. Karl Rosenkranz macht sich klar, daß die Hegelsche Philosophie ausgeht von dem «reinen Sein». Von diesem «reinen Sein» Hegels ist viel geschwätzt worden in der philosophischen Literatur des 19. Jahrhunderts, aber man muß sagen, es ist wenig verstanden worden. Man möchte fast sagen, in der Philosophie der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts — das kann man natürlich nur im intimsten Kreise sagen! — versteht man von dem «reinen Sein» Hegels soviel wie der Ochs vom Sonntag, wenn er die ganze Woche hindurch Gras gefressen hat. Es ist ein durchgesiebter Begriff, dieses «reine Sein» Hegels nicht das Seiende, sondern das Sein -, es ist ein Begriff, der wahrhaftig noch nicht das ist, was ich jetzt charakterisiert habe als die schauervolle, Furcht einflößende Leere, aber es ist der ganze Raum im Hegelschen Sein tingiert mit der Eigenschaft, die nichts hat, was vom Menschen erlebt werden kann: die Unendlichkeit, mit Sein erfüllt. Und Karl Rosenkranz empfindet es einmal wie ein schauervolles Durchschütteltsein von der Kälte des Weltenraumes, der von nichts erfüllt ist, als vom leeren Sein.

[ 9 ] People rarely cultivate these two sensations within themselves, as they have now been described. Consequently, even in literature there are few descriptions of this state. Of course, those who, through clairvoyant powers, have sought to get to the bottom of things over the course of time are familiar with this state. But in external literature—written or printed—there is little evidence that people have experienced anything like a shudder at the face of infinite emptiness, or even the overcoming of this shudder. To gain some external insight into the matter, I tried to look a little into recent literature to see where something like this shudder at the face of immeasurable emptiness might appear in a person. Philosophers are, of course, usually incredibly clever; they speak dispassionately in their concepts and avoid talking about the great, imposing impressions. One does not easily find anything about this there. Now, I do not wish to speak of where I found nothing at all. But I did find a small echo of these feelings once, namely in the diary of the Hegelian Karl Rosenkranz, where he sometimes describes quite intimate feelings he experienced while living through Hegel’s philosophy. I came across a curious passage that comes across as an innocent entry he jotted down in his diary. Karl Rosenkranz realizes that Hegel’s philosophy proceeds from “pure being.” Much has been said about this “pure being” of Hegel’s in the philosophical literature of the 19th century, but one must say that it has been little understood. One might almost say that in the philosophy of the second half of the 19th century—though of course one can only say this in the most intimate circles!—people understand as much of Hegel’s “pure Being” as a Sunday ox does, having spent the whole week eating grass. It is a concept that has been sifted through: this “pure Being” of Hegel—not the existing, but the Being— it is a concept that is truly not yet what I have just characterized as the terrifying, awe-inspiring void, but it is the entire space within Hegel’s Being tinged with the quality that has nothing that can be experienced by human beings: infinity, filled with Being. And Karl Rosenkranz once experiences it as a shuddering, shaking sensation from the cold of the cosmic space, which is filled with nothing but empty Being.

[ 10 ] Um zu begreifen, was der Welt zugrunde liegt, genügt es nicht, daß man in Begriffen darüber redet, sich Begriffe, Ideen davon macht; sondern es ist viel notwendiger, daß man sich eine Vorstellung hervorrufen kann von dem Empfinden, das entsteht gegenüber der unendlichen Leere des alten Saturndaseins. Das Gemüt ergreift dann, wenn es nur eine Ahnung davon erhält, das Gefühl des Schauderns. Wenn man hellseherisch aufsteigen will, damit man dann zum Schauen dieses Saturnzustandes kommt, muß man sich in der Weise vorbereiten, indem man sich in der Tat ein Gefühl erwirbt, das in gewisser Beziehung ausgeht von dem jedem Menschen mehr oder weniger bekannten Gefühl des Schwindels auf hohem Berge, wenn der Mensch über einem Abgrunde steht und keinen sicheren Boden unter den Füßen zu haben glaubt; ein Gefühl, daß er an keinem Orte verbleiben könnte, so daß er sich übergeben fühlt an Mächte, an Kräfte, über die er keine Macht mehr hat. Das ist aber erst das Elementare, das Anfangsgefühl. Denn man verliert nicht nur den Boden unter den Füßen, sondern auch das, was Augen sehen, Ohren hören, Hände greifen können, überhaupt das, was in der räumlichen Umgebung ist; und es kann nicht anders sein, als daß man entweder jeden Gedanken verliert, daß man in eine Art von Dämmerung oder Schlafzustand verfällt, in dem man auch zu keiner Erkenntnis kommen kann; oder aber man lebt sich hinein in jene Empfindung, und dann gibt es nichts anderes, als daß man zu jenem Schauerzustande kommt. Aber man muß vorbereitet sein, sonst ist es ein Erfaßtwerden von einem Schwindelzustand, der nicht besiegt werden kann.

[ 10 ] To understand what underlies the world, it is not enough to speak of it in terms of concepts or to form concepts and ideas about it; rather, it is far more necessary to be able to evoke a sense of the feeling that arises in the face of the infinite emptiness of the ancient Saturn existence. The mind is seized, even if it only catches a glimpse of it, by a feeling of shuddering. If one wishes to ascend clairvoyantly in order to then perceive this Saturn state, one must prepare oneself by actually acquiring a feeling that, in a certain sense, stems from the sensation of vertigo on a high mountain—a sensation more or less familiar to every human being—when one stands above an abyss and believes there is no solid ground beneath one’s feet; a feeling that one could remain nowhere, so that one feels surrendered to powers, to forces over which one no longer has any control. But that is only the elementary, the initial feeling. For one loses not only the ground beneath one’s feet, but also what the eyes can see, the ears can hear, the hands can grasp—in short, everything that exists in the spatial environment; and it cannot be otherwise than that one either loses all thought, falling into a kind of twilight or sleep state in which one cannot arrive at any insight; or else one immerses oneself in that sensation, and then there is nothing else but that one arrives at that state of shuddering. But one must be prepared; otherwise, one is overcome by a state of dizziness that cannot be overcome.

[ 11 ] Nun gibt es zwei Möglichkeiten für den heutigen Menschen. Die eine sichere Möglichkeit ist die, daß jemand die Evangelien verstanden hat, das Mysterium von Golgatha verstanden hat. Wer sie wirklich in ihrer vollen Tiefe verstanden hat — natürlich nicht so, wie die modernen Theologen heute darüber reden, sondern so, daß er daraus herausgesogen hat das Tiefste, was der Mensch daraus innerlich erfahren kann -, der nimmt etwas mit in jene Leere hinein, das sich wie von einem Punkte aus vergrößert und die Leere ausfüllt mit etwas, was mutähnlich ist, was ein Gefühl von Mut, von Geborgensein ist durch das Vereintsein mit jener Wesenheit, die auf Golgatha das Opfer vollbracht hat. Das ist der eine Weg. — Der andere Weg ist der, daß wir ohne die Evangelien eindringen in die geistigen Welten, daß wir durch wahre, echte Anthroposophie in die geistigen Welten eindringen. Das kann auch geschehen. Sie wissen, daß wir zunächst immer betonen: wir gehen nicht von den Evangelien aus, wenn wir das Mysterium von Golgatha betrachten, sondern wir kämen dazu auch, wenn es gar keine Evangelien gäbe. Das hat, bevor das Mysterium von Golgatha geschehen ist, nicht sein können; das ist aber heute der Fall, weil etwas in die Welt gekommen ist durch das Mysterium von Golgatha, wodurch der Mensch die geistige Welt unmittelbar aus den Impressionen heraus selber begreifen kann. Das ist das, was wir das Walten des Heiligen Geistes in der Welt nennen können, das Walten der Weltgedanken in der Welt.

[ 11 ] Now there are two possibilities for people today. The one sure option is that someone has understood the Gospels, has understood the Mystery of Golgotha. Whoever has truly understood them in their full depth—not, of course, in the way modern theologians speak of them today, but in such a way that they have drawn from them the deepest thing that a human being can experience inwardly—takes something with them into that emptiness, which expands as if from a single point and fills the void with something akin to courage, a feeling of courage and security through union with that Being who performed the sacrifice on Golgotha. That is one path. — The other path is that we enter the spiritual worlds without the Gospels, that we enter the spiritual worlds through true, authentic anthroposophy. That can also happen. You know that we always emphasize first of all: we do not start from the Gospels when we consider the Mystery of Golgotha, but we would arrive at it even if there were no Gospels at all. Before the Mystery of Golgotha took place, this could not have been the case; but it is the case today because something has come into the world through the Mystery of Golgotha, through which human beings can grasp the spiritual world directly for themselves from the impressions. This is what we can call the working of the Holy Spirit in the world, the working of the world-thoughts in the world.

[ 12 ] Wenn wir eines oder das andere mitnehmen, können wir uns nicht verlieren und können nicht sozusagen abstürzen in den unendlichen Abgrund, wenn wir der schauervollen Leere zunächst gegenüberstehen. Wenn wir uns nun dieser schauervollen Leere nähern mit den anderen Vorbereitungen, welche uns durch die verschiedenen Mittel gegeben sind, wie es zum Beispiel in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» ausgeführt ist und in dem, was sich weiter darauf aufbaut, und eindringen in die geistige Welt, in eine Welt, aus der alles heraus ist, was unser Gemüt erschüttern, was unsere Vorstellung erfassen kann, wenn wir uns einleben in diese Welt, dann lernen wir, indem wir uns sozusagen einstellen auf das Saturndasein, zunächst Wesenheiten kennen, jetzt aber nicht etwas, was ähnlich schaut dem Tierreich, Pflanzenreich oder Mineralreich, sondern Wesenheiten - es ist ja eine Welt, in der keine Wolken sind, auch kein Licht ist, in der es auch ganz tonlos ist —, aber wir lernen kennen Wesenheiten, und zwar jene Wesenheiten lernen wir kennen, die in unserer Terminologie genannt werden die Geister des Willens oder die Throne. Diese Geister des Willens — sie lernen wir gerade so kennen, daß es wie eine richtige Gegenständlichkeit für uns wird, man könnte sagen: ein wogendes Meer des Mutes.

[ 12 ] If we take one or the other with us, we cannot lose our way and cannot, so to speak, plunge into the infinite abyss when we first face that terrifying void. If we now approach this terrifying void with the other preparations provided to us through various means—as explained, for example, in “How Does One Gain Knowledge of the Higher Worlds?” and in what builds upon that, and penetrate into the spiritual world—a world from which everything that can shake our minds or be grasped by our imagination is absent—then, as we acclimate ourselves to this world, we learn, by attuning ourselves, so to speak, to the Saturn existence, to first encounter beings but not something that resembles the animal, plant, or mineral kingdoms; rather, we come to know beings—for this is a world in which there are no clouds, no light, and which is entirely soundless—but we come to know beings, specifically those beings we call, in our terminology, the Spirits of Will or the Thrones. These Spirits of Will—we come to know them in such a way that they become a true objectivity for us; one might say: a surging sea of courage.

[ 13 ] Was sich der Mensch zunächst nur vorstellen kann, das wird hellseherisch Gegenwart. Denken Sie sich getaucht in das Meer, aber jetzt getaucht als geistiges Wesen, welches sich eins fühlt mit der ChristusWesenheit, getragen von der Christus-Wesenheit, schwimmend, aber jetzt nicht in einem Meere von Wasser, sondern in einem den unendlichen Raum erfüllenden Meere von - es gibt keine andere Bezeichnung dafür — flutendem Mute, flutender Energie! Das ist nicht etwa bloß ein gleichgültiges, undifferenziertes Meer, sondern alle Möglichkeiten und Unterschiedlichkeiten dessen, was man bezeichnen kann mit dem Gefühl des Mutes, treten uns da entgegen. Wir lernen kennen Wesenheiten, die zwar aus Mut bestehen, die aber sehr wohl spezifiziert sind, die wir, wenn sie auch nur aus Mut bestehen, sehr wohl als konkrete Wesenheiten treffen. Es erscheint natürlich ganz sonderbar, wenn man sagt, man treffe Wesenheiten, die ebenso real sind wie der Mensch aus - Fleisch, und die nicht aus Fleisch, sondern aus Mut bestehen. Aber es ist so. Als solche Wesenheiten treffen wir die Geister des Willens, und zunächst bezeichnen wir nur das als Saturndasein, was die Geister des Willens, die aus Mut bestehen, darstellen; nichts sonst. Das ist zunächst Saturn. Das ist eine Welt, von der wir nicht sagen könnten, sie sei eine Welt, die kugelförmig, sechseckig oder viereckig ist. Alle diese Bestimmungen des Raumes passen nicht darauf, denn es gibt dort nicht die Möglichkeit, ein Ende zu finden. Wenn wir noch einmal das Bild vom Schwimmen gebrauchen wollen, so können wir sagen: es ist nicht ein Meer, wo man an eine Oberfläche kommen würde, sondern nach allen Seiten findet man immer Geister des Mutes oder des Willens.

[ 13 ] What a person can initially only imagine becomes a clairvoyant reality. Imagine yourself immersed in the sea, but now immersed as a spiritual being who feels at one with the Christ-Being, carried by the Christ-Being, swimming—but now not in a sea of water, but in a sea filling infinite space—there is no other term for it—of surging courage, surging energy! This is not merely an indifferent, undifferentiated sea, but all the possibilities and distinctions of what can be described as the feeling of courage come to meet us there. We come to know beings that, while consisting of courage, are nevertheless quite specific; even though they consist solely of courage, we encounter them as concrete beings. It naturally seems quite strange to say that one encounters beings that are just as real as human beings made of—flesh, and that consist not of flesh but of courage. But it is so. As such entities we encounter the spirits of the will, and initially we designate as the Saturn existence only that which the spirits of the will, consisting of courage, represent; nothing else. That is Saturn for the time being. It is a world of which we could not say that it is a world that is spherical, hexagonal, or quadrangular. None of these spatial definitions apply to it, for there is no possibility of finding an end there. If we wish to use the image of swimming once more, we can say: it is not a sea where one would reach a surface, but in every direction one always finds spirits of courage or of the will.

[ 14 ] Ich werde in späteren Vorträgen charakterisieren, wie man nicht gleich auf einmal zu dieser Sache kommt, ich will jetzt nur dieselbe Ordnung einhalten wie früher: Saturn, Sonne, Mond; denn es ist viel besser, wenn man die umgekehrte Richtung einhält: von der Erde zum Saturn, wie es in Wirklichkeit hellseherisch geschieht. — Jetzt charakterisiere ich umgekehrt, das macht aber nichts.

[ 14 ] In later lectures, I will explain how one does not arrive at this subject all at once; for now, I simply wish to follow the same order as before: Saturn, Sun, Moon; for it is much better to proceed in the reverse direction: from Earth to Saturn, as actually occurs in clairvoyance. — Now I am describing it in reverse, but that doesn’t matter.

[ 15 ] Das Eigentümliche ist: wenn man sich bis zu diesem Anschauen erhoben hat, tritt eines ein, was für den ungeheuer schwer ist, sich vorzustellen, der sich nicht bemüht, langsam und allmählich zu solchen Vorstellungen zu kommen. Denn es hört etwas auf, was mit dem gewöhnlichen menschlichen Vorstellen so verquickt ist wie nur irgend etwas: der Raum hört auf. Es hat keinen Sinn mehr, zu sagen, man schwimme oben oder unten, vorn oder hinten, rechts oder links oder überhaupt Raumverhältnisse anzuwenden. Es hat keinen Sinn bei dem alten Saturn; es ist überall gleich in dieser Beziehung. Aber das Wichtige ist: wenn man in die ersten Zeiten des Saturndaseins kommt, so hört auch die Zeit auf. Es gibt kein Früher oder Später mehr. Das ist natürlich für den Menschen heute sehr schwer vorzustellen, weil sein Vorstellen selbst in der Zeit verfließt: ein Gedanke ist vor oder nach dem anderen. Daß die Zeit aufhört, das ist nun wieder nur durch ein Gefühl zu charakterisieren. Dieses Gefühl ist wahrhaftig nicht angenehm. — Denken Sie sich einmal Ihre Vorstellungen erstarrt, so daß alles, woran Sie sich erinnern können und was Sie sich vornehmen, wie zu einem starren Stabe erstarrt, so daß Sie sich festgehalten fühlen in Ihrem Vorstellen und sich nicht mehr rühren können. Dann werden Sie nicht mehr sagen können, Sie haben etwas, was Sie früher erlebt haben, «früher» erlebt. Sie sind angebunden daran, es ist da, aber es ist erstarrt. Die Zeit hört auf, eine Bedeutung zu haben. Sie ist überhaupt nicht mehr da. Deshalb ist es auch ziemlich unsinnig, wenn man fragt: Du schilderst da das Saturndasein, das Sonnendasein und so weiter, sage doch, was vor dem Saturndasein war! «Vorher» hat da keinen Sinn mehr, weil die Zeit aufhört, so daß man auch aufhören muß mit allen Zeitbestimmungen. Es ist wirklich beim alten Saturndasein - in einem sehr vergleichsweisen Sinn kann man das sagen — die Welt wie mit Brettern verschlagen, indem man mit dem Gedanken stillestehen muß. Mit dem Hellsehen auch. Die gewöhnlichen Gedanken muß man schon lange zurücklassen, die gehen nicht bis dahin. Bildlich, vergleichsweise ausgedrückt, müßten Sie sich sagen, daß Ihr Gehirn einfriert. Und indem Sie diese Starrheit gewahr werden, würden Sie ungefähr eine Vorstellung haben von dem Bewußtsein, das sich nicht mehr in der Zeit abschließt.

[ 15 ] The peculiar thing is this: once one has risen to this level of perception, something occurs that is incredibly difficult to imagine for those who do not make the effort to arrive at such concepts slowly and gradually. For something ceases that is as intimately connected with ordinary human imagination as anything else: space ceases to exist. It no longer makes sense to say that one is swimming up or down, forward or backward, right or left, or to apply spatial relationships at all. It makes no sense in the old Saturn; in this respect, it is the same everywhere. But the important thing is: when one enters the early stages of Saturn existence, time also ceases. There is no longer any before or after. This is, of course, very difficult for people today to imagine, because their imagination itself flows within time: one thought follows another. That time ceases—this, again, can only be characterized by a feeling. This feeling is truly not pleasant. — Imagine your thoughts frozen, so that everything you can remember and everything you intend to do solidifies like a rigid rod, so that you feel trapped in your imagination and can no longer move. Then you will no longer be able to say that you have experienced something you experienced “earlier” in the past. You are bound to it; it is there, but it is frozen. Time ceases to have any meaning. It is no longer there at all. That is why it is also quite nonsensical to ask: You are describing the Saturn existence, the Sun existence, and so on—tell us, what was there before the Saturn existence! “Before” no longer makes sense there, because time ceases, so that one must also cease with all temporal determinations. It is truly the case in the old Saturn existence—in a very figurative sense one can say this—that the world is as if boarded up, in that one must stand still with one’s thoughts. The same applies to clairvoyance. One must have long since left ordinary thoughts behind; they do not reach that far. Figuratively speaking, you would have to imagine that your brain is freezing. And as you become aware of this rigidity, you would have some idea of the consciousness that is no longer confined to time.

[ 16 ] Nun wird man, wenn man so weit gekommen ist, eine merkwürdige Abwechslung in dem ganzen Bilde gewahr. Es zeigt sich jetzt, daß aus der Starrheit, der Zeitlosigkeit, durch welche dieses unendliche Meer des Mutes mit seinen Wesenheiten, die wir die Geister des Willens nennen, charakterisiert ist, Wesen anderer Hierarchien wie durchschlagen, wie hineinspielen. Erst in dem Moment, wo man dieses Nichtmehrvorhandensein der Zeit spürt, merkt man es, daß da andere Wesen hineinspielen. Man merkt nämlich ein unbestimmtes Erleben, von dem man nicht sagen kann, daß man es selbst erlebt, sondern daß es da ist, kann man nur sagen, daß es in dem ganzen unendlichen Meere des Mutes drinnen ist. Man merkt etwas wie ein durch dieses Feld gehendes Aufblitzen, wie ein Hellerwerden, aber nicht eigentlich ein Blitzen, sondern mehr ein Aufglimmen. Es ist eine erste Differenzierung. Ein Aufglimmen - aber ein Aufglimmen, das nicht den Eindruck macht des aufglimmenden Lichtes, sondern - man muß ja bei diesen Dingen zu mancherlei greifen — wenn Sie es sich begreiflich machen wollen, so denken Sie sich folgendes. Sie treten einem Menschen gegenüber, der Ihnen etwas sagt, und Sie bekommen das Gefühl: Wie ist doch der klug! - und indem er weiterredet, steigert sich dieses Gefühl, und Sie empfinden: Der ist weise, hat Unendliches erlebt, daß er so weise Dinge sagen kann! - und diese Persönlichkeit wirkt außerdem so, daß Sie förmlich etwas wie einen Zauberhauch von ihr ausgehen fühlen. Denken Sie sich diesen Zauberhauch unendlich gesteigert - und denken Sie sich das in dem Meer des Mutes auftauchen wie Wolken, die darinnen nicht aufblitzen, sondern aufglimmen. Wenn Sie das alles zusammennehmen, haben Sie eine Vorstellung davon, daß hineinspielen in die Hierarchie der Geister des Willens Wesenheiten, welche ganz Weisheit sind, aber eine solche Weisheit, die da hineinspielt strahlend, die nicht bloß Weisheit ist, sondern hinstrahlende Weisheit ist. Kurz, Sie bekommen eine Vorstellung zunächst dessen, was hellseherisch Wahrnehmung ist von dem, was die Cherubim sind. Die Cherubim spielen da hinein.

[ 16 ] Now, having reached this point, one becomes aware of a remarkable shift in the entire picture. It now becomes apparent that beings from other hierarchies seem to break through, to interplay, from the rigidity and timelessness that characterize this infinite sea of courage with its entities, which we call the spirits of the will. Only at the moment when one senses this absence of time does one realize that other beings are interplaying within it. One notices, in fact, an indefinable experience of which one cannot say that one is experiencing it oneself, but rather that it is there; one can only say that it is within the entire infinite sea of courage. One notices something like a flash passing through this field, like a brightening, but not actually a flash, rather more of a glimmer. It is a first differentiation. A glimmer—but a glimmer that does not give the impression of a flickering light, but—one must, after all, resort to various analogies with these things—if you wish to make it comprehensible to yourself, imagine the following. You come face to face with a person who says something to you, and you get the feeling: How clever he is! — and as he continues speaking, this feeling intensifies, and you sense: He is wise, he has experienced the infinite, that he can say such wise things! — and this personality also has such an effect that you literally feel something like a magical breath emanating from him. Imagine this magical aura infinitely intensified—and picture it emerging in the sea of courage like clouds that do not flash but glow within it. If you take all this together, you have an idea of the fact that beings who are entirely wisdom play a part in the hierarchy of the spirits of the will—but a wisdom that plays a radiant role there, which is not merely wisdom, but wisdom that radiates outward. In short, you first gain an idea of what clairvoyant perception is regarding what the cherubim are. The Cherubim play a part in this.

[ 17 ] Jetzt denken Sie sich gar nichts um sich als das, was ich eben beschrieben habe. Ich sagte vorhin, indem ich darauf einen gewissen Wert legte: Man kann nicht sagen, man habe es um sich -, sondern man kann nur sagen, es ist eben da -, wie ich es jetzt beschrieben habe. Man muß sich da hineindenken. Nun aber die Vorstellung, daß etwa da ein Aufblitzen sei, ist nicht ganz richtig; deshalb sagte ich, es ist nicht ein Blitzen, sondern ein Glimmen, weil alles gleichzeitig ist. Es ist eben nicht etwa so, daß eines entsteht und vergeht, sondern alles ist gleichzeitig. Aber man bekommt jetzt ein Gefühl von einer Beziehung dieser Geister des Willens und der Cherubim. Man bekommt das Gefühl, daß die ein Verhältnis zueinander gewinnen. Dieses Bewußtsein erlangt man. Und zwar erlangt man das Bewußtsein, daß die Geister des Willens oder die Throne ihre eigene Wesenheit den Cherubim opfern. Das ist die letzte Vorstellung, zu der man überhaupt kommt, wenn man sich, rückwärtsgehend, dem Saturn nähert — die sich opfernden Geister des Willens, die ihre Opfer hinauflenken zu den Cherubim -, weiter geht es nicht, da ist die Welt wie mit Brettern verschlagen. Und indem man erleben kann dieses Opfern der Geister des Willens gegenüber den Cherubim, preßt sich etwas los aus unserem Wesen. Das kann man jetzt nur mit dem Worte sagen: Durch das Opfer, das die Geister des Willens den Cherubim bringen, wird die Zeit geboren. — Aber die Zeit ist jetzt nicht jene abstrakte Zeit, von der wir gewöhnlich sprechen, sondern sie ist selbständige Wesenheit. Jetzt kann man anfangen zu reden von etwas, was beginnt. Die Zeit beginnt mit dem, was da zunächst als Zeitwesenheiten geboren wird, die nichts sind als lauter Zeit. Es werden Wesenheiten geboren, die nur aus Zeit bestehen; das sind die Geister der Persönlichkeit, die wir dann als Archai in der Hierarchie der geistigen Wesenheiten kennenlernen. Im Saturndasein sind sie nur Zeit. Bei uns haben wir sie auch beschrieben als Zeitgeister, als Geister, welche die Zeit regeln. Aber die da geboren werden als Geister, sind wirklich Wesenheiten, die überhaupt nur aus Zeit bestehen.

[ 17 ] Now imagine nothing around you except what I have just described. I said earlier, emphasizing this point: One cannot say that one has it around oneself—but one can only say that it is simply there—as I have just described. One has to think one’s way into it. But the idea that there is, say, a flash there is not quite correct; that is why I said it is not a flash, but a glow, because everything is simultaneous. It is simply not the case that one thing arises and passes away, but everything is simultaneous. But one now gets a sense of a relationship between these spirits of the will and the cherubim. One gets the feeling that they are entering into a relationship with one another. One attains this awareness. And specifically, one attains the awareness that the spirits of the will, or the Thrones, sacrifice their own being to the cherubim. This is the final concept one arrives at when moving backward toward Saturn—the self-sacrificing spirits of the will directing their sacrifices upward to the cherubim—it goes no further; there the world is as if boarded up. And as one experiences this sacrifice of the spirits of the will toward the cherubim, something breaks free from our being. One can only express this now with the words: Through the sacrifice that the spirits of will offer to the cherubim, time is born. — But time is not now that abstract time of which we usually speak, but rather an independent entity. Now one can begin to speak of something that begins. Time begins with what is first born there as time-entities, which are nothing but pure time. Beings are born that consist solely of time; these are the spirits of personality, whom we then come to know as Archai in the hierarchy of spiritual beings. In the Saturn existence, they are only time. We have also described them as time spirits, as spirits that govern time. But those who are born there as spirits are truly beings that consist entirely of time.

[ 18 ] Das ist etwas außerordentlich Wichtiges: teilzunehmen an diesem Opfer der Geister des Willens gegenüber den Cherubim und an der Geburt der Geister der Zeit. Denn erst jetzt, indem die Zeit geboren wird, tritt etwas anderes auf, was uns jetzt überhaupt erst möglich macht, von dem Saturnzustande als von etwas zu sprechen, was sozusagen einige Ähnlichkeit hat mit dem, was uns jetzt umgibt. Gleichsam der Opferrauch der Throne, der die Zeit gebiert, ist das, was wir die Wärme des Saturn nennen. Daher sagte ich früher immer, der Saturn ist im Wärmezustand, indem ich beschrieb, was da ist. Gegenüber all den Elementen, die wir gegenwärtig um uns haben, können wir bei dem alten Saturnzustand nur sprechen als von einem Wärmezustand. Aber diese Wärme entsteht als Opferwärme, welche die Geister des Willens darbringen den Cherubim. Nun gibt uns das zugleich eine Anleitung, wie wir in Wahrheit über das Feuer denken sollen. Wo wir Feuer sehen, wo wir Wärme empfinden, sollten wir nicht so materialistisch denken, wie es dem heutigen Menschen natürlich und gewöhnlich ist, sondern wo wir Wärme auftreten sehen und fühlen, da ist auch heute noch in unserer Umgebung unsichtbar vorhanden, geistig zugrunde liegend, das Opfer von den Geistern des Willens gegenüber den Cherubim. Dadurch gewinnt die Welt erst ihre Wahrheit, daß wir wissen, daß hinter jeder Wärmeentwickelung ein Opfer ist.

[ 18 ] This is something of extraordinary importance: to participate in this sacrifice of the spirits of the will to the cherubim and in the birth of the spirits of time. For only now, as time is born, does something else arise that makes it possible for us at all to speak of the Saturn state as something that bears, so to speak, some resemblance to what now surrounds us. The sacrificial smoke of the Thrones, which gives birth to time, is what we call the warmth of Saturn. That is why I used to say that Saturn is in a state of warmth when describing what is there. In contrast to all the elements we currently have around us, we can speak of the ancient Saturn state only as a state of warmth. But this warmth arises as sacrificial warmth, which the spirits of will offer to the cherubim. Now this at the same time gives us a guide as to how we should truly think about fire. Where we see fire, where we feel warmth, we should not think so materialistically as is natural and customary for people today; rather, where we see and feel warmth, there is still present in our surroundings today, invisibly and spiritually underlying it, the sacrifice of the spirits of will to the cherubim. It is through this that the world first gains its truth: that we know there is a sacrifice behind every manifestation of warmth.

[ 19 ] In der «Geheimwissenschaft» ist, um die Menschen draußen nicht gar zu sehr vor den Kopf zu stoßen, zunächst mehr der äußere Zustand des alten Saturn geschildert. Es sind ja schon genug dadurch vor den Kopf gestoßen, und die Menschen, die nur im heutigen wissenschaftlichen Sinne denken können, sehen das Buch als reinen Unsinn an. Aber nun denken Sie sich, was es hieße, wenn man gar sagen würde: Der alte Saturn hat in seiner innersten Wesenheit, in dem, was ihm zugrunde liegt, das, daß die Wesenheiten, welche den Geistern des Willens angehören, den Cherubim opferten; daß aus dem Opferrauch die Zeit geboren wird, aus dem Opfer, welches sie den Cherubim bringen; daß daraus die Archai, die Zeitgeister, hervorgegangen sind und daß die Wärme nur ein äußerer Abglanz, eine Maja ist gegenüber dem Opfer der Geister des Willens. Aber es ist so: Die äußere Wärme ist nur eine Maja, und wollen wir in Wahrheit sprechen, so müssen wir sagen: Überall, wo Wärme ist, haben wir in Wahrheit Opfer — Opfer der Throne gegenüber den Cherubim.

[ 19 ] In Occult Science, in order not to offend people too much, the focus is initially on describing the outer condition of the ancient Saturn. Enough people have already been offended by this, and those who can think only in today’s scientific terms regard the book as pure nonsense. But now imagine what it would mean if one were to say: In its innermost essence, in that which underlies it, the ancient Saturn holds the fact that the beings belonging to the spirits of will offered sacrifices to the cherubim; that time is born from the smoke of the sacrifice, from the sacrifice they bring to the cherubim; that from this the Archai, the spirits of time, have emerged, and that warmth is merely an outer reflection, a Maya, in comparison to the sacrifice of the spirits of will. But it is so: the outer warmth is merely a Maya, and if we are to speak the truth, we must say: wherever there is warmth, there is in truth a sacrifice—a sacrifice of the Thrones to the Cherubim.

[ 20 ] Und nun ist eine gute Imagination das Folgende. Es wird in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» sehr häufig davon gesprochen, und auch sonst ist es gesagt worden, daß die zweite Stufe der rosenkreuzerischen Einweihung die Bildung von Imaginationen ist. Diese Imaginationen muß sich der Anthroposoph bilden aus den richtigen Vorstellungen gegenüber der Welt. So kann er sich, was wir heute besprochen haben, umgewandelt denken in eine phantasieartige Imagination: die Throne, die Geister des Willens, kniend in voller Hingebung, voller mutartiger Hingebung vor den Cherubim, aber so, daß die Hingebung nicht hervorgeht aus der Empfindung der Kleinheit, sondern aus dem Bewußtsein, daß man etwas hat, was man opfern kann. Die Throne in dieser Opferwilligkeit, der die Stärke, der Mut zugrunde liegt, wie kniend vor den Cherubim und das Opfer zu ihnen hinaufschickend, und dieses Opfer schicken sie hinauf wie brodelnde Wärme, flammende Wärme, so daß der Opferrauch hinaufflammt zu den geflügelten Cherubim! So könnte das Bild sein. Und von diesem Opfer ausgehend -— als wenn wir in die Luft hinein das Wort sprechen könnten und dieses Wort die Zeit wäre, aber die Zeit als Wesenheiten -, von dem ganzen Vorgange ausgehend: die Geister der Zeit, die Archai. Dieses Hinaussenden der Archai, das gibt ein grandioses, mächtiges Bild. Und dieses Bild, vor unsere Seele hingestellt, ist außerordentlich impressionierend für gewisse Imaginationen, die uns dann immer weiter und weiter auf dem Gebiete des okkulten Erkennens bringen können.

[ 20 ] And now, a good imagination is as follows. It is mentioned very frequently in How to Attain Knowledge of the Higher Worlds, and it has also been said elsewhere, that the second stage of Rosicrucian initiation is the formation of imaginations. The anthroposophist must form these imaginations from correct conceptions of the world. Thus, he can conceive of what we have discussed today as transformed into a fantasy-like imagination: the Thrones, the Spirits of Will, kneeling in complete devotion, in a courageous devotion before the Cherubim, but in such a way that this devotion does not arise from a sense of smallness, but from the awareness that one possesses something one can offer as a sacrifice. The Thrones, in this willingness to sacrifice—which is grounded in strength and courage—kneeling before the Cherubim and sending the sacrifice up to them; and they send this sacrifice up like seething heat, flaming heat, so that the smoke of the sacrifice blazes upward toward the winged Cherubim! Such could be the image. And proceeding from this sacrifice—as if we could speak the word into the air and this word were time, but time as beings—proceeding from the entire process: the spirits of time, the Archai. This sending forth of the Archai presents a grandiose, powerful image. And this image, set before our soul, is extraordinarily impressive for certain imaginations, which can then carry us further and further into the realm of occult knowledge.

[ 21 ] Das ist es ja überhaupt, was wir erreichen müssen: umzuwandeln die Vorstellungen, die wir bekommen, in Imaginationen, in Bilder. Wenn die Bilder auch von uns ungeschickt gemacht sind, wenn sie auch anthropomorphistisch sind, wenn sie auch ausschauen wie geflügelte Menschen, diese Wesen, darauf kommt es nicht an. Das andere wird uns zuletzt schon gegeben, und was sie nicht haben sollen, fällt schon ab. Wenn wir uns nur hingebend vertiefen in solche Bilder, dann tun wir das, was uns allmählich hinaufführt zu solchen Wesen, "Wenn Sie das nehmen, was ich jetzt versuchte, zu charakterisieren als mutvolle Wesen, überflutet von Weisheit, so werden Sie sehen, daß die Seele bald zu allerlei Bildern Zuflucht nehmen muß, die abliegen von den Verstandesbegriffen. Die Verstandesbegriffe verdanken erst viel Späterem ihr Dasein, so daß wir solche Dinge zunächst nicht verstandesmäßig nehmen dürfen. Und Sie müssen es begreifen, was gemeint ist, wenn manche Geister, (denen das Hellsehen aufgeht und die so etwas schildern aus naivem Hellsehen heraus, anders schildern als die Verstandesmenschen. Aber die Verstandesmenschen können dann solche Geister auch nie richtig verstehen. Wer sich davon unterrichten will, dem will ich eine Anleitung dafür geben. Nehmen Sie aus der Reclamschen Universal-Bibliothek das Buch, das ein gutes ist: den sogenannten «alten Schwegler», den früher die Studenten gern benutzten vor dem Examen, der aber jetzt nicht mehr verwendbar ist, seitdem die Seele abgesetzt ist; wenn er auch durch einen Bearbeiter verschlimmbessert worden ist, so ist er doch nicht ganz entstellt worden. Es ist eine Geschichte der Philosophie vom Hegelschen Standpunkte aus. — Also Sie können des alten Schweglers «Geschichte der Philosophie» nehmen, und Sie werden ein gutes Bild haben von allem, was die alte Philosophie betrifft; und selbst wenn Sie da nachlesen über die Hegelsche Philosophie, so finden Sie alles ausgezeichnet geschildert. Aber nun lesen Sie darin das kurze Kapitel gerade über Jakob Böhme, und versuchen Sie sich eine rechte Vorstellung davon zu machen, wie hilflos ein solcher Mensch, der eine Verstandesphilosophie schreibt, gegenüber einem Geist wie Jakob Böhme ist! Paracelsus hat er, Gott sei Dank, ganz ausgelassen, denn da würde er ganz schlimme Sätze hingeschrieben haben. Aber lesen Sie, was dort über Jakob Böhme geschrieben ist. Da kommt Schwegler an einen Geist, dem naiv aufgegangen ist — jetzt nicht das Saturnbild, sondern die Wiederholung des Saturnbildes, denn das hat sich ja in der Erdperiode wiederholt; er kommt an einen Geist, der also nicht anders kann, als mit Worten und Bildern schildern, an die der Verstand nicht heran kann. Da hört für den Verstandesmenschen jedes "Begreifen auf. Nicht, als ob man überhaupt nicht etwa die Dinge begreifen könnte, aber man kann sie nicht begreifen, wenn man auf dem Standpunkte des gewöhnlichen, trockenen Philosophenverstandes bleiben will.

[ 21 ] That is precisely what we must achieve: transforming the ideas we receive into imaginings, into images. Even if the images are clumsily made by us, even if they are anthropomorphic, even if these beings look like winged humans, that is not what matters. The rest is ultimately given to us, and whatever they are not meant to have simply falls away. If we only immerse ourselves devotedly in such images, then we do what gradually leads us up to such beings: “If you take what I have just tried to characterize as courageous beings, overflowing with wisdom, you will see that the soul must soon take refuge in all sorts of images that lie apart from the concepts of the intellect. Intellectual concepts owe their existence to much later developments, so that we must not initially approach such things intellectually. And you must understand what is meant when certain spirits—(who are opening to clairvoyance and describe such things from a naive clairvoyant perspective)—describe them differently than intellectual people do. But intellectual people can then never truly understand such spirits. For those who wish to learn about this, I will provide instructions. Take from the Reclam Universal Library the book that is a good one: the so-called “old Schwegler,” which students used to like to use before exams, but which is no longer usable now that the soul has been set aside; even though it has been made worse by an editor, it has not been completely distorted. It is a history of philosophy from the Hegelian point of view. — So you can take the old Schwegler’s “History of Philosophy,” and you will have a good picture of everything concerning ancient philosophy; and even if you read there about Hegelian philosophy, you will find everything excellently described. But now read the short chapter specifically on Jakob Böhme, and try to get a proper idea of how helpless such a person, who writes a philosophy of reason, is in the face of a spirit like Jakob Böhme! Thankfully, he left out Paracelsus entirely, for he would have written some truly terrible things there. But read what is written there about Jakob Böhme. There Schwegler encounters a spirit to whom it has naively dawned—not the Saturn image itself, but the repetition of the Saturn image, for that did indeed repeat itself during the Earth period; he encounters a spirit who can do nothing but describe things with words and images that the intellect cannot grasp. There, for the intellectual person, all “understanding” ceases. Not that one cannot understand these things at all, but one cannot understand them if one wishes to remain at the level of the ordinary, dry philosophical intellect.

[ 22 ] Sie sehen, das ist gerade das Wichtige, daß wir uns erheben zu dem, wozu der gewöhnliche Intellekt nicht ausreicht. Wenn auch der gewöhnliche Verstand so etwas Ausgezeichnetes liefert wie die «Geschichte der Philosophie» von Schwegler — denn ich habe es absichtlich ein «gutes» Buch genannt -, so ist es doch ein Beispiel dafür, wie ein ausgezeichneter Verstand vollständig stillesteht vor einem Geist wie Jakob Böhme.

[ 22 ] You see, that is precisely the point: that we rise to a level beyond the reach of ordinary intellect. Even if the ordinary mind produces something as excellent as Schwegler’s History of Philosophy—for I have deliberately called it a “good” book—it is nonetheless an example of how an excellent mind comes to a complete standstill in the presence of a spirit like Jakob Böhme.

[ 23 ] So haben wir heute versucht, an Hand der Betrachtung des alten Saturn, sozusagen mehr innerlich in diese alte planetarische Verkörperung unserer Erde einzudringen. Wir werden es demnächst so machen mit dem Sonnen- und Mondendasein und werden dabei sehen, wie wir auch dort zu Begriffen kommen, die uns vielleicht nicht weniger grandios vorkommen werden, als wenn wir uns zurückahnen zu dem alten Saturnzustand und in der Ahnung in uns auftreten die vor den Cherubim opfernden Throne, welche die Wesen der Zeit schaffen als Resultate des Opfers. Denn die Zeit ist ein Ergebnis des Opfers, und sie entsteht zunächst als lebendige Zeit, als ein Geschöpf des Opfers. Dann werden wir sehen, wie alle diese Dinge auf der Sonne umgeändert werden und wie uns andere grandiose Vorgänge des Weltendaseins entgegentreten werden, wenn wir vom Saturn zur Sonne und dann zum Mondendasein übergehen werden.

[ 23 ] Today, by contemplating ancient Saturn, we have attempted, so to speak, to penetrate more deeply into this ancient planetary embodiment of our Earth. We will soon do the same with the existence of the Sun and Moon, and in doing so we will see how we arrive at concepts there that may seem no less magnificent to us than when we trace back to the ancient Saturn state and the thrones offering sacrifices before the Cherubim arise within us—beings of time created as the results of sacrifice. For time is a result of sacrifice, and it arises first as living time, as a creature of sacrifice. Then we shall see how all these things are transformed on the Sun and how other magnificent processes of world existence will confront us as we pass from Saturn to the Sun and then to the lunar existence.